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Zweiter Band (1833) F bis L
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Gymnasialwesen

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dem Könige einen Entwurf zu Vermehrung der Schulen, Erweiterung der Lehr-gegenstände und Verpflanzung der besten Lehrbücher Deutschlands und Englandsnach Frankreich vor; und einer der ersten Gelehrten Frankreichs, Cousin, wurdenach Deutschland gesendet, um sich mit dem deutschen Schulwesen überhaupt undvorzüglich mit den Verbesserungen der preußischen Gelehrtenschulen naher bekanntzu machen. Cousin'sBericht über den Zustand des öffentlichen Unterrichts ineinigen Landern Deutschlands ^ (deutsch von Kröger, 2 Theile, Altona 1832) gibtunserm Vaterlande zugleich die ehrenvollste Genugthuung, und die Warnung, dieVorzüge nicht leichtsinnig aufzuopfern, die uns in der Zeit der Noch und der Er-mannung allein festen Halt und Zusammenhang, und in der neuesten Periode derbürgerlichen Bewegung Besonnenheit und Much zu verstandigen Reformen be-wahrt haben. Der neue Minister des öffentlichen Unterrichts, Guizvt, schreitetauf der eröffneten Bahn fort. Unter den nordischen Staaten ist Danemark,vorzüglich in seinen deutschen Ländern, dem deutschen Bruderlande am näch-sten geblieben und in die Verbesserung seines Schulwesens eingegangen. InSchweden wurde 1824 eine eigne Commissi'on zur Revision der Elementar-erziehungsanstalten niedergesetzt und 1827 ein Ausschuß für eine zeitgemäßeReform des gesammten Schulwesen ernannt, dessen Wirksamkeit bis jetzt durchden Widerstreit der politischen Parteien gehemmt worden ist, aber durch die kraf-tige Theilnahme des national gebildeten Kronprinzen Oskar gedeihliche Resul-tate erwarten läßt. Über Holland gibt ein gründlicher Aufsatz imHesperus",1831, Nr. 214 fg., der auch von der Erziehung und den höhern Unterrichtsan-staltcn dieses Landes handelt, belehrende Nachricht. Wenn auch bei dem erstenUnterricht die französische, bei dem höhern die alte einseitige philologische Bildungzu sehr das Übergewicht hat, so behauptet doch Holland den ehemaligen Ruhmder Gründlichkeit, des tiefern Eingehens in einzelne Wissenschaften. Der gelehrteSchüler Wyttenbach's, van Heusde, ist oer ehrcnwertheste Sprecherin dieser Sachein seinenLrieven over 3en nnrct en streklckoA van llooger onllerwHs"(Briefe über die Natur und Tendenz des höhern Unterrichts; Utrecht 1829,deutsch von Weydmann, Krefeld 1830). Auch England, das am strengsten dasAlte zu bewahren pflegt und den mönchischen Charakter seiner höhern Anstalten,der mit dem Kirchenwesen des Staats eng zusammenhangt, noch nicht umgestal-ten konnte, beweist durch die Stiftung der londoner Universität, durch die Anfo-derungen, die es an die Lehrer der Jugend macht, und durch die Aufmerksamkeit,die es dem deutschen Studienwessn und den Fortschritten unserer wissenschaftlichenund vaterländischen Literatur widmet, daß es sich zweckmäßigen Verbesserungeunicht langer engherzig verweigern will. In Nordamerika haben Coxwell und Dwight,die sich lange in Deutschland und namentlich in Sachsen aufhielten, durch ihreSchriften die Überzeugung allgemeiner gemacht, daß weder ein geordnetes Staats-wesen und gewinnreicher Handel noch glückliches Fortschreiten in allen praktischenFertigkeiten und Künsten hinreichen, den Flor eines Landes auf die Dauer zu be-gründen, wenn ihm die innern Schätze des gründlichen Jugendunterrichts undder wissenschaftlichen Ausbildung fehlen. Wir schweigen von den Ländern desSüdens, auf denen noch der schwere Druck des Despotismus und eines sinsternMönchthums lastet. Aber auch im Osten, wo das Volk bis jetzt im Druck derSklaverei, der Adel in eitler Bewunderung des Ausländischen, vornehmlich desFranzösischen befangen war, schreiter die Bildung vorwärts. Wenigstens wardies die Absicht des Kaisers von Rußland, indem er 1829 ein pädagogisches Cen-tralinstitut zur Bildung der Lehrer errichtete, in demselben Jahre ein Comite zurPrüfung aller frühern Schulreglements niedersetzte und die Vermehrung derGymnasien und Schulen in allen Provinzen des Reichs befahl. Selbst die Ukasevom 2. Mai 1831 wegen des Studirens im Auslande, wenn auch aus politi-

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