Allgemeine Theorie d e r Schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt, von Johann George Sulzer, Mitglied der Königlichen Academie der Wissenschaften in Berlin rc. Erster Theil. Neue vermehrte zweyte Auflage. Leipzig, in der Weidmannschen Buchhandlung, 1792. Nachricht. er/ bey der ersten, vermehrten, Ausgabe des Sulzer- schen Werkes, angenommene, und in dem folgenden, dazu geschriebenen Vorbericht enthaltene Plan, liegtauch bey dieser zweyten vermehrten Ausgabe zum Grunde. Die litterarischen Notitzen selbst haben, indessen, mancherlei) Berichtigungen und Zusätze erhalten, und beynahe kein einziger Artikel ist unverändert geblieben.' Ausser den, seit jener Auflage erst erschienenen, und den, in eben derselben, übergangenen frühern, hierher gehörenden, und jetzt angeführten Schriften ist in der gegenwärtigen nicht allein der Innhalt von den wichtigern, zur Theorie gehörigen Werken, und zum Theil ausführlich, angegeben, sondern der Zustand und die Eigenheiten a 2 der IV N a ch V i ch t. der schönen Litterarur, und der verschiedenen Zweige derselben Heyden mehrsten Völkern, sind umständlicher auseinander gesetzt, und verschiedene Artikel, welche ganz ohne Zusätze geblieben waren, mit Zusätzen versehen worden. Auch' finden sich Hey verschiedenen, die bildenden Künste betreffenden, Artikeln, z. B. bey dem Art. AezkUl'.ft, u. d. m. Verbesserungen der, von dem H. Sulzer, beschriebenen und angegebenen Behandlung des Mechanischen darin, welche von berühmten Künstlern in diesem Fache, als von H. Geyser, u. a. m. sich hcrschrciben. Vorzüglich aber hat der Verfasser, bey dieser neuen Ausgabe, Rücksicht auf die in Deutschland minder bekannte, und doch merkwürdige Litteratur verschiedener Völker, wie, z. B. der Spanier, genommen, und davon zum Theil ausführlichere Nachrichten, als von der Litterarur der übrigen Völker, ge- geben. Der Artikel Comödie, kann, unter andern, hicfür zum Beweise dienen. Wenn gleich nicht alle komische spanische Dichter dabey angeführt sind: so ist denn doch die Anzahl, so wie die Titel, der, von den angeführten, geschriebenen Stücke, hinzu gefügt. Frcylich hat dadurch das Werk um vieles stärker werden müssen. Der erste Band allein enthält dreyzehn Bogen mehr, als in der vorhergehenden Auflage. Allein Veränderungen und Zusätze dieser Art sind, bey einem Werke solchen Innhaltes unvermeidlich; und der Verfasser schmeichelt sich, den Liebhabern der Litterarur dadurch keinen Mißdienst erwiesen zu haben. — Auf Vollständigkeit, im ganzen Nachricht. .v zen Umfange des Wortes, machen diese Zusätze, indessen, noch immer nicht Anspruch. Wer kann sie hier fordern, oder erwarten? Nur derjenige, welcher nicht weiß, was alles hieher gehört. Und da, wo aus dieser Unvollständigst ein Mangel zu entstehen scheint, war diesem Mangel nicht abzuhelfen. So sind, z. B. die musikalischen Compositionen der verschiedenen, Hey den hieher gehörigen Artikeln angeführten, Tonkünstler, nicht allcmahl umständlich angezeigt; aber diejenigen, welche, bey Gelegenheit der ersten Auflage, dem Verfasser Vorwürfe hierüber gemacht haben, scheinen nicht zu wissen, daß die Titel, selbst bey den gedruckten und gestochenen Musikalien, selten oder nie, den Innhalt, das Jahr der Erscheinung, u. d. m. bestimmt angeben, und daß folglich selten die Werke eines Tonkünstlers, dadurch hinlänglich von einander unterschieden, oder gehörig nachgewiesen, und genau characterisirt werden können. Wer hievon nicht überzeugt ist, mache Versuche, z. B. mit den Artikeln, Sonate, Symphonie, u. d. m. und er wird sehen, wie ganz unmöglich es fällt, dem ächten Litterator Genüge zu leisten. Das Wesentliche bey littcrarischen Notitzen besteht, meines Bedünkens, in der Richtigkeit und Genauigkeit derselben; und daß der Verfasser es nicht an Mühe und Fleiß fehlen lassen, diejenige Vollkommenheit, welche, in Rücksicht hierauf, in seinen Kräften stand, seiner Arbeit zu geben, wird eine Vergleichung zwischen dieser, und der vorhergehenden Auflage lehren können. a z Uebri- VI Nachricht. Uebrkgens werden die Zusätze, wie es schon bey eben dieser Auflage versprochen war, ganz gewiß besonders abgedruckt, aber nicht ehe, als nach Beendigung der gegenwartigen, erscheinen, damit die, wahrend dem Drucke derselben, erschienenen oder noch übersehenen Schriften, welche auch dem letzten Theile des Werkes selbst angehangen werden sollen, hinzu gefügt und gehörig eingeschaltet werden können. leipziger Ostermesse 1792. Vors Vorbericht zu der ersten vermehrten Auflage. Beyfall, welchen des Hm. Sulzer allgemeine Theorie der schönen Künste, im Ganzen, erhalten hat, veranlaßte die Verlags-Handlung, eine Verbesserung derselben, bey dieser neuen Austage, zu wünschen; allein die Achtung, welche Deutschland dem Andenken des Verfassers schuldig ist, und für das Werk selbst bezeugt hat, schien keine andre Art von Verbesserung, als eine bloße Vermehrung, als einen Zusatz litterarischer Nachrichten, zu erlauben. Hr. Sulzer hatte sich selbst durch seine Theorie ein Denkmahl gesetzt; und Deutschland hatte diesem Werke einmahl seinen Beyfall geschenkt: was war billiger, was natürlicher, als daß es, wenn es seinen Nahmen behielt, auch unverändert von andern Händen blieb? -- Aber jene litterarische Notitzen waren, gleich bey der Erscheinung des Werkes, gewünscht worden; sie konnten gegeben werden, ohne die Arbeit des Hrn. Sulzer zu zerstören, und es ist so natürlich, sie in einem Wörterbuche zu suchen; es blieb also nur die Frage übrig, wie sie zu machen waren? Auf solche Art sie abzufassen, wie der Recensent die- a 4 ses VIII V o r b e r i ch t ses Werkes, in der allgemeinen deutschen Bibliothek B. 22. S. 12. sie wünschte, wäre unstreitig das bessere gewesen; allein dann hatten wenigstens die Artikel selbst, diesem gemäß gearbeitet seyn müssen. Wie war es möglich, bey dem Art. Comiscl), Z .B. «die Hauptautoren, welche lehren, wie weit sie lehren, wie sie anzugreifen, wie sie zu lesen sind?" anzuführen, da, in dem Artikel selbst, nicht untersucht, oder bestimmt worden ist, ob und in wie fern die bildenden Künste, und die Musik das Comische zulasien? Ob und wie es in diesen wirkt, und wodurch es in ihnen bewirkt wird? Da in ihm nicht einmahl von allen Arten des Comischen in der Dichtkunst, sondern von nichts, als von den Personen des Lustspieles, die Rede ist? Aus solchen Zusäßen wäre vielleicht ein Artikel entstanden, welcher den Sulzerschen, der aber, wie gedacht, immer das Hauptwerk bleiben sollte, hätte überflüßig machen können. — Und eben so überflüßig würden diese Zusähe selbst wieder gewesen seyn, wenn in ihnen keine, als die wichtigern , als die allenfalls jetzt noch brauchbaren und lesbaren Schriftsteller aller Art, und keine andern, als die allgemein berühmten Artisten, u. d.m. wären angegeben worden; denn wem, dem, dieses zu kennen, irgend angelegen seyn kann, ist es noch unbekannt? Wer kennt wenigstens nicht die wichtigsten Schriftsteller über Aesthetik und Dichtkunst, und die besten Dichter, aus den Werken der Herren Schmid und Eschenburg ? Es blieb also nichts übrig, als für die Liebhaber der Litteratur der schönen Künste, nicht für den bloßen Liebhaber dieser Künste selbst, zu arbeiten; nichts übrig, als dasjenige^ zu sammeln und anzuzeigen, was, wenn es genau untersucht wird, die Behandlung und den Zustand derselben, in einzeln Zeitpunkten und bey einzelnen Völkern, und ihren verschiedenen Zustand, oder den Zustand einze- Mi» . zu der ersten vermehrten Auflage. ix einzeler Gattungen derselben, bey verschiedenen Völkern, u. s.w. auf irgend eine Art, in das licht setzen, oder licht über die Geschichte derselben verbreiten kann. Daß aus diese Geschichte, dem Begriffe gemäß, welchen ich mir von ihr gemacht, mein Augenmerk' bey Abfassung dieser Zusätze, vorzüglich gerichtet gewesen; daß ich diese Geschichte, und die litteratur der schönen Künste überhaupt, für Jeden, welcher sich mit der Theorie derselben abgeben will, für ganz unentbehrlich halte, bekenne ich gern. Und daß zu dieser Geschichte vieles mit gehört, was jetzt nicht mehr anwendbar ist, vieles, was jetzt höchst unbedeutend scheint, und, an und für sich betrachtet, wenig Unterricht oder Vergnügen mehr gewährt, so wie, daß diese Geschichte, im Ganzen, äußerst vernachläßigt, und die litterarur der schönen Künste überhaupt sehr flüchtig, sehr obenhin behandelt wird, ist, dünkt mir, auch erweislich genug. Nur gestattete wieder die Natur des Werkes nicht, die Zusätze, ganz jenem Zwecke gemäß, einzurichten. Der Raum verbot es, sie sowohl vollständig, als umständlich genug zu machen. Hätte ich, bei dem Artikel Comödie, z. B. die, nur von den angeführten Schriftstellern, geschriebenen Lustspiele, die verschiedenen, nur mir bekannten Ausgaben und Ue- bersetzungen derselben: hätte ich alle, blos grammatische, Erläuterungsschriften der alten Schriftsteller, und alle Erklärungen und Abbildungen aller einzeln alten Kunstwerke u. d. m. beybringen; hätte ich die, nur angeführten, oder auch nur die wichtigsten dieser Schriftsteller und Artisten, so wie ihre Werke alle gehörig characterisiren; hätte ich das eigenthümliche Verdienst der erstem, und die Umstände, wodurch sie es erlangten, so wie den besondcrn Geist und Zweck der letztern, und die Mittel, wodurch, und ob dieser Zweck a 5 erreicht X Vorbericht erreicht worden ist, und die Ursachen, warum diese Werke so und nicht anders aussallen konnten, und den Einstuß, welchen sie hatten: — hatte ich Alles dieses genau, obgleich so kurz als möglich, bestimmen wollen: so würden, auch wenn ich mir selbst darüber Genüge zu thun vermocht, diese Zusätze noch weitläufiger geworden, und Rückweisung auf andre Werke doch immer noch nochwendig geblieben seyn. Ich habe also oft nur, allgemein, was da ist, obgleich so genau, als mir möglich gewesen, angezeigt; ich habe nur selten Ur- theile, obgleich nie fvende, und nur, wenn ich sie, mit Gewißheit fällen zu können, glaubte, eingewebt; mit einem Worte, ich habe mehr Materialien liefern, als diese Materialien immer selbst gehörig verarbeiten, ich habe mehr Anleitung 'zu dem Studio der Geschichte der Künste geben, als diese Geschichte selbst darlegen können. So mußte ich, z. B. mich auf bloße Nahmenverzeichnisse der berühmte- sten Artisten, und, hin und wieder, auf geringe Winke über ihr Verdienst, einschränken; allein, wer diese Verzeichnisse für das, was sie seyn konnten, und seyn sollten, gleichsam als Faden zur Einführung in die Geschichte dieser Künste ansieht, wird dann zur Kenntniß des übrigen, und auch derjenigen Künstler gelangen, welche Einer und der Andre hier vielleicht noch vermissen kann. Ben den eigentlichen Detailartikcln habe ich, zum Theil, einen andern Plan befolgt; ich habe bey ihnen mehr Rücksicht aus die eigentliche Theorie genommen; und bey den mehrsten, aus den verschiedenen, mir bekannten, bessern Schriftstellern darüber, nur dasjenige nachgewiesen, was den, welcher sich weiter unterrichten will, weiter bringen kann. — Auf die Kritik der Artikel selbst habe ich mich aber selten eingelassen. Dazu war hier der Ort nicht. Auch ist in dem vorhin zu der ersten vermehrten Auflage. xt vorhin angeführten Bande der allgemeinen deutschen Bibliothek, so wie in der zweyten Abrheilung des Anhanges zu demzzten— z öten B. dieses Werkes, und in dem i zten und ibten B. der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften, und in dem Philosophen für die Welt, meines Bedünkens, so viel Wahres und Zweckmäßiges, zur Bestimmung des Werches der Theorie des Hrn. Sulzer, überhaupt gesagt worden, daß, wer einer Anleitung zur Beurtheilung derselben bedarf, oder sie sucht, sich dort Rathcs erhohlen kann. Nur, wenn ein Artikel, wie z. B. der Artikel Anständig, offenbar, auf schielende, oder falsche Begriffe zu leiten schien, habe ich mir eine kleine Berichtigung, obgleich auch dann nur selten, erlaubt. Leipziger Ostermesse 17L6. Vors XII Vorrede Vorrede zu der ersten Ausgabe. er Mensch besitzet zwey, wie es scheinet, von einander unabhäng- liche Vermögen, den Verstand und das sittliche Gofühl, auf deren Entwiklung die Glükseligkeit des gesellschaftlichen Lebens gegründet werden muß. Von dem Verstand hänget die Möglichkeit desselben ab, das sittliche Gefühl aber giebt diesem Leben das, ohne welches dasselbe keinen Werth haben würde. Daß die Menschen nicht mehr einzeln, oder in kleinen Horden, gleich den Thieren des Feldes herum irren, um eine kümmerliche Nahrung zu suchen; daß sie beständige Wohnplätze und einen zuverläßigcn Unterhalt haben; daß sie in großen Gesellstbaften, und unter guten Gesetzen leben, ist eine Wohlthat, die sie dem Verstand zu danken haben, der die mechanischen Künste erfunden, Wissenschaften und Gesetze ausgedacht hat. Sollen aber die Menschen diese herrlichen Früchte des Verstandes recht genießen, und in dem großen gesellschaftlichen Leben glüklich seyn, so müssen gesellschaftliche Tugenden, so muß Gefühl für sittliche Ordnung, für das Schöne und Guce in die Gemüther gepstanzet werden. Man betrachte den Zustand vieler großen Völker, bey denen der Verstand wohl angebaut ist; wo die mechanischen Künste und die Wissenschaften zu einer beträchtlichen Vollkommenheit gestiegen sind, und frage sich selbst, ob diese Völker glücklich seyen ? Bey der Untersuchung, warum sie es nicht sind, findet man, daß es ihnen an den Nerven der Seele, an dem lebhaften Gefühl des Schönen und Guten fehlet; man findet sie zu träg sich der Unordnung zu widersetzen, zn gefühllos den Mangel des Guten lebhaft zu empfinden, und zu unwirksam, ihm da, wo sie ihn noch empfinden möchten, abzuhelfen. Zwar zu der ersten Ausgabe. xiu Zwar liegt der Saamcn dieses Gefühls, so wie des Verstandes, in allen Gemüthern, und in einigen wenigen glücklichem Seelen keimet er auch von selbst auf, md tragt Früchte: soll er aber überall ausgehen, so muß er sorgfaltig gekartet und gepsieget werden. Zur Wartung des Verstandes hat man überall große und kostbare Anstalten gemacht; desto mehr aber hat man d- wahre Pflege'des sittlichen Gefühles versäumet. Aus einem öfter? wiese Genuß des Vergnügens andem Schönen und Guten erwachst die Begierde ^-^elben; und aus dem widrigen Eindruk, den das Häßliche und Böse auf u. e macht, entsteht der Widerwillen gegen alles, was der sittlichen Ordnung em^-. Durch diese Begierde und diese Abneigung wird der Mensch zu der len Würksamkeit gereizet, die unabläßig für die Beförderung des Gilten und Hemmung des Bösen arbeitet. Diese heilsamen Würkungen können die schönen Künste haben, deren eigentliches Geschähst es ist, ein lebhaftes Gefühl für das Schöne und Gute, und eine starke Abneigung gegen das Häßliche und Böse zu erweken. Aus diesem Gesichtspunkt Hab' ich bey Verfertigung des gegenwärtigen Werks die schönen Künste angesehen; und in dieser Stellung erkannte ich nicht nur ihre Wichtigkeit, sondern entdekte zugleich die wahren Gruudsätze, nach welchen der Künstler zu arbeiten hat, wenn er den Zwek sicher erreichen soll. Hieraus läßt sich leicht abnehmen, nach was für einem Ziel ich diese 'Arbeit gelenkt habe. Zuerst Hab ich mir angelegen seyn lasten aufdas deutlichste zu zeigen, daß die schönen Künste jene große Würkung thun können, und daß die völlige Bewürkung der menschlichen Glückseligkeit, die durch die Culrur der mechanischen Künste und der Wissenschaften ihren Anfang bekommen hat, von der Vollkommenheit und der guten Anwendung der schönen Künste müsse erwartet werden. Hernach war meine zweyte Hauptsorge, den Künstler von seinem hohen Beruf zu überzeugen, und ihn auf den Weg zu führen, auf welchem er fortgehen muß, um seine Bestimmung zu erfüllen. Man XIV Vorrede Man hat durch den falschen Grundsah, daß die schönen Küusie zum Zeitvertreib und zur Belustigung dienen, ihren Werth erstaunlich erniedriget, und aus den Musen, die Nachbarinnen des Olympus sind, irr- dischc Dirnen und witzige Buhlerinnen gemacht Durch diesen unglük- lichen Einfall sind die festen Grundsätze, wo'nach der Künstler arbeiten sollte, zernichtet, und seine Schritte unsicssr worden. Wir müssen es diesen verkehrten Begriffen zuschreiben. die schönen Künste bey vielen rechtschaffenen Mannen in Verachtung gekommen sind; daß die Politik sie ihr Vorsorge kaum würdig achtet, und sie dem Zufall überlaßt; das'i^ bep unfern gottesdienstlichen Festen und bey unfern politisch« Herrlichkeiten so gar unbedeutend sind. Man hat dadurch dem scünstler den Weg zum wahren Verdienst gleichsam verrennt, und gemacht, daß er sich vor den barbarischen Künstlern halb wilder Völker schämen muß, die durch ihre unharmonische Musik, durch ihre unförmlichen Tänze und durch ihre ganz rohe Poesie mehr ausrichten, als unsre seincste Virtuosen. Jene entstammen die Herzen ihrer Mitbürger mit patriotischem Feuer, da diese kaum eine vorübergehende Belustigung der Phantasie zu bewürben vermögend sind. Es muß jeden rechtschaffenen Philosophen schmerzen, wenn er sieht, wie die göttliche Kraft des von Geschmak geleiteten Genies so gar übel angewendet wird. Man kann nicht ohne Betrübniß sehen, was die Künste würklich sind, wenn man erkennt hat, was sie seyn könnten. Man muß unwillig werden, wenn man stehet, daß Leute, die mit den Musen nur Unzucht treiben, einen Anspruch auf unsre Hochachtung machen dürfen? Wie langweilig, wie verdrüßlich und wie abgeschmakt bisweilen unsre öffentlichen Feyerlichkciten und Feste, und wie so gar schwach unsre Schauspiele seyen, empfindet jeder Mensch von einigem Gefühl. Und doch könnte man durch dergleichen Veranstaltungen aus dem Menschen machen, was man wollte. Es ist in der Welt nichts, das die Gemüther so gar bis auf den innersten Grund öffnet, und jedem Eindruk so einnehmende Kraft giebt, als öffentliche Fcyerlichkeiten, und solche zu der ersten Ausgabe. xv solche Veranstaltungen, wo ein ganzes Volk zusammen kommt. Und doch — wie brauchen die Künstler diese Gelegenheiten die Gemücher der Menschen, derer sie da vollkommen Meister seyn können, zum Guten zu lenken? Wo lebc der Dichter, der bey einer solchen Gelegenheit ein ganzes Volk mit Eifer für die Rechte der Menschlichkeit angestammt, oder mit Haß gegen öffentliche Verbrecher erfüllt, oder ungerechte und boshafte Seelen mit Schaam und Schreken geschlagen hat? Es ist nur ein Mittel den durch Wissenschaften unterrichteten Menschen auf die Höhe zu heben, die er zu ersteigen würklich im Stande ist. Dieses Mittel liegt in der Vervollkommnung und der wahren Anwendung der schönen Künste. Noch ist die höchste Stufe in dem Tempel des Ruhms und des Verdienstes unbetreten; die Stufe, auf welcher einmal der Regent stehen wird, der, aus göttlicher Begierde die Menschen glüklich zu sehen, mit gleichem Eiser und mit gleicher Weisheit die beyden großen Mittel zur Beförderung der Glückseligkeit, die Cultur des Verstandes, und die sittliche Bildung der Gemüther, jene durch die Wissenschaften, diese durch die schönen Künste, zum vollkommenen Gebrauch wird gebracht haben. Man wird sich nicht befremden lassen, daß ich bey dem hohen Begriff, den ich von dem Werth der schönen Künste habe, von der Ausbreitung des guten Geschmaks an vielen Stellen dieses Werks, als von einer Angelegenheit spreche, die der Sorge der Regenten eben so würdig ist, als irgend eine andre öffentliche Veranstaltung; auch wird man mir es nicht übel nehmen, daß ich den Verfall und die schlechte Anwendung der Künste als ein die Menschheit betreffendes Verderbniß beklage, und hier und da einen etwas ernsthaften Ton annehme. Entweder muß man mir zeigen, daß meine Begriffe von dem Wesen der schönen Künste falsch und übertrieben sind, oder man muß die Folgen, die ich daraus ziehe, gelten lassen: stehen jene, so müssen auch diese fest stehen. Hieraus wird man auch zugleich abnehmen, daß ich über die schönen Künste als ein Philosoph, lind gar nicht als ein so genannter b Kunst- XVI Vorrede Kunstliebhaber, geschrieben habe. Diejenigen, die mehr curiöse, als nützliche Anmerkungen über Künstler und Kunstsachen hier suchen, werden sich betrogen finden. Auch war es meine Absicht nicht, die mechanischen Regeln der Kunst zu sammeln, und dem Künstler, so zu sagen, bey der Arbeit die Hand zu führen. Das Praktische in allen Künsten wird durch Uebung erlangt, und nicht durch Regeln erlernt. Zudem bin ich kein Künstler, und weis wenig von den praktischen Geheimnissen der Kunst. Was ich hier und da davon sage, steht mehr in der Absicht da, jungen Künstlern die Aufmerksamkeit und den Fleiß zu scharfen, und den Liebhabern die Schwierigkeiten, die sich bey der Ausübung zeigen, begreiflich zu machen, als den Künstler zu unterrichten. Denn welcher Mensch von irgend einigem Nachdenken wird sich einfallen lassen, daß er, als ein in der Ausübung unerfahrner, denen, die schon eigene Uebung und Erfahrung haben, Regeln geben könnte? Darin aber glaube ich dem Künstler durch diese Arbeit nützlich zu seyn, daß ich ihn überall seines Berufs erinnere; daß ich ihn warne, seine Zeit nicht auf Kleinigkeiten zu verwenden; daß ich ihm hier und da nützliche Regeln gebe, wie er sein Genie schärfen, seinen Geschmak verbessern, wie er studiren, wie er sich in Begeisterung setzen, und was er überall bedenken soll, wenn er sicher seyn will/ ein gutes Werk zu machen. Dieses sind Sachen, worüber ich mir, ohne mich für einen Kunstkenner auszugeben, verschiedenes ganz nützliches gesagt zu haben schmeichle. Und darauf gründet sich die Hoffnung, daß auch der Künstler selbst dieses Werk für sich nützlich finden werde. Für den Liebhaber, nämlich nicht für den curiösen Liebhaber, oder den Dilettante, der ein Spiel und einen Zeitvertreib aus den schönen Künsten macht, sondern für den, der den wahren Genuß von den Werken des Geschmaks haben soll, habe ich dadurch gesorget, daß ich ihm viel Vorurtheile über die Natur und die Anwendung der schönen Künste benehme; daß ich ihm zeige, was für großen Nutzen er aus denselben ziehen könne; daß ich ihm sein Urtheil und seinen Geschmak über zu der ersten Ausgabe. xvir über das wahrhaftig Schöne und Große schärfe; daß ich ihm eine Hoch- schähung für gute, und einen Ekel für schlechte Werke einflöße; daß ich ihm nicht ganz unsichere Merkmale angebe, an denen er das Gute von dem Schlechten unterscheiden kann. Auch ihm zu gefallen, habe ich viele Kunstwörter erkläret, hier und da etwas von historischen Nachrichten eingestreut, und auch bisweilen von dem Verfahren der Künstler etwas gesagt; damit er doch einigermaßen begreife, durch welche Mittel es dem Künstler gelinget, das, was sein Genie erfunden hat, in dem Werke darzustellen. Dieses waren also bei) Verfertigung des Werks meine Absichten. Wie weit ich sie erreichen werde, wird die Zeit lehren. Ich,selbst sehe es gar wohl ein, daß meine Arbeit nur noch ein schwacher Versuch ist, die schönen Künste Kennern und Liebhabern in ihrem unverfälschten Glänze zu zeigen. Wer von diesem Werk eine Vollkommenheit erwartet, die mit der Länge der Zeit, die von seiner ersten Ankündigung bis ißt verstosten ist, in einem Verhältnis steht, der wird es sehr unter seiner Erwartung finden. Aber es sey mir erlaubt, zu meiner Entschuldigung dieses zu sagen, daß gerade in die Zeit, in welcher ich mich mit dieser Arbeit beschäfftiget habe, die unruhigsten Jahre meines Lebens, die wichtigsten Veränderungen meiner äußerlichen Umstände, die mühsamsten Amtsverrichtungen, und noch dabei) die größten Zerstreuungen fallen; daß ich an diesem Werke ganze Jahre lang nicht nur die Arbeit unterbrechen , sondern es beynahe ganz aus dem Gesichte verlieren müssen. Dieses könnte nun zwar einem durchaus schlechten Werke nicht zur Rechtfertigung dienen; aber es entschuldiget die, einem sonst guten Werk anklebenden UnVollkommenheiten, zumal wenn man, wie ich, wichtige Gründe gehabt hat, die Herausgabe nicht länger zu verschieben. Hätte ich dieses gethan, und hätte ich das Werk so lange zurük behalten sollen, bis ich damit zufrieden gewesen wäre, so würde es nie an den Tag gekommen seyn. Also mußte ich mich entschließen, es entweder ganz zu unterdrükcn, oder mit allen Mängeln, die es hat, Herst 2 aus- XVlN Vorrede auszugeben. Diese Mängel und UnVollkommenheiten werden wenig leser so ausführlich darin erkennen, als ich selbst. Aber ich will nicht mein eigner Tadler seyn, sondern vielmehr, so weit es sich schiket, den Tadel, der aus mich fallen könnte, von mir ablehnen. Anfänglich hatte ich mir vorgesetzt, keinen einzigen Artikel, der in einem solchen Werke natürlicher Weise gesucht wird, wegzulassen. Aber die östern Unterbrechungen der Arbeit ließen mich bald sehen, daß ich darauf nicht würde bestehen können. Ich hatte weder Zeit genug mich einer ganzlichen Vollständigkeit zu versichern, noch Kenntnis genug gar alle in jeden Zweig der Kunst einschlagende Artikel zu bearbeiten. Daher kommt es also, daß einige Artikel vorschlich, andre aus Versehen, weggeblieben sind, ob sie gleich eben so viel Anspruch auf den Platz hatten, als andre, die da stehen. Unter andern war ich erst willens alle große Manner, deren Werke ich vor mich nehmen konnte, nach ihrem Genie zu charakterisiren, jedem großen Redner und Dichter einen Artikel zu widmen, worüber man in diesem Theile einige Versuche in den Artikeln Aeschylus, Euripides, Homer u. a. finden wird. Dieses auszuführen war über meine Kräfte und über meine Zeit. Was aber darüber einmal entworfen war, ließ ich stehen, um etwa künftige Verbesserer dieses Werks zu ermuntern, diesen Mangel zu ersetzen. Eine andre Unvollkomincnheit des Werks liegt in der Ungleichheit, die man zwischen verschiedenen Artikeln, sowol in der Behandlung der Materien, als in der Schreibart, antreffen wird. Einige Artikel sind länger, andre kürzer, als ich sie gewünscht hätte; in einigen herrscht ein steifer dogmatischer Ton, andre sind etwas andringlicher und wärmer vorgetragen; einige Materie» sind etwas methodisch behandelt, da über .andre nur einzele Anmerkungen gemacht werden. Dieses alles habe ich eingesehen, aber dem Uebelstand, der aus dem Mangel der Gleichförmigkeit entsteht, nicht abhelfen können. Noch eine Erinnerung, die sich über die meisten Artikel des Werks erstrekt, muß ich zu Abwendung nachtheiliger Urtheile beibringen. Ich zu Oer erfreu uusgabe. xix Ich habe in dem ganzen Werk den Charakter eines Philosophen, und nicht eines Gelehrten, vielweniger eines bloßen Sammlers angenommen. Meine Absicht war gar nicht, alles zu sammeln, was etwa gutes über jeden ästhetischen Gegenstand geschrieben worden. Warum sollte ich im Artikel über die Comödie alle Comödien , und im Artikel Heldengedicht alle Epopöen die Musterung passiren lasten? Noch weniger nahm ich mir vor, alles Falsche, was gelehrt worden, und noch gelehrt wird, zu widerlegen. Meine Hauptsorge war bey jedem Gegenstand den wahren Gesichtspunkt, aus dem man ihn betrachten muß, wenigstens den, woraus ich ihn betrachte, festzusehen, und dann dasjenige, was ich selbst in dieser Stellung sah, vorzutragen. Nun bin ich weit entfernt zu glauben, daß ich alles gesehen und meine Materien erschöpft habe, oder daß ich überall den rechten Punkt getroffen, oder überall völlig richtig gesehen habe. Ich bilde mir so wenig ein, das weitere Nachforschen über die Gegenstande des Ge- schmaks überflüßig gemacht zu haben, daß ich hoffe, eine der angenehmsten Früchte meiner Arbeit werde die seyn , daß sie neue Untersuchungen veranlassen werde. Meinen Grundsätzen, worauf alle Untersuchungen über Werke des Geschmaks sich stützen müssen, verspreche ich Beysall, aber ich hoffe, daß der Gebrauch, den andre nach mir davon machen werden, den Künsten weit mehr aufhelfen werde, als das, was ich zu diesem Behuf gethan habe. Wenn ich hier und da, wo ich etwa von dem gegenwärtigen Zustand der Künste und des Geschmaks spreche, etwas Unzufriedenheit äußere, so muß man dieses nicht als Verachtung und Tadelsucht aufnehmen. Ich habe es darum hier zum voraus gesagt, daß ich sehr hohe Begriffe von dem Werth der schönen Künste und von dein Beruf eines Künstlers habe. Wenn ich nun nach diesen Grundsätzen einen so genannten witzigen Kopf, einen Menschen, der feine Kleinigkeiten macht, nicht für einen wahren Dichter; einen Mann, der schön colo- riret, oder fein zeichnet, darum noch nicht für den rechten Mahler b z - halte; XX Vorrede zu der ersten Ausgabe. halte; oder wenn ich der Nation, die viele Werke des Geschmaks besitzt, darin das Mechanische der Kunst vollkommen, auch allenfalls die Erfindung geistreich ist , wenn ich ihr, sage ich, den wahren Besitz der Kunst abspreche: so ist es nicht Verkleinerung ihrer Talente, sondern nothwendige Folgerung aus ineinen Grundsätzen. Da ich diese einmal festgesetzt glaubte, so hatte ich keinen Grund die Folgerungen, die daraus stießen, zu fürchten. Darum habe ich überall mit derFrey- müthigkeit gesprochen, die einem Philosophen geziemet. Ich bitte zu bedenken, daß ich alles, was den guten Geschmak betrifft, stireine sehr wichtige Angelegenheit, und gar nicht, wieviele thun, für ein Spielwerk halte. Bey dieser Art zu denken, halte ich es für ein Verbrechen, das Publikum, oder die Künstler, durch Schmeiche- lcyen sich günstig zu machen. Da ich einmal deutlich einsehe, wie genau die sittliche Bildung des Menschen mit der Ausbreitung des guten Geschmaks zusammenhängt, so ist es mir nicht möglich mit Gleichgültigkeit von Dingen zu reden, die nach meiner Einsicht den Geschmak verderben, und die schönen Künste von ihrem großen Zwek abführen. In dem Reiche des Geschmaks giebt es, so wie in der Philosophie, verschiedene Sekten und Schulen, die in ihren Grundsätzen und kehren weit auseinander sind, und wo die meisten Anhänger der Häupter der Schulen, ohne weitere Untersuchung, beym Loben und Tadeln nachsprechen , was diese einmal für gut gefunden haben. Ich habe vermuthlich pst gegen solche Schullehren angestoßen. Dieses soll nun weiter nichts auf sich haben, als daß ich mir die Freyheit nehme, auch meine Mey- nung zu sagen, so wie es die, die vor mir anders geurtheilt haben, auch gethgN. bkano vemsm llqiuu« petimusgus vicilstm. Sulz er. Vor- - > XXI Vorrede zu der zweyten Ausgabe. ^ ^ch vermuthe, daß die meisten keser dieses Werks bey einer neuen Ausgabe desselben beträchtliche Zusätze zur Ausfüllung der darin befindlichen Lüken, und mancherlei) Veränderungen zu deutlicherer Bestimmung, oder auch zur Verbesserung meiner Theorie erwarten: man wird aber beydes nur selten finden. Darum halte ich für nöthig die wahren Gründe davon anzuzeigen, damit man mich nicht eines eitlen Stolzes beschuldige, als wenn ich dieses Werk für vollständig hielte, oder die Mängel und UnVollkommenheiten desselben, die, wenn ich selbst sie nicht einsähe, hier und da in periodischen Schriften, worin dieses Werk beurtheilet wird, mir deutlich genug vorgehalten worden, nicht, wenigstens zum Theil, eingestünde. Schwerlich wird irgend einer meiner ieser alle küken und alle Unrichtigkeiten, die in dieser Theorie vorkommen, vollständiger und überzeugender einsehen, als ich selbst. Aber ich befinde mich leider außer Stand, ihr mehr Vollkommenheit zu geben. Ein fataler Zufall hat mich seit fünf Jahren meiner Gesundheit unwiederbringlich beraubet; und das beständig anhaltende Gefühl meiner ieibeöschwachheit, und die Veranstaltungen, das Wenige, was mix von Gesundheit übrig geblieben, zu erhalten, machen mir jede Arbeit, die einige Anstrengung der Kräfte erfodert, unmöglich, oder wenigstens gefährlich. Ich hoffe, daß diese Entschuldigung, mein Werk bey dieser zweyten Ausgabe nicht vollständiger und besser zu liefern, für gültig wird angenommen werden. Sulzer, Zur XXII Zur Nachricht. sich in die deutsche Kunstsprache viel fremde Wörter eingeschli- chen haben, die einigen Lesern gelaufiger seyn möchten, als die, welche an ihrer statt in diesem Werke gebraucht worden: so schien es nöthig, folgendes Verzeichnis; davon hier vorangehen zu lasten. Wer also in diesem Werk etwas unter einem fremden Kunstwort aufsucht, ohne dieses Wort in der alphabetischen Ordnung zu finden, kann dieses fremde Kunstwort in folgendem Verzeichniß aufsuchen, und sehen, in was für einem Artikel von der Sache, die damit bezeichnet wird, gesprochen wird. Verzeichniß der eigentlichen Wörter, welche hier für die fremden Kunstwörter gebrauch: worden, oder der Artikel, in wel« chen das, was jene fremde Kunstwörter betrifft, vorkommt. Verzeichniß der frcmdenKunstwörter, die in dem Iu. I! Theile dieses Werks keine besondern Artikel haben. A. Accompagnemem. (Musik.) — —- Acreur. (Schauspielkunst.) — — Acrion. (Oes Schauspielers und des Redners.) Affekt. — — — — Amplification. (Beredsamkeit.) —- ---- Antithese. (Beredsamkeit.) — — Apostrophe. (Beredsamkeit.) — — Applicamr. (Musik.) — — — ArcaSe. (Baukunst.) —. — Arckitrav. (Baukunst.) — — Attitüve. (Zeichnende Künste.) -- — B. Baluster. (Baukunst.) — — Balustrade. (Baukunst.) — — Basamem. (Baukunst.) — — Vase. Basis. (Baukunst.) -- ----- Begleitung. Schauspieler. Vortrag. Spiel. Leidenschaft. Erweiterung. Gegensatz. Anrede. Ansehung. Bogcnstellung. Unterbalken. Stellung. Gcbehrden. Dokcn. Dokcngelander. Geländer. Bilderstuhl. Saulcnstuhl. Fuß- Bas- XXIII Das-Relief. (Bildhauerkunst.) — Bicinien. (Musik.)' — »— Bosiages. (Baukunst.) — Burleske. (Schöne Künste.) —» C. «liasur. (Dichtkunst.) <— tüanelürcs. (Baukunst.) —> Lantabel. (Musik.) >— '— Capireel. (Baukunst.) Carnarion. (Mahlcrcy.) — Llair-Gbscnr. (Mahlerey.) — Llausel. (Musik.) — Comes. (Musik.) —> — Compartiincnt. (Baukunst.) — Lomponiste. (Musik.) — Komposition. (Mustk.) Lonsole. (Baukunst.) -— Contour. (Zeichnende Künste.) Lontrast. (Schöne Künste.) -—- Contrasubjekt. (Musik.) — Contretems. (Musik.) —- Cornische. (Baukunst.) korrekt. (Schöne Künste.) — Cosiume. (Mahlcrcy.) D. ^ Declamation. (Redende Künste.) —^ Decoration. (Schaubühne.) —> Denonemei,t. (Dichtkunst.) Dialogue. (Redende Künste.) Diminution. (Musik.) —- Disposition. (Schöne Künste) — Drapperie. (Zeichnende Künste.) — Dux. (Musik.) — >—. E. Eklogs. (Dichtkunst.) — Email. (Mahlercy.) — Flaches Schnitzwerk. Zweystimmig. Quader. Possirlich. Abschnitt. Krinnen. Singend. Knauff. Fleischfarb. Helldunkel. Cadenz. Schluß. Gefahrte. Felder. Tonsetzer. Satz. Kragstein. Umriß. Gegensatz. Gegensatz. Verzögerung. Kranz. Richtig. Leblich. Vortrag. Verzierung. Entwiklung. Gesprach. Theilung. Anordnung. Gewand. Falten. Führer. Hirtengedicht. Schmelzmahlerey. Emphasig. XXIV Emphasi's. (Redende Künste.) L.'Ensemble. (Schöne Künste.) Entablemcnr. (Baukunst.) Enrhusiasmug. (Schöne Künste.) Epigramm. (Di6)tkunst.) Epichere. (Redende Künste.) Epopoe. (Dichtkunst.) Etage. (Baukunst.) --- Eyerguc. (Zeichnende Künste.) Exposition. (Redende Künste.) Expression. (Schöne Künste.) F» Saßade. (Baukunst.) — Lcsion. (Baukunst.) — Siction. (Schöne Künste.) Sromispice. Sronton. G. Gestus. (Redende Künste.) (Baukunst.) . Grayie. (Schöne Künste.) I. Idylle. (Dichtkunst.) Imitation. (Musik.) Impoff. (Baukunst.) Inversion. (Redende Künste.) Ironie. ) Z«»!sch,( Nachdruk. Im Ganzen. Gebalk. Begeisterung. Sinngedicht. Bcywort. Heldengedicht- Geschoß. Abseite. Ankündigung. Ausdruk. Außenseite. Fruchtschnur. Erdichtung. Dichkungs» kraft. Giebel. Gebehrde. Anstand. Vor« trag. -Reiz. Hirtengedicht. Nachahmung. Kämpfer. Versetzung. —> Spott. A. A. ( M u s> k.) Name eines der sieben Tone ) der heutigen diatonischen Ton- Iciter, sonst auch L.« genennt"). Dieser Ton ist in der Ordnung der sechste, seit dem man gewohnt ist, den untersten Ton des Systems mit C zu bezeichnen. Die Alten, welche es eingeführt haben, die Tone und Sayten durch die Buchstaben des Alphabcths zu bezeichnen, gaben natürlicher Weise , der tiefsten Sayte das Zeichen A und den folgenden die darauf folgende Buchstaben, und bezeichneten die unterste Octave der Tone also: A, B, L, D, E, F, G, a. Der bekannte Guido aus Arezxo, welcher im Ansauge des eilften Jahrhunderts das Notensysiem erfunden haben soll, that zu dem damaligen System der Tone in der Tieffe, also unter A, noch einen hinzu, den er mit dem griechischen Gamma 1^ bezeichnete. Folglich bestund damals die unterste Octave aus den Tonen: st, ,4. IZ, st. l), st. st. st. Nach der Zeit fand man, daß unter I' auch der Ton st und sogar dieTöne ') S. Solmisircn. Keffer Thcil. st, v und st noch gebraucht werden konnten. Daher entstund das heurige System, welches von st anfangt, und darinn der Ton welcher ehedem der erste war, nun der sechste ist. A. Bedeutet auch die Tonart, in welcher der Ton A der Grundton ist. Die auf - und absteigende Tonleiter der Tonarten A Sur und A mol, wird, im Artikel Tonart, gefunden A b d r u k. (Zeichnende Künste.). Jedes Werk, das durch Aufdruken eines weichen Körpers auf einen harten, die in diesem Körper befindliche Form auf eine dauerhafte Art angenommen hat. In den zeichnenden Künsten hat man fürnehmlich zwcy Gattungen Werke, die man mit diesem Namen belegt. Abdrüke von Kupferstichen und Holzschnitten. Wie die Abdrüke von dcn Kupferplattcn gemacht werden, wird im Artikel Rupferdru- ker beschrieben. Hier ist blos von der Beschaffenheit der Abdrüke die Nede. Von dersclbigen Kupferplatte A könne» 2 Abd können die Abdrüke von verschiedener Güte seyu. Sowol durch das Aufreiben der Farbe auf die Platte, als durch das Pressen derselben/verliehet sie nach und nach etwas von ihrer Vollkommenheit. Die Stiche werden schwacher, die Platte nutzet sich ab; zuletzt vcrliehren sich die fcincsten Striche und die stärksten werden stumpf. Alsdenn giebt die Platte nur schlechte Abdrüke. Sie können aber auch gleich anfanglich, da die Platte noch in ihrer Vollkommenheit ist, durch unfleißige Besorgung des Drukcns schlecht werden. Die besten Abdrüke müssen unter den ersten hundert oder zwcyhundert, die gemacht worden sind, ausgesucht werden. Diese stellen die Arbeit der Kupferstecher in ihrcrVollkommenhcit dar, und das feineste in den halben Schatten, auch überhaupt in allem, was zur vollkommenen Haltung gehört, ist darinn noch vorhanden. In den folgenden Hunderten fangt die Platte an nach und nach schlechter zu werden, die starken Striche werden stumpf und die fcincsten zu schwach, oder verlichren sich allmahlig. Man kann also an diesen Abdrüken weder die ganze Schönheit eincsKuoferstichs erkennen, noch von der Vollkommenheit des Gcmahldes, nach welchem er gemacht ist, urthcilen. Je feiner und vollkommener cinGemähld in Absicht auf die Harmonie der Farben und auf die Haltung ist, je wesentlicher ist es, daß man von dem Kupfer desselben die besten Abdrüke habe. Die Ge- mahlde, deren Werth blos von der Erfindung, Zeichnung und Anordnung herrührt, können auch aus schwächeren oder unvollkommenen Abdrüken noch beurthcilt werden. Ueberhanpt ist von Abdrüken zu wissen, daß gestochene Platten mehr gute Abdrüke geben, als radirte, weil die Striche in diesen niemals so tief, als in jenen sind. Eine gut gestochene Platte giebt insgemein an tausend A b d leidliche Abdrücke. Eine radlrte, mehr oder weniger, nachdem sie bearbeitet ist, stoo bis 6oo. Die schlechtesten Abdrüke sind z diejenigen, die von Platten gemacht sind, die schon aufgestochen worden, oder in denen man den verschmachten Strichen wieder durch den Grabstichel nachgeholfen hat. Wer ein wenig Erfahrnng in Beurtheilung der Kupferstiche hat, entdekct sehr leicht die Abdrüke, die von solchen Platten gemacht werden. Es würde eine sehr vortheilhafte Sache seyn, wenn man Platten machen könnte, die viel mchr Abdrüke aushielten. Dazu aber ist kein ander Mittel, als ein Metall, das fester als Kupfer ist, zu nehmen. Es wäre zu versuchen, ob nicht stählerne Platten, oder feine eiserne zu brauchen wären "). (5) Was H. S. in Ansehung der vcr» hältnißmflßigen Anzahl der möglichen, guten Abdrücke von gestochenen und von geritzten Platten berichtet, ist zwar die gewöhnliche, unter Gelehrten herrschende, und in vielen Büchern befindliche Sage, wird aber von den Künstlern selbst keines- wcges bestätigt. Die Natur des Gegenstandes, die Manier des Künstlers, Und dergleichen Dinge mehr, bringen sehr man- nichfaltige Unterschiede hierin hervor. Wenn der eigentliche Kupferstecher mit dem Grabstichel nicht tief eingehen darf, entweder, weil er, wegen der Kleinheit seines Gegenstandes, feine Schraffirun- gen nahe an einander legen muß, oder, weil sein gelindes Original ihn nöthigt, sie nur flach zu machen: so ward feine ganz gestochene Platte weniger gute Abdrücke geben, als eine ganz radierte, deren Original dem Künstler erlaubt hat, seine Züge tief einzuäycn. Von den bekannten, von H, Fiquct gestochenen Bildnissen , die aus einem großen, in einen sehr kleinen Raum gebracht, und worin alle feine Züge des Gcmähl- H S. Kupfcrplatte. A b d Gemähkdes bcvbchaltcn worden sind, haben schwerlich mehr, als vier bis fünfhundert dergleichen Abdrücke gemacht werde» können, lind eben so verhält es sich allerdings auch mit geätzten Blättern, welche, zum Veich?. Blcystistwichnun- gcn darstellen. Wohl aber kann eine geätzte, freue Federzeichnung eines Rem- deand oder La Fagc öfter, als tausendmal, ohne Nachtbcil für die Güte deS Blattes, abgedruckt werden. Abdrükc von geschnittenen Steinen und Schaumünzen. Man macht sie insgemein von feinem Siegellak. Dieses geschieht entweder in der Absicht, sie als Kunstwerke, in Mangel der Originalien aufzubehalten, oder zum Behuf der Abgüsse und der Pasten zu verschiken. In beyden Fällen ist sehr nöthig, das feineste Lak zu nehmen, und sie auf Täfcl- chen von Holz zu machen, weil die Abdrucke aufPapicr sich insgemein werfen- Man kann sie auch in Wachs machen; aber diese Materie wirft sich ebenfalls, und da sie sehr bald weich wird, konnte die Warme den Ab- drüken leicht alle Scharfe benehmen. Eine besondere Art von Abdrüken sind die, welche man mit Schnelloth von Schaumünzen macht. Wir wollen das Verfahren kürzlich beschreiben. Das Schnelloth, oder dicMassezu diesen Abdrükcn, besieht aus Bley und Zinn, die zu gleichen Thcilcn zusammen gemischt sind. Zuerst wird das Bley geschmolzen. Wenn es fließt, so wirft man etwas Fett darauf daß es nicht zu Aschen brenne: hernach wird das Zinn nach und nach beygemischt, die Masse wohl umgerührt und als- dcnn abgegossen. Ehe man dieses Metall braucht, ist es gut, daß es vorher noch ein paarmal geschmolzen und abgegossen werde, weil es dadurch sanfter wird. In diese Masse, die flüßig gemacht worden, werden die Schaumünzen, oder die Formen und Abdrüke dersel- Abd 5 ben, wenn sie anfangt zn erkalten, und ihre Flüßigkeit zu verliehren, abgedruckt, oder vielmehr abgeschlagen. Dieses crfodert gewisse Handgriffe und einige Vorsichtigkeit, die wir kürzlich anzeigen wollen. Man nimmt einen Kasten von Holz, etwa eine Elle lang und breit, in welchem daS Abschlagen geschieht, damit das wegspritzende Schnelloth von den Seiten des Kastens aufgehalten werde. Auf den Boden des Kastens leget man ein halbes Buch weiches Papier, auf welchem, als auf einem Bette, das Abschlagen geschieht. Die Schaumünze, welche man abdrucken will, oder eine harte Form derselben, wird mit feinem Thon, oder einer andern Materie auf ein Stük Holz, das man von oben bequem anfassen kann, fest gemacht, oder allenfalls halb in das Holz eingelassen und daran befestiget. Nun nimmt man ein kleines Stük starkes geleimtes Papier, beuget es an dem Rande etwas in die Höhe, als ein kleines Schachtelchen, in welchem die abzufchlagendeMünze liegen könnte. Dieses leget man auf das, an dem Boden des Kastens liegende, Papier, gießt es voll von dem geschmolzenen Schnelloth, von welchem man mit einem weichen Car- tenblatt die sich oben setzende Haut sanfte abstreift. Wenn man merkt, daß das Schnelloth anfangt zu erkalten, und seine Flüßigkeit zu verliehren: so schlagt man die abzudruckende Schaumünze senkrecht und so stark, als mau kann, darauf: so drükt sie sich sauber in dasLoth ab. Bey dem Aufschlagen spritzt ein Theil des Metalls herum? man muß deßhalb entweder das Gesicht wegkehren, oder eine Maske, mit Glasern vor den Augen, vor sich nehmen, auch die Hand mit einein Handschuh versehen, und überhaupt sich so rüsten, daß man von dem her- umspritzcndeu heissen Metall keinen A 2 Schaden 4 Abe Schaden leide. Dieses Verfahren ist uns von Herrn Rippert in Dreßden mitgetheilt worden. Abdrüke geschnittener Steine in Glas, werden Pasten gencnnt, und an ihrem Orte beschrieben; von den Abdrüken derselben in eine weisse thonarrige Materie ist in dem Artikel Abgüsse das mehrere nachzusehen. Abentheuerlich. (Dichtkunst.) Eine Art des falschen Wunderbah- ren, dem selbst die poetische Wahrscheinlichkeit fehlet. Von dieser Art sind die ungeheuren Heldcnthaten und andre Begebenheiten, die man in de« alten Ritterbüchcrn findet. Der eigentliche Charakter des Aben- thcuerlichen besteht darin», daß es aus einer Welt hergenommen ist, wo alles ohne hinreichende Gründe geschieht, wie in den Traumen. Dinge, die in der Ordnung der würkli- chcn Natur unmöglich sind, werden ordentliche Begebenheiten in der aben- theucrlichen Welt. Das Abenthenerliche findet sich sowol in Begebenheiten, als in Handlungen, in Sitten und in Charakteren. In den zeichnenden Künsten ist das so genannte Groteske eine Art des Abentheuerlichen, und dahin gehören auch die chinesischen Mahle- reyen, da Hauser und Landschaften in der Luft schweben. Diese Gattung des Ungereimten herrscht insgemein in den Traumen, wo die unmöglichsten Dinge würklich scheinen; aber jede erhitzte und vom Verstände ganz verlassene Einbildungskraft, bringt abenthenerliche Vorstellungen hervor. Es scheinet, daß die Volker der heißen Mvrgenlander, mehr, als andre, diesen Ausschweifungen der Einbildungskraft unterworfen styn; denn der Hauptsitz des Abentheuerlicheu ist in den Romanen, in den Gedichten und so A b e gar in der Theologie dieser Völker. In den arabischen Erzählungen von lausend und einer Nacht, ist fast alles in dieser Art. Die abendländischen Völker scheinen durch ihre Bekanntschaft mit den Arabern, auf das Abenthenerliche gekommen zu ftyir, und Spanien, wo ehemals jene Völker sich am meisten ausgebreitet hatten, scheint das übrige Europa damit angcstekt zu haben. Es ist eine Feit gewesen, wo diese Aus- schwcssungen aus der Einbildungskraft in die Sitten und in die Gesinnungen übergegangen sind; wo man abenlheuerlich gehandelt hat. Seitdem Vernunft und Geschmak in den neuer» Zeiten wieder empor gekommen, wird das Abcnthcucrliche von den Dichtern blos zur Belustigung nachgeahmt. Erzählungen aus der abentheuerlichen Welt hergenommen, sind oft sehr crgetzend und ein Labsal des Geistes in den Stunden, da man von Nachdenken ermüdet, dem Verstand eine ganzliche Ruhe geben muß. Gute Werke von dieser Art haben ihren Werth. Es scheinet, daß Hr. Xvicland bey Bekanntmachung seines Jöris die Absicht gehabt, Deutschland ein Werk dieser Gattung zu liefern, das in seiner Art claßisch werden sollte, so wie es der Orlanöo kuricsso des Ariost in Italien ist. Es fehlt in der That diesem Werk nicht an glänzenden poetischen Schönheiten; doch scheint etwas mehr, als dieses erforderlich zu styn, um ein Buch bey einer ganzen Nation claßisch zu machen. Co angenehm dasAbentheuerliche in scherzhaften Werken werden kann, so widrig wird es, wenn in ernsthaften Werken, aus Mangel der Ue- bcrlegüng, das Große und das Wunderbare dahin ausarrcn. Die Glänzen der einander gerade entgegen stehenden Dinge, liegen insgemein nahe an einander. Wenn der Dichter da, A b e Abg 5 da, wo er das Große oder das Wunderbare behandelt, das Nachdenken nur auf einen Augenblik verlaßt, so schleicht sich plötzlich das Abentheuer- liche an solchen Orten ein, wo es Höchst anstößig wird. Die Begierde, gewisse Gegenstände recht groß vorzustellen, kann diese Würkung thun. Es wäre zu zeigen, daß dieses selbst dein großen Lorncille begegnet ist, der mehr als einmal das Große seiner Helden, bis zum Abcntheuerli- chen getrieben hat. Das Große und das Wunderbare hat seine Grunze, die zwar nicht durch eine bestimmte Linie kann gezeichnet werden, die aber nicht leicht überschritten wird, wenn die Einbildungskraft und die Empfindung vom Verstände begleitet werden O. Zur Erwerbung richtiger Begriffe von dem eigentlichen Abcntcurlichen (nicht Abenchcucrlich) können, zum Theil wenigstens, die Aufsätze des Grafen Taylus, lue lo Veerie ^ncicnz, comporeo 5 cell? clez Vlociernes, im »ucn B. der blich und dlcm. eis l'^csch. clos Intcripr. der Duodezausg. und iur i OrlZinc che I'one. Lkcvsterie er ckeoonc. Nomons, cbcnd. im zzten B. der Quartausg. -- die Odiervorion!, on rbs (fueen r>k d'pentcr b/ Bd. Worten, k.c>nch. 1772. 8. B. (verglichen mit dem 2. q. und 5tcn der Briefe über Merkwürdigkeiten der kitteratur, Schleswig 1766. 8. S. 2>. U. f.) -- blurch'5 Berrers on (chivolr^ onch Nomomce in dem ztcn B. seiner leäorzl onäNolincolDiol. I_vnch. >776. 8» " die >äcmoires lur t'one. Lkevolerie, p. >Ir. che l» Lurne che 8e. pslo^e, por. 176^9 — >781- >2. z B. (auch in den Vlcmoirez che presch, ches Intcrisir. befindlich) — Th. Wartons Idillerrst. on rbc eri^in ob ro» inonric tlötinn in Luropc, vor dem itcn Bande seiner biillor^ c>k knglitk koerr^. Boncl. 1775- 4- deutsch in dem *) S. Ucberlticben. z. und 5tcn Band des Brittifchcn Museums, von H. Eschcnburg, Lcipz. 1778. n> f. 8. (vergl. mit H. Sprcngcls Reccn- sion derselben in den Betrachtungen über die neuen historischen Schriften, Altenb. 1776. 8. B. 1. St. z. S. 4z.) — und eben desselben Aufsatz: lieber die Einführung der Galanterie durch die Rittcrzeitcn, in den gemeinnützigen Aufsätzen aus den Wissenschaften für alle Stände, 1. z. 6. 7. 8tes St. Rostock 177z. k. behülflich scyn. —» Zur Verthcidigung des Systems von Zau. bcrcy in Tasso's bcfrcytcm Jerusalem schrieb H, Jacvbi Vinci. Borg. Botli, Locc, -77Z. 4- Abgüsse. (Bildende Künste.) 3)?an hat zum großen Vortheil der Kunst, Mittel erfunden, Werke der bildenden Künste durch das Aufgies- sen einer fleißigen sich hernach verhärtenden Materie in vollkommener Gleichheit der Originale abzuformen. Dergleichen abgeformte Werke werden Abgüsse genannt. Man hat sie in Ghps, in Pley, in Schwefel und in Wachs. Gyps ist die gemcineste Materie dazu, weil sie am wenigsten kostet, und kalt kann abgegossen werden. Man verfahrt überhaupt dabey folgender »maßen. Das Original, oder ein Theil desselben wird mit einer der bemcldtcn flüßigen Materien Übergossen, die man darauf verhärten laßt. Alsdenn nimmt man sie sorgfaltig ab und bekommt dadurch das, was im Original vertieft ist, erhoben, und das erhobene vertieft. Dieser erste Abguß wird die Form genennt. Macht man in diese Form wieder einen Abguß, so wird dieser in Absicht der Bildung dem Original vollkommen gleich, und er ist der eigentliche Abguß. Es ist leicht zu begreifen, daß ganze Körper nicht auf einmal können abgeformt werden, weil sie, da die A z Form 6 ?lb g Form sie ganz umgeben würde, nicht können herausgenommen werden. Man hat deswegen eine Methode erdacht, sie Stükweise abzuformen, und die Stüke der Formen wieder zusammen zu setzen. Das mechanische Verfahren dabey und die nöthigen Handgriffe zu beschreiben, würde hier zu weitläuftig, auch zum Theil unnütze seyn. Man findet in allen beträchtlichen Städten Italiener, die Gyps- bilder verkaufen, von denen man dieses lernen kann. Eine Beschreibung des ganzen Verfahrens findet man in Lcliöienu Grundsäyen 0er Danl'unsk. Diese Abgüsse und die Abdrüke, davon vorher gehandelt worden, leisten den bildenden Künsten den Dienst, welchen die Gelehrsamkeit von der Buchdrukerey hat: beyde vervielfältigen auf eine leichte Art die Werke der größten Meister. Der Gelehrte kann mit mäßigen Unkosten die wichtigsten Werke der Gelehrsamkeit in sein Ca- binet, und der Künstler eben so, das vornehmste der bildenden Künste in feine Werksielle zusammen bringen. Durch die Abgüsse werden die Schranken, in welchen die vornehmsten Werke bildender Künste eingeschlossen gewesen, weggerükt, und Rom kann dadurch in allen Landern zugleich seyn. Nichts würde zur Ausbreitung der Kunst vorthcilhafter seyn, als wenn die Besitzer der besten Originalwerke die Verfertigung der Abgüsse beförderten, oder auch nur erleichterten. Jede Academic der zeichnenden Künste sollte eine vollständige Sammlung der besten Antiken haben, und würde sie auch haben, wenn nicht die Ab- formung so oft gehindert würde. Ludwig der XlV. hatte das unermeßliche Ansehen, worinn er sich durch seine Macht gesetzt hatte, bey- nahe ganz nöthig, nm für seine Academic die Abgüsse der vornehmsten Antiken, die in Rom sind, zu erhal- A b g ten, und Friedrich der I. in Preuf- scn mußte beträchtliche Summen verwenden, um nur einige der vornehmsten Antiken für die Mahleracademie in Verlin abformen zu lassen, welche doch hernach durch einen unglüklichen Brand vcrlohrcn gegangen. Abgüsse von kleinen Werken, von geschnittenen Steinen und Münzen, sind leichter zu haben. Viele Besitzer der Originale haben sich ein Vergnügen daraus gemacht, sie dazu herzugeben; und der unermüdctc Flcis einiger Liebhaber, nebst der Begierde zu gewinnen verschiedener Kunsthändler, haben solche Abgüsse ungemein vermehrt. Mail kann itzt in Italien um eine mäßige Summe Geldes viele tausend Schwefclab- güssc von geschnittenen Steinen haben. Es wäre unbillig, wenn wir hier nicht der ruhmwürdigcn Bemühungen des verdienstvollen Kipperrs, in Dresden, gedächten. Dieser recht- schaffencMann hat mit bewundernswürdiger Arbcitst'.mkcit eine beynahe unzählige Menge Abdrüke von Antiken, Steinen und Münzen aus allen Cabinettcn von Europa zusammen gebracht. Durch die glückliche Erfindung einer Masse, welche sowol dem Gyps, als dem Schwefel, weit vorzuziehen ist, hat er sich in Stand gesetzt, jedem Liebhaber, der es verlangt, seine Sammlung, oder eine Auswahl derselben, um eine mäßige Summe zu überlassen. Mit dem Geschmack des feinsten Kenners hat er aus seiner Sammlung über Zweytauscnd der schönsten Stüke ausgesucht, sie in eine fürtreffliche Ordnung gebracht und in Europa ausgebreitet: so daß man sie itzt mit Her Leichtigkeit haben kann, mit welcher man Bücher aus andern Landern kommen läßt. Es ist zu wünschen, daß Herr Küppere eine ahnliche Sammlung antiker Münzen verfertigen und eben so ausbreiten möchte. (--) Ausser Ab h Abl (s) Ausser dem, was der, von H. S. angeführte französische Schriftsteller, Fe- libicn, IN den llrinc. cle lArcdir, eis ls Lculpr. er lle Ig heinr. biv. II. Lli. 6. S. -4?. der Ausg. von ,6y7. davon sagt, und das wirklich, in Rücksicht auf das, wovon in dem Artikel eigentlich die Rede ist, in.sehr wenigem besteht, handelt der bekannte Orcstrio . . . Wien 1774. 8. 2 Th. in dem 71. 72. und 7Ztcn Abschnitt des zwcvten Bandes S. 4Z8 u. f. von Abgüssen von Gyps, und Abdrücken von Glas und von Schwefel. Abhandlung. (Redekunst.) Aer Haupttheil oder der eigentliche Korper einer förmlichen Rede, in welchem die ganze Materie der Rede vorgetragen wird. Der Abhandlung geht der Eingang, wenn einer da ist, vorher, und auf sie folget der Beschluß. Alles was von der Wahl der Materie, von der Anordnung, von den Beweisgründen, von der Widerlegung, in Absicht auf die Rede, in denen verschiedenen Artikeln hierüber gesagt worden, -gehört zur Abhandlung. Ablauf. (Baukunst.) Aic Ausbcugung einer Linie oder Flache an ihrem obersten Ende. An >den Säulen ^ macht dieAus- benguugader " Flache des Stammes gegen den Gbcr- ^.^4 saum, den Ablauf aus.Man bemerkt gar bald, woher der Ablauf entstanden ist: weil es offenbar ist, daß ohne ihn der Saum nicht mehr, als ein Theil des Stammes, sondern, als eine über ihm Abl Abs 7 liegende. Platte erscheinen würde. Zugleich würde alsdenn der Stamm sein oberes Ende vcrlichrcn und aufhören ein Ganzes zu seyn *). Aus eben diesem Grunde muß der Unter« saum des Stammes allmahlig an ihn schließen, oder Anlaufen; daher ist der Anlauf entstanden. Die Würkung des Ablaufes und Anlaufes ist die Vereinigung der Saume mit dem Körper desStamms. Deßwegen ist es unverständig, wenn sie da gebraucht werden, wo keine Vereinigung seyn muß. Doch sind die Baumeister verschiedentlich in diesen Fehler gefallen, da sie den Unterbalken gegen den Fries anlaufen, gegen die Platte des Dekels ablaufen lassen. A b s ch n i t. (Schöne Künste.) Aicfes Wort hat mehrere Bedeutungen, die man hier nicht nöthig hat unter einen Hauptbcgriffzu bringen; wir betrachten deßwegen jede besonders. Abschnit des Verses. (Cafur) Ein merkbarer Ruhcpnnkt, wodurch einige Verse in zwey Halsten gethcilt werden. Man lese mit gehöriger Beobachtung des Klanges folgende Verse: Du bringst früh oder spclth ein jedes Vor« nehmen zum Ende; Nichts kann dir widersteh», du überwindest es alles; Gott von allem und jedem: Siehst mit gleich ruhigen Augen Haufen Ameisen und Nationen vergehen ; die Sternen Wckgcn auf deiner Waage, was einer Mücke Gefieder"). so wird man bemerken, daß jeder von den bcyden ersten Versen in zwey Feiten, wie sich die Tonkunstlcr ans- drüken, oder mit einer Abänderung A 4 der *) S. Ganz. Nvachidc M- Gesang. « Abs der Stimme, gelesen wird. Sie scheinet auf der einen Hälfte des Verses zu steigen uiw auf der andern zu fallen. Im ersten Vers scheint sie allmählig zu steigen, bi^ man das Wort fpach ausgesprochen hat, nach welchem eine kleine Ruhe, oder eine unveränderte Stimme bleibt, die in der andern Hälfte des Verses wieder fällt oder nachläßt. Darinn gleichen solche Verse einem Takt in der Musik, der ebenfalls in zwei) Thcile oder Zeiten zerfällt, die der Aufschlag und Niederschlag ge- nennct werden. Am merklichsten wird der Absehnit in unfern gewöhnlichen alcxandrinischen Versen. Die Seele macht ihr Glük; ihr sind die Äussern Sache» Zur Lust und zum Verdruß nur die Gelegenheit: Ein wohlgcscyt Gemüth kann Galle süsse machen, Da ein verwöhnter Sinn auf alles Mermuth streut. Alle längere Versartcn haben ihre Abschnitt, welche der Wohlklang nothwcndig macht. Ihren Ursprung müssen wir um so viel mehr untersuchen, da diejenigen unsrcr Kunstrichter, die den Wohlklang der Verse bis auf die geringste Kleinigkeit scheinen zergliedert zu haben, diesen Punkt versäumet haben. Schon die ungebundene Rede (um so viel mehr die gebundene) har etwas von dem Charakter der Musik, oder des Tonstüks an sich. Worinn dieses bestehe, ist an seinem Orte ») deutlich gczeiget worden. Eine Hauptcigenschaft der wohlklingenden Rede also, ist das rplkmiscbe derselben, wodurch sie in Glieder abge- theikt wird. Daher entstehen in der Mustk der Takt, die Ukinschnitto und die PerioScn, in dem Takt aber, die Selten des Auf- und Niederschlages. Alles was von dem natürlichen Ursprung **) dieser Dinge angemerkt Art. Wohlklang. ") S.Musik. Takt. A b s worden, gilt auch von der gebundenen Rede, darinn der Vers mit dein Takt, der Absehnit desselben mit den Zeiten des Takts, genau übereinkommen. Wie aber die ungebundene Rede weniger an einen bestimmten Wohlklang gebunden ist, als die Verse, so sind es diese viel weniger, als die Musik. Daher sie zwar ihre abgemessene Takte, aber nicht eben ihre gleichen Zeiten desselben haben. In dein Takt sind die Zeiten überall durch das ganze Stük, darinn er herrscht, vollkommen gleich, indem Vers aber leidet der Absehnit eine Veränderung. Hiedurch ist also das Wesen und der Ursprung des Ab- schuits bestimmt. Wer nicht auf die Natur der Musik, in welcher der wahre Ursprung des Verses und des Abschnits gegründet ist, zurük sehen will, der kann sich seineu Ursprung auch so vorstellen. Wenn wir Verse lesen, so müssen wir der Stimme außer den Wendungen, die ihr schon in der ungebundenen Rede zukommen, noch eine andre geben, die dem Gange des Verses eigen ist. In kurzen Versarten ist das Metrum hiczu hinlänglich, zumal, da dergleichen Verse insgemein durch ihre Ungleichheit eine angenehme Abwechselung machen. Längere Verse aber, zumal solche, die eincrley Füße haben, wie unsre Alexandriner, crfodcrn mehr Abwechselung des Tons, der sich erst all- mählig heben und denn wieder sinken muß, so wie im Fortschreiten der Fuß sich hebt und wieder sinkt. Mit gleich starkem Athcm ist es ohnedem nicht möglich einen Hexameter auszusprechen. Dieses, mit dem dunkeln Gefühl, daß ein solcher Vers zu lang sey, um durchaus mit einerlei) Stimme vorgetragen zu werden, macht, daß wir jeder Hälfte ihre besondere Schattirung der Stimme geben, wenn uns nur der Dichter die Gelegenheit dazu, nicht ganzlich benom- A b f benommen hat. Sobald wir den Vers nicht mehr mit Wohlklang lesen, sondern Scanviren, so verliehet sich der Abschnit ganz. Allein da der Vers ein einziges unzertrennliches Glied ist, dessen Thei- le nicht von einander abgelöst sind, so muß der Abschnit so seyn, daß man bei) der kleinen Ruhe, nach dem ersten Theil desselben, fühlt, es gehöre noch ein andrer Theil dazu. Dieses wird offenbar dadurch erhalten, daß der Abschnit mitten in einen Fuß fallt; denn dadurch werden wir gehindert zu lange auf dein Ruhepunkt zu verweilen, und das Ohr fühlt, daß noch etwas folgen müsse. In dem Vers: Du bringst früh oder spckh — ein jcdeS Vornehmen Zu Ende. kann man sich nach späch einen An- gcnblik verweilen, um der Stimme zur andern Halste des Verses eine neue Modification zu geben; aber man fühlt bey dem Verweilen, da der dritte Fuß noch nicht ganz ausgesprochen ist, daß man noch nicht zum Ende des Taktes fey. Es ist daher eine Unvollkommcnhcit dcsAb- schnits, wenn derselbe nicht nur einen Fnß, sondern sogar einen völligen Sinn endiget; wie in dem halben Vers: Die Seele macht ihr Elük. Denn da könnte sich das Gefühl des Fortfahrcns vcrlichren, und würde sich in der That verliehren, wenn wir nicht ans Liebe zum Wohlklang, ohne es zu wissen, diesen jambischen Vers, als einen trochaischcn lesen würden, dem eine kurze Shlbe vorgesetzt ist. Die j Seele I macht ihrsGlük; ihr i sind die j äussern j Sachen. Auf diese Weise retten wir die völlige Trennung des Verses in zwey Verse. Man kann es also zur Regel machen, daß der Abschnit nicht an das Ende, sondern in die Mitte eines Fußes falle. Da er auch nöthwcndig ein Verweilen verursachet, so ist ferner na- Abf 9 türlich, daß er nach einer langen Shlbe siehe, weil sich diese zum Verweilen am besten schiket. Dieses nennt man einen männlichen Ab« sehnst. Fallt er nach einer kurzen Sylbe, wie in diesen Versen: Wie zärtlich klagt der Vogel, und ladet durch den Hann, Den kaum der tcnz vcrjüngcrt, sein künf« tig Weibchen eln! so scheint es weniger natürlich, und würde bcynahc ganz unmöglich fallen, wenn nicht der Dichter die Ruhe mit Gewalt hervorbrachte, indem er durch Einschiebung einer, in sein Metrum eigentlich nichtgehörigen, Syl« bc, den Fluß des Verses unterbricht. Dadurch aber verfallt er in den andern Abweg, und macht in der That aus einem Vers zwei). Es scheint aber, als wenn die Dauer oder der Nachdruk einer langen Sylbc noch nicht einmal hinlänglich zum Abschnit wäre, und daß er am Ende eines ganzen Wortes müßte genommen werden: kluitis Partibus orationis llcmt, sagt Diomcdes von den Abschnitt». Daher kommt es, daß der Abschnit i» den drei) letzten, der oben aus derNoachide angezogenen Versen ziemlich zwepdeutig wird. Der Grammatiker Diomcdes sagt, daß die Griechen den Abschnit an vier verschiedenen Stellen gesetzet haben; allein die Regeln dienen hier zu nichts, wo der Dichter blos dem Gehör folgen kann. lieber den Ursprung des Abschnittes im Verse hat Batteux (S. H. Schlegels Ucbers. S. 191 und S. 2,2. Ausg. vom I. 1770.) sehr methodisch — oder lieber unmethodisch — philosophirt; besser ist, was er, wenn man es aufdcn VerS anwendet, in seinem gröbern Werke (in H. Ramlcrs Ucbers. B. g. S. >Z5. -»tc Ausg.) und was Marmontcl in dcni siebenten Kapitel der Doec. ki-snc. (B. I. S. 261 u. f. Po,-. -76z. 8-) davon sagt. Hrn. Ramlers eigenes Kapitel in dem Werke des erstem A 5 (B. ,. IS Abs (B. i. S. >6z) „von der deutschen Vcrsknnst" — so wie Hrn. Schlcflels Abhandlung, „von der Harmonie des Verses" (Key s.Batteux B.-. S.477) — lind der vierte Abschnitt des achtzehnten Kapitels der Clements c>k Oincjzm von Home, können den vorstehenden Artikel ergcknzen helfen.. — Abschnitt in der Baukunst, sind in der toscanischen Ordnung einiger Baumeister hervorstehende Theile an dem Lcics, welche so wie die Dre^ schlitze der dorischen Ordnung die Balkenkopfe des obersten Bodens vorstellen. One Alten fielen nicht ans diese Abschnitt, die Scamo;;i zuerst, aber nur über jede Säule einen, angebracht hat- Dadurch hat er dieser ohnedem schon kahlen Ordnung ein noch magcrers Ansehen gegeben. Mit mehr Geschmack hat Goldmann sie durch den ganzen Fries angebracht, und sie, weil sie eben so, wie die Dreyschlitze entstanden, auch dcnsclbigcn Regeln unterworfen *). Abseit e. Ast im gemeinen Sinn ein kleiner Raum oderPlatz neben einem großen Hauptplak. Daher hat es in den schönen Künsten zwei) besondere Bedeutungen bekommen. Abseiten in der Baukunst werden vornehmlich in den, nach gemeiner Art gebauten, Kirchen die Heyden Theile genannt, welche rechts und links an dem Hauptraum, der das Schiff gcnennct wird, liegen, die man als Gange ansehen kann, durch welche man, ohne durch das Schiff zu gehen, an welchen Ort desselben man will, kommen kann- Abseite einer Schaumünze, stxor- Zue, ein unten an der einen Haupt- seitc abgesonderter Platz, auf welchem insgemein die Jahrzahl oder etwas von Nebennmstanden der, auf *) S. Lrcyschlitz. Ab z der Münze vorgestellten Sache, an- gczeiget wird *). Abzeichnen, auch Durchzeichnen. Eine Zeichnung vom Papier auf einen andern Grund, besonders aber auf den Firnisgrund, zum Radiren, mechanisch übertragen. Durch das mechanische ist diese Arbeit vom eigentlichen Zeichnen mit freycr Hand verschieden : denn bcym Abzeichnen führt die Hand den Stift über alle Striche der Originalzeichnung hin. Man verfahrt hicbey auf verschiedene Weise. Will man die Abzeichnung auf Papier haben, so legt man ein, mit fein geriebenem Rorhstein, oder Bleystift, oder etwas fett gemachten Ruß, auf einer Seite bestrichenes Papier, zwischen das Original und das Blatt, auf welches die Abzeichnung kommen soll; mit einem feinen Stifte von Silber, Elfenbein oder hartem Holze, fahrt man mit mäßigem Druken über die Striche des Originals, welche sich dadurch von dem gefärbten Papier auf das untere Blatt abdruken. Noch kürzer wäre es, wenn man ohne das Mittelblatt gleich die Originalzeich- nnng auf der unrechten Seite färbte. Aufdiese Art wird die Zeichnung auch auf den Grund einer Kupfcrplatte getragen. Was auf diese Art abgezeichnet ist, wird, .nachdeni es gcäzt und von der Platte abgcdrukt worden, verkehrt vorgestellt. Nämlich, was im Original die rechte Seite ausmacht, ist iin Abdrnk die linke. Und daher kommt es, daß in so manchem Kupfer die Degen an der rechten Hüfte hängen, oder mit der linken Hand gezogen werden. Will man dieses vermeiden , so muß man die Original- zcichnung verkehrt auf den Grund tragen. *) S. Schaumünze. A b z gm. Dieses kann auf folgende Art geschehen. Man bestreicht ein feines Papier mit Terpcntinspirirns, davon wird es durchsichtig. Wenn es tro- kcn worden, so legt man dasselbe auf die Originalzeichnung, die alsdcnn sehr klar durchscheinet, so daß sie mit Dusch oder einer andern Farbe auf das Oelpapier kann abgezeichnet werden. Legt man nun diese Zeichnung verkehrt auf den Grund der Kupferplatte und zeichnet sie, nach der vorher beschriebenen Methode, noch einmal ab, so werden die Abdrüke so, wie die Originalzeichnnng. (5) Das, von H. Sulzer zum Durchzeichnen (nicht Abzeichnen) angegebene und aus dem bekannten Werke dcö Abr. Bosse (S. >9 und 2z. Ausg. vom J. 1745) genommene, vor Zeiten also wohl übliche Verfahren würde, auf alle Fälle, chie Zeichnung selbst entstellen, und IM allcn- fals nur von Künstlern sich anwenden, welche selbst die Zeichnung gemacht, und ZU diesem Behufc gleich eingerichtet haben. Auch das müßigste Drucken mit dem feinsten Stifte würde auf einer guten, und sogar nicht auf sehr dünnem Papier befindlichen Zeichnung, Striche zurück lassen. Noch mehr aber würde diese durch das, von dem H. S. vorgeschlagene Färben derselben auf der unrechten Seite verdorben werden. Um solche also aus dasjenige Papier zu bringen, von welchem eigentlich sie auf die Platte aufgetragen werden soll, bleibt dem Künstler nichts übrig, als zu irgend einer Art von getränktem Oelpapier seine Zuflucht zu nehmen. Nur muß er solches vor dem Gebrauch sorgfältig mit Semmel abreiben, weil das Ocl sonst sehr leicht in die Zeichnung selbst übergehen, und sie fleckigt machen kann. Das mit Terpcntiuspiritus zubereitete, von H. S. erwähnre Papier führt noch überdem den Nachtheil mit sich, daß es sehr leichte bricht; auch fallen die, darauf gemachten Striche nicht allein zu breit aus, sondern der Rand dieser Striche wird auch, selbst bei) dem gelindesten Drucke, undurchsich- Aca 11 tig', und erschwert also das genaue und richtige Austragen der Zeichnung auf die Platte. Allen diesen Weitläuftigkeiten und Unbequemlichkeiten hilft das, in England, zum Durchzeichnen besonders erfundene, und freplich in Deutschland noch nicht allgemein bekannte, gilbliche, so, genannte Oelpapier (Vil-psper) ab. Es scheint mit. demjenigen Oclfirniß, dessen man sich zu der Ucberziehuug der Lust- Ballons bedient, zubereitet zu seyn, und ist nicht allein vollkommen durchsichtig, sondern nimmt auch die feinsten Vlepstist- striche an. — Aber mit diesem Durchzeichnen, oder mit diesem Auftragen der Zeichnung auf ein dergleichen Papier, ist das Auftragen derselben auf die Platte, oder das eigentliche Aufzeichnen derselben noch nicht gemacht. Die Platte des eigentlichen Kupferstechers muß, zu diesem Behufc, auf eben solche Art, als die, zum Siezen oder Radiren bestimmte, Platte gegründet werden; und, nachdem unter den, auf Oelpapier gemachten Umriß der Zeichnung, ein, mit Rothffeln bestrichenes Blatt von dem allerfeinsten, aber geleimten, sogenannten sinesischen Papier dergestalt gelegt worden, daß die gerötete Seite desselben gegen die Platte gekehrt ist, wird, ver, mittelst einer, etwas stumpfen Nadel, und mit schwachen Drucken, der Umriß auf die Platte aufgetragen, oder sichtbar darauf gemacht. Daß bepde Blätter vorher mit Wachs an die Seiten der Platte festgemacht, und, nach aufgetragenen Umrissen mit Vorsicht weggenommen werden müssen, vorzüglich wenn die Zeichnung sehr ausgeführt ist, so wie, daß der eigentliche Kupferstecher, wenn er hie, auf seiner Platte abgedruckten Umrisse seiner Zeichnung, mit der Nadel darauf eingerissen hat, den vorher gedachten Gruvd wieder wegschmelzt, ist bekannt. A c a d e m i e n. (Zeichnende Künste.) Aeffentliche Anstalten, in welchen die Jugend in allem, was zum Zeichnen i» Aca nen gehört, unterrichtet wird. Sie werden insgemein Mahleracademicn gencnnet, obgleich nicht das eigentliche Mahlen, sondern das Zeichnen darinnen fürnehmlich gelehrt wird. Diese Anstalten sind, so wie die Schulen der Gelehrsamkeit und der Wissenschaften, mit einer hinlänglichen Anzahl Lehrer versehen, die den Titel der Professoren haben. Diese unterrichten die Jugend in allen Thci- leu der Zeichnungskunst, vornehmlich aber in dem wichtigsten Theil derselben, der Zeichnung der Figuren, oder der menschlichen Gestalt. Diese ist der wesentliche Theil der Kunst des Mahlers, des Bildhauers, des Stein - und Stempelschnciders und auch des Kupferstechers! deßwegen dienet die Acadcmic den Schülern aller dieser Künste. Ohne Kenntnis der Knochen, und der vornehmsten Muskeln des menschlichen Korpers, kann die Zeichnungskunst desselben nicht vollkommen seyn, und ohne die Wissenschaft der Perspective kssnnen weder historische Ge- mähldc noch Landschaften ganz richtig gezeichnet werden; deßwegen hat die Academie auch einen Lehrer der Anatomie und einen für die Wissenschaft der Perspective. Zu diesen kommt endlich auch noch ein Lehrer der Baukunst, weil gar oft ganze Gebäude, oder Thcile derselben, auf den Gcmahlden vorgestellt werden. Dieses sind die nothwendigsten Lehrer, welche nicht nur die Regeln der Kunst vortragen, sondern die Jugend auch zur Ausübung derselben anführen. Sollte eine solche Schule ganz vollkommen seyn, so müßten auch noch für andere, weniger mechanische Theile der Kunst, Lehrer vorhanden seyn. Dergleichen waren: ein Lehrer der Alterthümer, der die Gebrauche, die Sitten, und al. l«5 was zum Ucbliclwn geHort, hinlänglich erklärte; ein Lehrer des Ausdrucks der Leidenschaften, dem auch A c a zugleich der Unterricht über die Anordnung eines Gcmahldes und über das, was zuni Geschmak geHort, konnte aufgetragen werden. D'ese Lehrer fehlen den Academicn insgemein, und die Theile der Kunst, die ihnen hier zugeschrieben sind, werden auf den Academien nur beylau- fig gelehrt. Die Academie muß hiernachst mit einem guten Vorrath von Sachen versehen seyn, die zu Erlernung der Zcichnungskmist nothwcudig sind. Diese bestehen vornehmlich in folgenden Dingen: Zeichnungsbücher, in welchen zuerst die einzelc Thcile der Figuren, die Form und Proportion der Kopfe, der Nasen, Ohren, Augen, n. s. f. hernach ganze Haupt- theile, endlich ganze Figuren zum Nachzeichnen, in hinlänglicher Auswechslung befindlich sind. Das Nachzeichnen dieser Originale, ist das erste, worum die Jugend geübct wird. Auf diese Zcichnungsbücher sollten nun Zeichnungen von Figuren folgen, welche nach den vornehmsten Werken dcrKunst gemacht sind; richtige Zeichnungen von Antiken; auserlesenen Figuren der größten Meister, eines Raphael, Michelangelo, der Carrachc u. a. bey deren Nachzeichnung die Jugend schon etwas von den hohcrn Thcilen der Kunst lernt. Das nächste, was auf diesen Vorrath von Zeichnungen folget, ist ein Vorrath von Abgüssen der vornehmsten Antiken, und auch von einigen neueren Werken der bildenden Künste, sowol in einzeln Theilen, als in ganzen Figuren und Gruppen, in deren Nachzeichnung die Jugend fleißig zu üben ist, weil dadurch nicht nur das Augcnmaaß und der Geschmak an schonen Formen weiter, geübt wird, sondern auch zugleich die Kunst des Lichts und Schattens, der mannigfaltigen Wendungen der Korper und der A c « der Verkürzungen kann erlernet werden. Ferner muß die Academie lebendige Modele haben; Mensche» von schöner Bildung, die von einem der ersten Lehrer, auf einem etwas erhabenen Gestelle, oder Tisch, in veränderten Stellungen aufgestellt werden, damit die Schüler aus verschiedenen Platzen, und also in sehr mancherlei) Ansichten dieselben zeichnen können. Dabei) können die Lehrer fast alles, was die Beobachtung desÄchts und Schattens in einzeln Figuren betrifft, vollkommen zeigen. Denn die Einrichtung des Saales , wo das Model gestellt wird, muß so scyn, daß selbiger sowol von dem Tageslicht, als durch Lampen auf das vorthcil- haftestc kann erleuchtet werden. Endlich wird auch noch zu einer vollkommenen Academie ein betrachtlicher Vorrath von wichtigen Kupferstichen und Gemahlden erfodert, an welchen die Jugend alles, was zur Erfindung, Anordnung, zum Gc- schmak, zur Haltung, zur Farben- gebung gehört, gründlich studiren könne. Wo die Gemahlde selbst der Academie mangeln, wäre es doch sehr vorteilhaft, daß an dem Orte, wo die Academie ist, eine Bildergal- lerie wäre, zu welcher die Academie einen frcyen Zutritt hätte. Man begreift leichte, daß eine solche Veranstaltung in ihrer Vollkommenheit sowol zur Anlegung als zur Unterhaltung, einen Aufwand erfodert, den nur große und mächtige Fürsten bereiten können. Doch kann auch mit mittelmäßigen Kosten eine Academie eingerichtet und unterhalten werden, welcher nichts von den nothwendigstcn Stüken der Einrichtung fehlet. In einigen Academien ist mit der eigentlichen Schule zugleich eine Rünftleracavemie verbunden. Nämlich eine Gesellschaft vorzüglich ge- schikter Manner, die von einem Aca iz Fürsten so begünstiget werden, daß es jedem Künstler zur Ehre und zum Vortheil gereicht, ein Mitglied der Gesellschaft zu werden. Diese Künstleracadcmie hat mit dem Unterricht der Jugend nichts zu thun; die Absicht ihrer Stiftung ist, einerseits, durch die Vorzüge große Künstler zu belohnen, anderseits, die Gesellschaft zu Untersuchungen über wichtige Theile der Kunst aufzumuntern. Sie sind für die Künste das, was die Academien der Wissenschaften für die Gelehrsamkeit. Von Zeit zu Zejt vcrfammlen sich die Mitglieder, um über wichtige, die Kunst betreffende, Materien sich zu unterreden, um Untersuchungen, Bemerkungen, Aussichten über die Kunst, vorzutragen. Es ist aber bis itzt noch keine Künst- leracademic vorhanden, die einen solchen Plan so befolgte, als einige Academien der Wissenschaften seit mehr als hundert Jahren zu thun gewohnt sind. Die älteste Mahleracademie, von der man Nachricht hat, wiewol sie diesen Namen nicht geführt hat, ist die von Florenz, die Gesellschaft des heil. Lucas gencnnt. Sie nahm ihren Anfang schon ini Jahr izzo, und wurde erst von der Regierung unterstützet, hernach von den Herzogen aus dem Hause Mcdicis in bc- sondern Schutz genommen. Die ansehnlichste Academie der,Künste und Künstler aber ist in Frankreich von Ludcwig dem XIV. errichtet worden. Von andern Academien, die an andern Orten mehr oder weniger blühen, kann der Herr von Hagedorn nachgelesen werden *). Da die, von H. S. angeführte, unh bekannte Uerrrs a UN smsreur äe la pein» ») I.eui-e Z un smaxeur äe !» peimure l>- Z-Z. f. si »4 Aca xelnmre, nur von sehr wenigen dergleichen Akademien Nachricht giebt, und auch daS, de» H. Reinholds Studium der Zei- chcnkunst und Mahlerey, Gött. 177z. 8. und das bcy H. Prangcns Akademie der bildenden Künste, Bd. S. 45 ». f. Halle 1787. 8. befindliche Verzeichnis derselben keineswcgcs befriedigend ist : so will ich das, mir hierüber bekannte, hersetzen. Zuerst erhellt aus einem Briefe des Tom. Temanza an den Gr. Algarotti (in dem ztcn B. S. Z27. dcrk»ccolt» sti leckere bull» pirrur», beult. est »rckir.i kam. ,766. 4.) daß die Venezianischen Mahler schon in: I. :Z45. und also früher, als die, von H. Sulzer angeführten Floren- tinischen Künstler, eine dergleichen Innung, eben auch unter dem Schutze des H. Lukas errichtet haben. Zu Florenz ist indessen auch noch eine besondre Academie der Baukunst vonGiorb. Nclli, imJ. 1758 errichtet worden, lind dann befinden der- Klcichcn Mahleracadcmicn in Italien sich, zu Rom, gestiftet und eingerichtet von Fcd. Zucchcro, im I. :59z. Diese gicng aber mit dem Tode des Flam. Vacea, bereits im I. 1599. wieder ein (S. OriZ. « proAr. stell' T^czst. clcl stilegno stei Kitt. 8culr. est /Vrckic. sti koms, racc. st» Dom. /rlberri, kav. 160z. 4. und die Likl. steil' eloczuen^» it»I. voiz Fon- tanini, P. 2. S. 4:0. Ven. 175z. 4.) Im I. 1715 wurde sie zuletzt wieder erneuert. ( S. die Orstine e 8r»turi stell' ^csst. stei Oilegna sti 8. huc» stikome, K. 171 5. 4. und kloti^is stelle ^c»st. «werte in Koma stall Kaps kenestcrco XIV. k. 1740- 12.) — Zu Moyland; das Jahr ihrer Stiftung ist, wenigstens »nie, nicht bekannt; gewöhnlich wird Leonardo da Vinci fb :54c-) für ihren Urheber ausgegeben; sie ist aber, wahrscheinlicher Weise, noch früher errichtet worden; daß sie noch fortbesteht, zeigt sich «us der Reise des La lande (V<>)'. stun Vranc. I'. ,. S, zc>6. Kar. 1769. t 2.) — zu Bologna, gestiftet im I. 1712. fs.vr»- reione per I» prim» tolenne tun^ione stel premio alle rre »rri, kirr. Sculr. sst >^rck. neli ^cast. (.'leineurins stel A c a DileAno, cli k. 7)nt. 8»ni, Kol. 1727. f. -ü,rri IcAzIi per I» bonsta^ione stell' fu- stiruro stelle Lcien^e est r^rri likerali sti Lvlogn», sti lkuig. kerst. lVlarliAli, Kol. 1728. st. Instru^ioni e »vvcrti- menci » cki viene »Aßreggto »il'^cast. LIemenr. Kol. 1749. 4- so wie die Istist. sts l st^castemie »ppells I'Instirur stes Lciences er stes T^rrs ecablie ä Lo- loZne, p. kstr. kimiers, SImst. 172z. st. UNd die Lcori» stell ^c»st. LIemenrin» sti Lologn» . . st» Liorp. ^snorri, Kol. >7z6 — 17Z9. 4.) — zu Parma, gest. 1716. und erneuert :?6o> (f. Institution! stell» k. ^csstemi» sti kirr. Lcult. est steck, instir. in k»rm» (1760.) 4.) --- Padua, gest. 1710. — zu Mantua, die sogenannte Theresianische Akademie gest. im I. :76s. — zu Turin, gest. 1777. (,s. kcZolamenri stell» ke»Ie ^castemi» sti kirr, e 8culr. Vor. 1778. 4.) Auch ist noch zu Rom die, im 1.1666 daselbst gestiftete französische Mahlcracademic; und unstreitig giebt es, in diesem, an Akademien überhaupt so reichem, l'andc derer noch mehrere. In Spanien ist, zu Madrid eine Mahleraeademie im I. 1752 gestiftet worden (f. stkerrur» so- lemne ste l» ke»l stcsstemis ste lasrres Kellas »rres, kinrur», klculrur» ^ 7lr- ckicetstur» con el nomkre sti 8an ker- nsnsto, kst»st. 1752.4.) — — In Frankreich stiftete Ludwig der igte die Pariser Mahleraeademie im I. 1648- und die Academie der Baukunst im 1.167:. Aber zu Paris ist auch noch eine,.von den Künstlern selbst, im I. >zyi bereits errichtete Mahleraeademie, so wie eine dergleichen, blos für die Manufaktur der bekannten Gobelins befindlich; — und zu Bordeaux ist eine dergleichen im I. 1781. errichtet worden (f. Mcusels MiSeellanecn, Heft 15. S. 179.) In England kam die königliche Mahleraeademie erst im I. 1768 zu Stande (s. die ko^al LKarrer incorporarinA rke locier;, ob^rrists ab Qrear Lrir»i», welche bereits ums Jahr 1760 sich zusammen gcthan hatten, Kunst. 1706.8. und ^kstrabb ot rke Instrument ob Institution ob rke koz'»l /Icsstemzr ob A c a A c a vk Kr» in London, ellabi. Ose. 10. ,7.6s. l,ond. 1769. z. — die im I. ,754 zu Edinburg in Schottland gestiftete scheint eingegangen zu seyn. — ?n Sen jseicOerlandcn sind deren chedcssen zu Gent, Brügge und Antwerpen gewesen; auch gicbc es zu Amsterdam meines Wissen» noch eine Zeichenschule; und zu Brüssel Ist umS I. 1770 wieder eine Mahler« aeadcmie errichtet worden. — Die Dänische wurde zu Coppcnhagen schon im I. >7Z8 gegründet; erhielt aber im I. 1754 erst ihre völlige Einrichtung (s. Lon- firinarion er exrenllon des Privileges er Loncclllon sccord. ü I'Kcad. Unzr. de Peine. 8culpr. er Krell. p. 8. ^'l. le Itoi .... priedricUslniroi >747- 4. und pundarion stör rlec Kengelig lZsnsIce LIcildre, öilcitiagger 0» K^Znings Kcad. liiod. 1754. 4. sv wie pvndsiion PKcad. Uezr. Dan. de Peine. 8c. er Kr- cliir. Lnpenk. 1764. 4.) — — In RnßlanO ist zu Petersburg im 1.1757 eine gestiftet, und im I. 1764 erneuert worden. In Deutschland ist die zu Nürnberg befindliche, die clltcstc; sie nahm im I. 1662 den Anfang (s. G, And. Will's Geschichte derselben, Alt- 1762. 4. und über ihren gegenwckrtigcn Zustand einen Aufsalz von Leonh. Andr. Möglich, in Herrn Meusels Museum, Stück 5. S. ;>, Mannh. 1788. 8). — Zu Berlin wurde die Acabemie der Künste bereits im I. 1S94 gegründet, aber erst im I. 1S99 völlig eingerichtet, und im I. 1786 wieder hergestellt (s. Vcschr. von Berlin, B. -. S. 714. Ausg. von 1786) — die zu Dresden ist nn I. 1697 gestiftet, und im I. 1764 mit Vermehrung der Heyden Acade- mien zu Leipzig und Meißen erneuert worden. (S. peccre ü un smareur de ia Peine. Or. 1755. 8- S. zoz. und die Vibl. der sch. Wissensch. B. 8 -S. Z46)— die, zu Augsburg befindliche entstand bereits im Jahre 1712. und wurde im Jabre ,779 erneuert (s. Ocffentlicher Vortrag, die Geschichte der hiesigen Kunstakademie, und die Angelegenheiten des Kunstwesens überhaupt betreffend .. von Em. Bier- mann, Augsb. -780.4.) — die, zu Wien gründete bereits Joseph der erste; aber Karl der 6te gab ihr, im I. 1726 die Vollendung (s. l-crcre 5 un smaceur de ia gelnr. S. zz6 und das Blatt Ilb> z dieser perrre), — Zu Mannheim ist, im I. 1757 eine gestiftet, und nachher nach Düsseldorf verlegt worden. — lieber eine, zu Mnynz, im I, 1757 errichtete findet sich in H. Meusels Misccll. Hcsto-. S. 2z; ein Dokument. — Zu Stuttgart wurde eine Aeademie der Künste im I. 1761 errichtet, und im I. 1776 mit der Karlsschule vereint. — !Zu München ist im I. 1770 eine dergleichen errichtet worden (s. Wcstcncicdcrs Bcschr. ... München >782. 8) — die, zu Cassel befindliche wurde im I. 1775 gegründet (s. Hessische Bevtrstge zur Gelehrsamkeit und Kunst, Franks, am M. 1784. 8. St. z. S. 401) und Zeichenschulen sind, zu Weimar, im I. 1777 — zu Frankfurt am M. im I. 1781 (s. Meusels Misccll. Heft 10. S. s;z) --- zu Lüttich, zu Hanau , u. a. O. m. gestiftet worden Der Nuych», und die Vorcheile von dergleichen Veranstaltungen werden in folgenden Schriften gezeigt: kur I'urilice des eradlillemens des ecoles -zrarnires de dcssein von Hrn. Dcscamp, p->r. 1768. 12. deutsch in der neuen Bibl. der sch. Wissensch. B. 6. S. 219. verglichen mit dem, was in eben dieser Biblioth. B. 4. S. zz8 über die Anstalten bey der Aeademie in Sdchsen gesagt worden ist. — Lssiii pkilolopliicznelffr l'ccablissemenc cie!> ecoles Ai aruirca de dellein tue jez eres meckaniqucs, P. b/lr. li, psr. 1769. 12, — ^Ism. concern. I'ecole »raruire de dellein, par. 1774. 4. — lieber die Nothwendigkeit einer Jeichcn- schule und deren Einrichtung, die erste von Chrstn. Friedr. Prangens Abhandl. über verschiedene Gcgenstelnde der Kunst, Halle 1782 — 1784. 8. 4. St. — Unter der Aufschrift, Kcademia handelt der erste Aufsatz in dein ersten Bande des Orestrio, Wien 1774. 8. von dem, was eine Aeademie ist und seyn sollte, — und vvrtreflichc Bemerkungen über dergleichen Anstalten in des H. v. Ramdohr Werk, über ik Acc über Mahlerey und Bilkhauccarbeit in Rom, TP. z. S. >Z5 u. f. Leipz. 1787. 8. Accent. (Redende Künste.) Aie Modification der Stimme, wodurch in der Rede, oder in dem Gesang, einige Tone sich vor andern ausnehmen, und wodurch also überhaupt Abwechslung und Mannigfaltigkeit in die Stimme des Redenden kommen. Wenn alle Sylben mit gleicher Starke und Hohe der Stimme ausgesprochen würden, so wäre wedcrAnnchmlichkeit nochDcut- lichkeit in derselbe»; sogar die Bemerkung des Unterschieds der Worter würde wegfallen. Denn daß das Ohr die Rede in Wörter abtheilct, kommt blos von dem Accent her. DieAccente sind aber von verschiedener Gattung, und haben sowoi in der künstliche» Rede oder der Sprache, als in der natürlichen, oder dein Gesänge, statt; wir müssen jede Gattung besonders betrachten. Jedes vielsylbige Wort hat auch außer der Rede, wenn es allein ausgesprochen wird, einen Accent, dessen Wirkung ist, dasselbe Wort von denen, die vor, oder nach ihm, stehen konnten, abzulösen und für sich zu einem Ganzen zu machen, indem «s dadurch eine Erhöhung und Vertiefung, einen Anfang und ein Ende bekommt und also zu einem Worte wird. Dieses laßt sich fühlen, und bedarf also keiner weitem Ausführung. Diese Gattung wird der grammatische Accent gencnnet. Er wird in jeder Sprache blos durch den Gebrauch bestimmt, dessen Gründe schwerlich zu entdeken sind. Dieser Accent ist eine der Ursachen, welche die Rede wohlklingend machen, indem erste in Glieder abtheilt, und diesen Gliedern selbst Mannigfaltigkeit giebt» da in verschiedenen gleich- H S. Ganz. A c c sylbigen Wörtern der Accent verschieden gesetzt wird. So sind die vicrsyl- bigen Wörter Gerechtigkeit, Xvohh tharigkcit, Philosophisch, Philosophie, gleich große Glieder der Rede, aber von verschiedenem Bau; indem eines den Accent auf der ersten, ein anders auf der zweiten, eines auf der dritten, und eines auf der vierten Sylbe hat. Die nächste Gattung des Accent!? ist diejenige, welche zu deutlicher Bezeichnung des Sinnes der Rede dienet und den Nachdruk gewisser Begriffe bestimmt; man nennt dieses den oratorischen Accent. Einsylbige Wörter haben keinen grammatischen Accent, sie bekommen den oratorischen, sobald sie Begriffe bezeichnen, auf welche die Aufmerksamkeit besonders muß geführt werden. In viel- sylbigen Wörtern wird der grammatische Accent durch den oratorischen verstärkt oder vcrschwächt, oder gar aufgehoben und auf andre Sylben gelegt. In der Redensart: er sezr stark oder schwach, daran liegt nichts, bekommen die Wörter stark und schwach kaum einen merklichen Accent: Sagt man aber, ist er auch stark genügt— oder: ist er wol schwach genügt — so bekommen sie durch den Accent einenNachdruk. In dem Ausdruk: was unmöglich ist, wünscht kein verständiger Mensch, behält das Wort unmöglich seinen grammatischen.Accent auf der ersten Sylbe, da in diesem Ausdruk — unmöglich kann mein Freund mich verlassen) — der ora- torische Accent auf die zweite Sylbe des Worts unmöglich kommt. Wer iin Zorn sagte — unmöglich, oder möglich, es gilt gleich viel — der würde den oratorischen Accent auf den grammatischen legen und die Sylbe un verstärken. Eine besondere Art des oratorischen Accents ist der pathetische, welcher den oratorischen Noch verstärkt. Dieser macht eigent- A c c Acc r? lich das aus, was wir den Ton nennen, davon besonders gehandelt wird *). Man kann nämlich einerlei) Reden mit einerlei) oratorischcnSlccen- tcn, dennoch so verschieden vorbringen, daß sie ganz entgegen gesetzte Charaktere annehmen. Von der Beobachtung der Accente hangt ein großer Theil des Wol- klangs ab. Der Redner und der Dichter, der seine Worte und Redensarten so zu setzen weis, daß alle Gattungen der Accente sich nicht mir unter dem Lesen selbst darbieten, sondern mit den Gedanken selbst so genau verbunden sind, daß sie noth- wcndig werden, ist unfehlbar wol- klingcnd. Denn daß der Wolklang mehr von den verschiedenen Accenten, als blos von der richtigem Beobachtung der Prosodie herkomme, scheinet eine ausgemachte Sache zu sepn. Hier ist zuvörderst die Eigenheit der deutschen Sprache überhaupt zu bemerken, daß, nämlich der eigentliche Xvortron in den mchcsylbigen Wörtern, immer auf der Stamm - oder Wurzelsylbe liegt, und hierüber vorzüglich H. Adlungs ^.ehrgcdande der deutschen Sprache, teipz. 1782. 8. Th. >. S. 245 nachzulesen. — Don dem Accent überhaupt, seinem Ursprünge, seinem Einflüsse auf Deklamation, handelt Condillac in dem bssai siir I'origins des cciirnoissonces bn- M2i'ne8, /.mit. 1746. 8. im 2ten Th. S. >9 u. f. — und von eben diesem Ursprünge desselben, oder des Tones, von seiner Wirkung auf die Entstehung der Sylbenmaßc, u. d. m. O. Webb in seinen Observarions on rbe ccirreipvn- dcnce berween pocrry and Xlulüc, hond. 1769. 8. (S. 6z ,'n H. Efchen- burgs Ucberf.)— lieber die Zeit der Entstehung, und also über die Natur des eigentlichen AccenteS; über die verschiedenen Folgen der Verschiedenheit feiner Bildung auf die verschiedenen Sprachen, und ch S. Ton der Rede. Erster Thcil. warum er nicht immer von der Quantität der Sylbcn abhängt; über den Unterschied zwischen Accent und Quantität, u. d. m. finden sich in der N. Bibliothek der sch. Wissensch. B. ie>. S. 69 u. f. vortrefliche Bemerkungen (von H, Sarve.) — Daß die bloße Sprache eben so gut, als die Musik, höhere und niedrigere Töne zuläßt, daß Vossius in seiner bekannten Abhandlung de viribus rbyrbmi folglich sehr unrecht gehabt hat, die l'änge und den Acecnt für eines und dasselbe anzusehen, u. d. m. davon handelt H. FostcrS killst c>u cbedisscrenrnocureot' secenc and czumrrir^, wirb rbeir ulc and zp- piicaricili in rbe cn^Iisb, larin such xreelc ionxuoZe, hrnn 176z und 176s. 8. — Was der Accent eigentlich in älter» Sprachen war; daß er nie mit der Quantität, oder dem Rhythmus vcr, wechselt werden müsse; in wie fern der Accent in den neuer» Sprachen zum Theil verschieden von dem Accent in den alten Sprachen scy, u. d. m. hat Monboddv in dem 2tcn Buche des t)riZin and pro- »reis css lanAu-iAe, hdinb. 1774. 8» S. 269 u. s. sorgfältig untersucht; und verschiedene seiner Bahauptungcn, in der ersten Ausgabe s. Werkes, als daß die neuem Sprachen keinen dergleichen Accent, wie die griechische und lateinische haben, u.'d, m. sind in der — prolb. dia rzrionalis, «r sn Lsssz? roward» LilablisbinA rbe meledz- snd meal'ure ok speecb, rc> be expressed and perpe- tuored >17 pecuüsr i^mboiz des Herrn Joshua Steele, hond. 1775. 4. Verb, und vcrm. cbcnd. 1779. 4- geprüft und widerlegt worden. — In Jam. Harris k>bilol. Inquiriez, Hund. >78l. 8. h. 2. Lb. 2. B. 1. S. üz u. f. findet sich eine Geschichte der ältcrn Sprachen, mit Untersuchungen über den Accent in den neucrn, besonders in der englischen Sprache. — lieber den Acecnt in der griechischen Sprache, Und in wie fern er musikalischer Ton war, über seinen Einfluß auf Wohllaut und Annehmlichkeit der Rede, u. s. w. sind imDionysiusHalik. Oper. D. il. S. >6 u. f. Ld.ttuds.) feine B Bern« !l! A cc Bemerkungen enthalten; und eine gute Abhandlung darüber von dem Abt Arnaud findet sich in dem zaten B. S. qz- li> f. der bkcm. 6c I'Hco6emie 6es Inlcripr. QuartauSg. — Anch der verstorbene Pr. Febr. Wvlfg, Reiz hat, unter der Aufschrist: prokoälge Ar. ^cceurus Incli- nario, ü.ipt. 1775 — 1782. 4. drei) verschiedene, hieher gehörige acadcmische SNiriftcn hinterlassen. — Von dem Ae- ceut in der lateinischen 'Sprache, und in >vie fern er verschieden von dem Aeeente der griechischen ist, handelt Quinetilian, I.ib. XII. 10. zz. S. 626. L6. Lcsn. Lörr. >7? 8. 4. und, vorzüglich in Rücksicht auf deutsche Sprache gehören noch hieher: ein Thcil des zehnten Abschnittes ans I. I. Breitingers Fortsetzung der kritischen Dichtkunst, Zur. 1740. 8- S- Z45 u. f. — Joh. Hcinr. Oest's Versuch einer kritischen Prosodic, Frf. a. M. 1765.8.— Die kleine Schrift, über die deutsche Ton- messung, 1766. 8. — Das Fragment von den Lebensaltern einer Sprache, aus der ersten Sammlung von Fragmenten über die neuere deuschc Llttcratur, Riga 1767.8. S-27 u. f. vergl. mit dem g. und yten Br. aus der Sammlung für den Verstand und das ss>crz, Brem. 1767. 8. und H. Herders Abhandl. über den Ursprung der Sprache, Beel. 1772. 8. S. 87 u. f. — aus der deutschen gelehrten Republik, Hamb. 1774. 8. ei» Abschnitt, S. 54; u. f. — aus H. Klopstocks Fragmenten über Sprache und Dichtkunst, Hamb. 1777. 3. vorzüglich das erste Fragment — und der Versuch einer deutschen Prosvdie, von K. Phil. Moritz, Bcrl. 1786.8. S. >69 u. f. — S. übrigens die Artikel, -Harmonie, Prosodic, Rhythmus u. d. m. Accent in der Musik. Die verschiedenen Grunde, aus denen die Nothwendigkeit der Aeeente in der Sprache erkennt wird, können auch auf die Aeeente des Gesanges angewendet werden. Der Gesang ist eine Sprache, die ihre Gedanken und ihre Perioden hat. Ohne Verschiedenheit des Nachdruks der einzeln Töne und A c c Mannigfaltigkeit darinn, das ist ohne Aeeente, hat kein Gesang statt *). Das Ohr muß bald gerecht, bald in seiner Spannung etwas gehcnimet werden, cht eine größere, dann eine geringere Empfindung bey einerlei) Gattung des Ausdruks haben. Die Accente, welche sowol einzele Töne erheben oder dampfen, als ganzen Figuren mehr oder weniger Nachdruk geben, sind die Mittel jene Würkun- gen zu erreichen. Diese Aeeente sind, wie die in der gemeinen Sprache, grammatische, oratorische und pathetische Aeeente; sie müssen alle erst von dem Ton- sicher , hernach in dem Vortrag von dem Sanger oder Spieler, auf das genaueste beobachtet werden. Die grammatischen Aeeente in der Musik sind die langen und kräftigen Töne, welche die Haupttönc jedes Accords ausmachen und die durch die Lange und durch den Nachdruk, durch die mehrere Fühlbarkeit, vor den andern, - die durchgehende, den Accord nicht angehende Töne sind, müssen unterschieden werden. Diese Töne fallen auf die gute Zeit des Takts. Es ist aber schlechterdings nothwendig, daß sie in Singestükcn mit den Ac- centen der Sprache genau übcrein- lrcffen. Die oratorischen und pathetischen Accente des Gesanges werden beobachtet, wenn auf die Wörter, welche die Hauptbcgriffe andeuten, Figuren augebracht werden, die mit dcni Ausdruk derselben übercin kommen, weniger bedeutende Begriffe aber mit solchen Tönen belegt werden, die blos zur Verbindung des Gesanges dienen; wenn die Haupt- vcrändernngcn der Harmonie aufdie- selben verlegt werden; wenn die kraftigsten Allszierungcn des Gesanges, die nachdrüklichsien Verstärkungen oder Dämpfungen der Stimmen, an die S. Gesang. A c c die Stellen verlegt werden, Ho der Ausdruk es erfodert. In Singestüken muß demnach der Tonsetzer zuvodcrst die Acccnte seines Textes genau sindiren, weil die sei- nigcn nothwcndig damit übereinstimmen müssen. Erst alsdenn, wenn er seinen Text mit allen Accenten, dem Ohr vollkommen cingcprägct hat, kann er auf seinen Gesang denken. Da aber der Lauf des Gesanges durch die Hm monic und den Takt ungemein vielmehr eingeschränkt ist, als der Lauf der Rede, so findet srcy- lich der Tonsctzcr starke Schwierigkeiten , diese Heyden Dinge mit dem Accent zu verbinden. Er hat aber mich wieder Mittel sich heraus zu helfen: die Pausen der Singestimmc, da inzwischen die Instrumente seine Periode vollenden: die Wiederholung einigcrWörter, und andre ihm eigene Kunstgriffe, kommen ihm zu Hülfe, wenn es ihm nur nicht an Genie fehlt, selbige recht anzuwenden. Die Musik hat unendlich mehr Mittel, als die Sprache, ein Wort und eine Redensart verschiedentlich vor andern zu modificiren, das ist, sie hat eine Mannigfaltigkeit orato- rischer und pathetischer Acccnte. da die Sprache nur wenige hat. Dieses ist einer der vornehmsten Gründe der vorzüglichen Starke der Musik über die bloße Poesie. Aber desto mehr Schwierigkeit hat auch der Tonsetzer, diese Acccnte mit den übrigen wesentlichenEigcnschaftcn des Gesanges so zu verbinden, daß er nirgend weder gegcn die Harmonie noch gegen den äußerst genau abgemessenen Gang des Gesanges, anstoße. Auch der Tan; hat seine Acccme, ohne welche er ein bloßer Gang, oder eine unordentliche Folge von nicht zusammenhangenden Schritten oder Sprüngen seyn würde. So sind z. E. der Stoß oder k'roppö, die Beugung der Knie, oder das plis, der Sprung ohne Fortrükung, in dem Acc Tanz, das, was die grammatischen Acccnte der Sprache sind. Das Figürliche des ganzen Schrittes, mit allem was dazu geHort, kommt mir dem oratorischen, oder nach Beschaffenheit auch mit dem pathetischen Accent überein. Man begreift aber, daß diese Accente nicht nur alle Schwierigkeiten der musikalischen Accente, sondern noch andre dein Tanz besondere zu überwinden haben. A c c o r d. (Musik.) ^jst jeder aus mehreren zugleich klingenden und dem Gehör unterscheidba- rcn Tönen zusammengesetzter Klang; aber das Wort hat insgemein diese besondere Bedeutung, daß es einen zu dem Satz der Musik brauchbaren, oder regelmäßig zusammengesetzten Klang bedeutet. In unsrer Musik hat jedes Tonsiük allemal eine, nach gewissen Regeln, auf einander folgende Reyhe solcher Klänge oder Ac- corde zum Grunde, durch welche der Gesang einzclcr Stimmen, oder die Melodien zum Theil bestimmt werden. Nur in sofern die Tonsiüke aus verschiedenen Stimmen bestehen, erfo- dern sie die Betrachtung der Accorde. Der einstimmige Gesang hat keine Accorde zum Grund; sie sind erst aus der Einführung der Harmonie und des vielstimmigen Gesanges entstanden. Deßwcgen haben die griechischen Tonlehrcr nichts von den Ac- corden geschrieben. Der erste und wesentlichste Theil der heutigen Setzkunst bästeht in der Kenntnis aller brauchbaren Accorde und der Arc, wie eine Reyhe derselben in eine gute Verbindung zu bringen ist. Aber nicht nur der Tvnse« tzer, sondern auch der, welcher die Begleitung eines Tonstüks auf sich nimmt, muß diese Kenntnis haben. In diesem Artikel wird die Bcschaf- B 2 fenheit 20 A ce fenheit der Accorde, jeden für sich betrachtet, erklärt; das was zu ihrer Verbindung gehört, wird an einem andern Orte vorkommen *). Man findet bey den Tonlehrern eine große Verschiedenheit der Meinungen über die Anzahl, den Ursprung und den Gebrauch aller zur Musik dienlichen Accorde. Diese Materie scheint überhaupt so sehr verworren, daß man denken sollte, es scy unmöglich sie methodisch zu ordnen. Allem Ansehen nach haben die ältesten dreistimmigen Gesänge eine Folge consonirender Accorde zum Grund gehabt. Die Begierde, die Harmonie reizender zu machen, hat ohne Zweifel die Tonsetzer vermocht, auf einigen Accorden einen Ton aus dem nächst vorhergehenden beizubehalten und ihn erst, nachdem er das Gehör durch den Mißklang etwas gereizt hatte, in den consonircnden Ton herüber gehen zu lassen **). Nach und nach mögen sie bemerkt haben, daß mehrere, und sogar alle Töne des consonircnden Accords so können versetzt werden, daß der Fortgang des Gesanges dadurch angenehmer wird. Durch unzählige Proben dies«- Art ist endlich eine sehr große Anzahl verschiedener Accorde in die Musik eingeführt worden, über deren Werth und Gebrauch man noch nicht einstimmig ist, und worüber man insgemein das Gehör der erfahr- ncstcn Tvnsetzer zum Richter anruft. Bei) dieser Beschaffenheit der Sache wäre es sehr zu wünschen, daß eine Methode entdckt würde, durch welche man alle brauchbare Accorde bestimmen ftfimte. Der französische Tonsetzer Rameau hat dieses versucht und här bei) vielen Beifall gefunden. Zn der That scheinet er auch in manchen Stüken auf den eigentlichen Grund der Sachen gekommen zu fcyn. Es würde für uns zu weitlauftig *) S- Fortschrcitung. S. Dissonanz. Vorhalt. A c e scyn, sein System auseinander zu setzen, daher wir uns begnügen, die Schriften anzuzeigen, in denen man dasselbe findet ^). Noch tiefer scheint Tartini in den Grund der Sache gedrungen zu seyn, aus dessen System sich die Accorde und ihr Gebrauch herleiten ließen. Rousseau hat eine sehr deutliche Entwiklung dieses Systems gegeben -»). Nach genauer Ueberlegung der Sachen scheint folgende Vorstellung dieser Materie sich durch ihre Einfalt und Deutlichkeit vorzüglich zu empfehlen. Man kann zuerst annehmen, daß ein jedes Tonstük blos auf eine Ney- he consonirender Accorde gegründet scy, und zu dieser Voraussetzung die brauchbaren Accorde aufsuchen; hernach kann man die Gründe erforschen, aus denen wahrscheinlicher Weise die Dissonanzen in der Harmonie entstanden sind, und versuchen, ob dadurch die Anzahl und Beschaffenheit der dissonirenden Accorde könne bestimmt werden. Die erwähnte Voraussetzung hat nichts erzwungenes. Es ist wahrscheinlich, daß im Anfang, da der vielstimmige Gesang aufgekommen, alles darinn blos confonircnd gewesen scy: und man hat noch gute Stüke ohne Dissonanzen. Es ist übcrdcm eine nicht nur wahre, sondern wichtige und wesentliche Bemerkung, daß ein vollkommenes Tonstük allemal so gefetzt fcyn müsse, daß, wenn alle Dissonanzen ausgestrichen werden, das, was übrig bleibet, einen guten harmonischen Zusammenhang habe. Darum ist es eiss wesentlicher Thcil der Setzknnsi, daß man einen Gesang durch ') l'rgire'ste l'Iiarmome etc. pzr dte. liaineau 4ro. Marpurgs Handbuch zum Generalbaß und dcrCdmuositwn. Desselben Ilcbersci-ung des Herrn d'A- lcmbcrts systematischer Einleitung in die Selzkunst. OiÄionaire cle bluügue P2> .l j. kousscau. 55) ^rc. Systeme. A c c durch bloße consonirendc Harmonien durchzuführen wisse. Nun nehmen alleTonlehrcr dieses als eine», durch Erfahrung hinlänglich bestätigten Grundsatz an, daß ein confonirender Accord nur drey- siimmig seyn könne. Darinn kommen alle überein, außer daß unlängst ein großer Mathematiker zu behaupten gesucht hat, daß sich auch ein confonirender vierstimmiger Accord finde *): dieses aber kann gegenwärtige Untersuchung nicht stohren. Ferner werden wir sowol durch dasZeugniß desOhrs, als durch die Untersuchung des Ursprungs der Harmonie versichert, daß unter allen möglichen dreysiimmigen Accorden, derjenige, der aus der Terz, der Quint und Octave des Grundtones zusammengesetzt ist, die vollkommenste Harmonie habe *6). Dieser Accord wird dcßwegeu vorzüglich der harmonische Drerklang genennt. Nun hat Rameau zuerst deutlich gezeigct, daß alle übrige consonirendc dreysiimmige Accorde nichts anders, als eben diescrDreyklang seyn, dessen Terz, oder Quinte in den Baß gelegt worden. Denn zu dem Drey- klang müssen der Octave des Grundtones , noch zwei) andre Tone hinzugefügt werden, die man aus dieser Reyhe, Secunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte und Septime erwähnter Octave, aussuchen muß. Aus dieser Reyhe werden sowol die Secun- den, als die Septime nothwcndig ausgeschlossen, weil sie beyde init der Octave des Grundtones dissouirenf), also bleiben die Terz, Quarte, Quinte und Sexte übrig. Von diesen können nicht zwey an einander liegende, nämlich Terz und Quarte, Quarte und Quinrc, Quinte und Sexte ge- 5) Herr Euler in den ktemoires äe l'^» caU. Kay- cles Sciences er Le»es-I.er- rres ponr I '^rnnee 1764. S. 177. f. f, Man sehe den Art. Septime. S. Harmonie, f) S. Dissonanz. Ace ^2! nommen werden, weil immer die höheren gegen die niedrigem Secun- den ausmachen, folglich dissoniren. Daher bleiben keine übrig, als z und 5, z und 6, 4 und 6. Im ersten Fall hat man den vollkommenen Drey- klang, im andern und dritten seine Verwechslungen *). Demnach ist nur ein einziger confonirender Grundac-- cord, nämlich der harmonische Drcy- klang. Kennet man also dessen Arten, die an einem andern Orte an- gezciget werden 2»), so hat man eine vollständige Kenntniß aller consoni- renden Accorde. Und hicmit wäre der erste Theil der Untersuchung geendiget. Mit Entdeckung aller brauchbaren dissonircudcn Accorde hat es etwas mehr Schwierigkeit. Hier muß nun zuerst das bemerkt werden, was von dem Ursprung und dem Gebrauch der Dissonanzen gesagt worden ist Daraus erhellet, daß der Accord der Septime der einzige nothwendige vierstimmige oder dissonirende Grund- accord ist. Nimmt man nun alle Verwechslungen desselben, die in dem Artikel über diesen Accord auseinander gesetzt worden sind f), so hat man ein vollständiges Verzeichnis aller wesentlichen dissvnirendcn Accorde. Wenn man nun endlich die andre Gattung der Dissonanzen betrachtet, die wir zufällige genennt haben ff): so darf man nur Stufenweise von allen consomrenden und allen zum Septimenaccord gehörigen dissoni- rcndcn Accorden einen, zwey oder mehrere Tone vcrrüken; alsdenn bekommt man, wie es scheinet, alle nur mögliche brauchbare Accorde, nebst deren Verwechslungen. Bz Um ch S. Verwechslung. S. Art. Dmstlang. 255) S. Dissonanz. f) S. Septimcnaccvrb. fH S. Dissonanz: Vorhalt; Verrä- kung. 22 A e e A ce Um also czar alle Accorde zusammen zu haben, müste man die Tabellen. die wir in den auf vorheriger und dieser Seite unten angezeigten Artikeln eingeschaltet haben, zusammen vereinigen "'). Von der besten Art, die Accorde für den begleitenden Paß zu bezeichnen, wird im Artikel Bezifferung gesprochen werden. Ein Accord ist vollständig, wenn alle Tone, die seinem Ursprung nach dazu gehören, sich darum finden: unvollständig ist er, wenn einige davon weggelassen werden. So besteht der vollständige Septimenaccord aus der Terz, der Quinte, der Septime ynd der Octave. Diese aber sowol, als eine her beyden andern, werden bisweilen weggelassen. Zu der Berichtigung und Schätzung dieses Artikels im Ganzen, können die, in der ncuenBibl. dcrsch.Wisscnsch. B. 15. S. --6 darüber gemachten Bemerkungen dienen. — Das, vvnH. Sulzcr in demselben angeführte System des Eins. Tarrint ist weitläustig in dessen l'rsrcoco eli .VIri- älcs ioconllo Is vera tcicu?s ckell ^r-- nrvnia, l'sä. »754. 4, lind in s. Oiiler- rzzwni 6e' principe ckcll Armanis nruiicale, corxtenura »eil äiaconico gencre, ?ach 1767. 4. zu finden. —» »lebrigcns ist das Verdienst des Rameau, so groß es wirklich um die französische Musik seyn mag, um die Bestimmung der Methode aller brauchbaren Accorde, weder ch groß, noch so einzig, als es in dem Artikel dargestellt wird. Nicht so groß; denn sein Svstcm der Harmonie selbst (welches er zuerst, im I. »720. in dein, von H. Sulzer angeführten, in 4. gcdruck- tenll'rairö vortrug, und welches von dÄlcm- bert in den Lloineos lle Uufigue cbeo- *) Art. Dreyklangz Scptinienaeeord; O.nartenaccord; Nomnacevrd. Solche Tabellen bat Hr. Kirnbergec in dem schönen Werk, die Rnnst des reinen Sayes, r. Th. S. zz. Kegchen. reriqus er prarigue, ?ar. «752. 8. deutsch von Marpurg, Leipz. 1757. 4. nachher erläutert, oder faßlicher gemacht morden ist) beruht kcineswegcs auf einer vollkommen gegründeten allgemeinen Erfahrung. So sinnreich es also auch immer seyn, und so sehr es immer auch das Studium und die Praxis der Harmonie erleichtern mag: so verdient es doch kci« neswegcs demonstrirt zu werden. Und eben so wenig ist es neu. lim nur bcy deutschen Schriftstellern stehen zu bleiben: so hat schon Heinechcn in seiner, bereits 1711 erschienenen, und 17-z z» Dresden in g. wieder abgedruckten „Anweisung zum Generalbaß in der Eomposition/' die vorgebliche Rameausche Entdeckung, wenn nicht völlig, doch dem Wesentlichen nach gekannt. Auch hat schon selbst ein französischer Schriftsteller, H. Pierre Estcvc', in der Konvelle ciecnuverce ciri principe äe I Ii.ormonic, psr. 175«. 8- die Unzulänglichkeit desselben gezeigt, und ein anderer, H. I. A. Scrre von Gcncvc, hat ein, aus dem Rameausche» und Tar- tinischcn, zusammen geschmolzenes, neues System, in seinen kriliiiz iur ieo princi- pcs äe l'kormnnie, Usr. 175z. I 2. bekannt gemacht, sowie in seinen Obicr- vacienz sur Icz plincipes äs bbormr,- nie, pur. 176z. 8- zur Gnügc erwiesen , daß der Rameausche Generalbaß in sehr vielen Fällen diesen Nahmen nicht verdient, und dafi das Tartinischc eben so unvollkommen ist, welches, wahrscheinlicher Weise die kleine Schrift des Tar- tini, Ibiipoita . . . »IIa cririca äell äi lui crarcaco äi öäufica . . . Von. 1767.8. und die vorher angeführten visserrszioni, als Erläuterungen seines erster» Werkes veranlaßt hat. — Indessen befindet sich in der ^ü'cmblee publique äe Is Loa, roz-, lies Lciences . . . äe öäonrpel- lier, 1752. ein Vieinoire von H. Ro- niicu über eine nonvelle äöcnnveroo äcs ic>N5 barinoniczucs ßraveii, äonc ia rebonancs ell rres ieniible äans les sccoräz äez inllrurnenx ^ venr, welches zu dee Bcfiäligung des Tartinischen Systems dienet. Mas den Unterschied zwischen A c e Ada sz zwischen diesen Heyden Systemen überhaupt anbctrlft: so führen beyde zwar zu hcynabe ähnlichen Schlüssen, aber dieses geschiehet auf ganz verschiedenen Wegen. In dem erssern wird der Diskant ausdem Basse, in dem letztem der Baß aus dem Diskant gleichsam entwickelt, und ihr ge. scnseitiger Werth hängt also von der Frage ab: ob der Gesaug der Begleitung, oder die Begleitung des Gesanges wegen da ftp? — llebrigcns gehören zu der Vollendung dieses Artikels vorzüglich, der —- Vi-oirö cies accoi-äs er cio Icur iuccellion x. tele. i'/Vdbe livuilicr, por. 1764. 8 und Ebendesselben dlormooie prorigue, r>u llxemples pvur le Vroico eles s^c- coräs, ?- 1776. 4. (welche den eigentlichen Theoristcn vielleicht ani ersten befriedigen möchten) — k.c liäonuc! ha» moniczue, c>ci rsbleon clcz accoicks Kar- monigucz p. kelr. (lesn) Oudrcuil, ?. >768- 3. (bloö zur praetischen Kcnnt- niß der Accorde beförderlich) — Vrairs che In kckuliizuc, concernanr les kon.i, lcs Karmonie5, les acror'ch cc ie chl- lcours mufiesl, p. dlr. che kcmeczrie- chcr, ?sr. 1776. 8- Die wahren Grundsätze zum Gebrauch der Harmonie, darin deutlich gezeigt wird, wie alle mögliche Accorde uns dem Drcyklang unddem wesentlichen Septimcnaccvrd und deren dissonicenden Verhältnissen herzuleiten und zu erklären sind: ein Zusatz zu der Kunst des reinen Satzes, von G. P. Kirnbcrgcr, Berlin 177z. 4. Und von den Accor- ben überhaupt handelt noch E, P. E. Bach, in dem etcn TH, seines „Versuches über die wahre Art, das Clavicr zu spielen," Berlin »76s. 8 , so wie G. Friede. Wolf im 2ten Th. seines „Unterrichtes im Cla- Licrspielen," Halle 1739. 8- 2 B. — Im oten B. von F. W. Marpurgs kritischen Bepträgcn zur Aufnahme der Musik, Verl. >755. 8. finden sich Tabellen über alle drey - und vierstimmige Accorde von Fr. W. Riebt; und in Noußeaus Wörterbuch der Musik, bei) dem Art.Äccord dergleichen Tabellen von allen in der Musik angenommenen Accordcn, obgleich nach dem System des Ramcau. — Adagio. (Musik.) Dieses italienische Wort bedeutet etwas mittelmäßig langsames lind wird den Tonstükcn vorgesetzt, welche mit schmachtendem und zärtlichem Affekt sollen gespielt oder gesungen werden. Ein solches Stük wird auch selbst ein Adagio genennt. Das Adagio schiket sich zu einem langsamen und bedächtlichen Aus- druk, für zärtlich traurige Leidenschaften. Weil dabcy jeder Ton deutlich und bedächtlich angegeben wird, so muß ein solches Stük nothwendig einfacher und ungekünstelter seyn, als geschwindere Sachen. Alle Leidenschaften, deren Sprache langsam und bedächtlich ist, sind rührend. Daher muß der Tonsetzcr in dem Adagio mehr für das Herz, als für die Einbildungskraft arbeiten. Künstlich ausgedachte Figuren schiken sich nicht dazu; denn je mehr das Her; gerührt ist, je weniger zeiget sich der Wiz. In Ansehung der Harmonie erfodert diese Gattung den größten Fleis, weil die Fehlers leicht bemerkt werden. Man thut übrigens wol, wenn man dergleichen Stüke nicht gar lang macht: sie ermüden den Zuhörer leicht. Hierin versehen es bisweilen die größten Meister, da sie doch bedenken sollten, daß ein einziger AngenbÄ Langerwcilc das Vergnügen eines ganzen Stüks zerstört. Das Adagio erfodert eine besonders gute Ausführung: nicht nur dcßwcgen, weil bey der Langsamkeit jeder kleine Fehler gar leicht bemerkt wird, sondern auch darum, weil es wegen Mangel des Reichthums matt wird, wenn nicht ein nachdrüklicher und kräftiger Äusdrnk es schmakhaft macht. Der Spieler, welcher sich nicht in einen sanften zärtlichen Affekt setzen kann, der ihm den wahren Ton dieser Gattung von selbst an- giebt, wird darinn nicht glürlich styn. B 4 Vit' -4 Aeh Viel große Sänger und Spieler sind im Adagio niemals glüklich gewesen. Herr Guan; hat in dem igten Haupt- stük seiner Anleitung zum Flöten- spielen *) viel nüzlichc Anmerkungen Uber den Vortrag dieser Gattung. -H- -K- Adagio, als Beywort betrachtet/ bezeichnet, von den fünf Hauptgradcn der Bewegung in der Musik, wenn man von dem geschwindesten zu zähle» anfangt, d'cn vorletzten; und lstßt nicht, wie das Presto, Allegro, Andante und Largo, Untrrabthei- lungen zu. Aehnlichkeit. (Schöne Künste überhaupt.) Aie Würkung sowol ganzer Werke der schonen Künste, als cinzclerThcile derselben, kommt gar oft von der Achnlichkeit her. Von ihr kommt das Vergnügen, das ein durch Kunst nachgeahmter Gegenstand erwckt; ihr hat inan oft die. große Würkung einiger Vorstellungen der Beredsamkeit und Dichtkunst zuzuschreiben. Auf ihr beruhen die Annehmlichkeit und die Kraft der aesopischen Fabel, des Gleichnisses, der Bilder, der Allegorie, der Metapher. Es gehört also zur Theorie der schonen Künste, daß dieser Gegenstand genau untersucht werde. Daß die bloße Bemerkung der Aehnlichkeit uns angenehm sey, erkennen wir aus dem Vergnügen, welches solche Nachahmungen crwe- ken, deren Urbilder wir nicht gerne sehen. Wir ergctzcn uns, sagt Pia- tarckus *'), au einer gewählten Ey- Berlin 175:. 4. N. Aufl. Bresl. i7«o. **) In der Abhandlung, wie man die Dichter lesen soll, welche ausser in den sämtlichen Werken des Plutarch, auch einzeln, unter andern von I. Tob. Krebs, Leipz. 1746. !j. und 177?. 8. «riech, und lak, herausgegeben worden ist. -A e h dechse, an einem Assen, oder gar wol an dem Gesicht eines Thsrsites, nicht der Schönheit, sondern der Aehnlichkeit halber. Man betrachtet manches gewählte Bild mit großem Vergnügen, von dessen Urbild man die Augen wegwenden würde, so bald man es erbliket. Wollte man dagegen einwenden, daß das Vergnügen in den angeführten Fallen nicht von der Bemerkung der Aehnlichkeit herkomme, da es auch bcy gut gemahlten Bildern statt hat, deren Urbilder man nicht kennet, und also die Aehnlichkeit nicht bemerken kann; so wird eine nähere Ueberlegung der Sache diesen Einwurf bald heben. Wenn wir gleich die Person, deren Bild wir betrachten, nicht kennen: so cnrdckcn wir doch in diesem einen Charakter, ein Leben, eine Seele, ein Temperament, dergleichen wir an lebenden Menschen bemerkt haben; mithin eine Achnlichkeit mit einem würklichen Menschen, wiewol wir ihn nicht kennen. Eine von oe-Hcem gewählte Frucht oder Blume, die man einmal in der Natur gczciget, zeiget ein vegetabilisches Leben, in völliger Aehnlichkeit mit dem Leben andrer uns bekannten Blumen. Es ist die Bemerkung dieser Aehnlichkeit, die uns gefällt. Es haben einige Kunstrichter geglaubt, daß das Vergnügen aus der Bemerkung der Achnlichkeit von der Bewunderung der Kunst herrühre. Allerdings macht die Betrachtung der Kunst an sich selbst auch Vergnügen *), aber in den bemeldten Fallen ist noch ein Ergctzcn da, welches mit diesen; nichts gemein hat. Wir finden ja einen Gefallen an Achnlichkei- ten, die von keiner Kunst herrühren; an einem Florentinischen Marmor, der eine Landschaft vorstellt, an einer Blume, welche große Aehnlichkeit mit einer *) S. Künstlich. A e h einer Fliege hat*), und an vielen andern Dingen dieser Art. Demnach ist die bloße Bemerkung der Aehnlichkeit, ohne alle Rüksicht auf die Kunst, wodurch sie entstanden ist, eine Ursache des Vergnügens. Es ist auch nicht schwer zu zeigen, wie es entsteht. Wir sehen zwey ihrer Natur nach verschiedene Dinge, einen würklichcn Korper, und eine flach ausgespannte Leinwand mit Farben bcdekt. Die Natur des einen scheinet der Natur des andern entgegen zu seyn. Dennoch cntdcken wir in beyden so viel einerlei), daß das eine eben die Empfindungen in dem Auge erwekt, als das andre. Dieses einerlei) bey sogar ungleichen Dingen, muß also nothwendig auf sehr ungleiche Weise entstehen. Der Geist stellt sich, wicwol ganz dunkel, zwei) Quellen oder Ursachen vor, deren Naturen einander entgegen sind, die aber einerlei) Würknngcn hervorbringen. Dieses ist uns etwas unerwartetes; zwey ihrer Natur nach ganz verschiedene Einheiten, kommen in eben demselben mannigfaltigen übcrein. Hohen und Tiefen auf einer Flache, so gut als an einem würklichen Korper; ein Leben und eine Seele in einem Stein: dies muß uns nothwendig in eine angenehme Bewunderung setzen. Selbst das große Geheimnis von dem Reiz der Schönheit scheinet mir daher erklärbar, daß wir die Vollkommenheit eines Geistes in der Materie erbli- ken "*). Außer diesem unterhalt die Bemerkung der Aehnlichkeit den Geist in dcr'Würksamkeit, welche allemal nothwendig von der angenehmen Empfindung begleitet wird Eine bestandige Vergleichung aller Thcile zweyer Gegenstände, und Bemerkung *) Orcdls mutcsm reksrcns, **) S. Schönheit- S. Theorie der angenehmen und tmaiWiichiiien Empfindungen. Aeh 2z ihrer Uebereinstimmung unterhält diese Würksamkeit. Die Wahrheit dieser Anmerkungen wird durch Betrachtung einiger besonderer Fälle bestätiget, da die höchste Aehnlichkeit nur wenig Vergnügen erwekt. Nichts ist ähnlicher, als die Wachsabgüsse von würklich lebenden Personen; dennoch gefallen sie unendlich weniger als gut gc- mahlte Porträte. Der Abguß ist ein würklichcr Körper, und demnach fällt die Bewunderung der Uebereinstimmung weg. Daß einerlei) Gegenstände einerlei) Würkung in dem Auge hervorbringen, hat nichts außerordentliches. Wir verwundern uns nicht darüber, daß ein wcißglüendcs und also brennendes Eisen, Licht von sich streut, so wie die Flamme; bey« des kommt vom Feuer her. Aber wenn wir dieselbe Würkung von einem kalten Körper, wie der Phos- phorus ist, sehen; so empfinden wir darüber eine angenehme Bewunderung. Das Reizende der Aehnlichkeit kommt von der entgegen gesetzten Natur der Dinge her, darin man sie bemerket. Warum bewundern wir die Aehnlichkeit der Bilder im Spiegel so gar nicht, da sie doch so ganz vollkommen ist? Wir halten das Bild ün Spiegel für einen eben so würklichcn Gegenstand, als das Urbild ist. Ein dunkelesGefühl, daß es ebendasselbe scy, überhebt uns sogleich aller Vergleichung beydcr Gegenstände. Wir beschäftigen uns so wenig damit, als mit der Vergleichung der Bilder in einem vielseitigen Spiegel. Wir nehmen es für ausgemacht an, daß in dem einen nichts seyn könne, als was in allen andern ist. Daher ist dieses kein Gegenstand nnscrs Nachdenkens- Diese deutliche Entwiklung der Art, wie die Bemerkung der Aehnlichkeit. das Vergnügen hervorbringt, setzet uns in Stand, den Werth der Nach- B 5 ahmun- 26 Ae h ahmungen m den Künsten zu bestimmen und den Künstlern ein Geheimnis zu entdckcn. Je entfernter San nachgeahmte BllS seiner Ngtnr nack? von Sem Urbild ift, je leb. haftcr rührt Sie Aehnlichlleit. Dieses ist eine Anmerkung, deren sich die Künstler, und vorzüglich Redner und Dichter nnt dem größten Nutzen bedienen können. Wenn sie Aehnlich- keiten darstellen können, die ganz außer der Natur ihrer Bilder liegen, und ihr so gar zuwidcrsprechen scheinen, so werden sie den höchsten Bey- fall erhalten. Der Mahler befleiße sich nicht nur die Gestalt und die Farben, das Licht und die Schatten seines Urbildes zu erreichen; man begreift bald, wie diese körperliche Dinge auch auf einer Flache zu erhalten find: er wende den äußersten Fleis auf die Darstellung solcher Sachen an, welche über die Würkung der Farbe zu gehen scheinen; er mache Dinge sichtbar, die nicht für das Auge gemacht scheinen, die Warme und Kalte, das Harte und Weiche, das Leben und den Geist: dadurch wird er uns in Bewunderung setzen. Dieses ist in allen Nachahmungen das höchste. In der Musik ist es nichts außerordentliches, daß man die Hohe und Tiefe, die Geschwindigkeit und Langsamkeit der Rede nachahmet. Daß man aber den Tonen Eigenschaften geben kann, welche der tonende Korper, die Flöte oder die Sayte nicht haben kann, daß sie zärtlich seufzet, wollüstig schmachtet, oder vor Schmerzen stöhnet , dieses rührt uns bis zum Ent- züken. Eben so sehr gefaltet es uns, wenn es demTonsetzcr gelingt, durch bloße ungebildete Tone eine Art vernehmlicher Sprache hervorzubringen, daß wir glauben eine cmpfindnngs- volleRcde zu vernehmen. Daß man aber durch Töne das Rauschen der Gewässer, oder das Rollen des Donners nachmachen kann, ist eine ganz A e h gleichgültige Sache. Beydes ist eine Würkung der Tone, und also auch leicht dnrch Tone nachzuahmen. In den Bildern der Sprache und in den Gleichnissen kommt ein großer Thcil des Vergnügens von dem weiten Abstände des Bildes von seinem Urbilde her. Wer in der Natur einer Pflanze richtige Achnlichkeiten mit moralischen Gegenstanden entde- ket, der hat etwas feineres bemerket, als der, welcher dasselbe in einem Thier bemerket hat. - Das kleine Bild bcym Virgil. I'um vikka revocznr vires, /«Fz»s Fe? Implentur vetsris önccki . . . *) ist sehr reizend. Es cntdckt uns eine gar unerwartete Achnlichkcit zwischen einem festen und einem flüßigcn Körper. Die müden Glieder der Männer von Troja fliesten wie Wasser auf das Gras hin. Dergleichen Veywortcr, welche sehr entfernte Achnlichkeiten entdekcn, geben der Rede eine große Lebhaftigkeit, und eben dieses Leben bekommen die metaphorischen Ausdrükc von dieser Art. Die Franzosen sagen: fonärs iar l'ennsmi, auf den Feind hinfließen, wie ein gewaltiger Strohm. Ans eben diesem Grunde gefallen die Fabeln, worum die handelnden Personen Thiere sind, besser, als die Menschlichen; denn die Achnlichkcit zwischen Thieren und Menschen ist entfernter, als zwischen Menschen und Menschen. Ein Gleichnis gefällt mehr als ein Beyspiel, und ein Gleichnis von sehr entfernten Gegenständen mehr, als eins von nahen. Dieses aber ist nicht so zu verstehen, daß die Achnlichkeiten selbst entfernt seyn müssen. Denn je genauer diese in bcyden Gegenständen übereinstimmen, je größer ist die Würkung. Alles weit hergeholte und gezwungene vermindert oder zernichtet Hea. I. «14. Aeh Ae h 27 nichtet sogar das Vergnügen, wcl- Thicre wol zn erforschen, und das ches man uns durch Entdekuiig der Aehnliche mit moralischen Gcgen- Achnlichkeit machen will. Es ist standen, das darinn liegen mochte, auch sehr nothwendig, daß die Red- als richtige Entdeknngcn zum künfti- ncr und Dichter in der Wahl der gen Gebrauch zu verwahren *). Bilder, der Gleichnisse und Allcgo- So wie das Aehnliche eine Quelle rien, deren wesentliche Vollkommen- der Schönheiten ist, so ist es auch heit in der Aehnlichkeit besteht, die eine Quelle des Frostigen, wenn die Worsichtiakcit brauchen, das Ve- Aehnlichkciten erzwungen werden, kanntere "dem Unbekannten vorzu- Hingegen erweken seine Achnlichkci- ziehen. Je genauer der Leser den ten, die zugleich etwas ungereimtes Gegenstand, den man ihm vorlegt, enthalten, wenn sie aus Scherz zukennt, je lebhafter fühlt er die Aehn- sammen gebracht werden, die lustige lichkeit. Unwissenden Lesern muß Art des Lachens. Hiervon werden man ganz bekannte Bilder vorlegen, wir in dem Artikel Lackerlich aus- Dcnn die Kürze, die dabey allemal führlicher sprechen, nöthig ist, erlaubet nicht, daß man Den wichtigsten Vortheil von alle kleine Umstände beschreibe; sie der Aehnlichkeit ziehen die redenden müssen völlig bekannt seyn. Homer Künste. Vorstellungen, die unmit- hat alle seine Bilder und Gleichnisse tclbar fast gar nicht, oder wenigstens von sehr bekannten Dingen genom- nicht ohne große Wcitlauftigkcit zn men, weil er für das ganze Volk erweken waren, sind dadurch leicht schrieb. Hora? wählt die seinigen hervorzubringen. Durch die Achn- aus der griechischen und römischen lichkeit kann ein ganzer Geinüths- Gefchichte, aus der Fabel und aus zustand, eine vcrwikelte Situation, mancherlei) besonder» Gewohnheiten eine wcitlauftige Vorstellung, überfeiner Zeit, die itzt nur einem gelehr- aus kurz ausgcdrukt werden. Einen ten Leser bekannt sind. Die beste höchstwichtigen Nutzen hat die Be- Uebersctzung könnte von keinem Un- merkung der Aehnlichkeit für die gelehrten verstanden werden, zeichnenden Künste, in Absicht auf Will der Redner oder der Dichter die Allegorie, wovon an seinem Orte durch Aehnlichkeit lebhafte Borstel- besonders gehandelt wird, langen erweken, so bedenke er sorg- Die Entdckung der Aehnlichkeit, faltig, daß er seinen Zwck desto bcs- die nach Lvolff das ist, was man ser erreicht, je schneller und genauer den Wiz nennt, ist demnach einer die Aehnlichkeit erkennt wird. Mit- der wichtigen Talente der-/Künstler, hin muß er in der Wahl der Bilder da sie so große Vortheile ans der allemal auf diese dreyDingeAchtung Aehnlichkeit ziehen können **). geben. Auf das Entfernte und Un- erwartete des Gegenstandes, auf die Menge der einzelnen Aehnlichkciten, Ausser demjenigen, was über diesen Ar« und auf die schnelle Erkenntnis der- tikel selbst, in der neuen Bibl. der schö- sclben. »en Wissenschaften , Th. 15. S. >Z5- ge« Es ist eine nützliche Beschäftigung sagt worden ist, und dem, was sich im für jeden Künstler, auf Gegenstände, Aristoteles I V.) und in seinen die in diesen drey Absichten ihm die- Cvnnncntatorcn, als Darier, Cuttius, nen können, fleißig Achtung zu geben; u. a. m. keine Gelegenheit' vorbey zu lassen, Nachahmung i Bild Gleichnis, die Eigenschaften natürlicher Dmge, - Metapher ; Allegorie, Sinnbild, der Mineralien, der Pflanzen und der ") S. Wiz. 28 Aeh A e n u. a. IN. über dasjenige Vergnügen, welches aus der Aehulichkcit entsteht, und wo die Quelle desselben zu suchen ist, befindet, gehören zu diesem Artikel: I-Elias Schlegels SIbhandl. von der Nachahmung, und von der ttnähnliehkcit der Nachahmung (Werke, Th. z. S. y5 u. f. Kop- pcnh. 1764. 8. und ursprünglich im -9. und ziten St. der kritischen Beyträgc, und im iten B- des Gvttschcdischen neuen Bü- chcrsaaleS abgedruckt) — das achte Kapitel aus den Kiemen» o5 Lriricizm (B. 1. S. 275. AuSg. von 1769) — der neunte und zehnte Abschnitt aus H. Riedels Theorie der sch. Künste (S. izs. ite Aufl) vergl. mit der neuen Bibl. der sch. Wisscnsch. B. 7. S. 45. — der zwölfte Abschnitt aus H. Königs Philosophie der sch. Künste, Nürnb. 1784. 8. S. Z79 — Jos Reynolds Abhandlungen von der zu genauen Nachahmung der Natur, und von der mahlcrischen Nachahmung in s. Leven Oitcvurics, Konck, 1778. 8- S. 67 und 19z deutsch in der neuen Bibl. der sch. Wissensch. B. >6 und 21. S. 1. — und in wie fern die Alten häßliche Oinge ähnlich darstellten, und die bildenden Künste darauf ausgehen dürfen, oder nicht, H. Hessings Laocvon, Verl. 1766 und >788- 8. vergl. mit dem, was über und dagegen geschrieben worden, vorzüglich die kritischen Wälder I. S. 7s- — Auch können zu der Prüfung und Berichtigung der, von H. Sulzec vorgetragenen Begriffe über Aehnlichkcit in den verschiedenen schönen Künsten, noch die Ausätze zu den Briefen über die lLmpfin- Sung vonH.Mendelssohn (S.S.Schriften, TH .2. S .>7 u. f. Ausg. VVN1771) — der 2te Abschnitt aus der Plastik, Riga 1778. S. 29 u. f. — die Z7te Anm. des H. Schlegels zus. BatteuxB. 1. S. n-a.Ausg. von 1770 -- der 82. bis 84te der tittcra- turbriefe, Th. 5. S. 97 — die kritischen Wälder I. S. 265 u. f. dienen. — — Von den verschiedenen Ilrtheilen über die Acbnlicbkcik Oer Bildnisse befindet sich in dem 8ten B. der Biblioth. der sch. Wissensch. S. 209 eine aus dem Französischen deS H. Tochin übersetzte Abhandlung; und wie der Mahler sich in Ansehung der Aehnlichkcit bey Bildnissen zu verhalten habe, darüber ist in Geich, haircsse großem Mahlcrbuchc, Th. z. S. 1 u. f. — indes de Piics Lon» eis peinrure pur peinci» pes, /lmll. 1767. S. 204 U. f. --- und in Richardsons kiloi tue io ckNeonc äs io pcinruee, Oeuve. B. 1. S. 62. 80. näherer Unterricht zu finden. — Auch gehört, in Rücksicht hierauf noch der zite Abschnitt aus dem ersten Theile der Ha» gedornschcn Betrachtungen über die Maß» lcrcy, S. 4Z5. hichcr. Aencis. Ein episches Gedicht des Virgils, dessen Inhalt die Unternehmungen des Aeneas sind, die auf seine Niederlassung in Italien abzielen. Eine von den wenigen Epopecn, welche von allen Kennern bewundert, und so lange wird gelesen werden, als guter Geschmak in der Welt sepn wird. Der Plan dieses Gedichts ist überaus weitlauftig, indem der Dichter nicht nur die Zerstohrung der Stadt Troja, als die Gelegenheit des Auszuges seines Helden, nebst seinen weitläufigen Wanderungen in verschiedene Lander; sondern auch die auf seine Niederlassung in Italien erfolgten Kriege, hineingebracht hat. Diese Weitläufigkeit konnte uns den Verdacht erweken, daß er einiges Mißtrauen in die schöpferische Kraft seines Genies gesetzt habe. Er hat die Begebenheiten von vielen Jahren und Zeiten und Landern, mit nicht mehr Mannichfaltigkeit behandelt, als Homer eine Geschichte von wenigen Tagen. Diese Art der Klein- niüthigkeit zeiget sich auch in den bestandigen Nachahmungen des Griechen, die sich sowol auf ganze Episoden, als auf besondere Begcg- nissen, und sogar auf cinzcle Verse erstre- A e n erstrcket*). Wo dieser Hauptfüh- rcr ihm fehlt, da hilft er sich mit andern griechischen Dichtern, Vielleicht war seine Bescheidenheit zu groß? Man cntdeket doch ein Genie in ihm, das stark genug möchte gewesen seyn, ein Original zu machen. Die Begebenheiten sind in der schönsten Verbindung, und folgen überall ans einer Quelle, die der Dichter keinen Augenblik aus dem Gesicht verlichret. In dem Plan selbst herrscht cine sehr feine Kunst. Alles zichlt auf die Hoheit des römischen Reichs, auf die Veranstaltung der Götter, dasselbe über alle Machte zu erheben, und auf den bcson- dcrn Glanz des Hauses der Iulier ab, welche beyde Dinge vollkommen vereiniget sind. Ohne Zweifel hat der Dichter das seinige mit betragen wollen, dem römischen Volke die Herrschaft der Casaren nicht nur ertraglich, sondern angenehm und verehrnngswurdig zu machen. In so fern hat dieses Gedicht wenig moralische Verdienste, und Virgil konnte auch deswegen den Römern nie- mal das werden, was -Homer den Griechen gewesen ist. Allein wir be- urtheilen hier nicht den Menschen sondern den Dichter. Die Charaktere der handelnden Personen cntwikcln sich in der Aeneis nicht sonderlich, und bey weitem nicht so, wie in der Jlias; woran zum Thcil die große Weitlauftigkcit der Marerie Schuld ist. Die, welche sich am deutlichsten entwikeln, setzen uns in keine große Bewun- H S. Deila »a^ion poerica sti Viric. Li»» vian» l.ib. I. c. 28, Iclaciov. Larurnal. I.il>, V, er VI. ") Einige feine Beteachtungen über diesen Dichter-, auö einem moralischen Gesichtspunkt, findet man in zwei) Todrengespeclchen, welche der neuesten Ausgabe der neuen crtllschcn Briese des Herrn Boviner» an- stcdringt sind. A e n 29 drung odcr Bewegung. Wir lernen Menschen kennen, wie die sind, mit denen wir leben, da uns Homer Menschen vom Heldcngeschlechte zeiget. Die Reden bestehen oft aus etwas allgemeinen Sprüchen, die sich für andre Personen eben so gut schiktcn. Schlechte und gemeine Gedanken sind zwar nicht da, aber auch wenig ganz hohe. Man sieht gar wol, daß der Dichter selbst das Mittelmaßige der Charaktere seiner Zeit angenommen, wo das Heroische der alten römischen Tugend nicht mehr gangbar war. Die Schwachheiten dieses Gedichts sind nicht Schwachheiten des Dichters, sondern seiner Zeit. Sehr selten erhebt sich ein Genie über seine Zeit, und wenn es geschieht, so erlangt er gewiß keinen Bey fall. Im Ansdruk und in der Mechanik der Sprache ist er unverbesserlich, man wünscht bald jeden Vers auswendig zu behalten. Er ist kürzer im Ansdruk als Homer; ob gleich die lateinische Sprache schwieriger war, als die griechische, zu aller der Anmuth und Bcugsamkeit erhoben zu werden, die er ihr gegeben hat. Seine Bcywörter sind immer nach- drüklich, wählerisch, und bezeichnen die Natur der Sache genau. Die Begriffe sind enge zusammen gepreßt, und man wird ohne Ruhe fortgerissen. Ueberhanpt hat der Dichter die Poesie der Sprache im höchsten Grade der Vollkommenheit besessen. Seine Schildereyen erheben sich mehr durch die Höhe und den Glanz der Farben, als durch die Wahl der Umstände und durch die Höhe der Gedanken. Das feinste und verborgenste der Kunst, in jedem besonder» Thcil derselben, hatte er völlig in seiner Gewalt. Dabcy blieb er immer bey sich selbst, und seines Plans eingedenk. DicHitzc des Genies riß ihn niemals aus seiner Bahn weg. Er zc> Aen Er ist der größte Künstler, und sein Genie ist durch das Studium zu alter Vollkommenheit erhoben worden, deren es fähig war. Wenn die Ae- neis nicht die erhabenste und w»»i- derbaresic Cpopec ist, so ist sie doch die untadeihaftcste. Jedoch kann man dem Virgil das Vermögen sich bis zum Erhabenen zu schwingen keinesweges absprechen. Die Schildere») im zweytcn Buche, da die Venus dem Aencas die unwiderstehliche Gewalt vorstellt, wodurch Troja sollte in ihren Untergang gerissen »Verden, ist von sehr erhabener Art. Neptun erschüttert in den Tiefen die untersten Fundamente der Stadt; Iunv halt mit Gewalt den Griechen die Thorc offen, »md treibet sie in einer Art von Wuth von den Schissen zum Sturm; Pallas zerstöhrt selbst die festesten Schlösser, und Jupiter reizt Götter und Menschen zum Zorn gegen diese uuglükliche Stadt. Ein großes und wunderbares Geinahldc. Eine der vorhergehenden Anmerkungen macht begreiflich, warum dieses fürtrcffliche Gedicht in Rom nicht zu der Verehrung ist ausgestellt worden, als die Jlias und die GoMea in Griechenland. Homer war der vollkommenste Dichter für die Griechen; aber Virgil »var es nicht für die Römer, die zu seiner Zeit doch noch nicht alle Starke ihres ehemaligen Charakters vcrlohren hatten. Da er aber der Dichter aller Menschen von feinem Gcschmak und einem etwas ruhigen Temperament ist, da seine Materie und seine Charaktere allgemeiner sind, als die, welche -Homer behandelt! so ist auch sein Ruhin unter den Neuer»», deren Art zu denken der seinigcn naher kommt, allgemeiner geworden. OieLäft. pr. pr. der Acncis ist zu Rom in den I. 1467 — 1469 und zwar zwey Ae n verschiedene Mahle (s. ^»gcl. (Zun-ii-,!, Loeä. äs opt. Icripr. eää. aä Pauli II. j;eit!> S. >9>) der CommeiNar des Maur. Scrvius Honor. aber zuerst, und allein. Bei». >471 .1. gedruckt worden (s. ZZarukkal- äi äclla 'I'ipoAr. Vcrrarcle stall' siinc, 1471. kll 1 50°. perr. 1777. 8- S. >9 und VI. k. ^uäillreäi Lac. Pill. crir. romanar. eäir. It. 178z. 4. S. 71.) Vcyde zusammen sind zuerst, Florenz (147» — >472) und zwar die Acncis nach der Mcdiceischen Handschrift, erschienen. Oer Cvmmentar des Lomitius Caldern»! wurde zücrst allein >48?, so wie, auf ähnliche Art, der Commcntar des Pomponius SabinuS, zu Crcmona, >486. 1. und mit diesen, und »nit den Coimnentaricn dcS Oonati und kandini zusammen, die Ae» »»eis, zuerst Ben. >489. 1. gedruckt. Unter den Aldinischen Ausgaben ist die dritte, ex emcnäar. .g. lstaußseii, 15 14. 8. und die, nach dieser gemachten, Ben. 1525 und >527. s die bessere. Die ersterc, vom I. >;o>. 8. zeichnet sich nur dadurch aus, daß sie das erste, »nit so genannten Cuesivbuchstaben gedruckte Buch ist. Nach neuen noch nicht gebrauchten Handschriften, gab Joh. Pierius, Rom >521. 5. Laftigaiiones et Varierat. Virssil. ps- üioni8 einzeln heraus, und diese sind den Pariser Ausgaben des Pierre Gaudcil (Vi- ävvseus) »529. t'. und des Rob. Stcpha- nus, ebend. 15z 2. k. so wie den Vene- tiaiiischen von, I. izzg- 8. >544 und 1558 s. einverleibt. Aus dem Mcdiceischen Codex erschien, Ben. 158z. 8. so wie aus dem Hcidclbcrgischcn die Commelinische Ausgabe im 1. 1589 (vielleicht schon 1587) 8. so wie die ex oKc. LanKanäreanz in eben diesem Jahre. Bcyde aber so wie die gedachte, dritte Aldinische, wurden, bei) den folgenden Ausgaben des Lichters nicht benutzt; vielmehr wurden diese immer mehr und mehr mit Erläuterungen, und Anmerkungen und Scholien überladsn, und der Text des Lichters darin ersäuft. Lcn Anfang dazu machten schon die sogenannten Aseensianischcn, oder des Jod. Babius Asc. deren erste, Den. 1500 s. erschien, und unter welchen die merkwürdigsten A e n Aen zi kstgsten die Pariser vom F. 1505 und 1515- 5. und die tcidncr, vom I. >517. >5-9- 5 sind. Auch die erste Erpthräische (oder von Joh. Biet. Rossi) erschien bereite 1500. 8. Die Juntinischcn von Florenz, deren erste vom I. >;ic>. 8. ist, und wovon die zweytc, 1520. 8- die, nicht schlechten Bemerkungen des Bcncdctto enthält, nahmen, in den Vcnctianischen Drucken vom I. 1519- L. >5ZZ- u, s. w. den Lomment. des Ascensius auf, und der vollständige Commentar des Donatus wurde Neapel >535. t'. besonders gedruckt, und von G. FabriciuS, mit den Werken des Dichters und den Bemerkungen des Joh. Härtung zusammen, Basel >55>-5 herausgegeben. Ich übergehe die Cvm- mentare dcS Mancinelli, des Hcrm. Tor- rentiuus, des ProbuS, des Jun. Philar» gyrius, u, a. nn weil sie vorzüglich die übrigen Werke des Virgil angehen, lieber die ersten sechs Bücher der Aencis gab indessen Lamb. Hortcnsius, Bas >559- 5 und über die sämmtlichcn 12. Bücher, cbcnd. >577. t. Lnarrsrionez mit einer Lxplanaria der fünf ersten Bücher von Nascimbaeni Naseimbaenius heraus; und mit den Randanmerkungcn des Paul. Manutius-erschien Virgil, Vrn> >x;8. 8. so wie mit eben dergleichen von Heinr. Stephanus (1577.) 8. Am mehrstcn aber litte der Dichter in den AuSg. des Joh. van Meyen (zuerst, Vcn. 1576. 8.) und die Versuche ihn, mit den griechischen Dichtern, zu vergleichen, führten immer noch nicht auf eine eigentlich dichterische Behandlung des Textes. Ehe, als die Aencis, wurden die Hirtengedichte und das Gedicht vom Landbau, auf diese Art, das heißt mit den ähnlichen Stellen aus dem Theokrit und dem Hcsiodus von dem Eobanus Hessus, Hau. >529. 8. herausgegeben. Erst im I. 1568 erschien des Ful» vius llrslNUs Vigilius collaririnL icrchc. Arscc. illuürsruz. T^nrv. i;6g. F. rin Büchelchen, das, mit drcy andern Schriften von Lud. Easp. Valkenaer, l.cc>v. 1747. 8. wieder abgedruckt worden ist. Und aus eben dieser Quelle sind dennmich die Erläuterungen des Valens Guellius Key s. Ausg. des Dichters, ^nrv. >595. s. so wie der Commentar des Lud. de la Gerda, der mit der Aencis, Madrid 1608 — 1617. L. erschien, und ImZä. U. 1619. k, z B. wieder gedruckt wurde, geflossen. Endlich ficng mit der Ausgabe dcSNic. Hein» sius, -ümstel. 1664. i2. 1671. >6. 1676. 8- >688. >2. und öfterer eine neue Epoche für den Virgil an. Die Aufmerksamkeit wurde auf die Untersuchung und Berichtigung des Textes gerichtet, und, der Dichter endlich auch immer mehr und mehr als Dichter, nicht blos als lateinischer Schriftsteller betrachtet. Dieses letztere Verdienst läßt den Ausgaben des P. de la Nuc, in uluin Oelptnni, I>sr. 1675. 4. Minist.'1692. 4. und der Ausg. des F. Catrou, Uar. 1716. 12. 6 B. und 1729. 8- 4 B. sich nicht gänzlich absprechen, wenn gleich ihre Urheber sonst nicht sehr viel kritischen und grammatischen Scharssinn gezeigt haben. Für Leser, welche alle», was zur Erläuterung des Virgil geschrieben worden, berichtigt zusammen haben wollen, ist durch die Burmannschc Ausgabe des Dichters, Amst. 1746. 4. 4 B- gesorgt; doch fehlt es dieser auch nicht an einigen eigenen eritischcn Erläuterungen, und an verbesserten Leseartcn. Durch ihre Kostbarkeit merkwürdig ist noch die, aus der Medieci- schen Handschrift abgedruckte, und von Ant. Ambrvgi besorgte Ausgabe, Rom 176z — 1766. 5. z B. Unter andern befinden sich auch die, von Pict. Santc Bartoli verfertigten, bereits lange vorher herausgegebenen, und aus dem Vatikanischen Codex gezogenen Kupferstiche bey ihr. Aber das größte Verdienst um den Dichter, und um die Leser des Dichters, haben unstreitig die AuSg. des H. Chr. Gvttl. Heyne, Lcipz. 1767 — 177.6. und cbend. 1788 — 1789. 8. 4 V. Auch zeichnet die letztere sich durch typographische Schönheit aus. Indessen ist, ohne Benützung derselben, auch noch zu Bern, 1782. 12. in ; B. eine ganz gute, cx cckie. btciniüi c. nor. liuaei, erschienen. Als Handausgaben, ohne alle Erläutcr. und Bemerkungen, empfehlen sich, durch Nied- Z2 A e n Aen ' Niedlichkeit, oder Pracht des Druckes, die Londncr, von Knapton und Sandbc» gedruckte, 1750. 8. und 12. s B. die Virminghamschc 1757. 4. die Glasgowcr ,758. >2. die Kchlcr 1784. 8. und die von H. Brunk, Strasb. 1785. 4. Ucbcrseyr ist die AenciS in das ?ta- lienisctde (ohne der Ucbcrsetzung einzeler Bücher zu gedenken) überhaupt scckzehn- mahl. Die stlteste, gedruckte dieser lieber- sctzungen, ist in Prosa, von einein Ungenannten, Vic. 1476. 4. erschienen; Fon- tanini führt, indessen, in der kibl. stell» Liocz. Irsl. V. 2. S. 276. Ven. 175z. 4. in der Anmerkung eine schon im >4tcn Jahrh. abgefaßte, auch prosaische an. lind auf eben diese Art ist die Acneis auch von SltanagiosAtanagoras, ein gcbohrncr Krieche, unter dessen Nahmen auch die vor« her angezeigte, erste, in der kibl. PI- ncllizn-i, S. 106. und von Quadrio, in der Lcor. e rZA. st'ogni poeii», Vol. IV. Mepl. >749.4. S. 700 angeführt worden, und welchem zu Folge sie ein bloßer, zum Trost des Constans, Sohn des Kaiser Constantinus, gemachter Auszug ist) Ven. >473. 4. von Fabrini und Vcnuti, Ven. >581. k. von Giov. Pizzivli, kivorno>764. 8. übersetzt worden. In Versen, und zwar in so genannten cer-e rime, gab sie zuerst Tom. Cambiatore, Ven. >;z2.8- (welche Arbeit sich, in der folgenden Ausgabe, Ven. i;zg. 8. wegen verschiedener, daran gemachter Verbesserungen, Giov. P. Vasio zueignete) und darauf Lud. Do- »icnichini, Flor. >;;6. 8. in so genannten vcril iciolci (welche Arbeit sich aber von zwölf verschiedenen Schriftstellern, als Alcss. Sanscdoni, Jppvlito de' Mcdiei, Bern. Borghcsi, Lud. Martelli, Tom. Porcacchi, Alcss. Pieeolomini, Gius. Bc- tussl, klon. Ghini, Bern. Minerbctti, Lud. Lomenichini, Bern. Oanicllo, Paol. Mini hcrschccibr) hierauf Aldobr. Ccret- tani, Flor. 1560. 8. in üctaven; Ann. Carv, Ven. >581- 4. in veri, lciolci; Hcrc. lldinc, Ven. 1597.4. in Octavenz Lclio Guidiccioni, Rom iSze. 8. in üctaven ; Tcod. Angelucci da Velfonte, Neap. 1649. lü- in vcrll lcivlri; Bart. Veve« rini, Ven. 1680. 12. in üctaven; Pietr. Ant. Carrara, Ven. >68>. >2. ebenso; Giac. Siticllo, Neap. >599. 12. eben so; Ant. Ambrogi, Rom 1758. 12. z B. und Arn. Arnaldi i Tornieri, Rom 1779. «. in Üctaven übersetzt heraus. Zu diesen kommt noch die travcstirte Aencis von Giovb. Lalli, Rom >6zz. 8. Auch gehört noch der kine» sti ds. l.ust. Oolce, rrsrro stall' linecsts
