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Fontamer
Förster (Friedrich)
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vertheidigte er auch die Haussuchungen, und die nach der Erstürmung vonSt.-Mery (am 6. Zun.) erklarte Belagerung desselben. Sehr freimüthig hin-gegen äußerte er sich über die deutschen Verhaltnisse bei Gelegenheit der frankfurterBeschlüsse, die er den Juliusordonnanzen Karls X. an die Seite setzt. F. ist jetztwahlfähig und wird ohne Zweifel bei erster Gelegenheit Abgeordneter. Vor Kurzemhat F. auch in Versen geschrieben. Der freisinnige „Indicateur de Bordeaux",Gegner des „Memoria!", hatte nämlich das politische Benehmen von F.'s Vatergetadelt; dieser Angriff begeisterte ihn zu einer Erwiderung, worin er gelobt, wiesein Vater das luste milieu bis aufs Äußerste zu vertheidigen. Diese Verse machenaber der kindlichen Pietät des Schriftstellers mehr Ehre als seinem Talent; es isteine luste milieu-Poesi'e, den dichterischen Producten von Viennet, Cicero undFriedrich dem Großen vergleichbar. (15)
Fontanier (Victor), einer der ausgezeichnetsten Reisenden, welchedurch die geographische Gesellschaft von Paris aufgefodert und von der französi-schen Regierung mit den nöthigen Hülfsmitteln versehen, die Erforschung der Län-der von Kleinasien zum Hauptzwecke ihres Strebens gemacht haben. Die unmit-telbare Aufgabe, naturhistorische Beobachtungen anzustellen, hat er, mit Aus-nahme einiger geognostischen Notizen, nur unvollkommen gelöst, desto wichtigereNachrichten aber über die Gebirgszüge und Wasserscheiden des nördlichen Theilsvon Kleinasi'en, den Taurus und Anritaurus gegeben. ^ Sein großes Verdienst be-steht darin, die am wenigsten bekannten Länder und Örter aufgesucht und somitüber diesen altclassischen Boden ein neues Licht verbreitet zu haben. Von Geor-gien kommend, landete er 1827 in Trebisonde, reiste von da über Erzerum, Kara-Hissar, Tschiftlik, Suvas, Tokate, Amasia, Osmandjik, Tossi'a, Bolo, Terekli,Jsmit nach Scutari und von da nach Konstantinopel, auf dem bisher auf den Kar-ten am schlechtesten gezeichneten und am wenigsten bekannten Wege. Mau erfährtdurch ihn, daß die Kette des Ewend und die Lage von Kengawer nicht genauer aufden geographischen Karten angegeben sind als die Richtung der Berge, welche jeneKette mit der Kette der Zagrosberge verbinden. Von Bagdad bis Bassora setzt erden Lauf des Tigris östlicher und nähert ihn den Bergen von Lurestan. Wenn ergleichwol zu Erzerum, wo er sich längere Zeit aufhielt, in Buckingham einen Vor-gänger hatte, der über die Kurden und die Pezids eine ausführlichere Schilderungentwarf, so hat doch Das, was sich auf die Küste der Lazzen, auf Siwas und dasKurdenland bezieht, wissenschaftlichen Werth und das Interesse neuer Berichte,indem F. nicht nur ein aufmerksamer Beobachter, sondern auch ein lebendiger und— bei Reisenden unserer Zeit ein immer selteneres Verdienst — ziemlich anspruch-loser Darsteller ist. Das Gesehene und Erfahrene hat er in zwei Werken nie-dergelegt: „Vo^a^es an Orient, entrepris par ordre dn Gouvernement tran^aisdes I'unnee 1821 ü 1829" (Paris 1829), das türkische Asten begreifend,und „Vo^gges en Orient etc." (Paris 1829), Konstantinopel, Griechenlandund die politischen Ereignisse bis 1829 umfassend. Die zweite Abtheilung dieserReisen begreift Gegenden, die in der neuesten Zeit sehr oft besucht und beschriebenwurden: Smyrna, Chios, Syra, Poros, Tinos, Ägina, und das Interesse derBerichte konnte daher nur aus dem Zeitpunkte hervorgehen, in den der Ausenthaltdes Verfassers fällt, nämlich in die für das Schicksal des neuen Griechenlands so ver-hängnisvollen Jahre 1826 und 1827. Außer der Bereicherung, welche die Ethno-graphie durch F. erhielt, wird die alte Erdkunde von einigen seiner ForschungenNutzen ziehen, wie auch die physikalische Geographie ihm schätzbare Andeutungenverdankt. (8)
Förster (Friedrich), königlich preußischer Hofrath, ward geboren den 24.Sept. 1792 zu Münchengosserstädt im Herzogthum Sachsen-Altenburg, wo seinBater. Karl Christopb Förster, rühmlich bekannt als geistlicher LiederdiclM, da-