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Zweiter Band (1833) F bis L
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Griechenland

tluß auf Andere, und so belies sich bereits im Mai, wo auch Eynard 50,000Einlage machte, das Eapital der Bank auf 100,000 Kolonaten, freilich n^rnominal, denn mehre der Beitragenden waren eigentlich nur Staatsgläubigcrwelche ihre Schuldfoderungen der Bank zuschreiben ließen, um wenigstens noch tieZinsen davon zu genießen. Obgleich nun durch die Nationalbank die dringendstenBedürfnisse zum Theil gedeckt und der öffentliche Credit wieder gehoben wurde, stkonnte sie doch im Verhaltnisse zu dem ganzen Umfange des Staatshaushaltesnamentlich auf die Dauer, nur eine geringe Hülfe sein. Kapodistrias suchte dahergleichzeitig durch eine geordnete und strenge Verwaltung der Finanzen die demStaate zustehenden, aber unter der frühern Regierung fast versiechten Hülfsquellenwieder zu öffnen. Die Begründung eines durchgreifenden und haltbaren Systemsdirecter Besteurung setzte freilich eine genaue Negulirung und Schätzung desGrundbesitzes voraus, welche für jetzt bei der Ungewißheit aller territorialen Ver-hältnisse und bei dem Mangel der dazu erfoderlichen Mittel nicht ausführbar war.Die Staatseinkünfte bestanden daher überhaupt nur in indirekten Abgaben, näm-lich den Zehnten, den Zöllen, den Abgaben von Manufakturen und einigen Acci-sen und Taxen. Die unmittelbare Verwaltung derselben würde, ganz abgesehenvon den damit verknüpften Schwierigkeiten, einen Kostenaufwand verursacht ha-ben, der fast ihrem Ertrage gleich gekommen wäre, und so sah sich die Regierunggenöthigt, das bereits bestehende System der Verpachtung der Einkünfte beizube-halten. Die früher abgeschlossenen Pachtcontracte wurden annullirt, den dabeiBetheiligten ward Entschädigung zugesagt, und die Beitreibung der Rückstände,welche im Gesammtbetrag mehre 100,000 Piaster ausmachten, nach Kräften insWerk gesetzt. Ein reiner Gewinn von 50,000 spanischcnZhalern ergab sich hier-von in kurzer Zeit. Schon in den letzten Tagen des Februars begann hierauf dieneue Versteigerung der Staatseinkünfte unter der der Regierung sehr günstigenBedingung der Vorausbezahlung. Doch fanden nur die Einkünfte der Inselnwillige Abnehmer; in Morea war Ibrahim Paschas Anwesenheit Hindcrniß genug,daß die Zehnten der dort angebauten Ländereien nicht verpachtet werden konnten, weildie Pachter in steter Besorgniß schweben mußten, daß sich die Ägypter der Erntebemächtigen möchten; und das Land jcnseit des Jsthmos konnte hier so wenig,als bei der oben erwähnten Eintheilung in Departements in Betracht kommen,weil man noch nicht einmal Gewißheit darüber hatte, ob und in welcher Ausdeh-nung es Bestandthcil des neugriechischen Staates sein werde. Auch diese Finanz-operation entsprach daher nicht ganz den Erwartungen, und schon im März erklärteder Präsident in einem Privatschreiben an Eynard, daß ihm die Organisation desgriechischen Staates nur dann möglich sein werde, wenn sich die hohen Mächte,welche Griechenland in ihren besondern Schutz genommen hatten, zu einer Anleihevon 20 Millionen Francs verstehen würden: eine Erklärung, die freilich nichtlänger unberücksichtigt bleiben konnte, als sie der Präsident etwa einen Monat spa-ter mit der ausdrücklichen Versicherung, daß er mit seinen geringen Geldmittelnsich in Griechenland nicht halten könne und genöthigt sein würde abzutreten, of-siciell wiederholt hatte. Die Unterhandlungen, welche deshalb von Seiten der gro-ßen Mächte gepflogen wurden, führten endlich zu dem Resultate, daß sich Frankreichund Rußland anheischig machten, vorläufig monatlich zusammen 1,000,000 Fr.als Subsidien an die griechische Regierung zu zahlen, England dagegen für jetztlede Hülfleistung verweigerte. Frankreich war hierauf der erste Staat, welcherdurch die Ernennung eines besondern Agenten mit der griechischen Regierung in einförmliches diplomatisches Verhaltniß trat. In der Person des Obersten VaronIuchereau de St.-Denis erschien derselbe bereits im Junius auf Ägina, unduderreichte dem Präsidenten, zugleich mit seinem Creditiv als französischer General-konsul in Griechenland, die ersten 500,000 Francs zum Geschenk. Fast um die-

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