  • 568. 4. hiehcr. Und in Fabricii Kit,!, lac. B. 1. S. z6- und zSz. luchs. 177z. 8. noch eine, von Tom. Aversa, ini Sici- lianischen Dialccte, Palermo >654. 12. und eine von Aless. Sausedoni, Ven. 1586. 8. angeführt worden, von welchen ich, bc» den Italienischen Litteratoren keine Nachricht gefunden. Wenigstens nennt Quadrio a. a. O. S- 696. und Fontanini 5. 280. Anm. 1. den letztern nur als Verfasser des ersten Buches der Aencis, in der von Lud. Lomenichini Herausgegebenen, und angezeigten Ilebcrsctzung. Die sonst noch übersetzten einzelen Bücher, so wie die, noch handschriftlich vorhandenen Uc- bersctzungcn der ganzen Acneis sind in der Hilst. stell» kstcxz. Irsl. Ven. 175z. 4. S. 276. u. f. in des Quadrio 8eor. 0 rag. st'vAist Hoest», Vol. IV. d/lil. 174Y. 4. S. 694 u. f. und in der vidi, stezll ^nr, ssrec. e lsr. volgsri22»ri, st» I»c. Vl»r. hsironi > Ven. 1766 —- 17 67.4. 5 Th. zu finden. Von den gedruckten wird die von Ann. Caro für die beste gehalten; sie ist nachher noch sehe oft, als Par. 1760. 8. 2. B. mit K. erschienen, und über ihre Vortrcflichkcit fin» dct sich in des Pignoria VriZine sti h»- stova, h»st. 1625. 4. ein Versuch, so wie noch üerrere.... Ven. 1745. 8. darüber geschrieben worden sind; aber die von Angelucci da Velfonte, Neap. 1749. ist wenigstens eben so gut. In das Spanische: (zu Folge der Nachrichten des Velazqucz und des H. Dietz) drcy'- mahl; in Prosa von Diego Lopez, Val» lad. 1601. 4. in Versen, von Greg. Hers nandez Vclasco, Antw. 1557. >2. vcrb. Alcaia 158;. 8. und von Chr. de Mosa, Mab. 1615. 8. die vorletzte soll die bessere scvn. A e n Aen zz seyn. In dem Ilnloyo äs uns Libl. 6s rroäuökurcz llspsnoles . . . por O. I. Anc. ?cllicer, Xlaä. 1778.4. >U chcm keine der angeführten sich findet, ist dafür S. 67 u. f. eine noch ungedrucktc prosaifchc von Enrique de Aragon, Marq. de Villen«, (1' 14z4) und> S. >oy u. f.- eine Ueberf. der vier ersten Bücher von Jos. Pcllicer de Ossau (d 1679) gedruckt ums I. >6-4. und abgefaßt in dem fo genannten verlo äs ramsnce, angezeigt. Der erste Ueberf. hat jeden Gesang in eine gewisse Anzahl Kapitel dergestalt abgc- theilt, daß das Ganze eben fo viel Kapitel ausmacht, als Tage im Jahre sind. — Uebrigens ist auch noch eine, von des Balles de Mountech verfaßte rravestirte Ae- nciS, Tol. 1S48. gedruckt worden, ob diese gleich eigentlich im GaSconischcn Oia- leetc abgefaßt ist. — In das Französische scheint die AenciS früher, als in irgend eine andre, Europciische, Sprache überfetzt, oder, wenn nicht eigentlich übersetzt, doch in derselben nachgeahmt worden zu seyn. Die Geschichte von Troja war ein Lieblings-Gegenstand der mit- lcrn Zeiten. Nicht blos die Römer, sondern auch die 'Gallier, hielten sich für Abkömmlinge von den Trojanern. Oer Vers aus dem Lucan: Averrüczue null l.srios ke sturere krarre5 8znAu!ne ob Iliocc, ?st bekannt; und Leibnitz (Oper. I. 427. B. IV. S. 147) vermuthet, daß eine, von dem Prosper Tiro, mit dem Nahmen Pharamuiio, vorgenommene Verwandlung in PriamnK, diese alte Sage bestätigt habe. Fredegarius (mit Ausgang des achten Jahrhundcrtes) lclßt die Franken gerades Weges au» Troja herstammen, und Paulus Diakonus führt die Grabschrist einer Tochter des Pipins an, worin eben dieser Abkunft gedacht wird. Diese llcbccliefcrungcn der alten gallischen Volker sind also wenigstens älter, als die Sammlung der Edda, aus welcher Warton (klick, cik IZnAl. ?oerr)', Bd. I. S. 127. An»!, e.) den Ursprung dieser WorstcllungSart herleiten zu wollen scheint. Arsten Theil. Und sie erklärt vielleicht zugleich die Vorliebe der Mittlern Zeitalter für diejenigen Ucberblcibscl der elastischen Litteratur, welche dem Genie und den Kenntnissen dieses Zeitalters angemessen waren, und Nachrichten von Troja enthielten, für den Dareö Phrygius, und den Dictys Crctensis, so wie die Entstehung der, ums Jahr 1087, von Guido von Tolonna verfaßten, und in die mehrestev neuern Sprachen übersetzten, aus jenen Heyden Schriftstellern gezogenen kkickoris äs b-I- Ic, Ickosoirv, gedruckt zu Strasburg >486 und 1489- 5. Auch finden sich, nicht allein in den mchrcstcn Romanen jener Zeit Rücksichten auf Troja, und Trojanische Dinge; sondern es gab auch schon sehr frühzeitig ganz eigene Romanen, oder Romanzen von dem Aeneas. In dem Prolog zu der Romanze von dem Könige Richard (bey Warton, klick, ok ckngl. l?oerr^, B. I. S. 12z) wird eine, dergleichen genannt, und in der Libl. äe8 Nomons des Lenglet du Fresnoy (B. 2. S. 228) ist le Ikomaw äs iHris er äo /'Aurele, inis en rime xse Lkrericn äs Di-oys angeführt. Aber freylich scheint, in allen diesen Werken, die ganze Geschichte, dem Geiste dieser Zeiten gemäß, behandelt worden zu seyn. So ist, z. B.in der angeführten kkickoiia äs bell» 1cko)snc,, das bekannte hölzerne Pferd in ein Pferd von Erz verwandelt; und aus dem Dichter der Aeneis ist, in ordentlichen Geschichtbüchern, als in dem Specials Kicker. des Vincent von Beau- mais, aus dem iztcn Jahrhundert (Ickb. IV. c. 61. ksl. sck. z. Ven. 1591. L.) und in den Leckiz kiomanor. welche vielleicht eben so alt sind, (c. 57) ein Zauberer gemacht worden, eine Dichtung, die, wie H. Heyne schon bey dem, vorgeblich von Donatus abgefaßten Leben des Dichters (Oper. V. D.I. S.DXVIII. 1767. 8.) bemerkt hat, auf eine mißverstandene Stelle in dieser Lebensbeschreibung sich gründet. Und nicht besser, oder anders, scheint die Sache sich in den eigentlichen Romanzen von dem Aeneas verhalten zu haben. Laß diese älter sind, C. >' als Z4 Aen A e n als die angeführten prosaischen, oder historischen Werke, zeigt sich «US der oben gedachten Arbeit des Chrcticn de Trohes, der gegen das Ende des zwölften Jahrhundertcs lebte. Wäre dieses Gedicht , aber auch von einem andern Jnnhaltc: so wissen wir denn doch, aus der nun abgedruckten iCnciSt von Heinrich von Vel- decken, so wohl, daß das Original derselben in wälschcr (d. h. französischer) Sprache (s. V. iz:?o) abgefaßt, und folglich im i-ten Jahrhundert schon da war, als daß eS, obgleich Virgil ausdrücklich (B. 41 und >zi;o) als Urheber desselben genannt wird, bekannter Maßen kcineswegcs die lateinische Aencis ist. Eben so wenig ist das prosaische, niit dem Titel: Oe livrs che!! IZlne^äe!. compilö psr Virgile, O7011 148z. t'. mit K. gedruckte Werk eine eigentliche Uebcrsetzung des römischen Dichters. Es hebt sich mit Erzählung der Begebenheiten aus dem 2tcn und zten Buche der Aencis an, ohne daß man noch das mindeste von dem Acneas selbst weiß; hierauf, erscheint dieser, aber nur auf einen Augenblick, und wir lesen nun die Geschichte der Dido, aber auf Zwey« fache Art; cinmahl so ungcfclr, wie Virgil, und dann wie Boccaz (aus welchem ganze Stellen eingeschaltet sind) sie, in seiner Schrift, De Oossdus viror. er loomiiaar. illnlbr. erzählt. Nun erst reist Acneas von Troja ab, kommt schnell nach Earthago, und Dido verliebt sich zwar in ihn; aber alles dieses ist nur im Auszüge erzählt. Dafür läßt der llcbcr- sctzcr, nach dem tragischen Tode derselben, die Juno, in einer Rede an die Proserpina, eine sehr ausführliche Zergliederung des Körpers der unglücklichen Königin» machen, und, nachdem Ae- »cas den Turnus besiegt hat , , erzählt er uns vieles von einer gemachten Einthci- lung des Landes, und. giebt uns eine Geschichte der römischen Könige bis auf den RomuluS, fast aus eben die Art, aber etwas ausführlicher, als sie in Veldeckcns Encidt sich findet. Daß jenes Werk indessen nicht aus der Urschrift des letztern gezogen worden, zeigt sich darin, daß die, in dieser beschriebene, von dem Acneas, mit der Sybille, in die Unterwelt gemachte Reise, in der erstem gänzlich weggelassen worden ist. Auf diese lieber- setzung folgten eine Menge anderer, und obgleich prosaischer, denn doch eigentlicher Ucbersctzungen, als von Claude Ma- lingre, Paris 1618. 8. Von de la Moths du Tertre und Pclliel, Par. 16-6. z. Von Tournay, cbend. 1648. 4. Von Mich, de Marvlles, Par. >649. ss. Von Et- Algay de Martignac, Par. 1681. 12. z B. Von Franc. Catrou, bei) s. Ausgabe des Textes, ebend. 1716. 12. 6 B. einzeln, cbend. 1787. 12. 2 B. Von Jean Mallcmancs, ebend. 1717. 12. zB. Von Jean El. Fabrc, Lyon 1721. 12. 4 B. Jean B. de la Landcllc de St. Rem», mit der Urschrift, Par. >756. 12. 4 B. Von Guyot des Fontaincs, mit dem Text, Par. 174z. 8. 4 B. Von I. N. Lallc- mand, Par. 1749. 12. 4 B. Von vice verschiedenen Professoren zu Paris, ebend. 1771. 12. 4 B. Bon lc Blon, Par. 1782.12. z B. Und H. Gie hat, mit der Uebers. der Hirtengedichte, Par. 1788. >2. den Anfang zu einer neuen ttcbcr- sctzung des ganzen Virgil gemacht. Frü, her aber, als die erste dieser prosaischen Uebersetzungcn erschien bereits die erste poetische von Octavicn de St. GclaiS (st >502) Par. 1509. >529. 1540. t'. Ihr folgten die ähnlichen von Louis de Mq- zures, Lyon 156s. 4. Von den Gebrüdern Robert und Ant. d'Agneaux, Par. >582.4. Von P. Pcrrin, Par. >648 — >658. 4. 2. Th. 1664. >2. 2. Th. Von Jean.Nenaud de Segrais, Par. 1668-» >681. 4. 2. Th. Lyon >7>9. 8. 2B. Von Mich, de Marollcs, Par. >67?. 4. Und ausser diesen ist die Aencis noch von P. Searron, aber nur die sieben ersten Bücher , und der Anfang des achten, Par. 1S48 — 1652. 4. (und in der Sammluna s. Werke, Par. 17Z7. >2,) travestirt, und diese Arbeit von den H. H.Jaeq. Morean und Tellier d'Orville, bcy dem Viegils ^ riovessi, k>. 1750.1767. 12. aber sehr unglücklich, fortgesetzt worden. Von den Uebers. einzrler Bücher sind in dem ;ten tmd A e n Aen zz und 6tc» B. der Lil)I. irana. p. I ^blze (soujcr, ?ar. 17,0 — 1756- 12. ,8 B. Nachrichten zu finden. Unter den prosaischen möchte die von de» Fontciincs, und unter den poetischen die von ScgraiS wohl die beßte se»n. — In die iLngli- scbe Sprache ist die Acncis zuerst, ans der vorhin angezeigten, französischen, zu Lyon >68z, L. erschienenen verworrenen, oder verstümmelten Umschreibung, und wahr» scheinlicher Weise in Prosa übersetzt, und von Caxton ,490 gedruckt worden. Wenigstens ist das Original derselben nicht, wie Warton (kstist. ob LnAl. poer. B.s. S. 122) sagt, metrisch abgefaßt. Von den folgenden Uebersctzungen.sind mir noch Zehn bekannt, als die von Gawen Douglas, einem Schottländcr, ums I. >;>z. und obgleich in schottischem Oialccte, doch von der damaligen englischen Sprache nicht verschieden; von Th. Phacr und Th. Twtznc 1558 — >;8z. 4. >596.1607. >620.4. jedoch sehr auslassend und umschreibend; von John Ogilby (5,676) Cambr. >646.3. Lond. 1654. t- Don Rich. Maitland, Gr. v. Laudcrdalc, ums I. 1695 (denn daß sie früher gemacht, und später gedruckt worden ist, als die von Lehden, crgicbt sich aus der Vorrede des letztern zu der (einigen) zwcyte AuSg. Lond. 17z?. 8. s B. Von I. Orpden 1697. L. 1782.12. z B. Von Nie. Brady (ch 17-6) Lond. 1716 — 1726. 8. 4 B. Von Jos. Trapp (t 1747) Lond. 1713. 4- 2 B. in reim- srcichn Versen; von Chrstph Pitt (t >748) Lond. 1728 — 1740. 4. - B. und milden übrigen Werken des Virgil, übersetzt von Jos. Warton, Lond. 175z. 8. 4 B. ,778. 8. 4 V. Von Alex. Strahn», Lond. >75Z — 1766. 8. - B. in rcimsreyen Jamben. Von Andrews, 1766. 8- Ausser diesen völligen Ucbcrsctzungcn der Acncis soll Seinr. Howard, Er. v. Surry (5 1546) noch die drcy ersten Bücher derselben übersetzt haben (s. Cibbcrs lckvc- »t'ckic hoc» «L (st,cor W ir. snst Irel. Vol. I. S. 5Z.) und Rvb. Stanyhurst hat die vier ersten Bücher derselben, Lond. >58z in Hexametern herausgegeben. Den Anfang zu riucr neuen, guten, gereimten, Ueber- setzung hat I. Morrison, Lond. 1787. ». mit den, -ten und gten Buche gemacht. Von Parodien kenne ich nur die 8r»rzr od /Vcncaz snck Oisto Izurlcllzucä, Char- lestvwn 1775. Z. In kadricii Uidi.Iar. B. ,. G. ;66. OipL. 177z. ist noch eine Travefiirung der bcyde» ersten Bücher, Lond, 1664. 8. angeführt. Für die bessern jener llcbcrsctzungen, werden noch immer die von Druden, ob sie gleich freplich sehr ungetreu ist, und die von Strahan gehalten. Wenigstens scheint so gar Johnson , der erster», in seiner Lcb.cnsbcschrci- bung ihres Verfassers, den Vorzug vor der viel getreuer» von Pitt zu geben. — Deutsch ist, wie gedacht, die Aeueis zuerst von Hcinr. v. Veldecken, mit Ztus« gang des loten Jahrhundertes, bearbeitet, und diese ist, Berlin 178z. 4. gedruckt worden. Daß sie nicht vollkommen das eigentliche Werk des Virgil ist, darf nicht erst erinnert werden. Hierauf folgte, wie der Titel lautet: Vcrgilik MaroniS dryzehen Acneadische Bücher von Trojanischer Zerstörung, und ltffgang des Römischen Reiches, durch Doctce Murnec, Strasb. von Joh. Gröningcrn 15,5. L. und mit einigen Veränderungen in Rücksicht auf Sprache, und niit der Benennung des iztcn Buches nach seinem Urheber, Maffei, Franks. 156:. Jena >606. 8. Sie ist in Versen, hat besondre Abtheilungcn und die ersten Auflagen sind mit vielerlcp Holzschnitten verziert. /Ve- »eis VirZiliana, das ist dcß fürncmbffcn. Lateinischen Poeten P. V. M. XI I. Bücher ... i.l artige Reime verfaßt durch M. Joh. Sprengen erstmals in offnem Truck publieirt, Augsb. ,6ic>. f. und die. da Spreng erst im I. ,6c». starb, wohl nicht, wie irgend einer unserer Litteratoren behauptet hat, schon im I. >;22. zuerst gedruckt worden se»n kann. Von Beruh. Meleträus, Hamb. 1644. 8. prosaische Paraphrase; von D. S. (Sa- lemyndonis) mit der Ausschrift: Neu eingekleideter deutscher Virgilius nach Art der Ariana und Aceadia, Starg. 1658. >2. in Prose. Daß schon ein früherer Abdruck dieser lieber chtzung vorhanden seyn sollte, C 2 ist z6 Ae n A e n Ist mir zweifelhaft. Wenigstens erhellt aus der Zueignungsschrift, „an die Königinn Dcutschiiine," das heißt, die deutsche Sprache, daß der Verf. sie erst nach Endigung des drcpßigjährigen Krieges abgefaßt hat. Ucbrigcns ist jedes Buch noch wieder in besondre Abchcilungcn gebracht, welchen lächerliche Anmerkungen angehängt worden sind. Vom Mich. Schir- mcrn, Cölln an der Spree, >668. 8. in Alexandrinern; von Johann Valentin, Frkfr. >66°. >6??. >724.8. in eine, für sein Zeitalter, sehr gute Prose; vonHanß von Zchmen, Lechz. >688. 12. in Prose, mit dem Text; von Langius und Eimar- tns, Nürnb. >697. 4. in Prose, mit dem Text; von Thcod. Lud. Lau, Elb. 1725.4. in deutscher Hcidenpocsic, wie der Titel sagt; von Joh. Chrstph. Schwarz, Rc- gensb. >742. >?6>. 8. in so genannten Versen; von Hcinr. Herm. Flügge, Gotting. 1749. 1770. 8. - B. eben soz von Luc. Winc. Sechuscn,, Hamb. >78-0. >788. 8. 2 B. in Prose und mit Anm. aus Lippcrts Oactol. Von Frz. Reg. Trauer, Luzcrn ,78z. 8. -B. in so genannten Hexametern; von Thad. Plazzary, Biber. >78). 8. - B. eben so; von Joh. Frd. Herz, Lechz. 1784. 8. in Prose; von C. O. Jani, Halle 1785. 8. >tcr Theil. Daß keine einzige dieser siebzehn Ucbersctzungcn dem Virgil Gerechtigkeit widerfahren läßt, bedarf nicht erst eines Erweises; die wirklich lesbarste ist noch )mmcr die von Joh. Valentin; Desto glücklicher ist die travestirte Acneis, besonders die ersten Theile, von H. Blu- maucr, Wien 1784. u. f. z. 4 Th. gera- then. Von Uebersetzungcn einzelcr Stücke aus derselben finden sich in Joh. G. Schummels Uebcrsetzcc-Bibliothek, Wit- tenb. >774. 8. S. >zo einige Nachrichten. Unter den vielen, die Aeneis besonders erläuternden Schriften, sind, ausser den eigentlichen ckltern Commcntar. des Scroius Maur. Honvratus, welche zuerst einzeln (Venedig, nicht Regensburg, wie unter mchrcrn, H. Alter in f. llcber- sicht der gr. und röm. Classiker, Wien >778. 8. S. ---. sagt) 1471. fi Fcrr.>47r, fi und vollständiger, mit den Werken des des Dichters, Par. 1600. fi abgedruckt worden sind; und dem Commcift. des Tib. Cl. Donatus, welcher, eben so, zuerst Neap. >5?5-t. und besser, mit den Werken des Dichters, Bas. >;;>. 5. erschien, meines Bcdünkens, die wichtigsten, von den, in lateinischer Sprache geschriebenen: Kur. Ich. Xlacrobii Lsrurnal. fiib. III. IV. V. VI. — Larrlr. Xla- rsnrae fiucullianor. Duzeii. fiib. V. in lzuidua . . . praelerrim p. VIrA. jdä. in 5cril>. poemzr. artificium ... cierezirur, hat. >,564.5. (ein, bcpnahe ganz unbekannt gewordenes, und doch le- scnswerthes Buch) — fismi?. Ilnrren- Iii finsrrar. in 5ex pr. Iil>. Ken. La- lil. 1559. 5. und Ebcnd. in XII. IIb. Ken. V. Kcceä. hlstimk. dssalcirnliaenii In VI, pr. Iil>r. explanar. cbend- > 577. 5. —- Vorcs, Lollucii Vinclicsr. Virgil. II. 162z. 4. — I?. Lenii Lorn- mcnr. Vcn. 162z.fi. — L. p. Lor- rea, Lommenr. in kfi Virg. dä. Diyck. ,640 — i6;z. 4. 4 B. 1698. 4. 4 B. wovon die z letzten Bände den Commcntar über die Aeneis enthalten. Dickere. In VlrZil. XfiV. von Ben. Averrani, im -tcn Th. S. >>9- s. W. Flor. -7,7. fi. z B. — und, um von neuem wenigstens etwas anzuführen, De verecunckis Vir- gilii von Adolph Klotz in s. Dpulc. vsr. arg. S. -42^. u. f. vcrgl. mit dem 2ten der Kritischen Wälder, S. >az u. f. — K. G. IV»IcI> ckrvAr. fteZuI. Srzcki pocr. ex V. Kencick. cvol. kiclileufi >787. 4- — In italienischer Sprache: Dcker- VS2. fiopra I'op.ere cii V. per >Ii5co- prire ecl InieZnare s porre In prmica ZU arrifici imporranrissimi cieil' »res poerica . . . ovvcr» «lell» ZZavolz cielfi finercie Dial. ck» Icäslar. porra, ftim. 1604.4. — Dorn- psrg2. cki l'zilo con Dmero e VerAi- lio . . . cia p. Ueni, pack. 161 2.4.— In spanischer Sprache: Iii principe VirAilio, contra lax prerencionex <1e fiucano . . . por el k>. ckeysoo, Xlack. >744. 4. — J>, französischer Sprache: I .eecre >ic (Law d Aen (8am.) Lochorr . . . ou Oisserr. Für ls t^uessioir st 8,nee a ^omsis ere cir Iro- lio, Loen, -66z. 4. — DiFc. scsäem. Für ko coms>2roiton 8'lFomere ec äe Virale, (ltöirs) liapin. . . Fsr. 1667. 12. Und im itcn Bd. S- 9> s. Oeuvr. Llaz-e 1725. 12. Z B. lat. Dal. 1684. »2. UNd IN dcM X^r-xov^ir-Xk-xu^» dcs Jac. Palmcrius, F.ugli. lZ. 1704.4. !7->7. Z. — (Quelques oizservar. . . . coirceriiaur un chic. spologcr. pour V. . . . p. I'^bbc Vlarollcs, l'. 167z. 4. — Ditc. T^coä. tur V. . . p. Ficrre /xubcrr, in dem -ten Th. des toten B. der Vlcm. 8c F.irrcrsr. er äMiit. rec. p. Ic I'. sl^ierre d»:ic.) 8ez Uolec? Dbterv. Für Ics caraJcres 8e l'Lmciäe» in dem lzten B. dio. 219. dcs vour er Lanrre. " Lor>li8er. Für I'Lneicie 8c V. von Tl. Fraguicr, im itcn B. der Xlem. cie l^c»8. 8es lnFcripr. Oitc. Für Is moniere 8oirr V. z imire FFomere, von cbend, und ebendas. im ZtenB. — Oiic. Für lo Fodle 8cl'dmci- «ie, von R. Vatr», ebend. imzitenB.—- 8ur l'Lneiiie, conii8eree pvr ropporc ^ l'orc cie Is guerre» von Segrais, ebend. im 24ten B. der Quartausg. —- Des Loncliers 8'^ckile, 8llerculeec ci'linee, von Caylus, ebend. im -Mi B. der QuartauSg. deutsch, im -ten Bd. 5. 2z> s. Abhandl. zur Geschichte und Kunst, Alt. 1769. 4. — Ein Abschnitt in des H. v. Voltaire ^ssoi Für le pocme cpiczuc, Oeuvr. 1". X. S. Z86. Lei. »le Ileaum. 12. — F'Imr »ic l'llnci8e »de V. ou expolir. raiFonuee »le l'econo» mie che ee ?ocmc ... 9. Vir. Vicoirc, V. >738. 12. — In englischer Sprache: F,ccrrcs on Virgils.... T^rc c>F vcrFe, 87 VtamvorinL, lbonä. 17Z7. L. — Dn cke Fdielch vk ^eneos, von M. Whitehead, im Oodsleyschcn Museum, und im zten B. s. ?oems, chou8. t788- 8. — Item. snch Diilert. on Virgil . .. 87 Flolchsvvorcli, ^,ul>I. 87 8pence, I.ou8. 1763. 4. — Oisserr. such crir. remsrlcs cin Virg. verreis, 87 VI. Vlorryn, I.on8. 1770. 8. — DbFerviir. vn . . . .che primor/ De- Aes z? sign oF rhc ^eneich oF Virgil . .'. 87 8am. Denley, F.on8. 1788-t. (Nach des Verf. Meynung hat V. durch sein Gedicht ein aberglckibiges, leichtsinniges Volk an die »crcinderte Regicrungsform gewöhnen, und es überreden wollen, daß der, aus dem Hause dcs Cäsar, cnrsproßne August der längst versprochene, allgemeine Herr der Welt, und ein göttlicher Abkömmling vom Jupiter scp.) Auch finden sich noch, bcp mehrcrn Ausgaben und Uebersctzungen dcs Gedichtes, allerhand Abhandlungen; Und die Urtheile verschiedener Litteratoren darüber, und eine Menge anderer litter. Nachrichten sind in Ad. Baistet ssugemens 8cs 8»vans, im im ateii Th. des zten Bd. S. 109. der Amstcrd. Ausg. von 17-5. und in k-dricii Libl. Isr. Issh. 1. G. I2. B. l. S. ZLZ. F.ipF. 177z. 8. gesammelt. — Das, dem El. Donatus zugeschriebene, mit Mährchcn und Albernheiten angefüllte, und von P. Daniel be» s. Ausg. des Dichters, Par. 1600. F.) zuerst verbesserte Leben des Virgil, findet sich bc» den mehresten Ausgaben. Ausser dem Greg. Gpraldus (bliss. poer. 80F. 154s. 8. S. 445-) der sich jener Albernheiten auch nicht mehr gänzlich schuldig macht, hat Baylc in s. Wörterbuch (deutsch in P. Baylc's Wörterbuch für Dichtcrfrcundc, Lüb. 1780. 8.) kudi Erusius in s. Issves ok rlre llom. ?oocs > F.on»l. 1726. 8. 2 B. deutsch, Halle 1777. 8. im 2 Bd. im atcn V. S. »0 d. Ucb. und verschiedene Herausgeber und Ilcbcrsctzcr, als Ch- dc la Ree, H. Heyne, I. Martyn (vor s. Hebers, der Georg. F.on6.1749.4.) Jos. Warten (bcy der Ausg. des Textes, und der engl. Uebcrs. desselben, F.onä. i?5Z. «. 4 V-) u. a. m. bessere geliefert. Aeschylus. Veralteste von den drcy griechischen Trauerspieldichtern, von denen einige ganze Stüke übrig geblieben sind. Die Nachrichten von seinem Leben sind etwas zweifelhaft. In der griechischen Lebensbeschreibung, die sei- C z neu 38 A e f ncn Werken insgemein vorgesetzt wird, heißt es: er setz ein Zeitvcr- wandtcr des Pindars gewesen, und in der 40 Olympias gebohren. So viel ist gewiß, daß er zur Zeit des ersten persischen Krieges gelebt, und als ein tapferer Bürger Hey Marathon für das Vaterland gefochtcn hat. Daß er ein Mann von erhabenem Much, von einer freyen und kühnen Denkart gewesen, laßt sich aus seinen Werken nicht undeutlich schließen. Nach seinem eigenen Vorgeben ") ist er durch einen Traum ermuntert worden, ein tragischer Dichter zu werden; denn als er be>) Bewachung eines Weinberges eingeschlafen, hat ihm Bacchus im Traum befohlen, Trauerspiele zu schreiben. Von seinen Trauerspielen sind sieben ganz übrig geblieben. In allen herrscht, nach dem Geständnis aller alten und neuen Kunstrichter, eine ungewöhnliche Große der Schreibart und der Gedanken. Phrpnicdus uennt ihn vvT-o-T'ov, und damit kommen dic Ur- thcile des -Hora; und (Uuintilians uberein. Erstercr sagt von ihm: llr ciocuic msgnumgue Ingul nirl. gue corburno **). 5md dieser urthcilt, er sei) lublimls et Al'.ivis vt snöilogllUK lseps usquc- all Vitium Es scheinet, er habe sich in seinen Trauerspielen zur Regel vorgeschrieben, was er dem Prometheus in den Mund legt: Sein AuSdruk ist neu, kühn, voll ungewöhnlicher Metaphern, und er- fodcrt eine starke und volle Stimme. Er kömmt darin unter allen Griechen der Kühnheit der morgcnländischcn Sprachen am nächsten. Seine Aus- *) Unukln, in /^rtic. ") lle 280. Initik. 0v->r. I.. X. , s) Die Rede» sind voll Roheit und dreister Zuversichtlichkcit.' A e s drükc siud weder von dem Wiz noch von der Uebcrlegung gewählt; sondern von der Empfindung eingegeben. Er sucht vielmehr das Ohr mit starken Schlagen zu erschüttern, als ihm mit sanften Tönen zu schmeicheln. Alle seine Trauerspiele sind in dem Plan sehr einfach, vielweniger aus Wahl, als aus der Gewohnheit seiner Zeit: wenig Handlung und massige Verwiklungen: bisweilen hat er außer dem Chor nur drei) redende Personen. Mit diesen wenigen Anstalten reizet er die Aufmerksamkeit, und unterhält sie vom Anfang bis zum Ende. Man wird weder im Auftritt auf die Bühne, noch im Weggehen von derselben, den geringsten Zwang wahrnehmen: alles geschieht auf die natürlichste und ein- facheste Weise. Da die Menge der Begebenheiten uns nicht zerstreuet; so wenden wir alle Aufmerksamkeit auf die Personen. Die Reden derselben sind allezeit groß und kühn. Man wird selten denken, daß die Personen in ihren Umstanden und nach ihren Charakteren anders hätten reden können. Jedes Wort dienet uns für oder gegen sie, nach der Absicht des Dichters, einzunehmen: darum verfehlt er seinen Endzwck niemal, und zeiget sich als den stärksten Redner. Er laßt uns im Gilten und Bösen, nach der Moral seinerZeit, nur große Charaktere sehen: das zärtliche und sanft reizende hat er entweder gar nicht gckennt, oder zum Trauerspiel nicht für schicklich gehalten. Doch kann man vcrmuthen, daß er im Stande gewesen wäre, ihm einen eben so Hoheit Schwung zu geben, als Shakespear unter den Neuern ge- than hat. Von Liebe ist keine Spuhr in seinen Werken: er wollte nur Schrekcn und Bewunderung crwekcn. Die diesen Dichter nicht kennen, mögen A e s gen ans folgenden Proben sich eini- gen Begriff von ihm machen. Der Charakter seines Prometheus ist groß und äußerst kühn. Dieser ist der größere Cato unrer den Göttern.- Man urthcile hievon aus folgenden Reden. Er war bereits an den Caucasns angeschmiedet, und Merkur mußte ihm noch mit hartem Strafen vom Jupiter drohen, in Hofming, sein unbezwingbares Herz zu gewinnen. Dabei) fallen unter andern folgende Reden vor: Prom. Meinest du etwa, daß ick mick für diesen neuen Göttern fürckte, idder daß ick mick ihnen unterwerfen werdet Davon bin ick gänzlich entfernt. Du — kehre eilig dahin zurüke, woher du ge- kommen bistl Denn von allem, worüber du mick ausfragen willst, wirst du nichts erfahren. Merk. Durch solck hartnäkigcs Großthun hast du dick eben in dies Elend gestürzt. Prom- Merke dir dieses. Gegen deine Dienstbarkeit wollte ick mein Elend niemals vertauschen. Ich halte es für bester diesem Felsen zu dienen, als ein Dicnstbote deines Vaters Fevs zu sepn. So muß man gegen Stolze stolz sez-n! Merk. Du sckeinest Sich an deinem Elend zu ergetzcn. Prom. Das thue ick — Mochten sich meine Leinde eben so ergeben — Dich zähle ich mit darunter. Merk. Also beschuldigest du auch mick wegen deines Fallest. Prom. Kurz und gut: Ick haste alle Götter; sie haben alle Gutes von mir genossen*)-und vergelten» mir mir Bösem. Kurz, hierauf preßt der heftige Schmerz dem Prometheus ein klagliches G wehe mir aus; darauf sagt h Ihm hatten die Götter hauptsächlich Pen Sieg über die Titanen zu danken. A e s zy . Merk. Ein solches Mort hört man von Jupiter niemal. Prom. Die kommende Zeit wird alles lehren. Merk. Ach! du hast noch nickt gelernt klüger zu sepnt Prom. Sonst würde ick sa mit dir Sclave nickt reden *). Eben so groß und kühn ist im zwey- teu Trauerspiel, die sieben Helden von Theben betitelt, der Charakter des Eteokles, wovon folgendes zur Probe dienen kann. Als man in Theben bereits das Gerassel der feindlichen Waffen vor den Mauren der Stadt hörte, eilet ein Trup Frauen zu den Altären und Bildern der Götter, um sie um Rettung der Stadt anzuflehen. Eteokles, der keine Furcht kennt, kann auch nicht einmal an dein schwachem Geschlecht ein ängstliches Betragen ausstehen. Cr treibt sie zornig von den Altären weg, und befiehlt ihnen zu Haufe ihre Geschäfte zu bestellen. „Dienet „das zur Rettung der Stadt, daß „ihr vor den Bildern der Götter „niederfallt, ein Geheul und Jam- „mern macht, welches beherzten „Mannern unleidlich ist? Müßt „ihr durch euer ängstliches Hin- „und Herlaufen die Krieger muth- „los machen^ — Mird OerSteuer- „inann sein von Mellen geängstig- „tes Schiff retten, wenn er das „Steuer verlaßt, und ans Vorder- „theil (zu dm Bildern der Götter) „laust? Könner ihr durch Beten „machen, daß unsre Thürmer die „feindlichen Massen von selbst zu- „rück treiben? — — Mcnn ihr „werdet Verwundete und ToStc „sehen, so Hüter euch ihnen entgegen zu heulen. Im Kriege gehrs „nickt anders." Ein Kundschafter berichtet ihm, daß Tpdaus im Begrif ist, auf eines der Thore zu stürmen, und beschreibt C 4 zaghaft *) Nmmetli. vk. 958 - ? 80. Ae s zaghaft sein fürchterliches Ansehen und seine schrekliche Waffen. - klds antwortet ganz kaltsinnig: „Für „der Rüstung fürchte ich mich nickt, „die Wapcn der Sckildcr werden „uns nicht verwunden, und die „Lederbüscke trecken uns nickt." Als man ihm sagt, sein Bruder Pc>- lynices stehe zum Angrif des siebenden Thors fertig, und der Chor ihm abrathen will, sich gegen ihn zu stellen, aus Furcht, der Fluch ihres Vaters (nach welchem bcyde Bruder einander umbringen sollten) würde da in Erfüllung kommen, antwortet er voll Wuth: „Weil denn eine „Gottheit diese Sacke ernstlich trci- „bct, so möge das Sem Phobus so „verhaßte Geschleckt des /baius „mit schnellem Winde auf den „Wellen des Eocpms 5 »r Holle „fahren," und eilt den Fluch erfüllt zu sehen. Dieses sind meines Erachtens Mei- stcrzüge zu Schilderung großer Charaktere. Aristophanes sucht ihn zwar wegen einer übertriebenen Etrengig- kcit in den Charakteren lacherlich zu machen; aber was war groß genug, um diesem Spotter vcrehrungswür- dig zu scyn? Die Scholiastcn merken an, daß die Rede der Cassandra in dem Agamemnon von den Alten für das vorzüglichste Stük in seinen Trauerspielen gehalten worden. Wir wollen indessen nicht in Abrede scnn, daß unser Dichter nicht bisweilen die Sachen übertrieben habe. In seiner Nwbr, einem ver- lohrncn Stükc, ließ er diese unglük- Ziche Mutter bis an den drittenTag mit verhülltem Gesichte, und ohne ein Wort zu reden, auf dem Grabmal ihrer Kinder sitzen. In den Lu- menidcn drükt er die Wuth der Furien durch die ekelhaftesten und fürchterlichsten Tone aus. Man sieht überhaupt durchgehcnds, daß er feine Zuschauer recht hat erschüttern wollen, und es läßt sich merken, daß Ge- A e f danken, Worter, Tänc und ein'heftiger Vortrag übereingestimmt haben, diese Absicht zu unterstützen. Seine Chore bestunden aus einer großen Menge Personen, ihre Gesänge sind lang, und fowol im Inhalt, als im Ausdruk und dem Ton der Worte, feyerlich, oder wild. Es ist zu vcrmuthen, daß er die Sanger zu einem etwas übertriebenen Vortrag angehalten habe. Zum Bcy- spiel besten dienet eine Stelle in den Danaiden 5), dergleichen man sonst bey keinem Dichter findet. Man sagt, es habe ein Aufzug des Chores in seinen Eumeniden das Volk in solches Schrcken gesetzt, daß einige Kinder in Ohnmacht gesunken, und Schwangere unzcitig gebohren haben. Dieses ist gar nicht unglaublich. Aeschylus hat sich eben so sehr um die gute Vorstellung seiner Trauerspiele, als um deren Verfertigung bekümmert. Die Alten berichten, daß er den Bau und die Auszierung der Schaubühne sehr verbessert habe. In den ersten Zeiten ward sie nur von Baumreifern gemacht, hernach bauete man Hütten mit verschiedenen Abtheilungen. Aesckplus ließ prachtige Schaubühnen bauen, und die wahren Oerter der Scene durch Gc« mählhe und Maschinen nachahmen. Vitruvius meldet 55), Agathargus habe zuerst in Athen eine ordentliche Bühne für den Aesckplns gebaut, und eine Abhandlung davon geschrieben. Dieser wußte wol, daß das Trauerspiel niemals seine ganze Wirkung thut, wenn nicht alles Aeußerliche mit dem Inhalt übereinstimmt. Horax schreibt ihm die Erfindung der erhabenen Bühne und der Masken zu. ... ?er- H vs. 867. ». s. f. Li! öi xo-f, »ou IZs'ilH 7-c>x°> crc, **) lab. vu. Ae s 41 .... pcrfonae xallseque reperror tinnestae >csck)'lu5 er moäicis irilkravir pul» pira rizniz Es zeuget übrigens von keiner gemeinen Bescheidenheit, daß ein Mann von dieser Große seine Trauerspiele Ucberblcidselc von den herrlichen ZNahlzeiren Oes Homers gencnnt hat s*). Eine andre Probe seiner Bescheidenheit ist es, daß er es sich für einen hohem Ruhm geschätzt, zu dem Sieg bcy Maralhon etwas beygetragen, als durch sein Genie andre übertroffen zu haben: wenn anders die Grabschnst, die man ihm gesetzt, wie Arhenaus vorgiebt *"), von ihm selbst ist. Von meinem nicht nnrnhmli» chen Mmhe, rvirsr Orr marathonischer rvalo zeugen, und Su Oik- behaarter LNeder, Oer ihn erfahren hat. Was konnte man auf die Graber nnsrer meisten neuem Dichter setzen, wenn ihrer poetischen Arbeiten darauf nicht erwähnt werden dürfte? --5- -Ä- Oer, von dem Aeschylus geschriebenen Trauerspiele, solle», seinem ungenannten griechischen Biographen zu Folge, überhaupt siebcuzig, und dem Suidas zu Folge, neunzig gewesen seyn; Fabricius hat indessen in s. Uibl. gr. (I.it>. ll. c. 16. j. 7.) blvs von den verloren gegangenen Stücken desselben, 96 nahmhaft gemacht. Die übrig gebliebenen heißen, der gefesselte Prometheus, die sieben (Helden) vor Theben, die Perser, Agamemnon, die Opfernden, die Eumcniden, die Flehenden, und diese sind zuerst von Aldus Manutus, Ben. 1518. 8. gr. aber nur sechs, und diese sehr unordentlich, herausgegeben worden. Besser, und mit den Scholien in einem besondern Bande, erschienen sie, besorgt durch Franz Ro- /Zrre vü »78. *') ^rbenaeus fib.VIIt. "»*) /Ukea. I.. XHV. tortel, Den. 8. und ganz vollständig durch Pct. Victorius, Par. bcy Hcinr. Stephanus 1557. 4. Ohne die Scholien, schon und evrreet, durch Wiilh. Cantcr, Antw. 1580. la. Mit einer lat. Uebers. mit den Scholien, und den übrig gebliebenen Fragmenten der verloren gegangenen Stücke, durch Th. Stanley, Lond. 166z. f. und, eben diese Ausg. vermehrt mit Anmerkungen, vorzüglich über die Sylbenmaßc, durch Joh. Corn. Paum, Haag >74,;. 4. 2 B. Auch ist noch ein Nachdruck derselben zu Glasgow 1746.4. und 12. in 2 B. jedoch in dem ersten Format correctcr, als in dcni andern, und blos der Text, herausgekommen; und Ehrst. Gottfried Schütz hat den Anfang zu einer neuen Ausgabe des Dichters, mit 2 Bänden, Halle 1782 — 1784. 8. gemacht, deren Vollendung alle Liebhaber der griechischen Muse wünschen. — Ucberscrzt in das Italienische ist von dem Acschplus nichts, als der Prometheus, zweymahlz von Melch. Cefa« rotti, Päd. >7,4. 8. und von Mich. Angel. Giocomclli, Rom. 1754. 4. — In das Französische: In dem BKesrre äes Lrecs, p. le P.Pierre kru-nozr, Paris 17ZV.4. z B. 1765.12. 6B. finden sich nur magere Auszüge aus dem Aeschylus; aber für die neue Ausgabe dieses Ichesrre äes Orecs, par. 1785 — 1789. 12. 15 B. hat ihn H. du Theib vollständig übersetzt, und diese Uebersctzung ist mit einem Leben desselben von Rochefort, in den bcydcn ersten Bänden, sowie, einzeln, mit dem gr. Texte, und den wieder aufgefundenen Typen des Heinr. Stephanus, Par. 1789. 8. z B. abgedruckt worden. Auch hat ihn I. I. Le Franc Pompignan, Par. 1770. 8. mit einer Abhandl. über die Sitten der griechischen Tragödie, unbZjden Charactcr des Agamemnon, vollständig, so wie ein Ungenannter die Opfernden, P. 1771.8. übersetzt herausgegeben.— In das Englische: Die, von Brumoy, in s. spfiesrrc äes Lrece, befindlichen Auszüge aus dem Aeschylus, sind auch in der, Pon Miß Lenox, u. a. gemachten, englischen Uebersctzung Dieses Werkes, Lond. C 5 -759- A e s >75S. 4- Z B. und eine Uebers. des Prometheus, bcy der, von Morest, Lond. 177z. 4. besorgten, gr. und lat. Ausg. dieses Stückes, befindlich. In reimfrcycn Jamben gab den ganzen Aeschylus Robert Potter, Lond. 1777. 4. und 8. 2 V. heraus. — In das Deutsche: die sieben Helden vor Theben (die Thebais) und aus dem Prometheus ein mcitlcluftigcr Auszug von Joh. El. Goldhagen, in dem -ten und zten Th. s. gr. und röm. Anthologie, Brand. 1767. 8- der Prometheus, von Schlosser, Basel 1784. 8. der Agamemnon , von G. A. v. Halem, im 8ten St. des d. Museums, vom 1.178s. und eben derselbe von O. Jenisch, mit einer Borr, über das Genie des Acschblus, und die Menschcndarfiellung der Alten, Berlin 1786. 8. Die Perser, von I. T. L.Oanz, Leipz. >?8S. 8. Unter den, von H. Grillo übersetzten Chören aus de» gr. Trauerspiel- dichter», Halb. 1772. 8. sind auch Chöre des Aeschylus befindlich. — Ucber das Verdienst desselben, um den Fortgang des griech. Trauerspieles, ist Aristoteles, Tlkx, Tro,,,?. lV. und Horaz, aä lüCoiics, V.278. mit ihren Commen- tatorcn, nachzulesen. Erläuterungen über ihn sind, unter mehrcrn, geschrieben worden, in lateinischer Sprache: von Joh. Mcursius, 7Z,eCclizckus, Lopk. Lurip. Cen cks Grsgoeä. corumä. Gugä. L. 1619. 4. verm. in dem Gronovschen Thes. B. ic>. S. z?z. — Ein Ungenannter, GbCerv. in 7^eCcdz-I. einsque Lckol. iin -tenTH. des -tenV. der koliCcell. od- Csrv. — Fried, Lud. Abrcsch, GdCervar. sck ^.eCckzsl. promerd. vindb. UNhprae- rerm. in OdCerv. sck prumerd. vinbb. unter dem Nahmen Patrobaschius, indem ?ten B. und dem zten Th. des achten B. der ^CiCcell. GdCervar. s^iiimockverlio- nez aä befiel,)'! Gidri ckuo, Xileckivb. 174z. verm. mit einem Buche, Zwollc >76;. 8. — Joh. Gottsr. Hauptmann, Lvmmenr. clo -^eCck. er ezus J'rsß. Ger. 1741. 4.— Bens. Hcath, Istoroe, C. Getstiones ack GrzZicor. vec. grase. ^eCed^Ii > Lopd. lrurip. czuae CupezCuut, ckrsmara, äeperäiearum. qus rclig. vxon. 1762. 4. — Joh. Aug. Stark, Lomrrienr. cis /^eCcdzcko er inprimis czus rrsZoeck. czuse ?rom. vinöt. ivCcripca eck, Göcr. 1765.4. — Joh. Jac. Hcinr. Nast, OdCerv. in rein rrsZic. Grase. LrurrZ. 1778.4.—-Ein Ungenannt. Lpec. vdCsrvsr. in ^eCcdz-I. ^gainemiroris, NaC. 1778.8.— Chrstn. Gottsr. Schütz, Lornrnenror. in Ccdz'Ii T^ain. lidsllus pr. len. 177?» 4. und Gid. prirni pars pr. cbend. 1780. 4.— Joh. Carl Zcune, De vsrieraco Isü. in rres ^eCcdz'l. trag. prior, ex cost. VicebsrZ. Vir. 1780. 4. — In französischer Sprache: von Cl. Gastier, Lclaircissemens Cur la J'raz. mernnon, in dem Ilten B. der Vlsm. eis C-Z.cacl. ckcs luCcrrpc. — V0N BÜs ringt), Vrscis cke rellsx, . . . Cur lex Portes, ebcnd. im 2?ten V. der Quart- ausg. — Le Beau, ^stcm. Cur les Grs- Ziques grce-z. ebend. im z;tcn B. der Quartausg. deutsch, im zten B. von H. Schirachs Magaz. der deutschen Kritik, Haste, 1774. 8. — In deutscher Sprache : von C. A. Clodius einige ganz gute Bemerkungen über den Aeschylus, in s. Vers, aus der lütter, und Moral, erst. St. 5. 61. Leipz. 1767. 8- — In des Baillct ssuZ. ckcs 8av. B- ?» Th. 1. S. jZ4. stmck. 1725.12. sind die Urtheile verschiedener Littcratorcn, und in Gadr. Lid!. Zr. Gib. II. c. 16. mehrere littcr. Nachrichten gesammelt. — Ein griechisch geschriebenes Leben ches Dichters ist bey den mchrestcn Ausgaben, sowie eines in Greg. Gyraldi CCickor. ?oer. S. 7Z4- und in Tanaquil le Fcvre's Abrege cles vies ckes poec. sr. 8auni. 1664. verb. durch Reland, Anist. 1700. iz. befindlich. A e s 0 p u s. Aer älteste bekannte Fabeldichter. Er lebte zu den Zeiten des Erösus und Solans. Die Nachrichten von seiner Person und seinem Leben haben einigen so unzuverlaßig geschienen, daß sie so gar auf die Gedanken A e s kcn gcrathen, ein solcher Mann habe gar niemals gelebt. Doch ist es wahrscheinlicher, daß Aesopns eine würkliche Person gewesen, daß er in Phrygicn gebohren, eine Zeitlang in der Knechtschaft gelebt, hernach frey geworden und in Gard-s, am Hofe des Crohns, sich aufgehalten habe. Man findet seine wahre oder erdichtete Lebensgeschichte an hundert Orten beschrieben. Planudes, ein Grieche, ans den Mittlern Zeiten, hat viel fabelhaftes davon zusammen.getragen. Unter den Neuem hat Meziriac die zuvcrlaßigsten Nachrichten von diesem Fabeldichter gesammelt 6). Seine Fabeln stunden bey den Griechen in großem Ansehen, welches sie nun seit zwey tausend Jahren bey allen Völkern, die Wissenschaften nnd Geschmak besitzen, behauptet babcn. Einige halten ihn für den Erfinder der Label, die nach ihm die Acsopiscbc gcncnnt wird. Es ist wahrscheinlich, baß er selbst seine Fabeln nicht aufgeschrieben, sondern bei) gewissen Gelegenheiten, als lehrreiche und witzige Einfalle dlos erzählt habe. Wenigstens sind die griechischen Fabeln, die man für die seinigen ansgicbt, nur der Erfindung nach von ihm, sein Ausdruck aber ist verlohren gegangen »5). Sockrates schätzte die äsopischen Fabeln so hoch, daß er sie in Verse eingekleidet hat. placo sagt: er habe dieses zufolge einiger wiederholten In einer zu Bourg iSzo, 16. gedruckten, auch in der Sammlung s. Werke (a I.r Iis)'!:, 1716.) und in den lUem. cke I.ittei zrure vom Salkcngrc (B. I. S. 87.) u. a. a. O. m. befindlichen; lateinisch, vor der Hudsonschcn Ausg. Aesop. Fabeln (Oes. 1718.) und vor Hauptmanns und dcrVaßler Ausgabe derselben gedruckten; deutsch von I. A. Pfefferkorn f /XKa pMWs. V. 2. S. 7!Z); und englisch von J.Toland 49; worunter aber drcy doppelt vorkommen) mit mehccrn griechischen Schriftstellern, Ben. >505. 5. gr. und lat. in zwey vcr« schiedcucn Abdrücken, und eben dieselben, ohne vieler frühem Ausgaben zu gedenken, I. M. Heusinger, mit Zuziehung mehrerer Handschristen, Eisen. 1741. und 1756. 8. gr. und lat. heraus, welche mit einer Vorrede von Klotz, ebcnd. i?7>.und 1776. 8. gr. auch wieder erschienen sind. — Nach einer andern Handschrist, und mit verschiedenen vermehrt, druckte sie Robert Stephanus, Par. 1546. 4- gr. — und Js. Nie. Nevclet endlich machte aus fünf, oder vielmehr eigentlich nur aus einer neuen Handschrift, deren, dem Titel nach, noch izS vorher nicht (versteht sich, griechisch) erschienene, mit jenen >49, und mit 12, welche in der Ausgabe des Robert Stephanus sich befinden, überhaupt 297, unter dem Titel, dä^rbologla 7^e- ckvpica .... ckrcfir. 1610. 8. gr. Und lat. bekannt. Diese ließ Job. Hudson, vermehrt mit dreyzehn Fabeln des Aph- thvnius, und mit denen, welche im Aristo- ») S. Fabel. 44 Aes Aristoteles, Plutarch, und andern griechischen Schriftstellern, vorkommen, so wie mit denjenigen, welche in der Ausgabe des StephanuS noch mehr enthalten waren, Oxford >718.8. und Joh. Gottfr. Hauptmann, Leipz. 1741. 8. jedoch mit Wcglassung jener drep doppelten, und einer, schon in der Aldmrsche» Ausgabe befindlichen Nevelctschcn (dort N. 4. hier N. -48.) an der Zahl z6>. gr. und lat. drucken, von welcher Sammlung, für Liebhaber, eine neue Auflage zu Basel, unter dem Titel: Oollcöi. /Le5op>. ?-l>. z/Zo. gr. und lat. erschienen ist. Auch hat H. Joh. Lhrstn. Gvttl. Erncsti so wohl die Aldinischen, ohne die drei), zwcy- niahl erzählten, als 147 von der Nevelctschcn (mannichfaltig verbessert) und dre» aus der Ausgabe des Rob. Stcpha- nus, Leipz. >78>. 8- gr. und N. M. Ludewig deren, Gött. >789. 8. mit einem gr. deutschen Wörterbuch, und Joh. Dav. Büchling, Halle 1790. 8. auf eben solche Art, herausgegeben. Allein eine ganz vollständige Ausgabe aller aufgefundenen Acsopischcn Fabeln fehlt uns noch immer, llngedruckt sind deren, unter andern, noch, mehr oder weniger enthalten, >) in der, im Maricnkloster zu Florenz befindlichen, von Montfaucon (Oiar. -calico, S. z66) erwähnten Handschrift, aus welcher in den Novelle lirreraeie, Flor. >779. N. 40. Proben gegeben worden sind; -) in der schon bekannten, von L. C. Balkenaer im iten Th. des ivtcn B. S, 108 u. f. beschriebenen, Vossiusschcn; z) in der, durch I. M- Heustngcr, und Gotth. Ephr. Lef> sing angezeigten Augsburgischen (wovon wir, durch H. Bcneckcn nähere Auskünfte zu erhalten, die Hofnuug haben) — 4) in einer, von H. Matthäi, in der Vorrede zu den, von ihm herausgegebenen, , Ossii. Pees. ssab. OXIl, Oipt. 1.78 >- 8- S. X. angezeigten, zu Moskau gefundenen. Auch in Th. Tpr- whitt Oisscrrac. sie Ladeio, sssbnlar. Le5op. 5cripr. Ooncl. >776.8. OrlonA. 178?. 8- sind, aus einer Bodleianischcn Handschrift verschiedene abgedruckt, welche in den gemachten Sammlungen nicht vorkommen ; und in der neuen (gte Ausg.) von ssadric. Libi. Ar. sind, B. i.S.özs u. f. sorgfältig die Handschriften angezeigt, welche, bei) einer neuen Ausgabe dieser Fabeln noch zu benützcn wären, Uebri« gcns hat H. Tyrmhitt, in der von ihm angezeigten Schrift es ( S. 25 der Londn. Ausg.) sehr wahrscheinlich zu machen ge, wüßt, daß Babrius die zu seiner, das heißt, ungcfär zur Zeit des August, unter dem Nahmen des Acsop vorhandenen, vielleicht auch wirklich von ihm abgefaßten, und die, von andern Griechen, unter seinem Nahmen, erzählten Fabeln, in Choliambcn (wie er sie nennt) gebracht, und daß verschleime Federn, nicht MaximuS Planudcs allein, diese wieder, zu verschiedenen Zeiten, in diejenige Prose auf- gclößt haben, in welcher wir sie jetzt besitzen. UebersetZt sind die Acsopischcn Fabeln (der Zahl nach, mehr oder weniger, und mehr oder weniger frey, und verändert) früher, als in der griechischen Sprache, gedruckt gewesen. Lateinisch, nähm- lich, sind sechzig derselben, in elegischem Sylbcnmaßc, bereits Rom >475.4. (s. Q. L. ^uliiikrecki Ose. ssiss. crir. romanar. cäic. 15. -78z. 4. S. 200 u. f.) und die, von Rpnutius, (eigentlich Rcmutio d'A- rczzo, s. Lii lscrire. lest. IZeebc. >75Z.t. Vol. >. ?. 2. S. >020) gemachte, wörtliche Uebcrsetzung von 96 derselben, schon, Mcpl. 1476. O (s. ?ssil. T^rAelar! vidi. Lcripr. Xleäiol. Vleckisl. -745.5. V. >. S. 544- und 565.) so wie die, wenn gleich nicht aus der Ursprache, doch aus dem PhädruS, gezogene, viel ältere Arbeit dcS Romulus, aus achzig Fabeln bestehend, mit der lateinischen Vcrsification von sechzig derselben, nebst noch mchrern Fabeln, Ulm >477 — 148z. 5. und zugleich eine deutsche Uebcrsetzung derselben, von Hcinr. Steinhöwel, erschienen. Und bald nach der Ausgabe des Textes sind dergleichen lateinische Ucbcrsctzungcn, die, zum Theil, schon früher gemacht waren, als von Laue. Valla, u. a. noch mehrere gedruckt worden, wovon in der angeführten neuen Ausgabe von ksbr-cü Lidl. gr. Vd- >. S. s4>' A e s 45 S. 641 u. f. in den Anmerkungen, sich Nachrichten finden. Aus diesen lateinischen llcbersetzungcn wurden sie wahrscheinlicher Weise in die neuer» Sprachen übergetragen. Bekannt darin waren sie so frühzeitig, daß, wie Vincent. von Beau- vais erzflhlt, (8pec. Kitt, 5il>. III. c. 8 ) die Geistlichen, im dreyzehnten Jahrhundert, sie fleißig ausdcr Kanzel anführten. Der italienischen dieser Uebersctznngen sind drcnzehn; nur ist bcy ihnen zu bemerken, daß viele derselben mehr in bloßen Nachbildungen und Nachahmungen, als in wirklichen llebcrsetzunzcn der eigentlichen Aesopischen Fabeln bestehen, und daß mehrere Fabeln in ihnen vorkommen, welche nicht in der griechischen Sprache sich finden. Zuerst gab Accio Zucco den so genannten Anonymus des Nevclct, der aber bey ihm 66 Fabeln enthcllt, in italienische Verse überseht, und jede Fabel in zwei) Sonncttc eingekleidet, wovon das erste» welches immer die Fabel selbst ist, 8oncrrc> marcichle, und das andre, welches die Moral in sich faßt, Nuaerco mo- role heißt, mit dem Titel: T^ccii Tluceki 8umms . . . in T^elopl inrer- xrerario per lili^rdmos .... Ver. ,479. 4. heraus, welche nachher noch sehr oft, als Ven. 1491. 149z. 4. gedruckt worden sind. Auch ist der Llcipo Iiicko» risäo, Ven. 1497. 4. >542. 8> kein anderes, als dieses Werk. (S. Libl. ckeZli /lur. gr. e lar. volZsrizaci . . cki sssc. kckar. paironi, Ven. 1766. 4. V. 2. S. 29 u. f. und des QuadeioLror. e. raA. ck'ogni poelia > Vol. I V. Vlil. 1749. 4. S. 102.) UebrigcnS hielt nicht blos Scaligcr(?oer. 5il>. VI.4. S. 789. Ausg. von >;8>.) dieser Accius für den Verfasser der nur von ihm übersetzten lateinischen Fabeln, sondern auch Qnadrio, a. a. O. scheint ihn noch dafür zu halten. Hierauf erschienen die Fabeln des Aesop, lat. und ital. von Franc. Tuppo, Neap. 1482. 1485. t'. Rom 148z. 4. Aquileja >49Z. 5.; von einem Ungenannten, Moyland, ital. >504.4. Von verschiedenen, Ven. 1545. 8. Es sind der Fabeln überhaupt vierhundert; und diese Sammlung ist nachher noch sehr oft, ebendaselbst, als >575. >6. 1588. 8. >607. 8. >6iz. 8. >6s>. 1660. >2. gedruckt worden. Von Giul. Landi, Ven. >567. 8. cbend. >774. >2. Von Cesarc Pavesi, unter dem Nahmen Targa, Ven. >569. >z. 157;. >2. Der Fabeln sind 150, und die Ucbcrs. ist in Versen; von Giov. Mar. Verdizzotti, Ven. >570. 4- mit schönen Holzschnitten, und ebend. >575. >577. >586. >599. 4. Es sind deren 100, und die llebers. ist eben- fals in Wersen; von Giul. Cef. Capacci, Neap. >602. 8. Ven. >6>?. 4. in Versen; von Carlo Caffarclli, unter dem Titel: Iniblsrs Vlei'c«Ian?2 . . . Brac. >62>»4. eine Sammlung, welche aus Fabeln, Bcyspiclcn, lustigen Mflhrche» besteht, in sieben Centurien abgethcilt, und in Octaven abgefaßt ist; von Aug. Mar. Rieci, Flor. >7Z6. 8. die 149 so genannten Planu- dischcn, in rcimfrcycn Versen, mit dem Texte, und den, vom Phcldrus und Avia- nus, dem Aesop nachcrzflhltcn Fabeln, so wie mit einem rsAlniaamenrotoprsLso» po c le äi lui tavolcz VVN Givrg. Fvs» sati, Ven. 1744. 6 Th. 5 und 4. mit K. eine Sammlung, in ital. und französischer Sprache, welche aus 2>6 Fabeln besteht, von Nie. de Castelli, Fckft. ohne Jahrszahl, 8. zwcyhundert; von Carlo Gol- doni, Modcna >756. 8. in Martelliani- schcn Versen; von dem Abt Roberti, Bol. 177z. >-. siebenzig, mit einem Oilcorlo. S. übrigens über diesen letzter», den Art. Label; und, wegen ausführlicher Nachrichten über diese Uebersetzungen, die bereits angeführte Libl. ciegli craä. >»!. von Paitone. — I» spgniscber Sprache: Maittaire IV. ?. II. S. 628 führt eine in vier Büchern, verfertigt durch I). blenri^o, Int'anre 496,5 an, und MayanS, in s. Leben des Mig. Cervantes, S. z8. der Amsterd. Ausg. von 1755. 8. gedenkt einer, zu Sevilla, im I. >555- gedruckten »ebccsetzung dieser Fabeln. Die, von Simon Abril erschien, mit dem Titel: t'gbulas «je Lkopo cn larin i liomsnce, rriistucistz? cis! LrieAo . . , TsrsZ. >575-8- und ebendieselbe ist, ebend. >647.8 wicher 4b Aes wieder abgedruckt worden ( S. Lnlsyo cke eins kibl. äe llLi-oäuJores Lspaiiolez ... dckzst. >778. 4. S. >46.) Eine andre, in Versen, welche auch noch andre Fabeln enthält, von Romero de Zepcda, soll, Sevilla 1590. 8. und noch eine andre, von Anton de Arte y Villafranca, Sevilla 1714. 8. gedruckt worden se»n. Auch ist noch eine in der Plantinischen Oruckerry fn, Jahre 1607. ,2. herausgekommen. —> In die französische Sprache soll, schon zu den Zeiten dcs H. Ludpmigs, ein Frauenzimmer, Nahmens Maria, die Aesopis scheu Fabeln, und zwar aus der angelsächsischen Sprache, (S. Oeuvi-. äe LI. Vauckcr, 1'ar. 1610.4. Bl. 57?- a) und, im drcyzchnten Jahrhundert, Guilh. de St. Didier, sie in Verse überseht haben. Aber die, meines Wissens, gedruckte, erste Uebecsetzung ist in Prosa, aus dem Lat. von einem Augustiner, Julian gemacht, und mit der llebcrfctzung der Fabeln des Avienus, u. a. m. Lyon ,484. 5. erschienen; und, nächst ihr, sind deren noch siebzehn andre vorhanden, von welchen mir näher bekannt sind, die von Gill. Corrozet, einem gelehrten Buchhändler (t i ;6g.) Par. 1548. >6. in Versen. Von Jean Baudoin, Par. 1627. 5. 1704. 8. Von Pierre Millot, Bourg ,6z2. iz. Von Raph. du Fresne, Par. 1659. und 1689. 4- Von I. Bcnscrade, Par. 167«. 8. in Quatrains gebracht; von Ant. Fureticr, Par. 1694. Brüssel 1700.8. Von Bcllcgarde, nebst den Fabeln des Philclphus, Babrias, Avienus, Amst. »708 —1709. 8. 2 B. Utr. 1752. 8. 2 V. Coppenh. 1784. 8. welche auch noch wie. der, besonders, ins Deutsche» Göttingen »745-8- übersetzt worden sind. Wegen der eigenen französischen Fabeldichter, s. den Art. Label. Ucbrigcns hat.Cholct de Jctphor «ine Sammlung aller möglichen Fabeldichter, in französischer Sprache, in 24 Oetavbändcn angekündigt. — In daS Englische, oder vielmehr in die Angelsächsische Mundart, soll schon der K. Alfred (1 -909) sie übersetzt haben; sie erschienen indessen gedruckt, zuerst, in einer, von Wynkin de Wörde, nach den Elegischen Fabeln des, in der Ulm er Sammlung mit abgedruckten Anonvmus, gemachten llcbersetznng, und also 60 an der Zahl, Lond. 150z. 4. welchen aber bald eine, aus dem Französischen, gemachte völlige llcbersetznng dieser Sammlung folgte, lind hierauf gaben John Ogilby (t 1676) Lond. 1651. 8. 1665. ss. Rog. l'Estrangc (H1705) Lond. 1687. 1692. 1699. 5. mit K. 1708- 8- -7Z8. 8. 2 B. Ein Ungenannter, mit dem Titel: nacul-ali^est, Lond. 170z. 12. aus Ivo Fabeln bestehend, welche, vermehrt, Lond. 1704. 8. - Bd- 1711. s. 1784. I-. wieder erschien, Sani. Croxal! (s 1751.) Land. 17-2. 8.1728.12.1788. >2. Sam. Richards»», Lond. 1757. 8- m. K. (eine bloße Verbesserung der Arbeit des l'Estrangc, welche vonG. Ephr. Hessing ins Deutsche, Leipz. 1759. 8. übersetzt worden ist) I. Drappcr, Lond. 1774. 8. sie übersetzt heraus. S. übrigens den Art. Label. -- In das Deutsche: die, aus dem Avia- nus, und den versificirtcn Fabeln des Romulus gezogene, gereimte Ucbcrsetzung von Vänner, soll, zuerst Bamberg 1461. 5. gedruckt worden feyn (S. über sie Hessings Bepträge zur Gesch. und Litter. Brschm. i?7Z. 8. S. 1 U. f. vergl. mit PanzerS Annale» der ältern deutschen Litteratur, Nürnb. 1788.4. S. 48- und den Art.La» bel.) Hieraus gab Hcinr. Seinhöivel eine Uebersetzung der lateinischen, aus dem Phädrus gezogenen Fabeln des RomuluS (der hier Nemicius heißt) des Aviani, Adclfonsi u. s. iv. Ulm 1477 — 148z. 5. heraus, welche H. Panzer in dem vorher angezeigten Werke S. 448 ausführlicher beschrieben hat, und die nachher noch öfter, als Augsb. 1485. 1487. 1491° 1496. 1498. 1504 .5. und verm. mitSeb.Braut» Fabel» und Excmpeln, Gtrasb. 1508. t» Frcyb. 1555. 4- vcrb. und verändert, Frft. am M. 1608. 8. 5. l. 1616. 8. gedruckt worden ist. Liesen folgte „Esopus ganz neuw gemacht, und in Reimen gefaßt... durch Bure. Waldis, Frft. 1548. 1565. 1584. 8, und „das Buch von der Tugcnt „und Weisshcit, nemlich neun und vicr- „Zig Fabeln, der mehrere Thcll aus Efops --gezogen. Aes 47 „gezogen, und mit guten Nhcimcn vcc- „klcret durch Ernsinum Alberum, Fest. „1550. 4. I5S7- 8-" Nath. Chyteäus gab hundert derselben, unter welchen sich drey- zchn von Luthern übersetzt finden, sammt einer . . . Vorrede desselben „vom Nutz und Brauch desselben Buchs/' Rostock 1571. 8. heraus, von welchen noch viele Auflagen, als zu Frft. 157s. >578-1586. 1589- erschienen sind. Eine andre llc- Versetzung von Hartnock, ist Fest. 170z. z. eine von Niederer, in Reimen, Cob. 1717. 8. eine von Jungendrcs, Nürnb. 17-z. 8- 1768. 8- eine von Krieges, Leipz. 1747. 8. gedruckt worden. Auch haben verschiedene Ungenannte deren noch, Basel i6>6. 8. u. a. a. Orten mehr, gelic- fort, und ausser den bereits angezeigten llebersctzungen der Arbeiten des Beste» garde, Gört. 1745. 8- und des Richardson oder l'Estrange, ist auch noch eine besondre Aeberscyung des Klops en belle duineur, Hamb. ,707. 1740. 12. vorhanden. Die vollständigste (deren Urheber ich auch nicht kenne) ist die Koppenhagencr von, 1.176z. und 178z. 8. Und die beste, aus dem griechischen wirklich gemachte, ist, Qued- linb. 1789. «. heraus gekommen. — lieber die ungarischen, polnischen, dänischen, schwedischen Ucbers. des Acsop, s. kslir. Vidi, Ar. S. 659. 4te Aufl. — Au den Arlanrerungsschriften gehören , ausser der bereits angezeigten vif- fcrr. des Tprwhitt, ein Aufsatz des Beut- letz, bcp Wottons resscöl. Upen. onc. snll moss. vesrniiig, 1.0116.1697.8. ste Aufl. vcrm. bey s. eigenen Oisserrsr. -upon kkssarie, loiiss. 1696. 1777. L. und lat. in s. von Dan. Lennep, Grön. 1770. z. Lcipz. 1781. 8. übersetzten vpule. I. M. Hcusingers vilicrr. lle gr. ^.cf. ksdulis, Ger. 1741. 8- " Die Lcssingschcn Abhandl. bey den Fabeln desselben, Berk. 1759. und 1778. so wie aus dessen Beptr. zur Gesch. und Littcratur, Brschw. 177z u. f. 8. das,.und-.St.des ersten, und das 21. und St. des fünften Bcytrages, aus dessen verm. Schriften Th. s. Berk. 1784. 8. S. -21. den Aufsatz, zur Geschichte der Atopischen Fabel, und aus dessen Kvstectanccn zur kist teratur, Verl. 1790. g. das, was S.-z» und 451. sich findet. — Auch ist darüber noch Vavzlfor, 6e luäicrs 6i suck. Leer?. 82er» llokole^, Lull. 1779. .8- 2 B. — — Von italienischen: LsMo Ml dunn gullo nclle delle srri, ovs ssspieAZno ^I'elenienri llella Lllerico, lli Laull. ^ozemÄNN, Inr. 177 >. 8- (aus deut- schcn Schriftstellern vorzüglich gezogen) » Von französischen: fteftcxions criciqucs lllr Is Loelle er lo Loiucure, kar. llär. lküllbe (steon Lapc.) Düllos, ?sr, 1719. 12. 2 B. verm. mit einem Bande, ebenb. 17z?. 12. z B. anders geordnet, ebend. 1740.12. z B. »755. 4. z B. A e s vresll. 1760. 8. z V. Engl, durch Nll« gcnt, Lonll. 174z. z. z B. deutsch, durch (Gotlfr. Bcnj.) Funk, Kopcnh. 1759. 8., zB. Voll feiner Bemerkungen, welche, wenn sie gleich nicht das Wesen der Künste an und für sich sehr erläutern sollten, doch zu der richtigen Beurtheilung derselben führen. Oer V. erhebt, wie bekannt, die Empfindung zur einzigen Richterinn in Sachen des Geschmackes; und hiewidcr erschien, in dem Neu Th. des zten Bds. der öllem. llc lircersr. er ll'llift. rec. par le p. Oes lläoiccz, UNd in der LillI« traue. ou blick. licrer. lle la Lrance, Julius und August des I. 172Ü. eine Oickerrarinn (von Jean Jacq. Vcl) worin diese Behauptung geprüft, und, durch das eigene Werk deS H. Dubvs widerlegt wird. In Schutz genommen, und näher bestimmt ist sie, in einem Aufsatz, „von der Kritik der Empfindung," im 8ten Bd. der Bibl. der sch. Wisscnsch. Leipz. 176:. 8. — Des lleaux arrs re- lluics a un mäiue principe, ?. 1746, 175z. >2. von Ch. Vattcup; deutsch (durch P. E. Bertram) Gotha >751. 8. In einem Auszuge, von I. C. Gottsched, keipz. ,751. 4. Mit einem Anhange eigener Abhandl. (und vielen Anmerkungen) von Joh. Ad. Schlegel, beipz. ,752. 8. verm. ebend. 1770. 8. 2 B. Das Original sehr erweitert, und umgearbeitet, unter dem Titel: Louis lle Keiles lereres, ou llrincipes lle la Lirrcrarure, ftar» 1746. 1755. 1754. 12. 4 B. und dieses deutsch, und auf Deutschland anwendbar gemacht, durch C. W. Ramler, Leipz. >756. 8. 4 V. verm. gte Aufl. ebend. 1774. 8. 4 B. Englisch, lond. 1761. 12. 4 B. So wenig auch immer die, in diesem Werke, aufgestellten Grundsätze eine genaue Prüfung aushalten, und zu so viel verkehrtem Geschwätz über Nachahmung cS auch immer Anlast unter uns gegeben haben mag: so hat es denn doch, meines Bcdünkens, zur Bildung des Geschmackes, nnd zum Nachdenken über das Wesen der schönen Künste, nicht wenig bcp- getragcn. --- Lur le principe llcs lleaux sr», er lles Helles lsrcres, vu .... reeller» Ae s 5! recsicrclies 5ur la cause du plaifir, ex- cice par lee heaux srcs > er lez Helles jeccres, ein Aufs. von H. Prcvoff, in dm I^ouv. öäem. de l'/lcad. de Lerlin, pour I'znnee 1785- 8er:. >787- 4- gcntlich wirb nur die Poesie und Musik, in Verbindung mit einander, und zwar, erstlich, in Ansehung ihrer Verhältnisse zu unfern Sinnen, und zwehtcns, in Ansehung ihres Verhältnisses zu unfern geistigen Kräften, betrachtet; aber die Sache selbst ist, durch diese Untersuchungen darüber, nicht eben deutlicher gemacht worden. — LIemens de si-iccerarure, p. , öär. öckarmowrel, 8ar. >787- 8. 6 B. und auch in s. l)env. der ;te — zote B. Es ist eine alphabetische Sammlung der, von dem Verf. für die bekannte Encyclvpädie gelieferten Artikel, ohne tiefsinnige Untersuchung über die Wissenschaft des Schonen, und die Theorie der Künste; voll von einseitigen Urtheilen; aber auch zugleich voll von einzeln, feinen Bemerkungen. — Auch gehört noch hieher: Lilai für ls g^aur daos les clioses de sia nsrure er de I'ocr, von Montesguicu, ursprünglich für die Encyclopädie bestimmt, und in f. Oeuv. (den. 1759. >2. 6 B. im gten B. S. 22z. deutsch, in f. nachgelassenen Werken, Liegn. >78;. 8. S. >17 u. f. Die Schrift ist eigentlich nur ein Fragment; der Verf. will in ihr die Gründe, aus welchen die sclmmtlichcn schönen Künste unsrer Seele Vergnügen verschaffen, untersuchen, und sitzt den Geschmack in die Fähigkeit, schnell und sicher das Maß von Vergnügen zu entdecken, welches ein jeder Gegenstand dem Menschen eigentlich darbietet. — — Von englischen Werken : ?he Police Tsirrs, or s lZill'crcarian on l'oerrv, si^iiirinA, lcäuliclc, Tlrchireälure arid silnguence, hond. 1749.12. Oer ungenannte Verf. verknüpft diese verschiedenen schönen Künste , auch vermittelst deS Grundsatzes der Nachahmung, jedoch ohne auf Batten? oder gar den Aristoteles besondre Rücksicht zu nehmen, miteinander, sagt, daß der Gegenstand derselben nicht die wahre, sondern nur die wahrscheinliche (probable) Natur siy, daß, z. B. der Dichter, durch seine Erfindungen, (worin er die Seele und das beben aller Dichtere» sitzt) und durch die Harmonie seiner Verse, unfern Geist mit nachgemachten (conurerseir) Bildern, und unser Herz mit erdichteten Empfindungen erfülle, und handelt, in 24 kurzen Kap. von diesen verschiedenen Künsten, und auch nebenher noch von der Tanzkunst; am ausführlichsten aber von der Dichtkunst. In Ansehung der Beredsamkeit und Baukunst will er, daß ihre Schönheiten dem Nutzen untergeordnet sehn sollen. — Llemencs os Lrici» cism, si-ond. 1760. 12. z B, vcrm. Ldinb. 1769. 8. 2 B. l-oud. 1785. 8. 2 B. von Heinr. Home, nachhcrigcm bord Kaimes; deutsch (durch Joh. Nie. Meinhard) beipz. 176z — 1766. 8. z B. Mit den Zusätzen der vermehrten, englischen Ausgabe (durch H. Garve) ebend. -772. 8. - B. und verb. (vorzüglich durch die Vcrsifikation der, von Home, eingerückten Stellen aus Dichtern) undverm. (mit Berichtigungen und Zusätzen von G. Schatz) ebend. 1790 — 1791. 8. z Bd. Mit diesem Werke fieng sich, für die Theorie der schönen Künste, gleichsam eine neue Epoche unter uns an: wir hatten vor lauter Grundsätzen, die mensch, lichc Natur selbst beynahe gänzlich ans dem Gesichte verloren, und suchten, größtenthcils, die Regeln der schönen Künste, in Definitionen. In England selbst hat das Werk, indessen , von mehr als eiücr Seitc, Widerspruch gefunden; unter andern hat Elphingston, Tsinimad- versions, si.ond.177l. g. darüberdruckrn lassen. — Llsi>7 on rke elrrs, com» monlz- csiled imirsrives, in den 8nemz conMinZ clcksfizr os cranslarions Crom ckie slfiarüc siaiißnaZe, si.ond.177z. 8- .^Icenb. »774- 8- S. isi. von Will. Jones. Der Verf. sucht darin zu zeigen, daß, wenn Poesie und Musik gleich eine Kraft, die menschlichen Sitten nachzuah, men, besitzen, ihre größte Wickung denn doch nicht, aus Nachahmung, sondern, in so fern aus Mitgefühl (symparsi^) entspringe, als Leidenschaften durch sie D 2 ausgc- 52 A es ausgedrückt werben; daß die geringer» Thcile derselben, vermittelst ihrer Darstellung natürlicher Gegenständr, uns durch Täuscbuug vergnügen, und daß die Darstellung der Liebe, des Mitleides, des Verlangens, und der zärtlichen Leidenschaften überhaupt, so wie die Beschreibung reizender Gegenstände, dasjenige, was man schon , und daß die Darstellung des Hasses, des Zornes, der Furcht, und aller schrecklichen Leidenschaften, so wie die Beschreibung unangenehmer Gegenstände, das, was man erhaben nennt, hervor bringe^ ssr> In^uirz'inro rkiLfin« ^rtt, b/ 1't>. Itvberrion, Oonä. 1784. 4. iter Th. Oer Verf. will die schönen Künste, nach Maßgabe ihres Eindruckes, auf das Auge, das Ohr, und den Geist, betrachten; und hat mit der Musik, in diesem Bande, den Anfang gemacht. Ob eine Fortsetzung davon erschienen ist, weiß ich nicht; aber, was er von der Musik sagt, ist, ohne Vcrhältniß zu seinem vorgeblichen Zwecke, aus andern zusammen geschrieben. — — Von Deutschen Schriften: Georg. Friede. Meyers Anfangsgründe aller schönen Wissenschaften, Halle,748 — 1750. 8. z Thle. Auszug aus den Anfangsgr. aller sch. Wissensch. Halle 1757. 8. Betrachtungen über den ersten Grundsatz aller schönen Künste und Wissensch. Ebcnd. 1757. 8- Das erste Mcyerschc Werk, ob es gleich früher, wie BaumgartcnS lateinische Aesthetik erschien, ist, bekannter Maßen, nichts, als eine weitere Ausspinnung dieser; und hat, wenn gleich dadurch weder Redner noch Dichter gebildet, und so gar nicht cinmahl die richtig«. Beurthcilung rednerischer oder dichterischer Werke befördert worden ist, (wie denn dieses wohl nie, durch bloße Acsthetiken, bewirkt werden kann) nächst jener, wenigstens die Aufmerksamkeit der akademischen Lehrer auf die schönen Künste hingezogen, und die Beschäftigung mit diesen, mehr oder weniger, von dem Vorwurfe unbedeutender Spielers» retten helfen. An und für sich selbst, ist der Werth des Werkes, sehr geringe; und wird, durch den langweiligen Vortrag, noch A e s geringer. Mangel an Geschmack und feiner Empfindung, und so gar Mangel an Kcnntniß von dem Wesen der Künste, vorzüglich der so genannten bildenden Künste, zeigt sich, von der Vorrede an, darin. Es handelt, in drcy Abihcilungen, „von der Erfindung schöner Gedanken" (welche Abthcilung den größten Theil des Werkes einnimmt, und bis in die Mitte des zu» Bandes geht, aber sehr vielerlei? enthält, das gar nicht unter diese Aufschrift gehört) „von der Acsthctischen Methode, oder Anordnung der schönen Gedanken," und «von der ästhetischen Bezeichnung der schönen Gedanken " Die letzte der angezeigten Schriften stellt minder einen ersten Grundsatz aus, als daß sie die Nützlichkeit desselben zeigt, und zur Erforschung desselben auffordert. — Betrachtungen über die Quellen und Verbindungen der sch. Wissensch und Künste, von Moses Mendelssohn, in dem 1 ten Bde. S. oz, der Bibl. der sch. Wisscnsch. und, unter dem Titel: lieber die Hauprgrunvsätze der schönen Künste und Wisscnsch. in dem -ten Th. S. 95 s. Philos. Schriften, Aufl. von >77>. frzsch. in den Varietes iiccer. (von den H. H. Ärnaud und Suart) ?sr. 1768. >2. 4B. im itcn B. S. 1Z9. Mit feinerer Empfindung für das Schöne geschrieben , und reicher an seinen Bemerkungen und llrtheilen, als das vorige; aber, als eigentliche Theorie wohl nicht befriedigend. Die Abtheilung der Zeichen der schönen Künste, in willkührlichc und natürliche, muß, meines BcdünkenS, immer zu Irrungen führen. — Theorie der schönen Künste und Wissenschaften ... von Frdr. Just Riedel, Jena >767. 8. ebcnd. in Ansehung des Styles etwas verbessert, >774- 8- Daß das Werk aus den Werken anderer Schriftsteller gezogen morden ist, sagt schon der Titel; und der Vers, hat nicht blos, durch Zurückbchaltung des zweytcn Thcilcs, in welchem er die allgemeinen Grundsätze auf die verschiedenen (Gattungen der sch. Künste und Wissensch, anwenden wollte, sondern auch dadurch seine Arbeit sich sehr erleichtert, daß er, in diesem Thcile, alle Bcyspiclc nur aus den A e s den so Mannten redenden Künsten nimmt. Grundsätze dcS guten Geschmacks, oder Anleitung zur Empfindung des Wahren und Schönen in den Werken des Geistes.... Leipz. 1770 8. Für Anfänger, >vie es noch auf dem Titel heißt, in den sch. Wissenschaften, aber wahrscheinlicher Weise, von irgend einem Schüler geschrieben. — Abhandlung von den ersten Grundsätzen in der WeltwciS- hcit, und den schönen Wissenschaften . .. von Kl. Gottl. Schlegel, Riga 1770. 8. und einige erläuternde Zusähe dazu, in dem Schreiben an H. Fr. Nicolai, ebend. 1771. «. Nachdem H. Schlegel, in dem ztcn Abschnitt, auf eine sehr unbestimmte Art, allerhand, mider den Grundsatz der Nachahmung, und der sinnlichen Vollkommenheit, eingewandt hat, nennt er, endlich, S- >zz. die sinnliche Erkenntniß, oder dasVollkommensinnliche, oder die möglichste Schönheit, oder die angenehmsten Empfindungen, als den letzten Satz. Aber, mir wenigstens, ist es unmöglich, genau einzugeben, was der Verf. eigentlich will; und ihm selbst scheint es, an deutlichen Begriffen gänzlich gefehlt zu haben. Vielleicht hat er, wie mehrere Schriftsteller über diese Materie, vorzüglich aus diesem Zeitpunkte, geglaubt, daß man, in so fern Deutlichkeit sich nicht niit Schönheit vertragen soll, auch über die schönen Künste nicht deutlich und bestimmt schreiben dürfe. — Kurzer Jnnbegriff der Aesthetik, Redekunst und Dichtkunst, Kö- nigsb. 1771 — 1772. z. 2 Th. (.von Joh. Gotthclf Lindner) Dieses Werk, das eigentlich nur eine Erweiterung von eben dieses Verfassers Anweisung zur guten Schreibart . .. Königsb. 1755.8. und von seinen» Lehrbuch der sch, Wissensch, insonderheit der Prvsc und Poesie, Königsb. 1767 — ,768. 8. 2 Th. ist, hat, auch wie bloßes aeadcmischcs Lehrbuch (als wozu es bestimmt war) kein Verdienst, weil es, ohne alle Auswahl und Ordnung, zusammen geschrieben worden ist. — Ant. Friedr. Vüschings.. . Geschichte und Grundsätze der schönen Künste und Wissenschaften im Grundriß.. . Verl, und Hamb. 1772 —. A e s 5z 177g. 8. 2 Stücke. Nur ein Thcil des ersten Stückes, welcher die allgemeinen Grundsätze enthält, und der, einzeln, unter dem Titel: Acsthctische Lehrsätze und Regeln, Hamb. 1774. 8. >776. 8. wieder abgedruckt worden ist, gehört hleher. Nach einigen wenigen über das Schöne, den Geschmack, das Genie, u. d. m. sucht der Verf. das, was H. Sulzer von der drcp« fachen Kraft der schönen Künste gesagt hat, in eben so wenigen §§. zu erläutern. — Joh. Just. Herwigs... Grundriß der eleganten Littcratur . . . Würzb. 1774. 8. Auch zu Vorlesungen über die Theorie der schönen Künste, aber mit mehrerer Aus« wähl zusammen geschrieben, als das Werk des H. Lindncrs. — Lehrbuch zur Bildung des Verstandes und des Geschmacks, von C. G. Schütz, Halle 1776 — 1778.8. 2 B. iJm ersten Thcilc ist das Allgemeine von der Aesthetik mitgenommen, und ganz gut vorgetragen. — Allgemeine ästhetische Grundsätze, mit Anwendung auf Dichtkunst und Beredsamkeit, Breül. 1782. 8. Das Buch soll zur Bildung des Geschmackes für Anfänger geschrieben sepn z aber, durch allgemeine, abgezogene Grundsätze (auch wenn sie noch so richtig und »och so fruchtbar wären) dürfte der Geschmack schwerlich gebildet werden können. Der Grundsatz, auf welchem die Schrift beruht, ist, daß nur dasjenige uns gefallen , oder wirklich schön sepn kann, waS innre Güte hat. — Theorie der schönen Wissensch, von I. A. Eberhard, Halle ,78z. 8. ebend. >789. 8. zte Aufl. --- Entwurf einer Theorie und Littcratur der schönen Wissenschaften ... von Joh. Jvach. Eschcnburg, Beel. 178z. 8. verm. ebend. 1789. 8. — Philosophie der schönen Künste, von Joh. Chrstph. König, Nürnb. >784. 8. Oer Verf. welcher bereits einen „Versuch eines populären Lehrbuchs dcS guten Geschmacks, Nürnb. 1780. 8." geschrieben hat, will Betrachtungen über den Ursprung, die Natur, Ursachen, Wirkungen, Grade, verschiedene Gestalten und Darstellungen des Schönen und Häßlichen, und die daraus unmittelbar folgenden Vorschriften zur Berlchtigunß un- D Z ftrs 54 Ae s fers natürlichen Geschmackes, liefern, und handelt, in zwanzig Abschnitten, von Schönheit, von Einheit und Mannichs saltigkeft, von der üsthetischen Wahrheit, von der Nachahmung, von der Täuschung, vom Großen und Erhabenen, vom Neuen, vom Unerwarteten, vom Wunderbaren, von der Achnlichkeit unh dem Eontrast, vom bücherlichen, von der Laune, vom Naiven, von der Einfalt oder Simplici- tüt, vom Interessanten, vom Korrekten, vom Geschmack, und vom Genie. Aber das Neye, was in seinen Betrachtungen darüber enthalten seyn kann, scheint keine Prüfung auszuhallen, und verliert vielleicht noch durch die Art, auf welche er es vortrügt, manches von seinem Wer« the. — Grundbegriffe zur Philosophie über den Geschmack, von Gotth. Sam. Steinhart.... ZüII. 1735. 8. Diesem ersten Hefte, welches die allgemeine Theorie sümmtlichcr schönen Künste, und die besondre Theorie der Tonkunst enthüll, ist, so viel ich weiß, kein zweytes gefolgt. Es ist günzlich aus den vorher angeführten Schriften, vorzüglich aber aus dem Werke des H. Sulzcrs selbst, gezogen, und auf ganz gute Art, zum Bchuse akademischer Vorlesungen, geordnet. Allein frcylich «in genau bestimmten Begriffen scheint es auch ihm zu fehlen. — Acsthctik, oder allgemeine Theorie der schönen Künste und Wissenschaften... von (Philipp) Güng, Salzb ,78«. 8. Die Einleitung handelt, in zwey Hauptstückcn, von dem Wesen der Aesthetik und den metaphysischen Grund- lchrcn derselben, das heißt, von der Empfindung überhaupt, oder dem so genannten untern Erkenntnißvermögen, und von dem üsthctischen Genie; der erste Thcil enthüll die Erflndungslchre, oder Abschnitte von dem Wesen der Schönheit, und von der Erkcnntniß derselben; von dem Natürlichen; von dem Neuen und Unerwarteten; von Witz und Scharfsinn; von, dem Großen und Erhabenen; der zwcyte Theil begreift die Ordnungslehre, und der dritte Theil die Aeichenlehre, oder Abschnitte von dem üsthetischen Ausdrucke überhaupt, und von den Vollkommenhci- ten desselben in sich. — Grundriß der Theorie und Geschichte der schönen Wissenschaften, von C. Meiners, Lemgo 1787.8. Die Erwartung, welche durch den Abschnitt über Aesthetik, in der Revision dee Philosophie, Güttingen 1772. 8. S. --6 u. f. mit Recht erweckt worden war, ist, durch dieses Werk vielleicht nicht befriedigt, und wohl keine der Schwierigkeiten, welche gegen die Bildung einer Acsthctik in dem erstem gezeigt wurden, in dem letztem gehoben morden. Nur die ersten cilf Kapitel desselben, welche nicht mehr als drc» Bogen einnehmen, gehören hierher, und enthalten allerhand über den Begriff der Aesthetik, und dm Unterschied der schönen Künste und Wissenschaften; über die Natur der Schönheit; über das Imaginativ Schöne; über das Derstünd- lich Schöne; über die verschiedenen Arten des Sittlich Schönen, und Sittlich Hüßlichcn; über Schicklichkcit und Unschicklichkeit, über Ehrbarkeit und Anstand, über Wohlstand, Uebclstand und Cvstüme; über den Geschmack; über Pathos, oder den Ausdruck von Leidenschaften in Sprachen, Ton und Rythmus; über Grazie oder Liebreiz, über Einfalt, über das Naive, und die Wirkungen des Contrastcs und der Derglcichung; über Interesse, Handlung und Tüuschung; über Nachahmung, schöne Natur und Ideale. --- lieber die bildende Nachahmung des Schönen, von K. Phil. Moritz, Brschwg. 1788. 8. Der Verf. hat den Begriff von der Nachahmung des eigentlichen Schönen aus dem Begriffe der Nachahmung des eigentlichen Guten zu entwickeln gesucht, und glaubt, daß das Schöne, im Allgemeinen, auf keine andre Art zu erkennen ist, als in so fern wir es dem Nützlichen entgegen stellen, und scharf davon unterscheiden, und daß nur die Vorstellung von dem, was das Schöne nicht zu sc»» braucht, um schön zu seyn, uns auf einen nicht unrichtigen Begriff davon führen könne. Diesem gemckß ist es ihm, ein für sich bestehendes Ganzes, das in die Sinne füllt, oder von der Einbildungskraft umfaßt ZU werden vermag, das eigentlich A e s 55 amtlich nicht erkannt, sondern nur hervorgebracht, oder eni Pfunden werden kann, lind, weil es sich, als solches, folglich nur um sein Selbst Willen, von der Hand des Künstlers greifen, und willig und folgsam bilden lclßt: so ist die Vorstellung von demjenigen Genüsse des Schönen, welchen eS, wenn eS vollendet ist, gewähren wird, wofern sie der erste und stärkste Antrieb zur Bildung desselben in der Seele des Ärcistcn wird, das größte Hinderniß zu einer vollkommenen Bildung desselben. Die Kraft zu dieser so wohl, als das Vermögen, das Schöne zu genießen, setzt er in das feinere Gewebe der Organisation, in so fern diese, in allen Berührungspunkten, ein vollständiger, oder doch fast vollständiger, Abdruck von den Verhältnissen dcS großen Ganzen der Natur ist; und das letztere, oder der Geschmack, der wahre Genuß des Schönen, kann nur durch ruhige Betrachtung der Natur und Kunst, als eines einzigen großen Ganzen, ohne alle Rücksicht auf Nutzen oder Schaden, gebildet werden. Von eben diesem Verfasser finde» sich «Grundlinien zu eigner vollständigen Theorie her schonen «Künste," in dem -ten St. des dritten Bandes der Monatsschrift der Berliner Aeadcmie der Künste, lieber einen andern Aufsatz von ihm, s. den Art. Sckön- lheit. Andreas Hcinr. Schotts Theorie der schönen Wissenschaften, Tübingen »789 >790. 8. 2 Thlc. Der Verfasser handelt, im ersten Thcile, nach einer Einleitung, worin der Begriff und die Ein- thcilung des Schönen, die Eintheilung und der Begriff der sch. Künste, die allgemeinen Eigenschaften dcsKünstlers, u. d. festgesetzt werden, im itcn Hauptstücke, vom Schönen überhaupt, oder von der Schönheit der Gedanken, von der Schönheit dcS Ausdruckes, und von den Mitteln der Lebhaftigkeit, zu welchen er das Neue, Unerwartete, Wunderbare, Figuren und Bilder aller Art rechnet: im sten Hauptstückc von den Hauptarten des Schönen, d. h. von dem Schönen im cn- gern Sinne, vom Rührenden im engem Sinne, vom Großen und Erhabenen, und vom Lächerlichen; im zten Hauptst. von der Schönheit der Zusammensetzung; und im zwcyten Theile seines Werkes, von der Natur des Geschmackes; von den Gründen der Verschiedenheit und von dem Wcrthc und den Beförderungsmitteln desselben. Das bereits bekannte ist, meines Bedünkcns, in diesem Werke, mit Auswahl und Prüfung, vorgetragen. — Die ersten Grundsätze der schönen Künste überhaupt, und der schönen Schreibart insbesondre, von Eub. Schneider, Bonn »790. 8. In der ersten Abtheilung wird, in vier Hauptstücken, und kurzen S§. von der Natur und dem gemeinschaftlichen Zwecke der schönen Künste und Wissenschaften; von der ästhetischen Scclcnlehre; von der ästhetischen Kraft und deren Quellen; und von der Aufsuchung und Benutzung dieser Quellen gehandelt; die zwepte Abtheilung führt die llcberschrift, Aesthctischc Sprachlehre, und das Werk unterscheidet sich, als Lehrbuch, dadurch von andern, daß die allgemeinen Grundsätze des Stples darin der Redekunst und Dichtkunst zuvor gehen. System der Acsthetik, erster Band, von K. Heinr. Heydenceich, Lechz. 179s. z. H. H. hatte bereits in dem zten Bd. von H. CäsarS Denkwürdigkeiten aus der philosophischen Welt, Lcipz. 1786. 8. S. -zi. „Ideen über die Möglichkeit einer allgemeinen Theorie der schönen Künste" geliefert, worin er den gemeinschaftlichen Grund aller Kunstmerke in Empfindung, welche in Darstellung übergeht, setzte. In der Acsthetik selbst werden, in der ersten Betrachtung, die Unterschiede in den Urthei- len der Alten und Neuem über die Kunstwerke, und die Ursachen dieser Unterschiede , aus der Verschiedenheit in bürgerlicher Verfassung, Religion, u d. m. entwickelt; in der zwcyten die W ckuugen gezeigt, welche die Kunstwer e dadurch hervorbringen, daß sie unsrc Empfindung und Phantasie überhaupt ii Thätigkeit setzen; die dritte handelt von Banmgar- tcns Verdienst um die P losephie dcS Schönen, und von den M ngeln seines ästhetischen Systems; in der vierten wee- D 4 den 56 Ae s den diejenigen Gattungen von Schönheit angegeben, bey welchen uns gewisse Gesetze des Verstandes und der praktischen Vernunft zum Beyfall und Wohlgefallen bestimmen; und hieraus die Möglichkeit der Vernunftprincipien für den Geschmack gefolgert; und in dem dazu gehörigen Exkurs die Begriffe verschiedener Schrift« steiler von der Schönheit, besonders des H. Moritz, geprüft; in der fünften wird das Wesen der schönen Künste überhaupt, aus dem letzten, höchsten Amecke jeder Kunstdurstellung bestimmt, jedes Werk der schönen Kunst als die Darstellung eines bestimmten Auslandes der Empfindsamkeit erklärt; und hieraus nun Tonkunst, Tanzkunst, bildende Künste, Gartenkunst, Dichtkunst und Schauspielkunst abgeleitet; der dazu gehörige, >te Excurs enthält Prüfungen der, von dem Wesen der Künste anderweitig aufgestellten Principicn, berate nähere Bestimmungen des Wesens der Tonkunst, Tanzkunst, und Dichtkunst, und der zte die Gründe, warum weder die eigentliche Rede-noch die Baukunst zu den schönen Künsten zu zählen sind, und diese sich eigentlich nicht in Künste und Wissenschaften abtheilcn lassen; die sechste Betrachtung ist in so ferne eine Erläuterung der fünften, als ln ihr die Frage, ob es noch eine Kunst geben könne, welche, wie die Musik durch Harmonie und Melodie der Töne, so durch eine ähnliche Zusammensetzung von Farben, aus das Herz zu wirken vermöge, untersucht, und aus dem vorher festgesetzten Wesen der Tonkunst, erwiesen wird, daß ein Farbenclavicr nicht sähig se», auf solche Art, wie die Töne, unsrc Empfindung und Phantasie in Thcktigkeit zu setzen; in der siebenten Betrachtung wird das Eigen- thümlicbe der verschiedenen schönen Künste, aus der Verschiedenheit des Auslandes der Empfindsamkeit, welche die verschiedenen schönen Kunstwerke hervor bringt, und aus den verschiedenen Mitteln derselben zu der Erreichung ihres Zweckes, so wie die Kränzen der verschiedenen schönen Künste aus diesen ihren Mitteln, unddie- r»i gemäß die verschiedenen Dichtungsartcn bestimmt; der'ite, zu dieser Betrach« tung gehörende Excurs enthält?eine?nähere Ucbersicht der Oeduction der verschiedenen Dichtungsartcn, welche der Verfasser in zwo» Gattungen überhaupt in so fern eintheilt, als ein Jdecnganzes, oder ein dichterischer Stoff, von dem Dichter entweder mit dem Ausdruck eigener Leidenschaft, oder ohne denselben bearbeitet werde» kann; der ite Excurs handelt allgemein von dem Verhältnisse zwischen den verschiedenen Dichtungsartcn und den verschiedenen Sylbcnmaßen; der zte von dem Unterschiede zwischen Ode, Elegie und Lied; der gtc von der Fabel und dem Epigramm; in der achten Betrachtung (in dem Werke ist sie noch einmahl, die siebente überschrieben) wird der vorher festgesetzte Begriffvom Kunstwerke, vermittelst einer genauem Bestimmung dessen, was Empfindsamkeit ist, ausführlicher entwickelt ; und in der neunten (der achten) die Möglichkeit allgemein geltender Vernunftprincipien für die Beschaffenheiten der Werke der schönen Künste daraus, daß, jede Darstellung eines bestimmten Auslandes der gerührten Empfindsamkeit sich auf eine Reihe bewußter Handlungen eines vernünftigen Wesens, wegen cincS Zweckes, gründet, hergeleitet, und die, von der Vernunft, in Beziehung auf jene Werke, aufgeworfenen Fragen, so wie der Jnnhalt der folgenden Thcilc deS Werkes angegeben. — Critik der Ur- thcilskraft von Jmm. Kant, Berlin,790.8. In der Einleitung wird, das Princip der formalen Zweckmäßigkeit der Natur, als ein transscendentales Princip der llrtheils- kraft aufgestellt, und gezeigt, daß, mit dem Begriffe von jenem, das Gefühl von Lust verbunden, und daß die letztere bloS in der Form des Gegenstandes für die Reflexion gegründet, und ein llrthcil über einen Gegenstand, dessen Form der Grund einer Lust (oder schön) ist, als allgemein gültig angesehen werden kann; daß demnach der Geschmack, oder das Vermögen , durch eine solche Lust zu urtheilen, obgleich dieses llrthcil auf keine Gültigkeit s xrion Anspruch machen darf, denn doch Aes 5? doch in so fern der Critik unterworfen ist, als der Grund zu jener tust in der allgc- mciyen Bedingung der reflectirendcn llr- thcilc, nckhmlich in der zweckmäßigen lle- bereinstimmung eines Gegenstandes mit dem Verhältniß der Erkenntnißvermögcn unter sich, liegt; daß aber, weil auch eine Zweckmäßigkeit des Subjcctes in Ansehung der Gegenstände, und nicht blvs ihrer Form, sondern selbst ihrer llnform nach, Statt findet, das Gcschmacksur- thcil nicht blos auf das Schöne, sondern zugleich, als aus einem Geistcsgcfühl entsprungen, auf das Erhabene bezogen, und so jene Critik der ästhetischen llrtheilskrast in zwey Haupttheilc zerfallen muß. Diesem gemäß, enthält das Werk, im ersten Abschnitt, eine Analytik des Schönen und des Erhabenen, nebst der Dcduction der ästhetischen Urtheila; und im zmeytcn, eine Dialektik der ästhetischen llrtheilskrast. Schön ist, was ohne alles Interesse, und, ohne Begriff, allgemein wvhl- «efästt, dessen Form, in so fern sie ohne Vorstellung eines Ameckes an ihm sich wahrnehmen läßt, und Zweckmäßigkeit hat, und was, als ein Gegenstand eines nothrvcnvigen Wohlgefallens, erkannt wird. Das Erhabene kommt darin mit dem Schönen überein, daß es, wie dieses, für sich gefällt, und kein Sinnes- noch ein logisch bestimmendes, sondern ein Reflcxionsurtheil voraussetzt. Aber es unterscheidet zugleich von demselben sich darin, daß es auch an einem formlosen Gegenstände, in so fern Unbcgränzthcit an demselben, oder durch dessen Veranlassung, vorgestellt, und doch Totalität derselben hinzugedacht wird, zu finden ist, da das Schöne nur die Form des Gegenstandes, die in der Bcgränzung besteht, bctrift, und daß das Wohlgefallen daran, demnach, nicht so, wie bry dem letzter«, ein bloßes Gefühl des Lebens, mobey das Gcmüth in ruhiger Contcmplation bleibt, bei, sich führt, sondern aus dem Gefühl einer augenblicklichen Hemmung der Lebenskräfte und darauf so gleich folgenden desto stärkern Ergicßung derselben entspringt. Der wichtigste und innre Unterschied zwischen Heyden besteht, indessen, wohl darin, daß, wenn die Schönheit eine Zweckmäßigkeit in ihrer Form, wodurch der Gegenstand für unsre llrtheilskrast gleichsam vorher bestimmt zu scyn scheint, besitzt, dasjenige, was in uns, ohne zu vernünfteln, blvs in der Auffassung , das Gefühl des Erhabenen erregt, der Form nach sogar zweckwidrig für unsre llrtheilskrast, unangemessen unfermDar- stcllungsvcrmögen, und gleichsam gewalt« thätig für die Einbildungskraft erscheinen kann. Und deswegen muß denn auch der Grund zum Erhabenen nicht, wie zudem Schönen, ausser, sondern in uns, und in der Denkungsart aufgesucht werden, die in die Vorstellung Erhabenheit hineinbringt; und nur das, was durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt, kann erhaben scyn. Es thcilt sich in das Mathematisch - und Dynamisch-Erhabene. Die, mit dem Gefühl desselben verbundene Bewegung nähmlich kann, durch die Einbildungskraft, entweder auf das Erkenntnis - oder auf das Bcgehrungsvermögen gezogen werden. In der Dcduction der ästhetischen Urtheile wird, zuerst, gezeigt, daß die Anmaßungen derselben, sich eigentlich nur in Beziehung auf sckone Gegenstände, und zwar in so fern rechtfertigen lassen, als das Schöne doch immer im Objecte, und in seiner Gestalt seinen Grund hat, und daß die allgemeinen Regeln für dieselben, welche, als gültig für Jedermann dargestellt werden, auf der Allgemeinheit des Wohlgefallens an schönen Gegenständen beruhen. Diesem gemäß wird der Geschmack, als eine Art von Scnlus communis, oder, als das Vermögen erklärt, die Mittheilbarkeit der Gefühle, welche mit gegebenen Vorstellungen (ohne Vermittlung eines Begriffs) verbunden sind, a prior- zu bcurthcilcn, und die schöne Kunst (eigentlich schöne Wissenschaften kann es nicht geben) in eine Vorstellungsart gesetzt, die für sich selbst zweckmäßig ist, und zugleich ohne Zweck dennoch die Cultur der Gcmüthskräfte zur geselligen Mittheilung befördert. Genie DZ 'i! 58 A e s ist das Talent, welches der Kunst dieRc- gel giebt; weil aber bey jeder Kunst, etwas als Zweck, gedacht werden muß, und, »ini einen Zweck ins Werk zu richten, bestimmte Regeln erforderlich sind: so kann das Genie nur den Stoff zu Prvducten der schönen Kunst hergeben; die Verarbeitung dieses Stoffes aber, »nd die Form erfordert ein durch die Schulen gebildetes Talent, erfordert Geschmack, um einen Gebrauch davon zu machen, der vor der Urteilskraft bestehen kann, um zu wissen, worüber und wie weit es sich verbreiten soll, um zwcckniclßig zu bleiben u. s. w. Die Gcmüthskräfte, deren Vereinigung das Genie ausmacht, sind Einbildungskraft, Verstand und Geist, oder das Talent, das, bey einer gewissen Vorstellung, Unnennbare in dem Gemüths- zustandc auszudrücken und allgemein mit- thcilbar zu machen Eine Eintheilung der Künste wird, nach der Analogie des Ausdruckes, dessen die Menschen sich bedienen, um sich, so vollkommen als möglich, einander mitzuthcilcn, vorgeschlagen, und dicscmnach drcyerlcy Arten derselben, die redende, die bildende und die Kunst des schönen Spieles der Empfindungen, festgesetzt. Au den bildenden Künsten werden auch Lustgärtnercy, und Schauspielkunst gerechnet; die Kunst des schönen Spieles der Empfindungen begreift Musik und Farbcnknnst in sich. Der erste Rang unter ihnen wird der Dichtkunst, lind der zwcyre den bildenden Künsten in so fern angewiesen, als sie dem Gcmüth eine größere Cultur verschaffen, und die Vermögen, welche in der Urteilskraft zum Erkenntnisse zusammen kommen müs- scn, mehr erweitern, wie die Musik, welche zwar das Gcmüth mannichfaltigcr und inniglicher, aber vorübergehender, wie jene bewegt, und mehr Genuß, wie Cultur , vcrschaft. Die Dialektik der ästhetischen Ilrthcilskraft räumt die, aus der Verschiedenheit des Geschmackes, gezogenen Folgerungen gegen die Ansprüche einer Allgemcingültigkcit der Gcschmacksurtheilc dadurch fort, daß sie diese auf einen Begriff gegründet zeigt (aus den Grund von der subjectiven Zweckmäßigkeit der Natur für die Urteilskraft ) aus welchem zwar in Ansehung des Objcetes, nichts erkannt und bewiesen werden kann, der ihnen aber doch Gültigkeit für Jedermann (obgleich nur alt einzelen, die Anschauung unmittelbar begleitenden Urtheilen) in so fern vcrschaft, als der Bcstimmungsgrund derselben vielleicht im Begriffe von demjenigen liegt, was als das übersinnliche Substrat der Menschheit sich ansehen läßt. Ein bestimmtes, objektives Princip des Geschmackes, nach welchem die Urlheile desselben geleitet, geprüft und bewiesen werden könnte», ist schlechterdings unmöglich: denn es wäre alsdenn kein Gc- schmacksuucheil. Und nur das subjektive Princip, nähmlich die unbestimmte Idee des Uebcrsinnlichen in uns, kann als der einzige Schlüssel der Enträtselung dieses, uns selbst seinen Quellen nach, verborgenen Vermögens zwar angezeigt, aber durch nichts weiter begreiflich gemacht werden. Unsre obere Erkennt- nißvermögen stimmen, indessen, mit diesem Ucbersinnlichcn zusammen, und ohne dasselbe würden zwischen ihrer Natur, verglichen mit den Ansprüchen des Geschmackes, Widersprüche erwachsen. DaS Schöne gefällt nur als Spmbol des Sittlich Guten; und aus diesem Grunde gefällt es mit einem Anspruch auf jedes andern Bcystimmung. Bey dem Wohlgefallen , welches dadurch erweckt wird, ist das Gemüth sich zugleich einer gewissen Veredlung und Erhebung über die bloße Empfänglichkeit einer Lust durch Sinnen- eindrücke bewußt, und die Urteilskraft sieht sich dabei» nicht, wie sonst in empirischer Beurteilung, einer Hetcronvmie der Eefahrungsgesctze unterworfen. Die Analogie zwischen ihr, in so fern sie, in Ansehung der Gegenstände eines so reinen Wohlgefallens, sich selbst das Gesetz giebt, und der Vernunft, als Gcsctzgrberinn deS Begehrungsvcrmögcns, ist schon daran sichtbar, daß wir schöne Gegenstände der Natur, oder der Kunst, oft mit Nahmen , die eine sittliche Beurteilung zum Grunde zu legen scheinen, und, z. B. Geba'u- A - s 59 Gebäude oder Bäume majestätisch, und prächtig. Gefilde lachend und fröhlich, Farben unschuldig, bescheiden, zärtlich nennen; und der Geschmack macht gleichsam den llebergang vom Sinnenreiz zum habituellen moralischen Interesse. Eigentlich lehren aber läßt das Schöne sich nicht, weil es keine Wissenschaft des Schönen geben kann; und das Urthcil des Geschmacks nicht durch Principicn bestimmbar ist. Der Meister muß jenes vormachen; und die allgemeinen Regeln, unter welche er zuletzt sein Verfahren bringt, können che dienen, die Hauptmomente Desselben gelegentlich in Erinnerung zu bringen, als sie vorzuschreiben. Frcplich aber kann nur scharfe Critik es verhüten, daß Beyspielc nicht so fort für Urbilder, und für Muster gehalten werden, welche keiner noch höhcrn Norm und keiner eigenen Beurtheilung unterworfen wären. Die Kunst muß immer ein Ideal vor Augen haben, ob sie es gleich nie in ihrer Ausübung erreicht; und nur die Eultur der Gemüthskräftc durch diejenigen Borkenntnisse, welche man käumoniors nennt, (vermuthlich, weil Humanität einerseits das allgemeine Theilnchmungsgcfühl, andererseits das Vermögen, sich innigst und allgemein mittheilcn zu können, bedeutet) ist die Propädeutik zu aller schönen Kunst. Nur ein Volk, nur ein Zeitalter, in welchem der rege Trieb zur gesetzlichen Geselligkeit, mit den großen Schwierigkeiten rang, welche die schwere Aufgabe, Fcephcit mit einem Zwange (mehr der Achtung und Unterwerfung aus Pflicht, als Furcht) zu vereinigen, umgeben, nur ein solches Zeitalter, nur ein solches Volk konnte, die Kunst der wechselseitigen Mittheilung der Ideen des ausgebildctcste» Theils mit dem rohcrn, konnte die Ab. fiimmung der Erweiterung und Verfeinerung der erster» zur natürlichen Einfalt und Originalität der letzter», und aus diese Art dasjenige Mittel zwischen der höhcrn Eultur und der gnügsamcn Natur zuerst erfinden, welches den richtigen, nach keinen allgemeinen Regeln anzugebenden Maßstab auch für den Geschmack, als allgemeinen Menschcnsinn, ausmacht. Noch handeln von der Aesthetik, ein Aufsatz in dem Journal für Freunde der Religion und titteratur für das Jahr 1780. Augsb. 8. und so genannte: Acsthctl- sche Gespräche über die größestcn Dichter, Kunstvorurtheile, Maschincnwcrk, Reim und Sylbcnmaß, sind, Brest. >786.8. erschienen, worin nicht bloS der Gebrauch der Mythologie, sondern auch der Reim und das Sylbenmaß verworfen werden. — — Auch gehört noch, in Ansehung der Geschichte der Aesthetik, G. Andr. Wille's Orocio cie ^elkberica Vccer. r^lc. 1756. q. hiehcr. Aesthetisch. (Schöne Künste überhaupt.) Aie Eigenschaft einer Sache, wodurch sie ein Gegenstand des Gefühls, und also geschikt wird, in den Werken der schonen Künste gebraucht zu werden. Die Ausdrüke: ein ästhetischer Gedanke, ein ästhetisches Zöilo u. d. gl. bezeichnen solche Gedanken und Bilder, die bequem sind, in einem Werk des Gefchmaks Platz zu finden. DieAusdrüke: poetisch, mahlerisch, rednerisch und dergleichen, bezeichnen so viel besondere Arten des Acsihetischen. Zum ästhetischen Stoff geHort alles, was vermögend ist, eine, die Aufmerksamkeit der Seele an sich ziehende , Empfindung hervor zu bringen *). Solche Empfindungen können aber nicht ohne die selbstthatige Mitwirksamkeit der Seele hervor gebracht werden Also werden sie durch den ästhetischen Stoff mehr veranlasset, als hervorgebracht. Der Künstler verliehet seine Arbeit, wenn die, für welche sie gemacht sind, die Fähigkeit nicht haben, davon gerührt *) S. Kraft; Empfindung. ") S. Gcfchinak. 6o Aes rührt zu werden. Also hat zwar der Künstler den Charakter und das Genie der Personen, für welche er arbeitet, genau zu erwägen: dieses aber hindert nicht, daß er nicht auch, auf der andern Seite, die Beschaffenheit des Aesthetischen überhaupt sich genau müsse bekannt machen. Das Aesthetische in einem Gegenstand erwekt die Empfindung nicht allemal; aber der Mangel desselben schließt allemal und ohne Ausnahme den Gegenstand von den Werken der Künste aus. Bringt die Kenntnis des Aesthetischen bcn Künstler nicht allemal zu seinem Zwck, so verwahrt sie ihn doch vor der Schuld die Erreichung desselben selbst zu hindern. Die Gegenstände, die geschikt sind Empfindungen zu veranlassen, können in drei) Gattungen eingetheilt werden. Sie stellen sich entweder dem Verstände dar, oder der Einbildungskraft, oder sie würken unmittelbar auf die Bcgchrungskräfte der Seele. Aus so viel verschiedenen Gattungen besteht der ästhetische Stoff. Die nähere Betrachtung jeder Gattung ist an einem andern Orte.vorgenommen worden *). Wir bemerken hier nur überhaupt, daß man oft sehr unrecht das Schone für die einzige Gattung des ästhetischen Stoffs angiebt. Dahin zielet das vermeinte Grundgesetz der schonen Künste ab: Man soll die Natur ins Schone nachahmen. Das Häßliche hat einen eben so gegründeten Anspruch auf die Künste, als das Schone. Furcht, Abscheu und andre widrige Empfindungen zu er- wcken, gehört eben so gewiß zum Endzwck der Künste, als die Erwc- kung des Vergnügens. Jene widrigen Empfindungen aber werden nicht durch das Schone hervorgebracht. Es ist also nothwcndig, daß der Begriff des Aesthetischen auf alle Ar- *) S. Kraft. A « z tcn der Empfindungen ausgedehnt werde. Noch ist dem Künstler das Nachdenken über den Werth des ästhetischen Stoffs zu empfehlen. Diesen bekommt er nicht aus der Stärke der durch ihn vcranlaßtcn Empfindung, sondern aus dem Guten, das durch selbige bewürkt wird. Man kann Ekel und Abscheu oder Vergnügen erwcken, die auf weiter nichts abzielen, als daß überhaupt die Tätigkeit der Seele gereizt werde. Aber eben diese Empfindungen können durch Gegenstände veranlasset werden, an denen der Ekel oder das Vergnügen höchst wichtig ist. Es dienet zu nichts, einen Menschen durch ein plötzliches Gcschrcy, als ob ein großes Unglük entstanden scy, zu cr- schreken; aber ihm Schreken über eine begangene Missethat zu erwcken, ist etwas Wichtiges. Aus diesen Werth des ästhetischen Stoffs muß der Künstler, der auf wahren Ruhm Anspruch macht, seine Aufmerksamkeit richten, und ihn muß er in der ganzen Natur und in allen Winkeln der Philosophie und der Moral aufsuchen. Blos in der körperlichen und sittlichen Natur einige angenehme Blumen zusammen zu tragen, das Gefällige, das Belustigende, das Ergetzende aus allen Quellen hervor zu bringen, ist eine sehr geringe Veranstaltung zur Hcrbcyschaffung des ästhetischen Stoffs. Eine Sammlung von Schmetterlingen und schön gefärbten Muscheln macht kein Cabinet aus, aus welchem der Rcichthum und die allmächtige Kraft der Natur könnte bewiesen werden. Aezen. Aezkunst. AieRunst, vermittelst eines scharfen Wassers die Zeichnung auf metallene Tafeln einzmgraben, von welchen sie hernach auf Papier ab- gedrukt A e z gevrt«kt wird. Das Aezen ist eine -Art, vhlie Grabstichel zu stechen, und ist zum Gebrauch der Kupferstcchcr- kiinst erfunden worden. Die Hauptumständc des Aezens sind folgende. Man nimmt eine wohl geglättete und fein polirtc Tafel, fast allezeit von feinem Kupfer. Diese überzieht mau mit einer dünnen Haut von Firnis, welche man hernach mit dem Rauch einer Lampe schwärzt, oder mit einem andern matten Grund überzieht. Auf diesen Grund wird dieZeichnung ganz leicht mit Blcystift oder Rothcl aufgetragen, oder auf eine andre Art des Ab- zeichnens darauf gebracht. Nach dieser Zeichnung wird mit einer scharfen Xadirnasel der Firnis bis auf das Kupfer weggerissen, auch wird wol etwas in das Kupfer hineingerizt. Diese Verrichtung wird eigentlich das Rasiren genennt *). Alsdenn wird um den Rand der Tafel ein Bord von Wachs gemacht, und das Aczwasser auf die Tafel gegossen. Dieses frißt alle aufgerissene Striche in das Kupfer ein, ohne den Firnis selbst anzugreifen, und dieses wird eigentlich das Aezen getrennt. Wenn es tief genug einge- frcssen hat, so wird das Aczwasser von der Tafel abgcfpühlt, der Firnis abgenommen, und damit ist die Tafel fertig. Jede der beschriebenen Verrichtungen erfodcrt gewisse Handgriffe, die in besondren Artikeln umständlicher beschrieben werden "ch. Das Besondere aber, was bey dem eigentlichen Aezen in Acht zu nehmen ist, wollen wir hier umständlicher beschreiben. Die Vollkommenheit des Aezens besteht darin, daß das Wasser jeden Strich dcr Radirnadel mit der Stärke oder Schwäche ausfresse, welche die Haltung des Ganzen crfodert. *) Vom lateinischen rsüere. 55) S- Gründen ; Abzeichnen Z Äadiren ; Firnis. Aez 61 Hiezu tragt zwar schon das Radiren selbst das Vornehmste bey, indem man mit der Nadel einige Striche breiter oder feiner, stärker oder schwächer in das Kupfer eingräbt: allein das Aezen selbst muß diese Vorsichtigkeit unterstützen, indem das Schwache flächcr, das Starke tiefer eingeäzt werden muß. Dieses crfodert große Vorsichtigkeit bey dem Aezen. Die Schwierigkeiten, die sich da- bcy zeigen, kommen sowol von dem Aezwassei, als von andern Umständen her. Selten kann man den Grad der Schärfe des Wassers vorher bestimmen: dasselbigc Wasser ist scharfer oder schwächer, nach Beschaffenheit der Luft und besonders der Wärme derselben. Bisweilen ist eine halbe Minute der Zeit zu viel, und schon im Stande alles zu verderben. Es ist überhaupt nothwendig, daß auf den schwachen Stellen das Wasser eine kürzere Zeit fresse, als auf den starken. Damit man dieses erhalte, so läßt man das Wasser erst nur so lange würben, als etwa zu den schwachen Stellen noch ig ist; alsdenn läßt man es ablaufen, und dckt dieselben mir einer fetten Materie , welche die Würkung des Wassers hemmet, zu: wenn dieses geschehen ist, so rann es auf tue starkern Stellen wieder aufs neue angegossen werden. Wenn man dieses sorgfältig beobachtet, so wird die Tafel ihre gehörige Haltung bekommen. Doch darf man auch die allerkraf- tigsten Stellen nicht allzu lange der Würkung des Wassers überlassen. Es frißt sowol in die Breite als in die Tiefe, so daß durch ein zu langes Fressen die stärkcrn Striche, die nahe an einander liegen, ganz in einander fließen, welches denn eine üble Würkung thut. Es ist deßwegen nothig, daß man, che dieses geschieht, die Würkung des Wassers kenne, 52 A e z kenne, und, wenn die Striche noch nicht stark genug sind, daß man sie durch den Grabstichel hernach kräftiger mache: wie denn überhaupt der Grabstichel den geäzten Platten allemal sehr zu Hülfe kommen kann. Der Grabstichel dringt tiefer in das Kupfer als Aezwasser, seine Striche sind schärfer, und geben beym Ab- druk die Farbe schwärzer. Daher können durch Vermischung der Heyden Gattungen vorthcilhaftc Würtingen hervorgebracht werden. Ganz feine Stellen, als leichte Wolken in der Landschaft, und was sonst sehr zart seyn muß, wird auch besser, nachdem dasAezcn geschehen ist, mit dem feinsten Grabstichel gemacht. Das Aczrvaster kann gemeines Scheidewasser seyn, dessen Schärfe durch gemeines Wasser etwas gemildert worden. Da es aber auch einige Firnisse angreift, so ist es etwas gefährlich. Das beste Wasser zum Aezenwird aus abgezogenem Wein- eßig, Salmiak, gemeinem Salz und Grünspan gemacht. Der Eßig wird in einen wohl glasurten, oder besser in einen porcellainen Topf gegossen, darein auch die andern Materien, nachdem man sie klein gestoßen, die beydcn ersten jede zu sechs Thcilen, der Grünspan aber zu vieren, geschüttet werden. Diese Mischung wird Hey gutem Feuer ein paarmal aufgekocht und wohl umgerührt; hernach abgeklärt und zum Gebrauch aufbehalten. Eine einzige Probe ist hinreichend, umzusehen, ob dieses Wasser zu stark oder zu schwach ist. Im ersten Fall gießt man mehr Eßig zu *). Die Aezkunsi ist neuer, als die Kunst, mit dem Grabstichel in Kupfer zu stechen. Einige schreiben die Erfindung derselben dem Albrecht Dürer zu. Die Sache ist aber ungewiß. Einer der ersten, die sich darum hervor gcthan haben, ist Simon ^ S. Oillion.clepeinrurepail Nr. I'/xd- de ?«rnerx. H.rr. Lau tvrre. A e z KrislUK, ein Holländer. Epssührtc die Nadel mit großer Fertigtest, und kam dem Feinen des Grabstichels sehr nahe. Abraham Doste hat in einem besonderu Werke die Handgriffe dieser Kunst beschrieben *). Eine umständliche Beschreibung derselben findet man auch in dem franzosischen Oiökionaire euezrolopecliizuo. Diese Erfindung ist beynahe noch wichtiger als die Kunst, mit dem Grabstichel zu stechen. In der Zeit, da eine Tafel durch diese letztere Art fertig wird, kann man beynahe hundert geäztcTafeln verfertigen. Dadurch wird also die Ausbreitung der Kunst sehr erleichtert. Und da jeder, der gut zeichnen kann, in kurzer Zeit dieAezkunstvollkommen lernt, so sind die Mahler selbst im Stande, ihre Werke in Kupfer zu bringen, die denn unstreitig mehr von dem ursprünglichen Geist und der Original- Vollkommenheit behalten, als wenn sie von andern ängstlich nachgemacht werden. Dtrgleichen von den Mahlern selbst geäzte Stüke werden von Kennern allemal denen vorgezogen, die blos von Kupferstechern verfertigt sind. Hiezu kommt noch dieser wichtige Vortheil, daß die Radir- nadel allemal mir mehr Freyheit geführt wird, und eine größere Mannigfaltigkeit der Charaktere des Zeichnens ausdrüken kann, als der Grabstichel. Die Zeichnung der Nadel kann der Natur des Gegenstandes besser angemessen werden, als die Stiche des Grabstichels. Gewisse Sachen, die der Grabstichel niemals mit ihrem gehörigen Charakter darzustellen weiß, besonders Landschaften, Viehstüke und alles , wo viel Rauhes, Mattes und Abgebrochenes vorkömmt; wo fteye oder unbestimmte Umrisse mit beständig La saniere 6s xraver ä I'szu lütter au Purin pai ^brali. Nolls, revüe er au^menrs pal Nr. Locliin I- Nix. A e z Aez 6z big veränderten Krümmungen nöthig sind; da wird allemal mir der Rädel vollkommener gearbeitet, als mit dem Grabstichel. Wenn also ein Gemahl- de, das sich durch eine freye und feurige Zeichnung, durch einen sehr natürlichen Charakter, durch eine mehr geistreiche, als verflossene, Haltung und Harmonie hervor thut, soll in Kupfer gebracht worden, so ist das Aczcn dem Stechen allemal vorzuziehen. Aber die gestochenen Platten haben vor den geazten diesen Vortheil , daß sie mehr gute Abdrüke geben. Denn von einer gut gestochenen Platte muß man sechs- bis achthundert haben, da die geazten schon im vierten Hundert merklich abnehmen. Ferner muß man auch wieder gestehen, daß durch bloßes Aezen viel Gcmahlde, in Absicht auf die Haltung und Harmonie, niemals vollkommen können dargestellt werden; denn zu geschweige», daß gewisse ganz feine und leichte Dinge der Gefahr des Aezcns nicht können überlassen werden, so kann man auch den starken Theilen in den Vorgründen durch das bloße Aezen selten die no- thige Starke geben. Die Hülfe des Grabstichels ist dabei) unvermeidlich. Die vollkommensten Kupferstiche sind also unstreitig diejenigen, worin« bcy- dc Arten, je nachdem es die verschiedenen Theile des Gcmahldes erfo- dern, verbunden werden. Die Künstler, deren geazte Platten am höchsten geschazt werben, sind unter den altern, Perer Test«, Gal- varor Rosa, die clarrache, Rcm- brand, NZatchäun NZcrian, Stephan della Dclla, ssalloc, -Hooghe, leClerc; unter den neuem, Lochin und die deutschen Künstler, Schmidt, der eben so fürtrcfflich in der Radir- nadel, als im Grabstichel ist; Meil, dessen eigene Manier eben so angenehm ist, als seine Erfindungen geistreich sind; Gepser in Leipzig, der eine sanfte und sehr gefallige Art zu radi- ren besitzt. Vorzüglich aber sind die geazten kleinen Etüke von Daniel Lhodowicckp, wegen der schonen Zeichnung und des höchst lebhaften und richtigen Ausdmks, hochzuschätzen. Vielleicht giebt es einen deutlicher« Begriff von Aczkunst, wenn mir solche für die Kunst, vermittelst einer so genannten Radiernadel, eine Zeichnung auf eine Kupfertafel einzugraben, erklären. Denn so viel dabc» immer von dem Gebrauch, oder der Anwendung des Aezwassers (welches, vorgeblich, tiefer und reiner, als bloßes Scheidcwafser, cin- srcssen soll) abhängen mag: so würde dieses für sich allein, doch nichts auf einer Kupfcrplatte hervor bringen. Auch könnte das Wort, Firniß ( welches unstreitig nach dem französischen Vcrnis gebraucht worden ist) für Aezgrund, als welches das eigentliche, allgemein angenommene, und geltende, deutsche Kunstwort ist, leicht zu Mißverständnissen führen ; wenigsten» bildet nur der so genannte Mahlcr-Firniß eine solche Haut, wovon H. S. spricht. — Was, in Ansehung der bloßen Zubereitung der Platte noch zu erinnern ist, wird, bcy dem Art. Gründen angezeigt werden. Hier bemerke ich nur noch, daß man das Schwedische und Ungarische Kupfer, so wie die, in England daraus zubereiteten Platten für die bessern hält, weil mau ihnen in diesem Lande dadurch, daß man sie zwischen zwei) Walzen durchzieht, eine durchaus gleiche Stärke oder Dicke zu geben weiß, und daß dergleichen von Eisen nicht mehr gebräuchlich sind. — Von dein Aufzeichnen ist bc» dem Art. Abzeichnen gehandelt worden; und d«s Radieren hat seinen eigenen Artikel. In Ansehung des letztem glaube ich, indessen, hier schon bemerken zu müssen, daß mit ihm die Ar, bcit k>cs eigentlichen Artisten, wodurch seine Kunst zu schöner Kunst wird, angeht. lim seiner Platte die künstlerische Voll- 64 A e z Vollkommenheit zu ertheilen, muß et, bald mit spielender Nadel, den Gegenständen angenehme Leichtigkeit zu erthellen wissen, und zu diesem Zwecke nur die Oberfläche des Kupfers mit der Nadel berühren, bald bey Gegenständen, welche mehr Kraft und Nachdruck erfordern, in das Kupfer selbst eingreifen, und, mit beständiger Hinsicht auf die Wirkung des Slezwassers, arbeiten. Hierüber lassen sich schlechterdings ihm keine Regeln vorschreiben, oder Grundsätze bestimmen. Seine eigene Einsicht muß ihn lehren, ob er den Charakter seines Originals und die einzeln Theilc desselben, mit breiten oder dünnen, mit weiten oder engen, mit tiefen oder flachen, mit krummen oder geraden Strichen, oder mit Punkten oder mit Linien, am vollkommensten darstellen kann. — Was das eigentliche Aexen, oder den Gebrauch des Scheide- oder Slezwassers anbctrift: so verhindert man das Einfrcsscn desselben an denjenigen Stellen, auf welche es nicht mehr ivirkcn soll, am beßtcn dadurch, daß man, nachdem man das Wasser von der Platte abgegossen, und sie hat trocknen lassen, diese Stellen mit einem dazu bereiteten, minder flüßigcn Cvpalstrniß, vermittelst eines Pinsels, bestreicht. Daß das Zlezwasscr nachher wieder über die ganze Platte, nicht, wie H. S. sagt, blvs auf die stärker« Stellen gegossen wird, oder nur gegossen werden kann, versteht sich von selbst. Auch wird der Firnißoder besser der Aezgrund, nicht blos weggenommen, wie es im Texte heißt, sondern wcggcschmolzcn. Wenn, nähmlich, der Aezkünstler glaubt, daß das Scheide - oder Aezmasser die verlangte Wirkung gcthan, gießt er es ab, lclßt die Platte trocknen, bestreicht sie mit ein wenig Baumöl, und legt sie wieder über Kohlen; durch die Wärme schmilzt als- denn der Grund mit dem Oelc dergestalt zusammen, daß er mit einem leinenen kappen weggewischt werden kann. — Wenn H. S. ferner verschiedentlich sagt, daß ganz seine und leichte Stellen sich nur mit dem Grabstichel machen lassen: so scheint er diesen mit der so genannten, kälten Nadel (s. den Art. Radiren) verwechselt zu haben. Diese, die letztere, ist es, mir welcher die sanften Uebergängc bis zum höchsten Lichte seit der Feit gearbeitet werden, daß die so genannte kupfcr« stechcrische Manier im Siezen, vorzüglich von den französischen Künstlern, vervoll- konimt worden ist. Der Grabstichel wird nur gebraucht, um den zu matten Stellen mehrere Tiefe und Kraft, und den zu rauh gefressenen mehrere Reinlgkeit zu geben. Die Verbindung bepder, des Grabstichels mit der Nadel, bleibt indessen, besonders bey Landschaften, und auch bey historischen Gegenständen, immer noth- wcndig. — Eben so unrichtig, und unbestimmt, behauptet H. S. daß, in eben dem Zeiträume, worin eine einzige Platte zu stechen ist, wohl hundert geätzt werden können; und es würde nicht eben zu verwundern sepn, wenn dieser Ausspruch den Künstlern Aergcrniß gegeben hätte. Die, zu dem Radiren und Aezcn erforderliche Zeit hängt von der Art ab, wie der Aezkünstler, ob in fleißiger, so genannter kupferstecherischer, oder leichter, so genannter mahlcrischcr Manier, (s. den Art. Radiren) arbeitet; und hat er» mit dem eigentlichen Kupferstecher, (wie wir es hier annehmen müssen) ein und dasselbe Urbild auf die Platte zu bringen, und verwendet er gleiche Sorgfalt mit ihm auf seine Arbeit: so macht zwar die, in Vcr« gleichung mit dem Grabstichel, leichtere Führung der Nadel, in Ansehung der, zu der Vollendung der Platte, erforderlichen Zeit, einen, allein wirklich sehr kleinen, Unterschied. Auch werden in diesem Falle, bcpdc Platten leicht zu ver« wechseln sepn. In der so genannten wählerischen Manier kann unstreitig viel geschwinder, als mit dem Grabstichel gearbeitet werden; aber auch hier gicbt es so viele Abstuffuugen, daß schlechterdings sich nichts Bestimmte» darüber behaupten läßt. — Was H. S. von der Verschiedenheit der Anzahl möglich guter Abdrücke von gestochenen und geäzten Platten sagt, ist bereits bey dem Art. Abdruck (S> o. d) näher bestimmt worden. — AUS- Ae z 65 Ausführlicher handeln von der Acz> kunst, in fransosischev Sprache: 1>si. re eics msniercs äe j-rsver en rsillo clouce lue I'sirsi» psr Is ino^e» cies esux Loeres, er elez ve-nis eines er mols, cntemhle eic I» Ls^on ci'en im- primce lex plsncücs er ä'oii conlli-uire Is presse» p. ^,hr. Lasse» ?sr. 164z. 8. niit K. Mit etwas verändertem Titel» und vielen Zusätzen über den so genannten weichen Aezgrund, (s. den Art. Gründe») über die eigentliche Kupfer» stcchcrcy, und über die schwarze Kunst, durch den jünger» Cochin, Usr. 174;. 8. mit K. und noch vermehrt mit Nachweisungen über die bunten Kupfer, und über die Kreide-und getuschte Manier' (ms- liiere äe crsvon und Arsvueo err levis) ebend. >758. 8. mit K. deutsch, nach der ersten Ausgabe, und also sehr unvollständig, und zugleich höchst elend übersetzt, aber mit einem „Anhange von der Herold- Mahl - und Reißkunst, und einem „kunstverständigen Discurs von der edlen Mahlert»," durch Adr. Böcklcrn, und mit einer »cbcrsetzung von H, Gautier's Kunst zu tuschen, verbunden, Nürnb. 1652. 1745. >7-5-. 8. Besser, und nach der zweiten Ausgabe, durch C. Th. Ritzsche, unter dem Titel, „die Kunst in Kupfer zu stechen .. . Drcsd. 1765. 8. — In englischer Sprache: In der Tlrs piöloris, or sn Bcsciem^, rrescin? ok Ors- rvirm.... LrchinA, Hz? rllex Lrorvne, Imnci. 166p, 1675. f. S. 9? U. f. — in der 8culprurs hissorico»rechnics, or rke Liissorzc snä T^rr ot Lngrs- ving .... Donss. 1747. >770. 8. S- 47 u. f. der letzten Ausg. -- Auch finde» sich noch Anweisungen dazu in der Msncimsiä rc> rke Tirrs, T. 1764. 8. 2 B. und in der Lcliool ob llrrs, Danä. >785- 8- — In Oetttscher Sprache: Andr. Helmrichs Kunstbüchlcin, wie man auf Marmelstein, Kupfer . . . ctzen und künstlich vcrgülden soll, Lcipz. 159z 8. Die Erfindung des Aezens wird gewöhnlich Albrecht Dürern (t i;-8) zugeschrieben, und fällt also ein halbes Jahrhundert später, als die Erfindung des ei- Erster Theil. gentlichen Kupferstechcns. Indessen haben z. V. Joh. Frd. Christ ( Anzeige und Ausl. der Monogr. Lcipz. 1747.8. S. isz) Meermann (OriZ. l 'z.pnAr. L. IX. S. x ;6) u. a. NI. bald Dürers Lehrer, Mich. Wolgemut, bald andere Künstler als die Erfinder dieser Kunst angegeben. So viel ist aber immer immer ausgemacht, baß sie deutschen Ursprunges ist: und daß die Italiener vergeblich versuchen, den Frane. Parmigiano zum Urheber derselben zu machen. Dieser hat, wahrscheinlicher Weise, nicht che, als ums I. 15Z0 in dieser Manier gearbeitet, und Sandrart (/Vcsci tZ.rr. piöt. L. II. Dili. III. c. 2. S. 207. Klar. -6Zz. f.) führt von dem deutschen Künstler geätzte Blätter, welche schon in dem I. 1515 verfertigt worden sind, und G. Wolf. Knorr (Allgemeine Künstlcrhistoric ... Nürnb. >759. 4. bey Dürers Leben, Klo. zo) einen heiligen Hieronymus vom I. >5-2 an. Die vollständigste Nachricht von seinen Arbeiten ist in dem „Verzeichniß aller Kupfer-und Eisenstiche Albr. Dürers, Frst. am M. 1778. 8." von H. S. Hüschen zu finden; auch ist eine verm. Ausgabe von dieser Schrift in H. Mcusels Misecllaneen (Heft 2;. S. ;o) angekündigt worden. Wäre er aber auch nicht der Erfinder: so gehört er doch zu denen, welche" das Aezen sehr vervollkonimt haben. — Der Zeitpunkt, in welchem, öder der Künstler, welcher, zuerst, den Grabstichel bey geäj- tcn Arbeiten gebraucht hat, läßt sich vielleicht nicht genau bestimmen; aber, in dem laufenden Jahrhundert verband ein englischer Künstler, George White, zuerst das Aezen mit der schwarzen Kunst. — Nächst Albe. Dürer, haben die vorzüglichsten, eigentlich geäztcn Blätter, geliefert, unter den Deutsche» (welche hier, in so fern das Siezen deutschen Ursprunges ist, mit Rechte voran gehen) Joh. Willh. Bauer (h >640) Matth. Merlan (t >6ü>) Wcnz. Hollar (h 1K76. De- lcripr. ot rlie Warles ost. . . W. kstol» lsr > l>^ LI. Verrus, Donä. 1752.1Mb 1759. 4-) ItM' !il»bach (l6Zo) Joh» Heinr. Neos (t >685.) Joh. Jac. von E Sandrart 66 Ae z Sandrart (4 1698) Frz. Ertinger (>70?) Phil. Rvos (4 170;.) Fcl. Meyer (4 171z) Joh. Ehrstph.Dictsch (4,720) P. v.Bem- mel (4 17-z) Frz. Ferg (4 ,74») G.PHil. Mugendas (4 i ?4>.) Jvh. Frdr. Brich (4-1748) Jac. Frei» (4 ^752) 'Alex. Thiele (4 >752) Phil. Andr. Kilian (4 1759) Phil. Hier. Brinkmann (4 1761) Joh. El^ Ricdingcr (4 1767) Frz. Edm. Weirottcr (4 >771) Chrstn. W. Fr. Dietrich (4 -774- Ein Verz. s. Blcltter flndet sich in den Nachr. von Künstlern und Kunstsachen I. S. >28 u. f. S. auch H. MeusclS Miscell. Heft 5. S- 45- und die neuen Nachr. von Künstlern und Kunstsachen, Th- -- S. >> n. f.) Georg Frdr. Schund (4 >775. La- tal. raii. ste l 'veuvrc cie Leu Q.Z b. 8. en steux psrriez, Ouustr. (beipsse) 17L9. 8. S. auch die neuen Nachr. von Künstl. und Kunsts. Th. >. S. zo u.f.) Ehrst. Lud. v. Hagedorn (4 1780) Jos. Wagner (4 ) Sal. Gelmer (f 1788) Dan. Chvdowiccki (ein Verz. s. Btcltter findet sichinH.Mcu-. sels Miscell. Heft 5. S. >5. H-9- S. >zz. H. 22. S. 227. H. zo. S. zz8)— Lunker — C. G. Eevser— I. F.V.Götz-- Carl Guttenberg — Jac. Phil- und Ge. Hackcrt — Angel. Kaulmann — Ferd. Kobcl— Phil. Jac. Loutherburg— Jnh. Wisth. Meil — Ad. Frd. Oescr — Chr. Bernh. Rode (ein Verz. f. Bllltter findet sich im ;tcn St. S. 78 von H. Meuscls Museum für Künstl. und Kunstliebh.) — Joh. Ulr. Schestcnberg — I. H. Tischbein (ein Verz. s. Blcltter findet sich im gitcn B. S. 275 der N. Bibl. der sch. W.undKste.) — C. Weisbrodt-- J.G. Wille— Ad. Zingg, u.a.m.— Unter den NicVcrlänSer»: Sim. Frisius (-640) Pet. Soutmann (1640) Corn. Schut(iü4o) ^ I.Suydcrhof(i64O) J .G. v. Vliet(ist4^) Ant. v. Dyck (s ,641) Joh. Fyt (1644) Joh. Borh (f >6;i) P. Potter (f 1654) Pet. v. Sompcl <1650) Hier. Wittoweck (>650) Jac. Neefs (>6 ;o) Frz. Senders (s >657) Ant. Waterloo (1660) Luc. v. Uden (f 1662) Corn. Bega (f 1664) .Theod. v. Thulden (ic -62) Joh. Bischer (>669. Lac. cie I'oeuvre ste f. V. psr Ii. kstec^uer, bar. 1752. -z.) Com. Bischer (1669. Gar. stes eltampes L. V. par Ii. blecczuec > ?zr. 1751. 12^ und verbessert, als dritter Thcil dcS O-Kion. Urs graveurü snc. er meist p. Er. Lslan, bsr. 1767. >2. z B ) Adr. v. d. Beide (s 1672) Pet. v.Laar (f 167z) Paul Rembrand v. Run (s 1674. Ose. raiboune ste roures ieü picecs ?. 175 1. 12. Lup- silcm. p. I'. Vvcc, 1756. 12. und Lsral. stc I2 . . . beule complcre Lollcd. lies ellsmpes ste Ii, par /im. ste LurZy, Iboz-e 1759. 8- der MilGc- wishcit angegebenen Blcltter sind 54s. ) Sllbr. v. Everdingcn (s 167;) C. du Jarkau (s 1S78) Jae. Jvrdacns (f >678) R. Stovp (1S78) Jvh. v. d. Velde (1679) R. Zceniann (>68°) Melch. Küsscl (s -sgz) ?!ic. Berghem (s l68Z. Leresteneersts Lar. van alle ste prenren vsu Issie, Lerßl-cm . . . stoor bleust. iVinrer» eimtl. 1767. g.) Adr. v. Ostade (s-685) Abr. Genvcls (s >68;) Hcrm. Zastleevcn (ss 1685) R. Rogncann (-s >68;) Joh. Bischop (ixpiscopiuS -s ,686) Th. Wyck (f >686) Jac. Ruysdaal (f- 1687) Da». Tcniers ((-,690) Hcrm. Swanefcld (-s 1^90) Adr. v. d. Cabcl (s >69;) Ant. Frz. Boudcivims (bekannt unter dem Nahmen Boudouin (s 1700) Corn. du Sart (-s 1704) Rom. deHooghc ((1708) Gerh. Laircsse ((>711) Joh. Luyken ('s 1712) Joh. Glaubcr (s 1726) Joh. v. Hugtcn- burg (s i?zz) Joh. Punt (1768) C.Plovs v. Amstel, u. a. m. — -— unter den Franzosen: Die Aezkünstlcr dieser Nation haben um die nette und fleißige Ausführung der radirtcn Blcltter, oder um die so genannte kupferstecherische Manier, und in Ansehung der Verbesserung der Luftpcrspectiv und der Abstuffung der verschiedenen Gründe, überhaupt ein großes Verdienst; die vorzüglichsten unter ihnen sind: Et. du Perac (s,6c») Jacq. Callot (f >üz5. Er führte den so genannten harten Aczgrund ein, der aber nachher aus dem Gebrauch gekommen ist) Jean Moxin (f -6;o) Frc. Perricr (s 1650) Lor. de la Hirc (s- -e;ü) Jean Boulan- ger Aez 67 gcr (>660) Mich. Dorigny (f >66;) Et. Bvurdon (f 1671) Et. Vaudct (t >6?>) Frc. Chauveau (f >6/;) Abr. Bosse (f 1678) Gab. Perclie (1680) Frc. Tvrtcbat (f >690) Js. Silvcstre sf 1691) Claudia Stella (f >6s?) Jean B. Monoyer (f >699) Elisabeth Chcron (st 1711) Et. le Clcrc (st >714. Lac. cie i'oeuvrc cie 8el). le LIerc, p. lolr. ssomberc, Kar. >774- 12. 2 B.) Ant. Watteau (st 1721) Anc. Coppcl (st-722) Bern. Picart (st>7Z?) Ch. Nie. Cochin (st 1754) Jean B, Oudry (^>755) Jean PH. Le Bas (st 176°) Pierre Chcdcl (st 1762) Jean Mvyecau (st 176-) Phil. Cl. Gr. v. Capitis (st 176;) Nie. Ch. Silvester (st 1767) Ch. Hutin (st >776) Jean B. le Princc (st >782) Ch. Nie. Cochin (st1790. Lac. cie loeuvre cl'e» slamp. üc Lti. I8l. L. ssls, p. ^lr. stcnn- berc, ?. 1770. 8») Lor. Cat'S (st ) P. Phil. Chbffard (st ) Jos. Flippart (st ) Phil. Parizeau St. Aubin — Dcmacteau — I. de Longueil — Ant. Marcenay de Ghu» — Rich. de St. Non (Ein Bcrz. s. Blätter findet sich in H. Meusels Museum, St. 6. S. 56 u. f.) — Fee. Vivarcs Unter den Italienern: Augustino Vcneziano (st >;>4 ) Fre. Mazzuoli, Parmcgianogen. (s 1540) Marc. v. Äavcnna (,54c?) Jae. Nobuffi, Tintorct gen. (st >;?4) Aug. Caracci (st 1602) Annib. Caracci (f >609) Feder. Barocciv (st 16,2) Bart. Schidonc (st 1616) Cam. Procaccini(st >626) Frz. Villamena (st >626) Jae. Palma (st ,6-8) Raph. Sciaminose (>6;c>) Guido Reni (st 1642) Giov. kanfranco (st >647) Piet. Tcfia (st >648) Gius. Ribera (1648) Giov. Fx. Barbiere (st >666) Stef. dclla Bella (Lac. cle I'oeuvre ü'kr. ciclla L, p. ssnmdcrr, Kar. 1772^ 8-) Giov. Fr. Barbieri, Gucrcino gen. (st 1666) Piet. Sant. Bartoii sst 1670) Giov. Ben. Ca- stiglione (st 1670) Salv. Rosa (st 167z) Gasp. Oughct, Pouhin gen. (st 167;) Lue. Giordano (st >705) Carlo Maratti (st 171z) Frc. und Piet. Aquila (1720) Marco Rizzi (st >729) Giovb. Tiepow (1 1770) Andr.Scacciati(st 177c) Franc. Bartolvzzi-» Bern. Bellottv, Cgna- lctti geu. — Franc. Cuncgo — Giovb. Piranesi — Giovb. Volpato. — — Unter den iLnglanSern: Franc. Bar- lviv (st 1702) Dan. Marot (>712) Jon. Nichardsvn (>7-0) Art. Pond (st >758) Will. Hogarth (ch >764. Ein Verz.s. Blckt- tcr findet sich in den kioAr. T^ueeclores ok ^V. ». l.onä. 1781. 8- deutsch, Lcipz. 178z. 8.) Th. Worlidgc (st 1766) Rich. Earlom — Will. Woollet. Nachrichten von mehr oder weniger Blclt-, kern dieser Künstler finden sich, zum Theil, in den Lara!. clu Labiner cle ?elr. ^la- rvlles, Kar. 1666-»» 1672. 2 karr. 12. — Lalzlner clcs Linßularices ü'Törcli. cie keinc. Lculpc. er Lravure, p. klorenr le Lomre, Kar. 1699, 12. z B. krux. 1702. 12. z B. — Oe- scripc. Lad. cie iclr. koranZere, p. Xir. Lerl'aiur, Kar. 1744. 12. — Lar. clu Lliev. l- lettion clioisse ci'esssinpea, p. b^l. blu» der, Lcips. 1787. 8. Joh. Casp. Fueßlin Raisonnirendes Vcrz. der vornehmsten Kupferstecher und ihrer Werke... Aür. >771. 8. O!6l. cies ^rcisses» clonr nous avc >N5 lies ettampes . . . Lcips. 1778 — > 78?» 8. 4 B. — Vi2. von dem ohnlängst verst. H. v. Hcineeken. — Auch gehören noch hichcr: verschiedene französische Journale, als der lolerc. cis krance, der^vanc»Loureur, die/M» ckies , Annonce; erc. cie kari'5, die Lidli-iZrapIiie kart/iennc, U. d. M. vorzüglich aber das Iciurna! lies Lravure» cie Paris— Die Bibliothek der sch. Wis- scnsch. und fr. Künste, Lcipz. 1759 — >76;. 8. >; B. --- Neue Bibl der sch.W. und fr. K. ebend. 1766 u. f. 8. bis jetzt 41 B. -- Nachrichten von Künstlern und E » Kunstf. öS A e z A e 5 Kunsts. Lelpz. 1768 — 1769. 8. -B. und Neue Nachr. von Künstlern und Kunsts. cbend. 1786. 8. — lstee Zen. st'uuecoi- leblivn compi. st'eilompes . . . Ibeipb. 177«. 8- — Chrstph. Golll. v. Murr Journal zur Kunstgeschichte. . . Nürnb. ,77; — ,789. z. 17 Th.— Miscellanecn artistischen Jnnhaltes von Joh. G. Mensel, Eck. 177S — >787- 8- Zc> Hekte. — Museum für Künstler und Kunstliebhaber, von ebend. Mannheim 17Z7. 8. bis jetzt 12 St. — Besondere Nachrichten von den Künstlern in den, mit der eigentlichen Aezkunst näher verbundenen Arten derKupferstechc- rey, als in der so genannte»Kreide-, der getuschten und der punktirten Manier, u. d. m. sind be» dem Art. Rupfer- frcchcrkunst zu suchen. Lebensbeschreibungen von den angeführten und mchrccn Aczkünstleen, und Bcy- trägc zu der Geschichte der Aczkunst, liefern noch besonders, in italienischer Sprache : Lommincismenra e progreb- bo stell' arrc st'inroZliare in rome, col» le vice sti moici stc' piü cccellcnti inacllri stell» ilcll-i prokeibione , äs iii. lUsistinucci, hir. 16Z6. 4. mit Zu>. von Dom. Mar. Manni, cbend. 1761. 4. — dllori-ie illor. stegli incsgliacoci . . . sti Liov. Loci (stanstinelli. Ven. 1767. b. liienns 1771. 8- z B. vcrgl. mit der N. Bibl. der sch. W. Band 17. S. szo U. f. — Tzheccstlirio pirtorico, c> lia beric stegli uomini i piü illullri in pir- turs, bculrura est srchic. sta?. bellegr. ,^nc. Orlonsti, I!ol. 1704. 4. hlsp. 17Z0. 4. Unter dem Titel: Snpple- menro all» berie stei stbrsconro elnßi stc^li uomini illullri . . . bir. 1776. 4. 2 V. (sehr verwirrt eingerichtet) — Und in verschiedenen, der bey dem Art. Mahlere)- angeführten Lebensbcschrei. Hungen von Mahlern sind dergleichen noch von Aezkünstlcrn enthalten. — In französischer Sprache: T ^hröge hillor. sto I origine er steg progroz sto Is gravure . . p. la lelsjor Ist (umberr) Kerl. 1752. g. —> Oiblionaire stez graveurs anc. er most. .. . s vec une norice stssprln- eipales ellampes gu'ils onr graves . . p. bronc. Lsbsn, l-sr. 1767. 8- Z Th. — Die Tinecstoces ste» hesux sitz, con- rsnsnc rour ceguc ig I-einr. la Lculpr, la Qrovurc, l'Tzrckir. la l.irrer. la bäuligue erc. la vie ste5 T^rrillez ob- brenr le plus pigusnr. . . p»r. 1776 — 1780. 8. z B. sind eine ächte französische Compilation. In englischer Sprache: Loulptura, or che ststillor/ anst TVrc ob blhslcoZrgph^ onst hnZra- vinZ in Lopper . . . h^ lohn kvelz-n ... b,»nst. 1612. 12. 1755. 1759. 8» — Lsrsl. ob kingrsvers, cvlro tiove heen Horn, or relistest in LnZIsnst» b)' Istur. Wslpole brom che kst58, ob Lcorge Verrue, b.onst. 1 762. 4. 1782. 8. (Geht nur bis gegen die Mitte dieses Jahrhundcrteö) — ^ Llironolovic. 8e- riez ot Lngrovers brom rbc invenrion. ob che arr ro che stleginning ob rkis tlenrur)-, Lsmhr. 1770. 8- (sehr mager) — 7^ hiograpkical Oiblivnar)-, conc. sn hiilor. sccount ob all che hn» ^rsverz, brom che earliell Periost ob che orcs ob kinAraving ro che prebenr rime, snst s tstrorc litt ob rlicir motb elteeinest cvorlcs, . . . b)- loh. 8crurr, l.onst. 1785. 4. 2 B. In deutscher Sprache: lolr. Lhr. h'chumsnn! Tzlchimeston, b. i. Deutschlands für- trcflicher und hochberühmter Virtuosen ii» der Sculptur, Kupferstecher und Aezkunst aufgeführter Ruhm nnd Ehrcnprciß, Drcsd. 1684. g.— G. Wolfg. Knorr Allg. Künstlerhistorie, oder bcrühniter Künstler Leben, Werke und Verrichtungen, Nürnb. >75?- 4. mit K. — Allg. Künstlerlcris eon . . . . (von I. R. Fuebli) Zür. 17ÜZ — 1767.4. 4TH. Neue Aufl. ebend. >779- b. — Ans. Elswert Kleines Künst. ler-Lericon, Gießen 1785. 8- — Tcut- schcs Künstlcrlcxicon .. . von J.G. Mensel, Lemgo 1788 — >789. 8- - Th. --- Nachrichten von allen gegenwärtig in Dresden lebenden zeichnenden Künstlern .... von Heinr. Keller, Leipz. 1788. 8. — Wegen mehrerer Werke, worinNach- richten von Aezkünstlcrn zu finden sind, s. dir A l c Alc 69 die Art, Rupferstccher und Altpfor- skecherkunsi. — Von den Eigenheiten des Aczcns, seinen Vorzüge» und Nacbtheilcn, in Vcr- Sleichung mit den übrigen Arten der Ku- pfcrstcchcrey, wird in dem kilsy ou prinrz, Conä. 1767. 8. deutsch, tcipz. 17S8. 8. (Lb. 2. S. 48- der -teil englischen Ausgabe) gehandelt. A l c a u s. Eilt griechischer Dichter aus der Insel Lesbos, der um die Zeit der 44 Olympias mit der Sappho zugleich gelebt. Er hat lyrische Gedichte geschrieben, von denen nur wenige Stellen dem Untergang entrissen worden. Er muß einer der fürtrcsslich- sren Dichter gewesen seyn- Horaz sagt von ihm: Lc re louanrem plenius aureo ^lcaee pleöbro — — — Xliranrur umbrae cliecre ^). Er hat dem Geschmak seiner Zeit und seines Landes zufolge viel Trinklieder und Liebesliedcr gemacht. liberum er btulss Veneremgue er illi Lemper baereurem pueruw. cane- nebzr **). Allein dies war nicht des Dichters einziges Verdienst. Die Neigung, von Wein und Liebe zu singen, war bey ihm mit hohem Gesinnungen verbunden. Seine Muse mußte ihm gegen die Tyrannei) des Perianvers ihre Dienste leisten, und auch gute Sitten befordern helfen. Diese Nachricht giebttLmntilian von ihm: In parte operis aureo pledtro ms- ritollonatur, gua tvranuos iniecta- tur. iVIultum etiam rnoribus ccin- fert — — in Infus et smores sie- teensiit, tame» *) t. II. 06. rz. ") I.. I. oU. z-, Inlt. bib. X. c. r. Es scheint, daß seine Art zu denken der ernsthaftem Muse angemessener gewesen, als der schwelgerischen und verbuhltcn, und daß er dieser nur in lustiger Gesellschaft und beym Trünke gedienct. DcnnAchenaus sagtaus- druklieh, er habe seine Lieder in der Trunkenheit geschrieben *). Die Alkäische Vecsarr hat von diesem Dichter den Namen bekommen. Sie besteht aus vier Zeilen. Die beyden ersten sind in der ersten Halste jambisch, in der andern daktylisch ; die dritte Zeile ist ein vicr- füßiger jambischer Vers, und der vierte hat zwey Daetylen und zwcy Trocheen. In dieser Vcrsart ist die Ode des Horaz geschrieben, die also anfangt: .geguom rneiueuto rebus in sr» lluis "). Es sind noch verschiedene andrcDich- ter dieses Namens gewesen, von welchen Baylc in seinem Worterbuch die Nachrichten gesammelt hat. Die, von dem Alccius übrig gebliebenen, wenigen Fragmente hat Mich. Ncan- der, in seiner Luornol. live /grillolog. Linsisric. öalil. 155s. g, zuerst-!- vollständiger aber Fulvius Ursinus, in der Sammlung der gr. Dichterinnen und Lyriker, Antw, i;68. 8. heraus gegeben. Auch finden sie sich in dem Corpore ?oer. Zraec. Leu. 1614. f. u. a. a. O. mehr. — Französisch übersetzt sind sie, mit Fragmenten von mchrcrn griechischen Dichtern, unter dem Titel: Ccs teuren- ce» iliutlres siesLneres . . . . gr. erlar. I?ar. 1580. 12. erschienen. — AlS Er- liluterungen dazu hat Ehrst. Dav. Jani zwcy Programme, Oe Ttlc. ejusguo Vrsgm. ttal. >781. 4. geschrieben —, und einige litter. Notizen finden sich in v'sbric. Libl.lar. Cib.lt. c.xv. § 9.—' E z Aeove. *) vsipuos. c. X. C. II. ocl. Z, 7» A l c A l c Alcove. (Baukunst.) Ein Wort, das aus dcni Arabischen iSl-Rauf hergeleitet wird. Cs bedeutet eine Vertiefung in einer Mauer, oder einen besondern abgeschlagenen Raum eines Zimmers, darinn ein Bette stehen kann. Der Alcove dienet dazu, daß ein Schlafzimmer reinlich gehalten wird, indem das Bette und die andern dazu gehörigen Anstalten dadurch vom Zimmer abgesondert werden. Die gewöhnliche Art, die Alcovcn anzubringen, ist folgende: In einem etwas tiefen Zimmer wird den Fenstern gegen über von Tafelwerk ein Verschlag, entweder gerade, oder nach einer ausgeschweiften Linie, gemacht, so daß der abz geschlagene Raum sieben bis neun Fuß tief wird. Dieser Verschlag bleibet in der Mitte zum Eingang in den Alcove offen, und bekommt da eine Fcnsterthür, oder auch nur einen Vorhang. Zu Heyden Seiten des Alcovcns werden noch kleinere Verschlage gemacht, die zu Nacht- bequemlichkeitcn und zu kleinen Garderoben dienen können. Dabcy ist cs eine große Bequemlichkeit, wenn einer dieser Verschlage einen kleinen Ausgang bekommen kann. An der Dcke des Zimmers wird das Gesims, so wie cs an den andern Wanden des Zimmers ist, auch an dem Verschlag gezogen. Hiebcystehende Figur wird dieses deutlich machen, ist das Zimmer, a der den Fenstern gegen über liegende Alcove, h und o kleine Verschlage neben demselben. c Wenn der Eingang zu dem Alcove sehr weit ist, so pflegt man ihn auch durch ein Dcstengclanöer von Holz abzuschließen, an welchem ein Stüh wie eine Thür auf und zu geht. Kleine Alcovcn sind zum täglichen Gebrauch nicht zu empfehlen, weil es nicht wol möglich ist, frische Lust hinein zu bringen, die doch cüle zur Gesundheit so nothwcndige Cache ist. (*) Von Anlegung der Alcoven handelt, unter mchrcrn, Jean Fee. Blonde!, in dem -ten B. S. ,17. s. Werkes, vs la äiKrikution 7Zg. 4. --- und eben derselbe, ausführlicher, indem 4tcn B. S. -z? u. f. seines Lourz ä'Hrckü-. Mars.... ch>sr. 177z, L, MM- A l e Mxandvinischer Vers. Ein sechsfüßiger jambischer Vers, der insgemein nach der sechsten Syl- be einen männlichen Abschnit, und nach deutschem Gebrauch wechsels- weisczwey weibliche und zwei) mannliche Auegange hat, wie aus folgender Stelle zu sehen ist: Nicht den, der viel besitzt, den soll man selig nennen; Der das, was Gott idm schenkt, recht mit Verminst erkennen. Und Armutb tragen kann, und fürchtet Schand und Spott, Die er ihm selber macht, noch Ärger als den Tod. Opiz. Dieser Vers ist eine Erfindung neuerer Zeiten. Denn obgleich der sechsfüßige jambische Vers den griechischen Trauerspieldichtern sehr gewöhnlich ist, so ist er doch von diesem ganz unterschieden; weil er sich nicht so, wie er, durch den Abschnit in zwey gleiche Thcile schneidet. Fast alle heutigen Abendländer haben diesen Vers angenommen, und brauchen ihn zu etwas langen, lehrenden oder erzählenden Gedichten; dcßwc- gcn wird er auch der heroische Vers genennt. Seinen Ursprung leitet man insgemein von einem erzählenden Gedichte her, Alexander der Große, gencnnt, das im zwölften Jahrhundert in französischer Sprache von vier Verfassern, deren einer Alexander von Paris hieß, geschrieben worden ist. Dieses soll das erste Gedicht in zwölf- sylbigen Versen gewesen seyn; da die altern Romanzen achtsylbigc hatten '). Es ist von verschiedenen Kunstrichtern angemerkt worden, daß dieser Vers, so wie wir ihn beschrieben haben, etwas langweilig und unbequem sey, auch in der Folge einen ekelhaften Gleichton in das Gedicht bringe; 5) S. Versuch über Popens Genie und Schriften, gegen dem Ende des V. Abschn. Ale ?r zumal, wenn man, wie einige ganz unüberlegt rächen, mit jedem Vers einen Sinn der Rede schließt. Gpi? und die besten Dichter nach ihm, haben diesem Mangel dadurch etwas abzuhelfen gesucht, daß sie den Schluß des Sinnes an verschiedene Stellen, bald im zwcyten, bald im dritten Vers, ober noch weiter hinaus gesetzt haben. Eben ans diesem Grunde haben einige den Abschnit gesetzt. Gewiß ist es, daß viel Kunst dazu gehört, diesen Vers in die Lange erträglich zu machen. Er scheinet sich zu Lehrgedichten, wo bestandig wichtige und neue Begriffe den Geist rühren, noch besser zu schiken, als zur Epopee; wo es unmöglich ist, den Geist oder das Herz in jedem einzeln Vers hinlänglich zu bcschafftigen; wo es nothwcndig Stellen geben muß, die matt seyn wurden, wenn nicht der Wohlklang des Verses sie etwas erhöhte. Am schlechtesten wird dieser Vers, wenn der Abschnit sich mit dem Ende reimt. Denn dadurch wird cr in zwey halbe Verse gcthcilet, und man kann nicht mehr wissen, ob man kurze sechsfüßige Jamben oder Alexandriner hört. Herr Dusch hat eine Veränderung in demselben angebracht, indem er ihm weibliche Abschnitt gegeben : V?ie Ertlich klagt der Vogel und ladet durch den Hayn, Den kaum der ftenz verjüngest, sein künftig VUeibchen ein! Doch, wenn durchs heiße Feld die Gommcrwinde keichen. Das Aaub sich dunkler färbt, die dürrenAcdren bleiche»; So endigt Vatersorge die Tage des Gesangs' Und Fleis beseyt die Stunden des süßen Müßiggangs! Wisscnsch. VII. Buch. Eine Veränderung in dem Abschnitte des Alexandriners, um diesen mannich- E 4 faltiger 7- All faltiger zu machen, schlug Iah. El. Schlegel (Schreiben über die Komödie, in s. Werk. B. z. S. 8s) vor. Auch gehört hiehcr, was H. Ramlcr (in s. Battcux I. S. >8? d. n. A.) von den jambischen Versarten überhaupt Joh. Ad. Schlegel (in s. Abhandlungen bev dem Battcux, II. S. 477 d. n. A.) von dem Alexandra ner — H. Kloplkock (in dem ersten Fragm. über Sprache und Dichtkunst, Hamburg >779- S> S. >> u. f.) von her Eigenheit der jambischen Vcrsart — H. Bürger (in dem deutschen Merkur, Octobr. >776. S. 45) zu Gunsten desselben (vcrgl. mit der Neuen Bibl. der sch. Wissensch. B. s». S. 58.) sagt. —- Alla Breve. (Musik.) §)iese einem Tonstük vorgeschriebenen Worte bezeichnen eine besondre Gattung der Bewegung, wodurch ein Takt gerade noch einmal so geschwind muß gespielt werden, als sonst zu geschehen pflegt: nämlich eine ganze Taktuote so geschwind als sonst eine halbe, eine halbe so geschwind wie ein Viertel. Der Allabrevetakt besteht also eigentlich aus einer ganzen oder zwei) halben Taktnotcn, die aber eben so geschwind gesungen werden, als wenn es zwey Viertel waren. Dadurch bekommt also der ganze Gesang nicht nur einen schnellen Gang, sondern gleiche Füße, die alle aus zwei) Zeiten bestehen, einer schweren und einer leichten--^ ! l , welches den Gesang einfacher und ernsthafter macht, als wenn er eben so geschwind durch kürzere Norcn wäre vorgetragen worden. Folgendes Bcyshiel wird die Sache klar machen, da derselbe Gesang im ersten Beyspiel im Allabrevetakt, der durch das Zeichen oder durch Z, oder auch also: angedeutet wird, im andern aber nach dem gemeinenTakt, dessen Zeichens ist, gesttzt worden. . st — — - ri e- I ist 1! -1 jei ^ - Ion, e - - lei - son. X^-ri - e 6-Iei- son^ e . - 1e! » son. In dem ersten Gesang werden alle Sylben, welche auf die ersten Noten eines Takts kommen, durchaus gleich schwer oder mit gleich starken Acccn- ten ausgesprochen, also sind sechs solche schwere Acccntc in dem Gesänge; da in dem andern nur viere sind, e, lon, ton, indem die, welche auf die dritte Note jedes Takts fallen, ob sie gleich auch einen Ac- cent haben, dennoch weniger Nach- druk bekommen*); woraus leicht abzunehmen ist, daß der Allabrevetakt dem Gesang einen andern Charakter gicbt. Es giebt aber auch Fälle, wo den Tonstükcn das Zeichen des Allabreve vorgesetzt wird, blos um anzuzeigen, daß jeder Note nur die Halste der ihr sonst gewohnlichen Dauer müsse gegeben werden. Dadurch erhalt man eine Abkürzung im Schreiben, da man eine solche Note? anstatt dieser ^ setzen kann. Das eigentliche wahre Allabreve hat durchgehcnds halbe Taktnotcn, und wird dcßwegen am besten durch H angedeutet. Alle- *) S. Zeiten. A l l Allegorie. (Redcndc und zeichnende Künste.) Ein natürliches Zeichen, oder ein Bild, in so fern es an die Stelle der bezeichneten Sache gesetzt wird. So- wol in der Rede, als in den zeichnenden Künsten werden aus mancherlei) Absichten Gegenstände dargestellt, durch welche andre Dinge vermittelst der Achnlichkeit, die sie mir jenen Gegenständen haben, können erkennt werden. Das bekannte Sprüchwort: Der Apfel fallt nicht rvcic vom Stamm, stellt uns einen Gegenstand aus der körperlichen Welt vor, durch welchen wir eine andre Sache erra- thcn sollen; nämlich, daß Kinder gemeiniglich nach den Aeltern arten. Wenn das Bild und das Gcgcnbild zugleich dargestellt werden: so hat man eine Vergleiclnmg oder ein Gleichnis z wird aber das Gegenbild ganz weggelassen, so hat man die Allegorie. Diese Verwechslung des Bildes mit seinem Gegcnbild wird auf man- cherley Weise veranlasset. Sie geschicht aus Noch, wenn es nicht möglich ist, die bezeichnete Sache selbst darzustellen, wie in dem Falle, da die zeichnenden Künste allgemeine Begriffe darstellen sollen, die kein Gegenstand des Gesichts sind: ans Vorsichtigkeit, wenn man sich nicht getraut, die Sache selbst vorzulegen, und sie lieber will crrathcn lassen; wie in dem Falle, daHorar den Römern einen neuen bürgerlichen Krieg «brachen will, und aus Vorsichtigkeit blos ein Schiff anredet, dem er die Gefahr zu scheitern vorstellt"): aus ästhetischen Absichten, der Vorstellung vermittelst des Bildes mehr Klarheit, oder mehr Nachdruk, oder Uberhaupt mehr ästhetische Kraft zu geben. Wenn Kaller sagt: Mach deinen Raupenstand und einen Tropfen Zeit, ') illorar. (Zä. I,. I, oc>. 