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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
385
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Heidegger 385

Heidegger (Karl Wilhelm von Hei deck, genannt), als Krkegsmannund als Künstler gleich ausgezeichnet, wurde 1788 zu Saaralben in Lothringenaeboren. Sein Vater, aus einem alten schweizerischen Geschlechte stammend, standunter einem Schweizerregiment in französischem Solde, trat aber später in zwei-brückische Dienste, bis er sich bei dem Ausbruche der französischen Revolution nachZürich zurückzog. Schon wahrend H. das Gymnasium zu Zuriet, besuchte, ent-wickelte sich sein Kunsttalent unter der Leitung des Professors Mayer und desSchlachtenmalers Geßner. In Zweibrücken, wohin er sich 1799 mit seiner Mut-ter begab, setzte er seine wissenschaftlichen Studien fo-t und bildete sich auch imZeichnen aus; eine überwiegende Neigung zum Kriegsleben aber führte ihn 1801 indie Militärakademie zu München, wo er, tüchtig vorgebildet, bald schnelle Fort-schritte machte. Unter der Leitung der bei der Akademie angestellten ProfessorenMaria Quaglio und Kaeser bildete sich auch seine Kunstfertigkeit sowol im Archi-tektmzeichnen als im Landschaftsfache bedeutend aus. Der Krieg rief ihn 1805als Artillerielieutenant zum Heere. Er wohnte 1808 dem Feldzuge in Preußenbei kämpfte 1809 gegen Tirol, stets durch Tapferkeit ausgezeichnet, ging 1810 mitGenehmigung des Königs von Baiern als Freiwilliger zum französischen Heere inSpanien, und kehrte 1813 kurz vor der Schlacht bei Hanau in sein Vaterland zurück.Zum Major befördert, ging er 1814 im Gefolge des damaligen Kronprinzen nachEngland,spater zum Congreß nach Wien und wurde endlich nach der dauernden Her-stellung des Friedens 1816 als Mitglied der Grenzberichtigungscommission nachSalzburg geschickt. Wahrend dieses unsteten kriegerischen Lebens erhielt sein Kunst-talent eine selbständige Entwickelung, und fern von den Studien der Schule, allein andie Natur gewiesen, lernte er diese mit Lebendigkeit, Wahrheit und charakteristischerEigenthümlichkeit auffassen. Im Kriegslebcn wurden die nächsten Gegenstandedie Bilder, die er nach der Natur oder nach den ersten frischen Eindrücken seinerPhantasie darstellte. Er übte sich besonders auch in treuer Darstellung der Pferde.Die physiognomischen Eigenthümlichkeiten in Costume und Lebensweise der Völkersuchte er treu wiederzugeben. Die glücklichsten Landschaftsstudien gewährte ihmsein Aufenthalt unter der großartigen Natur Salzburgs und dort war es, wo sichder einfache Styl bildete, der seine Landschaften auszeichnet. Erst 1816 singer in München an sich in der Ölmalerei zu versuchen und brachte es bald zu ent-schiedener Meisterschaft. Er malte in den Jahren 1816—25 nicht weniger als67 Ölbilder. . . „ .

Eine neue Laufbahn, die sich ihm eröffnete, zog ihn lange von semen künstleri-schen Beschäftigungen ab und seine Wirksamkeit in und für Griechenland lenkte aufihn die Aufmerksamkeit des europaischen Publikums. Als^berstlieutenant inbairi-schen Diensten verließ H.,nachdem ervomKönige dazu besondere Erlaubniß und au-ßerordentlichen Urlaub erhalten, zugleich mit acht baltischen Offizieren niederer Gradezu Anfange des Herbstes 1826 München und betrat, nach einem unvorhergeseheneneinmonatlichen Aufenthalte auf Zante, und nachdem er in den Gewässern von Mo-don der türkischen Flotte, unter welche das ihn begleitende Geschwader durch einennächtlichen Sturm verschlagen wurde, glucklich entgangen war, am 5. Dec. inNapoli di Romania den griechischen Boden. Mit Briefen von Eynard undden Münchner Philhellenen, deren Namen zum Theil selbst dem Volke nicht mehrunbekannt waren, versehen, fand er fowol unter diesem, als auch bei der gerade in' Napoli anwesenden Regierungscommisston die freundlichste Aufnahme, mußte aber

KS ! 1 ^'"en ursprünglichen Plan, sogleich seine Thatigkeit vorzugsweise der Bildung re-^ „ ? gulairer Truppen zu widmen, für jetzt aufgeben, da die dazu nöthigen Mittel noch' nicht vorhanden und überhaupt vor der Organisation einer neuen Regierung nichts,» zu erwarten waren. Es war dieses um so mehr zu bedauern, da H. sehr richtig er-Msi S kanm hatte, daß eine zu strenge Anwendung europaischer Formen und DisciplinConv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II.