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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
143
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Geismar 143

seph in Dallau bei Mosbach, mit der Bestimmung, sich zum theologischen Stu-dium vorzubereiten, ward indeß nach Jahresfrist, da man keine schnellen Fort-schritte in den Sprachen bei ihm wahrnahm, zu dem Apotheker Armbrecht nachsÄstd ' Adelsheim und nach dessen bald darauf erfolgtem Tode zum Apotheker Heintze""H Heidelberg in die Lehre gegeben, wo er fünf Jahre blieb und den ersten Grund5iüss ' ' zur praktischen und wissenschaftlichen Ausbildung in der Pharmacke legte, wobei ihmsehr zu statten kam, daß fein Principal zu den gebildetsten Apothekern feiner Zeit ge-vlin ^ ^ zugleich den Sprachunterricht unter der Leitung von Lehrern

am Gymnasium fort und hörte spater auch Collegia über Physik und Mathematik.. Von Heidelberg kam er nach Rastatt zum Hofapotheker Szuhany und zwei Jahre dar-^ ^ auf nach Landau zu Apotheker Gaupp. Im Herbste 1807 erhielt er das Provisorat^ der Sachs'schen Apotheke in Karlsruhe, nachdem er daselbst im zweiundzwanzigsten^ >vMnjx Jahre die Staatsprüfung glänzend bestanden hatte. Nach 11 Jahren ging er wieder^ aus die Universität Heidelberg und besuchte daselbst die naturwissenschaftlichen, techni-^ den, inj. schen und medicinischen Collegien. Er übernahm 1811 die Sachs'sche Apotheke inOte,nch Karlsruhe und kaufte später eine Apotheke bei Basel, die er aber bald wieder auf-gab, worauf er 1814 eine Apotheke in Heidelberg erwarb. G. hielt 1816 die er-ldÄchtd«? sten Vorlesungen über Botanik und pharmaceutifche Chemie, erlangte 1817 diephilosophische Doctorwürde, habilitirte sich 1818 als Docent und erhielt 1824H , die Professur der Pharmacie daselbst, nachdem er bereits 1821 seine Apotheke ver-MöM lil ^ufr hatte. In demselben Jahre übernahm er die Redaction desMagazinsHeüPtMy für Pharmacie", welches sich stets durch sehr gediegene Abhandlungen ausgezeich-M entWfm "et hat und noch jetzt im Verein mit Brandes und Liebig von ihm fortgesetzt wird.sichckM Er wurde 1831 zum Generalvisitator der Apotheken des Neckar-, Main- u. Tauber-Kreises ernannt. Außer sehr werthvollen originalen Untersuchungen, die sich ins-NÜM gesammt durch Gründlichkeit und praktisches Interesse auszeichnen und in seineriWich eignen sowie andern pharmaceutischen Zeitschriften zu finden sind, besitzen wir nochMn« si! mehre größere und kleinere Schriften von G,, worunter vorzüglich seinHandbuch. der Pharmacie" (erster Bd. Heidelberg 1824, vierte Aufl. 1832), jetzt eine dergeschätztesten Quellen für das Studium der Pharmacie, Bemerkung verdient. Eine?tmrm3clipoeu Luetenzis", die er im Auftrag der Regierung verfaßt hat, wirdjetzt gedruckt. (11)

^ ' 7,^ Geismar (von), russischer General, ward am 12. Mai 1783 aus demFamiliengute Severinghausen bei Ahlen im ehemaligen Bisthum Münster gebo-ren, wo sein Vater als Major und Kammerherr des Kurfürsten von Köln lebte.Nachdem er in einer adeligen Lehranstalt zu Münster und später durch Privat-Unterricht sich vorbereitet hatte, kam er 1798 als Cadet in das östreichische Jn-DV-s fanterieregiment Deutschmeister, mit welchem er 1799 nach Italien zog, wo erl'ftiilS''' unter dem Oberbefehl des Generals Kray der Belagerung von Mantua beiwohnte.

Hr zeichnete sich bei mehren Gelegenheiten, ;. B. in der Schlacht bei Novi, durch. AM seine Tapferkeit aus; als aber 1800 sein Regiment durch eine fehlerhaste Anord-net, A'! nung des Befehlshabers in eine gefährliche Stellung kam, gerieth G. mit seinenWaffenbrüdern in Gefangenschaft und wurde nach Genua gebracht, wo sie wah-, yM','s rend der Belagerung große Noth erlitten, bis Massena sie auf ihr Ehrenwort ent-, ließ. Nach der Schlacht bei Marengo focht G., zum Lieutenant aufgerückt, nochmit Auszeichnung in einigen Gefechten, wie bei Bozzolo am Mincio und bei. Valeggio, wo er den General Julien durch Muth und Geistesgegenwart rettete.Er nahm 1804 seinen Abschied, um in englische Dienste zu gehen, und war aufdem Wege nach Ceylon, als in Korfu der russische Genera! Apup ihn bewog,^ unter den russischen Fahnen zu dienen, und bald nachher trat er als Fähnrich insibirische Grenadierregiment, das auf der Insel stand. Im folgenden Jahre> ^ nahm er Theil an dem Kriegszuge, den die Russen in Verbindung mit 2000 Al-