14, All 7Z Den nicht zu deinem Zwek, die nicht zur Ewigkeit; so drükt er dnrch diese allegorischen Bilder das, was er von der eigentlichen Bestimmung und Kürze des gegenwärtigen Lebens hat sagen wollen , sehr viel kürzer, nachdrüklicher und sinnlicher aus, als es ohne Allegorie hätte geschehen können. Wir wollen zuerst die Allegorie in den redenden Rünsten betrachten. Hier sind dreyerley Dinge zu untersuchen. Die Beschaffenheit und Würkunq der Allegorie überhaupt; ihre verschiedenen Gattungen; jeder Gattung besondere Beschaffenheit und Anwendung; endlich die Quellen, woraus sie geschöpft werden. Ucberhaupt liegt in jeder Allegorie ein Bild, aus welchem die Sache, die man sagen will, bestimmt und mit Vorthcil kann erkennt werden. Bestimmt Und mit Gewißheit; weil sonst die Allegorie ein Räthscl: mit Vorthcil; weil sie sonst unnütz wäre. Daher entstehen die zwey wesentlichen Eigenschaften der Allegorie: die genaue Achnlichkeit zwischen dem Bild und dem Gegcnbildc: damit dieses durch jenes sich dem Verstände sogleich darstelle; und die ästhetische Kraft des Bildes, durch deren besondere Beschaffenheit die Art der Allegorie bestimmt wird. Was hier über die Achnlichkeit und die ästhetische Kraft der Allegorie anzumerken wäre, ist bcy der allgemeinen Betrachtung der Bilder angeführt worden, und hier nicht zu wiederholen"). Außer diesen wesentlichen Eigenschaften der allegorischen Bilder muß die Allegorie noch zwei) andre haben: sie muß weder zu weit getrieben, noch einen Zusatz von dem eigentlichen Ausdruk haben. Bei)des gicht ihr etwas Ungereimtes. Die Alten haben den menschlichen Körper die klei- E 5 ne *) S.Bild. 74 All ,ie rvelt *) genennt. Die Allegorie ist richtig; wer sie aber so brauchen wollte, dasi er die Aehnlichkeit über die wesentlichen Theile dcrVcrglei- chung ausdehnte; wer dieser kleinen Welt ihre Planeten, Berge und Thaler, Einwohner, geben wollte, der würde die Allegorie ins Lacherliche ausdehnen. So könnte man die fürtreffliche Allegorie des placo, in welcher die Leidenschaften mit Pferden, die vor einen Wagen gespannt sind, die Vernunft aber mit dem Kutscher, verglichen werden, durch die weite Ausdehnung ganzlich verderben; denn weder dieTcichsel des Wagens, noch dessen Rader, noch andre in dem Bild vorkommenden Theile haben ihr Gcgenbild in der Seele. Es ist demnach bei) jeder Allegorie wol in Acht zu nehmen, daß diese Nebensachen, denen im Gegcnbild nichts entspricht, entweder gar nicht genennt, oder doch nicht mit Nachdruk angezeiget werden. Ein eben so uugeschiktcr Fehler ist es, wenn dieAllegorie nur halb ausgeführt wird. und sich mit dem eigentlichen Ausdruk endiget. Pope sagt ganz fürtrefflich: Trinke mit vollen Zügen aus der Picrifcbcn r rie besondern Ar- das Urthcil darüber vor teil e-er .-..iegorie becraelncn, e.c aus Einfluß aller Verblendung ge« der Vngihiedcnheit ocs Ein zn cks ^^ches man ans eine ähn- oder ecr -^ului.ig d.rsclben cnt- auch durch die äsopische sich^- Fabel erhalt. Von dieser Art ist die Allem Ansehen nach hat die Roth- bekannte Rede, wodurch der Consul wcndigkeir den Gebrauch der Allcgo- Meiiemu-; Agrippa, das römische rie eingeführt. Als die Sprache noch Molk in einem Aufruhr besänftiget keine Wörter hatte, allgemeine Bc- lM H. griffe auszubrüten, gab man einem In diesen beyden Arten kömmt es heftigen und rachgierigen Menschen nicht auf eine vollkommene, sich auf den Namen eines Hundes, oder ei- dft Ncbenim,stände crsirekcnde Aehn- nes andern Thicrcs, an dem man sisi^csi an. Jeden besondern Umähnliche Eigenschaften entdckt hatte, s^nd darinn bedeutend machen wol- Danials war die Absicht der Allego- im, würde die Allegorie in ein Kinne blos, den Ausdrnk der Sache derspicl verwandeln. Es ist zur möglich zu machen. Dergleichen Al- Absicht hinlänglich, wenn die Sa- legorien sind häufig in der Sprache He, die man sagen will, nach dein geblieben, und haben ganzlich die Hauptsatz anschauend in dem Bilde Art der eigentlichen Ausdrüke ange- siech. nommen. 'Man braucht bisweilen die Alle- Der nächste Gebrauch derselben gorie in der Absicht, der Vorstellung, wird in der Absicht gemacht, daß ohne andre Vortheile, blos Klarheit die ganze Vorstellung der Sache, oder Sinnlichkeit zu geben, damit sie ohne eine besondere ästhetische Kraft faßlicher und unvergeßlicher bleibe, anzunehmen, eine feinere Wendling Was Haller sehr kurz auf eine philo- bekomme, daß sie auf eine von der sophische Art mit diesen Worten ans- gemcinen Art sich unterscheidende drükt: Mir dem Genuß rvackst die Weise gesagt werde z wodurch dcNi- Begierde, hat Hora; in diese Allego« zeitigen, mit dem man redet, gleich- rie eingekleidet: sam ein Complinient gemacht wird. ^tcic wäuIZens tibi äirus by- Diese Absicht hat Virgil in einigen seiner Mögen gehabt. Der Dichter llrim pcllir, uiii c->us- morbi hatte leine Dankbarkeit gegen den ?rmeric vcnis er sguolus sltzo Zlugustus, und alles, was er sonst cvrpore lsuguor durch diese Allegorien sagt, eben so .... - ^ I... nachdrüklich , und noch stärker, ge- J/ner Ansdruk .st den Ph.loso- radczu sagen können: aber so fein phur, dnscr luc sidumann. .oas und mit so gutem Witz nicht, als Mcrdeiu es durch die Allegorie geschehen ist. ^ ^ Elnblldungskiasr deutlich ab. Dergleichen Wendung nehmen geisi- ^ reiche Personen allemal, wenn sie je-, «) i-, i.iv. uitt. n. z-, wand loben oder tadeln wollen. Ge- ") öa. i.. u. ?6 All Allegorien von dieser Art sind höchst nöthig, so oft als allgemeine, wichtige Wahrheiten unvergeßlich sollen eingeprägt werden. Dieses hat die allegorischen Sprüchwörter veranlasset, die alle in diese Gattung gehören. Hicbey kömmt die Hauptsache auf die Klarheit des Bildes an, und daß es zu desto gewisserer Fassung der Sache von gemeinen Dingen hergenommen, und mit einigen sehr kurzen aber meisterhaften Zügen gezeichnet sei), wie in diesem Beyspiele:. Lscpins venriü zgirinir ingenz Uinus, et cellse graviore calu Oeeiäunr rurrcs; keriunrgue tum- moz Uulmiria monres Dergleichen Allegorien dienen aber nur, bekannte Wahrheiten dem Gedächtnisse einzuprägen. Diese haben das sinnliche Kleid um so mehr nöthig, da sie als gemeine und ohne die geringste Anstrengung faßliche Vorstellungen, wie sich Noinkelmann sehr artig ausdrükt, wie ein Schiff imWasscr, nur augenbliklichcSpuh- ren hinterlassen; da hingegen oas, was uns einige Bestrebung des Geistes gekostet hat, sicherer im Gedächtnisse bleibet. Man kann einen noch hohcrnZwek der Allegorie haben, nämlich die Sache stärker und nachdrüklichcr zu sagen, zugleich aber ihr auch ein grosseres Licht zu geben. Von dieser Art ist die oben angeführte Hallcrische Allegorie vom Ranpenstand, und diese von Uoung: Meine Freuden, o Pbilandcr! sind mir dir ver- sckrvunöcn; dein letzter Äthem loste die Bexanverung auf, und die emz-auberte Erde vcrlohr alle ihre -Herrlichkeit Je genauer man 0-i.I.. II. 10, Nachtgcdankcn i. Nacht. klins cl^'il >virb ckee pbilanilllr! tbv lalt sizk Oiilolv'ä che cbarm; rke clisenchsn- teil Harth Host all der I.ustre, A l l das Bild untersucht, je mehr Leben und Kraft bekommt es, und je mehr Begriffe, die sich auf das Gegenbild beziehen. Diese Art der Allegorie hat die höchste Kraft; denn sie verbindet Sinnlichkeit, Nach- brich Kürze, Reichthum und Deutlichkeit, und gehört deshalb zu den höchsten poetischen Schönheiten. Sie hat bisweilen eine beynahe beweisende Kraft. Denn Wahrheiten, deren man sich nicht sowol durch einen deutlichen Beweis, als ein schnelles Ucberschauen vieler einzelnen Umstände versichern muß, die also keines würklichcn Beweises fähig sind, können durch solche Allegorien die Art des Beweises bekommen, dessen sie fähig sind. Für diese Gattung der Allegorie ist überhaupt die Anmerkung nicht zu versäumen, die über die besondere Kraft des entfernten Aehnlichkciten gemacht worden ist H, Denn schon dieses allein giebt ihr eine große Lebhaftigkeit. Die bereits angeführte angenehme Allegorie von einem kummervollen Leben erhalt blos dadurch ihre Schönheit, daß das Bild eine sehr entfernte, und dennoch sehr richtige Achnlichkeit mit demIGegen- bildc hat. Etwas weniger wichtig ist die Allegorie, die hauptsächlich dicMürze des Ausdruks zum Endzwek hat. Von dieser Art ist folgendes: (lvmrzhes verreo niinium kecunöc» Ihirßicia vcla **). Auch diese von Boviner- --- Der Tod war in allen Gestalten vorbanden, Hieng in der Luft, und wühlt'in der Erb, und stürmte vom Meer her 5 Wo man hin sah, da droht'allgegenwärtig sein Antlitz Endlich giebt es noch eine Gattung Allegorie, die man die Geheimnisvolle ») S. Achnlichkeit. Unr. »cl. I., II. 10. Noachide Vill. Gesang. A l l nisvolle oder Prophetische nennen mochte, weil viele Weissagungen in selbiger vorgetragen worden. Sie halt das Mittel zwischen der leichtern Allegorie und dem Räthsel, und dienet, dem Vortrag eine Feycrlichkeit zu geben. Sie laßt lins nur etwas von dem Gegenbild merken, und stellt einen Thcil desselben in heilige Dunkelheit. Diese Gattung schilt sich demnach in feierliche und wichtige Handlungen, an denen höhere Wesen Antheil nehmen. Hauptsachlich kann sie in dem hohen Trauerspiel sehr gute Würkung thun. Dieses mochten (außer der Allegorie, die allgemeine Begriffe in handelnde Personen verwandelt, davon hernach besonders wird gesprochen werden) die verschiedenen Gattungen der Allegorie seyn. Die Quellen, woraus sie geschöpft wird, sind die Natur, die Sitten und Gebrauche der Völker, die Wissenschaften und Künste: das Mittel aber sie aus diesen Quellen zu schöpfen ist der Witz. Wie der menschliche Körper ein Bild der Seele ist, so ist überhaupt die sichtbare Natur ein Bild der Geisterwelt; von allem, was in dieser vorhanden ist, findet sich in jener etwas ahnliches. Die vollkommenste Allegorie, die außer der Sinnlichkeit verschiedene ästhetische Kräfte vereiniget, biethet sich einem scharfsinnigen Beobachter der Natur an, der nicht blos bcy dem äußerlichen stehen bleibt, sondern in das unsichtbare der Körperwelt eindringen kann. Dieses Studium ist also dem Dichter bestens zu empfehlen. Die neuem Geschichtsschreiber der Natur haben den unermeßlichen Schauplatz derselben uns in einer Ordnung und Klarheit vor Augen gelegt, die den Alten unbekannt gewesen. Aber nur philosophische Dichter können auf diesem Feld ernd- ten, und ihnen wird es nicht schwer in diesem Stük die Alten weit zuüber- All 77 treffen. Ein neuerer Fabeldichter *) ist durch dieses Mittel in einer so sehr bearbeiteten Gattung noch ein Original worden. Aber unsere Oden- dichrer haben wahrhaftig diese Quelle noch nicht recht gcnutzet. Die Sitten und Gebräuche sind fürnehmlich die Quelle, woraus die leichtere Gattung der Allegorie, die hauptsächlich die Kürze und Faßlichkeit zur Absicht hat, kann geschöpft werden. Von den häufigen Allegorien des Horaz sind die meisten daher genommen. Die Gebräuche der noch halb rohen Völker haben insonderheit noch sehr viel bedeutendes, das gute Allegorien darbicthet. So findet man z. B. daß die alten Eckten die Gewohnheit gehabt, indem sie ein fremdes Land betraten, ihre Spieße mit der Spitze vorwärts zu tragen, wenn sie als Feinde kamen, und umgekehrt, wenn sie nichts feindliches vorhatten. Diese Lage des Spießes biethet sich von selbst, als eine Allegorie der feindlichen oder friedlichen Gesinnungen dar. So hat Aescky- lus eine schöne Allegorie von der Gewohnheit der alten Seefahrer, die Bilder ihrer Schutzgöttcr auf dem Vorderthcil der Schiffe zusetzen, hergenommen Die Wissenschaften und vorzüglich die Künste, die blos mit körperlichen Dingen umgehen, enthalten endlich einen großen Reichthum von Sachen , die zur Allegorie dienlich sind. Sie sind dazu um so viel geschiktcr, je bekannter sie sind, und je leichter sie insgemein können gefaßt werden. Wer die Verrichtungen der Künstler und die Werke der Kunst in der Absicht, das, was darinn bedeutend seyn kann, zu bemerken, genau betrachten wollte; der würde Dichtern und Rednern gute Dienste leisten können. Unter unfern Dichtern sind Hage- H Herr Mcycr von Kllvnau. ") S. Neschows. 78 A l l A l l -Hagedorn und Dodmer am meisten beflissen gewesen, aus dieser Quelle zu schöpfen. Anspielungen, Bilder, Gleichnisse und Allegorien von Kün- sieir und Wissenschaften genommen, finden sich sehr oft bei) ihnen. Mau ziehe überhaupt aus diesen Anmerkungen die Lehre, daß das Studium der Naturlehre, der Sitten und Gewohnheiten vieler Volker, der Wissenschaften und Künste, einen sehr vortheilhaften Einfluß, nicht nur auf die Erfindung der Materie, sondern auch auf denglüklichenAus- druk habe. Jzt müssen wir noch die allegorischen Personen, die so oft in den Werken der Dichter vorkommen, als eine ganz eigene Gattung in Betrachtung ziehen. Sie zeichnet sich dadurch ab, daß der Dichter ans Namen, oder aus Begriffen, welche durch diese Namen bezeichnet werden, handelnde Personen macht. So werden Tugenden undEigenschaf- ten, Liebe, Haß, Zwietracht, Weisheit, in Personen verwandelt: dieses geschieht auf mancherlei Weise. Entweder blos mittelbar und im Vor- beygehcn, da dem abgezogenen Be- grif durch ein oder ein paar Worte eine Bestimmung gegeben wird, die nur handelnden Wesen zukommt; wie wenn der Prophet sagt: vor ihm her geht die Pest; oder unmittelbar, wenn ein solcher abgezogener Begrif einen völlig ausgebildeten Körper bekommt, auf den der Dichter unser Aug mit Verweilen richtet, wie in diesen, Beyspiel: De lcmpcr snreic iaev.i necellirss (llsvoü »iweslez er crinenz msnu (teilsriz sken.i, nee ieverus Vncus sbell, liguillumgue plum» bum *). Endlich werden solchen Bildern an- cinanderhangendc Handlungen zugeschrieben, sie werden mit andern H liot. vci. I.. I. z;. handelnden Personen in der Epopee, bisweilen auch im Drama eingeführt. So haben die lLris oder die Zwietracht, die Lama oder das Gerücht, Amor oder die Liebe und so viel andre allegorische Wesen bcy alten und neuen Dichtern ihren Anrheil an den Handlungen bekommen. Hieher gehören einigermaßen auch die ganz erdichteten Wesen, die Sylphen, Gnomen, Dryaden, Faunen u. d. gl. Darüber werden die Dichter so vielfaltig getadelt, gcrechtfertiget, entschuldiget und gelobet, daß der Gebrauch dieser Bilder noch unter die zwcydeutigcn Kunstgriffe der Dichtkunst zu gehören scheinet. Von dein Gebrauch dieser Bilder in der Mah- lerey, wo sie nothwendig werden, wird im nächsten Artikel gesprochen. Es ist wahrscheinlich, daß sie anfanglich aus den zeichnenden Künsten in die Dichtkunst herüber gekommen seycn: vielleicht auch aus den Hieroglyphen. Höchst wahrschein- lieh ist es, daß die meisten Götter der alten heidnischen Welt, so wie viele ihrer mythologischen Bilder, ursprünglich solche allegorische Personen gewesen sind. Bcym -Homer finden wir keinen wesentlichen Unterschied zwischen blos allegorischen Schattenbildern, dergleichen dieIris, die Lama, die Aurora, die Stunden, der Traum unstreitig sind, und den Göttern, die nach den Begriffen seiner Zeit, eine zuverlässigere Würk- lichkeit zu haben scheinen. Es scheinet sogar, daß Homer zuweilen den Jupiter und die Juno schlechthin nur als allegorische Personen ansehe. Uebcr alle diese Wesen merken wir zuvorderst an, daß sie in so fern von der Allegorie verschieden sind, als sie nicht eine Verwechslung des Bildes und der abgebildeten Sache, sondern die abgebildete Sache selbst, in einer körperlichen Gestalt sind. Sie sind nicht Zeichen einer Sache, sondern die A l t die Sache selbst. Indessen können sie die Kraft der Allegorie erhalten, wenn der Körper, in welchen sie eingehüllt werden, die Beschaffenheit hat, daß das Wesen der eingebildeten Sache mitasthctischerKraft daraus erkennt wird. Das fürtrefflichste Bcyspicl dieser Art giebt uns Mil- tons allegorisches Bild von der Sünde. Der Dichter stellt eine zwar nicht wörtliche, aber der Einbildungskraft begreifliche Gestalt vor, deren Anschauen »ins eben den Abscheu, eben den Ekel, und solche Vorstellungen crwekt, welche ans überlegter Betrachtung der Sünde, die durch diesen erdichteten Gegenstand abgebildet wird, langsamer und bey weitem nicht so lebhaft, würden er- wckr werden. Von dieser Art ist das Bild der Zwietracht, das Homer so kurz und so meisterhaft gcmahlthat*), und ahnliche Erdichmngen, die bey alten und neuen Dichtern vorkommen. Es giebt aber auch gemeinere allegorische Bilder, die weniger von dieser allegorischen Kraft haben. Aurora mit ihren Rosenfingern, die bcym Homer so oft vorkömmt; die schncllflicgende Iris; selbst Amor, die Vensro5 und Lupiöines des Ti- bulls, thun in der Dichtkunst weit geringere Diensie, als in den zeichnenden Künsten; sie sind oft nicht viel mehr als blos ungewöhnlichere und etwas besser klingende Namen, als die eigentlichen Wörter. Noch andre solche Wesen haben eigentlich gar keine bestimmte Gestalt, sondern setzen die Einbildungskraft blos in den Wahn, daß sie lebende Wesen sind, die einen gewissen nicht genau zu bestimmenden Charakter haben, oder die nicht einmal bestimmten Begriffen entsprechen. Von dieser Art sind die zu Personen gemachte Flüsse, Städte, Lander, die Genii einzelner Menschen und *) II. I V. vt. 440. All 79 ganzer Nationen, die Nymphen, die Sylphen und dergleichen Hirngespinste. Alle diese Wesen werden entweder blos deßwcgcn angeführt, daß sie, so wie die Allegorien, abgezogene Begriffe sinnlich machen sollen, oder man bedient sich ihrer, um die Handlungen entweder wunderbarer zu machen, ode-- blos zu Maschinen, Ver- wiklungen hervor zu bringen, oder aufzulösen. Ucber die Zulaßigkeit des ersten Gebrauchs scheint kein Zweifel mehr übrig zu seyn, nachdem fast alle alten und neuen Dichter sich derselben bedient haben. In dieser Absicht fallen dergleichen Bilder in die Classe der eigentlichen Allegorien, die aus keiner der drcy angezeigten Quellen geschöpft, sondern durch die Phantasie des Dichters hervorgebracht worden. Was also bereits von den Gattungen der Allegorie, von ihrem Gebrauche und von ihrer Beschaffenheit erinnert worden, kann ohne Mühe auf sie angewendet werden. Braucht es aber schon große Scharf- sinnigkcit, eigentliche Allegorien von großer Kraft in der Natur oder Kunst aufzusuchen, so erfodcrn diese noch außerdem eine lebhafte Dichtungskraft, einen schöpferischen Geist, durch welchen tNilcon die Sünde, und-Homer die Zwietracht, sichtbar gemacht haben. Die geringeren Bilder, deren Zeichnung von keiner großen Kraft ist, können, wenn sie nur recht angewendet werden, die Vorstellungen blos durch das Leben, das sie hineinbringen, angenehmer und einnehmender machen, wie au seinem Orte angemerkt worden *). Auch können sie überhaupt der Sprache des Dichters einigermaßen den Ton der Begeisterung geben. Aber nur der feine Ge- schmak erreicht diese Vorthcile. Umsonst ") S. Belebung. 80 A l l sonst führen Dichter vött gemeinem Gesähmak Amores und l'upillinss Echaarenweis auf, sie bleiben dessen Ungeachtet abgeschmakt. lieber den Gebrauch allegorischer Wesen, als Personen, die an den Haupthandlungcn Theil nehmen- sind die Kunstrichter nicht einig. Er ist hauptsachlich durch die Neuern aufgekommen. Wenigstens findet man nur selten Beyspiele davon de» den Alten, und ihr Gebrauch ist gleichsam nur im Vorbepgehen. Nur Aesculus hat die Furien, als Hauptpersonen im Trauerspiel aufgeführt, und Arifiophanes den Mars. Da aber diese Wesen in der Religion des Volks würkliche Wesen waren, so konnte' dieses desto weniger bedenklich scyn. In der Fabel haben die Alten dergleichen Wesen ohne Bedenken gebraucht, wiewol ein Alter auch davon als von einer unnatürlichen Sache spricht *). Es kann wol seyn, daß der barbarische Geschmak, der noch vor zwei) Jahrhunderten herrschte, den Gebrauch dieser Wesen eingeführt hat; da in den abgeschrankten dramatischen Schauspielen selbiger Zeit eine Menge allegorischer Personen handelnd eingeführt worden. Mikron hat in seinem vcrlohr- nen Paradiese sich derselben als ein schöpferischer Geist bedient. Nach ihm hat Voltaire in seiner Hcnriade, ungeachtet er dcn englischen Dichter einer zu großen Kühnheit beschuldiget, einen noch kühnern Gebrauch von der Zwietracht, als einer allegorischen Person, gemacht. Zu diesem Gebrauche der allegorischen Wesen müssen wir auch die Anrufungen an die Musen rechnen, über deren Zulaßigkeit man uneinig ist. Diejenigen Kunstrichter, die dcn Gebrauch der zu Personen gemachten allegorischen Wesen erlauben, aber *) illo äicenäi er korriäo mosto. I.iv. I..II. c. zz. A l l gar sehr einschränken *), scheinen für beydes hinlängliche Gründe zu haben. Es wäre ungereimt, sie ganzlich zu verbieten, da sie schon in der gemeinen Rede vorkommen. Man sagt überall : Orr ToO hat ihn übereilt, und hundert solcher Ausbrüte, die daher entstehen, daß wir auch den abgezogensten Begriffen immer etwas Sinnliches anhangen; wcß- halb kurzeAusdehnungensolchcrMetaphern gar nichts Anstößiges haben. Aber die Täuschung, die uns allgemeine Begriffe als körperliche Gegenstande vorstellt, erhält sich nur in der schnellen Fortrükung der Gedanken ; durch allzu langes Verweilen wird sie aufgehoben: alsdeim finden wir das ungereimte in der Sache. Daher ist es ein kluger Rath, daß man sich nicht zu lauge bep solchen allegorischen Wesen verweilen solle. Solche kurze Handlungen, wie in folgenden Beispielen: Als er mit Wem Gemüth die große Verheißung durchdenket. Siehe! da lauschte der Tod, im Hinterhalte verborgen, Sah ihn in iiillee Betrachtung die Wege des Höchsten erforschen: Einer von seinen sanftesten Pfeilen, in Balsam gctunkct. Trifft ihn ins Herz""). Und: Unter dem Winseln der Sünder vergaß die Flut nicht zu steigen. Nicht sie mit ehernen Hörnern zu fassen und dahin zu reißen, Wo der Tod sie mit unersättlicher Mvrd- lust erwartet. Selbigen Tag gelang ikm das Würgen der Thier' und der Menschen; Niemals zuvor und niemals hernach gelang es ihm besser; Denn er erwürgt mit jeglichem Streich Myriaden Geschöpfe. Als er sie aste gewürgt, so sprach er: wie ist es so wenig Der- ") S. Breitingers crit. Dichtkunst i Th. 6 Abschn- Noachibe vill. Gesang, Neachidc ix. Ges. A l l Dergleichen kurze Handlungen, sag' ich, lassen.uns nicht Zeit, aus der Täuschung, daß bloße Begriffe handelnde Wesen seyn, heraus zu kom- mcn. Was der Dichter ihnen zuschreibt, kommtmitdemuberein, was wir uns von ihnen einbilden, und gicbt unserer Einbildung mehr Lebhaftigkeit. Aber sich lange dabei) verweilen, ihre Handlungen cntwikcln, und so gar mancherlei) Nebenumstande hereinbringen, die das Gefühl von der Unmöglichkeit der Sache erweken, dieses macht die ganze Sache anstös- sig. Daher laßt sich begreifen, wie so viel Personen von Grschmak es unleidlich finden, daß Voltaire die Zweytracht große Reisen thun, und mit der Politik in Unterhandlung treten laßt. Durch solche Weitlauftig- keit laßt man dem Leser Zeit sich zu besinnen und ans der hier so noth- wcndigen Täuschung zu kommen. Es begegnet alsdenn jedermann, was seichten Kopsen, deren Einbildungskraft ohne Lebenswärme ist, schon Hey ungewöhnlichen Metaphern begegnet, die bcy dem Ausdrnk, Der Tod fraß LUlensichen und Vieh, fragen, ob er denn einen Mund und einen Magen habe. Freylich wird dem, der das, was die Einbildungskraft im Ganzen sinnlich fassen soll, nachdenklich zergliedern will, auch die gemeinste Metapher anstoßig. Aber auch der wärmsten Einbildungskraft geschieht dieses, wenn man ihr die allegorischen Personen zu lange im Gesichte laßt, und sie, durch das Umständliche in der Vorstellung, zwingt ins Nachdenken zu kommen. Man sucht die Sache durch die Nothwcndigkeit zu rechtfertigen, die Handlung durch Einmischung solcher Wesen wunderbar zu machen. Die Alten, sagt man, konnten ihre Gottheiten dazu brauchen, aber izt wäre es unanständig, das höchste Wesen in politische Händel zu venvikeln; Erster Theil. All also fiele ohne jene allegorische Wesen das Wunderbare, das der Epopee so wesentlich ist, weg. Allein wenn dieses seine vollige Richtigkeit hatte, welches wir doch nicht zugeben können, so würde dadurch eine schlechterdings anstößige Sache zwar entschuldiget, aber nicht bewiesen, daß sie schön sey. Das Große und Wunderbare der Ilms kommt wahrlich nicht blos von der eingemischten Handlung der Götkr her, und in Oßians Epopeen sind weder Götter noch allegorische Wesen. Ganz erdichtete Wesen, Sylphen, Genii und dergleichen werden unei-, gentlich allegorische Wesen gciicnnt: sie sind es nur in den zeichnendem Künsten. Die Betrachtungen über, ihren Gebrauch finden sich an einem andern Orte, und werden hier nicht wiederholt *). Du der richtigen Beurthcklung des vorhergehenden Artikels überhaupt, empfehle? ict> die Rcccnsivn desselben, in der Allg. dentlchcn Bibi. B. 22, . S. -74 u. f. — Von dcr allegorischen Dichtcrcy überhaupt in einem kill-/ von Hughes, vor den VVoolcz okllstm. 8pen- kcr, k .oncl. 1715. 12. Von den Schwierigkeiten bcy ganz allegorischen Gedichten, in dem -tcn Th. dcr Briefe zur Bildung des Geschmackes, S. i;8 dcr -tcn Aufl.— Von dcr Allegorie, oder den Allegorischen Personen in dcr lLpopee, in dem 8s>eüoror, B. IV. I>lo. Z15, in Hvnic's LIemenrz ob Lriricism, Lk. XXII. B. 2. S. Z85. AuSg. von 1769. (vcrgl. mit dem i-ten Absch. aus H. Riedels Theorie dcr sch. Künste, vorzüglich S> 19; u. f. dcr ersten Aufl.) in den Neuen kritischen Briefen, S. 2x4 der -tcn Aufl. Zür. 176z. 8- und in A. Schlegels Ab- handl. von dem Wunderbaren in dcr Poesie, bey s. Vatteux, B. 2. S. -99 dcr letzten Aufl. — Von den allegorischen Personen im Drama, in den rcssex. crir. kur la poetle er kur la pelnrure, B. >. Absch. 25. S. 20;. dcr dresdner Ausg. — Von dcr Allegorie in Rücksicht auf Aesopiscbe Fabel, in Hessings Ab- handl. von dem Wesen dcr Fabel, vergl. mit dcr Bibl. dcr sch. Wisscnsch. Bd. 7. S. 40. — Von der Darstellung aller Art von Allegorie in dcr Rede, in Lomp» bells?l>ilokopd^ ob likierorilc, Bd. 2, S. >48. -- Von dcr Allegorie, als blosser Sprachfigur, in Home's blem. ok clririo. B. 2. S. 17; und in wie fern sie sich in Gleichniß und Metapher verwandeln lasse, oder nicht, woher für sie die Bilder zu nehmen, und welchen Gemüths- zustand sie voraus setzt, in der Recension des vorhergehenden Art. in der Neuen Bibl. der sch. Wisscnsch. B. 15. S. 4011. f. gehandelt. — Zu den, von dcr Allegorie historisch handelnden, und allegorische Dichtungen erläuternden Schriften, gehören: das vierte Buch aus Warburtons vlvine le« gisisrion, welches einzeln, französisch übersetzt von Leonard de Malpcnes, unter dem Titel: liilsz, km lez kkierogl^pliez rlcz issA7pcien5 . . . ?sr. 1754. 12. sB. mit einigen Zusätzen gedruckt worden ist. — Der erste Band von Court deGc- bclin Xlonäe primirik analste er com» pore zvcc le monclc moclernc, 1'zr. 1774. 4. welcher von dem allegorischen und symbolischen Geiste der Alten überhaupt handelt. — Des H. Heyne I'ro- lutlo cie cauliz Lobular. kcu m^cbor. pkxliciz, Lore. »764. f. und in dem ltcn B. s. Opukc. acoclem. S. >84 U. f. Ebendesselben Lommenc. clc oriß. er cou- tls kobulor. bomcric. in den bloviz Lom» menr. Locicc. Qöcr. B. 8. deutsch in dem -ztcn B. dcr Neuen Bibl. der sch. Wissensch, womit ich zugleich die, zur Verständlichkeit der allegorischen Lichtungen in den alten Dichtern, sehr brauchbare Libliocbeca ^polloclori, welche Ebcnd. mit Noten, Gött. 1782— 178z. 8- 4 Tbl. herausgegeben hat, verbinde. — ?ol^- mcci '5, or issnhuirz, coocerninA rbs sgrecmenrs benvceir tbe Idomsn pvers sucl rlie rcmsins ok cbe snc. ^rcilko, in ren boolcs lok. Lpencc, lkouci. >747. 1755. 1774. k. mit K. In einen Auszug gebracht vonTindal, Lond. 1765.8. Deutsch, mit manchcrley Veränderungen, von Jos. Burkhard und H. Hofstäter, unter dem Titel: Von der Uebcreinstimmung der Werke dcr Lichter mit den Werke» der Künstler, Wien 1774 — >776. 8. - B. — Die zehnte und cilfte Vorlesung aus Rod. Lowth De kocra k'oeil klebraeor. (Th. 1. S. 20;. der Götting- schcn Ausg.) verglichen mit H. Herder'« Werk, vom Geist dcr Ebräischen Poesie, B. 2. S. 9. iz u. a. St. m. — Oer zehnte Abschnitt aus den Obkervorions on cbe koirzc (Zueen ok Lpenker, bz- Vb. Wsrron, im -tcn B. S. 87. der AuSg. von 1762. 8. welcher, allgemein, den, bcy der Wicdcrauflebung dcr Wissenschaften allgemeinen Hang zu allegorischen Lichtereyen erläutert. Der Ursprung dieses Hanges ist, meines Bcdüukens, in dem Geiste der Religion dieser Zeit, in dcr Lesung derjenigen Schriftsteller, aufweiche dieser Geist vorzüglich führte, und welche schon selbst mit ihm erfüllt waren, des Bocthius, Pru- dcntlus u. b. m. und in dem Zustande dce A l l A l l der Geistesbildung überhaupt zu suchen. Wenigstens waren in der Dichtkunst der frühern Völker, besonders in den blühen- den Zeitpunkten derselben, die Muster dazu, oder vvrsetzliche, ganz allegorische Werke, nicht anzutreffen. Wenn auch viele der einzeln Dichtungen des Homers, ursprünglich, eigentliche Allegorien waren : so hören sie denn doch unter seiner Behandlung auf, Allegorien zu sepn, und werden zu wirklichen Thatsachcn; nur Scholiasten, und Grammatiker haben ihm den Vorsatz, allegorischen zu wollen, andichten können. Späterhin erscheint zwar noch, in dem Prometheus des Acschylus, die Stärke und Macht ) als handelnd; so wie, in dem Aristopha- nes, mehr als eine allegorische Person; und unter den spätem, römischen Dichtern hat auch Claudian, in dem Gedichte, De dlupciis kionoriao er ^lsrise (c>p, B. r. S. iz z. bist. Cesn.) so gar eine absichtliche Allegorie geliefert; aber nur aus einer, zugleich die ganze Moral umfassenden Religion, hat, meines Bedün- kcns, jene, wenn ich mich so ausdrücken darf, dichterische Lchrsucht, welche in den Allegorien jener j Zeiten und in jeder Allegorie, mehr oder weniger, herrscht, zu entwickeln vermocht; nur durch sie konnte Rücksicht auf wirkliche Begebenheiten, und wirkliche Empfindungen geschwächt, und der Dichter vielleicht »erleitet werden, eben so sehr seinen Scharfsinn und seine Erfindungsgabe, als die Sache selbst, seinen Lesern, ober Zuhörern zeigen zu wollen. Auch lassen Sünde, Tod, und dergleichen Begriffe, sich nicht so leicht, wie die Gottheiten der Altcrthums, in handelnde Wesen, verwandeln. Es bedurfte also zu der Vcmirkung dieser Erscheinung, nicht erst, wie Warton will, der Araber, und des, diesen vorgeblich eigenen Hangeö zu Aesopischcn Fabeln, oder des Morgenländischen Geistes überhaupt, anders, als in so fern dieser, mehr oder weniger, schon in jener Religion selbst herrscht. Noch weniger kann das Ritterivcscn an und für sich, wie eben dieser Schriftsteller zu glauben scheint, den Hang zum Allegorischen begünstigt haben. Wenn der Ritter gleich öfterer, gleichsam vermummt, erschien: so wollte er doch nie etwas anders darstellen, als was er wirklich war. Aber wohl zeigt schon in den Schriften der Kirchenväter, besonders im Hermas, sich der Geist des Allegorisirens. Und es ist bekannt, daß, aus religiösem Stoffe, und zu religiösen Feyerlichkeiten, die ersten, eigentlichen Schauspiele der Europäischen Völker, im zwölften Jahrhundertc, zusammen gesetzt wurden, und daß in ihnen (in den so genannten Mysterien) immer allegorische Personen, wie, z. B. Sünde, Tod, Hof- nung, Glaube, Liebe u. d. m. austreten. Aus diesen entwickelten sich die Morali- täten, die eigentlich durchaus allegorisch sind. Wie hätte also auch nicht, aus eben dieser Quelle, die epische Allegorie entspringen sollen? Frcylich ist aber dieses nur in dem Maße erfolgt, worin die Ueberbleibsel der griechischen und römischen Poesie nicht zu Mustern genommen wurden. Und daher wird es, meines Vedünkens, begreiflich, warum die Italiener, im Ganzen, nicht so viel, durchaus allegorische Gedichte, als die andern abendländischen Völker, in diesem Zeitpunkte, erhalten haben. Zwar ist der Geist der Allegorie sichtbar genug in dem Werke des Dante. Die ganze Anlage desselben athmct, mehr oder weniger, diesen Geist. Religion, Gnade, Liebe leiten wenigstens die Begebenheiten ein. Und Pctrarch schrieb, bekannter Maßen, dicrrionste st'smcire, stells csftico, stella murre, clella täma, stel rsmxc» er steil» stivinirä (bei? den verschiedenen Ausgaben seiner r!me befindlich; deutsch, Löthcn 564z. 8.) die unstreitig nicht zu dem bessern Theil seiner Gedichte gehören. Auch zeigt sich die allgemeine Herrschaft jenes Geistes in noch viel spätren.Zeiten zur Gnüge daran, daß das bestellte Jerusa, lcm sich allegorischen lassen mußte. Allein die nähere Bekanntschaft mit de» Ciasfl- kern, zu welcher die Italiener unstreitig früher als die übrigen jener Völker gelangten , war dem Allegorischen zu wenig günstig, als daß cS hätte durchaus herr- F 2 schenk» «4 All A l l schcnd werden, oder lange sich erhalten können. Wenigstens sind mir nicht viel allegorische Gedichte vonJtalicnern bekannt. In den Werken des Mctastasiv (B. S. z6> der Turiner Ausgabe) findet sich noch eine dergleichen, ia itroäo ckells Ataris, lvAno. — Ganz anders gieng die Sache bey den Franzosen. Sie hatten nicht allein, scbr frühe, poetische und prosaische lleber- setzungen und Nachahmungen von der Schrift des Boethius (f. die käcm. äe t'TZcock. ckes Inscripr. B. 7. S. 29z. B. >8. S. 741. der Quartausg. und Maittairc's TZnnad B. I. S. >7>) wie die Oonfnlorionz äcz däiiincz von Eccard, ums I. IIIO, die Lon5olacic>n5 cke la Ideologie von Gerso»; sondern ganz eigne, gänzlich allegorische Gedichte. Huon de Meri schrieb, ums 1.1228 eines dergleichen, unter dem Titel, Vournaye- mcnc 6 ^nreckrilb, worin alle Tugenden und alle baster (die letztem unter der Fahne des, aus der Erde erschienenen, Antichrist») handelnd, und kämpfend mit einander, aufgeführt werden; und, der UMs I. izoo verfaßte komme clc kicdarck 6c l'Izle, ist, beynahc von derselben Art. Schamhaftigkcit,, und Sinnenlust (?n- rerie) halten einen Zweykampf darin, bey welchem die erstcrc, von der lcztern, in die Seine gestürzt wird. Vorzüglich aber zeigt sich dieser Hang zum Allegorischen in dem berühmten komon cic la kose, angefangen von Willh. von bereis, der umS I. 1-60 starb , und dessen Antheil daran in ungefilr vier tausend Versen besteht, und vollendet ums Jahr >z>o von Jean de Mcun, dessen Fortsetzung mehr, als acht tausend Verse enthält. Die Gefahren und Schwierigkeiten, welche ein Liebhaber zu überstehen hat, ehe er zum Besitze seines Gegenstandes gelangt, werden, unter den Bildern von Ungeheuern Seen, steilen hohen Maliern, Thürmen von Diamant, bezauberten Schlössern, u. d. m. deren Bewohner bald günstige, bald ungünstige, Gottheiten, als biebc, Mitleid, Frömmigkeit u. d. so wie Vcrläum- dung, Eifersucht u. a. m. sind, dargestellt: und auf welche der Held, bey dem Aufsuchen einer Rose stoßt, die er endlich, in einem köstliche» Garten findet. Aber alles dieses träumet der Dichter; an einem schönen Frühlingsmorgcn, in seinem zwanzigsten Jahre, schlclft er ein; und in dem Augenblick, worin er die Rose findet, macht er auf; der erste Theil zeigt viel dichterisches Genie; die allegorischen Wesen sind, größtentbcils, sehr glücklich characterisirt, und sehr umständlich auS- gemahlt; noch waren sie nie so »ollkommen dargestellt worden; und die Fortsetzung desselben ist reich an Satirc, besonders über die Geistlichkeit und das weibliche Geschlecht, lieber das Aufsehen, welches er, von der letztem Seite betrachtet, machte, ist, bey dem Art. Satire, einige Nachricht zu finden; hier begnüge ich mich mit der allgemeinen Bemerkung, daß, eben so wie er von dem Geiste de« Alle- gorisirens zeugt, er diesen unfehlbar nähr- tc. Man legte ihm wieder einen andern, geheimer», Sinn unter. Die gesuchte Rose sollte bald die Gnade, bald die Weisheit, bald die Jungfrau Maria, bald die ewige Seligkeit, bald so gar der Stein der Weisen, scyn. Aber, meines Vcdünkens vorzüglich merkwürdig, in Ansehung der Geschichte des Geschmackes überhaupt, ist es, daß Petrarch dieses Gedicht für ein kaltes, kunstloses, ungereimtes Product erklärte, und als einen Beweis, wie weit die Franzosen hinter den Italienern zurücke wären, anführte (S. s. Lürmiuz, lhili. I. Ex. z c>.). Die erste Ausg. desselben, ohne Ort und Jahrszahl, ist, Paris, bot. mit dem Titel, lüc komsn cke Is koste, ou rour I ort ck'omour cii cnclvste, gedruckt; Ci.Ma- rot hatte den Einfall, es, in Rücksicht auf Sprache verändert, Par. 1527. t'. herauszugeben; und in dieser Verstümmelung ist es öfterer, als Par. >529. 8. 15z6.fi. >5)8. 8. erschienen; auch ließ Jean Molinct es, in Prosa aufgclößt, kyon 150z und <5-1. 5. drucken; die beßtc, unverfälschte, von. bcnglct du Frcsno» besorgte, Ausgabe, ist die von Amsterdam r?Z4. 8> z B, und als eine besondre Kr- läute-- A l l All Z5 läuterungsschrift dazu ist das Supplement su preccäenr Zloilsire äu ldomsn äe Is Rute, svec äes nores crir. er billor. une äisserrsr. iur les aurcurs äe ce koinsn, er äes vsrisnrcs, Oi^on ,7Z7.12. zu betrachten. — Eben der Geist, worin dieses Gedicht abgefaßt worden, herrscht auch in einem gegen dasselbe , zur Vcrtheidigung des weiblichen Geschlechtes, von Martin Franc, gegen die Mitte des,;tcn Jahrhundertcs, geschriebenen, Llssinpion äes Osines . . . . ?sr. 15z °. k. Es besteht aus drei) Büchern, und die darin handelnden Personen sind, Vlslclzouebe, krsnc-von» loir, kipcrsnce, ko^, Lksrire, Us- inour, Loucde cl or, Uriek Lonbeil, kkiknuräi, Vcrirs, Vilsin pcnler U. d. in. Malcbouche belagert darin das Schloß der Liebe, und stirbt vor Wuth, weil die Wahrheit (denn der Gang des Gedichtes ist ganz prozeßartig) von der Wahrheit zuletzt gekrönt wird. An und für sich selbst ist es ohne dichterischen Geist. Auch ist von eben diesem Reimer noch eine ähnliche Arbeit, I/essrik äe korrune er äe vcrru, vorhanden. Frcylich aber verlor der Geist des ANegorisirens sich allmählig; und, wenn gleich ein fleißigeres Studium der Liassiker dieses nicht bewirkt haben solltet so mußte es, meines Bcdünkens, doch die natürliche Folge des, immer mehr die Oberhand gewinnenden Geschmackes an kleinen Galanterien seyn. Unstreitig wurde dieser Geschmack, durch die, zu Toulouse, im I. izsz gestiftete steuxsso- rsux sehr befördert. Er war der Poesie der Provenzalcn immer eigen gewesen: und diese hatte, durch den Ruhm der italienischen Dichter, welche sich nach ihr gebildet haben sollten, noch mehr Ansehn gewonnen. In der letztem Hälfte des vierzehnten JahrhundcrteS entstanden eine Menge neuer Oichtartcn, als dcrLiwnc ruz-sl, ksllsäe, Osi, Virels!, Br!o- ler, idonäcsu, und alle diese, wicPas- quicr sie nennt, bliZnsräises, welche, dem Massleu ( Hill. äe ls Poesie brsnc. E. 218) zu Folge, vorzüglich durch Frois- sard eingesührt wurden, und deren Gegenstand nichts anders, als die Darstellung der Empfindungen wirklicher Wesen seyn konnte. Indessen zeigen die Spuren jenes Geistes sich immer noch in spätem Zeiten. In den Gedichten des Willen (>;oo) findet sich ein Owlogue cn» rre däestieurs äe blsle-pszie er Usille- venr; Jean Molinct (b 1507) schrieb Oedsc äe Is clisir er äu poisson, äe» b>sr O'^Lvril er äe Vlsi, U. d.M. Jean le Maire einen Bcmple ä'konneur cc äe vcrru; Clement Marot (f >554) ei« ncn Bcmple äe Lupiäo (in s. Oeuvr. B> l. S.i xg. Istsz-e I7ZI. 12.) Louise Labe (-s i;66. Oeuvr. O^on 1762. 12.) Le Oebsr äe kolie cc ä^mour, die Geschichte des bekannten Streites zwischen der Liebe und der Thvrhcit, welche sich damit endigt, daß die letztere die Führc- rinn der erstem wird, dramatisch behandelt; Phil. Habcrt (s 16)7) einen, nicht übel versificirten Remple äe Is morr, u. a. m. Vorzüglich aber wurde, in den neuem Zeiten, diese Dichtart noch von Jean B. Rousseau (st- 1741) bearbeitet, und es hat französische kittcratorcn gegeben, (wozu auch der Verf. der Breis Siecles äe Is liccersrure brsnc. Art. Rousseau, gehört) welche ihn, ganz nach sranzosischcr Art, den Schöpfer derselben, entweder aus Unwissenheit, oder vielleicht deswegen so nennen, weil er seine Gedichte gerade zu Allegorien genennt hat. Sie bestehen aus zwey Büchern (s. s. Oeuvr. psr. 1742.4.-B- Lonä. 174Z, 12. 4 B. ?sr. 175z. 12. 4B.) Auch Voltaire hat einige niit glücklichem Witze geschrieben,, wie le.Bernple äu Lour, le Bcmple äe I sinirie, im i2ten Bd. Blieleme er Vlscsre, in den Lemkes äe Luill. Vsäe (gedruckt im I. 176-) im igten B. (AuSg. v. Beaumarchais) Und in den Opulc. äe Vir. keucr/ > psr. 1771. 12. befindet sich ein Bernple äels niorc; in den llevcries . . ksr. 1771. 8. ein Gedicht dieser Art, unter der Ausschrift, krsco; im Jahre 177; erschien, ?»r. 8- ein Bemple äe Vlemoire, vre Vision ä'un Solicsirc; Baunicr schrieb, über die Geburt des Dauphins, käo» F Z m-Zs 86 All MAAS ü In psrris, ?ar. 1782.8. die ganz allegorisch ist, und Poullin de FlicS, I.» Zloiro, ?sr. >78Z- 4> " Eben so, wie bey den Franzosen, gicng es, in Ansehung dieser Dichtart, in Enz- lanv. Sie mar hier, wie dort, lange Zeit, herrschend; und kam eigentlich aus jenem Lande in dieses hinüber. Zwar führt Warton (Oblerv. on che kol,/ Oueen, B. 2. S. 10z und lstistorz' c>5 Ln-;I. ?uerr^> B. 1. S.214) einen, schon ums I. iz>2 lebenden, englischen. Dichter, Adam Lav», an, welcher ein Gedichtin dieser Manier, unter dem Titel Vision;, geschrieben hat; allein dieses scheint wenig Eindruck auf seine Landes« leute gemacht zu haben; ivenigllens ist es nie gedruckt worden. Auch ist noch ein anderes, frühes allegorisches Gedicht, 1'ke Vision o5 Vierce k'lovvmsn vorhanden, das frcylich (wofern nicht, wie es bc« Handschristen öfterer der Fall gewesen ist, Veränderungen mit einer Stelle, die Marlon in der erffern Schrift, B. 2. S. 214. angeführt hat, vorgenommen worden sind) erst in dem I. iz;c> — 1Z70 abgefaßt scyn kann, welches aber denn doch, zu Folge der, von Warton selbst, an den angeführten Orten gegebenen Characteristik seiner Vcrsisteation, keine Spuren von Bekanntschast mit der damaligen, französischen Poesie zeigt. Bekanntermaßen ist es eine bittere Satire, vorzüglich auf die Geistlichkeit (s. den Art. Satire) Die darin austretenden Wesen sind Geiz, Bcstecherey, Simonie, Theologie, Gewissen, Neid, Faulheit, Thu- gut, Thubcssec (Oowell, lZvl-er) und d. m. welche P. Plowman, in einem Trauergesichte, handelnd sieht. Es besieht aus zwanzig verschiedenen, nicht mit einander verbundenen Theilen (staüua nennt sie der Verf.) als so oft P. Plowman einschläft. Als Verfasser wird gewöhnlich Rob. Longelande, oder Langc- lande genannt; aber Wood (»ilk.cr^n. riez. lsniv. 0x5. S. >06. b. 2.) nennt ihn auch Malvernc; und gedruckt ist das Werk, Lond. 1550. 4. drepmahl in einem Jahre erschienen. Auch ist noch eine Ausgabe vom I. 1561. 4. vorhanden; und l'n Wartons klick. o5 Lngl. ?oec. Bd. I. S. -ü? finden sich weitläustigc Auszüge. Von ähnlicher Art ist ferner noch ein, in eben diesem Zeitpunkte, unter dem Titel, Ocork snck Iiis, geschriebenes Gedicht, worin Leben und Tod, als ein paar Damen, handelnd eingeführt werden. Vorzüglich in Anschn gebracht, wurde, indessen, die allegorische Dichtere» erst durch Chauccr z und dieser bildete sich, und die Poesie seiner Zeit, und seines Volkes, nach französischen und italienischen Mustern. Unter diesen ist der vorher angeführte IS- MSN das Pope nicht eben glücklich, meines Bei dünkens, verschönert hat, (S. s. XVorlcs, B. -. S. 4>- I.onä. >757. 8.) ist, ob cS gleich auch Nachahmungen aus dem Ovid enthält, durchaus allegorisch; und sein Orcme, eines der frühesten s. Gedichte, ist von eben dieser Art. Chaueer st. 1400. und gedruckt sind die angeführten Gedichte, in s. Werken, 1526. 5. ixzz. ,;6i. is??- >687. 5. — John Gower, (.figo-) sein Freund und Zeitgenosse, schrieb umö I. iZ97 ein ähnliches Gedicht, in acht Gesängen, Oonteckio ^msnri;, or rko Oovers conkeckion, gedruckt 148z. Und >554. 4. welches, wenn es gleich nicht durchaus eine eigentliche Allegorie, doch eine A l l All 8? eine sichtliche Nachahmung des komsn ste Is 1-osc ist. Die darin Vorkommens den allegorischen Wesen sind Müßiggang, Diebere» und Nachläßigkcit, Sekretär der Trägheit. An dichterischem Werthc, oder an glücklicher Darstellung dieser Wesen, steht es aber den Gedichten des Chaucec sehr weit nach. Der V. schränkt sich auf eine kalte Beschreibung der Wirkungen dieser Wesen, und auf Aufzählung ihrer Eigenheiten ein, und ist überhaupt mehr Moralist, als Dichter. — John Lvdgatc (>4Z0). Unter seinen vielen Gedichten sind nicht allein verschiedene gänzlich allegorisch, als der, aus dem Französischen, und ursprünglich, gar aus dem deutschen, gezogene vonce ob stesrki, sondern seine großern, erzählenden, Gedichte enthalten auch viele cinzcle Allegorien. In seinen, aus dem Lateinischen des Boccaz (De cafibus viror. er teminor. illuckr.) geschöpften Vrnseclics . . . ofi all iuctl princes »5 seil kram rfiez/r eckates, I.onä. s. s. f. findet sich eine wirklich gothisch erhabene Darstellung der Glücks- göttinn, und eine weitläuftige Disputation zwischen ihr und der Armuth; und in s. Lrorie nk l'liekez (bcy Ehauccrs Gedichten 1561. k. 1687. s.) heißt es, unter andern, daß, bep der Vcrheurathung des Oedip, die Musen deswegen nicht gegenwärtig waren, weil sie bc» der Hochzeit der Weisheit und Beredsamkeit sich befanden (eine Anspielung auf die bekannte Schrift des Marcianus Capella) dafür aber werden, bcy jener, Zwietracht und Aufruhr, Betrug, Schrecken, Neid u. d. m. gegenwärtig eingeführt. — Stcph. HaweS (1480) wird, wenigstens von Warton (blick, ofi ünZl. koeer^, Bd. 2. S. LI,) für den Verfasser des, von andern , dem Lichgate zugeschriebenen Vem- ple ok Llafis, gedr. Lond. 1500. 8. s. s. 4. ausgegeben. Im Grunde ist, indessen, dieses Gedicht nichts, als eine Nachahmung des, von Chauccr geschriebenen, bereits angeführten, ttoule der Dichter wird, wie dort, in einem Traumgcsicht, (Vifion) in diesen Tempel , welcher auf einem rauhen Felsen von Eise steht, und dessen Wände mit Geschichten aus dem Virgil, aus dem Ovid, aus dem Romane vom Könige Arthur und aus Chaucers Gedichten bemahlt sind, geführt. Aber er hat denn auch in f. l'afi- set^mc ob pleature, or rlie llickorie ob grauncke amourc, snck l.» bei xu- cel . . . s.onä. 1517. 1554. 1555. 4. ei» eigenes Gedicht dieser Art geliefert. Graundc Amourc, der Held des Gedichtes, entdeckt, bey einem Spatzicrgange auf einer angenehmen Wiese einen Pfad, welcher ihn zu einem herrlichen Bilde bringt, dessen bcyde, ausgestreckte, Arme ihm zmcy Wege, einen, welcher zur Betrachtung, den andern, welcher zum thck- tigen Leben, und von diesem zu der Burg der Schönheit führt, zeigen. Er wählt den letztem, auf welchem er, zuletzt, von weitem ein anderes Bild, mit der Jnn- schrift: „Dieses ist der Pfad zu der Burg „der Gelehrsamkeit, (Oounccriance , eingelassen ^ sie bringt ihn in einen Hof, wo er, aus einer prächtigen Quelle, ein aromatisch duftendes Wasser trinkt, und nun in eine Halle, auf deren mit Teppichen bekleideten, Wänden, seine künftigen Thatcn de» dieser Unternehmung, sich dargestellt finden, Die Echlcßbedicnten dieser Burg sind Vernunft, Beobachtung, Mäßigkeit, Frc»- gebigkeit, u. s. w. Nachdem er der Gc- ilehrsamkeit sein Vorhaben entdeckt, und diese ihn köstlich bcwicthct, wird er zu ihren sieben Töchtern, der Grammatik, kogik, Rhetorik, Arithmetik, und endlich zur Musik gebracht, welche er in einem erpstallcncn Zimmer, und bc» ihr Lall pueell antrist. Er erklärt dieser so gleich seine Liebe, und sucht am folgenden Morgen, begleitet von gutem Rath (Lounlci) sie auf. Die Thürstchcrinn des Gartens, eorirccly, giebt ihm die Nachricht, daß sie, in einer taube, beschäftigt mit dem Winden von Kränzen ist. Hier erhält er endlich eine Versicherung von Gegenliebe, aber auch eine Nacheicht von alle den Ungeheuern, welche er zu überwinden haben wird. Um diesen desto sicherer entgegen gehen zu können, beschließt er noch Unterricht von der Astronomie sich geben zu lassen, und dann die Burg der Ritlcrcy (Ehivs!,/) aufzusuchen, Diese entdeckt er an einem Abgrunde von Stahl, mit mächtigen Schanzen umgebe» All dem Thorr sind ein .Helm, ein Schild, und ein wunderbares Horn bcvcstigt; er bläst in dieses Horn, wird hinein, und am folgenden Morgen von dein Thürstehcr Standhaftigkeit (5ccä- Lslkncl!!) zu dem Kricgesgolt geführt, der ihm seinen Beyffand verspricht, aber mit der Glücksgöttinn darüber in einen Streit gerät!). Indessen wird Graunde Amoure hier noch zum Ritter geschlagen, und setzt nun seine Reise weiter zum Tempel der kieiiesgöttinn fort, als auf welchen der Kriege-gelt ihn verwiesen hatte. Sehr Sehr bald stößt er auf eine, in einen Narrcnhabit gekleidete Person, NahmenS Gobilive, welche ihn lange von der Falschheit der Weiber unterhält, und zu dein Tempel der Liebcsgöttinn begleitet. Hier findet er die Weisheit (Lopience), welche für ihn eine Bittschrift an die VenuS macht; und diese schickt nun, durch den Cupido, ein Schreiben an Bell Püccll. Er selbst, in Gesellschaft von Gobilive, wird, auf dem Wege zu dieser, von der Zucht (Larreöbion) mit einer Peitsche in der Hand eingeholt, und sein Gefährte, welcher in der Burg der Keuschheit als Gefangener gesessen, und sich, fälschlich, Gobilive genannt hat, weil er eigentlich Böser Leumund (tolle repure) heißt, derb gezüchtigt, er aber auf jene Bueg eingeladen, deren Thürstehcrinn die Dame Mcasuee ( Maß und Ziel) ist. Am folgenden Morgen zeigt ma» ihm hier einen wunderbaren Thurm, welcher von der Schamhastigkeit (Zdomtosslielte) bewohnt mied; und nachdem er hier Abschied genommen hat, gelangt er zu einem Brunnen, an welchem ein Schild und ein Horn hängen. Auf das Blasen dieses Horncs erscheint ein ungeheurer Riese, dessen drc» Köpfe die Jnnscdrift: Falschheit, Einbildung und Treulosigkeit (psltekooä, ImoAmscion und Uer)ur^) führen; diesen erlegt er mit seinem Schwerte Llora- xrustencc, und wird nun von drcy schönen Frauen, Eitelkeit, Gutthat und Treue (Voriic^, (stooä. operorion und keiäclii)') zu ihrer Burg, wo die Thürstchcrinn Achtsamkeit (Odtervonce) ihn empfängt, gebracht, und von seinen Wunden geheilt. Bey der Fortsetzung seiner Unternehmung begegnet ihm zuerst die Beharrlichkeit, und giebt ihm die Nachricht, daß, ungeachtet Geringschätzung undFrem« digkeit ( Oizcloin und LtronZcriets) sich viel Mühe gegeben, Bell Püccll wankend zu machen, doch Friede und Mitleid seine Sache auf das beßte veethcidigt hätten, und daß sie, die Beharrlichkeit, ihm mit einem Schilde, welchen sie ihm überreicht, entgegen geschickt sc». Be» ihrem Vetter, Omtoi-r (Trost) bringt er die Nacht A l l Alk 8c) Nacht zu; und unter der Bereitung von beyden, hat er nun einen sicbenköpfigtcn Riesen, auf dessen sieben Helmen die steten Nahmen, Verstellung, Verzug, Trostlosigkeit, Wankclmnth, Neid, Lästcr- sucht und Zweyzüngigkcit wehen, zu bekämpfen , durch dessen Besiegung er fünf, von diesem belagerte schöne Damen, Standhaftigkcit, zärtliches Verlangen, Gefälligkeit, u. s. w. befrcyt. Diese schönen Namen waren durch Geringschätzung von Bell Pücell vertrieben worden, und ziehen mit ihm. Der Aug geht durch fürchterliche Wüsten, besetzt mit wilden Thieren, und bringt sie endlich in eine strahlende Gegend, von wo sie den Pallast von Bell Pücell, jenscit eines stürmenden Occans, und in der Insel selbst einen schrecklichen Drachen, der gleich dem Donner brüllt, und Flammen athmct, entdecken. Oer Held erführt, daß dieses Ungeheuer von den beyden Zauberinnen, Geringschätzung und Fremdigkcit, zur Strafe für Bell Püecll, aus sieben Metallen gebildet, und von einem Demo» bewohnt sey. In einem benachbarten Tempel der Pallas erhält er, indessen, ein Schäch- telchen mit einer wunderbaren Salbe, und Geduld schickt ihm mit zmey Damen, das Schis Vollkommenheit hinüber, welches ihn, und seine Gesellschaft, glücklich in das Eyland hinüber bringt. Nachdem er, wie Jason, sein Schwert, mit der erhaltenen Salbe bestrichen hat, erlegt er das Ungeheuer, aus dessen Körper ein so schwarzer Geist stiegt, daß die ganze Insel davon verfinstere wird. Aber kaum hat dieser Dampf sich verzogen, so entdeckt er endlich den prächtigen Pallast von Bell Pücell, an dessen Thoren er feyer- lich von Friede, Mitleid, Gerechtigkeit, Vernunft, Gnade und Gcdäcbtniß empfangen, und worin er, am folgenden Tage, mit seiner Geliebte», durch bex eccleiisc, gänzlich nach christlichen Gebräuchen, vcrhcurathctivird. Nach Verlauf vieler, in vollkommener Glückseligkeit durchlebter, Jahre, tritt eines Mörsens. ! aicer Mann, Nahmenö hohes Alter an einem Stabe, in sein Zimmer, berührt mit diesem Stabe seine Brust, und sagt ihm: Gehorche! Bald darauf erscheinen Verschlagenheit, und Geiz, und nun fängt der Held an, Schätze zu sammeln. Endlich kommt der Tod, der ihn die Welt und seine Schätze verlassen heißt, wozu Reue und Gewissen ihn vorbereiten, Mitleid und Liebe bestatten ihn zur Erde; Erinnerung setzt ihm die Grabschrift, und Zeit und Ewigkeit, weiß gekleidet und mit einer drcyfachen goldnen Krone geziert, halten in dem Tempel eine Ermahnung. Daß dieses Gedicht eine lebhafte Einbildungskrast zeigt, bedarf keines Erweises. Auch die Vcrsification, in Stanzen, ist, für seine Zeit, nicht schlecht: und sein Jnnhalt schien mir zu einem schicklichen Beyspiele von den Eigenthüm- lichkeiten der Allegorie jener Zeiten dienen zu können.— John Skelton (H152?). Unter seinen Gedichten sind die bessern, sein Lroevne ost Lawrell und Loevge ost Lauer, bcyde von allegorischer Art. Von bcpdcn finden sich Auszüge in WartonS Istilb. ost LuZI. ckoeri^, B. 2. S. Z47 u. f. — Nicht lange nachher, oder vielleicht gar schon früher, schrieb Alcr. Barclay (h 1552) sein, aus dem Deutschen des Seb. Brandt, gezogenes Llckp oststaols, in Octavcn gedr. Lonst. 150z. ,570. st. welches, ob es gleich durchaus Satirc (s. diesen Artikel) und ohne sonderlichen Aufwand dichterischer Einbildungskraft geschrieben ist, dennoch eine allegorische Form hat. Auch hat der Engländer in seine Schckscrgedichte Dichtungen dieser Art verflochten, wie, z. B. ein Lied von der Burg der Tugend und der Ehre. — Willh. Ounbar, ein Schottländer, Verfasser eines Gedichtes, Vke Vkicklo snck rles koste > das viele allegorische Stellen hat, und eines andern, welches den Titel, Ichs Holsten VerAL (Schild) führt, und durchaus allegorisch ist, fällt ungefär in diesen Zeitpunkt. In dem erster» erscheinen, unter andern, die Monate, und Dame Natur handelnd; und das letztere hat den Zweck, den unmerklichen und allmähligen Einfluß einer, mit zu viel Nachsicht behandelten, Liebe auf die Vcr« F 5 nunft 9v All nunft zu zeigen. Der Dichter sieht, in einem Traumgesicht, ein Schif, beladen mit hundert schönen, reich und schön, aber frcy bekleideten Damen, an einer blühenden Wiese landen, und bald darauf ein anderes, angefüllt mit männlichen Gottheiten und mit Helden ebendaselbst ankommen. Wie der Dichter, auS Neugierde, sich nähert, befiehlt die Lic- bcsgöttinn ihren Scharfschützen ihn in Verhalt zu nehmen; Schönheit, unter dem Beystandc zarter Jugend, Unschuld, Bescheidenheit, u. f. w. machen den ersten Angriff: aber das gvldne Schild der Vernunft schützt ihn. Auch Geduld, Standhastigkeil, Sanftblick, u. d. m. -und Würde, Ruf, Reichlhümcr, Adel, Ehre greifen ihn vergeblich an, bis Verstellung die Schönheit, begleitet von Gegenwart, (oder Umgang, ?relence) Lieblichkeit (LberlllinA) und sanftem Ton <5air caling) zum zweytcn Angriff bringen. Die crstcre blendet die Vernunft -durch ein magisches Pulver; diese taumelt nieder, und der Dichter wird von lder Schönheit zum Gefangenen macht. Wald aber verschwindet sie mit ihrem ganzen Gefolge, und Gefahr übcrgiebt ihn Sem Kummer zum Gewahrsam. Nun stößt Eolus in sein Horn, die Seene verändert sich; die Gottheiten schiffen sich ein, eilen davon, und feuern, mitFreu- demschüffen, ihren Sieg. Auch hat eben di'cser Dichter noch ein anderes Gedicht dieser Art, l'tie Oaunce, in komischem Style, verfertigt, worin die sieben Todt- sünden tanzend eingeführt werden. Gedruckt sind diese Gedichte, meines Wissens, sämmtlich in den Hnc. Scocritli ?0SM5, Läinb. 1770. 8. und im War- ton fkstilt. ob kn^l. I'oer. B. 2. S. 257 u. f.) finden sich Auszüge daraus. -» Gamm Douglas ff 1521), auch ein Schott- länt'cr. Unter s. Gedichten findet sich ein kssice vbkstunour, L-unst. 155z. Lclinb. >57?. 4. worin das Bestreben berühmter Männer zu diesem, auf einem steilen, und unzugänglichen Felsen gelegenen Sitz der Ehre zu gelangen, geschildert wird. — Dan. Lyndesay, ebenfalls ein Schottlän- A l l der, ungefär aus diesem Zeitpunkte, schrieb ein Gedicht, ?ke Oi-eme, in welchem dem, unter dem Sausen der Winde, an der Sceküste cingcschlafenen Dichter, ein ausnehmend schönes Frauenzimmer erscheint, welches sich Erinnerung (Ida. membrance) nennt, und ihn zuerst in die Hölle, dann ins Fegefeuer, welche bcydc im Mittelpunkt der Erde liegen, hierauf, durch Erde, Feuer und Wasser, und durch die Planeten, in den Himmel, und endlich auch in das Paradies führt. Auch der Staat von Schottland (Lom- nronvvealck) erscheint redend darin. Seine sckmmllichcn Werke sind Lond. >586. 4. Edinb. ,709. iz. gedruckt. — Th. Sack- ville, Gr. v. Dorsel (f>6o8). Seine Einleitung zu dem xsirrour ob bäüAiitrares, I.onä. 1559. 4. 1610. 4. ist ganz in der Manier der Allegorie. Der Kummer (Sorrorv) führt den Dichter in das Reich der Schatten; in der Halle der Hölle findet er die Gewissensbisse, Schrecken, Rachsucht, Geiz, Sorge, das hohe Alter, Krankheit, Hunger u. d. m. welche sämmtlich sehr glücklich charactcrisirt sind. In WartoiLslstill.vbkngl.Uoer. B.;. S.221. sind Auszüge daraus, und das Leben des Verf. in Cibbcrs Laves ob rlie koecs . ... B. i. S. 55- befindlich. — Edm. Spenser ff 1598). Daß dic Oarstcllungsart der allegorischen Personen in dem vorhergehenden Gedicht, das Muster der b'siry- Husen, gewesen, ergicbt der Augenschein. Spenser hat seine Geschöpfe nicht mit mehrerer Kraft und Wahrheit, und Vollkommenheit dargestellt, als Sackville die scinigen. Aber freylich ist sein Gedicht von einem weit größer» Umfange. An einem zwölftägigen Feste, welches die Feycnköniginn giebt, werden dieser, an jedem Tage, zwölf verschiedene Klagen vorgebracht; und, um diesen abzuhelfen, schickt jsi'e zwölf Ritter aus, deren jeder das Muster irgend einer Tugend, als Heiligkeit, Mäßigkeit, Gerechtigkeit, Keuschheit, u. s. w. ist, und dessen Thaten immer ein besonderes Buch füllen. Der Haupthcld ist Prinz Arthur, welcher allen jenen Rittern, in ihren Unternehmungen, bey- A l l beysteht, um zum Besitz der PrinZessinn Gloriana (des wahren Ruhmes) zu gelan» gen. llebrigcns liegt den Allegorien des Gedichtes nicht immer ein wirklicher Sinn zu Grunde; oder nicht immer läßt bey ihnen sich etwas denken. So wird, z. B. in der Schilderung der Königinn Alma (Seele, L. II. Lanc. 9. Str. 21. u. f.) der Körper als ihre Burg, und die verschiedenen Thcile desselben, als die Thcile dieser.Burg, die Zunge als der Thürsteher, die Nase als das Fallgatter, der Mund als das Thor, und die Zähne, als die Wache darin dargestellt, welche, indem die Königinn bey ihnen vorbeygeht, aufstehen, und ihr ihre Ehrfurcht bezeugen. Eben so finden in der Schilderung der Küche in dieser Burg ( des Magens, und Unterleibes) sich Dinge aus den wirklichen Küchen der Zeit, welche kei- ncswcgcs das Gegenbild der, von dem Dichter abgezwecktcn Darstellung dieses Theilcs des menschlichen Körpers sind, lind im ;ten Ges. des 4ten Buches, Strophe zo u. f. kommt Scudamore zu dem Wohnsitze des Kummers, das heißt, er wird aus einem glücklichen ein unglücklicher Mensch; allein der Dichter hat ihn schon vorher als einen höchst leidenden dargestellt. Besonders aber macht die Vermischung der allegorischen Wesen dieser Art mit den Wesen, und den Bildern aus der christlichen Offenbarung eine unangenehme Wirkung. Seine Duessa (L. I. Lgnr. 7. Str. >6 u. f.) ist aus den Begriffen von einer romantischen Zaubc- rinn, und dem rothen Drachen und' der großen, in Scharlach gekleideten Hure, aus der Apokalypse zusammen gesetzt; in der Burg des Orgoglio (IZ. I. Oanr. 8. Str. z6) findet Arthur, unter einem Altar, „die Seelen derjenigen, welche erwürget waren, um des Wortes GvttcS „Willen," die unaufhörlich Gott um Rache anrufen; ein Eremite zeigt, von einem Berge, welcher, wie der Lichter sagt, höher als der erhabene OlivcS oder Parnassusist, dem rothbckreuzten Ritter das neue Jerusalem; und in dem Gebie- thc von Una s Vater finden wir den Baum All 9! der Erkenntniß und des Lebens, aus welchem ein heilbringendes Wasser entspringt. Mehrere Bemerkungen über die dichter!, sche Ausführung f. Allegorien finden sich im roten Buche des Polymctis; und besondre kemarlcs vu Lpewler's ?oems» I-onä. -7Z4. hat Jortin, so wie Ob- tervsr. on rke (Lueen. . . Oonä. 1760. g. 2 B. vcrm. 1762. z. 2B. hat Warten geschrieben. Auch Hughes hat s. Ausgabe der Werke des Lichters, l.onck. 171;.-2. 6 B. ktemsrlcs on rkie V-ir^ duccn vorgesetzt, und in den Briefen über die Merkwürdigkeiten der Littcratur, Schlesw. 1766. 8> erste Samml. S. 21. 47 u. f. finden sich feine Anmerkungen über den Plan derselben. S. übrigens den Art. 'HelSengedicHt. — Durch Spen- scr wurde, einer Seits, die allegorische Dichtcrey, in England, in Rücksicht auf Umfang, zur Vollkommenheit gebracht; aber, anderer Seits, verlor sich mit ihm auch der Geist derselben, und der Gc, schmack daran. Wenigstens zeigen die spätem Gedichte dieser Art nichr mehr so viel Anhänglichkeit daran. Fletchcrs?ur- xle Islsnä, oder die Menschen-Insel, gedruckt Lond. >6zz. 4. worin alle Thcile des Menschen, geistige und körperliche, allegorisch dargestellt werden, und die Leidenschaften und Begierden desselben mit seinen guten, von dem Verstände angeführten, Eigenschaften kämpfen, und die Schlacht verlieren, hat nicht Fülle und Wärme der Darstellung. Von Zeit zu Zeit sind, indessen, noch immer allegorische Gedichte erschienen. — Th. Parnell (fi i?>7) schrieb eine ^llcZor^ on öckan, welche zu den bcßten s. Gedichte gehört. Auch Vifions in Prosc sind in der Samml. s. Schriften, Lond. 177-. 8. so wie sein Leben in Johnsons lfives... B. -. S. 285. Ausg. von 178z. befindlich. — Sheffield, Herz. v. Buckingham (f 1720). In s. Werken, Lond. 172z. 4. 2 B. >7;;. 8. 2 V. ist ein Vemple ofi clesrk»; deutsch, in den Belustigungen des Verstandes und Herzens, Verl. 1759.8. ES ist eine Nachahmung eines französischen, mir nicht näher bekannten Gedichtes, und nimmt unter A l l ter Sheffields Gedichten die erste Stelle ein; aber Johnson, in den Istvcz ->k rkc LnZI. ?necs, B. 2. S. 4Z8- Vonä. 178z. 8. Hot das dichterische Verdienst seines Verf. überhaupt, meines Bcdünkcns, sehr richtig characterisirt. Noch eine Lc- bensbcschr. desselben findet sich in Cibbcrs Issves . . . B. z. S. -85 u. f. — In Dodsley's Lolleöli-ZN c>f ?c>cm? sty sc- veröl lckonäz, findet sich, B. Z. S. 7. Ausg. von >758. 8. VsteLstoice okl4er- culcs von Lowth, in Stanzen abgefaßt; und ebend. S. >->. Vke Läucarion os ^cliilics, von Bcdingficld, in eben der Form. — Vste polloce c>5 superssition, k>7 O. Oeurvn, lstneiä. 1762. 8- Vroviäencc, gn slie^oi-ical ?oem, bzr I. Oßilvie, Vonä. >762. 4. UNd in den nachherigcn Samml. s. Gedichte, als tond. 1769. 8. s B. >771. 8. 2 B. Oer Zweck des. Verf. ist mehr zu lehren, und zu unterrichten, als die Einbildungskraft zu unterhalten. Es besteht aus Unterredungen zwischen der Betrachtung und dem Dichter; die crsterc läßt, durch die Phantasie, die verschiedenen Austritte in der Natur dem letztem vergegenwärtigen, und dieses nennt der Vers Allegorien. — In den ?ocm5 b/ ^äe. Lswrstorn, Vonä. 1771. 4. sind verschiedene allegorische Gedichte, als der Tempel des Hymen, Witz und Gelehrsamkeit, u.d. m. — H. Vrvvke (st ). Die Lc>lle6lic>n ok «che ?. l?5' ss. L. chonci. >778, 8. 4 B. enthält, unter der Aufschrift, Usstlco, im -tcn B. S. z u. f. Dichtereyen dieser Art, als Vste Vemple us lstvmen, und Vove anä V^nic/, auf eine scherzhafte Art erzählt. — Ich« stekuir, on alle- Zor. ?oem, wirst .arccl Lstoeusscs, chlr. dä-riot, I.. 1774. 4. — Vke pzstions personit^ ci in t'amilisr t'sbles, lst-oncl. 1774. 8- -» chäelsr»pu5, orrsto rcligious grove« ... in I V. boolcs, b/ Q. kiälezc, chonä. 1781. 4. — Istte, sn sllegor. ?»em in IV stonlc5, chonä. ,78z. >2. (ein unbedeutendesProduct) — Vste clistresz os Inre»rir^ sncl vircue in III. Lanr. bv sumste. ?irrmsnn, -73z. 4. Besser gemcynt, als ausgc. führt. — Innocence, an zlleA. ?. b/ chä-r. VounA, Vonci. -790. 4. — Auch finden sich in den englischen Wochenschriften, besonders im Spetstacor, viele, sehr glückliche, prosaische Allegorien. Von größcrn Aufsätzen dieser Art, gehören viele Schriften von Swift, als das berüchtigte "Valens a Vub, chonä, 1704. 8- und nachher noch sehr oft in der Sammlung s. Werke, deutsch, von Waser, Für. 1769. 8. von Risbcck, Zur. 1787. «. Vste lite os stostn Lull, II. a. NI. hic- her. In Deutscklanö scheint die allegorische, sowie mehrere Dichtarten, in frü- hcrn Zeiten nicht mit so viel Fortgang, als bey den andern abendländischen Völkern , betrieben worden zu scyn. Wenigstens sind wenige Denkmale der Art vorhanden. Nicht, daß unsce Minnesänger gänzlich ohne alle allegorische Dichtungen wären; aber, wenn sie diese auch nicht, wie ihre ganzen Gedichte, aus fremden Sprachen genommen hätten: so haben sie denn deren doch nur in so fern, als ohne solche keine dichterische Darstellung überhaupt sich denken läßt. Hier ist aber eigentlich die Rede von ganzen Gedichten in allegorischer Form, von verletzlicher, absichtlicher allegorischer Dichterey. Und auch jene sind selten in ihnen, und erscheinen immer in höchst magerer Gestalt. Fülle und Reichthum der Einbildungskraft scheint ihren Urhebern gänzlich gemangelt zu haben. Das einzige, ganz allegorische Gedicht aus diesem Zeitpunkte, ist der Got Amur, Verl. 178z. 4. Doch auch dieses ist, als allegorisches Product, ohne sonderliche Bedeutung. In einem Traumgesicht wird der cingcschlafenc, von der Liebe gefolterte, auf diese schmähende, und von dem Gegenstände seines Herzens verschmähte Dichter, in eine anmuthige Ebne versetzt, in welcher ein blutrothcr See, und an diesem eine große kostbare Säule sich findet, auf welcher oben ein Kind sitzt, welches er, endlich, als den Liebesgott ( Cupido ), erkennt. Er läßt sich mit ihm in ein Gespräch ein, worin ihm dieser di« Bedeutung seiner Flügel, und des A k l des Spcres, und der Fakel, welche ihm der Dichter in die Hände giebt, und die Ursache, warum er blind und nakend ist, und waö die kostbare Säule, und der blut- rothe See bedeutet, auf seine Fragen erklärt, Nun erscheint „Vro Minne," auf einem, von Tauben gezogenen, mit lateinischen Jnnschriftcn, und mit Gemälden gezierten Wagen, geschmückt mit einer Krone, auf welcher, unter andern, viel Vögel sitzen und singen, und sitzend darin auf einem künstlichen, von Cyclo- pen verfertigten, eben auch mit gereimten lareinischen Jnnschriftcn versehenen Sessel. Die Beschreibung ihres ganzen Aufzuges und Putzes nimmt viele Zeilen ein, und der, meines Vcdünkens, merkwürdigste Zug darin ist, daß der Dichter, unter jenen Gemählden, auch das scinige er- blickt. Dieses gicbt ihm Trost; und wie er der Liebesgöttinn, von ihrem Sohne, als der Mann, „der ihr hat wider sait" dargestellt wird, schießt diese ihm einen Pfeil ins Herz, der ihn wieder mit Liebe für seinen Gegenstand erfüllt. Er wirst sich nun der Göttin» zu Füßen, bittet sie um die Heilung seiner Wunben, und erhält den Rath, seiner Geliebten zu schreiben, und nur nicbt abzulassen, weil, wer aushält, immer be» Frauen seinen Zweck erreicht: durch seine Briefe (nicht durch Thate») gewinnt er auch endlich ihr Herz; es erfolgt eine Unterredung — und der Dichter siegt. — Ein anderes allegorisches Gedicht, wahrscheinlich aus diesem Zeitpunkte, der Krieg der Seele und des Leibes, liegt handschriftlich zu Wien. — Rcyneke de Voß, Lüb. 1498. 4. obgleich wahrscheinlicher Weise nur Uebersetzung, gehört in so fern hieher, als die darin auftretenden Thicre gewisse Begebenheiten der Zeit darstellen sollen. S. übrigens die Art. Label und Satire. — Seb. Brandt (t >520) Das Narrcnschpff . . . Basel >494. 4. Nürnb. 1494, 8. Rcutl. 1494. 4. Die mehrern älter» Ausg. sind in H. Panzers Annale» der ältern deutschen Litteratur S. -15. angezeigt. Schon in eben dem Jahre, worin es zuerst erschien, wurde es, zu Strasb. mit All vZ dem Titel: däs ntiv Schis von Narrago- nia .... erlengert.. . Strasb. >494. 4. und mit diesen Vermehrungen, welche sich aber nicht von Brandt selbst hinschreiben, AugSb. 1495. >4?». Rostock 1519. gedruckt. Als Allegorie zeugt es von keiner großen Oichtungskraft. S. übrigens den Art. Satire. — Johann von Mersheim (Spiegel des Regiments in der Fürsten Höfe, da Fraw Vetrene gewaltig ist, Oppenh. -;i;. 4. Unter diesem allegorischen Titel ist cineSchildcrung des in allen Ständen herrschenden Verderbens enthalten) — Melch. Pfinzing (f 15ZS) Die Geuerlichcitcn vnd cinsteils der Geschichten des loblichen streytparcn vnd hochbe- rümbten Heids vnd Ritters Herr Tcwr- dannckhs, (Nürnberg, oder vielmehr Augsburg 1517.) L. mit K. gehören allerdings hieher, so unbedeutend auch die allegorische Darstellung ist. Das Gerücht, unter dem Nahmen Ernhold, und die Jugend, die männlichen Jahre, und das Alter, unter der Benennung von den Hauptlcutcn, Fürwirrig, llnfalo und Nendthart erscheinen handelnd darin; das crsterc wird dem Helden zugesellt, und die leztern verleiten ihn, auf seinem Auge zu der Königin» Ehrcnrcich, zu allerhand Gefährlichkeiten und stürzen ihn in allerhand Unfälle, wodurch sie seine Vermählung zu hintertreiben gedenken. Auch der Nähme des Helden, so wie der Königin», ist in so fern allegorisch, als, bekannter Maßen, Teuerdank den Kaiser Maximilian , und Ehrcnrcich die Prinzesslnn von Burgund bedeutet. S- übrigens den Art. HelSengcSicht. — Mit dcm Tcncrdank verbinde ich zugleich den Weiß Kunig ... von Marx Trcitzsaurwein .... Wien ,77?. f. mit K. der, in gleichem Zeitpunkte, und, obgleich in Prosa, und ohne allegorische Wesen, abgefaßt, beim doch die Geschichte Maximilians, und seines Vaters, unter erdichteten Nahmen, und mit räthsclhaftcn Anspielungen, enthält. — In den Beyträgen zur Geschichte der deutschen Sprache und Litteratur, Lo nd. >777- 8. ist, Th. I. S. 28; ein kleines Mee gvrischcs Gedicht von Iwingli, der Labyrinth, 94 Ali rlntb, eingerückt. — Ebendaselbst, S. -97 ist das Wolfgesang angeführt, welches hierher gehört, ich aber nicht näher kenne. — Von den losen Füchsen dieser Welt, Dresden >;8k. der Gänse-König 1Ü07. 8. der Eselskönig, >6e>8. 8. Ich verbinde diese drey mit einander, obgleich das erffcre cineUcbersetzung aus dem Bra- ibanttschen scyn soll, und das letztere in Prose geschrieben ist, weil in asten drcpen, unter dem Nahmen von Thicrcn, menschliche Thorheiten und Laster dargestellt werden. — Georg Rollenhagcn (t 1609). Auch sein „Froschmeuseler." Der Frosch „und Meusc wunderbare Hoffhaltunge... in drcycn Bücher» ... Magdeb. 159;. 8. (frühere Ausgaben sind mir nicht bekannt) ist eine Darstellung eben der Art, worin die Thicrc menschliche Rollen spielen, und menschliche Thorheiten begehen. Das -te Buch ist in so fern das interessanteste, al6 es, mit Beziehung auf gcist- und weltliches Regiment, ein genauer verbundenes Ganzes ausmacht, und die meh. rcstc Handlung enthält. Das erste Buch handelt von dem Hausstände, das dritte von Kricgessachcn. — Joh. Freinsheim (f >6üo) Sein Teutschcr Tugcndspiegel, oder Gesang von dem Stamm und Tha- tcn des alten und neuen Herkules, Straöb. »Sz9. sz. gehört in so fern hieher, als Bernhard von Weimar darin, unter dem Bilde des Herkules, besungen wird. Joh. Mich. Moschcrvsch (f,659). Seine, unter bcni Nahmen, Philandcr von Sittewald, herausgegebenen „Wunderliche Gatyrische vnnd marhastigc Gesichte, Straöb. 1645. 8. Lcydcn 164t. 12. Strasburg 1S50. 8. sind zwar, wie schon der Titel sagt, aus dem Spanischen desQuc- «vdo, oder vielmehr aus einer französischen llcbcrsctzung verschiedener seiner Aufsätze unter dem Titel: Vilions llc Quo- vväo, gezogen, und in Prosa abgefaßt; Over sie verdienen wegen der aus Deutschland darin gemachten Anwendung, immer hier.- einen Platz. Dieser Gesichter sind übe rhaupt vierzehn; und ich will hier bcmcr. ken, daß diese Art von Dichtung, oder daß Traumgcsichter, wie man bereits gc- A l l sehen haben wird, eine seht gewöhnliche Wendung der Satire und Allegorie dieser Zeit war. S. übrigens den Art. Satire. — Jac. Jmm. Ppra (s 1744). Nach langen Zwischenräumen, gab Ppra wieder ein allegorisches Gedicht, den Tempel der wahren Dichtkunst, Halle 1757. 4. und in der 2ten Ausg. der Freundschaftlichen Lieder, 1749. 8. 2 Th. Das Gedicht besteht aus fünf Gesängen, in reimfrevcn Alexandrinern. Die Dichtkunst selbst führt den Verf. in ihren Tempel, indessen Vorhofc er die Künste und Wissenschaften, und an dessen Säulen er die Gesetze der Dichtkunst angeschlagen findet. In der Halle entspringen vier Quellen, Reinigkcit, Flüßigkcit, u. s. w. Das Leben des Verf. ist in dem Nekrolog, Berl. >785. 8. S. 201 u. f. befindlich. — Joh. El. Schlegel (t 1749). Im 4ten Th. f. W. S. 92 findet sich ein, im I. 1741 geschriebenes in eine Epistel eingekleidetes Hochzeitgedicht, welches den Titel: Krieg der Schönheit und des Verstandes führt. — Unter den neuem Lichtern haben verschiedene, I. N. Götz (Werke, Mannh. 1785. 8. z Th.) Gottl. Tone. Wessel (Poetische Versuche, Bas. 1789 — >790. 8- z Th. unter andern Th. ;. S. 82. ein Traum- gesicht); u. a. m. kleinere allegorische Gedichte geliefert. Auch würde man allenfalls einige Ramlersche Oden in so fern hieher rechnen können, als der Dichter zuweilen die Thaten seines großen Friedrichs gänzlich unter Bildern der Vorwelt, darstellt. — Von prosaischen Aufsätzen gehören noch das erste Stück aus dem Philosophen für die Welt, Leipzig >775- 8. — und aus H. Herders zerstreuten Blattern, Gotha 1785 — 1787. 8. z Samml. die Paramythien (l. S. 165) die Bilder und Träume, und die Blätter der Vorzeit (III. S. - und 191.) hieher. — —» llcbrkgens kann, zu H. S. Rath, die Naturgeschichte zu Allegorien zu gebrauchen, noch der kssb)- vn rke spplics- rion ok narurol btilkorz- ro Voerr)-, bz .f. Ttilcin, V^arrm^r, 1777. 8. deutsch. A l l deutsch, mit Zusätzen, Lechz. 1779.8. gute Dienste leisten. — — Allegorie in zeichnenden Künsten. Eigentlich können diese Künste nur cinzele Dinge, und von Begebenheiten nur das, was auf einmal, oder in einem untheilbaren Augenblik hervorgebracht wird, vorstellen. Durch die Allegorie wird darin das Unmögliche möglich gemacht. Allgemeine Begriffe werden durch ein- zele Gegenstande, und aufeinander folgende Dinge auf einmal, vorgestellt. Die Allegorie in den zeichnenden Künsten ist von der höchsten Wichtigkeit, weil sie dadurch ihre höchste Kraft erreichen. Zwar giebt es Liebhaber, die eine starke Abneigung gegen die Allegorie in derMah- lcrey haben; und es ist nicht zu leugnen, chaß die meisten allegorischen Gemahldc diese Abneigung zu rechtfertigen scheinen. Entweder sind sie ohne Geist und Kraft blos von will- kührlichen, mehr hieroglyphischen, als würklich allegorischen Bildern, zusammengesetzt, oder so unverständlich, daß nur ein Ocdipus ihre Bedeutung erratheu kann. Dieses aber beweist blos, daß schlechte Allegorien keinen Werth haben. Würden Kenner der Natur und des Alterthums den Künstlern bcystehen, so könnte diese Art leicht zu einer größern Vollkommenheit gebracht werden. Wir wollen uns deßwegen nicht verdrüßen lassen, diese Sache in die genaueste Untersuchung zu nehmen. Hier ist die Allegorie die Vorstellung des Allgemeinen durch das Ein- zele, oder Besondere. Einen besondern Fall vorstellen, da ein Mensch gerecht oder wohlthätig handelt, dies ist der gemeine oder natürliche Aus- druk der zeichnenden Künste; aber die Gerechtigkeit oder Wohlthätigkeit allgemein und durch natürliche Zeichen vorstellen, ist Allegorie. Sie All 95 ist aber nicht blos auf Begriffe eingeschränkt, sondern crstrekt sich auch auf ganze Vorstellungen, darinn verschiedene Begriffe in Eins verbunden werden; sie kann allgemeine Wahrheiten vorstellen, und wird dadurch zu einer würklichcn Sprache. Sie ist von der Sprache wesentlich durch die Natur der Zeichen unterschieden, die in der Sprache will- kührlich, in der Allegorie natürlich sind. Daher ist die Sprache nur denen verständlich, die von der Bedeutung der Wörter unterrichtet sind; die Allegorie muß, ohne Unterricht über die Bedeutung, verständlich seyn. Sie ist eine allgemeine Sprache, allen Menschen von Nachdenken verständlich, wenn sie gleich keinen Unterricht darinn gehabt haben. Man muß sie nicht mit der Bildersprache verwechseln, die durch willkührliche Zeichen spricht. Dieser wollen wir den Namen der -Hieroglyphen zueignen. Sie kommt mit der gemeinen Sprache darinn übercin, daß sie nur denen verstandlich ist, welchen die Bedeutung ihrer Zeichen erklärt worden ist. Es ist um so viel nöthiger, diese Begriffe genau zu fassen, da sie oft selbst von Kennern verwechselt werden. Ein solcher hat, zum Beyspiel, eine Erfindung des Augustin Carraclie, als eine schöne Allegorie gelobt, die keine Allegorie, sondern eine Hieroglyphe, oder ein so genanntes Uebus, ein bloßes Wortspiel ist. Das Gemahldc stellt denGottPan vor, denAinor überwunden hat, und dieses soll den allgemeinen Satz ausdrüken, die LAe- be überwindet alles Die ganze Erfindung gründet sich darauf, daß der Name des Gottes pan in der griechischen Sprache alles bedeutet. Der- kicliarällm. Oelcriprion llss ti >bl »ux Tom. III. Vzrc. I, g. 50. 96 All Dergleichen Hieroglyphen schließen wir von der Allegorie aus. Doch müssen wir, um dem Gebranch, und vielleicht auch derNoth- wendigkcit, etwas nachzugeben, hierüber nicht allznstrenge seyn. Es ist manches hieroglyphisches Bild so unwiderruflich in die Allegorie aufgenommen worden, daß es durchgc- hends für würklich allegorisch gehalten wird. Eine weibliche Figur mit Spieß und Schild, cincin Helm auf dem Kopfe, ans welchem eine Nachteule sitzt, und mit einem Brustharnisch, ist kein natürliches Zeichen der Weisheit, und also keine wahre Allegorie : indessen ist es unwiderruflich dafür angenommen. Man ist es gewohnt, vielen blos hieroglyphischen Zeichen der Alten den Rang der wahren allegorischen Bilder zu lassen, weil wir von Kindheit auf so daran gewohnt werden, daß sie uns wie natürliche Zeichen vorkommen. Bcy dieser Gelegenheit ist hierauch noch vorlaufig zu erinnern, daß in der Absicht, in welcher die redenden und zeichnenden Künste die Allegorie brauchen, sich ein Unterschied findet, der diesen etwas mehr Freyheit als jenen erlaubt. Die Rede kann sich überall des eigentlichen Ausdruks bedienen, und geht dcßwegcn davon nicht ab, als wenn es mit merklichem Vortheil geschieht. Es würde ein Fehler seyn, die allegorische Sprache zu brauchen, wo sie nichts anders ausrichtet, als die gemeine Sprache. Die zeichnenden Künste haben für allgemeine Begriffe und Satze keine eigentliche Sprache. Also ist ihnen erlaubt, wenn es auch ohne Verstärkung des Nachdruks geschieht, allegorisch zu seyn, und ihre Zeichen blos in die Stelle der geineinen Sprache zu setzen. Es ist nicht allemal ein Fehler, wenn ihre Allegorie die Sachen nicht starker sagt, als der gemeine Ausdruk der Rede. Wenn z. B. auf einer alten römischen Schau- A l l münze das Reich unter einer zu Boden gesunkenen Person vorgestellt wird, die durch den Kaiser Vespa- sianus wieder aufgerichtet wird, so sagt diese Allegorie nicht das geringste mehr, auch init nicht mehr Kraft, als der eigentliche Ausdruk der Sprache, er hat das gefallene Reick rvie- 0er hergestellt, sagen würde. Hier muß dem Zeichner schon zum Verdienst angerechnet werden, was bcy dem Redner noch keiner wäre. Man muß also in zeichnenden Künsten > das schon für Allegorie gelten lassen , was in den redenden noch gemeiner Ausdruk wäre. Indessen verdienen immer diejenigen Allegorien unsere vorzügliche Achtung, welche allgemeine Sachen nicht blos verstandlich, sondern auch noch mir Kraft und ästhetischem Vortheilt ausdrüken. Nun wollen wir die Gattungen der Allegorie naher betrachten. Nach dem Unterschied ihrer Bedeutung sind sie von zweyerley Art: entweder stellen sie uns blos einen einzigen unzertrennbaren Gegenstand vor; ein unsichtbares Wesen, einen Begriff, eine Eigenschaft — oder sie verbinden deren mehrere, um eine Handlung, eine geschehene Sache, oder eine aus vielen Begriffen zusammengesetzte Vorstellung auszudrüken. Die erste Art wollen wir allegorische Zöilder» die andere Art allegoriscko Vorstellungen nennen. Sehen wir auf den Unterschied in der Materie der Allegorie, so ist sie auch von zwey Arten. Die eine nimmt ihre Bilder ganz aus der Natur, indem sie z. B. die Arbeitsamkeit durch eine Biene vorstellt; die andere erdichtet die Bilder ganz oder zum Theil. Jener sollte man denNamen des Sinnbildes geben, dieser aber den Namen der eigentlichen Allegorie. Wir betrachten also zuerst die allegorischen Bilder, sie seyn Sinnbilder oder eigentliche Allegorien. Die gemeinste A l l meinste Gattung derselben ist die, die weiter keinen Vortheil hat, als daß sie die Vorstellung der Sache möglich macht. Sie thun nichts mehr, als ein lateinisches Wort in der deutschen Sprache, wenn diese keines hat, dieselbe Sache auszudrüken. So sagt nns das Bild einer Frauensperson, nnt einer geschlossenen Krone aufdcm Kopf und in einem mit goldenen Lilien bezeichneten Mantel, nichts mehr, als das Wort Frankreich sagen wurde. Sie sind von zweyerlcyArt: solche die blos die Namen der Sache bezeichnen, oder sie schlechtweg nennen, wie z. E- der Frosch und der Ei- dex in zwey Jonischen antiken Voluten, welche die Baumeister Dmra- chus undSaurus bezeichnen sollen *); oder sie zeigen die Sache durch eine ihrer Eigenschaften an, wie die Vorstellung der Stadt Damaskus durch das Bild einer Frauensperson, die Pflaumen in der Hand halt welche Frucht dieser Stadt vorzüglich eigen war. Von diesen Arten sind ungemein viel allegorische Bilder: sie sind im Grunde bloße Hieroglyphen; die aber deshalb, wie kurz vorher ist angemerkt worden, nicht zu verwerft» sind. Die Roth hat sie eingeführt. Einen hohem Rang verdienen die Bilder, die uns nicht blos schlechthin die Namen und das Sichtbare der Dinge anzeigen, sondern zugleich etwas von ihrer Beschaffenheit vorbilden. Sie gleichen den vielbedeutenden Wörtern, deren Ableitung oder Zusammensetzung uns schon einigermaßen die Erklärung der Sache giebt, sind natürlich bedeutende Zeichen. So ist das Sinnbild der Seele oder der Unsterblichkeit, welches die Alten durch einen Schmetterling ausdrüken. Es zeigt nicht blos die Unsterblichkeit an, sondern *) S. Wlnkelm. Anm. übet die Baukunst der Alten. 5*) Winkelm. Weg. S. 92, Erster Thrill All 97 auch, daß die Seele erst denn in ihr rechte^ Leben komme, nachdem sie die Hülle des Körpers abgelegt hat. Das allegorische Bild der Gerechtigkeit mit verbundenen Augen und der Waage in der Hand drükt nicht blos das Wort Gerechtigkeit aus, sondern auch die Eigenschaft derselben, daß sie sich durch kein Zinsehen und keinen Schein verblenden lasse, daß sie nicht voreilig sey, sondern das Recht auf das Genaueste abwäge. Daß diese Bilder fenen weit vorzuziehen scyen, dars nicht erinnert werden. Eine wichtigere Bemerkung aber ist es, daß der Künstler, dem es nicht an Genie fehlt, einem an sich wenig bedeutenden Bilde durch Anbringung charakteristischer Züge, eine natürliche Bedeutung geben könne. So hat Ponstin auf eine geistreiche Art den Nil bezeichnet, indem er ihm den Kopf in Schilf versieht hat, um anzuzeigen, daß sein Ursprung noch nicht cntdekt worden. Bilder von Sachen, die sinnliche Eigenschaften haben, von Ländern, Städten, Flüssen, können auf diese Weise durch Zusätze bedeutender gemacht werden. Es geht auch mit solchen an, die blos abgezogene Begriffe vorstellen. So hat ein griechischer Künstler, Nann'ns Dnpha- lnn, die Fortuna, oder das Glük auf diese vielbedeutende Art abgebildet, daß er ihr eine Sonnenuhr oder einen Gnomon auf den Kopf und ein Horn des Ueberflusses in die Hand gegeben *). Unter den geschnittenen Steinen, die Mariette herausgegeben hat, ist einer mit einem Bilde, das für eine vielbedeutende Allegorie der Dichtkunst kann gebraucht werden. Ein Genius sieht auf einen Gryph; die rechte Hand lehnt sich auf eine Lcyer, die auf einem, auf einen Würfel gesetzten, Dreyfuß steht. Der Würfel kann die Nichtigkeit der Eedau. 5) pzustmiüi I.. IV. G HS All Gedanken, der Drcyfuß die Begeisterung, die Leyer die Harmonie bedeuten ; die drey wesentlichen Eigenschaften eines Gedichts H. Diejenigen allegorischen Bilder, die aus menschlichen Figuren bestehen, können durch Stellung, Charakter und Handlung die höchste allegorische Vollkommenheit erreichen. Durch dieses Mittel können die an sich so wenig bedeutenden Allegorien der Städte und Länder, sobald sie bey besondern Gelegenheiten gebraucht werden, höchst nachdrüklich seyn, wenn der Künstler den Aus- druk in seiner Gewalt hat; wenn etwas von dem Geist in ihm wohnt, durch welchen Ariskiocs geführt, den Charakter des athenicnsischeuNolks in einer einzigen Figur ausgedrükt hat. Wie große und mannigfaltige Kraft liegt nicht in dem Bild derVerläum- dung, das Apelles gemahlt hat°^)? Und wie höchst fürchterlich ist nicht das Bild des Krieges beym Aristo- phanea-'^), da Mars, ein sonst wenig bedeutendes Bild, in einem ungeheuren Mörsel Städte und ganze Länder zermalmet? Freylich gehört zu dergleichen Bildern ein Genie, das nur Künstlern vom erstcnRangc zu Theil geworden. Unter der unzählbaren Menge allegorischer Bilder auf den Münzen der Alten finden sich nur wenige, und unter denen, die Winkelmann in seinem Werk von der Allegorie in ein Verzeichnis gesammelt hat, kein einziges, von großer ästhetischer Kraft. Das höchste in dieser Gattung trist man in den Bildern der Gottheiten an, die einigermaßen unter die allegorischen Bilder können gerechnet werden f). Des Phioias Jupiter war nichts anders, als ein allegorisches Bild der Gottheit; und dcrbe- 5) Triette. viei'l'es xrüveez ri, 17. **) S. Lucians Beschreibung davon. "*) In dem Lustspiel der Friede. f) S. Statuen. A l! rühmte Apollo in VelveSerc, was ist er anders als eine vollkommene Allegorie der Sonne, deren immerwährende Jugend, deren reizende Lieblichkeit und niemals ermüdende Würkfamkeit, in diesem wundervollen Bilde dem Auge zu sehen gegeben werden? Künstler sollen hieraus lernen, wie selbst solche Bilder, die an sich von schwacher Bedeutung sind, durch das wahre Genie zum höchsten Ausdruk können erhoben werden. Sie sollen aber zugleich erkennen, daß die Bilder diese hohe Kraft nicht durch schwache Zeichen, die man sttrllmts nennet, erhalten. Sic sollen lernen, daß es nicht genug ist der Gerechtigkeit die Waage in die Hand zu geben; sondern die Thenns mit dem ihr eigenen göttlichen Charakter zu bezeichnen, wie Jupiter und Apollo in jenen erhabenen Bildern mit dem ihrigen bezeichnet worden. Nicht der witzige Künstler, der kleine und subtile Aehnlichkeiten bemerket, sondern der große Geist, der jede Eigenschaft des Geistes, jede Empfindung der Seele sichtbar machen kann, ist in solchen Erfindungen glüklich. Zwar gehört auch das kleinere dcr^ Zeichenknnsi zur glücklichen Allegorie, uni auf das wesentliche zu führen, und die Deutung zu erleichtern. Wir wollen das Bild des Mondes auf der Stirne der Diana nicht verwerfen; es leitet uns auf die Deutung; nur muß der Künstler sich nicht einbilden, damit der Allegorie Genüge geleistet zu haben, und sich übrigens mit jeder weiblichen Figur, die dieses Zeichen tragt, begnügen. Diese kleinere, ohne weitere Kraft redende Zeichen, sind in dem allegorischen Bilde um so viel nöthigcr, da die zeichnenden Künste sonst, bep ihren kräftigsten Bildern, uns oft in Ungewißheit lassen würden. Würde es einem Künstler auch noch so sehr glüken, in dem Bilde des Satnrnus die A l l die Zeit auszudrüken, so wird ihm noch überdem das Stundenglas, oder ein anderes Zeichen dieser Art, nicht unnutze seyn; weil erst dieses uns gleichsam den Namen des Bildes angiebt, dessen Eigenschaften hernach aus seinem Charakter zu erkennen sind. Der Zeichner ist hierinn ungemein viel eingeschränkter, als der Dichter. Dieser bringt seine Allegorie in dem Zusammenhang an, der leicht auf die Deutung derselben führet: jener muß gar zu oft sein Wild allein hinsetzen, wo außer ihm nichts ist, das seine Deutung erleichtert. Darum muß er nothwendig .nuf Nebensachen sehen, die dieses thun. Nur muß er, wie gesagt, sich damit nichr begnügen, sondern auf das Große im Ausdruk arbeiten. Wenn das, was man uns von der Geschiklichkeit der alten Mahler und Bildhauer berichtet, wahr ist: so haben viele derselben den Geist gehabt, Bilder, wie wir sie hier fodern, würk- jich zu machen; so muß ihnen in der Allegorie, dem schwersten Thcile der Kunst, nichts unmöglich gewesen seyn. Konnte Luphranor den Paria so mahlen, daß man in ihm den Schiedsrichter der Schönheit, den Entführer der Helena, und zugleich den, der den Achilles erlegt hat, erkannte*); so müßte wahrlich dem tLnphranor in der Allegorie nichts zu schwer gewesen seyn. Wir haben an einem andern Orte"*) unsre Mcy- nung über diese und ahnliche Nachrichten von der Kunst der Alten gesagt. Aber es ist in Wahrheit dem Genie mehr möglich, als der Verstand begreift, und deswegen nicht ohne Nutzen, daß neuere Künstler durch das Beyspicl der alten, wenn es auch übertrieben ist, gereizt wer- -) Lupbrsnoris ^lexantier psris ell, in ipw laucikrul', Piocl ninnis tunul in- rcllizzncui', inäcx Oesrum, anizror Iwtenae er »men^ekitlii isieikeüor. Min, I.XXXIV. U. S. Antik. All 9>) den. Kunsirichter müssen es machell, wie der Philosoph Diogenes in der Moral; sie können immer den Ton etwas zu hoch angeben *). Es wäre zu wünschen, daß jemand die allegorischen Bilder der Altenaus allen Schriften und Cabinetten zusammen suchte, und daraus c ne bessere Iconologie machte, als die Ripa gegeben hat. Ost fehlt einem Künstler von Genie nichts, als daß er wisse, was andern vor ihm schon möglich gewesen. Hatten doch Lest sing und Rlorz, die so manchen Schriftsteller durchsuchten, tun einen eben nicht sehr wichtigen Streit fortzusetzen, ihre Bemühungen hierauf gewendet! Den nächsten Rang nach den einzeln allegorischen Bildern nehmen die allegorischen Vorstellungen ein, welche gewisse Lehren oder allgemeine Satze ausdrükcn. Hier gilt der so gar oft zur Unzeit angeführte Ausspruch des Hora;: Legoius irrirünc snimos llemilla per zurcin (>usm gu»o tune ocul>5 tubicAz llllclidus. — Wenn übrigens ein allegorisches Ge- mahld eine Wahrheit mit nicht mehr Kraft sagt, als es durch den Ausdruk der Rede würde geschehen seyn, so hat es den Vorthcil der Lebhaftigkeit; well wir hier sehen, was wir dort blos in Verstände, oder in der Einbildungskraft, dem bloßcnSchat- ten der Sinnen, vor uns haben. Kommt zu diesem Vorthcil der allegorischen Vorstellung noch die inner, liehe Vollkommenheit derselben, so wird ihre Würkung so stark, daß sie alle poetische Kraft weit übertrifft; und hierinn liegt eben derhöchste Cnd- zwek der Kunst. Es sey mir vergönnt, hier eine Anmerkung zu machen, die vermuth- G s lieh ») S. vloz. in dein Leben bei MvjicneS. icio All lich nock) an mehrcm Orten dieses Werks vorkomnieu wird, aber nicht zu oft wiederholt werden kann. Es ist ein großer Mißbrauch der Kunst, daß noch so sehr dnrchgchcnds ein vollkommener Pinsel mehr, als eine vollkommene Erfindung gelobt wird. Dieses heißt Mittel ohne Rüksicht auf den Endzwek fchazcn. Die meisten Kenner gleichen dem Geizhals, der sich blos im Besitz eines Mittels, das er niemals zu gebrauchen gedenket, selig preist. Die glükliche Erfindung einer wichtigen Allegorie giebt einem Gemahlde einen größern Werth, als es selbst von Titians Pinsel erlangen würde, wenn dieser nicht mit höherm Verdienst verbunden ist. Aber die Laufbahn, die nach diesem Ruhme führet, kann nur von Genien der ersten Größe glüklich betreten werden. Wenige sind hierum glüklich gewesen, und dieser Theil der Kunst ist wahrlich die schwache Seite der neuen Zeichner, und noch mehr Blöße zeigen die Liebhaber hierum. Man fahrt noch immerfort, die elenden und zum Theil kindischen Erfindungen des Giro Vcnius, welche wichtige Lehren des Horaz aus- drüken sollen, zu loben. Merke es, Samiyler der Kupfer! Ich sage nicht, daß Benins ein schlechterZeich- ner gewesen, sondern daß seine Ho- razischcn Sinnbilder elende Erfindungen scyen. Man kann die ausgeführter-.'« allegorischen Vorstellungen in Ansehung des Inhalts in drey Gattungen cin- theilen. In physische, in moralische, und in historische. Es ist der Mühe Werth, hierüber etwas umständlich zu scyn. Physische Vorstellungen sind solche, da ein Gegenstand aus der Natur in einem etwas ausführlichen allegorischen Gemahlde vorgestellt wird. Eine Jahrszeit, die Nacht, oder eine andre Tageszeit; eines der drey Reiche der Natur; die Natur selbst, im Ganzen betrachtet, und A l l dergleichen. Wir sprechen hier nicht von blos einzeln Bildern solcher Gegenstande, sondern von ausführlichen Vorstellungen, die im Gemahlde das sind, was Kleists Frühling, oder Zacharias Tageszeiten, in der Dichtkunst. Solche Gemahlde stellen einige der wichtigsten Eigenschaften des Gegenstandes, den sie mahlen, vor. Hatte Pesue seinen Vorsatz ausgeführt, ein Dekengemählde, das er in Rheinsberg "), gemahlt hat, und darum der Anbruch des Tages vorgestellt ist, in Kupfer azen zu lassen, so würde dasselbe hier als ein schönes Veyspiel dieser Art können angeführt werden. Dergleichen Vorstellungen können eben so ausfürliche Vildcrnatürlicher Gegenstande geben» als die sind, die Dichter uns vorwählen. Sie sind.gemahlte Gedichte, deren Inhalt aus der sichtbaren Natur genommen, aber mit sittlichen und pathetischen Gegenständen untermenget ist. Die zwcyte Gattung dieser Vorstellungen kann die moralische genennet werden. Sie stellt allgemeine Wahrheiten und Beobachtungen aus der sittlichen Welt .vor. So ist die Beobachtung, daß Drchckunft und Musik große Kraft haben, die L.icbe hervor 5» bringen, auf einem geschnittenenStein *") allegorisch also vorgestellt. Amor bittet den Apollo inständig und etwas ungeduldig, ihm seine Leyer zu geben. Auf einem andern bekannten Stein reitet Amor auf einem Tygcr oder Löwen, um anzudeuten, daß die Liebe auch die wildesten Gcmüther zahm mache. Diese Allegorie kann mehr oder weniger ausführlich feyn- Das schon ") So klein dieser Ort ist, so bekannt muß er dadurch sc»n, daß einer der größten jcktlcbcndcn Monarchen sich daselbst zu den großen Tdatcn vorbereitet hat, die hernach vor unfern Äugen ausgeführt morden sind. UÄNttre n. iq- A l l schon erwähnte Gemnhlde von der Verlaumdung ist ausführlich, und giebt uns durch mancherlei) lebhafte Züge die Schändlichkeit dieses Lasters zu fühlen. Solche Gcmähldc sind von den Allegorien der Rede nur darum unterschieden, daß sie dem Auge vorbilden, was die andern der Einbildungskraft durch Worter vorstellen. Die Anmerkung, die dem Ppchazoras zugeschrieben wird, daß in den Staaten, die eine Zeit lang im Wolstande gewesen, zuerst die Ucppigkeit sich einschleicht, hierauf der Uebcrdruff, dennunnatürlicheAusschwcifungen, auf welche zuletzt der Untergang folget, ist schon ein Gemahlde. Der Möhler darf es nur aus der Einbildungskraft auf die Leinwand bringen. Die dritte Gattung endlich ist die historische; da Begebenheiten entweder blos angezeiget, oder umständlicher vorgestellt werden. Im ersten Falle entsteht die gemeine historische Allegorie, dergleichen man so häufig auf den Münzen der Alten und Neuen antrifft; der andre Fall gicbt die höhere historische Allegorie, zu welcher die bekannten Gemahlde des L,e Zbrün, worauf einige Thaten /Lud. rvigs XIV. vorgestellt sind, gehören. Diese Allegorie scheint das höchste und schwerste der.Kunst zu scyn, das nur Mahlcr vom ersten Range erreichen. Schon in redenden Künsten ist dieses das schwerste, daß eine große Begebenheit oder Handlung, in einem merkwürdigen Gesichtspunkte gefaßt, durch eine einzige Periode der Rede so ausgcdrukt werde, daß wir durch Hülfe eines Hauptbegriffs das Besondere derselben übersehen können. Wer darum glüklich scyn will, der muß nicht nur, wie der große Redner, ungemein viel zusammen zu fassen, sondern es noch überdies sichtbar zu machen wissen. Darinn liegt der Grund der so sehr großen Seltenheit vortrefflicher Allegorien dieser All 10! Art, deren Kunst etwas naher ent- wikclt zu werden verdienet. Die allegorische Vorstellung einer Begebenheit hat eigentlich nichts erzählendes; denn sie stellt nicht sowol die Begebenheit, als eine wichtige viel sagende Anmerkung über dieselbe vor, dergleichen etwa große Gefchichtschrci- ber mache», da sie eine Begebenheit in einem besonders merkwürdigen Gesichtspunkt vorstellen, wie es Ta- citus oft thut, als: dreves et in- faullos populi romuni sm.c>res *). Ihr Endzwek geht nicht auf die Ue- berliefcruug der Geschichte, dieses kann auf eine leichtere und bessere Art geschehen; sondern auf die Darstellung derselben in einem sehr lebhaften Gesichtspunkte. Dieses Geschafft ist für dm Geschichtfchreiber schon sehr schwer, für den Mahler ist es ein Gipfel der Kunst, den die größten Meister selten glüklich erreichen. Die Geschichte, welche dabei) zum Grunde gelegt wird, muß sehr bekannt, zugleich aber entweder in ihren Absichten, oder in ihren Umstanden, oder in ihren Folgen, etwas allgemein merkwürdiges haben. Dieses Allgemeine macht eigentlich das Wesen der Allegorie aus. In der Galleric von Düsseldorf ist ein Gemahlde von Raphael, das einen Jüngling in dikem Gebüsche an einer Quelle sitzend vorstellt, aus welcher er Wasser geschöpft, das er in einer Schaale vor sich halt. So weit ist dieses Stük blos historisch, und mehr kann ein gemeiner Mahlcr auch mit Titians Pinsel nicht ans- drüken. Aber Raphael wußte in dieser einzelnen Figur hohe Gedanken, ein so erhabenes Nachdenken über eine Schaale voll Wasser auszudrü- ken, daß man in dem Jüngling Johannes Oen Taufer erkennt, der in der Wüste seinen göttlichen Beruf G, z über- *) ae!,c. .^nnal. II. 4Z. 102 All überdenkt, und itzt glaubt man, sei- ne erhabene Gedanken über die Tauft selbst zu empfinden. Dieses gränzet nun schon an die hohe Allegorie. Wer nur Korper mahlen kann, muß sich daran nicht wagen. Wenn er auch für jeden einzeln Begriff ein noch so richtiges Bild hätte, so würde der doch nur eine leserliche Hieroglyphe, aber keine Allegorie darstellen. Diese musi uns nicht den Buchstaben der Geschichte, sondern ihren Geist geben. Darauf kommt es also zuerst an, daß der Künstler in dein Korper der Begebenheit, die er allegorisch vorstellen will, eine Seele entdeke, und denn, daß er das unsichtbare Wesen derselben sichtbar mache. So müßte uns ein allegorisches Gemählde von Alexanders Eroberungen des persischen Reichs, nicht Schlachten und Feldzüge, sondern entweder edle Nachgier, die, von einem übermü- thigcn Fürsten, an einem freyen Volke verübte Gswaltthätigkcit zu rächen z oder ausschweifende Herrschsucht mit allen ihren üblen Folgen, wenn sie einem schon mächtigen Fürsten von großem Verstände beywoh- uct; oder etwas dergleichen vorstellen, das uns gleich in einen Gesichtspunkt stellt, aus welchem wir die Sache im Ganzen übersehen können. Hat derKünstlcr die Seele seiner Geschichte erst entdekct, so wird es ihm nicht schwer werden, das Besondere, wodurch die Begebenheit angezeigt werden kann, zu erfinden. Personen, Zeiten, Ocrter lassen sich endlich ohne Namen und Schrift noch wol kenntlich machen. Wenn es wahr ist, was uns die Alten von dem Mahler Aristidcs sagen, daß er in einem einzigen Bilde den, aus widersprechenden Zügen zusammengesetzten, Charakter des athe- niensischen Volks richtig ausgedrükt habe; so dürfen wir hoffen, daß uns einmal die Kunst allegorische Geinähl- de, wie etwa die folgenden deinJn- A l l halte nach wären, liefern möchte. Die Verbesserung der Sitten durch die Wiederherstellung der Wissenschaften; das große Werk der Kirchenvcr- bcsscrung in seinen wichtigsten Folgen, oder in seinen Ursachen; die Entdekuug der neuen Welt durch den Columbus in einigen der wichtigsten Würkungcn derselben. Dergleichen Vorstellungen sind nicht gemahlte Erzählungen, wie so viel halb allegorische und halb historische Gcmählde, sondern Vorstellungen von der Natur oder von der Würkung gewisser Handlungen. So viel war hier über die Beschaffenheit der Allegorie, über ihre Arten und über den Werth derselben zu sagen. Folgende Anmerkungen beziehen sich auf die Erfindung und auf den Gebrauch derselben. Die Vollkommenheit der Allegorie hängt größtenthcils von der glükli- chen Erfindung einzeler allegorischer Bilder ab. Eine Sammlung der besten, die schon vorhanden sind, mit genauer Bcurtheilung ihres Werths, würde diesen so wichtigen Theil der Kunst sehr erleichtern. NUnkelmann hat einen Anfang dazu gemacht: aber es fehlt noch immer anderEnt- wiklung einleuchtender Grundsätze zu Erfindung der Bilder. Für denjenigen, der auf diesem Pfad gründlichen Ruhm zu erwerben sucht, möchten folgende Anmerkungen von einigem Nutzen feyn. Bloße Hieroglyphen, die aus Noch gebraucht werden, lassen sich am leichtesten erfinden. Ein Wapeuschild, eine äußerliche in die Augen fallende Sache, ist dazu schon hinlänglich. Doch sollten bloße Anspielungen auf Namen, wie ein Mann zu Pferde, uin den Namen Philippus anzuzeigen*), wenn sie gleich in den Antiken häufig vor« S. Winkelmann von der Allegorie S. 99. wo noch viel dergleichen mit dem Namen der Allegorie beehrte Wortspiele vorkommen. A l l vorkommen, verbannet werden. Der- gleichen Bilder konnten nur zu der Zeit entschuldiget werden, als man noch nicht schreiben konnte, und sollten auch itzt nicht gebraucht werden, als da, wo die Schrift oder ein anderes Zeichen schlechterdings unmöglich ist. Unter die Hieroglyphen, die in der Allegorie gute Dienste thun, rechnen wir auch solche Zeichen, welche zwar keine natürliche, aber eine in den Gebrauchen gegründete Bedeutung haben. So sind Zepter und Kronen, Konige und Regenten zu bezeichnen, Widdcrkopfe und Opfer- schaalcn in den dorischen Friesen, wodurch Tempel angedeutet werden, Kriegsarmatnren auf Zeughauser und dergleichen Bilder dieser Art haben keine Schwürigkeit. Eine gute Bekanntschaft mit den Gebrauchen der Volker giebt sie von selbst an die Hand. Wahre allegorische Bilder, welche eine Eigenschaft der Sache, die sie vorstellen, ausbrüten, sind schwe^ zu erfinden. Dazu gehört, daß man die Begriffe der Sachen, welche vorzustellen sind, deutlich entwikle, und in ihrer größten Einfalt sehe, besonders das Eigenthümliche, was die Sache am gewissesten bezeichnet, deutlich fasse. So hat jede Tugend außer dem- was sie mit den übrigen gemein hat, etwas Eigcnthümliches und Bezeichnendes, entweder in ihrem Ursprung oder in ihrer Wür- kung; für diese muß der Künstler ein Zeichen finden. Hiczu dienet, was anderswo *) von Erfindung der Bilder überhaupt ist angemerkt worden. Alle dort angeführten Arten der Bilder haben hier statt. Einige allegorische Bilder haben dioNatur der Beyspicle, wie Greftes und Pvlaves, als ein Bild der Freundschaft; andere der Gleichnisse, wie ein Schiff mit aufgeblasenen Segeln, als ein Bild des glüklichen S. Bild. All i°z Fortganges; andere der eigentlichen Allegorie, wie ein Sieb, das zum Wasscrschöpfen gebraucht wird, als ein Bild einer eitlen Unternehmung. Die Wahl dieser Gattungen der allegorischen Bilder wird durch die besonder» Umstände, darinn man sie braucht, bestimmt. So konnte zum Exempcl in einem Gcmahlde, da zwcy Männer sich über einen vor ihnen stehenden Jüngling ernstlich unterreden, der Inhalt ihrer Unterredung durch die Allegorie des Bcyspiels deutlich ausgedrükt werden, wenn einer der bcpdcn Männer auf ein in dem Zimmer Hangendes Gcmahlde deutete, das den Achilles vorstellt, als Ulysses an dem Hofe des Lyko- medes ihn ausforscht. Denn dadurch würde angedeutet, daß die Unterredung den natürlichen Beruf des Jünglings zu einer gewissen Lebensart zum Inhalt habe. Hingegen drükt ein einziges allegorisches Bild des Schmetterlings, auf den Sokra- tes, in ernsten Betrachtungen vertieft, seine Augen heftet, hinlänglich aus, daß er über die Unsterblichkeit denke. So muß die Wahl der Bilder allemal durch den Gebrauch derselben bestimmt werden. Bilder der eigentlichen Allegorie bekommen ihre Bedeutung fürnehmlich, wenn sie nicht für sich da stehen, sondern gtschikt mit andern. Gegenständen verbunden sind. So können Möhnkopft verschiedene Bedeutungen haben. In einen Kranz um die Schlafe einer ruhenden Person gewunden, bedeuten sie den Schlaf. Es wäre aber auch leicht, sie in anderer Verbindung zum Bilde der Fruchtbarkeit zu machen. Also gehört es zur Erfindung der Bilder, daß man ihren Gebrauch genau vor Augen habe. Diejenigen scheinen die besten zu seyn, welche als Attrivura, oder Kennzeichen, menschlichen Figuren beygelegt werden; G 4 weil I°4 All weil sie auf diese Art mit der Vorstellung einer Handlung können begleitet werden, wodurch ihre Bedeutung viel größer und auch kraftiger wird. So könnte die Eitelkeit, sich andern zur Bewunderung darzustellen ^ durch das Bild eines Pfauen wol ausgcdrukt werden; aber brauchbarer wird die Allegorie, wenn man eine weibliche Figur dazu wählt, an der man die Pfauenfedern als ein Abzeichen anbringt. Denn dadurch hat man Gelegenheit, durch den Ausdruk des Charakters, durch Stellung und Handlung die Allegorie viel bestimmter und nachdenklicher zu machen; deßwegcn haben die griechischen Künstler so viel allegorische Personen erdacht. Ein sehr schönes Bcyspiel ist das oben erwähnte Bild der Noth- wendigkeit aus dem Horaz. Von der glücklichen Erfindung ein- zcler Bilder hangt auch die Erfindung ganzer Vorstellungen ab, sie seyN von der physischen, moralischen oder historischen Gattung. Diese Vorstellungen müssen nothwcndig durch handelnde Personen angedem tct werden; denn eine ans bloßen Zeichen zusammengesetzte Vorstellung, nach Art der hicrogkyphischen Schrift auf ägyptischen Denkmälern, verdient den Namen eines allegorischen Geniahldes niemals. Es würde vergeblich scyn, besondre Regeln zu Erfindung solcher Gemahldc geben zu wollen. Inzwischen kann es doch nützlich seyn, wenn der Künstler die drey Hauptwege zur Erfindung der Allegorie fleißig überdenkt, und sich übet, durch dieselben zu allegorischen Vorstellungen zu gelangen. Der erste und leichteste ist der Weg des Bcyspiels; da von der Sache, welche man allgemein vorstellen will, blos besondere Fälle, als Beyspiele vorgebildet werden, welche, entweder durch den Ort, oder durch gewisse Ncbenumstände, leicht eine allgemeine A t l Bedeutung bekommen können. Ein alter Mahler oder Bildhauer durfte nur in einem Tempel der Fortuna, den Dionysius in Corinth, den T)w- täus an der Spitze eines Heeres, den Marius, wie er sich in einem Sumpf vcrstckt, D-lisarius, der um Almosen bittet, oder andere, eben so treffende, besondere Falle großer Glüks- veränderungen, vorstellen; so war die Allegorie schon da. Der Ort allein verwandelte dicfe besondere Falle in allgemeine Vorstellungen über die Macht des Glücks, dem nichts zu hoch ist, um niedcrgedrükt! nichts zu niedrig, um erhöhet zu werden. Eine von den erwähnten Vorstellungen, blos in einem Zimmer gemahlt, macht noch keine Allegorie aus. Doch würde es einem nachdenkenden Künstler nicht schwer werden, sie zur Allegorie zu machen. Ein Tempel der Fortuna, irgendwo in dem Gemahldc selbst gut angebracht, auch blos allegorische Verzierungen des Namens, der das Gcmählde einfaßt, wären dazu hinlänglich. Der Weg des Gleichnisses ist schon schwerer. Der Künstler muß erst ein gutes Gleichniß erfinden, das seinen Gedanken wohl ausdrücket, hernach aber durch eine andre Erfindung die Deutung desselben anzeigen. Ein Gemähld, auf welchem zu sehen wäre, wie ein Sturmwind eine gewaltige Eiche niederreißt, hingegen kleinere schlanke Baume und Sträucher blos etwas niederbeuget, könnte als eine bloße Landschaft angesehen werden. Es würde aber zur Allegorie werden, wenn auf demselben Gcmählde Perso- neu vorgestellt würden, an denen man deutlich merkte, daß sie die Vorstellung als ein Gleichniß auf die allgemeine Lehre anwenden, daß den Widerwärtigkeiten eine gemäßigte, nachgebende Gcmüthsart, und nicht ein stolzer widersetzlicher Ginn, entgegen zn setzen sey. "Eine mittelmäßige Erfindungskraft kann durch diesen Weg zu A l l zu schotten allegorischen Gcmahlden kommen. Der dritte Weg durch bloße Sinnbilder, ist der schwerste, aber auch, wenn er glüklich betreten wird, der vollkommenste; indem er am weitesten führt. Wer durch diesen Weg die Gewalt und die mancherlei) seltsamen Würkungen des Glüks vorstellen wollte, müßte es durch lauter erdichtete Bilder thun, neben denen nichts wahres oder eigentliches stünde, wie in den Heyden vorhergehenden Bcyspielen. Daher werden dergleichen Vorstellungen, reine Allegorien gcncnnt. Das Glük würde z. E. als eine Gottin auf cincin Thron sitzen. Man würde ihr solche Atcri- dura geben, wodurch verschiedene Züge ihrer Macht sowol, als ihres Eigensinnes angedeutet würden. Ein Zauberstab in der Hand, konnte die schnelle und wunderbare Würkungen ihrer Macht ausdrükcn. Ihren Thron konnte man schwebend, und von den verschiedenen, in allegorischer Gestalt erscheinenden Winden getragen, vorstellen, um sowol die Schnelligkeit, als die Unbeständigkeit ihrer Wendungen auszudrükcn. In dem Gesicht und in der Stellung konnte Wankclinuth, Eigensinn, Frechheit und Unbesonnenheit ausgedrückt werden. Wollte man die Vorstellung ausführlicher machen, so könnte in verschiedenen Nebcnbil- dcrn noch viel angezeiget werden. In dem Gefolge der Göttin könnten Reichthum und Armuth, Hoheit und Eclaverey, und verschiedene Bilder dieser Art erscheinen. Vor ihr her könnte die Sicherheit ziehen oder etwas ahnliches, um anzuzeigen, daß das Glük unerwartet kömmt, und verschiedenes von dieser Art. An dergleichen allegorische Vorstellungen aber muß sich kein Künstler wagen, als der sich getrauet in das Heiligthum der Kunst zu dringen, wo Apclles und Raphael zu allen Ge- A l l >sz heinmissen derselben sind eingeweyhet worden. Denn hier gikt fürnehm- lich, was -Hora; von den Dichtern sagt: — meiliacriduz csse Uoccis Iston bominez, noia non con» cetlerc cnlumnzc. Eben deßwegcn, weil die reine Allegorie, wenn sie gut ist, das Höchste der Kunst ausmacht, so wird sie, wenn sie in ihrer Art schlecht ist, zum verächtlichsten derselben. Der Gebrauch der Allegorie ist vielfaltig. Die Baukunst bedient sich ihrer, um ihren Werken Zeichen ihrer Bestimmung einzuprägen. So wird sie in denMerzicrungen des dorischen Frieses gebraucht, wo die Widdcr- köpfc und Opfcrschaalcn sich zu Tempeln; Schilder und Waffen, wie an dem Fries des Berlinischen Zeughauses, zu Kriegsgcbaudcn; Warnschilder, Zepter und Kronen, wie an dem Fries des Berlinisches Schlosses, zu Pallästen der Monarchen, schiken. Durch dergleichen allegorische Verzierungen, die anverschiede- dencn Theilen der Gebäude anzubringen sind, können selbige auch zugleich einen bestimmten Charakter, lind, wenn es erlaubt ist, sich so aus- zudrüken, ihre eigentliche Physiono- mie bekommen. In dieser Kunst aber kann die Allegorie nicht nur in Zicr- rathcn, sondern auch inganzcnWer- ken angebracht werden. Statuen und Gemahlde, in Tempeln, in Gerichtshöfen und andern öffentlichen Gebäuden, können mit großem Vor- thcil angebracht werden, um den Hauptzwck der Künste zu erreichen*). Die Alten haben die Allegorie hau? fig zur Bezeichnung ihrer Gcräth- schaften angebracht; Leuchter, Lampen, alle Arten der Gefäße, Tische, Stühle, wurden vielfältig mit allegorischen Bildern ausgeziert. Solche Allegorien haben frcylich keinen G 5 betracht- H S- Künste. ,o6 All betrachtlichen Nutzen; sie dienen inzwischen doch dazn, daß sie auch die gemcinestcn Sachen interessant machen; daß die Vorstellungskrast auch bei) den gleichgültigsten Beschäftigungen etwas gereizt wird; welches doch auch ein Zwek der schönen Künste ist »). Inzwischen haben die hieroglyphischen und allegorischen Verzierungen solcher, zum taglichen Gebrauche dienender, Sachen den wichtigen Nutzen, daß sie dem Mahler sehr oft in seinen allegorischen Arbeiten große Dienste thun, die Personen oder auch allegorische Bilder zu bezeichnen. Ein Schafcrstab auf einem Grabmal kann schon hinlänglich seyn, die Person anzudeuten, die darunter liegt, und bcy Vorstellung einer Handlung kann oft eine solche Kleinigkeit der ganzen Vorstellung eine Deutlichkeit geben, die sie sonst nicht haben wurde. Am öftersten kömmt die Allegorie auf Schaumünzen vor; wicwol sie, seitdem die Schrift erfunden worden, dort am wenigsten nöthig ist. Denn in den meisten Fallen wird die Sache, die man sagen will, durch wenig der Münze eingeprägte Buchstaben besser gesagt, als durch Bilden Wichtiger ist sie, wenn der Künstler so glüklich ist, eine vielbedeutende Allegorie auf scineMünze zu bringen, die das, was die Schrift blos anzeiget, auf eine lebhafte und umständliche Weise ausdrückt. Dergleichen Vorstellungen aber sind selten «*). Eine ähnliche Bewandtnis hat es mit dem Gebrauch der Allegorie auf Grabmalern, und auf Ehrenmälern. Blos einige historische Umstände zu bezeichnen, kann die Schrift vorthcil- hafter, als ein Bild seyn. Der auf dem Grabstein des Diogenes eingegrabene Name hätte sich eben so gewiß darauf erhalten, als das Bild eines *) S. Künste. *") S. Schaumünze. A l l Hundes, und hatte gewisser die Person bezeichnet. Nur eine abergläubische Verehrung der Alten kann dergleichen Allegorien auf Denkmälern schön finden *). Soll sie auf solchen Merken einen Werth haben, so muß sie vielbcdcutend seyn, und mehr sagen, als eine Schrift hatte sagen können, oder es mit größerer Kraft sagen. Ein sehr schönes Bcyspicl eines Denkmals, das mehr sagt, alseine Schrift wütde gesagt haben, ist das, welches der Bildhauer Nah! in der Kirche zu Hindelbaick, einem Dorfe unweit Bern in der Schweis, gesetzt hat *5). Ucberhaupt können diejenigen Vorstellungen die kräftigste Bedeutung haben, iit denen Figuren von menschlicher Bildung angebracht sind; weil der Ausdruk des Gesichtes allein oft mehr sagen kann, als alle Worte. Dahin gehören also auch die Statuen der heidnischen Gottheiten, welche, wie schon gesagt, im Grunde nichts als Allegorien sind, und die entweder in Tempeln, oder andern öffentlichen Orten, als symbolische Vorstellungen zn bestimmtem End« zwek aufgestellt werden s). Endlich macht auch die Mahlerey für sich selbst einen vielfältigen Gebrauch von der Allegorie, durch ganz allegorische Gemählde, oder durch Einmischung der Allegorie in historische Vorstellungen. Die erstem können einen großen Werth bekommen, wenn sie wichtige Gegenstände des Geistes oder des Herzens, auf eine höchst lebhafte Art dem Auge darstellen, um den Eindruk derselben desto stärker zu machen. Gemählde von dieser Art, die von einigem Werth waren, sind zwar, wie schon angemerkt 5) S. Winkclmann von der Allcg. V Top. Beyspicle von allegorischen Vorstellungen auf Grabmcklcrn findet man häufig be»m pausanias. **) S. Denkmal. S. Statucn. A l l merkt worden, sehr selten, und dieser höchst wichtige Theil der Kunst ist noch zu unvollkommen, und erwartet Künstler von besonders glüklichem Genie, um sich empor zu heben. Die Einmischung der Allegorie in historische Gemahlde ist von zweyer- ley Art. Entweder eine bloße symbolische Bezeichnung der Personen, der Ocrter, der Zeiten, oder eine Einführung allegorischer Personen unter die historischen. Uebcr die er- sicre Gattung ist bereits kurz hicbe- vor gesprochen worden. Wir merken hier noch dieses an, daß es allemal besser ist, den Mangel guter symbolischer Zeichen lieber durch eine wol angebrachte Schrift, als durch erzwungene Hieroglyphen zu ersetzen. So haben es Raphael und Poußin gemacht; jener in einem Gemahlde der farnesischen Gallcrie, wo man die Hauptperson, und folglich den Inhalt des Gcmahldes hatte verkennen können, wenn nicht der Mahler durch Anbringung der Schrift: NUZ uns« latinum; deutlich angezeigt Hatto, daß das Gemahlde die Venus mit dem Anchises vorstellt. Eben so vortheilhaft hat der französische Mahler den eigentlichen Geist eines seiner Gemahlde durch diese, auf ein vorgestelltes Grabmal geschriebene Worte: Auch i-th rvar in Arcasin, angezeigt *). Die andere Gattung wird von einem feinen Kunstrichter ^), als etwas widersin- nischcs und unnatürliches, ganzlich verworfen. Man kann seine Gründe an dem angeführten Orte nachlesen- Sie sind so stark, daß man ihm schwerlich den Beyfallversagen kann. Indessen ist dieses, so wie die Einmischung der Mythologie in die heutigen Oden f) eine Sache des Gc- *) S. > xoelie cl la peinr. ?. I. tesl. 6. G. Du Los. f) S. Mythologie. All I°7 fühls, dle man denen lassen kann, die sich daran vergnügen. Doch scheinet dieses auf der andern Seite eine gegründete Federung zu seyn, daß allegorische Personen nicht sollten Antheil an der Handlung nehmen. Es scheinet, daß das, was oben von dein Gebrauche der allegorischen Wesen in dem Gedichte ist erinnert worden, auch dem Mahler zur Regel dienen konnte. Wie nun ein Dichter, der einen schlauen Liebcsstrcich beschrieben hat, gar wol hinzusetzen konnte, daß Venns und die Liebesgötter sich darüber gefreuet haben; so konnte auch ein Mahlcr, wenn er einen solchen Streich historisch und von bekannten Personen vorgestellt hätte, wie es scheinet, ohne Anstoß den geistreichen Einfall dabey anbringen, wodurch Alban seinem Gemahlde von dem Raub der Pro- serpina ein großes Leben gegeben hat. Man sieht auf diesem Gemahlde den Pluto mit der entführten Proscrpina davon eilen. In der Luft sieht man einige Liebesgötter, die durch ihr Tanzen und allerhand kindischen Muthwillcn eine große Freude zn erkennen geben. Auf der andern Seite sieht man die Venus, zu welcher Amor voll Freude hinfliegt, um sie glükwünschend zu küssen *). Dieses ist gewiß eine der artigsten Einmischungen allegorischer Personen in ein historisches Gemahlde, welches wol schwerlich von irgend einem Kenner wird gcmißbilliget werden. Sickann zum Muster dienen, wie eine so schlüpfrige Sache mit vollkommenem Vcyfalle könne behandelt werden. Hatte Rubens in der Gallerie von Lupenburg die Einmischung der Allegorie mit so viel Geist behandelt, als Alban gczciget hat, so würde oü Dos vcrmuthlich weniger Abneigung *) S.Gemllhldc der königlichen Gallerie zu Dresden. »°8 All A l l gung gegen diese Gattung der Ge- mählde geäußert haben. -s- Von der Allegorie in den zeichnenden Rünsten überhaupt, besonders aber in der LNahlere)?, handeln unter mchrern: Giov. P. Lomazzo, in ?ten Buche s. Iiaccsro cicll' srce äella I'ierurz .... S. 527. der Ausg. von >;8;. 4- in zz Kap. worin er die, den verschiedenen Gottheiten des Altcrtpumes zu gebenden Gestalten zu bestimmen sucht. Ger. Laircsse, unter der Aufschrist: »Von der Anordnung der Bilder, welche die Sinne bezeichnen," in s. Großen Mahlcrbuche, im uten Kap. des atcn Buches, Bd. S. 102 u. f. — R. de Piles, von ihrer Erfindung und den Eigenschaften derselben, in s. Lcnirz eis ^eirir. S. ;6 U. f. der Amstcrd. Ausg. von >766. 12. — Du Bvs, von allegorischen Personen, und allegorischen Personen überhaupt, in den rciiex. cr!c B. I. Abschn. XXIV. S. 176. der Dresdner. Ausg. — Joh. Winkclmann, von dem Nukcn, und den Vorzügen der Allegorie, in der Schrift von der Nachahmung der gricch. Werke, S. zy. ete Aufl. — H. v. Hagedorn, von den Gesetzen der Allegorie; von ihrer Entstehung in der Kunst; in wie fern Wähler ganz neue allegorische Personen schaf-. scn können; von den Schwierigkeiten ganz allegorischer Zusammensetzungen; von dem behutsamen Gebrauche derselben; von den Gebäude», bcy welcher sie unentbehrlich ist, in s. Betrachtungen über die Mahlert», S. 152 u. f. und S. 458 u. f. -- Frz. Chrstph. v. Scheyb, handelt, unter der Aufschrift: »die Allegorie, oder die heimliche Bedeutung," im >5tcn Abs. s. Orestrio, Th. >. S. 16L. von der Wirkung allegorischer Personen überhaupt, und ihrer Wirkung in Verbindung mit wirklichen Personen; von der nvthigcn Vorsicht und Mäßigung darin; von den Fällen, worin Allegorie nothwcndig ist, und d. m. — Von der Behutsamkeit im Gebrauche der Allegorie in biblischen Gc- mählden, wird in der neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften Bd. io. G. '?y. — Von der Allegorie in der Bildhauerei, in der Plastik, S. 127 u. f. — Von der Allegorie auf Münzen, in den kritischen Wäldern III. S. 87. und im kaokoon, S. 16. Anm. i>. gehandelt. — Ein Aufsatz über Allegorie von H. Moritz, im -ten St. des ztcn Bdes. der Monatschr. der Berliner Academie der Künste. — Auch sind hicher noch die zwc» Dissertationen: ^rriiicem es, czuse tibi nein conveniunc, stnAerirem poeras mnnieorem proponic, Vice. 1764. 4. von Bcn>. Gottl. Laur. Boden zu zählen. — Vielleicht würde alles Raisonnc- ment über Allegorie, und über allegorische Darstellungen eine bestimmtere Wendung erhalten, wenn man diese Benennung solcher Darstellungen (welche, im Vor- beyqchn gesagt, von den frühern Italienischen Künstlern selbst nie, sondern an deren Stelle immer das Wort istoria von ihnen gebraucht wurde) mit der Benennung mahlcrische Dichtung vertauschte. Eigentlich allcgorifircn kann der bildende Künstler nicht. Nur, durch die Stelle, welche sein Werk einnimmt, nur durch seinen Zweck dabei?, nur durch die Veranlassung dazu, wird es Allegorie. Aber durch alles dieses ist das Xverii selbsr es noch nicht; es ist Darstellung irgend einer, wahren, oder erdichteten, Begebenheit, irgend eines Gedankens; und weit entfernt, jene, oder diesen, zu verhüllen, oder unter einem andern Bilde zu zeigen, soll es solche vielmehr, in der Gestalt, welche der bildende Künstler ihnen zu geben vermag, ganz eigentlich? vcrsinnlichcn, vergegenwärtigen, anschaulich machen. Der berühmte Neptun des Rubens ist nur in so fern Allegorie, als er Anspielung auf die glückliche tlcbcrfahrt eines Gouverneurs der Niederlande war. Ist nun aber die Allegorie in den bildenden Künsten blos Dichtung: so fragt es sich, ob der bildende Künstler, bcy Darstellung gewisser wirklicher Begebenheiten, nicht dichten dürfe? Ob er, bcy allen, dichten könne? Ob Darstellung cinzclcr, großer und guter, Gedanken sich mildem Wxscn All Ivy Wcscn seiner Kunst, und, unter welchen Bedingungen, sie sich damit vertrcigt? u, s. iv. Zu der Uiztcrsuchung, und Auflösung dieser Fragen gebricht hier der Raum; so viel ist abcr gewis, daß, mit Hüife des Begriffes von Dichtung viele Kunstwerke sich glücklicher, als es so oft geschieht, erklären lassen, ober viel verständlicher werden. Auch ist es wohl keinem Zweifel unterworfen, daß der wirkliche, wahre Künstler eben so gut, als der eigentliche Dichter, bei) allen seinen Werken, mehr oder weniger, Dichter ist. Zu der Renntnifi, und zu der Darstellung sogenannter allegorischer Personen und allegorischer Kunstwerke, können, ausser mchrern, folgende Schriften dienen: lllliiossrocorum Imagines, UNd tlollissrsci Oeicrlpr. llocuar. in den kllllallrar. O^er. S-755U. f. kill. Vlcsr. französisch, mit den sämmtlichcn Werken derselben, von Blasse Vigcnere, Bourb. 1596. b. llor. 1611.4. und die beyden angeführten Schriften, einzeln, mit Ann,, von Th. Ettlbri), Images, ou rshl. äe plsrrc geinrure , . . I'sr. 1615. 1629. i<5z7.t'. deutsch, mit den sämmtlichcn Werken, von Dav. Chrstn. Seybold, Lemgo 1776. 3. Die erstem bestehen, bekannter Maßen, aus 8> Beschreibungen von, vorgeblichen, oder wirklichen, Abbildungen größtentheils mythologischer Personen , und die letztern aus 14 Beschreibungen von dergleichen Statuen. — h. Ovitiii hl. keleramorpll. Issh. XV. Wegen der Ausg. llcbcrsetzungen, und Er- lclurcrungsschr. s. den Art. Erzählung; hier kommen sie nur in so fern in Betracht, als sie die Quelle sind, ans welcher die Künstler so oft die Gegenstände ihrer Arbeiten gezogen haben. Folglich gehört hier Nichts zu ihnen, als, hcs VIcra- morpssoles ä Qvssio cn 140 cllsmges, x. IctXä. Lassin erloöäire, l?zr. 1768-— ,769. 4. Ein ähnliches, aber weniger bekanntes, und benutztes, obgleich, freylich, auch nicht ganz so wählerisch geschriebenes Werk, ist die Lonealogia Qcorum Hill. XV. und De Xlvnrium, Lzllvar. l.ac>ium, ssluvior. Lcsgnor. cc marium h>b. vom Giov. Boccacio, (Ven. 1472) ss. lieg. 14Z1. k. Loiss. , 5Z2. t. Jtal. das crstcrc von Gius. Bc- tussi, 1x47.1554.1564. 4. das leztcrc von Nie. Liburniv, ss. I. er 0.4. und Flor. >598.8.— btieroglz-pbica, s. cic 82» cris etegz^rior. aliarumgue genriuna iirreris commenror. ssib. HVIII. ^uöb. loa. hier. Valcriuuus, Lol^snius (ss 1558) Die ersten Ausg. sind mir nicht bekannt; zu Frst. ist cS 1678. 4. - Th. mitK. vcrm. mit zwcy Büchern von Cöl. August. Cu- rio, und mit einem Zusatz von 6 neuen Büchern alphabetisch geordneter, und aus älter» und neuem Schriftstellern gezogener Hieroglyphen, gedruckt morden. Einen Auszug daraus gab Hcinr. Schwa- lmberg, unter dem Titel: .^gkorismi llicroAlypkici 1592. und 1<5c>6. 8. heraus. Auch sind davon eine italimische und zw?» französische llcbcrictzungcn vorhanden. Winkclmann (Versuch einer Allegorie S. 2;) sagt davon: die Absicht ihres Verf. war, vorzüglich die symbolischen Zeichen der Acgypter, mehr aber diejenigen, welche sich in alten Schriften, als aus Werken der Kunst erhalten haben, zu erklären. Ausser diesen hat cr einige Bilder der Griechen aus ihren Scribcnten gesammelt, allein aus alten Lenkmahlen ist nichts bey ihm zu finden, und was cr anzeigt, ist mchrentheils auf seichte Muthmaßungcn gegründet, und was gut ist, verliert sich, unter uunö, thigem Gewäsche, tun ein großes Buch zu schreiben."— ImvAinc ciegli Del cleZIi Tlmricssi, cli Vine, Lsrrnri, Von. - 566. 4. Mit Kupfern und verm. durch Cef. Malfatti, erschien es zuerst, llüänv. 1609. 4. Darauf sehr verm. und verbessert durch Lor. Pignoria, Padua i6>5-4. (beste Ausg ) 1S26. 4. Ven. 1647.4. Lat. unter dem Titel, Vsnrbeuin 7Znoi>zuor. durch Ant. Vcrdcrius, l.uZck.ö. ,531. 4. lior. oll llubor. ickg'z. 4. krckr. 1637. 4. Franz. durch eben denselben, Dzon 1581.4. "Dournon 1606, 3. mit K. Deutsch, durch Paul Hachenberg, mit vorgeblichen Eriäutcr. Maynz >687. Frst. «6?o. lla A l l 1692.4. mit K. Auch die Sandrartsche ZeonolvZia Oeor. oder Abbildung der Götter der Alten, Nürnb. >68<-. 5. und in, zten Bd. der neuen Ausg. s. Werke, k >los aus einigen zo Kupfecbl. bestehend, ist, wie Sandrart selbst sagt, gänzlich aus dein Werke des Cartari gezogen, lind de» den oben angezeigten spätem Padua- nischen Ausgaben des Originals sind zugleich die, von H. v. Murr, in s. Lil>l. «Ze ?einr. de l'einr. ere. S. ;oz, als ein besonderes, erst im I. 1647. 4- ZU Venedig gedrucktes Werk, angezeigten /clleAorie st! Oeisre kcäalbacri befindlich.-- Deila t'orma delia knülle, ca- vsca staZI! sucvri greci e Isrini, da Oiamp. Ooma^o, lvlil. 1571. 4. leonoloZia, ovvern delcri^ione st! diverse imazini sti vercü, vi?!, sikerri, patiioni, arrl, disclpline, elemenri, corpi celelti, cavsce stell' chnriein'rü ... sti Leb. Idipa, Itom. 159z. 4. venu. Sienna 161z. 4. Mit Zus. I'sst. ,6>8- i6?5. 4. Mit neuen Bcrniehrungcn, als z. B. den, einzeln vorher erschienenen Lercstiliei Moral! des P. Rieci, und mit Anm. und Erläutcr. durch Cef. Orlan- dl, Perugia 1764. >766. 4. z B. mit K. Kranz, der Text durch Jean Bauboin, der diesen verkürzte, und Moralitäten hinzusetzte, Und die Kupfer von I. de Vie, I>ar. >6z6. I <>44. s. 1667. 1677. i68l. 4. in aTH. ^msterst. 169z. 12. s TH. Deutsch, durch O. P. Pees, Frst. 16S9.4. Durch J,G. Hertel, nach den ersten, vermehrten, Ausgabe, Augsb. (b. a.) 5. Nürnb. ,7zs. 4. Engl, unter dem Titel, Lei- lettion c>s emlzlemscical lciAurez, l>/ (seorße Iticdardsen, ll-ond. 1777. 4. Lluch ist ebendesselben Lomplere Leckem vs IconoloZ^, Oonst. 17L5. 4. 2 B. aus dem Werke des Ripa, so viel ich weiß, gezogen. Dieses Buch, ist leider, noch immer, im Ganzen das Handbuch der Künstler; und doch ist Winkclmanns llrthcil davon wohl nicht zu hart. Er sagt, in s. Versuch einer Allegorie, S. -z. davon: „Ripa's Belcsenheitln seinerJeo- nologie ist mehrcntheils aus dem Werke des (vorhin angezeigten) Valerianus genommen; das übrige ist theils aus Büchern, die von Sinnbildern handeln, als Alciarus, Typotius, u. s. f. genommen, ein großes Theil aber ist auf seinem eigenen Grunde, oder vielmehr in seinem Gehirne erwachsen. Seine Bilder sind dergestalt erdacht und entworfen, als wenn keine alten Oenkmaale in der Welt wären, und man sollte glauben, er habe weder von Statuen, noch von erhobenen Werken, noch von Münzen und geschnittenen Steinen Nachricht gehabt. Seine Bilder sind höchstens bei) Illuminationen und wenige in Gcmähldcn, anzubringen. Man könnte viele Einfälle desselben nicht lächerlicher erdenken; und ich glaube, wenn ihm z. B. das welsche Sprichwort, in ein Sieb pissen, das ist vergebliche Dinge thun, eingefallen wäre, er würde auch dieses figürlich gemacht haben." — Vadleaux du remple stez bckulsz . . pour roprelenrer lex vertue, er lex vicex.... ?ar. ,655. s. Unter dem Titel, Vemple dex däulez, T^mst. 17ZZ. s. und mit der Aufschrift: Lulletbierr eri'Zinale dex radleaux lex plus iure- rcll'anx dex meramurpliesex stOviste .... ?ar. 1770. 5. 6->Bl. Der, in der letzten Ausgabe sehr verkürzte, dabei) befindliche Text ist von dem Abt MarolleS; die Gemählde, nach welchen flc gestochen worden, sind von Abr. Dieppcnbeck, und die Kupfer von Bloemart. Auf dem Titel des Amsterdamer NachsticheS, wird B. Picard fälschlich, als der Urheber der Zeichnungen angegeben. — Das zteKap. des icke» Buches in Gr. Laircssc Großem Bahlcrbuch, B. z. S. 285. handelt von „einigen, auf besondre Personen gerichteten Vorbildungen, welche füglich mit still- liegenden Sachen ausgefühet werden mo, gen."— Tcutschc Mythologie, oder Beschreibung aller erdichtete» heydnischen Götter und Göttinnen, Sulzb. 1712.8. — 'Ickelor de ?st>lex cdoil'cx dex plus excellenz kck/rkolo^ickex, p. ss. Oeuix Xrssr, Lrux. >7ZZ. 150 Bl. —— Ite» »lmezm de slooAde Van de kstieraAl/- Pen ob ^lerlcdeelden der Duden Vc>l- lceres.... door ^l.ndr. ksteinr. VVe- Neri;»- A l l All in sterkovlus, ^mch -7Z5.5 mit Kupf. Deutsch mit Siegin. Jae. BaumgartenS Vorrede, Amst. 1744. 4- mit K. Auch ist die Science hici-nZI^jihiczuc > vuLx- p-Iicarion des ssZrires sz-mholiczucs des ^nc. .4mch 1746. 4. mit K. meines Wissens eben dieses Werk, welches, wie die Ecmühldss seines Urhebers, von einer üppigen, überfüllten Einbildungskrast zeugt. In der Vorrede giebt Banmgar- tcn Nachricht von den Büchern, welche von den Slegyptischen Allegorien handeln, die aber nicht nclhcr hieher gehören. Das .Buch besteht aus 6z Kap. in welchen das, vor jedem derselben befindliche Kupfer erklärt wird. — i?ol)'n,eris, c>r Lnczuir^ concern. tde ogreemencs deccvcen che vvorlcs ob rlee Ilomon poers snd rlle xcmsins ob rko oncienr ^rciüs, Ii/ I, Spenge, I.ond. 1747. t. (Ucbcr die mehreru Ausgaben, Auszüge und Ilcbers. s. den vorhergehenden Artikel) — OiÄion. iconoloZi-zue, ou inrroduttion ü la connoiltsnce des ?eincurcs, Sculpr. Hilomp. tcäcdziiles, Hierres gr. Lnr- dlemes, Oevites . . . p. I^Ir. d. ?. (Hvnore'ka Evmbede Prezel) ?ar. 1756. 12. Qorlca 1758. 8- Deutsch, ebcnd. Z759. g. — Oiötionsiie liä^cleo - Her- rncri-zue dsns Ie758. 8. Ico» nologic, rirce de divers e^ureurs. . . x. st. It. Hondurd, Harm. 17 59, f. z B. Viennc 1766. 8. z B. Ist ital. und französisch abgefaßt, und enthält üzo iconol. Vorstellungen. Winkclmann, a. a. O. sagt, daß dieses Werk kein geneigter Urtheil verdiene, als die Schriften des Walerianus und des Ripa. „Es enthalt wenig selbst erfundene Bilder; die meh- «resten sind aus den, Ripa genommen, und in lang gespaltene Figuren nach neuer Tracht, und in dem.Mode-Stil gezeichnet, eingekleidet." Auch zeigt er das »Inzulclngliche und Unbefriedigende der Bilder in einzeln Bciispielcn. — Oi-ions. r!v dclle kavole, per l'inrejli^en?» de' I'ocri, de' (Zuadri e delis Lea- rue ... Vor. 1761. 8. ( Eigentlich nur für Schulen gcschrlcben) — eXimznac iconol p. Icär. Grsveloc, ?ar. ,764 — 1769. iz. ; Th. — Versuch ciner Allegorie, besonders für die Kunst... Dresden 1766. 4. von Joh. Winkelmann. Daß durch dieses Werk das Bcdürsniß der Künstler nicht befriedigt worden, ist bekannt. Oer D. hat sich mehr in Widerlegung und Berichtigung der Erklärun- gen und Mcpnungcn Anderer verloren, als daß er glückliche Bilder für die Darstellung ausgesucht Hütte. S. übrigens die Neue Bibl. der schönen Wissensch. B. z. S. 217 u. f. — dlouvclie lconologis Inssor. psr st. Llircr. cle la Holste, conc. las orrridurs Icieroßlzplliczues» <^ni our pour obzers les IV Llemens, les IV Saisons» leg IV psrr. 8n mondc» les dicherens complexions de l'lromme erc. I'ar. 176Z. st. in Bl.— Eine Folge von 216 Iconol. Blättern, worauf die Tugenden, die baster, die Künste» und die Gottheiten der Fabel dargestellt sind, von Huguicr, erschien, Par. >769. st. — Wie die Alten den Tod gebildet .... von Gotth. Ephr. Hessing, Verl. 1770. 4. vcrgl. mit H. Herders Schrift: Wie die Alten den Tod gebildet? Hanover 1775. 4. und verm. in der oten Samml. der zer, streuten Blatter, Gotha 1786. 8. S- -7Z U. f. — Ho tvlanuel dcsslrrilies er der ornareurs, ou Diät. Iiillor. cc mz'tkrol. des cmblcmes, sllegoriss, orrridurs .... relorivemenr sn colstume, aux inoeurs, oux ustages, Har. 1770. 12. 4 B. — Iconarii nnivers. Venra- men, s. rcrum omnium imogines» in aere eleZ, incistoe sc ordine ticcerar. distpossrae, II. 1776, 4. 4 B.— Ico- nvlogio dich er gr. p, ^är. (?I>!I.) I'a» ri^eou, ?sr. 1777. t.— (-Ii lilemenri roppresencori in I V Oeirs e l! senci» inenri del corgio, inven?. di /.dr. Lol. Isrcr, iniaIl. da Luis. Hsuri, II. 178 z, sol. — Encpclopedie der alten Geschichte, Ebttcrlchre, Fabeln und Allegorien, von Chr. Frdr. Prange, Haste 178z. S. —> Allegorische Personen, zum Gebrauch der bildenden Künste, von Willh. Ramlcr und IlH All und Beruh. Rode, Kerl. 178«. q. ur- sprüngl. in den Heyden ersten Bänden der Acadcmie der Künste.... zu Berlin befindlich. Auch können hiebey noch von Nutzen seyn, iklcin. iur Venus, p. l.srcker, ?or. i?75-8.— Oiilercsc. Lue les orrriducs cls Venus .. . p. Vir. I^bds Ldou, llsr. 1776. 4. Ucbcr die Attribute der Venus ... von E. Richter, Wien,?«;,», (unsjenen gezogen) — Nemesis, ein lehrendes Sinnbild, von H. Herder, in der otcn Samml. s. zerstreute» Blätter, S. 21z. und Pcrsepvlis, eine Muthmaßung, in der ztcn Sammlung , S. z°> u. f. — Uebcr Flügel und geflügelte Gottheiten, von C. L. Junker, Erst. 1786.8. Jupiter, eine Antike.. .. von cbend. Nürnb. 1788. 8. und Srläu- tcr. dazu in dem sten St. S. 195. von H. Mcusels Museum, Mannheim ,789. 8. — lieber die Hören und die Grazien Jena 1787. 8. — Uebcr den 64^05, oder ob es möglich gewesen, das athcniensische Volk in einer Figur darzustellen, von einem Künstler, in dem 8ten St. S. 99. von H. Meuscls Museum, Mannh. 1789. 8. — S. übrigens die Art. Mythologie? Sinnbild und lieblich. Allegro. (Musik.) Bedeutet hurtig, und wird denTon- stüken vorgesetzt, welche etwas geschwind und mir Munterkeit sollen vorgetragen werden. Weil aber verschiedene Grade des hurtigen sind, ehe mau auf das ganz schnelle kommt, so werden dieselbcu uoch durch andere Bestimmungen dieses Worts angezeigt. Allegro Vi molro, oder al- legro afiai, bezeill)iict das ganz hurtige, das dem schnellen oder llrelko nahe kommt, und allegrerro das weniger hurtige. Aber meistjedes Stnk, dem allegro beygeschriebeil ist, hat deßwegen doch seinen besondern Grad der Geschwindigkeit, den ein geschik- A l l ter Spieler aus dem Ausdruk und aus der Art der Noten errathen muß. Das Allegro, oder der hurtige Gesang, schiket sich zu dem Ausdenke der munteren Leidenschaften, der noch nicht ganz ausgelassenen Freude, eines maßigen Zornes, des Spottes, und allenfalls zuder bloßen Schwatz- hastigkeit, zum fröhlichen Scherz. Erfindet sich aber unter den verschiedenen Arten des Allegro nicht blos in Ansehung der Geschwindigkeit, sondern des Ausdruks, ein merklicher Unterschied; indem einStük mit der- selbigen Geschwindigkeit lustig, dreiste, prachtig oder schmeichelnd kann vorgetragen werden. Man braucht dieses Wort auch als ein Hauptwort, indem man ein Stük, das in hurtiger Bewegung soll gespielt werden, ein Allegro nennt. Allemande. (Musik.) Niesen Namen führen zweyerley Gattungen kleiner Tonstüke. Die eine Gattung macht insgemein einen Theil der sogenannten Suiten für das Clavier und andre Instrumente. Sie ist in vier Vicrteltakt gesetzt, hat einen etwas ernsthaften Gang, und wird von einer vollen und wol ausgearbeiteten Harmonie unterstützt. Der Name zeiget an, daß sie von deutscher Erfindung ist. Die andere Gattung ist eineTanz- mclodie von zwei) Vierteltakt und einer sehr muntern etwas hüpfenden Bewegung, die den Charakter der Fröhlichkeit ausdrükt. Sie hat viel Aehnlichkrit mit dem franzosischen. Tambouriu. Man giebt auch den Namen Allemande dem schwäbischen Tanz, der in Schwaben und in der Schweiz bey dem gemeinen Volke sehr gebräuchlich ist. Aber nicht richtig; denn dieser hat Z Takt. Cr hat etwas sehr artiges, und fröhliches. Sehr A l l Sehr oft sieht man in bemeldten Gegenden ungelehrte Tänzer, die ihre Allemande mit einer Annehmlichkeit tanzen, die viel Einnehmendes hat, und dem Zuschauer großes Vergnügen macht. Diese Allemande ist ein wahrer Tanz der Fröhlichkeit. Allgemein. (Schöne Künste.) V5as allen Dingen, die zu einer Gattung gehören, gemein ist. Es wird dem Bcsondern entgegen gesetzt, welches nur einzelnen, oder zu einer Gattung gehörigen Dingen zukömmt. Die Betrachtung des Allgemeinen und des Besonder« gehört deßwegen zur Theorie der schönen Künste, weil es in gar viel Fallen nothwendig ist, das Allgemeine durch das Besondere auszudrükcn. Hierauf scheinet -Horn; in der Anmerkung: ckibkicile elb proprio communis chicere *), zu zic- lm. Das Allgemeine ist aus zweycr- lcy Gründen unästhetisch: weil es durch abgezogene, und also von der Sinnlichkeit entfernte Begriffe vorgetragen wird; und denn auch, weil es oft zu gemein ist, und deß- halb die Vorstellungskraft nicht genug reizt. Das Allgemeine befindet sich blos in dem Verstände; die Sinnen werden nur von einzeln Dingen gerührt: daher kann das Allgemeine niemal sinnlich vorgetragen werden, als wenn es in dem Vesondern gesagt wird. Hieraus entstehen so mancherlei) Kunstgriffe, das Allgemeine besonders zu sagen; dergleichen sind die Bilder, die Bcyspicle, die Gleichnisse, die Allegorie, wo das Allgemeine der anschauenden Erkenntnis in dem Besonder« vorgelegt wird. Dabey ist denn überhaupt zu merken, daß das Allgemeine sich um so viel gewisser eindrükt, je neuer und reizender *) De Hers v. I2Z, Erster Theil. All uz das Besondere ist, aus dem es erkennt wikd. Ein andrer weniger gcmcinerKunst- griff, das Allgemeine besonders zu sagen, besieht darinn, daß das Besondere durch eiucn nothwendigen Schluß auf das Allgemeine führe, wie in diesem Ausdruk: Ach! Ich sähe der Tugenden letzte vom Erdreich geflohen *). Wobei) man nothwendig das Allge- meine denken muß: nun war gav deine Tugend mehr auf Erden. Es ist kaum nöthig zu erinnern, daß bcyde Kunstgriffe, das Allgemeine besonders zusagen, eben nicht bei) jedem gemeinen Gedanken, sondern nur bey solchen zu brauchen seyu, die ihrer Wichtigkeit.halbcr einen starker« Eindruk machen müssen. -S- Von der Nothwcndigkeit, das Allgemeine, in Rücksicht auf Schreibart überhaupt, in das Besondre zu verwandeln, handelt Home, in den Llemen» obLi-!