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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Frankreich seit dem Jahre !829

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Frankreich denselben durch eine Seeexpedition, im August 1831, Genugthuungwegen Beleidigungen französischer Bürger zu geben genöthigt. (S. Portugal.)Gegen Spanien beobachtet Frankreich den Grundsatz der Gegenseitigkeit; sowieFrankreich die spanischen Flüchtlinge von den Pyrenäen weg in das Innere rief, soveranlaßte es Spanien, die Karlisten aus Catalonien zu entfernen. In Italiengab es dem Verlangen aller Machte nach, um jeder revolutionnairen BewegungEinhalt zu thun; daher steht der französische Botschafter, Graf von St.-Aulaire, inRom mit dem heiligen Vater wieder in dem besten Vernehmen; denn auch der Ge-neral Cubieres in Ancona unterstützte das Ansehen des Landessouverains. Diedurch die gewaltsame Besetzung Anconas am 23. Febr. 1832 dem Papste zuge-fügte Beleidigung ist dadurch ausgeglichen und die Räumung auf unbestimmteZeit verschoben worden. Übrigens hat Frankreich den Insurgenten eine Amnestieausgewirkt, und den Verurtheilten eine Freistätte geöffnet. Belgien wurde engerals je mit Frankreich verknüpft. Ludwig Philipps Politik hat diesem Staate,ohne zu den Waffen zu greifen, die Unabhängigkeit verschafft, und dadurch ebensonatürlich als nothwendig einen wichtigen Bundesgenossen gewonnen. Die Ver-mählung der Prinzessin Louise, der ältesten Tochter des Königs, wurde bei der er-sten Zusammenkunft der beiden Könige von Frankreich und von Belgien in Com-piegne am 30. und 31. Mai 1832 verabredet, und daselbst am 9. August vollzo-gen. Seitdem scheint Frankreichs Verwendung für das belgische Interesse dasbritische Cabinet von einer größern Geneigtheit, den Ansprüchen des Königs derNiederlande noch mehr einzuräumen, zurückzuhalten. Die diplomatische Kunstdes Fürsten Talleyrand, unterstützt durch die Natur der Verhältnisse, hat die Lö-sung dieses Näthstls zu Gunsten des Friedens und Frankreichs eingeleitet. Erkehrte im Zun. nach Frankreich zurück und wird bei seiner Rückkehr das etwasaufgetrennte Gewebe der Diplomatie wieder zusammen fügen müssen, beson-ders wenn Lord Durham's Sendung nach Petersburg nicht den beabsichtigtenErfolg gehabt haben sollte. Eine nicht minder schwierige Frage, die Abschließungeines Handelsvertrags zwischen England und Frankreich, ist ebenso wenig ent-schieden, weil man nicht weiß, wie lange der Friede dauert, so lange Niederlandmit seinem Entschlüsse zögert. Denn dieser Staat trägt jetzt Krieg und Frieden inseinem Schoost. Darum wird auch die Frage wegen Algier verschoben. Dage-gen hat Frankreich im Iul. d. I. Handelsverträge mit Guatemala und, wie mansagt, auch mit Marokko, wohin der Herr von Mornay als Gesandter gegangenwar, abgeschlossen. In Buenos Ayres wurde der französische Generalconsul ei-nen Freundschafts- und Handelsvertrag abzuschließen bevollmächtigt. Die altenEntschädigungsansprüche, welche die Vereinigten Staaten aus Napoleons Zeiten von1812 fg. her an Frankreich machten, sind 1831 durch eine Baarzahlung von 25Millionen Francs getilgt, und der Handelsvertrag zwischen beiden Staaten isterneuert worden. Dagegen verweigerte der Präsident Boyer von Haiti dem Han-delsvertrage mit Frankreich vom 2. April 1831 seine Bestätigung. Bei der Pforteund in der Levante hat sich Frankreichs Einfluß vermindert, seit der GeneralGuilleminot von seinem Posten in Konstantinopel, weil er seinen Hof gegenRußland durch eine (auf Sebastiani's Veranlassung) dem Divan übergebene Notezu Gunsten Polens in Verlegenheit gebracht hatte, abberufen und derselbe nochnicht wieder besetzt worden ist. Jndeß nimmt Frankreich fortwährend an der Lei-tung der Angelegenheiten Griechenlands Antheil.

Doch die fernere Entwicklung von Frankreichs äußern Verhältnissen hängtganz von der Ordnung und Ruhe in seinem Innern ab. Hier steht der Regierungeine schwere Prüfung ihrer Haltbarkeit bei der nahen Eröffnung der Kammernbevor. Sie ist nicht populair, bei einem Theile sogar verhaßt, und von einemandern verachtet. Wird sie die Mehrheit der Stimmen unter den Stellvertretern