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Zmnm'mann
Philologie vermissen lassen. Von seinen theologischen Schriften erregten seineForschungen über das Buch Hiob zur Zeit ihreS Erscheinens (1798) vieles Aussehen. Außerdem besitzt I. eine außerordentliche Local- und Geschichtskenntniß sei-ner vaterlandischen thüringischen Gegend, ist in der Medaillenkunde wohl bewan-dert und vereinigt auch überdies in sich sehr verschiedenartige Kenntnisse, wie mansie sonst bei Philologen wolnicht anzutreffen pflegt. (48)
Jmmermann (Karl), 4796 in Magdeburg geboren, empfing seinenersten Unterricht und die Richtung seines Lebens durch seinen Vater, einen ehren-festen, strengen Altpreußen aus Friedrichs des Großen Zeit. Gehorsam, Ordnung,Fleiß war das einzige System, das mit unerbittlichem Ernst gehandhabt wurde.Hiernächft war der Hauptgrundsatz: nicht eher etwav Neues vorzunehmen, als bisdas Frühere so aufgefaßt war, daß es nicht wieder vergessen werden konnte. Die-ser strengen, consequenten, reinen und einfachen Erziehung will I. Alles verdan-ken, was ihm eigen ist. Und doch regte sich daneben eine unwiderstehliche Lust zuVersen und zum Theater. Schon im zwölften Jahre schrieb er Geburtstagsge-dichte, im sechszehnten einen Roman, ein Drama: „Prometheus", und besang denTod Heinrichs von Kleist. Aber aus der Theaterlust schreckten ihn die Verhäng-nisse des Staats auf. Er blieb ein strenger Altpreuße unter der französischenHerrschaft. Aus jener Zeit datirt er eine düstere Lebensstimmung (er hat Monatelang in völliger Waldeinsamkeit gelebt), Hinneigung zur Natur und zu einer ge-wissen Abgeschiedenheit. Von der Universität Halle aus, die er 5813 bezog, lernteer einen letzten Silberblick der deutschen Schauspielkunst auf dem weimarischenTheater, über dem noch Göthe's Geist schwebte, kennen. Wenn er dramatischdichtet, denkt er an diese Zeit, die nicht mehr ist. Eine andere Zeit, ein andererGeist erwachte. Nachdem ein Nervensieber den 1813 eingetretenen Volontair ge-hindert, vor der Einnahme von Paris seinem Corps nachzufolgen, und er nach demFrieden seine Studien fortgesetzt, machte er den ganzen Feldzug 1815 in den Nie-derlanden und Frankreich mit. J.'s Name ist darauf verwickelt in den trübenStreitigkeiten zwischen den Studirenden der Universität Halle. Er kämpfte mitmännlichem Sinne und im Geist einer neuen Zeit gegen eine veraltete Burschen-tyrannei unter dem neuen Namen Teutonia und scheute, im Bewußtsein mo-ralischen Muthes, nicht den entgegengesetzten Vorwurf der Feigheit, den alte roheSchlagcrlust in neumodisch-altdeutschen Röcken allen Denen machte, welche sichaus ihren verjährten Satzungen herausarbeiten wollten. Persönliche Entschlossen-heit verrieth er zur Genüge durch seine persönliche, unmittelbare Vorstellung anden König in Berlin. Seine Schrift wurde von den Turnern beim Wartdurgsistverbrannt. Seit 1818 ist er im Staatsdienst, als Referendar in Magdeburg,dann als Auditeur in Münster, wo er manche freundliche Verbindung anknüpfte,angestellt; seit 1827 lebt er als Landgerichtsrath in Düsseldorf, wo er größereFreiheit gewonnen und im Verhältniß zu poetischen Freunden, Künstlern undGleichgesinnten (Schadow, Fr. von Üchtritz, Schnaase u. A.) ein Lebensele-ment gefunden, welches ihn zufriedenstellt. 1821 erschien sein Lustspiel: „DiePrinzen von Syrakus". Ihm folgten drei Trauerspiele: „Das Thal von Romreval", „Edwin", „Petrarca", ein Band Gedichte und der Halbroman: „DiePapicrfenster eines Eremiten"; 1822 „Periander" und 1824 das „Auge derLiebe" (wol sein geistreichstes Lustspiel). Pustkuchen's „Wanderjahre" veranlaß-ten ihn zu dem „frischen, schönen Trauerspiele vom Pater Brey, dem falschen Pro-pheten". Darauf erschien 1826 „Cardenio und Celinde" (wol sein phantasiereich-stes Trauerspiel, trotz des abschreckenden Apparats); sowie eine Schrift: „UberdenAjax des Sophokles". Ergriffen von tiroler Liedern schrieb er 1827 in vier Wochenzwischen den Acten sein „Trauerspiel in Tirol", um so bedeutender, je mehr gehul-sige Parteisucht die deutsche Begeisterung des Dichters angefochten hat, und daraus