- rlclzm, Bd. 2. S. Z-; der 4tcn Ausg. in dem Kapitel von Erzählung und Beschreibung, vcrgl. mit dem 4tcn Kap. Bd. 1. S. -;6. — Auch findet in dem Versuch über den Roman, Acgn. 1774. 8. S. ;oo. sich etwas darüber. Von der Allge, mcinheit, in Rücksicht auf Sramati- sehe Tkaractero handelt vortreflich G. E. bessings Hamburgische Dramaturgie, Th. -. E. 274. Lcipz. Ausg. so wie R. Hurd in dem Aussätze über die verschiedenen Gebiete der dramat. Poesie, bey s. Commentar über Horazcns Brief an die Pisonen, Th. 2. S. u. f. d. lieb, vcrgl. mit dem Commentar selbst über die Verse: rechiceie exemplar virae Inorumgua jubedo Th. 1. S. 226. d. lieb. liebri» gcns geht die, von H. Sulzcr angeführte Steile des Horaz eigentlich nicht auf das, wovon in dem Artikel die Rede ist, sondern auf Erfindung dramatischer oder tragischer Characterc, wie es der Zusammenhang Bodm. Sündflutb li. Ges. H "4 A l t hang zur Gnüge zeigt, und auch jeder Er, klarer und tiebersetzer derselben deutlich genug gezeigt hat. — A l t. (Musik.) Bedeutet eine Stimme in den Musik, die der höchsten Menschenstimme um nächsten kommt. Man giebt dem Alt in seiner höchsten Ausdehnung den Umfang von dem kleinen 5 bis ins zweigestrichene o. Von bcmeldtem k bis ins eingestrichene a wird er der tiefe Alt, von dein kleinen a aber bis ins zweigestrichene c der hohe Alt geneunt. Selten kann eine Manns- stimmc den Alt ohne Härte singen. In den Kirchen der protestantischen Schweiz, wo durchgehcnds vierstimmig gesungen wird, führen die jungen Mannspersonen den Alt, aber insgemein so, daß die Stimmen etwas übertrieben werden, daher man von weitem nur den Baß und den Alt höret. Der Altschlüssel ist der c Schlüssel auf der dritten Linie Die Alten. Wenn man bei) Gelegenheit der schönen Künste die Aken nennt, so versteht man dadurch die alten Völker, bei) denen sie vorzüglich geblü- hct haben; fürnchmlich die Griechen und Römer. Diese haben sich durch einen feinen Geschmak und durch fürtreffliche Werke der schönen.Künste vor allen andern hervor gethan. Es laßt sich gar nicht läugncn, daß sie es zu einer Vollkommenheit gebracht haben, welche die Neuern selten erreichen. Einige Kunstrichter haben so laut von den Vorzügen der Alten gesprochen, daß andere die ganze neuere Welt dadurch für belei- digc gehalten, und dcßwegen einen A l t heftigen Streit angefangen haben, welcher in Frankreich mit großer Hitze einige Jahre lang ist geführt worden. In diesen Streit wollen wir uns nicht einlassen; er ist mit so wenigem nicht auszumachen, als Per- rank geglaubt, der in einem kleinen Werk') sich unterstanden hat zu zeigen , daß die Neuem in allen Stü- ken den Alten nicht nur gleich kommen, sondern sie so gar übertreffen. Wir begnügen uns, dem Zwck die- ses Werks gemäß, einige allgemeine Anmerkungen über den Geschmak der Alten zu machen. Und weil wir in andern Artikeln von den bildenden Künsten der Alten gesprochen **), so wollen wir hier blos bei) dem bleiben, was die Beredsamkeit "und Dichtkunst betrifft. Obgleich die Grundsätze des Ge- schmaks für alle Zeiten dieselbigen sind; weil sie sich auf die unveränderlichen Eigenschaften des Geistes gründen: so ist dennoch eine große Verschiedenheit in den zufälligen Gestalten des Schönen. Bcy Bcurthei- lung der Alten müssen wir nothwcn- dig auf dieses Zufallige Acht haben. Es kann ein Werk der Beredsamkeit und Dichtkunst, von demjenigen, was bey den Neuem für das schönste gehalten wird, sehr verschieden, und dennoch vollkommen schön seyn. Wenn wir darauf nicht Acht haben, so werden wir viel falsche Urtheile fällen. Die Schönheit eines persischen Kleides kann nicht nach der europäischen Mode beurtheilet werden: man muß dabei) die persische Form, als die Richtschnur der Beurtheilung, nothwcndig vor Augen haben. Die Form, welche die Alten ihren Werken des Geschmaks gegeben, geht sehr H parallele llcs ^ncienz er iZes voller- nez cn ce gui i'e^srrls le» zr» er le» l'eiencci 2 Vol. ls. ") S- Antik. A l t sehr oft von der heutigen Form weit ab; ob gleich das Wesentliche dieser Werke cinerley ist. Wir reden hier hauptsachlich von den Werken, die nicht blos zum Vergnügen und Zeitvertreib geschrieben sind, sondern von solchen, bcy denen eine moralische Absicht zum Grunde liegt, welche durch eine, nach dem Gcschmake der Zeiten angemessene, Form erreicht wird. So hatten die griechischen Dichter bey ihren Trauerspielen nicht blos die Absicht, ihre Zuschauer ein Paar Stunden lang in eine angenehme Verwirrung verschiedener Empfindungen zu setzen, dadurch ihre Ge- schiklichkcit zu zeigen, und sich persönliche Hochachtung, oder andre Vortheile, zu erwerben; die gewöhnliche Absicht der neuen Dichter. Diese Verschiedenheit in den Absichten mußte nothwendig einen großen Unterschied in der Ausführung hervorbringen. Es ist aber kaum eine Art des Gedichtes , oder der ungebundenen Rede, die nicht ursprünglich zum Behuf der Religion, oder der Politik eingeführt worden Ware. Darnach muß vieles in der zufälligen Form derselben beurthcilt werden. Ohne diesen Leitfaden, wird man sehr falsche und unbillige Urtheilc über die Werke der Alten fallen. So finden viele Neuere etwas unnatürliches in den Chören des alten Trauerspiels. Wenn sie aber bedächten, daß die festlichen Gesänge derselben das wesentlichste der ältesten Tranerspiele, und die Handlung etwas zufälliges gewesen *); so würden sie finden, daß die Dichter, in deren Willkühr es nicht stund, Veränderungen mit den Chören vorzunehmen, mit allem möglichen Geschmak und mit großer Weisheit, die Chöre mit der Handlung in Eines verbunden haben. *) S. Chor. Episode. A l t IIS Eben so findet man in den redenden Künsten der Alten Dinge, die auf das beste und vernünftigste in den Hauptabsichten der Verfasser gegründet sind, und also nothwendig zur Vollkommenheit ihrer Werke gehören; ob gleich dieselbigen Sachen in den Werken der Neuern einen Uc- belstand verursachen würden. Wenn wir den vierten Auftritt des ersten Aufzuges in der Anrigone des Sophokles lesen, so wird es uns anstößig und frostig scheinen, daß der Soldat, welcher dem Lrson die Zeitung von der Beerdigung des Polpnices hinterbringt, sich so seltsam dabei) gcbehrdet. Ein Unwissender könnte leicht auf die Gedanken gerathen, der Dichter habe da poßirlich senn wollen. Wenn wir aber bedenken, daß den atheniensischen Dichtern bcy allen Gelegenheiten die politische Pflicht obgelegen, ihren Mitbürgern einen Abscheu für die Monarchie bcyzu- bringen, so werden wir finden, daß dieser Auftritt da fürtrefflich ist. Er mahlt das ausschweifende Wesen, wozu der deftotische Geist gewisser Monarchen ihre Sclaven verleitet, mit meisterhaften Zügen. Wie man bey den Werken des Ge« schmaks die Absichten, denen nothwendig alles andre untergeordnet seyn muß, nicht darf aus der Acht lassen; so muß man bey dem Lesen der Alten ihre Sitten, ihre Gesetze und ihre Gebräuche, beständig vor Augen haben. Ohne Rüksicht auf diese kann kein Urthcil vernünftig ausfallen. Wenn man nicht bedenkt, was für wichtige Sachen bcy den Griechen die öffentlichen Wettstreite und besonders das Pferderennen gewesen; so wird man meynen, Sophokles habe in der Elektra einen großen Fehler begannen, da er bey der erdichteten Erzählung vom Tode des Orestes, sich in eine so weitlauftige Beschreibung eines solchen Streits einlaßt. Doch ist die- H s ftS üü Alt ses eine Stelle, die seinen Zuschauern unstreitig vorzüglich hat gefallen müssen. Zu den Zeiten des Homers war es in dem Umgange der Menschen noch nichtgebrauchlich, gegen seine Empfindungen eine Sprache zu führen, die wir die Sprache der Höflichkeit nennen. Jedermann drüktc sich ohne Umschweife natürlich aus, und wenn er es nöthig fand, dem andern einen Verweis zu geben, so geschah es nicht durch Umwege; er drükte sich geradezu aus, ob er gleich keine Bitterkeit im Herzen hatte. Man muß also dergleichen Reden, wovon in derJlias häufige Bcyspiele sind, nicht wollen nach den heutigen Sitten beurtheilen. Wie konnte Homer eine Natur mahlen, die zu seiner Zeit noch nicht vorhanden war? Bcy eben diesem Dichter kommt manchem die gravitätische Art, durch förmliche und etwas feperlichcReden im Umgang sich gegen einander zu erklären, sehr seltsam vor. Die ge- ringsten Berichte oder Botschaften, die ein Herold im Namen eines Heerführers bringt, werden mit Feierlichkeit vorgetragen *): aber dieses ist vollkommen in den Sitten dersel- bigcn Zeiten; der Dichter wäre durch einen andern Vortrag unnatürlich geworden. Also ist das eine wnrk- liche Schönheit bey ihm, was manchem tadelhaft scheinet. Wer nicht bedenkt, daß nach den Sitten der Alten gewisse itzt sehr geringe Sachen, jenen überaus wichtig gewesen, der wird den Homer und den von ihm geschilderten Achill für Kinder halten, wenn er liest, mit was für Vorstellungen Minerva diesen Helden über den Verlust der Beute, die ihm Agamemnon abgenommen hatte, zu besänftigen sucht. Wir können aber kein besseres Beispiel anführen, die Nothwcndigkcit ') Man sehe z. B. im IV. B. der Jlias den 204 u> l> V- A l t zu zeigen, die Sitten der Alten, bcy Beurtheilung ihrerWerkc vor Augen zu haben, als die Rede des Nestors im II. Buch der Jlias, wodurch er die Griechen von der Aufhebung der Belagerung abmahnet. Dieser ehrwürdige Greis sagt seinen Soldaten: er wolle nickt hoffen, Saß sie eher nach Hause segeln werden, als bis jeder von Ihnen bep der Frau eines Trojaners würde geschlafen haben. 17co 77§>sv Fnks'/eAc») VksSo!» H5/V T'/va Trcr/ cr'XvXP xa-T-axos-.. Dieses wäre der schändlichste Beweggrund, den ein Heerführer in unfern Zeiten brauchen könnte. Und den legt Homer dem ältesten und weisesten Feldherr» in den Mund. Dennoch kann man hier dem Dichter nichts znr Last legen. Man muß bedenken , daß nicht nur zu seiner Zeit, sondern noch viel später, die gesetzmäßige Gewohnheit geherrschet, daß die Einwohner einer im Kriege eroberten Stadt Sclaven der Sieger geworden; daß besonders die Frauen als eine Beute ausgethcilt worden, von der sich jeder eine oder mehrere Beischläferinnen aussuchte; daß die Belagerten sich allemal auf diesen Fall gefaßt machen mußten. Der Dichter hat diese Sitten nicht eingeführt, sondern gefunden. Dieselbe Bewandtnis hat es mit der Stelle, wo Agamemnon den Menelaus schilt, daß er den Adrast, der sich ihm ergeben hat, als seinen Gefangenen annehmen will, und daß er diesen Feind so gar mit eigener Hand umbringt. So wie in unfern Zeiten ein Heerführer sich durch eine solche That mit Schande bedcken würde, so wäre auch ein Dichter, der ihn so handeln ließe, höchlich zu tadeln. Wenn man dergleichen Betrachtungen, die zu gründlicher Bcurthei- A l t lung der Alten müssen voraus gesetzt werden, vor Augen hat; so wird man ihnen gewiß Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Zwar nehmen wir gar nicht auf uns, zu behaupten, daß alle ihre Werke ganzlich ohne Tadel seyn: aber dieses scheinet ausgemacht zu seyn, daß ihr Geschmak überhaupt natürlicher und männlicher gewesen, als der Geschmak der meisten Neuem; daß ihre Werke den »msrigen darinn weit vorzuziehen; daß sie von wesentlichem! Nutzen gewesen; daß sie mehr Wartungen auf die Bildung einer männlichen Denkart gehabt; daß sie das Gründliche weniger durch zufällige Zicrrathcn verdunkelt; und wie überhaupt in ihrer ganzen Litteratur weniger Betrachtung und hingegen mehr Anwendung auf den würklichen Gebrauch war, als in unfern Zeiten; so scheinen ihre Werke weit tüchtigere Staatsmänner, gute Bürger und tapfere Soldaten zu bilden, als die Werke neuerer Zeiten. Bey ihnen war in ihrem Leben, wie in ihren Künsten, alles praktisch; bey uns denken wir selbst über Sitten und Pflichten nur spekulativisch; da, wo jene handelten, begnügen wir uns, zu denken; jene waren durchaus Herz; wir sind durchaus Geist oder Wiz. Man empfiehlt dcßwegen ein flechsiges Lesen der Alten nicht ohne wichtige Gründe. Es ist unmöglich, sich mit ihnen genau bekannt zu machen, ohne in seinem Geschmak und in seiner Denkart eine sehr vorthcil- hafte und männliche Wendung anzunehmen. Sie haben ungleich mehr für den praktischen Verstand, als für die Belustigung des Geistes gearbeitet; die Empfindungen haben sie nicht weiter getrieben, als sie nützlich sind; das Ucbertricbene derselben, womit einige unter uns sich einen Ruhm zu erwerben gesucht haben , kannten sie nicht. Alt 117 In den goldenen Zeiten der griechischen Frcyhcit waren die Künste unmittelbare Werkzeuge, dem Staate und der Religion zu nutzen. Jede Arbeit hatte ihren bestimmten Zwek. Dieser leitete die Künstler in ihren Empfindungen, und setzte sie in das Feuer, ohne welches kein Werk vorzüglich werden kann. Auf ihren Zwek gierigen sie ohne Umschweif zu, und da sie ihre Gesetze, ihre Sitten und die Beschaffenheit des menschlichen Herzens immer vor ANgen hatten; so konnten sie nicht leicht in die Irre verleitet werden. Schon bey der Erziehung ward der Jugend angewohnt, sich als Glieder des Staats anzusehen. Dieses gab ihren Vorstellungen allemal etwas praktisches, und ihren Handlungen eine Richtung, die immer auf etwas wichtiges abzielte. Wenn also ein junger Grieche zu arbeiten anfieng, so war es so gleich für den Staat. Man darf fichveß- wcgen nicht befremden lassen, daß in allen ihren Werken eine männliche Stärke, eine reife Ucbcrlegung und bestimmte Absichten hervorleuchten, die so oft in den Werken der Neucrn fehlen. Bey unfter Erziehung gewohnt man der Jugend eine eingeschränktere Denkart an. Nicht die Vernunft, sondern die Mode, wird ihr zur Richtschnur vorgeschrieben; man darf nicht eher reden oder han-- deln, bis man sich durch ein ängstliches Umsichfthcn versichert hat, daß man dadurch niemanden mißfallen werde. UnsercJugend stehet sich blos, als einer Familie zugehorcnd, an, und ihr großer Verdienst ist, den Häuptern ihrer Familie zu gefallen, die Augen auf sich zu ziehen und nach der Mode zu leben. Die Alten hielten bey der Erziehung streng auf alles, was zur bürgerlichen Tugend geHort, und waren nachsichtig in dem, was die allgemeine menschliche Tugend betrifft. Wir kehren dieses um. Von diesem kindischen Geiste H 3 »-iget A l t A l t zeiget sich insgemein vieles in den Schriften unsrer Dichter nnd Redner, deren Absichten selten über ihren kleinen Zirkel hinaus reichen. So bringt der beste Kopf oft sehr nüttelmäßige Sachen hervor, weil es ihm an großer Denkungsart fehlt. Denn darinn, und nicht an Genie übertreffen uns die Alten, so wie Gmnnlian schon von seiner Zeit angemerkt hat. düea euim nvs tarai. tatis natura äamnavit; isci üicsnrli inutavimus genus et ultra nobis, guam oportsvat, inüulümus. Ita non tam inAenio illi nc>8 lupera- runt. gusm propolito ^). Man kann sich von der großen Denkungsart der Alten und von ihrem wahrhaftig männlichen Geist kaum eine allzu große Vorstellung machen; sie verdienen unsre Bewunderung, und wegen ihrer ungehinderten Freyheit zu denken, kann man sie beneiden. Hingegen ist es eine ganz unüberlegte Ehrfurcht für sie, wenn man glaubt, daß auch die Formen ihrer Werke unsre einzige Muster seyn müßten. Dieses heißt wahrlich den Kern wegwerfen, und die Schaale aufbehalten. Diese Formen sind ihren Sitten und ihrer Zeit angemessen; die Epopee, das Drama, die Ode, zeigen nur in ihrem Geist und Inhalt, nicht aber in ihrer Form, Männer, welche Werth sind, unsere Meister zu seyn. In dem Wesentlichen sind Horner und Oßian Barden von ciii'rley Gattung, aber ungemein verschieden sind sie in dem Zufälligen, und besonders in der Form. Welcher von beyden soll darinn unser Führer seyn? Keiner; die Form ist zufällig und unsrer Wahl überlassen, wenn nur die Materie groß, und die Form ihr nicht widersprechend ist. Einige Neuere scheinen so sehr für die Formen der Alten eingenommen zu seyn, daß wenig daran fehlt, Inft. i.. u. c. 5. daß sie nicht zur Regel machen, die Epopee müsse vier und zwanzig Gesänge haben. Hatte nur die Aencis so viel, so wäre die Regel vermuth- lich da. Ilm Gcschniack an den Schriften der Alte» zu finden, und Geschmack und Gcifi durch sie zu bilden, ist, vor allen Dingen, die Verständlichkeit derselben uothmcndig; und wenn gleich das fleißige Lesen derselben, und eine genaue Kenntlich dee Sprachen, in welchen sie geschrieben haben, der sicherste und vielleicht der einzige Weg hiezu ist: so sind wir doch alle, mehr oder weniger, gcnöthigt, zu den, aus ihnen selbst gezogenen Hülfs- mitteln, welche über ihre Gebrauche, Gesetze, Einrichtungen, Sitten u. d. m. Aufschlüsse geben, unsre Zuflucht zu nehmen. Der Wceke dieser Art sind sehe viele, obgleich, meines Bcdünkens, über viele cinzeie Punkte noch nichts Befriedigendes gesagt, und über andre wieder viel mehr, als nöthig wflre, zusammen gc, tragen morden ist. Ich schrcinkc mich hier auf die, vcriMnißmWg, bessern, grösser» oder kleinern, ein; und füge noch hinzu, daß die Anmerkungen be» den verschiedenen bessern Ausgaben der Classiker, das Wesentliche auS ihnen zum Thcil, enthalten, und daß die vorzüglichsten Erlciu- tcrungsschriften cinzeler Scheiftstellee, bey ihren verschiedenen Artikeln, vorkommen werden. Zu der Verständlichkeit des Jnnhaltes der griechischen Schriftsteller überhaupt, gehören: lac. Lronovü Vlieiaunis graec.-gnriczuir. . . . Hags.8.1697—- 170z. Vau. 17z2.fi. i: B. (EinVer- zeichniß der in diesem Werke gesammelten Schriften findet sich, unter andern, in ?adricil Ilivliogr. anricznar. und P. Vurmann hat einen esralog.... I-Vror. . IV. T^nrig. grsecor. Acnril. so- crsr. poiir. miliror, etc. Ue^iom. 1689. 4. 1707. 4. Schon als erster Versuch über diese Materie in Deutschland merkwürdig ; aber auch an für sich selbst noch nicht ganz unbrauchbar. — ^rckocologia gioecs, or rlie /Iiiriczuicies vsLrcece, d/ st. Locrcr, vxb. 1699. 8- 2 Bd. Lateinisch, sehr vermehrt, als der i-te Band des angeführten Gronovschen Thesaurus; und eben so, Ven. 17ZZ.4. 2B. Aber diese lat. Ucbersetzung ist nicht zum bebten gcrathen. Englisch, mitden Derm. Lond. >706.8. 2 V. >776. 8. 2B. (neunte Aust.) Deutsch mit Ann,, und Jus. von I. Jac. Rambach, Halle >775 — >?8Z 8. z B. (Meines Vedünkcns, das, im Ganzen, brauchbarste Buch, ob es gleich kei- ncswcgcs vollkommen befriedigend ist.) — ^uriguiroc. Lrzeczr. praecipue gtricor. stescriprio brevis, Lran. >7 >4. 12. von kamb. Bos; ex estir. Leist. Veisucri, Vips. >749 und 1767 .8. — Französisch vonLa Grangc, Lar. 1769. 8- ^uci- c>uicor. gracc. proecipue orricar. ste- scriprio drevis, ^.uJ. Ligism. bstaver- csmpio, VuZst. L. 1740. 8- — si.es Zcäocurs er les uszAcz stcs Lrecs, p. öär. . Vlenarst, Lvon>74Z.>2. — — In Ansehung der romischen Schriftsteller: loa. L-. Lrscvii Vlies, T^uriguir. Uo» mansr. . . Vra;. ast U. 1694 — 1699, Ven. >7Z2. s. i-B.— T^Ib. Isteinr. ste üollcngec hiov. Vires, ^.urig. Uomo- mir. . . . Hag. >716 — >7 >9- b. Z B. (Wegen des JnnhaltcS bcyder, s. den vorher angezeigten Lscolog. k>. Lurmonni, Veist. 1725. 8>) ^ Ivo. Uossnl t^nri» . II. ste Le^iii. er ste Lenscu, er /^nst. Lessucrii suimastv. Vrs). sst Ulicu, t7«i. 4. e^mkl. 174z,— Uurc. Lorch. Lrruvii Z^nrogma -luriguic. Uoma- nur. . . . len. 1701, 4. — Lkr. Lei- lorii Lowpenst. ^nciczuir. Uom. Hol. 1701. 8. L. ostnor. I. L. I. Wslciiii, ebcnd.>774.8. — Uiruum czui olim opust Uomsnos olzclnuerunr, luccinblo enor» rzrio, ^uöb. L. Ist. dstieupnrr. Vro). »st Uli. >7>2. 8- ebend. >7Z4- 8. Ler. 1767.8. Llir. Lorrl. Lciivvzichi obser- vor, ?.st L. II. diieuporcii Lompenst. ^Ir. 1757. L> und Anmcrk von C. I. G. Haymann, Drcsd. >786.8. — Uoinse anr. dioririo, or rlie i^nri^uir. ob Uome, Hz- Lot. Isenncc, Houston 17zi. 8- — Des moeurs er stes usz- ges stes Uornoins, ?or. 1744.12. 2 B. (von Fabre de MorfanS) — Vloeurs cc coucumes stes Uomoins, p. belr. Uri- stoulc, ?sr. 175z. 12. 2 B. — I. 1^. Lruneri lurrostuch in >Inriguir. Uo- mon. len. 1746. 1782. 8- — Von den Sitten und Gebräuchen der Römer, Bresl. 1772. 8. — G. Ch. Maternus vo» Cilano Ausführliche Abhandlung der römische» Altcrthümer, herausz. von G. Chr. Adler, Alt. >775 — 1776. 8. 4 Th. mit K. (schlecht genug gcrathen.) — lieber Sitten und Lebensart der Römer in verschiedenen Zeiten der Republik, von Joh. Heinr. Ludcwig Meicrotto, Beel. 1776. 8. 2 Th. (Ein Wcrk, dessen Fortsetzung sehr zu wünsche» ist) — Inrrostiwione ollo ssustio steile Uomanc Surick, stel Louvn. I). dlic. VcurimeAÜo, Uom. 178z. 8- - B. Iu der Verständlichkeit des JnnhaltcS der griechischen so wohl als romischen Schriftsteller überhaupt: loa. LoleniVhcsour. vrrius- guo T^nriguir. Uomouar. Lrsccarum.» guc novo Luppl. Ve». >7Z7.s.5B.— ^rchoeoloZia iircerar. TVuÄ. loa. k^uA. Lruelii, hips. 1768. 8. verb. und vermehrt durch Martini, ebend. 179°- 8- --- Joh. Frdr. Christ . . . Abhandl. über die Litteratur und Kunstwerke des Alterthu- mcs, hcrausg. von Joh. Karl Jeune, Leipz. 1776.8. — Handbuch der klassischen Litteratur, enthaltend >) Archäologie s) Notitz der Klassiker, z) Mythologie, 4) H 4 Griech. I 2« A l t vriech. Altcrth. ;) Römische Alterthü- mer, von Joh. Joach. Eschenburg, Verl. 178z und 1787. 8. (als der, sehr vcr< mehrte und verbesserte, 2, Th. von B. Hederichs Anleit. zu den vornehmsten, hi- stvr, Wissensch.) — Archäologie der tit- teratur und Kunst, von Joh. Joach. Eschenburg, Verl. 1787. 8. — — Von cinzclen, zur Kcnntniß des Al- terthumcS nöthigen Stücken, als von der Religio!?' der alten Volker überhaupt, handeln, besonders unter mchrern: Via- . Ouill. (lu Lkoul, Oe^de >556. b. Weck! 167z. 4. tat. Amstcrd .168;, 4.— Vrairs de; anc. ccrcmonic;, p. östr. ssona; ckorrec, ckar. ?66a. Z. — loh. tlorct'r. Oaiecmackier dtNtilzuir. graec. lqcr. blclmck. 17Z4 UNd 1744. 8- — Ohr. ?rdr. Lruninn Lompeod. /^nri» ^uic. ^rocc. e protani; ckcrar. ?rct^r. I7Z4. 1745. >759> 8- -- Lxplicscion de diver; ^lonumen; cknzulicr; gni onc rspporc ö In rcliyion de; plu; onc. peuple; .... p. Ic ck. ?. Dom (ivlar- lin) . . . ?nr. 17Z9. 4. (Obgleich das Werk, ohne Sinn für die eigentlichen Kunstwerke geschrieben ist: so enthalt es denn doch, in Rücksicht auf religiöse Gebrauche, manche brauchbare Erläuterung.) — Oiilercar. tue In dickerence de; dcux ane. religio»;, In gr. er In romsioe, Oondrc; >757. in. — Von den Vrnkeln: Levrg. d /loc» bii VraNaru; Oe ornculor. erknicor. orig. propngnr. er durarione, ckrctr. 169:. 8. — etnc. v. I)nle Oe Orscu- Iis verer. Irrhnicor. Oih. TLmckel. 1Ü82. 8. verni. cbend. 1700. 4. «voraus Fonte- nclle s. bekannte blick, dc ;t )raelc;, ?nr. 1686.12. Deutsch von Gottsched, in s.Auöer- lcsenen Schriften, Leipz. 1751. 1760. z. gezogen. Versuch einer Geschichte der vornehmsten Orakel, Bern 1775.8.-—— Won dcn M/sterici?; Das erste darüber, von Neuer» geschriebene Werk, na'hmlich tcs I. Meursius LIeucknis, ck de Lere» ris Licuck Sncris (dessen erste Ausgabe mir nicht bekannt ist) findet sich, bereits vermehrt, im ?ten B. S- rc>s des Grv- novschen Thesaurus, und im -ten B. bee Werke des Urhebers, klor. 1744. 4. ^stmirnnän erhniene Vheolog. m/ckc- rin propninrn . .. n lo. ?ried. ickervarc nk llohenbrirg, ölonnck. 1626.4.—. Oer IVte Abschnitt im iten B. von Ware burtons Oivine l.cgi;l.icio» ob ^lo» ck; — Eine Abhandl. im ztcn B. S. 164 von Chrstph. McincrS vermischten philosophischen Schriften, Leipz. 1776. 8. — lieber die alten und neuen Mysterien, Verl. 1732. 8. (Wird H. Joh. Aug. Stark zugeschrieben, und scheint mit allerhand Nebenabsichten versaßt zu seyn) Ivlem. pourckrvir ö la religio» leerere cke; ane. psuplez, p. Vir. de; strc; er de;8cience; et de leur; pro^rss che? le; snc. Heu- xle;, ?ar. 1758- 4- Z B. blaye 1758. i a(z B. von Ant. Dvcs Gvguct; .deutsch durch Ge. Chrstph. Hamberger, Lemgo 1760, 4, z Bde. Lsm, ?erici ad l-eZes A l t 121 pcges arricsr Lommcnrsr. ?->r. >6Z5. st. und mit Anmcrk. von Palmer, Salvinus und Duckcr, u. a. m. im zten Dd. der lurispruci. Idom. er T^rric. Lugä. L. 17z 3. f. — l'kcmis, leu «je Orttl legis gerernae stecuncium stenrcnriam Orsccnr. über stingul. Tluöt. lo. priü. Hiombergio, ^starb. Larc. 1725. 4. — De orru er proj-ressu ^uris civ. apucl Pom. /iustt. Vinc. Lravina, ldleap. 1702. l2. Lipst. 170z. F. — bliss. 6u Droic pomoin, p. LI. los. pcrrierc, par. 1718. 12. — lo. Lorrl. stleinec- cii, stlilt. lur. L!v. Pom. ststal. 17ZZ.8. verb. und verm. durch Joh. Dan. Ritter, ^mllel. 1748. 8. — Ir>. ^UA. kacbii plill. lurispruä. Rom. L!b. IV. Lipst. 1754.8. Luccae 1762.8-»-» lstb e bl i- sttor)- ost rbc legal ?olir^ ost rbe Poznan 8rsre, ancl ost rbc Piste, progrcsts ancl bxrenr ostrbe pomsn Larvs, b)- 'pb. Lcver» Lon8. 1781» 4. Deutsch, keipz. 1786. 8- Don der Geographie der Alten: Ausser den Geographen der Alten selbst, als desStrabo (apci. Hläum 1516 .gr.st. «8. pr. Lx rec. Lastsub. ?sr. 1620. st. gr. und lat. Hmllel. 1707. st. 2 B- gr. und lat. Jtnl. Fror. >562.1565. 4- Deutsch von Adr. Jac. Penzcl, 'Lemgo 1775. 3. s B.) — des El. PtolomäuS (Oeogr. in s. Werken, Ii. 1490.5. Einzeln, Hmlb. ,619. 5. gr. und lat.) — des Stcphanus Wyzantinus (dessen Uebcrblcibsel mit Anm. von Stcph. Pincdo, Amstcl. 1678. 5. L. commcnr. T^br. pcrbelii, er lac. Oro- nov. obsterv. Lugä. p. 1638- 1694. 5. erschienen, und wozu die Anmerkungen des Luc. Holstenius, einzeln, bugä. L. 1684. gedruckt worden sind) — dcsPom- ponius Mcla (Oessru orbis, Lil>. III. bäcciiol. 1472. 5. L. dlor. Var. Lugcl. II. 1635. 8. 1722. 8- 2B. b. A. 1748. 8- 2 B. Jtal. Den. 1557.1605. g. Spanisch, Madr. 1644. 4. Deutsch, Glessen 1774. 8.) und den kleinem, von Joh. Hudson, Oxon. IÜ98.170z. 1712. in vier Octavbstnden, herausgegebenen, Schriftstellern dieser Art, — ausser diesen handein davon: pbil. Lluveri Inrrocl. in nniv. Oeogr. kam vcrer. czusm novam, I-ib. IV. Lonä. 1711. 4. T^mlicl. >729. 4.--- Lkr. Lellarii bioriris Orb. r^ncig. . . . Lipst 1701 — 1706. 4. L Bd. Lanrabr. (/imllel.) 170; —» 1706. 4. 2 B.— Oeograpbie univ. biliar, cbrvnol. p. stean bloblor, par. 1725. 8- 6 B. — Geographie der Griechen und Römer ... von M. Conr. Man- ncrt, Nürnb. >788- 8. Die, in diesen verschiedenen Werken enthaltenen Nachrichten, sind, ferner, größtcnthcils in folgenden Wörterbüchern zu finden: Lam. piristc! bexic. ^nr!» czuic. pnmsnar. in cpio ritus et anri- czuic. cum Lraec. ac Pom. communes, rum pomanor. pcculiarcs, stscr. er prost, publ. er priv. civ. sc milir. ex- ponuncur, Lcov. 17 r;. st. Vcn. 1719. st. Z Bd. Hag. L. 17Z7. st, z Bd. — Oisttion. 6cs -^ncicz. Or. er Pom. p. Pierre Oaner, par. 1698. 4. Umfiel. ,7°i. 4. (Zwar für den Dauphin, und faßlich genug, aber auch sehr flüchtig geschrieben) —- Bens. Hederichs gründliches Antiquitcktcn-Lcxieon, Lcipz. 174z. 8. " Oisttion. clcs T^nriq. pnmaines, psr. 1766. 3. z B.— Oiöi. pour l'in- relligcnce 6cs sureurs clalligues» gr. er rom. ranr stacr. czue prvstancz, con- ren. ta Leogr. I kstiltoire, Iz pöble er les -^nrig. p. >4r. ( prancois ) Labba» rbier, Lkal. 1766— 1763. 8. Z4 B. Text und 2 B. Kupfer, aus welchem ein Auszug, unter dem Titel: Oiöt. biss. er crir. clez >znr. gr. er rom. Vverssun 1775 u. f. 8. 9 B. erschienen ist. —> Andr. Bens. Bcrgstrckßcrs Rcalwörtcrbuch über die classischen Schriftsteller der Gr. und Lat. Halle 1772 >— 173,. g. 7 B. (Ein bis jetzt unvollendetes, nur bis zu dcnBuch» stabcn Eguu gehendes Werk) — Los Lieclez paz-cns, ou Oiöb. m^rbol. bcr, polir. licrer. er gengr. cle I ^nr! B. dluov2 rsc» colcir Ven. 1755 — >758- 8- 4 B. — LsAxi 6i 6isscrra2ions ocs6. . . . lercs Hello >^co6. Lrrulca 6eIIa Lirca 6i Lor- rons, Koni. 1755— 1751.4. 6 B. Mit K. — Lommenr. Lipssens lirrer. L.ipch. 175z. 8- 2 B. — lo. .^cuA. Lr- iretli Opulc. cric. pftilol. LuA6. II, 1764. g. 1776. 8. kicft. Lcncleii Opulc. pftilol. ex verch. Don. Lennep, Qron. 1770. 8- Lipl. 178'. 8- (Bekannter Mähen sind diese verschiedenen Aufs, viel früher , und m englischer Sprache , geschrieben; aber ich habe geglaubt, daß sie hier ihre Steile am füglichsten einnehme») — I. I. RambachS archäologische Untersuchungen, Halle 177z. 8. — Llir. Q. He^nii Opulc. aca6eiriicz, Qörc. 1785 -- >788. 8- Z Bd. und c>. m. Auch gehören noch hicher diejenigen Werke, welche, nach Anleitung von Kunstwerken und Dcnkmahlen, das Altcrthum erläutern, alS: L^nriczuirs expliczuee er reprcleures sn Ligures, . . . p. kern. Vlonrlaucon, ?sr. 1719, 1. und 172s. 1, 10 Th. in 5 B. und die Supplein, dazu, ebcnd. -7-4- k. 5 Bd. In einen Auszug gebracht durch Jvh. Ige. Schatz, Deutsch, Nürnb. 1750 und 1756.1. hat. ebcnd. >757. f. ( Die Vorzüge und die Mängel des Werkes sind, unter andern , in S. BaumgartcnS Nachr. von einer Hallischcn Bibl. Th. ->. S.2-6 u. f. angezeigt) — so wie diejenigen, welche, durch Kunstwerke, die Schriftsteller der Alten, faßlicher zu machen gesucht haben, alS keil^rneris, or on Lriquir/, con» cerninA rtic oArcemenrs bettvecn rfte vorlcs och rfte kornzn poers, sn6 rfte rcinoins ol rfte ans. ^rrills, l>7 lach. Spence, Lonci. 1747. 1755. ^774- k. Jn einen Auszug gebracht durch Tindal, unter dem Titel, Quirls ro cioflicol LearninA, 1.00,6 .1765.1786.8. Uni- gearbcitcQ Deutsch, von Jos. Vurkard, und F. F. Hosstütcr, Wien 177z. 1776. z. 2 B. Diejenigen Werke indessen, worin Kunstwerke, vorzüglich als Kunstwerke, dargestellt und erläutert werden, sind Key dem Art. Antik zu finden. Mit der Verständlichkeit der Schriften der Alten selbst, oder mit ihnen, in Rücksicht ans Sprache beschäftigen sich vorzüglich : SVir. llurncbi 7^6 verch. 1'oiril III. -^rA. 1509. ch. — 1,u6. Loci, ki- cireri ( parris kkociiAini) LeK. TLnrir cpiac, Veu.1516.1. koch. 1542.1599.1. Qcii. 161... 1. — r^Iex. 08 ^Icx?.ir6ro> Zolilcell. Lift. VI. kom. 1552. Mit Erlüutcr. von Andr. Tiraqucll, Frkft. 1594. lul. und mit Anm. von D. Gottfr. und Chrstph. Coler u. d. m. Lug6. L. 167 z. 8. 2B. — kcc. Vittorii Lcllioii. va- riar. Lid. XXV. LuZ6. 8.15 54.4. —» lani Lruteri Lompos, 1. lux orr. liftsral. Lrclr. 160 2 —1612. 8. überhaupt 7V.—-- ^u6r. Scftorrii Oblerv. ptiiloi. . . . .^ncv. 1614. 4. loni ilutAsrlu IcA. vsrisr. Lift. VI. LuA6. 8. 161g. 4. — Lslp. korrkii Lommeurar. Lift. IX. Lrclr. 1624. 1. — 8om. v. periri Kl!» Icell. Lift. IX. I'zr.i6zs. Ebcnd. LeJ. varior. Lift, IV. ebcnd, 16ZZ.4. Ebend. Oftlervar. Lift. III. ebcnd. 1642. 4. — lo. Lr6. Lironovii Oftservar. Lu »6. 8. 1662. 8- cur. 8r6r. klarnero, Lipl. >7 55- 8- — lac. Lalmeri Lxercir. in Sur. Qr. Lug6.8.1668-8- — Qisft. Ou- peri Oklervac. Lift, III. Ifta). a6 lik. 1670. 8- mit K.— lo, Horm. Scliiuiii» cicü S^iir. crir. var. auälor. Vlorft. 1717. 4. per. VVclisIinAi Oftierv. vor. Lift.III. ^.mll. 1727. 8. — Ls, 6'^rnau6 8pec. sniui-16. crir. Slmll. »7 Z°« 8. — Xlichcelliiiieos oftlervor. in A l l Alt 12z in KuÄ. vec. . . . Kinkel. 17z 2 — ,740. 8- iO B. östibcell. oblerv. crir. riovae in 2^u. V. cr ste cririca, H!l>. II. . . . Lst. ?er. Lurmarino, 2^mll. 1740.4.— Idicli. Daves östisccll. crir. in leöl. V. stibherr. Dsur. 1745. 8. cx est. Ich. HurAebs, Ox»n. 178 1. 8>— ko. ^c. Ibeislce Knimastv. ast izuöl. Araec. Hipb. 1757 — 176z. 8- 4B. — In. Lckra» stcr! Ddscrvar. Hil>. kraneg. 1761. 4. — Li. ö. Lciiiracli DIsvispocr. classic, Dal. 1768. 8- 2B. — lo. Q. 8cl>rie!» steri T^nal. crir. in icripr. Ar. er lat. 'Hrss. ast Viastr. 1777. 8- Lur- Aels LonlPeölus Drir. oblerv. in Lcripr. Ar. et lar. Hugst. L. 178L. 8. — UNd t>. a. »I. — — Wegen mehrerer, zur Erläuterung des Altcrthumes geschriebenen Werke, ist In. ^Il>. Hakricii IlilstioAr. ^nciguaria, liarnb. 171z. 4. 1716.4. ex est. ?. LedilKiliZuken, cbcnd. 1760.4. zu Rothe zu ziehen. Littcrarischc Nachrichten von den Schrif. tcn derselben enthalten: In. /Uli. Hadri- c!i öil)Iiorl>eca Draeca . . . Dsml>. ,705. 4. cbend. ,718. 4> >4 Th. cur. (iorrl. Llir. Darlesso, cbcnd. 1790. 4. bis jetzt nur ein Thcil. -- lo. /-Ib. Ha- bricii IZibliorbeca Harina . . . kstarrch. 1696. 8- cur. lo. /H Hrness!, Hipb. 177z. Z.Z B. — l'keopb. Lbr. Dar- les Irirrostuölio in Diilor. HinAuae Ar. /^Ic. 1778. 8- — Ebcnd. InrrostuLlio in Dill. IinA. lar. Krem. 1764.8. 1772.8. -— Viev ot rlie various estirions ob rbe DIsssiles... bz- Hstv, Darvaost, Honst. 1775. 8. Jtal. mitZus. von Mass. Pmclli, Ben. 1780. 8. Deutsch, (mit eben dergleichen, etwas flüchtig gearbeiteten) von Frz. Carl Alter, Wien 1778.8.— Hilst. stegli i^urori anc. Ar. e lar. vol- Aar. . . . opera sti lac. däar. Hairoui, Vcn. 1766-^-1767. 4. ; Th.— I. G. Schummel Ucbcrsetzer-Bibliothek . . . Wittcnb. 1774. 8. wozu sich einige Zus. in dem 4tcn Heft des zten Jahrg. der Quartalschrist, Für ältere Litteratur und neuere Leetüre, Dresden 1785. 8- S. 27 u. f. finden. — Lommeiirsr. ste Hicreris er r^uÄor. Dr. srgue Har. tcriAtorum^ue cstir. T^uöl. Dbriss. Dan. Leclrio, Hchb. 1789- 3- (bis jetzt nur der erste Abschn. des ersten Theiles) — Auch kann noch die Hilst. Dr. er Har. compleötens kero omncs Draeciae et Har. vcr Herl. 1784. 8. des Gr. Rcviezki) hichcr gerechnet werden. — — Von Journalen gehören, vorzüglich hleher: Bibliothek der alten Litteratur und Kunst, Gött. 1786 u. f. 8. bis jetzt 7 Stücke — Humanistisches Magazin .... hcrausg. von Fdr. Aug. Wieden bürg» Hclmst. 1787 u. f. 8. bis jetzt 2 uyd ein halber Jahrgang. Von den Eigenheiten, und Vorzügen, und dem eigentlichen Geiste der Alten, handeln, meines Vedünkens, am Beßren : Oer zz. zs. und z?te Abschnitt aus dem -tenBd. der, bei) dem Art. Acsthctik angeführten, Idessex. crir. lur la Soests er iur la Leirir. von dem Abt Dubos Inrrostuälion ro rlie Dlassilrs 87 /f. LlacHrvsll, Honst. 1727. 8- Lateinisch durch G. Hcinr. Ayrcr, unter dem Titel: De Araessariria DIassicor. /Wöl. . . . Hips 17z 5. 8- — Dir rke Dlastiliü, l>7 D. ^lanvvsrinA, Honst. 17Z7.8.-— 2^ir Lllazr vn rlis coinpolition snst inanner ob rvricinA ob rlie /z.ncicnr .... QI-5A. 1748. 8- Deutsch in der Samml. vermischter Schriften zur Beförderung der sch. Wissensch, und sc. Kste. Verl. ,759 u. f. 8. Th. z. S- 177 u. f. Th. 4. S. 1 u. f. — Von den Ursachen des Vorzuges der Alten vor den Ncucrn in den schönen Wissenschaften, besonders in der Poesie und Beredsamkeit: eine Vorlesung von Christ. Fürchtcgott Gebert, gehalten im I. 1767. im 5tenTH. s. sänimtl. Schriften. — Betrachtung einiger Verschiedenheiten in den Werken der ältesten und neuesten Schriftstester, besonders der Dichter, von H. Garve, im roten B. der Wibl. der sch. Wissensch, und in der Sammlung s. Abhandlungen, Lechz. 1779. 8. S. 116 u. f. (das Bündigste, was bis jetzt noch über diese Materie geschrieben worden.) 124 A t t A l t worden,) — Von dem Nutzen und der Schönheit der griechischen Litteratur, eine Eingangsrede von Prof. Boll«, Wien 1777. 8. und im iten B. S. 245 der Lit- tcr. Chronik, Veen. 178;. z. — Lom- zpararive mcrir vk rkie c^nc. snä rks ^lväerns die z;te der b.e5kures des H. Blair, im 2te» B. S. 246 der Quart- ausg. vom I. 178z, — Uebcr den Geschmack der Alten in Tropen undVerglei- chungcn, im iten B. S. 212 u. f. des Humanistischen Magazins von H. Wiedc- burg, Hclmst. 1787. 8-— lieber die Vcr- glcichung der alten, besonders der griechischen mit der deutschen und ncucrn Lit- tcratur, von Gottfr. Ernst Groddeck, Bcrl. 1788. 8. — lieber Menschenbildung und Geistesbildung .... eine Einleitung zu einem philosophisch, kritischen Werke, genannt, Geist der Alten, von D. Jc- nisch, Bcrl, 1789. 8. — Versuch einer Vcrgleichung der deutschen Dichter mit den Griechen und Römern, von I. G. Trendelcnburg und I. I. Hottinger, im 4. und 5tcn B. der Schriften der deutschen Gesellschaft in Mannheim, Mannh, 1789. — Auch finden sich im ytcn der Littcra- turbricfc, Th. 1. S. 49 — in den Fragmenten und den kritischen Wäldern (von H. Herder) xinzcle, feine, hierher gehörige Bemerkungen. In einer ganz andern Abficht, nckhm- lich um entweder die Alten blos herabzuwürdigen, oder sie gänzlich über die Neuern zu erheben, ist, indessen, über ihr Verdienst, noch viel mehr geschrieben worden, lind was diesen Zweck hat, habe ich geglaubt,besonders zusammen fassen zu müssen. Nicht in Frankreich entstand, wie man gewöhnlich zu glauben pflegt, der Streit über ihre Vorzüge, ob er gleich dort, wie alle Streitigkeiten, mit der mchrsten Lebhaftigkeit geführt worden isn Nähm- lich, bald nach Wiedcrauflebung der Wissenschaften, und so bald man mit den Werken der Alten genauer und allgemeiner bekanntgeworden war, führten die Unterschiede zwischen ihren - und den Dichtungen des Talso und Ariost zuerst sehr natürlich zu den bekannten Dergleichungcn des P. Beni zwischen diesen Dichtern und dem Homer und Virgil; und je nachdem nun Vorliebe für das Alte oder das Neue, für das Fremde oder das Einheimische, u. d. m. in den verschiedenen Schriftstellern obwaltete, je nachdem fielen auch ihre llrthcile aus. Rücksicht auf die, aus verschiedenen Zeiten, und aus verschiedenen Arten und Graden von Geistes» bildung, nvthmendig entspringenden Verschiedenheiten , und Rücksicht auf den Geist und das Wesen der Produetc der Alten und Ncucrn, wurden dabco nicht genommen. Einer der ersten, welcher ausführliche Vcrgleichungen dieser Art anstellte, war der bekannte Aless. Tassoni. Das ganze ivte Buch seiner l>ensseri stiverli, Larpi 1620. 4. Vcn. 1627. 4. handelt, in 27 Kap. von dem Unterschiede zwischen den Alten und Neuern, und so wohl in Ansehung der Wissenschaften, als in An» schung der Künste, des Ackerbaues, der Bekleidung, deS Kriegswesens u. s. tv. und er erklärt darin sich, größlenthcils, für die letztem. Zwar setzt er diese, z. B. den erstem im Trauerspiel und im Lustspiel nach; aber von dem Homer sagt er, daß er pleno äi lciapice^e sei), und zieht ihm den Tasso und Ariost vor; und als einen Beweis von der Größe und Stärke der Beredsamkeit der Neuem führt er, unter andern, das Bcpspiel des bekannten Johann van Lenden an, der durch diese sich zum Könige von Münster gemacht habe. Daß seine Behauptungen manchen Widerspruch, vorzüglich von Seilen der Philologen, fanden, läßt sich aiss einer, bald darauf erschienenen Schrift des See. Laneelvtto, b.'o^iäi> ovverc» Zl lnZeAni moäerni non inieriori 5 postsri, Vcm. 1658. 8. schließen. Allein hicmit mar auch, so viel ich weiß, der Streit, im Ganzen, geendigt. — — In Frankreich begann er eigentlich erst im I. 1687, als in welchem Th. Pcrrault sein Gedicht, I.s Kiöcle cle I.ouiz ls Granä in der französischen Akademie vorlas, und auch drucken ließ, und worauf indem folgenden Jahre eben dieses Schrift« steflers ?ara!le!e cies T^nc. er kcäost. en ce A l t A l t 125 es gu! reßsrsts les r^rcs vr les Lclen- ccs erschien, daS nachher noch öfter, als Dar. 1692. 12. 4 B. 2^mft, 169z. 12. 4 Bd. herausgekommen ist. Einer der ersten, welcher gegen die, darin vorgetragenen, Behauptungen sich erhob, war der holländische Prof. Franeius, in einer, zu Amsterdam, im I. 16L9 gehaltenen lateinischen Rede, über welche Pcrrault, zu Vertheidigung seiner Sache, einen, in dem >sercure (I. 1790. Mon. Merz) gedruckten Brief an Menage schrieb, und die einen Diel. clu 8r. Devin cnrre 2^pullon cr la chsufe ftolimnie (gedruckt in eben diesem kciercure, I. >79°. Mon. November) in Versen, und zu Gunsten des Pcrrault, veranlaßte. Die wichtigsten, übrigen, bev dieser Gelegenheit erschienenen Schriften sind folgende: Diic. lue les r^nciens, p. >sr. eis Dunge- pierre, Dar. 1637. >Z. — Digreckion tue les e^nc. cr les ^lüsternes, von Bern. Fontcnelle, bey s. Boeckes pack», rales, ?.rr. 1633. 12. und im zten Bd. E. IZZ der Amsterdamer Ausg. f. Werke 171Ü. 12. Deutsch, in f. Auserlesenen Schriften, Lcipz. 1760. 3. (;te Aufl.) S. 606. — Li les c^nc. onc ere plus fovons czue Ics lüsternes, er com- mcnc un peur apprecier ie merire stes uns er stes ourres> von dem Abt Ge- doyn, in dem zten Bd. der Dlick. ste I'^cost. steslnfcripr. — Dcrrre stcdstr. (?. Don.) Dluec ä ^sr. Dcrrsulr für Ie merire «les Anc. er cles kelosternes, ge- schr. im I. >692. und gedr. in den Diü- res fugir. strick. cr cle Dicrersr. Dar. 17--2. 12. und im >tcn B. f. Dickerror. Vsr. 1712. 12. Defense cles T^nc. con- rre les Ivlust. von cbcndems. in den lckue. rion. ?.ir. 1722. >2. S. 26. — I5e> ckex. Lrir. für ^nclgues pockllges cle Dongin von Boilcau bey f. üebcrs. des Longin, Par. 1694.12. und bey allen folgenden Ausgaben derselben. — Dicker- rsc. für czuelgues enclroirs st'kstumöre von FrcS. Seraph. Regnier Desmaraiö, vor s. tlcbcrsctzung des eten Buches der Jliade, Par. 1700. 3. (worin die, von Perrault gemachte lleberseyung einiger Stellen des Homer geprüft wird) — Dilc. cke la tsmeufe l^ueckiun für ls dckerice ckes ,ftnc. erstes Xflosternc« pro- nonce en 1704. von Jacq. de Tourncil in s. W. Dar. 1721. q. B. I. S. zr. Bemerkungen darüber von Frc. de la Vlothe Fcnelon, in f. fteckex. für la ckliecorr- que, S. 77 u. f. der Amst. Ausg. von >7Zc>. — Da stefenfe stes -^nc. conrrs le Docme ste ^lr. Dcrraulr; und Des beaures ste I anc. eloguenee oppofees aux ssseötzcions ste ls mvsterne, von Voissemain, welche ebenfalls in diesem Zeitpunkte erschienen, sind mir nicht ncl- her bekannt. Auch wurde dieser Strcir, de» Gelegenheit der Uebersetzung des Homer von Mde. Oacicr, wieder erneuert, gicng aber diesen Dichter nur allein an, und'wird daher bey f. Artikel erzählt 'Verden. Von Zeit zu Zeit sind, indessen, immer noch in Frankreich dergleichen Anfälle auf die Litteratur der Alten überhaupt gemacht worden. So schrieb ein Chevalier de St. Mars Dlckervar. cric. für la Dirrerarure stes s^neiens, Dar. 1755. 12. welche nichts, als wahre Ungereimtheiten und Albernheiten enthalten. In England schrieb Willh.Temple einen Dckszc upon clre sncicnr iinst mustern Dearning, der in s. kvlifcellanies, Dunst. 1696. 8. S. - u. f. aber auch schon, französisch, in s. (Zeuvr, mel. Ute. 169z. 12. S. 1 u. f. sich findet, und also noch früher in England gedruckt worden seyn muß. Willh. Wolton schrieb dagegen f. ckeckebb. UN snc.anst mostern Dearning, Dunst. 1694. 1697. 1705. 8.; und Swift wurde dadurch zu f. bekannten ckacrlc uf clie LooDs, gedruckt zuerst ums I. 1704. veranlaßt, ob diese gleich wohl nichts, als eine Nachahmung eines, mir nicht näher bekannten, französischen, Lvmbsc ste Divres ist. Weiter gicng der Streit aber nicht. Einige Rücksicht darauf ist, indessen, wohl, in I. Denins ^stvance- menr anst rebormsrion of mustern puerrzc, Dunst. 17013. genommen worden. Addisons Difcourie npon ->nc. anst mostern Dcarning, ist erst nach dessen Tode, Dunst. >7zs. 4. ?rg»zösisch im I2Ü A l t A m p Zm 14km Bde. der Kid!. krlcannigue S. z-8 heraus gekommen; bessere Aufsätze aber über diese Materie von ihm, finden sich in dem Ls-ebkocor. — — In Deutschland ist es nie zu einem Streite dieser Art gediehen, ob gleich verschiedene nnsrer Schriftsteller, einige mit Rücksicht auf die, anderwärts, deswegen obwaltenden Zwiste, abgefaßte hierher gehörige, Aussätze hinterlassen haben. G.Olearius, war der erste, welcher, kcipz. ,690. 4. ein lat. Progamm darüber drucken ließ; Matth. Nie. Korthold schrieb eine Orario che ancigua lllogueuria, reccnrivri xerperam pollpofirs a Lar. kerksiro, Oips. 170-. 4. — Haller hielt eine Rede: Ouanruin Ttnrigui cruäirione er iu- chullria snrecellanc tolochernaa, kern. 17z4. 4. — G. Hcinr. Ayrer fügte seiner, vorhin angezeigten lat. llebersekung der Blackwallschen Schrift, eine Dille» rat. che coinpararinne ernchiricinis an- rlquae er rccenrior. bei). — Joh. Be- ncd. Carpzow richtete an Dan. Hanks, einen tübeckschcn Rathshcrrn, eine Lpi- ftola v»riv» ... che snrig. er recen- rior. chectrinae ceinparar. Delmll. 1748. 4. — In den Oberlausitzischen Bciftrfigcn zur Gelehrsamkeit, Th. 1. S. 5>'y finden sich, Joh. Gottl. Biedermanns kurze Gedanken von der Frage: Ob man, unter den Gelehrten, die filtern cdcr neucrn höher achten müsse? — u. a. m. llebrigens sind noch'über die Art, wie man die Alten lesen müsse, verschiedene Schriften vorhanden, als Henr. Fel- tons: Oiliercarinn on lleaciluL rde Olallics . . . l.c>nch. 17Z0. ,8. — und H. Sulzer selbst hat: Gedanken über die beßtc Art, die klassischen Schriftsteller mit der Jugend zu lesen, Verl. >767. 8. und im aten Bd. S. vermischten Schriften, Lcipz. 1781. 8. S. 21; heraus gegeben. Auch finden sich in dem bekannten 1>ai- re che la maniere ch'enleiAner er ch'e- ruchier icz beliez ierrrez . . , p. Xfir. (tliiiari.) lloliin, Kar. 1728. 12. 4 B. Deutsch, durch Joh. Joach. Schwabe, Leipz. i?z8. 8. 4 Th. einige gute Winke dazu. — Amphitheater. Ein Gebäude, welches zu den Kampf- schauspielen der Romer aufgeführt worden. Das ganze Gebäude war nach einem runden oder ovalen Grundriß angelegt, und ohne Dach. Um den Mittelpunkt des Grundes herum war ein großer runder oder ovaler Platz, mit Sand belegt, und daher Arena genennt. Diefcr war die eigentliche Bühne der Kämpfer. Rund um diesen Platz herum waren Gewölber, die unter anderm auch dazu dieneten, die wilden Thicre, die in den Spielen sollten gebraucht werden, darum zu verwahren. Zunächst über diesen Gcwölbern gieng eine Gallerte rings um die Arena herum, auf welche die vornehmsten Zuschauer traten. Von dieser Eallerie an erhoben sich die Eitze oder steinerne Bänke rings herum stufenweise über einander; jede höhere in einem vom Mittelpunkte etwas entfernten Umfange bis an die oberste Gallerte des Gebäudes. Auf diese Weife hatte das ganze Gebäude die Figur eines Bechers, dessen Höhlung sich gegen den Grund zn immer verschmälert, und die Bühne war von allen Platzen ganz zu übersehen. Die untersten Reihen der Sitze waren für die reichen und angesehenen Bürger; die obersten für den Pöbel. Vermuthlich war das Gesetz, k.ex Uoidia genennt, fowol für das Amphitheater, als für das Theater, daß die vierzehn untersten Reihen der Sitze nur den Vornehmern vorbehalten fepn sollten *). Wer weniger als vicr- H I-ex Kolli« ell. czu« csveml', uc p>o- ximiz «d Drcliellk« gusruorcllcim <-kz» clidustpeÄenr, guidus eil czuafiringerl- km um tiMi'kinkum, sagt ein älter Scholigst des Horgz. Lx. 1.57. . Amp vierhundert tausend Sesterzien im Vermögen hatte, gehörte zu keiner der vierzehn Ordnungen der Bürger, sondern zum Pöbel. Daher sagt Ho- raz Li gusäringenris, lex kcprcm mil» Ii- clei'unt ?Iek>s eris. Diese Gebäude waren so groß, daß vor z c> bis Zotauseud Zuschauer Platz war. Lange Zeit waren es nur hölzerne Gebäude, und es laßt sich vermu- thcn, daß das Ampdicirentium 1Aa- vianum, davon noch itzt ein großer Thcil sieht, und unter dem Namen Oolil-eurn bekannt isi, das erste ganz maßivc Gebäude von dieser Art gewesen sey. ffs macht ein Oval aus von 700 Rheinläudischen Fußen in die Länge, 500 in die Breite, isi 160 Fuß hoch, und wird in vier Geschosse abgctheilt, deren jedes Arca- den von besonderer Säulcnordnung hat. Durch die untersten Arcaden waren die Eingänge, und in dem Räume zwischen der äußersten Mauer und den Gewölben um die Arena waren die Treppen und verschiedene Gänge, welche von außen durch das zwischen den Pfeilern einfallende Licht erleuchtet wurden. Weil dergleichen Gebäude in unfern Tagen nicht Mehr gebrauchlich sind, so enthalten wir uns einer nähern Beschreibung derselben. Wer hierüber nähere Nachricht verlangt, kann sie in dein Traktat, den hi^üus über die ^mpliitllesri geschrieben Hat, ausführlich bekommen. Man nennt gegenwärtig itt unfern Schauspielhäusern den Platz, der ") Lpick. I..I. ep.I. vk. 57. Öe gcmpkirliesrro lilisr, inguo kor- m- ipl- loci expieik-, er rsrio kxeÄsn- M, vir er r!e ^mplriibesrii! exir- Ro- m-m lidellus, ^nrv. 1585.4^ Vek-I. lS /o. 8. Im yten D> von Lraevii ?bet. S. ist?. Amp »2? der Bühne gegen über mit allmählig in die Höhe steigenden Bänken angefüllt ist, das Amphitheater, weil dieser Platz in der französischen Sprache diesen Namen führt. -A- -He- Ausser dem, von dem H. S. angeführten Werke des kipsius, handeln noch von de» Amphitheatern überhaupt: Oe Lir- co I!om. Irirlizgue circen». cke vcns» rione Lirci et vonJul. Cacs. Bulengcr, im yten Bde. S. 577 des Grüvschcn Thesaurus — Oegli ^u- ürc-rri, e ssnZoI-r-!»ence ckcl Vera» ncke, libr! (lue, gel KS-rck, Lcip. kl-ssci , Ver. 1728. 12. mit K. welche Schrift sich auch im 4ten Th. von eben dieses Verf. Verona illussr-r-, und lat. im jten Bd. des Polenischcn Thesaurus S. - u. f. bcsMct. Englisch gab sie Alex. Görden, unttr dem Titel: Lomtzlcrs kiilkor7 ok^mptrirde-rrez, I.oncl. >7Zo. 8. heraus. — Lercer- kopr- gli -nriclck tl'e-^ri eä ^nssrc-cri, von Giov. Polens beydcm Oilcorko kvpi -il Bearro Olim- pico cli t^ncir. P-Ilsclio in Viccn2S cl» Oiov. klonren-ri, il'-rl. 17z;.8- worin er, gcgtN den Verf. dieser Schrift, behauptet, daß die Theater von den Amphitheatern verschieden gewesen, ' hcS der letztere, in einem besondcrn icfe, bei) der folgenden An ,abe s. Ä rkes, Vie. 17z;. 8. widerlegt. Auch sind beiidc Briese noch einzeln, Vie. 1753. 8. gedruckt. Ferner handelt davon noch ein Aufsatz in sten Bde.der KSem. eis l'/cc-ä. äe- Inkcripr. von Boindin. — Von einzeln Amphitheatern und Thea, tcrn, oder den llcberblcibscln derselben, enthalten Beschreibungen und Abbildungen, und zwar von dem Romische», Lidro tii KS. ll^rrdo hi»ori gelle rickic- cli Koma, nel guale s! rrncl» I7Iav!c> clelcrlkto e 6eli- ncacc> 6i Lario Iloncana, I6aA.i725.k. mit K. U»d villerra?. lnpra l/zniirea- rro?iavio 6i Idoma, voiAarmenco 6er- tc> II Loiisea, 6i Liov. XlarsnZoni R. 1746. 4. — Auch sind von eben diesem noch Abbildungen, im -tcn Bd. der Sandrartschen Acndcmie, in des Bar- bault komeancienue, in den, von G, Chrstph. Kilian, nach Barbault gelieferten Alterthümcrn, u. a. ni. Von dem zu Verona s. die vorher angeführte Schrift des Masse!, so wie Vc-i-eiii La- raZNa Oe origine er smgiirustine Ve- ronac Lide. Vcr. 1540. k. und Onu- xtirii panvinii ^nrici. Veronenlex, ?ar. ,648. k. Von den Toska- niscloen: Oissertazivni inrorno gZli vnssreacri 6eiia Vozcsns, e prineipsl- incnre 6cll^rerinc>, 6a I>»r. dun?- ?ci>, in dem -ten B. S. 7s der S-AZi 61 clülerr. 6clla A.ca6, 61 Lorrons, Ii. ,7z8. 4. und in dem ootcn B. S. 427 der liaccalra 6'opui'euli lcienc. er stioloA. des P. Ealogera. — Ollerva^icmi 61 Orrav. iZoccki kopra un rcarro Icu- perco in 7t6ria, Ven. 1739. 4. mit K. und in dein ztcn B. der L-IAZI 6i ciisserr. 6ciia l^cs6. 61 Vorrona, so wie in des Lcarbo Varl! anr. Tinnum, Ven. >7Z9. 4. -»» hlori^ic Inline, inloeno al ?a- laso» ovvcrn ^nlirearro 61 ?1ren2e, 6a Dom. Vlar. b6anni, Kol. 1746. 4. —- Die Vorrede zu den Lc^ione 61 ^a- ricii. Vcizcsne, ?ie. 1766. 8. " — Von dem zu Posa: Keia^ione 6eiio Leoperre karre neii ^nilceacro 61 pola, 6a Lianrin. L.arliruddi, Ven. 1750. 4. — — Von dem zu Drixcn, oder Vrescia: die Tinnum, krlx. in dem 4ten Bd. S. II. des Vtielsur. Iral. — Lroria 6elia Lirra 61 krclcia, cla LI. Lavriolo, Ven. 1744. — Ilior. clella Llcra 61 Lrebela, cii Lianmar. kiem- mi, lirel'e. 1748. 4. 2 B. Von dem zu Tries?e: Lcor.snr. emc>6.. . . 6eiia Lirca cii Vrielte, clel p. Irenico 6eiia Lroee, Ven. 1698. f. im 8teN Kap. des ztcn Buches, S. -45. — — Won dem zu Ellbio: bovine 6eU F'sskro 6! dubio !/z c>. 5. von dem Grafen pallionei besorgt. — — Von dem zu Capua: T^iex. ^Is2»cli1i Lammen- rarius in murlium Lamp. ^mpkirii. Virulum . . . d7eap. 1727. 4. mit K. und im ztcn Bd. S. 485 des Polemischen Thesaurus. Von dem zu Padua: LriZine cii paclova cia lmr. k^iZnaria. 1'aci. 162;. 4. S. 84 u. f. Von dem zu pozznoli : l-a vees ^nrlekirb. cii I ?022llcilc> ... cia Lini. Lcs. Lapac» cio, Ii. 1652. 8- — lzvan^i cieil'^n- rickird elllkenri in ?c>22uoic>. . . . cial ?. I^allla lznr. ?aoii, iilcap. 1768. b. 107 Vl. Von dem zu Pomvesi finden sich einige Nachr. in Joh. Winkel- mauns Scndschr. von den Herkulanischen Entdeckungen, Dresden 176-. 4. S. n u. f. Von dem zuHcrkulauum: Ebendaselbst, S. 2z. und in Ebend. Nachr. von den neuesten Hcrkulanischcn Entdeckungen, Dresden 1764. 4. S. 6 u.f. Von dem zu Caranea in Sicilien; Ina, Lapr. 6s Liimlssz Occactioecium Lsranense, im roten Dd. des Vke5. Licil. S. 176. —- Oistamina rralcvr- liva 6el .... Tinlirearro 6i Larania 6a Line. Uar. l 'cirerno, Palermo 1770. 4. Mit K. Von den Ucberbleibseln eines Theaters zu Gagnnt in Spanien: laacl,. ^1- rar. Lrammc -nr Lpittola 6e Vliearra LaAunciria, H 6e ^ackanraca Vilizrio» liom. 1716. 8. Grammvnt eignete sich diese Beschreibung nur zu; sie war eigentlich das, nur in etwas verckndertc, Werk des Enn. Martin (s. die Vorrede zum zten B. des Polenischcn Thesaurus, 5. X) unter dessen Nahmen sie auch in Montfaucons Ttnri ^uire expi. B. z. Th. 2. S. -zu so wie in dem gedachten Thesaurus, B. 5. S. M. und in s. Lpi- lkoiis, ^mllel. 17Z8. 4. V.l. S- I. sich findet. — lus. Imm. ^clinianae Oial.ckc! Virearrc, Lagune, in dem angeführten Thesaurus, B. 5. S. 401. Von den llcbcrblcibseln von dergleichen Ecbstudcn in Frankreich: Lsiiiae /tn- riyuir. Leicdb. TtuA. Lcip. ^lalpei, !?ar. >7Z). 4- Ver. 17Z4. 4. S. nz welche Nach- A in p Nachrichten auch in den Polem'schen Thesaurus, B. 5. S. ziz und Z65 eingerückt worden sind. Ausser diesen geben besondre Nachrichten von dem zu Arles,: De- scilprion 6cs Irenes, »u 6e l^m- xbirlieori s 6Vtrlcs, p. ssc>s.(-u^', sscs. ^rl. 1665. 4. — Aurignacs 6'ArIez, p. ^Lr. 8cguin > Arl. 1687. 4.— — Von dem zuDonrdeaux: ein Aufs, von La Bailic, in dem 6ten B. der letsm. 6s I'Aca6. 6sü Inkcripr. — 8)'IIoge klpilkol. Lurmori. B. 2. S. 190. — Von dem ZU Fresus: 8. l.eonrinu5 Lpis. cr Ickorr. Luis lcorchulientlbus reltir. Aubk. I.u6. Oukour, 8. I. Aven. -6z8. 8- Von dem zu Apon: lblitl. iirrer. 6c Is ville 6e l.7011 . . . . x. lc ?. 6e la Luloni», 172z — I7Z 6'A.Ibcnss, 1560. s. S. >19. —- Isc. t-rolleri Ditlcrr. De Anrigulr. dlc- lnsulienildus, ?ar. 1607. 8. lind be>> dessen?c>em2r. Latil. 1614. S.2O2, so wie im Iten V. S. io;y des Salengrc- schen Thesaurus. — Ickick. 6e I» Ville 60 Igimes er6e sesAnrig. p. kilcnr^ Qsu- ricr, t'sr. 1720. 8.— Ein Vricfin den Xlem. 6s Nrevonx > .sonv. l7ZA. S- 1216. — Auch sind die Ueberbleibsel desselben In neuern Zeiten von Ch. Louis Clcrisseau, in den Ancignices 6c la krsnce, ?or. 1788. t'. I ?srr. sol. X. u. f. abgebildet worden; und wahrscheinlicher Weise sind noch Nachrichten von diesem, und mehreen, in den dlcriccssnck Oelcripr. ns rbeAnrig. ok ehe prcvin. cia iivmcina ot Lsul, nnrv Provence, LwnZueckuc an6 vauptiine b)-Q. puvv- na!I, !6su6.1787. 4. zu finden. Won dem zu Donas' in der Grafschaft Rnjon: l.'liuropcsgvznre VUodr. 1718. S. 198. Auch sind dergleichen Ueberbleibsel noch zu ^>asel (S. Io. Dan. LckoepAini Alü-ris illullr. <8olm!>r. »751. f. V, I. S. 16z,) u. a a.O. IN. — Auch gicbt, von verschiedenen der er- wclhnten Amphitheater, die Schrift: De» xli Ansireorri, er xsrcisvIslMenre 6el iierster Theii. Ana 129 Vlsvio 6i Koma, 6i gueilo 6'lrzlica 6eIIa Spogns, c? 6i guellc, 6i llnla ncll Ickria, >lü. 1788. 4. noch Nachrichten und Erla'uterungen. Anagramma. Ein Wort, oder ein einfacher Satz der Rede, den man durch Versetzung der Buchstaben eines andern Worrcs, oder Satzes herausgebracht hat; so wie das Wort ^mor durch Umkch- rung der Buchstaben in Roms verwandelt wird. Dieses ist eine Erfindung des spielenden Witzes der Neuern. Er wurde ehedem insonderheit alsdcnn gebraucht, wenn aus dem Namen eines Menschen durch Versetzung der Buchstaben ein Satz herausgebracht wurde, der ein Lob oder einen Tadel derselben Person enthielt. Diese mühsame Kleinigkeit ist endlich zu unfern Zeiten ziemlich aus der Mode gekommen. Indessen ist nicht zu laugnen, daß es bisweilen angenehme Anagramma geben könne. Folgende verdienen vielleicht hier angeführt zu werden. Ein gewisser Prediger in Ungarn hatte etliche alte Freunde bey sich zum Essen. Er hieß Tobianus, und hatte nicht lange vorher seine Frau ver- lohren, die er um so viel weniger betrauerte, weil sie ihm ein gutes Vermögen nachgelassen hatte, von dem er, so lange sie gelebt, kaum den geringsten Genuß gehabt hatte. Nachdem diese ehrwürdige Gesellschaft von gutem Weine etwas munter worden, fieng man, nach Art der damaligen Zeiten, an, Anagram- mcn zu machen. Einer nahm den Namen Tobianus zum Text, und sagte, das Glas in der Hand: Obit ^uus. Der andere: -üdit Onus. Der dritte: 'Uuu klobis 8unto; sbi. Der vierte; Vbl sonst , Dubs8ion. I Tobia- iza Ana Tobianus: Ita Konus ( Optovit) ssokianus. Von einer cdlcrn und geistreichern Art ist folgendes: Als der Konig Stanislaus von Pohlen in seiner Jugend von Reisen zurüke kam, versammelte sich das ganze hohe Lescinskische Hans in Lassa, um seinen Stammcrben zu bewillkommen. Der nachherige preus- sische Hofpredigcr in Berlin, Herr Jablonsky, welcher damals Rcctor der Schule zu Lissa war, hielt bcy dieser Gelegenheit einen ^Kum ora- torium, zu dessen Beschluß er drcy- zehn als junge Helden gekleidete Tanzer auftreten ließ, einige Pallete zu ranzen. Jeder hatte einen Schild, auf welchem einer der Buchstaben dieser zwey Worter, VLMV8 I^lss. 8LldU^. in Gold geschrieben war. Nach dem ersten Ballet fanden sich die Tänzer so gestellt, daß die Ordnung ihrer Schilder die Worte Do- MUS I^elkinia lesen ließe, die sich nach dem andern Lallet in diese verwandelten : Läes inco» lumis. Nach dem dritten in diese: Omni« es lucicla. Nach dem vierten: Omns iis iueilZa. Nach dem fünften: Klane lillus loci. Nach dem sechsten: 8!s colu. mna Oei. Und zum Beschluß: I! üc-mse lolium. Welches letztere als eine Art der Prophezeiung kann angeschen werden. (*) Da der Artikel eiumahl da sieht: mögen auch wohl ein paar dazu gehörige Schriften da stehen: als: ^mlr. Willln Lpill. II. sei ?. Wei'cnkcciuin De xramnisnzmo» Lrpkorä. isoz. g.— kr. kuresni Oe Lna^ramwar. Olarr. Ana Lrux. 164z. 12. — Lelssirü O» ^tnagr. Bik.II. Idarizd. 171z. L> — UebrigenS ist diese, gcößtrutheilS kindi» sche Sijiclcrcy älter, als man gewöhnlich glaubt. Es ist, aus dem Comiiien- tar de» TZctzcs zu der Eassaudra des ßn- kophron, bekannt, daß dieser sich die Gunst deS Ptolomäus Philad. und der Arsinoe, dadurch daß er aus dem ir?c-4o^c-,or ein a?« und'aus ein I'o» machte, erworben haben soll. Vorzüglich haben die Jüdischen Cabbalisien dcrglei- chen Künste getrieben. Die Themura, oder der dritte Theil der Cabbala, beruht gänzlich auf dergleichen Buchstaben - Veränderungen oder Versetzungen; und es ist gar nicht unwahrscheinlich, daß, wie schon Edni. Dickings»» in s. Oossk. I'Knenl- cianr krcfr. >6yA. 8. glaubte, der Grieche dieses Kunststückchcn von Juden in Aegypten gelernt haben könnte. — Die französischen Kunstrichter, welche (wie z, V. Sabaticr in den Brenz Lieclez, Art. Oorar oder die Verf. der sZunal. poer. V. 4. S.276) dem Lorat (s izsg) entweder die Einführung dieser Spielerey in Frankreich, oder gar die Erfindung derselben überhaupt, zuschreiben, scheinen nicht cinmahl zu wissen, daß sich im Rabelais bereits dergleichen finden. A n a k r e 0 n. Ein griechischer Liederdichter aus der Stadt Thejos in Jonicn gebürtig. Er hat zu den Zeiten des Cyrus und Cambyses gelebt, und sich meistcn- theils an dem Hofe des Polycrates, Tyrannen der Insel Sanios, ausgehalten, wiewol er auch eine Zeitlang in Athen an dem Hofe des Tyrannen Hipparchus gelebt hat. Man hat noch ein und siebenzig Lieder und einige Uebcrschriftcn, die ihm zugeschrieben werden; wiewol einige feine Kunstrichter wichtige Zweifel gegen die Aechtheit vieler darunter vorgebracht haben. Jene sind alle in drey- füßigcn Jamben, und scheinen recht eigen zu einem leichten fröhlichen Gesang Ana sang abgemessen. Ihr Inhalt ist dm'chgehends die Fröhlichkeit, die den Genuß der Liebe und des Weines begleitet. Sie bezeichnen dess Charakter eines feinen Wollüstlings, der sein ganzes Leben dem Bacchus und der Venus gewidmet hak, dabey aber immer vergnügt und scherzhaft geblieben ist. Man muß alfo seine Lieder blos als artige Kleinigkeiten ansehen, die zum Absingen in Gesellschaften gemacht worden, wo die sinnliche Lust durch feinen Wiz sollte gewürzt werden. In dieser Absicht sind sie unvergleichlich. Eine große Munterkeit ohne alle ernsthafte Leidenschaft, ein überaus feiner Wiz, und die angenehmste Art sich auszudrüken, sind überall darinu anzutreffen. Der Dichter sieht in der ganzen Welt und in allen Handeln der Menschen nichts, als was sich auf Wein und Liebe bezieht; alles ist Scherz und Tändelei) mit Beziehung auf diese Heyden Gegenstände. Seine Laune ist die angenehmste von der Welk, und lieb-, lieh, wie der schönste Frühlingstag. Auf die allerleichtcste Art mahlt er tausend angenehme Phantomen, die mit wollüstigem Sumsen vor unsrer Einbildungskraft herumflattern, und versetzt uns in eine Welt, woraus aller Ernst, alles Nachdenken verbannet ist, wo nichts als Schwar- mcrcyeu einer leichten, die Seele wenig angreifenden Wollust herrschen. Hieraus ist zu sehen, daß diese Lieder nicht zum Lesen in einsamen und ernsthaften Stunden, die man besser anwenden kann, sondern als ein artiges Spiel zur Ermunterung in Gesellschaften, und zur Erquikung des Geistes geschrieben sind. Sie sind ein Blumengarten, wo tausend liebliche Gerüche herumflattern, aber keine einzige nahrhafte Frucht anzutreffen ist. Änakrcontifche Lieder werden alle die genennt, welche in dem Geiste Ana izr des Anakreons geschrieben sind. Ihr leichter Inhalt crfodert eine leichte und kurze Vcrsart, so wie Anakrcon sie gebraucht hat. Insgemein wird ein dreyfüßiger jambischer Vers mit einer übrigen kurzen Sylbe am Ende gewählt. Gleim ist der erste Deutsche, der glüklich in der Art des Atta- kreons gedichtet hat. Der Beyfall, - womit seine scherzhaften Lieder aufgenommen worden, hat eine Menge elender Nachfolger hervorgebracht, welche eineZeitlang den deutschen Parnaß, wie einSchwarm von Ungeziefer, umgeben und verfinstert haben. Daß man an den allermeisten ana- krcontischen Gedichten derNeucrndcn Geist des Anakreons, sein scherzhaftes Wesen, und seinen feineu ungekünstelten Wiz vermißt, ist nicht das einzige, das man gegen diese Seuche einzuwenden hat. Die meisten Neuern sind in dem Fall jenes Jünglings, der den Philosophen Panätius gefragt hat, ob es einem Weisen auch wol ansiehe, sich zu verlieben. Die Antwort des Weisen enthält eine große Lehre. Was dem Weisen geziemet, davon wollen wir ein andermal sprechen: was mich und dich betrifft, die berde noch lange keine Weisen sind, so schikt es sich für uns nicht, uns damit abzugeben H. Die erste Ausgabe der Gedichte det Anakrevn, durch Hcinr. Stephanus besorgt, erschien Par. >554. q. gr. und lat. und cbcn derselbe druckte ihn, mit einige» Verstnderungcn, und vcrm. mit Fragmenten, in der Sammlung der lyinchen Dichter, Par. i;g6. Die folgenden, merkwürdigsten Ausgaben sind die von PariL I 2 16-4. Do ?gp!eme viclebiwus: will! er tibi, rzui » Z-ipienre Ivnzeahlumus, non eck eommircenclum, uc incici». mus in rem commorem, impoten» rem, »Neri emancix»ram> vllem libi. 8snie«ke Lp. LXVI. IZS Ana Ana 1624. s. gr. von Jean Bethvul Ranec', Pur. 16.49. 1647. 8. (Eigentlich besorgte nicht der, damahls erst 12 oder iz Jahr alte, nachher durch seine Reform deS Ordens de la Trappe so berühmte Ranee) sondern sein Lehrer, diese Ausgabe.) Von Tau. Fabre, Saumur 1660. 12. gr. und tat. Von der Darier, mit einer prosaischen, franz. Ucbcrs. Par. 1682. Amst. 1716.12. Von Longepicrre, mit einer franz. mctr. Hebers. Par. 1684- >2. Anist. >692.12. Bon Willh. Baxter, Land. 1695.8. >710.12. gr. und lat. (Baxter war der erste, welcher von dem, in der ersten Stcphanischcn Ausgabe gegebenen Texte, der bis dahin, ziemlich allgemein, war bepbehaltcn worden, und öfters sehr willkührlich, abwich.) Von Jos. Bar- neS, Cambr. >?c>5.8. Lond. 17Z4. 8. gr. und lat. (Mit Verbesserungen nach einer Vatikanischen Handschrift, mit Vcrstnde- rungcn des Textes nach Scaligcrs, Sal- masius und Dan. Heinslus Muthmastun- gcn, und allerhand Erläuterungen über die Svlbenmaste, so wie mit den, sorgfältig - gesammelten, Fragmenten; der erste Abdruck ist der correctcstc.) Von Maittaire, Lond. 172; und 1740. 4- gr. und lat. Von Jo. Cvxn. Pauw, lltr. 17Z2. 4. (Mit Anm. worin er die Gedichte tief herabzuwürdigen sucht, und worüber ihn Dcrville, in derV-lynus ciirica, sehr bitter, zurechte wiest. S. auch die liidl. rzilcmnec. B. 8. Th. I. Art. 4.) Von Joh. Frdr. Fischer, nach der -tcN Bax- terschen Ausg. Lechz. 1754 und 1776.8. gr. Von Rich. Fr. Phil. Brunk, in den lebt. Vcrer. ?ver. Zr. B. >.. S. 79» (vorzüglich nach den Vaxterschen Lescar- tcn, welche Ausgabe nachher noch öfterer, als Strasb. 1778. 12. und >786. >8. Erl. 1781. 8. abgedruckt worden ist.) Von Spaletti, Rom 1781. L. (nach der, von BarneS schon benützten, Handschrift, sehr prächtig) Von Bodoni, Parma, aus der königlichen Druckerei), mit Uncial - und Quadratlettcrn gedr. 1784. 8. 178;. 4-gr. nebst einem Oilcorlo über den Lichter, und die verschiedenen Ausgaben desselben. 7uch gehören zu den guten Handausgaben noch die Glasgowcr i75>.-4. >757.12. besonders die letztere, wegen der Nettigkeit und Richtigkeit des Druckes. — Ueberscizt ist Anakrccn in das Italienische: von Fre. Ant. Tappcrc, Ven. 167». 12. Von Bart. Tvrsini, Par. 1672. 12. Von Mich. Angel. Torcigliani, in dem Oclio correle, Oucca 1680. 12. Von Regnier Desmarais, Par. 169z. 8. Fir. 1695. 12. Von Ant. Mar. Salvini, Fir. 169;. 12. in gereimten Versen, und cbend. 172z. 12. noch cinmahl in rcim- srcyen Versen; von Asess. Marchctti, Lueea 1707. 4. Von verschiedenen, (Oa vsri) Mit. 17Z1. 12. (Diese verschiedenen sind Nie. Stampa, Franc. Lorcnzini, Giamb. Ciapctti, Giov. Salvi, Dom. Petroscllini) Von Paolo Rolli, Ocmcir. -7Z9. 8. Von Cidalmo Orio, Ven. 175z. 8. Von Pistogene Eleuterio, d. h. Gins. Pagnini, Ven. 1766.8. Von Cef. Eac- tani, Rom 1775. 8. Von Saverio de' Rogatl, Toste 17K2. 8. Eine Sammlung von fünf dieser Ucbcrs. nebst dem Text und der lat. Ucbcrs. des Barnes erschien zu Ven. 17Z6. 4. Für die bessern werden die von Salvini und Rost! gehalten. Auch finde» sich noch Ucbcrs. vieler cinzesnOden des Anakreon im ersten Bande der ?rc,le e Idiuie cli S^nr. Lonri, Ven. 17Z9. 4. so wie in den I^ime cii Liiilo kolzr. gi, d-lil. 166g. 8. 4 Th. und in a. M. Und Mar. Valguerncra (h 1654) soll auch noch eine völlige Ucbcrsetzung abgefaßt haben. — In das Spanische: den H. Dich und Vclazquez zu Folge, von Este- van Man. Villegas, im 4ten Buche deS itcn Th. s. üroricss, Najcra 1617. 4. welche Hebers, auch im 2ten B. des ?»» naso Olswnnl, ^stzcl. 1770. Z. S. 67 u. f. wieder abgedruckt worden ist. — In das Lrmixosische: von Remy Bcllcau, Par. 1556. >2. (welche Rich. Renvoisti 1559 in Musik setzte) Von einem Ungenannten (Oufour, einem Arzte) . . . Par. 1660. iz. Von Anna Le Fcvre, Par. >68>. 12. Von Hil. Bern. Longepierre, Par. 1684. 12. Von Ant. de la Fosse, Par. 1704. 12. Don Franc. Gacon (pnere l'ans tsrck) Rottcrd. 1712. 8. Von Caperronier Par. -755. A n a A n a 1755. 8. Von Poinfinet dc Sivry, nebst Sappho, Moschus, Bivn, Tyrtäus, Par. i?;8. 8. und in den Kluses grcc-zues, Vor. 1772. 8. Von Sauvigny, Par. 1762. iz. (Nähmlich seine Oiez -um- creonrilzucz i aber diese sind eigentlich mehr Nachahmung, als'llcbersetzuug; und nicht cinmahl immer Nachahmungen im Geiste des Anakreon; ich führe sie an, weil ich sie den llcbers. bcygezählt finde. Vorgesetzt sind ihnen einige Betrachtungen über den Dichter, und die Dichtart überhaupt, welche manches Gute enthalten) Von einem Ungenannten C. (Montc- net dc Clairfonö) nebst Sappho, Bivn und Moschus, in Prosa, Paphos (Par.) 177z. 8. Verm. mit deui Gcd- des Musäus, und einigen Idyllen deS Thcokrit, Par. 1779. 4. und 8. mit sch. Kupfern. Sie von Poinsinct de Sivr» in Versen ist zwar etwas feep; kommt aber dem Geist des Originals am nächsten. Die von Vaillet (ssciAemens äcs Sov. V.V. Th. 1. S. Z>V. Zlmst. AuSg. vom I. 172;) von Voltaire (in dem Scheie cie It.. XIV) u. a. m. dem Rance' zugeschriebene, ist wenigstens nie gedruckt worden. Daß, übrigens, mehrere französische Dichter einzele Oden des Anakccon übersetzt, oder nachgeahmt haben, versteht sich von selbst. Es finden sich deren >8 in den Loci', des Negnicr Desmarais, ?.ir. i?;?. eben so viele de» der Ucbcrs. des Bouhicr von dcmgtcn Buch der Encidc; im Xlcecnro, u. a. a..O. m. ^— In das Englische: von Abr. Cowle» (t 1667). Seine Uebersctzung findet sich bei» allen Sammlungen s. Gedichte, und gehört, ob sie gleich eigentlich nur Umschreibung der Anakreontischen Lieder ist, immer noch zu den bessern. Frcylich hat sie nicht die Simplicität des Originals; aber von der Lebhaftigkeit desselben ist nichts verloren gegangen. Selbst Johnson giebt ihr dieses Lob. Von Th. Stanley, Lond. >651. k. mit dem Bion und Moschus zusammen; von Addison, Lond. 17Z6. 12. ( Daß diese Uebersctzung nicht, wie einige unserer Litteratsrcn zu glauben scheinen, die Arbeit des Verf. des Catv und des Zuschauers scyn könne, ergießt sich nickt so wohl daraus, baß sie erst so viele Jahre nach desselben Tode gedruckt worden, als daraus, daß keiner seiner Biographen, weder kikell, noch Cibbcr, noch Johnson, derselben gedenken, und daß von ihr sich nichts in der Sammlung seiner Schriften, ob diese gleich sonst mancherlei, Ucbcrsetzungcn auS dem Ovib und Virgil enthalten, findet. Auch sind die, bey ihr befindlichen, und, gröktcntheils der Darier und dem Lon- gcruc abgcborgten, Anm. von solcher Beschaffenheit , daß jener Engländer nur als Jüngling, flc zu übersetzen hätte der Mühe wcrth halten können) Von einem Ungenannten, Cambr. 1761. 12. nebst Sappho, Bion, Moschus und Musäus; meines Bedünkens die beßtc, welche die Engländer besitzen; von Green, Lond. 1768. 12. nebst Sappho, und einigen Stücken aus Bion und Moschus; von O. H. llrquhart, Lond. 1787. 8. Die von H. Schmid (Anweisung der vornehmsten Bücher in allen Theilen der Dichtkunst, S. zg;) angezeigten Ucbersetzungcn von Fawkes und Pilkington sind mir nicht näher bekannt; in englischen Litteratorcn habe ich nur eine noch vom I. iü8Z. >2. aber ohne Nahmen des Ueberscyers, angeführt gefunden. — In das Deutsche ist Anakrcon übersetzt: (von P, Uz, und I. N. Götz), in Versen mit Anm. welche noch jetzt ihren Werth haben, Ealsruhc 1746.8. >760. 8- (Don Joh. Hcinr. Frdr. Meinccke) in dieVcrs- arten des Originals, nebst der Sappho, Leipz. 1776. 8. Von Joh. Fr. Degen, Anspach 1782. 8. Von S. F. G. Wahl mit der Eavpho, Erf. 178Z. 8. Von einem llngen. nebst Bivn und Moschus, Verl. 1787. 8. Glückliche Uebcrsetzun- gen und Nachahmungen einzelcr Oden finden sich in den Gedichten von C. W.Mül-^ ler, Gotth. Ephr. Lcssing, und Frdr. Willh. Gleim; besonders gehören, ausser dessen, von H. S. bereits angeführten scherzhaften Liedern, Verl, 1744. 8. seine sieben kleinen Gedichte nach Anakrevns Manier, Verl. 1764. m. und s. Lieder nach dem Anakrcon, Verl. und Brschwg. 1766.8. wenn gleich ein Theil derselben, I Z ^ Ana A n a nur dem Junhalt, nicht dcr Ausführung nach, aus dem Anakrcon genvninicn seim sollte, hicher. Auch finden sich noch lle- bcrsciumgcn in Philanders von dcr Linde (Joh. Burk. Menke (t 17Z2) Schcrzh. Geb. Lcipz. 172z. 8. und in ebend. Galanten Gedichten, Lechz. 17-z. 8- in Lud. 8rdr. HudcmannS Gcd. Hamb. 1752. 8. in dem zten St. der Bcptr. zur crit. Historie der deutschen Sprache, S. 152 u. f. in Trillers pvcr. Betrachtungen, Hamb. -7Z5. 8. ini itcn St. des zten B. und im zten St. des otcn B. dcr Bremischen Vepträge; in Cour. Gottl. Antons treuen Uebcrs. bcbr.gr. und lat. Geb. Lechz. 1772. 8. im iren Th. des Taschen- buchcs für Dichter, und in dcr Blumen- lcse, (wahrscheinlicher Weise von H. Ram- lcr) in den Gcd. der Grafen zu Stoibers, Lechz. 1779. 8. und Nachahmungen in noch mchrcrn, bey dem Art. Lied angeführten, Dichtern. lLrlnutcrungsscliristcn über den Anakrcon, in laceim'scker Sprache: Ausser dem, was z. B. Lamb. Bos, in s. .-Znimoeiv-. sei lcrchr. czuoscl. Ar. er Isr. krsir. '715. 8. S. 75 u. f. Tib. Hemsterhuis, bey s. Ausg. des Austoph. Plutus, Hart. 1744. g- u. a. m. über seine Gedichte bemerkt haben, finden sich Tziiimoljv. in ^nocr. im itcn Th. des sten B. der Xliiccll. Gdiervor. und Lud. Chrstu. Crcll (t >7ZZ) gab eine besondre Aissert. Ll-gt ^vax^rovT'o^ s. ssc en ezuoel in r^nacr. venulbum er ckciicstum eil, L-ipf. 1720.4. — und Joh. E. Zcunc, /VnimZliv. Scl TLnscr. .... L.i,rs. 1775. 8. heraus. — — In franzosischer Sprache: Gorrctt. . >. S. 60 u. f. und S. 179 u. f. einige ganz gute Bemerkungen über die Dichtart überhaupt, und Prüfungen einiger deutschen Nachahmungen und lleberschungcn. — In den Fragmenten über die neuere deutsche Littc- ratur l. S. ;;8 ist der cigcnthümlichc Cha- ractcr dieser Lichtart sehr glücklich entworfen. — Anmerkungen über den Anakrcon , kcipz. 1770. 8. (Von I. Gottl. Schneider, in welchen nicht blos der Sinn des Dichters erläutert, sondern auch, zum Thcil, die Ilebcrs. und Nachahmungen desselben geprüft werden.) — lieber die Philosophie des Anakrcon, ein Vers, von M. Joh. Frdr. Degen, Erl. 1776. 8- — Vorlesungen über einige anakrcontische Lieder von Aug. Chrffn. Vor Heck, Magd. >778 — >782. 8. Nenn Stücke. — Auch läßt sich, was H. ClodiuS in s. Vers, aus der Litter. und Moral, itcs St. Lcipz. 1767. 8. S. 40 über Anakrcon sagt, hicher rechnen. — lieber die Acchthcit dcr Anakr. Gedichte ist die Pauwsche Ausg. des Dichters mit dem, was darüber in der Vznn. crir. des Dorville, Amst. 17Z7. 8. gesagt worden ist, und die Vorrede zu der Fischcrschen Ausg. v. 1.1776. zu vergleichen. Littcr. Notizen liefert k-bri- cü lZibl. gr. kib. II. c. XV. Das, allgemein für das bebte gehaltene Leben des Dichters ist von Jos. Barnes, bey s. Ausgaben befindlich; auch Baple hat ihm einen Artikel gewidmet. Anat 0 m i e. (Zeichnende Künste.) Scdeutet in der. Mahlerkunst eine Kenntniß der äußern und inncrn Theile des menschlichen Körpers, in so weit sie zn richtiger Zeichnung dcr Figuren in allerhand Stellungen und Bewegungen nothwendig ist. Es sind fürnehmlich zwei) Umstände, welche die Anatomie einem Zeichner nothwendig machen. Die Verhältnisse dcr Glieder ändern sich wegen der Knochen in etwas ab, je nachdem Ana Ana »Z5 dem die Glieder eine Lage annehmen. Es ist aber hicbey den Künstlern Co ist die Lange des Arms von der zu rathen, daß sie ihre Kcnntniß in Schulter bis an die Spitze des klei- diesem Stük nicht mißbrauchen, nen Fingers anders, wenn der Arm Einige haben, um ihre Wissenschaft gerade ausgestrekt, als wenn er ge- in der Anatomie zu zeigen, die bogen ist. Dieses kommt von den Muskeln so stark ausgedrükt, daß Gelenken der Knochen der, welche ihre Figuren wie geschunden ausse- nian deswegen genau kennen muß, Heu. Es muß in der Zeichnung der um dem Arm in allen Wendungen Muskeln nichts übertriebenes scyn. das richtige Verhältnis? zu geben. ^ ^ Von den Muskeln ist bekannt, daß sie bisweilen rund und wie aufgebla- Von Zeichnung der Muskeln, Knochen sen, bisweilen flach und schlaff sind, u. d. m. überhaupt handelt der Florent. nachdem sie in würklichcr Verrich- Mahler, Alcss. Allen in dem visloxo tung oder in Ruhe sind. Daher sogrz I-lrre ckel eiet!-nzrc l- ügurc, kommt es, daß eine Stelle des Kor- xrincffiznäo 2.) et» Natur zu ersetzen. Es kommen aar was näher bestimmt. — Von der Anato- viel Stellungen vor, welche man niie überhaupt, von der Nothwendigkcit blos aus dem Kopfe zu machen hat, ihrer Kenntuiß, u. d. m. handelt auch de wobei) man ohne.genaue Kcnntniß Mcs noch in dem Laura cke xelnrur- der Anatomie nothwendig in Fehler I 4 xar fallt. Der berühmte piles hat zum Gebrauch der Künstler eine kurze Einleitung zur Anatomie unter einem angenommenen Namen herausgegeben H. und Bildhaucrcy erfordert wird, Bcr« lin 1706. Fol. aber, in Rücksicht auf die Zeichnungen, sehr verhunzt, heraus; auch Leipzig 1760.4. mit H. Te- siclins Anmerkungen der fürtrcflichstcn Mahler über die Zeichen - und Mahle- reykunst. gab Sam. Th. Gerickc das Werk, unter dem Tittt: Kurze Verfassung der Anatomie, wie selbige zur Mahlcrcy *) ?>l>rsze ä'^natomle sccommoclc sux ^rrs rle peiorure er 6e sculprure, pu- dlle p,^r?rcs. 1'ortebar, Nzr. 1667. fol. aus demVcsalius gezogen.— Deutsch iz6 Ana A n a por principe?, S. Z8 lind >5Z (?sr. 1708. i2.) — Von der Nothwendig- teit ihrer Kcnntniß zur Zusammensetzung eines Ganzen (Lnstemble) Watetet in den, seiner ^rr cke peincirc angehängten roüexions, S. ü? u. f. (Amst. I ?6>. 12) — Ein „Unterricht, wie die zur Zeichen- kunfi gehörige Anatomie, Möhler und Bildhauer zu erlernen haben, von G. H. Werner," kam zu Erfurt >780. 8. heraus. — Die besten Anweisungen und Abbildungen zu der, dem Künstler nothigen Kenntnis! der Anatomie liefern folgende Schriften: T^uckr. Vestilii ckc kuiriiin! corpo- r!? t'alzrica, Oib.VII^ Lsstck. (,54z) stoi. vcrni. cbend. stoi. (die Zeichnungen dazu von Titian und Joh. v. Ealear) ins. Werken, teyd. 1725. stoi. die kipicome dieses Werkes, Last!. 154z. st. (mitetwas veränderten, und überhaupt nur 9 Figuren) deutsch, unter dem Titel: von des Menschen Anatomcy, ein kurzer Auszug aus O. .4. Vclalii Büchern, durch Id. -dockr. lurinum verdollmetscht, Franks. >;q; und >;;6 stoi. und vostständiger unter folgendem z -dnclr. Vestziii. .. Zergliederung des menschlichen Körpers, auf Mah- lerey und Bildhauerkunst gerichtet; dip Figuren von Titian gezeichnet, Augsb. 17-06 und 1764. toi. >4 Bl. (sowohl aus dem größern Werke, als aus der Lpiro- me gezogen) --> kerrk. Iriuliaclrii (iizSg) Vatiui. Kuarom. Los. Kilodr. 1714. st, lingeachtet dieses Werk erst in dem angezeigten Jahre von LaNcisius heraus gegeben wurde, so sind die Kupfer denn doch dazu bereits im I. >522 gestochen worden; und ungeachtet es für den Künstler nicht so nützlich als das Werk des Vesalius ist: so kann er denn doch an dem -8tcn bis z>ten Blatte sehen, wie die Muskeln, nach abgezogener Haut, liegen. — lui. Osilo. ri! l'iacenr. . . . Vab. snsr. I.XXVIII. c. iupplem. XX. rabulae. Vau. Lucre- ri!, Vcn. ,627. st. Die Zeichnungen von Ed. Fialetti, und die Kupfer von Franc. Vallcsius sehr schön gestochen, aus welchen der Künstler, wenn gleich nicht die ihm nöthigen anatomischen Kenntnisse, doch lernen kann, wie anatomische Blätter gestochen werden müssen. Der Ausgaben dieses Werkes sind übrigens in diesem Jahre drey erschienen; die, welche keinen in Kupfer gestochenen Titel, und keine Zueignungsschrift hat, ist die bessere. Die folgenden sind, in Ansehung der Kupfer , sämmtlich schlrcht. Auch des John Brown iVlzKZZrgpkiiü novs, Qvnä. 1684. st. ist im Grunde eben dieses, aber verhunzte, Werk; und obgleich die Kupfer, Berl. 1704. zum Gebrauch für Künstler Hochgestochen worden sind: ss können sie für diese doch nicht den geringsten Nutzen haben. —- Vali. nnsram. a cclel,. piKo- rs i'ecro Lcrrerino, Lorron. ckei. et inc. . . . ldom. 1741. st. Auch dieses Werk ist eigentlich schon nms I. 1613. verfertigt worden; wird aber hier nur angeführt, um die Künstler zu benachrichtigen, daß es nicht so wohl für sie, als für Anatomikcr brauchbar ist; wenigstens kann es nur denjenigen, welche bereits einige anatomische Kcnntniß besitzen, und nur in so fern Nutzen verschaffen, als die mchr- sten myologischen Figuren darin bogen und Stellungen haben, wodurch die Actioncn einiger Muskeln deutlich werden.— Hrw- romis cke! ?irtore ck! Larlo Lessa, li, st. 2. st. iS Bl. s Skelette, und ig myol. Figuren; auf S. Preißlcrs Veranlassung von Hier. Boclmann, Nürnb. 1706 nachgestochen, und öfterer daselbst gedruckt, aber, in Ansehung der Richtigkeit, noch unter dem, schon von der Natur und Wahrheit abweichenden Original. Auch von I. F. Leopold ist es, Augsb. 1706. st. herausgegeben worden. — Kme öour> ckon, d>kouv. Vaiile? snscom. Lom-- brsx 167Z. f. Das Werk, wclchcsauS acht dergleichen Tafeln besteht, gehört zu den seltenen, aber nicht zu richtigen und brauchbaren. — Lock. Lickioo . . . T^nsr. corpori? hum KmKci, 1685. st. Der Kupferblätter sind 10;, welche von Lairesse gezeichnet, und, wahrscheinlicher Weise, von Blooteling und den Gebrüdern Gunst gestochen worden sind. Da, in diesem Werke sich keine ganze Mhologische Figuren finden, sondern die An« Ana die Muskeln Klos in einzeln Theilen, und nicht immer in ihrer natürlichen Verbindung darin dargestellt werden: so kann der Künstler daraus nicht so gut, als aus dem Vesalius, die ihm nöthigc Äcnntniß der «lullern Theile dcS menschlichen Körpers erlangen. — ü'he Knarom^ ot huma- nc bostles .... l>^ >VilI. Lovvper, l.ouci. >697. -7Z7. f. Lat. ebcnd. ,7z? und Ütr. t7;o. 5. ist, im Grunde nichts, al- das vorhergehende, mit z, nicht sehr richtig gezeichneten Blättern vermehrte Werk. Die, unter diesen befindlichen myologischcn Figuren sind nach einem Typs-Ausguß gemacht. Ich verbinde mit ihm zugleich eben dieses Vcr- sassers —- Xl^oromia reformara, or an eünarvmieal?rcat!se on che Xlulclez ob lde human dost)', Glinst. 1724. t'. in welchem die XI. XII. und XIII Tafel, S. «26 u. f. zum Gebrauch für Künstler eingerichtet worden sind. — Knacomia per uio est InreliiZen^a stel stileAno, ricercara nun solo tu gl'olli e mulcoli stel corpo umano, ma stiinoltrsrs en» cora tu le slacue piü inilZne sti Loms, stelin per iltustio stella TZcaä. sti kraue!?. lorco la stire^^ione sti Larlo kirrarci . . . Prep. stal O. Lern. LenZa . , . stara in lmce sta Dum. i^vlii, k. 165,1. 5. Das Werk besteht aus 42 Kupfertafeln, und 17, auch in Kupfer gestochenen Blättern Erklärungen, wovon die erstem -8 anat. Fig. und die letztem die schönsten Statuen dcS Aiterthumcs darstellen. Auch dieses Werk, so vor- trcflich es ist, macht den VcsaliuS für den Künstler in so fern nicht unentbehrlich, als in jenem sich nicht ganze Skelette, sondern nur die einzeln Knochen des Kopfes, Rumpfes, Armes und des Fußes finden, und als die darin befindlichen myo- logischen Figuren nicht nach der Natur, sondern nach einem akademischen Model, gezeichnet worden, als wodurch sie, mich wenn jenes von präparirten Körpern abgeformt ist, unfehlbar, etwas von ihrer Wahrheit verlieren müssen. In Ansehung der einzeln, so wohl ostcologischen, «lS Mvlogischen Theile, hat es, indessen, Vorzüge vor dem Vesalius. — Knsro- M)- ot «che human Host)-, h/ vv. Lhe- selsten, I>onst. 1726. 8. verb. 1741. 8. mit 40 Kupfern und eben dieses Verfassers olteoZrsphia, lhonst. 17Z7. Die Figuren zu Heyden sind durch die so genannte Lamers vhscura gezeichnet; und, in dem erstem können die >?te und 2vte Tafel, welche den geschundenen Marsyas, und den Herkules, indem er den AntäuS empor hebt, darstellen, so wie die acht einzeln myologifchen Figuren, dem Künstler nützlich werden. — 8!glr. Lern. >cl- bin! iksb. Lceieri er Xäut'culor. corporis !mm. Im^st. k. 1747. 5. und Ebendesselben Vsb. ostium humsnor. ebend. 175z. f. Die Kupfer sind von Wandelaar gestochen, und das erstere Werk kann unstreitig dem Künstler eine gründliche Kenntniß der muskulösen Theile verschaffen, ob er gleich nle die Muskeln auf solche Art, wie sie darin dargestellt werden, in seinen Figuren, und zwar deswegen nicht nachahmen kann, weil sie,, in der Natur nie so allein, ohne Häute, Fett, Drüsen, Adern, u. s. w. liegen. Aus diesem Werke ist die häyo^rsphie ou Oclori- prion stes mulcles stu corpz humain, par Xär. ?sriir, ?. >75Z. 4. und Ebendesselben OKcographie.... kar. 175z. 4. gezogen. Beyde verdienen, indessen, besonders bemerkt zu werden, weil nicht allein die Kupfer dazu sehe sauber verfertigt sind, sondern weil auch der Verf. in der Einleitung zu dem letzter», die Verhältnisse des äußern Körpers der Kinder gegen Erwachsene, des weiblichen Geschlechtes gegen das männliche, und die Regeln angiebt, nach welchen die alten und neuem Künstler diese Verhältnisse bestimmt haben, und alles dieses mit Ausmessungen ' des Apoll im Belvedcre, der Bcstalin, und der Mcdiceischcn Venus ers läutert. Die, aus eben diesen Werken des Minus genommene —. Vorstellung der Gebeine und Muskeln des nienschli, chcn Körpers ... von Georg Lichtenste- gcr, Nürnb. 1767 und 1774. f. lat. und deutsch, ist nicht so gut gerathcn z und die englischen Nachdrücke >mcr Werke, sind I 5 - weit iz8 Ana A n a weit unter dem Original. — ^Ilz. tt.il. tcri Icou. snsromicsr. Tslc. I— VII. Eött. 17;; — 1751». t'- Wenn gleich der Künstler die ihm nöthige anatomische Kcnntniß nicht aus diesem Werke erlangen kann: so können doch die, von I. T. Rellin und I. P. Kalrcnhofcr dazu verfertigen Zeichnungen, und die von I. D- Hcumann, I. v. d. Spieck, I.E.Schröder, Mich. Rößler, und I. C. G. Fritzsch gestochenen Kupfer ihn lehren, wie anatomische Gegenstände abzubilden sind. — k^nsrom^ ok TsinrinZ, b/ L. Lris- kisuc, Tonst. 1769. toi. Trustes «I ^nsromic ö I uksZc stes ?c!nrres, 9. Ok>. keäonncr, Zr. p. Ocmsrrcsu (l'sr. s. s.) 5. übcrh. 4- Bl. in Rothstein-Ma- nier. Oer Verf. giebt, in dem ^ver- rissemenr, sich das Ansehn, als ob er der erste sc», welcher für die. dem Künstler nöthige Äennlmß der Anatomie, sorge; und aus der Behauptung, daß besonders noch keine anatomischen Abbildungen von Kopf, Hand und Fuß vorhanden wären, zeigt sich auch wirklich, daß er nicht cin- mahl das vorher angezeigte, italienische Werk seines Landsmannes, Errard, kennt. Auch hat er aus die Darstellung dieser Thcile die mchrcsten Blätter verwendet. — G. F. Riedels Abbildung derÄno. che» und Muskeln des menschlichen Körpers , Augsb. 178s. 5. 4 Bl. — Die von H. v. Murr, in s. kidliorli. ste Tcinru- re, S. 46z angezeigte -4nsrom!s ri- ckocrs all ulo ste'?irrori, sti sssc. kelvro, Ven. 1679. f. ist mir nicht näher bekannt; und die übrigen sonst noch von diesem Verf. in dem Kapitel von der Anatomie, angeführten Werke, sind nicht für den Künstler, sondern für den Zergliedere«: und Arzt brauchbar, hätten sich noch mit vielen vermehren lassen, und betreffen zuni Theil gar nicht cinmahl eigentlich die Anatomie, wie, z. B. die S. 46s angezeigte Hallerschc Physiologie. Wohl aber gehören noch hichcr, die, von verschiedenen Künstlern, in Bley, oder Gips, gesonnten anatomischen einzeln Figuren, deren eine, unter andern, dem Mich. Angela zugeschrieben wird, und wovon eine andre, auch in Kupfer gestochene, von Bouchardon sich hcrschrcibt. Aber, so vielen Nutzen sie auch in so fern gcwis haben, als sie gleichsam Körper sind: so sind sie denn doch der Gefahr ausgesetzt, bey dein Abformen, durch das Eintrokncn des Gypscs, etwas verstellt und verzogen zu werden, und die Gleichheit und Schönheit in der Ründung der Thcile zu verlieren. Bloße, anatomische, besondre Abbildungen, in bunten Kupfern mit inehr oder weniger Erklärung, sind, unter mchrern, geliefert worden: von Jac. Chrstph. Lc Blond (51741). Joh. Admiral (1746) Jäeg. Gauticr 1) Tllsi stsnsromic, ou rsblesux stnprimes, ezui icprelenrenr su usrrr^el, rous les mulcles ste ls tscc, stu dol, ste ls rece, ste ls lau- ßue, er stu Isrinx . . . Tsr. 1745. 5. 8 Bl. 2) Luits ste l'esssi ste kstcnsro» m!c, cbcnd. 1745. 5. 12 VI. welche auch den Titel: Ts dä^oloZie stu rrouc er stes excremlres führt; z) T^nsromie ste ls Bere . . . psr. 1748. 5. Z Bl. 4) T^nsrom. Zcn. stes vilceres .... svec l ^nAioloaie er Is Neurologie ste cks- czue psrric stu corps kiumsin , cbcnd. 1751. f. izVl. Auch sind die drei) erstem mit dein Titel, kck^oloZio com- plece ... psr. 1746. f. ausgegeben worden. 5) Txpollr. snsrom. ste ls ilru- kturc stu corps tiumsin en vingc Tlsnch. . . . pour kervir ste kupple, menr ö ceilez czu'ou s stonnes su public .... ?sr. 1770. 5.) Arnaud Elo» Gauticr, Sohn des vorigen: Lours com- pler st'^nsromie, Tsr. 177 2 — >774. k. in 4 Abth. Das llrtheil Hallers, über die, sonst kostbaren Arbeiten des Vaters, in Rücksicht auf Richtigkeit, siel nicht günstig aus: in wie weit es von den Arbeiten des Sohnes gilt, finüssen Zergliedere«: bestimmen. — — Ucber die Geschichte der anatomischen Zeichnungen — über den Einfluß der bessern Kcnntniß der Anatomie in die Mah- lcrcy der Neuem überhaupt, und in die Werke einzclcr Künstler besonders; über die Schwierigkeiten, richtige anatomische Zeich- And Ans Zeichnungen zu machen, u. d. in. sind sehe lesenSiverthc Nachrichten und Bemerkungen, in dem „Vcrzcichniß einer Sammlung von Bildnissen größlentheils bcrühm- terAcrzte. . . von C.W. Moehscn, Beel. ^1771. 4." in der, S. ;z u. f. befindlichen Abhandlung „von der Verbindung der Arz- ncygelahrtheit mit den bildenden Künsten" enthalten. — UebrigenS ist es bekannt, daß Leonarde da Vinci eigentlich der erste war, welcher sich der Kenntniß der Anatomie unter den Neuem befliß, und diese Kenntniß, besonders in s. spätem Werken, zeigte. Andant e. (Musik.) Bedeutet in der Musik einen Taktgang, der zwischen dem Geschwinden und Langsamen die Mitte halt. In dein Andante werden alle Töne deutlich und von einander wok abgezeichnet angegeben. Dieser Gang schikct sich also zu einem gelassenen, ruhigen Inhalt, ingkeichem zu Aufzügen und Marschen. Anfang. (Schöne Künste.) Aristoteles, welcher angemerkt hat, daß jeder Gegenstand, der ein schönes Ganzes ausmacht, einen Anfang und ein Ende habe, sagt: der Anfang sei) dasjenige, dem in derselben Sache nichts vorher gehen könne, und was allen andern Dingen vorher gehen müsse 5). Der Anfang der Begebenheiten , welche die ganze Handlung der Ilms ausmachen, ist der Streit zwischen Achilles und Agamemnon z denn alles, was nachher geschehen ist, war eine Folge dieses Streits: hingegen gehört das, was diesem Streit vorher gegangen, nicht zu dieser Handlung. Man kann die ganze Handlung vollkommen begreifen , wenn man auch von dein, was H VII. Ans 1Z9 diesem Anfang vorher gegangen ist, keine Nachricht bat: es liegt ganz außer der Kette dieser Begebenheit. Ohne einen Anfang kann man sich demnach keine Reyhe von Dingen vollkommen vorstellen; weil man nicht begreift, warum die Sachen da sind. Es gehöret nothwendig zu der Vollkommenheit eines Werks von Geschmak, daß es einen bestimmten Anfang habe. Wenn Homer die Begebenheiten der Jlias besungen hatte, ohne uns zu sagen, warum Achilles sich von dem Heer entfernt habe, und warum er gegen den Agamemnon aufgebracht worden, so würde uns das Vornehmste der Handlung gefehlt haben: dieses aber der Erzählung vorher gesetzt, giebt uns den vollen Aufschluß zu der Sache ; und wir bekommen dadurch eine vollständige Vorstellung dessen, was der Dichter hat besingen wollen; wir werden völlig befriediget, nachdem wir den Anfang, den Fortgang und das Ende' der Sache erkennt haben. Hieraus folget, daß der epische Dichter, welcher eine vollständige Handlung erzählt, oder der dramatische, der sie uns auf der Schaubühne vorstellt, sorgfältig scyn müssen, den Anfang der Handlung deutlich vor Augen zu legen. Dabei) aber haben sie einige Vorsichtigkeit nöthig, weil dieses mit mehr oder weniger guter Würkung geschehen kann. Die Sache ist der Mühe Werth ausführlich entwikelt zu werden. Weil der Anfang das erste in der Sache ist, dem nichts, was zu derselben gehört, vorhergehen kann, so muß die Handlung mit nichts anfangen, was würklich vor ihr gewesen ist. Dieses wäre ein verwerflicher Ueberfluß. Die Vorstellungskraft würde mit etwas fremden, das zur Sache nichtgchört, beschäftiget. In diesen Fehler ist iLuripiSes bisweilen gefallen. In der Hokuba läßt er zum Anfange der Handlung diese Köni- lgo Ans Konigin auftreten und klaglich thun, noch che der Zuschauer weiß, welches Elend, das eigentlich der Inhalt des Stüks ist, ihr bevorsteht. Der wahre Anfang dieser Handlung ist der Entschluß der Griechen, die Tochter dieser Königin auf dem Grabe des Achilles zu opfern. Dieses hat uns der Dichter gleich sollen bekannt machen. Denn alle Klagen der Hekuba, über die ihr vorher begegneten Un- glüksfällc, gehören nicht zn dieser Sache. Eben so laßt er in der Jphi- genia bey den Tauricrn, diese Prinzeßin zum Anfang der Handlung erscheinen, che sie weiß, daß Orestes und Pylades angekommen; da doch die Handlung erst durch ihre Ankunft den Anfang nimmt. Dergleichen Eingange sind würklich von der Handlung abgerissen und also der Einheit der Vorstellung entgegen. Ein andrer Fehler ist es in epischen und dramatischen Gedichten, wenn man den Anfang mit sehr entfernten Veranlassungen zu der Handlung macht. Es würde ungereimt seyn, wenn man, wie Horaz sagt H, die Erzählung des Trojanischen Krieges von dem Ey anfangen wollte, aus welchem Helena in die Welt gekommen. Denn daraus erkennt man die Ursache des Krieges nicht unmittelbar. Dergleichen Umschweife geben der Vorstellung eine Unvollkommcn- heit, die scharfsinnigen Lesern anstößig ist. Der Dichter muß demnach, ohne auszuholen, gleich zur Sache kommen, und sein Werk bcym unmittelbaren Anfang der Handlung anheben. Zwar hangen in der Welt gar alle Begebenheiten so an einander, daß in strengem metaphysischen Sinn keine, die mitten ans der Geschichte der Welt herausgenommen wird, ein für sich bestehendes Ganzes ausmacht. Allein da der Dichter seine Handlung als eine völlig abgesonderte Sache *) sä kilones v. 146. A n f vorzustellen hat: so muß er einen solchen Anfang suchen, der unsre Vorstellung befriedige, und uns nichts vorhergegangenes zu suchen übrig lasse. Hat er ein Mißtrauen in die Fruchtbarkeit feiner Erfindungskraft, so nimmt er einen entfernten Anfang, damit die Menge der! Begebenheiten den Mangel der Erfindungen ersetze. Vielleicht würde Homer die Aencis von der Ankunft des Helden in Italien angefangen haben. Virgil glaubte einen entfernten Anfang nöthig zu haben. So würde ein minder fruchtbarer Dichter sich kaum getraut haben, die Mefiiadc, wie Rlopftock gethan hat, mit dem lezten Einzug des Erlösers nach Jerusalem anzufangen. Dem Dichter bleibt also immer die Frcyheit, den Anfang feiner Handlung naher oder entfernter von dem Ende zu nehmen. Nur muß er dieses genau beobachten, daß er dem Gedicht einen wahren Anfang gebe, der weder außer der Handlung liege, noch unvollständig fcy. Je näher der Anfang der Handlung an dein Ende derselben liegt, je enger kann das Ganze zusammen getrieben werden, daß es mit einem Blike zu übersehen scy. Ist der Anfang vom Ende sehr entfernt, so wird das Werk zn weit ausgedehnt, oder es entstehen in der Handlung große Lüken, welche der Lebhaftigkeit der Vorstellung viel Schaden thun. Die dramatische Handlung erfo- dert nothwendig, daß der Anfang nahe am Ende genommen werde. Wenn der Dichter dieses versäumt, so ist er gcnöthiget, entweder die ganze Handlung einzuschränken, daß er uns gleichsam nur einen Auszug davon sehen läßt, oder er muß einen großen Theil hinter der Bühne geschehen lassen. In beyden Fällen ist es unmöglich, daß sich die Charaktere der Personen hinlänglich cnt- wikeln. Die Alten haben dieses fast all»- A f allemal sehr genau beobachtet, und eben deßwegen sehen wir überall so gut cntwikeltc Charaktere in ihren dramatischen Stükcn. Wir können sie auch darin» den Neueru als Muster empfehlen, daß sie in Bestimmung des Anfangs meistens sehr sorgfältig gewesen. Sie legen uns gemeiniglich bey dem ersten Auftritt den Anfang der Handlung so deutlich vor Augen, daß wir gleich von den« Inhalte derselben und von dem Charakter der Hauptpersonen hinlänglich unterrichtet werden. Dieses wird in viel neuen Stüken so sehr versäumt, daß wir oft eine lange Zeit nicht wissen, worauf es bey der Handlung ankommt. Man wird dieses insonderheit lebhaft fühlen, wenn man den Anfang des Voöipus in dem Trauerspiele des Sophokles mit dem Anfange vergleicht, den Voltaire seinem Ocdip gegeben. In der Musik muß jedes Tonstük so anfangen, daß daS Gehör auf nichts vorhergehendes geführt werde. DieHarmonie muß vollkommen con- sonirend und vollständig seyn, der Gang oder die Figur nicht abgebrochen. Co viel immer möglich, muß gleich die erste Periode den Charakter des ganzen Stüks enthalten. Indessen giebt es doch Gelegenheiten, besonders wenn Arien auf Recitative folgen, und dieselbe Empfindung in der Arie nur fortgesetzt wird, daß der bestimmte Anfang unnöthig wird. In dem Tanze muß ebenfalls ein bestimmter Anfang gesetzt werden, damit man nicht glaube, man sehe nur ein Stük desselben. Dieses geschieht bisweilen in den Balletten ^ da die Tanzer mit einem Sprung aus den Culisscn hervor kommen, und uns glauben machen, daß der Tanz, den wir sehen, nur eine Fortsetzung der Handlung sey, die außer unscrm Gesichte ihren Anfang genommen hat. Es ist überhaupt in allen Werken des Geschmaks nöthig, den Anfang Ans 141 so zu machen, daß man natürlicher Weise nicht auf den Gedanken kommen könne, was dieser Sache, die wir itzt sehen oder hpren, könnte vorher gegangen seyn. Denn diese Frage würde offenbar anzeigen, daß man uns nicht ein Ganzes, sondern nur ein Stük vorstelle. Hcrmogenes erinnert, daß es sehr unschiklich und bäurisch sey, wenn man in einer Abhandlung gleich in die Sache hineinspringt *). In einer förmlichen Rede, darin» etwas abgehandelt wird, ist nicht der Eingang, sondern der Vortrag der Sache, der eigentliche Anfang. In den Werken der Kunst, die sich auf einmal darstellen, wie alle Werke der zeichnenden und bildenden Künste sind, scheinet zwar weder Anfang noch Ende zu seyn. Dennoch ist unumgänglich nothwendig, daß sie mit einer Art von Anfang und Ende, als ganz beschränkte und für sich bestehende Dinge, in die Augen fallen -s- Meines BcdünkcnS ßat H. Sulzer, in dem vorhergehenden Artikel, in so fern dieser die redenden Künllc dctrift, nicht genau und bestimmt genug, den Anfang der eigentlichen Begebenheit, welche den Jnnhalt, oder die Veranlassung eines Gedichtes se»n kann, »vn dem Anfange deS eigentlichen Gedichtes selbst, das heißt, von demjenigen Punkte unterschieden, »0» welchem der Lichter gleichsam sein Tempo nimmt. Freist»!) kann der letztere zuweilen, in Gedichten epischer Art, mit jenem Eines sepn: er kann aber auch, mehr oder weniger, entfernt von ihm liegen; und llntersuchilngcn, warum dieses, selbst in epischen Gedichten, nicht immer zuträglich ist, so wie über den Unterschied, welcher, in Rücksicht hierauf, im Ganzen, zwischen dem historischen Schauspiel der Engländer, und den Schau- H ltormox, ci« tnvenr. I., II. c. I. c-s. Ganz. 142 A n f Ang Schauspielen gewöhnlichen Schlages sich findet, und ob, und woher es Dichtcw arten giebt, welche einen abgebrochenen 'Anfang zulassen, und gar natürlich und nothwendig machen? und dcrgl. mehrere würden hier, glaube ich, an ihrer rechten Stelle gewesen icyn. — Bestimmte Nachmessungen hierüber lassen sich nicht geben; die Leser müssen sie, aus den folgenden Schriften, selbst auszumit- teln suchen. Zuerst gehört dahin, was dic Tommcntaroren des'Aristoteles über die von H. S. angeführte Stelle desselben gesagt haben ; das Beste darüber hat Oaciec bei, seiner Ilebersetzung der Poetik (S. uz. Lss. ss'^mss. 17ZZ. >2.) und H. Curtius de» der scinigen (S. >z> u. f.) zusammen gelesen; cS ist aber, in keinem Betracht, viel. — Weit ausführlicher, oder wcit- lclustiger, handelt davon Bossu in dem Nraire ssu l'vcmc epiizue flssv. z. tili. >,. S. >;6. Lei. sse>6sz.) — lieber das, was eigentlich der Anfangspunkt in einem Gedichte überhaupt ist, Batteux (Einlcit. in die sch. Wisscnsch. Th. 2. Abschn. 1. Art. z. Kap. z. vorzügl. S. 2, u. f. Aufl. 4.) — Warum der Dichter, besonders der epische, nicht von dem Punkte, wo sich die eigentliche Begebenheit seines Gedichtes anhebt, sondern von einem, welcher dem Zweck und Ziel desselben, und dem Ausgange naher liegt, ausgehen müsse, Hnrd in s. Commcntar über den 148. Vers des Horaz (I. 1-4. der deutschen Ucbcrs.) —. Du poinc ou «Wir cvmmenccr I'sötion ss'une t'sble comique, das 9tc Kap. des Iten Buches der /Vrr lie la Lnmcclie des Cailhava ( V>.,. S. 172 u. f.) wo zugleich die Mißlichkeit der Regel des d'Aubignac, (welche auch H. S. angenommen zu haben scheint) daß nclhmlich die dramatische Handlung ihren Anfang dem Ende so nahe als möglich nehmen müsse, durch treffende Bepspielr gewiesen wird. — lieber den, dem lyrischen Gedichte, eigenen Ansang, H. Engel, in den Anfangsgründen einer Theorie dcr Oichtungsarten, Bei-?. 178z. z. (8tes Hauptst. S. 27711. f.) Warum Hekuba, indem sie austritt, nicht anders, als klagend auftreten tonne, lehrt den aufmerksamen Leser der Jnnhalt und Zusammenhang des Stückes. Wenn Iphigonia bey den Tauricrn nicht eher austräte, als Orest und Pylades: so würden diese mit keinem so großen Interesse für den Zuschauer, als es jetzt geschieht, auftreten können. Angemessen. (Schöne Künste.) Aas Zufällige in einer Sache, das mit dem Wesentlichen sehr genau überein kommt, und ihm dadurch eigen wird, stein angemessener Aus- oruk ist der, darum alle Worte so gewählt werden, wie sie sich zum Wesen am genauesten schiken. Ein langsamer Ausdruk ist der langsamen Vorstellung angemessen; ein schneller der lebhaften. Niedrige Worter sind niedrigen, und hohe erhabenen Vorstellungen angemessen. Ein Bcyspicl eines sehr angemessenen Ausdruks giebt uns folgende Stelle des Sophokles in der Tlektra. Diese Prinzeßin sagt zu ihrer Schwester *): -- ---» 6c T/404 ^251 65c») 6/45 /.U7k5^V /40V0V VV5XY/4«. Dir rrcrSe eine kostbare Tafel ze- Oekr, uns Ueberfliiß herrsckc in Seiner Lebensart; mein DroV aber se^ blos znr NorhSurft. Der fürstlichen Lebensart der Thrzssochemis sind die Worte, kostbare Tafel, angemessen; der niedrige Ausdruk, Oes täglichen Droves, (80-7^71«, Futters) der unterdrükten Elektra. Es ist sehr wesentlich, daß sich jeder Künstler auf das Angemessene äußerst befleiße. Denn entweder ist das Zufällige so unbestimmt, daß es sich zu verschiedenen Sachen schilt: oder es ist gar der Sache unangemessen. In diesem letzten Falle ist es anstoßig, weil es ungereimt ist: im ") LleÄr. vss z6z, Ang im andern Falle aber vermißt man wenigstens den Reiz, der vom Angemessenen herkommt. Zwar werden Künstler von feinem Ecschmake selten in den Fehler des Unangemessenen verfallen; aber das genau Angemessene erfodert große Scharfsin- nigkeit und feines Gefühl. Eben darum aber giebt es den Werken des Gcfchmaks eine große Schönheit. Man sieht bisweilen Menschen, bey denen alles Zufällige, ihre Figur, ihre Gesichtszüge, Gebehrden, jeder kleinste Anstand, so genau mit dem, was sie sind, übereinstimmen, daß man sie mit dem größten Vergnügen betrachtet. So muß in jedem vollkommenen Werke der Kunst alles angemessen feyn. Alsdenn wird man es immer mit neuem Vergnügen genießen. Denn der Geist wird nimmer gesattigcr, feine Uebereinstim- mungen zu bemerken. Wicwol alle Künstler sich auf das Angemessene äußerst befleißen müssen, so ist es doch den Schauspielern vorzüglich nöthig. Wenn sie gefallen wollen, so muß in ihrer ganzen Person nichts feyn, das dem Stand und Charakter der Person, die sie vorstellen, nicht genau angemessen fei). Angenehm. (Schöne Künste.) M?an hört überall sagen, das Angenehme sey der Zwek aller Werke der schönen Künste. Dieses ist eben so wahr, als wenn man sagte? der Wolklang sey der Zwek der Dichtkunst, oder die Harmonie der Zwek der Musik. Angenehm muß jedes Werk dieser Künste seyn, weil man es sonst nicht achten würde: aber diese Eigenschaft macht sein Wesen nicht aus; sie gehört so dazu, wie das gute Ansehen, die Reinlichkeit und Annehmlichkeit zu einem Gebäude gehören, dessen Wesen in etwas ganz anderm besteht. Ang 14z Soll der Künstler nicht durch unrichtige Vorstellungen über das Wesen der schönen Künste auf Abwege gerathen, so muß er sich über den Gebrauch des Angenehmen von der Natur unterrichten lassen, der großen Lehrerin aller Künstler. Sie arbeitet allemal auf Vollkommenheit; aber sie giebt ihr die Annehmlichkeit zur beständigen Gefahrtin. Jedes Werk der Natur hat seine Vollkommenheit, wodurch es das ist, was es hat seyn sollen, und seine Annehmlichkeit, wodurch es die Sinnen reizt: so muß jedes Werk der schönen Künste seyn, die eigentlich durch Einmischung des Angenehmen in das Nützliche entstanden sind'H. Jedem ihrer Werke muß etwas wichtiges übrig bleiben, wenn ihm alles Angenehme, was es durch die Kunst an sich hat, benommen wird. Das Gedicht, dem nichts übrig bleibet, wenn die Harmonie des Verses, die Schönheit des Aus- druks, das Kleid der Bilder, davon genommen werden, ist kein lobwür- digcs Werk. Dieses ist der wahre Gesichtspunkt, aus welchem jeder Künstler das Angenehme betrachten muß. Hat er das Wesentliche als ein weiser und verständiger Mann festgesetzt, so sehe er sich nach dein Angenehmen um, womit er das Nützliche als mit einem schönen Gewand umgeben könne. Hat er einen Gegenstand gefunden, der wichtig genug ist, die Aufmerksamkeit verstandiger Menschen zu bc- schäfftigcn, so suche er ihm alle Annehmlichkeiten zu geben, die ihn der Vorstellungskrast reizender machen können. So können wir uns das Verfahren der Narur vorstellen. Sie hat alle Thcile des menschlichen Körpers zu ihrem Gebrauch so vollkommen gebildet, daß aus dem Ganzen die bcwundernswürdigeMaschine entstehen konnte, die der Geist zu seinem Dienste ") S. Künste. 144 Ang Dienste nöthig hatte: denn hat sie alle diese Thcile in eine angenehme Form vereiniget, selbige mit einer, alles lieblich zusammen bindenden Haut, überzogen, und auch diese mit angenehmen Farben und einem reizenden Wesen verschiedentlich überstreut. Also ist die Erforschung und genaue Kenntniß des Angenehmen zwar ein wesentlicher Theil dcrKunst, aber nicht der einzige. Der Künstler Muß zuerst ein Mann von Verstand, ein weiser und guter Mann, und hernach eben so nochwendig ein Mann vonGeschmak se>)n. Er hat zwei) Wege, die Kenntniß dcS Angenehmen zu erwerben, und bcyde sind ihm nothwendig. Was die fcincsicn Kunstrichter, vom Aristoteles an, bis ansitzt, von dem, was angenehm oder unangenehm ist, bemerkt haben, mache er sich bekannt, und nehme seine eigene Erfahrung noch dazn: hernach bemühe er sich eine Theorie des Angenehmen zu machen, die bey dem Wankenden und Widersprechenden der Veobachtungen ihm zn Hülfe komme; die entweder seine Zweifel rechtfertige, oder auflose. Zum Fundament dieser Theorie bemerke er, daß ein Gegenstand dadurch angenehm wird, daß er die Würksamkeit der Seele reizt, und daß dieses auf zweyerley Art geschieht; entweder durch die Vorstellungskraft, oder durch die Begehrungskraft. Bey näherer Untersuchung dieser beyden Gattungen der Würksamkeit wird er die Arten derjenigen Eigenschaften der Dinge ent- deken, die angenehm sind. So wird er finden, daß die Vorstellungskraft gereizt wird durch Vollkommenheit, durch Ordnung, durch Deutlichkeit, durch Wahrheit, durch Schönheit, durch Neuigkeit und verschiedene andere ästhetische Eigenschaften; dieVe- gehrungskraft aber durch das Affekt- reiche, durch das Zärtliche, durch das Rührende, durch das Feyeriichc, durch Ang das Große, durch das Wunderbare, durch das Erhabene und andre Eigenschaften dieser Art, über welche an sehr vielen Stellen dieses Werks nähere Untersuchungen angestellt worden, die zusammen genommen eine, wiewol unvollkommene Theorie des Angenehmen ausmachen. A N g st. Aer höchste Grad der Furcht, und also eine sehr wichtige Leidenschaft. Da sie nicht so plötzlich und so vorübergehend ist, wie der Schocken, sondern lange anhalten, und die Seele in ihren innersten Winkeln durchwühlen kann; so ist schwerlich irgend eine andre Leidenschaft, die so dauernde Eindrüke in dem Gemüthe zurük läßt. Sie ist deswegen höchst wichtig, weil sie das kräftigste Mittel ist, einen immerwährenden Abscheu für dasjenige zu erweken, welches diese unerträglichste aller Leidenschaften verursachet hat. Von allen Künstlern kann der tragische Dichter den besten Gebranch davon machen, weil er uns das innere und äußere derselben vor Augen legen, und vermittelst der Täuschung diese Leidenschaft in einem ziemlich hohen Grad in uns erweken kann. Selten können die zeichnenden Künste sich zu dem Grad der Vollkommenheit erheben, daß sie die Angst erweken können. Kaum ist Raphaels großes Genie dazu hinreichend. Indem epischen Gedicht hatRlop- ftok diese Leidenschaft fowol an dem Abbadona, als an dem Judas Istda- riorh mit einer wahren Meisterhand behandelt. Auch in der Noachide kommen verschiedene sehr schöne Bearbeitungen dieser Leidenschast vor, besonders im zehnten Gesang, da unter andern die Scene, wo Lamech einem im Todcsschlummer liegenden Sünder anfwekr, der beym Aufwachen glaubt, daß der Tag des 'Gerichts A n k richts erschienen sey, eine meisterhafte Erfindung ist, die auch Füßli in der, dem zehnten Gesang vorgesetzten, Zeichnung sehr glüklich aus- gedrükt hat. Im Trauerspiel hat Aesculus in den Eumeniden die Angst auf das höchste getrieben; und unter den Neucrn hat Shakespear sie an verschiedenen Orten so ausnehmend vorgestellt, daß es kaum möglich scheint, ihn zu übertreffen. An die Behandlung dieser Leidenschaft darf sich kein mittelmäßiger Kopfwagen > sie crfodcrt einen großen Meister. Ankündigung. (Redende Künste.) Es tragt sehr viel zur guten Wür- kung eines Werks bei), wenn man gleich von Anfang einige Hauptbc- griffe gefaßt hat, welche die Aufmerksamkeit durch das ganze Werk hindurch lenken und unterhalten. In redenden Künsten kann diese vorteilhafte Lage des Geistes durch eine geschikte Ankündigung des Inhalts hervorgebracht werben. Dadurch wird der Aufmerksamkeit die nöthige Spannung gegeben, und sie wird zugleich dahin, wo es die Absicht des Künstlers erfodcrt, gerichtet. Daher ist es gekommen, daß die Redner, die tragischen und epischen Dichter, insgemein gleich anfangs ihre Materie auf die vortheilhafteste Weise anzukündigen gesucht haben. In der Ankündigung liegt das ganze Werk so cingcwikelt, wie nach der Beobachtung der neuernNaturlehrer, die künstige Pflanze mit ihren Blattern, Blumen und Früchten in dem Keim des Saamenkorns liegt. Dcß- wegen ist dieser so kleine Thcil eines Gedichts oder einer Rede, höchst wichtig und erfodert eine große Kunst. Ucber die epische Ankündigung haben wir am wenigsten nöthig uns in Erster Theil. Ank 145 eine nähere Betrachtung einzulassen: da sie viel weniger Schwierigkeit hat, als die dramatische, und man aus den großen Mustern , die jedermann bekannt sind, sich hinlänglich davon unterrichten kann. Die Bescheidenheit und Einfalt sind die zwey Eigenschaften, die Hora? zur Ankündigung fodert. dlec tlc i'nclpienz» ur tcrlpcor c^clicus olim: . K 146 A n e aber hnbcn diese Art, weil sie außer der Handlung liegt, nicht ebne Grund verworfen: nur die englische Bühne hat die Prologen beybchalten. Die Griechen, so wie die meisten Neuern, haben den Inhalt der Handlung durch den Anfang derselben anzukündigen gesucht. Sopboklcs ist darinn am glüklichsten gewesen; dem ILucipiSes aber hat es damit selten geglükt. Die Sache hat in dcr That große Schwierigkeit. Denn da natürlicher Weise keine der handelnden Personen vorher sehen kann, was für eine Wendung, viel weniger, was für einen Ausgang die Sachen nehmen werden, so können sie die Handlung auch nicht bestimmt ankündigen. Hier ist sie eine noch zufallige künftige Sache, da sie in der epischen Ankündigung, als eine schon vergangene Sache erscheint. Es kann also im Drama weiter nichts angcküudiget werden, als die Veranlassung und der Anfang der Handlung, ihre Wichtigkeit, nebst einigen dunkeln Vcr- muthungcn ihres Ausganges. Dabei) kann jeder die Schwierigkeit den Sache empfinden. Die meisten Neuern behandeln die Ankündigung so schlecht, daß man lange in Verwirrung und Ungewißheit über die Veranlassung und über die Natur der Handlung bleibet. Im Trauerspiel sollte man aus den ersten Reden der Personen sogleich erkennen, daß man am Anfang einer wichtigen Handlung ist, deren Ausgang zwar ungewiß ist, aber, von welcher Seite er kommen möge, merkwürdig sepit muß. Je genauer die Verwiklung der Sachen, die Schwierigkeiten und Gefahren, die der Fortgang der Handlung heranbringen wird, durch die Ankündigung erkennt werden, je gewisser wird die Aufmerksamkeit gereizt. Auch ist es sehr wichtig, daß dem Zuschauer durch die Ankündigung gleich die Hauptperso» A n k NM von einer interessanten Seite vorgestellt werden. Man kann den Anfang des Gedi- pus in Theben von Sophokles, als ein vollkommenes Muster der Ankündigung anpreisen. Von der Ankündigung des Inhalts der Rede, die gleich nach dem Eingange folget H, ist unnöthig viel zu sagen. Sie hat für einen würklich beredten Mann wenig Schwierigkeit. Das was dabey zu bedenken ist, besonders, ob man den Schluß der Rede vorher anzeigen, oder verbergen soll, cntdekt sich einem Mann von gutem Urtheil gar bald. Einiges Nachdenken über die verschiedenen Ankündigungen, wie sie vom De- mosthcnes oder Cicero behandeltwor- dcn, wird wenig Ungewißheit in der Sache lassen. Nothwendiger ist es vielleicht dieses zu erinnern, daß in der Rede oft die Ankündigung eines besondern Thcils derselben, der auf die Abhandlung eines vorhergegangenen Theiles folget, nothwcndig wird. Dieses nennt Cicero: Uropoßtio guiä Iis ültkurus, et sd eo, guoä est äisstum, keiun- ötio »*). In diesen besondern Ankündigungen sind unter den Neuern die französischen Schriftsteller die besten Muster. Winkclmann hat auch in dem blos dogmatischen Vortrag versucht, die alte griechische Art: So viel hicvon: — nun davon, wieder einzuführen, welches nicht zu verwerfen ist. Nur für förmliche Reden ist diese Formel zu kurz. -5- H. Sulzcr versteht unter dem Werte, Ankündigung, eigentlich die ILxpo- srtion; allein das deutsche Wort begreift nicht eigentlich alles in sich, was da» französische sagt, denn dieses beißt sowohl die Anzeige dessen, was da vorgehe» so», > alt H propoluio, vs Oesr. I.. III, A n k Ank 147^ als dessen, was vorher gegangen, tiild zur Verständlichkeit des Folgenden zu wisse», und das Werk zu einem Ganzen zu machen, erforderlich ist. In der erster» Bedeutung wird es von den Franzosen vorzüglich von epischen Gedichten, in der lebten, von dramatischen gebraucht. Cäilhava z. B. (l'^rc 6u Nkearre I. izk) sagt, daß die Exposition uns lehren müsse, quel eil Is lieu, oü l'atlion 5e pailc, n»us mec» rre su taic äes cvenemenz czui l'onr xreceäe, er nous preparer (das heißt hier, die Begebenheiten einleiten, nicht sie blos anzeigen, ankündigen) ü ceuxqui ckoivcnr scrvir ü tes ckeveloppemens. Und daß prekärer in der Sprache der französischen Theatertheorie nichts anders heiße, bcweißt das achte Kap. des zwcoten Buches von Hcdclins ?rarique äuBtiea- rre (l. 1 1 5. ^tl.cl ^mtberä. >715.) Die- jcnige Schwierigkeit also, welche Hr. S. Hey der Ankündigung findet, „daß, da keine der handelnden Personen vorher sehen kann, was für eine Wendung, »iclwcnigec was für einen Arrsgang die Sachen nehmen werden, sie auch die Handlungen »cht bestimmt nichrmSigen könne," ist kei- nesweges die Hauptschwicrigkeit; und die Stelle beweist nur, daß Hr. S. entweder verleitet durch die eigentliche Bedeutung des deutschen Wortes, nicht immer dem ihm, von ihm selbst untergelegten Begriffe treu geblieben ist; oder daß er vielleicht das, was Lcssing von einem Theile dcS Prologen der Alten, und besonders dcS Euripidcs sagt, (Oramat. N. 48) für das ganze Geschäft des Prologen (denn aus der griechischen tragischen Bühne enthielt der Prologus das was jetzt die Exposition enthält) angesehen hat. Aber nur der Prolog, in sofern eine Gottheit ihn machte, konnte den Ausgang ankemvigen; und nicht die bloße Ankündigung derselben allein war der Jnnhalt des Prologen. So zweckmäßig für das Trauerspiel also die Prologen des Euripides immer scpn mögen, und so wenig ich die ihnen entgegen stehenden Uebcrxaschungen der Franzosen in Schutz nehmen mag: so ist doch so viel gewiß, daß Prolog, oder Exposition, mehr sind, als was Hr. S. sie sevn läßt. Und wenn, bcp der Beschaffenheit unsers Theaters, und Key der Art unserer Cultur, jene, den Prologen des Euripidcs zukommende Eigenthümlicbkeit, den Ausgang vorher zu sagen, wohl wegfallen müßten; und wenn, was Lesfing von den Vorzügen dieser Vorhersagung lehrt, wohl nicht so zu verstehen ist, als ob nur die Exposition allein sie enthalten könne: — so würde freylich, schon zur Berichtigung eines bestimmten Begriffes von der dramatischen Exposition, und zur Theorie derselben, manches in dem vorhergehenden Artikel, ganz unzulänglich, und vieles gar nicht zu finden scyn; zu geschweige», wenn man darin Aufklärung verlangte, warum das erzablenSe Gedicht Z. B. eine eigentliche Anhünoigimg Oes Im,Haltes eher und mehr fordert, als das Vramatistbetk warum, und wie die dramatische Exposition allmählig immer mehr und mehr mit der Handlung selbst verwebt worden? und die Vortheilc und Nachtheile hievon; warum, und ob das Lustspiel eine andere Art von Exposition zuläßt, als das Trauerspiel ? u. d. m. Auch finden sich für diese Lücken, besonders für die letzter», wieder nicht, so viel ich weiß, bestimmte Nachweisungen ; ich begnüge mich also, in Ansehung der erster,,, auf folgende Bücher zu verweisen : in so fern der Prologus des griechischen Trauerspieles die Exposition der Neuer» ist, auf das, was die Com. mcntatoren des Aristoteles über seine Lehre hievon O-?- ??»->,»-. xn) zusammen getragen haben c es ist aber nicht sehr viel. Darier, in s. llcbcrsctzuug (S. 176. bclir. >7ZZ) schränkt sich blos auf die Widerlegung der Ungereimtheiten ein, welche Aubignac, bei) dieser Gelegenheit, dcmAristoteleS andichtet ciuI'Uezrec- biv. III. ck. 1. S. >4Z U. f. Lck. ä'-Zmck. >7>5- 8.) und Curtius, bc» der scinigen (S-177 u. f.) thut erstlich nur eben das, obgleich nicht so bündig, so anschaulich; und lehrt nebenher (S. 181) etwas, das nur dll- lig ein Aubignae sollte lehren können, lehrt, daß der erste Act, welcher jetzt die Stelle des Prologen vertritt, nichts von der K? Hand« 148 A n l Handlung selbst und — Bcittcux (Ein- icit. in die schönen Wissenschaften, B.2. S. 2z->. gtc Aufl.) was Alles in der Ankündigung (dem ersten Acte) enthalten scyn müsse. — Cailhava in dein 7tcn Kap. des -ten B. seiner ^rr cle la Lomeäie (B. I. S. IZ8 u. f.) handelt ckc I'bxpll- tirion (ckcamscigue) überhaupt, von ihren verschiedenen Arten, ihren Eigenschaften, u. d. m. und Diderot, hinter seinem Hausvater, S. -;i. der:tcn Ausg. der deutschen Ucbersetzung. Was die eigentliche Ankündigung, die epische Exposition, anbetrift; so hat wohl Lcssing in den Briefen über den Messias (vcrm. Schriften Th. 4. S. 4«> u. s.) die beste Erläuterung der von Hrn. Sulzer angeführten Stelle des Horaz gegeben. --- Unter der Benennung, llropoiicion, handelt davon Bossü (in dcm lll'rzice än poc- me epilzuo, l.i v. z. (isti. Z. S. 190». Lck. «1e p--r. 169z ) so wie Battcux, im -ten B. s Einleit. S. III. gte Ausg. lieber die lyrische Ankündigung, und die Eigenheiten derselben ist H. Engel, in den Anfangsgründen einer Theorie der Dichtungsarten (stcs Hauptst. S.277U.f.) nachzulesen. — llcbrigens ist der gegenwärtige Prolog des englischen Lustspiels kcineswegcs mehr das, was die Prologen im Plautus sind; das entdeckt man leicht, wenn man sie auch nur flüchtig vergleicht. An läge, (Schöne Künste.) Aie Darstellung der wesentlichsten Theile eines Werks, wodurch es im Ganzen bestimmt wird. Jedes grossere Werk der Kunst crfodert eine drcpfache Arbeit. Die Anlage, von welcher hier die Rede ist, die Ausführung, und die Ausarbeitung, von denen besonders wird gehandelt werden. In der Anlage wird der Plan des Werks, mit den Haupttheilen desselben bestimmt, die Ausführung giebt jedem Haupttheil seine Gestalt, und die Ausarbeitung bearbeitet die klei- A n l nern Verbindungen, und füget die klcincstcn Theile völlig, jeden in seinem rechten Verhalmiß, und bester Forni zusammen. Wenn die Anlage vollendet ist, so muß nichts wesentliches mehr in das Werk hinein kommen können. Sie enthalt schon alles wichtige der Gedanken, und crfodert deßwegen das meiste Genie. Darum bekommt ein Werk seinen größten Werth von der Anlage. Sie bildet die Seele desselben, und setzt alles feste, was zu seinem innerlichen Chcirakter, und zu der Würkung, die es thun soll, gehöret. Deswegen können auch grobe oder schlecht bearbeitete Werke, der guten Anlage halber sehr schatzbar seyn. So waren nach demZeugnißdes Pausiniias die Werke des Dadalus; sie fielen etwas unförmlich in das Auge, doch cntdckte man in allen etwas großes und erhabenes,*). Es ist jedem Künstler zu rathen, nicht nur die größte Anstrengung des Geistes auf die Anlage, als den wichtigsten Theil, zu wenden, sondern auch nicht eher an die andern Theile der Arbeit zu gehen, bis dieser glük- lich und zu seiner eignen Befriedigung zu Stande gebracht ist. Schwerlich wird cinWerk zu einer über das mittelmäßige steigenden Vollkommenheit kommen, wenn die Anlage nicht vor der Ausführung vollkommen gewesen. Die Unvollkommcnheit der Anlage benimmt dem Künstler das Feuer und sogar den Much zur Ausführung. Einzele Schönheiten sind nicht vermögend, die Fehler der Anlage zu bedeken. Besser ist es allemal, ein Werk von unvollkommener Anlage ganz zu verwerfen, als durch müh- ! sinne Ausführung und Ausarbeitung, etwas unvollkommenes zu machen. Es *) v7re)5a ^^crerar-c,, ai'ciTriÄ- T-c^cr Fe xai.LpAcovkaulan. Torlink. A n l Es scheinet eine der wichtigsten Regeln der Kunst zu seyn, sich nicht eher an die Bearbeitung eines Werks zu machen, bis man mir der Anlage desselben vollkommen zufrieden ist. Denn diese Zufriedenheit giebt Kräfte zur Ausführung *). Anla l! f. (Baukunst.) Tste Einbeugung einer Linie oder Flache von ihrem untersten Ende herauf, wodurch eine Flache oder ein Korper etwas dünner wird, als er am Fuß ist ")- Anlegen. (Mahlcrkunst.) Aie ersten Farben eines Gcmahldcs auftragen, welche hernach bcy der Ausarbeitung wieder von andern Farben bcdekt werden- Das gute und insonderheit das kraftige Colorit kann nicht wol durch eine einzige Auftragung der Farben erreicht werden, ausgenommen in solchen Stüken, die weit aus dem Auge zu stehen kommen; in welchem Fall die Farben sehr dik neben einander aufgetragen werden, daß sie ihre volle Würkung behalten. Bey Gc- mahldcn aber, die man in der Nahe sehen soll, müssen die Farben mehr ineinanderfließen, und können auf einmal nicht gar dik aufgetragen werden. Auch andere Umstände crfo- dern oft, daß eine Farbe über eine andere gedekt.werde, so daß die untere etwas durchscheine s). In diesem Falle muß das ganze Stük mehr, als einmal übcrmahlt werden. Die erste Auftragung der Farben, wird das Anlegen gcncnnt. Das Anlegen ist ein wichtiger Theil des Mahlens; denn wenn da- ") S. Anordnung. ") 'Ablauf, s) S. Laßircn. Anl »49 bey etwas wesentliches verschenwird, so kann das Colorit niemals vollkommen werden. Wie aber überhaupt keine schlechterdings festgesetzte Regeln derFarbcngebung vorhanden sind, sondern jeder Mahler durch Hebung und Versuche sich eine besondre Methode angewohnt hat; so laßt sich auch nicht bestimmt sagen, wie der Mahlcr beym Anlegen verfahren soll. Der sicherste Weg, ein Gemählde gut anzulegen, scheint dieser zu seyn, daß man mit einem etwas breiten Pinsel zuerst die Küchwr, denn die Schaeren gleich stark neben einander setze, und hernach an den Granzcn zwischen beyden gelinde hin und her fahre, um sie etwas mit einander zu vereinigen. Diese erste Anlage muß den Grund einer guten Haltung und Vcrfließung der Lichter und Schatten geben. Und diese wird man , schwerlich erhalten, wenn man es in der ersten Anlage verfehlt hat. K,ai- reste giebt den Rath*), man soll diese angelegten Stellen durch eine dünne Hornscheibe ansehen, um desto sicherer von der guten Vereinigung des Lichts und Schattens zu nrtheilcn. Es hat ohngefehr dieselbe Würkung, wenn man etwas weit von dem angelegten Gemählde znrük tritt, um diese Vereinigung desto besser zu bemerken. Es ist sehr wesentlich, daß man bcy der ersten Anlage nicht eher ruhe, bis im Ganzen die gehörige Haltung und eine gute Harmonie der Hauptthcile erreicht ist. Pcy der Anlage muß der Mahler so viel möglich das vollige Colorit schon in der Einbildungskraft haben, damit er die Stellen, die mehr oder weniger lafiirr werden müssen, gehörig anlege. Historische Gemählde werden am besten da angefangen, wo die größte Masse des Lichts zu- K z sammen *) In dem Um B. K. -. des großen MnhlerduchesS. i-. Nürnb. 17^8.4, Anm Anw sammen kommt; hingegen scheinet es in Landschaften ein Vortheil zu seyn, wenn die Luft und die Hintergründe zuerst angelegt werden. Ausführlicher, oder doch anwendbarer, als an der, von H. Suizer, aus dein Lai, reffe, angeführten Stelle, handelt dieser vom Anlegen, nflhmlich von der Wirkung verschiedener, übereinander aufgetragener Farben, in dem >>ten Kap. des -tcn B. s. großen Mahlcrbuches (S, gz. Nürnb. Auög. von 17-8) — und de Piles in den Lienens elc lleinr. (S. >07. im ztenB. s. Ocuve. »liv. ^mtl. >767. 12.) unter der Aufschrist: Moniere H>- Zur Vollendung dieses Artikels, in Rücksicht auf das, was Anmuth überhaupt ist, wie sie wirkt, und warum sie so und nicht anders wirkt, kann der eilfte der Mendels- sohnschen Br. über die Empfindung, in s. Phil. Schriften, Beel. 177t. Th. ,.S. so das eilfte Kap. in der neuen Auflage der Llcmenrs ob Oiricisni (Oiguic/ anä Lrace, B. 1. S. Z4S. AuSg. von 1769) — der XVII, Abschnitt in H. Riedels Theorie der sch. K. und W. ( über die Grazie, S. Z40. ite Aufl.) und der Z89 — 41: §. ans dem iten Th. von A. H. Schotts Theorie der sch. Miss, etwas beh- A »i m An o bcytragcn. — Auch handelt von de» Grazien überhaupt noch, obgleich etwas »u rednerisch, der P. Andre in der neuen Ausgabe s. Lila! lur le Lcäu (llsr. 176z. 8- Th. 2. S. >iü) — Barke, obgleich nur von der körperlichen Grazie, und sehr kurz, in der Philosophischen Untersuchung über ... das Erhabene und Schöne (Th. z. Abschn. 22. S. i?7 der d. Hebers.) — Mareens, in dein Ltl'-ii Zur jz deaurc, Lae. 1 770. 8. S. 24 U. f. — — Mit der Grazie, in Rücksicht auf Kunstwerke, und vorzüglich Mahlercy, de Piles, in der Zäoe cku' peiiitre pZlcksic (S. Zt>z und 427. in dem ztcn B. s. Oeuv. eliv. l^mik. 1667. ,2.) — „Von der Grazie, in den Werken der Kunst," Winkelmann in der Vibl. der sch. Wissen« sch. und fr. K. (;ter V, S. >z u. f.) welcher Aufs. sich, französisch, in dem zten V. S. 554 der Vsrierez lirccr. llor. etwas verändert, findet; und eben derselbe von ihr, als der Eigenschaft des schönen Styls, von ihrem Wesen, und in wie fern sie in den Werken verschiedener Zeitpunkte der Kunst, mehr oder weniger sichtbar gewesen ist, in s. Geschichte der Kunst (S. --9 u f. erste Auög.) Goppel in s. Oilevuro, llor. 1721. 4. S. 75 U. f. —- Watclet, astgemcin, in den reilex. sur ja pciiirurc (S. ni. Lä. cl ^mllercl. 1761) — Hagedorn, „von dem Reiz, oder der Grazie, ins besondre," in den Betrachtungen über die Mahlercy (I. S. -i.) — Las >4te Kap. im >tcn Th. des Köremon, Wien >770. 8. S. i;o. — Mcngs von dem Scile groziolh, in dem Br. an D- Ant. Ponz (Opere L. 2. S. 44 und ;8) und von der Grazie überhaupt, und im Eolorit, in dem Helldunkel, und in der Compositivn in dem 8-- Uten §. der Le^ioiic ^naciclie cli pir- rura (cbcnd. S. 281.) Von dem Vorzuge der Dichtkunst vor der Mahlert», in Rücksicht auf eigentliche Grazie, oder Reiz, Lesfing im Laokoon, S, 2,6. ite Aufl. — — „lieber die redende Anmuth" hat H. Jvh. Friede. Legen, zwei) Aufsitze, Ansp. 1779 —1782. 4. herausgegeben. A n 0 r d ll u n g. (Schöne Künste.) Anordnen heißt jedem Dinge seinen Ort anweisen, und daher versteht man, was in einem Werk der Kunst die Anordnung sey. Daß ein ganzes Werk, nach Beschaffenheit der Absicht, sich der Einbildungskraft ans dievortheilhasceste Weise darstellet; daß es als ein unzertrennliches Ganzes erscheinet, in dem weder Mangel noch Ueberfluß ist; daß jeder Theil durch den Ort, wo er steht, die beste Würkung thut; daß man das Ganze mit Vergnügen übersieht, und in der Vorstellung desselben jeden Hauptthcil wol bemerkt, ober bey Betrachtung jedes einzeln Theils auf eine natürliche Weise zu der Vorstellung des Ganzen geführt wird; dieses sind Würkungen der guten Anordnung. Ohne sie kann kein Werk, im Ganzen betrachtet, vollkommen scyn, was für einzclc Schönheit es immer haben mag. Einzelc Schönheiten bringen zwar bisweilen Werken der schlechtesten Anordnung den Ruhm fürtrefflicher Werke zuwege. In diesem Falle sind verschiedene Trauerspiele des Sha- kespcar; Gemahlde des unsterblichen Raphaels, und viele Werke andrer Künstler. Man lobt zu unbestimmt, und legt die Fürtrefflichkeit der einzeln Thcile dem Ganzen bey. Dieses aber soll keinen Künstler abhalten, den äußersten Fleis auf eine gute Anordnung zu wenden. Einzele Schönheiten, die wir itzt in übel geordneten Werken bewundern, würden uns weit mehr reizen, wenn das Ganze vollkommener wäre. Man lasse sich durch die Nachsicht, die man für schlechte Anordnungen bisweilen zeiget, nicht verführen. Dieser Theil der Kunst ist doch höchst wichtig. Zwar bleibt ein nach allen Regeln angeordnetes Werk, dessen einzele Theile ohne Kraft und ohne K 4 Reizung IZ2 Ano Reizung sind, allemal ein schlechtes Werk. Hingegen thun schöne Theile auch nur bei) der besten Anordnung ihre volle Wurkung: so wie ein schönes Gesicht nur von der Schönheit der ganzen Person die volle Kraft des Reizes bekömmt. Die Anordnung macht nächst der Erfindung ohne Zweifel den wichtigsten Theil der Lunst aus. Ist der Künstler in diesen Heyden Stüken glükiich aewesen, so wird es ihm bey Ausarbeitung seines Werks niemal an dem gehörigen Feuer der Einbildungskraft fehlen, ohne welche kein Werk erträglich wird. Der gute Einfluß, den die Schönheit des Plans auf seinen Geist macht, erleichtert ihm alle Arbeit. Dies erfuhr der griechische Lomicus N wnanSor. Als er einsmals, kurz vor dem Feste des Bacchus, von einem Freund gefragt wurde, warum er noch kein Lustspiel verfertiget habe, da doch das Fest so nahe sey, antwortete er: Ick bin fertig; denn beyde, sie Erfindung vnd Anordnung, hake ich bereits im Ropfe *). Es ist begreiflich, daß ein Künstler, der die Haupttheile seines Werks, wegen ihrer guten Anordnung, sich mit Vergnügen vorstellt, und das Ganze in seinen Theilen immer übersehen kann, mit der Freyheit und Lust arbeitet, ohne welche kein Werk einen glüklichcn Fortgang haben kann. Hingegen muß auch das ängstliche Weftu, das er bey der Ungewißheit oder bey der Unsicherheit seines Plans nothwcndig empfindet, einen Übeln Einfluß auf seine Arbeit haben. Wir rathen daher jedem Künstler, daß er die glüklichsten Augenblikc, wo er seinen Geist durch das himmlische Feuer der Musen am meisten erhitzt fühlt, auf die Anordnung und Verfertigung seines Plans anwende. *) Plutarch. In der Abhandlung, ob die Mcnienler im Krieg oder In den Künsten srößcr M'esen. A n o Die glüklich erhitzte Einbildungskraft thut dabey unendlich mehrVor- thcil als die Regeln. Denn insgemein sieht sie in Werken des Ge- fchmaks mehr und besser als die Vernunft selbst. Die Anordnung eines jeden Werks muß durch seine Abficht, oder durch die Wurkung, welche es thun soll, bestimmt werden. Dieses haben alle mit einander gemein, daß sie, im Ganzen betrachtet, unsre Aufmerksamkeit reizen, und daß die Theile in der Ordnung erscheinen müssen, die jedem seine bestimmte Würkung giebt. Denn nur aus dieser Absicht werden cinzele Gegenstände in ein Ganzes verbunden. Jedes Werk des Ge- schmaks, so wcitläuftig es auch ist, muß eine einzige Hauptvorstellung crwckcn: seine Theile müssen diese Hauptvorstellung ausführlich und lebhaft macheu. Denn ohne dieses ist das Werk kein Ganzes, sondern eine Zusammenhäufung mehrerer Werke. Macht der Künstler sich an die Arbeit, ehe er eine bestimmte Hauptvorstellung des Ganzen hat, oder che sie ihm deutlich genug ist, so wird er in der Anordnung niemals glüklich sey». Das Ganze fällt unstreitig am besten in die Einbildungskraft, das ans wenigen, wol zusammenhangenden Haupttheilcn besteht, deren jeder das, was er mannigfaltiges hat, wieder in kleiner« Hauptparthcyen vorstellt. So zeiget uns der menschliche Körper, das vollkommenste Ganze in Absicht auf Figur, nur wenige Haupttheile, ob er gleich aus unzähligen Gliedern besteht. Jeder Hanpt- thcil scheinet anfänglich wieder ein unzertrennliches Ganzes auszumachen, bis man bey genauer Betrachtung bemerkt, daß er aus sehr vielen kleinen Theilen zusammengesetzt sey, davon jeder die beste Stelle, sowol in Absicht auf seinen Gebrauch, als auf die engste Verbindung mit dem Ganzen Ans zen einnimmt. An diestm vollkommenen Bau kann man nichts versetzen., keine Theike weder weiter ans einander dehnen, noch enger zusammen bringen, ohne das Ansehen des Ganzen zn verletzen. So ist jedes vollkommene Werk der Kunst. Man glaubt, es sich unmöglich irgend einen Theil zu versetzen; jedes scheinet da, wo es ist, nothwendig; kein Theil kann gefaßt werden, ohne daß das Ganze zugleich sich dem Anschalten darstelle. Es sind hauptsachlich drey Dinge, welche die Anordnung eines Werks vollkommen machen. Die genaue Verbindung aller Thcile; eine hinlängliche Abwechslung oder Mannigfaltigkeit in den auf einander folgcn- denTheilcn; und dieVcrwiklung der Vorstellungen. Diesem zufolge hat der Künstler bey Anordnung seines Plans bestandig darauf Acht zu haben, daß die Einbildungskraft zwar immer mit dem Hauptinhalte beschäftiget sey, und von jedein einzeln Theil immer natürlicher Weise auf das Ganze zurük geführt werde, daß aber zugleich die Einbildungskraft und das Herz mit abwechselnden Gegenständen mannigfaltig beschäftiget jenen, und daß die Entwiklung der Hauptsache gehörig aufgehalten werde/um die Neugierde immer mehr zu reizen, bis daß sich am Ende alles wieder in eine einzige Hauptvor- sicllung vereiniget. Wichtige Fehler gegen die gute Anordnung sind es, wenn der Plan, wegen der großen Menge einzeler Theike, schwer zu übersehen ist; wenn es schwer wird, die Absicht und das Wesentliche der Vorstellung zn erkennen; wenn man ganze Haupt- thcile, dem Werk ohne Schaden, versetzen, vergrößern, oder verkleinern kann; wenn Nebensachen, oder untergeordnete Theike mehr in d-c Augen fallen, als wesentliche. Ans 15z Damit wir uns aber nicht allzu lange bey allgemeinen Betrachtungen aufhalten, deren Anwendung zu unbestimmt scheinen könnte; so wollen wir die Anordnung in den verschiedenen Werken des Geschmaks besonders betrachten. Anordnung in der Baukunst. Diese geht sowol auf die ganze Figur und das Ansehen der Außenseiten, als auf die innere Austhcilung der Zimmer. Die Absicht und der Gebrauch des Gebäudes setzen seine Größe, die Anzahl und Beschaffenheit der Zimmer fest. Allein diese können auf gar verschiedene Weise in ein Ganzes zusammen verbunden werden. Diese Anordnung ist ein Werk des Gcschmaks, und das Vornehmste, was ein Baumeister wissen muß. Die Anordnung der Figur, oder ganzen Masse des Gebäudes, ist dadurch ziemlich eingeschränkt, daß man nicht wohs andre Figuren wählen kann, als die aus dein Vierekigten und Runden zusammengesetzt sind, Es ist eine ungereimte Ausschweifung, wenn man einem Gebäude die Figur einer Vase, oder gar, wie unlängst ein französischer Baumeister sich hat einfallen lassen, eines Thie- res geben will. Die unzähligen unnützen Winkel, die eine sehr zusammengesetzte und nach Krümmungen gezogene Figur des Ganzen nothwendig hervorbringt, verursachen unnö- thigc Unkosten, sie wieder zn verbergen. Wie es überhaupt ein großer Fehler ist, wenn man in Werken der Kunst die Aufmerksamkeit aufNeben- fachen ziehet, so ist es insbesondere in der Baukunst gegen die Vernunft, wenn man das Wesentliche eines Gebäudes durch das Seltsame der äussern Figur verstehen, und einem Haus das Ansehen eines Blumentopfes oder einer Muschel geben wollte. Die erste Sorge des Baumeisters muß aus die Bequemlichkeit und An- K 5 nehm- lZ4 Ano nehmlichkeit dcr innern Einrichtung, als des Wesentlichsten, gerichtet seyn; die äußere Figur nach den einfacheren Regeln, die aber der innern Ans« theilung immer untergeordnet seyn sollen, bestimmt werden. Ein Baumeister von wahrem Eeschmak wird selten andre, als die cinfachcsten Formen, des Viercks oder der Rundung wählen, und Sorge tragen, daß das Ganze mit seinen Nebcnthcilen auf einmal in die Augen falle. Zu kleinen Gebäuden und Wohnhäusern, die keine gar große Menge und Mannigfaltigkeit der Zimmer er- fodcrn, scheinet die Figur des Würfels die beste zu seyn. Denn unter allen vierckigten Figuren ist sie die, welche bei) dem klcinestcn äußern Umfang , inwendig den größten Raum einschließt. Man hat also dabei) den Vorthcil, daß die Zimyier auf die kürzeste und bequemste Weise können neben einander gesetzt werden. Von außen aber läßt die große Einfalt dcr Form dem Auge die Freyheit, sieh sogleich nach dem Wesentlichen der Außenseiten, der Richtigkeit der Linien, den Verhältnissen der Thcile und der Symmetrie, umzusehen und daran Ver-gnügen zu finden. Alle lang gedehnte Viercke, da das Gebäude schon zwcy oder mehrmal breiter, als tief ist, sind zu verwerfen. Denn dadurch gerath man nicht nur in eine unnothigc Weitläufigkeit der Mauren, sondern die Thcile der Außenseiten werden zu weit aus einander gestreut und inwendig werden die Zimmer in einen zu großen Raum versetzt. Erfodert das Gebäude schon eine große Anzahl der Zimmer, so daß inwendig verschiedene Reviere davon, für mancherlei) Gattungen dcr Personen nothig sind: so thut man wol, das Ganze in drey oder mehr Viercke zu theilen, und dem Hauptvierck, welches die Franzosen das Loops cie lo^is, die Haux-rwohlumg nennen, Ans noch kleinere beyzusctzen, die insgemein Llüzel gencunt werden. Die alten italienischen Baumeister setzten um die Hauptwohnung noch drey Flügel in ein Vicrek herum, so daß alle vier Thcile des Gebäudes einen vierckigten Hof einschlössen. Diese Anordnung hat viel Pracht und Bequemlichkeit. Allein dabey haben die vier Seiten nach dem Hofe keine Aussicht, und wenn man gerade vor einer Außenseite des Gebäudes sieht, so sieht man nur den vierten Theil desselben auf einmal. Die französischen Baumeister haben diese Art so verändert, daß sie den einen Flügel, der dcr Haupt- wohnimg gegen übersteht, weglassen, und anstatt dessen eine bloße Mauer, oder ein Gitter, vorziehen. Dadurch erhält man von drey Seiten eine Aussicht auf die Straßen, und bey dein Eingänge des Hofes übersieht man auf einmal die drey Hauptaus- senseiien des Gebäudes/welches dadurch ein reicheres Ansehen bekömmt, als die, welche auf die welsche Art gcbauet sind. Hingegen fallt als- dcnn alle unmittelbare Gemeinschaft zwischen den zwei) Flügeln weg. -Man pflegt aber auch der Hanpt- wohnung die Flügel so anzuhängen, daß sie mit ihr in einer geraden Linie fortlaufen. Dieses ist eine gute Anordnung, wenn die Flügel nicht allzu lang sind: denn dadurch würde die ganze Außenseite zu sehr gedehnt werden. Die große Menge der Menschen, welche in Pallasten großer Herren wohnen müssen, und die große Verschiedenheit ihrer Verrichtungen, er- fodern größere Anstalten und künstlichere Anordnungen der ganzen Form derselben. Es geht nicht wol an, daß ein solches Gebäude in eine einzige Masse zusammengeordnet werde. Die Hauptsache kömmt dabei) darauf an, daß diejenigen Theilc und Zimmer, die zu den verschiedenen häus- tichen Verrichtungen und für die Wohnung der Unterbedienten bestimmt sind, an bequeme Stellen gebracht werden, ohne der Pracht des Ganzen zu schaden; daß jeder Hanpt- theil zur Vermehrung des großen Ansehens beytrage, und dennoch einigermaßen für sich abgesondert sey. Die gute Wahl der Hanptsorm eines großen Pallastes ist vielleicht der schwerste Theil der Baukunst- Nachdem der Baumeister die Form des ganzen Gebäudes festgesetzt hat, muß er auf die Anordnung der Aus- senseite denken. Bey dieser kömmt es blos auf das gute Ansehen des Gebäudes an. Die meisten besondern Regeln, die babey zu beobachten sind, wird man in den Artikeln, Symmetrie, Außenseite, Regelmäßigkeit, Verhältnis?, Gäulen. Ordnung, Gebäude, angeführt finden- Wir wollen dcßwcgcn hier über die Anordnung der Außenseite nur ein paar allgemeine Anmerkungen den Baumeistern zur Ucbcrlegung vortragen. Ucbcrhaupt empfehlen wir hiezu die möglichste Einfalt, nach Maßge- bung der Ordnung, die man gewählt hat. Diese ist der größten Pracht nicht entgegen, sondern vielmehr eine Unterstützung derselben. Eine zu große Mannigfaltigkeit in der Anordnung der Außenfeite, zumal, wenn sie in kleinen Theilen gesucht wird, vermindert die Pracht, welche allemal etwas großes voraussetzt, und sie zerthcilt die Aufmerksamkeit auf das Ganze. Man kann hierinn keine bessere Muster erwählen, als die Gebäude aus der goldenen Zeit der alten Baukunst *). Erfodcrt es die Größe des Gebäudes, daß die verschiedenen Haupt- thcile der Außenseite durch eine Verschiedenheit in der Anordnung von einander abgezeichnet werden, so will der gute Geschmak, daß die ganze S. Bicrrlithcn. Außenseite in wenig, aber große Par« theycn abgctheilt werde, davon die mittlere, wo der H'auptcingang ist, durch einen mehrern Reichthum das Auge an sich ziehen soll. Verschie- dcne Hervorstcchungen und mehrere Giebel an einer Außenseite schaden dem guten Ansehen. Eine stille Größe, die ohne Verblendung ins Auge fallt, ist auch hier der höchste Grad des Schönen. Doch ist ein mageres Ansehen nicht mit der edlen Einfalt zu verwechseln. Ein sehr großes Gebäude, an dessen Außenseite sich kein Theil von dem andern unterscheidet, dem es dabey an Pracht fehlt, wird mager. Die Tempel der Alten, welche ringsherum init einer oder zwei) Reihen Säulen umgeben waren, sind einfach, aber wegen der Pracht der Säulengange nicht mager, auch für ihre Größe nicht zu einförmig: aber eine Außenseite, von zwcyhundcrt und mehr Fuß lang, darinn sich keine Hauptthcile unterscheiden, hat ein mageres Ansehen. Indessen ist jedem Baumeister zu rathcn, sich auch Heyden prächtigsten Gebäuden niemals weit von der größten Einfalt zu entfernen. Die höchste Pracht kann gar wol damit bestehen. Diese muß aber allemal in großen Hanptpartheyen gesucht werden. Nichts ist prächtiger, als dieAnordnung des großen Vorhofcs vor der Petcrskirche in Rom, ob es ihm gleich gar nicht an Einfalt fehlet. So gicbt der in einem halben Kreis herum laufende Säulengang in Sanssouci, der den Vorhof einschließt, der ganzen Anordnung eine gewisse Größe, ohne welche das Gebäude wenig Ansehen haben würde. Uebcrhanpt muß die Anordnung der Außenseite dem Charakter des ganzen Gebäudes gemäß seyn. Es wäre ungereimt, eine Kirche und ein Ballhaus nach einerlei) Charakter zu machen, oder ein Zeughaus in dem Geschmak i;6 Ano Eeschmak eines Pallastes zu ordnen. Dieser kann alleArtender guten Verzierungen vertrügen, jenes aber nur die, welche den Charakter der Starke und der ernsthaftesten Einfalt besonders an sich haben. In Ansehung der inuern Anordnung oder Austhcilung der Zimmer hat der Baumeister die größte Ucber- legung und eine genaue Kenncniß der Sitten des Landes und der Personen nöthig. In den großen Gebäuden, die in verschiedene Wohnungen ab- getheilt werden müssen, wo her Herr und die Dame, die Sohne und die Töchter, höhere und geringere Bediente, jeder sein besonderes Revier haben müssen, hat man die Ucber- lcgung nothig, daß die Zimmer eines jeden Reviers, so wie es tue Lebensart der Einwohner crsodcrt, durch eigene Eingange, besondere Vorsäle oder Corridore, auch allenfalls durch kleinere Treppen abgesondert, und nach Beschaffenheit ihrer Große in den engestcn Bezirk eingeschlossen werden. Die Paradczim- mcr müssen mitten im Gebäude, die Wohnzimmer aber etwgs entfernt davon angelegt werden. Das ganze Revier, wo die täglichen häuslichen Verrichtungen geschehen, welches die Franzosen les office« nennen, muß am sorgfaltigsten von dem besten Theil des Hauses abgesondert werden, doch so, daß man durch ver- stektere Wege aus den Wohnzimmern bequem dahin kommen könne. Die beste Art scheinet die, daß sie halb unter die Erde kommen, wenn nur der Grund nicht zu feucht ist. Es ist kaum nothig, zu erinnern, daß die Staatszimmer groß und hoch, und die taglichen Wohnzimmer, der Aufenthalt einzeler Personen, kleiner seyn müssen, und daß Personen von gewissem Range ihre Zimmer so angeordnet haben müssen, daß sie allezeit jemand von ihren Bedienten in der Nähe haben können; ingleichem, Ans daß vor den Zimmern, da man sich gewohnlich aufhält, Vorzimmer seyn müssen. DergleichenBequemlich leiten werden so durchgehends gesucht, daß sie auch dem unerfahrenstenBau- meister bekannt sind. In den Häufern vornehmer Personen ist es nothig, daß zunächst an dem Haupteingang ein Raum für einen Thürhüter oder andern Bedienten angelegt sey, welcher die Ankommenden melden oder zurecht weisen könne. Die größte Schwierigkeit bey der inncrn Anordnung machen die Ausgänge und die Durchgänge von einem Revier des Gebäudes zu dem andern. Es ist sowol wegen bcsorg- licher Feuersgesahr, als verschiedener Bequemlichkeiten halber noth- wcndig, daß jedes Revier, das, nach Beschaffenheit der Größe des ganzen Gebäudes, aus vier bis sechs Zimmern besteht, einerseits einen kurzen Ausgang, anderseits einen bequemen Durchgang nach andern Revieren habe. Sucht man diese Vortheile durch Corrivore zu Erhalten, die zwischen zwei) Reihen von Zimmern durchgehen: so ist man insgemein verlegen, diesen Gängen hinlängliches Licht zu geben; außerdem haben sie noch die Unbequemlichkeit, daß man in allen Zimmern das Hin- und Hergehen in den Corridorcn höret ; legt man lange Gänge oder Gallerten gegen eine der Außenseiten des Gebäudes an: so entsteht dadurch die Unbequemlichkeit, entweder, daß man aus diesen Gangen durch die Fenster der Zimmer hineinsieht, oder daß dieThüren derselben dem Zugang der frcyen Luft zu sehr blos stehen. Die vollkommenste Anordnung scheinet demnach wol diese zu seyn, daß zwischen den verschiedenen Revieren kleine Flure angelegt werden, auf welche man von außen durch besondere Treppen kommt; daß jedes Revier, an einem Ende nur einen einzigen Ausgang auf diesen, am andern Ans A n o !5? andern Ende aber, wieder einen auf einen andern Flur habe. Die Mittlern Zimmer eines jeden Reviers aber sind überall von andern Zimmern eingeschlossen. Der Baumeister, der in diesem Thcil seiner Kunst hinlängliche Ge- schiklichkeit erlangen will, muß, außer einer weitläufigen Kenutniß der vornehmsten Gebäude verschiedener Lander, auch genau von den Sitten, den Verrichtungen und der Lebensart der Personen unterrichtet seyn, für welche er bauet, damit leine Art der Bequemlichkeit, deren sie gewohnt sind, vergessen werde. Eine große Mannigfaltigkeit verschiedener Anordnungen findet mau insonderheit in altern und neuern Gebäuden in Frankreich; besonders wirdein verständiger Baumeister in diesem Stük aus genauer Betrachtung der Sammlung großer Gebäude lernen können, die der französische Baumeister clu Orceau herausgegeben hatEine Sammlung solcher Gebäude, die das üblichste verschiedener Nationen enthielte, da ein chinesisches, persisches, türkisches , italienisches, franzosisches, englisches Haus, jedes mit einer etwas umständlichen Beschreibung des Gebrauchs der verschiedenen inner» Theile, vorgestellt würde, müßte einem angehenden Baumeister sehr nützlich seyn; daraus würde er manche gute Regel der Anordnung lernen. Anordnung in der Mahlcrkuust. Kein Werk des Gcschmaks kann ohne eine gute Anordnung vollkommen schon seyn, aber die Vollkommenheit des Gemähldes scheinet am unmittelbarsten von derselben abzuhängen. Wenn der Mahlcr darin» nicht glük- lich gewesen, so bleibt ihm kaum noch ein Mittel übrig, seine Vorstellung H I-esxlus excellens darimcns cleNrsn- cc, par Zzc. Mi Lercanu leÜe, Ä Nai'is 1607. 