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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Hegewisch

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rus erstreckte, sowie mehre Jahre der Stelle eines Bezirksarztes rühmlichst vor-stund und mehre Schriften über Medicin und Botanik herausgab, z. B. eine neueAuflage von Suter's „l'lora Helvetica" (Zürich 1822); „Reisen in dem Ge-birgsstock zwischen Glarus und Graubündten :c." (Zürich 1823 — 25). Seit1824 gibt er eine Sammlung von Abbildungen aller Schweizerpflanzen heraus,von welcher bereits 67 Hefte in 8., jedes mit sechs colorirten Abbildungen und aus-führlichem Texte, erschienen sind, welche in der Schweiz und im Ausland die ver-diente Anerkennung gefunden haben und noch fortgesetzt werden. Wahrend der-selben Zeit hat er auch m 6 Heften die Giftpflanzen der Schweiz beschreiben undabbilden lassen. Die große Anzahl neugeschaffener Speeles, welche der „?IoraHelvetica" weder als Arten konnten einverleibt werden, da sie nur gradweise,wahrscheinlich von Einflüssen der Außenwelt producirte Unterschiede zeigten, nochals Abarten, da viele constante Physiognomien darunter waren, welche sich regel-mäßig bei einer großen Anzahl von biegsamen Pflanzenarten wiederholen, veran-laßten ihn zahlreiche Versuche über den Einfluß der Außenwelt auf die Pflanzenanzustellen. Die merkwürdigen Resultate dieser vieljährigen Beobachtungen sindin den „Beitragen zu einer kritischen Aufzahlung der Schweizerpflanzen " (Zürich1831) niedergelegt, und sie dürften zu einer weit einfacher» genetischen Behand-lung der Pflanzenarten und ihrer Formen führen. Seit einiger Zeit arbeitet er auchan einer kritischen Aufzählung der schweizerischen Phanerogamen, welche bald er-scheinen dürfte. — Aber nicht nur als praktischer Arzt und ausgezeichneter Botanikerwirkt H.für das Wohl seiner Mitmenschen und die Ausbildung der Wissenschaft, erist auch ebenso thätig als einsichtsvoller, charakterfester Vaterlandsfreund. Bei denpolitischen Bewegungen im Canton Aüurich, von Aug. bis Dec. 1830, trat er,aufgesodert von seinen Gemeindebürgern, bei der großen Volksversammlung inUster, am 22. Nov. 1830, welche die politische Reform des Cantons Zürich ent-schied, als Sprecher auf. Seine gehaltvolle energische Rede, welcher sein Wahl-spruch : „Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei und war' er in Ketten geboren", zuGrunde lag, elektrisicte die Menge. Bald daraus wurde er von der GemeindeStafa in den großen Rath und von diesem während seiner ersten Sitzung zu ei-nem der Gesandten auf die schweizerische Tagsatzung gewählt. Im März 1831ward er zum Regierungsrath und an die Stelle des verewigten BürgermeistersUsteri zum Präsidenten des Gesundheitsrathes ernannt. Als solcher schrieb er einekleine Schrift: „Uber den Charakter, die Cur und die Verhütung der ostindischenBrechruhr" (Zürich 1831), in welcher er der Cholera einen flüchtigen An-steckungsstoff zuschrieb und als wahrscheinlich erklarte, daß sie Bergländer vermei-den würde. Vom großen Rath zum Bürgermeister des Cantons berufen, lehnteer die Wahl 1832 beharrlich ab. Die liberale Partei der Schweiz verehrt in H.einen ihrer talentvollsten und geistreichsten Sprecher, und das Landvolk im CantonZürich zeigt ihm, als einem seiner wohlwollendsten, redlichsten und treuestenVerfechter und Beschützer der errungenen Freiheit und Rechte, die größte Liebe und'Anhänglichkeit. (29)

Hegewisch (Franz Hermann) wurde 1783 zu Kiel geboren, wo seindurch mehre historisch^ Schriften bekannter Vater als Professor der Geschichtestarb. Nachdem er in der Schule zu Eutin seine wissenschaftliche Vorbildungerhalten hatte, widmete er sich in Göttingen und später in Würzburg undWien dem Studium der Arzneiwissenschaft. Als er 1805 Paris und London be-suchte, machten die politischen Contraste, die er in diesen Städten bemerkte, einenbleibenden Eindruck auf ihn und gaben seinen Ansichten die Richtung, die sich inwehren anonym und Pseudonym meist in Zeitschriften bekannt gemachten Aus-sätzen gezeigt hat, worin er seine Bekanntschast mit dem Geiste der englischen Ver-fassung darlegt. Er hat besonders die Nothwendigkeit der Theilung der legislati-