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erhielt, und deren Inhalt dahin lautete, daß er fortan die Regierung des GrafenKapodistrias auf jede Weife unterstützen möge, wahrscheinlich das gewünschte Re-sultat derselben. Allein auch diese Begünstigung konnte der Regierung jetzt nichtvon wesentlichem Nutzen sein. Denn das französische Occupationscorps, welchesnach der ausdrücklichen Bestimmung des Protokolls vom 20. Febr., noch in Me-rea zurückgeblieben war, aber schon zu Anfange des IahreS Befehl zum Abzug er-halten hatte, belief sich damals nur noch auf 1500 Mann, und war nicht einmaldisponibel, weil die Platze, welche es besetzt hatte, nur zum großen NachtheilderRegierung würden entblößt worden sein. Und wie wenig man überhaupt fürdiesen Fall auf die griechischen Truppen hatte rechnen dürfen, beweisen, nebender oben erwähnten Weigerung einiger Corps, nach Morea aufzubrechen, am be-sten die Unruhen, welche gleichzeitig mit den Vorfallen auf Hydra und in Mainaunter dem in Rumelien stationirten Armeecorps ausgebrochen waren.
Im Allgemeinen war der Grund der Unzufriedenheit dieser Truppen, wieimmer, rückständiger Sold; im Besondern wird noch als Veranlassung angege-ben, daß der Pacht der Taxen in den rumeliotischen Provinzen einem Vereine derRegierung ergebener Männer, unter denen sich z. B. ein Bruder des Präsidenten,Konstantin Kapodistrias, befand, zugesprochen worden sei, während eine Gesell-schaft rumeliotischer Kapitanis unberücksichtigt geblieben sei, obgleich sie bei derVersteigerung ein Procent mehr geboten habe als jene. Die allgemeine Aufregungdes Landes aber, sowie die wohlbekannte Schwache der Regierung trug auchviel dazu bei, daß man sich auf eine Weise zu entschädigen suchte, welche nur zusehr an die alten Zeiten der Palikaren und die geringe Kraft der von Kapodistriaseingeführten Disciplin erinnerte. Schon seit längerer Zeit mit den Verfügungender Negierung unzufrieden, verließ im Mai der Tagmatarch Karatassos mit sei-nem ganzen Bataillon leichter Infanterie das Standlager von Eleusis und vereintesich an der Küste von Talanto, Negroponte gegenüber, mit dem Corps seinesSchwagers Gardikiotis zu gemeinsamem Aufstand, bei welchem man zunächst eineZukammenkunft aller misvergnügten Kapitanis zu Salona beabsichtigte. EineProklamation des Präsidenten vom 19. Mai erklärte hierauf Karatassos für einenRebellen, versprach allen Soldaten und Ossizieren seines Bataillons, im Fall siesogleich zum Gehorsam und auf die ihnen von der Regierung angewiesenen Postenzurückkehren würden, vollkommene Amnestie, ermächtigte aber auch zugleich alleCivil- und Militärbehörden der Provinz Rumelien, im Fall der Weigerung, mitWaffengewalt den Aufwieglern Einhalt zu thun. In gleicher Absicht schickte derPräsident 1200 Mann leichtes Fußvolk unter seinem Bruder Augustin, und MMann Reiterei unter Oberst Kalergi gegen Talanto, in dessen Nähe sich Kara-tassos mit den Seinigcn in einem Dorfe verschanzt hatte. Zwei Bataillons leich-ter Infanterie, welche ihn hier blokirten, leisteten, ebenfalls über den Rückstandeiner viermonatlichen Soldzahlung mismuthig, bei einem nächtlichen Ausfall dmNebellen nur wenig Widerstand; und so warf sich Karatassos mit feiner ganzenMacht in die benachbarten Grenzgebirge, wo die Cavalerie des Kalergi durchaus
nicht gegen ihn agiren konnte, sodaß sie bereits am 10. Iun. wieder in Naupliaeintraf. Auch die Infanterie des Augustin Kapodistrias konnte unter solchen Um-standen nur wenig ausrichten, und ihre ganzen Trophäen bestanden in einigen ge-fangenen Nachzüglern vom Corps des Karatassos, welche in Nauplia vor einKriegsgericht gestellt wurden. Dagegen soll Augustin einige der abgefallenenHäuptlinge durch eine Geldspende von 20,000 spanischen Thalern, wenigstensauf einige Zeit, wieder zur alten Treue zurückgebracht haben. Hierdurch geschwächt,sah sich Karatassos nach einigen unglücklichen Gefechten genöthigt, endlich nuteinem kleinen Haufen Getreuer auf das türkische Gebiet zu fliehen, von wo ausman feiner Auslieferung entgegensah.