2 Vv!> t'ol. Iuerß Lai. 1576. lol. erschienen. recht begreiflich zu machen. Ein übel angeordnetes Gemählde laßt uns entweder in einer gänzlichen Unwissenheit seines Inhalts, oder gicbt uns doch nur eine ganz unvollkommene Vorstellung desselben. Man muß aber in dem Gemählde die dichterische Anordnung von der wählerischen unterscheiden; jede hat ihre besondre Beschaffenheit. Durch jene verstehen wir die Ordnung, in welcher uns die Personen und die Handlung vors Gesichte gelegt werden; durch diese aber die Ordnung in den Massen des Hellen und Dunkeln, des Lichts und Schattens in Absicht auf die Haltung und Harmonie. Man weiß, daß zu jeder besondre Talente crfodert werden, und daß Gemählde in Absicht auf die eine Anordnung vollkommen seyn können, wenn sie wegen der andern sehr schwach sind. Wir können den Paul Veroncse zum Beyspiel anführen, der die dichterische Anordnung inGe- mählden, darum die mahlerischc Anordnung vollkommen ist, sehr schlecht beobachtet hat. Seine Hochzeit zu Cana ist voll Fehler. Die poetische Anordnung bestimmt die Ordnung der vorzustellendenSa- che also, daß die ganze Vorstellung deutlich und lebhaft erkennt werde. Da man aber keine Sache erkennen kann, als durch ihr Wesen, so muß in jedem Gemählde die Hauptsache, der Grund der ganzen Vorstellung, zuerst in die Augen fallen. Denn nach diesem muß alles andere beur- theilet werden. Demnach erfodcrt die Anordnung eines historischen Gemähldes, daß die Hauptpersonen mit dem, was ihre Handlung bezeichnet, zuerst ins Auge fallen. Sic müssen von den Nebenpersonen durch besondre Gruppen, die das Auge gleich an sich ziehen» unterschieden seyn. Diese vorstechende Bezeichnung der Hanptgruppe kann sowol durch die Größe der Figuren, als iztt Ans als durch die Zusammcnhaltung des Hauptlichts auf derselben, und die vorzügliche Stelle, worauf sie erscheinen, erhalten werden. Es Ware ein sehr großer Fehler gegen die Anordnung, wenn man die Hauptpersonen mit Mühe aus der Mannigfaltigkeit der vorhandenen Gegenstände heraus suchen müßte. Besteht die Hauptgruppe aus mchrern Personen, so muß die Hauptperson sogleich das Auge an sich ziehen. Dieses ist der Mittelpunkt, ausweichen alles übrige hingeführt wird. Man begreift leichte, daß dcrMah- lcr hierin» nicht wol glüklich seyn könne, wenn er nicht die Würknng seines Gemahldcs sich auf das deutlichste vorstellt. So lange er selbst bei) der Vorstellung seines Inhalts nichts bestimmtes empfindet, so wird er auch nichts bestimmtes ausdrüken. Er muß nothwendig die Geschichte, die er vorstellen will, in einem gewissen Gesichtspunkt betrachten, und demselben zufolge von einem bestimmten Eindruk, als der Würknng dieser Vorstellung, gerührt werden. Die Handlung selbst, oder die Hauptperson, muß durch ihren Charakter Ehrfurcht, oder Mitleiden, oder Unwillen, oder irgend eine andre Empfindung erwcken. Diese muß der Künstler nothwendig zuerst fühlen, und den Grund dieses Gefühls in seiner eigenen Vorstellung cntdcken; denn sonst wird er unmöglich seinen Inhalt so vorstellen, daß er auf andre eine bestimmte Würknng thue. Ist er aber seiner eigenen Empfindung gewiß, bemerkt er, wodurch sie in ihm entsteht: so wird er auch ohne Mühe die Gegenstande, welche sie erregen, gehörig darstellen. Mit den Hauptpersonen müssen hernach die übrigen so verbunden werden, daß sie zu der einzigen Haupt- vorstellung das ihrige mit beytragcn, und nicht anders, als Thcile eines einzige»Gegenstandes, und alsGlie- An o der eines einzigen Korpers, erscheinen. Erfodert die Erfindung des Gemahl, des eine Mannigfaltigkeit der Perso. ncn und der untergeordneten Handlungen: so müssen sie nicht zufällig hingestellt werden, daß das Auge ungewiß wird, worauf es in dieser Verwirrung zu sehen habe. Was die Hauptvorstcllung am meisten verstärket , soll in einer Gruppe stehen, die zunächst mit der Hauptgruppe verbunden ist, das andre immer entfernter, so wie es das Interesse bcy der Handlung erfodert. Von der besondren Beschaffenheit der Gruppen ist an einem andern Orte gespro- chen worden. Hiebei) thutderMah- ler wol , wenn er die allgemeine Regel, die wir oben gegeben, wenig und große Hauptthcile zu machen, vor Augen hat. Alle Gruppen zusammen müssen auf einmal wol in die Augen fallen, und im Ganzen keine unangenehme Zerstreuung machen. Das Auge muß ohne Ungewißheit von einer auf die andre geleitet werden, und keine muß so abgesondert seyn, daß sie nicht leicht aufdic Hauptvorstellung zurükführe H. Da der Mahler selbst nichts unnützes oder überflüßiges in seine Vorstellung bringen soll, so muß auch alles dem Auge merkbar seyn. Er untersuche deßwegen sorgfältig, ob jedes so gesetzt ist, daß kein Theil leicht könne vergessen oder übersehen werden. Dieses aber wird nicht leicht geschehen, wenn alles so zusammen geordnet ist, daß in dem Ganzen eine dem Auge unangenehme Lüke entstünde, sobald ein Theil fehlen sollte. Daraus folget diese für die gute Anordnung wichtige Regel, daß alle Gruppen zusammen eine Hauptmasse von einer einfachen Form ausmachen müssen, in welcher jeder Man- ' gel S. Gruppe. Ans gel leicht zn bemerken ist. In dieser Anmerkimg hat ohne Zweifel die Regel ihren Grund, die einige Kunst- richter geben, daß man alle Gruppen so viel möglich in eine pyramidische Form zusammen bringen soll. Freylich sind viel schatzbare Gemähl- de nicht auf diese Art angeordnet. Aber eben deßwegen sind sie auch weniger vollkommen. In diesem Stük aber muß die wählerische Anordnung der poetischen zu Hülfe kommen, wie wir bald sehen werden. Nur dieses wollen wir noch als ein gutes Mittel, die Anordnung der Einbildungskraft sicherer einzuprägen, vorschlagen, daß der Mahlcr keine einzige Gruppe anbringe , in welcher nicht irgend eine Figur etwas besonders an sich habe. So wie man in einer Ode nicht leicht eine Strophe vergißt, wenn in jeder ein sehr lebhaftes Bild, oder ein glänzender Gedanken ist: so wird man auch nicht leicht eine Gruppe des Gemahldes vergessen, wenn sie sich durch etwas recht ausgezeichnetes unterscheidet. Für die poetische Anordnung hat der Mahlcr vorzüglich Raphaels Werke zn siudiren. Den Weg, worauf er zur Vollkommenheit dieses Thcils der Kunst gekommen ist, beschreibet ein großer Künstler also: „Wenn Raphael ein Bild ersann, so „dachte er erst an die Bedeutung desselben, nämlich: was es vorfielen „sollte; folgends: wie vielerlei) Neigungen in dem gebildeten Menschen „seyn konnten; welche die stärksten „und schwächsten waren; in was für „Menschen diese oder jene augebracht, „und was für Menschen und wie viele „da eingeführt werden könnten: wo „jeder, nämlich wie nahe und fern „er von der Hauptbedeutung stehen „müßte, dieses oder jenes Gefühl zn „haben. So dachte er, ob fein „Werk groß oder klein seyn würde. „Wenn sein Werk sehr groß war: A n o FZY „wie viel dieHauptgeschichte oderdie „Bedeutung der Hauptgruppen die „andern angehen konnte; ob die Geschichte augcnbliklich oder langwic- „rig war; ob sie in ihrer Beschreitung sehr bedeutend; ob vorher „etwas geschehen, so die itzige Handlung angeht, und ob aus dieser „bald eine andre Geschichte floß; ob „es eine sanfte ordentliche Geschichte, „oder eine stürmische unordentliche, „traurig stille, oder traurig verwirrte wäre. Wenn Raphael dieses erst „bedacht hatte, so wählcte er das „nothwendigste, darnach richtete er „seine Hauprabsicht, und diese machte er deutlich: alsdenn setzte er staf- „fclwcise alle Gedanken nach ihrer „Würde, immer die nothwendigen „vor den unnöthigen. Blieb also „sein Werk mangelhaft, so blieb nur „das geringere weg, und das schön- „ste war da; da bey andern Künstlern oft das nothigsie fehlet, und „die Artigkeiten im unnützen gesucht „sind Thür man zu diesen Anmerkungen noch dieses hinzu, daß, um einige Verwiklung in die.Handlung zu bringen, wodurch sie mehr Lebhaftigkeit bekommt, die Gruppen so anzuordnen sind, daß eine hinlängliche Abwechslung in den Charakteren sey, so wird das, was wir hier angemerkt haben, das wichtigste seyn, was der Künstler bey der poetischen Anordnung in Acht zn nehmen hat. Wir müssen aber nicht unbemerkt lassen, daß es zwcy Hauptgattungen der dichterischen Anordnung gebe, die einander gerade entgegen gesetzt sind. Die eine, welche die gewöhnlichste ist, stellt das Wesentliche der Hand- *) S. (Nengs) Gedanken über die Schönheit mW über den Gcscdmak in der MaHlere». S, 61.62. Dieses kleine , aber höchst wichtige Werk, ist jedem Ättihler bestens zu empfehlen. Eck enthält mehr Gutes, als viel große Werke über die zeichnenden Künste. 160 Ans Handlung in der Hauptgruppe vor, und setzet in einigen Nebengruppcn die Folgen derselben vor Augen; nach der andern aber werden die Folgen in der Hauptgruppe dargestellt, und die Handlung, welche diese Folge Hervorgebracht, wird in der Entfernung, als schon vollendet, angedeutet. Von dieser letztern Art ist das Gcmählde des Albann von dein Raub der Proserpina, welches im Artikel Allegorie beschrieben worden. Diese Anordnung hat mehr Verwik- !ung, als die andre, weil man erst die Würkung gewahr wird, che man ihre Ursache enrdekt. Wenn ein Mahler denselben Inhalt mehr als einmal zu bearbeiten hat, so kann er sich der Abwechslung halber, bald der einen, bald der andern Methode bedienen. Die wählerische Anordnung hat zum Theil eben den Endzwek, den die poetische hat. Sie muß die ganze Vorstellung wichtig, reizend, und so viel möglich ist, unvergeßlich machen. Nur daß sie sich andrer Mittel bedienet, zu demselben Endzwek zu gelangen. Ihre Vollkommenheit besteht überhaupt in der Vereinigung des Ganzen, in eine einzige Hauptmasse von angenehm harmonirendcn Farben, hellen und dunkeln Stellen, die zusammen eine gute Form ausmachen, so daß das Auge nicht nur durch die Lokung der Farben von dem Hanprthcil unvermerkt auf alle Nebenthcilc, wie es die Absicht der Vorstellung erfodert, gcführet werde, sondern auch das Ganze sich der Einbildungskraft tief eindruke. Wenn wir diese allgemeine Regel entwikcln, so werden wir finden, daß sie folgende besondere in sich begreift. Wie in der dichterischen Anordnung die Gegenstande in Gruppen abgekheilt sind, so müssen in der wählerischen die hellen und dunkeln Theile grnppirt seyn, oder Massen A n o ausmachen *). Die stärksten Lichter und Schatten und die ausgeführteste Zeichnung müssen sich mitten auf der Hauptgruppe befinden. Denn da das Auge allemal zuerst aufdas deutlichste geführt wird, so muß diese Deutlichkeit nothwendig da angebracht werden, wohin das Auge zuerst sehen soll. Von der Hauptgruppe muß die Deutlichkeit »ach und nach abnehmen, so daß sie von den Gruppen, welche zunächst an den vornehmsten sind, bis auf die entferntesten all- mahlig geschwächt werde. Man kennet keine Masse, auf der das Auge mehr Ruhe finde, als auf der pyramidenförmigen. Diese Form muß der Mahlcr vorzüglich zu seiner Hauptmasse wählen. Es ist aber nicht nothig, daß die Spitze der Pyramide allemal in die Hohe gehe. Die Masse, welche die Form der tiegenden Pyramide hat, ist eben so vorthcilhaft, als die, welche'nach der stehenden geformt ist. Nach dieser Form scheinet die Runde der Kugel dem Auge die meiste Ruhe zu geben. Daher kann der Mahler diese wählen, wenn jene die Frcyhcit seiner Anordnung einschränken sollte. Der Grund des Gemähldes, oder alles das, was hinter der Masse der gesummten Gruppen ist, muß nach Beschaffenheit der Masse des hellen und dunkeln, welche die Gruppen ins Auge schiken, entweder im hellen oder dunkeln so gehalten werden, daß die Massen sich von dem Grund hinlänglich absondern. Wenn nämlich die Gruppen zusammen genommen eine helle Masse ausmachen, so muß der Grund etwas dunkel seyn: ist aber die Masse überhaupt dunkel, so muß der Grund Heller seyn. Man wird finden, daß allemal die Gemählde, wo das Licht auf der Hauptgruppe in eine einzige Masse zusammen« ') S. Maßen, A n o siunmengcbracht ist, und gegen das Ende des Gebäudes aller Gruppen beständig abnimmt, so daß das helle und dunkle eine unzertrennliche Masse ausmachen, die beste Würkung thun. Man erhalt dadurch auch bey reichen und weitläufigen Vorstellungen eine Einfair, die das Auge auf eine unvergeßliche Weife rühret. Man hat Gemahlde von großen Meistern, die aus zwey Hauptmassen bestehen, da die eine dunkel, die andre helle ist. Diese Anordnung scheinet doch allemal der Einheit des Gc- inähldes zu schaden. Allenfalls konnte man sie in solchen Fallen brauchen, wo die Natur der Vorstellung zwey Handlungen crfodcrte, deren eine der andern untergeordnet Ware. Wie dem aber sei), so wird ein solches Gemahlde niemals den lebhaften Eindruk machen, als wenn es nur aus einer Masse bestünde. Jede Gruppe muß sich durch etwas besonders sowol in den Farben, als in der Zeichnung und dem Charakter, unterscheiden, damit sie unter den andern nicht unbemerkt bleibe. Denen, die in den stärksten Schatten kommen, kann man durch helle Farben in den Kleidungen aufhelfen, damit das Auge dadurch hinlänglich gerührt werde. Es soll kein einziger Theil von der ganzen Masse der Gruppen abgesondert bleiben. Wenn demnach die Anordnung es unumgänglich crfo- derte, daß eine Gruppe besonders gesetzt werden müßte z so muß sie wenigstens durch einen unzertrennlichen Zusammenhang der Farben, des zwischen ihr und der Hauptmasse liegenden Grundes verbunden werden; es sey, daß ein Schlagschatten das Auge dahin führe, oder daß ein zufälliger Gegenstand die Verbindung unterhalte. Nur hüte sich der Mahler vor dem Fehler, in welchen große Meister, wie Timorec, PaulVero- nese und andre verfallen, disentle- Erster Theil. Ano lki gene Gruppen, vermittelst ganz un- geschikter, dem Charakter der Vorstellung ganz unanständigen Figuren, verbunden haben. Auch davor hat er sich in Acht zu nehmen, daß die Hauptmasse nirgend durch den Rahm des Gemähldes abgebrochen werde; denn dieses würde die Vorstellung unvollkommen machen. Die Massen müssen nothwen- dig so seyn, daß das Auge befriediget, und von dem höchsten Licht nach und nach auf schwächere fortgelciter werde. Sollte aber die Masse des höchstcnLichtes so nahe an dem Rande liegen, daß sie auf einer Seite durch den Rahm abgeschnitten würde, so müßte nothwendig das Ganze unvollkommen erscheinen. Eben so wenig darf man die Hanptgruppe so nahe an den Rand bringen, daß nicht alle Figuren ganz können ausgczeich, net werden. Es verdienet bey der Anordnung auch sorgfältig überlegt zu werden, daß keine Verwirrung in der Vorstellung entstehe. Jede Person soll, nach ihrem Antheil an derHandlung, nicht nur einen guten Platz', sondern auch eine schikliche Wendung haben, daß diejenigen Thcile des Körpers, Gesicht, Arme, oder Füße, die das: meiste bey der Vorstellung ausdru» ken, nicht verstekt werden. So nothwendig es ist, alles dichte: zusammen zu halten, so muß dieses doch nicht zum Nachthcil der Deutlichkeit geschehen. Eben darinn beste'yt die große Kunst der Anordnung, dass eine einzige Masse ohne Verwirrung dargestellt werde. Man sieht bisweilen Gemähldc, wo alles so verwirrt ist, daß man kaum errathen kann, zu welchem Körper die Hände oder Füße geboren, die man in den Gruppen zerstreut sieht. Es gicbt Mahler, die, um diesen Fehler zu vermeiden, alle Figuren, die in ihre Vorstellung kommen sollen, in Wachs bilden und auf einer Tafel so znsam- L meii lf>2 ÄND MM ordnen, wie es die Vorstellung erfodcrt. Alsdcnn entwerfen sie das Gemahldc nach diesem Modell; eine Methode, welche dem Künstler die Arbeit sehr erleichtern muß. Denn so genau er sich auch den Platz vorstellt, auf welchem die Geschichte vorgeht, den Augenpunkt, aus welchem sie gesehen wird, die Seite woher das Licht einfallt, und den Stand einer jeder Figur; so ist es fast unmöglich, daß er dlos aus der Einbildungskraft alles richtig beobachte. Anordnung in der dramacischen -Handlung. Der Endzwek des Drama ist die Erwekung einer lebhaften Vorstellung des Guten und Bosen in den Sitten der Menschen, in den Begebenheiten der Welt, und den verschiedenen Hauptstauden*). Das erste, was zur Vollkommenheit des Drama gehört, ist die glükliche Erfindung der Vorfalle, der Charaktere, der Umstände, der Verwiklung und des Ausgangs der ganzen Handlung; hicrnachst aber wird eine gute Anordnung aller dieser Dinge erfodert, nach welcher sie durch die Ordnung, wor- nach alles auf einander folget, auf den Zuschauer die lebhafteste Wür- kung thun. Diese erfolget, wenn die Aufmerksamkeit vom Anfang bis zum Ende lebhaft unterhalten wird; wenn die Hauptthcilc der Handlung in ihrem Zusammenhange wol in die Einbildungskraft fallen; und wenn zuletzt das besondere sich in eine einzige Hauptvorstellung auflöst, wodurch die ganze Handlung ihr Ende erreicht. Hieraus lassen sich ohne Mühe folgende Regeln der guten dramatischen Anordnung herleiten. Die ganze Handlung muß in wenige Hauptperioden cingethcilt werden, deren jede ihren wohlbesiimm- ten Charakter hat, damit der Zuschauer vermittelst dieser Perioden *) S. Drama. A n o den ganzen Zusammenhang der Hand- lung vom Anfange bis zum Ende sich leicht vorstellen könne. Diese Perioden aber müssen so geordnet werden, daß durch den ersten der wahre Anfang der Handlung, ihre Wichtigkeit, die Schwierigkeiten und Ver- wiklungcn in der Fortsetzung derselben, und die Nothwendigkcit eines merkwürdigen Ausganges, in die Augen fallen, und die Aufmerksamkeit des Zuschauers reizen. Es ist gewiß, daß ein Drama, das gleich vom Anfang lebhafte und merkwürdige Vorstellungen erweket, die uns gleich beyin Eingang große Angelegenheiten, kühne Vorsatze, neue und ungemeine Unternehmungen, seltsame Charaktere versprechen, oder bemerken lassen, uns in die beste Verfassung setzet; da hingegen, wenn der Anfang verworren oder schwach ist, wo wir lange zu warten haben, ehe wir merken, warum es zu thun ist, die Aufmerksamkeit ermüdet, ehe man zur Hauptsache kommt. Der erste Aufzug des Drama muß wie ein befruchtetes Saamenkorn, undeutliche aber doch zu bemerkende Spuren der ganzen Handlung haben, und uns in Erwartungen über den Verfolg und den Ausgang setzen. Denn jeder Gegenstand, den wir eine Zeitlang betrachten, ohne uns viel davon zu versprechen, crdrükt die Aufmerksamkeit, anstatt sie zu er- weken. Die alten und neuen Schauspiele, welche die größte Würkung gethan haben, fangen auf die vorrhcilhafte Weise an, die wir hier beschreiben. Es ist ein Fehler, den die Neuer» oft begehen, daß sie uns mit Nebensachen, mit Ungewissen Vorstellungen, init Zurüsiungen gur wahren Handlung ermüden, eheste selbst ihren Anfang nimmt. Die meisten englischen Lustspiele haben diesen Fehler an sich. Nach« A n o Nachdem die Handlung auf die angezeigte Art ihren Anfang genommen; so müssen die folgenden Aufzüge, die dem letzten vorher gehen, die Fortsetzung und Verwiklung derselben enthalten, über deren Anordnung man keine bestimmte Form vorschreiben kann; weil eine Handlung auf unzählige Arten so durchgcführet werden kann, daß der Zuschauer in beständiger Aufmerksamkeit erhalten wird. Wir bemerken demnach hier nur dieses, daß der Dichter sorgfaltig scyn müsse, den Fortgang der Handlung nach gewissen Perioden zu ordnen. Beym Ende eines jeden Aufzuges muß man die Lage und Beschaffenheit der Sache deutlich sehen, um daraus seine Erwartungen für den folgenden zu bestimmen. Man muß also bei) dem Ende einer jeden Periode den ganzen Zustand der Handlung, so weit sie gekommen ist, und was ihr noch fehlt, ganz bestimmt bemerken können. Denn ohne dieses gerath man nothwendig in eine Verwirrung, welche die Aufmerksamkeit schwächet. Es streitet gegen die gute Anordnung, wenn mehrere, der Haupt- Handlung untergeordnete Zntriguen so in einander laufen, daß sie oft abgebrochen, und nach einigen dazwischen gefetzten Austritten, wieder vorgenommen werden. Dergleichen Un- tcrbrcchungen zerstreuen die Aufmerksamkeit zum großen Nachtheil der Haupthandlung. Diese muß in einem fortgehen, und die Aufhaltungen müssen nicht durch willkührlich Angeflochtene Vorfalle, sondern durch wesentliche Schwierigkeiten, welche aus der Hauptfache nothwendig entstehen, verursachet werden. Es giebt Schauspicldichter, die sich eher nach den abentheuerlichen Einfallen des Amadis, als nach der edlen Einfalt des Sophokles, bilden. Da in dem Drama nothwendig alles in ein- ander gedrungen seyn muß, weil die Ans t6z Handlung kurz und merkwürdig ist: so können die Haupttheile der Anordnung, ohne großen Nachtheil der Hauptsache, durch nichts zufälliges unterbrochen werden. Von einigen befondern Kunstgriffen der Anordnung haben wir in den Artikeln, lLinheit, Verrviklung, Concraft, Aufhaltung, Verbindung und Wahrscheinlichkeit, verschiedenes angeführt, dahin wir den Leser verweisen. Nur diese allgemeine Anmerkung müssen wir hinzu setzen, daß die cinfachcsten Anordnungen, die jeder leicht übersehen kann, die besten scheinen. Künstliche Ver- wiklungen und mannigfaltige'Aufhaltungen scheinen zwar ihre gute Würkung zu thun: allein wenn nian sie näher betrachtet, so findet man, daß sie nicht lange daurcnde Eindrücke machen, so wie alle blos mechanische Anstalten. Die wesentlichen Schönheiten des Schauspiels, die unauslöschliche Eindrüke machen, müssen in den Charakteren und Empfindungen der handelnden Personen liegen. Von diesen muß die Aufmerksamkeit niemals abgezogen, noch auf die mechanische Einrichtung geführt werden. Ueberhaupt sind alle künstlich ausgedachte Anordnungen schwache Hülfsmittcl, wodurch Dichter ohne Genie, das Wesentliche, das ihnen fehlt, ersetzen wollen. Die Anordnung der Schaubühne überhaupt, und jedes Auftritts insbesondere, in Absicht auf die Ausführung , verdienet eine besondere Aufmerksamkeit *). Die Anordnung der epischen Handlung scheinet wenigem Schwierigkeiten unterworfen zu seyn, als man im Drama findet; weil die Handlung der Epopce mehr ausgedehnt ist. Dabcy hat der Dichter den Vvrtheil, daß er die Lüken und L 2 Ruhe« S. Schaubühne; Austritt. 164 Ans Nuhestellcn der Handlung mit Erzählungen ausfüllen kann, welche der dramatische Dichter nicht ohne große Behutsamkeit anbringen darf. Sonst muß die epische Handlung überhaupt nach denselben Grundsätzen angeordnet werden, die wir in dem vorhergehenden Artikel ansge. führt haben. Das Hauptsachlichste davon ist, daß die ganze Handlung in wol bestimmte Perioden abgetheilt werde. Das Ende einer jeden Periode muß eine Ruhestelle seyn, ans welcher man das Vorhergegangene deutlich übersehen, und über das folgende seine Erwartungen entwerfen könne. Es dienet viel zu einer lebhaften und deutlichen Vorstellung der ganzen Handlung, wenn sie in wenig Perioden cingctheilt ist, die so aufeinander folgen, daß man am Ende einer jeden bestimmt sieht, wie weit die Handlung fortgcrükt ist. In Ansehung der Ordnung dieser Perioden geben einige Kunstrichter Regeln, die sehr übel verstanden werden konnten. So sagt 25atteux *), daß der epische Dichter die Ordnung des Geschichtschrcibcrs umkehre, und die Erzählung nahe am Ende der Handlung anfange. Man konnte dadurch auf den Wahn gerathcn, daß die größte Unordnung in der Folge der Begebenheiten, eine Schönheit wäre, hie der epische Dichter suchen müsse. Indessen ist gewiß, daß keine Unordnung in einem schonen Werke statt hat. Der epische Dichter muß dem Geschichtschreiber in der Ordnung der Begebenheiten in so weit folgen, als es mit der Lebhaftigkeit seines Vortrages bestehen kann. Es wäre seltsam, wenn er uns eine Begebenheit von hinten her erzählen wollte. ') S. Einleitung in die schönen Wissenschaften II.Theil, I.Abschn.S. i>8. nach der ersten Ausgabe der Namlcri» scheu Aebcrsctzung. A n o Der Anfang der Handlung muß noth- wcndig zuerst erzählt werden, und die nächste Folge der angefangenen Handlung, die den Grund der folgenden Vcrwiklung enthält, muß nothwcndig eher, als diese, vorgetragen werden. Aber insofern geht der epische Dichter von dem Geschichtschreibcr ab, als die Natur seines Vorhabens cr- fodcrt. Dieser will uns vollständig von einer Begebenheit unterrichten, und verfährt so, als wenn uns die ganze Sache unbekannt wäre; jener aber stellt uns eine bekannte Sache in der Form vor, in welcher sie uns am kräftigsten rühret. Der Geschichtschreiber darf sich deßwegen nicht scheuen, die entferntesten Veranlassungen und die Ursachen, die dem Ausbruch der Handlung vorher gegangen, umständlich zu erzählen. Dieses wäre für den Dichter ein zu matter Anfang. Er führt uns gleich zum Anfang der Handlnng, und erwähnt die.uns schon bekannte Veranlassung, oder Ursache, nur kurz, damit wir ohne Umschweife in die Hitze der Handlung herein kommen. So würde der Geschichtschreiber, der den Zug des Aencas nach Italien beschrieben hätte, bcy der Zerstörung der Stadt Troja angefangen , und seinem Helden vom Auszug aus der brennenden Stadt, in der genauesten Ordnung seiner Reise, gc- folget seyn. Der Dichter aber mußte ganz anders verfahren, ohne deßwegen die Ordnung der Dinge umzukehren. Seine Absicht war, dem Leser die Niederlassung des Aeueas in Italien, deren Veranlassung bekannt war, von der merkwürdigsten Seite vorzustellen. Er fängt deß- halb die Handlung nicht von seinem Auszug aus Troja, sondern von da an, da die reisenden Helden das Land ihrer Bestimmung gleichsam schon im Gesichte hatten. Das vorhergehende A n o solide gehört nicht zu seiner Handlung, ob er gleich im Verfolg viel davon erzahlt. Wenn man daraus urtheileu wollte, daß das, was der Abfahrt aus Sicilien vorher gegangen ist, nothwcndig zur Handlung der Aencis gehörte, weil es der Dichter nachgeholt hat, so müßte man aus eben dem Grunde auch sagen, daß die Geschichte des hölzernen Pferdes ein nothwendigcr Theil derselben wäre. Virgil fangt also sein Gedicht nicht mitten in der Handlung, sondern vom Anfang derselben, an. Wir sehen auch nicht wol, wie man von der Regel abweichen könnte, die wesentlichen Perioden der Handlung in der Ordnung vorzutragen, wie sie aus einander folgen. Denn je mehr Deutlichkeit und natürliche Verbindung in den Hauptperioden ist, je lebhafter wird das Ganze in die Vorstellungskraft fallen. Darinn aber kann der Dichter von der Ordnung des Geschichtschreibers abgehen, daß er nur das Wesentlichste in der besten Ordnung hinter einander stellt, und gewisse Nebendinge, zum Schmuk des Ganzen, da anbringt, wo er die besten Ruhcstellen der Haupthandlung findet, da wo die Lebhaftigkeit der Vorstellung eine Mäßigung crfodcrt. Wir glauben uns nicht zu irren, wenn wir überhaupt von der Anordnung der epischen Handlung diese allgemeine Regel annehmen: Die wesentlichsten Thcile derselben setze der Dichter in einer so natürlichen Ordnung hinter einander, daß die Vorstellungskraft den Faden derselben leicht finde und. das Ganze mit einem Blik übersehen könne; die, der Haupthandlung untergeordneten Begebenheiten, die blos zu mehrerer Vollständigkeit derselben und zur Vermehrung der Mannigfaltigkeit gehören , suche er an solchen Orten einzuschalten, wo die Haupthandlung Ano 165 nothwendig muß aufgehalten werden. Diese Anordnung der Episoden ist eine Hauptsorge des Dichters. Sie müssen nur da angebracht werden, wo die Handlung dadurch nicht aufgehalten wird. Es geschieht nämlich bisweilen, daß zwischen einer Periode der Handlung und der nächst folgenden etwas vorgeht, das der Dichter nicht beschreibt, entweder, weil es zu langweilig, oder zu gemein wäre. Er will aber auch nicht gern gleich von einem zum andern übergehen. In diese Stellen ordnet er die Episoden. So hat Homer die schöne Episode von der Helena, im III. Buch derJlias, dahin gebracht, wo die Veranstaltung zu einem fcyer- licheu Opfer, die der Dichter nicht hat beschreiben wollen, eine Lüke gelassen. Eben so hat er die Episode vom Diomedcs und Glaucus in die Lüke gesetzt, die Hektors Hingang nach der Stadt verursachet hatte. Daß die besten epischen ^Dichter so verfahren sind, könnte durch viele Bcyfpiele erwiesen werden, die wir übergehen, weil sie bekannt genug sind. Die Anordnung einer Rede bleibet uns nun 1106? zu betrachten übrig. Die Kunst der Anordnung besteht darin», sagt Batteux *), „daß man „alle Stüke, die die Erfindung geliefert hat, nach der Beschaffenheit „nnd zum Borchel! der Sache, die „man abhandelt, in Ordnung stelle. „Die Fruchtbarkeit des Geistes, setzt „er hinzu, pranget am meisten in „der Erfindung; Klugheit und Ur- „thcilskraft in der Anordnung." Der Endzwck einer Rede ist allemal, entweder unsre Vorstellungskraft, oder unsre Neigungen, einer gewissen Absicht gemäß, zu lenken. L z Ihr *) Einleil. In die schönen Wissenschaften iv. Td. S. 5-. nach der Ramlerische« Ucdcrsemmg. 166 Ano Ihr Inhalt ist also allemal ein Gegenstand unsrer Erkeuntniß, oder unsrer Neigungen. Diesen Gegenstand muß uns der Redner so vorstellen, daß er natürlicher Weise hoffen kann, wir werden am Ende seiner Rede so davon denken, oder so dagegen gesinnet seyn, wie er selbst ist, oder zu seyn scheinet. Dieß ist die Hauptsumme der Kunst des Redners. Nun kommt allerdings sehr viel darauf an, daß der Redner das, was er zu sagen hat, in der besten Ordnung vortrage. In der unterrichtenden Rede muß die Ordnung den Hauptgcgenstand deutlich und einleuchtend machen, und in der rührenden Rede muß sie seine Würkung auf unsre Neigungen vermehren. Wir wollen hier nichts von der Ordnung der Haupttheile der Rede sagen, nach welcher auf den Umgang die Abhandlung oder Aus. führung der Sache, und denn der Schluß der Rede folget; davon haben wir anderswo gesprochen *), und es kann ohnedem keinem nachdenkenden Redner entgehen. »Denn daß „man eins und das andre von der „Hauptsache voraus schikc, daß man „darauf diese selbst vortrage; ferner, „sie theils durch eigene Beweise „thcils durch Widerlegung der Ge- „gengründe gehörig ausführe; endlich auf eine gefchiktc und nach- „drükliche Art beschließe, diese Ord- »nung lehret die Natur selbst Der wichtigste und schwerste Theil der Anordnung einerRcdc ist die Folge der Vorstellungen in dcm Haupttheil, den man die Abhandlung der Rede nennet. Ueberhaupt muß die Anordnung einer Rede so natürlich und ungezwungen seyn, daß jeder Zuhörer ") S. Rede. **) Ciccro in dem III, Geipnlch von dem Redner L. z-,/. der Heinzischen llcbce- sttzung. Ans dabcy denken muß, man könne sich die Sache nicht wol anders vorstellen. Jedes folgende muß so aus dem vorhergehenden entstehen, daß keinem Zuhörer einfallen kann, es könnte die Reihe der Vorstellungen anders fcyn. Sobald man irgend wo einen Zwang oder etwas gesuchtes in der Folge der Satze wahrnimmt; so wird man zerstreut, und denkt, die Sache hatte sich auf eine gewisse andre Art entwikeln sollen. Eine für den Lehrer höchst schädliche Würkung in seinem Zuhörer. Diese vollkommen frcye und noth- wendig scheinende Folge der Vorstellungen kann der Redner unmöglich anders erreichen, als wenn er seine Materie sehr oft durchgedacht und von allen Seiten betrachtet hat. Es muß ihm alles mögliche, was dabey kann gesagt werden, vor Augen liegen; alsdcnn wählt er in Absicht auf die Ordnung das beste. Er macht verschiedene Entwürfe oder Skizen, die nur das Gerippe der Rede auf verschiedene Weise angeordnet enthalten, und wenn er sie alle genugsam betrachtet, so kann er erst alsdenn wählen. Es giebt aber zwey einander entgegengesetzte Arten der Anordnung, die man die Analytische und die Synthetische nennen kann. Diese setzet gleich im Anfang der Abhandlung, oder in dem Vortrage, die Haupt- vorstcllung, worauf der ganze Zwek der Rede geht, voraus, und bestätiget sie durch die Abhandlung so, daß sie am Ende in den Gcmü- thcrn der Zuhörer die nöthigc Gewißheit und Lebhaftigkeit behält. Jene, oder die analytische Art, kehrt diese Ordnung um. Sie stellt die Thcile des Ganzen erst vor, und vereinigt sie am Ende in eine, seiner Absicht gemäße, Hauptvorsicl- lung. Jede Art hat ihre Vortheilc. Die erste greift uns offenbar an; wir sehen, wohin man uns führen Ano Ans »6? will, und in jeder Periode der Rcde, wie weit man uns geführt hat: die andre geht verdckt; wir wissen nicht, wohin man mit Uns will. Wir können nicht sehen, was man über uns gewonnen hat, bis wir ans Ende kommen, da alles vorhergehende auf einmal in einen einzigen Angrif gesammelt wird, und seine Würkung auf einmal thut. Man muß cs dcm Urtheil des Redners überlassen, welche von diesen Arten der Anordnung er in jedem be- sondcrn Fall zu wählen habe. So viel scheinet allemal sicher zu scyn, daß in bcrathschlagcnden Reden, wo die Zuhörer mit starken Vorurthcilcn gegen einen Entschluß, den der Redner durchtreiben will, eingenommen sind, die analytische Methode die beste sey. In bcyden Fallen aber besteht die ganze Abhandlung der Rede aus einigen Hauptvorstcllungen, deren jede insbesondre gut ausgeführt werden muß. Von diesen muß man die zuerst stellen, die am unmittelbarsten aus dem Vortrag der Hauptsache fließt, damit der Zuhörer merke, daß man geradezu mit ihm verfahret und ihn nicht hintergehen will. Ucber die Anordnung der Beweise haben wir iu einem bcsondern Artikel das Nothige angemerkt, und in einem andern ist von der besten Anbringung der Widerlegung gesprochen worden. Von der Anordnung der Werke der schönen Wissenschaften und Künste überhaupt handelt, wenigstens der ücberschrift nach, Meyer in dem zwepten Haupttheil der theoretischen Acsthelik (Ansangsgr. aller schönen Wissensch, zter Th. S. -68. erste Aufl.) — H. Eberhard in dein ztcn Ab- sch. S. 108 u f. s. Theorie der sch. Wis- ftnsch. unier der Ausschrist: „von der tlflhetischen Ordnung," — H. Mag, in s. Aesthctik, 187 — -04» — Hr. Andr. Heinr. Schott, in s. Theorie, S. z6S u. f. — Statt des von H. Sulzer, zur Einsicht i» die Anordnung der Baukunst, empfohlenen, sehr alten, Werkes des dü Ccreeau, dürsten vielleicht folgende Werke bessern Unterricht gewsthrcn: Ooursch^r- chircökure, gui comprench les orchrcs chj Vignvle svec chcz Oommencsirez er les ilgurez er lc- chelcriprionz che lex plus beaux darimens er che ceux che Glichet e^nge, par O. /g,. cl'Avilcr, enricki che nouvelles plsncllez psr I?. ss. dflarieccc, llor. 1760. 4. und vermehrt und verbessert, unter dem Titel: Istvre nouve-u, ou rögle5 chcz cing Orchres ch ^rchicetlure psr .s. ll. che Vignule, oouveliemenr revu, cor» rige er aupmenrs psr kelr. L. (klon» che!) . . . svec plusteurs moiceaux che lolicliel ^.ngc, Virruve, ö/lanssirci, er aucres ceicbrez Arcllircttz ranc an- cien!? gue mocheiuez . . . ?or. 1767, tol. mit 104 K. — Oe la clillribueion chcz öchaison5 che pl?.ilance .... P-r gcan Orcs. Llonchel, ?sr. 17Z7. 4. 2 B. — Lours UArcdiceökurc, ou l'roire che la chccorsrion, er conllruÄionz che; Uacimeux, com- mcnce psr g. d'. Llonckel er concinue par Ick. llarce, l'ar. 1771 >777- K. 12 Th. in 9 B. wovon die z letzten die Kupfer enthalten; besonders im 5. und 6ten Kap. des 4tcn und im i6tcn Kap. des 5ten BdS. — Und in so ferne die Anordnung auf Bequemlichkeit geht: dlou- vcsu risirs che roure l ^reliiceöiure, vu l »rc che bürir, per ö/Ir. Lorchemoz-.. ?sr. 1714. 4. .Auch gehöret noch, in so ferne die Anordnung sich aus vorliegenden Zeichnungen schon gemachter Gebäude vielleicht am glücklichsten abstrahlten Wt, des Jean Frc. Blondel >).rclrice 5 Bd. Von der Anordnung, in Rücksicht auf Mahlere^, handeln Leo. B. Alberti, im aten Buche s, Werkes, 7 in der, dem Vitruvius des Lact, Amsterd. iü4S- 5. angchangcncn Ausg.) — Fixinc. Junius, in den ersten h§. des ;tcn Kap. im zten B. seines Werkes cie pittu- ra Vcrerum. — Ger. Lairesse, in dem -ten Buche des großen Mahlcrbuchcs (S. 48 u. f, Nürnb. >728- 4) und zwar unter folgenden Aufschriften i ») Was vor Gedanken bcy einem Mahler zu dem Ordiniecn erfordert werden. 2)Von dem Ordiniren. z) Ordinirung der Geschichte. 4) Wie nian schöne Kuyscrstücke, Academienbilder, und Modelle in dem' Mahlen gebrauchen ioll. 5) Von der Wahrscheinlichkeit und wählerischen Art in einer Ordonnanz mit vielrn, oder wenigen Figuren, ü) Beobachtungen wegen Ordinirung der (Heyden) Geschlechtc neben einander... 8) Von der Wirkung der Gedanken bey dem Ordiniren. z>) Anmerkungen über einigen Misverstand, in Vorstellung der Geschichte. 10) Von der Rcichlichkeit und Natürlich- Lrit in dem Ordiniren einer Historie. z>) Von Ordinirung der Bilder, welche Sinnbedcutungcn enthalten. 12) Orb- nnng der Bewegungen, wie sie aus den Affekten nach einander fließen. . . . 17) Grundregeln, wie kleine Figuren, in einem großen Räume, und hinwiederum große in einem kleinen Begriff zu ordiniren se»n, ig) Von dem Ordiniren der Historien, Contrcsaits, Einfiedclcven in einem kurzen Begriff... z->) Von der Beobachtung der Ordonnanz in einer Titel. Platte. 21) Notwendige Beobachtungen in Betrachtung der Sääle, Gallcrien, und anderer Oerter, wohin man eine Historie in verschiedenen Stücken fortzusetzen gesonnen ist. lind im qtcn Kap. des ach. ten Buches ( Th- 2. S. 57) von der Or. dinanz der colorirtcn Steine neben und bey einander, sowohl inner/ als ausser dem Hause... im 5tcn Kap. von Mahlung der Adern und Flecken in Mauer? und Zimmerarbeit, sowohl inner als ausser Hause, und was vor Ordnung darin zu beobachten ist. Im ;tcn Kap. dcS zwölften Buches (Th. 2. S. Z87) von Ordinirung der Blumen, und ihren Farben, in Fcstoncn und Bouguctcn. Im 6tcn Kap. Verfolg der Ordinirung und Stellung der Blumen. dc Piles, unter der Aufschrift, cis In ckilpoticioir, in dem (seines peinrurc par priliciper (Oeuv. stiv. V. z. S. ?z u, f.) unter eben dieser Aufschrist in der Oillerrsciow Vir Ics nuvesges lies plnskomeux pciri-. rrca (ebcnd. V. I V. S. 25z) und in den Anmerkungen zu s. llcbcrs des dü Fccsnoy (ebend. V. V. S. 1Z9) — Du Puy du Grez, in s. Vrzirc Vir la ?einr. Voul. 1699. 4. in der 4ten Oillerr. unter der Ausschrist, Oe 1 .1 compnstrinn/, S- 28z u. f. — Tcstelin, in den ZLnciwenseles 7>Iei5 bizbilcs peinrecs (S. 86. bey dem Gedicht dcS kc Mierrc, Amst. 1770) — Coypel, in s. Oil 'cours, ?ar. 1721. 4. S. 70 u. f. — Duboö in den rcffex. crir. Vir I» pnelie er ia peinruee (V.l. 8e5r. z> und zo. S. 257. Dresdn. Ausg.) Richardsvn, in dem Lllai Lue i-r rbeorie ste la ^eincury (S> 94. Amst. Ausg. 1728) — Hagedorn, in dem zwcy- tcn Buche seiner Betracht, über die Mah- lcrcy, „von der Zusammensetzung des Gc- mähldes," (S. 154 u. f.) unter folgenden Aufschriften: Von der Verbindung de» Dichterischen, und des Mechanischen bey dem ersten Plane dcS Gcmähldes; die Einheiten; Beobachtungen der mechanischen und dichterischen Wahrscheinlichkeit überhaupt . . . Ungleichheit und Entgcgcn- stellung der mannichfaltigcn Gegenstände in Ans Ans 169 in einem Gemählde; von dein angenehmen llncicnmajse; die Gruppen; dieVcr- theilung ins Besondere; von der Ruhe in einem Gemählde überhaupt, und uon der Sparsamkeit mit den Gruppen und Figuren fiir die Stille und Würde eines Gcmähldcs/' vAuch finden sich einzcle Bemerkungen über die Anordnung noch in der svlgcndcn, dritten Abthcilung dieses Buches, „von den Verschiedenheiten in den Gegenständen der Erfindung und Anordnung/' so wie in dem Anhange K. KVII. (S. «14) weicher »von den Gaben und Werken des H. Hogarths und den Earicaturcn überhaupt, «'»gleichen von der Anordnung der Gemählde nach der Hogarthischen Zergliederung der Schönheit/' handelt. - Aigarottl, in dem osAZio fioprs In pirrurs (S- >4e>. der d. Hebers.) — O. Webb, in der In- cpiir^ inro rkie beaulies ob poincing, r>!rl. VII. (S. IZ4. der d. llebcrs.) — Orcstrio, dl. XXIII. (Th. I. S. -46) von der Anordnung der Figuren. — R. MeNgS in der psrre cer^s der risscssioni ju In bells2?2 , und Zlvar in den conti. cicrs^ioni lopra la Lompvfiziono cii Ilossoelo > cii LorrcAgio e cti l'i ^iono (Opers, 1'. 1. S. ;y) so wie auch über die Coniposition dieser Künstler, (ebend. G. «48. >?s. «8z) ferner noch in den le- ?i(,ni proricke stipirruro, von der Com- Position überhaupt, und von der Grazie in der Coniposition (§. VII. und §. XI. ?. 2. S. 27; und 289) und sein Herausgeber, Nie. de Azaro, bcy Gelegenheit der ersten Schrift, (V. 1. S. 107) von der Schönheit der Coniposition. — — lieber die Anordnung der dramatischen -Handlung sind, in so fern Anordnung der Gegebenheiten, und Labet, oder Plan auf Eines hinauslaufen, nachzulesen, in« Aristoteles das, was er über die Label überhaupt sagt (7117- VI. 7. VII. VIII. IX. X.) mit seinen Eommentatoecn, als Dacicr (S. 91. Anist. Ausg. vou 17Z).) Curtius 01 u. f ) >vo auch zugleich die, von Pembcrton in den Oblervorions on Poe- 1:7 (honst. i?z8. L-) und von Bodmer, in den ethischen Briefen (Zürich 174?. s. S. 74 und 177) gcgeu die Aristotelische Lehre, „daß die Fabel der vorzüglichste Thcil des Trauerspieles sei?/' gemachten Emmen, düngen, widerlegt werden. — Von dieser Anordnung handelt anch Horaz(->st pi- ionez V .4Z U. f. V. >46 u. f.) und Erläuterungen darüber haben seine Commenta- torcn, als Hurd (I. «2 und 12z d. lleöers.) Batteux (Linl. in die sch. Miss. z. 266 und -94 vierte Aust,) u. a. in. geliefert.. — Wie das Genie, und wie der Witz die dramatischen Handlungen anordnen, hcit kes- sing in der Dramaturgie (dt. XXX u. f.) sehr anschaulich gezeigt; wo auch zugleich, au sehr vielrn Stellen (als Th. i. S. -66 u, f. Th. 2. S. 140 u. f.) sehr brauchbare Anweisungen und Winke zu der Anordnung in Kunstwerken überhaupt zu finden sind. — Daß nicht die Anordnung der Gegebenheiten, nicht der Plan rincS WerkcS, sondern die Schönheiten dcS Detail, daS Geschick der Werke der Dichtkunst entscheiden, sucht OuboS in den rcstex. orit. purpociie er Is psinr. (?. 1. Lech zz« Dresdn. Ausg. S. 266 u. f.) erweislich zu machen; allein, weder seine Bepspicle noch seine Gründe, erweisen dieses, in Ansehung dos Drama, hinlänglich; daß man, in andern Dichtungsarten, vorzüglich in den erzählenden, und hier besonders in scherzhaft erzählenden, leicht die Unuoll- kommenheiten des Planes über den einzeln Schönheiten vergessen, oder übersc- - hcn könne, bcwcißt unter andern dcr vr- lonsto üuriolo; und wer ließt nicht den Jdris, ob er gleich nicht vollendet ist, mit Vergnügen? Allein zwischen der Handking, in diesen bepden Dichtungsartcn, findet, so wie in mehrcrn Stücken, so auch iu Ansehung der Anordnung der Begebenheiten, ein großer Unterschied Statt, welchen H. Sulzcr, und meines Wissens, kein Kunstrichtcr, bestimmt und deutlich genug angegeben hat, und den, ausführlich zu zeigen, hier nicht der Ort ist; er ergiebt sich, indessen, aus der bloßen Ver, glcichung der Worte: Drama und iLr. Zahlung, von selbst. — Zu der dramatischen Anordnung gehören noch, aus He- 5 5 dclins An o An o delitts ?rsr!gue stn Vbestrs, das 4. 5. 8te nomic strsmscigue sehr viel nützliches und 9te Kap. des zweyten Buches, stsls hierüber, ob es gleich nur Zcrgliedcrun- conrinuice st'schon; lies bissoires ö gen Voltairischer Stücke cnthstlt. — —. stcncx Iiis, stonr luns eil nommee Von der Anouvnnng öcr epischen üpi koste psr lez mostern es j 61: Is pre- Handlung mied am ausführlichsten in dem xsicirlonstesincistenzistustenouemenr, Vrsire stu poeme epigue dcS Bossli, in vu ste Is cscsllrosibc sc itknestupocms dem 6 und ?ten Kap. des ersten, Und im «lrsm«cigue (S. 78.8z. 115. 122.ini ltcn B. 5 — >5ten Kap. des 2ten Buches gehender Zimstcrd. Auög. 171;. 8.) — Aus der delt. — Wie das, was Batteux (Ein- Einluitung in die sch. Wisscnsch. von Bat- leit. in die sch. Miss, stcr Th. S. >--> u f.) teux, was er von der Einheit Oer darüber sagt, mißverstanden werden könne, -Handlung sagt (ster B. S. -z- u. f. begreife ich nicht gut; Venn historische und 4tc Aufl.) — Aus LidcrotS Abhandlung dichterische Zeitfolge und Ordnung sind, über die dramatische Dichtkunst, hinter und müssen (sehr wenige cinzelc Fülle abgc- scincui Hausvater, was über den Unter- rechnet) immer und ewig verschieden bleiben, schied in der Anordnung zwischen emsthaf- Uebrigcns findet sich im Batteux (ebend. S. tcn und lustigen Komödien, über die, aus i689 u. f. s. Theaters überhaupt anbetrift: so Hütte H. Suizec in d>cr atcn Auflage der deutschen Hebers.) vielleicht hier, oder vorher, wo er zu der bein erkt worden ist; —- aus Hvme's bis- Anordnung in den redenden Rünsten inei rrs ok Lrineitm, ein Thcil des 22ten übergicng, Anordnung der XOorre in Kap-. (S. z8z) und ein Theil des -ztcn, Absicht auf Bedeutung und Schall, (gte Ausg. von ,769) — aus der ^rc ivclchc gcivöhnlich auch unter dem Ncch- ste Is. Oomcstic, von Cailhava, die Ka- inen, clomposition, begriffen wird, und pitcl, ste l'^chion, stu nmust, stes In- um desto eher besonders behandeln sollen, -eiste N5 (VIII. S. 165. > B.) stez b'cs- da sie nur zu sehr von den Ncuern, und lies (XII. 22z. ebend.) ste Is lisikon besonders von uns Deutschen, vcrnachlüs- «stesssccnez (XIII. 250. ebend.) stes tkelez sigtwirb, und die Sache selbst sich nicht «(XV. 274. ebend.) ste l'enrreskks (XVI. in den, dahin einschlagenden Artikeln, als 289.ebend.) ste Is grsstsrion (XIX. Z4«. Sttzl, Ausdruck, Figur u. d. IN. gehörig ebend.) ste I'unire sts table uu ststtion zur Anschauung bringen laßt. Wie wich- (S. Z59. ebend ) ein Thcil des Kapitels tig sie den Griechen gewesen, bcwcißt das ste l iwrersr (S. Z89) des Kapitels stcz Werk des Dionvsius von Halikarnaß Inrpritcs (S. 5cu) des Kap. ste Is es- (-irx- <,vvSk»5«-r vvo/ll.ars>v im -tcn Th. rsliropkrc ou stu Oenouemenc (XXXI. s. W. bist, biustsi S. 1. und, unter an- 502) und aus dem zuve^tLii Bande, dern, einzeln herausgegeben von Jae.lip- das Kap. stcs pieecs st'inrrigne en «e- ton, Lond. 1702. 8 ) über welches sich unter nersl (X. >2z) ste 1 schon stanz lez andern, indem sundztenTH. des Origin xieccs lä csrssiere (XXXIX. S. 448) snst progrels ok IsnAusgs (Oonst. stu stcnÄuemenr stes piecez d csrsklere 1775. 8.) ganz gute Bemerkungen fin- (XI,. 4-58) ste5 kpifostcs, msniere sts den. — Von besondern Werken, oder les Uer sux csrskleves prineipsnx, er Abhandlungen der Neuern, weiß ich nur ste plscwr les csrstteies sccetloires, aus I. Lawsons Oeökures concerning !iU. a. m. — Auch findet sich in der Schrift Vrsrvry, Oonst. 1749. 8- die Igte anzu- i es H.Clement, De Is'I'rsßestie, Minist, sühren. Auch schlügt das Werk des I. «784. 8. Th. 2. S. 4; unter der Auf- Ogilvie: bkiilokvpbicsl snst criricsi ob- siht"cst! De Mosens cslenrielz ü Ichco- kerv-srivnz VN che nsrure, cbsrskters snst A no An r «nä vzrlous siieclez ok Eumpolirlan, l .vnä. 1774. 8- 2 B. in diese Materie, im Ganzen, in so fern ein, als es von dem Style überhaupt handelt, ob es gleich auch hierüber nicht sehr viel Befriedigendes enthält. — — Von der Anordnung dcrtNaterie, oder der Gedanken, in Rücksicht auf öffentliche Rede, haben, in eigenen Schriften, besonders gehandelt, -Hermogcnes einzeln herausgegeben mit Erläuterungen von Jvh. Sturm, Strasburg 1570. 8.) eben dieser Sturm (?sreiric>n. äwieökic. l.ib. IV. .gcgcnr, 1576. g>) Marc Voxhorn (läcse orocion. h.ips. ,661. 8.) u. a. m. — Als ein Theildcr Redekunst hat diese Materie natürlich ihren Play in allen Anweisungen dazu, und in allen Abhandlungen finden müssen; so, handelt Cicero (oder, wer der Verf. der vier Bücher an den Hercnnius seyn mag) davon in dem gäcn und loten Kap. des zten Buches dieses Werkes (vp. Vol. 1. S. 64. Lei, üm.) und im 2tcn der Bücher cle Orarore, 76. ( ebcnd, S. 418 u. f.) — der Verf. der pkincipcs pour I, leÄure lies Orsreurs, ?zr. >75Z. 8. z B. d. Hamb. >757. 8. (in dem ganzen vierten Buche) — der vorerwähnte haw- son, in der ooten u. f. Vorlesung ( mit bloßer Rücksicht auf Kanzclbercdsamkcit) — Priestlcy in dem zweyten Thcilc seiner Vorlesungen über Redekunst und Kritik (6 — rote Vöries. S. zz u. f. der d. Uc- bcrs.) Hugh Blair, in s. I.e6kurez vn I^kicc. suä Helles leckres (XXXl. s B. S. 5i ms.) — Batteux in s. Einleitung in die sch. Wisscnsch. (gter B. E. 156 u. f.) — Condillae, in f. Unterricht aller Wissenschaften (oter Thcil, ztcs und ->tcs Buch S. Z88. der deutschen Hebers. Bern 1777) -- und, damit ich doch wenigstens eines Deutschen gedenke, Gottsched im Xten Hauptst. s. ausführlichen Redekunst (S. 226. der zten Aufl.) u. a. m. — Allein alle diese Schriftsteller, den H. Sul- zcr mit innbegriffen, haben sich, den einzigen Priestle», und zum Thcil den Hrn. Condillae, abgerechnet, mehr oder weniger, auf eigentliche öffentliche Reden eingeschränkt, und nicht die mindeste Rücksicht auf die Kunst der Compositlon in andern Arten von Schriften, so wenig sie auch gekannt ist, und so sehr sie auch vcr- nachläßigt wird, genommen. Auch ist mir kein Schriftsteller bekannt, der diech Materie im weitesten Umfange behandelt hätte. Von den Vorzügen der einen vor der andern (der lViecli. iniriacivse vor der maZifiralis) und von ihren Eigenschaften, handelt Baco in f. Werke äs Au?mcnc. lcienriar. (h,ib. VI. cop. 2. S. 165. Oper. B. 1. h.onä. 1740. st.) — und H. Engel ausführlicher in f. Schrift über Handlung, Gespräch und Erzählung (N. Bibl. der sch. Miss. ,6.17? u.f.) wo auch Hessings Vortreflichkeit in der Kunst der Composition (die schon in der Allg. Bibl. 10. bey Gelegenheit des Laor coon, sehr gut ins dicht gesetzt war) ihr gebührendes hob erhält. Ucberhaupt dürfte das Studium der letztem Schriften dieses wirklich großen Mannes vielleicht die lehrreichste Anweisung zur Kunst der Composition geben. — — Anrede. (Redende Künste.) Eine Figur, deren sich sowohl Redner, als Dichter bedienen, ihren Vorstellungen neue Kraft zu geben. Diese Figur besteht eigentlich darinn, daß die Rede plötzlich ihre Wendung verlaßt, und mitten in einer Erzählung, oder Betrachtung, voll Affekt eine Person anredet. Sie ist von den Griechen upollwoplle, welches Pvegwendung bedeutet, gencnnt worden; weil in gerichtlichen Reden durch diese Figur die Rede von dem Richter abgcwandt und an eine andre Person gerichtet wird. Bey folgender Stelle in Virgils Beschreibung von Italien: Istaec xenus acrs vlrum > öäorloz xubemgue 8-ibeIIsin ^fiuerumgue mala IllAurcin Vol» lcusgue verum« Lx- '72 Ans Lxtuüc: l>zeo Oecios, Xlsrlos, mzFnotglis Lzmülaz, 8cipiZlIg5 lluroz dello, er re Cae/^»- ! empfindet man bei) der, in den letzten Worten liegenden Anrede, einen Schlag, der plötzlich die Aufmerksamkeit aufs neue reizt. Die Anrede würket überhaupt schnell und stark: aber ihre Wür- kung ist nach des Redners oder Dichters Absicht sehr verschieden. Sic kann Mitleiden, Zorn, Verachtung, und jeden andern Affekt crwcken. Sic muß aber sparsam gebraucht werden, damit sie ihre Kraft nicht verliere. "wenn, und wo die Apostrophe natürlich, daß stc nicht immer gerade an eine Person gerichtet ist, u. d. m. lehrt, unter Mchrcrn, Home, in denktlcmcncz vk Lricicism (Ld. XX. Senkt. 2. im 2 B>. S. 255. Ausg. von 176s.) — H. Joh. Chrstph. Adelung, in s. W. lieber den deutschen Stpl B. 1. S. -tZS. der zten Wst. — Ansatz. (Musik.) 3l?it diesem Kunstwort bezeichnet man insbesondere die Art, wie der Flötenspieler die Flöte an den Mund setzet, und die Lippen bcpm Blasen bildet. Der Ton wird durch den Ansatz voll oder mager, lieblich oder rauh: so daß der Ansatz als ein wichtiger Thcil des guten Flötenspiclens muß angesehen werden. Guamhat deßwegcn in seinem Versuch über das Flötcnspielen in dem Hauptstüke weit- lauftig davon gehandelt. Es ist zwar verschiedenes in seiner Lehre vom Ansatz, worüber ihm von Kennern widersprochen worden; besonders scheinet das, was die Starke und Schwäche der Luft betrifft, un- H Q-vN'Z, I.. II. 167. A n f richtig. Dessen ungeachtet wird sich ein Liebhaber vieles daraus zu Nutze machen können. Anschlag. (Baukunst.) Ast in der Verkleidung, oder an den Gewänden der Thüren der Falz, an welchem die zugeschlossene Thür anliegt. An den Schwellen macht man nicht gern einen Anschlag, aus Besorgung, man möchte im Herausoder Hereingehen, mit dem Fuß daran stoßen. Aber um den Windzug zu verhüten, sollten wenigstens die äußersten Thüren an den Schwellen einen Anschlag haben, der aber nicht über dren Viertel Zoll hoch scyn muß. Anschlag nennt man auch die, dem Vau vorhergehende Berechnung der Kosten desselben. Es ist ein noth- wendiger und wichtiger Theil der, einem Baumeister nöthigen, Kennt- niß, daß er richtige Anschlage zumachen wisse. Mancher Bau ist deßwegcn unvollendet geblieben, weil er größere Summen gekostet hat, als man geglaubt hatte. Wenn ein Anschlag so richtig gemacht ist, als nur möglich scheinet, so thut man doch wol, sich auf ein Drittel desselben mehr gefaßt zu machen. Anschlagende Noten. Werden in einem Tonstük diejenigen Noten oder Töne gcnennt, auf welche ein Acccnt gesetzt wird: sie werden den durchgehenden, die ohne allen Accent vorgetragen werden, entgegengesetzt. -Also sind ordentlicher Weise alle Töne, die in die guten Zeiten des Takts fallen, anschlagend *). In vielen zu einer Figur verbundenen Noten ist die erste, dritte, fünfte, *) S- Zeiten. A n s fünfte, eine anschlagende, die andern sind durchgehende Noten *). Nur die anschlagenden Töne werden zur Harmonie gerechnet, und in der Fortschreitung derselben in Betrachtung gezogen, weil die durchgehenden Tone, sowol wegen ihrer geschwinden Bewegung, als wegen des Mangels an Nachdruk, keinen merklichen Einfluß auf die Harmonie haben. Ansehe n. (Schöne Künste.) Aer Charakter der äußerlichen Form einer Sache. Man sagt von einem Gebäude, es habe ein gutes oder schlechtes, ein edles oder gemeines Ansehen. Vey Personen ist das Ansehen das, was in der franzosischen Sprache Air genennt wird. Es entsteht aus dem Ganzen der Form, und ist von dem Charakter, der aus einzeln Theilcn entsteht, verschieden. Das Gesicht eines Menschen zeiget bisweilen einen andern Charakter, als derjenige ist, den seine ganze Person ausdenkt. Da die unbelebten Formen an einem andern Orte betrachtet worden sind-^); so ist hier die Rede blos von der menschlichen Gestalt, in so fern ihr Ansehen ein Gegenstand der Kunst ist. Für den Mahler, den Bildhauer und den Schauspieler, ist das Studium des Ansehens der wichtigste Thcil der Kunst; dem Redner und dem epischen Dichter, ist selbiges unentbehrlich. Schon an sich selbst betrachtet, ist das Ansehen ein wichtiger Gegenstand der Künste; weil es eine sehr merkwürdige Sache ist, Eigenschaften eines denkenden und empfindenden Wesens, in körperlichen Formen zu cntdeken s). Also kann der *) S. Durchgang. **) S. Form, s) S. Achnlichkeil. Ans i?z Künstler, dem es gelinget einen Ge- müthscharakter, oder auch nur einen vorübergehenden Gemüthszusiand, durch das Ansehen der Personen genau abzubilden, gewisse Rechnung auf unfern Veyfall machen. Selbst die bäurischen Figuren eines Brauers, Tciniers oder Gstade, und der von Hogarch gezeichnete Pöbel *), erwe- ken einigermaßen Bewundrung; auch würde ein Schauspiel, in wcl- chem jede Person durch ihr Ansehen ihren Charakter, oder ihren Gcmütbs- zustand, bestimmt zu erkennen gäbe, schon allein dadurch gefallen. Weit wichtiger wird die Würkung des Ansehens in Werken, die auf etwas höheres, als die bloße Belustigung ist, abzielen. Wir werden für oder wider Personen, Handlungen und Gesinnungen, durch das äußerliche Ansehen, mit unwiderstehlicher Kraft eingenommen. So wird uns Thersites schon durch sein Ansehen verächtlich, ehe er noch etwas ge- than oder geredet hat. Der Künstler also, der diesen Thcil der Kunst in seiner Gewalt hat, ist Meister über unsre Empfindungen. Die höchste Würkung der Kunst liegt in diesem Theile. Man sehe, in welche Entzükung Winkclmann übcr das Ansehen eines bloßen Rumpfs geräch , und erkenne daraus die Wichtigkeit des Ansehens. Es ist aber nur den größten Künstlern gegeben, hierin« glüklich zu seyn; Regeln wären hier vollkommen unnütze, wo das Genie allein würken muß. Das einzige was man hierüber sagen kann, wenn man den Künstler das Studium der Natur empfiehlt, hilft ihm doch nichts, wenn er nicht eine höchst empfindliche Seele hat, die sich mit der größten Leichtigkeit gänzlich in jeden Zustand setzen, und ihrem Körper jede Gestalt *) S, Hvg. Kupfer zu Buttlev» Hu« dibras. i?4 Ans Gestalt geben kann. Man trifft bisweilen Menschen von sehr mittclmäs- sigcn Gaben an, die mit der größten Leichtigkeit das Ansehen jeder Person annehmen. Diese sind gebohrne Schauspieler. Doch ist nicht zu zweifeln, daß nicht einige fleißige Uebung auch mittelmäßige Anlagen zu diesem Talent, merklich verstärken sollte. Der Kunstler, den eine genaue Aufmerksamkeit auf das Ansehen überall begleitet; der alle Claffen der Menschen, der viele Vülker gesehen, und nicht blos ins Auge, sondern fest in die Einbildungskraft gefaßt hat, wird darin» nicht ganz unglüklich feyn; zumal wenn er sich unaufhörlich übet, sich selbst in jeden Gcmüthszustand zu setzen. Die Einbildungskraft will, wie alle andre Fähigkeiten, beständig geübet feyn. Der Ansdruk des Ansehens, den der epische Dichter in seiner Gewalt haben muß, ist vielleicht das schwerste seiner Kunst. Da ihm nicht erlaubt ist, in Beschreibung des Ansehens umständlich zu seyn, so muß er mit wenig Zügen sehr viel auszudrü- ken wissen. Dem Redner ist die Kunst, sich jede Art des Ansehens zu geben, von der höchsten Wichtigkeit. Denn dadurch wird er beredter, als durch die Rede selbst. Wir empfehlen dem angehenden Redner dasjenige fleißig zu cr- wegcn, was über die Wichtigkeit der Fassung ist erinnert worden '). Er muß aber so gut, als der Schauspieler, ein Proteus' oder ein Ulysses seyn, der alle Gestalten anzunehmen weiß. Denn mitten in der Rede muß er, so oft er den Ton oder die Materie ändert, auch das, sich dazu schikcnde, Ansehen annehmen. Wie der Dichter das, häßliche oder shöne, Ansehen gebrauchen könne, uui, *) S. Fassung. was er die Personen sagen oder thun läßt, zu verstärken, oder zu schwachen, hat Les. sing (Laocoon S. 2z6) an ein paar vortrefflichen Beyspiclen aus dem Shakespear, — so wie an mchrcrn Stellen dieses Werkes gezeigt, wie der Dichter es anzufangen habe, um das Ansehe» seiner Personen anschaulich und wirksam darzustellen. — Wie der Dichter cS anzufangen habe, um Zustünde des Geistes, durch Züge des Ansehens, durch äußere Zeichen, anschaulich zu macheu, hat Hr. Engel, in den Anfangsgründen einer Theorie der Dichtnngs, arten (S. 192 u. f.) in vortreflich gewählten Bcyspiclen gelehrt. Was das Ansehen, in Rücksicht auf bildende Rünsie, anbetrift: so ist es natürlich, daß, da diese nur durch das Ansehen den Zustand des Geistes darzustellen vermögen, die Künstler, wofern sie überall Seele schildern wollen, es nicht genug, aber verbunden niit dem Studio des inner» Charakters selbst studircn können z vielleicht Hütte H. Sulzcr aber diese wichtige Lehre ansehnlicher und interessanter gemacht, wcnn er, in einzeln, inoivivuellcn, aus einzeln Gemühlden, oder Statuen, genommenen Dc)sspie!en, gezeigt Hütte, wo, und wo nicht, Künstler de» Gcmüthszustand durch das Ansehen glücklich geschildert haben? Da diese ganze Sache eigentlich zu dem Art. AutZvrnck gehört: so werden in den Nvtitzen zu diesem Artikel diejenigen Werke angeführt werden, worin diese Materie weitlüuftig behandelt ist. — lieber das, von dem Redner anzunehmende Ansehen ist, aus den, bey dem Arr. AnsranS angeführten Wecken, vorzüglich die Stelle aus dem Cicero (cle Goar. III. ;6. Op. Vol. 1. p. 494. kcl. k!ro.) nachzulesen. — Ucbrigens scheint mir der Artikel zu denjenigen zu gehören, welche entweder gar nicht, oder doch nur durch zu viele Nachmessungen zur Vollkommenheit zn bringe» sind. Selbst das Wort, Ansehen, wenn es, wie hier, ohne alles Brywort gebraucht wird, führt schon auf einen andern Begriff, als ihm hier untergelegt worden ist Ansitzung A n s Ans 1175 Ansehung der Finger. (Musik.) Die Art auf den verschiedenen Instrumenten der Musik, auf denen die Tone durch die Ansehung der Finger ihre Hohe und Tiefe bekommen, die Finger zu brauchen. Auf dem Cla- vier, der Orgel, der Violine, der Flöte, Hoboc, ist die Ansehung der Finger eine wichtige Sache, sowol um recht rein, als mit der gehörigen Fertigkeit, zuspielen. Es ist daher ein sehr nöthiges Ctük zu dem richtigen und vollkommenen Spielen, daß man sich die beste Ansehung der Finger angewöhne. Jedes Instrument erfodert darinn besondere Regeln, die man nur von den größten Meistern in der Ausübung erwarten kann. Guan; hat in seiner Anleitung zum Flotenspie- len seine Methode vorgetragen, und Zöar!) in seiner Anweisung zum Cla- vicrspiclcn hat dasselbe in Absicht aufi dieses Instrument gcthan, wozu lange vor ihm der ehemalige Organist des Königs von Frankreich Ccmperin ihm vorgearbeitet hat *). Es ist uns unbekannt, ob jemand den Liebhabern andrer Instrumente denselben Dienst geleistet habe oder nicht. Anfanger in der Musik haben um so viel sorgfältiger darauf zu sehen, sich die beste Ansehung der Finger anzugewöhnen, als es sehr schwer ist die einmal angenommene Art, wenn man sie unbequem findet, wieder abzulegen. Daher diejenigen, welche sich zu einer schlechten Ansehung gewöhnt haben, selten alle Stüke mit vollkommener Fertigkeit spielen können. -H- -H- (5) Die Ansetzung der Finger ist, von den frühern 'Schriftstellern der Neuem über die Musik, für nicht so wichtig, wie ') 17^>'l äe laudier ie clzvecin pzr Louxorin, Zi?sri5 1717. jetzt, und zweifelsohne deswegen für nicht so wichtig angeschen worden (wie man e» noch aus des Prsttorius Synrogm. B. 2. S. 44, abnehmen kann) weil man wieder so geschwinde spielte, noch in so schoeere Tonarten sich vertiefte, oder so sehr auf gute Manieren sah, als in den spLtern Zeiten. Für den Liebhaber der Gesch! chte der Musik wird es eine angenehme Beschäftigung seyn, zu vergleichen, /was Mattheson, in s. Organistcnprobe »(im stcn §. des 2ten Thls.) und in s. Klcüncn Gcneralbaßschulc (§. >i. der itenAufl.)>— Lambert, in s. Urinc. tle Llavcciir ( Lb. IX.)— Mitzler, in de» Anfangsgründen des Generalbasses — C. A. Huma- IIUS (Hartong) in s. lvlussc. rkeor. PI »K. Nürnb. >74S>4- (>u> 2ten Th.) — F.W. Marpurg, in s. Kunst das Clavier zu spielen, Perl. 1750. 4. — Wolf im s. Unterricht im sslavierspielcn (im ?ten Ab- schn. der 2tcn Aufl. Haste >784. z. ) m a. m. davon sagen. Joh. Nie. Tischte, in s. Sammlung anmuthiger Tla- vierstücke, Nürnb. hat die Fingcrordniung über die Noten gesetzt. — — Das von H. S. empfohlene Werk des Couperin ist,- übrigens, von Bach, in seinem angeführten Werke, §. 88- nicht eben, als das bessere, beurthcilt worden. Wegen der übrigen Instrumente, s. den Art. JusirumomaliimslL. — Anstand. (Redekunst.) Vie Ucbcreiustimmung der Stellung, der Gebehrdcn und der Stimme des Redners in einer Rede von gemäßigtem Inhalt, mit dem Charakter der Rede. Der Anstand hat blos indem gemäßigten Inhalt statt,- denn wo dieser heftig ist, mnd starke Leidenschaften zum Grunde hat, daß der Vortrag feurig wird: da wird der vollkommensten Uebcreinstimmung des Vortrags mit dem Inhalt nie. mals der Name des Anstaudes gegeben. Er bleibet dem gesetzten Wesen 176 Ans sen und einer ruhigen Gemüthsver- faffung eigen. In einer Rede von ernsthaftem Inhalt zeiget sich der Anstand in einer ernsthaften und ruhigen Stellung, in maßigen Bewegungen, einer männlichen und etwas langsamen Stimme, und einer geraden Kopfstellung und etwas niedergezogenen Augcnbrahmen. Ist der Inhalt vergnügt, aber von gemäßigter Freude; so bestehet der Anstand in einer maßig muntern Stellung, in angenehmen und sanften Bewegungen des Körpers, in einem etwas mehr aufgerichteten Kopfe, offenen und fröhlichen Vliken, und einer angc- mchmen hellen Stimme, llcberhaupt siltd Bescheidenheit, Mäßigung der Stimme und aller Bewegungen, die wesentlichsten Stüke des Anstandes: hingegen hebt alles weit getriebene und heftige den Anstand auf Eine stille Größe, die uns bestandig in einer ruhigen Fassung laßt, und alle Aufmerksamkeit, ohne die geringste Zerstreuung, auf das Wesen der Sache heftet, machet die Vollkommenheit des Anstandes aus. Daß der Anstand eine große Kraft auf die Gemüthcr der Zuhörer habe, ist eine bekannte Sache; aber sie wird nicht allemal in genügsame Ueberle- gung gezogen. Der Mangel desselben vermindert die Würkung der Rede so sehr, daß er sie beynahe ganz aufhebt. Eines der vornehmsten Mittel, den Anstand im Reden zu erreichen, ist die Sicherheit des Redners. Wenn er seine Rede mit der besten Sorgfalt so ausgearbeitet hat, daß er sich ihrer versichern kann: so crwekt dieses ein Zutrauen auf seinen Vortrag: dieses aber überhebt ihn aller angstlichen Bestrebung; es läßt seine Seele in der Ruhe, die dem Anstand wesentlich ist. Wenn aber der Redner in die Stärke seiner Vorstellungen ein Mißtrauen setzet, alsdenn sucht A n s er die ihr mangelnde Kraft durch den Wortrag zu ersetzen; er will mit Stimme und Gebehrden die Würkung erzwingen, und verlieret darüber den Anstand. Der Redner bedenke allemal, daß die Hauptsache der Rede in der Materie liegt, und daß der Vortrag sie nur verstärkt, aber ihren Mangel niemals ersetzet. Deßwegen vermeide er die unnützen Bestrebungen, seinen Worten durch den Vortrag eine Kraft zu geben, die ihnen mangelt. Der Pantomime, der kein ander Mittel hat, verständlich zu seyn, als die Gebehrden, muß darum die ganze Kraft der Vorstellung setzen; der Redner aber muß dadurch eine schon vorhandene Kraft blos unterstützen. Große Fehler gegen den Anstand sind, eine übertriebene Stimme auf einer Seite, und eine ganz nachlaßi- ge auf der andern; ein zu schneller Vortrag schadet ihm mehr, als wenn er zu langsam ist. Am allermeisten aber schadet ihm die Unbcschciden- hcit des Redners, wenn er seine Zuhörer mit dreisten Blicken gleichsam mustert, oder zu seiner Bcwundrung auffodcrt; wenn er einen zu freuen oder gar kühnen Ton annimmt. Der Anstand will, daß der Redner seine Sache, und nicht seine Person sehen lasse; daß er bescheiden und gerade vor sich hin sehe, und wenn es nö- thig ist, sich sanft und bescheiden gegen eine andre Seite hinwende. Doch muß er auch nicht zaghaft seyn, sondern ein maßiges Zutrauen in seine Vorstellungen von sich bliken lassen. Er muß seine Zuhörer als eine Versammlung ansehen, welcher er Hochachtung schuldig ist, aber nicht als unerbittliche Richter, die ihn ungehört vcrurtheilcn. Ein angehender Redner, der die- sts wol und ernstlich überlegt, wird bald zu einem gewissen Anstand in seinem Vortrage kommen. Aber die Vollkommenheit desselben ist vielleicht der A n s A N s »?7 der schwerste Theil dessen, was zum Vortrage gehört. Von dem Anstände, als einem Theilc der rednerischen Aeiion, wird in allen, über diese geschriebenen Werken, gehandelt. Ausser dem aber, was Cicero (äo vrsr. III. 56 u. f. Dp. V. 1. p. 494. äiä. Lrn.) und Quintilian (li.il-. XI. z. S. ;6c>. Lei. L.) davon sagen, erörtern folgende Werke jenen Gegenstand besonders; In lateinischer Sprache: dlic. lüikchjini Xlerkiockus cieclsmaiuli, 7^r- gcnr. i6s6, 8."^ Dust. Lrekollii. . . . De perkeöta oracoris T^ktiono er pro- nunriarione, Dih. III. Innrer. 1620. 4. — T^klio Draroris, I. 709.8. Das Werk ist, bekannter Maßen, von dem resoruiirlcn Prediger, Mich, le Laucheur; und Conrart verbesserte nur den Swl, und gab es heraus. Es hat noch jetzt seinen Werth, und ist von den folgenden Schriftstellern über diese Materie, sehr benutzt wordcv, —» stftai lur Erster Theil. les bienleances oraroires, /Vinft. 175z. 8. o V. (von Ebm. Mästet f 1755) — K'eloqucnce ciu corps, oukaÄivNllu kreäicareur, ?ar. 1762. 12. (von Jos, ANt. Oinouart.) Uebrigens will ich hier noch bemerken, daß die, von H. v. Murr, in s- kihlioriicca rkecorica, in dem 20WN Kap., welches die Schriften De ablions cc pinnunciarinne enthält, (S. 174. des uten Th. s. Journals zur Kunstgesch. und Litteratur), angezeigten IleHex. Lur keloqucnce eics ^reckica- reurs, p. Ickr. T^rnauä, I^sr. 1695. 12. nicht ein Wotl von der rednerischen Handlung, und von dem rednerischen Vortrage enthalten, sondern wider die, von Phil. Goibaud Dubois, in der Vorrede zu s. llebcrsctzung der Reden des H. Augustin, har. 1694. 8. 2 B. geäußerten Meynungen über die geistliche Beredsamkeit gerichtet sind; und daß die, von ihm, cbend. S. 176. angeführte Schrift (dcS Jesuiten Rapin) Du granä er ciu kul-li- ine cians los inoeurs» svcc quelques vl-kervar. lue keloquence cles l-ienkssn- ces, ?»r. 1686.12. eben so wenig hic- hcr gehört. Das crstere ist, bekannter Maßen, nichts, als eine jesuitische Wendung, um den Präsidenten kamoignon, und Turenne, Conde' und Ludwig den igten zu loben z und die Dl-kervacionr, welche eigentlich die Grundlage des er« stern sind, handeln nur von den tuen- fesnces der Rede selbst, als worunter der Jesuit die Rücksicht auf Zeit und Umstände, oder die vollkommene Ucbereinstim- mung zwischen dem, was der Redner, und den Ausdrücken mit welchen er cS sagt, versteht. — — In englischer Sprache: liulcs kor kpcaleing anck Tiklion, in s Deccer ro 2 Krienci, Donci. (5. g.)Z.— Thc Arc oklpczleing, Don. r-iininz I. 7^n Lllaz- in wi-ick are gi» vcn rulcs kor exprelling pruperlz- rks principal pallions anä huinours, wkich. occur in rcasting, or pulzlile kpe». Icing .... Dvnck. 1762. und 176z. F. — ^n lilla^ couaräs poinring ouc in 2 ktrorc anck plain merkock, rke clo» que-ncs »ncl »ikion proper kor rds M pulpir« 178 A N s pulpic, I-onll, »765. 8< Ä» deutscher Sprache: Oer, von Natur, und nicht von angemaßten Affectcn liebe lichc und angenehme Prediger auf der Kanzel, von Joh. PH. Zippel, Fest. 170-.8. — Regeln von dem äußerlichen Vortrage in der Redekunst, in dem Bremi» scheu Magazin, B. >. St.-. S. z-19. (Sic sind, meines Wissens, aus dem Englischen, aber ich weiß nicht, aus welcher Schrift, gezogen)— Joh. Friede. Löwcns, Grunds, von der Beredsamkeit des Leibes, Hamb. >755. g. Auch wird noch, in den Anweisungen zu der Redekunst überhaupt, als in den Urincipez pour 1a leökure 75Z- 8- z B. (im 6tcn Buche) — in, Lawsons h.eJurez, I.onci. 1759.8. (in der--tcn Vorlesung, S. 260 der deutschen llcbcrs.) — in Gottscheds Redekunst (im i8ten Hauptstück, S. Z82. der ztcn Aufl. u. a. m. davon gehandelt. — Wegen mehrerer hichcr gehöriger Schriften, s. den Art. Vortrag und Stellung. A n st a n d i g. (Schöne Künste.) Aie Uebcreinstimnmng des Zufälligen in sittlichen Dingen, mit dem Wesentlichen derselben. Jede Ucber- cinstimmung des Anfälligen mit dem Wesentlichen ist eine nothwendige Eigenschaft der Werke des Geschmaks; sie vermehrt ihre Vollkommenheit, und das Gegentheil hat allemal etwas unangenehmes: in sittlichen Dingen aber ist diese Uebereinstim- mung um so viel nothwendigcr, da das Gegentheil anstößig ist. Es ist darinn, was das liebliche (il oosin- me) in den Gebrauchen und Moden ist. Die Fehler gegen das liebliche streiten gegen die zufällige Wahrheit unsrer Vorstellungen; aber die' Fehler gegen'das Anständige beleidigen unsre Empfindungen, und sind darum um so viel wichtiger. Der Mahler, welcher beys der. Einsetzung des A n s Abendmahls unter der Tafel einen Hund und eine Katze vorstellt, die sich um einen Knochen zanken, er- wekt zufällige Empfindungen, welche der Ernsthaftigkeit der Hauptsache ganz zuwider sind und sehr anstößig werben. Eben so anstoßig ist es, wenn bey ernsthaften Handlungen, Personen von possirlichem Wesen, Kinder die mit Hunden spielen, oder diese Thiere, welche die Scene verunreinigen, mit eingeführt werden; wie dieses vielfältig von unbedacht- sameit Mahlcrn geschehen ist. Ungeachtet dergleichen Fehler gegen das Anstandige meistenthcils von den Mahlern begangen werden, so sind die andern Künste gar nicht srey davon. In der Baukunst sieht man oft christliche Tempel mit Zierrathen des heidnischen Gottesdienstes, oder Häuser gemeiner Menschen mit Tro- phecn behängen; Gebäude von einem ernsthaften Charakter, mit Verzierungen der ausschweifendsten und wollüstigsten Einbildungskraft. Auch große Dichter fallen bisweilen in diesen Fehler. Ein Beyspicl davon gicbt uns Milton, der dem erhabensten Wesen eine Sprache in den Mund legt, die einem finsicrn Schul- theologen besser anstünde, wie Pope sehr richtig angemerkt hat. Von dem Unanständigen der geistlichen ? Redner, sowol in Sachen, als in ! Worten und dem ganzen Vortrag, ' bedürfen wir keiner Beyspiele, deren i eine Menge jedem Menschen von Ge- schmak bekannt seyn müssen. Das Anständige wird nicht blos durch Vermeidung des Unanständigen erhalten, obgleich auch hier die Anmerkung des Hoog) gilt: Virrus cft vicio csiuisse. Es muß sich durch Einmischung so vollkommen übereinstimmender Zufälligkeiten bemerken lassen, daß die Würkung desselben lebhaft empfunden wird. Die- A n s Dieses geschieht, wenn durch das Zufällige die Würkung des Wesentlichen verstärkt wird, welches die bloße Vermeidung des Unanständigen niemals thut. Einen solchen Erfolg hat es, wenn es dein Künstler gelingt, durch das Zufällige eine unerwartete Empfindung zu crweken, die mit der, worauf das Wesentliche geht, übereinstimmt; denn dadurch bekommt unsre Aufmerksamkeit eigen neuen Stoß, welcher uns das Ganze lebhafter macht. Eine solche Würkung thut ein zufälliger Umstand in einem Gemählde von Raphael, welches die Anbetung des Heilandes von den Hirten vorstellt. Einer dieser geringen, dem Ansehen nach der einfältigste und schlechteste, welcher sich kaum getraut nahe heran zu treten, bezeuget seine Ehrfurcht dadurch, daß er seine Mütze abnimmt. Dieses ist vielleicht gegen das Uebliche; aber für diese Personen von der größten Anständigkeit, und thut die beste Würkung auf das Ganze. So wissen Künstler von glüklichem Genie und gründlicher Veurthcilung dem Wesentlichen zufallige Dinge an die Seite zu setzen, durch welche sie den Ausdruk verstarken, indem sie das höchst Anstandige dabey beobachten. Einige Neuere haben an den Alten manches unanständig geftmden, was keinem von den Alten anstößig gewesen. Das heftige Betragen einiger Helden der Jlias gegen andere, scheinet vielen unanständig, weil sie es nach unfern Sitten, nicht nach den Sitten jener Helden bcurtheilen. Eben dieses Urtheil mnß man von der höchst unanständig scheinenden Vermahnung des Nestors fallen, die wir in dem Artikel über die Aken angeführt haben. Es streitet keines- weges gegen die Art der Sitten, welche durch die ganze Jlias zum Grund aller Vorstellung gelegt worden. Das Betragen dcsHerkuIesindemZrauer- A « s 179 spiel des Cnripides Alcestis, da er in dem Hause des .Adrastus, zu der Zeit da dieser in der höchsten Trauer war, munter zecht, ist nicht ganz anständig, wiewol doch verschiedenes zu dessen Vertheidigunz kann gesagt werden. Nur Künstler von großem Verstand erreichen das Anständige überall ; denn das bloße Genie ist dazu nicht hinreichend. Homer ist der größte Meister darinn. Vermuthlich ist es beßwegcn, daß Horaz ihn denjenigen nennt, qui nii molirur in- epte. Denn in Wahrheit, man findet ben der unendlichen Menge der Gegenstände, die er beschreibt, nicht nur nichts unanständiges; sondern alles, bis auf die kleinsten Ncren- umstande, ist immer so, wie es scyn mußte. Dieses gehört unstreitig mit zum Höchsten der Kunst. Und da eine starke Beurtheilungskraft vielleicht seltener ist, als ein starkes Genie: so ist die völlige Beobachtung des Anständigen in Werken der Kunst seltener, als irgend eine andre gute Eigenschaft derselben. Etwas weniges von dem, was diesem Artikel fehlt, ist in dem loten Kap. von Hvmc's dilemenrz ob Lriricizm (Vol. l. S. zzo u. f. Ausg. von 1769) und in Hrn. Riedels Theorie der sch. K. und W. in dem XIV. Abschnitt (S. 24z) zu finden. — Ucbeigcns scheint H.Sulzer durch die angenommene Erklärung der Schule von dein Anständigen, verleitet worden zu seyn, Dinge für zufällig zu erklären, die dieses, in Rücksicht auf den bloßen Begriff von der Sache, bcy welcher er sie als zufällig angiebt, oder auf die Eräugnung derscl« den in der wirklichen Welt, frcylich seyn, die hjcr frcylich wegfallen oder bleiben, so, oder anders seyn können, welche aber in der Kunst kcineswcges mehr zufällig sind. Die Gründe dieser Behauptung liegen in dem Begriffe von Kunstwerk, welcher dem H. S. vielleicht nicht bcy Aus- M 2 arbei- ixo Ans arbeitung eines jeden Artikels, ganz gegenwärtig gewesen ist; aber bis auf welchen die Sache zurück zu führen, mir der Raum nicht erlaubt. An einem Beyspiclc will ich indessen die Richtigkeit der obigen Bemerkung zeigen. H. Sulzcr stellt den, bei) der Anbetung der Hirten von Raphael, in der Entfernung befindlichen, einfältigen Hirten, welcher seine Ehrfurcht, durch Abnehmung seiner Mütze, bezeugt, als zufällig dar; und allerdings läßt sich eine Hirten-Anbetung in slzllr-ckio denken, und kann auch eine solche Anbetung in der Natur sich cräugnct haben, ohne daß dieser Hirte, und auf solche Art, dabey gegenwärtig gewesen wäre; allerdings erfordert die Begebenheit allein diesen Hirten nicht; er kann wegfallen, oder da bleiben; allein, welcher große Künstler, oder Dichter, stellt denn dar, blos um darzustellen? Welchem ist denn Darstellung Zweck? Und nicht vielmehr Mittel? Mittel, alle die Vorstellungen und Empfindungen zu erwecken, welche eine solche Begebenheit in der Natur erwecken kann? — Hierauf arbeitet er los; dieses ist sein Zweck; und diesen Zweck kann er nicht erreichen, ohne sein Werk der Wahrheit, der wahren Natur, so nahe, als möglich, zu bringen, ohne ihm den höchsten Grad der Täuschung zu geben, ohne es so individucl, als möglich, zu machen. Kein Ding in der Natur cräugnct sich aber, ohne daß nicht Umstände es begleiteten, welche, in Rücksicht auf die Eräugnung, oder auf das Ding selbst, frevlich gleichgültig sind, welche frcylich, diesen unbeschadet, da scyn, oder wegbleiben könnten, und welche, in so fern also, zufällig heißen, die aber auch schon in der Natur die Wirkung desselben modifici- ren und bestimmen. Ein und derselbe Baum, allein, oder mit mehrcrn, mit gleichartigen, oder mit ungleichartigen, auf diese oder auf jene Art mit ihnen gepaart, so, oder anders beleuchtet, auf einer dürren Haide, oder auf einer blühenden Wiese befindlich, u. f. w. wirkt jedesmal)! anders aus den Beschauer; und, obgleich die eigentlich anbetenden Hirten, allein, uns für fiel) betrachtet, ver- A n s mittelst des Dascyns dieses Blöden und Einfältiger», keinen ansern Eindruck machen, nicht «nOers wirken: so wirken sie, vermittelst desselben, doch tiefer; das heißt: so scheint das Gcmähldc um desto ehe die wahre Begebenheit darzustellen. Dieser Hirte ist also, für das Rünsilcr-Ganze, kcincswegcs zufällig, kann keincswcges wegfallen oder dableiben, so wenig er auch zu dem Natur-Ganzen der Begebenheit erforderlich ist; er ist, zur Wirkung des erstem schlechterdings noth- wendig, folglich sehr wesentlich. Ohne ihn hätte daS Gcmähldc nicht das Anschn der Wahrheit, welches gegenwärtig es hat. Und nicht blos dieses, sondern auch der Reiz der Mannichfaltigkcit, oder Abwechselung, welchen es durch diese Gc- genstellung der Figuren, durch diese Verschiedenheit des Ausdruckes der Ehrfurcht, erhält, würde, ohne diesen Hirten, ihm mangeln; es würde einförmig erscheinen. Blos anstanvig aber wird es dadurch gar nicht. Man sieht leicht, wohin dieses weiter führt, und daß dadurch kei- neswegcs unschicklich gewählte Ncbenum- ständc, wie die in eben diesem Artikel angeführten Hund und Katze sind, in Schutz genommen werden; denn nicht von diesen oder jenen, sondern von solchen Ncben- umstckndcn (wie wir sie in der Natur nennen, aber billig in Kunstwerken nicht immer nennen sollten) von solchen Ne- bcnumständcn überhaupt, sage ich, ist die Rede. — — Da falsche, oder unbestimmt und falsch ausgedrückte, Begriffe, nirgends, und am wenigsten in Theorien, gelitten werden sollten, weil sie den größten Thcil des Nutzens, welchen diese noch haben könnten, geradezu vereiteln: so habe ich, diese Anmerkung mir zu erlauben, kein Bedenken getragen. Man kann zugleich daraus sehen, wie schief und schwan, kend und einseitig das Raisonnemcnt über die Künste ausfällt, wenn man Begriffe ans der Schule gänzlich auf sie anwenden will, llebrigcus verlange ich hierdurch gar nicht den Artikel gänzlich berichtigt, oder vollendet zu haben; dazu gehörte ein ganz eigener Artikel. — Anstößig. A n s Anstößig. (Schöne Künste.) M?an braucht dieses Wort gemeiniglich, um dasjenige anzudeuten, was den sittlichen Grundbegriffen entgegen ist; es schiket sich aber eben so gut, einen in der Theorie der schonen Künste wichtigen Begriff auszubrüten, für den man noch kein Wort angenommen hat. Es zeigen sich nämlich in den Werken der Kunst bisweilen solche Fehler, die den noch« wendigsten Grundbegriffen entgegen sind, die man dcßwegen mit dem Namen des Anstößigen belegen kann; solche Fehler also, über welche niemals ein Zweifel entstehen kann, weil sie geradezu dem entgegen sind, was jedermann erwartet. So ist es in einem Gebäude anstößig, wenn eine Säule, die nothwendig senkrecht stehen muß, überhangt; oder wenn ein Boden, der nothwendig wagerccht liegen sollte, sich senkt. So auch in andern Sachen ist das Anstößige allezeit dem Wesen der Sachen gerade entgegen. Es geschieht öfterer, als man es vermachen sollte, daß Künstler das Wesen der Sachen aus dem Gesichte ver- liehren, und alsdcnn mit Zuversichtlichkeit ganz anstößige Sachen zulassen. Am öftersten trifft man dieses in der Baukunst an, wo auch gute Baumeister die wahre Natur, oder die ursprüngliche Beschaffenheit einiger Sachen aus der Acht lassen. Daher kommt es, daß man so oft das, was seiner Natur nach ganz ist, gebrochen, was nothwendig gerade seyn sollte, krumm, was stark-seyn sollte, schwach macht. Gebrochene Giebel, verkröpfte Gebalke, Säulen oder Pfeiler, die nichts tragen, oder von nichts getragen werden. Am meisten kommt das Anstößige in den Verzierungen vor. Man verwandelt Stürze über Caminc, die nothwendig einGebalkc vorstellen müssen, Ans ißi !n zwey gegen einander laufende Schnürkcl, die in der Mitte durch eine Muschel, oder auch wol durch Eiszapfen mit einander verbunden sind, und man laßt Lasten auf Laubwerk ruhen. Aber die Baumeister sind nicht die einzigen, die in das Anstößige fallen. Man trifft es auch in andern Kün- sten an. Die Mahler drangen oft eine Menge Personen in einem Raum zusammen, wo sie schlechterdings nicht Platz haben können; sie bringen Licht dahin, wo es unmöglich hinfallen kann; sie zeichnen Figuren in unmöglichen Stellungen. Dahin gehören auch alle Fehler gegen die Perspektive, weil sie alle dem noth- wendigen entgegen sind. In den Schauspielen trifft man das Anstößige oft an. Plamus versetzt seine Zuhörer bisweilen ans Athen nach Rom, oder laßt sie vielmehr zu gleicher Zeit an Heyden Orten seyn; auch ist oft eine handelnde Person zugleich der, den er vorstellt, und auch das, was er würklich ist, ein bloßer Comödiant. So ist es anstößig, wenn Sachen, die schlechterdings Geheimnisse seyn sollen, laut ausgerufen werden; wenn in Selbstgesprächen die Personen das Wort an die Zuschauer richten, wodurch sie zugleich allein und doch auch in Gesellschaft sind; und überhaupt wenn der Schauspieler, es scy wenn es wolle, geradezu, oder durch Seitenblicke, die Zuschauer angaffet. Das Anstößige gehört unter die wichtigsten Fehler, besonders dcßwegen, weil es die Täuschung, die so oft der vornchmste Grund Vergüten Würkung eines Werks ist, ganzlich zernichtet. Es beleidigetdieVorstcl- lungskraft so sehr, daß man gezwungen wird, das Auge von dem beleidigenden Gegenstand wegzuwenden. So wie bisweilen ein einziger kleiner Spaß -eine sehr ernsthafte Sccne lagst Z cherlich IZ2 Ant cherlich machen kann: so kann auch das Anstößige, in einem einzigen Thcilc, die Würkung eines sonst guten Werks völlig aufheben. Gcschikrc Künstler fallen blos aus Unachtsamkeit in diesen Fehler, den sie also durch eine strenge Aufmerksamkeit auf die Natur jedes cinzelen Tbeiles ihrer Werke leicht vermeiden. Wer nur auf die Würkung des Ganzen siebt, und sich die Mühe nicht gicbr, jeden einzeln Theil in besondere Aufmerksamkeit zu nehmen, kamt leicht darein fallen. Antik. (Zeichnende Künste.) , t so wie von Münzen. Von Gebäuden sind in Griechenland und Italien die wichtigsten Ueberbleibsel. Wer das Glük nicht hat, die Originale selbst zu sehen, der muß sie wenigstens in Abgüssen und Zeichnungen studiren, wiewol diese letztern insgemein wenig von der Schönheit und dem Großen der Originale haben. DieA.lppertschcSammlung der Abgüsse geschnittcnerSteine ist daswich- tigste/was jeder in dieser Art haben kann. Und es ist sehr zu wünschen, daß.jemand zum besten der Kunst solche Abdräke der besten antiken Münzen Machte. Die antiken Gebäude kann man aus des (Loders und des Herrn tc Roi Zeichnungen; die Statuen aus 2biscl?ops, van Dalcns, Heriers und Preifilcrs .San'.iulungcn derselben kennen lernen. Von geschnittenen Steinen hat Herr Mariette die größte Samm- kstng herausgegeben, und die für-, lahmsten Steine, auf denen die Namen der Künstler eingegraben sind, hat Herr Srosch durch seine Beschreibung und Kupfer bekannt gemacht. Die antiken Gemählde kann man ans den Kupfern von den im Herkn- ilano gefundenen Gemahldcn und aus der Sammlung kennen lernen, die der Herr Graf von Caylus herausgegeben hat. - Die Werke der Alten überhaupt sind in sich sehr unterschieden an Güte und Bedeutung (Ausdruk), aber nicht an Geschmak. Es sind drei) Hauptclasscn der alten Denkmale: nämlich in allen Statuen, so uns übrig geblieben, sind drei) unterschiedene Grade der Schönheit. Die geringsten unter diesen haben allemal den Geschmak der Schönheit, aber nur in den unentbehrlichen Theilen; die vom aitdern Grade haben die Schönheit in den nützlichen Theilen; und die vom höchsten Grade haben sie von dem Unentbehrlichen an, bis auf das Uebcrfiüßige, und sind deß- A n k wegen vollkommen schön — die schönsten vom höchsten Grade sind der Laocoon und der Torso vom,Bcl- vedere; die schönsten vom andern Grade der Apollo und der Gladiator von Dorgbeso; vom dritten aber sind unzählbare'). Das Studium der Antiken wird nicht nur von allen großen Kennern der neuern Zeit, für den nothwen- digsten Theil der Bemühungen eines Künstlers gehalten; die größten Künstler selbst, Raphael und Michelangelo, sind dadurch zu der Größe gekommen, die wir an ihnen bewundern. Dieses macht alles, was zur Empfehlung dieses Studiums noch könnte gesagt werden, übcrfiüßig. Diejenigen, welche über den vorzüglichen Werth der guten Antiken noch .einigen Zweifel crwckcn möchten, sind iyt so durchgehends überstimmt, daß die Nothwendigkeit dieselben zu studiren, um den wahren Geschmak des Schönen zu bekommen, als ein Grundsatz anzusehen ist. Aber auch dieses Studium kann seichten .Köpfen nichts helfen. Es kömmt hier nicht auf die Umrisse und Verhältnisse, sondern auf den Geist an, der im Antiken liegt. Diesen zu cntdeken, muß man sich vor allen Dingen bemühen. Wessen Geist nach öfterer Betrachtung der besten Antiken, nicht in Entzükung gerath; wer nicht in dem sichtbaren derselben unsichtbare Vollkommenheit fühlt, der lege die Reißfeder weg; ihm hilft das Antike nicht. Man kann freylich zugeben, daß sowol von alten als neuen Kennern manches, was sie von der Fürtreff- lichkcit des Antiken sagen, übertrieben sey. Es ist zu fühlen, daß nicht alles, was plinius von dem Paris des Euphranors sagt, wahr seyn M 4 könne, Gedanken über die Schönheit unh "über den Geschmak in der Mahlccch. (von Mcngs) S. 7S. 8«. 184 A n t A n t könne 4), und man braucht eben nicht mit divebb gar alles IN den Beschreibungen der Alten buchstäblich zu nehmen ^'). Es bleibt allemal an den noch itzt vorhandenen Werken genug für unsere Bewunderung übrig. Da vorausgesetzt werden kann, daß Winkelmanns Schriften, darinn alles, was hicher gehörte, enthalten ist, sich in jedes Künstlers und Kenners Händen befinden: so kann alles übrige, was hievon zu sagen wäre, übergangen werden. Die, von H. Sulzcr, vorzüglich, und mit Recht, zur Kenntniß des Gei- sreü und der Geschickte der Antike empfohlenen, hicher gehörigen Schriften Winkclmanns sind folgende: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Mahlerc» und Bildhauer, kunst, Dresden >754- 4. Sendschreiben über die Gedanken von der Nachahmung... und Erlcluterung der Gedanke» von der Nachahmung .. . bei! der oten Aufl. des erster» Werkes, Dresden 1756.4. Franz. Par. 17S5. 4. und in dem gten B. S. -85 der Vsriörez liccee. Englisch, tond. >766. 8. Auch sind sie, italienisch, vorhanden. Erinnerung über die Betrachtung der Werke der Kunst; von der Grazie in den Werken der Kunst, Beschreibung des Torso im Bclvederc zu Nom, und Anmerkungen über die Baukunst der alten Tempel zu Girgenti in Sieilien, im 5ten B. der Bibl. der sch. Wissensch. S. > u. f. und S. --z u. s. Anmerkungen über die Baukunst der Alten, keipz. 176-. 4. Ge. schichte der Kunst des Altcrthumcs, Drcs- den 176-. 4. mit K. und Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Altcrthumcs, ebend. >767. 4. Neue Ausg. jener, mit Einwebung dieser, Wien 1776. 4. (sehr übel gerathcn) Italienisch, von S. die im Art. Allegorie angeführte Stelle hievon. S. Ingusr^ inro tke IZeaukiez «k?»inttNF. dem Abt Amoretti, Mepl. 177?. 4. -B. Von E. Fea, Rom 178?—>784 .4. zB. (Mit den Winkelmannschcn Schriften über die Baukunst, und einigen s. Briefe, so wie mit vielen Anm. und vorgeblichen Verbesserungen, und Abhandl. des llebcrs.) Franz. nach der ersten Ausgabe, von Sellins und Robinct, Par. >766. 8- - Bd. Dvcrd. 1784. >-. 0 B. Vollständig von M. Hubcc, mit neuen Kupfern, Lcipz. >78>. 4. z B. (bis jetzt die bcßte Ausg. des Werkes) Mit Anmcrk/ aus den ital. Uebers. in der prächtigen Ausg. der Oeuv. llo ?vl. VVincleelmonn, llse. 179-:. 4. 7 B. niit -50 Kupfern (in welcher, nächst Winkelmanns Schriften, überhaupt alles, was überfeine Werke, und, bcy Gelegenheit derselben, geschrieben worden, zusammen gerast ist.) — Zu richtiger Bcur- thcilung des Geschichtlichen dieses Werkes gehören: T. G. Heyne Berichtigung und Erläuterung der Winkelmannschcn Geschichte der Kunst des Altcrthumcs, im >tcn Bde. der deutschen Schriften derGöt- tingschen Socictät, Gött. >771. 8- EbcnH Abhandlung über die Künstler-Epochen bey dem Plinius, in s. Antiquar. Aufsätzen, Leipz. >788.8. >tc Samml. S. >65 u. f. womit ich zugleich Ebendess. Lobschrift auf Winkclmann, Cassel >778. undim >tcn Bde. der kitterar. Chronik Bern >785.8- S. 1 u. f. verbinde -- G. Ephr. kessln gs Anm. zu W. Gesch. der Kunst, in der Berliner Monatsschrift, Jun. 1788. — Auch ist meines Wissens die „Geschichte der Kunst im Auszüge von Joh. Andr. V. Bcrgsträßer, Han. >77-. 4." aus Winkelm. Werk genommen. -- — Ausser diesen sind von den, über die Geschichte und die Eigenheiten der Kunst des Altcrthumcs überhaupt geschriebenen, mir bekannten Werken, die merkwürdigsten: ?ionc, Innü De ?i6iur.a Verse. Illiz. III. .4mltel. >6zp. 4. Verm. mit dem Verz. der alten Künstler, und ihrer, von Schriftstellern, angeführter Werke, Rotterd. 1694. L. Engl, nach der iten Ausg. kvnd. >6z8. 4. Deutsch, eben so, Bresl. 1760. 8. (Das Werk handelt ei, gcntlich nur in so fern von der Mahlerc» der A n k Anc der Mm, als die, in den griechischen und römischen Schriftstellern, bis auf die Kirchenväter herab, befindlichen, von der Mahlerep handelnden, oder darauf anwendbaren Stellen, darin gesammelt, und unter gewisse, mehr auf die Theorie, als die Geschichte der Mahlerep zweckende, Rubriken, gebracht worden sind. Ohn- streitig ist das Verzeichnis der nützlichere Thcil des Werkes; und es ist daher unbegreiflich , warum cS, bcv der deutschen llcbersetzung mangelt.) — Oissoire 8es TVrcs czu! onorapporr au 8ci5e!n, cliv. cn III. livrcs, ou it cid eraire 8e Icur origine, 8c Icur progrcs, 8c Icur chuce er 8e Icur reralalilLemenr z>. där. (picrre) Tckonicr, par. 1698-8. >7<>5- 12. Englisch, Lond. 1699. 8. (Enthcllt mehr allgemeine Occlamation, als eigentlichen Unterricht; wenigstens lehrt es keine der Wesenheiten der alten Kunstwerke kennen) — k8!8o!re cle la pcinmre an- cicnne, excraire 8s l'Oilloirc naru- reite 8s plins, avec ie rcxre larin, corrigs lue les ^s88. 8c Vollius er 5ur la Premiers s8icion 8e Vcnils, er rracl. en tranc. p. O. O. (Oav. Ou- rsn8) Oon8. 1725 .5.— Vrearile on anclcnr painrin«, conraining Ol>5er- varions on rkie r!5c, proZrcis an8 8s- cline c>5 rlrar ^,rr amongll rlic Greslcs an8 Kornaus... l>v L.1'urnl>ulI,Oon8. 1740 .5. mitK. (Auch Turnbull warnicht Kunstkenner; indessen gewährt sein Werk, meines Bedünkens, noch immer mehr Unterricht, als Winkelmann, bekannter Mas. sen, ihm zuschreibt.) — Verschiedene Zinssätze des G. v. Caylus, in den kckem. 8e 57scs8cmie 8cs In5cr!pr. er Iielles I^ecrrez, welche, deutsch, durch H. Mensel, mit dem Titel: Abhandlungen zur Geschichte und zur Kunst, Altenb. 176« — 1769. 4. - B. gedruckt worden sind. (Obgleich der Gr. Caylus selbst Künstler war: so scheint ihm denn doch die Meiere Einsicht in das Wesen der Kunst, und in das, was sie wirklich vermag oder nicht vermag, und worauf sie gerichtet sciin sollte, gemangelt zu haben.) — Entwurf einer Geschichte der zeichnenden schönen Künste, »on O. Ant. Friede. Büsching, Hamb. 1781. 8. (Zum Unterrichte in Schulen geschrieben) Pcckcrclies 5ur I'ori«inc, I'elprir, sc les propres 8es ^rcs 8c I» Grece, 5ur Icur counektion svec ics ^Zrrs er la pcligiou 8cs anc. zicuplc?! 8c 5In8e, 8e la Pcr5e, 8u rcllc 8c 1'^.ssc, 8e ppurope er 8c l'pg^prc, Oon8r. 1785. 4. mit Jnnbcgriff dcS Supplements, z B. und 85 Kpft. — Ostia parria 8egli ^rci 8c1 Oi5sAno, 8el Lourc st. k. GIrcrar8 8'>Vrco,Orcm. 1785. 8. (OaS Buch enthcllt nichtsmcrk- würdigcs, als daß der V. den Ursprung dieser Künste in Italien findet.) Auch gehört, im Ganzen, noch hieher, I7)s,nr!czu!rc expli^uec er rcprelenccc cn pigurc« . . p. O. Pcrusr8 8e ö8onr5aucon, lat. und franz. par. 1719 — 1724. 5. mit Jnnbcgriff der Supplemente, 15 Th. mit Kupf. Neue Aufl. cbcnd. 17--. 5. In einem deutschen , und lat. Ausz. Nürnb, 1750 und 1756. 5. (Bekannter Maße» war es dem Verf. nicht so wohl um Erklärung der al. ten Kunstwerke, als um Erklärung der Religion, Sitten und Gebräuche des Al- tcrthumcS, zu thun; die zahlreichen, bc» s. Werke befindlichen Abbildungen von Al- tecthümcrn sollten also eigentlich blos Erläuterungen dessen sepn, was er über jene Gegenstände sagt. Als bloße Kunstwerke hat er sie nie betrachtet.) — Os I'ori- Aine 8cs Ooix, 8ez T^rrz cc ässLcien- ccs clie? Ics anc. pcuplcs, psr. 1758. 47 Z B. 17 58- 12. z B. Von Ant. Dvcs Goguet; deutsch von G. C. Hambcrger, Lemgo 1760. 4. z B. Ferner enthalten Erläuterungen der Kunst der Alten überhaupt, oder cinzcler Kunstwerke, oder führen doch zu der Kenntniß derselben im Allgemeinen: Gom- menr. 8e lculprura, Gaelacura «cm. 5culprurs cr piÄura Tsnriquorum, der ztc und 4te Th. von Ou8. Ocmouriossi (kcäonr-stollcu) Gallus Pumas bllohies . . Pom. 1585. 4. bc» der Daetylio- thek des GorläuS, Antw. 1609. 4. he» dem Vitruvius dcS Lact, Amst. 1649. 5. und im 9tcn B. S. ?77 des Gronovschen M 5 The- ,86 Ank A n t Thesaurus. biellex. für k Point. et für 1a fculprnre cicz 77nc. be» dcn Ol>- ».fcrvar. für les /inriguices äckfercnlz- »um, P. däh/l. Lnckin et klellicarä, p->r. 1755. '2. mit K. — Aus des H. v. Hagedorn Betrachtungen über dieMah- lerey, die VI. und Vll. über las, was ' Antike ist, was sie lehrt, wie ihre Schönheit mit der schönen Natur zu verbinden ist, u. d. m. — lieber das Studium des Alterthnmes von H. Hofe. Klotz, Halle ,766.8- (Lchngeachtct der Vers, selbst nicht recht gewicht zu haben scheint, was er will, so mag fein Werk denn doch, als ein Bepspicl von Kunstgeschmätz, hier stehen.) -ssn Inguirz- inr» che caules vi rke exrranrüinar^ excelienc^ nf sneienc Oreecs in che /Ztrs, Oonli. 1767. 8- — Eine Abhandlung von Eius. Wacenza, „Von den Ursachen, warum die schönen Künste in Griechenland am stärksten geblüht haben?" in dem itenB. seiner Ausg. der dävri^ie cle' prnfessnr! ckcl Oitegno . . . äi pü. ksIäinUcci, A/nr. 1768. 4. — Wie die Alten dcn Tod gebildet . . von Gotth. Ephr. Lessing, Verl. 176V. 4. Vergl. mit H. Herders Aussatz über eben diese Materie, Hanno». 1774. 4. und vcrm. in der -tcn Samml. s. zerstreuten Blätter, S. 27z.— vif- corlo fopra gl T^nrictii s vari mvnu- nienrv Inro ... üi O. Lzfsnnva, pigf. >770. 4. Deutsch in dem »ten B. der Neuen Bibl. der sch. Wissensch. — lieber den Kasten des Cypselus .... eine Vöries. von Chrstn. Gottl. Heime, Gött. 1770. 8. Eben dieses Verf. Einleitung in das Studium der Antike, Götr. 1772.8. Eben desselben Antiquarische Aussätze, Lechz. 1778 — 1779. 8. 2 Stücke. Und ebendesselben! Icäunuincncnr. Ltrukc. srris scl Oenera fua er reinpnra revocarnr. illulirsc. 8pec. II. in dem 2ten Th. des 4ten Bds. S. 6;. und im aten Th. des 5tcn Bds. S. ?7 der IVnv, Oominentar. Luciec. Oöm'nA. Deutsch, im 18. 19. und 2oten B. der Neuen Bibl. der seh. Wissensch. — Ulom. für Venus, z>, Vlr. I^archer, par. 1775. 8- Ulld IZillerrgr. für las ^rcrilaurz äe Venus . . x. Vlr. I'^bde sse Oliau, pzr. 1776. 4. — I. I. Rambachs Archäologische Untersuchungen, Halle 1778. 8. — lieber die Attribute der Venus, von E. Richter, Wien 178z. 8. — Nemesis, ein lehrendes Sinnbild, in der Samml. von H. Herders zerstreuten Blättern S. 21z. Persepolis, eine Muthmaßung, von Ebend. in der zten Samml. S. zoo. — lieber Flüge! und geflügelte Gottheiten, von C.L.Junker, Frft. a. M. 1786. 8. Jupiter, eine Antike, von ebend. Nürnb. 1788. 8. lieber die Hören und Grazien, Jena 1787. 8. — Gedanken eines Künstlers über den Unterschied des Geistes und Gebrauchs der' alten und neuen Kunst, in dem 4ten St. des Meuselschen Museums für Künstler und Kunstliebhaber, Mannh. 1788.8. -- — Auch gehören noch hiehcr: f.'uri!irs lies Vo^üges, gui annccrne Iz cnn- nnillancs lies ibäeli. Infciipr. Lrar. Oieux Osres, Peine, anc. les klos-re- iiet's, pierres pree. er Ar. p.'Lnulte-oc cis Da!,vgl, por. 1692.8. 2B, bleuen 1727.8. 2B. — In. -ZuA. IZrneiti TIr' cligeglnAi» lirerürio > f-igf. ' 1768. 8- mit vielen Zusähen, besonders über Kunst und Kunstwerke vcrm. von G. Hcinr. Martini, ebend. 179s. 8. — Joh. Friede. Christs Abhandlungen über hie Litteratur und Kunstwerke des Alterthnmes, mit Anm. von Joh. Karl Zeune, Lechz. 1776. 8. — Archäologie der Litteratur und Kunst, von Joh. Joach. Eschcnburg, Verl. 178). vcrb. ebend. 1787.8. (einzeln, aus dessen Handbuch der klassischen Litteratur, abgedruckt.) —- ifrearile NN ckieLeu- ckies nf.^nriqniries .. l-7 VI>, pon'nall, I.onci. 1782. 8- (Eigentlich würde nur der 2tc und zte Th. des Werkes hiehcr gehören; aber ich weiß nicht, ob sie erschienen sind, llcbrigens zeigt der Entwurf immer von einem denkenden Kopfe) /in füll7 nn che Lruäzr nf /innqu!» ties, ponä. 178z. 8- von Vurgeß. — — Wegen mehrerer, hiehcr gehörigen Schriften, s. die Art. Bauart, Bilv- hancrcz', geschnittene Steine, Perspectiv, Schaumünze. Allg«- A n t A n k 18? Allgemeine Nachrichten von Kunst merke» der Alten finden sich in des Pansa- nias Beschreibung von Griechenland (kd. PI'. Ven. SP. 7Ud. 1516. f. gr. Lx rce. Xduriii, hipss. 1696. 5. gr. »nd tat. Jtal. von Alf. Bonacivoii, Mant. -59Z. Französisch von Gcdoyn, Par. i?zz. 12. 4 B. Deutsch, von Goldhagen, Beel. 1766. 8. 2 B>) — In den lwcrkcn Oer slhilosiraten (lld. pr. Vcn. 150z. F. gr. Ux rcc. Olesiii, h!ps. >709- gr. und lae. Französisch von Bl. Vigc- nere, Bourb. 1596. und was hichcr gehört, mit Anm. und Verbesserungen von Th. Embry, unter dem Titel, Gesims- «es vn rsdl. de plsrre peincurc 469.5. Vsrivr. cc Oslcc. ?reft. i6og. 8- huZd. R. 16Z5. 12. z B. Vse. cc Lrvnov. L.u«d. L. 1 669. 8. z B. In uium Oclpk. c. n. kdsrd. 1-sr. -685. 4. ; B- 172z. 5. zV. Lx ed!r. Iv. (Z. ?r. Ursn^ii, hipss. 1777 <789- 8- y B. Lxceiprs, czuso sd Krces ipeölsnr . . . . s Ldr. G. llle^- r>e, Qörc. 1790.8. Jtal. von Lod. Oome- nichi, Ven. i;6>. i6vz. 4. Französisch, von Ant. Du Pinet, Lpon i;66. 5. 2 V. Vesser v/n Poinsinet de Sivry, Par. 1771 .— -78>. 4. >2 B. und daS zgtc — z6te Buch, mit vielen Anm. von Et. Faleo- net, Amsterd. >772. 8. 2 B. und im ztcn und 4tcn B. s. veuvr. hsnss. 1781. 8. 6 B. wozu auch noch die Usilsues de kline, im ;tcn und einige Aufs, im 6tcn B. gehören. Deutsch, .der ganze Pli- uius, von Joh. Dan. Dcnso, Rost. 1764 — 176;. 4. 2 B. Von Gottfr. Große, Frks. 17S1 — 1788. s. 12 B. Auch gehören, als Crlckuterungsschrifte» desPli- niuS, hieher ein großer Theil der vorher bereits angeführten Abhandlungen des Er. Eaylus; das ödem. ssur Is moniere donr ?l!nc s rrsice cle Is Peine, von de la Nauze, i» dem ozten B. der Xlem. de I'7^csd. des Inlcripr. und der Aufs, über die Künstlerepochen bey dgm Plinius, aus der iten Samml. S. 16; u. f. der Antiquar. Aufsätze des Hr. Hepne, Lclpz. '778- 8.) — Beschreibungen oder doch, Anzeigen und zum Theil Abbildungen, und Erklärungen von noch vorhandenen Kunstwerken der Alten, sind, in sehr vielen Werken geliefert worden. Ich glaube, indessen, bemerken zu müssen, daß auch in den bellten Abbildungen dieser Kunstwerke, wenigstens sehr viel von dem eigentlichen Ausdrucke, in so fern sie dessen fähig sind, verloren gehen muß; »nd Winkclmann, welcher dieses besser, als jemand einsehen konnte, ufid auch einsah, hatte, z.B. folglich sehr Unrecht, dem Dubos ein Verbrechen daraus zu machen, (Vorr. zur Geschichte der Kunst S. Xll. tte Aull.) wenn dieser in dem Gesichte irgend einer Statue ein arglistiges Lächeln fand, obgleich darin keine Spur davon anzutreffen ist. Schon die Zeichnungen fasten selten ganz treu und richtig aus, und noch mehr geht gewöhnlich unter dem Grabstichel und der Radiernadel verloren. Ganz richtige Begriffe von der Runs? des Alterthumes in ihrem ganzen Umfange, sind also wohl nur durch das Studium dieser Werke selbst, oder durch sehr gute Abgüsse und Abdrücke derselben, zu erlangen. Ein Verzcichniß derjenigen Schriften, indessen, in welchen dergleichen abgebildet, und erläutert, oder zum Theil nur beschrieben worden sind, wird wenigstens das Wichtigste, was überhaupt davon noch übrig ist, allgemein kennen lehren. Ich fange mit denen an, welche I) Altertbümer aller Art, als Statuen, Flaches Schnihwcrk, Geralde, Gemähloe, LNün;en, Gemmen, Inschriften u. s. w. ober doch mehrere Arten derselben, und zwar ganze, noch 188 Ant A n k noch gegenwärtig, oder doch ehemals vorhandene, Sammlungen in Rom enthalten: Korn. LolisAÜ L. I. teäusteuni, sli ^rdl, Xircbcro inlstr. äestc. sLeorg. äcLepilms, ^mssei. 1678. st. Mit K. Venn, lind beschrieben von Phil. Benannt, R. -709. f. mit K. Ivlustei Kirche- risni Theres, not. iliullr. (2 p. Lon- rucci) K. 176z — 1765. f. 2 B. mit 45 Kpfrt. --- Vlusteo Lspicolino, c> Iis äestcri?ione cielle Lcsrue, IZullc, Last stirelicvi, Vrne legaler. Istcr!?. etc. che i> culloäistcono . . . ncl Lomgi- äoglio, K. 1750. 4. Mulsum (lag!- roiinum, K. »747 —- 1784. st 4 B. wovon die drcy ersten -70 Statuen, und der vierte, aus 69 Bl. Basreliefs, Gefäße, und ein Mosaik, abgebildet, liefern. ll ^lnstco Pia Llemenrino, ele- stcr. äs (-isrnb. V'-stconri, p. >782. st. Bis jetzt z Bände, wovon der erste 54 Stat, der zweyte 52 Stat. und Gruppen, und der dritte (oder vielmehr der vierte; den» der eigentliche dritte ist noch nicht ausgegeben) Bas-Reliefs enthält. — >äonumencs vecers, czuse in ststortis coelimvnrsnis er in Töcäihus däsrrhse- )orum sästervsnrur . . . sänor. iliullr. s K. Vcnuri er s l. Lhr. Kmsäurio, Vol. I. Ltscuss, Vol. II. proroiniss, läermss, (li^geos er TVnsAl. Vol. III. Lsrcogb. et Instcr. camgreb. Kom. 1775. st z B. mit -80 Kpsrn. — Qsl- leris Giullinisns, K. >6z i. st. 2 Th. Z29 VI. (Auch Sandrartv Lculpcurse Vet. s^ärnirsnäs, f. Oelinestio vors xerstesttiistnnsr. eminentiistnnsr. Lcscusr. dstor. »6Zo. 5. 46 Vl. und im 4tcn B. der neuen Ausg. s. W. sind hichcr genommen.) — T^eäez ksrbsrinse sä (Zu!- rinslem s Lom. ststier. Istscio äestcr. li. 1642. und 1647. 5. mit 50 Kupfern (mvrin sich freplich aber auch viel Abbildungen neuerer Gemähldc befinden) — Auch finden sich von diesen, und mchrcrn dergleichen Sammlungen zu Rom, Nachrichten und zum Theil Abbildungen cin- zclcr Stücke daraus, in den verschiedenen Beschreibungen dieser Stadt, deren eine sehr große Menge sind, und wovon ich mich mit der Anführung der Heyden neuesten: Oester!?, äelle ^niickirs äi Ilo- ins, äs Ii. Veuuri, k. 176z. 4. z B. mit K. und st -s Ville äs Poms, ou Oe- stcrigc. äe cecre Ville, äiv. en IV. Vol. er ornee äc 425 gl. k. 1778. st. 4 B. begnüge. Vorzüglich aber gehört hichcr das Werk des Hr. Frd. W. Bas. von Ramhohr: lieber Mahlerc» und Bild- haucrarbcit in Rom.... Leipz. 1787.8. z Th. S. übrigens die Folge. — — Sammlungen dieser Art in andern Stadien Italiens: ste Knrichir^ ä'iärcoisno estgolie . . . I^sg. 1757 1771- st. mit Jnnbcgr. des Catal. von Bavardi, 7 B- wovon die 4 ersten Abbildungen von Gemähldc», und der zstc und 6te Abbildungen von Werken in Bronze enthalten. Nachgcstochcn in England, aber nur, so viel ich weiß, der ite B. von Martin und Lctticc, 177z. 4. In Frankreich sämmtl. von Franc. David, Par. 1781 u. f. 4. überh. 570 Bl. In Deutschland, die Umrisse der Gemählde von G. Chrstph. Kilian, mit Erklär, von Ehrstph. Gottl. Murr, Augsb. >777 — 178z. st. 5 Th. Auch gehört noch hichcr: proäromo äelle 7Z.ntichirs ä IZrcnlsno äi Orr. /Inc. ksvsräi, I^lgp. 1752. 4. 5 Th. mit K. (Wegen mehrerer, im Ganzen hichcr gehöriger Schriften, f. psbric. kiblioAr. TZncicjusr. (st. III. S. ic-5U. f. der zten Ausg.) — Lp!e !-S ?ione äelle Lculcure che stono nell psls?2o 1^1- bsni, äi Vrlnno, äs strsnc. kisnch!» ni> k. 1724. st. mit K. — Vlusteo 0 (stsiieris äi lvlsnstr. Lerrsls > äestcr. in Ist. äs p. d/l. ststcr?gAo, sä in irsl. äsl p. pr. Lcsrshelii, Istorr. >66ä. 4. (Bcy dem Marictte ist blos die lateinische Beschreibung mit der Jahrszahl 1664. 4. angeführt gefunden.) — chfusteo Los» pinisno, äestcr. äs Oor. stegsri, Kol. 1677. st mit Holzschn.— däusteumpio» rentinuin, exhib. instgniors verulls- ris däonumenrs, gnss klar, stunr, ob- sterv. I^nc. pr. (storii, ?Ior. l/zi— ,74z. st. 6 B. mit K. (Die folgenden 5 B. gehören nicht hichcr; die ersten bcp- dcn der angezeigten enthalten, auf 200 Blär- A n t Blättern, geschnittene Steine; der zte 7- Stat. und dee 4te — 6te Münzen auf 115 Vl.) ke Vluseum 8c klurencc, on Lollcbt. 8ez kicrreo Zr. ^Icäaillex, Lcac. erc. czui le rronvenc ü klvrence, principaleinenr 8ans le cabincr 8n Lrsn8 Duc, ^r. p. (kraue.) Davi8, kar. 1781 — >788. 4- 6 B. Mit 6ov Kpfet. Valil. Srar. Lssrcl. er Lamscz 8e la Lall. 8e klurence er 8n kalaio kirri, 8ess. z>. ^Vicar, er gr. kuus la 8ircbtiun rle Vir. Da Lomloc, avcc8es explic. p. Vir. Vlunge^, kar. >789- bis jetzt; Licfer. Auch Eins. Bardi zu Florenz hat angefangen, die daselbst befindlichen Statuen und Basreliefs, in Kupfer gestochen, herauszugeben; ich weiß aber nicht, wie viel davon fertig gewordeil sind. Ferner gehört zu der Florcntini- schen Sammlung noch: Ditkcrrariun tue les Lcarucz appart. il la karnilie cle ktiude, p. T^nAei. kebroni, klor. 1779. 5. mit 19 Kpfrt. franz. und ital. Jmgl. Ida-gugZIio 8clle ^nrick. nella Lall. VIc8. Iinper. cli kiren^e, cla Liov. Kwnclii, kir. 1759. 8- und des Gills. Vencivenni LaZZio illor. kuxra la keal Lal. rle kir. kir. 1780. 8> 2 B. Vlulcurn krrukcuin, exkib. verer. krrul'cor. Vlunumenra, aer. rsl>. L. L. nunc primuin e8irs er illussr. oblerv. 9^ur. krsnc. Qurii, klar. >7Z7 — 174z. 5. z B. mit s Abpandl. von I. B. Passen; in einen Auszug gebracht von Nie. Schwebet, Nürnb. 1771.5 mit K. Des ähnlichen Jnnhaltcs ivcgcn ist mit ihni zu verbinden: Itlul'ei Luarnacci T^nriiz. Vlunnm. Lrrusca . . . erl. er illutlr. all .4nr. kranc. Lnrio, klor. 1744. f. mit K. und das VluscurnLor- ronenke, in >zno verer. Vlonnin. conr. 7l.nsglz>p!ia, lkkorevinars, Liennnae crc. »zuae in ^cacl. krrutca . . . acl- leiv. in plur. rsli. aen. 8illrilz. a kr. Valelio, ^nr. kr. Lorio er liurl. Ve- nucio nur. illnssr, Iduin. 1750. s. Niit 8; Kpfrt. Auch gehören, sin Ganzen noch hiezu: Lurc. InZbirami krruscar. s^n- rii^uic. kraZrn. krekc. 167z. 5. mit K. 1'li. Dem^>tteri 8e kcrur. lte°al, Dil». A n t 18S VII. e. lkk. Looiee, klar. 172z. 5. 2 B. mit K. c. klnl. Luonarorri, cbcnd. t. z B. UNd In Bk. Dcmpsseri Dilir. äs krruria re^. karalipomena . . T^ubb. I. k. kaü'cri, Duc. 1767. 5. mit Kupf. (Wegen mehrerer Etruscifchcr Kunstwerke, f. die Folge.) — rVluleo cli Vluns. Brcvilano, Velc. 8i Verona (s. a) 5. mit Kupf. kranc. Lalceolsrii Vlus. a Leu. Deruro inc. er al> 7Vn8r. Lliielcv clelcr. ac perk. Ver. läaa.k, mit K. dlure ovvero VIcm. 8el Vlu» keo rii koä. dlolcarcio, cletcr. in III libri, kaü. ictro. 1656. k. Ver. 167:. t. Mit K. lelulenm Vcronenfc, Ii. c. ^nrilzuar. Inl'cripr. srczue ^naZl^pkar. Lull. Vcr. 1749. k. Mit K. Oitlerr. InI Vlnk. Verun. er! airre ^ncicirirü. cla Link. Larruli > Ver. 1745.4. mit Kupf.— Oetcri^ione ltclle/znricliirü, kacr. e pruk. »Iclla Lirra el ^^uilc)a, opera arlorn. 8a circa z oc>. kiZ. ra^i» prek. Oeicö, Inlcrirr. vrne, Vass, I8oli, Lrarus, ^rciriinaululei, Vle» 8aZl. ecc. racc. 8is. eä illussr. 8a Lian8r. Lerculi, Ven. 17Z9. t. — Vlarinura kilsurenlia illutlr. alz T^nnib. vlivieriu , kik. 1758. k. Mit Kupf. —> Vlarmura Baurincntia klillerr. erdssor. (/Xnr. kivaurcllae er I. k. kicolvi) illutlr. /^uZ. Baur. 174z — 1747- 4. 2 B. Mit K. — 8cre. Lrlini Vlonu- rnenra karavina, cull. explic. er kuiz iconikus expr. kar. 1652.5.— liac- culra 8elle Srarne anc. Lr. e lioin. nelk Tsnrilala 8eIIs kibreria 8i 8an. b8arco . . , ^ul>l)l. e8 illutlr. 8a 7sn. roninar. Lirol. cci ^nconinar. T^letk. l^snecci, Ven. 1740—174z. 5. 2 B. Iläonnin. Lraec. ex Vluteo I. ksannii (zu Venedig) k. 1785. 4. — Auch gehören, im Ganzen, noch hiehcr: Ttnriclii- rg Siciliane, spiez. 8all k. kancra^io. klap. 1751. 5. 4 Th. in-V. MitK Delle T^nriclnrä Liracubane 8a Liac. öonanni, kal. 1717. 5. 2 B. mit K.— Lroria 8i Reicks, anr. eirra 8i Licilia, col rajlporro'8e kuoi piü inliZni ^äc>- nuinenri cioe, Lrarne, Xse8aAlie, itcri'a. racc. 8a Lelinance DrsAonrez, kalcr» Ank A n t dalcrmo 17? Z. 4. mit Klips. »— —» Sammlungen dieser Art ausserhalb Italien; und zwar in Spanien : Lemme, Xlarme, Lron^i erc. di div. Ldetcal- cd! (gegenm. in Spanien) IL >74?. f. — Lraudekas 5, ^.riciguedadcs dela Isla z, Livdad cie Lad!?, ccm Xlcmedas / Lcar. Piedras . . . pur I. Lapr. Suarea de 8aia2ar, Lad. i6lc>. 4. — — In Luaniircicl): l)ilc. er Iloole des Xled. er sncres Aurig. raur en dierrs- kies er Lrav. gu'en belieb . . . plud Lcarucs de rerre^cuice ü IVg^pr. er plulieurs rares Auriq. dans le cab. d'Anr. Agard, Anrig. . . de la Ville rl'Arlcs, d. 1611. 8- — Lsbiuer de 1a dibliork. de Lr. Lcnevieve, cour. des Vledailles, disrres gr. erc, dccri» res p. Li. duXloulirier, dar. 1692. 5. 2 Tl). mit K. —- Lrar. er Hudes aur. des Vlaid durales, i. darrie, dar. ,679. f. ig Bl. mit >; Stat. und z Büsten, von El. Melau gestochen und von Andr. Felibien beschr. Lrac. du llui, ajic. er med. 5. Der alten Stauen sind 48, und diese sind von Edelink, Audran, Le Pautre, Chauveau, Mclan und Bandet gest. Verwies, Hudes, Lpkiux cc Va- les.du Hei b. 50 Bl. und von eben diesen Meistern. Auch finden sich diese Werke noch abgebildet ln dem liec. des dig. Lroupes» Vkerrucs, douc. Vales, 8rarues er aurres Oruemeus de Verfi. p. 8imc>u Vkomalliu, dar. 1594. Z. Amld 169; und 1724.4. 218 Bl. " Lac. railoune des Vabl. Ai^lnrer erc. duLab. du O. de Vallard, p. Vlkcl. lle- er LI0M7, dar. 1756. 12. —> Lac. railonue des Vabl. 6ko?^>cr er r/e Aronce gui compolenr le Lab. de ficu Vir. LaiZuar, p. d. de» inz,, dar. 1768.8.— Xlufieum Sckos- pfiini, recenfi. 1er. lac. Oberlin . . . Arg. 1770 u. f. 4. mit K. dessen größter Theil aber schon in der Allacia illu- llrara, Lolmar 1751. b. (weil diese Al- tcrthümcr nsthmlich im Elsaß gesunden worden) beschrieben ist. — (Wegen mehrerer Allerthümer s. die Folge.) — — In England; Oelcrik. dslls diccurs. Lratue, Hude e d'alcre curiufirb, est. dcnrs nella Villa di Alil. demkroke a VVilcon. dir. 1754. g. (Das engl. Original dieser Schrift, von Rich, Cviv. dr» ist >751. 8- erschienen, mir aber nicht nfihcr bekannt.) A veficripr. c>k rke Aurig. sudLui iolicics iu V^ilrou kuu» le illudr. wirk XXV dugrav. üb lome c>t' rke Lapirai Lrarues, Ludns and delievbs, b/si.Keuued/, balisb. 1769, 4. (Kennedy gab bereits eine kleinere Beschreibung dicserSammlung im 1.1758.8. heraus, welche nachher noch öfterer gedruckt worden ist) Aedes demkruckia. nae: Lr a criricsl Accuunr u5 rke Lrarues, Hudes, llelievos, daiuriuAz, Xledals erc. ar VLIrou Keule . . K7 Xlr. dickardson, dnud. 1774 .8. (Die beßtc Beschreibung dieser kostbaren Sammlung, welche, unter andern, 56 Gruppen und Statuen, 17z Büsten, und noch mehr Altssre, Vasen, lirncn, Sarkophagen cnthcllt- Auch sind von den, darin befindlichen Statuen 40 von Car. Crecd, mit dem Titel, Lrarues sc Milron, doud. 4. aber sehr schlecht gestkt worden.) Wegen der Münzen s. die- Folge. —. Xlarmora Lxuuieufia ... ex ed. Lkandieri, Lxf. 1756. d z Th. Mit ;s Kpfrt. worauf Staruen, Büsten, Urnen und Gcfstßc abgebildet sind. (Wegen der früher» Ausg. s. den Art. Aufschrift) — Kempiaua vecudaris Xlouumeura, guar. slrera pars Lirnulacra Lracuss, 8igua, dares, lulcripr. Vala, du» ceruss, Amul. dapid. Lemmas, 7^11- uulos: aicera ldlumus cour. dund, 1720. 8. — Auriguicar. Xlideleconia. uae, d Lermaua guaedam ^uriczuir. Xlunumciira . . . diderr. iudr. a Leu),. Xliddleceii, Laurabr. I745 .mil K. (Sic merkwürdigsten der, darin befindlichen Stücke, die güldne Bulle, und ein Gemkihlde auf Glas, hat bereits Fieoriui in der Luila d'vro di lanciulli . . llu- mani, iL 1752.4. mit K. erlstutcrt.) >--» Xleadianum Museum , l. Lar. dku- mor. ver. sevi mouumenror. ecLem. mar. . . . c^uas blick. Xlead. ccimpa» raversr, dvud. 1755. L- — — L» A n t Holland! llecdcrclies curieuckss d'Kn- ricz. cour. pluckeurs Lsz-reliels, 8rsr. Inckripr. Lrues, ksAues, Vled. snc. er mod. dsns I» Lksmdro des rareres de ls ville d'Lrrcclic, p. iblic. Lde» vslier, Lrr. 1709. L mit K. (Auch von des Verf. eigener Sammlung ist, unter diesem Titel, ein bloßes Verzeichnis Mr. 1709. 8, gedruckt.) — Kuriizuicsr. d-leoinsAeules, l. dloriris rcrum anri- i^usr. czuss compsrsversr los. 8merius, in czus Knnuli, Lernmse, Lsmps- des, Krse, Vlsrinora, 8rsruse, Vscki exol. er vor. lloinsnor. l5Iuinickn. il- luckr. dloviom. 167g. 4. mitK. — 1'ks- lsur. dlumismsr. lulcripc. Xlsrinor. Lemmsr. Lsroli lsteidsni . . LuZd. L. 1697. 8. — los. 8peelrnsnu Lsis lZrsec. lloinsnor. dlumism. nee nou demmsr. 8irnulscr. 8rsruar. lcksrmor. erc. Vincke!. 1698. 8- — 8eries diu» inism. c. eicucdo Llemmsr. 8rsrusr. slisrumczue id »ciius Kuri^uic. rzuss couAellir Luill. cle Lrsckier. s^uA. Lburn. 17 21. 8. — Lsr. dlumisin. snricz. . . . ur er Leminsr. . , Kid. Lolcd, IckaA. Loin. 1729. 8- " Vlu» leuin Vileudroelcisuuin, compl. Istu» mixm. snr. Lcinmss, Icoucs, 8rs- russ. KnsZI^pds, lulcripr. Lucern. er Vsls, c. prscl. 8iA. lcksvercsmpii, L I. er s. 8- — lckuleum VVildisnum, cu)us llsrs prima dstuinixin. snr. l'. II. 8rsr. er Lem. snr. compred. delcr. s 8iAisd. blsvercainp. Kinckel. 1741. 8. In Deutschland: Llie- lsurus ex lldeh Lslsrino lelcck. ck Lemmsr. er dsturnisin. czuse in LIecko- rsli Liminelisr. eonrinenrur dcscr!» prio s Lsur. IZeAero, IZeideld. 1635. t. Mit K. — lAelaurus IZraudendur- Aic. c. Lommeursr. Lsur. ckeAer! Lol. lcksrcd. 1696—1701. r. z B. mit K. wovon der erste und dritte geschnittene Steine, der zwegte Münzen cnthcilt. Lucernsc Verer. lcpulcrsles Icon. s I. ?. Ilellorio eclic. in lsr. verL ed. I,. LerAero, IZcrol. 1702. 5. und auch bei) dem dritten Bande des angeführten Thesaurus befindlich. (S. übrigens noch den Ant 191 Art. Geschnittene Steine.) Lrsr cc Oelcripr. des 8rarues, rsnr colollsles czue clc Arsndcur nsrurelle er cle dein! usrure, Ruckes, Arsud, mo/. er deini-duck. Rss - reliefz, lckrnes . . . rsnr Ar. que rom. . . . spporcees cn Lrsuce psr leu kvlr. le Lsrdinsl de^llo- lignsc, ?sr. 1742. 8. gegenwärtig in Potsdam und Charlottenburg, wovon aber auch noch ein anderes Verzeichnis, De» lcripr. er Lxplicsr. des Lrvupes, 8rs- rues > Ruckes er Lleiniduckes, czui tor- mcnr ls LvIIctlion cln Id. äs l?r. p. Leckerreicli, Kerl. 1774. 8- Deutsch von D. I. G. Krünitz, Verl. I ?75. 8. vorhanden ist. Auch ist ein Theil derselben, unter dem Titel: ?rem. Norrie des Anriczuir. clsns ls LolleÄ. ... de 8sns 8ouci, conr. XII. pl. d'zprcs Icz Alus dcsux Luckes, lZemiduck. ecVkcr- ines, deck, er Ar. 9. ^ndr. L. KrÜAcr, Lerl. 1769.1'. 8ee. ?srr. OSN2.1772. f. '.erschienen. Auch finden sich Nachr. über diese Sammlung in Fr. Nicolais Beschreibung von Berlin und Potsdam, V. z. S. 1010 n. f. und S. i2oo u. f. der zten Aufl.) — Idee, des bdsrbrcs sur. czui le rrvuveur dsns ls LsIIcrie du Idoi de ?oloAne, p. 1Z. le Msr. Oresd. 17 zz, k. ozco Vl. — Xlul'ei ltrsucisni Oelcriprio, ?srs prior l^u» mism. cr Oemmss, l'srs pock. 8iZns, Lspirs er ImsA. kugAl^plis, Vsls erc. compred. c. VV. Keicxii er kckenr.Xlsr. rini, b.ips. >781.8. Ucber das Kaiserl. K. Cabinct, s. die Folge, und den Art. Geschnittene Steine. II. Werke, worin cin;cle, großtcn- theiis an verschiedenen Guten ;er- srremc Alterrhnmcr aller. oder dock? mehrerer Art, vorgüglick? aber eigcntlickie Xverke der 2öildhaner- kunjr abgebildet, und zum Theil erläutert worden sind: 8peculum llomsn. VlsAn!» licenrise, T^nr. Ls Lrcri! tormis. Id. 1551. t'. 118 Bl. — I. L. de Lsvsllc.. riis Knriczusr. 8rsrusr. Lrdis lloiusc, Lid. II. II. 1574. 4. Lid. IV. Horn. i;8? — 1594- übcrh. 200 Bl. — Lrsrue sur. clre louo Pocke iu div. luoxdi »92 Ant A tt c luoZki . . d! Lvma, Ven. 1576.4. VVN Girol. Porro. — I.ud. vemorrrioiii Gallus, Lomae lstostpes, ubi mulraLo» lnauor. bävirumcnr» explicaurur, Ii. ,584. 4. mit K. (Nur der, vorhin schon angeführte, ztc und 4tc Th. diese» Werkes, welcher von Statuen, Gemmen und Gefäßen der Alten handelt, und worin verschiedene derselben abgebildet sind, gehört hieher; die bcyden ersten Th. handeln von den Gebäuden der Alten.) — larri lac. Loilstardi ^rrriczuir. Lom. c. t. Vbcod. de Lric, Lrcstr. >597. 1627. 1692. 5. 6 Th. in 4 V. Auch sind verschiedene der Kupfer des Brie, als die neun Musen u. a. m. einzeln abgedruckt, und auch der Text in das Deutsche, Fest. l6gl. st. übersetzt worden. — Hundert alte Statuen von Frz. Perrier, Rom lüzz. 5. ,649. 5. ohne besondern Titel; und mit dem Titel: 8izuor. er 8raruar. 8ymb, kerrcriana, elcA. coclc> cxstculpra von Pet. Schenk, Bmss. 1702. st. die erster» Ausgaben sind, indessen, bei, weitem, die bessern. (Bekanntermaßen ist der Moses des Michel-Angelo mit unrcr diesen Statuen begriffen; und die Ligurcssuc. «101?. ü Lome, p. Lrc. Lerrier, g. 20 Bl. enthalten nichts, als verschiedene derselben. Vielleicht sind auch die /lnriczuar. Lcaruaw lärb. Lomae Icones, IL. ex Goccstr. de 8ca!cb!s, L. idai. st. und 4. 2 Th. welche Ich nicht näher kenne, eben dieses Werk.) Von eben diesem Künstler sind die Icones er 8eg. rncnra illullr. e Marmore Vabular. Lomac excanr. L. 1645.17 z 8-st. welche fünfzig verschiedene Basreliefs darstellen. — Unter den Werken des Phil. Thomas- sin findet sich eine Sammlung von 52 alten, zu s. Zeit, (umS I. »6-o) in Rom befindlichen Statuen. — staradixmara Grapbices varivr. arriiic. a Inn. de Listbop. IlaZ. Lom. 1671. st. 102 Bl. -Xmlb. st. ->. st. uz VI. Beyde Sammlungen, die in mchrcrn Stücken von einander abweichen, enthalten verscbiedne alte Statuen,— kälstcellanca crud.7^n. rilzuir. in rzuibus Marmors, 8raruae, jiäuliva» Vorsvmara, Gemmae, dlu» m!sm. rcsterunrur 05 illussr. c. er studio lac. Lpvnii, Lrcstr. er Vcner, 1679. st. Nur das erste Buch oder Kapitel; vollst. Imzd. L.-685. l. mitK. undgröß« tcnthcils eben dasselbe, französisch, unter dem Titel: Lccbcrcbes curieustes d'^u. riczuir. concenanc xluiieurs . dilstcrrar. lue des Ivledailles, Las-reliests, 8». rucs, ^lostairzucs er Instcripr. snr. I.^on idgz. 4. mit K.— Lomanum iVlusteum, st. 'stbcstaurus erudirac 7^11. ricjuiraris, in <^uo Lemmae, Idol,, Inli^n. 8acerdorum, Inllrum. stacrist. ciis instervicnc. stucernac, Lullae, Tlrmillac, Libulae, LIav. -^nnuli, l'esl'erac, 8r^Ii, Lcrißil. Lbialae ls» cr^m. Instrum. muiical. Ll^na milirar. ^larmvra, erc. Lencum er stepruag. Vabul. dilucidanrur, cur. . . belieb. T^nA. stlaustaei st. de la Lbaulste, Lom. 1690. st. 2 B. Ebend. 1707. (die beßtc Ausg ) -7Zd. 1747. st. 2 B. und im ;te» roten und loten V. des Grävschcn Thesaurus ; franz. durch korrain, Anist. 1706. st. — T^dmirsnda Lomanar. stlnci^ulr. sc ver. 8cul^rurac VestiZia, ansgl^pr, o^cr. ciabor. . . . rum in arcubus 9c vecustis ruinis, rum in (lapirolio, T^cdibus er Ilurcis viror. princ a L. 8. Lsrroli del. inc. cc blor. I. L. Lellori illustr. (Lom. st. a) stol. Ebend. 169z. st. 8Z Vl. (Ein, von Künstlern, in Ansehung der Güte der Darstellung, gc- schätzteS Werk, welches auch Sandrarr, jedoch mit Ausnahme von ungcsäc zs. Blättern, und dafür eben so viel andern, aus den, von Bartoli auch gestochenen Triumpfbvgen, Nürnb. -69-- st. 79 Vl. herausgab, und das sich auch im 5ten TH. der neuen Ausg. s. W. befindet. Ein anderes, ähnliches Werk von P.S.Bartoli, welches im vidtion. des ^rcistes . . . st-eipst. 1788. 8. V. s. S. -7>. mit dem Titel: Lomanae belaznirudinis ^lonumenca, IZ8 Bl. Quersol. angeführt ivird, ist mir nicht näher bekannt.) — Laccolra di 8cacuc anr. e mod. . . . colle stposi2!oni di L. Kleist, ^last- stei» K. 1704. st. mit 162 Kupfert. -- Lscueil de Lculxr. aur. zr. cc rom. rrauv. A n t A n r 19z rrouv. st»ns Ics tduines enrre Kome eckrslc»ri, steil. xsr le 8r. (ksmh. SiAism.) ststom, ßr. p. kessrr, k»r. 1729. 1754- b. 62 Bl. Iol>. lull, kreitslcr 8r»c. »nr. stel. »Ii ss.stni.Kou» . inc. er » II. Venuci nor. cxplic. cxkiib. Kur. Korioni, II. i7z5.f. (Verschiedene, darübergeführte Streitschriften sind in der Libl. tle kciururc dcs H. v. Murr, S. Z28 u. f. angeführt.) — Lculrure e ssirrure ibc.re» ellr»rre st»i Liinerier! ste Korn» .... colle spicg»?!one (von Bottari) kom. 1756— 17x4. t'. z B. (.Sie waren de« reit» in der koms lorrer»ne» sti -gnr. Loiio, ll. i<5z2. ss. 1651. b. bekannt gemacht.) — kec. st'^nriquires ssgypr. Lcrulcz. (strcccp Korn. er L»uIoiies ste zcsr. le Lonrrc ste L»^Ius, ss»r. 175z — 1767. 4. 7 Th. Deutsch, Nürnb. -766 u f. 4 4TH. (Der kec. stes^n- ricz. üex L!»ulcs . . . p»rX1r. ste l»8»u» v»Aüre, sssr. 1770.4. welcher gewöhnlich als eine Folge dieses Werkes angegeben wird, gehört gar nicht hieher,) — Oes plus licsux rVlonumens ste Korne onc. ou kccueil stes plus bcaux inor» ce»ux ste l /lucirzuice. . . . stell. er Zr. cn -20 PI. I'»r. 1762. b (von Bac- bault) Deutsch, gest. von G. Chrstph Kilian, Augsb. 1767. l. tg Bl. (OaS Werk enthält, ausser Abbildungen und Gebäuden, einige Altäre, Statuen und Ge- mählde, so wie verschiedene Basreliefs) Als eine Folge davon erschien c kec. ste stivers bäonumcns »nc. rep»nstus en plusseurs enstroics ste I Iralie, er » ko» me, stell'. p. k»rk>»ulc er gr. en 166 ?I. ?»r. 1770. F. S. auch noch den Art. Flachen Schniniverk. — l^o- numenri »nriclii, ciost ssirrure, dem» ine int»p>. L»nrei, Lracus e molrilss» inc ssgjssrelicvi, lpieox. est. illullr. st»I. 8. 7lh. Oiov. VVintcelrnairn, k. 17^7. Erster Theil. 5c>I. 2 B. niit 20z Kpsrt. Deutsch, ltcr Th. Brrl. 1780. 5. mit 40 Kpfrt. — ksccolr» st'nnrrclis Srscue, Lull!, L»t- ssrelicvi est »Irre lculrure, ress»ur»rs st» Lsrr. Osvzccppi, f. So Bs. (Einen größer» Nutzen würde dieses Werk haben, wenn darin die Ergänzungen wären bemerkt worden.) — kecueilst'^n- riquirez ou Vozrages st'Icglie, ss^r. 1770. 4. 60 Vl. (Gefäße, Dreyfüße, Altäre, u. d. m.) 7^ Eollestlion ob rwenst/ »nriczues Lcaruex strsu-n »free rke Origln»!» in lr»I/, b)- Ilieh. d)»I- ron, eiiAi-, dz- llsvener, (lriAuvn, VVgAuer llseoii erc. Dotist. 1770. (Aus welchen aber wohl Niemand den Geist der Originale kennen lernen wird) — llle. gaurioe. 8l»r. »nr. lu variis llomsnor. p»lsriio sllerv. c. Oom. dä»AU»n, II. 1776. 4. — -Vierzig alte Statuen von Giov. B. Piranest. —» Vo^sgex ziirror. ste K»nle.»r. 178z u. f. b. Ob mehr, als 27 tiefer, jede .von 6 Blatt bis jetzt erschienen sind, weiß ich nicht?) — Chstn. Frdr. Prangcns Magazin der Alterrhü« mer, oder Abbildungen von den vornehmsten geschnittenen Steinen, Büsten, Statuen, Gruppen, erhabenen und vertieften Arbeiten, Gemählden, Vasen und Gcräthschaften, Halle 17z;— >784. b. 24 Bl. kctoliumenci »nriclii ine» stiri, id. -78?. b. (Ob sie fortgesetzt worden, weiß ich nicht?) — OoIlcSlioiT stez plus heaux ouv,»Aes ste i Anriczui- re, 8r»ruex, Kusses, Lroupc», kas- leliefs, Visses, 1'ropliees, Oine- mcns st ^rckiireölure erc. Ll-oisss P»r» ini les bäenumens stcs Irrrusti. Lrecs, er kom»!iis, gr. p. VVillemin, ?»r.-787. (Ob niehe, als die zwei? ersten tagen fertig geworden sind, ist mir nicht bekannt. N III) Ve- A n k A n t III) Besondre Beschreibungen und Abbildungen von Gerächen aller Art. Bios lltterarisch handeln, unter mchrcrn, davon: Istic. L-uiberruz Oc murrkinis Valis, Oilsserr. Krc5r. 1597. L. " Korr. Licerus, De Luccrnis Vercr. re- constir. Lid.Vl. Lr. 1692.!.— lvacli. Kclieri Oisrr. 6c Luceruis Antiquar. 5ul>rerr. L!p5. 1661. 4. — O6l. Kerra- rius 6e Lucernis rcconst. Vccer. Ks- rav. >6g6. 4. und im >-tcn Bande des Grüvischen Thesaurus, S. 99?. — Dan. Quil. Vlolleri cli perennibus Verer. Luccrnis, Olllcrr. Air. 1705. 4. OlKcrva^ioni loprs slcuni trsmmenri 6i va5> Ancicdi eil verro, ornarc cli KiZurc, rrovars ne' Limercri 6- Koma , 6a Iii Lunnaracri, Kir. 1716. 4. — los. Ki. Llirili De murrlrinis Verer. OilKerc. er 6c Vsiculis Lorroll. Lip5. ,74z. 4. »- Auch findet sich in den Kl>!- lolopkicsl iKransatl. vom Jahre 1684. S. 806 ein Aufsah von Rob. Plott; und in der Lallcria 6i kvlinerva, Ven.1696 — >717. 5. 7 B. im 6ten B. ein paar Briefe von Fr. Caroli, und Giovb. Ursati. — — Abbildungen liefern: Le Anriete« Lucerne Kcpolcrali . . . stitcgnace er inraZI. 6a K. 8, Larroli, c. nllervs?, 6s L. K. Lellori, K, 1691. 1704. >729. 5. >19 Bl. bat. LuZst. L. 1728. 5. und in dem isten B. S. 1. des Gronovschcn Thesaurus. (Woferu, wie gewöhnlich behauptet wird, P. S. Bar- toli, bereits 1670 gestorben, und das Werk nicht erst nach seinem Tode ausgegeben worden ist : so muß eine frühere, als die angezeigte erste Ausg. davon vorhanden scyn) — Vlulei Kallerii Lucernae liblilcs, Ki5. 17Z9— >751.5. z Bde.— Kaccolra 6c vali stiverli tormsri 6s -I- lullri arrclici snrictii ... 6a Lor. Kil. Kolli, Kom. >7>z.t. 5> Kpfrt. — L"l- lebtion o5 Lrrulcian , Lrccir su6 Ko- mau Auriq. trom rtie Lolleblion o5 rde Kl. VV. Klamilcv» . . . (englisch und französisch) itcr Band, dstsp. und Kar. 1766. (>768. ) 5. mit >07 Kpsct. worauf so wohl die Formen, als die Mahlercpen von überhaupt Z8 Etruöcischen Eefüßen abgebildet worden sind. oter Band, ebcnd. 1770. 5. mit >zc> Kpsrt. von Z8 Ges. (wobei) sich zugleich eine Abhandl. von dem Gebr. der Gcfüßc bey den Alten, von der Art, wie sie gcmahlt sind, u.ch. m. befindet) ztcc Band, >775.5. mit ebenso viel Kpfrn. (nebst einer Gesch. der Bildhauerkunst.) Ob - und wenn der 4te versprochene Band erschienen ist, weiß ich nicht; wohl aber hat S. David dlc erstem Bde. in 4. und 8. Par. 1786 u. f. nachgestvchcn. IV) Besondre Abbildungen von Mahlerten der Alten. Ausser der wichtigen Sammlung derselben in der Auricturk 6'Lrcolano, und in dem vorhin angezeigten Werke von den Etruscischcn Gesüßen: Lommencar. in vecerem piölu- rar» Issz-mglraeurn rctcr. von Luc. Holste!'- nus, K. 1676. 5. und im Grstvischen Thesaurus, B. I V. S. >797. (EswarimPal- lastc Barbarini befindlich, sost aber jetzt so verdorben seyn, daß es nicht mehr gezeigt wird.) — Le Kiccure sucictie 6eIIs Lrarrc 6- Koma, e 6el 8epolcro 6e' d>la5oni . . . 6>5eg». c6 inrazl. all» Iimil!cu6iue stcgli snr. ori^insli 6a K. 8. Larroli .... «6 itlultr. 6a Li. K. Lcllori, e6. a>sticl>. AnZ. Lau5eo, K. i6s->. Verm. und verb. cbend. >706. 5. hat. im raten B. S. >°2>. des Grck- vischen Thesaurus, und einzeln, Rom -7Z8 Und >750. 5. 94 Bl. — Kec. 6c Keincures sur. imicces listclemcuc pour les couleurs er pour le reair 6'apreo Ics stesteins colories Kaitz p. K. 8. Larroli, K. >757. 5. verm. mit 17Bl. Par. >784 .5. (Marictte und Eaylus, welche ur> sprünglich den Abdruck derselben besorgten ließen nur zo Exemplare abziehen, daher das Werk anfänglich selten war. Es stellt Fresko-Mahlercycn aus der so genannten Lala 6i Viro und aus andern Ruinen dar.) —- Kiblurse Ltrulcor. in Vsiculis .... exjZl. er illullr. s I. L, Kasserio, K. >767 — >775. 5. z B. mit zoo Kpfrt.— Le snricke Lsmerc stelle Verm« 6> Lico, e lc loro pirrure re- Kiruire, 6i5. inragl. e6 color. 6s Lust. Vlirri, 6s5cr. stell' Ah. L>u5. Larlerri, Korn. A n t A n t 195 knm. 1776,5. — LuIIeökian ckez?e!nr. zur. gui urnuieuc lez pnlsis» Vker- zucs, Vlsuiulees, Llismlorce lepulcrsl. ckes I?mp. I'ire, Vrs)sn, -g.ckrieu er Lunsssutiu, xr. en z; pl. cksus le Aouc cku ckesseiu rebsulle > svec lcur ckescripr. liiklor. ckome 17LZ. 5. — I?!lrure sncickie ritruvstu nelss fiesvo s^erro cki Orckine cki ?ie> VI. in uns vigns, sn. i/go. ine. et pubbck. cks Liov. Lsllini, kd. 178z. 5. (schwarz und roch abgedruckt) — velcripcun ckes Lsins cke Virux, ou Lullcick. ckc3?e!nt. rrouv. cksnz les Iduinez des Vk>erme3 cke cec hmpereur, Ar. lc>u3 Is ckirc- öLiun cke !0lr. ?suce, l'sr, 1786. 5. (Db mehr als die drei) erste» Lieferungen ser.- tig geworden sind, ist mir nicht bekannt.) Auch gehören, in so fern der größte Theil aller dieser Alterthümer noch immer in Italien befindlich ist, die Beschreibungen verschiedener dahin gemachten Reisen hieher; von welchen ich mich, mit Anführung folgender begnüge: Vrs- vels l>7 KIsinville, l,onck. 1747. 4. z B. Deutsch, Lemgo 1765.4. Z B. — I. G. Kcoßlcrs Reisen, Hau. 1751. 4. L B. — Vu^sge ck'un lersn^vis (de la Lande) en Irslic (sie cksns les .ssunse3 1765 er 1766. Ven. er 5sr. >769. 12. 8 B. Vverck. 1770, 8. 9 B. (aus welchen vorzüglich die historisch kritische Nachrichten von Italien... von I. I. Beckmann, teipz. 1770 — 1771.8. z B>. verm. ,777. 8- z B. mit ZMtzcn aus H. Bcr- nouillis Reiscbeschreibung, wodurch das Buch nicht viel gewonnen hat, gezogen worden sind) — Des Feeyh. v. Riedesel Reise durch Sicilicn und Groß-Griechenland, Jür. 1771. 8. u. a. m. V) Besondre Beschreibungen und Abbildungen von alten N'unren: als zuerst von den Gammlungen derselben. Von der im Vatikan: (TZIbsnum VIu- sscum, kl. e. k^uri^us dstumism. ms» ximi muckul! > sures, sr?eures, sercs, ex Uul. TZlex. 7Z9-"-744. 5. » Th. mit K. — Von der Roniglich sLea-- poliranischcn, in dem Pastaste Lsgc» cki Vioure: I Leisr! in uro eck argen» tu, in rnecksgliuni, in merslio Arsn- cke eck in lucrsllo mexxsn», raecolri nel cksrnele Xlulee, e ^uliblie. coile Iure» congrue inlersirersxioni ckiPaul, heckruli, e lCicrro Viovcne, Parin. 1694 — 1727. 5. 10 Bde. (Mehrere Nachrichten von diesem übrigens sehr reichen Cabincttc sind mir nicht bekannt) Von der zu Pisa: I8lumism. »eres le» lebt, insxiini kckock. e Xlul'ee, piisno, ol. Lorrsrin, Vcnec. (1741.) 5. mitÄ. wozu Alb. Mozzolcni (^ommenrsr. . . in -Xsonsck. Leneck. Lslini 1740. 5. und .Vnimsckverllonez . . . ebcnd. 1741 —. 1744. 5. herausgab. — Von der Vene- tianischen; Vliefiaur. östumism. snri- czuor. er receucior. ex »urc>, srg. er sere, g O. pecro Vlsuroccnu coli, er ckeipubl. Venet, leZstU3, Ven. 168z. 4. mit K. — Von der Florentini- sehen: dem vorhin angeführten S»Mo iltorico des Bcncivcnni, Flor. 1780. 8. 2 B. zu Folge, sollen die alten Münzen darin sich auf 14000 belaufen; aber, ausser den, in dem 4tcn — 6tcn B. des bereits gedachten Vlufici plorenrini, welches auch den besondern Titel: ^nriiz. l^lumism. sur. arg. ... er seres . . , führt, beschriebenen und abgebildeten, ist, meines Wissens, kein besonderes Verzeichne vorhanden. — Von der Ronig--, lieh Französischen: Eine eigentliche nmstündlichc Beschreibung davon ist mir nicht bekannt; aber in Kupfer gestochen sind von Boissiere 41 Bl 5. und, als Folge davon, von P. Giffart, 61 Bl. 5. erschienen, welche zu der Loilctiiun cke; üllsmg>e.> gehören; die erstem hat Laur. Begcr, mit dem lat. Titel: I^umirmsr. mock. MZX. ex t-ii» melisrekiu l-uck. XlV.sck exemplsr. ?sr^ lervsro er vrck." Kumism. er numero XL-I rakiulsr. klieurkier. (llerol.) 1704.5. nachgestochcn. — Von her R. R. Sammlung ZU lLVicn: Idlumism. seres msx. luvck. primigue ckmickecim /Zugulli ex »uro, ckuckum kvmse in N 2 Loeuo« I Ant ?l l, t Lacnvd!» Lsrrdulise nunc Viennse ltultr. in Ls2S Lsessres, Ii. 1727. f. mit K. c. snnorsr. Ks. I. KI. Vien. sZultr. 1750. s. Klumism. Limelii Ose- ssr. lZultr. Vindodonenlis . . . guor. rsrior. icon. euer. Lsr. exdibcr. c. Vsl. du Vsl er Hrssm. s'roelicd. Vind. ,754 — 1755. k. 2 Tl). Lscsl. Vius. Lses. Vindodon. nummor. ver. di» ltrib. in psrres duss, czusr. prior, mo-^ nerss Urb. vopulvr. reg. slrcrs Iloms- nvr. complebticur . . . descr. los. lrcle- dell, Vien. 1779. k. 2 B. mit 8 Kpftt. S^Il. 1. Klnmor.ver. snecd. I'kcs. Ose- ssr. c. commcnr. I. üclrdcll, Vien. 17 z6.4. — Don der R. Preus?ifti?cn: S. den vorher angezeigten Vdes. llrsnd. seiest. Lol. Visrck. >696 — 1701. t. z B. mit K. — Von der R. Dänischen: Oli?. Iscodsci Oescript. Vlns. ckrilt. V. Ilsfn. 1696.' s. mit Kupf. Verm. durch Joh. Lanercnz, cbcnd. 1716. so!. — Von der (ehemahligcn) Sammlung der Ronigln tZchuistina: Viedsil- les du Lsd. de Is Ii. Ldriltine, Ar. p. ?. 8. Lsrrolo svcc les Lommcnr. de KiA. Hsvcrcsmp, (lat. und französ.) Il-^e 1742. 5. mit 6z Kpfrt. Klum. snr. sur. srßcnr. er ser. in 'l des. Ldri- stinse . . . sllerv. -r srsnc. Lsmclo in ord. redsst. Ii. 1690. 4. /ZIex. de l-s- Tsrse Lkriltinsc, 8uec. keginse, Im- xcrsr. Lselsrumgue 2 ?ompe)o sdLs- rol. Vi. Klumism. series, ?sr. 1669.4. — Von der -Her). Xvürlcnbcugi- schen: Limelisrcd. s. I'lres. Klumism. rsm suricz. <>usm modcrnor. surcor. srgenreor. er seneor. Ouc. VVUrc. LrucZ. 1709. f. — Von der-Herzoglich VVcfNiavsclien: 8sl. K'rsnclcii Rxpli- cur. drcv. Klumopdz'I. W^ilidelmo Lr- neilini, Vin. 172z. t. mit K. — Von der Herz. Gothaischon: Lords num- msr. tili. 'Ödes. K'ridcrici Klumism. snrig.. . . c. 8ig. Liebe, iZmlt. 