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1 (1792) [A - D]
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Due

Duo

schiken sich dazu am besten. Es istaber nöthig, daß jede der beydenPersonen die Leidenschaft auf eineihr und ihrem Charakter eigene Artempfinde, damit die Heyden Stim-men sich hinlänglich gegen einanderauszeichnen.

Wenn der Dichter das Duet,als ein Mann von Geschinak ange-bracht und vorgetragen hat, so wirddem Tonsetzcr zwar seine Arbeit er-leichtert: aber dennoch hat sein Ge-nie die glüklichsie Stunde dazu-thig. Er muß sich den Gemüthszu-stand jeder der beydcn Personen leb-haft vorstellen, und dann kurze me-lodische Satze finden, die sich fürbeydc zugleich passen, die zu der cvn-trapunktischeit Umkehrung, und zuder fugenmäßigen Nachahmung schik-iich sind. Erst laßt er jede Personallein singen; die zwcyte Stimmemuß einen andern Gesang haben,als die erste, und dennoch muß die-ses der Einheit des Gesanges nichtschaden; denn nun befällt die Leiden-schaft beyde zugleich, und abwech-selnd wird sie jetzt in der einen, dannin der andern, starker.

Alles, was die Kunst der Fuge,der Nachahmungen, des doppeltenContrapunkts und des Canons schwe-res hat, ist kaum noch hinreichend,dem Tonsetzer aus allen Schwierig-keiten , die er dabei? vor sich findet,heraus zu helfen. Wer das höchsteund glüklichste Genie zur Musik inallen einzeln dazu gehörigen Theilenbewundern will, der studire nur dieDuette unsers Gramm, wodurch erdie unempfindlichsten Seelen außersich gesetzt hat. Es würde ein uner-setzlicher Verlust für die Kunst seyn,wenn diese cntzükcnde Duette solltenverloren gehen; und doch ist die Ge-fahr dieses Verlustes vorhanden, solange sie nicht durch den Druk ver-viefialtiget und ausgebreitet werden.Deutschland kann damit allein gegenalle andre Nationen auftreten, um

den Vorzug in der Musik zu behaup-ten: aber eben dieser Vorzug kannihm durch die Achtlosigkeit für dieErhaltung und Ausbreitung dieserhimmlischen Gesänge zur größtenSchande gereichen.

-N-

Elavierdtwtte, von I. S. Bach,Schafrath, Krebs, u. a. m.; Violin-Suette, von bc Clalr, Förster, Tele:mann, Pcpusch, Fouquct, Cardonne,L. Hofmann; Llötcnductte, Telemann,Graun, Quanz, Wolf. Auch hatHr. Andre, u. a. m. Sammlungen vonArien, biedern und Duetten für das Cka-vier, au» den neuesten Opern und Ope-retten, herausgegeben.

Duodecime.

(Musik.)

bedeutet ein Intervall, dessen bey-dc Töne um zwölf diatonische Stu-fen von einander abstehen, als L-ss.Das Vcrhälcniß der beyden Sayteuist wie i zu -st. Der höhere Ton istalso die Octave derQuinte des Grund-tones. Es ist im Artikel Harmonieangemerkt worden, daß der Klangeiner reinen Sayte aus vielen einzel-nen Klangen zusammengesetzt sey,von welchen die Duodccime desGrundtoues in derKlarheit oderVsr-nehmlichkeit der dritte ist.

Insgemein wird dieses, nach derArt aller zusammengesetzten Inter-valle, mit der Quinte verwechselt,und bekommt den Namen der Quin-te: also nennt man in diesem Bey-spiel

den obcrn Ton, der eigentlich dieDuodccime des untersten ist, seine

Quinte.