17Z0. sol. mit K. Auch ist die Mcdaillensamm- lung des H. v. Schachmann dahin gekommen ; und folglich gehört noch der Lars!, railonnc d une Lullestion de Viedsil- les ,774. 4. mit K. dazu. Von der pfälzischen: S. den vorher angezeigten dskes. ex Iches. sslsr. seiest, von Laur, Bcger, Hcidclb. 168;. f. — Bon der Gzforö-schcn: Kiumor. snriguor. scriniis Lodlefsnis recondiror. Lsrsl, . . . cur. ssd. Wise, Lxon. 1750. cbend. 1784. s. mit K. Privat- Sammlungen nach Vcm 2tlpha- loerh; I. Uspr. /ZIrini KIum. Urb. grsec. lieg. Viror. iliultr. Lsmilisr, romsn. romsnorumczue Impersr. . . . ssr. 1640. s. — Klumism. gusedsm cufusc. tormse er Viersiii Vius. Ho- norii llrigoni, Vcn. sssiv. 1741 —- 174;. s. z V. mitK. (gehört zu den wichtiger») — Ilsccolcs di VicdsAl. snr. lwperisli, ds I-eii. eZlcsni, Vloden. 1677. 12. — Lscsl. Klumism. surig. ex suro, srg. er sere Isc. de lisrp, TZmüci. (s.s.) 4. MitK.--- Klumism. rsriur. Hecceierisns, conlign. er expl. I). Lspciio, dismd. 1684. s. Ebcnd. 1750. s. mitÄ. — lod.Luii. de l-erger Vluleum, ex KIum. snr. Lemmis inseuipr. exseui. prisgue. conti. Idps 1754.8. — Lsrsi. du Lsd. des Vieris!Iles de Vir. Lonrepns, TZmlt. 1700.8.-—Lscsl. Klumism. .^nrirz. ex surv, srg. er sere, ur er Lcmmsr. Ispidrimczue, precios. -V.Id. Loscd, »SA. Lom. 1729.8. — Klumopd^Isc. Iluiic- dsrdisnum .... Ilelmlt. 1740 — -745- L- 2 B. (Wofern irgend ein lichter eherner Otto vorhanden ist.- so hat er sich in dieser Sammlung befunden.) — Osur. v. Lsmper Lsrsl. vercr. er re- -cencior. Klumismsr. TZmitei. 17:4. 8. — Lelebtiors Klumism. in sere msx. moduir c Vluieo lüsnc. de Lsmps, c. inkerprer. I). Vsiiisnr, l'sr. 1695. 4. mit^t. — Lcclrs de' ViedsAlioni piü rsri neils Iii dl. dei Lsrd. Lssp. Lsrpegns, It. -679.4. mit K. (Und Erillutcr. von Gio. P. Deiiori) Ebcnd. s. s. 4. niit Bern, von PH. Buonarotti. Lat. c. los. Vionrercdii Lommcnr. TZmit. >685.12. (Carpcglia war einer der ersten, welcher blos so genannte Medaillons sammelte; in der ersten Ausgabe der angezeigten'Schritt sind deren-z, in dce zwenten 129 abgebildet.) — Osr. des Vie- dsillss du csdinec de Klic. Odevsiier» ^Imlt. A n t Ant 197 ^mll.(5 2>)4. Lsr.äez meäsilles äouble5 äu csl>. äe dlic. Llrevslier, lärr. 1707.4. — H. Claussens Müuzeabinet, Hamb. >753. 4. — Luil. äe Lr»i5ier 8cr. blurnizmsr. snciizuor. rsm?rsecor. i^usm romsnor. . . . ^uZ. Lbur. 1 72 1. 8- — lmpersror. romsnor. dsumism. surcs s lul, Lse5. sä llersclium . . . eäics ex ?rlu5. Lsroli Duc. Lrozii er ^r5cliorsni, z>. I». äe kie in ses inc. er s los. käemmclsrio . . ex- zrlicsrs. 2snrv. 1614.1627. 4. kcrol. 1705. 4. (durch baur. Begcr) Vermehrt, uud Mit dem Titel lmsieisr. Il,omsn»r. ldlu- mism. surcs, srAences, sercs s I. Lse5. u5. Iduben!!, .4nrv. ,654.5. (Die neuen Aus. sind aus dem Museo des Ric, Roccok gezogen) Ebendieselben, e. Lsur. IleZeri snnor. kleral. 1700. 5. und endlich c. Iduä. 8miäs Idomsnor. Impersc. I'ins- corlrecs, rec. 8i^. käsvcrcsmn > /^mlb. ,7Zg. 4. — Lisb. Lupcri Ls^nplrzr- lscium X'lonersr. s>ri5csr. er rccenrior. ^mil. 1718. 8. Lsr. d4umism. sn- liczuor. ex suro, srg. er scre, ko- msn. er Lrsec. izusecoll. Llrrist. Linn, äe Dsnelcliiolä, I4s5n. (5. s.) 4. — ^Zgelisnum dlumopkzäsc. 5. Larsl. nummor. rsin snriczuor. q. rccenrior. czuos I. 55. LZselinAus colle^ir, IZrem. 1714 .8.— dssumopkzäsc. kilirencro- nisnum, conr. s^psrsr. snriczuor. se- ezuc se recenc. ldlumism. s krä. ^änlpli. 55snlen sb Ciircncrun cnlleLtor. 5. I. er s. 4. — I4umism. clcgsnr. ^5u5ci ^lrdsr. 8r. Lenove5se, ex sere, bcy der ateii Ausg. der 8elc55. idlumism. sn» riq. c däu5. ?cr. 8eZuini, Luc. ?sr. 1S84. 4. G. auch das vorher angeführte Lsdiner äe Is Lilil. äs 8r. Lcncvieve. Lomzienäio äelle dseäsAlie clic li rrovsno ncllo Kuäio äi Lrsnc. Liisco- nielli, in drlssss >717. 8- — I4um- inoplrzäsc. l. Tscli. Lleiclrmsnni, 5.1. >752. Z. — Lloeleisnum Isumoplr^-I. 5. LolleK. vcrer. dlummor. rsm Lrse- cor. czusm Idomsnor. T^ur. Llril. Lilo» cleii, 5'rc5r. sä ?rä. >7Z5. 8. — Lsr. Ksuniisin. sntlc>. oinnis mnäuli, lärsc- cor. komsnor. crc. i^use colle^. los. Qrsmmiuz, lls5n. 1758. 8. — Lsrsl. Ksümiem. snrlqnor. czuse coli. äe älslrn, ^Virccb. 175z. 4. — Lonlpe- Kux d4umor. r. anciquor. cz. reccn- riur. omnir incrslli sryue moäuli s ?lril. I. läsrrmsnno collcKor, k. 5. s. 5. — VIie5. dsurnizmsr. . . . Lsrol. läeiäsni, 5.uZä. It. 1697. g. — Larsl. Vlieese numismsr. käei5elc.insc> conr. numism. sur. sr^. er seres r. ver. ^uÄ. Liomdc, I.onä. 1782. 4. Mit 68 Kpfrt. — LonliZnsr. rsrior. dsumiüin. sirr. mcä. er rcc. sevi, czusc isld. ?rär. 5l)init5e5> coli. Lcr. (5. s.) 8.^»- knn- mcrsr. dlum. . .. Arscc. er romsnor. 2^, I. Iclie. kern. 1777.4. — Münz-Eabinct von alten Münzen, gesammelt durch Hcinr. Kaufmann, Hamb. 1747. 8- — 8sm. Kiup5cri LiolleA. blumizm. vcrer. er recenr. Ilcrn. 1750. 8. —' lnä. lsummvr. Vsl. krrn. l.oc5clreri, conr. nNrnmos snr. Arscc. er romsn. Oresä. 1752. 5. — Ixluinmoplr^lsc. Lkr. ä"lievnd. buäovici.... Virceb. 17z 1 --- 174z. 8. 2 Th. — Isummoptizä. l.ue- äerisnum snr. er recenc. . . . blsinlr. (1678.) 5. — 8cricü dlumism. snriiz. grsec. er roinsn. Huse congciür läenr. >^är. a bäsric (läsg. Lomir. 1727.) 8- — lrlul'cuin lräszznckellignuin (zu Bres- cia s. Vozr. ä UN llrsn^ois B. 8. S. 40s. ite Ausg.) Ven. 176z. 5. 2V.— d4um- ini Impcrsr. romsnor. ex suro sri^ue srAenco izuse vensl. prsclt. spuä Iväe- clrerinurn er Oioäsrum, 5lor. 1747. 4. ldluinmozilizä. Lcr. VVolr. d4ollsni er los. Lbr. koemeri, Lell. 1744 8- — " Ivlu5cuin kluliianuin, l. Inäex ?4um- N Z rnor. i?8 A n t A n t nior. Lesse. et romsnor. Huoz collcA. ?bs8. XluII, ^mttel. 1755. 8. — Xkut. Xluilelisnum, t. chsum. sntiiz, c< nr. reg. XZscecl. /XcA)-zst. 85'r. vitro, ßorli, nuen. et veter. s?cipulc>r. Lrb. Lsei 'L^esnnor. numifni. rnsx. moff. et n> nnull! tsmilisr, romsn. s Ine. Xtnlci!o> coli. er cci. Vcr. 1750. t. Z Thc Kumism recen? scczuilirs, Ver. 1760. t. — dsenlisutisnum ^lut. t chtnmm! Aesec. roin, cte. coli, s Xteinh. chsentisut«, Ler. 1717. 4. —- Xtui. ddiccvlisnum, t. Imzierst. romsnor. itcv. t'vznilor. et Erbium dduni. snr. czuso piorenr. in Xtnseo ?Ii.dtic. coiini slleevsncur, Uclcripr. (klor.) I728. 4. ---- dkuinism. ttieron. b'czui- rie vcl.'.m . . . It 1742. 4.— dt. V8c- r> i Discos n:>r> snrc vul- ^srs, czuse T^nton, Lcnc8ittus e suo Nisxime et /imicor. X4uici!i Iclcgit, It. 1778. 8. Mit K. — I-ic. Viicilil?'8e- ssur. ieleötor. idlumizinsr. snricz, czuo zerserer imsgines et leriern linderst. Itom » L tul. Lses. sc! Lonttsnrinuin Xk. uiczus czniffczciiff kere monnincnror, ex romsns sniiczuirsrc in numis vs» rcr. reitst, recvnciirnm eit. szmitel. 1677. 4. —» lLtielsurue dffnmizmst. e iXlnieo Lsr. ?srini (/tmltel.) 1672.4. Mit K.Xluinisin. snricz. in teSs psr- res ciiv. colle^. er seri inciffi cnrsv. ?'Ix>n>s8, i embroctiise er Xlonria Lomerici t^omez, Lonff. 174z. Ulld 1746. 4. zo6 Bl. — (isc. Kumism. snricz. r. ^rsec. cz. romsnor. eongeit. n Ls.ep. c!e ?t'su, 8currg. 1745.8. Lsrsl. Xclulci numism. 8cticucti?cro» ke^erisni, in czuo rsriors rsnruin t>uz. XSus. numiswsrs ffclcriliunrur, cerers incticsnrur ... s. I. er z. 8. lo. I^rchr. Lchnezipeilini Xtumi rsrior. sur srcriri . . . Vnolä. 1757. 8- — Luit. Sclirocciteri?kct'. Xtummor. snr. er recsnr. kksmlr. 1729—» I7ZI. 8- e l!h, --»» Lsleöta chkumisin. snr. e Xfful. 1'ec. Lexuin! . . . x>sr. 1666.4. mit Kupf. Venn, ebend. 1684. 4. — !<>s. 8zzcelmsnn Ls?z Lrsecor, Itomsnor, -er rcccittior. Xkumism. . . . stmlt. 16YZ. Z. Ott. LperlinZii ?kcs.>!u^ misin. snricz. I^smb. 1717.4.-—- L2» tsl. vsn een Lsdinec nier Xtec^siilez, vcr?. «!c>c>r Lorn. ^Xtc. vsn L^sieit^n, r'k^serlem 1745. 8. »— Xlutei I'Iicu» zioli snticz. >inmi8m. oliin coli, s los. Osm. I'tiecipoio, suÄ. er e8. s I.su- renrio . . er ?ccicricc> . . . trsrriliu?» Vcn. 17z6. 4. z B. mit K. (gehört zu dcn ivlchtigern) — 1 urnoncnilz Lot. !cA. 80c. I. I>iumnii vcc. iXvcn 17ZI. 8 —' Lsrsl. zhreAc ciez Xlcäsiilcz c!u cslz. 8e X!r. Duvsu, 'I'rn)i. 1758. >2. — Xtulcum Vilcnkraclcisnum, com» >'I. Klumi.im. snricz. , . . s. I.ers. 8.—» KiumoziX^isc. TXcsc!. !6psslicn8s, ?. i. Ksumism. cznse (smil.romsn. su8isnr» expl. /Xutt. Lv. ^ieivo-zel, 175z. 4. — Lsc. Xtumizm. r. Arsec. c. ro» rnsnor. ex omni scre . . Lorn, /tlex. c!c Vrien?, Lörr, 1744. 8- — L»r. von alten, raren, griechisch-und römischen Münzen . . . ges. von Joh. G. v. Wichmannshausen, L !. 1747. 8. —- Leists chlumisin. snr. ex X4u(eo lsc. . mec snticzue en moderne Xiiec!. nsgelsren b/ iXbr. ?el!< v. Wouiv Lrsvenk. 1754. 8. —- Liir. Wreen d>lnmisin. snticz. 8^IIoge popul. xrsec. munici- piis er colun. rom. cut. Lon8. 1708. 4> Werke, worin xwe^tens die übriggebliebenen, in verschiedenen Sammlungen zerffreuten, Ntcmzen der alten, hier vorzüglich in Betracht kommenden, Völker, mit Rücksicht ans ihre Geschichte, besonders gesammelt, und größtentheils auch abgebildet worden sind: !!>lloris j.'rc>Ivmseor. iieZ. sc! iiäem k^umii» A n t A n t 'i?9 Islumismsr. sccom. per In. Im;? XLiil» Isirr, ^mttcl. 1701. 5. mit K. — 8e- leucidsrum Imp. I'. Hiilur. UeZum 8zr- rise per lo. L07 Vsillsirr, Vsr. idgl. 4, UsA. Lom. >7Z2. I. mit Kupf. 7ün- zrsles lxcA. er Her. 8^risc, num. verer. illullr. ab obicu T^lex. öd. sd Lire). I'vmpezum sdv. T^uöl. Lrssm. ?rc>e- liclr, Vicirirse i 744. I. mit K. De- Icripr. ddummor. Tlrrriocbisc 8z>r. Ii 8pecimerr T^rris crir. irummsrise, T^uöd. I. Lclebell, Vicn. 1786. 4. — Tlrls» cidsrum er'7Z.cbsemcn!dsr. Imper. I. HcA, psrrbor. ?oirri, öozpbori erc. Hill, sd lidem numism. »ccniri. p. In. ?c>^ V^sillsnr, 1'. 1725. 4. sB. MitK. Ebend. (oder vielmehr Leipzig) ,728. 8- s Bde. Hill, des Unis cle Vbrsce erde ccux du Luspbore Liimmerisir, eclsir- ei p. des lescdsilles, p. Idr. Lsrz(, l^sr. 1752.4. Mit K- — chlumismsr. IdeA. ödsccdonise umnis . . . bsüeirus cdics, sddiris incditiz er rrorrdum de. Icripris, rsb. serr. rcprsel. dißellir, delcripl. Ina. Isc. Lesircrus. Vrserixs lunc I'roleA. de Bker. univcrlsli »mirium Numism. Lirscc. er l r^eo^pri, /Zrsscidsr. ?o- pulor, er Lrb. Lirscc. Imper. rom. Isr. er Ar. BiZ. 1755- ll. Mit K. >lp- pendic. sd blumism. Ar. Lopulor. et urbium > s Isc. (icsnero rsb. scn. re-. prselenr. curs er llud. ^lo^fii Lnm. Lbrillisu! . . , Visu. 1769.4. ( ste Allst.) — Hecueil de rVsedaillcs de Unis ... er de ödedsilles de?cuples er de Villes . . . «zu! n'onc poiirr cu- cnre ers publ. ou <^u! Innr peu eon- nues, mit den dazu gehörigen Supplc» mcnten und Zus. I'sr. 1762— >778.4. is V. mit K. dlumi ver. snecdor!, ex Uul. Lseisr. Vindob. lllnrsnr. drs- nellisnn, Vic^sisno, cce. cell, er il- luilr. I. Lclebetl, Vind. 1775. 4. sTH. ?opulor. er HeA. ddumi verer. inediri, call, er illuilr. s b'rsnc. bleumsnno, Vindnb. 1779. 4- — Hubert. Linlrzür 8!cil!s er IdisAna Qrsec. I. Hillor. LIr- bium er l^npulnr. Qrsec. , , . ldb. 1, LruA. VIzndr.1576. I. mit nzSicil.und 216 Münzen von Gr. Gr. L. Icbnl. >ü,ndr. 8cboccii, T^ncv. i6>8-I. und ini gte'N B. s. sdmmtl. Werke, ebend. 1645. I. 4 B. 1708.1. 5,B. so wie im 6ten V. des l'belsur. 8ic. — Lirsec. c)uscsue Inlulsr. Kiuinism. »k Hub. Qnlrzio c5. sii«' In der siror. «Zi />ilels, snr. Lirrs «!« tiieiiis . . . «jg Lelin. OtSAnnrcs, Z^»> >75?- 4- mit K. und im slrnThril von I, I'Nii. «l 5)tvillc 8ieuls . . . Kmst, 1764. f. 2 Tl). mit K. Jmglci- sl cn gehört hieher, II Kc^n«, «Zi'dss9«,Ii e «Zi Eslsdris, «le5er. enn HZcsts^Iie «Zs XZsrin Xlsicr, Nolls stZz^s I7^Z- t. MitK. IZrnrris lKumismsrics, 5. üruc. risc, siori. (Zslsbrise, ^opulnr. 54u- mi^in s l)oin. i^ZsiZnsn, ltcim. 177z. f. mit >-4 Kupfern. lniesnis 54umism. 5. chcucsnisc siosnilet. dstn» mixm. , . . s Uom. Xls^nsn, sZruu. 1775.4. MitK. Iva. lstsrstuini 54um- mi sNt. l^nziulor. seursi. iilusirsri, psr. 1684. 4. Verb. in s. Ojlusic. leleK. K«uiiel. 1759. 5. S. > U. f. — Ocl II etorn Lricsnnicn losere I. «>vvcrci il XZuic«« nuinsrio ove i! ennrenZono le me«Z.>glie Arecsie e lscine in vAni me. rslln c 5or,ns, si.on«Z. 1719. 4. 2 B. Jtal. und Englisch; tat. durch Aloysius,. Gr. Christian! (Khcvenhüstrr) und Jos. Khrll, Wien 1760 — 1764. 4. 2 V. niit Kupf. (Das Werk enthält größtenthriiö nichts, als gr. Miinzcnz aber ist , leider! sehr schlecht acrathen)— IVnnizm. Zm^ersr. Ku^usior. er (5se5sr. s pc>» zuilis rcuusnso cürioniz, «^ncee Inczucn- rilluz ex omni mrxiulo ^eieuils . . . coli, s Ins. sinz'Vsiilsnr, ?sr. 169g. 4. Derm. Kmsiel. I7so, f. Knpensti- culs dazu von Er. Fröhlich >7Z4. 8. mit Kupf. und l'U s. (zusrunr Venr. in re numsr. verer. ebcnd. 17z/. 4. Km'cn- «Zic. «Zuse novse, von ebendcnis. Vien. '744. 8- Mit K. und bell s. Schrift De fsmil. Vsl>sllsrsi!54um. Vin«Z. 1762.4. (Noch ansehnliche Zusähe dazu sind in dem Thcupvlischen Caöinctte enthalten.) --- ZKumism. sei-. Zmper. KuAuK. er Lso- Zsr, in (Zoioniiz Xtunicisi. et Zchrhihus Mra Zsr, äonar. ex omni moäulo xer- cusis, coli, z los. Vsi'Ilsnr, k'sr, >688- 5. 1697. 5. I»s. kstsriZuini-4n- rirrhsricu.-! «Ze dstumix snr. Lolonisr. er Ivt«>niei)>ior. s Ins. I-N7 Vsillsnc e«lic. ?sr. >699. 4. — Xliicell. 54u» mi?msr. in quibu? exliibenrur ?«>9n- lor. insiunicrrumczue Vir«ir. dstumiim, omni» in vsr. per Lurc>s>sm 54um«>. plizst. sec. «lel'cr. s Dom. Xlsansn, 1^. 1772. 4. 4 B. mit K. — — tZuh. Lioir-TÜ itslsti ^tsAisirsruum ccVrium. sil>. romsnor. sli urbc constirs s«l Ku^. ohirum . . . lZrti?. ?lsnclr. 1566. 5. mit 748 M. und im iten B. der sstmmtl. I Werke. — I-smilise l^nmsnse «^userc- j'eeiunrur^in s»r. nuinismscihus, sb urlie cnntiirs sei re,nu«>rs «Zivi ^ugusti, Lx IZil'I. I'stilvü lstriini, scll. XXX. ts«n. ex t.illr. 2^nc. ^uAuistini, lZ«>m. , 577.5, Lsr. ?srin resZit. reeoitn. sux. ?sri?t i66z. 5. Ohne die Erkltlrung in Quccr« fol. (von iioGcscdlcchtcrn)— KZ>r. Qor. rse! Z'lie5. dstumizm. romsnor. sureor. Stgenr. er screor. sst I/smiliss e^ua urkiz spedstsnr. n5c^ue s«Z odirum Ku^. Kcc. e^u5«i. ?stslis>omens, 5eu r^pi nummor. romsn. «zuos s Irulv. d/rstnc, zisrcim nun estiros, psrr. non i'rsccii- r«>s posticiec (Kurv.) 1605.5. Kmistel. 1608. t. Mit K. --- dstummi snrilz.ks- milisr. romsnsi-. pers>er. incerprer. il- lulZr. s los. d'07 Vsilisnr, T^mlst. 170z. 5. s B. (Von 220 Gesst)lechtcrn und mit igoo M ) — ?he5. Xloieilisnu?, 5. id'smilisr. t «im, idstumism. omnis .... sccur. «Zelinests, er ^uxrs or«I!nem ist. tZriin! er L. I'srin! «Zissinlirs sh KniZr. Xlotellio. T^cc. Istumi mi5ccil. urlliü lZomse, tZilpsn, er L-oic^isni «Zuliise ii«Iöi nmns? c. Lommcnr. LiZ, listsvcrcsmpi» ^mZZel. >754. 5. 2 V. L. commenr. Lcltle^clii, ststsvorc. er (lorii ... er prse5. ?er. Wesselingü, T^mist. 175z. 5. z B. (Von 206 Gcschl. Mit 2550M. --- Zhe ImmsZini, con rurri i rivcrii rrovsci . . . , «Ze Al' Im- UetStlni, rrsrre «IsIIc mestsglie . . . os lin. Vico, t.il>. 1. Ven. 1548.4, tat. Parma >554. 4. Ken. Viel, ex IKHr, XXIZI Lommenrsr. in verers Imx. A n t Ant sor Imp.dssumizm. lftilul. (von Cäsars Münzen) Vcn. 1562. 4. und e. loa. L. Du» vsllü, ?sr. 1619 .4. Iheliqusüidror. chen. Viei sä Imperst. (bis aus den ÜU- ciuö Berus) hhiftor. ex snr. nummiz percinenr. s Isc. ürsnco eä. Ven. 1601. 4. und c. I. L. Ouvsllü, üsr. 16z 0.4. Auch gehören hiehcr die ärnnorsr. in XII. prior. Lseh. chlumism. si> ^nä. Vico oiim cäics, nov. sääiris eoruiiä. Lseh. ImsF. msj, Horms ssre inc. c. I. ?. Lcllorü, ki. i/z o. t. (Wegen der Bildnisse der Kaiserinnen von eben diesem Schriftsteller, s. den Art. Portrait) — hhud. <äolr2Ü L. lul. Lschsr, I. hü» ftor. Impcrsc. Lsehsrumczuc romsnor. . . h.ili. I. Zruoi. II. 156z. h. Mit 57 Kpfrt. Ebendesselben Lschsr ^uZuftus h. Hüft. imp. Dsehsr. romsnor. . . Ind. II. I-ruA. HI. 1574. hol. Mit 8Z Kupfrt. Bcndc Werke, vcrm. niit 66 Münzen des Tiberius, (aus dem Cabinet des Nie. Roecvk) und mit Erlstuter. von Lud. Nonnius, Tlinrv. 1620. h. und im stcn Bande der sssmmrl. W. — Dcconis dssumixm. Impersc. rom. s I'omp, hlsAno sä hjersclium, T^nrv, 1579. 4. Sehr vcrm. ^uF. >6o>. 4. aber ohne Kupscr; mit Kupfern und vielen Aus. und Erlstuter. von Franc. Mczza- harba, öäeäiol. >6gz. h. Lurs Iftiil. /^rgelsri, ebend. >7Zv. h. — üev. klul- hü 6er. Imper. rom. ülumism. s I. hl, sä ftuä. II. hrckr. 160z, 8- mit K. — G. Chanlers Nicuwe Keysers Chronica, van Jul. Cüs. tot op dem Matthias, t'Amsterd. 1617. t. mit K. — Xlcäsillcz . . . snr. ä Impersrrices rom. p. Lspr. Ic hleneftricr, Di). 1625. hol. 1627. 1642. 4. — Lommcnr. hiftor. conre- nsns I'IÜft. äes ümp. Impcr. Leh. er ?z-rsn äe hhmpire Ilom. p.sesnBri- hisn 16z5. h. Sehr vcrm. ebend. 1644. h. z B. mit >zoo — 1400. M. II ko- nino ovvero r^verrini sl lüiftsno in» rorno sZli error, äelle hheäsglie ncl 'Homo primo äe huoi Eommenr. Iii. ilorici h. I. e. s. 4. von Franc. Angcloni ü'Iftoris ^riJuils äs Liul. Lehsro Onüsniino II HL. Illuftrsrs con la ve» rlrs äegli snt. hleäscilie äs hrsnc. 2LnaeIor>!, Idoms 1641. h. Verb, und verm. durch G. P Bellvri, ebend. >685. ss. — Hüft. äe5 h.mp. ftom. äepuiz (leisr zrniczu'ö hoftdumus, »vec rou- rcz les öleä. czu'ils onr hsir bsrrre, p. ). K. hhsulrin, hsr. 164;. h. — Des Lelsrsäe I'ssmp.ssulien, p. Ü2.6s>sn^ hiciin, hheiäellz. 1660. ?sr. 168Z. rVmft. 1728.4. mit mehr als zoo Rom. Münzen; bat. und Franz. nebst Spons Abhandl. De „ho nummor. in ssoßn. von Hcusingcr, Gotha ,736.8 Impersror. romsnor. dlumism. s lul. (lseh. sä klersclium ex scre msä. er inh. hormse,, äehcr. er ensrrsrs p. tlsr. hsrinum, ätrgenr. 1671. hol. .^mftel. 1697. f. — /VeZiä. Dscsrr7 Hüft. rom. s lul. Lseh. sä Lonibsnr. krä. per nu» mizm. illuftr. Tücceä Ler. er num. reA. ki^r. ^eA^pri, Licil. er HIsceä. crc. Dlsrsm. 1671. 4. — hsumftm. Imper. rom. prsestsnciors s lul. Lsei. sä ftoft- humum er ä'zrrsnnoz p. los. hozr Vsillsnr, ?sr. 1674.4. 2 B. 1690. 4. 2 B. Verb, und verm. ebend. 1694. 4- s B. Dum sppenä. s poftliumo sä Lonft. hl. cäic. I. Hr. IZsläuino, I^om. '74 h 4. Z B. Supplemente dazu von Jon Khcll, Vinä. 1767. 4. — tdlir, XVcrmucli hlumihm. omnium Imper. rom. mncmonics, Qorli. 1715. g. mit Klips. ^ni. Hsnänri dlumism. Im- persr. rom. s 1>»z. Dec. sä hslseo- I0A05 . . . ?sr. 1718. h. 2 B. fterrrcz hur les Idlcä. äu Lsb>. äc Xlr. Grsin- ville er czui msnczuenc s celui ä'Tün» Helme ksnäuri, im hlerc. äe hrsnce, I. 172z. S. 1098. I. 1724. S. 2IZ- und 2507. Issumism. czuseäsm sures äe» clinsnriz Imper. inösnäurisno opers non äehcr. von Er. Fröhlich in /ü. h. lZorii Lzunbol. lirrer. Dee. 1. ft'. VII. S. ,Z4. Und Lsrsl. numor. sureor. su. ^uftsl. czui in Vsilisnro er IZsnäuric» äcstäersncur, von ebend. und ebcndas. lüft. Ilomsine äepuis Ig honäs. lion äe ftome svec . . . plufteurr meä, surenr. p. XüVl. Lsrrou er ftouille, ?sr. 1725 U. f. 4. Z! Bde, ft'hy N Z )äeä.'l' 202 ANt Ant Ära >IedzII!c kdlklor^ of kc>me . . , bv Lcmlc, b.vnd. 1781. 4. 2 V. mit 61 Kpfbl. worin jedes ungesckr 20 M. enthalt. — Auch gehören zu den Werken von den römischen Münzen noch: Lonll. I.zndi in vercr. numismar. rnmnn. inifcell. explicsr. I,ugd. lt. 156-z. 4. und, mit dem Titel: 8elccti»r. diu- niism. prsec. romonor. expvlir. . . I.ugä.It. 16P5. 4.mitK.— Jmgleichcn die, vorhin angeführten Beschreitungen der Cabinettc des Franc, de Camps, des Herz, von ülrfchott, u. a. m. — S. auch noch den Art. Portrait. — — itzlittar. lt/. 22Nlina dupl. Lommcnrnr. illullr. czuor. prior, dsmil. er Lremmors Imp. cum cnrumd. dlumizmnr. . . . complcKirur. . . . stuöl. Lar. du d'rcz- ne l). du (lange, p-r. 1680. t. fein Werk, welches Banduri sehr benützt zu haben scheint) Oe Imn. Lonilanronop. Leu de inferior, aevi vcl imperii, uri vocanc, dlumizm. Oillerc. f. I. c.a. f. »nitK. von ebend. und auch ben dem zten Bde. s. Llnilarii med. er int. I_ari- nir. — — Von den alten spanischen Münzen handeln noch besonders: laufen de las leledallas ticfconociclas Lfpanol .15, por Q. Vinc. )uan cle ttz- tlanofa, cn tduetes 1645. 4. init K. (Der Verf. behauptet, daß die darin von ihm beschriebenen, und zum Theil abgebildeten Münzen von derjenigen Art sind, welche bivius -^rgenrumtign »cum Oleen- fe nennt.) Zu der Verständlichkeit derselben führen : Oillerrsc. triitor. für Icz lirvirno^eü aar. dchfpsgne, p. l^r. lvla- dudol, llsr. 1725. 4. mit K. und der Lnts^o folzre los ^Ipb.illeros eis las l.erras clefcunocirias czue te cncuen- rran en las mos unrigugz medsllss de Li'pana par O. I,.). Vels^gue^, Ln ^lacir. 1752. 4. — Oollecinn cle laz ^sedsllgz cle los t.dunicipic>5 , Oolo- iiias orros puedloz cle Ltpsn» per lrl. l?lore? Serien, kdodr. 1757. 4. L B. und dazu gehörige 8upplemenrc> , . . ^ Lvllecion cle las med. de Iv5 liebes Lodoz, ebend. 1772. 4. — — Auch gehören, auf gewisse Art noch hic- her: das kglufeum Ouficum Lorgianum Vclirris, Illutir. lae. (S. T^dlcr, 8ü. r^ovv 178>. 4- kom. 1782. 4. mit iz, Kpfrt. arabischer Münzen. — — Die, zu gehöriger Benützung der alten Münzen, nöthigcn Werke, finden sich bcy dem Art. Sckaumünxen. Die lleberbleibsel von alter Baukunst, Gemmen und Cameen, Jnnschrifrcn, Musivarbeitcn sind bcy den Art. Aufschrift, Dauarr, Geschnittene Steine, Mosaisch angezeigt. Antiphonjen. (Musik.) So nennte man ehedem in der Kirchenmusik die Gesänge, durch welche das Volk oder die Gemeine dem Priester, oder ein Theil des Chors dem andern antwortete, wie dieses bisweilen noch itzt bcy dem rümisch- carholischen Gottesdienst geschieht. Sie sollen, nach dem Berichte des Sokratcs, schon von dem heiligen Ignatius, einem apostolischen Kirchenvater, eingeführt worden scyn. Daher ist es denn gekommen, daß die Gesänge selbst den Namen Anti- phonicn, oder Tlmripdoiin, bekommen haben, und daß die Bücher, worinn diese Gesänge gesammelt waren, ^ntipllonarin gencnnt wurden, welches ohngefahr das bedeutet, was man gegenwärtig ein Gesangbuch nennt. Aramena. Ein deutscher Roman eines durchlauchtigen Verfassers H. Die Vcr- wiklungen, wovon er voll ist, werden durch schwache Faden geknüpfet; die Personen handeln nach Einfalle», die weder in ihren; Charakter noch in dem Affekte liegen. Aber die Auflosung des Hauptknotens hat etwas reizen- ch Des Herzogs Anton Ulrichs vonBraun- schweig. A r a Are 20z reizendes, indem Aramena durch denselben Weg, den sie fürchtete und vermied, zur Ruhe gebracht wird. Dicß Werk hat den Verdienst, daß man uns ganz nahe zu dm Personen hinbringt; daß der Dichter wenig in seiner eignen Person redet. Ein gleicher, netter und lebhafter Ausdruk; die Vorstellung der Affekte in einem nahen Lichte; Reichthum und Seltenheit in den Bcgegnisscn. Aller Nachthcil desselben bestehr in dem Verstiegenen und Unnatürlichen in der Liebe, in den Sitten der Personen und der Zeiten, in den unzureichenden Gründen der Handlungen, und in den ganz unwahrscheinlichen Vcrgehungen der Personen. Die Sprache hat noch Wörter und Wendungen, die man seit dem, zu großem Schaden der Lcbhaftigkeir und des Nachdruks, vcrnachläßigct hat. (*) Dieser, von H, S. angeführte Roman erschien, mit dem Titel: Die Durchiauchtc Syrerin« Aramena, Nürnb. 1678 u. f. 8. ; Th. mit Kupf. Ob aber das, von unsermV. ihm ertheiltc Lvb von inehrern bessern ihm gegeben werden dürfte, daran läßt sich zweifeln? OaS Werk ist ganz in der Manier der, in der letztem Hellste des ^ten Jahrhundertes, auch in Deutschland Mode gewordenen Romane der Scudery und des Calprcncde; und der höhere Rang seines Verf. hat es, wahrlich nicht sehr weit über die ähnlichen Producte des Phil. Zcsen, Chrstph. v. Grimmelshausen u. a m. erhoben. So gut, und so heilsam es ist, wenn die Fürsten die, ihrem Stande, und ihren Verhältnissen, angemessenen Kenntnisse von Geschichte und Staatsverfassungen besitzen, und so lehrreich Schriften von ihnen darüber werden können: so selten verträgt sich doch die eigentliche dichterische Muse mit ihrem Amt und ihrem Berus. — tlcbrigcns ist, von eben diesem Verf. noch ein ähnliches Werk: Octavia, Nürnb. 168; — -707. z. 6 Th. Verm. Brschw. 1712.8. 7 Tb. vorhanden; und einige Nachr. von. s. übrigen Schriften finden sich in I. C. Adelung Forts. und Ergänzung zu C. G. Jöchcrs Gclehrten-Lexicon, Art. Anton. — A r c a d i a. Eine Gesellschaft geistreicher Kopfe, die gegen dem Ende des vorigen Jahrhunderts zur Herstellung des guten Geschmaks in Rom aufgerichtet worden. Die Mitglieder nehmen arcadische Namen an, und halten ihre Zusammenkünfte in einem ge- pflanztcn Lustwald, den sie dcn Par» hasischen nennen. Ihren Vorsteher nennen sie den obersten Hirten; dieser hat seine Verweser unter sich. In ihrem Siegel führen sie die Syntax, die Hirtenflöte des Paus. Die Aufnahme in die Gesellschaft kann nach fünferlei) Arten geschehen. Sie ist überaus zahlreich, und begreift Personen vom vornehmsten Stande, geistliche und weltliche, auch von beydcn Geschlechtern. Durch sie bekommt sie ihr Ansehen. Die Mutter Arcadia, in Rom, hat ihre Colonen durch ganz Italien verbreitet. Ohne Zweifel haben die schaftri- schen Verkappungcn der Gesellschaft, der Pomp und die Aufzüge, die sie sehr liebt, eben so viel beigetragen, sie in Ruf zu bringen/ als die poetischen Vorlesungen des Guioi, des oappi, des Moreri. ^5- -N- Daß diese, von Crescimbcnk, km Jahr 1690 gestiftete Gesellschaft, nicht, wie H. S. zu glauben scheint, der italienischen schönen Littcratur aufgeholfen habe, sondern höchstens eine bloße Spielerei) sey, haben selbst Italiener, als Baeetti, in der Prülls leerer. ldover. 176z. 8. Bet- tinelli, u. a. m. hinlänglich erwiesen. — Uebrigcns hat sie es nicht an Geschickt» schreibern ihrer Thaten fehlen lassen. Crcscimbeni selbst verfaßte eine Illoeis 204 Are A r c st'Krcast!», k. 1709. 4. vcrm. ebenb. 1711 4. u»d eine Lrcve noti?!» stell» 8ratc, anr. e most. stell' ^stuuanza ste- ßli /Zrcasti, Ib. 1712. 12. und im 6tcn B. s. Illoria stell» volgsr pocfia, S .Z07. Ausg. von l?zo. Auch findet sich in s. 8rsrc> stell» lZalilics cli 8. kst»ri» in Ibc>- ins, Ib. 1719. 4. I.. z. c. z. S. no ein Ausz. aus ihrer Geschichte; und in dem angeführten Bande s Geschichte der Dichtkunst, S. -8Z und Z5y. die Abbildungen ihrer Sinnbilder, und ein Ver- zcichniß aller ihrer damaligen Mitglieder, und ihrer angenommenen Schflfernamcn. Ferner sind, von ihm, und andern Mitgliedern, Vice stegli^rczsti . . Ibom, 1708 — 1721. 4- 4 Th. viertle steßli ^rc »sti morri , Ibcim. 1722 — 17 21. 8. z B. — lKori?!» stell nunvc> Ve»rro stc-zli /trc»st>, sperr» in k. Isnn» >726. stel 8. Vier, (linvarsti, Ib. 1727. 4. und ein Auszug daraus in des Crcscimbeni 8rc>ri» stelle vnlAgr kaes. B. 6. S. Z4Z. Ausg. von >7ZV— UNd d/lemeire illur. stcgli breast! , sti Zel. Q. VI. lb. 1761. g. vorhanden. — Und der zte Band der Vor. lirtersireü, ?»r. -76g. enthfllt, S. 576 einen Aufsatz, De I'crsdlill'emcirr ste I ^c»st. stez Arrestes, fo wie die neuen critischen Briefe, Aür. 176z. z. (n. Aufl.) S. 99 und der erste Band von H. Bernouiliis Aus. zu den neuesten Reisebeschrcibungen nach Italien, Leipz. 1777. 8. Nachrichten von derselben. — —. Von den Sammlungen ihrer Schriften sind mir bekannt: blsrmina fresst. Ibe»n. 1721. 8. — Ibime . . . Ibnm. 1716—1762.8. 14 Th.— ?rvle... It. 1719. 8- Z V. — ^stunsn?» steril /trcgsti ... It. 1767. F. (Auf eine überstandcne Krankheit der KK. Maria Theresia) bbstunsu?» . . . in m»rre stcl Lav. e^nr. Ib. kalenA?, Ib. !78o. 8. — I. (stiunchi Olimpi . . . celebr. in memoria sti bletsllsiio, It. 1784.8. Ar che laus. Ein griechischer-Dichten, von welchen? uns nichts übrig geblieben »st. Wir führen ihn deßwegen an , weil er eine besondere Dichtart gewählt hat, die sich ein neuerer konnte zu Nutze machen. Diogenes L.aertius sagt voll ihm: 0 ?-o-/Z/oPust Tro-sto-s-r. Casanbon merkt hierüber an, daß nach dem Zeugniß des Amigonus Carpstius dieser Dichter eine Sammlung von Sinngedichten geschrieben habe, in welchen die außerordentlichsten und merkwürdigsten Seltenheiten der natürlichen Dinge beschrieben worden. Dieses verdienet um so viel mehr angemerkt zu werden, da in unsern Zeiten die Materie zu dieser Dichtart sehr viel reicher ist, als Archclaus sie gefunden hat. Vossius, in f. W. ste Hill. Lrsec. (I. z. S- z-9) hat so ziemlich alles gesammelt, was die Alten von dem Archclauö, der zur Zeit Alexanders, und nachher in Aeghpten lebte, gesagt — scheint aber dieses alles selbst wieder vergessen zu haben, wo er von ihm, als Dichter chve I'oer. Lr. S. zz.) handelt. Auch Vahle gedenkt seiner in der Aum. L. zu dem Art. Archclauö des Wcltweisen. Das, was von seinen oben gedachten Innschriftcn' übrig ist, findet sich in H. Brauks ^ns- lc>ll. B. 2. S. 58. B. z. S. fioz. und kann einen Begriff von seiner, von H. S. gedachten, Dichtart geben. — Archilochus. Ein griechischer Dichter, der um die 29 Olympias gelebt hat. Er hat bc») den Alten das Lob eines der ersten Dichter. Er soll der Erfinder der jambischen Say-re seyn. ^rclnlocdum proprio rabiez »r- msvic Ismbo ^). Seine Satyrcn müssen außerordentlich beißend und boshaft gewesen seyn. Sic sind dcßhalb zuin Sprüchwort geworden. -Horaz findet keine ärgere Drohung, als diese: Lsve, *) lltor. ste seri. 79. Are A r c L»ve, cave! nsmczue !n mslos aspceeimus I'srats rnllo cornua; t^uzli! I.zecsmbge sseerus inssstu Aener ^). Gmvius führt eine ähnliche Sprache **). — In rc miUi libee Ismbus Sintis O^csmbeo la^Zuine rela cksbie. Beyde Stellen zielen auf die Geschichte eines L^cambos, der dem Dichter feine Tochter Neobule zur Ehe verweigert, und dafür von ihm so übel mitgenommen worden, daß er sich ans Verdruß crhenkt hat. Nach einigen Sinngedichten in der griechischen Anthologie sind die drey Tochter dieses so sehr beleidigten Mannes dem Beispiel ihres Vaters gesolget. Dieses Beispiel kann den Dichtern zu einer großen Lehre dienen. Wenn sie so viel Macht haben, Menschen in Verzweiflung zu setzen, warum sollten sie dieselbe nicht auch zu ihrer Besserung anwenden können. Die Lacedamonier haben die Bucher dieses Dichters verboten t). Aus einer Stelle des Valerius Maximus erhellet zugleich, daß diese Satyrcn sehr unflätig müssen gewesen scy». Das Buch der Epoden des Horaz ist nach dem Muster der archilochi- schen Jamben geschrieben. Der Dichter sagt: ?or!n5 ego Primus Ismbns OKencll I.arie>, numer-zs auimozgue lecurus tlrcliiloclr! sh). Man findet bcymBaisse (Archil. An- merk. l<) daß thorenzo Labri angemerkt, Archllochus habe zuerst anstatt des Hexameters, der bis dahin *) Nor. Lpoci. VI. ") Idicl. ;i. 4) vocestoeinonii I-ibeos ^eeliiloclri e civiczre sua exporcaee luilerunr. Va- ler. bl-nc. ss) Lpist. I. 'S. -Z- der einzige übliche Vers gewesen, andre Versarten versucht, und dadurch den Griechen Gelegenheit gegeben, so viel verschiedene lyrische Vcrsartcn zu erfinden. Wiewol andere dem Alcmam, diese Erfindung zuschreiben *). Daß so gar schon vor dem Homer das jambische Sylbcnmaß zu Schmclhgedich- ten gebraucht worden ist, erhellt sehr deutlich aus der Poetik des Aristoteles (Lup. I V.) obgleich der MargitcS, dem Hcphcl- stion zu Folge, nicht durchaus in Jamben abgefaßt war. Aber sceylich scheint Archilochus zuerst dergleichen Gedichte in lyrischer Form gemacht, oder die Epode, wie es Marius Viciorinus (Oo srr. gezmm. Olk,. III. S. 2564. kick. ?.) ausdrücklich sagt, erfunden, und das jam- bischeSvlbcnmaaß überhaupt vcrvollkomnit, oder mannichsaltigcr gemacht zu haben. Auch stimmt, was andre alte Schriftsteller , als PlUtarch sOe bstulie. »p. B. 2. S. 1140 u. f. ?rctr. 162s. I.) Diome- des sl.iv. z. S. 522. Lä. p.) Tercntia- nus (S. 2422. Lck. ?.) Quintilian (I.ik>. X. c. l. S. 497. Lck. Lesn.) West Pa- terculus (l.id.1. c. 5. S. z;. Lck. IZuriu.) von jener ihm zugeschriebenen, oder seinen rhythmischen Erfindungen überhaupt berichten, hicmit, wenn man es genau erwägt, so ziemlich übercin. Dadurch wird, indessen, dem dichterischen Verdienste desselben nichts benommen. Es ist, zuerst, bekannt, daß das ganze Alterthum ihn für einen der ersten Dichter ansah; und daß er nicht blos Schmfihgc- dichte, sondern Oden, Elegien, u. d.M. hinterlassen hat. Unter andern gedenkt Pindar (Olfens,. IX) und s. Gcholiast einer , bey der Krönung derjenigen Olympischen Sieger, welche sich selbst, entweder nicht besingen lassen wollten, oder nicht besingen lasse» konnten, gesungenen, von dem Archilochus, zur Ehre des Herkules verfertigten Ode; und kongin (O. X. §. 7.) führt ") S. Versatt, 2c>6 A r g führt eine Beschreibung eines Schiffbruches von ihm, als ein Bevspiel des Er» habenen an. Und dann brauchen mir es nicht erst aus dem, von H. S. angeführten Lorenzo Fabri (der, was er bemerkt hat, bloS aus einer Stelle in Euclids lstarmonic. und aus einer andern, im izten Buche des Strabo, folgerte) zu lernen, sondern wissen es aus der, vorhin angezeigten Stelle im Plurarch, daß Zlrchilochus die lyrischen Svlbcnmaßc vcr- viclfrkltigte. Uedrigens findet ein Theil der, von ihm auf uns gekommenen Fragmente sich bey der Baßlcc Ausg. des Cal- limachus ix;- 4. und das mehrste in H. Brauks ^nslebt. B. >. S. 40. und b.cbt. er llmenciac. S. -z6. lind ausser dem, im Baylc befindlichen Artikel, hat auch Gyraldus (dtill. l'uer. S. ?;6. Voss. »548. 8.) sein Leben, so wie die H. H. Sevjn und Bürette zwei? Abhandl. über -ihn , im roten B. der Ictem. che l chemie ches Urbcripr. Quartauög. und E. L. O. Huch einen Versuch über die Verdienste des Archilocdus um die Sa- tyre . . . Zerbst 1767. 8. geschrieben; und in I'sbr. IZidl. gr. b.!d. ^1. c. XV. §. 16 sind allerhand litterar. Nachrichten zusammen getragen. — — Argonautica. Ein episches Gedicht des Apollomus Rhovins, eines der sieben Dichter, die an dem Hofe des Ptolemäus Philadelphus gelebt haben. Es ist großtentheils in dem wirthschaftli- chcn Ton geschrieben, welchen der vertraulichste Umgang solcher Personen, die in einem Schiff eingeschlossen sind, erfodert. Man kann mit dem Lichte zufrieden seyn, in welchem jede Person nach ihrem absonderlichen Charakter erscheint. Alle diese Charaktere lausen in einigen allgemeinen Zügen zusammen. Eine Art von alter Gottseligkeit oder Ehrfurcht für die Gotter, Eifer in ihrem Dienste, Freundschaft und Gefälligkeit gegen einander. Jeder Held hat seine Nolle seinem Charakter gemäß, und alle diese Rollen beziehen sich auf das Schiff und auf das gesuchte Vlies. Dadurch werden wir immer auf die allgemeine Angelegenheit zn- rük geführt, und dadurch bekommt das Werk eine Einheit. Juno hat die Hand in der Unternehmung, und leitet ihre Fahrt. Die Helden sind, ohne es selbst zu wissen, ihre Werkzeuge. In der Ausbildung der belebten und leblosen Stüke hat der Dichter durch die Auszeichnung sehr genauer Umstände ein Helles und angenehmes Licht auf sein Gedicht geworfen. Für Leser, welche die Gestalt des menschlichen Gcmüthes und Verstandes gerne bis in die entfernteste Zeiten verfolgen, liegt hier eine reiche Erndtc, vornehmlich von Glaubenslehren, Stiftungen der Tempel, Opftrgebrauchen und heiligen Plätzen. Virgil hat mit dem Apoiio- nius gerungen, indem er die Liebe der Dido nach der Liebe der Mcdca gebildet hat. Es ist schwer zu behaupten, daß der Römer gesiegt habe. Longinus giebt der Jlias den Vorzug vor der Argonautica, wie er ihn diesem Gedichte vor der Odyssea giebt. Er hat aber kaum etwas mchrers gesagt, als daß die Argonautica und die Odyssea nicht so brausend sepn, als die Jlias. Diese Materie hatten sich auch verschiedene romische Dichter gewählt, von denen aber nur einer, nämlich Valerius Llaccus, auf unsre Zeiten gekommen ist. Seine Argonautica haben kein großes Aufsehen gemacht. Der, auf uns gekommenen Gedichte des Alterthumes, welche den Nahmen Argvnautika führen, sind eigentlich drei). Das, vorgeblich, älteste derselben, wenn gleich nicht Orpheus der Urheber desselben ist, geht doch unter dem Nahmen desselben ; und so geringe sein eigentliches dichterisches Arg 2«? tcrischcs Verdienst auch immer se»n mag, und so wenig es auch eigentlich Argonau- tika heißen sollte (weil, im Grunde, nur diejenigen Begebenheiten des Zuges der Argonauten darin besungen werden, die sich auf den Orpheus und auf Orphifche kehren und Gebräuche beziehen ) so kann es denn doch hier nicht gänzlich unerwähnt bleiben. Es ist, wie gedacht, mehr troknc Rciscbeschreibung, als Gedicht; ohne sonderlichen Aufwand dichterischer Einbildungskraft, ohne Darstellung und Enrwickelung der verschiedenen Eharacterc der Argonauten, ohne Ausmahlung ihrer verschiedenen Abentheuer, ohne alle dichterische Bilder so gar in denen Stellen geschrieben, in welchen die TPciluehmung des Orpheus an diesem Zuge geschildert wird. Und gerade diejenigen Begebenheiten, welche den wirklichen Dichter eigentlich begeistert haben würden, z. B. die Begebenheiten ans der Insel Lemnos, W. 475 u. f. so wie so gar diejenigen, welche den Ausgang des ganzen Zuges herbe» führen, als die, dem Jason aufcr« legten und von ihm ausgeführten Thaten, V. 856 u. f. sind blos allgemein angedeutet. — llcbrigcns ist dieses Gedicht, zuerst, Flor. 1500.4. gr. Vcned. >5,7.8. gr. Bas. 152z. 8. gr. und lat. Par. 1566. k. gr. Von Hcinr. Stcphanus mit den übrigen griechischen, epischen Dichtern, Utr. 1689. ,z. gr. und lat. tcipz 1764. 8- gr. lind lat. Von Matth. Gcsncr (vcrgl. mit der Bcurthcilung derselben in den Göt- tingschcn Zeitungen, UNd Im Lciieostcri Lmenstsc. Leov. 1776.4. S. IV. d. V.) herausgegeben, und von Ä. A. Küttncr, Miel. 177z. 8. Altenb. >786. 8. in das Deutsche überseht morden. Zu den Er- läuterungsschciftcn gehören vorzüglich, aus Joh. Gotll. Schneiders ^n-steLl. crir.. . Vroj. ostViostr. 1777. 8. der Abschnitt, De studio corm. Orpkocor. ^uttori- rscc er verucksre, UNd Dav. RHUNkcnS Lpick. crir. II. Lugst. 8. 175 >. 8. besonders in der »ten Ausgabe, bey dem Ho- meruchen bi^mnusin Lererem, Lugst. L. 1782. 8. Die Mennung des erstcrn scheint, indessen, die mehrcstcn Gründe sür sich zu heben. Daß Sprache und Toi» allein, nicht, wie der letztere bcuhaptct, für ein höheres Alter des Gedichtes entscheiden, lehrt, selbst, wenn die Neuer» vollkommen gültige Richter über die Spra» che der Alten seyn könnten, das Beyspicl des unglücklichen Ehatterton; und dann ist ja schon bemerkt worden (von dDrville, in s. Liculs, /tmckel. 1767. t. S. 244.) daß der Verf. des Gedichtes mchrern Gegenständen Nahmen giebt, welche sie erst lauge nach den Homerischen Zeiten erhielten. — Noch handeln von dem vorgeblichen Verfasser des Gedichtes, und dem Gedichte! I. LI. Ibzuprmoirni Lro- lub. III. Oc kZrplieo, L-er. 1757. 4. — lo. Sctiroster. in f. Oblervsr, Lib. Vrsn. >761. 4 (Von einzeln Vers. dcS Gedichtes.) — I. F. Faeius, in der Lpick. crir. in oliHuvr Orpkei » er >tpoll. Ibki. ^rgonaur. loco, Ort. 1772. 4. — In dem zten Bande der bolem. ste I ^cost. stez Inlcripr. S. 1,7. findet sich ein beben des Orpheus von Fraguier, und in dem 12. 16. 2z. und 27ten Bd. eben dieser käem. Quartausg. verschiedene andre, ihn betreffende, Aufsätze. — Auch in Gyraldi blick. ?oer. Iloi. 1545. 8. S. 159 ist das beben desselben erzählt; —^ und IN bsdric. Hilst. -Lr. Lib. 1. c. >8 — 20. bitteraeische Nachrichten über ihn, und s. Schriften gesammelt. 5. übrigens noch den Art. Das zwcyte der übrig gebliebene» Gedichte des AltcrthumcS von dem Zuge der Argonauten ist das, von H. S. oben cha- raeterisirte Weck des Apollonias Rho- dius. Die erste Ausgabe desselben erschien, Flori 1496. 4. gr. Von den folgenden Ausgaben sind die bessern, die Venetianischc, «s>. Bistum, 15,;. 8. gr. mit den Scholien; die Pariser 1541.12. gr. die von Heinr. Stcphanus >574. 4. gr. mit den Scholien; die von Rich. Frdr. Phil. Brunk, TtrZ. 1780. g. gr. Die erste, welcher eine lateinische llcbcrsetzung beygefügt worden, ist die von Jo. Härtung , Bas. 1550. 8. Die, von mchrern, sonst gepriesene, Hoclzlinische, Lugst. 8. 1S41. 8. gr. und lat. ist durch da^, von Last. 208 Aeg A r i Dav. Rhunkcn, (in dm Lpiss. cr!r.) von Harwood, (in s. Vlerv vt'rkc var. cstir. »t rke Llatkics) und von H. Prunk, (in drr Vocrrde zu s. Ausgabe des Dichters) über sir gefMte llrtheil, richtin geschützt morden; und die von I. Shaw, Vxon. 1777. 4- »nd 8- 2 V- »r. und int. scheint, nach den Proben, welche H, B. davon gegeben, kein großes Verdienst um den Dichter zu haben, — Ucbersetzrin das Icalieniscke, ist das Gedicht Trc- viso 1679. >2- In das tLnglische, ein Thcil desselben, unter deni Titel: BKe Daves ob Jasen anck kleckes, Danci. ,770. 4. von I. Ekins, und gcinzlich, von Green 1780. z. -B. und (besser) von Fawkcs, kond. 1780. 8- In das Dcut- sehc: einzele Stellen in dem kurzen Unterricht in den sch. Wissensch, für das Frauenzimmer, Chemnil- 1772. 8. von H. Hohl; und gssnzlich von I. I. Boviner, Zur, >779 «- -> Ausser den, bey dem vorigen Gedicht, angezeigten, kieher zum Theil mitgcbörig, n Erlüntcrungsschris- ten findet sich indem Zc?-?-»«!, des ^tac. Palnierius; duzä. L >704. und 1707, g. eine Vergleichung zwischen dem Apollonins, und dem Ovidius von Jae. Tollius, und in dem stcn V. des 4ten Th. der Xlileell. DKIei-var. . . Tlmllcl. 17Z4-. 8. G. 192 U. s. Dkl'ervak. in eü'pnll. Hk. c. (Isc. PK. D»rv!Ile) calligar. von Jortin. Auch L. Ttrnauck Dcötion. xraec Daoi. Lom. 17Z0, enthalten Bemerkungen über einzele Stellen des Dichters. — Das Leben desselben, cr- zsthlt Greg. Gyraldi, in den Vir. poecar. Lab, 154;. 8. S. Z4°. und mehrere litter. Na deichten liefert pake. LiKI. Lr. D!K. III. e. 21. — Das dritte der, von der Unternehmung der Argonauten handelnden,^ und noch vorhandenen Gedichte, ist das Lateinische vom Valerius Flaecus, welches zuerst Lonnn. 1474. L. gedruckt wurde. Nach einer andern Handschrift, und mit einem Commentar gab es. Joh. Bapt. Pius, ebend. 15,9. f. und hierauf Lud. Carrio, Snt-v. -565. 8. 1566. >2. Nie. Heinsius, Amst. 1680. >s. P. Burmann, Utr. 17a». 12. und besser, Dugck. R. 1724. 4. und endlich, Chrph. Harles, Altcnb. 1781. 8. mit den Anmerkungen der vorhergehenden Herausgeber, und den Berichtigungen und Verbesserungen neuerer Philologen heraus. Auch finden sich noch Erlstnterungen cinzcler Stellen in lo. Lckraeisri I-ike. Dklcrvar. Kran. 1761.4. so wie in eben desselben Pik. pmenstar. peiiv. -776. 4. II, a. m, UcbersetZt ist dieses Gedicht nur in das Italienische von Massim. Buzio, im >4tcn und izten B. deS Dvrpoe. vinniiiiei verer. l'nerar, larini-r. c. eoiuncl. Iral. verlinne, lolc. cki»I. 17z, — 175a. 4. z, Bde. welche Uebcrsehung, so viel ich weiß, auch einzeln, ebend. >746.4-, 2 B. gedruckt worden ist. — Das Leben deS Dichters befindet sich in Crusius Lcbensbeschr. röm. Dichter, V. 2. S. 1 u. f. d. d. Hebers, und litter. Notitzcn in pabrie. kikl. Dar. Dik. II. c, 14, —. — Noch gehören, zu der Erläuterung der Gedichte über diesen Gegenstand überhaupt: Deila Lpecki^idne ckezli Hrgo- nanri in Lolco, Pik. IV, cka Dianri» nalckn (larli, Ven. 174;. 4. -»» G. E. Groddeck, über die Arganautika desApvl- lonius Rhodius, im -tcn St. S. 61. der Bibl. der alten Litter. und Kunst, (in so fern, nsthmlich, dieser, noch nicht vollcn- dcte Aussage, bis jetzt nur Nachrichten von den Vorgängern des Apoll, cnthcllt) — De (üeoAr. Ttrgonaur. Camm. Ttnät. Brsug. (I. Lclioeuemaiin, Lorr. >733- 4. A r i e, (Musik.) Äom italiänischcu Ana. Dieses Wort wird sowol in der Dichtkunst, als in der Musik gebraucht. Dort bedeutet es eine Strophe oder System von etlichen kurzen lyrischen Versen, die insgemein aus zwey Ab-- thcilungen besteht, um von einein einzigen Sänger abgesungen zu werden. In der Musik aber ist die Arie das Singestük, oder beincldcte Stro- A r! phe zum Singen in Noten gesetzt, oder würklich abgesungen. Manclimal rverdeiz die Empfindungen (in einem musikalischen Drama) so stark, und die Gemachs« bervezung rvird so grofi, daß rviv eher nicht zufrieden sind, bis rvir uns derselben ganzlich entladen, und das Herz recht weirläufiig ausgeschüttet haben. Dieses geschieht nun in einer Arie. Der Hoer nimmt dazu ein lyrisches Splben- niaast; allein unter vielen Gedanken und^Vorten, liest er nur einige lvenize, und zrvar diejenigen aus, rvclche den Affekt gleichsam in einem kurzen Inbegriff schildern, oder doch dem Lssnfikus zu Oeffen völliger Darstellung Anlast und Gelegenheit geben *). Diese wenige Worte enthalten die ganze Theorie der Arie. Weil sie für einen förmlichen, mit allen Verzierungen der Musik ge- schmükten Gesang verfertiget wird, so ist offenbar, daß ihr Inhalt eine Ergicßung des Herzens sepn müsse. Denn nur in dergleichen Fallen ist es einem Menschen natürlich, seine Sprache in einen Gesang zu verwandeln. Die Arie ist voll der Vde und der Elegie nur darinn unterschieden, daß sie die Empfindung kürzer und gleichsam nur auf einen Punkt zusammengedrängt schildert. Sie crfodcrt demnach einen großen Dichter, der den ganzen Umfang einer Empfindung in wenig, aber sehr wohlflicßendcn Ausbrüten zu schildern vermag. Eine zu heftige und zugleich unruhige Leidenschast, die überall Gelegenheit sucht, auf verschiedene Weise auszuschweifen, schi- ket sich zur Arie nicht, weil die Einheit der Empfindung, die hier no- thig ist, in diesem Fall nicht wol konnte beybehaltcn werden. Daher der angeführte Schriftsteller gründest Krause von der musikalischen Poesie. S. 2Y. Erster Theil. A r i sog lich erinnert *), daß die Aeußcrung solcher strohmenden Leidenschaften besser in den so genannten Accom- pnguamemcn ausgedrükt werde. Alle besondere Regeln, welche der Dichter bcy Verfertigung der Arie in Acht zu nehmen hat) sind im achten Hauptstüke des angeführten Werks so vollkommen gründlich und deutlich ausgcführet, daß uns nichts hinzu zu thun übrig bleibet. Wie begnügen uns alfo den Leser dorthin zu weisen. Dieß einzige wollen wir anführen, daß die Arie aus zwei) Thcilen, oder eben so viel Sätzen bestehe. Der erste enthalt die allgemeine Aeußeruug der Empfindung? der andere aber eine besondere Wendung derselben. Oder wenn der erste das Besondere der Empfindung ausbricht, so enthält der andere das Allgemeine derselben. Denn auf diese Weise hat der Tonsetzcr Gelegenheit, den Ausdruk am vollkommensten zu bearbeiten. Ueberhaupt ist die Arie am vollkommensten, wenn der erste Theil mit dem zweyten einen Gegensatz ausmacht. Es wäre zu wünschen, daß biet Tonsetzer eine eben so gründliche Anleitung für ihre Bearbeitung der Arie hätten, als die ist, welche man dem Dichtern gegeben hat. Aber in diesem Stich, wie in sehr vielen andern^ ist die Theorie des Tonsetzens überaus versäumt worden. In Ansehung der äußerlichen Form der Arie haben die welschen Tonsetzer eine Mode eingeführt, die beynahe zum Gesetz geworden ist. Zuerst machen die Instrumente ein Vorspiels das Ricornel genannt, in welchem der Hauptausdruk der Arie kürzlich vorgetragen wird; hierauf tritt die Singestimme ein, und singt den ersten Theil der Arie ohne große Ausdehnung ab; wiederholt hernach die Satze und zergliedert sie; alsdeim ruht 5) Am angezogenen Orte. S. iz-. O 2is Ari ruht die Stimme etliche Takte laug, damit der Sanger wieder frcy Athen« holen könne. Wahrend dieser Zeit machen die Instrumente ein kurzes Zwischenspiel, in welchem die Hauptpunkte dcsAusdruks wiederholt werden ; hierauf fangt der Sanger wieder an, die Worte des ersten Thcils noch einmal zu zergliedern, und halt sich vornehmlich bcy dem Wesentlichsten der Empfindung auf; alsdeun schließt er den Gesang des ersten Thcils; die Instrumente aber fahren fort den Ausdruk immer mehr zu bekräftigen, und schließen endlich den ersten Theil der Arie. Der andre Theil wird hernach ohne das viele Wiederholen und Zergliedern, das im ersten Theil statt gehabt, hinter einander abgesungen, nur daß die Instrumente ab und zu, bcy kurzen Pausen der Singc- stimmc den Ausdruk mehr bekräftigen. Wenn der Sänger ganz fertig ist, so machen die Instrumente wieder ein Ricorncl, nach welchem der erste Theil der Arie noch einmal eben wie zuvor wiederholet wird. Dies ist die allgemeine Forin der heutigen Arien. Man muß gestehen, daß sie dem Zwek der Musik sehr gemäß und vcr- nünftig ausgedacht ist. Das Ricorncl läßt dem Sänger, der durch das vorhergehende Rccitativ etwas ermüdet worden ist, Zeit, Athem zu holen und sich zu einem guten Gesang vorzubereiten; zugleich wird der Zuhörer in die gehörige Fassung und nöthige Aufmerksamkeit gesetzt. Indessen bindet sich der Tonsetzer nicht allemal an diese Gewohnheit; sondern läßt bisweilen die Singestimme, ohne alle Vorbereitung, anfangen. Dieses ist bcy gewissen Gelegenheiten, wo die Affekte recht heftig sind, von sehr guter Würkung, wie jedermann in der Opera Cinna, welche in Verlin aufgeführt worden, bey der schönen Ana, O blumi, conliAlio in tanto peri'Alio, empfunden hat. A r i Daß der erste Theil der Arie anfanglich ununterbrochen abgesungen wird, wobcy die Instrumente meistens schweigen und nur hie und da der Stimme einen Nachdruk geben, hat auch seineu guten Grund. Denn auf diese Weise übersieht man den ersten Theil geschwind und wird in die gehörige Fassung gesetzt, das zu empfinden, was der Dichter und der Tonsetzcr uns wollen empfinden machen. Erst alsdenn sieht man, worauf es in der Arie hauptsachlich ankommt. Darum wiederholt alsdenn der Sänger die kräftigsten Ausdrükc, brmgc sie in verschiedenen Tonarten und mit veränderten Wendungen vor. Dieses ist der Natur der Empfindungen gemäß, die immer wieder auf denselben Hauptgegenstand, der sie hervorgebracht hat, zurük kommen und ihn aus allen Ansichten betrachten. Eben dadurch aber bekommt auch der Zuhörer Zeit, sich völlig in den Affekt zu setzeil. Wenn der Sänger den Schluß gemacht hat, so geben die Instrumente der Empfindung noch den letzten Nachdruk. Weil der zweyte Theil der Arie insgemein nur eine besondere Anwendung des ersten ist, in welchem die Empfindung schon erschöpft worden, so wird dieser Theil mit weniger Umständen abgesungen, und insgemein giebt der Tonsetzcr durch die Veränderung der Tonart, oder des Zeitmaßes, in diesem Theil dem Ausdruk eine neue Wendung. Die Wiederholung des ersten Thcils, welches das Da Lapc> gemimt wird, hat vermuthlich keinen andern Grund, als die Begierde, das, was man einmal gut ausge- drükt hat, noch einmal hören zu lassen. In der Musik geht alles ziemlich schnell vorbey. Die Wiederholung macht, daß wir die Hauptaus- drüke der Arie desto besser behalten. Damit sie aber nicht unnatürlich werbt, A r i de, so müssen bcyde, der Dichter und der Tonsetzer, die Arie so anordnen, daß das würklichc Ende derselben im Ausgang dl's ersten Theils sich befinde. Dieses ist eine leichte Sache, da bei) dein ersten Vortrag dies Ende den zweptcn Thcil unnatürlich machen konnte. Am natürlichsten wird die Wiederholung, wenn der zwcpte Theil so beschaffen ist, daß man am Ende desselben natürlicher Weise in eine Erwartung gesetzt wird, die durch die Wiederholung des ersten erfüllet wird. Dieses hat Herr Ramler in seiner Paßion in der Arie: Du -Held auf den die Rocker zc. wol beachtet. Denn der zwcyte Thcil endiget sich mit der Frage: Wer roird alsdenn mein Troster jch-n ^ Darauf folget durch die Wiederholung die Antwort: Du Held u. s. f. Es giebt doch besondere Falle, wo die Ucberlegung dem Tonsetzcx von der beschriebenen Form der Arie abzuweichen befiehlt. Nur schlechte Künstler, die keine Regel, als die Gewohnheit, kennen, binden sich überall an das Gewöhnliche. Daher sehen wir bisweilen, daß in Arien, wo der Dichter nichts hineingebracht hat, das einer besondern Aufmerksamkeit werth wäre, der Tonsetzer nichts bedeutende Ausdrüke eben so oft wiederholt, und schwache Empfindungen eben so zergliedert, als andre mit wichtigen gethan haben. Dadurch aber werden sie abgeschmakt und frostig. Eben so einfaltig werden von vielen die nachdrüklichen Erhöhungen des Ausdruks durch die Instrumente angebracht. Sie haben gesehen, daß es eine sehr gute Würkung thut, wenn an gewissen Orten, wo der Gesang sein mögliches zum Ansdruk gethan hat und denn etwas pausirt, die Instrumente den Ausdruk fortsetzen und noch hoher bringen. Dieses verleitete sie, ohne alle Ucberlegung die Stimme bisweilen pausiren zu lassen, wäh- Ari slr rcnd welcher Zeit sie die Instrumente einige nichts bedeutende oder gar dem Ausdruk entgegenstreitende Zierrathen und Schnörkel, anbringen lassen. Am allermeisten werden die Ausdehnungen oder ^aufe übertrieben; davon aber haben wir in einem besondern Artikel gesprochen. Ein gründlicher Tonsetzer bindet sich an keine Form so, daß er sich nicht, nach Beschaffenheit der Sache davon entfernte. Er sieht allemal auf das Wesentliche des Ausdruks. Erfodert dieser starke und wenige Aeußerungen, so setzt er seinen Gesang stark, einfach und ohne Modeverzierungen. Eilt der, dem der Ausdruk der Empfindung in den Mund gelegt wird, in seinen Vorstellungen, so verweilt er nicht in seinem Gesang. Ist aber die Empfindung selbst so, daß man natürlicher Weise wortreich dabey ist, so zergliedert er alles in gehörigem Maaßc. In ernsthaften und etwas verdrießlichen Affekten, hütet er sich vor Ausdehnungen und vor Laufen, wenn die Worte auch noch so ge- schikt dazu waren. DieJnstrumcnte laßt er kein Geräusche machen, wo eine Stille erfodert wird, laßt sie nicht sanft gehen, wo die Empfindung brausend ist. Er verschwendet den Reichthum seiner Instrumente nicht so, daß er glaubt, es müssen alle mitspielen, sondern nimmt nur gerade die, welche der Ausdruk erfodert. Was sonst ein durch den guten Geschmak geleiteter Tonsetzer überhaupt bei) glüklichcr Erfindung und Ausarbeitung der Arien überlegt, ist in dem Artikel, Ausdruk und Sing, stük, schon ausgeführt worden. Von dem besondern Studio des Sangers zu einem vollkommenen Vortrag der Arie hat Tosl eine wcit- O 2 lauftige 2iz A r » lauftige Abhandlung gegeben Wir begnügen uns, dem Langer folgende Anmerkungen zur ernsthaftesten llebcrlcgung zu empfehlen. Vor allen Dingen bedenke er, daß er nicht darum singt, um den Zuhörer für seine Gefchiklichkeit einzunehmen, sondern ihm das Bild eines von Empfindung durchdrungenen Menschen auf das vollkommenste darzustellen. Je mehr es ihm gelingt, den Zuhörer vergessen zu machen, daß er nur einen Schauspieler oder Sanger vor sich hat, je größer wird sein Ruhm werden. Die verständigem Zuhörer wollen nicht seine Kehle, sondern sein Herz bewundern. Sobald sie merken, daß er sie von der Sache selbst abführen, und ihnen die Bewunderung seiner Kunst abzwingen will, so werden sie frostig. Dcßwegen wende er die ernsthafteste Bemühung an, den wahren Charakter der Arie ganz zu fassen, jeden Gedanken des Dichters und Tousetzers auf das sicherste zu ergreifen; diesem zufolge jede Shlbe und jeden Toir in seinem wahren Lichte darzustellen. Hat er übendem die Gefchiklichkeit, durch selbst hinzu gesetzte Töne den Ausdruk zu verstärken, so bringe er sie au, aber nicht eher, bis er gewiß ist, daß sie diese Würkung haben. Kanu er dieses nicht, so halte er sich lediglich an dem, was ihm vorgeschrieben ist. Er hat noch genug an der besten Wendung der ihm vorgezeichneten Töne zu studiren. Ein einziger einfacher Ton, der in die Seele dringt, ist mehr Werth, als eine ganze Reihe künstlicher Laufe, die nichts sagen, als daß sie schwer zu machen sind. *) S. dessen Anleitung zur Singkunst, nach Heren Agricola llebersetzung. S- I7-. u. s. s A r i Da H. S. cinmahl die Ableitung de! Wortes, Arie geben wollen: so will ich nur erinnern, daß Rousseau, in s. Musikalischen Wörterbuch, diese Ableitung ein wenig gründlicher geliefert hat; und da der Artikel blos von der Vpernarie überhaupt handelt: so Hütte des Duet, und des Tcrzct, wenigstens im Allgemeinen , gedacht werden sollen. — Ausser dem, was unser Krause, in dem angeführten Werke, von der natürlichen Herbeiführung der Arie, in dem Singspiele, sagt, sind in dem ksssl lue I'unlnir clo la poolle er äe la ^ssuliguc, llar. 1765. >-. Deutsch im 8tcn B. der Unterhaltungen, gute Bemerkungen darüber zu finden, welche von Marmontcl, be» dem Art. in der Encyclopedie, und in s. Klemens lie kicrcrarure, sehr bcnützt worden sind. In allen diesen Aufsätzen scheint aber vergessen worden zu seyn, daß der Ausbruch, auch der größten Gemüths- bcmegung, und die Art und Weise dieses Ausbruches, in der Natur, nicht von der innren Größe derselben allein, sondern immer von den sie begleitenden, äußern Umstünden, mit abhängt, und von dieser modifieirt wird. Die wenige Rücksicht hierauf hat unstreitig, selbst den besten Singspielen, den Vorwurf der lln- natürlichkcit von Seiten derjenigen zuziehen müssen, welche über die Natur der menschlichen Leidenschaften nachgedacht haben, und von der Darstellung derselben, Wahrheit verlangen. Daß wider diese Wahrheit nur zu oft gesündigt worden ist, würde sich sehr leicht erweisen lassen,- und es füllt wirklich ein wenig ins Lächerliche, wenn man, unter andern, die Arien In unfern Opern durch die Chöre in den Trauerspielen der Alten rechtfertigen will. Wckrc auch die Musik zu diesen vollkommen so beschaffen gewesen, wie sie es bcy jenen ist: so stand denn doch da5 Chor der Alten in einem ganz andern Verhältnisse zu dem Ganzen der Handlung, als, die Hauptpersonen in irgend einem Drama, zu dem Ganzen desselben stehen können. Auch wird, wahrlich, dadurch, baß die Juschauer einer Oper, be? A r i A r i Key dem Rccitativ est Langeweile cmpffn- den, und sich nach dec Arie sehnen, nicht erwiesen, daß die Thcilnehmung an dem Drama von der letztem abhängt. So richtig diese Bemerkung an und für sich selbst ist: so läßt sie doch sich nur aufdas Singespiel, als Singeipicl, nicht als Drama? anwenden. Wer sieht denn nicht, daß iey jener Empfindung, nicht'die -Handlung, sondern nur die Musik, in Betracht kommt? daß sie nur aus der Verglcichung der vrrschicdcncncn 'Arcen dieser letztem entspringt? Und wird denn auch das Singespiel je der Handlung, oder nicht vielmehr nur der Musik wegen, dcsucht? Erhielte das Drama überhaupt, und als solches, nur durch die Arie Interesse: so müßte ein Drama, welches gar keine Musik bat, auch ohne alles Interesse seyn. Indessen ist die Arie in dem Singcspiel dec Neuem so alt, als das Singespiel selbst, und nicht erst, wie verschiedene kittcra- toren behauptet haben, von Ciccoginni, in seinem Jason, im I. 1640 hinzu gesetzt worden. H. Artcaza, in s, Geschichte der Jtal Oper, B. >, S,-;8 U. f. d. d. llcbers. hat dieses ausführlich gezeigt. Aber frevlich sind mit dem Verhältnisse Hersel- bcn zum Ganzen des Singcspielcs mancherlei» Veränderungen vorgegangen. In den frühesten Opern scheint kein Da Caps dabei) Statt gesunden zu haben. Wenigstens führt Brown , in s. Betrachtungen über Poesie und Musik, S. zzo d. d. llcbers. eine Oper des Eolvnna, aus der Mitte dcS i?ten Jahrh. an, welche keines dergleichen, und die, von Scar- latti, im I. 169z gesetzte Teodora, welche nickt bei) allen Arien dergleichen hat. — Was die Setzkunst der Arie anbetrisi: so will ich wenigstens diejenigen Werke, welche von der Singecomposttion überhaupt handeln, oder darauf überhaupt Bezug haben, hier anzeigen, als: Anleitung zur Singccomposition, von Z. W. Marpurg, Verl. 1759. 4. — Von der musikalischen Dcclamation (von Jae. Scdubak) Götl. 1775. 8. — Harmoni- scbes Svlbenmaß, Dichtern melodischer Werke gewidmet, und angehende» Sing- eomponistcn zur Einsicht mit platten Vcp- spiclen, gespräcyweise abgefaßt, von Jos. Riepcl, RegenSb. 1776. O 2 Th. — I. P. Kirnbcrger Anleitung zur Singecom- posilion .. . . Berlin 1782.4. (Die übrigen , in H. Gruners Litteratur der Musik, Nürnb. 178z. 8. S.46. §.,8. als hic- her gehörig, angezeigten Schriften handeln nicht von der eigentlichen Singe- Composition) — ?c,eri4) U. f. —- in der Schrift des H. Chabanvn, 01-ler- var. iur la Aäuliczuc er princioalcinenr tür Is ^lersphz'siczue 6e I'srr, ?sr, -780.12. Deutsch von I. A, Hillcr, Leipz. 178». 8. vorzüglich, in der zwcyten, sehr vermehrten Ausgabe derselben, unter dem Titel: Oe Is Afiussgue conficieree eir eile memo, er sr. 1785. 8. an v. St. Wer, indessen, etwas ganz Brauchbares für die Composition der «deutschen Arie liefern wollte, müßte vorzüglich untersuchen, ob und in wie fern unsrc Sprache so gut, als z. B. die italienische, alle die Versetzungen, Wicderhohlungcn, und Verbindungen der verschiedenen Worte einer Arie, wodurch die kunstreiche, musikalische Ausbildung einer italienischen Opemarie so sehr begünstigt wird, vertrügt? Ob wir nicht leichter, als die Italiener, den Sinn und Zusammenhang derselben, durch eine dergleichen Ausbildung, aus dem Gesichte verlieren, und verlieren müssen? Ob wir hierüber, durch die Musik, entschädigt werden? 11. d. »1. Ohne Rücksicht auf die Natur und die Eigenheiten einer Sprache, wird, bc» diesen) Theil der schönen Künste, alles Raisonnement zu leerem Geschwätz; und das, was man gewöhnlich das Musikalische einer Sprache nennt, entscheidet, beiz weiten), die Sache nicht alllein. —» — O z Arictte. 214 A r j A r i A r i e t t e. Eine kleine Arie, die nur aus einem Thcil besieht. Der Dichter bringt sie an die Stellen, wo die Handlung einen gemäßigten Grad der Gemüchsbcwegung hervorbringt, die eben nicht lang anhalten, noch einen sehr tiefen Eindruk machen soll. DerTonsctzcr folget seinem Beyspiel. Er dehnet den Ausdruk weniger aus, als in der Arie; er zergliedert die Empfindungen nicht, und laßt den Ausdruk etwas schnell vor uns vorüber fahren. Dieses ausgenommen, wendet er sonsi wegen der Nichtigkeit des Ausdruks eben die- sclbige Sorgfalt an, als auf die Arie. Die Ariette wird in den Opern zu sehr versäumt, da man durchgehcndsnur große Arien macht. Eine Abwechslung von Arien und Anetten wäre um so viel besser, da es gar oft wider den guten Gc- schmak streitet, daß geringere oder bald vorübergehende Empfindungen, in eben der Ausdehnung sollen vorgestellt werden, als die, welche die Hanptcmpfindungeu desDrama ausmachen. Arioso. Ein sehr einfacher Gesang, der noch als ein sich auszeichnender Thcil des Necitativs -kann angesehen werden. Wenn nämlich in dem Recitativ etwas vorkommt, das in einer mehr abgemessenen Bewegung soll vorgetragen werden, als das übrige; ein Wunsch, ein lehrreicher Spruch, ein rührendes Gemählde, dabcy man sich aber nicht lange aufzuhalten hat: so verändert der Tonsetzcr den ungc- mcßnen Gang des Recitatives, und giebt dem Gesang einen deutlich bemerkten Takt. Die Worte werden selten oder gar nicht wiederholt; es kommen darinn keine Läufe, keine Schlußcadenzen, keine Zergliederungen der Ausdrüke vor/ Mithin ist das Arioso eine höchst einfache Arie. Es thut sehr guteWürkung, indem es das, was ein langes Recitativ zu langweiliges haben konnte, angenehm unterbricht, und mit dem ausgearbeiteten der Arie einen zufälligen Contrast macht. Zu einer stillen feyerlichen Empfindung scheint das Arioso weit tüchtiger zu scyn, als alle andere Gcsangarten; und eine furchtsame Aeußerung seiner Gesinnungen kann nicht wol anders, als durch dasselbe ausgedrükt werden. Ucbcrhaupt dienet es zu allen stillen und wenig wortreichen Empfindungen. So wie der Tonsetzcr das Arioso mit viel Einfalt setzet, so muß auch der Sänger sich in dem Vortrag der äußersten Einfalt, mit dem besten Nachdruk verbunden, befleißen. Ariftophanes. Ein griechischer Comödiendichter. Von seinen Lebensumständen weiß man wenig. Das atheniensische Bürgerrecht wurde ihm streitig gemacht, aber er behauptete es. Zu seiner Zeit besaß Athen die größten Männer, denn er war ein Zeitgenosse des Sokrates und Perikles. Damals scheint die Comödie noch keine ordentliche Gestalt gehabt zu haben. Weder die Anordnung der Handlung, noch eine ordentliche Einrichtung der Bühne, noch die Wahrheit und Entwiklung der Charaktere, war damals in der Comödie bekannt. Dieses muß man beym AristophaneS nicht suchen. Die Form seiner Comödie ist noch sehr barbarisch und mehr ein Possenspiel, als eine Handlung, in welcher sich Begebenheiten, Unternehmungen oder Charaktere, entwiklcn- Er führt zum Thcil, nach dem Gebrauch der alten Comödie, würkliche, damals in Athen lebende und unter den Zuschauern sich befindende, zum Theil allegorische Pcrso- A r i Personen auf. Der Inhalt der Handlung ist allemal etwas ans den damaligen Begebenheiten der Stadt, und mcistenthcils politisch. Ausgelassener Muchwillen, Personen von Athen durchzuziehen; ein unbedingter Vorsatz, das Volk, es koste, was es wolle/ lachen zu machen, und ihm Fasinachtspossen vorzuspielen, scheinet damals der Charakter der comischcn Buhne gewesen zu seyn. Diese Fehler der Einrichtung sind also nicht Fehler des Aristophanes, der sich nach der, vielleicht zum Gesotz gewordenen, Mode seiner Zeit richten mußte. Aber sein ist der unerschöpfliche und alles durchdringende Wiz, die Hochsie Gabe zu spotten, darum ihm weder ^.ucian, noch unter den Neuem Swift, noch irgend jemand, gleich kommt; die Sprache und der Ansdruk, den er im höchsten Grad der Vollkommenheit besessen hat. Daher in einem Sinngedichte, welches dem Plato zugeschrieben wird, gesagt wird, daß die Grazien sich so, wie er, ausbrüten würden. Sein ist die riesen- maßige Starke, womit er die Demagogen in Athen und oft das ganze Volk selbst angegriffen hat. Es wäre vielleicht nicht übertrieben, wenn man sagt: daß in einer einzigen von seinen Comodien, mehr Wiz und Laune ist, als man auf den meisten neuem Bühnen in einem ganzen Jahr Hort. Aber in einem Stük sind auch mehr Grobheiten und Zoten, Nls man itzt auf der schlechtesten Hauswurstbühne duldet. Man kann diesen Dichter seiner Talente halber kaum genug loben, und wegen des Mißbrauchs, den er bisweilen davon gemacht hat, kaum genug tadeln. Es ist ihm nichts ehrwürdig genug, wenn er in seiner spottenden Laune ist: sein Spott greift Götter und Menschen an. Mit dem Sokrates geht er, wie mit einem Lotterbuben, um; Acschylus, Ari Liz Sophokles und töuripidcs müssen überall seine Spöttercycu aushalten. Es scheinet überhaupt, daß der Geist der damaligen Comödie gewesen sey, große Manner dem Volke zum Spott Preiß zu geben. Man darf sich deswegen nicht wundem, daß der ehrliche Plmar- ckus ihn so ernstlich getadelt hat *). Dieser Philosoph, der bei) einem guten Verstand ein mit den besten Empfindungen erfülltes Herz hatte, das man an uuscrm Dichter ganz vermißt, inußte nothwendig unwillig ans den Mann seyn, dem alles Gute und Heilige gleichgültig oder gar verächtlich schien. Ware dieser große Mann ein moralischer Mensch gewesen, so würde ihm der erste Ruhm unter allen Dichtern gehören. Man nehme, sagt ein großer Kunstrichter **), ans Aristophanes Werken die Flckcn weg, die in einem unreinen Herzen ihren Grund haben, so bleibet eine bewundernswürdige Fürtrcf- lichkcit übrig. Man beschuldiget ihn insgemein, daß er durch seine Comödie, die Xvolken genennt, die Verurtheilung des Sokrates vorbereitet habe. Aber O 4 der S. die Vcrkleichung des Aristophanes und Mcnandcr, in Plutacchs kleinen Werken. Li'Ävisns gelle rozion poerics l., I. c, XX. 1'olri äiill' opere ine c^uelti vi?i, clre nelcon lln meine conmmi- nmil,i'imimi»ono clell» gm poetle virrn mereviAllole: quoll lono l'inven?!orii cosi vorie , e nocuroli, i coituml cosi propri, ckeNliNcme ilimöqueito poc- co äezno rnrinro äello republica g' ^cene, onäe lo propole s Oionlllo, clre gl quel Aovcrno ero curiolo; xllocu- lei cosi pcnerrorni, la keliciro gl liro- re sl luv propollro, len?« niuno ep- poren^o cll' korxo, >e cote pin Ion- rons; i colpi rsnro inolpettini « con- venienri; le lecongiiä, plene^^o, e quel, clre n noliri oreccd!, non puv runo penerrore, !> lole onico, eil cui 1'elrre Ilngue lono incspocl g'iwilor. ne l'etprelüonc, 216 A r i A r k der Pater Brumoi bat gezeigt, daß dieses gar nicht wahtschcinlieh sei) M Es einsteht über die Comodien dieses außerordentlichen Geistes noch ein Zweifel, den meines Wissens niemand ausgelost hat. Wie hat ihm eine so große Schmahsucht gegen die vornehmsten Manner des Staates, gegen das ganze Volk selbst, und so gar gegen die Götter, so ungerochen hingehen können? Ohne Zweifel liegt der Grund davon in der ursprünglichen Einrichtung der alten Comodie, die allem Ansehen Hachaus solchen Schmähungen und Dnrch- hcchlungen der angesehensten Männer bestanden hat; die also eben so wenig strafbar waren, als die Echimpfrcden, welche die romischen -Soldaten in den Triumphlicdern gegen ihre Feldherren sich erlaubten. Dieses Schimpftn mag in der ursprünglichen Form der griechischen Comodie so gegründet gewesen seyn, wie noch itzt im Carncval unter der Maske Manches erlaubt ist, das sonst nicht würde geduldet werden. Kmcianus sagt ausdrüklich, daß die Spottereycn einen Theil der Feste des Bacchus ausgemacht haben **). Für diese Feste aber waren die Comodien bestimmt. Auch bei) andern Festen machten die Schimpfrcdcn und Verspottungen einen Theil der Ceremonien aus. Hcrodomo meldet, daß bey den Cpidauriern an einen, gewissen Opferfeste der Chor keine Mannspersonen, sondern nur das weibliche Geschlecht mit Schimpfworten habe anfallen dürfen Dieses scheinet noch dadurch bestätiget zu werden, daß nachher die Form der alten Comodie durch ein förmliches Gesetz ist aufgehoben worden. In dem Enrculio des Plautus tref. fen wir noch eine Spuhr der ur- *) Db-arre cko «iecs ?. III. p, 46. et tuiv, i .uc. ,'n de» Fischern. "') NorocZot. I.. V. sprünglichen Einrichtung der Cbmä- die an. Zwischen dem dritten und vierten Auszug tritt der Anführer des Chors auf, und wirst den Romern viel schimpfliche Dinge vor. Also waren Schimpfrcdcn der alten Comodie wesentlich. Er soll der Lustspiele 54 geschrieben haben, wovon nur noch cilf, Plntus, die Wolken, die Frösche, die Ritter, die Acharnenscr, die Wespen, der Friede, die Vögel, die Redncrinnen, das Fest der Ceres und tysistrata übrig sind. Gedruckt sind solche zuerst, Ben. 1498.5. gr. mit den Scholien, aber nur neun derselben, erschienen; die beyden fehlenden (das Fest der Ceres und Lpsistrata) wurden der folgenden Ausg. Flor. 15,5. 8- gr. hinzu gefügt; und unter den andern Abdrücken derselben sind die merkwürdigsten: die Baseler, cur. Lim. L!rz?ni>ei, 1582.4. gr. in welcher zuerst alle eilf Stücke vereint worden sind; c. Ligiam, Lelcni, IZa5. '54/. 5. gr. mit den Scholien; c. con- sebb. I»l. Lcsl. er ^rillopk. trsAm. t.ugck. k. 1S-4. >:. gr. und lat. L. nor. llson. ksbist, ^mllel. 1670. 12, gr. und lat. llx rec. lluck. Kulicri, 1710. 5. gr. und lat. mit den Scholien; c. Lcepb. IZerglcii, p. 1760. 4. s B. gr. und lat. mit Fragm. von verloren gegangenen Stücken; Scuck. llicb. llranc. pdii. krunclc, Urgent. 178Z. 4. und 8. in z B. oder 9 Thcilen, gr. und lat. mit den Fragm. bei) welcher die Littc- ratorcn aber die Schollen ungern vermissen. Eine besondere Ausgabe dieser ist, indessen, von einem andern Gelehrten, zu erwarten; eine neue Ausgabe des Dichters hat Jnvernizzi geben wollen. Auch sind Ausgaben von verschiedenen einzeln Stücken desselben vorhanden. —- — UebersetZt ist Aristophanes in das Italienische, vollständig von Bartol. und Pietz Rosltini, Vcn. 1544. 8. Einzeln , der Plutus, von Mich. Angel. Car- melli, Vcn. 17;,. 8. und ebenderselbe von I. V. Terucci, Flor. 1751. 4. Die Wolken, A r i A r i 217 Wölken, von eben diesem Terucck, Flor. ,754.4. bcyde in Versen; und eben dieses Lustspiel »on Franc. Grisalini, bey s. Locrsre, Vrsgic. Vcn. 1755. Z.In das Spanische: Die, von Sim. Abrll gemachte Ncbersetzung des Plutus, scheint dem Lnss^o ste UN2 Lilzliocli. ste Vra- stuÄorez Lpanolez, S. >5Z ZU Folge, nicht gedruckt zu scyn. — In das Französische: Eine, in?sl>r. Lll>l. Qr. Hill. II. c. 2,. S. 706. und von Quadrio, in dem -tcn TH. des zten Bandes, S. >21. s. 8cor. e ragione st'ogni poefiz angeführte Hebers, des Plutus »on I. Ant. Baif, Par. 1578. 8. ist, eben so wenig, a>S die, in dem erstem Werke, S. 706 und 707. angezeigte liebers. derselben, von Du Vcrdicr, und die Uebcrsetzung der Wolken von La Rivcy, in keinem, der mir bekannten, französischen Littcratorcn zu finden. Wohl aber sind noch Fragmente einer liebers. des Plutus von Ronsard, in dem ldec. stex Lnnners... pur. 1617. ,2. und in dessen Oeuvr. par. 162z. 5. anzutreffen. Bcyde diese Stücke sind indessen, gänzlich von Mdc. Darier, l>. 1684. >2. Altenb. 176-. 8. und die Vögel, von Voivin, bey s. Ocdip des Sophocles, Par. ,729. übersetzt worden. In der ersten Ausg. des VUearre stes Lrecs, V-ir. 17Z0. 4. z B. von Brumoy finden sich blss Auszüge aus den Lustspielen des Aristophanes; in der neuen Ausgabe desselben, Par. 1785 — >789. 8. 12 Bde. nimmt eine vollständige llebcrlctzung derselben, von einem llngcn. die letzten Bände ein; und Poinsinet dc Sivry hat, nachdem er schon den Plutus im 1.177-. in den Zräuies greegue5 einzeln übersetzt hatte, den ganzen Arlstophancs mit den Fragm. des Menander und Philcmon, Par. ,784. 8. 4 B. übersetzt herausgegeben. — In das Englische: Unter der Aufschrist, Vde VVorlä's Iriol ist der Plutus von eitlem Ick. ö. ,6;c>. 8. und eben dieses Lustspiel von Lew. Theobald 1715. >2. so wie, von Hcinr. Ficlding und Uoung zusammen, 1742. 8. übersetzt worden; die Wolken befinden sich in Th. Stanley Iliffvrzr vf Philologie . . . honst. 1703. s. S. 99, und auch Lew. Theobald hat sie 1715. 12. und White, 1778. 8. so wie C. Dunster die Frösche, 1785. 4. herausgegeben. Auch besitzen die Engländer eine Uebers, der, in dem VUearre ste? Lrccz des P. Brumoy befindlichen Auszüge ans den Lustspielen des Arlstophancs. In das Deutsche: Schon im I. >6>z sind die Wolken, (von Fröreiscn) Frft. 8. in Versen; und eben dieses Lustspiel ist von I. E. Goldhagcn, im zten Th. s. Anthologie, so wie von J. I. Herwig, Banib. 1772.8. übersetzt morden; der Plutus findet sich, im -ten Theile von Goldhagens Anthologie, so wie ein Aufzug daraus im 6ten St. der Bemühungen zur Beförderung der Kritik; die Vögel, aus dem Frzsch. des Boivin übersetzt, in dem Journal für Freunde der Religion und Littcrat. Augsb. 1779. 8. Die Frösche im ztenTH, vonI. G.Schlossers Kleinen Schriften, Bas. 173z. 8. und Auszüge aus allen Stücken, mit Geschmack und Einsicht gemacht, im otcn und zten St. von Ehr. Aug. ClvdiusVcrs. aus der Litteratur und Moral, tcipz. 1767 —1768. 8. Erläutcrungsschrifren über den Arlstophancs: Die erste Stelle unter diesen kommt wohl der Verglcichung zwischen diesem Dichter und dem Menander, von Plutarch (in ü W. B. 2. S. 8;?. luckr. 1620. 5.) zu, ob sie gleich mehr Decla- mation, als Erläuterung ist. In lateinischer Sprache hat ausser den, blos cinzele Stellen in s. Lustspielen betreffenden Bemerkungen in I. I. Rciskc ^n!> limstv. . . . hips. 1750. g. und in den dchlcell. vdlerv. B. z. Th. l und B 7. Th. 1. — Nie. Frischlin eine ^gologis, prc>H,r!ssopl>snc, bey s. metrischen Uebers. der ; ersten Lustspiele desselben, Franks» iz86 und >597. 8. — Joh. Gottl. Willa- Mvw eine Abhandlung Os hrdoxoeis com. ^rillopk. IZerol. 1766. 8. (zur Vcrtheidigung des Dichters gegen die Vorwürfe des Batteux) — Joh. Flodcr eine Oillerr. exglic. Tlnriguir. ^riltoplia» ness, Dps. 1768.4. — G. C. Harles vier verschiedene Progr. De Lonfilio /rrillogss. in conlcrib. chomoest. Iffu- O 5 be? 218 Ar i A r i des iulcripts» Lei. 1787 U. f. k. (zur Rettung des Dichters in Ansehung des Todes des Sokratcs) geschrieben. Auch soll noch von Jvh. Gotrsr. Hauptmann ein Aufs. De cziilkoplisne geschrieben mor- den seyn. — In französischer Sprache: Das, was Brumoy in s. fpbesrre «Ze8 Qrccs, über den Ton in den Lustspielen des Aristophanes gesagt hatte, ver- anlaßte Idemsrques lue le Z)?üeme n»u. vesu. . . rnucbsnc Is telsniäre csvs- liöec äonc 7^. rrsire les Oieux, in dem lyten B. Art. 8. der Lidl. frsnc. c>u Hill. lirrer. äe Is chrancs, über welche Oirigue«, in dem soten B. Art. 4. erschienen. -— In dem 6tcnBde. derbem, äe I Kcsä. äcs Intcripr. ist ciNe AbhaNdl. des H. Boivin über die Vögel, und in dem zoten B. der Quartuusg. zwcp Aufsätze von H. Lc Brau über den wahren Zweck des Arist. bcy seinen Rcdncrinncn, und über den PlutnS desselben, und die, der so genannten Mittlern Komödie, zukommenden Charaktere. In Vent> scher Sprache: In dem, oben angeführten, Journal für Freunde der Religion finden sich Aristophanische Briefe von I. I. Herwig, welche vorzüglich von einer Münchner Handschrift desselben handeln, — und in dem zztcn Bde. S. > lt. f. der neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften, ein Aufsatz über den Beyfall, welchen Athen den Lustspielen des A. schenkte. — — llcbrigcns will ich hier noch, nach Hcmstcrhuis (in s. Vorbericht zum Plutus, iäsrl. 1744. 8.) bemerken, baß Aristophanes, ausser seinem Verdienst, in Rücksicht auf Erfindung und Sprache, auch noch dieses hat, daß man, wie schon Plate gesagt, den wahren Zustand von Athen zu seiner Zeit, aus ihm allein kennen lernen könne; und empfehle, zu der richtigen Beurtheilung der zu großen Frey- hcit, welche im Aristophanes herrschen soll, unter andern, aus Browns Betrachtungen über die Poesie und Musik, den ?tcn Abschnitt (S. s>2. d. d. Ucbcrs.) und Hurds Commentar über den-74. Vers des Horaz sä llllbnes (TH->. S. -04, d. d. Hebers.) — oder, ha die Ncuern alle aus dem 'Casaubonus geschöpft haben, lieber dessen Werk: De Lsr^iic. Lirsec. pvefi er liumsnor. Lsr^rs . . I.il>. II. I'sr. 1605. g. Icksrl. 1774.8. — Ein griechisch abgefaßtes Leben des Dichters findet sich be» den Scholien, und den mehrcsten Ausg. desselben; auch Gr. Gyraldi läilk. Pasc. Lss. >545. 8. S.8l, so wie Nie. Frischlin (be» der vorhin gedachten metrischen Ucbcrs. der fünf ersten Lustsp. des A.) haben dergleichen geschrieben, und Küster hat das letztere in s. Ausg. aufgenommen. — Ein Verzeichnis' der verloren gegangenen Stücke des Aristophanes, Nachrichten von mchrern Ausgaben U. d. M. liefert ksdric. Lidl. Lr. Illb. II. c, 21." — Arithmetische Theilung. (Musik.) Aie altern Tonlehrer sprechen vielfaltig von der arithmetischen und von der harmonischen Theilung der Intervallen; deßwegcn bedürfen diese Wörter einer Erklärung, und um so viel mehr, da sie itzt anfangen, aus der Mode zu kommen. Es ist natürlich zu vermuthell, daß die größern Intervallen in der Musik eher bekannt gewesen sind, als die kleinen, und daß die Octave eher als die Quinte, diese eher als die Terz, bekannt gewesen sey. Die Alten versuchten zwischen die Töne, welche ein größeres Intervall ausmachen, noch einen oder mehr Töne hinein zu setzen, und dieses thatcn sie auf zwcyerley Weise; daher denn die arithmetische und die harmonische Theilung der Intervallen^entstanden ist. Dieses zu verstehen, muß man sich die Lange der Sayten, deren Töne ein Intervall ausmachen, in Zahlen vorstellen. Zwey Sayten, eine 6o Thcile l z. E. Zolle) lang, die andre dreyßig, geben, wie bekannt/ A r 5 kannt, das Intervall einer Octave *). Will man zwischen diese beydcn Tone noch einen in die Mitte setzen, so muß zwischen beyden Sayten von 60 und von zo Theilcn, eine angenommen werden, deren Lange mitten zwischen 6c> und zo fallt. Diese wird arithmetisch bestimmt, wenn die Zahl das arithmetische Mittel halt, das ist, wenn sie um eben so viel Thcile von 60 als von zc> absteht, oder wenn sie 45 Theile hat. Will man aber das Intervall harmonisch ausfüllen, so muß die mittlere Zahl das harmonische Mittel scyn nämlich 40. Demnach stellen die drcy Zahlen, 6s, 4;, ZL>, eine Octave vor, die arithmetisch gctheilt ist, und die Zahlen, 60, 40, zo, eine harmonisch ge- theilte Octave. Im ersten Fall ist das Intervall, 60: 45 oder 4: z kineQuartc; das andre 45: zoodcr z: 2 eine Quinte; im andern Fall ist 6o: 40 oder z: 2 eine Quinte; und 40: zo oder 4: z eine Quarte. Daher sagte man, die Octave 0-e werde durch die Quarte b" arithmetisch, und durch die Quinte L harmonisch gctheilt, und die arithmetische Theilung der Octave gebe die Quarte unten L-O und die Quinte oben IQ c; die harmonische abergebe diese Jnter- valle umgekehrt: erst die Quinte L - (Z, und denn die Quarte (Z-c. Auf diese doppelte Weise pflegte man ehedem alle größeren Intervalle auszufüllen. Die Quinte 6o: 40, arithmetisch gctheilt, giebt 60: 50: 40, oder die kleinere Terz Junten, und die größere ^ oben; hingegen harmonisch gethcilt giebt sie 60: 48: 40, die größere Terz Junten, und die kleinere 4 oben. Auf eben diese Art kann man auch den Raum der Octave durch zwey neue Töne ausfüllen, sowol arithmetisch, als harmonisch. Im ersten *) S- Harmonie. '^) S. Harmonisch. A t t 219 Fall bekömmt man 6v: zv: 40: zo, oder die kleine Terz die Quinte K oder ^ und die Octave 6o: zo oder im andern Fall aber 6o: 48: 40: zc?, oder die große Terz 60: 48 oder Z, die Quinte 6c,: 40 oder H und die Octave. Hieraus entstand die Anmerkung, daß die arithmetische Theilung der Octave durch zwey Töne die weiche oder kleine Tonart, die harmonische aber, die harte oder große Tonart, angebe. Da die Quinte ein vollkommcners Intervall ist, als die Quarte, die größere Terz vollkommener, als die kleinere, so haben die altern Tonlch- rer überhaupt gesagt: die harmonische Theilung sey für die Musik besser, als die arithmetische. Da überhaupt diese Art, sich den Ursprung der Intervalle vorzustellen, von den Neucrn selten gebraucht wird, so hat diese Erklärung itzt weiter nichts mehr auf sich, als daß man dadurch die Sprache der ältern Tonlehrer verstehen lernt. Attike. (Baukunst.) Ein niedriges oder halbes Stokwerß auf einem ganzen oder höhern, nach der ehemaligen Bauart in Athen. In der heutigen Baukunst kommen zwcycrley Attiken vor. Man macht sie entweder über dem Hauptgcsims, so daß sie mehr zu dem Dache, als zu dem eigentlichen Körper des Gebäudes gehören; oder man setzt sie unter dem Hauptgesims, so daß sie ciu würkliches Geschoß oder Stok- werk ausmachen. Von der crstern Art muß man es herleiten, daß ein über dem Hauptgestms stehendes Geländer bisweilen auch Attike genennt wird, wiewol diesem der Name nicht eigentlich zukömmt. Eine ganz herumgehende Attike wird die genennt, die um das ganze Gebäude geht. Man macht aber auch solche, die nur 220 A t t A t k Ava nur über einem Thcil der Hanplscite stehen. Die Ambe wird in großen Gebäuden oder Pallasten über dem Hanpt- geschoß gesetzt, wenn man nicht zwey volle Geschosse braucht, und wird insgemein halb so hoch, als das Hauptgcschoß, gemacht. Wo man hinlänglichen Platz hat, sich auszudehnen, kann man alle Hauptzimmer in ein Geschoß zusammenbringen. Alsdenn wäre es eine ganz unnütze Sache, die geringem Zimmer, für Bediente und den persönlichen Gebrauch, in eben der Höhe zu machen. Folglich thut man in dic ^ fem Falle sehr wol, eine Attike über? das Hauptgcschoß zn setzen. Da-9 durch bekömmt auch das Gebäude«- von Außen ein gutes Ansehen, indem ^ es nicht zu hoch wird, und die Pracht . des Hauptgcschosses durch den Gegensatz der Attike noch vermehrt^ wird. In diesem Fall aber müssen die Säulen und Pilaster durchaus bis an das Hanptgesims gehen, wie an dem Opernhause in Verlin; denn es steht nicht gut, wenn die Attike durch ein Gesims oder Gebalke von dem Hauptgeschoß getrennt ist. Man macht auch bisweilen eine Attike zwischen zwey Hauptgeschos- scn, oder hohen Stokwcrken, damit die Bedientrn gerade über den Zimmern der Herrschaft ihre Wohnungen in dieser Attike nehmen können. Eine solche ist z. E- zwischen dem Hauptgeschoß an dein königlichen Schloß in Berlin: in Italien findet man sie vielfaltig an Pallästen und Häusern der Vornehmen Dergleichen Attiken sind zwar sehr bequem; sie verstellen aber das Ansehen des Gebäudes etwas, oder müssen, wie auf dem berlinschcn Schlosse, sehr niedrig gemacht werden. kommen, und daher seinen Namen hat. Er besteht aus einem vierckig- tcn Untersatz a, einem Pfühl l>, einem Rieinlcin e. einer Einziehung st, noch einem Riemlcin e, auf welches ein Pfühl 5 folget. Die Verhältnisse der Höhen dieser Thcile, von unten aufgerechnet, sind folgende: 6, qj, ZV 3? 3 I?. Dieser Fuß ist so- wol in der alten als neuen Baukunst der gewöhnlichste; und wird unter Attischer Säulenfuß. Eine besondre und schöne Art des Säulenfußes, der in Athen aufge- *) S. Jonisch. allen Arten von Säulen, die tosca- nische ausgenommen, gebraucht. Es scheinet, daß die Baumeister in Athen diesen Fuß für die jonische Säule anstatt des eigentlichen jonischcn Fußes zuerst gesetzt haben *). Avant ü r e. (Lichtkunst.) Ist bey den Hcldendichtcrn des schwäbischen Zeitpunktes eine Muse, die sie ordentlicher Weise angerufen, und der sie um ihren Benstand gedankt haben. Das Wort ist von den Provenzalen genommen, die vcr? mnthlich den Deutschen vorgegangen, eine Person daraus zu machen. Sic ist also die Muse der abenthcuer- lichen Begebenheiten, dieselbe, welche Arloffs zu seinem Orlunsto du- rlolo und Wieland zu seinem Idris hatte anrufen können. Auffüh- A u f Aufführung des Drama. Man sagt von einem Drama, cs ftp gut oder schlecht aufgeführt morden; dcßwcgen scheint das Wort Aufführung schiklich, die Vorstellung des Drama ans der Bühne zu bezeichnen. Die gute Aufführung hangt größtenthcils von derGeschik- lichkeit der Schauspieler, und von der guten Einrichtung der Bühne ab; aber auch der Dichter selbst kann viel dazu beytragen. Von dem, was zur Kunst des Schauspielers geHort, kommt in manchen! Artikel dieses Werks verschiedenes vor: hier ist blos von dem Antheil die Rede, den der Dichter an dieser Sache hat. Es ist sehr wichtig, daß er bey Verfertigung seines Stükes keinen Augcnblik vergesse, daß sein Werk nicht zum Lesen geschrieben sey, sondern bloße Reden für solche Personen enthalte, die als handelnde Personen auf die Schaubühne treten. Diese Vorstellung muß einen bestimmten Einstuß auf sein Werk haben. Hat sie es nicht: so kann er vielleicht ein schönes Gesprach schreiben; aber ein vollkommenes Drama wird er nickt zu Stande bringen. In der That findet man, daß in dramatischen Stüken manches bcyin Lesen ehr gut gefällt, das auf der Bühne schlechte Würkung thut; und daß sbisweilcn die cinfachcstcn Dinge, die im Lesen beynahe übersehen werden, auf der Bühne von großer Schönheit sind. Die Ursache hicvon ist, weil das Drama, in so weit der Dichter cs verfertiget, nur ein Theil der Sache ist; die Handlung der Personen und was dazu gehört, machen den andern Theil davon aus. Nur ein sehr erfahrner Schauspieler wäre im Stande dem Dichter zu sagen, was er sowol überhaupt, als in besondern Stellen aus Rükjicht auf die Aufführung seines Stüks, in Acht zu nehmen habe. Wir kön? Au f 22 1 ncn hicvon nur unvollkommene Winke geben. Ueberhanpt crfodert die Schaubühne eine ganz eigene, nur für sie abgepaßte, Schreibart, die genau in dem Ton einer Person, die in einer Handlung begriffen ist, gestimmt seyn, muß. llknriplSes konnte nicht wie Demostbenes, und Teren? nicht wie Cicero schreiben. Auch in der höchsten tragischen Schreibart, muß nichts den Geruch der Lampe des griechischen Redners verrathen. Alle Worrcr, die blos dem Schriftsteller, oder dem Redner eigen sind, müssen da vermieden werden; weil die handelnden Personen weder Schriftsteller noch Redner sind. Die langen und gekünstelten Perioden sind hier gänzlich zu vermeiden, so wie die Wendungen, die ans Ueberlcgung entstehen ; denn man spricht ohne Vorbereitung. Eine einzige Periode, die cincm Schauspieler etwas sauer wird, wozu sein Athem nicht hinreicht, oocr die das Feuer der Vorstellung etwas dampft, hebt sogleich beym Zuschauer die Tauschuug auf; er verliehet die handelnde Person aus dem Gesichte und erblikt den Dichter. In Rüksicht auf die Aufführung, muß der dramatische Dichter sich kürzer, als jeder andre Schriftsteller, ausdrüken. Aber seine Kürze muß nicht eine erkünstelte oder erzwungene Kürze seyn, dergleichen einige Schriftsteller, nach dem Muster, das TaciruiZ gegeben hat, annehmen- Hiehcr können wir einen Fehler rechnen, wiewol er mehr die Sachen, als den Ausdruk betrifft, von welchem kaum die besten dramatischen Dichter frey sind. Er besieht darinn, daß sie ihre Personen so gar oft mehr sagen lassen, als der, mit dem sie sprechen, zuhören nöthig hat. Ein Theil dessen, was gesagt wird, gehört oft blos für den Zuschauer, um ihn von etwas zu unterrichten, das der Dichter ihm auf eine bessere Art 222 Auf Art zu erkennen zu geben, kein Mittel wußte. Hat der Dichter die Personen, denen er die Reden in Mund legt, vor Augen, stellt er sich ihr Spiel recht vor, überlegt er genug, was ihre Stellung, ihre Minen und der Ton ihrer Stimme auszudrükcn vermögen, so wird er an sehr viel Orten weniger sagen, als ein andrer Schriftsteller, der eben dasselbe historisch, rednerisch oder poetisch zu sagen gehabt hatte. Denn selbst die Winke und das sogenannte stumme Spiel kommen ihm zu statten. Eine vorzügliche Aufmerksamkeit von Seiten des dramatischen Dichters erfodern die Auftritte, wo ausser den würklich redenden Personen noch mehr andre zugegen seyn müssen. Sie werden gar zu bald langweilig, wenn die Reden eigentlich nur unter zwcy Personen vorfallen, da doch vier oder fünft zugegen sind, die alsdenn überaus magere Figur machen. Dieses gilt fürnehmlich von den Austritten in ernsthasten Stüken, wo die handelnden Personen in die höchste Leidenschaft gesetzt sind. Da hat der Dichter am wenigsten zu thun, weil der höchste Grad starker Leidenschaften mehr stumm, als beredt macht. Mit desto größerer Ueberle- gung hat er auf die Würkung, welche die Sache bei) der Aufführung haben wird, Acht zu geben. Dergleichen Auftritte, von denen man das meiste erwarten sollte, mißlingen den Schauspielern gar zu oft, und nicht allemal durch ihre Schuld allein. Der Dichter versieht es insgemein darum, daß er verschiedenen Personen Reden in den Mund legt, wo sie schweigen sollten, weil er den Auftritt nicht will stumm lassen. Es ist zu wünschen, daß Kunst- richtcr, welche die Schauspiele fleis- sig besuchen, auf diejenigen Stellen besonders Achtung geben, da der A u f Dichter aus Mangel der Rükstcht auf die würkliche Aufführung, etwas versehen hat, und daß sie ihre Bemerkungen zum Besten der dramatischen Dichter bekannt machen. Denn es sind vielleicht über keinen Thcil der schönen Künste weniger Beobachtungen , als über diesen gesammelt worden. Da Hr. S. in dem vorstehenden Artikel, eigentlich blos von der Einrichtung dcS Biologen, und zwar nur in Rücksicht seiner Wirkung auf die Zuschauer, gehandelt, und nicht vorher untersucht hat, weder , in wie fern das Gespräch, wenn cS sonst dem Charakter, dem Zweck, und der Lage der unterredenden Personen gegemäß ist, gute oder böse Wirkung aus die Zuschauer hervorbringen, noch ob und wenn der Dichter das, was jene, dem was diese von ihm fordern, aufopfern muß: so lassen sich hier auch nur solche Nachmessungen geben, die auf den dramatischen Dialog überhaupt gehen- Diderot handelt davon in der, hinter seinem Hausvater, bestndlichen Abhandlung (S. -88 u. f. der Ucbcrs. -te Auflage.) — Cailhava in dem Xlten Kap. des ersten Theiles seiner c cie Is Lc» mc-iie (S. -04) — und Lessing, vorzüglich an einem Orte, wo man es nicht suchen sollte, in s. Anti-Götz stes St. — — Wenn übrigens H. Sulzcc sagt, daß der dramatische Dichter überhaupt sich kürzer fassen könne, als der Erzähler: so empfehle ich, zur Vorbeugung alles Jrrthums, welcher hieraus entstehen könnte, die Schrift des Hrn. Engel über Handlung, Gespräch und Erzählung (Neue Bibl. der sch. W. B. -6. vorzüglich S. 240 u. f.) — Was die zusammengesetzten Auftritte, und auch diejenigen anbetrift, wo mehr, als zwc» Personen, mit ein und derselben Sache beschäftigt sind: so finden sich, in der vorhin angeführten Abhandlung des Diderot (S. -8- u. s) einige gute Winke darüber: auch in Hkn. Eschenburgs llcbcrsetzung des Hur» A u f Hnl'd (I. ?9?) ist die damit, schon für das Drama verknüpfte Schioierigkeit gerügt, und H. Lessings llrthcil darüber bepgcbracht. Aufhaltung. (Schöne Künsten) Aiefcs Wort scheinet bequem, um einen in den schönen Künsten verschiedentlich vorkommenden Kunstgriff zu benennen. Er besteht in einer geschikten Verzögerung der Auflösung einer Vcrwiklung, die man ganz nahe glaubt. In dem Trauerspiel des Euripides, Iphigenia in Tauri«, glaubt man, daß die Er- kcnntniß derIphigcnia und des Orestes sogleich erfolgen, und also ein Hauptknotcn werde aufgelöst werden, sobald jeder des andern Namen hören werde. Aber der Dichter wußte die völlige Erkennmiß aufzuhalten; und die Aufhaltung sogar durch einige Auftritte durchzuführen. Eine solche Aufhaltung finden wir auch im VII Buche der Jlias. Hekcor fodcrt einen der Griechen zum Zweykampf auf; Me- nclaus mmmr die Auffoderung an: man wird begierig, den Streit anzusehen : aber Agamemnon und Nestor kommen dazwischen, haltenden Menelaus zurüke, der endlich von seinem Vorsatz absteht, und die Sache dem Ajax überläßt. Dadurch wird unfre Erwartung aufgehalten, und die Begierde, die Ent- wiklung der Sache zu sehen, noch mehr gereizt. In dieser Reizung besteht demnach die Würkung der Aufhaltung, und eben dadurch wird das Vergnügen bey der Entwiklung desto größer. Ein Werk kann zwar so beschaffen seyn, daß die Vorstellungen ohne Aufhaltung, wie ein sanfter und immer gleich fließender Strohn:, fort gehen; dergleichen Werke aber reizen weniger, als die, Auf 22Z darinnVerwiklungcn und Aufhaltungen vorkommen; es sey denn, daß alles in der höchsten Natur und Einfalt auf einander folge. In allen andern Fällen sind Verwiklungen und Aufhaltungen nöthig, und von großer Würkung. Die Aufhaltung betrifft nicht nur große Hauptverwiklungcn eines Werks, sie hat auch in kleinen Thci- lcn statt. Selbst in einzeln Gedanken kann sie vorkommen. So ist in folgender Stelle des Horaz eine merkliche Aufhaltung: ?vtcimu>-. 8i quill vscui lub umbra I.uiimuz recum, quoll er bunc in, annum Vivar er plures: vge llic I-sci- nurn Lsrdire csrmen *). Das erste Wort, ^otcimur, erwckt die Erwartung, was das seyn möchte, wozu der Dichter aufgcfodcrt wird, und macht also einen Knoten; dieser wird durch alles, was zwischen bolcimur und llic steht, aufgehalten, und dadurch wird die Erwartung größer. Auch in der Musik giebt es grössere und kleinere Aufhaltungen. In den großem wird ein Gedanke so behandelt, daß er gerade an der Stelle, wo man glaubt, er werde durch den Schluß sein Ende erreichen, aufs neue eine andre Wendling bekömmt **). Kleinere Aufhaltungen kommen beständig bei) Auflösungen der Dissonanzen vor, da ein dissoni- render Accord, dessen Auflösung man erwartet, erst noch durch andre Dissonanzen geführt und hernach aufgelöst wird. Bey jeder Verwiklung ist noth- wcndig eine Aufhaltung. Hier ist nur *) Nor. 0ll. I. Zt. ^) S. Latenz. 224 Auf nur von der die Rede, welche der Künstler aus Ucbcrleguug verlängert, um die Vorstellungskraft desto mehr zu reizen. Er muß sich dieses Knnstgrifs nicht allzuoft bedienen, sonst ermüdet er. Die Aufhaltung ist von derjenigen Gattung Schönheiten, die sparsam und mit genauer Beurtheilung, wo sie nö- thig seyn mochte, gebraucht werden muß. In der Musik wird der, welcher immer den kürzesten Weg zum Schluß eilet, uuschmakhaft und wässerig; der aber, der niemals anders, als durch mancherlcy Umwege schließt, wird nicht weniger langweilig und verdrüßlich. Es lassen sich hierüber keine Regeln festsetzen. Ein scharfes Urtheil ist die beste Regel, und der Kunstrichtcr kann nichts mehr thun, als den Künstler vermahnen, aufmerksam auf den Gebrauch und Mißbrauch der Kunstgriffe zu seyn, damit er nicht aus Unachtsamkeit fehle. Die Aufhaltung muß nicht mit der Unterbrechung des Endes einer Vorstellung verwechselt werden. Jene läßt uns die Sache, deren Ver- wiklung uns bcschäfftiget, nicht aus dem Gesichte vcrliehren, sie ist ein Theil davon; diese aber bricht sie ab, und setzt etwas anders dazwischen. Dadurch entstehet eine widrige Würkung, weil der Znsammenhang der Vorstellungen würklich zerrissen wird. Nichts ist verdrüßli- chcr, als eine Geschichte zu lesen, wo, wie in dem Roman vom Ama- dis» die Begebenheiten, wenn man denkt, daß sie sich nun entwikeln werden, abgebrochen, und wegen einer neuen Geschichte ganz aus dem Gesichte vcrlohreu werden. Die Episoden, wenn sie recht geschikt angebracht werden, gehören einigermas- sen auch zu der Aufhaltung *). *) S. Episode. A u f Auflösung. (Schöne Künste.) Aiescs Wort wird in der Kunstsprache verschiedentlich gebraucht, und kann, wegen der Wichtigkeit der Sache, die es ausdrükt, zum Kunstwort gemacht werden. Auslosung bedeutet überhaupt die Herstellung der Freyheit und Ordnung nach vorhergegangener Vcrwiklung. Dergleichen Auslosungen kommen in Werken der schonen Künste verschiedentlich vor. In der Musik wird die Harmonie oft verrükt; daher entstehen die Dissonanzen, die eine würkliche Unordnung sind, aus welcher durch die Auflosung, die Ordnung und völlige Harmonie wieder hergestellct wird. In der dramatischen Handlung ist allemal Vcrwiklung ; verschiedenes streitet gegen einander; am Ende der Handlung cnk- wikelt sich alles durch die Auflösung, die deßwegcn in der französischen Sprache Dönvusmenr, (Entwiklung des Knotens) genennt wird. Aber auch jede andre Handlung, und bcy- nahc jede Vorstellung, darinn vieles zugleich zu dem Ganzen einer Sache gehört, hat eine Vcrwiklung, und kann dcßwegen einer Auflösung fähig seyn. Also kommen diese Heyden Sachen fast überall vor. Man kann keine Herstellung der Ordnung sehen oder empfinden, ohne dadurch angenehm gerührt zu werden. Daher kommen Vcrwiklun- gen und Auflösungen so vielfaltig in den Werken der Kunst vor, weil sie ihnen Kraft und Reizung geben. Der Ursprung alles Vergnügens ist in der Thätigkeit unsers Geistes zu suchen; diese fühlen wir zu wenig, wenn unsre Vorstellungen uuaufge- halten in einem sanften Laufe fortgehen ; denn da ist nirgend eine Anstrengung nöthig, durch welche wir uns unsrer Thätigkeit bewußt sind. Diese empfinden wir nur bey Hindere A u f dernisscn, bep gegen einander laufenden Vorstellungen, beym Streit der Elemente, die auf uns würfen. Da bemüht sich der Geist die Ordnung wieder herzustellen: je schneller und vollkommener dieses geschieht, wenn nur vorher die Anstrengung aufs höchste gestiegen ist, je größer ist das Vergnügen. Weiter wollen wir die allgemeine Betrachtung dieser Sache nicht treiben; fondern von den Auflösungen sprechen, worüber Kunstverständige schon längst besondere Betrachtungen angestellt haben. Auslösung der dramatischen Verwiklung. Dadurch versteht man die Hauptauflösung, wodurch das ganze Stük sein Ende erreicht. Sie wird auch nach einem griechischen Worte Catastropho gcnennt*). Wie eine Bcrathschlaguug, wenn sie ordentlich vollendet wird, einen Entschluß hervorbringt, so hat jede Handlung einen Erfolg; nämlich es wird etwas bewürkt, das alle weitere Bemühung und Unternehmung über die Sache unmöglich macht. Ein Friedensschluß hebt auf einmal alle Unternehmungen des Krieges auf, und die Ankunft an dem Orte, wohin die Reift gerichtet war, endiget dieselbe. In ver- wikelten Handlungen, wie die dramatischen sind, finden sich entweder Hindernisse und Schwierigkeiten, die sich dem Erfolg entgegen stellen; oder es zeiget sich in dem Charakter der Hauptpersonen etwas, wodurch eine merkwürdige Veränderung in ihren Glüksumstanden entstehen muß; wobey sich aber so viel Schwierigkeiten zeigen, daß man begierig wird, den Ausgang der Sache zu erfahren. Dasjenige, was diesen Ausgang ") Larnkroplle: ccmverllo negotii ex- egitliii in tinnguilliratein non exxs- Äsuun. Zcglix. koer. I.. I. I. A, Erster Theil. Auf 225 oder jenen Erfolg bestimmt und auch begreiflich macht, ist eigcnr- ljch die Auflösung der Handlung. So ist im Oedipus in Theben des Sophokles die völlige Enrdekung, daß jener der Sohn und Mörder des Lajus scy, die Auflösung der Handlung; denn dadurch wird der Erfolg bestimmt, daß Oedipus den Thron verläßt und sich selbst verbannt, wodurch die ganze Sache ihr völliges Ende erreicht; und so ist in Addisons Cato der Selbstmord dieses Helden die Auflösung, wodurch der Ausgang der Sache bestimmt, und die ganze Handlung völlig gc- endiget wird. Die Auflösung ist vollkommen, wenn sie natürlich und vollständig ist, auch zu rechter Zeit geschieht. Natürlich ist sie, wenn sie nicht nur aus der Handlung selbst entsteht, sondern so, daß nichts übertriebenes, nichts unwahrscheinliches in den Urftchen ist, wodurch sie bewürkt wird. Der Charakter des Cato macht seinen Entschluß sehr natürlich; eben so natürlich ist die so oft vorkommende Auflösung in Comödien, da ein Vater seinem Sohn aus Zärtlichkeit nachgicbt uud in etwas williget, was er zu hintertreiben gesucht hat; daß ein listiger Mann, wie Ulysses, aller Hindernisse ungeachtet zu seinem Zwck kommt; daß eine tollkühne Unternehmung zuletzt etwas hervorbringt, das einen unglüklichcn Ausgang bewürkt. Es kommt hicbcy darauf an, daß der Dichter eine große Kenntniß des Menschen und menschlicher Zufälle habe, daß er keine Würkung zeige, deren Ursache nicht hinlänglich dazu wäre; daß er keinen Zufall heran bringe, der dem natürlichen Lauf der menschlft chen Dinge nicht angemessen ftyp Es ist aber nicht genug, daß er selbst die Möglichkeit der Sache nach dem ordentlichen Lauf der physischen P oder 226 Auf oder sittlichen Natur begreift; auch der Zuschauer muß ihn begreifen. Deßwcgen muß der Dichter bisweilen schon von weitein gewisse Sachen einfließen lassen, die hernach bcy der Auflosung alles begreiflicher machen. Dieses nennt man die Auflosung vorbereiten. Wie in der Natur kein Sprung statt hat, so muß auch der Dichter bei) seinen Auflösungen keinen machen. Laßt er eine Passion, oder eine Unternehmung, für die kein guter Ausweg vorzusehen war, plötzlich einen solchen finden, so geschehe es so, daß aus der Lage der Sachen erst nach dem Erfolg begreiflich werde, wie die Sachen haben kommen können. Es giebt bisweilen Auflösungen, die ans Unnatürliche gränzen, und eben deßwegen sehr schön werden; weil das, was unmöglich geschienen hat, desto lebhaftere Eindrüke macht, wenn man es würklich und aus begreiflichen Ursachen bewürkt findet. So scheinet es unnatürlich, daß ein Mensch plötzlich seine Sinnesart andere, daß, er aus einem Bösewicht ein rechtschaffener Mann, ans einem Tyrannen ein billiger und gütiger Regent werde. Dennoch finden sich würkliche Veränderungen dieser Art in der Natur. So hatte es angehen können, daß Corneille seinem Trauerspiele Rodogüne durch eine andre Auflösung einen guten Ausgang gegeben hatte. Er hatte die Bosheit und Rachgier der Cleopatra auf den höchsten Gipfel kommen lassen. Denn hatte sie durch eine Rükkchr auf die mütterliche Zärtlichkeit erst über ihr Vorhaben gestutzt; dieses hätte sie zu einigem Nachdenken über ihre ungeheure Bosheit und endlich gar zur Rene gebracht. Dergleichen Fälle sind in der Natur vorhanden. Der Dichter hatte sogar diese Auflösung im dritten Auftritt des vierten Aufzugs A uf vorbereitet, da er die Cleopatra zum Antiochus sagen läßt: V05 Isrines ilsn5 mon cceur onc rrop cllinrelliAeQcc, onr ziresizue eccinc cecre z,. lleur lle vengeance. ne puls retull:r llez toupirz 5 vv8 plcurs. kens gus je tuis msrs suprez lle vv5 lloulcui'5. L eu etk küir, je ms renlls er m» colere cxpire, IdoäoZune ell j, vous, sutli bleu gue llemplre. Da manBeyspielevon bcwundrungs- würdigen.Veränderungen der Sinnesart der Menschen hat, so könnten dergleichen zu Auflösungen bisweilen versucht werden. Es verdient wegen der Comödie angemerkt zu werden, daß die Alten verschiedentlich Auflösungen gefunden haben, die zu ihrer Zeit natürlich waren, die es itzt nicht mehr seyn würden. Plautus und Tcrenz finden oft die Auflösung dadurch, daß ein langst vergessener, oder für todt gehaltener Mensch plötzlich wieder erscheint; daß ein Vater sein Kind erkennet, das er längst vergessen hatte. Dergleichen Auflösungen sind zwar noch itzt möglich; sie müssen aber, um wahrscheinlich zu seyn, mit mehr Vorsicht behandelt werden, als jene Alten nöthig hatten, bey denen dergleichen Zufalle durch die damals gewöhnliche Aussetzung der Kinder, durch die Sclavcrey, in welche man durch denKricg oderMen- schcnraub fallen konnte, durch die welligere Verbindung der Völker unter einander, durch Mangel der Mittel, die man gegenwärtig hat, einer verlohrnen Person nachzufragen, viel natürlicher waren, als sie itzo sind. "Die unnatürlichen Auflösungen sind die, welche man Maschine» nennt, A u f nennt, davon in einem besondern Artikel gesprochen worden. Zur vollkommenen Auslosung geHort auch die Vollständigkeit, die darum besteht, daß unsre ganze Erwartung von der Sache befriediget, und das Ende der Handlung so erreicht wird, daß wir gar nichts mehr erwarten können. Man muß sich die einzeln Personen, die Vorfalle, die in der Handlung aufstoßen, als so viel Linien vorstellen, die entweder gerade oder krumm sich zuletzt in einen einzigen Punkt vereinigen; keine muß abgebrochen werden, oder sich verliehrcn, noch auf einen andern , als den allgemeinen Gesichtspunkt hingehen. Die Charaktere müssen völlig cutwikelt feyn, daß der Zuschauer nichts mehr davon zu wissen verlanget; die verschiedenen Unternehmungen müssen ihr Ende so erreichen, daß die Fortsetzung derselben unmöglich wird, und das Schiksal der Personen muß durch die Auflösung völlig bestimmt werden, daß keine Frage mehr darüber entstehen kann. Plautus hat verschiedentlich gegen diese Vollständigkeit der Auflösung gefehlt. So hat sein Stük, das er Moffellaria ge- „ennt hat, eine so unvollständige Auflösung, daß das Ende davon ganz abgeschmakt wird. Es ist zwar eben nicht nöthig, wie einige meyncn, daß die Auflösung zuletzt alle Personen auf die Bühne vereinige; genug, wenn dieselbe nur alle weitere Unternehmung hemmt, und unsre Erwartung über die Personen befriediget, sie seyn zugegen oder nicht. Endlich muß die Auflösung zu rechter Zeit geschehen; nämlich, wenn unsre Erwartung auf das höchste gekommen ist. Nicht eher, weil sie sonst nicht Reizung genug hat; daher bisweilen eine Aufhaltung noth- wendig ist'); nicht später, damit die Lebhaftigkeit der Erwartung nicht *) S. Aufhaltung. Auf " 227 wieder abnehme. Bcydes ist sehr wichtig, weil die Lebhaftigkeit der Vorstellungen bei) der Auflösung die stärksten Emdrükc im Gemüthe M-ük läßt. Vom Ausgange, der durch die Auflösung bcwürkt wird, ist besonders gesprochen worden *). Will man gegen die Wichtigkeit aller dieser Anmerkungen, so wie gegen alles, was die Regeln der Vollkommenheit eines Werks betrifft, einwenden, daß viele Stüke sehr gefallen, darinn diese Vorschriften nicht beobachtet sind: so kann man einmal für allemal dieses zur Antwort nehmen, daß jene Stüke noch mehr gefallen würden, wenn dabey auch noch diese Regeln waren beobachtet worden. Was hier von der Auflösung der dramatischen Handlung angemerkt ist, kann auch auf die epische Handlung angewendet werden. Die Kunstrichter haben davon weniger geschrieben, weil der Dichter in dieser weniger Zwang fühlt, und also allen Fo- derungen leichter genug thun kann. Von der Auflösung im Drama handeln noch: Aristoteles (xil, wo die Rede ncshnilich vv' Erodus ist, und XVIII.) und mithin s. Commcnta- toren, als Darier (S. 181 uud Z27. Lci. ä Vilich. <7ZZ.) Curtius (S. 182.271 u. f.) so wie Aubignac, im sten Kap. des stcn B. seinerlllZrigucchiIcheocre (S. 122. i B. Amst. 1715. z.) — Cailhava, in dem ziten Kap. des Um und im goten Kap. des 2tcn Theils s. cic I» Lomeciio (>. 502. 2. qSz.) Von der Auflösung in dem epischen Gedichte handelt Bossu in dem Vroirs Poems spiguo in dem izten und >;tcn Kap. des sten Buches (S. igpu.f. Amstcrd. 169). 12.) — Von der dramatischen sowohl, als epische» Auflösung, Battcux in s. Einleitung in die sch. Wils, im 6tcn Kap. des ztm Art. Abschn. 1. Th.s. (2. zz. «teAusg.) P 2 Auf- *) S. Ausgang. 228 A u f A u f Auflösung der Dissonanz in der Musik. Hier wird das Wort Auflösung in einer ganz besonder» engen Bedeutung genommen; denn nicht eine jede Herstellung der volligen Harmonie, sondern nur eine gewisse Gattung derselben bekommt den Namen der Auslosung. In denbep- den hiebey geschriebenen Beispielen —S I-R-- -Ol 'KS —A wird die Harmonie durch Dissonanzen zerstöhrt, da in dem zweytcn und vierten Viertel des ersten Takts zwey Dissonanzen anstatt derConsonanzen stehen, sogleich aber wieder in Consonanzen durch steigen oder fallen eintreten; in dem andern Beyspiel aber werden gar alle Consonanzen in Dissonanzen verwandelt, die aber gleich wieder in die Consonanzen zu- rükcreten. Dergleichen Falle aber werden nicht zu den Auflosungen gerechnet *). Diese Dissonanzen erscheinen ohne Vorbereitung, und verschwinden auch plötzlich wieder; indem sie nur in geschwinden Bewegungen statt haben, wo das Ohr kaum Zeit hat sich wieder nach der reinen Harmonie zu sehnen. Die eigentlichen Auflösungen betreffen nur diejenige» Dissonanzen, die durch Bindungen vorbereitet worden, und *) S. Durchgang; Verwechslung. folglich wieder entbunden oder ausgelöst werden müssen. Weil diese Dissonanzen entweder wegen ihrer längcrn Dauer, oder wegen des darauf liegenden Nachdruks, merklichen Eindruk machen, und dem Gehör ein würkliches Verlangen nach der Herstellung der Ordnung crwekcn: so muß diese Herstellung auf eine befriedigende Weise geschehen. Daher sind die Regeln von der Auflösung der Dissonanzen entstanden. Je langsamer die Bewegung ist, lind je daurcndcr oder nachdenklicher der Eindruk der Dissonanzen gewesen ist, je genauer muß man sich bey ihrer Auflösung an diese Regeln binden. Ein kleines Versehen dabei) wird einem wohlgeübten Obr sehr empfindlich. Diese Regeln sind von den altern Tonsetzern größtentheils für die langsamen Chorale und für die nachdrük- lichc Allabrcve-Bewegung erfunden worden, wo die Harmonie mit grosser Genauigkeit will behandelt seyn. Daß große Meister in geschwinden Sachen, und in dem, was man die galante Schreibart nennt, sich nicht allemal pünktlich an diese Regeln binden; (wiewol auch da die größten Meister sich am wenigsten Frcy- hciten erlauben) soll Anfänger, oder minder geübtere, nicht zur Nachlässigkeit verleiten. Es ist allemal sicherer, sich die Regeln ganz gelaufig zu machen, damit sie nicht zur Unzeit übertreten werden. Ben Auflösung dcrDissonanzen ist eigentlich nur eine einzige Regel zu beobachten. Jede Dissonanz tritt bep der Auflösung in die nächste diatonische Stufe unter sich, so daß sie daselbst zu einer Consonanz wird. Diese letzte Bedingung bestimmt die Fortschreitung oder das Stillliegen des Basses, wenn die Dissonanz in den obcrn Stimmen ist; und der obern Stimmen, wenn die Dissonanz im Baß ist. Wie diese Regel der Auflösung in allen Fallen beobachtet werde. A u f werde, erhellet aus der Tabelle der Dissonanzen *). Von der großen Septime, die aufwärts geht, ist anderswo gesprochen worden "). Rameau und die, welche seine Theorie annehmen, haben Dissonanzen, welche be» der Auflösung einen diatonischen Grad herauf treten. Diese sind bis ißt von den deutschen Harmonistcn nicht angenommen f). Aufputzen der GemalM. Es ist eine für die Liebhaber der Mahlercy wichtige Sache, wenn Ge- mahlde, die durch Alter und andere Zufälligkeiten schadhaft, oder durch Staub und Unreinigkeiten verdunkelt worden , wieder zu ihrer ersten Schönheit können hergestellt werden. Dieses Auspichen der Gcmählde hat man in der neuern Zeit sehr hoch gebracht, und dadurch manches schone Stük, das schon als verdorben, oder fast ausgelöscht, in einen Winkel gesetzt, und der Vergessenheit übergeben worden, wieder in die Bildergalerien und zu großem Ansehen gebracht. Man hat sogar Mittel gefunden, die Gcmählde von dein Grund, er scy Leinewand oder Holz, abzunehmen, und auf einen neuen überzutragen. Eine für die Erhaltung der Gcmählde wichtige Erfindung. Zu dem Aufputzen gehören verschiedene wichtige Handgriffe, und überhaupt eine große Vorsichtigkeit. Wenn ein in der Sache nur halb erfahrner Mann sich daran waget, so lauft er Gefahr, das Gcmählde zu verderben. Diejenigen Liebhaber, die gute, in schlechten Zustand gerochene, Stäke besitzen, müssen sich sehr wol vorsehen, daß sie selbige durch ungeschikte Aufputzer nicht noch mehr verderben lassen. Es ist deß- *) S. Dissonanz. ") S. Septime. f) S. Dissonanz; Sexte. Auf S2? wegen gut,, daß die ganze Sache unter den Händen der besten und erfahrensten Künstler, als eine Art Geheimnis; bleibe, an welches sich keiner wagen soll, der darinn nicht vollkommen unterrichtet ist. Es ist zwar viel davon bekannt worden *), aber niemanden zu rächen, die Künste an guten Gemahlden zu probircn. Der Mahler, Schulze, in Verlin, der seit vielen Jahren diese Kunst mit dem glüklichsten Erfolg ausübet, ist in diesen Gegenden der einzige, dem man auch die besten Sachen mit Zuversicht anvertrauen kann. Auch besitzt Herr Riedel, churfürstl. Galleric-Inspektor in Dresden, vorzügliche Gcschiklichkeit in dieser Kunst. -H- -S- Außer der, von Hrn. Sulzcr, angeführten Anweisung zum Aufputzen der Gcmclhlde, welche eigentlich aus dem blsnömsill rc> rl>e tZrrs, lt .onN. 1758.8. genommen ist, hat man noch, von Lud. Crispi, einen Brief über diese Materie in den berrsre Hills Uiccurs, 8colcur2 erc. — Bemerkungen über die damit gespielten Betrügereien, und die Folgen für den Werth der Gemsthldc, finden sich in dem Lcnrlem. tolsgs?. ,764. S. 5Z4- Aufriß. (Baukunst.) Aie Zeichnung eines Gebäudes, oder eines einzeln Thcils desselben, in der die Umrisse aller Thcile, die auf einmal ins Auge fallen können, nach ihrer wahren vcrhältnißmäßigcn Größe angezeiget werden. Diese Zeichnung ist von der perspektivischen Zeichnung darinn unterschieden, daß weder ein gewisser Augenpunkt, noch eine Ansicht, dazu genommen ist; da die perspektivische Zeichnung P z das ') S. Bibliothek der schönen Wisscnsch. IV. Theil. 2ZV Auf das Aenßcrc oder Innere eines Gebäudes so vorstellt, wie es aus einem gewissen Gesichtspunkt in die Augen fällt. Der Aufriß, etwas groß gezeichnet, dienet dem Baumeister und denWerk- .lenten zur beständigen Richtschnur in Bestimmung allerThcile. Denn nach diesem Riß nehmen sie alle Höhen und Breiten eines jeden Theiles. Aufschlag. (Musik.) Aic schwache Zeit des Takts, da der, so den Takt schlägt, die Hand oder den Fuß aufhebt. In dem Takt von zwei) Zeiten fällt der Aufschlag in die zweyte Zeit; in die dritte, wenn der Takt drcy Zeiten hat; und in die zweyte und vierte, wenn er aus vierZeitcn besteht*). Man sagt von einem Tonsiük, es fange im Aufschlag an, wenn es kurz oder ohne Accent mit der letzten Zeit eines Taktes anfangt, aufweiche sogleich der Anfang des zweyten Taktes folgst. So muß ein Gesang anfangen, dessen Text jambisch ist, weil es nicht angeht, daß ein Jambus einen Takt ausmache; denn die erste Sylbc oder der erste Ton des Takts ist immer nothwcndig lang. Also behandelt die Musik die jambische Versart, als wenn sie trochäisch mit einer vorgesetzten kurzen Sylbe wäre. Anstatt Komm Do l ris komm I zu je l neu Bu j chcn, liest der Tonsetzer: Komm l Doris l komm zu I jenen I Buchen Aufschrift. (Beredsamkeit.) Eine kurze Rede, wodurch eine merkwürdige Sache auf einem Denkmal *) S. Takt. *') S. Takt; Zeiten. A u f ausgedrukt wird *). Man kann die Aufschrift, ob sie gleich nicht noth- wendig in Versen gemacht wird, als eine besondre Art des Ginngevichtes ansehen, und sie ein Sinngedicht zn einem Denkmal nennen. Die Auf. schrist soll, ihrer Absicht gemäß, etwas ganz merkwürdiges, auf die kürzeste und nachdrücklichste Weise sagen. Sie gehört deßwcgen unter die Werke, deren Wichtigkeit man nicht nach ihrer Größe schätzen soll; denn es ist oft schwerer eine vollkommene Aufschrift, als eine große Rede zu machen. Eine wcitläuftige Sache durch wenige Meisterzüge bezeichnen, durch wenig Worte viel sagen, ist in re- denden Künsten gerade das schwcrcste. Da man weder Beschreibungen, noch ausgeführte Bilder brauchen kann, die Einbildungskraft stark zu rühren, so müssen die wenigenAusdrüke, von der größten Fruchtbarkeit, Stärke und Einfalt seyn. Es kann nur einem recht guten Genie gelingen, eine vollkommene Aufschrift zu machen, und noch gehört ein glüklichcr Au- gcnblik dazu. Wie viel man auch in der kürzesten Aufschrift sagen könne, sieht man aus der, welche Polistin auf das Grabmal einer Schäferin in einem berühmten Gemählde gesetzt hat: Auch ich rvar in Arcavien. Man lese nach, was der Abt oä Bos **) hierüber angemerkt hat. Die Alten waren oft sehr glüklich in Aufschriften: und denen, welche in dieser Art zu arbeiten haben, ist zu rächen, daß sie die Aufschriften, welche Pausanias in seiner Beschreibung Griechenlands aufbehalten hat, die, welche man in den griechischen Anthologien findet, auch die besten von denen, die man aus alten Denkmälern gesammlct hat, fleißig stu- diren. Außer *) S. Denkmal. *") NeÜexions tut la Poesie et Iii pein- rure 1°. I. Lech VI. Auf Außer der sinnreichen Erfindung wird auch ein vollkommener Ausdruk zu der Aufschrift erfodcrt. Er muß Einfalt, Starke, Kurze verbinden und von sehr gutem Wolklang seyn, damit er desto gewisser im Gcdacht- niß bleibe. Wo es angeht, sollte die Aufschrift in Versen seyn, in halben Versen, in ganzen einzeln, in zwcycn oder vieren, die man Hcmisti- chia, Disticha, Tetrasiicha, nennt *). Weil man aber in einer so sehr knr- zcnRede wenig Frcyhcit hat, so geht dieses nicht allemal an. Anstatt der Verse muß man die Rede in kurze, wol ins Gehör fallende, Satze ein- theilen. Es ist daher eine besondre Schreibart für die Aufschriften entstanden, welche man den 8t^luui la- xiciarem nennt. Als ein Muster einer guten Aufschrift, kann die angeführt werden, welche auf der bey Murtcn in der Schweiz stehenden Capelle, darum die Gebeine der dort in der bekannten Schlacht gebliebenen Burgunder zusammengelegt sind, zu lesen ist: VL0. NäX, EäkOlll IblELVVI 50KVl88MI VDEI8 LXLK- ElVL8 VL8II)Ld18 LlLLVLVI^ E^L8(I8 ME 8M MOXLblLXI'DU RL- Wegen der edlen Einfalt verdienet auch die Aufschrift an dem Invaliden- Haus bcyBcrlin angeführt zu werden: LHL80 LI' IttVIEVO MLII'l. Hingegen ist auf einem der größten öffentlichen Gebäude dieser Stadt eine deutsche Aufschrift, die einem Handwerksmannc zur Schande gereichen würde. Man hat bisweilen die Frage aufgeworfen , ob es nicht wol gethan wäre, wenn die Mahler ihre Werke, nach Art der Denkmäler, durch Auf- *) S. Vers. Auf szr schriftcn erläuterten. Es laßt^ sich leicht sehen, daß ein Gemahldc dadurch sehr viel gewinnen kann *). Aber es ist schwer sie so schiklich anzubringen , als Poustin in dem angeführten Fall es gethan hat. Doch sind sehr viel Wege dazu. Sie können auf Gebäude, auf Denkmäler, auf Gefäße, und andre Nebensachen des Gemähldes angebracht werden. Wem ein Kupferstich von Lueßli, der 1768 in London herausgekommen ist, darauf Dion, wie er in Syrakusa ein Gespenst sieht, vorgestellt wird, zu Gesichte kommt, der kann darauf vielerley gute Wege, Aufschriften anzubringen, auf einmal sehen. Die Sache ist wichtig, und verdienet eine genaue Ueberle- gung Anweisungen ;u Aufschriften sind verschiedene vorhanden; aber die Verfasser der, mir bekannten, sind, größtcn- thcils, ans Witzclcyen und Künssclcycn dabcp verfallen. Indessen gehören sie zu der kitteratur dieses Artikels, und sind folgende, von italienischen Schriftstellern: k'kpicaii», Oial. ncl guale ll inlegns il inosto sti comporre gl! Lpi- rat! sll'ancics, sti kraue, kola, Ver. >6:6. 4. — II Larinoeclliale ^rillore- lico, c> tla Iclea stell' arguta est in- gegnvla elocurione, clie lerve a rucca l'srre urararla, lapistaria e s^mdvlica .... stel L. I). kman. Vkesauro . . . 'kaur. 1654, verm. Vcn. 168-. 4. ko- lngu. 167;. 4. tat- durch Casp. Cörber, Frcft. 1698. 4. tcipz.l7>4. 4- (Das Buch soll eigentlich ein Commentar über das zte Buch der Rhetorik des Aristoteles seyn, aber der Verf. hat geglaubt das Sinnreiche nicht besser erklären zu können, als wenn er selbst sinnreich, d. h. in einem gezierten, gcschrobcncm Styl darüber schriebe. Den alten Jnnschrlften spricht P 4 S. stu Los Restex. erc. ?. I, Letk, IZ- ") S. Slllcgvric; Historie. X 2ZS Auf er, wegen ihrer Simplicitstt, alles Verdienst ab. Er hat zugleich, als Bcy- spiele zu s. Theorie, eine Sammlung lateinischer Aufschriften auf alle mögliche Ge, genstsnde heraus gegeben, welche zu Turin >666. 12. zu Rom 1677. g. zu Berlin sLnl. krsncl.) 1671. k. (zte Allst ) zu Frft. und Leipz. c. noc. Lm. I'bil. I-a- nealbi, >6gg. 4. gedruckt worden ist. Eine vollständige Sammlung s. Werke ist, in neuern Zeiten, zu Turin, in z Fo- liob. gemacht worden.) — Lpi^rzpbica, 5. Linola Inlcriprioiiczrzue czuossvis ge» NU5 paneenssi rarin, ubi sse Inscripk. .... tscili merbosso ssissercarur, lud- ^ctiisczue cxempliz . . . przcccpra cii- bucicianrur, ^ubb. Ott. Lolclonio . . . I^cr. 1660. t. (Der Verf. hatbcy- uahc die ganze Redekunst in s. Klau hineingezogen, und ein «Werst weitschweifiges, langweiliges Werk geliefert ltebrft genS hat auch er, als Beyspicl zu s. Theene, Hpißropbüe reli^. mcmorial. Morrualc!! cc encomiafticae, li. 1670. 4. drucken lassen.) — ^rz N0V2 2rAu- riar. ... in cluas partes ssivila, pri- ins cft cpigr. alrcrz Inl'criprion. 21ZU- rar TLubl. !ac. ^sasenio, dstoss. 1660. 12. Ool. Ttgr. ,66z. 8. -687. 12. (Ganz in der Manier des angezeigten Cannoccliiale; besonders bißt der Verf. s. Witz in Jnnschriftcn'auf I). Luthern aus.) — klpiZrassa, 0 lia barce ssi com- porrc ie Iscri2:n»e larine, riciorre 2 regole ssa Laer. Lugan^z, h-laur. 1774- 4- — Oe 8c^Io Iiisscripc. lar. I.ib. III. 2 Stck. sLnc. >sorcelli, k. ,78°. 5. mit Ä. (Zum Nachschlagen, als ein Ercmpelbuch, gut.) — — Von franzosiselren Schriftstellern: Vraice ^cs Inl'criprions, p. laccz. ftavenau, ?ar. 1666. 12. — Oilc. lur le Lr^le ckeü Inl'cripe. von BvileaU, in s. W. (B.a. S. 21; der Par. Ausg. von 1757. <2.) Veranlaßt durch die prahlerischen Jnn- schriften, welche Charpentier zu den Ge- mclhlden des Lc Brun in der Gallerie zu Versailles gemacht hatte, und gegen den Pomp derselben gerichtet, aber mit unbedeutenden Gründen verschen. — Oe- A u f kenle 6e la IwriZue kranc. p. Ur, (lrrsngois) Lbarpenrier, ?ar. 1676.12, und Oc bexcellencesscla lauAuc kranc. von ebend. ?->r. lügz. 12. Bcpde gehören nur in so fern hiehcr, als der V, darin behauptet, daß die Jnnschriften in den Landessprachen gemacht werden müssen, und daß die französische Sprache hic- zu geschickt sei). Die erste wurde durch die Mevnung des Abt BourzcyS, und der ersten Mitglieder der, im I. >66z. gestifteten T^cass. lies Inicriprioirs er Lei- les l-ercre«, welche sich für das Gegen» theil erklsrt hatten, veranlaßt; die zwehte ist gegen die — Orario sse ^lonum. public. Isriue iulcribemtis, /LuÄ. I02. Oucas, ?2r. 1677. 4. und bei) Ayrcrs Lommenr. ckc praess. .^ubb, classic. b.ips. 17z5. g. gerichtet. — — Von deutschen Schriftstestern: Obr. Weiss! I)e ?oei! bossierno- poliricor. I. ssc ar» Zuris Inlcriprionibus bib. II. Weiss. 1678. 8- Ion. >7Z8- 8. —> b)an. L. ^sorboss Lommenr. sse Oilcipl. arAU- riar. Ii I. 169z. 12. (Sic kain, erst nach deö Verf. Tode, heraus, und scheint zu erweisen, daß auch er keinen Sinn für die Einfalt der alten Aufschriften hatte.) — De Lrzsso Inpiclüri, sW6b. loiarrb. c^lp, Vps. 17z 7. 3. Uebrigens wsre vielleicht die llntersuchung der Frage: „in wie fern Ausschriften in der Landessprache abzufassen, oder nicht abzufassen sind's" in dein vorher gehenden Artikel an ihrer Stelle gewesen. Doch H.S. scheint hierüber schon mit mehrern, seine Partie gefaßt, und der lateinischen Sprache den Vorzug gegeben zu haben; es sep mir also erlaubt die, gewöhnlich, hiefür gebrauchten Gründe ein wenig nshcr zu prüfen. Die vorgebliche Allgemeinheit dieser Sprache hat sehr enge Grclnzen. Derer, welche in jedem einzelcn Lande sie nicht verstehen, sind immer noch mehrere, als derer, welchen sie, in Europa überhaupt, bekannt ist; und meines Bednnkcns ist es doch besser, daß der cinzele Fremde frage, was irgend eine Sache bedeute, als sehr viele Einheimische. Oder wollen wir überhaupt nur, der erstem wegen, Denk- A u f DcnknMcr setzen? — Nun, so müssen wie auch nicht verlongm, daß sie, auf irgend eine Art auf das Volk, für welches, und unter welchen, sie gesetzt worden sind, wirken, müssen nicht über die Gleichgültigkeit desselben gegen sie klagen. Schon durch Rücksicht auf andre Kunst- gesetzt werden sie ihn, oft fremde genug ge- gcmacht. Der deutsche Mann in römischer Kleidung kann, unmöglich, in dem Deutschen so viel Theilnehmung erwecken, als der Römer, in römischer Tracht, in dem Römer erweckte, und man muß über das Band, welches, durch stußcre Gleichheit , und durch Gleichheit der Sprach)?, «intcr den Menschen hervorgebracht wird, wenig nachgedacht haben, um jene Gleichgültigkeit nicht sehr natürlich zu finden. Solange wir noch immer die einzeln Glieder eines Volkes, so ganz zweckwidrig, von einander trennen, ist es thöricht, gemeinschaftlichen Geist von ihnen zu fordern. — Nicht besser werden die Ausschriften in tobten Sprachen dadurch vertheidigt, daß die lebenden Sprachen sich ändern, daß sie veröltem, u. d. m. Eine deutsche Aufschrift aus dem istcn Jahrhundert würde immer, jetzt noch, niehrern Deutschen .verständlich seyn, als es die gemeinste Lateinische ist; und, wofern sie sonst die, ihr zukommenden Eigenschaften besäße, durch veränderte Mundart, nichts von ihrer Güte verloren haben. Auch hätten, diesem Einsäst zu Folge, ja Griechen und Römer dergleichen nie in ihrer Sprache machen dürfen. Aber nicht genug, daß die neuere lateinische Aufschrift nicht durch diese Gründe gerechtfertigt werden kann, stehen ihr würklich auch noch wichtige Gründe entgegen. Abgerechnet daß, wie gedacht, der ganze Zweck bcr- ftiben größtentheils verloren geht, drückt sie selten daö, was sie eigentlich ausdrücken, oder darstellen soll und will, wirklich und bestimmt aus; sie wird oft nur für gut gehalten, weil sie, entweder, sich nicht anders machen ließ, oder weil sie nicht, scharf und genau, geprüft wird. Ihr fremdes Ansehen bedeckt ihre Mängel. Die Schuld dieser Mängel liegt, A u f 2ZZ zum Theil, in den Gegenständen selbst, zum Theil, in der, immer nicht ganz vollkommen möglichen Kenntniß einer tobten Sprache. Für Dinge und Begriffe, welche die Römer nicdt hatlcn, konnten sie auch keine Wörter haben; und Wörter, mit welchen sie cinzclc, vermeintlich wirkliche, Wesen bezeichneten, sind, z. B. in neuem Zeiten, sehr oft, und so gar in den beßten Aufschriften, zue Bezeichnung von bloßen Allgcmeinbegriffen gebraucht worden. Besonders hat dieses Geschick den Apoll und die Musen getroffen. llebcrhaupt würde die Nachwelt, wen» sie Aufklärung über unfre Sitten, Gebräuche, Einrichtungen, u. d. m. in unfern lateinischen Aufschriften allein eben so suchen sollte, wie wir dergleichen Aufklärung in den Aufschriften der Vorivelt suchen und finden, zum Theil eben so falsche Begriffe erhalten, als wir, wenn wir den Glauben der ersten Christen, nach dem, von Fabrctti ^ Inlcripc. snr. Id. 1699. 5. S. lüg) bemeektcn Gebrauche derselben, auf der Rückseite alter römi- schrr Jnnschriftcn, eine christliche zu setzen, beurthcilen wollten. Wenigstens würden die alten Römer, Falls sic wieder kämen, uns, dem größten Theil dlcfcr Aufschriften nach, für etwas ganz anders, als was mir sind und seyn wollen, haltrn müssen. -- Die Frage wäre also nur, ob in den neuem Sprachen selbst unübcr- stcigliche Hindernisse gegen gute Aufschriften liegen? Allein es bedarf, meines Bc- dünkens, keiner tiefen Untersuchung, um sehr balde wahrzunehmen, daß die letztern nicht so wohl durch die Eigenheiten der erstem, als durch unfre, von so vielen Seiten lächerliche, Rang - und Eompli- mentcnsucht, oder durch dir O.urllr derselben, unmöglich gemacht werden, daß die Schwierigkeiten dabei? überhaupt nicht, wie H. S. behauptet, so sehr aus der Sache selbst, als aus unserer Denkart, entspringen, unb daß nicht blos das, was er dazu für nöthig hält, ein gutes Genie, und ein glücklicher Augenblick, sondern daß vorzüglich ein reiner, gesunder moralischer Sinn dazu erforderlich ist. Wir P 5 glauben 2Z4 Auf A u f glauben noch immer, nirgends, ohne tiefe Verbeugungen irgend einer Art, wegkommen zu können; dasAeußre dcsMcn» sehen, nicht sein innrer Werth, nicht das, was er an und für sich selbst, son. dern das, was er durch seine bürgerliche» Verhältnisse ist, kommt noch allenthalben, auch so gar auf seinem keichensteine, zuerst in Betracht; wir suchen nur immer unsre Höflichkeit, und sehr selten Gefühl für moralische Würde, zu zeigen; wir wollen nie so wohl Andre als uns sselbst sehen lassen; und ein solch kleinlicher Geist wird, in keiner Sprache, eine gute Aufschrist hervorbringen. Auch bilden wir, vergeblich, uns ein, diesem Geiste, durch die lateinische Sprache allein, gleichsam zu entgehen, oder ihn weniger darin an Tag zu legen. Schon der Gebrauch derselben in dieser Sache beweibt, meines BcdünkcnS, sein Daseyn. Sollte nicht er, vorzüglich, uns antreiben, an Rücksicht auf Fremde hiebe» zu denken? Und sollten wir durch die lateinische Aufschrift, oder durch ldic Vcrthcidigung derselben, nicht öfterer blos unsre Bekanntschaft mit den alten Sprachen haben an Tag legen, oder uns, vor dem großen Haufen unsrer eigenen Landcsleutc gleichsam Haien auszeichnen wollen? Wenigstens wird einem großen Theil unsrer Gelehrten, und vielleicht nicht ohne Grund, vorgeworfen, daß er nur gelehrt, oder Vorzugsweise gelehrt seyn will; daß Gelehrsamkeit für ihn nicht blos Mittel, sondern Zweck ist. Doch der Bewcgungsgrund hiczu se» auch, welcher er wolle: die Sache selbst verrckth nur zu oft jene Eigcnthümlichkeit unsrer Geistesbildung. Nicht wenige unsrer neuern lateinischen Aufschriften sind durch sie eben so oft lächerlich und eckelhast, als die Deutschen matt und schaal und langweilig geworden; und wirken dadurch, daß sie lateinisch sind, nur um desto widriger. — Freylich liegt die Schuld hievon nicht in dieser Sprache selbst. Es läßt sich nicht läugnen, daß sie, vermittelst der ihr eigenen Gedrängtheit des Ausdruckes, im Ganzen, Vorzüge hiezu besitzt, so wie sich nicht läugnen läßt, daß die mistige — und bcy ihr stehen zu bleiben — vermöge der Artikel, der Zeit- und HülfSwörter, die Aufschrift leicht weitschweifig machen kann. Aber, jenes Verdienst der lateinischen Sprache beruht für uns auf einer Art von Täuschung, oder vielmehr cS besteht eigentlich nur darin, daß die lateinische Aufschrist deswegen weniger Raum einnimmt. An Kürze des Sinnes selbst gewinnt sie, für uns, dadurch nichts. Wir mögen nun auch sagen, was wir wollen: so verstehen wir solche nur immer dadurch, daß wir sie, ob wir uns dessen gleich vielleicht selten be, wüßt sind, stillschweigend in unsre Muttersprache übertragen. In einer todtc» Sprache denkt, eigentlich, auch so gar derjenige nicht, welcher keine einzige lebende ordentlichreden weiß. Die bcy« den Wörter z.B. lerrium Lonlul, oder Lonlul'Oerr. bestehen für uns immer aus den vieren: „zum dritten Mahle Consul," oder wohl noch aus mchrcrn; und das einzige'I'crminsvir heißt für uns immer« „er hat beendigt." Auf Beschränkung dieser äußern Weitschweifigkeit, oder auf Sparung des Raumes/ würden wir also bedacht seyn müssen: und was hindert nnS nun, zu diesem Zwecke, gewisse cinzcle Wörter, ein für allcmahl, eben so abzukürzen, als die Römer deren abkürzten? Nicht allein mit den ^Artikeln, sondern auch mit den mehrcsten unsrer so genannten Ehrentitel — wofern ivir diese durchaus fahren lassen wollen —' würde dieses sehr leicht, und auf eine allgemeine, allen verständliche Art, möglich seyn. Ist nur erst unsre Denkart berichtigt, die Sprache wird schon folgen. Diese hat so gar einige Eigenschaften, welche uns zu guten Aufschriften nöthigcn, oder doch schlechte verhüten könnten. Unsre Superlativen z. B. sind größtcntheils soübcl- lautcnd, daß sie Jeden, der nur ein wenig Ohr hat, vor aller llcbcrtrcibung zu bewahren vermögen. Doch sie sey denn auch weniger, als die lateinische, geschickt hiezu: kann durch diesen, ihren Mangel an Gcschicktheit, ihr die Schick« lichkclt dazu gänzlich genommen werden? Würden A u f Wurden wir uns wohl getrauen, in römischer Tracht, so gut sie uns auch stehen möchte, vor unfern Mitbürgern, im täglichem Leben, zu erscheinen? Oder glauben wir nur den, der lateinischen Sprache, in Rücksicht hierauf, gegebenen Vorzug vor denen rechtfertigen zu können, welchen wir dadurch Zeichen von Achtung zu geben uns einbilden? Sollten Griechen und Römer nicht über uns lachen, wenn sie uns ihnen so vieles blos nachmachen sähen? Wir reden so oft, so viel von ihrem großen Geschmack — und machen aus dem Schönen unaufhörlich ein Spiclwcrk, nehmen immer zuerst Rücksicht auf Kunstkenner und Kunstliebhaber; handeln immer so, als od wir nichts, als dieses wären, und dieses zuerst sevn wollten. Wir befolgen die Manier, nicht die Grundsätze dieser Volker. Immerhin opfce der Künstler, der sich selbst., der für sich allein ein Denkniahl setzt, der Kunstschönhclt alles auf; wer wirb es ihm verargen? Aber das öffentliche Denkniahl, das Denkniahl, welches für das gemeine Wesen gesetzt wird, »der, als von dem gemeinen Wesen gesetzt, angesehen werden soll, zeige, von allen Seiten, auch seine Beziehung auf das gemeine Wesen. Auf dieses zu wirken, muß der Zweck desselben, und diesen Beziehungen muß Schönheit untergeordnet scyn. Eigentlich kann cS nur, vermittelst jener Beziehung wirklich schön werden. Wenigstens darf, was blos durch sich allein wirkt, blos bey sich allein den Zuschauer feste hält, was nicht eine Menge edler Ncbenbegriffe zu erwecken vermag, was nicht Spuren, oder in so fern es nicht, Spuren des wirklich denkenden Geistes trägt, keine Ansprüche auf hohe Schönheit, oder Größe, machen, lind es wäre denn doch, beynahe, mehr als Thorheit, wenn wir, durch Nach- uiachercv griechischer oder römischer Denk- mählcr allein, griechischen oder römischen Geist, überhaupt, hervorbringen, oder die Neuer» zu Alten gänzlich machen zu können, wähncten, so wic cS, im Ganzen, wohl sehr zweckwidrig sevn würde, Auf 2ZZ sie durchaus, und in allen Fällen, wieder dazu machen zu wollen. Auch bestand der Geschmack dieser Völker nicht in dem schmackc in ihren Kunstwerken, sondern er zeigte sich nur darin. — Daß, übrigens, ein großer Theil der, 'von ihnen auf unS gekommenen Aufschriften, immer noch, als die bcßte Anleitung zu der Theorie derselben angesehen werden könne, behauptet, meines Vc- dünkcns, H. S. mit vollkommenem Recht, obgleich srcylich zu wünschen wäre, daß ein Mann, wie z. B. I. C. Adelung, in s. Werke über den St»l, auch etwas über den Styl der Aufschrift gesagt hätte. Eine Nachricht von den verschiedenen, mehr oder weniger, allgemeinen, oder besonder», Sammlungen jener wird indessen immer hier an rechter Stelle stehen. Die erstem, welche sich hicmit beschäftigten, wären Cvriacus von Ancona, Joh. Marcanova von Padua, und Fcliee Feli- ciano von Verona, welche sämmtlich im ,5ten Jahrh. lebten. Aber nur die Sammlung des erstem ist der Welt, und zwar nicht che, als ums I. 1600 von Car. Maroni, Bibliothekar des damaligen Car- dinalcs Barbarini, bekannt gemacht worden; sie verdient, indessen, immer, ihres Alters wegen, hier den ersten Platz, und führt den Titel: IlpiZraminar» ßr. er lac. reperrapcr Ill^ricum s L^riaco T^nconir. s. I. e. a. f. Rom. 1747. ll. Auch gehört noch, in Rücksicht auf die Geschichte dieser Sammlung, dessen, von kaue. Mchus herausgegebenes Irincra. rium. i?Icir. 1742. 8- so wie sein Loin- inenrar. blova b'rZAm. illullr. ab bkannil). cke T^lzar. Oliveric», Pik. 176z. k. hiehcr. Das erste gedruckte Werk dieser Art aber war: — Oonr. l?euc!ngeri kam. veculksr. kragrn. T^uA, Vinck, 1505. 5. (Es enthält die, um Augsburg herum, aufgefundenen Aufschriften; aber es scheinen mancherlei) Unrichtigkeiten darin eingeschlichen zu seyn.) — Ovl- leöksnea Hnriyuirsr. in urbe srque HZrc, dävAunrinc» rcperrar. IvleA. in T^eci. Ic>. Schneller 1520 UNd»5Z5. ll. mit Holzschn. (Joh. Huttich war, bekannter 2z6 A u f kannten Maßen, Verfasser dieses Werkes.) —^ I»c. liäs^ocliii kpißr. snr. villi!. Rom. 1521, f. I»!t Holzschn. — ?ec. T^pisni er lZgrrlr. /lmznris lnscripr. 8. 8. verull»r. non rsnr. kam. 5eä ro- rius 5ere orbi», lnZalck. 1554.5. (Auch diese Sammlung wimmelt, wie mehrere der vorigen, von untergeschobenen Aufschriften und Unrichtigkeiten.) — Von- lulurn, DiLbscor. Vcrisorurnczue Idom. Oeries, uns c. iplor. rriumplri» .... p. ksrrlr. ^lsrlianum, Idom. 1549. 8- c. krsnc. Idoborcelli, Vcn. 1555.8. »- 8iofr. Idvbitcti lesonumenr» 8epulcror. c. Lpigr. ln^cn. er äoödrin» exccll. viror. , . ex grober, cxpr. er in sez ine. p. I'ob. kenäi 5. I. 1574.5. krctr. 1 589. 5. — ^lsrr. 8mer!i lnscripr. sn- ricz. 9er kuropsm psstim obvize, c. su5t»r. luili kipiii, ku>-ä. IZ.>588-5. -- 8repli, Tismolii HnsIeJ» lspiä. verulk er nonnullsr. in Osci» slnriczuir, kscsv. 1595. 8- — Ion. Llruceri In- 5cripr. Idomsnsr. Lorpus, ex oK.c. Vommel. 160 z . 5. o B. nur. I^lsrci. Vu- liii cnrenä. cur» los. Veor--. Vrsevii, Umfiel. 1707. 5. 2 B. oder 4TH. mitK. (Daß diese -te Aust. durch Druckfehler äußerst entstellt ist, ist bekannt) — Ve. (luslilieri Vollesd. Inserier, er rsbu- lsr. 8ic!li»e, gr789 findet sich eine andre llcbers. derselben.) — 8crrorii vrisri liäonumenr» kscz- v!u», coli, explic. crliiis iconibusex- prell», p»r. 1652. 5. Die, vom I. 1S12. angeführte Ausgabe ist mir nicht bekannt; der Achnlichkcit des Jnnhaltes wegen, verbinde ich damit gleich: 5! kcksrini kruäiri, ovvero kerrerc svprs »lcune snricke Inlcrirloni, ä! 8err. vrlsro, ?»ä. 1659— l7>9- 4> als in welchem letztem Jahre erst der stc Theil erschien. Auch gehören noch hicher: Vii .^rron2i, ovvero äe'^lsrmi snticbi, ?»ä. 1655.4.»»" OKsv. kslconerü In- 5cripr. srblericsc, cum. »uölsr. vcrcr. lnscripr. ex msrmor. ^5r!c. Id. 166g. 4. — los. L. kerrcrii däulse Ispiäsr. 5. Tlnricz. in msrmor. csrmins c. ex» piicsr. Vcr. >6/2.5. — I. ki. ldloristi Vcnorsplri» Ki5sn» Lsfi cc kueii Vse- 5»r. äilsercsr. illullrsr», Veu, i6gi. 5. — ck'Ii. Idcineli! 8Mr»Ams lnscripr. »nriczusr. inprimiz kdomse vec. c. Vom- menrzr. I.ip5. 1682. 5. — V. Lses. chäslvsstse ^szrmor. kelline», viror. äoblor. expostc. robor. er su5ts, Kon. 1690. 5. niit K. -» I. Xäslsr. Lisrulii l.ucern» lspiäar. ^rmini i69>. 4. — Viril. kleervvooä lnscripr. »nriizusr. 8z,IIoge, koncl. 1691.8.-» lnscripr, ßraecse kalrri^renor. c. 5ct>ol. er >ln» nocr. kclrv. Lernarsti cc Vl>. 8m!cl>i!» ikr»). sä Id. 1698. 8- wozu noch Isc. ldl>en5cräi kericulurn l?»Im5r. 5. kirrer, verer. kslmz-r. 8pce. krsnecz. 1704. 4. lind Oe lnscripr. palmar, cjuse in käu- 5eo Vspir. säserv. incerprer. kpillol, k. sl.-^nr. Leore-ii, Id. 1782. 8- stt- hört. -» Idspli. ksbrecci lnscripr. snr. izuse in scäilzu! pscernis slservsnrur» kxpliczt. Id. 1699 und 1702. 5. — kliil, s ikurre planum, verer. Tlnrii, Ii. c. A u f Auf 2z? b. e. Inscripr, XI. s^izuilii, er sLsb. Lolis Vlirlirse, L. »704. 4. Ich setze gleich hinzu: Lr. LIsncbini Lpiit. 6s Lsp!6e /^nriari, in czussgirur 6e villa Hs6risn! , II. 1698. 4. und los- Hoc. Vulpii 'Lsb. Annans, c ruini? verer. /lnrii eitolls, H. 17:6. 4. — Ilcri- zione anriebe 6ells Lirrs 6i Lslermo, 6s dser. Issors, e6. Xlarlsls, Lsl. 1721. 8. womit die slncicbe Iscri^ione 6iLa- lermn, Lsl. 1765. 4. zu verbinden sind. Auch gehören, im Ganzen, hiehcr:. Isc. Lb. 6'Drville Liculs czuibus Licil. ve- reri? ru6ers, s66iriz r^nriczuir. "Lsb. illultrsnrur. s^mitel. 1764. t. 2 Th. so wie des Prinzen vcn Torrcniuzza Siciliso cr s6fsccnr. insular, ver. Inscripr. nc>- vs Lollcktio, Lsnor. 1765. 4. — La- rnera e6 lnscri?!oni sepuicrsli 6e' Liberi, Lcrvi c6 Llticisi! 6eila Lsss 6i l^ugulto, lcop, nella vis slppis, c6 illultr. 6a Lrsnc. Lisncblni, L. >727.t. Nlit K. — Inscripr. snr. grsecseerro- inanse, quse exrsnr in Lrrurise urbib. c. ^nr. Xlsr. Lsivini cr T^nr. Lr. do. rii nor. Llor. 1727 — >7Z4- L z B. Mit K. — los. IZ. Donii Inscripr. snr. c. nor. er in6. .4nr. Lrsnc. dorii; scc. Dcor. s^rae e. oblervsc. Llor. 17z!, F. Mit K. — ^Xnr. Inscripr. c. grsec. turn lsr. vlirn s IVisriz. du6io coll.nu- per a lo. Kaolin 6iZeltse, nunc a Lrsnc. Deiselio c6. c. cor. snnorsrr. Leov. 17ZI, s.— bäsrmora Lissuren- tis, nor. /^nnib. 6e stbsrib. Diiverii illultr. Lis. 17Z8. L mit K. Lu6. ^nr. Vlursrorii lXov. 'Lbessuru? ver. Inscripr. Vle6iol. 17 ZA— 1742. s. 4B. mit K. Das Werk fand, bekannter Maßen, sehr viel Gegner, und auch einige Ver- theidigcr. Ich schränke mich auf lo. Lssp. Hsgenbucbii Disrr. 6e grsec. "Lbessuri novi däursror. inarmor. izui- bu ?6. mecric. sLig. 1744. 8» cbcnd. Lpi» Kai. Lpigr, inczuibus snr. Inscripr. ex- plic. sLig. 1747. 4. auf IL VVesselingii Lib. sc! Inscripcl in Lorpore Xlursror. e6ir. in czua IL Lulpicii duir. cr Len- Iris 8)?risci ccnsus elt. Llrrsz. 1745. 4, und auf Lbpb. Lsxi.i Lspiä. vscultor. Lpigr. er periculurn anims6v. in sli- czuor clsls. Xksrmor. L^nrsgm. Lips. 1746, 4. ein. Ein Zusatz s^6 nov. sLbcs. ver. Inscripr. Ivlursrorii, von Geb. Oos uati erschien Lucca ,764. s. — Usr» rnora l'surineniis, äilZerrsr. er nor. (s^nr. idivsurelise er ?sul! kicolvi ) illullr. . , . r^uA.I'sur. 174z — 1747. 4. 2 B. Nlit K. — ^luseurn Veronen- le, b. e. /znr. Inscripr. arczue ^ns- glz'pbor. Lolleclio, Ver. 1749. s. wozu noch des Gius. Bartvli Oillerrs?.... 6el ^>ubl. krlusco 6 iscriiione ererro in Verona . . . Ver. 1745. 4- gehört. — I. kl. IZonsäse ^.nrbologis, s. Lolleök. omniurn veccr. Inscripr. poericsr. r. Zrsee. Isrinar. in snr.! lspiclibus sculprsr. Idom. 1751. 4. 2 B. — Inserier, r^rricse, nunc äernurn ex scbc- 6iz dlssrei eäir. Isr. inrererecsr. il» lulkr. sb. L6m. Lorlini, bior. 1752. 4. — Kick. ?ococice er 8. Dilles Inscripr. ^nr. Lrsecse cr Isrino , . . s. I. 1752. s. S. auch dessen Oescripr. «s rbe ball, Lvn6. 174z. s. 2 Bd. Deutsch, Erl. 1754. 4. — Inscri^ioni snr. äispolle per vräine 6i vsrie cislli, c6 illultr. con slcune snnora^ioni 6a Iiene6. ksilionei, Luc. 176z. s. — Lssp. /^l. L>6erici llisscrr. er s^nnor. in sliczuoc incäirss Veceruin Inscri- priones . . . Horn. 1765. 4. — Deila Licra 6i /^vefa ne'Veliini, c6 sirri iuv^bi 6i snr. Memoria, Dilsercs2. 6i Viro d6sr. diovens??!, nel czusis . . . XXIIl. iscri^. vengono illultr. . . . Itom. 177z. 4. — Inscripr. an- rnz. plerse^us nan6um e6irse, in ^llis minori er draec. prselerrinr ^cbe- nis coli. , . , L6i6. Kick. Lbsn6Icr . . . Dxon. 1774. s.— Inscripr. lko- insnsr. k'ssc. c. cxplicsr. norsr. Vsr. >774- 6. Xlusei Lspicolini anc.In- scripc. g Lrsnc. Lug. dusico .... nunc primum conzunctim e6icae . . . Roin. 177; — 1778. s. Z B. — Ilse- cvlrs 6i 6iv. anriclie inscri^ioni ... rirrovsri negli 8cs6i 6el ko 6i La» 6egna . .. 6i Lugen, 6e Levis, lor. «7L>. 4. — Inli-rD. snr. 6eIIa villa ^lbsni» 2Z6 Auf ^Ibsni, publ. st! Lsersno, H. 1785. 4. — Aber ausser diesen, eigentlichen Samnilungen von Jnnschristen, sind de» rcn nicht allein in vielen, bereits bey dem Art. Amic angezeigten Werken, als in Boissards ^nriczuir. Lrdis komse, in Jac. SponS Xlistcell. T^ncig. erust, in Mvntfaucvns st^nr. exgllguee, in den ^-lem. ste I'Hcsst, stes Instcrigr. in deS Caylus kecueil st^nciguices, u. a. NI. zu finden, sondern auf sie gehen noch besonders: Oes illustres Oblcrvsr. snr. stu stir. Lsl>. 8^incon en ton stornier voysl-e st Irslie I an. 1557. 1.^0121558. 4. Jtal. ebend. i;;8-4. mit K.— Vo^s- gs ststrslie, ste Oslmsrie, ste Lreco er ei» Oevsnr, g. .sscg. LgonecLeorg VVKcler, Oe^ste 1675.12. zB. Deutsch Nürnb. >690. f. Engl. Lond. 168s. st. — Auch liefern deren noch : kern. Lcsrsteo- ni! Oe snriguirsce Orbis Osrsvise ... O !l>. III. ksssl. >;6°. st. und im 4tcn Bande des Vurmannschen Thesaurus. — <ü. Osbrici! Horns er /Incicz. O!b. III. öx serc, msrrnnr. strx. rnembrsnisve verer. coli. Ksst. 1560. 1587.8. —' L. Inglrirsm! Orszm. O ustcsr. snrig. strcstr. >657. st. (deren Aechtbeit freylich durch des beo Allatius ^nimsstv. z -sr. 1640. 4. und bey s. ilnimsstv. in libr. T^Igk. Licsrellii ... k. 1642. 12. sehr verdächtig geworden ist ) — Onugkrü Osnvini ilnricz. Veron. Oib.VIII. Ver. 1648. st. (Das Werk ist, bekannter Maßen, älter; aber die erste Ausg. ist Mir Nicht bekannt.) —» Horns stolrerrs» ires sti s^nr. Lotio, H. 1652. st. 1650. 4. Nlit K. und stsuli Tlringbi koms stub- rerrsnes, k> 1651. f. z B. —. stelle» moric Lrestcisne sti Orr. kotli, krestc. ,616. 4. vcrm, krestc. 169 z. 4. Ost- stcrvs^. stoprs i Limeceri st! koms, sts str. Lolsterri, Horn. 1720, f. — Ostrn. Lbisbull rlnriguicsr. .^stsr. Olrristisn. /stersm snceccst. . . . staust. 1728. st. »lit K. — Vbestsur. r^nriquirsr. Lene- venrsr los. ste Vics, Horn, 17 54. st. 2 B. — sllex. 8^m. Xls^oclni Loinmenrsr. in Herculsn. Xlutei se» ness?sb. Hercul. dlesg. 1754.st. sB. -— 8sgZio sti stingu^ Orrustcs, kvorn. >789- 8- zTH. von ruigi kansi — u. v. a. in. — lind Gius. Cartani geht mit einer vollständigen Sammlung aller, bis jetzt aufgefundenen um. In der Vcrfkändlichsteir derselben können folgende Werke führen: in An- schung der griechischen, Lrsccorum Lij-lsc Isgistsrise s Lcig. Xlststei coll. er exglicscse, Ver. 1746. 8. lind eben desselben /Irris cric. Isgistsrise guse ex» csnr, ex esus /Vurogr. s . . . los.Orc. LeZuierio trstelirer exstcrigrs, er s Leb. Oousro estirs. . . stuc. 1765. st. —» Ost. Lortini dstorss Lrsecor. st. Vvcum er ldlumeror. Lorngenstis, guse in ver. csl>. obsterv. .... stlor. 1749. st, In Ansehung der lateinischen: der (vorgeblich alte) Grammatiker M. Valerius Probus , Oe lstocis komsuor. in- rcrgrer. in Putschcns Lrsmmsr. S. 1494 u. f. und einzeln, Ven. 1499 und i;>8- 4. Par. i;ic>. 8. ex est. stlenr. OrntI, Sor. 1647. 4. —- Lerr. Orstsci Lommenrsr. ste dlor. kornsnor. ksr. 1672.!. ststsZ. Loin. 17 zä. 8- '—' los. dlicols! Oe Liglis Verer. vmnibus . . . stugst. L. 170; und 1706. 4. — Illiru^ianesnrig, lspistsris, 0 Iis inrrostuDone slloLru» stio stelle snr. isteri^ioni, in III stidri» Hom. 1770. 8. von dem Jcs. lsw. Ant. Zaccaria. Auch gehören, im Ganzen, noch hichcr: kern, ste öäonrstsu- cvn stslseogrspttis grsecs, st. Oe orm er progrcssu Oircer. gr. ksr. 17--8. st> mit K> — O. k. Lsrgentier /VIglisbe» ruin Istironisnum, st. Klecirost. dlorss "Vir. explicsnsti, Our. ksr. 1747. st, mit K. "—Der dstouvesu "strsire steglomsrigue . . . ksr. 1751 — 1765. 4. 6 B. (besonders der zte B.) u. a. m. II. über die Geschichte und bitter, dieser Verkürzungen, Vsbrici! Likl. Isr. Oil». II. L. IX. "O. II. S. »z. Am», b. Lstir. Lrn. — — Von dem Nnlzen der Aufschriften handeln: Vrsnc. Onstenstorpi! Orsr. sto verer. Instcrigr. er Vlonumenror. Lstu . .. Ougst. L. >745. 4. — I. ?. Li- stendsrci Lomm. ste ^ustlorir. er Lstri Instcrig r. i n ^fure» stiel mtl. ,75°. 4- Ei« Auf 2Z9 Ein vollkommenes Werk der Art fehlt uns aber; bekannter Maßen wollte es Gudius schreiben. Allerhand litterarische Nachrichten darüber finden sich im ioten Kap. des oten Thcilcs vonJuvcncl de Carlencas irstais tur I'tlist. lies Keiles leckres, äes Seien» ces er cles Ttrrs s S. >26. d. d. liebers. eines der besten Capitcl in diesem sonst ziemlich seichten Werkchen)— in dem ztcn Abschnitt von Jvh. Frdr. Christ Abhandl. über die bitteratur und Kunfiwcrke des Alterthumes, S. 48 u. f. — in lo. -g,ug. Lrnesti T^rclraeol. lirrcraria S. Z6 und ->o der -tcn Ausg. Lipt 1795.8. Da, indessen, in dem vorstehenden Artikel, die Rede von Aufschrift überhaupt ist: so gehörte allerdings auch die bittcra- tur der nenern Aufschriften hicher. Der davon gemachten Sammlungen sind sehr viele; aber freylich enthalten die mchrcsten nichts, als Grabschriften. Die, mir bekannten, sind: Llrr. l'om. Schotter! Intcripr. nolriliores rorius Luro- xss, ur plurimum tnncrsles . . . btal» berst. 15:0. Z. -— Luc. Lostii Lpir. lstrinc. Ouc. er Viror. in Saxonia in» ter. illustr. VVireb. 1580. 8.— karrst, kurckclari Lpirapstior. Oial. VII. scl illustrier, Liv. ltarvisti Vlernor. Ven. 158?. 4. — dssarst. Lst^rraei Intcripr. insx. recenr. Vlonurnenrs, t. I. 1599. 8. — Lim. Lrunaei Lastliens. ^lonu- rnenror. kpi^r. Lign. 1602. 8- womit ich gleich lo. Lroitii Lastlea tepulra, re- recsta, t. Lrstis er Ttgri Lastl. ststonum. tcpulcstr. ol. 2 !o. Lrostio coli, er aci Ttnn. 1661. conr. a lo. choniola, Hast 1661. 4. -»»» kalrst. Vlen?ü Sz-nr. stpi- rapkor. VVicebergens. VlsAcl. 1604. 8. — IdcZcs, iie^inae, Issost. er slii in Lccl, coli. L. kerri ^Vestinonsster. te- pulci, usczucaci7t.i6o6. Lonst. 1606.4. —» I. /t. ^clrcri Intcripr. er LloZis, Icn. 1608- 8- — stielest, ^stami ^po- Zr.stionumcncor. HeistelberZens, Ilaicl. 1612. 4. — b'. Ttnär. Lanonlcerii Klo» res illustr. kpirspst. Tlnrv. 161 z. 8. — kranc. Svverrii stionurn. tcpulcr. vuc. Lrastanriae» stncv. i6iz.L. Ebendesselben Oelic. Lirrist. Orstis tcl. Lolon, r^gr. 1625. 8. NNd ebcnd. Lollech Lpi- rspst. zoco-terior. var. linßua tcripr. Lol. 1645, 8. — Val. Ttrirstinsei kpi» rapk. Lonstinentia, kranecz. 1618.12. — »an. kratcstii stpirapk. ^ugusta VInclcl. Vinci. 1624— 1626. 4. z Theile. — stl. ^uer. koxstornii stlo» nurnenra illustr. viror. er kilo^ia, /^mst. l6z8. t. -»-- lo. Lapr, lsrst Intcripr. Isseap. 164z. t. — Lrbis kacsviniln» tcripc. c. kstil. 1'ornalini, Kar. 1644.4. verm. von I. Salinem', cbend. 1701. AZri karavini Intcripr. tac. er Prot, c. kstil. 1'omsstni, Kar. 16x4.4. verm. von I. Salmoni, ebend, 1696. 4. — Intcripr. anc, Lsstlicae Scharrl! aci viani Ostientem, Idvm. 16x4. t. — kkil. Lastke l'stetaur. Kpirspst. vcrer. crre-» ccncior. Kar. 1666. 8- —— ker. lo. stesciri! Intcripr. Itatnicnscs, lac. clair. er Zerm. lssatn. 1668-4- — ldoclonix kicsteae (OttoAichcr) 'kstearr. tunsbre, cxlr. kpir. nova , anr. teria er socots, Lalisst. 167z. 4. 4 Th. »»»» Lastlica Lruxellcnsts, /tinstel. 1677-8-—?lri» lelenrlrcri Ilinrsreren Lolledtio Vlo. numencor. rernrnizue rnax. inst^n. Lel- gii toeciersri, Wurstel. ,684. 8. Sal. Stcpners Intcripr. Lipstenteü, Leipz. 1686. 4. — Lpir. Luäistinensta lac. Or. 1696. 8. — lo. LIrristpir. Loelrmeri Intcripr. tepulclrr. btelrn- stscüentesillclinst. 1710.8-^-—- Jvh. Gvttfr. Mist)aclis Dreßdnische Intcripcio- ires und Lpirgplria, Dresd. 1714. 4. --- 2^maci. ste Lenignis Intcripr. vsrior. inr. Iral. ^lonunrenror. SrreZ, Sil. 1715. 8. lo. t^uA. Luiciarelli In- tcripr. nvnnrrllae,.. Gerüst 1721. g.--» lo. ?lril. Slevogrii Intcripr. varii ße- neris, len. 1724. 4. — I.L.iVemei? Intcripr. tin^ular. l'atciculus» Lipt. 1726. s. — Jos. S. Grüblers Beschreibung des Churfürffl. Begräbnisses und der 5 Kirchen zu Frcyberg mit den daselbst befindlichen Lpir. und Intcripr. DreSd. 17Z2.8- — 1'olcierv^'s Lpicspkis, Lonä. 1754. 12. sB.— Selebt Lolletb. ot L^>irsp!rs, l-onst. 1759. 1».---» kee. ä'L^>ic. 24?5 U. f.) — Cailhaoa, im is und >6ten Kap. I» Lomcciio (Th. i. S. 274 U. f.) Aufzug. (Musik.) Ein Tonstük, welches in den Schauspielen bey wichtigen und feyerlichen Aufzügen und bey Tänzen gespielt wird. Weil in der Oper und bey Tänzen Aug und Ohr immer zugleich bcschäfftiget werden, so hatte man für die Fälle, wo weiter nichts geschieht, als daß die spielenden Personen mit gewissem Pomp auf die Schaubühne ziehen, oder ans derselben sich feyerlich von einem Orte zum andern hinbegeben, solche Tonsiüke nothig, welche diesen fcyerlichen Gang auch dem Ohr vorbildeten. Das Wesen des Aufzuges ist eine feycrliche Pracht, die dem Charakter *) S- Nrorigue Nu tdöülre par I'adbs N.^udixnsc I..III. «d.6. A u g des Aufzuges und der Gelegenheit, bey welcher er geschieht, angemessen sey. Dazu gehört eine starke Besetzung aller Stimmen, große Vollständigkeit der Harmonien, und ein feycr- lichcr stark abgemessener Takt. Nur ein guter Harmoniste kann sich mit Hoffnung eines glüklichen Erfolges an diese Gattung machen. A u g e n b l i k. (Mahlerey.) Aer Zeitpunkt in einer Begebenheit, den der Hisioricnmahler zu seiner Vorstellung gewählt hat. Weil nämlich in dem Gemählde keine Folge von Begebenheiten statt findet, sondern alles still stehet, so kann von einer Geschichte in dem Geniahlde nur ein einziger untheilbarer Punkt der Zeit vorgestellt werden, das ist, der Mahler drükt eine gewisse Scene aus, wie sie in einem von ahm gewählten Augcnblik gewesen ist. Die Wahl des Augenbliks ist ein wichtiger Theil der Erfindung des historischen Gemähldcs. Denn je- 'der Augcnblik einer wichtigen Handlung hat seine besondern Umstände, und giebt den Personen besondere Empfindungen. Der Mahler, der sich >z. E. überhaupt vorgesetzt hat, Christum am Kreuz zu mahlen, kann entweder den Augcnblik wählen, da er angeheftet wird, oder den, da der Heiland mit seinen Verwandten in einer gewissen Gemüthsruhe vom Kreuz herunter spricht, oder, da er voll Schmerzen und Seelcnangst ist, oder, da er ruft: es ist vollbracht, u. s. f. Jeder dieser Augenblike kann dem Gemahld einen besondcrn Charakter, eine besondre Anordnung, ihn: eigene Erfindungen, Stellungen, Leidenschaften u. s. f. geben. Der Mahler muß deßwcgcn, nach der Wahl der Materie, der Wahl des Augenbliks ernstlich nachdenken. Er muß der Geschichte, die er vorstellen A u g stellen will, durch alle Augenblike nachgehen, sich Key jedem alle Umstände wol vorstellen, nnd erst als- dcnn von allen den wählen, der sich zu seiner Absicht am besten schiket. Sswol die wählerische als die poetische Anordnung hängen von dem gewählten Augcnblik ab. Bey einem gemeinen und sehr oft wiederholten Inhalt kann das Werk durch die glükliche Wahl des Angcnbliks, das Ansehen der Neuigkeit bekommen. Zum Epcmpcl: der Mahler würde sehr viel Neues anbringen können, der für seinen gekreuzigten, oder sterbenden Christus den Augcnblik wählte, da das Erdbeben entsteht. -S- -S- Der von Hrn. Sulzcr vorgeschlagene Augenblick, in so fern er von dcni Möhler zu nutzen mar, ist schon von Coypcl ge. nutzt morden; und ist nühmlich in so fern eben derselbe, als in ihm zugleich die Sonne verfinstert wird, und die Tobten auferstehen. Indem Staunen, Furcht und Schrecken auf den zum Thcil gen Himmel gerichteten Gesichtern der Bcpstehen- den herrschen, ösncn sich, mittcn unter ihnen, die Grüber, und ein Todter steigt daraus empor. — llcbrigcns mürc eine Untersuchung, dünkt mich, ob ein, im Anfange oder in der Mitte, oder ganz am Ende einer Begebenheit, liegender Augenblick Vorzüge habe? — Qb und wenn der Mahler bcv einem aus der Geschichte gewühlten Augenblick, nicht noch von der Art, wie er in der Geschichte liegt, oder erzclhlt wird, gcknzlicl) abgehen könne? u. d. ni. an ihrer Stelle gewesen. —> lieber die Wahl des Augenblickes finden sich im Laocoon (S. 17z nteAusg.) Bemerkungen , so wie in dem izstcn Kap. des 2ten B. von Laircssc großem Mahlcrbuche, lehrreiche Winke. Augenblik. (Schauspiel.) Auch die Schauspieler uud die für die Bühne arbeitenden Dichter müssen Aug 245 gewisse Augenblike sich besonders empfohlen seyn lassen. Dergleichen gicbt es in wichtigen Handlungen, wo die Bewegungen der Gemüthcr am merkwürdigsten sind; wo es wichtig ist, daß der Zuschauer Zeit habe, alles genau zu bemerken, um zur vollständigen Rührung zu kommen. iSowol Dichter als Schauspieler haben darauf zu denken, dem Zuschauer diese Zeit zu geben. Denn wenn man sie zu schnell sollte vorbey- gehcu lassen, so würde der Eindruk nicht stark genug seyn. Der Mahler hat bey solchen Augenblikcn dcnVor- thcil, daß er alles fest hält, und dem Auge Zeit läßt, jede Mine und jede Gcbchrde wohl zu bemerken. Der Schauspieler muß nothwcndig die Personen in solchen Augenbliken in das beste Licht setzen, und auf das vortheilhaftcste gruppiren. Er muß dabei) in die Schule des Mahlers gehen. Es gicbt Trauerspiele, wo einige stumme Augenblike, da die ganze Handlung gehemmt scheint, und jeder nur innerlich mit sich selbst zu thun hat, von der größestenWür-c kling sind, A u g e n m a a ß. (Zeichnende Künste.) Aie Fertigkeit, Formen, Große und Verhältnisse mit solcher Genauigkeit ins Auge zu fassen, daß die Einbildungskraft eine ganz genaue Vorstellung davon hat. In zeichnenden Künsten ist dasAugenmaaß das erste und unentbehrlichste Talent. Wo dieses fehlt, da hilft weder Zirkel noch Maaßstab. Der Zeichner muß, wie Michel Angclo sich auszudru- ken pflegte, den Zirkel im Auge und nicht in der Hand haben; und einer der größten Mahlcr sagt: die erste Bemühung eines Anfangers soll seyn, das Auge zur Nichtigkeit zu gewohnen; so daß er dadurch fähig Q s werde, 246 Aug Aug Au» werde, alles nachmachen zu können *). Nach eben dieses großen Meisters Urtheil, hat Raphael selbst einen guten Thcil seiner Große dem Augen» maaß zu danken. Es setzt den Zeichner nicht nur in Stand, jeden Gegenstand nachzuahmen, sondern ihm auch einen Grad der Wahrheit zu geben, der mit großer Kraft rühret Wer einmal von den in Papier ausgeschnittenen Bildern des bekannten Huberts von Genf etwas gesehen hat, wird die große Wichtigkeit des Augcnmaaßes lebhaft fühlen. Mit einer bewundernswürdigen Wahrheit weiß dieser außerordentliche Künstler jeden Gegenstand blos durch Ausschneiden in Papier, ohne vorhergegangene Zeichnung, darzustellen. Die Natur muß dazu, wie zu jedem Talente, die Anlage geben; aber eine lange Ucbung scheinet doch allemal viel dazu bcyzutragen. Fast alle Mahler, die zur Zeit der Wiederherstellung der Kunst gelebt haben, besaßen das Augcnmaaß in einem ziemlich hohen Grad. Man sieht viele Zeichnungen und Gcmählde aus Albrccht Dürers Zeiten, die sich durch eine sehr starke Wahrheit empfehlen; schlecht gemahltc Portrait?, die blos von der Wahrheit der Zeich» nung einen großen Werth haben. Die Richtigkeit des Auges, sagt LNengs, hatten alle Mahler dieser Zeit; hatten alle so gut als Raphael gewählt: so würden sie alle so gut als er gezeichnet haben f). Dieses ist eine höchst wichtige Anmerkung für alle, die sich auf zeichnende Künste legen. Sich unaufhörlich im Augcnmaaß üben, ist schon die Hälfte der Kunst. Dahin zielt ohne Zweifel auch der dem Apelles zugeschriebene Wahlspruch! blulls äies kirn. lines. Mcngs über die Schönheit und über den Gcschmak in der Mahle«!). Vor» rede S- xiv. S. Wahrheit. f) In dem angeführten.Werk. S>4?. Augenpunkt. (Mahlcrcy,) Ncr Punkt in einem nach der Perspektive gezeichneten Gcmahlde, auf welchen die Richtung des Auges geht *). Man setze, 0 x scy die Tafel, auf welche die Zeichnung zu verfertigen, das Auge scy in i, und die Linie i s die Richtung der Axe des Auges, so ist s der Augenpunkt. Wenn man ein Gcmahlde betrachtet» so ist es natürlich, daß man sich gerade davor stellt, und das Auge nach der horizontalen Linie richtet: und so betrachtet man auch insgemein je. den Gegenstand. Aus dem, was wir in dem Artikel, Gesichtspunkt, gesagt haben, erhellt, daß der Augenpunkt insgemein mitten in der Tafel genommen wird. Dieses geschiehet allemal, wenn die Gegenstände, so rechter und linker Hand über und unter dem Horizont liegen, gleich gut müssen ins Auge fallen. Man geht also von dieser Regel nur in den Fällen ab, wo man einen von diesen vier Theilen dem Gesichte vorzüglich darstellen will. Wenn man z. E. mitten am Eingange einer Gasse steht, und die eine Seite derselben vorzüglich betrachten will, so kehrt man sich etwas gegen dieselbe hin, und wenn man die Gasse so zeichnen wollte, so würde man den Augenpunkt nicht in der Mitte, sondern näher gegen die Seite nehmen, welche vorzüglich ins Auge fallen soll. Weil aber die Linie i s allezeit senkrecht auf die Tafel fällt , so steht als- denn die Tafel schief gegen die Straße. Ausarbeitung. (Schöne Künste.) A)ie letzte» aber nicht unwichtigste Arbeit des Künstlers, an seinem Werk, Durch S. Fig. Pcrspektih. S. Perspekti». Aus Durch die Anlage werden die Haupt- theile desselben blosnach dem Wesentlichen ihrer Beschaffenheit bestimmt und geordnet; durch die Ausführung und Ausbildung werden die kleinem Theile der Hanptthcile richtig bestimmt, wodurch das Werk vollständig wird; durch die Ausarbeitung aber wird alles Zufällige jedes ein- zclcn Theiles auf das völligste bestimmt, und dadurch das Werk vollendet. In einem Portrait würde nach der bloßen Anlage das Bild im Ganzen betrachtet, in Ansehung der Zeichnung, das völlige Ansehen der Person bereits haben; jeder Haupt- theil würde überhaupt in Ansehung desColorits das Licht und die Farbe haben, die ihr zukommt: nach der Ausführung würde auch jeder ein- zelc Thcil in seiner wahren Verhältnis; und Forin gezeichnet seyn, sein gehöriges Licht und die wahre Farbe haben; aber die genaueste Verbindung der klcincsien Theile unter einander, die Mittellichter, Widerscheine und die feineren Tinten, wodurch das Bild die eigentliche Wahrheit und Natur bekommt, fehlen noch: diese werden durch die Ausarbeitung hineingebracht. Wenn durch die ersten Arbeiten das Bild ähnlich wird: so bekommt es nur durch die völlige Ausarbeitung das Leben, wodurch es nicht mehr wie ein Bild, sondern wie die Sache selbst erscheint. Durch die Anlage ist der Charakter des Werks bereits bestimmt; zu der Hauptwürkung, die es thun soll, sind die würkenden Kräfte vorhanden, durch die Ausführung werden diese Kräfte näher bestimmt und bekommen ihre eigentliche Verhältnisse unter einander; durch die Ausarbeitung wird ihre Würkung erleichtert, werden alle Hindernisse gehoben, bekommt das Werk eine Vollkommenheit, zu welcher sich in dieser Art nichts hinzudenken läßt. Ohne sie also kann kein Werk ggnj vollkom- Aus 247 men seyn. Ist sie nicht der wichtig- sie Theil der Arbeit des Künstlers, so ist sie doch der, durch den die andern ihre höchste Wichtigkeit erreichen. Da wo zur völligen Würkung eine Täuschung nothwendig ist, wie in Gcmählden und im Schauspiel, da ist die genaueste Ausarbeitung von der höchsten Nothwcndigkeit, weil sie das meiste zu der Täuschung beyträgt. In den redenden Künsten wird der höchste Ton der Wahrheit, der Einfalt, der Leichtigkeit nur durch die vollkommene Ausarbeitung erhalten. Es gicbt Werke, die ohne die vollkommene Ausarbeitung einen großen Werth haben. Sichtbare Gegenstände, die weit aus dem Gesichte gesetzt werden, bedürfen ihrer nicht, sie würde so gar schädlich seyn; und in der Musik will auch ein sehr stark besetztes, mithin auch in einer grossen Entfernung zu Höreudes Ton- stük, nicht so ausgearbeitet seyn, wie ein Trio. Uebcrhaupt wird in allen Stükcn, wodurch starke Empfindungen sollen erregt werden, eine genaue Ausarbeitung unnöthig; am nöthigsten aber in Werken, deren Charakter Anmuthigkeit und Ruhe ist. AusgcarbeitcteWcrkc erscheinen niemals in den ersten Zeiten der Kunst; das Große kömmt früher, als das Schöne: wo aber die Ausarbeitung für das Wesentlichste der. Künste gehalten wird, da sind sie ihrem Untergänge nahe. Einige französische Schriftsteller glauben, daß ihre Nation gegenwärtig iu diesem Fall sey. In der That ist vielleicht niemals ein Volk gewesen , wenn man die griechischen Rhe- thoren unter den römischen Kaisern ausnimmt, das in den redenden Künsten die Ausarbeitung so weit getrieben hat, als die französischen Schriftsteller thun. Was sie zu vie O. 4 thun 248 Aus thun, das thun die deutschen zn wenig. Die wenigsten deutschen Schriftsteller sehen die Ausarbeitung als einen Theil der Kunst an. Man könnte sich darüber trösten, ivenn nur dieftr Mangel, wie etwa beym Aeschylus, durch höhere Vollkommenheiten ersetzt würde. Doch ist hicscs nicht so zu verstehen, als wenn jene fürtrcfflichen Eigenschaften nicht ohne lange und mühsame Bearbeitung könnten erhalten werden. Die Ausarbeitung ist nicht allezeit schwer, auch nicht immer von den übrigen Arbeiten der Künstler abgesondert. Es giebr Werke, die durch eine einzige Bearbeitung vollkommen werden; aber sie sind selten. Die letzte Vollkommenheit hangt von so viel Kleinigkeiten ab, daß nur eine lang anhaltende Betrachtung und ein sehr öfteres Ue- berdcuken selbige bemerkt. So lange man von den Hauptthcilen, die die größte Kraft haben, eingenommen ist, so lange wird die Aufmerksamkeit den kleinen, Theilen entzogen. Wer eine sehr reizende Person zum erstenmal sieht, wird einige kleine Mangel sowol in ihrem Gesichte, nls in ihren Manieren, nicht beobachten. Die Starke der Empfindung laßt ihm keine Muße dazu. So urtheilen wir auch von den Werken der Kunst. Der Künstler, der in der Hitze der Einbildungskraft arbeitet, hat nur auf die Hauptsachen Acht; die feinen Thcile entgehen ihm. Nur auf einem vollkommen stillen Wasser bildet sich ein Gegenstand in der vollkommensten Achnlichkeit ab; und eben so kann mir das ganz ruhige Gemüth des Künstlers leben kleinen Mangel in seinem Werk ent- deken, und jede kleine Schönheit hinein bringen. Gar oft haben die vollkommensten Werke das Ansehen, als wenn sie ohne alle Mühe der Ausarbeitung, mehr auf einmal geschaffen, als A l! s durch öftere Bearbeitung nach und nach entstanden waren. Aber man glaube nicht, daß diese Leichtigkeit ohne Mühe erhalten worden. Insgemein ist das, was am leichtesten begriffen wird, dem Künstler am schwersten worden. Man sehe hierüber, was der scharfsinnige Verfasser des Versuchs über Popens Genie und Schriften sagt*). Folgendes ist daraus genommen: „Moliere soll ganze Tage über ein schiklichcs Bey- wort, oder über einen Reim zugebracht haben, ob in seinen Versen gleich alle Flüssigkeit und Frcyhcit des natürlichen Gesprächs herrschet. — Man erzählt, Addison sei) erstaunlich eigen in Ausputzung seiner prosaischen Arbeiten gewesen, daß er, nachdem der ganze Äbdruk einer Auflage bcynahe geschehen war, den Druk verhindern wollte, um eine neue Präposition oder Conjunktion einzuschalten." Horaz hielt die Bemerkung alles dessen, was zur vollkommenen Ausarbeitung gehört, für so wenig leicht, daß er dem Künstler das dlouum prematur in annuin anräth. Die Nothwcndigkeit einer langen Zurükhaltung des Werks, das vollkommen erscheinen soll, laßt sich am leichtesten daher begreifen. Nur an den Dingen, die uns durch den täglichen Gebrauch sehr geläufig worden, erkennen wir jeden kleinen Mangel, und jede kleine Vollkommenheit. Alf» auch in Werken des Geschmaks. Erst alsdenn, wenn man sie, wie man es nennt, auswendig kann, ist man im Stande, alle Kleinigkeiten zu bemerken. Dieses aber ist eben das, worauf es bey der Ausarbeitung ankömmt. Wer also in der Aus- *) Man kann dieses in der de» Nicolai, in Berlin, herausgekommenen Sammlung vermischter Schriften zur Beförderung der schönen Wissenschaften, nachlesen. S. den VI. Th. S. -z6 u. s. f. A u s Ausarbeitung nichts versäumen will, muß sein Werk, nachdem es durch die Ausführung alle seine Thcile bekommen hat, noch eine hinlängliche Zeit in seinem Busen herumtragen; damit er es oft sowol im Ganzen, als in den Thcilen übersehen könne. Nur diese genaue Bekanntschaft mit seinem Werke setzet den Künstler in Stand, die Ausarbeitung desselben glüklich zu vollführen. Eine wichtige Sache dabcy ist das kalte Blut. So wichtig das Feuer der Einbildungskraft beym Entwurf eines Werks ist, so schädlich ist es der Ausarbeitung; davon wird der Philosoph psychologische Gründe angeben. Eine erhitzte Phantasie sieht in jedem Gegenstand mehr, alswürk- lich darinn ist. Der Künstler also, der mit Feuer entwirft, laßt manches aus; weil er es sieht, ohne daß es würklich vorhanden ist. Konnte er die, für welche er arbeitet, beym Anschauen seines Werks in eben die Fassung setzen, in welcher er bey Verfertigung desselben gewesen ist, so würde die Ausarbeitung über- flußig werden. Man behalte also jedes Werk so lange an sich, bis man es ohne merkliche Regung der väterlichen Zärtlichkeit, ohne Erneuerung des lebhaften Gefühls, in welchen: es entworfen worden ist, ganz übersehen kann; bis es uns selbst einigermaßen fremd geworden ist. Alsdcun ist das Urtheil davon frcy, und die Ausarbeitung möglich. Dieser Theil der Kunst hat aber auch seine Abwege. Man kann ein Messer, um ihm die höchste Schärfe zugeben, so lange schleifen, bis aller Stahl weggcschliffcn ist; und so kann durch eine übertriebene Ausarbeitung ein Werk viel von den höhern Kräften, die es gehabt hat, verlieren. Wer glaubt, daß ergebe Kleinigkeit, die er fühlt, ausdrukcn wolle, der irret sich, und wird durch Aus 249 die dahin abzielende Ausarbeitung sein Werk verderben. Es kömmt darauf an. daß auch von den kleinem Schönheiten nur die wesentlichsten glüklich in ein Werk gebracht werden; diese machen, daß man sich die andern hinzu denkt. Eine Anekdote, die ich von einem guten Künstler habe, ist hier au ihrer Stelle. Ei» Mahler hatte ein Gcmählde von Davis Tcimora copirt; und fand, nachdem er allen möglichen Fleis darauf gewendet hatte, seine Copie ohne Haltung. Stük für Stüh jeden Theil, für sich betrachtet, fand man nicht, daß etwas fehlte ; dennoch fehlte dem Ganzen fast alles. Man ruft das Auge eines Freundes zu H ilfc, setzt Original und Copie neben einander, damit ein unparth episch es Auge entdeke, was dieser fehle. Hier zeiget sich eine Ungleichheit in einem unerheblich scheinenden Umstand. Im Vorgrund des Originals hieng ein Stük weiße Leincwand an einer Stange, und dieser kleine Umstand war in der Copie ausgelassen. Der Kenner kam auf die Vcrmuthung, daß dieses ein wichtiger Umstand seyu möchte. Man klebte in der Copie nur etwas weißes Papier an die Stelle, wo die Leinewand weggelassen war; sogleich bekam das ganze Gemahld eine Haltung, die ihm eine wiederholte Bearbeitung nicht hätte geben können. In einer Landschaft von Rembrandt ist gegen einen sehr dunkeln Wald, vor welchem ein davon ganz beschattetes Wasser liegt, eine weiße Was- sermeeve in der Luft vorgestellt, die gegen das sehr dunkle Grüne des Waldes absticht. Dieser kleine Umstand gicbt dem Gcmählde ein sonderbares Leben, welches sich verliert, sobald man diesen kleinen weißen Flek bcdeket. Wer bey der Ausarbeitung so glüklich ist, wenige kleine Schönheiten von dieser Art anzubringen, der O- 5 giebt 250 Attg giebt dem Werk die höchste Vollkommenheit , die durch die Menge derselben vielmehr gehindert als befordert wird. So wie es in der Musik gar oft nicht auf die Menge der kleinen Verzierungen ankommt, um die höchste Schönheit des Ausdruks zu erreichen, sondern auf einen kleinen Vorschlag, oder auf eine Bcbung der Stimme, oder gar auf eine kleine Pause, so ist es auch in andern Werken- In der glüklichcn Wahl der Kleinigkeiten, und nicht in der Menge derselben, besteht die vollkommene Ausarbeitung. Zu welcher Art von Gcmclhldcn flch Ausführlichkeit am bcßten schicket, und welches die Eigenschaften einer geistvollen Ausführung sind, hat Hagedorn in den Betrachtungen über die Mahleren, S. 42z und 759 u. f. gezeigt. — Von dem Gc, nie und der mechanischen Ausführung handelt Jos. Reinolds in einer, im ziten B. S. 1 u. f. der Neuen Bibl. der sch. Wis- scnsch. übersetzten, im I. »78- gehaltenen Rede. — — Ausbildung. (Schone Künste.) Unter dieser Benennung begreifen wir die Bearbeitung eines Gegenstandes der Kunst, wodurch er die zufälligen Schönheiten bekommt, die ihn eigentlich zum ästhetischen Gegenstand machen. Indem der Künstler einen Gegenstand ausbildet, thut er das daran, was der Juwelierer an dem Diamant thut, den er schleift und faßt. Ohne diese Arbeit geHort der kostbare Stein blos zum Reichthum; durch sie wird er erst zum Juweel. So kam: ein Gedanken, der wegen seiner Wahrheit einen Thcil des philosophischen Reichthums ausmacht, durch die Ausbildung zu einem Werk der Kunst werden. Auf diese Weise ist mancher A u s Gedanken nnter den Händen des Hora? und durch seine Ausbildung zur Ode geworden »). Selbst die Epopcc kann einigermaßen als eine durch den Dichter ausgebildete Gc. schichte angesehen werden. Der Künstler ist in den meisten Fällen nichts anders, als einer, der gemeine Gegenstände durch Ausbildung zu Gegenständen der. Kunst macht; seine meiste Arbeit ist also Ausbildung. Doch ist sie auch nicht allezeit nö- thig. Es giebt Gegenstände, die schon in ihrer Natur betrachtet, ohne die Bearbeitung des Künstlers, nach ihrer Art hinlängliche ästhetische Kraft haben, folglich der Ausbildung so wenig bedürfen, daß sie ihnen vielmehr schädlich wäre. DerPortrait- mahler, der ein Gesicht von vorzüglicher Schönheit gemahlt hat, wird sich sehr hüten, seinem Gemahlde irgend einige zufällige Schönheiten einzumischen. Aus eben dem Grün- de hat van Dyk, der in seinen Köpfen die Wahrheit der Natur in einem hohen Grad erreicht hat, sich mcistcntheils der Ausbildungen enthalten. Seine Portrait- haben ohne dieses genug Schönheiten um zu gefallen. Ein Mahler von Nachdenken wird eine Geschichte, die an sich rührend ist, in der größten Einfalt darstellen, so wie der Dichter, der zum Trauerspiele eine in ihrer Einfalt rührende Fabel gewählt, sie ohne episodische Verzierung behandelt. Die Ausbildung gehört unter diejenigen Arbeiten des Künstlers, die Verstand und ein scharfes Urthcil er- fodcrn. So schön immer eine Nebensache seyn mag, so ist sie allemal von übler Würkung, wenn sie da angebracht wird, wo sie nicht noth- wendig war. Der Wahlspruch eines alten Weltwcisen: Nichts viel, soll der Wahlspruch jedes Künst- ') S. O»e. A u s Künstlers feyn. In den Werken der Kunst ist das, was nicht hilft, allemal schädlich. Es ist bcynahe das gewisseste Kennzeichen eines Künstlers vom ersten Rang, daß man keine unnöthigen Ausbildungen Key ihm findet. Sie sind sparsamer bey Homer, als bei) Virgil; bey Sophokles, als bey Euripidc§; bey Dcmosthenes, als bey Cicero. Wenn irgend in der Ausübung der Kunst etwas ist, das blos dem Verstand des Künstlers zu überlassen ist, und wo Regeln unnütze sind, so ist es dieses. Verstand und Gcschmak haben , ist die einzige Regel hiezu. Indessen kann doch überhaupt dieses mit Gewißheit angemerkt werden, daß in Werken von gemäßigtem Inhalt die Ausbildungen eher statthaben, als in solchen, wo die Kräfte auf das stärkste angespannt werden. Wer in gemäßigtem Affekte spricht, kann eher auf Ausbildung seines Gegenstandes denken, als der von einer heftigen Leidenschaft hingerissen wird; wer mittelmäßige Gegenstände beschreibt, eher, als der große gewählt hat. Wer einen großen Mann nennt, braucht dazu nichts als seinen Namen; aber bey einem Namen von geringen« Gewichte steht ein vorthcilhaftes Bcy- wort nicht übel. Da die Ausbildung allemal auf eine Verstärkung der Vorstellung abzielt, so bezieht fle sich immer auf eine der drey Arten der ästhetischen Rraft, die Vorstellungskraft, oder die Einbildungskraft, oder die Be- gehrungskrast. Sehr angenehm sind überhaupt die Ausbildungen, deren Materie aus einer andern Gattung hergenommen ist, als hie Hauptma- teric, zu deren Verschönerung sie dienen. So mischt Virgil in dentleo» ßiols unter seine lehrende Materie, pathetische Auszierungen; Thomson in seinen Jahrszeiten moralische und pathetische Ausbildungen in seine Aus 25? Eemahlde der leblosen Natiw; Homer Nebensachen von sanftem Inhalt, als Verzierungen kriegerischer Scencn. Wir wollen die verschiedenen Beyspiele von glüklichen Ausbildungen nach diesen drey Gattungen anführen. Wenn Haller den Satz vortragt, daß ein Mensch zu gering sey, zu verlangen, daß seinetwegen der Lauf der Natur soll geändert werden, so macht er ihn durch eine vollkommene Ausbildung einleuchtender. Sich Welten übcrdir, Kczckhlt mit Millionen, Der Raum und was er faßt, was heut und gestern hat; Mensch, Engel, Körper, Geist; ist alles eine Stadt; Du bist ein Bürger auch. Sich selber, wie geringe! Und glcichwvl machst du dich! zum Mittelpunkt der Dinge *). Zu der Ausbildung, welche die Deutlichkeit vermehret, gehören überhaupt alle Bilder, Verglcichungcn und Gleichnisse, worüber es unnö- thig wäre, Beyspiele anzuführen; folgendes kann statt aller dienen. Der eben angeführte Dichter will die Unermeßlichkcit der Ewigkeit dem Verstand einigermaßen begreiflich machen. Er sagt: die Gedanken selbst, so schnell sie sind, können ihr Ende nicht erreichen; und diesem giebt er folge Ausbildung: Die schnellen Flügel der Gedanken, 'tvogegen Zeit und Schall «nd Wind, Und selbst des Lichtes Flügel langsam sind. Ermüden über dir. Eine andre Art der Ausbildung hat eine lebhaftere Ergreifung der Einbildungskraft zur Absicht. E^giebt eine große Mannigfaltigkeit der Mittel dieses zu bewürfen. Wir wollen nur einiger, die am seltensten vorkommen, «) Antwort an Herrn Böhmer. 2Z2 AUS kommen, aber die glücklichste Wür- kimg thlin, erwähnen. Ost giebt ein einziger gering scheinender Umstand einer ganzen Vorstellung eine Sinnlichkeit, sogar ein Leben , das durch weitläuftigc Veranstaltungen nicht zu erreichen gewesen wäre. Dieses gehört unter die glük, lichsten Ausbildungen. Häufige Beyfpiele davon treffen wir in der Jlias an. So ist der kleine Umstand, da der vom Diomcdes verwundete Acneas auf die Knie sinkt, und sich auf seinen an die Erde gesetzten Arm auflehnet. Die drei) oder vier Worte, die der Dichter hiezu braucht, geben dem Gcmählde ein Leben, daß wir glauben, itzt den verwundeten Helden würklich vor uns zu sehen. Eine besonders große Kraft haben dergleichen kleine Umstände, wenn unter den Vorstellungen, die hauptsächlich einen der Sinne beschäftigen , unvermuthet etwas vorkommt, das auf einen andern Sinn würket. Darum läßt Homer, wenn das Auge vom Ansehen eines Kampfes gcfätti- get ist, insgemein auch das Ohr davon etwas empfinden. Man hat die Helden streiten gesehen; nun fällt der eine, und durch das Gerassel feiner. Waffen wird das Gehör gereizt, wodurch die ganze Vorstellung ein ungemeines Leben bekommt. Eine sonderbar glükliche Ausbildung dieser Art ist in der Noachide, da, wo Og mit seinem Schisse vor der Arche vorbcy fährt. Die in der Arche eingeschlossenen Menschen unterhalten sich mit Gesprächen; der Leser glaubt mit ihnen, daß nun eine todtliche Stille über dem ganzen Erdboden verbreitet, und außer der Arche nichts lebendiges mehr übrig scy. Mitten in dieser Vorstellung vernimmt man außer der Arche das Vellen eines Hundes. Ein wunderbarer Umstand, der die Einbildungskraft plotzlich'in die größte Würksam- keit setzet! A u 6 Das Kunststäk, durch Rührung eines andern Sinnes der Vorstellung mehr Leben zu geben, hat Poußin in seinem Gemähldc, von der Krankheit der Philister, glüklich angebracht. Nachdem das Auge von dem Anschalten der tobten und sterbenden Menschen hinlänglich gerührt worden, kömmt man auf Gegenstände, die auch den Geruch angreifen. Eine Ausbildung von großer Stärke. Hicher gehören auch die Ausbildungen, da unter leblose Gegenstände, welche die Hauptvorstellung ausmachen, als Nebensachen, empfindende Wesen eingemischt werden, wie in folgendem Gcmählde: OlKu-erc nlves, rellrunc ism gra» mina csmpiz ^rdoribuzgue comne. Sturze reri-z vicez cr clecrelceiulz ripaz Vlumlcii pruerereunc: cm» /öcon- Durch häufige Ausbildungen dieser Art haben Thomson und Kleist ihre Gemähldc der Natur ausgcfchmükt. Am glücklichsten bedienen sich die Land- schaftmahler dieser Art der Ausbildung. Nicht jede so genannte Staf- firung der Landschaft mit Figuren gehört hiehcr, sondern nur die, wo durch eine oder ein paar Figuren die Hauptvorstcllung in ihrer Art mehr Stärke und Leben bekömmt. Landschaften können, wie historische Gcmählde, ihren sittlichen und pathetischen Charakter haben. Einen solchen Charakter durch eine oder ein paar Figuren fühlbarer zu machen, gehört unter die glücklichen Ausbildungen der Mahlert!). In einsame Orte, und mit Klcisten zu reden, in Schatten voller Empfindung, schi- ken sich fürtreflich Figuren, die in tiefer Betrachtung, heiliger oder verliebter H »or. 0ä. IV. 7. 'Aus siebter Art, versenkt sind; so wie in offene und fruchtbare Gegenden, Figuren, die Freude und Fröhlichkeit athmcn; und in fürchterliche, melancholische Gegenden, Figuren, die Kummer und Schwcrmuth zeigen. Die wichtigsten und vielleicht die schwersten Ausbildungen sind die, wodurch pathetische Vorstellungen verstärkt werden. In den Werken der Kunst zeigen sich die Leidenschaften auf eine doppelte Art. Entweder werden die Würkungcn und die Acußerungcn derselben an Personen, die im Affekte sind, vorgestellt; oder der Künstler legt die Gegenstande, wodurch sie hervorgebracht werden, vor Augen *). In beyden Fallen kann die Materie an sich selbst, und so wie sie ohne alle Ausbildung sich der Vorstellungskraft darbietet, von hinlänglicher Starke scyn. In diesen Fallen muß sich der Künstler der Ausbildung enthalten. WaS.Casar in feinem Herzen empfunden hat, als er den BrutuS unter feinen Mördern erblikt, wird durch daS einzige Wort: Aucii du, mein Sohn! daS ihm der Schmerz ausgepreßt hat, so stark ausgedrükt, daß alleS, waS zur Ausbildung dieser Leidenschaft könnte hinzugethan werden, die Sache nur schwachen würde. Der Künstler, der so glüklieh ist, durch einen einzigen Zug eine heftige Leidenschaft in ihrer ganzen Starke auSzudrüken, muß sich aller fernern Ausbildungen derselben enthalten. So hat der alte Künstler, der den L.aocoon gebildet, die Größe seines Leidens durch daS sichtbare hinlänglich auSgcdrükt, und enthielte sich dcßwcgcn, daS laute Schrcyen anzuzeigen. Die heftig- >. stcn Leidenschaften äußern sich nur auf eine ganz einfache Weife. So ist cS auch mit den Gegenständen, durch welche die Leidenschaften erregt werden. Wenn sie in ihrer einfa- chesien Gestalt stark genug sind, so *) S. rcidciischast. Aus 2ZZ müssen sie weiter nicht ausgebildet werden. Agamemnon erwckte in dem berühmten Gemahlde dcS Thi- manttigMitleidcn genug, ob er gleich mir bedektcm Angesicht bcy dem Opfer seiner Tochter stund. WaS konnte sein Gesicht mehr sagen, als die bloße Vorstellung seiner Gegenwart schon sagt? Die Leidenschaften von sanfterer Art, bei) denen die Seele noch einige Freyhcit behalt, Traurigkeit und Zärtlichkeit, Fröhlichkeit, auch Liebe und Haß, wenn sie nicht bis zur Raserei) gehen, vertragen die Ausbildung. Eben dieses ist von den Ursachen der Leidenschaften zu merken, die nur alSdenn durch eine gcschikte Ausbildung zu cntwikcln sind, wenn sie nicht plötzlich durch heftige Schläge würken. Als ein vollkommenes Muster der Ausbildung einer zärtlich traurigen Sccne, durch Entwiklung besonderer Umstände, kann der Auftritt in der Alcclns deS EuripidcS empfohlen werden, wo sie von ihrem Gemahl, von ihren Kindern und von ihren HauSbedientcn Abschied nimmt. Weil dieses nicht nur dem Dichter, sondern auch dem Mahler für ähnliche Fälle in Ansehung der guten Wahl besonderer Umstände zum Muster dienen kann, so wird eS nicht unnütze seyn, dieses ganze vollkommen ausgebildete Gcmählde hichcr zu setzen. „AIS sie fühlte, daß der fatale Tag gekommen sey, badete sie ihren schönen Leib in reinem Flußwasscr, und zog! sich hernach festlich an. Denn trat sie vor den Hcerd der Vesta und betete: O Göttin! da ich nun unter die Erde gehe, so höre meine letzte de- müthig,c Bitte; sey die Vormündern: meiner Wayscn. Gieb dem eine zärtliche Gattin, dieser einen edcl- müthigen Gemahl; laß sie nicht, wie die, die sie gebohren hat, vor der Zeit sterben; sondern ein langes und glükseligcs Leben in vollem Wolstan- de, sz4 Aus de, in ihrem väterlichen Lande, vollenden. „Sie besuchte alle Altare, so viel in dcni Hallst des Admetus sind, bekränzte sie mit Myrtenzweigen, und verehrte die Götter. Dieses that sie ohne Weinen, und ohne einen Seufzer hören zu lassen. Ihr schönes Gesicht zeigte keine Spur des ihr bevorstehenden Schiksals. „Als sie aber hierauf iu ihr Zimmer und an ihr Bette gegangen war, flössen häufige Thronen, und man horte sie folgendes sagen: Du eheliches Bett, in dem ich den jungfraulichen Gürtel für den Mann aufgelöst habe, für den ich itzt sterbe, sei) mir zum letztenmal»: gegrüßt; noch hasse ich dich nicht, wiewol du mich umbringst. Von dir wird eine andre Frau Besitz nehmen, nicht keuscher, noch treuer, als ich — aber wol glücklicher. „Dann warfsie sich auf das Bette hin, küßte und benetzte es mit ihren Thränen — dann müde vom Weinen stund sie auf, verließ das Zimmer, kam wieder zurüke, und so gieng sie oft aus und ein, und warf sich oft auf das Bette hin. „Ihre Kinder hiengen an ihrem Gewand, und weinten. Sie nahm eins um das andre in den Arm, küßte sie oft, und so, als wenn jeder Kuß der letzte wäre. „Alle Bediente des Hauses weinten, und beklagten ihre Gebieterin; sie reichte jedem die Hand, nennte jeden, auch den geringsten, mit Namen, grüßte sie, und wurde von jedem gegrüßt." Dieses ist ohne Zweifel ein Muster eines vollkommen ausgebildeten Ge- mahldes. Eine sorgfaltige Ueberleguug verdienet auch die Ausbildung der Personen und der Charaktere, svwol in Gedichten, als in Gemählden. Von Hauptpersonen ist hier nicht die Rede, weil diese entweder zum voraus hin- A u 6 länglich bekannt sind, oder, da sie durch die ganze Handlung am öftersten erscheinen, natürlicher Weise uns hinlänglich bekannr werden. Aber solche, die fremd sind, die nur in epi- sodischcn Stücken, oder als Neben- Personen vorkommen, diese müssen durch eine geschikte Ausbildung interessant werden. Der Künstler muß uns Gelegenheit geben, mit dein Auge so lange auf ihnen zu vcrwcj. len, bis wir ihre Person und ihren Charakter hinlänglich gefaßt haben. Keine Person muß im Gedichte flüch. tig, wie ein Schattenbild, Vörden Augen vorüberfahren, noch in dem Gemählde so müßig seyn, daß wir nicht eine Zeitlang bei) ihr verweilen. Hiczu hat der Künstler mancherlei) Mittel, die nicht alle können cntwi- kelt werden. Es wird genug seyn, einige Bcyspiele davon anzuführen. Zur Ausbildung der Personen thun gewisse besondere Umstände, die man nicht vermuthet, und die das Ansehen geheimer Nachrichten haben, welche die Franzosen Anecdoten nennen, eine angenehme Würkung. In diesem Kunstgriff ist Klopsiok insgemein sehr glücklich. Homer istgan; voll solcher Ausbildungen, deren ganze Würkung wir aber nicht fühlen, weil die Zeiten, für die er geschrieben hat, zu weit von uns entfernt sind. Ist es Zufall oder Absicht dieses Dichters, daß in folgender Stelle der zwcyte Vers ft> reich au Sylben und an Ton ist? Der Dichter stellt uns hier zwey neue Personen vor, von denen er nichts anders zu sagen hat, als daß ihr Vater, Eurpoamas, ein Traum« deuter gewesen sey. Diese kleine Anekdote schleppt er durch einen langen H II. K, v. 14z. 14». Aus gen sehr Wolklingenden Vers durch, und scheinet uns Gelegenheit geben zu wollen, die Personen recht ins Gesichte zu fassen. Eine besondere glukliche Ausbildung ist die, deren sich Milton bedient, da er Personen, die uns fremd scheinen, durch gewisse Umstände auf einmal als bekannt vorstellt. Verschiedene seiner aufrührerischen Geister, von denen wir anfänglich nichts, als die Namen wissen, kommen uns hernach plötzlich als bekannte Götzen vor, die das Heidenthum angebetet hat. Bey allen Arten der Ausbildung hat man sich überhaupt .vor dem überflüßigen in Acht zu nehmen, wodurch Ovidius fast allezeit fehlt, und das ihn so oft matt oder frostig macht. In Handlungen, wo der Dichter forteilen muß, werden sie gefährlich, und müssen mit der Kunst des Homers behandelt werden; wo die Handlung natürlicher Weise etwas aufgehalten wird, da kann man nach Homers und Virgils! Beispiel sich in etwas umständlichere Ausbildungen einlassen. Da bey den gesammten schöne» Künsten eine doppelte Ausbildung Statt hat; eine für die Sinne, auf welche sie zunächst wirken, und eine für den Geisk: so scheinet dieser Artikel, da diese Fülle nicht barin genug unterschieden, da darin nicht bestimmt ist, welcher Art von Ausbildung, und unter welchen Umständen ihr der Vorzug gehört, u. d. m. mangelhast zu seyn. Veydcs ist sehr oft nicht EineS. In einem Gemählde, z. B. kann zu der bloßen Ausbildung des Gedankens, zur völligen Beschäftigung und Befriedigung der Phantasie, in Rücksicht auf die dargestellte Sache selbst und allein, eine Figur, oder ein sonst darin angebrachter Gegenstand, nichts bcytragen, und doch zur Befriedigung des AugcS überhaupt schlechterdings, mithin zur Ausbildung des Eemähldes, «ls Aus 2zz bloßen Gemahldes, und dadurch auch zur Befriedigung des Geistes, erfordert werden; daö Gemühlde kann für das Auge gleichsam eine bücke haben, und ohne daß dadurch der Haltung, oder irgend einer andern Erfordernd desselben etwas ab- gienge; ein Redner, ein Dichter kann seine Vorstellungen völlig ausgebildet vortragen, und doch das Ohr beleidigen; so wie er auch wieder durch eine blühende, glückliche Vcrsifikation, durch gut gebildete und verkettete Perioden die Mängel in der richtigen, völligen Ausbildung der Gedanken verbergen kann.— Dieses fährt auf eine andre bücke in diesem Artikel; auf die Frage, ob, und wann die Ausbildung einzeler Theilc dcni Ganzen, und wann die Auebildung des Ganzen den einzeln Tdeilcn, so ivie, ob und wann dle eigentliche Wahrheit, bc» der Ausbildung, nicht zuweilen der Kunst gleichsam aufgeopfert werden muß? — und dieses auf eine dritte; auf die Frage nähmlich, ob nicht die Mittel, die Eigenheiten, das Wesen der vcrschiedcnenKünste, und der verschiedenen Zweige einer Kunst, gleichsam verschiedene Arten von Ausbildungen nothwcn- dig machen? gleichsam der Ausbildung ein verschiedencsZiel setzen? Daß baocoon, z. B. nicht schreycnd dargestellt ist, wird wohl dadurch nicht ganz begreiflich, daß fein Leiden, ohne diesen Umstand, schon hinlänglich ausgedruckt war; und diejenlgs Art der Ausbildung, welche dem höhern lyrischen Gedichte zukommt, ist dem dramatischen nicht eigen, so wie oft wieder in diesem durch ein einziges Wort, der Gedanke des Redenden hinlänglich ausgebildet wird, ohne daß der epische Dichter, auch wenn er die Person redend einführte, sich so kurz fassen dürfte, oder könnte. — Doch dieses alles sollen nichts als Fragen seyn; zu ihrer Untersuchung und Auflösung ist hier der Ort nicht. Auch wüßte ich wenig befriedigende, eigentliche Nachmessungen darüber zu geben, weil dic Ztc- llheliker und Theoretiker sich bis jetzt noch nicht i» ein Detail, und auf Vergleichun- gcn der Arc eingelassen haben. Sehr allgemein wird von Ausführung und Ausbildung 256 Aus bung in A. H. Schotts Theorie der sch. Wis« scnsch. Th. >. S. z?i u. f. gehandelt. — Von der Ausbildung dcs Lustspieles, welche er Lcmdanpoinr cle l» piece nennt, handelt Cnilhavci in dciN4>tenKap. des Z .B. s. sLrr Is Loineüie (:, S. 475.) — »nd wie das Genie sie dem Drama überhaupt, so wie jeder Dichtart, giebt, zeigt Lessing in seiner Dramaturgie, bei) Gelegenheit der Rvbogune des Corneille (>. 245 u. f.) A u s d r u k. (Schöne Künste.) 3)?an braucht dieses Wort in der Kunstsprache, wenn man von Vorstellungen spricht, die vermittelst äußerlicher Zeicheil in dem Gemüthe erregt werden, und giebt diesen Namen bald dem Zeichen, als der Ursache der Vorstellung, bald seinerWür- knng. Die Worter und Redensarten der Sprache erweken gewisse Vorstellungen, deßwcgcn schreibt man ihnen einen Ausdruk zu: aber ste selbst werden auch Ausdrüke, das ist, Mittel zum Ausdruk genennt. Dieser Artikel ist der Betrachtung der Mittel, die die schonen Künste habeil, Vorstellungen zu erweken, gewied- met. Diese Mittel sind in den redenden Künsten die Worter und die Satze derRede; in der Musik dieTöne und die daraus zusammengesetzten Tonsätze; in den zeichnenden Künsten Gesichtszüge, Gcbchrden, selbst die Gesichtsfarbe; im Tanz Stellung, Ge- dehrden und Bewegung. Der Zwek aller schönen Künste ist die Erwekung gewisser Vorstellungen und Empfindungen; daher die ganze Arbeit des Künstlers in glüklicher Erfindung dieser Vorstellungen, und im guten Ausdruk derselben besteht. Also ist die Kunst des Ausdruks die Halste dessen, was ein Künstler besitzen muß. Es würde ihm nichts helfen, die fürtrcfflichsten Vorstellun- A u 6 gen erfunden zu haben, wenn er sie nicht ansdrüken könnte. Da die Mittel zum Ausdruke so sehr verschieden sind, so verdienet jede Gattung besonders betrachtet zu werden. Der beste Unterricht über den Ausdruk redender Künste kann dem Mahlcr zu nichts dienen; wir wollen deßwegcn die 'verschiedenen Gattungen des Ausdruks besonders vornehmen. Ausdruk in der Sprache. Der Redner oder Dichter, der in seiner Kunst vollkommen seyn will, muß auch den Ausdruk völlig in seiner Gewalt haben; er muß im Stande seyn, den Begriff, die Vorstellung, die er erweken will, vermittelst seiner Wörter und Redensarten in dem Maaße, wie es seine Absicht crfodert, zu erreichen- Eine sehr schwere Sache, besonders in den Sprachen, die noch nicht ganz ausgebildet, die noch nicht zu dem Reichthum gestiegen sind, der für jedes Bcdürfniß hinreichend ist! Der Ausdruk ist vollkommen, wenn die Wörter und Redensarten gerade das bedeuten, was sie bedeuten sollen , zugleich aber dem Charakter der Vorstellung, wozn die Begriffe, als Theile, gehören, gemäß sind. Wenn sowol cinzcle Wörter, als ganze Satze derRede diese doppelte Eigenschaft haben, so ist der Ausdruk so, wie er seyn soll. In jedem Ausdruk ist also zuerst auf die Bedeutung, und hernach auf den Charakter zu sehen; beydes aber muß sowol bey einzeln Wörtern, als bcy ganzen Sätzen in Betrachtung gezogen werden. Schon in der gemeinen Rede muß der Ausdruk in Absicht auf die Bedeutung richtig, bestimmt, klar, und von vcrhaltuiß- mäßiger Kürze seyn; in der kunstmäßigen Rede müssen sich diese Eigenschaften in einem höhcrn Grad finden. Sogar der bloße Ton der Wörter Aus Wörter muß diese Eigenschaft schon an sich haben. Dieses alles verdienet näher entwikelt zu werden. Wörter, als bloße Töne betrachtet, müssen nichts unbestimmtes, nichts undeutliches, nichts allzngedrängtes noch schleppendes haben. Der Geist empfindet nur in dem Maaße, in welchem die Sinnen gerührt werden. Was für das Auge undeutlich gezeichnet ist, crwckt in dem Geiste keine deutliche Vorstellung, also vernehmen wir auch die durch das Gehör kommenden Begriffe richtiger, klarer und bestimmter, wenn die Töne, die sie erwekcn, diese Eigenschaften haben, als wenn sie ihnen fehlen. Eine zweydeutige Sylbe, über deren Elemente oder Buchstaben man ungewiß ist, wird nicht gut gefaßt, und so auch ganze Wörter nicht, die aus solchen Eylbcn bestehen; so geht es auch mit schweren Wörtern, die man kaum aussprechen kann; dcßwcgen gehört die Beobachtung des Wolklangs zum vollkommenen Ausdruk *). Wenn der Ausdruk richtig, bestimmt und klar ist, so erwekt er nicht nur gerade die Begriffe, die er erwekcn soll; sondern es geschieht, wenn diese Eigenschaften in einem gewissen Grad vorhanden sind, mit ästhetischer Kraft, weil alles Vollkommene einen Reiz bei) sich führet. Ohne Absicht auf die Wichtigkeit der Dinge, die man uns sagt, empfinden wir Vergnügen, wenn wir jedes Ding mit seinem Namen nennen hören. Selbst in dem Fall, da wir einen Gegenstand sehen, und eine richtige Vorstellung davon haben, ist es uns angenehm, wenn selbiger gut beschrieben wird. Um so vielmehr reizt es die Vorstellungskraft, wenn ein Redner das, was unbestimmt, verworren und zum Theil dunkel in unser» Vorstellungen liegt, durch einen guten Ausdruk entwikelt. ') G. Wolklang. Erster Theil. Aus 257 Wer kann folgende in den wichtigsten und bestimmtesten Ausdrüken verfaßte Beschreibung von der Eitelkeit des menschlichen Lebens, ohne Vergnügen lesen? Hier reißt ein schwach Geschlecht, mit immer vollein Herzen, Von cingebildtcr Ruh »nd allzuivchren Schmerzen, Wo nagende Begicrd und falsche Holl' nung wallt, Zur ernsten Ewigkeit. Im kurzen All' enthalt Des nimmer ruhigen und ungcfiMn Lebens Schnapt ihr bctrogncr Geist nach Mem Gut vergebens Diese Vollkommenheit des Auchruks ist vielleicht der wichtigste Tst'l der Kunst des Redners und des Dolors. Wer sie besitzt, ist sicher, das er allemal sagen kann, was er s«M will. Die Rede ist die größte G'siudnng des menschlichen Versiansts, gegen die alle andre für nichts Zu rechnen sind. Selbst die Vernul>ft- die Empfindungen und die Sitt'N, wodurch her Mensch sich aus der^Elasse irdischer Wesen zu einem löhern Rang herauf schwingt, hanget davon ab. Wer die Sprache vollkommener macht, der hebt den Menschen einen Grad höher. Schon dadurch allein verdienen die Beredsamkeit und Dichtkunst die höchste Achtung. Es sind zwcy Mittel zum vollkommenen Ausdruk zu gelangen; die Kenntniß aller Wörter der Sprache und eine philosophische Kenntniß ihrer Bedeutung. Bcyde müssen mit einander verbunden werden. Es hilft nichts, daß man bestimmt denke , wenn man die Wörter nicht findet, jeden Vcgrif auszudrüken; noch weniger hilft es alle Wörter zu wissen, wenn man ihrer Bedeutung nicht gewiß ist. Das Studium der Sprache in dieser doppelten Absicht, ist von der größten Nothwendigkeit. Wer sich 5) HaSer im Gedichte vom Ursprung des Nebels. R 258 Au 6 sich immer richtig ausdrükcn wich der muß durch den Umgang oder durch das Lesen einen Reichthum an Wortern und Redensarten *) gesammelt, und alle mit Scharfsinnigkeit bcnrtheilt haben. Dadurch haben sich alle große Redner und Dichter hervorgethan. Die Richtigkeit, die erste nothwen- dge Eigenschaft des Ausdruks, betest nicht blos Worter, sondern die Sttze und die Wendungen derselben. Nu> stii Wort unrecht gestellt, nur eine nicht genau überlegte Anwendung eines Vorworts, kann dem ganze, Satz etwas unrichtiges geben. Wenn die Karfchin sagt: -- am Tage, Den !jn erschaffender Gott, Nach >er vollendeten Schöpfung, Hochheng nachte der Ruh! So gieb» das Wortchen ein anstatt des Artiksts, dem ganzen Satz etwas unbcstimntes, das der größten Richtigkeit der Ausdruks entgegen ist. Es kommt hiebe») oft auf fast unmerkliche Kleinigkeiten an. Auch deni Scha.-fsinnigsten entschlüpft etwas unrichtiges, wie mit Beyspie- len aus den besten neuern Dichtern zu beweisen wäre. Daß »vir dieses an allen weniger bemerken, kommt vcrmuchlich daher, daß wir ihre Sprachen nicht genug verstehen, um von kleinen Unrichtigkeiten des Ausdruks zu urtheilen. Nur eine genaue Ausarbeitung kann uns von dieser Seite her sicher stellen. Die den erwähnten guten Eigenschaften des Ausdruks entgegen stehenden Mängel machen, daß der Redner bisweilen seinen Ztvck verfehlt und etwas anders sagt, als er hat sagen »vollen. Sollte auch der Leser durch mehr Scharfsinn, als der Verfasser gehabt hat, ihn des unrichtigen Ausdruks ungeachtet verstehen, so wird er doch unange- *) Loxis Verborum. Aus nehm. Wir können bcy folgender Stelle: — — kaum spielt die Ranunkel Auf der Rabatte mit solchen hellen abwechselnden Farben, Als der durchsichtige Ton, von Meillerbänden beseelet. endlich merken, was der Dichter mit dem ganz unrichtigen Ausdruke beseelet, hat sagen »vollen. Dessen ungeachtet ist er er uns zuwider. Wenn ein andrer Dichter sagt: Den, der Neptun und der Acol gebändigt, Verhüllt das Grab. so merken wir, daß er sagen will, sein Name fei) nicht bis auf uns gekommen; aber wir fühlen, daß der Aus- druk dieses nicht sagt; dcßwegen ist er uns anstoßig. Die Klarheit ist eine andre noth- wendige, nach Quintilian die vornehmste *), Eigenschaft des Ausdruks. Redner und Dichter müssen den Geist der Zuhörer in einer beständigen Aufmerksamkeit erhalten. Dazu ist die Klarheit des Ausdruks allezeit nothwendig Wo sie fehlt, da gehen nicht blos die Vorstellungen vcrlohren, die in Nebel eingehüllt sind; auch die, welche gleich darauf folgen , werden wegen Mangel der Aufmerksamkeit schwächer. Die Rede wird klar, wenn jedesWort einen genau bekannten Sinn hat, und »venu die Wörter so gesetzt sind, daß die Verbindung der Begriffe leicht zu fassen ist. Beydcs setzt die größte Klarheit in den Gedanken des Redners voraus. Es ist dcßwegen eine wichtige Regel, daß man nichts eher auszudrüken suche, bis man es mit der größten Klarheit selbst gefaßthabe. Die Gedanken, die »vir andern mittheilen »vollen, müssen, wie ein schönes Gemähide, deutlich in ') Xobis prima üt Vlrruz voi'svicuicc.z. l., VIII. c. 2, zz. ") E. Klarheit. Aus m unsrcr Vorstellung liegen. So hat Homer ohne Zweifel jeden Gegenstand, den er beschreibt, in dem Hellesten Lichte vor seinen Augen gehabt. Nur der, welcher hell denkt, kann sich deutlich ausdrükcn. Dieses lernt man nicht durch Regeln: von der Natur haben gewisse Geister die unschätzbare Eigenschaft, sich nicht eher zu beruhigen, bis sie alles, was ihnen vorkommt, deutlich erkennt haben. Wenn man solche Schriftsteller liest, die die Gabe der Deutlichkeit in einem hohen Grade haben, wenn man sieht, wie sie so viel Gedanken, die wir auch schon gehabt, aber nicht so deutlich gefaßt hatten, mit dem Hellesten Lichte darstellen, so kommt man auf den Gedanken, daß solche Genies sich von andern blos dadurch unterscheiden, daß sie jeder Sache so lange nachdenken, sich bey jeden: Gegenstände so lange verweilen, bis sie alles auf das genaueste gefaßt haben. Diese Gabe des genauen Nachforschens, in Absicht ans allgemeine Begriffe, «nacht vornehmlich das philosophische Genie aus; in Absicht auf sinnliche Gegenstände aber, das Genie des Künstlers. In derRede müssen zur Deutlichkeit des Ausdruks beyde zusammen kommen. Ein gutes Mittel, das zum deutlichen Ausdrur nothige Talent zu starken, ist das fleißige Lesen der Schriftsteller, die es selbst in einem hohen Grad besessen haben. Für den Aus- druk sinnlicher Gegenstände, Homer und Virgil, Sophokles und Euripi- des; für den Ausdruk sittlicher und philosophischer Gegenstände, Aristo- phanes, Plautus, Horaz, Cicero, Quincilian,. und unter den neuem, Voltaire und Rousseau aus Genf, und von den unsrigen Wieland *). Und, wenigstens, eben so sehr G. itzplir. Lessing; dessen Ausdruk gewiß gllcn deutschen Prosaisten zum Mußer dienen kann. Es ist wohl nicht Alls 2ZA Dcm,^der hell denkt, wird es selten am hellen Ausdruk fehlen. Doch ist hierüber noch verschiedenes zu erinnern. (Quinrilian faßt die Eigenschaften des deutlichen Ausdruks in diese wenige Worte zusammen: eigentliche Wörter, gute Ordnung, einen nicht allzulange aufgeschobenen Schluß des Satzes, nichts mangelndes und nichts übcrflüßjges *). Die eigentlichen Wörter sind doch nicht allemal ohne Ausnahme zum hellen Ausdruk nothwcndig. Denn oft wird ein Begriff durch ein uneigcnt- lcches Wort deutlicher gezeichnet, und Heller gcmahlt, als durch das eigentliche; wie wenn Haller sagt: Da ein verwöhnter Sinn auf alle» Mermuth streut. Der eigentliche Ausdruk dienet fur- nehmlich in ganz einfachen Vorstellungen zur Deutlichkeit; aber wo die Begriffe sehr zusammengesetzt, und dieVorstellung etwas weitläuftig ist, da dienet ein metaphorischer und wählerischer Ausdruk ungemein zur Deutlichkeit. Er überhebt uns der umständlichen Entwiklung, die wegen ihrer Länge der Deutlichkeit schadet. Denn viel auf einmal kann nur vermittelst eines Bildes klar gefaßt werden. Es ist eine Regel, die kaum eine Ausnahme leidet, daß Begriffe und Gedanken, die aus viel einzeln Vorstellungen zusammengesetzt sind, nur durch glükliche Bilder klar ansgcdrükt werden. Welcher eigentliche Ausdruk könnte das, was Cicero uuuuiiiaticmem iuris ae für. tunarum nennt eben so deutlich ausdrüken? R 2 Das zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß kein deutscher Schriftsteller so sehr Meister der Sprache war, als dieser große Mann. ") vropria verda, reÄus orcto, non in longum ltitsea concinst»; nistilncgus (teste, negue tuperstuae, Ica scnnc» er stnÄis piodabilis er planus imperi- eis erst, Inst. I.. VIII, e. s, so. va IcZo Sjxr. Or. I. 260 Aus Das wichtigste in Quintilians Regel ist wol dieses: daß sowol der Mangel als der Ucberfluß im Aus- druk zu vermeiden sei). Nebenbe- griffe, die in der Sache nichts bezeichnen, oder die jedem aufmerksamen Zuhörer" ohnedem beyfallen, besonders ausdrüken, ist Ucberfluß; nothwcndige Begriffe weglassen, ist Mangel. Wörter, die neu, oder wenig bekannt, oder aus andern Sprachen gcborget sind, können der Deutlichkeit des Ausdruks schaden; wiewol sie es nicht allezeit thun. Wenn die Karschin sagt: Kein Menschenarm erhält das Glüke bändig, so ist der Ausdruk ganz neu, aber nicht undeutlich. Da es nicht wol möglich ist, auch vielleicht unnütze wäre, gar alle Arten der Falle anzuführen, in welchen die Deutlichkeit Schaden leidet, so wollen wir hierüber nicht weirläufti- gcr seyn. Auf alle Fragen, die hierüber könnten gemacht werden, kann die einzige allgemeine Antwort dienen: hell denken. Die letzte nothwcndige Eigenschaft des Ausdruks ist die Reinigtest, oder die grammatische Richtigkeit desselben. Was außer dem Gebrauch ist, kann wegen seiner Neuigkeit gute Würkung thun; aber was gerade gegen den Gebrauch ist, hat allemal etwas anstößiges, weil es dem widerspricht, was wir schon für ausgemacht halten. Dcßwegen muß der Ausdruk allemal rein seyn. Dieses sind also die nothwendigen Eigenschaften, die jeder Ausdruk allemal haben muß. Richtig, bestimmt, klar und rein muß er immer seyn, sonst hat er etwas widriges. Allein deßwcgcn ist er nicht in allen Absichten vollkommen. Die griechischen Grammatiker zahlen uns eine Menge Fehler vor, die den Ausdruk verstellen können. Die vornehm- A u s sten sind folgende: Das x«»otp«rsv, der häßliche Klang, der widrige Nebenbegriffe erwckcn kann. Quinti- lian giebt den Ausdruk, lluölm-s exercitum, zum Beyspiel hievon an; so wäre in; Deutschen der Ausdruk, Gtrik, anstatt Ketten oder Banden, wenn man nicht mit Fleiß -widrige Begriffe crweken will. Die wenn der Ausdruk ungeziemende oder zu üppige Begriffe mit sich führet. 'l'kA-stt-wc-'is, der niedrige Ausdruk, der der Würde und Größe einer Sache schadet; wie dieses: 8axea est veirttca in summa mcmtis vertice; eine steinerne LVac- 5e anstatt eines felsigken Hügels. So ist der Ausdruk: Sich! an seiner Ordnung gvldncn Seilen Muß der Frühling neu herunter eilen, anstatt goldenen Retten. Von dieser Art könnte man eine beträchtliche Sammlung aus deutschen Dichtern machen. Auch das Gegentheil ist fehlerhaft, da kleine oder gemeine Dinge mit hohen Worten ansgcdrükt werden. Nur im Lächerlichen thut dieses gute Würkung. dkL-w-r/s ist der mangelhafte Ausdruk, in dem zu dem völligen Sinn etwas fehlet; dieses fällt ins Pöbelhafte, 7:«, wenn dieselbe Cache mit mch- rern, den Sinn nicht verstärkenden Ausdrüken, gesagt wird. Einen solchen Ansdruk legt Homer, vielleicht aus Uebei legung, dem Pandarus in den Mund: evösu« 7rz>or-07i-a!7SoXo7/o-, der wcit- schweifende Ausdruk, wie dieser vom Livius: nc>n impetrata pa- ce retrc» «lcimum, unclo veuerant, »die- *) II. L. v. 194.195. Aus sbisrunt. Kann nicht auch folgendes des Virgils hicher gerechnet werden? Haem ti fs» virum lcrvanr, ll ve- lcirur aar» derberes, nee slldac crallclibuz oceubsc umbris. NX50V«-7.^0S, der unnütze Uebcrfiuß müßiger Bcywörtcr, wie: dies Hab ich mit meinen beyven Augen gesehen. was unnützer Weise mühsam ist, wie dieses: Er, dem des ersten Mmsckcn zmeyten Sohnes, Des Abels, fromme Muse ward. der gezierte Ausdruk. Man würde zu wcitläuftig seyn, wenn man alle Fehler des Ausdruks bestimmen und mit Bcyspiclen erläutern wollte. Das Angeführte ist blos in der Absicht hieher gesetzt worden, daß junge Redner und Dichter sehen sollten, auf wie so gar man- chcrley Weise man im Ausdruk fehlen könne; wie nothwcndig es sei), die äußerste Sorgfalt auf diesen Thcil der Kunst zu wenden. Uns Deutschen ist dieses um so viel nöthigcr, da wir in diesem Stük ungemein weit hinter unfern Zeitgenossen in Frankreich, Italien und England, zurükc sind. Sorgfältig haben sich insonderheit junge deutsche Dichter und Redner vor dem übertriebenen Ausöruk in Acht zu nehmen, da auch einige sonst gute Schriftsteller sich dieses so angewöhnt haben, daß ihnen nichts allerliebst, nichts unvergleichlich, nichts erstaunlich genug ist. Es ist schon viel, wenn man die Fehler des Ausdruks vermeidet: aber genug ist es für die redenden Künste nicht: man muß ihin auch ästhetische Eigenschaften zu geben wissen, und solche, die sich zur Materie und zu den besondern Umstanden schiken. Diese Eigenschaften sind überhaupt Aus 261 von dreyerlcy Art. Sie greifen den Verstand, oder die Einbildungskraft, oder das Herz an *). Der Verstand wird gerührt durch das, was in einem vorzüglichen Grad wahr, angemessen, hell, neu, naiv, fein ist. Jede dieser Eigenschaften giebt dem Ausdruk ästhetische Kraft. Besondere Beyspicle davon sind in den unter angezogenen Benennungen stehenden Artikeln anzutreffen. Die Einbildungskraft ergötzet sich an dem Ausdruk, der mahlcrisch, witzig, in allerhand starke oder liebliche Bilder eingekleidet ist; wovon Beyspicle unter diesen Wörtern zu suchen sind. Eine besondere hicher gehörige Gattung angenehmer Ausbrüte sind die, welche durch fast unmerkliche Nebenbegriffe angenehm werden. Ouintilian sagt: erfühle, daß in dem Ausdruk: — Laeia jungebanr kbeclers po» ca *). das Wort porca eine Annehmlichkeit habe, die das porco nicht hatte. Der Grund liegt ohne Zweifel darum, das das weibliche Geschlecht der Wörter, wegen einer uns angebohr- ncn Galanterie, auch etwas sanfteres in der Einbildungskraft erwckt, als das männliche. Daher wird gewiß in allen Fallen, wo die Wörter Reh, Hirsch» Hündin, der Bedeutung nach gleichgültig wären, das letzte angenehmer seyn, als die andern. Dieses hat auch ein Scholiast über folgende Stelle des Horaz angemerkt: I^unc er in umbrolis bauno llecce immolare lucis, Lea polcar sgna irre malic kae- t). Wo er über das Wort sagt: dlelcic» hncnnoäo huaestsm elocu- R Z tlones ") S.Kraft. 4err. vili. 64,. 5) 0ä. I..I. 4- 262 Aus Aus tlones per koemininum ^enus ^ra- Licues fiunt. Hieher geHort auch, daß die Gric- chen, so wie auch die Deutschen, bisweilen in dem unbestimmten Geschlecht weiblicher Namen, eine Annehmlichkeit finden. Dem Deutschen ist der Ausdruk: das schone Kind, sag liebe Mädchen, angenehmer als diese: die schoncPerson, die liebe Tochter; und den Griechen scheinen solche weibliche Namen, wie Leontim», Musarion u. d. gl. angenehmer, als die von weiblicher Endigung. Das Herz findet den Ausdruk an- genehm, der etwas leidenschaftliches hat, der zärtlich, pathetisch, sanft, heftig, und jeder Leidenschaft angemessen ist. In Ansehung des Charakters ist der Ausdruk entweder niedrig, gemein, oder edel, oder groß, oder erhaben, ernsthaft oder comisch, und so kann auch derTon ganzerRcdens- artcn scyn. Von diesen verschiedenen Charakteren, die der Ausdruk bcy einerlei) Bedeutung annehmen kann, ist in so viel besonder» Artikeln umständlich genug gesprochen worden. Der Ausdruk, der schon durch den bloßen Klang einen besondcrn Charakter annimmt, wird von einigen Kunstlichtern der lebendige Aus- vruk gencnnt, und ist auch besonders betrachtet worden. Unter der Aufschrift: „Von der ästhetischen Bezeichnung der Gedanken," ist, in H. Mcigrs Aesthetik, Th. z S.zzz. dessen Theorie über Ausdruck enthalten. — Ucbcr Ausdruck überhaupt findet sich in Riedels Theorie ein ivcnig befriedigender Abschnitt (der -otc S. Z77. ite Aufl.) — In G. S. Stcinbarls Grundbegriffen zur Philosophie über den Geschmack handelt der 68 §. Von der Darstellung des erfundenen Werkes, zu deren Vollkommenheit er einen reichen Vorrath vön Aus« drücken; eine genaue und bestimmte Kcnnt- niß der Bedeutung und eine Fertigkeil im Gebrauche derselben fordert. — In H. Eberhards Theorie der gte Abschnitt des ersten Theiles (S. 1-5 der >ten Aufl.) von dem ästhetisch vollkommenen Ausdruck.— In GckngS Aesthetik der zte Th. (S.299) in zwey Abschnitten, und zwar der erste dieser Abschnitte, von dem ästhetischen Ausdrucke überhaupt, welchen der Verf. als die sinnlichen Züge, wodurch uns die Schönheit sichtbar wird, erklärt und im zwehten von den Vollkommenheiten des ästhetischen Ausdruckes, welche er wieder in die Vollkommenheiten desselben an und für sich, und als Zeichen der Sache theilt. Die crstcrn setzt er in sinnliche Mannichfal- tigkeit, sinnliche Einheit, und Richtigkeit (Correctheit); die zweigen, in Wahrheit, Klarheit und Gcwisheit (Bestimmtheit). Ausserdem schreibt er dem Ausdrucke auch noch Größe, Aeichthum, Erhabenheit, Naivetät, u. d. m. zu. — In Andr. H. Schotts Theorie handelt der -te Abschnitt des ersten Hauptstückcs, S. 194 von der Schönheit des Ausdruckes, die entweder absolut oder relativ, oder beides zugleich seyn kann. Die Erfordernisse dazu sind Sprachrichtigkeit und Sprachreinigkcit; Richtigkeit und Eigen, thümiichkeit des Ausdruckes; Würde: Klarheit, Lebhaftigkeit und Präeision; Wohlklang; Schicklichkeit desselben; Periode; Numerus; Svlbcnmaß und Reim. — In den Fragmenten über die neuere deutsche Littcratur (III. S. u. f.) finden sich vortrefliche Bemerkungen über den Ausdruck, in wie fern der Gedanke daran schon klebt, in wie fern der eine von dem ander» gar nicht zu trennen ist, u. d. m. — Home untersucht im XVII. Kap. S. 402. der 4ten Ausg. die Sprache der Leidenschaften — Ogilvic hat in f. vbi- lolopfticol aucl Lrlrical Obkervar. on rfte dlsrure, clrarsttees snck vsrious fipeciez c>L cumpofirivn, l.e>nä. >774» 8- 2 B. versucht, den verschiedenen An- thcil, welchen Verstand, Einbildungskraft, Beurtheilungskraft und Gedächtniß an A u 6 A u 6 s6z an den verschiedenen Arten der Composi- tion haben, und in wie fern diese simpel, deutlich, zierlich, erhaben, krstftig und corrccr ist, zu bestimmen. — Das zte Kap. des zlcu Buches in der ^rr cke len- rir er cie suger en mariere cke Aour (S. >;8 der Strasb. Ausg. von 1788) fuhrt die lleberschrift, De I'exprslston, und enthcklt Bemerkungen über die Rich- tigkeit des Ausdruckes, und über die Mittel, zum guten Ausdrucke zu gelangen. —> Von dem Unterschiede zwischen poetischen» und prosaischem Ausbruck handelt Klop- siock im Nordischen Zuschauer, in einem Äufsatzc, welcher sich ini otcn Th. S. z6 der Sammlung s. Kleinen Schriften, Lcipz. ,771. 8- befindet; und von dem a'dlcn (edlen) Ausdruck Ebenderselbe, in der ersten Fortsetzung der Fragmente über Sprache und Dichtkunst, Hamb. 1779. 8. S. 9. — Von dem Ausdrucke im Drama, und vorzüglich im Trauerspiele, G. E. Lcsfing, in s. Dramaturgie Th. 2. S. 49 (teipz. Nachdruck) vcrgl. mit der N. Bibl. der sch. Wissensch. B. »o. S. 2,5. — Von dem Einflüsse der offenen Vokalen in die Stflrkc und Lebhaftigkeit des poetischen Ausdruckes, eine Abh. aus demOstnischcn des H. Carstens, im 4ten B. der Neuen Bibl. der sch. Wissensch. — Restex, für I'RIocurion oraroire, er stur Ic 8czcke er> generol finden sich im itenB. S. ZlZ der öllel. ste Istecerat. ä'biist. er ste?sti» losopstie des d'Alembert. — — Ausser diesen allgemeinen Untersuchungen über den Ausdruck, finden sich spccicllere (welche aber fast alle, mehr oder weniger, wie auch schon ein Theil der vorhergehenden, nur auf Schreibart gehen, weil die Unterschiede zwischen bcpdcn, so viel ich weist, noch nirgends ganz genau bestimmt worden sind) im Aristoteles von der Dichtkunst Kap. XIX u. f. und mithin in s. Erklclrern, deren Meynungen in der Hebers, des Darier von jener Schrift, S. Z57.' des Curtius, S. -87. und des Th. Twining (Land. >789. 4.) S.41Z u.f. so ziemlich gesammelt worden sind, und im zten Buche s Rhetorik, Kap. I— XII. (s. den Art. Redekunst) — in dem Werke des Demetrius Phalcr. (,te Ausg. von Aldus mit mchrern gr. Rhetoren, Vcn. >;o8. st. gr. Lcuck. I<>. Simonis , Rost. 1601. 12. gr. und lat. Rx roc. Vh. L-ale, Oxun. 1676.8. und von Joh. Frdr. Fischer, Dipl. 177z. 3. M. UNd lat. QIsz». 174z. 4. ^Iccnb. 1775. >2. Ital. von Pet. Scgni, Flor. 160z. 4. Don Marco Adriani, Flor. >7Z8- 3. und von Franc. Panigarola pa« raphrasirt, unter dem Titel, II Rresticarore, Ven. 1609.4.) — im HermogencS. lib. II. (zuerst mit mehrern gr. Rhct. Vcn. >;oz. t'. gr. L. inr. er sck. 2 loa. Srurmio, -^rg. 1571. 8. Dtal. von Giul. Camilla Oclminio, Udinc 1594. 4. Vcn. >Sv2 und >603. 8.) — im Cicero (im qten B. der B. an den Hcrcnnius, 0p. V. I. S. 78. Ini zten B. 0- Oror. cbcnd. S- 44» u. f. Im vrar. XIX u. f. S. 607.) — im Quinctilian (VIII u. f. S. z ;6. R-l. Lcsn.) — im Lawson (irte und iztc Vorl. Th. 1. S. 260 d. U. — im Campbell (Rstilos. okRKer. Th. >. S. ZZ9) im Blair (bell. X. B. I. S. >8Z) — im Batteur (Einleit. B. 4. S. 6z U. f.) — in den Rrinc. pour la lellure ckcz 0roreurs, Rar. -75Z.8. Z V. (im zten Buche) — im Condillac (in dem -ten Th. s. Untere, aller Wisscnsch. Bern >777- 8.) — in Brci- tingers crit. Lichtkunst, deren ganzer 2tcr Theil von der poetischen Mahlercy, in Rücksicht e.uf den Ausdruck handelt. --- in M. Joh. Kindcrlings Grunds, der Be» redsamkeit, Magd. >771. 8. 2 B. im otcn Buche, u. a. m. welche bey dem Art. Schreibart, als wohin sie eigentlich gehören, angeführt worden sind. — --- llebrigcns scheint Quinctilian wirklich Recht zu haben, wenn er Klarheit oder Deutlichkeit (perlpicuirzz) die erste Eigenschaft des Ausdruckes nennt; vielleicht könnte man stc gar die einzige nennen; denn alle andre Eigenschaften desselben find, wenigstens in den redenden Künsten, wohl nur Unterarten, und vieles was dem Ausdruck zur Last gelegt wird, liegt schon in den Vorstellungen. Wenn H. S. z. B. den übertriebenen Ausdruck tadelt: so R 4 trist 264 Aus trist dieses schon den Gedanken. Wer alle Dinge allerliebst, und unver- glcicblicb und crstaunlick nennt, muß sie, zuerst, sich so vorstellen. — Ausdruk in zeichnenden Künsten. Man sagt von dem Zeichner, er scy im Ausdruk stark, wenn seine Figuren Lebe», Gedanken und Empfindung zu haben scheinen. Durch den Ausdruk der Zeichnung wird der unsichtbare Geist sichtbar. Diese erhabene Kunst ist eine Erfindung der Natur. Nur dem unendlichen Genie war es möglich, der Materie Empfindung zu geben. Dadurch wird dieMahlercy zu dcrwundcrba- resien Kunst, weil sie blos durch Farben jede Empfindung der Seele rege machen kann: bloße Schatten werden durch die Zauberei) des Aus- druks in denkende und empfindende Wesen verwandelt. Ohne diese Kunst ist ein gcmahltcs und geschnitztes Bild, eine öde Form, die keinem denkenden Wesen gefallen kann: durch sie wird es zn einem handelnden Wesen , mit dem wir unser Herz thcilen. Die größte Bestrebung des zeichnenden Kunstlers muß auf diesen Theil gerichtet seyn, ohne welchen alles übrige nichts ist. CalllstratttK nennte die Bildhauerei) die Kunst Sitten auszudrüken *), und zeigte dadurch an, daß der Ausdruk der eigentliche Zwek dieser Kunst sey. Nach den würklichcn Sccnen des menschlichen Lebens und deren vollkommenen Vorstellung auf der Schaubühne, würkt nichts so sehr auf den Geist, als Gcmählde von vollkommenem Ausdruk. Sic er- weken in dem Geist Bestrebungen nach Vollkommenheit, und flößen dem Herzen Empfindungen ein. Wie ein Jüngling durch die Kraft der Schönheit zu einer Liebe gereizt wird, Aus die seine ganze Seele einnimmt, ss wird durch die Kraft dcsAusdruks jeder empfindende Mensch mitVewun- derung des Großen, mit Liebe zum Guten, mit Abscheu für das Böse, erfüllt. Themistoklcs konnte bey dem Andenken an die Siegeszeichen des Miltiades nicht schlafen, so sehr wurde dadurch seine Seele mit edler Ruhmbegierde entflammt; wie vielmehr muß nicht ein edles Herz empfinden, wenn nicht blos ein Zeichen der Größe einer Seele, sondern die Seele selbst, vors Gesichte gestelltwird. Kann die Tugend, die blos als ein Schattenbild in unsrer Einbildungskraft schwebet, die stärkste Bewunderung erwcken, was nmß nicht denn geschehen, wenn sie in sichtbarer Gestalt, und in Hellem Lichte vor uns steht? Wenn wir in den würklichen Sccnen des Lebens das Glük haben, Menschen in dem Augenblik zu sehen, da ihre Seele mit großen Empfindungen erfüllt ist, so gehen diese Sccnen schnell vor dem Gesichte vorbei); aber der Künstler halt diese kostbaren Augenblike für uns fest. Unser Auge kann so lang darauf verweilen, bis es gesattiget ist, wenn hier eine Sättigung statt hat; wir genießen den Gegenstand so lange, bis er seine völlige Würkung auf uns gethan hat. Aber durch welchen Weg, durch welche Stufen gelanget der Künstler zu diesem höchsten Gipfel der Kunst, die ihn zum Meister aller Herzen macht? Dahin führet kein Weg, den jeder betreten kann; denn gemeinen Augen ist er nicht sichtbar. Wem nicht die Natur eine Seele gegeben hat, die jede Gattung des Guten tief fühlt, und die sein Auge schärft jedes zn sehen, der wurde sich umsonst bestreben, in diesem Thcile der Kunst groß zu werden. Die Sinnen bringen nichts in die Seele; sie erwcken nur das, was schon schlafend dumm gelegen hat. Umsonst A u 6 Umsonst steht ein Auge, das von einer unempfindlichen Seele regiert wird, die reizendste Schönheit; es ciitdckct nichts darum. Die Natur allein bildet den großen Künstler; aber Ucbung und Fleiß machen ihn vollkommen. Die ersten Schritte zu dieser Vollkommenheit thut die Beobachtung, ohne welche alles, was in unsrer Seele eingewikclt liegt, auf immer ohne Würkung bleiben würde. Das Gute, dessen Keim in uns liegt, fangt an sich zu cntwikeln, sobald wir es an andern entwikelt sehen. Die Beobachtung der Tugend ist der fruchtbare Sonnenschein, der den Saamen unsrer eignen Tugend aufkeimen macht. Der Künstler muß sich bemühen, die menschliche Natur überall, wo sie sich am besten entwikelt hat, zu beobachten. Man darf sich nicht wundern, warum die griechischen Künstler so groß im Aus- druk gewesen sind, da es offenbar ist, daß bei) keinem Volk alle natürlichen Anlagen der Seele sich so frcy und so völlig, als bcy diesem, entwikelt haben. Wenn unter den Grönländern ein größerer Phidias oder Raphael gebohren würde, so würde er gewiß keine einzige feine Empfindung auszubrüten lernen. Eine genaue Bekanntschaft mit Menschen, bey denen jede große Anlage ausgebildet ist, macht den ersten Schritt zu der Vollkommenheit aus, von der hier die Rede ist. Was der Künstler nicht im Leben sehen kann, muß er aus der Geschichte erfahren, und durch die Gemahlde der Dichter. Dadurch muß sein Geist gebildet und seine Phantasie erhitzt werden. So ward Phidias nach seinem eignen Gc- scandniß durch den Homer tüchtig gemacht, seinen Jupiter zu bilden. Der allein, welcher seine Seele durch dieseMittcl zur Empfindung gebildet hat, kann sich schmeicheln, zu einiger Vollkommenheit des Auödruks Aus 265 zu gelangen. Indem er selbst voll Empfindung ist, wird seine Phantasie ihm die Bilder, an denen das, was er fühlt, sichtbar ist, vors Gesichte stellen. Alsdcnn darf er nur nachzeichnen. Durch Suchen, durch Ucberlcgcn und durch Abmessen findet man den Ausdruk nicht; nur die vom Herzen erwärmte Einbildungskraft sieht ihn. Hiczu muß noch ein erhöhter Ge- schmak kommen, der unter viel gleich bedeutenden Dingen dasjenige wählt, was den Personen und Umständen gemäß ist. Ein König zürnt anders, als ein gemeiner Mensch; und der Schmerz eines männlichen starken Gemüths äußert sich ganz anders, als wenn er eine schwache weibliche Seele durchdringt. Nicht nur das muß der Künstler fühlen, sondern auch noch das, was dem Ausdruk etwas anstößiges oder widriges geben würde. Denn so wie der Tonsetzer auch in den Dissonanzen aus Ordnung und Regelmäßig, keit sehen muß, so ist in dem Ausdruk desZcichners alles zufällige widrige zu vermeiden. Ein Gesichte muß, um einen widrigen Affekt aus- zudrüken, nicht häßlich werden. Das Schöne der Formen ist in zeichnenden Künsten, so wie die richtige Harmonie in der Musik, von jedem Ausdruk unzertrennlich. Das schönste Gesicht kann sich eben so gutnach allen Leidenschaften verändern, als ein weniger schönes; darum muß dieses jenem niemals vorgezogen werden. Der fcineste Gcschmak wird dazu crfodert, daß man in dem Ausdruk das Wesentliche von dem Zufälligen unterscheide. Ein Mensch von wenig Empfindung merkt die Leidenschaften der Freude, des Zornes oder des Schmcrzens nicht eher, bis selbige sich durch Geschrei) oder Schimpfen äußern, da Personen von fei- ncrm Gcschmak, ohne diese zufälligen R 5 Acuße- 2 56 AuS Acußcrungen fühlen, was sie zu fühlen haben *). Außer dicfen innern Fähigkeiten zum guten Ausdruk müssen auch noch andre vorhanden scyn. Es ist nicht genug, daß der Künstler durch die Phantasie sehe, was er zu zeichnen hat; er muß das, was er sieht, auch andern sichtbar machen können. Dazu macht ihn nur ein vollkommenes Augenmaaß und eine vollkommene Fertigkeit der Hand geschikt. Also können nur große Zeichner in jedem Ausdruk glüklich seyn. Das Auge muß die klcinestcn Veränderungen der Formen cntdcken, und die Hand muß sie ausbrüten können. Dcrowcgen müssen bcydc unaufhörlich geübt werden. Dem Anfänger der Kunst kann es helfen, wenn er sich das zu Nutze macht, was gute Meister über das Besondere, wodurch die Leidenschaften sich auf den Gesichtern und in der Haltung des Körpers unterscheiden, ausführlich angemerkt haben. Wenn er L,e Brüns nach allen Leidenschaften cha- rakterisirte Köpfe fleißig betrachtet und zeichnet, so wird sein Augenmaaß dabei) gewinnen. Er wird lernen, worauf er bey jedem Affekte vorzüglich zu sehen habe; welche Leidenschaft sich vornehmlich im Auge, welche in dem Munde sich äußert. Er muß sich die Bemerkungen der Meister über den Einfluß derselben auf die Stellung und Bewegung der Gliedmaaßen bekannt machen. Die Glieder unfers Körpers besitzen eine Art der Sprache. Alle Gliedmaaßen helfen dem Redner sprechen; von den Händen kann man bcynahc sagen, daß sie selbst sprechen. Können wir nicht, sagt ein Kunstrichter, mit den Händen fodern, versprechen, rufen, verabscheuen, fürchten, fragen, leugnen oder weigern, Freude und Traurigkeit, Zweifel, Bekenntnis, Reue, Maaßmnd Ziel, Uebcr- S. Leidenschaft. Aus fluff, Zeit und Zahl andeuten *)? Auch einzcle Muskeln des Rumpfs, besonders die an der Brust und an dem Unterlcibe find, haben ihren eigenen Ausdruk. Alles dieses genau zu beobachten, muß des Künstlers unabläßlichcs Studium seyn. Er muß zu dem Ende keine Gelegenheit vorbey lassen, bey den Auftritten des Lebens zu seyn, wo sich die Leidenschaften der Menschen am meisten äussern; Auftritte, wo ein ganzes Volk sich versammelt; wo er Freude, Furcht, Schreken, Andacht, in tausend Gesichtern und Stellungen sehen kann. Mit dieser Vecbachtung der Natur verbinde er das Studium der Antiken, wo der Ausdruk am vollkommensten erreicht, und auch in den schlechtesten Stüken nicht ganz versäumt ist. In den Werken der Neuern müssen des Michel Angelo, und fürnchmlich Raphaels, beste Werke ihm täglich vor Augen schweben. Diese Werke sind durch die tiefsinnigen Beobachtungen großer Geister zu der Vollkommenheit gestiegen, die wir an ihnen bewundern; sie stu- diren, erleichtert den Weg zu eben dieser Vollkommenheit. Auch Deutschland kann auf einen Mann stolz seyn, der im guten Ausdruke als ein Anführer kann gebraucht werden. Dieser ist Schlüter, dessen Verdienste so wenig bekannt sind, und dessen Werke nur Berlin, besitzt"). Ausser *) S. luniu; 6s xiÄura Vetsrum I,. III. c. 4. **) Ein verdienstvoller berlinischer Künstler, Herr Bernhard Rode, hat mit rühmlichem Eifer sein möglichstes gc/ than, diesen großen Mann bekannter zu machen. Er hat sowol seine Larven , die das berlinische Zeughaus zieren, als verschiedene andre Werke auf eine geistreiche Art gestzt. Möchte er doch fortfahren, auch die übrigen grös- scrn Werke dieses fürtrcfflichen Maas ncS bekannter zu machen! Aus Aus 267 Ausser demjenigen, was über den Alts- druck in den zeichnenden Rünsken, in folgenden, über diese überhaupt geschriebenen Werken sich findet, als z. B. in des L. da Vinci Vrsice che Is ?e!n. rure, ;o. 95. >66. ig-, 18Z. 187. 245. «gS. 251. 255. -zSte u. a. Kap. mehr — in dem oten Buche des Vrsrrsro chell /irre chells piccurs des Lomazzo, S. 10; u. f. welches che! 8icr>, Voiicione, l)e. coro, ^lvro, Vuris e grsris chelle l>i- gure in sz Kap. handelt — in des Felibicn Lnrrer. lur les vies er les ouvrsges che; Veiur. B. Z ..S. ioz u. s. (Anist. Ausg. von 1706.) — in dcS Tcstelins sseuri- inens ches plus sisdiles peiurres (S.;6 u. fl bei) dem Geb. des Le Micrrc, Am- ficrd. Ausg. von 1770.) i» des Laircssc großem Mahlerbuche, im 7ten Kap. des sten Buches — in des de Pilcs Lours che pcinrure, unter der Aufschrist, ches LsrsKcres (Oeuvr. chiv. B. 2. S. >44 u. f.) und in seiner Ichse chu peinrre psr- Isic (ebcnd. B. z. S. Z54-) — in des Ri- chardson Vrsire che Is peiucure (B. I. E. 69. Amst. >728. 8.) — in den, der /Zrl che^peinchre des Watelct angehängten ressexivus (S. >ZZ. Amst. >7ö>.) — in des Hrn. v. Hagedorn Betrachtungen über die Mahlcrcy, in der 4Z. 44- und zztcn Betr. von dem Ausdrucke der bei- denschaften, oder der Neigungen und Abneigungen des Menschen; Stufen der Leidenschaften, der Thcilnehmung, und ihres Ausdruckes; von dem Ausdruck überhaupt, und der Ausführung insbesondre (in Ansehung der Farbcngebung) — in des Algac rotti Versuch über die Mahlerc» (S. i;o d. Uebcrsetzung) — im Orcstrio (1. XVI. S. >8z.) — in Körcmons Natur und Kunst, Kap. 19 — 21. des iten Vds. S. 2)9. — in Ehrst. Frdr. Prangcns Acad. der bildenden Künste, Th. >. Abschn. 5. B.i. S. 117.— in RcpnoldS Rede von dem großen Styl (S. >-. d. Hebers. N. Bibl. 17 V. S. 12.) — Mengs, in dem zten Th. des Wcrkchcns über Schönheit und Geschmack in der Mahlerc», be» Gelegenheit der Betrachtungen über die Anordnung in den Werken des Raphael, Cor- reggio und Titian (vp. V. >. S.5S.) und auf diese Veranlassung, sein Herausgeber (ebcnd. S. 109.) — in des Dübos re- ssex. crir. (B-1. S. z6o. Drcsdn.Ausg.) in dem iten V. der LoilcKiou ok Ürrulc. (Zreelc such ldom. ^nricz. dstsp. ,766. I. — in der leissus pircrice, ein an den Verfasser Malvasia, geschriebener Brief, (8srre IV.) u. a. m. — Ausser diesen, können, als eigene darüber geschriebene Werke angesehen, oder doch, zur Vervollkommnung darin gebraucht werden: lok. R. I?orrse dl. che siumsus kssz'IioZnomis I.IK. VIII, Usuov. 159z. 8. aber nur 4 Bücher; vollst. Neapel 1602. 5. mit K. ein franzvs. Auszug daraus, unter dem Titel: I» ?hyssoZuo- usie siumaino, ou ssesu Lspc!sse?orrs, dlespolirsi. (ohne Jahreszahl) — Vrsi» re che Is psi^ssvAuomie, ou 1.1'vre che Vorrrsirurc pour ceux czui corumcu» ccnc s chessiuer psr Lk>. le Krün, ?sr. f. ohne Jahcesz. mit K. (größtcnthcils gezogen aus dem vorhin angeführten Werke des Porta) — ^lerkoche pour spprsu- chre s chelliuer les passivus, propoleo chsus une conlerence iur I'expression Zeuersle er psrriculiere, p. dckr. le Lruu, ?sr. 1667. 8> ^mil. 1702. 8> Deutsch, Augsb. 1704- 8. 1712.4. Prag 1782. z. mit 4Z K. wobcy sich gewöhnlich auch noch (wenigstens bcy der Amstcrdam- mec Ausgabe) der /Zrege ch'une coule- reuoe Iur Is pkiiiouoinie befindet, verglichen mit der „Erinnerung über den Ausdruck neuerer Künstler," von Winkelmann in dessen Geschichte der Kunst (S. !?>. Drcsdn.Ausg.)— Lsrstterez ches passivus P. dstsriu (iure che Is Lkismbre, /Zmss. 1658 — 166z. 8. 5 Bde. — Vlre Ickovl vi Kspksel, or rkie Lcuchenr's Luisse ro Expression iu hissoricsl VsiuriuA, illuilrsress bzc exemples, eugr. H7 Ouchsuge such orlrcrs, uuchcr rsie lnlpeck. ok8. dlie. Öoriguy, Irvin Iiis ovvu DrseviuZs slrcr rlie moss celchracess Hcssss in rke Lsrrous sr //c,»c/,ro?ceott!V. Vo vliick sre schchcch rsie onrlines ok esctr Hesch such »Ilo leversl Vloces ok rke lnoss 268 Aus lnoll cclcbrste sntigue Zcscuex . . ^ xvirk inllrubkidliz kor ^oun^ Ltuäentz in rbe ^rc ok cicfi^nin^, snck ciie pa5- üoN5... llelcr. sn547. 5. Bl. sy — z6. „der gongten Phisignomia kurzer Auszug .... „Oardurch cynS yedcn Menschen engen» „schalt und Art der sittcn und gemüts, „m't allein erlernt.. . sondern ein »edes „Bild darnach . .. gebildet und formict „werden soll, u. s. w. Vielleicht würde auch das Studium der Büffonschen Naturgeschichte, und d. Bücher mehr, wichtige Bevtrllge zur Vcrvollkommung des Ausdruckes in den bildenden Künsten lkescrn. Ausdruk in der Schauspielkunst. Das Studium des vollkommenen Ausdruks hat sowol der Schauspieler als der Tänzer mit dem zeichnenden und bildenden Künstler gemein. Gewisscrmaaßen ist es jenen noch nothwcndigcr, weil ihre ganze Kunst darinn besteht. Ein Tanzer ohne Ausdruk ist ein bloßer Luftspringcr; und ein Schauspieler, dem er fehlt, ist gar nichts. Er verdirbt alles Gute, was der Dichter ihm in den Mund legt, und beleidiget, anstatt zu ergötzen oder zu reizen. Was also vorher über das Studium des Ausdruks und über die Betrachtung der Natur und der Kunst gesagt worden, wollen wir diesem mit dein vorzüglichsten Nachdruk gesagt haben. Er muß jede Empfindung in sich zu fühlen im Stande seyn; kein bedeutender Blik, kein kräftiger Zug des Aus Gesichts, keine Gebehrde, nicht die geringste Bewegung der Gliedmaas- scn, die er an andern wahrnehmen kann, muß ihm unbemerkt vorüber gehen. Alles, was er zum Behuf des Ausdruks in der Natur und Kunst entdekcn kann, muß er seiner Einbildungskraft tief einprägen, und durch uncrmüdcte Uebung nachzuahmen trachten. Das vorzüglichste Mittel zu einem vollkommenen Ausdruk scheint dieses zu seyn, daß der Schauspieler sich selbst so stark, als möglich ist, in die Empfindung der Personen setze, welche er v rstellt. Der jüngere Riccoboni ai.r widerspricht diesem, und nennt es einen glänzenden Irrthum. Icb habe, sagt er, allezeit als rvas gewisses angenommen, Saß man, wenn man das Unglük bat, das was man ausdrükt, wirklich zur empfinden, außer Stand gesetzt wird, xu spielen *). Ganz anders dachte jener alte Schauspieler. der in der Elcktra des Sophokles die Asche seines Sohnes in der Urne hatte, um den Schmerz dieser Prinzessin, da man ihr die Gebeine des Orestes bringt, desto vollkommener auszudrüken. Der angeführte französische Schauspieler muß dafür halten, daß man durch deutlich bestimmte Regeln alles nachmachen könne. Es scheinet aber, daß ein Mensch, der in eine gewisse Leidenschaft gesetzt ist , sie durch viel kleine, niemals deutlich zu merkende Kennzeichen äußere, die, zusammengenommen , den wahren Ausdruk der Natur ausmachen. Alles geht mechanisch ohne unser Bewußtseyn zu. Da uns nun alle die Kräfte, wodurch jede Muskel des Leibes gezogen wird, wenn, wir gewisse Leidenschaften fühlen, unbekannt sind, so kann *) S. die Schauspielkunst in Lcssings Bcvtrllgen zur Historie beb jzcheatcrs im 1 TP. S. ;<-s. Aus kann der Vorsatz zu ihrer Würkung nichts beytragen. Es gicbt keine Theorie, nach welcher wir unscrm Gesichte die Traurigkeit einprägen können. Sind wir aber würklich traurig, so setzt sich alles von selbst in die gehörige Gestalt. Wir scheuen uns also nicht, gegen das Ansehen eines Meisters in der Kunst den Schauspielern zu empfehlen, daß sie sich unaufhörlich befleißen sollen, sich in alle Arten der Empfindungen zu setzen. Finden sie ihre Seele nicht weich genug, mit den Weinenden zu w.incn, mit dem Zornigen aufgebracht zu seyn, so thun sie wol, wenn sie solche Rollen, für die sie das nothige Gefühl nicht haben, niemals auf sich nehmen. Ein Mensch, der vorzüglich zu sanften, zärtlichen und gefälligen Neigungen aufgelegt ist, muß sich nicht unterstchen, die Rolle eines Wüterichs zu spielen. Der Schauspieler, dem die Natur eine Fähigkeit alles zu empfinden verliehen hat, kann dieselbe durch fleißige Ucbung erweitern. Er muß die Werke der besten Dichter ohne Unterlaß lesen, und jeder merkwürdigen Ecene so lange nachhängen, bis seine Einbildungskraft dieselbe ihm auf das lebhafteste vormahlt. Denn dadurch wird er selbst in die Leidenschaft versetzt werden. Dabcy bleibet ihm immer noch so viel Nachdenken übrig, daß er auf den guten Ausdruk denken kann. Ungeachtet aber in der Natur gleiche Ursachen auch gleiche Würkungcn haben, so sind diese doch, in Absicht auf die Aeußerungcn der Leidenschaften, bey verschiedenen Menschen verschieden. Eine große Seele äußert jede Empfindung großer und edler, als eine kleine. Zwey Menschen von verschiedenen Charakteren, in gleichem Grad traurig oder freudig, legen ihr Gefühl ungleich au den Tag. Es ist demnach nicht genug, daß der Aus 269 Schauspieler sich in die Empfindung setze, die er ausdrüken soll: er muff sie in dem besondern Licht, in der bestimmten Zeichnung des Charakters ausdrüken, den er angenommen hat. Der Held trauert und freuet sich anders, wie der gemeine Mensch. So wol durch einen übertriebenen als durch den falschen Ausdruk wird das Eegentheil dessen, was der Dichter gesucht hat, erhalten. Wenn der Dichter cdeln Stolz schildert, der Schauspieler aber einen hochtrabenden Menschen vorstellt, so verändert sich die Hochachtung in Verachtung. Wenn der Dichter einen stillen tief- fitzeiiden Schmerz haben will, der Schauspieler aber heult, so wird das Weinen in Lachen verwandelt. Auch der falsche Nachdruk verderbt alles. Es gehöret so sehr viel dazu, im Ausdruk richtig zu seyn, daß man sich über die kleine Anzahl vollkommener Schauspieler gar nicht wundern darf. Natur und Fleiß müssen sich zu seiner Bildung vereinigen. Von jener hat er einen feinen durchdringenden Verstand, jeden Charakter sich auf das bestimmteste vorzu. stellen, eine lebhafte Einbildungskraft, die ihm alles mit lebendigen Farben vor das Gesicht stellt, ein fühlendes Herz, das jede Empfindung in sich hervorbringen kann. Aber ohne Fleiß und Studium sind diese Gaben nicht hinreichend, ihn vollkommen zu machen. Er muß den Charakter seiner Rolle auf das vollkommenste ergründen, bis er die kleinsten Schattirungen desselben erkennt; die Handlung, in welcher dieser Charakter sich äußert, muß ihm in ihren klcinestcn Umständen ganz vorAugen liegen; die besondere Veranlassung zu dem Spiel der Leidenschaften muß er auf das genaueste erwägen, und alles so lange überlegen, biß er sich selbst vergißt, und sich gleichsam in die Person verwandelt, die er vorstellt. Man 2?0 A u 6 A u 6 Man hat die Frage aufgeworfen, Leidenschaften auf die verschiedenen ob es nöthig sei), den Ausdruck desto Nerven des Korpers, Der Schauvollkommener zu erreichen, die Na- spieler, der sich in ein richtiges Ge- tur etwas zu übertreiben. Der altere fühl zu setzen weiß, wird sich auch Riccoboni pflegte zu sagen, rvenn bey jedem Ausdruck richtig und na- man rühren rvolle, so müsie man türlich gebchrden. ;wex Finger breit über vasNarür- Von dem Ausdruck, in so fern er liehe gehen*). Allein die Gefahr, von der Stimme und der Sprache durch das Uebertriebene frostig zu abhangt, haben wir anderswo ge- werden, muß den Schauspieler sehr sprechen *). behutsam machen. Der jüngere Ric- Unter allen Künstlern hat derTän- coboni hat sehr wol angemerkt, daß zer das schwerste Studium, zum die Natur ohne alle Ucbcrtreibung vollkommenen Ausdruck zu gelangen, vollkommen stark genug ist; und der Er kann sich nicht an die Natur hal- Hr. Vffraine, den man ohne sehr zu ten; denn die Bewegungen, die er irren für den besten der itzigcn fran- machen muß, findet er darinn nicht, zösischen Schauspieler halten kann, Er muß sie nach den Anzeigungen, bestätiget dieses durch sein Beyspiel. die er in der Natur findet, nachah- Leute, welche sich allen Eindrüken der mcn, und in einer ganz andern Art Leidenschaften ohne Verstellung über- wieder darstellen. Alle seine Schrit- lassen, dergleichen man unter dem te und Bewegungen sind künstlich, gemeinen Volke genug antrifft, zei- sie kommen in der Natur niemals gen uns hinlängliche Starke des vor, und dennoch müssen sie den Ausdrucks. Kann der Schauspieler Charakter der Natur an sich haben, dieselbe erreichen, und mit dem edlen Man muß aus jeder Bewegung des Wesen, dasPersonen von erhabnem, Tänzers erkennen, was für eine Em- Stande an sich zu haben pflegen, pfindung ihn treibt. SeincSchritte verbinden, so braucht er nichts zu sind die Worte, welche uns sagen, übertreiben. was in seinem Herzen vorgeht. Was wir vorher von der Noth- Es ist den großen Schwierigkeiten, wendigkcit, sich selbst in die Cmpfin- die diese Sache hat, zuzuschreiben, düngen, die man auszubrüten hat, daß man so wenig vollkommenes in zu versetzen, gesagt haben, gilt Haupt- dieser Kunst zu sehen bekommt. Die sachlich für denjenigen Theil des Tanzer sind mehr gewohnt, künsili- Ansdruks, der in der Stellung des che Bewegungen, schwere Sprünge ganzen Körpers und in der Bewe- und kaum nachzumachende Gebcbr- gung der Gliedmaaßen liegt. Es ist düngen des Korpers auszudenken, unmöglich, darüber Regeln zu geben, als den wahren Ausdruk der Natur Die Natur hat die Triebfedern, die nachzuahmen. Nicht nur jede Haupt- sie dabei) braucht, uns verborgen, leidenschaft, sondern bepnahe jede So wie ein Mensch, der unverse« Schattirung derselben Leidenschaft, hens fallt, aus einer sich selbst un- hat ihren eigenen Ausdruk in der bcwnßtemFurcht, Schaden zu neh- Stellung und Bewegung des Körinen, durch den Instinkt die Stel- pers. Diese sind die wahren Ele- lung annimmt, die ihn am sichersten mente, das Alphabet des achten bewahret ; eine Stellung, welche er Tanzens, oder diese Kunst beruhet durch keine Uebcrlegung erfinden ans gar keinen Grundsätzen. Diese würde: eben so würkt sie. in allen Elemente aufzusuchen, sie in ordent- *) Riecoboni im angeführten Orte. S- 5°?. 5) S. Vortrag. lichen Aus lichcil und zusammenhängenden Bewegungen wieder darzustellen, aus verschiedenen zusammenhangenden Bewegungen ein ganzes Ballet zusammen zu setzen, das eine bestimmte Handlung ausdenkt, ist das eigentliche Werk des Tänzers. lieber Ausdruk in der eigentlichen Schauspielkunst sind vorzüglich Hrn. Engels Ideen zu einer Mimik (Verl. 1784—^ 1786.8. 2 Theilc) nachzulesen.— llcbri-- genS handeln davon alle, bey dem Art. Schauspielkunst, angeführte thesr. Schriften über diese Kunst. Ausdruk in der Musik, Der richtige Ausdruk der Empfindungen und Leidenschaften in allen ihren besonder» Schattirungcu ist das vornehmste, wo nicht gar das einzige Verdienst eines vollkommenen Tonstükes. Ein solches Werk, das blos unsre Einbildungskraft mit einer Reihe harmonischer Tone anfüllt, ohne unserHerz zu bcschafftigen, gleicher einem von der untergehenden Sonne schön bemahlten Himmel. Die liebliche Vermischung mannigfaltiger Farben ergötzt uns; aber in den Figuren der Wolken sehen wir nichts, das unser Herz bcschafftigen könnte. Bemerken wir aber in dem Gesang, außer der vollkommenen Fortströhmung der Töne, eine Sprache , die uns die Acußerungen eines suhlenden Herzens verräth, so dienet die angenehme Unterhaltung des Gehörs der Seele gleichsam zu einem Ruhebette, auf welchem sie sich allen Empfindungen überlaßt, die der Ausdruk des Gesanges in ihr hervorbringt. Die Harmonie sammelt alle unsre Aufmerksamkeit, reizet das Ohr, sich ganz dem höhern Gefühl, das die Nerven der Seele angreift, zu überlassen. Aus 27 r Der Ausdruk ist die Seele der Musik: ohne ihn ist sie blos ein angenehmes Spielwcrk; durch ihn wird sie zur nachdrüklichsten Rede, die unwiderstehlich auf unser Herz würkct. Sie zwingt uns, itzt zärtlich, denn beherzt und standhaft zu seyn. Bald reizet sie uns zum Mitleiden, bald zur Bewundrung. Einmal starker und erhöhet sie unsre Seclen- krafte; und ein andermal fesselt sie alle, daß sie in ein weichliches Gefühl zerfließen. Aber wie erlangt der Tonsctzer diese Zauberkraft, so gewaltig über unser Herz zu herrschen? Die Natur muß den Grund zu dieser Herrschaft in seiner Seele gelegt haben. Diese muß sich selbst zu allen Arten der Empfindungen und Leidenschaften stimmen können. Denn nur dasjenige, was er selbst lebhaft fühlt, wird er glüklich ausdrücken. Das Vcyspiel der zwei) Tonsetzer, welche in Deutschland am meisten bewundert werden, Gramis und Hüstens, beweist die Würkung des Temperaments auf die Kunst. Dem erstcrn hatte die Natur eine Seele vonZärt- lichkeit, Sanftmnth und Gefälligkeit gegeben. Wiewol er nun alle Geheimnisse der Kunst in seiner Gewalt hatte, so war ihm nur der Ausdruk des Zärtlichen, des Einnehmenden und Gefälligen eigen, und mehr als einmal scheiterte er, wenn er das Kühne, das Stolze, das Entschlossene auszudrükcn hatte. Haste hingegen, dem die Natur einen höhern Muth, kühnere Empfindungen, feurigere Begierden gegeben hat, ist in allem, was seinem Charakter nahe kömmt, weit glüklicher, als in dem Zärtlichen und Gefälligen. Es ist sehr wichtig, daß der Künstler sich selbst kenne, und wenn es bey ihni steht, nichts unternehme, das gegen seinen Charakter streitet. Allein dieses hängt nicht allemal von seiner Willkühr ab. So wie ein epischer 2?2 Att6 scher Dichter sich in alle, selbst einander entgegengesetzte, Empfindungen muß setzen können, indem er jetzt einen friedfertigen, oder garstigen, denn einen verwegenen Mann muß sprechen machen, so begegnet e6 auch dem Tonsetzer. Er muß also da, wo ihm die Natur weniger Beysiand leistet, sich durch Fleiß und Uebung helfen. Hiezu dienet überhaupt das, was wir in dein vorhergehenden Artikel den Künstlern zur Uebung empfohlen haben. Außerdem aber muß der Musikus sich ein besonders Studium daraus machen, den Ton aller Leidenschaften zu erforschen. Er muß die Menschen nur in diesem Gesichtspunkt sehen. Jede Leidenschaft hat nicht blos in Absicht auf die Gedanken, sondern auf den Ton der Stimme, auf das Hohe und Tieft, das Geschwinde und Langsame, den Ac- ccnt der Rede, ihren bcfondern Charakter. Wer genau darauf merkt, der entdekt oft in Reden, deren Worte er nicht versteht, einen richtigen Verstand. Der Ton verräth ihm Freude oder Schmerz, ja so gar unterscheidet er in einzeln Tönen einen heftigen oder mittelmäßigen Schmerz, eine tief sitzende Zärtlichkeit, eine starke oder gemäßigte Freude. Auf die genaueste Erforschung des natürlichen Ausdruks muß der Musikus die äußerste Sorgfalt wenden; denn wicwol der Gesang unendlich von der Rede verschieden ist, so hat diese doch allezeit etwas, welches der Gesang nachahmen kann. Die Freude spricht in vollen Tönen mit einer nicht übertriebenen Geschwindigkeit, und maßigen Schattirungen des Starken und Schwachen,, des Hohem und Tiefen in den Tönen. Die Traurigkeit äußert sich in langsamen Reden, tiefer aus der Brust geholten, aber weniger hellen Tönen. Und so hat jede Empfindung in der Sprache etwas eigenes. Dieses muß der Ton- Avs sicher auf das allcrbestimmteste beobachten, und sich bekannt machen. Denn dadurch allein erlangt er die Richtigkeit des Ausdruks. Hiernachst befleiße er sich, die Wirkungen der verschiedenen Leidenschaften in dem Gemüthe selbst, die Folge der Gedanken und Empfindungen genau zu erkennen. In jeder Leidenschaft treffen wir eine Folge von Vorstellungen an, welche mit der Bcwe- g'.mg etwas ähnliches hat, wie das bloße Wort, Gemutbsbewegung, wodurch man jede Leidenschaft aus. drükt, schon anzeiget. Es giebt Leidenschaften, in denen die Vorstellungen, wie ein. sanfter Bach, einförmig fortfließen; bey andern siröhmen sie schneller, mit einem mäßigen Geräusche und hüpfend, aber ohne Aufhaltung; in einigen gleicht dicFolge der Vorstellungen den durch starken Regen aufgeschwollenen wilden Bächen, die ungestüm daher rauschen, und alles mit sich fortreißen, was ihnen im Wege steht. Bisweilen gleicht das Gcmüth in seinen Vorstellungen der wilden See, die itzt gewaltig gegen das Ufer anschlägt, denn zurükc tritt, um mit neuer Kraft wieder-anzuprellett. Die Musik ist vollkommen geschikt, alle diese Arten der Bewegung abzubilden, mithin dem Ohr die Bewegungen der Seele fühlbar zu machen, wenn sie nur dem Tonsetzcr hinlänglich bekannt sind, und er Wissenschaft genug besitzt, jede Bewegung durch Harmonie und Gesang nachzuahmen. Hiezu hat erMittel von gar vielerlcy Art in seiner Gewalt, wenn es ihm nur nicht an Kunst fehlt. Diese Mittel sind: ,) die bloße Fortfchrcitung der Harmonie, ohne Absicht auf den Takt, welche in sanften und angenehmen Affekten leicht und ungezwungen, ohne große Vcrwiklungen und schwere Aufhaltungen; in widrigen, zumal heftigen'Affekten aber, unterbrochen, mit öftern Ausweichungen A u s chungen in entferntere Tonarten, mit größern Verwiklungen, viel und ungewöhnlichen Dissonanzen und Aufhaltungen, mit schnellen Auflösungen forrfchreiten muß. 2) Der Takt, durch den schon allein die allgemeine Beschaffenheit aller Arten der Bewegung kann Nachgeahnftt werden, z) Die Melodie und der Rythmus, welche, an sich selbst betrachtet, ebenfalls allein schon fähig sind, die Sprache aller Leidenschaften abzubilden. 4) Die Abänderungen in der Starke mnd Schwäche der Töne, die auch sehr viel zum Ausdruk beytragen; 5) oie Begleitung und besonders die Wahl und Abwechslung der begleitenden Instrumente; und endlich 6) die Ausweichungen und Verweilungen in andern Tonen. Alle diese Vortheile muß der Ton- fetzer wol überlegen, und die Wür- kung jeder Veränderung mit scharfer Beurtheilung erforschen; dadurch wird er in Stand gesetzt, jede Leibenschast auf das bestimmteste und kräftigste auszubrüten. Wir haben Beyspiele, daß Leidenschaften, die sich Nur durch ganz feineSchattirun- gen von andern ihrer Art unterscheiden, die Kunst der Musik nicht übersteigen. So hat der fürtreffliche Graun in der Operette, Mu-opa (äalsnte betittelt, in der Arie Dalle labbre clsl inio Lsnez die Art der Zärtlichkeit, welche mit gänzlicher Ergebung in den Willen des Gebieters verbunden, und dem Ottomannischen Serail vorzüglich eigen ist, vollkommen ausgedrukt. Ein grosser Beweis von den Fähigkeiten der Musik, den schwersten Ausdruk zu erreichen. Aber die östem Fehler gegen den Ausdruk, welche sowol dieser große Mann, als andre Tonsetzer vom er- sten Range, begehen, zeigen auch die Nothwcndigkeit der allergenaue- stcn Ueberlegung und des äußersten Flciffcs, dm der vollkommene Elfter Theil. Aus z?z Ausdruk erfodert. Wir wollen dem, der dieses Wesentlichsie der Kunst zu erreichen sucht, über das bereits angeführte noch folgende Anmerkungen zu feiner Ueberlegung empfehlen. Jedes Tottstük, es sey ein würkli- cher von Worten begleiteter Gesang, oder nur für die Instrumente gefetzt, Muß einen bestimmten Charakter haben, und in dem Gemüthe des Zuhörers Empfindungen von bestimmter Art crweken. Es wäre rhoricht, wenn der Tonfetzer seine Arbeit anfangen wollte, ehe er den Charakter seines Stüks festgesetzt hat. Er muß wissen, ob die Sprache, die er führen will, die Sprache eines Stolzen öder eines Demüthigen, eines Beherzten oder Furchtsamen, eines Bittenden oder Gebietenden, eines Zärtlichen oder eines Zornigen sey. Wenn er auch durch einen Zufall fein Thema erfunden, oder wenn es ihm von ohngefchr eingefallen ist, so untersuche er den Charakter desselben, damit er ihn auch bey der Ausführung bcybchalten könne. Hat er den Charakter des Stüks festgesetzt, so muß er sich selbst in die Empfindung setzen, die er in andern hervorbringen will. Das beste ist, daß er sich eine Handlung, eine Begebenheit, einen Zustand vorstelle, in welchem sich dieselbe natürlicher Weise in dem Lichte zeiget, worum er sie vortragen will; und wenn feine Einbildungskraft dabey in das nö- thige Feuer gesetzt worden, alsdenn arbeite er, und hüte sich, -irgend eine Periode, oder eine Figur einzumischen, die außer dem Charakter seines Stüks liegt. Die Liebe- zu gewissen angenehm klingenden und auch in Absicht auf den Ausdruk glüklich erfundenen Sätzen verleitet die meisten Tonsetzer, dieselben gar zu oft zu wiederholen. Man muß aber bedenken, daß diese Wiederholungen dem Ausdruk oft S ganz 274 Aus ganz entgegen sind. Sie schikeil sich nur zu gewissen Empfindungen und Leidenschaften, in denen das Gemüts) sich gleichsam immer nur um einen Punkt herum bewegt. Es gicbt aber auch andre, wo die Vorstellungen sich beständig andern, nach und nach starker, oder auch schwacher werden, oder gar allgemach in andre übergehen. In diesen Fallen sind öftere Wiederholungen desselben Ausdruks unnatürlich. Sind dem Tonsetzer die Worte vorgeschrieben, auf welche er den Gesang einrichten soll, so erforsche er zuerst den wahren Geist und Charakter derselben; die eigentliche Ge- müthsfassung, in welcher sich eine solche Rede äußert. Er überlege genau die Umstände des Redenden und seine Absicht; dadurch setze er den allgemeinen Charakter des Gesanges fest. Er wähle die tüchtigste Tonart, die angemessene Bewegung, den Rythmus, den die Empfindung würk- lich hat; die Intervalle, wie sie der anwachsenden oder sinkenden Leidenschaft am natürlichsten sind. Dieses Charakteristische muß durch das ganze Stük herrschen; aber vorzüglich an Stellen, wo ein besonderer Nach- druk in den Worten liegt. In besondere, umständliche Betrachtung cinzeler Dinge, lassen wir uns hier nicht ein. Die Absicht ist hier nur, den Meister der Kunst aufmerksam und behutsam zu machen. Was die besonder« Würkungcn der Tonarr, der Bewegung, des Ryth- mus, der Intervalle, auf den Ansdruk betrifft, davon ist in den besondern Artikeln über diese Kunstworter verschiedenes angemerkt worden. Es ist auch guten Meistern in der Kunst begegnet, in zweyerlcy ganz ungcrcimteFehler gegen den Ansdruk zu fallen. Der eine ist, daß sie den Ansdruk auf einzele Wörter angewendet haben, welche sie außer dem Zusammenhang genommen; da sie Aus denn eine Empfindung erweken, welche der Hauptempfindung, die im Ganzen herrscht, zuwider ist. In der Rede drükt man oft eine Sache durch ihr Gcgcntheil aus, indem man eine Verneinung dazu setzt. Anstatt: sch'S nun wieder fröhlich, sagt man auch wol: weincr, oder trauert nickt mehr. Die Verneinung, nickt mehr, ist ein abgezogener Begriff, den die Musik nicht ausdrüken kann. Sie mnß also den ganzen Gedanken zusammen nehmen, und etwas tröstendes ausdrüken. Wollte man den Ausdrnk blos ans das Wort weinet oder lraurcr legen, so würde man gerade das Gegentheil dessen sagen, waS man sagen soll. Und doch haben große Meister diesen Fehler begangen. Der andre Fehler, der über den rührendsten Gesang einen Frost streut, der alles verderbt, entsteht aus der unzeitigen Begierde, Dinge zu mahlen, die entweder ganz außer dem Gebiete der Musik liegen, oder doch an dem Orte, wo, man sie bey Gelegenheiten gewisser Worte anbringt, eine sehr widrige Würkung thun. Wir haben aber davon in einem besondern Artikel gesprochen *). Don dem Ausdruck in der LNusck handeln besonders Ch. AvisonS lltlu/ »n muiical exprcllion, I.onci. 175z. 8> vcrm. und verb. 1775. 8. Deutsch, bcipj. 1775. 8. (Der Dcrf. handelt, im um Theilc, »on der Gewalt und Wirkungen der Musik und von der Achnlichkcit der Musik mit der Mahlert»; im zweyte», von der zu sorgfältigen Anhänglichkeit an die Melodie, und Vcesäumung der Harmonie, von der zu sorgfältigen Beobachtung der Harmonie und Dernachläßigung der Melodie, und von dem musikalischen Ausdrucke, in so fern er den Komponisten E. Gemähld in der epischen Musik. AuS stcn anqeht; in dem dritten Thcile von dem ausdrückenden Vortrage der Musik überhaupt, und von dem ausdrucksvollen WortrogcdcrMustkinbesvndernStimmen.) — Oe l'cxprcilinn en küiisslzuc p. kür. dkübde Küorcllcr, Usr. 1765. i 2. (Oer Werf, gründet einen großen Thcil dessen, was er sagt, darauf, daß, weil die Musik sich eben des Organcs bediene, als die Sprache, sie auch eine wirkliche Sprache, und dieser vollkommen gleich sc». Uebri, pens bestreitet er, so wie Avison, die ungeschickten Nachahmungen in der Musik.) — ü.'Uxprelssoir muiicsle mite au rauA «icz cliimercz , p. kür. kn>e, ?ar. 1779. 12. (Die Hauptsa'tze dieser kleine» Schrift find, daß der Hauptzweck der Musik ist, dem Menschen angenehme körperliche Empfindungen zu verschaffen, daß sie eines verschiedenartigen Charaktcres fckhig ist; daß sie den Worten analog seyn, aber nichts ausdrücken kann; daß diejenige, welche dem Ausdrucke am nclchstcn kommt, langweilig wird; daß sie an Empfindungen zu erinnern, oder sie wieder aufzuwecken, aber nie darzustellen vermag; daß die Tanzmusik den Vorzug vor allen übri, gen Musikarten verdient.) — l'rairelur la küusscjvc er tue Icr mo^cnz ci'cu per- tebUonrier l'cxprcliion, p. kür. Ic Ui- üeur ä'HpliZN)-, ?. 1779. 3. (Ein ziemlich flüchtig geschriebenes Werk, worin die Harmonie gclnzlich der Melodie aufgeopfert wird.) — Ucbcr die musikalische Mahlerey ... von I. I. Engel, Verl. >78e-. 8. — Von dem musikalischen Ausdruck der verschiedenen Klangfüße, und den Arten desselben wird in dem Seiten U. f. der Kritischen Briefe über die Tonkunst, Werl. 175s u. s. 8. — und von dem Ausdruck in der Vokalmusik, und was dieses ist und heißt, in der Schrift über das Rccitativ (Bibl. der sch. Wissensch. B.is. E. -19 u. f.) gehandelt. Ausgang. (Dramatische und epische Dichtkunst.) Diejenige Begebenheit, wodurch eine Handlung ihr völliges Ende erreicht, Aus »75 so daß nun nichts mehr geschehen kann, das zu dieser Handlung gehöret. In des Euripides Iphigenie, in Aulls, ist die Verschwinduug die. ser Prinzessin in dem Augenblikc, da ste soll geopfert werden, und die Er, scheinung einer Hindin, die an ihrer Stelle geopfert wird, der Ausgang der ganzen Handlung. Durch die Auflösung wird derselbe vorbereitet; nach ihm aber kann nichts mehr erwartet werden. Daß jede, sowol epische, als dramatische Handlung einen Ausgang haben müsse, ist daraus offenbar, weil es unmöglich ist ein Zeuge einer interessanten Handlung zu seyn, und sich eher zu beruhigen, als bis man das Ende derselben gesehen hat. Durch die Verwiklung wird man in Erwartung gesetzt, wie doch die Sachen zuletzt auseinander gehen werden; derÄusgang befriediget sie, und laßt derNeugierde nichts mehr zu erwarten übrig. Ist der Ausgang vollkommen, so muß keine Frage mehr übrig bleiben, wie dieses oder jenes, das in der Handlung vorgekommen ist, noch ablaufen werde. Er muß eine ^befriedigende Antwort auf alle Fragen enthalten, die man zum voraus bey der Handlung gemacht hat; er ist der eigentliche Vereinigungspunkt, in welchem zuletzt alle Vorstellungen über die Handlung zusam- men treffen, und ist unvollkommen, wenn er nicht alle unsre Erwartungen über die Personen und Sachen befriediget. Bey vielen Werken ist derÄusgang das, warum das ganze Werk verfertiget worden: er soll eine immer dankende Vorstellung von einer guten oder bösen Würkung eines Charakters, oder einer Unternehmung im Gemüthe zurüke lassen In diesem Falle ist es von der höchsten Wichtigkeit, daß er wahrscheinlich und natürlich sey, weil sonst der ganze Zwek des Stüks verfehlt würde. In dem S - Kauf- 276 Aus Kaufmann von London zielt alles darauf ab, zu zeigen, daß ein, im Grunde nicht böser Jüngling, durch Verführungen der Wollust zu großen Schandthaten verleitet werden, und zuletzt in die äußerste Schmach gcra- then könne. Diese Vorstellung würde nian nicht für wahr halten,' sie würde in dem Gemüthe nicht haften, wenn der Ausgang erzwungen und unwahrscheinlich wäre. Wollte man durch eine dramatische Vorstellung die Zuschauer mit der Ueberzeu- gung nach Hanse schiken, daßStand- haftigkeit und Much, mit Rechtschaffenheit verbunden, Mittel sind, sich aus den schweresten Verlegenheiten herauszuhelfen: so muß der Ausgang der Handlung die höchste Wahrscheinlichkeit haben, weil erden Beweis der Cache ausmachen soll. Man muß deßwcgen den! Ausgang nicht auf zufallige Begebenheiten, oder auf gewaltthatige Veränderungen, sondern auf solche Auflösungen gründen, die in der Natur der Sachen liegen. Es wäre in solchen Fallen ungereimt, ihn auf ei» Erdbeben, das kein Mensch erwarten konnte, auf den plötzlichen Tod einer Hautpcrson, oder auf dergleichen Zufälle zu gründen. Es müssen in der Handlung selbst Ursachen liegen, die den Ausgang bewürfen. Dabcy muß er etwas außerordentliches öder sonst stark rührendes haben, damit sein Eindruk unauslöschlich bleibe. Er ist zwar nicht in allen Arten der Handlungen gleich wichtig. In demjenigen Lustspiel, wo es blos darauf ankommt, den Zuschauer ein paar Stunden zu ergötzen, hat der Dichter sich des Ausganges halber eben keine große Sorge zu machen. Sollte er ihm auch mißglükcn, so hat er seinen Endzwek erreicht; der Zuschauer hat gelacht; und lacht vielleicht über den possirlichen oder unnatürlichen Ausgang noch mehr. A u s Deswegen hatten auch die mimischen Spiele der Römer keinen ordentlichen Ausgang, lllittii erZO, sagt Cicero*), elkz'am exitus, non lir- bulss; in guo cum clausula von invenitur, suZlt allchuls e maul- bus, (lelnös lcabellu cvucrspant, aulaeum tollltur. Deswegen haben auchPlautus und Möllere eben nicht allemal die größte Sorgfalt auf den Ausgang gewendet. Es kommt hier auf die Absicht des Dichters an; aus dieser muß er ur- theilen, wie wichtig oder gleichgültig der Ausgang scy, und worauf es da- bey hauptsächlich ankomme. Wer den Tod des Casars vorstellen will> kann zur Absicht haben, einen Tyrannen zu schreken; sie kann aber auch seyn, die patriotischen Gesinnungen seiner Mörder im höchsten Lichte darzustellen. In Heyden Fallen ist der Ausgang zwar einerlei); aber seine besondre Behandlung muß bey jeder Absicht anders seyn. Es ist ganz unnöthig, sich hierüber umständlich einzulassen; genug daß der Dichter überhaupt aufmerksam gemacht werdenden Ausgang genau nach seiner Absicht einzurichten, und nach Beschaffenheit des letzten Ein- druks, den er machen will, ihm die gehörige Lenkung zu geben. Im Trauerspiel ist er überhaupt weit wichtiger, als im Lustspiel, weil die tragische Handlung an sich wichtiger ist, und große Erwartung erweket. Man hat als eine Regel festsetzen wollen, daß das Trauerspiel einen fatalen oder traurigen, das Lustspiel einen glüklichen Ausgang haben soll. So ist er auch gröstentheils. Allein zur Regel kann dieses nicht gemacht werden, weil der Ausgang der Absicht des Dichters gemäß seyn muß. Will er Schreken in den Gemüthern zurüke lassen, so muß er einen andern ') Orar, pro L«»li«> Aus dm, Ausgang suchen, als wenn cr Zuversicht und Sündhaftigkeit in die Herzen seiner Zuhörer bringen will. So wie es uns verdrüßlich fällt, wenn der Ausgang einer Sache un- sre Erwartung nicht völlig befriediget, so erwekt es Ueberdruß, wenn der Dichter dem wahren Ende der Handlung noch etwas überflüßiges anhangt; wenn cr den starken Ein- druk, den der Ausgang auf die Ge- müthcr gemacht hat, durch unwichtige Nebensachen, oder durch Anmerkungen und Schlußreden, wieder schwächt. Bcym Ausgang einer ernsthaften Handlung muß der Zuschauer voll Gefühl feyn; die Hauptpersonen müssen in der Lage, worinn sie versetzt worden, seine ganze Seele erfüllen. Dieses soll der Dichter wol bedenken, und sich sorgfältig hüten, irgend etwas einfließen zu lassen, was zu dieser Vorstellung unnütze ist. Aus allem diesem erhellet, daß in ernsthaften Stükcn der Ausgang, so ein kleiner Thcil cher Handlung cr auch ist, mit der genauesten Ueberle- gung müsse behandelt werden. Mit diesem Artikel ist der von der Auflösung zu vergleichen. Daß Eine Nation, vcy dem Ausgange, mehr „Anmerkungen und Schlußreden/' wie Hr. Sulzcr sich ausbrückt, vettrstgt, als die andre, hat Lessing in s. Dramaturgie (Th. >. S. 12z u. f.) in Bc»spiclcn gezeigt. — Ob man den Ausgang dem Zuschauer, oder Leser, verbergen müsse, ist, mir allen Folgen, welche es haben kann, ebendaselbst (Th. i. S. Z77 u. f. vcrgl. mit N. Bibl. der seh. Miss. B. u?. S. -iz u. f.) vortreflich entwickelt; auch vorher schon von Diderot in s. Abhandl. von der dramot. Dichtkunst (hinter seinem Hausvater S. -zs u.f. d. Hebers, -tc Ausg.) berührt worden. — llebrigcns gehören, so wie zu dem Artikel selbst der Art. Auf- Aus -77 lösunz gehört, auch die bey diesem angeführten Schriften hierher. Ausladung. (Baukunst.) Aas Maaß, um welches ein Glied an einem Gesims weiter heraus steht, als das nächst vorhergehende oder nachfolgende. Die Ausladungen geben den Gesimsen das hauptsachlichste Ansehen. An den Fußgesimsen welche eine Festigkeit haben müssen, steht das unterste Glied nothwendig am weitesten heraus, und die andern werden nach und nach eingezogen. Das Gegcntheil muß sich an den obern Gesimsen finden, welche zur Bede- kung dienen, und das dem Fuß ent- gengesctzte Ende ausmachen. Es ist ein Hauptgrundsatz zur Bestimmung der Ausladungen, daß sie mit der Höhe oder Stärke des Gliedes, woran sie sind , ein gutes Verhältnis! haben müssen: die Stärke des Gliedes aber wird durch die ganze Höhe des Gesimses bestimmt, und hat folglich ebenfalls eine Beziehung auf die Ausladung. Die Goldmannischen Verhältnisse können zur Regel angepriesen werden. Nämlich die Ausladung verhalt sich zur Höhe: in der Rinleistc und dem Riemlcin wie 1 zu 1. im rvulst 2 — z. in der ablaufenden Leiste und im Reif i — 2. im Ablauf in den niedrigen Ordnungen Z — 4- im Band Z -- 5? in der Glskenleiste 4 5> Die besondern Ausladungen in dm Gebälken, Hauptgesimsen und andern Verzierungen der verschiedenen Ordnungen, werden durch die Bestimmung der Auslaufunz in den Artikeln, darum diese Theile insbesondre beschrieben find, angegeben. S z AlU- 278 A»S Auslaufung. (Baukunst.) Nie Weite, um welche der äußerste Rand eines Gliedes von der Achse der Säule heraus tritt. Die Bestimmungen der Auslaufung der verschiedenen Glieder werden bcy Beschreibung der Säulenordnungen gegeben. Ausrufung. (Redekunst.) Eine Figur der Rede, welche eine Art des Gcschreyes ist, wodurch man die Heftigkeit einer Leidenschaft durch die Starke des Tones an den Tag legt. Die Sprache hat zwcycr- ley Mittel die Leidenschaften ianszn- drükcn; die Worte, als bedeutende Zeichen dessen, was in uns vorgeht; und denn blos Tone, die keine deutliche Begriffe mit sich führen, sondern blos durch die Heftigkeit der Empfindung mechanisch ausgestoßen werden, wie die Tone O! und Ach! In heftigen Leidenschaften bestrebt sich die Seele ihre Empfindung auf alle mögliche Weife an den Tag zu legen, und suhlt wahrender Rede oft, daß die willkührlichen Zeichen dazu nicht hinreichen; daher stoßt sie gleichsam solche Tone aus, die überhaupt die Heftigkeit des Gefühls natürlicher Weise anzeigen. Die Ausrufung entspringt also ganz natürlich aus allen starken Empfindungen, sie seyen angenehm, oder widrig. Die Tone, welche die Natur in solchen Umstanden aus uns erpreßt, sind nach der Beschaffenheit der Empfindung verschieden. Es giebt Tone des Schmerzens, der Freude, der Bewunderung, der Ver« schmähung. Die deutsche Sprache ist in diesem Stük eine der ärmsten; die griechische aber die reichste. Ausser dem angeführten O! und Ach! haben wir selten andre Ansrnfungs- A u s tone. Die Neuern haben das Hah l zum Ausdruk des Zorns Hinzuge- than. Der -Mangel solcher charakte- risirten Töne wird bisweilen durch die Apostrophe ersetzt: wenn man plötzlich ein höheres Wesen zur Hülfe oder zum Zeugen anruft. Ihr Götter! Himmel! oder wie Haller thut: O Bern! O Vaterland! O Worte! Die Ausrufung dienet demnach die Starke der Leidenschaft, oder vielmehr in derselben die lebhaftesten Äugenblike, die heftigsten Stiche der Empfindung anzuzeigen, indem sie uns eine sehr lebhafte Vorstellung von ihrer Gewalt giebt, die den Redenden zwingt die ordentliche Rede in eine Art des Geschreyes zu- verwandeln. Man sieht aber hieraus zugleich, daß sie in den redenden Leidenschaften nur selten vorkommen könne. Sie ist einigermaßen mit dem Blitze zu vergleichen, der wahrendem Rollen des Donners die Empfindung plötzlich rühret und gleich wieder verschwindet. Sie muß nur da angebracht werden, wo die Begriffe, die in der Sprache liegen, nicht mehr hinlänglich sind, die Heftigkeit der Empfindung auszudrü- kcn, oder wo die Empfindung so plötzlich entsteht, daß man nicht Zeit haben kann, sich auf Worte zu besinnen. Der.Rcdnerl oder Dichter, der in der Sprache der Leidenschaften redet, muß sich wohl in Acht nehmen, daß er die Ausrufung nicht allzusehr häufe, noch sie anderswo, als in den heftigstenAugcnbliken, anbringe; denn durch den Mißbrauch derselben fällt man in das frostige. Es ist ganz wider die Natur, daß die überwältigende Anfälle der Leidenschaft oft kommen, oder lange anhalten. Sobald man aber merkt, daß ein Scribent den Mangel der Begriffe mit Ausrufen ersetzen will, so wird man kalt. Sie würken nur alsdenn, wenn Aus wenn man uns so viel verständliches von der Gemürhslage gesagt hak, daß wir die Starke der Empfindung begreifen. Daher kommt es, daß die Ausrufung bisweilen ihre Natur ganz verändert, und ironisch wird, so wie in dieser Stelle aus Hallers Ode, über die Ehre: O! edler Loh» für meine Mühe, Wenn ich mich in der Zeitung sehe, Vc» einem Schelmen, oben an. Diese Figur thut ihre beste Wür- kung, .wenn der Redner seinen Satz aufs äußerste gebracht hat, und denn dadurch alles von neuem bestätiget. Z. E. lllrul gusror, tum me sb iis ekle oontemptuin, ut bsee Porten- tu, me Loninle potillimmn eo^i- tsrsnt. Htgue in omnibus Iris sAris aeäißeiisgue venllenllis per- mittuntur Oeeemviris, ut vencinnr guibuscungue in locis viässtur. Ö! perturvstnm rationem, o! Ii» ku'äinern rekrennridarn, o! eonßlia llilloluta ntgue perllit». Lic. II. äe I.. /^Ar. Ganz andre Würkung thut es, wenn die Ausrufung der Vorstellung der Sache vorher geht. Sie bereitet den Zuhörer zu einem sehr lebhaften Ausdruk, und reizet seine Vorstellungskraft, genau auf das, was kommen soll, Achtung zu geben. Erfolget aber alsdenn nicht etwas ganz wichtiges, so wird die Rede frostig. lieber den Ausdruck des Ausrufs in der Musik ist die Abhandlung über das Reci- taliv in der Bibl. der schönen Wisscnsch. (B. ii. S. z-z.) nachzulesen. — lieber den Ausruf in der Rede s. Joh. Chrstph. Adelung über den deutschen Styl, S. qg6 der ztcn Aufl. Ausschweifung. (Schöne Künste.) Eine kurze Unterbrechung der eigentlichen Folge der Begriffe durch Ein- Au 6 -79 führung fremder Vorstellungen, welche der Hauptsache nur mittelbar nützlich sind. Die Alten betrachteten die Ausschweifung, welche bey den griechischen Grammatikern 7rn- gencnnt wird, nur als einen rhetorischen Kunstgriff. Guin- tilian sagt dcßhalb, sie sey die Einmischung fremder, aber der Hauptsache nützlicher Vorstellungen. Aliens« rei, kell ad utilitatem esula« pertinentis, extra orllinem excur- rens trsäkstio. Daher rechnet er den Kunstgriff, da der Redner mitten in der Hauptsache etwas einmischt, das der Sache zwar fremd ist, aber den Richter auf eine vor« thcilhafte Weise für dieselbe einnimmt. Allein die Ausschweifung erstrckt sich weiter, und wird auch von Dichtern und andern Künstlern gebraucht. So hat Milton im Anfang des IV. B. eine Ausschweifung angebracht, da er uns von seinem Inhalt auf sein vcrlohrncs Gesicht bringt. Jede Ausschweifung unterbricht den Zusammenhang der Hauptvor- stellungen, und muß demnach mit großer Behutsamkeit angebracht werden, wenn sie nicht nur der Hauptsache nicht schaden, sondern Vortheil bringen soll. Sie thut die beste Würkung, wenn man vermuthen kann, daß durch das, was zur Hauptsache gehört, die Vorstellung, die man hat erwekcn wollen, ganz oder großtcntheils bewürkt ist. Alsdenn muß man ihr etwas Zeit lassen, ihre vollige Kraft zu erhalten. Wenn man in diesem Fall nichts mehr zu sagen hat, so kann man durch eine Ausschweifung den Leser oder Zuhörer in der guten Verfassung, darinn man ihn gesetzt hat, unterhalten, und ihr den letzten Nach- druk geben. So wie die Ueberzeugung nicht allemal aus der Kraft der Beweift entsteht, sondern oft von einem vor- S 4 cht'!" 280 Aus theilhaften'Einfluß des Herzens auf die Vorstellungskraft: so kann eine gcschikte Ausschweifung, wodurch das Herz an der rechten Sehne ge- rühree wird, den Vorstellungen einen großen Nachdruk geben. In scherzhaften Werken, die blos das Ergötzen zur Absicht haben, kann man am leichtesten ausschweifen. La Fontaine hat seinen Fabeln und seinen Histörchen die größte Annehmlichkeit durch artige Ausfchwci, fangen gegeben. In Werken von ernsthafter»: Inhalt können die Ausschweifungen bisweilen auch als Ruhepunkte angesehen werden, in denen die Aufmerksamkeit etwas ausruhet, um nicht ganz ermüdet zu werden. Bisweilen gehört die Ausschweifung, als ein charakterisirendcr Zug, nothwendig zur Sache. Wenn man einen einfältigen gemeinen Menschen in einer Erzählung redend einführt, und ihm Ausschweifungen in den Mund leget, so dienen sie ungemein zur lebhaften Schilderung desselben. Denn solchen Leuten sind die Ausschweifungen ganz natürlich. Eben so natürlich ist die Ausschweifung einem Menschen, der von einer einzigen Vorstellung stark gerührt, sich derselben ganz überlaßt, und dadurch in eine Art von Trau- mcrey geräch, worin» keine egge Verbindungen mehr statt haben. Dies ist oft der Fall der Odendichter. Die plötzlichen Ausweichungen auf sehr entfernte Gegenstände sind eine Art der Ausschweifung, welche der .Ode ganz eigen ist. In Werken, wo die Vorstellungen fchr gedrängt sind, wie im Trauerspiel« haben die Ausschweifungen schwerlich statt. Es ist vcrdrüßlich« wenn man bei) interessanten Scenen, wo man in beständiger Erwartung des folgenden ist, durch Ausschweifungen in des Folge feiner Vorstellungen immer unterbrochen wird. Aus Es glebt scheinbare, obgleich immer kurze Ausschweifungen, oder Abweichuni gen, selbst im Trauerspiele, wodurch man dem Ziel und Zweck dcr Scenc nicht allein näher gebracht, sondern wodurch auch allein dem Dialog Leben und Wahrheit gegeben wird. Ein Nebcnbcgriff Eines Wortes veranlaßt stc; und von einem Ne- bcnbcgriffe eines andern Wortes wird wieder eingelenkt. — Uebrigcns scheinen zu den Ausschweifungen mir auch eigentlich die z porce, die be)5 Seite zu gehören; und von diesen handelt, unter an, dern, Aubignac in s. llror. ci» sskescre (biv. 1, Lbop. IX. S. 2Z4. Amst. Ausg. von 171;.) und Cailhava in s. Her ä? >», Lvmeäie (?. l. Lb. XXVII. S. 446.) Außenseite, (Baukunst.) Eine der Hanptseiten eines Gebäudes, die man von außen übersieht. Ein vicrekiges ganz fteysiehcndes Gebäude hat also vier Außenseiten. Die vornehmste ist die, welche gegen den besten Platz von außen gestellt ist, und an der dcr Hauptcingang zum Gebäude ist. Eine gute Außenseite tragt das meiste zu dem Ansehen eines Gebäudes bei). Die Masse desselben ist auch in den größten und prachtigsten Gebäuden etwas so einfaches, daß das Auge bald davon abgelenkt, und auf die besondre Betrachtung der Außenseite gerichtet wird. Dem Gebäude von außen ein gutes Ansehen zu geben, ist ein wichtiger Thcil der Kunst. Die Außenseiten müssen gleich den Charakter des Gebäudes an sich tragen, und außer der allgemeinen Empfindung des Wolgefallens, welches aus der Regelmäßigkeit, Ordnung, Ueber- einstimMNg der Theile entsteht, die besonder» Empfindungen der Größe oder Pracht, des Rcichthums, der Anmuthigkeit erweken. Der Geschmus, der in den Außenseiten herrscht, A u s herrscht, muß den Stand dessen, der das Haus bewohnt, oder die Bestimmung des Gebäudes anzeigen. Ein Tempel muß sich an feinen Außenseiten anders zeigen, als ein Zeughaus; dieses anders als ein Vorrathshaus, oder als ein Pal- last, oder als das Haus eines Privatmannes. Die meisten Regeln der Baukunst gehen auf die Schönheit der Außenseiten, weil sie vorzüglich in die Augen fallen. Folgende Anmerkungen kennen als die ersten Grundsätze angesehen werden, die man Hey der Anordnung und Verzierung der Aus- senscitcn zum bestandigen Leitfaden brauchen muß. Von einer ihr angemessenen Entfernung, die dem Auge noch verstattet, auch die kleinem Thcile zu unterscheiden, muß sie auf einmal, als ein festes, regelmäßiges und wol- geordnetcs Ganzes, in die Augen fallen. Diesem Grundsatz zufolge, muß sie einen der Hohe angemessenen Fuß, und ein solches Gcbälke haben '). Ferner muß alles seine angemessene Große und Starke haben; das Gebäude muß weder zu viel noch zu wenig mit Fenstern durchgebrochen fcyn, weil im ersten Fall das Ansehen der Festigkeit geschwächt wird; im andern aber das Ganze zu plump scheinet. Diesem zufolge müssen auch die Säulen, wenn man sie anbringt, weher zu enge noch zu weit aus einander stehen »»). Alle herunterlaufende Linien müs. sen genau senkrecht, und alle qucer überlaufende genau waagerecht gehen. Jede dieser Linien muß ihren bestimmten Anfang und ihr bestimmtes Ende haben, so daß keine sich mitten an der Außenseite verlieret. Alle Achsen der Säulen und Pfeiler, die in verschiedenen Geschossen über einander stehen, müssen eine einzige ') G. Ganz. ") S. Saulenweite. A«ö 2Fi Linie ausmachen, so wie die Mittellinien aller waagerecht laufenden Glieder von einer Hohe. Ist die Außenseite von einer beträchtlichen Große, so muß sie in mehrere Haupttheile oder Parthicn eingetheilt seyn. Von diesen muß eine gerade in der Mitte, als die Hauptparthie stehen, welche durch ihre vorzügliche Schönheit das Auge gleich an sich zieht. Auf diese Weise entsteht recht in der Mitte der Aus- senscite eine Mittellinie, von welcher das Auge die übrigen Thüle durchschauet, und die Uebercinsiim- mung, Symmetrie und Eurythmie abmißt. Diese Haupttheile müssen ein gutes Verhältniß gegen einander haben, welches schwerlich das Verhältniß von > zu 2 überschreiten kann. Sind die Theile neben der Mitte zu groß, so muß man sie wieder in kleinere abthülcn. Die Außenseiten leiden keine kleinen Zierrgthcn, zumal, wenn sie nicht als Thcile andrer Thüle, (als der Säulen oder Pfeiler) betrachtet werden. Denn zu geschwcigen, daß sie in der Entfernung, aus welcher das Gebäude muß angesehen werden, verschwinden, so rhun sie noch die schädliche Würkung, daß sie das Auge zerstreuen, vom Ganzen abführen, und auf einzele Thcile richten, mit denen man das Ganze nicht mehr vergleichen kann. Es ist überhaupt ein hochstwichtiger Grundsatz, daß kein kleiner Theil, keine einzele Säule, kein Fenster, kein angehängtes Schnitzwerk, so hervorsteche, daß man verführt werden konnte, die Betrachtung des Ganzen fahren zu lassen, um seine Aufmerksamkeit auf das Einzele zu richten. Wenn an einer Außenseite die Haupttheile sich die Waage so halten, daß keiner davon das Auge auf sich zieht, bis est den Eindruk des Ganzen genossen hat; wenn denn auch die kleinen Thsile das S 5 Auge 28» Aus Aus Auge an sich loken, bis die Haupt- theike gefaßt sind: so ist sie in ihrer Art vollkommen. Daß die Außenseite die Art und den Geschmak, auch die besondre Bestimmung des ganzen Gebäudes anzeigen muffe, ist schon erinnert worden. Die Ucbcrleguug dieses Punkts ist den Baumeistern um so mehr zu einpfehlcn, als die Fehler, die man gegen diesen Grundsatz des guten Gcsschmaks begeht, gar nicht selten sind. Ueberhaupt aber ist zu wünschen, daß man von den heutigen allzu sehr mit Zierrathcn überhäuften Außenseiten wieder auf die Einfalt der Griechen zurückkehre, die mehr auf das Große, auf das blos Regelmäßige und Ordentliche, als auf den aus der Menge der Theilc entstehenden Rcichthum gesehen haben. Man muß immer bedenken, dasi die Außenseiten mehr dienen, von weitem einen guten Begriff vom Ganzen zu crwckcn» als den Zuschauer davor stille stehen zu machen, um jede Säule oder jedes Fenster, oder wol gar noch kleinere Theile,' Stunden laug anzusehen. So wie die innere Anordnung uns mißfallen würde, wenn sie wink- licht, und wenn zwischen den großen Zimmern viel kleinere unregelmäßige Verschlage wären, so muß auch einem von gutem Geschmake geleiteten Auge die Anordnung einer Aus- scnscite mißfallen, ans deren Fläche viel kleines und winklichtes zu sehen ist *). (*) Von der Einrichtung der Außenseite der Gcbilude handeln, unter mch» rcrn, Camus de Mczicrcö, in dem Qe- nie 6c I ArcdircKurc. . . pzr. 1780.8. Deutsch in Goltfr. Huths Allg. Magaz. für die bürgert. Baukunst, Weimar >789. «. B. 1. Th. 1. S. 1-0. — Jean Franc. Blonde!, im itcn B. s. W. Oc I, vi- *) S. Anordnung. llrlbunon 6cz klüilcini 6c lllsiliincc, und zwar 6c Is Occui-Alinn 6ez d'scz- 6cs von sehr »iclcrlcv Arten von Gebäuden — und ebenderselbe in dem Lvur« 6'^rcdirctt. B. z. vorzüglich Kap. 8. S. 421 u. f. wo er die Ausscnseiten cinze- lcr Gcbstude, besonders die Stirnwclnde derselben, untersucht. Ausweichung. (Musik.) Ausweichen heißt in der Musik aus dem Ton, worin» mau eine Zeitlang den Gesang und die Harmonie geführt hat *) < in einen andern Ton herüber gehen. Dieses geschieht in der heutigen Musik in jedem Tonstük, und in den langen, Stükcn vielmal, sowol um die nothige Abwechslung empfinden zu lassen, als um den Ausdruk desto vollkommener zu er- reichen. Insgemein bleibt der Gesang anfänglich eine Zeitlang in dem Tone, worin,, er anfängt; hernach weicht er »ach und nach in vcrschicdnc andre Töne aus; und endiget sich zuletzt wieder in dem Hauptton, aus welchem das Stük gesetzt ist. Jeder Ton hat seinen eigenen Charakter, ein Gepräge, wodurch er sich von allen andern unterscheidet. Das Ohr fühlt dieses, so bald der Ton, worin,, modulirt worden, verlassen, und gegen einen andern vertauscht wird. Aber ein Ton sticht gegen einen andern mehr oder weniger ab; und darin,, verhalten sie sich, wie die Farben, unter denen ebenfalls mehr oder weniger Ucbereilikunst oder Verwandtschaft ist. Führt man den Gesang so durch verschiedene Töne, daß immer der folgende wenig von dem vorhergehenden absticht, so empfindet das Ohr eine angenehme Abwechslung, in welcher nichts abgebrochenes, nichts hartes, nichts ohne den *) S. Ton. A u s Aus 28z den genauesten Zusammenhang ist. Dergleichen Gesang schikt sich zu sanften und stillen Empfindungen. Hingegen würden solche, da der Affekt oft und plötzlich abwechselt, sehrwol durch einen Gesang können ausge- drukt werden, der den Ton oft und plötzlich ändert, und da die auf einander folgenden Töne stark gegeneinander abstechen. Da überhaupt das Gehör in der Musik niemals beleidiget werden darf, so muß man diese Uebergangc in andre Töne, oder die Ausweichungen allemal so zu machen wissen, daß nichts gezwungenes, nichts abgerissenes darin» sey: wiewol auch dieses in Fallen, da ein widriger Affekt es erfoderte, mit Vortheil könnte gebraucht werden. Nach diesen allgemeinen Anmerkungen sind hier zwey Punkte auszumachen. >) Wie weicht man aus einer Tonart in eine andre ans? 2) Was hat man in Ansehung der Wahl der Tonart, in die man ausweichen will, und der Zeit, in der man sich darinn aufhalten kann, zu überlegen? i) Jede Tonart hat, wie bekannt, die ihr eigene Tonleiter, wodurch sie sich von allen andern unterscheidet. Man bleibt in einem Ton, so lange man keine andre Töne hören laßt, als die in der Tonleiter desselben liegen: so bald aber ein andrer Ton gehört wird, so bekömmt das Ohr einen Wink, daß man die bisherige Tonart verlassen, und in eine andre gehen wolle. Wenn man in t? dur spielt, und laßt irgendwo b'is oder <ü>5 hören, so empfindet das Ohr, daß die bisherige Tonart soll verlassen werden; weil in der L dur eigenen Tonleiter L> v, L, (Z, weder lAs noch Lis vorkömmt. Dieser bloße Wink aber ist noch kein würklicher Ucbergang in einen andern Ton; doch kündiget er die Ausweichung an. Diese Ankündigung muß nun so geschehen, daß der Ton, dahin man gehen will, bezeichnet werde, oder daß das Ohr ihn erwarte. Folget auf diese Erwartung ein Accord, der der neuem Tonart eigcnthümlich zugehört, so ist die Ausweichung vollendet, und man befindet sich nun völlig in dem neuen Ton, in welchen: man min fort mo- duliren kann. Hier ist nun wieder die Frage, wie man den neuen Ton, dahin man ausweichen will, ankündige? Dieses kann auf mehrerlei) Weise geschehen, und ist verschieden, nach Beschaffenheit des Tones, darinn man ist. Der halbe Ton unter dem Haupttone, den man das lublsmieonium molli nennt, hat eine große Kraft, die Erwartung des nächsten halben Tones über sich zu erweken. Auf den Ton lAZ erwartet das Ohr (Z, auf Eis I) u. s. f. Daher haben die französischen Tonlehrer diesen Ton blots fenlibls, sie den Ton bezeichnende Note, ge- nennt *). Wenn also wahrender Modulation in einer Tonart ein Intervall um einen halben Ton höher genommen wird, als es sich in der Tonleiter befindet, so erwartet das Ohr, daß der Grundton des nächsten Accordes der Ton scyn werde, der einen halben Ton über dem erhöhten Intervall liegt, wie in folgendem Veyspicl: I - I- - 1 —S-tl Man niodulirt in L dur; die große Terz über den zwcytcn Ton O, ist der Tonleiter L dur fremd, und erwekt die Erwartung einer Ausweichung, und zwar natürlicher Weise in den halben Ton über den fremden Ton lAs. Folget nun in der nächsten Harmonie der Grundton Q mit seinem Accord; *) S. kcitton. 284 Auö cord; so ist die Erwartung erfüllt, und man ist in V dur ausgewichen. Wenn also der Ton, in weichen man ausweichen will, in der Tonleiter dessen, darin« man würklich ist, sein 8ublemitc>nium nicht hat, so dienet dieses, als ein fremder Ton, eine Ausweichung anzukündigen. Ist man in v dur, so hat keiner von dm Tonen, v> ich V und ^, ihren halben Unterton in der Leiter, folglich dienen die vorkommenden fremden Tone vis, Ichs, vis, vis, jeder den Ton anzukündigen, dessen große Septime er ist, vis kündiget v an., ZlAs aber V u. s. f. Hat aber der Ton, in den man ausweichen will, seine große Septimeschon in dem Ton, darum man ist, so dienet sie nicht zu dieser Ankündigung. So hat der Ton Ich seine große Septime v schon in der Tonart v dur, Will man nun in dieser den Ton b" ankündigen, so kann dieses nicht durch v verrichtet werden, weil es dem Ton, darum man ist, nicht fremd ist. Hingegen hat 5 seine Quarte in der Tonleiter v dur nicht. Folglich kann diese dienen, den Ton v anzukündigen, wie in folgendem Veyspicl: Die kleine Sexte in dem dritten Accord läßt vermuthen, daß die Modulation nach b' dur gehen soll, dessen Quarte dieser fremde Ton ist. Dieses wird durch den folgenden Ac- cord noch mehr bestätiget, da es offenbar wird, daß dieser fremde Ton nicht feige Untersexte v bezeichnen soll, wozu Vis nochig wäre, sondern den Ton bch dessen Quarte er ist. Will man in einen Ton ausweichen, der die kleine Tonart hat, so kann auch die Sexte, welche in diesen Tonarten klein ist, zur Bezeich- Au s nung derselben dienen. Wenn in v dur folgendes vorkäme: AI--! 1 ^-71 's" so weiß man, indem der Accord v angeschlagen wird, noch nicht, ob dieses der Accord auf den zweyten Ton des Haupttones v, oder der Accord eines neuen Grundtones v moll seyn soll. Da aber in dem folgenden Accord die kleine Terz b vorkommt, welche die kleine oder natürliche Sexte zu v moll ist: so erwartet man, daß in diesem neuen Ton soll fortgefahren werden, welches durch den folgenden Accord, da die große Terz, als der halbe Unterton von v vorkommt, völlig bestätiget wird. Es ist also gezeiget worden, auf was Art der Ton, dahin man ausweichen will, könne angekündiget werden- Dieses geschieht allemal durch ein, dem Ton darum man ist, fremdes ^ oder b. Man weicht aber in dcrThat nicht allemal in die Töne aus, die auf diese Weise angekündigt werden. Bisweilen begnügt man sich, sie blos zu berühren, und doch in dem'Ton, darum man ist, fortzufahren. Wenn also die Ausweichung auf die Art, wie beschrieben worden, angekündigt ist: so muß sie vollendet und der neue Ton völlig festgesetzt werden, Dieses geschieht dadurch, daß man >von dem Accord, auf welchem der neue Ton angekündiget worden, durch eine Cadenz in selbigen schließt, So wird in dein obigen mit bezeichneten Beyspiel, der Ton V dur durch die große Terz auf v angekündiget, und durch die Cadenz festgesetzt. Hiemit ist also die erste Frage, wie man aus einer Tonart in eine andre ausweiche, beantwortet: nämlich man kündiget den neuen Ton durch Aus durch ein, dem Ton darin» man ist,, fremdes, dem Tone dahin man gehen will, cigenthümliches, Intervall an, und macht hernach eine Cadenz in den angekündigten Ton. Will man sich indessen in dem neuen Tone nicht aufhalten, sondern davon gleich wieder in einen andern gehen, so geschieht der Schluß nicht völlig, sondern; man vermeidet ihn. Wie dieses geschehe, ist an seinem Orte gezciget worden *). 2) Was hat man aber in Ansehung der Wahl des Tones, dahin man gehen will, und der Zeit, darin» man sich in demselben aufhalten kann, in Acht zu nehmen? Hiebey muß man vor allen Dingen zwcy Grundsatze annehmen, wodurch die Auflösung dieser Frage bestimmt wird. Der erste ist dieser: daß die auf einander folgenden Töne nicht zu stark gegen einander abstechen sollen, wodurch eine zu schnelle Veränderung des Charakters entstehen würde; es scy denn, daß der besondre Ausdruk es crfodcre. Der zweyte Grundsatz: daß der Hauptton, woraus ein Stük geht, bcy den Ausweichungen in andre Töne niemal ganzlich aus dem Gehör zu verlieren sei). Geschähe dieses, so wäre eigentlich die Harmonie des Ganzen zerrissen; die Theile hatten nicht mehr den gehörigen Zusammenhang, und es würde eine eben so schlechte Würkung thun, als wenn ein Ge- mählde in der einen Hälfte aus einem andern Ton gcmahlt wäre, als in der andern. Nach dem ersten Grundsatz wird also erfodert, daß man, wo nicht ein höheres Gesetz des Ausdruks es anders erfodert, immer in die nächst verwandten Töne ausweichen soll. Deswegen gehört die Betrachtung von der Verwandtschaft der Töne, von der bc- ") S. Cadenz. Aus 285 sonders gehandelt worden ist *), hie- her. Dabcy ist auch die Länge des Stüks in Betrachtung zu ziehen. In ganz kurzen Stücken, dergleichen kleine Lieder sind, hat man nicht nö- thig, in viele Töne auszuweichen. Man begnügt sich mit einer oder zwei) Ausweichungen, von da man wieder ill den Hauptton zurüke geht und endiget. Ist ein Stük sehr lang, wie die Conccrre zu scyn pflegen, so kann man in mehrere, und so gar in alle Töne, die die Zonleiter enthält, ausweichen, wenn man nur »mmcr von jedem auf einen nahe verwandten geht. Sieht man den Tom dahin man ausgewichen ist, wieder als einen neuen Grundton an, welches mit einigen Einschränkungen angehet, so kann man wieder aus diesem in alle andre, die seine Tonleiter enthalt, ausweichen. Daher entsteht eine ungemein starke Mannigfaltigkeit der harmonischen Schat- tinmgen. Will man sich aber bcy der Mannigfaltigkeit der Ausweichungen nicht Verlieren; so muß man den Zwcytcn vorher angeführten Grundsatz nicht aus den Augen lassen. Dieser wird den Tonsetzer vor zwcy Fehlern verwahren. Er wird ihn hindern, sich in den von der Haupttonart entfernten, wiewol unmittelbar Mit ihm verwandten, Tönen zu lan^e aufzuhalten. Denn dadurch würde man den Hauptton zu sehr ans dem Gehör verlieren. So wird der Hauptton C dur durch b" dur ziemlich ausgelöscht, weil der dieTonart bezeichnende Ton, das Lubleinitonium I,, in ? dur ausgelöscht, und in K verwandelt wird. Noch mehr geschieht dieses durch v moll, wo eben dieses b als die Sexte nöthig ist, zugleich aber auch das C in Cis verwandelt Wird. Wollte man sich alsv, wenn der *) G, Verwandtschaft der ; Ten, sÜht'UNg. 286 Aus A >1 6 der Hauptton 6! dnr ist, in I' dur oder L) moll feste setzen, so würde man den Hauptton gänzlich verlieren. Noch wichtiger ist es, daß man aus keinem unmittelbar mit dem Hauptton verwandten Ton in solche ausweiche, die fast alle natürliche Intervalle des Haupttones ausheben. Wollte man z. E. von 6' dur erst in moll übergehen, welches leicht und ohne alle Harte geschehen kann, von Viesen, aber hernach in seine Quinte ausweichen, welches ganz ungezwungen geschehen konnte, so würde durch die dem lll dur natürlichen Tone, Lis, vis, I'lls und dZis, das Gefühl des Haupttons L dur würklich ganz ausgelöscht werden. Da man auch allemal wieder auf denselben zurüke kommen muß, so würde eine so sehr entfernte Tonart dieses Zurükkchren sehr schwer machen. Hieraus folget also, daß man die Töne, dahin man ans dem.Haupt- tvne unmittelbar ausgewichen ich niemals ganz als solche Töne ansehen könne, die nun die Stelle des Haupttons vertreten, es sey denn in ganz langen Stäken, wo man Zeit hat, von denselben stufenweise wieder in den Hauptton zurük zu kehren. Man muß so gar in den Tönen, dahin man ausgewichen ist, bisweilen einige ihnen natürliche Intervalle andern, um sie der Haupttonart gemäßer zu machen. So muß man in Q moll, wenn die Haupttonart dl dur ist, zuweilen dl anstatt des zn Q gehörigen Li-?, und bei) ? dur I, statt des b nehmen, um das Gehör immer in dem Gefühl des Haupt- toneS zu erhalten. In welchen Ton man ausgewichen sey, thut man wol, so viel möglich, den Accord des Haupttones oder seiner Dominante von Zeit zu Zeit hö- reu zu lasten. Dcßhalb ist man noch nicht wieder in den Haupttou zurüke gegangen, denn dazu wird ein Schluß crfodert. So kann in einem Stük, dessen Hauptton dl dur ist, wahrender Modulation in den Tönen, dahin man ausgewichen ist, eben dieses L dur, als der fünfte Ton von kch als der vierte von dl, als der dritte von wieder vor- kommen. Dieses ist das wichtigste, was in Ansehung der gewöhnlichen Ausweichungen zu beobachten ist. Damit man die natürlichsten Ausweichungen sowol als die schiktichsten Verweisungen in jedem Tone, mit einem Vlik übersehen könne, haben wir, nach dem Beyspiel, das Rousseau gegeben hat, folgendes als ein Modell beigefügt: -Ö- v- -o' u 1—- --rtT Lcl. d!ll. rVm.km.kä.Um.Lll. b d k Z. Lm. Lll. Om.llll. d-ci.^m. Das mit e; bezeichnete System ist als ein Modell anzusehen, in welche Töne man unmittelbar aus dem Ton dl dur ausweichen, und wie lange man sich verweilen könne, und dieses kann auf alle andre Durtöne angewendet werden. Die natürlichste Ausweichung ist in seine Quinte, oder dl dur; nach dieser ist die in die Sexte H moll die natürlichste u. s. f. die Harteste ist in die Sccunde l) moll. Die Geltung der Noten zeiget an, wie lange man sich in jeder Tonart im Verhaltniß gegen den Hauptton aufhalten könne. Hatte man vom Anfang acht Takte lang in dem Haupttone modulirt, so schiken sich vier Takte für die Dominante desselben, zwey für die Sexte, einer für die Terz, ein halber für die Quarte, und Aus und nur ein Viertcltakt für die Sekunde. Ein ähnliches Muster für die Ausweichungen, wenn der Hauvtton in der weichen Tonart ist, stellt das System lZ vor. In Ansehung der Tonart der Tone, dahin man ausweicht, nämlich, ob der neue Ton die harte oder weiche Tonart haben soll, ist die natürlichste und auf die Verwandtschaft gegründete Regel diese: daß die Quinte und Quarte die Art des Haupttones haben; die andern aber die entgegen gesetzte. Also weicht man aus 0 dur in Is dur und 6 dur ans; andre Tone aber nehmen die kleine oder weiche Tonart an. Der Grund dieser Regel ist leicht einzusehen. Nämlich allen großen Tonarten ist die große Septime, und die große Sexte natürlich *). Die Sexte wird die Terz, wenn man vom Grundton in seine Quarte ausweicht ; weicht man aber in die Quinte ans, so wird die Septime zur Terz. Eben so läßt sich auch das übrige begreifen. Damit auch dasjenige, was vorher von der beständigen Erneuerung des Gefühls von dem Hauptton angemerkt worden ist, deutlicher in die Äugen falle, kann man sich noch folgenden Abriß der Nebcnausweichun- gen vorstellen: Hauptton. L Sur. 5 dur. ^moll- Lmoll. ?dur. Omoll. ^moll. Q. L. c dur. cdur. ^Ilioll. ? dur. cdur. Omoll. ^mvll. L. c. O. Lmoll, ttdur. ^mvll. e moll. Z?dur. cdur. Omoll. L. Ldur, O. L. c dur. Die oberste Reihe zeigt die Haupt« ausweichungcn an,, oder die Töne, *) S. Tonart. A u t 287 in welche man aus E dur unmittelbar ausweichen kann. Unter jedem sind die Nebenausweichungen verzeichnet. So kann man, nachdem man aus L dur nach L dur misge- wichcu, aus diesem wieder unmittelbar in die unter ihm verzeichneten Töne ausweichen. Nur muß man, damit die Hanpttonart nicht ganz ausgelöscht werde, in Acht nehmen, das die mit » bezeichnete Töne bcy dieser Nebcnausweichung ihre Terzen und Quinten so behalten, wie die Tonleiter 0 dur sie angicbt. Ware man z. B. von c' dur nach (i dur ausgewichen, und wollte nuu von da nach O ausweichen, so müßte dieses itzt k) moll seyn, weil l<' und nicht bw der Haupttonart L zugehört. Man kann also überhaupt sagen, daß man die mit 5 bezeichneten Töne (als solche betrachtet, auf die man durch Nebenausweichungcn kömmt) nicht wol nehmen könne, ohne die Hauptronart vergessen zu machen. Von den plötzlichen Ausweichungen durch enharmouische Gange wird in einem bcsondern Artikel gesprochen *). Authentisch« (Musik.) Eine der beydcn Tonarten der altern Musik *"); nämlich die, welche von dem Grundton anficug, ihren Umfang bis in dessen Octave herausnahm, und in dem Erund- ton den Schluß machte; da hingegen die andre, die plagal Tonart, von der Quinte des Grundrones bis in seine Octave heraufstieg, und auch in dieser Quinte den Schluß machte. Dieses ist in dem angezogenen Artikel ausführlicher erläutert worden. *) S. Enharmonlsch. **) S> Tonart- B. 288 B Bat B. '(Musik.) diesem Buchstaben bezeich- ^ nete man ehedem den zweyten Ton der diaronischen Tonletter, oder nach der itzigen Art zu zahlen den siebenden *). Er war in der altern Musik der einzige Ton, der zwey Sayten hatte, die um einen kleinen halbe» Ton verschieden waren. Die niedrigere wurde durch das kleine runde B, b; die höhere durch ein großes vierekiges B, das itzt mit H angezeigct wird, ausgcdrukt. Itzt wird der eine dieser Tone schlechtweg T>, der andre H genennt. Sooft ehemals ein Gesang itt Noten gesetzt wurde, mußte nothwen- dig auf der siebenden Stufe das Zeichen l> oder tz stehen, damit man wissen konnte, welche von den Heyden Sayten 6 sollte gegriffen werden, die tiefere t, oder die höhere tz. Da in der heutigen Musik auch jeder der übrigen sechs diatonischen Töne ebenfalls zwey Sayten hat, nämlich L hat L nnd Lis, 0 hat D und b>is u. s. f. so hat man diese Heyden Zeichen auch für andre Töne, aber mit einer Veränderung bcybe- haltcn. Wenn nämlich dem aus fünf Linien bestehenden Notcnsystem, außer dem Schlüssel kein Zeichen vorsteht: wie hier bey IKI -b-tt ttZ- - c *) S. Svstcm; Tonleiter; A. so bedeuten die sieben Noten der Octa- ve die Töne L. O, L, tä. ll stehet aber das Zeichen d auf dem Notcnsystem, so zeiget es an, daß man den Ton, der auf der, mit d bezeichneten, Stufe steht, um einen halben Ton tiefer nehmen müsse; als bcyi,» auf der dritten Stufe, nicht den Ton lö, sondern oin, auf der siebenden nicht H, sondern B> Eben diese Bedeutung hat das runde b, so oft es einer besondern Note vorgesetzt wird. Ist das Zeichen « auf einer oder mehrcrn Stufen des Notensystems vorgezeichnet, wie bei) c, so bedeutet es, daß von den Tönen, die auf dieselbe Stufe fallen, der höhere müsse genommen werden, z. E. Nicht bch sondern b'is» nicht E» fondern Li«, u. s. f. Will man nun mitten im Stük einen solchen Ton wieder andern, und die Würkung der vorgezeichneten b oder » wieder aufheben, so setzt man das vier- ekigte B oder h vor, wie bey U, wo die Note nun nicht bis, sondern ? bedeutet, und die Note, nicht L, sondern H. Ä dur und Ä Moll, bedeuten die beyden Tonarten, deren Grundton B ist Balkon, (Baukunst.) Ein an der Außenseite eines Gebäudes erhabener fteystehender Austritt vor den Fenstern. Die Ballone dienen hauptsachlich dazu, daß man aus *) S. Tonart. B a l B a l 289 aus einem Zimmer gerade in die offene Luft auftreten kann, um sich daselbst desto bequemer überall umzusehen. Zu dem Ende sind sie zur Sicherheit gegen das Herunterfallen mit einem Geländer versehen. Man bringt sie insgemein an dem ersten Geschoß in die Mitte der Aus- fenseite an, um diesem Theil dadurch mehr Ansehen zu geben. Die größten fassen drey Fenster in ihre Lange. Est' werden entweder frey, auf starke aus der Mauer hervortretende Kragsteine oder Balken gesetzt, oder auch durch Thermen, Caryatiden, oder auch ordentliche Säulen unterstützt, und gerade über den Eingang angeordnet. In diesem letzten Fall bekommt der Haupteingang des Gebäudes dadurch ein prachtigeres Ansehen. Man begeht aber dabey vielfaltig den Fehler, daß man das kleine Gebälke der Säulen ausbricht, Ilm den Eingang nicht zu verdunkeln. Weil dieses einer der unge- schiktcsten Fehler ist *), so sollte er schlechterdings vermieden werden. Finder man, daß ein durchgehendes Gebälke den Eingang würklich verfinstern würde, so lege man die Platte des Balkons als den Unrerbalken über die Säulen weg, und lasse entweder die bcydcn andern Tbcile des Gebälkes weg, oder man baue sie über die Platte, und setze alsdenn das Geländer darauf; so bleibet jedes in seiner Natur. Es ist seltsam, daß auch die gc- schiktesten Baumeister, so gar an der vornehmsten Stelle der Gebäude, durch solche ungereimte Ausschnci- dung der Gebalke den guten Ge- schmal so gerade vor den Kopf stoßen, wie unter andern auch an dem Haupreingang in den zweyten Hof des Schlosses in Berlin geschehen ist. H S. Gebälke. Al'sior Tbeil. Gegen die, in diesem Artikel gcthanen Vorschläge, finden sich unter andern Erinnerungen, so wie zugleich bessere Vorschläge, in der Recension dieses Werkes in der allgemeinen deutschen Bibl, B. 22. S. 61. Ballet. (Musik.) Ast die Nachahmung einer interessanten Handlung durch den Tanz. Einigermaßen ist es eine durch den Tanz hervorgebrachte allegorische Handlung. Den Raub der Helena erzählt der epische Dichter; im Drama wird er mit allen dabei) vorgefallenen Intriguen und Reden nachgeahmt; durch das Ballet wird der Geist dieser Handlung und die Aeus- serung der verschiedenen dabey vor-- kommenden Leidenschaften durch bloße Stellung, Gcbchrden und Bewegung, von Musik begleitet, vorgestellt. Man ist zwar gewohnt, jedem figu- rirten Tanz auf der Schaubühne den Namen des Ballets zu geben; aber hierüber verdient Lssovcrre, der seine Kunst mit dem Auge eines Philosophen beleuchtet hat, geHort zu werden. Er hält jeden Tanz, der nicht eine bestimmte Handlung, mit Ver- wiklungen und Auflosungen deutlich und ohne Verwirrung vorstellt, für eine bloße Lustbarkeit *). Der gemeine Tanz ist eine Lustbarkeit für die tanzenden Personen, und braucht nichts, als dieses zu scyn: das Ballet ist ein Tanz, der die Zuschauer intcrcssiren soll. Es muß *) l'our bzller — — qni ns ms ti'scei'z pss svec nerrers er lenz embsri'sz I'sekion, qu i> repretenre; cionr je ns pnurrols clevmcr I'inrriAiie^ rnur dsller, rionr je netenrirsi Wiesle plsn, er qui ns »i'olkrirs psz uns expnlirion, un nocnä, un cienoncmenr, ne lerz plus gu'un limple rdvsirNkcmenc cls cisnle. Virl. derrres tur ls clsnle sär. dtoverre. T 290 B a l muß also nothwcndig etwas anders seyn, als der gemeine Tanz. Es ist ein Schauspiel, oder macht einen Theil desselben aus. Also muß es den allgemeinen Charakter desSchauspiels an sich haben *). Wie die Ballette ans der Schaubühne gegeinvärtig sind, verdienen sie schwerlich unter die Werke des Ge- schmaks gezahlt zu werden; so gar nichts geistreiches und überlegtes stellen sie vor. Man sieht seltsam gekleidete Personen, mit noch seltsamem Gebchrden und Sprüngen, mit gezwungenen Stellungen und gar nichts bedeutenden Bewegungen, auf der Schaubühne hcrumrasen, und niemand kann crrathcn, was dieses Schwärmen vorstellen soll. Es ist nichts ungereimtcrs, als nach einer ernsthaften dramatischen Handlung eine so abgeschmaktc Lustbarkeit auf der Buhne zu sehen. Es scheinet also kaum der Mühe werrh, daß diese Materie in einem ernsthaften Werk in besondre Ueberlegung genommen werde. Da es aber nicht unmöglich ist, diesen Theil der Schauspielkunst zu veredeln, und dem Ballet einen ansehnlichen Rang unter den Werken des Eeschmaks zu geben, wenn es nur Ballctmcistcr gäbe, die, wie Nv- vcrre, dachten, so wollen wir es hier nicht ausschließen. Die Mittel, welche der Mahler hat, wichtige Werke des Gcschmaks hervorzubringen, hat auch derBalletmcister, und noch dazu in einem weitern Umfange. Der Mahlcr und der Schauspieler bringen Scenen aus dem moralischen Leben vor unsre Augen, die sehr wichtige Eindrüke auf uns machen; dergleichen Vorstellungen hat auch der Ballctineister in seiner Gewalt *). Er verdienet also eben so gut, als jene, daß die Critik ihm zu Hülfe komme. H S. Schauspiel. ") S- Tanzkunst. B a i Daß jede interessante Handlung durch ein blos stummes Spiel könne so vorgestellt werden, daß der Zuschauer einen starken Antbeil daran nimmt, beweiseil die historischen Ge- mahlde. Diese stellen einen einzigen Augcnblik einer solchen Handlung vor; das Ballet aber kann eine Folge solcher Vorstellungen cuthalten, wo alles ein ganz andres Leben bekommt. Die Musik, von welcher es beständig begleitet wird, verstärkt die Empfindung, vermehrt den Aurheil an der Handlung, und vertritt dabei) die Stelle der Sprache. Aber warum soll man eine interessante Handlung durch ein stummes Spiel vorstellen, da das Drama sie vollkommener vorstellen kann? wer wird nicht lieber jede Handlung, so wie sie geschehen ist, als durch den Tanz nachgeahmt sehen? wozu kann also das Ballet nützen? Wenn diese Zweifel nicht konnten gehoben werde», so müßten wir das Ballet von den Werken der schönen Künste ausschließen. Man kann verschiedenes zur Beantwortung dieser Zweifel anfübrcn. Vors erste gicbt es sehr interessante Handlungen, die sich zum eigentlichen Drama nicht schikcn, weil es ihnen an der Größe oder Ausdehnung fehlt. Valerius kNa.rünus erzahlt eine Anekdote von dem altern Scipio, dem Afrikaner, der in seinem Landhause von Straßenrändern besucht worden, die man nicht ohne den Wunsch lesen kann, die Hoheit dieses großen Mannes, und die, selbst Raubern, dadurch crwckte Ehrfurcht, in Minen, Gcbehrden und Bewegung vorgestellt zu sehen H. Diese *) Vülcr. ltliix. I.. II. c. ic>. Il.isc polk- giizup clviilclkici Lcipivni i'eiulciunt, Imes releisii eoscpic im-rmmtti tzllür: gm pnlkes jznuae ramgusm a.igusm ralizitUilümzm lii gm.ilmeiumgue rem- plum veiiciurl, cupiäe^cipionis »ex- rrsm «ppredeaöorum; Li. cliu cleo- lculsri, B a l Diese Handlung schilt sich nicht für das Drama: aber zum Ballet hatte sie gerade die rechte Größe, Die Geschichte enthalt sehr viel Handlungen dieser Art. Hicrnächst gicbt es Empfindungen und Leidenschaften, deren Aeußerun- gen eben nicht nothwendig in einer großen Handlung brauchen vorgestellt zu werden, wo so viel Nebendinge die Aufmerksamkeit zu sehr zerstreuen; die man besser empfindet, wenn alles, was geschieht, sich ganz allein und unmittelbar daraufbezieht. Wer würde nicht gern einen Helden in dem Augcnblik sehen, da er von einem Siege, wodurch'er ein Volk gerettet, unter seine Bürger zurük kömmt, und von diesen mit der Freude, dem Dank und der Ehrfurcht, die er verdient, empfangen wird? Dergleichen Vorstellungen können auf keine beßre Weise, als durch den Echaufpicltanz, nachgeahmt werden. Aber freylich gehört etwas ganz anders dazu, als künstliche Sprünge und manierliche Schritte. Es ist gar nicht zu leugnen, daß unsrc heurigen Sitten, die alle öffentliche Feyerlichkeiten, als würk- lichc bürgerliche Handlungen, aufgehoben haben, dergleichen Vorstellungen beynahe unmöglich machen. Die heutigen Schauspiele haben nicht die geringste Beziehung auf öffentliche Nationalsittcn, Doch hebt dieses die Hoffnung nicht ganz auf, daß Männer von außerordentlichem Genie nicht sollten, wenigstens bey gewissen Gelegenheiten, dem Schauspiel überhaupt, und einzeln Veranstaltungen desselben eine wichtigere Wendung geben können. Iculsri, poliris snre veltillulum Uanis, izuse Oüiirum immorrslium nnmini cnnleci'gri Uileni, Iseri, guoä Zcipio- vem villille coruizillcr, sä Isiesrever- rnnr, — — Iwltis ii'am sUmirsrio- ne Mi plscsvir; prselen- lisc iusc, Isrromim xeliisncss ocnlos vbltupekecic. B a l 291 Inzwischen könnten die Schauspiele, als bloße Privatansialtcn betrachtet, so wie sie gegenwärtig sind, durch würklich gute Ballete dennoch merklich gewinnen, wenn diese in eine wahre Verbindung mitderHaupt- vorstcllung gebracht würden. Der Tanzer hat gerade das in seiner Gewalt, wodurch die Leidenschaften sich am kräftigsten andern. Wenn er nach geendigrcm Drama, oder zwischen den Aufzügen, die Eindrüke, die alsdcnn die stärksten scyn müssen, durch die Mittel, die er hat, unterhält, und den Gegenstand, der nun den Geist oder das Herz beschäftiget, in neuen Gesichtspunkten zeiget, so kann er sehr viel zur Würkuiig des Stükes beytragen. In so fern also die Schauspiele überhaupt wichtig scyn können, kann es auch das Ballet seyn. Aber freylich müßte es eine andre Form bekommen, als es gegenwärtig hat. Diese zu erfinden ist keine geringe Sache. Die Versuche müßten von dem, was das leichteste ist, anfangen. Das Sittliche scheinet leichter, als das Leidenschaftliche zu seyn. Ballete, die blos einen allgemeinen sittlichen Charakter haben, die Fröhlichkeit, oder Ernsthaftigkeit, oder lieblichen Anstand der Sitten aus- drüken, ohne eine besondre Handlung vorzustellen, sind das leichteste. Wenn man uns nach einem interessanten Drama, je nachdem es einen lustigen, oder fröhlichen, oder traurigen Ausgang gehabt hat, in einem Tanze diese Empfindungen überhaupt , nach dem besondern Gepräge der Sitten des Volks, bey dem die Handlung geschehen ist, vorstellt, so rhut ein solcher Tanz seine gute Würkung. Aber besondre Handlungen in dem Ballet vorzustellen ist höchst schwer, weil es gar zu leicht ins Abgcschmak- te fallt. Es soll nicht die Handlung selbst, sondern gleichsam eine T - Alle- 29 z Bal B c. l Allegorie derselben seyn. Hat der Balletmcister eine bestimmte Handlung gewählt, so muß er, wie der Mahler, die vorzuglichen Augcnblike derselben zuerst aufsuchen. So vicl deren in der Handlung sind, so viel Absätze oder Perioden muß sein Ballet haben. Denn muß er auf eine geschikte mahlcrische Vorstellung solcher Augen'olikc denken, welche eigentlich die Hauptsache seiner Vorstellung ausmachen. Was zwischen diesen Augenbliken liegt, ist von gemäßigten! Inhalt, wozu er schikliche Bewegungen und Tanze erfinden muß, die dem Charakter und den Sitten der Personen gemäß sind. Dabei) sollten die zur Mode gewordenen s>?m- mctrischcn Stellungen und Bewegungen der Personen eben so sorgfältig vermieden werden, als der Mahler sie vermeidet. Es kann nichts helfen, wenn alle Personen einerlei) Bewegung und Stellung haben, und so aussehen, wie eine einzige tanzende Person, die man durch ein vielseitiges Glas zehnfach sieht. Man hat in dem vorigen Jahrhundert an einigen Hofen Schauspiele aufgeführt, die den Namen Ballett gehabt. Sie waren aber mit Gesang und mit Reden untermengt. Durch Rccitativc wurde so vicl, als zum Verstände der Handlung nothig schien, gesagt, und das Tanzen wurde durch Arien unterbrochen. Davon hat kNencstricr ein besondres Werk geschrieben *). Verschiedene sehr wichtige Anmerkungen darüber kann man bei? Rousseau finden Es läßt sich aus den verschiedenen Nachrlchttn, die wir von den Palleten der alten Griechen haben, muthmaßen, daß sie auch bey ihnen von zwcycrley Gattung gewesen; daß einige als Schauspiele ei- ') Mroite fies Kollers par le?. Xlens- llricr. *') OiÄionair«! cle lAulique ^rricl« La!» lct. ner besondern Art ausgeführt, andre aber, als Thcile der dramatischen Vorstellungen auf der Buhne vorgestellt worden. Die Pallete der Alten waren ganz charakteristisch; einige stellten Nationalhandlungcn oder Gebrauche vor; andre waren Nachahmungen besondrer Begebenheiten. »H» Uni sich von den, in dem vorstehenden Artikel, angeführten, dort genannten Dalletteu der Alten, richtige Vorstellungen zu machen, ist, unter mehrern, Lueian vxxstvk«- im 4tcn B. f. Schriften S. ZZ4 der Mitaucr Ausg. Deutsch in der Sammlung vcrm. Schriften, Beel. >779 U. f. u. B. i. S. z8?) — Alhena'iis (vcipn. ttid. I und XIV.) — Äpulejus (Kleromor. I.iv.I, c. i c-) u, a. m, nach- zulefru. Was sich in diesen, und mehrern Schriften der Alten hierüber findet, haben Joh. Bilbcrgh in f. lBüerror. st- Dicheilen, f, cle Laltarionivus Vccce. vplsl. 1685.8. — Joh. Mcuesius, in s Oreleelleii, fi eis Lolrsrianivus Veten. im gten Bde. S- >254 des Geono»- sihen Thesaueus — Jean P. Bürette, in f. Deux iVlcm. pour lei vir ä l Iliiloirs «le lu Donle fies ^nciens, im oten V. der lvlein. cle l'^cscl. eies Inlcripr. —»» Pierre Bonnet Bourdelot, in f. Hill, fio ia Ounle onc. er tnoeleene . . . ?se. 1724. 12. — a. Cahusae, in f. Brairs biliar, cle la Osntc onc. er mocl. Uar, >75Z. >2. zBd. Deutsch indem Itcnund aten B. der Samml. vermischter Schriften, Beel. 175? u. f. 8. — Pict. Ant. Gackau!, in dem Oial. lapr» le an» ricfii lzlra2ioni, in dem zütcn B. S. l der llaccolra cl'opusc. tcienr. er filal. Xlil. so ziemlich gcfanimelt. Ben genauer Erwägung desselben zeigt sich aber ziemlich anschaulich, daß ihr Tanz dieser Art immer noch sehr verschieden von dem war, was die Ncuern nachher Dallet genannt haben. Jener mar eben so sehr Gestikulation, Mimik, als Tanz; die vorzustellende Sache wurde darin nicht blos, wie in dem Ballet der Ncuern, durch eine allge« B a l Bai 29z allgemeine Bewegung des ganzen Körpers, oder allenfalls durch eine, dieser allgemeinen Bewegung desselben, angemessene, mit ihr harmonircnde, und ihr untergeordnete Bewegung der einzeln Gliedmaßen, sondern durch die bezichungs-und bedeutungsvolle Bewegung der letzter», ausgedrückt; sie scheine» auch hier nur darauf bedacht gewesen zu seyn, die Sache selbst, und nicht ihre Kunst, nicht blos schöne, angenehme Bewegungen, sehen zu lassen. Mit einem Worte, ihre Tflnze dieser Art waren — Pantomimen; und der Begriff, welchen sie mit dem Worte sxxi«"-, lslrscio, verbanden, war nicht immer der, welchen wir mit dem Worte Tan.;, lZsnle, verbinden. Indessen heißen, beiz dem Lucia», ja jene Tflnze auch auf die vorher benannte Art. Nur war die Bewegung des Körpers dabcy abgemessen, und wurde von der Musik geleitet, welches wieder nicht immer der Fall bcy unser» gewöhnlichen sogenannten Pantomimen ist. Auch stellten sie , diesem gcmstß, alle Acten von Handlung dar; und Novcrre selbst gesteht (Briese über die Tanzkunst, Hamb. 1769. 8. S. ig) „daß die Kunst der Pantomime „(als welche Benennung er auch seinen „Balletten giebt) heut zu Tage weit ein- „geschrstnkter ist, als sie unter der Regierung des Augustus war; daß es eine „Menge Dinge giebt, die sich, vermit- „mittelst der Gcbchrdcn, kcineswcgcs „ausdrücken lassen, daß alles, was ru- „hige Unterredung heißt, darin nicht mehr „Statt finden kann." In seinen eigenen Balletten (deren Werth ich gar nicht verkenne, oder herabwürdigen will) lstuft alles doch immer mehr auf wählerische Stellungen der handelnden Personen, als auf völlige Verdeutlichung der Sache selbst hinaus; und, meines Bedünkcns, würden wenige seiner Ballette, wenn man den Jnnha't derselben nicht vorher genau weiß, ganz vollkommen, und in allen ihren Theilen vcrstckndlich und begreiflich seyn. Laß sie mit den Pantomimen der Alten nicht zu vergleichen sind, werden folgende Werke den Leser lehren: Oblavli ?err>rii Oiste,rar. ste bflimia er l'anromimiz, istuclpk. (1714) 8. und im otcn B. des Sallengrcschen Thesaurus, S. 677. — ldlic. Lallisckii stc b.ustie iccnic. Vlimor. er banramim. Lzuir. l'acav. >7>z. 4. und bcy Sallen- gre, cbend. S. 699. — biistorzc ckc >simez ünci f'anromlmes . . . kz- .s. XVezvor, lliinst. 1728. 8- — liecker- ckcz kistczr. er cric, sur lcz Bilmes er lcz l'anr»ir>i»iez . . . p. Xlr. koulan- Ler ste liiver)-» b'ar. 1751. I».Der i6te Abschnitt der kicstex. cric. i'ur la Ikicste er la ?cinr. des Oübos, mit Zuziehung des iztcn und >4tcn S- so? der Dresd. Ausg. — Abhandlung von den Pantomimen, histor. und crit. ausgcf. Hamb. 1749. 8. Auch finden sich noch bey dem Baylc, in den Artikeln Kackyl- ins st-)!cxanstrie, und ?z>ioste, sowie in des Quadrio Sroria e lstag. st'aZni ?ncl!z, B. z. TH.2. S. 252 — 275 ganz gute Nachrichten. DaS große Verdienst dcö Noverrc ist, daß er die hölzernen Symmetrien und Tanzmcistermaniccen aus dem Ballet verbannte. Sogar seine, auch von H. S. angenommene Vcrglei- chung zwischen dem Ballet, und dem historischen Gemflhlde, und die daraus, für jenes, gezogenen Folgerungen, scheinen keine scharfe Prüfung auSzuhalten; wenigstens dürften dergleichen Ähnlichkeiten nicht sehr brauchbar in einer Theorie scvn. — Das Ballet der Mittlern Zeiten unterschied sich von der Pantomime der Alten nicht blos dadurch, daß es mit Rede untermischt war, (eigentlicher Gesang; war nicht immer damit verknüpft) sondern auch dadurch, daß nichts mehr von jener, mit dem erster» unzertrennlich verknüpften Gestikulation, dabei) Statt fand. Nachrichten davon, und Anweisungen da> zu sind in der Istee stcz LpeÄoclcs airc. ec uvuv. r>. bflr. I'^kb- ste ?ure, ?ar. ,66g- 12. und in des Tl. Franc. Mcnc« stticr Schrift, Oes ?>zller5 »uc. cc mc>- stcrncs, ielou lcz rüZIes stu Dkeorce, ?or. ,682. vorzüglich aber nur von französischen zu finden. Die glflnzeudsten und T Z schön- 294 B a l B a l schönsten hat der Turincr Hof gegeben. Ihr Erfinder war ein Graf Aglio. Von deutschen find mir nur zwei), von David Schirmen! verfertigte, und zu Dresden, in den I. >S;-> und >655 von dem Hofe aufgeführte bekannt. Las erste heißt ein Ballet vom Paris, und der Helena; das zweptc das Ballet der Glückseligkeit. Ca- husae sagt von ihnen überhaupt: sie hatten zwar viel Bewegung, aber keine Handlung; der Tanz mahlte einige Personen der Fabel und Geschichte; allein das Ge- mclhlöc glich dem gewöhnlichen Gcmllhldc, welches nur einen Augenblick darstellen kann.— Der zusammengesetzte Tanz, derjenige der die Leidenschaften ausdrückt, konnte nur im Vvrbepgehn darin Platz finden." — — Gegen das Ende des siebzehnten, und den Ansang des achtzehnten Jahrhunder- tes, hörte das Ballet, in so fern es bloßer Tanz ffst, oder das, was man so nannte, in Frankreich auf, etwas für sich aNein bestehendes dieser Art zu sepn. Es wurde mit dem eigentlichen musikalischen Drama oder mit Gesang verbunden; der Tan; wurde den Worten ganz untergeordnet, und sollte die Handlung gleichsam nur in Gesang bringen, sie beleben, sie vollständiger machen. So entstand diejenige Dichtart, welche bei) den Franzosen noch jetzt ZÄnller heißt. Quinault war der Erfinder dieser Anwendung des Tanzes; und das Fest des Bachus und der Liebe, im 1.1671, das erste Werk von dieser Gattung. Er nannte es indessen noch nicht Ballet, sondern Pastorale, verfertigte aber, in der Folge, zwei, Stücke unter jenem Titel, den Triumph der Liebe, und den Tempel des Friedens. Allein in allen führt weder der Tanz eigentlich die Handlung, noch die Handlung eigentlich den Tanz herbe»; die auftretenden Personen haben keinen eigenen Zweck; sie erscheinen nicht, um irgend eine Handlung für sich selbst auszuführen; sie sind Werkzeuge in der Hand des Dichters, um die Zuschauer zu vergnügen, und Ludwig dem igten Schmeicheleoen zu sagen. Wirklich selbstthiltige Wesen führte erst La Motte, im I. 1697, in das Ballet ein. In seiner ss.cirope A^lanco, welche in dieseni Jahre erschien, und wozu Eampra die Musik machte, entspringt Tanz und Gesang aus der eigenen Gcmüthsstim- mung der handelnden Personen; sie wollen durch jene entweder Liebe erwecken oder bezeugen u. d. m. Dieses Stück wurde in der Folge, im Ganzen, Muster des Ballettes, und der Charakter desselben dadurch dahin bestimmt, daß, so wie in der Oper, Tanz und Gesang und Vergnügungen sich aus den, Stoffe der Handlung entwickeln, so in dem Ballet, sich aus dem Tanze und Gesänge, eine Handlung entwickeln muß. Jene sind also die Grundlage dieser. Aber die Handlung selbst hat deswegen weder in den Stücken des La Motte noch in den Stücken seiner Nachahmer, nicht Einheit! die verschiedenen Entrecu machen kein, unter sich, und' durch sich selbst verbundenes Ganze, sonder» eben so viel kleine Handlungen aus, welche nur durch gleiche Zwecke, oder allgemeine gleiche Beziehungen, die mit den verschiedenen cinzecen Handlungen nichts gemein haben, mit einander verknüpft worden sind. Auch ist der Tanz, auf keine Art, charakteristisch darin; das heißt, er stellt keine besondre Handlung dar, noch unterscheiden sich, z. B. in der lZurope xolsnrc, die vier darin auftretenden Nationen durch die Eigenheiten desselben von einander; man tanzt darin, um zu tan, zcn; und man muß ein Franzose sepn, um dem La Motte diese Erfindung so hoch anzurechnen, wie es geschehen ist. Sie leitete, indessen, sehr bald zu ckhnlichcn. Schon im I. i6s? verfertigte Rcgnard das Carncval von Venedig, welches Campen in Musik setzte, und in welchem, an einen doppelten Liebeshandcl, unter gewöhnlichen Menschenkindern, verschiedene Vergnügungen des Carnavals, und also auch Tclnze geknüpft sind, ohne daß sie mit der Handlung selbst auf andre Art in Verbindung stehen, als in so fern diese sich zur Zeit des Carnavals zutrügt. Er hieß das Stück Lvmcstic-Ksllcr i und obgleich viel frühere Stücke der französischen Bühne, B a l Bal 295 Bükne, welche Zwischenspiele hatten, wie Psyche, die Priiizcssinn von Elis, und so gar George Oandin, und der eingebildete Kranke, schon diesen Nahmen führen, so ist er denn doch nachher nur derjenigen Gattung, von welcher der Tanz sich nicht so, wie von jenen, die ohne ihn können vorgestellt werden, gänzlich trennen läßt, geblieben. Aber diese» Stuck wirkte minder, als ein ähnliches Stück eben dieses La Motte, le Cai-naval er I» knlie. Niel.' leicht verdient dasselbe auch, wenn blvs von theatralischen Vergnügungen die Rede ist, den Vorzug. Oer Tanz wird darin durch die handelnden Personen selbst ausgeführt, oder doch veranlaßt; und dieses wird dadurch wahrscheinlich genug, daß diese Personen übernatürliche und allegorische Wesen, der Gott Plutus, die Jugend, die Thorheit und das Tarnaval sind, obgleich der Dichter auch wirkliche Wesen, wie einen Trupp Matrosen, einen Dichter, einen Musikus, u. d. m. als Untergebene der Thorheit mit eingeführt hat. — Eine dritte Gattung des Ballettes ist die kallnrale Kaller, deren Erfindung sich auch von La Motte verschreibt. Zwar nannte, wie gedacht, schon Quinault sein vorzüglich aus Tänzen zusammengesetztes Fest des Bachus und der hiebe auch Pastorale; aber in der lila des ka Motte, die bereits im I. 1697 und vermehrt im I. i?c>8 auf dein Theater erschien, hängt der Tanz mehr mit der Handlung der Personen zusammen, oder vielmehr das Stück hat eine, für sich selbst bestehende, Handlung , und die darin tanzenden Schäfer, Faunen, Satyren, Driadcn, u, s. w. verbinden damit einen eigenen Zweck. NcbeigcnS haben alle diese Gattungen, in der Folge, verschiedene Abänderungen erlitten oder Zusätze erhalten. So führte, z. B. Danchct, im I. 1710 in den, von Tampra gesetzten, köccs Venicienncs komische Entrccn oder Tänze, und, ich weiß nicht, wer, Helden, Könige, Fürsten in das Ballet ein, welches, zur Un- tcrlcheidung von dem gewöhnlichen, nun Kaller Ueroiczue genannt wurde. Zu der wichtigsten Verbesserung wachte Füsclicr mit seinen, im I. 172z geschriebenen, und von Colin de Blamont gesetzten köre!! grec^ues er rurnaincs, einen Anfang. Er »ersuchte darin den Tanz wirklich darstellend zu machen, oder einen Theil der Handlung wirklich tanzen zu lassen. Aber, er brachte diesen Tanz unschicklich an. Er ließ, z. B. den Kampf der Ringer in den Olpmpischen Spielen dadurch vorstellen, indem dieser Kampf, der eigenen Anlage seines Stückes nach, schon geendigt war. Den wichtigsten Schritt aber that Cahusac mit seinen, im Jahr 1747 gespielte» und von Rameau gc- setzte» körcs ste l kstymen erste I'-zinnur. Er verband darin nicht allein das Wunderbare, oder Maschinerien mit dem Ballet, sondern der Tanz in seinem Stücke ist auch zu gleicher Zeit ein wesentlicher, nothwendiger Theil des Jnnhaltes. Allein, das Stück schien nicht Bcpfall zu finden; und der wirklich handelnde oder Handlung ausdrückende Tanz ist dadurch nicht auf dem lyrischen Theater eingeführt worden. An Tanzgedichten aller Art, das heißt an Kallers und Lyinesties-Lsllers, und kallorales-IZallccs, hat es indessen nicht gefehlt. Aussee den bereits benannten Dichtern haben I. FrcS. Duche' (f 1704) Jos. de Cartout (s- >725) de la Bruere (h,750) Mich, de Bonneval (f ) Jean Fr. de la Nouc (f ,76c») Fr. Aug. de Moncrif (P 1770) Fr. Arouct de Voltaire (s- ,77g) Pierre Ch. Roy (f ) Friede. Marmsntel (s >788) Sedaine, Brunct, Monnier, Coudray, Desfontai- nes, u. v. m. deren noch von irgendeiner Art geschrieben z und ausser den angeführten Cvmponisicn haben Masse, der Marq. v. Brassac, BoiS-Mortier, Erlasse, I. I. Mvuret, Gervais, Fr. Francoeur, Bourgeois. Mvndonvillc, Grcnct, de la Garde, Fr. Rcbrl, Roync, Mich. Montcclair, de la Barre, Eh. Svdi, Rob. des Brosscs, I. B. Foulquicr, Mvnslgny, Floquct, Agolan, u. a. m. dergleichen gesetzt- Sogar erhalten haben von den ckltcrn sich nur wenige auf dem Theater; ausser der knoope galante, spielt man von diesen nur noch T 4 296 B a l Ban Baß les Klemens, lcs Kmours cles Oieux, den ^ellnstvr lilli lies L^lpdcs, Und die küccs Arceczues er rnmoines; Ulld Mcknncr von Geschmack durften wohl über, Haupt das llrthcil, welches Rousseau ins. Oitt. cie Xäulic>ue, Art. Kaller, von ihnen gefällt hat, unterschreiben. Daß übrigens auch in den eigentlichen, franzö, scheu sowohl als italienischen Opern, noch immer Tänze, oder Ballette, als Zwischenspiele geblieben sind, versteht sich von selbst. Selten aber stehen sie in eigentlicher, genauer Verbindung mit dem Stücke, oder sind vollkommen gut darin angebracht, ltnd noch übler wirkt cS, daß nicht die handelnden Personen, sondern andre sie ausführen. Auch herrscht in ihnen immer, wenn man die Kleidung der Tänzer ausnimmt, die größte Einförmigkeit. — — Endlich versuchte Novcrrc aus den» Tanze allein, etwas für sich bestehendes zu machen, oder blos durch ihn ganze Handlungen darzustellen. Seine k-crrcs iur I,i Oaiiie cc tui- los Kallers, konclr. er Lrurg. 1760.8. Deutsch, Hamb, 1769. 8- sind bekannt. Auch hat er nachher noch verschiedene Programme von cinzelcn Balletten drucken lassen, welche, meines Wissens, bei) der cnglichen Hebers, jener Briefe, kond. 178z. 8. z B. befindlich sind. Jmgleichen gehöre» noch die „Be- inerkungen über Pantomime und Ballet," in den Baicriscden Bevträgrn zur schönen und nüslichcn titteratur, München 177?. 8, — so wie die Ucmzrlcs 011 rkc sa. vourirc Lollzci ob Lupici ancl Utz-clie . . . knncl. 1788. >2. hichcr. Vorgearbeitet hatten ihm, als Schriftsteller, indessen, bereits Cahusac in dem angeführten 7>aire, Diderot i» f. Abhandlungen über die dramatische Dichtkunst, Rousseau, u. a. m. Sogar eine Tänzerin», M. Sale, hatte bereits im 1.17z- den Pygmalion, die Ariadnc, u.a. m. ziemlich glücklich, tanzend, dargestellt. Und an so gcnnnnten Pantomimen überhaupt , besonders de» der italienischen Komödie, Härte cS nie gefehlt. -- Ilebrigcns will ich, zur Vollendung deS Artikels, noch hinzusehen, daß fast alle Völker, auch die rohestcn, dergleichen stumme Schauspiele gehabt haben, „Von den Mimen und Pantomimen der alten Deutschen," giebt eine Abhandl. im 8tcn B. S. Z27 des neuen BüchersaalcS der sch. Wissensch, und fr. Klic, von Sander, einige Nachricht. Auch hat man sogar Laller cke ckcvaux. — — Band. (Baukunst.) Ast ein großes plattes Glied, welches an Gcbälken und Gesimsen unter andern Gliedern, oder an andern Orten einzeln angebracht wird. In der dorischen ivrdinmg haben die im Gcbalke vorkommenden Bander ihre bestimmten Abmessungen. In verschiedenen Gebäuden werden die Geschosse durch breite Bander an der Außenseite abgetheilet. Sic schikcn sich aber nur da, wo weder Säulen noch Pfeiler durch die ganze Höhe der Außenseite herauf gehen; Venn die Bänder müssen ununterbrochen durch die ganze Außenseite weglaufen "). Baß. (Musik.) Aurch dieses Wort bezeichnet man überhaupt den Umfang der tiefsten Stimme eines Tonstüks; denn das Wort kommt von dem italianischcn bnüo, tief, her: insbesondre aber wird diese Benennung demjenigen Theil eines Tonstüks gegeben, welcher die Reihe der tiefsten Tone enthalt, gegen welche die hohem, als dazu gehörige Intervalle abgemessen werden. Dieses recht zu verstehen, ist zu merken, daß jedes Tonstük aus einer oder ans mehr zugleich singenden oder spielenden Stimmen oder Parthicn bestehe. Die Parthie, welche ") S. Geschoß. B a ß che nur die tiefsten Tone der menschlichen Stimme hervorbringt, wird der Baß gencnnt; es sei), daß sie allein den Gesang führt, oder daß noch mehrere Stimmen zugleich singen.- Ein solcher aus den tiefsten Tönen bestehender Gesang wird ein singender Daß geneunt. Der Name Baß aber wird auch, und gemeiniglich, der Parthie gegeben, die, ohne einen würklichcn Gesang zu führen, diejenigen tiefen Töne angiebt, mit denen der, aus höhern Tönen bestehende Gesang, eine Harmonie macht. Ein solcher Baß also ist der Grund der Harmonie: die Töne, die er angiebt, füllen, als die tiefsten Töne, das Ohr also, daß es die böhern Töne, die den eigentlichen Gesang ausmachen, damit, als mit dem Grund, worauf sie gebaut sind, oder, als mit der Quelle, woraus sie entspringen, vergleicht, woraus eigentlich das Gefühl der Harmonie entsteht. Es ist an einem andern Ort angemerkt worden *), daß, wenn eine Sayte oder Pfeife in derjenigen Tiefe, welche die Baßtöne haben, erklingt, selbige zugleich viel andre Töne von verschiedener Höhe vernehmen lasse, davon der tiefste um eine Octave höher ist, als der Haupt- öder Grundton der Sayte. Wenn man den Grundton durch > vorstellt, oder die Lanze der Sayte, die ihn hervorbringt, l nennt, so sind die andern höhern Töne, die man zugleich hört, -5, -H a, a., «. s. f. Nun ist bekannt, daß der Klang der tiefsten Töne am längsten anhält, die höhern aber bald verschwinden. Indem also der Ton > fortklinget, kann man verschiedene höhere Töne nach einander anschlagen, wodurch ein Gesang gebildet wird, der ohne Absicht auf den Charakter seiner -Melodie, mit dein Grundtone, der das Ohr erfüllt hat, Harmoniret. Da- S> Harmonie. Baß 29? durch bekömmt also der Gesang seine harmonischen Annehmlichkeiten. Hieraus laßt sich sowol der Ursprung des Basses, als seine Wür- kung in dem Tonstüke begreifen. Indem nämlich die hohen Stimmen einen melodischen Gesang führen, schlägt der Baß die tiefen Töne an, aus deren Harmonie die obern singenden Töne genommen sind, und dadurch bekömmt der Gesang eine neue Kraft, sowohl zur Annehmlichkeit, als zum guten Ausdruk. Ein solcher Baß, der eigentlich keinen Gesang, sondern blos die Harmonie führet, wird iyt als eine, jedem Tonstüke wesentliche, Parthie angesehen; und dadurch scheinet die Musik der ncuern Zeiten sich hauptsachlich von der Musik der Alten, die diesen Baß allem Ansehen nach nicht gekannt haben, zu unterscheiden. Wer sich also von der Beschaffenheit der ncuern Musik einen rechten Begriff machen will, muß sich vorstellen, daß eine Reihe dieser Töne in einer Folge hintereinander mitNach- druk angeschlagen werden, und daß während der Zeit, da jeder dieser Töne das Ohr beschäftiget, von einer oder mchrcrn obern Stimmen verschiedene andere Töne, die mit den tiefen eine harmonische Verbindung haben, einen Theil des Gesanges fortführen. Das Gehör ist demnach beständig mit zwey Gegenständen beschäftiget, nämlich mit der Folge der tiefen Baßtöne; und mit der Folge der höhcrn den Gesang bildenden Töne, die mit den liefern verschiedentlich harmoniren, und zugleich durch ihren besonder» Gang den Gesang ausmachen. Die beschriebene Reihe der tiefsten Töne des Tonstüks wird der begleitende Baß genennt, weil er die obern Stimmen immer begleitet, und gleichsam zum Maaße der Harmonie dienet: der singende Baß hingegen ist ein Gesang, dessen Töne in dem T 5 Um- -98 Baß Umfange der tiefsten Menschenstim- mc liegen. Er hat eine ordentliche Melodie, die der begleitende Baß nicht hat: doch kann er auch bey seiner Melodie zugleich die Stelle des begleitenden Basses vertreten. Es erhellet hieraus, daß in der heutigen Musik der Baß die wichtigste Parthie scy, welcher alle Stimmen untergeordnet sind: eigentlich entstehen sie aus dem Basse, weil der Gesang keinen Hauprron angeben kann, der nicht in der Harmonie des Basses gegründet ist. Wenn der Tonsetzer die Folge der Vaßtöne gut gewählt, und die Tone der obcrn Stimmen regelmäßig daraus hergeleitet hat, so ist sein Satz rein. Ohne Baß kann zwar ein Gesang auch viel Schönheit haben; aber durch ihn wird er erst vollkommen, weil alsdcnn die Harmonie noch zum guten Ausdruk des Gesanges hinzukommt Der Abstand des Basses von den obern Stimmen verdienet genau überlegt zu werden. Die Erfahrung, daß mit dem Ton > zugleich die Tone, Z, ff u s. s klingen, zeiget offenbar, daß die singenden Stimmen dem begleitenden Baß niemal näher, als eine Octave kommen sollen, weil soirst nothwcndig die Harmonie gcstohrt wird. Wenn man z. E. im Basse die große Terz und die Quinte des Grundtoncs noch hinzusetzen wollte: so würde jeder von diesen, so wie der Grundton selbst, noch seine Terz und seine Quinte vernehmlich hören lassen; daher würden, wie jeder berechnen kann, mit der Terz und Quinte des Grundtoncs sehr dissoni- rende Töne herauskommen, und alle Harmonie zerstöhrt werden. Je tiefer demnach die singenden oder con- certircndcn Stimmen heruntergehen, je ricfcr müssen auch alle Töne des begleitenden Basses genommen werden Es ist daher eilt ungereimter Fehler, wenn in Orgeln schon den B a ß tiefsten Stimmen auch ihre Quinten und Terzen zugefügt werden. Hingegen muß der begleitende Baß auch nicht allzusehr von den obcrn Stimmen entfernt seyn, weil das Ohr ihre Verhältnisse nicht mehr genau genug faßt. Indem eine tiefe Sayte klinget, vernimmt man nur ihre Octave, deren Quinte und die große Terz der zweyten Octave vernehmlich, das ist, zu dem Tone » die Töne ff, ff, ff, ff. Alle übrigen ff, ff, ff u. s. f. werden nicht mehr deutlich vernommen, ob sie gleich unfehlbar mit klingen. Wollte man also den Baß um z oder mehr Octaven von den obern Stimmen entfernen, so würde man der Klarheit der Harmonie dadurch großen Schaden thun. Will man den Gesang bis auf die höchsten Töne gehen lassen, und den« noch einen tiefen Baß dazu nehmen, so müssen auch die dazwischen liegenden Octaven ihre Stimmen haben, mit denen man die Harmonie des höchsten vergleichen könne. Aus der angeführten Erfahrung folget auch noch diese wichtige Regel für den Tonsetzcr, daß die nächsten Stimmen am Basse in Ansehung der Harmonie weit sorgfaltiger müssen behandelt werden, als die sehr entfernten, Denn die stärksten Dissonanzen sind in einer großen Entfernung vom Basse von geringer Wür- kung, weil ihre Vergleichung mit dem Basse schwer wird; da hingegen die leichteste Dissonanz, die nur eine Octave über dem Basse liegt, sehr empfindlich ist. Es läßt sich ans dem Angemerkten leicht abnehmen, daß die cinfachesten Bässe die besten sind; daß ein begleitender Baß nur alsdenn einer Aus- zierung fähig ist, wenn etwa die obcrn Stimmen inne halten; daß die gehakten Bässe, wo jeder Grundton, anstatt anzuhalten, damit die obern Stimmen ihre Würknng gegen ihn thun können, oft angeschlagen wird, B a t meistens von sehr schlechter Würkung seyn müssen; daß endlich der Baß allemal eine herrschende Starke haben mid nach Beschaffenheit der obern Stimmen gut besetzt seyn müsse; denn nichts schwächt die Musik mehr, als wenn der Baß durch die obern Stimmen verdunkelt wird. Singende Basse sind in viclstimmi' gen Sachen eine überaus schwere Sache. Denn weil der Baß, um die Fehler gegen die Harmonie zu vermeiden, meistenthcils steigen muß, wenn die obern Stimmen fallen, und so umgekehrt H: so kann man sehr leichte gegen den Ausdruk anstoßen. Won zwei) Menschen, die einerlei) Empfindung ausdrükcn, muß der eine die Stimme erheben, wenn der andre sie sinken laßt. Also ist ein guter singender Baß allemal für ein Meistcrstük zu halten. Von dem, was der Spieler, der den begleitenden Baß führet, in Acht zu nehmen hat, wird im Artikel Begleitung gehandelt. Hieher geHort noch verschiedenes, was in den Arti- kelnGeneralbaß, Besetzung, Grundbaß, gebundener Baß, Conrerbaß, angemerkt worden. B a t a i l l e n. (Mahlert».) To nennen die Liebhaber der Mah- lcreyen die Ecmählde, auf welchen Schlachten, Scharmüzel und andre Gefechte vorgestellt werden. So wie die poetische Beschreibungen der Schlachten und Gefechte dem epischen Gedicht ein großesLebcn geben, so sind sie auch ein guter Gegenstand der Mahlercy. Der Mensch liebet sowol das, was ihn erschüttert und seine Einbildungskraft gespannt halt, als die Art des Außerordentlichen, das bey Schlachten gewohnlich'tsisi. Da sie Handlungen empfindender Wesen sind, so kennen sie auch als *) S. Bewegung. B a t 299 moralische Gegenstande angesehen werden. Der Mahler, dem es an hinlänglichem Genie nicht fehlt, kann dabei) mehrrhnn, als blos die Phantasie erschüttern. Erkannmebrerley Passionen und Charaktere schildern. Aber es wird ihm schwer, in Schlachten die ganze Handlung auf ein so bestimmtes Ziel hin zu führen, wie es in der Historie geschieht. Die vollkommene Einheit scheinet diesen Gemahlden zu fehlen. Man sieht Bestrebungen und Gegcnbcstrcbnn- gen, die auf etwas äußerliches abzielen, das dem Zuschauer nicht recht bekannt ist. Daher haben diese Stüke sehr selten das Einnehmende eines gnren historischen Gemähldes, dessen Handlung genau bestimmt ist. Doch kann es auch besondre Falle geben, wo eine Bataille in diesem Etük der Historie gleich kommt. Von dieser Art wäre die Vorstellung eines Gefechts um einen todtcn Körper, da die eine Parthey den Leichnam ihres Heerführers vor dem Feind beschützen wollte. Ueberhanpt wird ein recht großes Genie auch in solchen Sachen allemal ein Leben und eine Moral in das Gemähldebringen, davon in den Stükcn der gemeinen Mahler keine Spuhr anzutreffen ist. Diese Art crfodert ein großes Feuer. Denn die Lebhaftigkeit und Heftigkeit der Handlungen und Stellungen sind dabei) das vornehmste. Sehr merkwürdige oder sehr rührende Situationen wird nur ein Wähler von großem Genie darum anbringen können. Der Pataillenmahler muß eine feurige und kühne Zeichnung, und ein Colorit von derselben Beschaffenheit haben. Ueber das Besondre, was der Bataillenmahlerzu bemerken hat, giebtÄ.eonh. de Vinci einen sehr lehrreichen Unterricht, den kein Mahlcr ohne Nutzen lesen wird *). In *) S. IV-MS äs Is pennure psr l.eon» barg äs Vinci. Lllsp.I.XVII. B a t Bau In dem größten Styl sind dieBa- taillen des Alexanders vonst.eDvün gcmahlt, welche jedermann durch die berühmten Kupferstiche des Audran bekannt sind; wicwol die Originale anjangcn selten zu werden. Der Hollander, Gehroncbck, hat sie auch gestochen, aber sehr verdorben. -4- »H- Bazillen sind, unter mchrcrn, gc- mahlt worden von: Pier, dclia FeanecSea (s >5»c>) Fil. d'Angeli (st 175,4) Maet. Fierc (f i6>o) Es. van de Velde (>6zo) Ant. Tempesta (st,6ze>) Paul Grevens (st >6z«) Robert van Hocck (>64-,) Giov. Piet. Posscnti(>64o) Patil v. RoS (1640) Eorn. v. Wacl (1640) Vinc. Lcckerbetien, Mancivl ge». (165c-) Joh. Peters (Seegefechte rü;c,) Eorn.Helnr.Vroom (Seegefechte >6;o) Val. Caßclli (st >659) Mich. Angclo Cergnozzi, belle Bataglic gen. (st 1660) Joh. Ässclhn (st >660) Juan de la Corte (1660) Pet. SnavcrS (ie>6r) Cafp. v. Ei»ck (Sectrefsen 1S60) Slniello Falcone, das Orakel der Batail- len gen. (st >665) Joh. ». A», Stilhcid gen. (>667) Jacq. Couctoio, Bourgui- guon gen. (st >676) Carl Herbei (1680) Ch. /He Zörün (st 1690) Hcinr. Verschuu- riug (st 1690) Ant. Frz. v. d. Mculen (st 1690) Rom. Paust (1690) Wilh. van de Velde (Seegefechte st >69;) Pandolf AeSchi (>700) Cvnst. Frank (1700) Piet. Gvariani (1700) Cvrn. Verhuyk (st,702) Jes. Parrocel (st 1704) Wilh. van de Velde (Seegefechte (1707) Franc. Mon- ti, Brescianino belle Bataglie genannt, (st 1712) Georg v. Bammel (st 17-z) Ant. Calza (st 17:;) Christian Reuter (st 172s) Joh. v. Hugtenburg (st 17z;) Giul. Pars migiauo (st 1754) Jean B. und Phil. Martin (17z;) Georg Phil. Rugendas (st 1742) Franc. Cimonini (1744) Joach. Fr. Beich (st 1748) Ch. Parroce! (st 1752) Frc. Mar. Raincri (st >758) Rost Paton (Seegefechte 1759) Aug. Queriurt (st 1761) Joh. Pet. Vcrdusscn (st-?6z) Hiae. de la Peigne (1754). Bauart. Der besondre Gcschmak, wodurch sich die Gebäude verschiedener Völker von einander unterscheiden. In diesem Sinn sagt man: die griechische, römische, gothische, italiänische, französische, Bauart. Von der griechischen uird römischen Bauart können wir eigentlich nur aus ihren Tempeln urthcilen. Das vorzüglichste daran, das den Charakter dieser alten Bauarten ausmacht, ist eine edle Einfalt und Größe in den Formen; eine Schönheit, die aus den einfa- chcsten Verhältnissen der Haupttheile entsteht; eine nur aus großen Ver- zicrungcn durch Säulen entstehende Pracht; und eine Genauigkeit, die keine einzige Regel übertritt. Wie- wol in den später» Zeiten des Altcr- thums diese Pracht auch in kleinen: Verzierungen gesucht worden H. Die italiänische Bauart, so wie sie von Palladio, Barocchio, Vignola und andern altern Meistern eingeführt worden, verbindet Größe und Pracht mit Einfalt, läßt aber viel Nachlässigkeit in einzeln Theilen sehen , und scheinet, die Nachläßigkei- tcn ausgenommen, der Bauart der Alten nahe zu kommen. Die französische Bauart hat weniger Größe und Einfalt, aber mehr Zierlichkeit und Annehmlichkeit, ist auch in kleinen Theilen genauer. Die gothische zeiget eine mit Zierrathen und unendlichen Kleinigkeiten überhäufte Größe und Pracht, bey welcher die guten Verhältnisse gänzlich aus den Augen gesetzt sind, und die nicht selten etwas Abcnthenerliches hat. Wenn man fragt, welche Bauart die beste sey; so könnte man antworten: für Tempel, Triumphbogen und große Monumente sey die alte Bauart die beste; für Palläsic die italiänische, aber mit der griechischen Genauig- *) S. Baukunst. Bau Bau Genauigkeit verbunden: zu Wohnhausern aber die französische. Von der Bauart der alten Volker überhaupt: Joh. Bcrnh. Fischers Entwurf einer historischen Architektur, in Abbildung unterschiedlicher Gebstude des Al- tcrlhunis und fremder Völker, Wien 17-1. Lcipz. 17-5. 5. und Bücher mit 62 Kpfrn. — — der alten Aegypten handeln, oder geben Nachrichten: Oe- scripricm ut rbe h^rsmicks in Begz'pr, b^ stobn Orcovcx, 1 .0116.1646.8.— Ibe KZ^prion lstislory, rreoriug »k rbe hzromicks . . . v?riccen origiuoll/ in rka Grobian ronguc, by Viurrs6i .... 60110 in hingt, Hz- h. Ooviex, 1.vri6, 1672. Z. »— Ol. Lcliu blisso- riolo H ^rami6um Begz'pri, Ops. 1725. 8. -- O. hbil. Kroate Illeorio hzra- mistam, hrcsr. 1757. 8- — Der erste Band von Pockocks Oclcripr. ob rbs Holl... Kon6. i74Z.t. DeutschvonF. Frdr. Brcycr, Erl. 1754 und 1771.4. — Vo) oge ck'ligz'pre er 6e Issubie, p. Vir. Hrc6. louia dlor6cu, Läpp. 1757. 5. mit Kpf. Engl, von Pct. Tempclmann, 1an6. 1757. t'. -B. mit K. und mit weniger Kupfern, cbcnd. 1757.8. 2 B. Eben so, Deutsch, von Joh. Er. Es. Steffens, Brcsl. 1779. 8- -B.— lieber zwcy (Ac- gpptische) Gebclude aus einem Srcine.... eine Abhandl. von Eaplus, in dessen Abh. zur Geschichte und Kunst, Altenb. >768 — 1769. 4. 2>L. S. Z54. — vell'Br- cbirerruro ssgi7.isiio, Oitlerr. 6 an Lor- risp»ii6eritt:6eIl'Bcs6emio 6eIIe8cien» 2e 6i hörig!, Horm. 1786. 4.--- lieber die Baukunst der Aegyptcr, eine Abhandlung von C- L. Stieglili, in dem Z4ten Bde. S. 177 der neuen Bibl. der sch. Wissensch, welcher auch einzeln abgedruckt worden ist. — lieber die, zu Rom noch befindlichen Obelisken, deren ncune von einiger Bedeutung sind: Oegli Obelilcbi cki Komo, lio klier- cori, ll. 158?. 4. —- Deila Irosiior- roziane 6eil Obelisco 61 Vsricon».,. 6ol Oov. Dum. honcans, K. >590. 5. Tssesp. 1604. s. Kid. II. in cui t> ro» giouo 6i olcane todriede iorro in Ilo- me e in dlopali 6ol Lov. D. hvnrono, Issop. 1604.5. Die Forlschaffung und Ausrichtung dieses ObeliskcS war so merkwürdig, daß sie zu vielen, zum Theil schon früher erschienenen, Schriften, Anlaß gab, von welchen ich mich mit Anführung des Obciilcus Vörie. . . . p. Herr. Co- letinium, II. 1587 .4. der ltpitl. bticr. Lorcnse 6e magno Obelisen Lire. K. >587- 4- UNd des hbil. Krgoei De Ohe- lisco Lamm. IM 4tcN Bd. S. 18SZ. des Grüvischen Thesaurus begnüge. — Brb. Kircberi Obclit'cus hompbilur, . . . K. 1650. 5.— Ebendesselben Ode- litci Begz-pr. nuper inrer ltsei ilu- 6ers effalli Incerprcr. Ii. 1666. t. — Dell' Obelisco 61 L. Buguilo, 6! Kar. hior. lZaii6iui . . . K. 1750. t. init K. L. Lrusrri Lpiit. 6e Obel. O. Bug. K. 1750. 4. — Erklärung einer Aegppti- schcn Spitzsstulc, welche die Säule des H. Johannes in Rom genannt wird, Berlin 1768. 8. — — Won der Bauart der alten Perser: Vbc oncicnr on6 ro^oi hglioce at hcr- sepoliz, 6essro^c6 bz-B!exon6er rbs Lrcor. . . iilullr. sn6 6elcr. in XXl Onpper-plorez, 1on6. 17ZA. 5. sein mittelmäßiges Werk) — Auch geben Nachrichten von diesen Ruinen, oder handeln davon: die Vnz,ogcs 6e vir. Lbar6in eu hersso, im Steil B. S. 7Z der Amst. Ausg. von 1711. 8» — Die V0Z-. 6e Ourn. le ltru^n, Bmst. 17 1Z. k. S. 261 u. f.— Ein Aufs, des Gr. Eaplus, deutsch in dessen Abh. zur Geschichte und Kunst, Alt. 1768 u. f. 4. B. 1. S .57. — Karst. Niebuhrs Reisebeschr. nach Arabien, Kop- penh. 1772 u. f. 4. Bd. 2. S. 101 u. f. Auch steht noch ein Aufsah darüber von ihm im deutschen Mus. März 1788. — Persepolis, von H. Herder, im zten Th. S. zoi s. Zerstreuten Blätter, Gotha 1787. 8. und auch einzeln abgedruckt. — Eine, bepnahe eben so sonderbare Mep- nung, als Savcrio Minervino, in s. kirimologio 6ell Vloure Vulrure, S. 152. über den Jnnhalt der Homerischen Gedichte zo2 Bau Bau dichte äußerte, trug S. S. Witte in einer eigene» Schrift, so wohl über diese Ruinen, als die Aegyptischen Pyramiden vor, welche zu widerlegen, Carst. Nic- buhr sich, im Neuen deutschen Museum, Deeembcr 1790 die Mühe gegeben hat.— Mehrere Schriften, die von diesen Trümmern handeln, sind in Guthrie» allgem. Weltgeschichte, Th. 2. S-ozz der Heyni- schcn deutschen Ausg. und in I. (N Meu- sels öibl. tiilior. V. I. Th. 2. S. 4> u. f. angezeigt. Von der Bauart der alten Griechen uns Romer überhaupt: Idorl» ^r- clilrcisturosonr. Poe. 1542.4.— peo >tlli>riu5 ste ^cstiiiciis Idom. s. Idoms- moe oestitlcsr. c. poel. Iliicii pocov. 1644. 8. ^ Porallole stcz stix piinci- poux ^ureuro czu! «nc cceir pur lex cincz Orstrcx st'^rcliireäl. oder wie es in der zwcytcn Auslage heißt, und auch eigentlich heißen muß, parallele ste l'Kr- clcir. onr. cc ste lo mostcrne . . . Poe. 165c,. t'. mit 48 Kpfrt. von Frcart de Chambray; vcrm. ebcnd. 1702. k. und mit den Grunds, des Cl. Pcrrault. des Ch. Errand, u. d. m. in dem gten Bd. der Libl. porrot. cie I^iclürcLt. Poe. >766. 8- Engl, von Evelyn, Pouch 1664.1707. >7Zz. t. — Oill'ertor. rouclionr I'Kr- cliiredk. onr. er i^rctricedd, izorlii^ue von Fclibicn, bcy den p.nrrericn-i pur Icz Viez . . lies peintr. er ^rclrir. im öten B. S. 2:6 der Ausg. v. Trevoux. — I. Schüblcrs Tabellen über die alte Baukunst, Nürnb. 17Z2. p. Memoire pur PHrclrireJ. stez /^uc. von Caylus, in dem 2Ztcn B. der käem. ste I ücost. stez Inpcripr. Quartausg. Deutsch in den Abb. zur Gesch. und Kunst, Altcnb. 176z u. f. 4- B. 1. S. zoz.— Betrachtungen über den wahren Geschmack der Alten in der Baukunst, und üb. desselben Verfall in den ncucrn Zeiten, in dem 4ten B. S. 411 des neuen Büchersaales der sch. Wissenschast.—- p'eürcliitedl. stez .^ncicns ... p. Kir. 8ilvz-, Poe. >759. p. (Ob mehr als dieser Band, welcher blos Anmerkungen über die dorische Ordnung enthält, fertig geworden, weiß ich nicht?) — Oello moAnissccn^s st'^rplrlretcuro ste Idomoni, id. f. mit 40 Kpf. von Piea- nesi. (Er behauptet, daß die Skömcr darin die Griechen übertroffen hätten. Ein Brief, über dieses Werk von Mariette, findet sich im 4tcn B. S. -64 der V.->. riercz lirrcr. und Piranesi schrieb dagegen viperva^ioni, Ii. 1764. f. mit K. An- mcrk. über die Baukunst der Alten, entw. v. Jvh. Winkclmann, tcipz. ,762. 4. Frzsch. Par. 178z. g. (S. übrigens den Art. ÄNtlfi.) — Obpervorionz lue Icz pstilices stez one. peuplcz .... Poe, 1768. 8. von Le Roi. — Tfie Lrccion Orstcrs ot ^eckireLb. stelineoccst onst explsiriest Prüm rke /^nriep op slrlrenz, I-X Lreplr. Idivu, Tonst. (17Ü8) f. mit K. — (lozpori, pidk. Ven. Tob. XII. 77l.ü— — Von cinzclen ihrer Gebäude, als!) von den Tempel» derselben: Oc Tcmpiis prllnicor. von Jul. Cef. Bulcnger, im ?ten B. S. ;o des Grävischcn Thes. — Oe liomonor.Tem. pliz von Jul. Minutolus, im iten Bd. S. 100 des Sallcngrcschen Thes. — De porribuz Tempil ouguroliz Toi. >657. 8- von Joh. Bapt. Belli, im gtcn Bd. S. 54Z des Grävischcn Thes. — Oe Tempiis ^nriizuor. Oilleic. loo.Idönl, Tugst. Id. 1695. 4, — De Tempi) steZIi ^nricki, ein Aussah von Phil. Dc- nuti, im -ten B. S. 211 der 80M sti Oitperr. stell' chcost, sti Lnrrono. — P)iistcrro2. popro ol. Tempi» sti Diana sto ppepa sto Polen!, ebcnd. ini iten B. und einzeln Id. 1742. q. lieber eben diesen Tempel eine Äbhandl. von CayluS, in den gedachten Abhandl. zur Geschichte und Kunst, B. 1. S. 1. — ^cconnc ok 0 Idomo» Temple, von Stuckety, Inden pfiilos. Tronssdl. vom J. 1720.—- lieber die Baukunst der alten Tempel zu Eir- gcnti in Sieilicn, von Joh. Winkeluiann, in dcni ;ten B. S. 22z der Bibliothek der sch. Wisscnsch.,-— Die perrero iuil' ^rckicerruro, des P. Paolo Ant. Paoli an den Abt Fca, in dem zten V. s. »e- bcrschung der Winkclmannschcn Gesch. der Kunst, Bau Bau zoz Kunst, S. >!y. handelt größtenteils von der Bauart der Tempel. — Bescndre Abbildungen davon liefern: Scelrä d! vari Lempierri ed 8epolcri anr. di Roma, di5. da Liamh. Klonrsno, con le piance el al^are in krolperriva, da Liamb». 8or!a, IL 1608. k. ,6z8. t. 1691. k. 80 Pl. in zwei) verschiedenen Sammlungen. S. übrigens den Art. Z?cui- knnsr. — DaS atc Buch des aten Bandes von Montfaucons ^nriczuire expl. Vol. karr. i. S. 45. (Ein großer Thcil derselben ist aus dem vorher angeführten Werk des Soria genommen, welches, wenigstens in Ansehung der Aufrisse, nicht viel Glaubwürdigkeit hat.) klanz, Loopes, krolils, klevarions Acomerrales er pcrlpcLklves de rrvis ?emplcs anr. de koclkum, mes. er dess. p. ). L. 8oolklor, puhl. p.L. Kl. Dumonr, kar. 1764. f. 7 Bl. und bey dessen Rccueil 1767.1. Demplesanc. er modernes, ou LKIcrvar. killor. er crir. lur les b/lonumens d'^rckireJu» re greccz. er Ford. p. Kir. L. VI. kar. ,774. 8- Mit K. --- Raccolra cii Dem- pi anr. cii kröne, kiranesc, R. 1780. L — L'ordine darico, oilia il Dempio d krcolc nclla Liers eii Lori eis Liov. >^nr. Moroni, IL 1785. (. 4Bl. - II) Von ihren Hävern: De DKermis er kalneis Verer. von I. B. Easalius, im sten Bd. S. 6zz des Grvnovschen Thcs. — De Dkermis Vcr. von Andr. Baccius, im i-tcn B. S. 2g, deS Gest, vischcn Thcs. — De Lalncis-Xnriczuor. von Laue. Joubert, im iten B. S. z?z des Sallengreschcn Thcs. -- De kalneis, Dib. von Jul. Ces. Capacci, im pten B. des Burmannschcn Thcs. Derme Diocleriane, dil. da 8. O^s, inraZI. da klier. Lock, IL 1558. t- 28 Bl.-» De Dliermis klerculsnis nuper in Daria rcperris, Ditlerrsr, bei) Lsr^optrili De ^nriez. klarmorik. Dpnlc. Draz. ad Rk. 174z. 4. — lktre Lacks ot rke Romans.. . . I-7 Ltr. Lameron, Lvnd. 1772. k. 7; Bl. — lieber die Bilder des Titus, s. den Art. Antik, S. >?;.». und wegen mehrerer Schriften über die Bilder der Alten (ob sie gleich mir mcdk- cinisch darin betrachtet worden find) lo. sklb. kahricii Likliogr. ^iiriquar. L. XXII. §. lg. S. 1004. Ril. rerr. — —- III) Don ihren Gymnasien: Ein Aufs. deS kaur. Joubert, im iten B. S. zzz des Sallengreschcn Thes. — Ein ähnlicher Aufs, von Dom. AulisiuS, cbend. V. z. S. 889. IV) Von ihren Blica- lcrn: Ausser den, be>? dem Art. 2tin- phichcarcr bereits angezeigten, hiehcr gehörigen, Schriften! De Dkcarra. .. -guöL lul. L. LuIenZcro Dric. 160z. 8- mit K. und im 9tcn D. S. 825 des Grcl- vischen Thes. — Dit'c. lue la kormc er la Lonlliuölion dn Dkearre cles ^nc. von Nie. Boindin, indem iten B. der klem.de lT^esd. des Inleript. —. klein, lrir le Dkearre cle L. 8crit>onius Lu- rio, vom Caiiluö, in dem sztcn B. der Klein, de i'Hcad. deslnlcript. D.Uart« ausg. Neutsch in den Abhandl. zur Geschichte und Kunst, Altenb. 1768 u. f. 4. B. i. S.281. --- Auch sindcn sich dergleichen noch verschiedentlich abgebildet > vorzüglich in Hovels Voyaxe de 5ieilo (lüte kicfer.) II. a. NI. S. übrigens noch den Art. Gcllauoükiie. — — V) Von ihren Xvalf'erlcitunzan: 8exr. lul. kronrinus De ^czriaediiJilnis Lrb. lio- rnse, k.il>. II. klor. 151z. ex rcc. ko» leni, kar. 1722. 4. mit K. und auchim 4ten B. S. 162; des Grstviscben Thes. — De slczuis er Hczuaedutt. Vcr. Romse, Disserr. III. von Raph. !8abrclti, mit K. cbend. S. 1677. Einzeln, Rom 1680. 4. Lorle dellc Tkcczue anriclic, por- rare da lonrani lopr» XIV. accznidor- ri . . . da /IIb. Latsso, IL 1756. 4. s B. mit Kupf. VI) Von ihren Ernkmnbilcrn: De Kvmanor. le. puickr. »VN Jul. Minutolus, im iten B. S. 12Ü des Sallengreschcn Thesaurus. — 8epulcliri kacies kL k. Liceronis . . . in Na^^nrko Inlüla rep. er a k. Dess- derio Li^namineoedici, Vcn. 1557.4. De k^ramide L. Laeüii kpul. von Det. Faleonieri, im gten V. S. 1461 desGrclv. Thcs. — Dcnr. dlorilii Lcnorapliia ?!» lang Ls)i er Lneü Lses, . , . Ven. i 6g r. Z«4 Bau Bau ,<5Ii. f. und im 8ten Bde. des Buc» mannschen Thes. — De kvlsusolei Berlin. pvn Dom. AulifiuS, im ztcn B. E. 88? des Sallengreschen Thes. 8ur le Xisulalee von TayluS, in dem üStcn V. der Viem. de l'/Xcsd. des Inscripr. dce QuartauS». Deutsch in den Abhandl. zur Gesch. und Kunst. Altcnb. 17S8 u. f. 4. im :ten Th. S. > u. s. — /^nriche 8e- polchre, ovvera Visuiolei, Ita>n. cd Lrruschi, ds L. 8. Lsrrali, lt. >6go und 1727. 5. izz Bl. tat. im isten Bd. S. 1 u. f. des Gronvvschen Thes. — Via- numenrum, 5. Lalumbsrium Diberta- rum er Lervor. biv. T^uguslse, erDse. 5sr. itam. dercst. in Vis Slppis, de- /er. er in XX scre ine. rsb. illulir. sl> c^nr. Liariu, sds. nur. 2^nr. X5sr. 8sl- vini, blar. 1727. t. und im zten B. S. 1 u. f. de» Polenischcn Thcs. — Ds- nrerS cd licri^iani tcpalcr. de biher- ri, Lervi cd Dtircisli dells Ds5s di /Vu^ulis, 5e»p. neiis vis 2Vppis, is- iulir. ds brsne. Lisnchini, lt. 1727. f. mit K- — Dsinere scpoler. de'Dihcrri ^cd 5d !?errc di Divis /iupulis. . . eii slrri lepalcri, d>5. ... ds p. Dhexe.i, inrsvl. ds 5'r. 2^?nils, It. 17z 1. f. 40 Bl. — — vii) Von ihren Benii- mählcrn andrer Art, als von Triumphbogen und Lebrenpforcen : De Triumpkis Ver. ltamsnar. 5cr. Ins. Lsrrh. Vlsrlisnus, It. 154?. Vcn. 155?. 4- —' bsnvini Onuplirü bstli er Triumphi ltamsnar. . , . Ven. 1 557. 5. (V nnr. In. Argali er sddir. I?ie, binelli, Lsr. 1642, 5. c. nnr, Ins. DIenr. Vlsderi, ldclmss. ,674.4. >U>d im Ilten B. S. >z;6 des GedvischenThes. Mit K. — L'rsnc. Viadii Lsndcttse Triumph. brct'r. 1586. 5. 2TH. Mit K. — DeTriumphis, Lpol. hell. 'Tra- pseis, Breuls, rriumpk. er Lnmps '5 'riumphi Dih. von Jus. Ces. Buken» gcr, im sten B. G. «;? des Gronvvschen Thes. — Ve5 XSshachus, De Triumph« It. /l>Iemsr. 1681. 8- — Ins. 8ehevedc De Triumph« It D>>I>n. 1694. 8. — In. dlicnlsi ltamsnar. Triumph, iolenn. Lrc5r. 1696. L. — l.ci>r. ?. Lioerrneri Damm. De .4rcu- hus rriumphsi. Dipl) 1750. 8. — Veter. .Vrcus ^uguiiar. Triumphis ins. ex relicz. czuse sdhuc ltmnse tu- periunr . . . nnr. I». L. Leilarii illulir. it. 1690. s. 4 2 Bl. — tVrcus D. Lcprimii Levcri ^nsgl^phs c. cxpli- csr. Ins VIsr. Lusretii, it. >676.5. — Eine Abbildung des, dem August, bei, Eusa crrichtcren Triumphbogens findet sich in dein blnuvesu Tiiesrre cie i?iemvnc er äe 8svn^e, 2^ mit. 1725. tul. und, einzeln, gab eine Beschreibung und Abbildung desselben, Paol. Ant. Massazza, Turin >750. s. heraus. — Krells I rs^ann cletlicscus Lenevenri pnrcs sures clittus.... k. 17Z9 und 1770. s. 9V!. — b'src cie Triam, phe cie Titus Vclpssscn , bsr, 1770.5. — Lopes ii »is snrieo srcn, cicrro vnlnzrmenre cii bnrcnZsIin, Dilierr. eii Vlarc. Leverali in dem iten V. der LsAAi cii Dilierr. ciells SVesciem. cii Dnrcons. llcbcrhaupt sind der vorhandenen Triuiiiphbogen, oder vielmehr Uc- bcrblcibsel vonnoch 12 vorhanden. S. übrigens in der Folge das Werk teS Cleris- seau und den Art. Flackcs Sctuiirz- rvcrk. — Von ihren Ehrensäulen: 5^15. Liscconi blilior. ucriusczuc Lelli clscici s Trsssua L. gelii, ex iimu- iscris, czuse in Lolumns cjusci. vilun» rur, call. lt. 1616. 5. Mit izo Kpfrt. Lolanns T,g)sns .... ciilegn. eä in- rs^l. ... cis b. L. Lsrrai!, call elpv- iiviane Fi Liscconia campencl. /inclr. .Vla- rclli» scleur, clel. er in sere ine. na» vs cleicripr. er aliiervsr. ill. cur» er Kuclia >Xnr. Lr. (iorii ^mlbel. ,742. 5. — Ds Dolanns cii XSsrco S^urclio, ove e scolpirv l'Iiioris clells gucrrs e vi^tar. Xisreoinsnnics inr. cis L. S. Lsr- rali, e ipieA. cis Li. L. Leilari, it. 5. s. Qucrf. 78 Bl. (Auch finden sich von dieser, und der vorhergehenden, Abbildungen in SandraetS W. Mit lat. Titel, Bau Bau zoz Titel , cbend. 1704. Qucrf. 80 Bl. lo. Vixnolii che Lolumna I1N9. /Znro- nin! ?. Oisterrsr, II. 1705.4. lob. Lastalllonis De Lolumna Vriumpk. Imp. ü.ucvn!ni Lommenr, im 4ten V. S. 1957 des Grstvischen Thcs. kic- destallo co'i bssti rilievi eil ilcri^ione «Zells Lolonna du' ^nconino pio . . . inraZI. de ?ranc. ^lzuils, k. 1704. 5 ; Bl. LalcoZralia della Lol. T^nroni- nianla, div. in LI. cav« ovvero la ve- dura, eleva^. Ic> Ipaccaco ecl i basti rilievi di «zuesto . . . monumcnro, II. 1779. 4. z Th. " Oelcriprivn de la Lolonne liistor. drestee 5 I'lronneur de I'klmpereur l'beodore, deil. p, Lenc. Lellin, expl. x. LI. I?r. 7«Ie.nestiier, ec gr. 9. ^ser. Valler, ?ar. 1702, F.—« Won der Lolumna rvstrara ist nur keine besondre Beschreibung und Abbildung bekannt. - VIII) Von ihren Landhäusern: De villar. anticzuar. apud Pom. LrruLtura von G« Grcnius, im ,ten V. Si 6z> des Sallcngreschcn Thcs« — Les Plans er les Oeicrlprions des Saisons de Lampagnes de plinc, par« 1690. 8« von Felibien; auch bei) s. Ln- treciens 5ur les Vies « .. des deiner« er Hrckir. . . «, im 6tcn B. S« nc> der Ausg. von Trcvoux, und, unter dem Titel, velices des Saisons de Lamp. appcll. le Laurenrin er la Vlailan de Joieane, ,Vmst. 1756. g. mit der, schon in der Idea dcll' TZrclntt! univeriale des ScamozzI befind!. Abbildung derselben zusammen gedruckt« Wahrscheinliches Entwurf von des jungem Plinius Land» Hause und Garten, Laurentin gen. von Frdr. Aug. Krubsacius, Lechz. 1760. 8. — l'ke Villa s ok rlre t^ncienc, illnllr. b>7 Kol,. Lastet!, Land. »728. f. — Oisterra^, . « « d'una anrica Villa, Icop. iul desto del Duiculo ... da p. Xu22eri> V^en. 1746.4.— Disterr. lopra la Villa dl Oratio plaeco, da Dom. de'Lanbiis, ki. 1761. 4. De- couverre de laVlaiton de Lampagns d'Horsce, p. Vir. Lapmarrin de Lstau- py, Idome 1767 — 1769. Z. ZTH. — pulnz ot rlre psllace vT tbe Lmperor lLrster Theil. Oioclerian ar Lpalarro in Oalmaria, I>7 Hob. TZdams, Lvnd. 1764. 5. mit 61 Kpfct. — Ein Plan von der Villa .^driani, Flor. >780. k. 6Bl. — Auch finden sich Nachr. und Abbildungen von dcrgl. in den Oeuvr. d'ürclnrcbi. . . . de bstr. pe^re, psr. 1765. f. — — IX) Von ihren Wohnhäusern: De pomanor. Oomibus, von Iul. Minu- tolus, im ttcn Bd. S. 71 des Sallcngrc« schen Thes. —> II Pala2?o de' Leszri, illustr. da ?r. Liancliini, Ver. >7Z8.t. mit K. Lat. und Jtal. — X) Beschreibungen und Abbildungen von noch vorhandenen Ueberbleibseln der alten Bauart, in einzeln Ländern oder Städten: Wlie kuins ob i'alm^ra. ockervvile Wedmor in rlie Oelerr l>/ Osrvlcins and Wood, Lond. 175z. t'. Mit ; Kpfrt. —» Wste lluins ob kalbecle, dckerwile Heliopolis, in kchelo-Lznia, von cbend. Lond. 1757.5. mit 46 Kpfrt. Deutsch, von C. Frdr. Bruckcr, Augsb. 1769 und -78-. 5. — Von Griechenland: lonian /Zncilzuicies . . . I17 K« Lliandler, 191. 2^. 1^« lleverr and W. pars, Lond. 1769. 5. mit 28 Kpfrt. I.ez kuines des xlus beanx Vlvnu- mens de Is Qrece .... p. Vir. le Hoi, par. 1758. 5. 2 Th. vcrb. 1769. 5. 2 Th. Mit 61 Kpfrn. Vo/gFe prircorcsl^ue de la Lrece, (von dem Grafen Choiscul Gouffier) ?ar. 1782. 5. bis jetzt nur ein Band, mit 126 Kpfrt. Deutsch, größtcn- theilö nur der Text, Gotha 1730 u. f. 8. — Ickie Iluins ot /Irliens, l>7 n« Lsyer, Lond. ,759. f. Mit 12 Kupfct. Deutsch, Augsb. 1764 und 1782« 5. rsts Tlnliczuicies ob Orkens, meiured and delineared, lzy Lcuarc and 5lie. ke- verc, Lond. 1762—1790. 5. 2 Bde. mit Kpfr. Von Italien überhaupt: I Vesti^i dclle Tlnciestirä di Homa, Tivoli, ?o2?:uolo erc. da LZid. Ladeier, praga i6n5. ;o Bl. Querf. — Ver. Larii d«nri^. Vestigia, Vrbis kloenia, ponces» Vempla, IZal- nea erc. aen. rak. ine. H. 1751. 5. —» Heprelenracion des plus celebres Vlo. numens de I'rZnrilzuice en Icalie, II detl. zc>6 Bau Bau stech. p. Llrrichcau, ßr. P. O. tlu- ne^o, Oonstr 1766. f. (Diese Dcnk- mclhlcr sind, der Bogen des Trajan zu Bcncvent, das Innre des Tempels der Eintracht, der Tempel des Scrapis zu Pnzzuoli, ein altes Grabmahl, der Tempel des Anton, und der Fausta, der Bogen zu Pola in Jstrien. der Tempel zu Pola, das Thor von Cumst, Tlrco t'elice gen. der Bogen deS Sept. Severus und Ca- vacalla, der Tempel des Jupiter Stator, der Tempel der Venus auf der Küste von Baja, und das Grabmahl Virgils) -- Vereris Oarii chnriquicarum amplitlima coileJio, in qua. . . Orbcs, Villae, Vempia, Lalncg, konres, Piscinae , . . stelcrib. er plus quam LXO rab. gen. cxbib. . . , idom. 1769 und i/Lo. Qucrf. 2 V. von Red. Vcnuti. — Lol- letlion ste dsvnumens st'TlrcbireJ. . . . ?ar. 1784. k, 5« Bl. von Rcnard Von einzelcn GraStcn, als von Rom: Lpeculum ramanae magni- licenciae, T^nr. Oasrcrii l ormis, id. 1552. k. liSBl.cbcnd. c. Oucberi p. ste iblobilibus, i;6z— ,582. f. >09 Bl. worunter sich aber auch viel Statuen befinden. — I VelliZi stell' ^nrickir» sti Idom», rar. e ricrarci in perspeilliva . . » sta Lres. stupersc. Id. 1569 — ,57; und 165z. 4üBl. Querf.— Orbis idomao /restilicior. illullr. quae lu- perlunr kdeliquiae, g lc>. Tlnr. Oolio, ut bostie ccrnunrur, chilo t'crreo steter. er ab In. IZ. ste Lavallcriis aen. rab. ine. Idepraebenrar. s. I. 1569. t", ^0 Bl. — I-c Knricbirü stell» Lirra sti Idoma, sti /^nst, pallastio, Ven. ,570. f. Id. 1576 Und lüoo. g. — Oisc. Ivpra le ^nricbira sti Idoma, sta Vinc. Lcspro^ari, con XO rav. inraZI. sta L. picroni, Ven. 158z. t'. — Oer ite und etc Th. von Oust. Oemonriolii Lallus Idvmss lstospes . . . Id. 2585. 4. handelt von den alten Gcbstuden zu Rom. — ^Icxanst. Oonari Idoma ve. tus er recens, Id. 1677.4. Tlmchei. 1695. 4. und im zten Bde. S. 469 des Erclvischcn Thes. — idoma anrica, Oib. VIII. sta kam. ddarstini, Id. l666 und 1704. 4. -- Venn, mit der Beschreibung deS neuen Roms von Venuti, Id. 1767. 8. 8 B. mit K. Das ccstere Werk allein, Id. 1771. 8. 4 B. mit K. Lat. von Jae. Tollius, in dem angeführten Thesaurus, B. IV. S. 877. mit K. — praAmsnra vechiZii vereris Idumas ex Oapistibus Oarneiianis . . . c. nor. per. Lellorii, Id. 167z UNd 1682. t'. Undilll 4tcn Bd. S. >9;; des Grclvischen Thes. Venn, mit Anm. von Amadusi, und sechs neuen Platten, ebend. 1764. t'. mit 26 Kpfrt. — I.cs pstistces anriques steldo- nie, stech, er mesurez rrüs exsLbcMcnr, par Tlnr. Oes Leisters, par. 1682. 1697 und 1779.H. Engl, von Marlhast, Oonst. 1771. t) mit izz Kmpf. loa. Oismpini Verer. Vlonumcnra, inqui- bus praecipue muliva opera, sacrar. protanarumque aestium üruJura. . . sticherr. er icon. illuchr. id. 1690 —. -699. f. 2 B. ebend. >74? — 1747. 5. 2 Bde. --- Xlonumenra Idom. Xlsgui- lustinis, quae urbem iliam vclur rcsti- vivam cxbibcnr, c. ste Idubeis, Id. 1699. izz Bl. Qucrfol. von P. S.Var- toli. — Lvnav. ab Overbelee Ideliq. snr. Orbis Idomae, a Isticb. ab Overbelce est. /rmchel. 170g und 176z. O Jtal. von Amiconi, Oonstr. 1779. k. z TH. mit 146 Dl. — Oe Vechi^i e Idarira sti Idoma anr. ric. e Ipieg. sta pranc. ste'pi- coroni, Id. -744. 4. mit K.— Oells hstzAnincence sti Idoma anrica e Mastern», sta Lius. Vali . . con una spiegazione stal p. Liufi. Lisncbini, Id. 174L UNd >761. kl. Fol. 10 B. — /du- riclnrü Idom. ste' rempi stell» Idepudl. e ste' primi Imperarori, stil. est inc. sta Liamb. piraneti, Ii. 1748 " 1756. t. 250 Bl. 4 Thle. — Oe Idovine stell' Lsliello stell Tlcqua Liulia ... st» Liov. II. I'irsneii, Id. 1761. 5. 4gBl, " II Lampa hlarzio stell' anrica idoma, von.ebcnd. Rom >762.!'. mit48K. — Oes plus beaux ü-lonumens ste Idome anc. . . . stech er Zr. en LXX pl. Oar. 1761 und 177;.!'. von Varbault, naehgcfi. von G. Ehr. Kilian, AugSb. 1767. O, —Journal ste Idome, ou Lol- Bau Bau zo? Lollebllon 6ez anc. Vsvmimcns, czui exiiienr stanz cecce Lapirale .... par. 1766. f. —, Vesturi stegli an- rickii VelliZi st! Koma, sti Ssl. Lio- vannoli, k. (5. a.) 106 Bl. Ttuerf. " HIcinva lbacc. steZIi meZIiore Vcciurs anriclie c most. st! idoma, 6a Livv. Lallini, II. 1771. 5. 80 Bl. Auch Liebt cS, ausser den, vorher bereits angeführten , noch viele Beschreibungen von Rom überhaupt, so >vie von den römischen Alterthümcrn, in welchen sich Nachrichten von den llebcrblcibseln der alten Baukunst daselbst finden. S. die Art. Amphitheater, S> 127. b. und Antik, S. >88. b. Von andern Gtavten Italien!!: ^ncicbirü cli Lora, steter, est inc. cla Liov. L. I?iraneli, II. 1764. 5. 11 Bl. — Le ^uriciiirä st'Albsno s cli Lallet Lsnstolto . . , sta Liov. L. piraneil, U. 1764. 5. 40 Bl. —» Lei Vcstcics clclle ldnine cli I'eilo . ., hlap. 176;. 5. I'ks Uuinz o5 ?oe» llurn, or polistonia, Loust, 1767. 5. 4 Bl. Tlie Idcilnz o5 poeilum. . . >07 Vir. dstasor, Lonst. 1768,5. mit. 24 Kpfrt. Engl, und Frzsch. Nachgcstochen von Albe. Heine. Baumgärtner, Würzb. 1781. 5 zoBl. >lvgn2r stell' Anricliicü elill. a P022U0I1, Luma e Kaja, ldlap, 1768.5. 107 Bl. wovon aber nur 69 dergleichen Ueberbleibsel darstellen, bat. und Jtal. von P. Ant. Pavli, wozu noch 6 besondre Abhandlungen von cbcndems. unter dem Titel: Idvvine clclla Liers cli peilo ... Id. 1784. 5. lat. und ital. mit vielen Kupfern erschienen, unter welchen sich 4; Bl. mit Ueberbleibsel» alter Baukunst befinden. S. auch noch die, vorher angezeigten Blätter von den Tempeln. — Lercera lopra l'anrlco psti- üc!c> cl! Ilavcnna, clcrro vol^armenre la ldoconsta, clcl L. ?a. Lamlza Llii- 5cIIi, Id. 1767.4.— Delle Ttnriclrirü' cli Idimin!, staTom.l'ernzn^a, Llb.II, Ven. 1741. t'. Mit K. — In den Oll- servar. 5ur lstsreulanum, p. Vir. kel- licarcl, par. 1754. 8. finden sich Beschreibungen und Abbildungen von einigen daselbst entdeckten Gebäuden. Auch hat Hamilton von den Ueberrrstcn und Trümmern dieser Gebäude ein eigenes Werk herausgeben wollen; aber, ob es erschiene»! ist, weih ich nicht. —- — Von Gicilien: In deS P. Pancrazi ^nrielrl» rüSicil. dclap. 1751. 5. qTh.insBd. finden sich Abbildungen von Ueberbleibsel» alter Gebäude in Sicilicn; besser in deS dDrville Sicula . . . llinll. ^1764. 5. vorzüglich aber Inden, bcy dem Art.An- tik , S. 19z. b. angezeigten bcpden Vo- pgges pircor. — — Von Frankreich: Tdirrilzuirez cle la d'rance, p. Ll>. L. Lleriilean, psr. 1778. 5. — Polices anst Delcriprions o5 rtie ^n- ricz. o5 rlie proviucia ilvmsna o5LauI, norv Provence, Languestocanst Dan- ptiins, bzc Lov. porvnsll, Tonst. 1787, 4. mitK. UcbrigcnS findet sich in padrlcii kllzliogr. anricz. L. XXII. §. 12 — 14. ein Verzeichnis von Schrift- stestern und Schriften, welche über die Bauart der Alten geschrieben haben. — — Von der gothischen Bauart: Ein Brief über die gothische Baukunst, in den Vstein. cle Vrevoux , August 1759. Deutsch, im Hamburger Magaz. B.^24. St. 4. — LagZio lopra l 'Türctiirrerrcr- ra ZotUica, Tiv. 1766. 8. —- Von deutscher Baukunst 177z. g. Jmgl. im 4tcn B. S. 95 von I. W. Göthens Schriften , Bcrl. 1779. z. und in G. Huths allg. Magazin für die bürgerliche Baukunst, Th. 1. S. 84. vcrgl. mit der N. Bibl. der sch. Wissensch. B. 14. S. -87. — Geschichte der gothischen Baukunst, aus dem Engl, in dem 4tcn V. der Auswahl der nützlichsten und unterhaltendsten Aufs, aus den Brittischen Magazinen, kcipz. 1786.8. — lieber die Entstehung und den Fortgang der gochischen Baukunst ... von Aownall, in dem 9tcn B. der TürelraeoloZia, or Vlilceil prablz, Tonst. 1789. 4. --- In dem ?4tcn der Briefe über Rom . . von Ehrst». Traug. Weinlich, Dresden 1787. 4. findet sich etwas hierüber, welches in G. Huths alig. Magaz. der bürgert. Baukunst, Th. 1. S. 80 eingerückt worden ist. — — Auch gehören »och hieher: Tlill. cle la U 2 Oih-o- B a u Bau Oilpolicion ec stes Wörmes stii^erenrez czue les Lkreciens snc stonneess leur Dempies, psr. 1759 und 1764. 8. von Le Roi, Deutsch be» des Abt Laugicr An- mrrk über die Baukunst, Lcipz. >768. 8. — Historisch-Arcbitect. Bcobacht. über die Bauart der christl. Kirchen, »on A. Hirt, in dem itrn Th. der Zeitschrist: Italien und Deutschland, Verl. ,789. 8. XI. OD 8cbsstse> ausführliche Beschreibung des Münsters in Strasburg, Strasb. 1617. 4. StraSburgcr Münstcr- odcr Thurmbüchlein > . . von S. Ä. H. Vehr, Strasb. >744- 8- ^ Beschreibung der Münster Kirche zu Basel, Bas. 1788. 8. Von der Bauart der neuern europäischen Völker überhaupt: Vues er perss>echveü stes plus besux Lks- rcsux, pslsis er )ssrstins ste PDurope, p. Lckcnclc, ^mit. Quersol. z B. — Oollektion cie Viiles, Lksresux, Dsti- tices, Dkescres, plsces pubi. Lolon» nsstes, ec ce qu'il z! s ste plus rcmsc- c^usbie Usus rvure IVuropc, svec leur cxplicsr psr. 1765 t. (Ob mehr, als dieser erste Theil erschienen ist, weiß ich Nichts) — PIsns er DIevsrionz «je stiv. Rsrimens cn Ducopc, D s. 5- Bl. Von der Bauart der Italiener, und zwar von Rom überhaupt: II nuovo Desrro stelle psbrieke est Dstilicii in prospcrcivs sti Roms mo- stcrns, Dib. IV. stsro in iuce sts Oio. Lisc. Rosti . . . Roms 1665 — 1699. Quersol. 88 Bl. — 8custio st ^rckirec- rure civilc Doprs gli vrnsmcnci sti Pocke e pinelirc, rrsrci sts sicune Dsbbricbe sti Roms , . . pubi, sts Dom, Rolli. R. ,702 — 1721. 5. Z B. mit 287 Kpfcn. Ein Theil davon nachge- stachen zu Augsburg, p.a.— Vesture vsrie sti Roms snr. e mosterns, stil. est inrsl-I sts celebri /turori, R. 1745. D Vesture sti Roms sts Qiov. L. pirsueii, HZ Bl. Quersol. —- Des plus besux kistiticcs ste Rome moster. nc, ou Ree. stes plus bellcs Vues stes prineipsles Dßlilcs, plsces, psisis, Dvursincs . . . steil) p. ^esn ösr- bsule . . R. 176z. 5. 44 Dl. (Sehr schlecht gerathcn) — biouvesu Ree. stes Vues stes prineipsles RZIil'es, plsces, Rucs ec psisis ste Rome mostcrne ec stes plus besux Xlonumens ste Roms sac. stsns l'ecsc czu'iis De rrouvenc sn» lourstchui , . . R. 1776. D. 61 Bl. — dlouv. Ree. stes Vues stes plus besux reltes ste Rome snc. er stes plus bei» les DZIiles, plsccs, ec ponrsines sts Rome mosterne 4. ;o Bl. — Architect. Monumente, gcs. und gez. zu Rom von G. M. Oppenort, D. -4 Dl. — De psbbcicke sti Roms, in slssre sts 8illo V. sts Drsnc. Loiiignon, Rom, 1650. D. — Vesture steile psbbrlcbe sti Roms, iscro Fsre sts Ttieslsnstro VII. stil) est ints^I. sts Lismb. Dslus, R. 1665. D. — Ben Airchcn ;u Rom besonders: Inli^n, Ramse Demplor, RroDpcktus . . . c. plsuris sc XleDuriz s lo. Isc. ste Rubels, Rvmse 168z und c?80. 5. Wahrscheinlicher Weise iß das Werk aber älter; denn es ist eben dasjcniffc, welches von Sandrart, bep- nahe unter eben demselben Titel, vielleicht schon in? 1. 1679 und hernach, als der atc Th. s. Alten und Neuen Roms, >68;. D herausgegeben wurde, und daS sich im iten B. der n. Ausgabe s. W. befindet; es besteht aus 7z Bl. worauf 47 Kirchen abgebildet sind. — D ^rckirer- curs steiis Lsiliics sti 8. pierro in V?.» ricsno, Opers sti Lrsst. Dsz^sri, Xlicb, ktngei. Luansrorci, Lsrlo Xlssterni ... sts Oivv. k. LollsZuci > R. 1624 Und 1648. D. zo Bl. II D'empio Vs- ricsno ... sts Lsrlo ponrsns, R. 1694. D. mit K. Lat. und Jtal. Vcmpii Vscicsni Dliltoris s ?. pbii. Lonsnni . . R. 1S96 und 1700. D. (Enthclltdie inncrn Verzierungen der Kirche ) Oes» Deins ste courcs les psrcies ste 8. Pierre ste Rome, p. le 8. stsccz. ste Vsrsste, ?sr. 171z. D iz Bl, bclemorie iltnr. steiis v^Aost Dupols sti 8. pierro sts XI. Polen!, psst. 1748- k. mit looKllpf. 8uice stes Proiiis ste I'Dglile ste 8. Pierre, p. Xlr. Oumonr, psr. 1765. D 14 Bl. 8uire stes principsies psrcies ste i'D^iile stc Bau Bau Z09 «!c S .Pierre, von ebcnd. Kar. I7. ine. z k. L. Oionz'lio, Lom- mcncar, illussr. r^nß. Oabriclix, k. 177z. k. mit 7z Äpfcn. (eines Werkes hierüber, von M. Ang. Boldctti nicht zu gedenken) Ferner sind von dieser Kirche, und dem Vatica» überhaupt, verschiedene besondre Beschreibungen vorhanden, von welchen ich mich, mit der Anzeige der folgenden begnüge: Oella Lalilica
  • -oss.1'a)a, ascresc. (cla Oiov. Lorrari) id. 1750. F.— Oclcriprio lkempli 8. Vlariac ^äa)or!r, k, cle ftngeli5, k. 1621. 5.— Opera clel Lav. kranc. Loromino > cavara cla kuoi vrisinsli, cioö la cliicka e la kablorica clslla Sapienza cli Koma. . . Lara in Lucs 6s 8eb. Oiamini, k. 1720. k. 46 Bl. ---» Ebendesselben Ora- rorio e kablirica per l'adicaz. clc' ?. k< Lell'Orarorio cli 8. kilippo Keri. . . » «la 8eb. Liismini, k. 1725. k. lat. UNd ital. mit 67 Bl. — Auch gehören noch ZU den Kirchen die OileZni cli KUcari e Lappelle nelle Lkiele cli Koma clc' pin ccledri /trckircrri, cla Oian. Oiac. Kolli, k. Kol. 50 Bl. aus welchen die Sandrartschcn r^Iraria er 8sceIIa varia 9scmplor. komae, 40 Bl. die zuerst in der ^caäcrnia, dann im iten Th. des alten und n. Roms, und endlich im -ten B. der n. Ausg. f. W. erschienen, gezogen worden sind. Und allgemeine Beschreibung davon liefert, das — Sruäio cl'TZrclürerrura, kirrura c Sculc. nelle Llnelc cii Koma cla Iii. ikiri, k. 1674. 1721. 176z. Von Palläskeu zu Rom besonders: kalaria krocerum Orl >Iü Komas . . a Klier- krsncini, k. 1582. t. — kalazai cii Koma cis'piu celcbri eZrcllir- ciik. cia kier. sscrrerio I-ib. ll. Querfol. 100 Bl. aus welchen Sandrart s l'.ilaria komana, Kor. 1694. 5. und im zten V. der n. Ausg. f. W. in 74 Bl. bestehend, genommen hat. — Knovi OiKei-ni clell' lZrchirerrure e kianre clc' Kala22.i cli Koma cie' pin cclcdri Tlrcliir. clilcAn. ecl inragl. cla Oiov. k. kalcla, ciaci in lucc 768. 8. S. 429. Auch sind Abbildungen davon in dem Lourr cl'eZrcblceÄurs, czui comprenci les Orcirez 6e Viznoie, Kar. 1760. 4. 2 B. von Mariettc zu finden.) — Villa Lorsksis . . . cieicr. cia las. Vlsnilli . . k. 1650. 8. Lat. von Havcrkam» im «ten B. des Burmannschen Thcs. Villa Lor^hele... cia Oom. Vlonre- Isrici, k. 1700,8."— Villa kamphzi- iia, eiuzczue kallarium, c. 5. krofpedti- bus, er ejuscl. Viliae Osker, k. 5. a. 5. 64 Bl. Ob dieses die, von Dom. Varriera, auf 84 Bl. Fol. herausgegebene Abbildung dieser Villa ist, weiß ich nicht? —- Von eben diesem Künstler sind Aussichten von der Villa TZIciobrariclini, auf 7 Bl. Fol. so wie von Domcnico Fiv- rcntino dieVilla^lclnlzranclina a 1'ulcu- lano mit ihren Gärten und Brunnen 1647. k. -0 Vl. geliefert worden. — Die, in der Vibl. der sch. Wisscnfch. B V. S. 165. keipz. 176-. «. angezeigte Abbildung des PallastcS Capcarla, ist mir nicht näher bekannt.- ? VonBcun- U z neu zlO Bau NeN)uRom: Pontons div. 6! Koma, Tivoli e Vralcari, inr. da Oom. Larricr», e LioV. Vlaggi, k. 161g. Vier ganze und 44 halbe Blätter. — Vonrane di Ivoma neilc Viaa^i a Vvoglii pubbl. dilcgn. e-.i inragl. da lsivv. IZ. Valda, zz Tl. Quersol.— Von- rane nclle Ville di Vralcari, dil. ed Inc. da Qiov. IZ. Valda, 18 Bl. Ducrf. Vonrane de' Vglaa^i e de' Liardini (Ii Koma, co' loro prosperri ed or- riain. dil'. ed incagl. da Liov. Vranc. Venrurini, -8 Bl. Querfol.Aus dcn drey letzter» Sammlungen sind die Sandrartschen römischen Brunnen, Nürnb. 168;. t'. und im zten Th. der n. Ausg. f, W, 42 Bl. welche Brunnen; darstellen, genommen. — Vonrane del Liardinu Vücnle in Tivoli, co' loro Vrvlpecrl e Vcdure > e colla calcara del tiume T^nicne, derro volgarmen- re Tevcrone, dis. ed inr. da Q. V. Venrurini 29 Vl. — Auch werden die 4 letztem Sammlungen, welche überhaupt 10g Vl. enthalten, unter einem gemeinschaftlichen Titel von dcn römischen Buchhändlern verkauft. " Vonraincs des Vnvirons de Tivoli, Var. 1770, h - -- Von den Garten ;u Rom, s. d. Art. Gartenkunst. — Noch gehört zu der Baukunst von Rom überhaupt:' Briefe (z6) über Moni . . . von Chrstn. Traugott Welnlicb, Dresden -78s —1787. 4. ;B- — llnd von dcn Beschreibungen des neuen Roms: curars 0 lüccinra Oelcr!?.ione ropogr. ed ilkor, di Koma moderiga» op. poüli. dell'^l>. Kid. Venuri . , . li. 1766. 4. mit 54 Kupf. — Uebrigens sind von sehr vielen Römische», alten und neuen Gebäuden noch die Ansichten und Prospekte von sehr vielen Künstlern gestochen worden. welche anzuführen der Raum mir verbietet. -» — Von der Bauart 5» Neapel; Vacciars dells Lliiele, Va- Is?T> erc. della Lirra di Vlapoli, dstgp, V. s. kängl. Q. Oicliiarszione dei Oä- VeZni del kcslc Vala^Zo di Lalerra . . . Vlap. ,757. F. 14 Kpfrbl, und ly S. VesHr. Der Architect war ?«igl Vanvi, Bau telll. —» Lrand Lolfe de Vlaples, ori kec. des plus bcaux palais de la d!ro X^ille > pur Vir. Lüraud 1771. t. zo Bl. — Von Floren;: 8cudia d'.^rcliirer- rurs L!v. dclie Vabriclio di Viren^e , . . collc misure, pianre modiu! s prnüli da Verd. Kuggisri, Vir. 1722 u. f. 4TH- mit 277 Kpsrt. Die -te Ausg. führt dcn Titel: 8eeira di ^rcliirecr. anr. e moderne della Lirra
  • I. cla Lüus. Louckarä, Vir. >755, k. 4 Bde. — Lcelra cli XXlV Verluce äsllc principsli Loncrsüe, Vis22e, Lbicle e Vollazzi chella Lirro cli Vi^ rsn2a. VI. 5. — Veeluro clolic Vills ccl rl'alcri l.uogdi üella Tolcsns , Vir. 1757. Qucrfol. ;> Bl. — veleri^. s Lcucli lleii'inÜIns Vobrics äi 8. XIz. ria clel Viore . . . inr. cla Lern. Laus. LZrilli, Vir. >7Z Z. k. — OelcriTiono «seile Vonrane e tsbkricl'-e «seil Vrzcs» lino, rlcl 8. Lern. 8anü 8Arilli, Vir. 1762. V, >2 Bl. — Vs Vidrcris lese- «iico-Vouren^iono, Tercliir, «l! Xlicli. 7z,r>AeIo Iluoiiorocci . . . Vir. 17Z9 und 1759. ü mit eo Kpfrt. — — Von Venedig: Ve Vobriclre e Vcäure äi Vc- ne2io in Vrobpecrivo, cliü . . . e«1 int. «ja Vuea Lsrlevsriis, Ven. -70 z. V, loz Vl. — Tcarro clelle Vobbriclis piü conlpicue in prolhertivs «seil» Liers üi Veno?is, Ven. s. s. b. 4 Th. Vsls22i äi Veneria, Quxrfol. Z07 Bl. >— Vsugulis durale Lslilica dell' Vvang. 8. Xäsrco . . . colle norizis dell lüo Inalzsrnenro, TVrclncscrura . . . Ven. 1761. V. mit 11 Kupfrt. Xäagniticencior. , . . Lrbis Venerior. Vrolheötus, guos oliin Xlicli. ddarielcll! depinxic .... Ven. 1741. k. 17 Vl. »»» Ve deli^ie del Viurne Lrenra, esprelle ne' Vslszzi e Lslin! licuari To- prs Ic lue lponde ... da Loüa . . . Ven. -750. f. -—- Von Genua: I Vala22i di Lenova... da V. V, Gubens, T^nrv. 1622,165 2. 170g. 17 55. -B. izsBl. (Es wird auch mit dem französ .,.Titcl: Hrciiice^. Iral. conc. lez klans cp Vievar. ües xlus besux cdili- ces Bau Bau zu ces de Lcnes verkauft.) Von N?c^lanO; pianrc deliaLirra, pia?2S ecc. di pilano . . . da Liov. K. peili, pil. >707.^--- De pracclaris pedio- lani /ledis. a per. Lrsriolio» ped. I7Z5. 4. mit v. K. - Von Pisa: los. partin! TbeacrUm Lafilieac Pilo- nae . . . II. 17 c> 5 — 172?. 5. 2 Bd. mit zo Kpftt Don Turin: De- Icr>2. dell pala^xo, derra la Vene- ris . . di!. da Tlmadeo, L. di Lafiel- lamonre, Tor. 1672. f. 6: Bl. --- podello della Lfiicia di 8. pilippo, inv. da lvvara, Tor. 1758. I. — Von Vicen;a: Bell dieser Stadt läßt sich der Anfang mit denjenigen Werken machen^ welche Vre Gebauöo einzeler italienischer B>auineisser überhaupt darstellen, als des Pallaöio: De Labri- cbe o i Dise^ni cii ^.ndr. palladio . . . publ. da Drrav. Lerc. Lcsmoxx!, Vic. 1776 — 1785. ü 5 Th. Discartodel Tcacr» di /Vnr. palladio in V^icen^a, päd. 17ZZ und 1749.8. Descripcion du Tbeacre cle la Ville c!e Vieenae . . . lcve er dels. p. pr. parce > par, 17L0. 4. — DeS Vignola: vpere d'/Zrcfiirsrrura di lac. Laro^aio da Vi^nola, rsc. e polte in iuce dapranc, Viilaineua, Pom. 1617 und I7ZZ. s. 150 Bl. — — Von der Bauart in Spanien: Tlicarrum idilpanise, exbib. Orbes, Vilias ere. cdenre p. van clcn Lerge, a^mll. t. 5? Bl. Von der Bauart in Frankreich überhaupt: Des plus excellensLalli- mens de prznce... p. Iac84 der Brnßlcr AuSg. von 1702.) — ünFmenr. des nouvcsux karimens de Paris, p. p- puer, par. 1647. s. — ^rclriredt. tran^uise, ou kee. des Nizuz^ Llevac. Loupes er Profils des p-zliles > pailons Ito^. pa- Isis, piZrcis er pdificcs lez plus con- fiderables de Paris p. ,s. pr. kiondel, par. 17Z2 —1756". fi. 6 Thlc. !Nit 49? Kpfrn. — Plans er pievst, des pdifi- ces, <^u! le rrouvenr ü Paris er s Versailles kol. 24 Bl. — Vuez des plus beaux ponninens er pdifices de Paris» p. Durand, ;o Bl. --»» Tbcarre des plus beaux ponumcns de Paris, compr. ses Palais er Hoccls, par. 1770. s. -- Vuez de Paris er de Versailles, p. ltiZaud, Querfol. 65 Bl. .--- De- scriprion generale de lTIocel po)r. des Invalides, par. 168z. s. Mit >8 Kpfrt. Plans kllcvar. Vues, Loup. Profils, von eben diesem Hotel, 1687. s. 20 Bl. Deleripc. de l'p»lise ko^. des Invalides, p. p. pelibien 1702. 12. 1706. s. Mit K. Hill, de I idorel k. des In? valides. . . p. I. I.(Iraner, p. i7z6.s, Pill, de pldörel lto^sl des Invalides, p. pr. l'Abbe psrau » . . conrcnsnc tes Plans, Loupes er plcvar. geomerr. de gec pdifice, dels. er Ar. p. pr. Lockin, par. 1756. s. mit >sz Kupft'N. ---- Tableau de la paison des Lusans rrouves ü Paris, p. p. p. blacoire er peisard, par. s. — Von den sehnlich« ligen) königlichen Schlössern bsson- vers: Vues di?i passons sso^a. U 4 (es ZI2 Bau Bau les . . .. k. 46 Bl. »--- Plans, Prosiis, Llevar. er Vues 6e 6ilkerenres Xlaikons Loyales, 5. s6Bl. — Vues, Plans, Loupes er plevar. 6u Llrareau 6e Versailles mitJnnbcgriffdcrStatuen, Wasen »- Bl. aber nur 44 in Beziehung auf Bauart) — Plans, plevar. er Vncz 6u Lksceau 6e Versailles, s. LgBl. —- kirottes, pala^rinilies, pon- raines er Lakkins de Versailles s. ;;Bl. — »escripr. 6c la (Zrocrc 6c Versailles, Psr. 1699. s. 20 Bl. Nachgcst. von Kraust, Augöb. s, Zc?Bl. -- I-e pabzr. rinrke 6c Versailles, 8. 40 Bl. —> Plans, kllevar, er Vues 6es (lliareaux 6u pouvre er 6espuiIIerics, s. 40 Bl. — Vcrlsilles innnorralille . . . p. le Lr. ssean k. Vlonicarr. . par. 1720. 4, mit Kupf. von verschiedenen Meistern. Diese stlmmtlichen Werke gehören eigentlich zu dem so genannten Labinec «lukoi 6e prance i aber, ausser diesen sind auch noch, von le Pautrc, Plans gen. 6e Versailles, k. IZ Bl. Ferner, Plans, Proiiis er Llev. 6s Versailles, svec lcs öosquecs er les ponc, 6essl p. Li- rar6, psr. 1716. k. —. Vues, per- lpcöl, er Plan 6u Lliaceau, er 6es pon- raines er Lasca6es au zaräin 6s Versailles» p. VI. VI. VIenanc, Lalle erc. s. — Vues 6es beaux en6roirs 6es )ar6ins ex Vlais ko^. er 6u Lliareau 6e Vers, von Deinartain s- 16 Bl. — — Zluch glaube ich von den mancherlei Beschreibungen von Paris, wenigstens ei- nige hier anzeigen zu müssen: Oekcrip- rion nouv. 6e ce c^u'jl zr g 6e plus re- inarrzualile 6sns Paris, p. Lerm.Lriee p. 1684. IZ. ebcnd. 1717. 8. z B. 175z. 8. 4B. Mit K. — Paris ane. et nouv. p. le Vlsire, psr. 16^5. 12. z P. —- Ockcriprion 6c Paris, 6e Versailles, 6e Vlarl^,- 6e Xleu6on, 6s Lx. Llou6 erc. par piganioi 6e la porce, par, >717 U. f. 8. 8 B. MitK. — ^Imanae pirror, er Iiiüor. 6es rickes Vlonu» mens 6e la Ville 6e Paris, er 6e co ^u'il ^ a 6e plus curieux en ^rclii- reklure, peinr. Leulpr. er Lrav. . . . p.VIr.Isuherr, p. 17SLU. 1780. ;z. zP. — Don der Bauart in England; Oxonia illullrara, s. omnium cel. illius vniverssc. Lollcgior, aular. . . . nee non rorius klrkiis Lcenograpliis, 6el, sc sculps. Oav. poggan, Oxon. ,675. s. Oekcripcion ok rtie Ka6cli- ke pibrar^ sc Vxkorcl, 8/ ). Qilzbs, l.on6. 1747. ^ Virruvius Lrican- liicus, or rkre krirriklr T^rcliicekl, conr. rlie Plans, plevarions an6 Leölionsok rlie regulär Luil6ings, boclr pulrlic an6 private ... 8zr Lolin Campbell, Woolke an6 Oan6on, I.on6. 1717 1725. s. ; B. — krirannia Illullracs, or Views ot rlie Loyal palace», as also ok rlie principal Lcacs os rlie Klo- biliry sn6 Lencry ok Orcar Lrirain . , . Pon6.1720. k. 2 V. i8> Bl. 'plie inoll norables ^nri^. ok Lreac Lrirain, l>/lnigo )ones, I.0N6.172;. k. — Views ok alt rtre Larlre6rsls ok pnglsncl an6 Wales, an6 orker Luit- clings, by Luis k. 52 Bl. — Plans, ^llcvar. Lest. LLimney pieces an6Lei- lings ok klougliron- Kall, Luilr l>y 8. L. Walpole, 6ek. l>y Ware, Pon6. -7Z5 UNd 1760. k. Z5 Bl. — Plans, PIcvar. an6 orker Ornaments ok rke Vlansionkouke ar voucaller, bv Paine, P,on6. 1751. k. — Plans, PIcvar. an6 Lekl. ok plollrkam in dlorkollc publ. !,y Lrecringliam, l.on6. 1761 und 177). k. (Kent mar der Baumeister; und da» Gebäude ist sein beßtes Werk.) — Plans, Llsvar, Lest. an6 perkpetl. Views ok rlie (üar6ens an6 LuiI6ings ar Xew, bzr W. Lkambers, l.on6. 176z. k. — Plans, plcvac, an6 Leölions ok kui!- 6ings, cxecur. in rlie Lounries ok Korkollc, Lulkollc, Vorlckliire erc. l>/ Jokn 8oane, k. 47 Bl.-— Plans, ple» var, sn6 Leklions ok rke kkouke ok llorreklion kor rlie Lounczr ok Vl!66- lekex . .. l>zr Lli, >ti66Ieron, k. zz Bl. — plevac. ok rire nevv Lr!6ge sc Llaclc priars mit den Plans, plevar. an6 Leklions ok rl>e Vlacliines anä Lenre» ring, bzr k. Laläuin, k. — l-on6oi» ancl Weklminller improve6, illullra- reä bzr Plans .... b/ ). Lwzrnn» l.on6. Bau Bau ZlZ I-ooä. 1766. — Lriricol Oblervar. on rbe kuiiäiirzs anä Improvemencs ok Lonäon, Lonä. 177s. 4.— ^ cri- ricol revieev ok rbe public Luiläings in London 178z. 8. Unter den bloßen Beschreibungen ist sivkn llnribs chicrv anä sccurare läilivr^ »nci Lur» ve^ os Louäon, ^eikmiiriter, Loucb- rvartb, Lcmä. 1767. 8- 4 B. Meines Wissens , eine der bessern, Auch sind eine Wenge Aussichten von den englischen Landhäusern, Ruinen u, d. m. in Kupfer gebracht. Von der .Bauart in HollanV: ^5- beellcls cicr Vvrnaemlle Leboven u^r alle äse kb. VinAboonr Aeoräiueert baekr re /emlteräam, ^mllercl. >648. 1664. 1664. 1715. k. 2 V. Mit 8c>Kpf. — /.t'biläung vanr Lrsäcbu^s von S^m- sieräam, in elsrriA coopcre klaren, xeooräeneerr äoor ssac, v. Lampen ßer. äoor stac. Vennelcool, T^mit. 1661. L. zc> Bl. ^rcbiceäture, kcinrure er bculpr. äe la Ballon äe Ville cl'^,m- ücräam, repr. cn LIX ffg. . . . ^mlt. 1719. L. Vucs er krosp. äe la Ville ä'^mlk. p. k. Lckcnlc, 4. 100 Bl. Klans er Vues perspeöt. äu l'amsux ksrcer bäailons äe klailance äe 8c>rg- vlier, t', 4; Vl. —- Lea ^grcmens cle la Lampsxne, vu Remarques lur la Lonllrubbion eics bäaiüins cle Lam- paAne . . . cles ssaräins äe klailänce erc. Le^äe 1750. 4. — Von des Bauart in DannemarL: Der DänischcVitruvius, enthaltend Grundrisse , Aufr. und Durchschnitte der merkw. Gebäude des Königreiches Dännemack, Koppenh. 1746. 5. -B. dänisch, deutsch und franzsch.— btaknia koäierna, oder Bcschv. von Copcnhagen, Kopcnh. 1749.4. mit K. dän. deutsch und frzsch. Von der Bauart in Schweden: Luccia anciqua er bociierna b. z Bd. mit Z52 Kpfrn. Von der Bauart in Deutschland, und zwar zu XVien: I. E. Fischers von Erlach Ansang einiger Vorstellungen der vornehmsten Gebäude in der Stadt und Vorstädten zu Wien, Querfol. -9 Vl. Abbildung aller Kirchen und Klöster u. s. w. in Wien, b. Sal. Kleiner und I. A. Pfeffcl, Augsb. 17-4 — 17Z7, f. 4 Th. >Z2 Bl. Plan der Stadt Wien und der Vorstädte, von Nagel, Wien 1770. 5. >6 Bl. Prospekte von Wien, von K. Schütz und Joh. Zieglcr, L.gbBl. — Von den Beschreibungen Wiens wird die von Wciskcrn, Wien >770. g. für die bessere gehalten, Zu Berlin, und in den preußischen Mandern überhaupt: RIevacious des Königl. Residenz-Schlosses, von Schlüter. 6 Bl. Grund - und Anfriß der kathol. Kirche zu Berlin, k. 6 Bl. Klans cle la Laie Ro^ale äs l'Opera, bar. p. ls L. äe Xnobelsstvch, Kerl. 175z. Qucrf. 15Vl. Sammlung der bcßtcn Aussichten von Berlin, von Rotenberg, Bcrl. 178;. 5. -- Grundriß von Berlin von Hildncr, unter der Aussicht dcsFcldm. vvnSchmct- täu, 1748. 5. 4 Bl. — Abbildung des K. Preuß. Lustschlosses Charlottenburg, sammt dem Garten, von Decker, k. 21 Bl. — Plan des PallastcS und Gartens von Sans-Souci und dcS neuen Schlosses, von F. S. Salzmann k. -— Vues cles ksiais er Vlailons äe klailance än R, cle krnlle, cieil'. p. ff. L. Lroebes» 7l.uZsb. e?zz. L. 47 Bl. — Verschiedene Prospcctc und Vorstellungen von Berlin, Potsdam, Schwer, u. s. w. von Schleucn. k. 68 Bl. — ?l. L. Krügers Prospccte von Potsdam und Sans-Souci, L >z Bl. — Auswahl der vornehmsten, schönsten und merkwürdigsten Lustschlösser und Gegenden in den K. Preuß.,Staaten 5. l. 178s. k. — Die „Beschreibung der Königlichen Residenzstädte von Berlin und Potsdam, Verl. 1769. 8. und 1786. 8. z B." von Frdr. Nicolai, ist, als ein Muster solcher Beschreibungen, bekannt. Und von der Bauart daselbst handeln noch besonders: Kritische Anmcrk. den Zustand der Baukunst in Berlin und Potsdam betreffend, Bc«l. 1776.8. und Ludw. Mangers Vaugcschichtc von Potsdam, besonders unter Friedrich dem aten. Berl. 178S. 8. zB. — Ferner gehören noch zu der Bauart in den preußischen Ländern: U 5 HenncrtS Z!4 Bau Helmerts Grundriß des prlnzlichcn Gartens zu Reinsberg, 1777- k. VIsns cr Vucs ein Liisresu» clu sssröin, er äe Is Ville ü8z.4. 2 B. Lsillica Lr.vlrici cc />.tr2e^u?. Vinüelicor. clolcr. 2 kein, kstei-rt'eläer. . c. O Xsgeri ec VV. X!> iioui. Ving. 1627. si Das Rath- Haus daselbst, von Prinz gestochen 17Z2. Qucrfol. Bl. - Zu Dessau: Beschreibung des Fürsil. Anhalt- Dessaui, scheu l'andhanseS und englischen Gartens zu Mörtitz, von Aug. Rode, Oessau 1788. L. mit x Äpsrn. Ausser diesen gicbt cS von den mehrfien fürstlichen Schlössern, und von vielen Gebäuden in verschiedenen Strikten noch cinzcle Grundrisse und Abrisse, welche anzuführen mir der Raum verbietet; unter andern sind in M. Merlans Topographie die Ansichten von sehr vielen oberdeutschen Strikten, so wie Abbildungen einzcler Architccturwerke zu finden. „Betrachtungen und Einfälle über die Bauart derPrivatgcbäude in Deutschland mit 60 Kpfrn." erschienen, Augsb. 1779. t'. so wie gründliche Nachricht von dem Bauwesen in Franken, Schwa- bach >775. 4. mit Ä. Von der Bauart einiger asiatischen Aanöeu: OpliZizs ob Lbiuete Luit- Bau äings, ?uruicure crc. . . . engraveri l>z? «Ire best bisnäz» teom rbie vriAi» nrils ärsvcn in Linns, b^^Vill. Lksin- dee«, bonci. 1757. b. — Lcun^srscivo Viccv ob lde sncicnr drstanuencncs nf Inrlis, Lonci. 1786. 8.— Monumente Indischer Geschichte und Kunst, aus dem Engl, hes Will. HadgcS, von Brun und Riem, Beel. 1789. Qucrfol. — Auch finden sich Nachrichten dieser Art in »ich- rcrn Reisebeschreibungen; so wie in der 7^1'r.chsenIttAiii, c>r dstiscoll. IsrilÄs re- ist. r» s^nticz. U. d. M. Wegen anderer, zur Geschichte der Baukunst gehörigen Werke, s. den Art. Baukunst. Baukunst. Wir betrachten hier die Baukunst nur in so fern der Geschmak einen Antheil daran bat; das Mechanische darinn, obgleich jeder Baumeister dasselbe genau verstehen muß, gehört nicht hieher. Dieses, nebst dem Wissenschaftlichen, das der Baumeister aus der Mathematik schöpfen muß, davon abgesondert, so bleibt noch genug übrig, um dieser Kunst einen Rang unter den schönen Künsten zu geben. Das G.nic, wodurch jedes gute Werk der Kunst seine Wichtigkeit und innerliche Größe, oder die Kraft bekommt, sich der Aufmerksamkeit zu bemächtigen, den Geist oder das Herz einzunehmen; den guten Geschmak, wodurch es Schönheit, Annehmlichkeit, Schiklichkeit, und überhaupt einen gewissen Reiz bekommt, der die Einbildungskraft fesselt: diese Talente muß der Baumeister so gut, als jeder andre Künstler besitzen. Eben der Geist, wodurch Homer oder Raphael groß worden, muß auch den Baumeister beleben, wenn er in seiner Kunst groß seyn soll. Alles, was er, durch diesen Geist geleitet, hervorbringt, ist ein wahres Werk der schönen^ Künste. Die Nothdurst, zu deren Behuf ein Gebäud Bau Gebaud aufgeführet wird, bestimmt dessen Hauptthcilc; durch mechanische und mathematische Regeln bekommt es seine Festigkeit; aber aus Sachen, die die Nothdurft erfunden , ein Ganzes zusammen zu setzen, das in allen seinen Theilen jedes Be- bürfniß unsrer Vorstellungskraft befriediget; dessen uberlegte Betrachtung den Geist beständig in einer vor- theilhasten Würkung erhalt; das durch sein Ansehen Empfindungen von mancherley Art crwekct; das dem Gcmüthe Bewundrung, Ehrfurcht, Andacht, fcyerlichc Rührung einpräget: dieses sind Wartungen des durch Gefchmak geleiteten Genies; und dadurch erwirbt sich ein großer Baumeister einen ansehnlichen Rang unter den Künstlern, Wie diese Kunst in ihren Ursachen so edel, als irgend eine andre ist: so kann sie auch ihren Rang durch ihre Würkungcn behauptein Woher hat der Mensch überhaupt seine Begriffe von Ordnung, von Schönheit, von Harmonie und Ucberein-, siimmuug; gewiß nützliche und wichtige Begriffe? Woher hat er die ersten Empfindungen von Annehmlichkeit, von Lieblichkeit, von Bewundrung der Große, und selbst von Ehrfurcht für höhere Kräfte, als uns überlegter Betrachtung körperlicher Gegenstände, die der Bau der Welt ihm vor Augen stellt? Sieht man nicht, daß der erste Anwachs der menschlichen Vollkommenheit der Schönheit, Annehmlichkeit, Bequemlichkeit und' andern vorthcilhasten Eindrucken der Gegend, die man bewohnet, zuzuschreiben sei)? Und trägt nichr ein elendes, von allen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten entblößtes Land, das meiste zu der Barbarei) und dem viehischen Zustand seiner Einwohner bei)? Wenn dieses nicht kann geleugnet werden, so kann man auch der Baukunst, die jeden nützlichen Eindruk, den die Bau ziz Schönheit einer Gegend machen kann, auch durch ihre Veranstaltung, nach einer andern Art, hervorbringet, den Nutzen zur Cultur des Geistes und des Gemüthes nicht absprechen. Wer irgend einen Gefchmak an Ordnung, Schönheit und Pracht in blos körperlichen Gegenständen hat, der lese die Nachricht, «welche Pau- sanias von Athen giebt, und überlege hernach, was für Wartungen es auf einen Athcnicuscr müsse gehabt haben, in einer solchen Stadt zu wohnen. Der würde gewiß eine geringe Kenntniß der menschlichen Natur verrathen, der uichc begreifen könnte, wie viel vorthcilhafte Würkung auf die Veredlung des Menschen dergleichen Gegenstände haben können. Ist die Nation, die in den besten Gebäuden wohnt, nicht eben die vollkommenste; und giebt es in Ländern, wo nur elende Hütten sind, Menschen, die nichts weniger als barbarisch sind: so folget daraus nicht, daß jene nicht viel Gutes an sich haben, das sie in andern Wohnungen nicht haben würden; und daß diese nichr noch vollkommener seyn würden, wenn sie den guten Einfluß dieser Kunst auch empfunden hatten. So wenig man indessen sagen kann, daß die Baukunst eben die wichtigste Kunst zur Cultur des Menschen sey, so wenig kann man ihr den Anthcil, den sie nebst andern Künsten an dieser allen wichtigen Sache hat, ganz absprechen. Das Wesen der Baukunst, in so fern sie die Frucht des vom Gefchmak geleiteten Genies ist, besteht darum, daß sie den Gebäuden alle ästhetische Vollkommenheit gebe, deren sie, nach ihrer Bestimmung, fähig sind. Vollkommenheit, Ordnung, Schiklich- keit der innern Einrichtung; Schönheit der Form, ein schiklicher Charakter, Ordnung, Regelmäßigkeit, guter Gefchmak in den Verzierungen von zi6 Vau von außen und innen: dieses sind die Eigenschaften, die der Baumeister jedem Gebäude geben muß. Also muß er, wenn ihm die eigentliche Bestimmung desselben angezciget wird, die Hquptthcile in der schik- lichstcn Große, jeden, wie er zum Gebrauch am vollkommensten ist, erfinden; die gefundenen Hauptthcile dergestalt in ein Ganzes zusammen verbinden, und anordnen, daß nicht nur jeder Theil seinen schiklichen Ort bekomme, sondern das Ganze, auswendig und inwendig, ein wol überlegtes,, bequemes, seinem Charakter und seiner Bestimmung richtig entsprechendes, und nach feiner Forin wol in die Augen fallendes Werk ausmache; jeder cinzcle Theil muß bis auf die geringste Kleinigkeit so seyn, wie er sich zu dem, was er seyn soll, am besten schiket. Es niuß überall Verstand, Ueberlcgung und guter Geschmak aus dem Werk her. vvrleuchten. Alles unnütze, alles unbestimmte, alles widersprechende, alles verworrene, muß auf das sorgfältigste vermieden werden. Wenn das Auge durch die gute Form des Ganzen gereizt worden, so muß es sogleich auf die wesentlichen Haupt- theile geleitet werden, selbige wol unterscheiden können, und wenn es davon gesättigct ist, auf die kleinem Theile geführt werden; deren Bestimmung, Nothwcndigkeit und Schik- lichkeit zum Ganzen einleuchtend fühlen. In dem Ganzen muß eine solche Harmonie, ein solches Gleichgewicht der Theile seyn, daß kein Theil zum Schaden des Ganzen weder hervorsteche, noch durch Mangel und Unvollkommcnhcit die Aufmerksamkeit stähre. Kurz, alle Weisheit und aller Geschmak, den man an dem äußern und innern Vau des menschlichen Körpers bewundert, daran alles vollkommen ist, muß nach Beschaffenheit desjGegenstandes auch Bau in einem vollkommenen Gebäude zu bemerken seyn. Also hat der Baumeister, wie je. der andre Künstler, die Natur für seine eigentliche Schule zu halten. Jeder orgauisirte Körper ist ein Gebäude; jeder inncreTheil ist vollkommen zu dem Gebrauch, wozu er bestimmt ist, tüchtig; alle zusammen aber sind in der bequemsten und cn- gcsten Verbindung; das Ganze hat zugleich in seiner Art die beste äußerliche Form, und ist durch gute Verhältnisse, durch genaue Uebcreinstim- mung der Theile, durch Glanz und Farbe angenehm. Diese Eigenschaften hat auch jedes vollkommene Gebäude. Man konnte dcßwegen mit einigem Schein behaupten, daß dem Vaumcister die Erfindungskraft und das Genie noch nothiger sind, als dem Mbhlcr; denn dieser kann schon durch eine pünktliche Nachahmung der Natur gute Werke hervorbringen, da der andre nicht die Werke der Natur, sondern das Genie und den Geist derselben nachzuahmen hat, wozu mehr, als ein blos leibliches Auge nothig ist. DcrMahlcr erfindet seine Formen nicht, sie sind schon in der Natur vorhanden: aber der Baumeister muß sie erschaffen. Deswegen gereicht die Vollkommenheit der Baukunst einer Nation zu nicht geringerer Ehre, als die ist, die sie durch andre Talente erwerben kann. Elende Gebäude, die bey einer gewissen Große weder Bequemlichkeit noch Regelmäßigkeit haben» bey denen widersinnische Veranstaltungen, abeutheuerliche Verhältnisse, Unfleiß der Arbeit, und andre Mangel dieser Art durchgehends herrschen, sind ein untrüglicher Beweis von dem Unverstand und dem schlechten Gemüthszustand einer Nation. Vortheilhafte Begriffe hingegen muß man von der Deirkungsart eines Volkes bekommen, das auch in seinen geringsten Gebäuden und in den klei- nestcn Bau ncstenThcilen derselben, ivahrenGe- schmak, ttcberlcgung, Schiklichkeit und edle Einfalt zeiget. Bcy den Thcbanern war ein Gesetz, nach welchem ein Mahler, der ein schlechtes Werk verfertiget hatte, um Geld gestraft wurde *). Wichtiger war es, in einem gesitteten Staat Gesetze zur Verhütung grober Fehler gegen die Baukunst einzuführen. Ihre Aufnahm und ihr Einfluß auf die geringsten Privatgcbäude ist gewiß der Aufmerksamkeit eines Gesetzgebers nicht unwürdig; und so gut, nach dem Urthcil der ehemaligen Spartaner, die Musik einen Einfluß auf die Sitten haben kann, so gewiß kann die Baukunst dieses thun. Schlechte, ohne Ordnung und Verstand entworfene und aufgeführte, oder mit närrischen, abentheuerlichen, oder ausschweifenden Zicrrathen überladene Gebäude, die in einem Lande allgemein sind, haben unfehlbar eine schlimme Würkung auf die Den- kungsart des Volks. Der gute Geschmak der Baukunst ist im Grunde eben der, der sich so- wol in andern Künsten, als in dem ganzen sittlichen Leben der Menschen vortheilhaft äußert. Seine Würkung ist, daß in einem Gebäude nichts unüberlegtes, nichts unverständiges, nichts, das der Richtigkeit der Vorstellungskräfte zuwider ist, angetroffen werde; daß jeder einzcle Theil sich zum Ganzen wohl schike; daß das Ansehen und der Charakter, oder das Gepräge des Gebäudes, mit seiner Bestimmung wol übereinkomme; daß kein Theil und keine Zierrath daran fey, von der man nicht ohne Umschweif sagen könne, warum sie da sey; daß die edle Einfalt dem Ueberfluß an Zierrathcn vorgezogen werds; daß endlich aus jedem einzeln Theile Fleiß und Verstand deutlich hervorleuchten. An den weni- S, ^«IMuz Vi»r. biit. l.. IV. »4. Bau zi? gen Gebäuden, die von der guten Zeit der griechischen Baukunst übrig geblieben sind, zeigen sich alle diese Eigenschaften deutlich; sie können als Muster des reinen Geschmaks angesehen werden. Die ersten Bemühungen in dieser Kunst entstehen natürlicher Weise bey jedem Volke, sobald es sich aus der gröbsten Barbarei) losgerissen, Muße zum Nachdenken und Begriffe von Ordnung, Bequemlichkeit und Schiklichkeit, bekommen hat. Denn es ist dem Menschen natürlich, das Ordentliche der Unordnung vorzuziehen. Also fällt der Ursprung der Baukunst in die entferntesten Zeiten, und ist nicht bcy einem Volk allein anzutreffen. Es würde angenehm und lehrreich seyn, die Hauptartcn des Geschmaks in der Baukunst, durch Aufzeichnung einiger Hauptgebäude der, diese Kunst übenden, aber sonstkeine Gemeinschaft unter sich habenden, Nationen, vor Augen zu legen. Es würde sich viel von dem Nationalcharakter derselben daraus bestimmen lassen. Man würde zwar in allen dieselben Grundgesetze, aber auf sehr verschiedene Weise angewendet, finden. Der Geschmak, den die ncuern Europäer angenommen haben, ist iin Grunde derselbe, der ehedem in Griechenland und in Italien geherrscht hat. Er scheinet, wie die ersten Anfänge verschiedener andrer Künste, nicht auf griechischem Boden erzeuget, sondern aus Phönizien und Egypten dahin gekommen zu seyn; aber durch das feine Gefühl und den männlichen Verstand der Griechen seine Vollkommenheit erreicht zu haben- In Egypten trifft man noch Ruinen von Gebäuden an, die allem Ansehen nach älter, als der Anfang der eigentlichen Geschichte sind. An denselben ist schon der griechische Geschmak, auch so gar in kleinem Vcr'c- ziemi? ZI8 Bau Gerungen zu cntdcken *). Von phö- nizischen, babylonischen und persischen Gebäuden hal sich nichts ans dem hohen Alterthum erhalten. Da aber der salomonische Tempel ohne Zweifel das Gepräge derphönizischen Bauart gehabt: so kann man auch von dieser sagen, daß sie mit der egyptischcn übcrcin gekommen. Man muß also den Orient, und vcrmuthlich die Lander disseits des Euphrats, als den Geburtsort derjenigen Bauart ansehen, welche von den Griechen auf den höchsten Grad der Vollkommenheit erhoben worden. Diese scheinen die Knust noch in einem etwas rohen Zustande bekommen zu haben. Denn noch sind ansehnliche Ruinen griechischer Gebäude vorhanden, die weit über die gute Zeit des Gcfchmaks heraufsteigen, wie die Ruinen von Pestum am sa- lernitanifchen Meerbusen, und von Agrigcnt iuSicilien»»). Diese Ban- art hat in Griechenland und in Italien verschiedene besondere Wendungen , als so viel Schattirungcn bekommen, die man hernach mit dem Namen der Ordnungen bezeichnet hat. Die Hetruricr und Darier sind der alten Einfalt-und Rohigkeit am nächsten geblieben. Die Jonicr scheinen etwas mehr Annehmlichkeit und eine Art von Weichlichkeit hineingebracht zu haben. Hernach aber, als Griechenland der Hauptsitz aller schönen Künste geworden war, kam noch mehr Zierlichkeit und so gar etwas Ueppigkeit hinein, wie an der coritt- khischcn Ordnung zu sehen; dieses haben die spätem Römer noch weiter getrieben s). Noch itzt wird allemal, wo Säulen oder Pfeiler angebracht werden, H S. coemthiscbe Sstulc; Knauf; do, nsche Sstule. S. die Vorrede zu Winkclinanns Geschichte der Baukunst, und neue Bibliothek der schönen Wissenschaften. ss) S. Ordnungen. Bau eine dieser fünf alten Ordnungen zur Richtschnur gewählt. Sie sind so gut ausgedacht, daß man, ohne Gefahr die Sachen schlechter zumachen, sich nicht weit von den Formen und Verhältnissen der Alten entfernen kann. Es ist nicht mehr zu erwarten, daß eine, von diesen Ordnungen würklich verschiedene, und dennoch gute Gattung, werde erfunden werden. Die Römer scheinen schon alle mögliche Versuche hierüber erschöpft zu haben. Sic nahmen sich ernstlich vor, Rom durch die Schönheit der Gebäude über alle Städte der Welt zu erheben, und es ist angenehm zu lesen, was Strabo hie- von erzählt"). Dennoch haben diese außerordentlichen Bestrebungen von den besten aus allen Theilcn Grie- chenlandcs versammelten Baumeistern nichts, als die einzige römische Ordnung herausgebracht, die doch nur ans einer Vereinigung der co- rinthischen und jonischcn besteht. Nach Erlöschung der Familie der Cäsaren fieng in Rom die Baukunst an zu fallen. Man verließ nach und nach die edle Einfalt der Griechen, und überhauste alles mit Zierrathen. Die Gebäude nahmen den Charakter der Sitten, die allen großen despotischen Höfen gemein sind, an; ein Gepränge, das die Augen verblenden sollte, kam in die Stelle der wahren Hoheit und Größe. Von dieser Art sind verschiedene noch aus diesen Zeiten vorhandene Werke, als: die Triumphbogen der Kayser Severus, des M. Anr. Antoninus, des Constantinus; besonders aber die Bäder des Diokletianus. So wie das Reich an Hoheit abnahm, sank auch die Baukunst. Die Römer brachten sie auch nach Consiantino- pcl, wo sie sich vicleJahrhnnderte in einem Stande der Mittelmäßigkeit erhalten hat. In Italien wurde Matt I..V. Bau man immer mehr und mehr für die guten Verhältnisse gleichgültig, und verlor sie zuletzt ganz. Als sich nach dem Untergang des Reichs, die Gothen, Longobardcn, und hernach die Saracenen in ihren eroberten Landern festgesetzt hatten, unternahmen sie große Gebäude, an denen nur noch wenige Spuren des guten Geschmaks übrig blieben; fast alle Regeln der Schönheit wurden aus den Augen gesetzt; desto mehr aber wurde das Muhsame, das Gezierte, das Seltsame und einigermaßen Abentheuerliche gesucht. Mitten in dieftnZeiten des barbarischen Geschmaks der Baukunst wurden die meisten Städte in Deutschland, und die meisten Kirchen im ganzen Occident gebauet, an denen wir das Gepräge einer über alle Regeln ausgeschweiften Bauart noch itzr sehen. Diese Gebäude setzen durch ihre Große, durch die unermeßliche Verschwendung der Zierratheu, durch die gänzliche Vernachlässigung der Verhältnisse, in Erstaunen. Doch finden sich noch hin und wieder Spuren des nicht ganz verloschenen Geschmaks. An der Mar- cuskirche in Venedig, die zwischen den Jahren 977 und 1071 gebauet worden, ist noch etwas von wahrer Pracht und von guten Verhältnissen übrig; und in derselben Stadt ist die Kirche 8snta ivisristormosi» bcynahe noch im antiken Geschmak, iin Jahr ,350, von Paulo Zbardelta gebauet. Aus den großen Gebäuden der Mittlern Zeiten, die in verschiedenen Städten Italiens noch zu sehen sind, läßt sich ziemlich deutlich sehen, wie durch diese Zeiten sich noch immer etwas von dem guten Geschmak der Baukunst erhalten hat. Im Jahre iviz wurde die Kirche zu St. Miniat in Florenz angelegt, die in einem erträglichen Geschmak gebauet ist; und im Jahre icnü wurde der Grund zu dem Dohm in Pisa gelegt- Der Bau zry Baumeister desselben war ein Grieche aus Dulichium, den die Italiener stulcbetto nennen. Die Pisaner, die damals einen großen Handel nach Griechenland trieben, ließen marmorne Säulen von alter Arbeit daher bringen, die an diesem Gebäude angebracht wurden. Bcy dieser Gelegenheit ließen sie auch Mahlcrund Bildhauer ausGricchcnland kommen. Um dieselbe Zeit ficng man auch in Rom, Bologna und Florenz an z» bauen. Um das Jahr 1216 baucte« ein gewisser Marchione, der zugleich ein Bildhauer war, die schone Capelle voil Marmor in der Kirche 8-mta Nsria lVIsA^lvre in Rom. Einer der größten Baumeister der mittler» Zeiten war ein Deutscher, den man den Meister Jacob nennte. Er setzte sich in Florenz, wo er das große Franciskanerkloster gebauet hat. Sein Sohn, den die Welschen Arnolfo Ä-apo nennen, bauete die Kirche des heiligen Kreuzes in Florenz, und gab die Zeichnung zu der prächtigen Kirche ai Msrur clel ilore. Dieser starb im Jahrs llZVO. Die kleinen Reste des guten Geschmaks breiteten sich doch in diesen Zeiten nicht außerhalb Italien ans. An allen den erstaunlichen Gebäuden dieser Zeit, die noch itzt von dem ehemaligen Reichthum der Niederlande zeugen, ist bey der unbegreiflichen Verschwendung der Arbeit wenig gesundes. Dieses muß man auch von dem Münster in Straßbnrg sagen, welches im drepzehnrcn Jahrhundert aufgeführt worden, und unter die erstaunlichsten Gebäude der Welt gehört. Der Baumeister desselben war' ein gewisser lCrrvin von Sreinbacv. Dic Münsterstrche in Ulm zeiget schon Spuren eines bessern Geschmaks, und würklich ist der Porticus vor dem Hauptcingang derselben von einer edlen Große. Aber zso Bau Aber in dem fünfzehnten Jahrhundert fieng die Baukunst an, sich aus den alten Trümmern wieder empor zu heben; die Städte erholten sich von den barbarischen Zerrüttungen, welche durch die Staatsverwirrungen angerichtet worden waren. Bey dein häufigen Bauen, das nach der wieder hergestellten Ruhe unternommen wurde, fieng man wieder an, auf die Schönheit zu sehen; mau sah nun die alten Ueberbleibfel mit Nachdenken an, und maaß die Verhältnisse au denselben. Ein gewisser Ser Brunclcschi, der zu Anfange des fünfzehnten Jahrhunderts gelebt hat, war einer der ersten, die sich die Mühe gegeben, in Rom, mit demMaaß- siab in der Hand, auf den Trümmern der alten Gebäude herum zu gehen. Von dieser Zeit an wurde die Aufmerksamkeit auf diese Muster immer größer, bis aui Ende dieses und am Anfange des sechzehntenJahr- hunderts, Alvern, Sortis, Palla- dio, Michel Angelo, Vignola und andre Männer erschienen, die sich außerordentliche Mühe gegeben, jede Regel zu entdekcn, durch welche die Gebäude der Alten ihre Schönheit bekommen haben. Und so wurde die Baukunst wieder hergestellt. Doch erschien sie nicht in ihrer ehemaligen Reinigkeit. Auch die spätem Gebäude des alten Roms, diö schon viel Fehler hatten, besonders die diokletianischcn Bäder, wurden zu Mustern genommen. Selbst die größten Baumeistet, Pallaoio und Michel Angelo, nahmen die Fehler des unter den Kapsern schon sinkenden Geschmaks unter ihre Regeln auf, und das Ansehen dieser großen Männer gab ihnen ein Gewicht, das sich bey vielen bis auf diesen Tag erhalten hat. Inzwischen breitete sich der gute Gcschmak aus Italien nach und nach auch in die übrigen Länder von Europa aus. Gegenwärtig findet man von Rußland bis nach Bau Portugal, und von Stokholm bis nach Rom, aber nur hier und da, Gebäude, die-,zwar nicht ganz unta- delhaft, aber doch größtentheils in dein wahren Gcschmak aufgeführt sind. Doch sind sie so einzeln, daß man nicht sagen kann, die wahre Baukunst sei) durch Europa gemein worden. Noch sind genug ansehnliche Städte, wo man die Spuren guter Baumeister fast gänzlich vermißt. Indessen, da fast alle Ueberbleibfel der griechischen und römi- sehen Baukunst abgezeichnet, und überall ausgebreitet sind, fehlet es den neuern Baumeistern an nichts mehr, sich in den wahren Geschmak des Alterthums zu setzen, als an überlegter Betrachtung derselben. Wir wollen diesen Artikel mit einigen Betrachtungen über die Theorie der Baukunst beschließen. Der Gebrauch, wozu jedes Gebäude bestimmt ist, gicbt dem Vau« mcister fast allemal die Größe desselben und die Menge der Zimmer, oder inwendigen Haupttheile an, wenn er nur, von einem gesunden llrthcil geleitet, fühlt, was sich in jedem Fall für die Personen, Zeiten und Umstände schikct. Sein Werk ist es, die erfundenen Theile wol zusammen zu setzen, ihre besten Verhältnisse zu bestimmen, dem ganzen Gebäude eine bequeme und schöne Form zu geben, dessen äußerliches Ansehen so- wol als alles inwendige, nach der besondern Art des Gebäudes, angenehm und schön zu machen. Bey dieser Arbeit muß er durch gewisse Grundsätze geleitet werden, die sein Unheil über das Schöne und Angenehme sicher machen; er muß gewisse Erfahrungen haben, die ihm da, wo seine Grundsätze nicht bestimmt genug sind, das Schöne hinlänglich zu erkennen geben. Hieraus entsteht die Theorie der Baukunst. Man bemerke zuvoderst, daß es gewisse Regeln giebt, welche bey jedem Gebäude über- Bau überhaupt, und bey jedem Theile desselben müssen beobachtet werden, wenn man nicht anstößige und bclci. digcnde Fehler begehen will. Diese Regeln wollen wir die nochmendi- ge» Regeln nennen. Andre aber sind von der Beschaffenheit, daß ihre ganzliche Verabsäumung zwar keinen Fehler veranlassen, aber einen ganzlichen Mangel der Schönheit hervorbringen würde. Diese nennen Wir zufällige Regeln. Die Theorie der Baukunst muß demnach zuerst diejenigen Regeln angeben, wodurch ein Gebäude sowol im Ganzen, als in seinen Theilcn richtig, ordentlich, natürlich und ohne Fehler wird. Diese sind größtcnthcils in den folgenden Artikeln begriffen: Rickrigkeic, Regelmäfiigkcil. Zusammenhang, Vrdnung, Gleichförmigkeit, Enrychmic. Denn die Eigenschaften, welche durch diese Wörter bezeichnet werden, sind alle jedem Gebäude so wesentlich, daß man niemals dagegen anstoßen kann, ohne ein aufmerksames Auge zu beleidigen. Wenn aber alles Anstößige in einem Gebäude vermieden worden, so ist es deßhalb noch nicht schön. Denn dazu gehört nicht nur, daß das Auge nicht beleidiget werde, sondern daß das Gebäude angenehm in die Augen falle. Dieses crfodert zuerst eine genaue Verbindung des Man- nichfaltigen in Eines *), welches durch die Verschiedenheit der Theile, und durch mannichfaltige und gute Verhältnisse derselben hervorgebracht wird. Die Theorie der Baukunst muß demnach zeigen, wie das Ganze des Gebäudes durch mancherley verschiedene Theile, die wol übereinstimmen und schöne Verhältnisse gegen einander haben, zusammen gesetzt werde. Diejenigen, welche über die Baukunst geschrieben haben, sind nicht S. Schön. Erster Theil. Bau Z2i genau genug gewesen, den Unterschied dieser beiderlei) Arten der Regeln zu bemerken, und haben daher der Baukunst zu enge Schranken gesetzt. Die meisten Baumeister sprechen von den Verhältnissen der Theile in den Säulenordnungen, und von den Verzierungen derselben auf eine solche Art, die manchen vermmhen laßt, daß alle Regeln darüber schlechterdings nothwcndig und bestimmt seyn. Sie halten die Abweichungen von diesen Regeln für wesentliche Fehler, da sie doch oft ganz unschädlich, oder wol gar nützlich sind. Es wäre nach der Meynung vieler Baumeister ein schweres Vergehen, wenn man die Zierrathen, welche nach der griechischen Baukunst dem dorischen Fries zukommen, dem corinthischen oder jouischen geben wollte. Viele gehen so weit, daß sie auch in den geringsten Kleinigkeiten nichts verändert wissen wollen. Vi- truvius befiehlt z.E. man soll indem dorischen Fries die Breite der T>rep- sclstitze zwcy Drittel der Höhe, und die Meropen gerade so breit als hoch machen. Brächte ein Baumeister alle mögliche Schönheit in ein Gebäude, veränderte aber diese vi- truvische Verhältnisse, so würde mancher ihn eines unverzeihlichen Fehlers beschuldigen. Dies ist ein Vorurtheil, das den Geschmak zu sehr einschränkt. Nur die Regel ist gänzlich bestimmt und unveränderlich, deren Verabsäumung einen Fehler hervorbringt, der der natürlichen, allgemeinen Art aller Menschen zu denken und zu empfinden zuwider ist, und der das Auge nothwcndig beleidiget. Auf diese Regeln muß man schlechterdings halten, denn sie sind unverletzlich. Da htngegcn in der Natur kein Grund vorhanden ist, warum in einem Fries Drcpschlitze, in einem andern aber andre Zierrathen seynsol- R len; Z2z Bau lenz warum das connthische Capital drcy, und nicht zwcy Reihen Blatter haben soll: so muß man diese zufällige Schönheiten nicht in nothwcndige Regeln fassen. Gleich- - wol vergiebt man insgemein einem Baumeister eher einen abgebrochenen Giebel, der ein Fehler wider die Natur ist, als einen Drcyfchlitz, der außer dem vitruvischen Verhaltniß ist; da doch dieses oft eine Schönheit und kein Fehler ist. Die nothwendigcn Regeln sind in der Natur unfrer Vorstellungen gegründet; die zufälligen sind die Frucht des Augenmaaßes und eines Gefühls, dessen eigentliche Schranken nicht zu bestimmen sind. Eine lange Erfahrung lehret, daß die griechischen Baumeister ein feines Auge gehabt haben, daß ihre Verhältnisse gefallen, daß ihre Verzierungen angenehm sind. Aber niemand ist im Stand, zu beweisen, daß sie die einzigen guten sind. Von verschiedenen Verzierungen wissen wir, daß sie ganz zufällig sind, und daß man oft angenehmere an ihre Stelle setzen könne. Sich gänzlich au die Regeln der Alten binden wollen, heißt eben so viel, als urtheilcn, daß keine weibliche Figur schön scyn könne, die nicht in allen Stüken der mcdiccischen Venus gleicht, und keine männliche, die nicht alle Verhältnisse des Apollo in Bclvcdcre hat. Wir rathen demnach denen, well che über die Theorie der Baukunst schreiben, daß sie zuvoderst die norh- wcndigen Regeln ausführlich und wol auseinander setzen, und deren Beobachtung genau einschärfen; weil es niemal erlaubt ist, davon abzugehen. Die zufälligen Regeln können sie aus den besten Mustern des Alterthums, aus dem Vitrnvius und den besten neuern Baumeistern nehmen, ohne deren genaueste Beobachtung als schlechterdings norh- wcndig anzupreisen. Man muß sie Bau nur als ungcfehr richtige Gränzeu ansehen, welche man niemal weit überschreiten kann, ohne in gefährliche Abwege zu gcrathen. Für schlechte Baumeister, die selbst kein Augenmaaß und wenig Geschmak haben, ist es sehr gut, wenn sie sich genau an diese Regeln binden. Die aber ein feines Aug und einen sichern Geschmak haben, können sie sehr oft ohne Gefahr verlassen. In allen Artikeln, wo wir von zufalligen Regeln zu sprechen haben, werden wir uns hauptsächlich an die halten, welche Gowmann angegeben hat. Man wird schwerlich einen Baumeister finden, der seine Kunst mit einem so scharfen Nachdenken bearbeitet hat, als dieser. Die allgemeinen, sowol nothwendigcn, als zufalligen Regeln müssen anffol- gende Hauptstüke besonders angewendet werden, i) Auf die Anordnung oder Figur und Form der Gebäude überhaupt. 2) Auf die innere Wmheilung. g) Auf die Verfie« rung besondrer Thcile. Wenn also die Theorie in ihrem ganzen Ilmfange vorgetragen wird, so enthält sie folgende Hauptstüke: 1) Allgemeine Untersuchungen über die Vollkommenheit und Schönheit eines Gebäudes. 2) Regeln über die Anordnung. z) Regeln über die Einteilung. 4) Betrachtungen und Regeln über die Schönheit der Außenseiten 5) Betrachtungen und Beschreibungen der verschiedenen Säulenordnungcn. 6) Von den kleinen Verzierungen der Glieder. 7) Von den inwendigen Verzierungen. Das Mechanische der Baukunst übergehen wir hier. Von den Schriften der Alten, über die Daukunft, ist keine übrig, als dc6 XI. Virruvii Uoil. Uil>. X. welche zuerst, corrigenre loa. Luchino, l. e. ». f. erschienen; c. Lul. Ullüsnstri cslli- Bau Bau Z-Z cassigar. Törßenr. 1550.4. Lugä. v. 155z. 4. L. Lommenr. Oan. Larbari, Ven. 1 567. p. L. vor. calbigar. er ob- pervac. pbilanäri inregris, Oan. Larbari excerpr, er LI. balrnaiii pallim inlerriz; pracmirrunrur klein. TVrcbic. coli. a VVorrono . . . acc. Lex. Vi- rruv. Lern. Laläi, er 5^uzä. 8camilli imparez Virruv. . . . coli, er äig. a loa. äe Laer, TZmlb. 1649, kl, Fol. (b. A.) — Auch ist ei», ursprünglich lateinischer Auszug (kpirome) vorhanden, welchen W. Postel, Par. 1540. 4. herausgab, und den Vossius für das Werk eines alten Schriftstellers hielt- — — UebcrsctZt ist Vilruvius, in das Italienische, von Zwei) Ungenannten (wovon der erste Lesare Lcsarino seyn soll) Coino 1521 und Ven. 1524. 5. in halb lateinischer, halb ital. Sprache; vonGiamb. Caporali, aber nur die ; ersten Bücher, Perugia ,556. 4. mit einem Eommcntar; von Dan. Barbaro, Ven, >;;ü. 5. und verb. cbend. 1567 und >681.4. mit einem Commentar; von Bern. Galiani, Neapel >758. 5 lat. und ital. (sehr gut.) — In das Spanische: von Jos. Ortiz y Sanz, Mad. >787. 5. mit ;S Kpfrn. und einem Commentar. Es muß, indessen, ein spanischer Auszug aus dem Vitruv, schon sehr frühe vorhanden gewesen seyn, weil ein, in der Folge vorkommender, französischer Auszug, aus dem spanischen gezogen worden ist. — In das Französische: von Jean Martin, Par. >547-5 Leu. >6>8. 4. Von Jul. Mauclerc, Par. 1648. 5 Von LI. Percault, Par. >675. p. verb. >684. 5 Auszugsweise übersetzt, unter dem Titel: Lailvn ä'TZrcbireblu- re, exrr. äe Virruve er surres anc. ^rckireöbeurs , erschien er bereits, par. >542. 4. (aus dein Span, gezogen) und ein andrer Auszug von Jean Gardet, und Dom. Bertin, kpiroins ou kxrrair abrege äes X I.!v. ä TZrcbirett. 'poul. 15 59. 4. Auch Pcrrault lieferte einen dergleichen Auszug mit der Aufschrift: ^rckircöbure generale äe Virruve, re» äuire en Abrege, par. >674. iz. 176L. 8- Tlunit. ,681. 12. Mit Kupf. und dieser Auszug ist wieder' von L. La- taneo, Ven. ,711 und >747. 8- in das Ital. so wie Prag >757. 8. in das Deutsche, und, l .onä. 170z. nebst einem Auszüge aus dem Vignola, in das Englische übersetzt worden. — Das Werk des Vi- truvius selbst, englisch von I. Pricke, Lond. >669. 5 (wahrscheinlicher Weise nur aus dem Französ. de Mauclerc) von Robert Lastet, Lond. >7Zv. 5. -B. mit den Commcntaren mehrerer, besonders des Jnigo Jones; von W. Newton, Lond. >77>. 5 — Deutsch, von Gealt. H. Ri- vius, Nürnb. 1548. 5 Bas. >575 und i6g>. 5 Erlauterungsschrif- ten über den Vitruv: Einen besondcrn Commentar, in italienischer Sprache, soll Sylv. Mauroccno, Ven. >495 haben drucken lassen, welchen ich nicht nck- her anzugeben weiß. — L. pbilanäri in X kib. Vi. Vir. p. Oe rZrckic. /Znno- rsr. Id. > 544. 8- — In den kpickole äi LI. prolomei, Ven >547. 4. handelt eine, an TVuguib. äe'kanäi, von dem Vitruv. — Lli olcuri e äistreiii palli äi Virruvio alla cbiara inrclli- genv.a rraä. per Liov. Lercano, Vlanc. >558. 5 — VI. Vir. ?. Vica e^u-iguo verbor. iißnibcar. 5 perper. in Vir. Lorninenr. T^ubi. Lern. Laläo, /)ug. Vinäel. >612. 4. 8carnilli iinpares Virruv. von ebcnd. cbend 1612. 4. und bey der Ausgabe des Lact. — Vir. Vo- iura Konica baÄenus sinilla rellic, a "idlic. Lolärnanno, bei) der Ausgabe des Lact. — Kxercic. Virruvjanae, b. c. loa. poleni Lonnnenrar. cric. äe Vl. Vir. p. X l-ibror. eäicionibus, nee non äe eor. eckiror. srgue äe aliis gui Vir. czuocurngue >noäo expiic. aur il- lulir. par. >759. 5 Mit K. — Loin- rnenrairelur Virruve . . . par Vlevvron, par. l?8o. 5 (Wahrscheinlicher Weise aus der engl. Ucbcrs desselben gezogen) — TZbaron rcierarum, i. Lenuina äeclarar. äuvr. loc. csp. ulc. L!b. III. TZrcbiredburae VI. Virr. p. . . . teil. äe aä^ebb. aä Lrz'lobarzz curn pnäio, p. sä poäium ipium, per 8csmilloz im.» psrcz, er it. äe lecunäa aä^etst. in N » kpi- Z24 Bau Bau Lpissylüs fociensts. 8cr!b. ?rsnc. Or- ei?, Ii. 178 >- L- mit K. — — Schriften von Neuern über die Baukunst, und zwar von Italienern über Vie Z5aulunjk überhaupt: OiiPoreri in ^lsreri^ st'/^rckiirerrurs e Pros». con z-areri sti ecccilenri e fzmoli srcliirer- ri, cbc Ali rclolvono, st! IVtuor. IZvili, Lretc. >572. 4. — ü'Isteg ste'pirrori, 8culr. est ^rcbirerri, stel Ovv, ?cst. ^uccsro , Vor. >607. und in dem 6tcn Bd. der lisccolca sti lerrere sulis ?icr. 8culr. est 4rck>. Ii. >768- 4. S. z;U. f. — O10I. st'Krctiirerrura 5sm. sti best. Lorricclli, Itol. 1695. 8- — Oilcorli st ^rebirerrura , stel 8. blelli, e stue lizajonzincnri sti Lcccbini ioprs je Oupnle, dir. 175z. 4. --- Von den Oiol. iopro ie rrc T^rri stel Oisegno, Oucca 1754. 8> bandelt der ztc vorzüglich von der Baukunst, und von den, aus der Unwissenheit, dem Eigensinn u. s. >v. der Bauherrn entstehenden Ilnvollkom- menhcitcn derselben. — 8oZAio iopra l '^rclürerrura, von Algarotti, im ztcn Bd. s. Opere, Oremona 1779. 8. 8 B. Deutsch, durch R. E. RaSpe, Cassel, 1769. 8. I-ecccre i'opra I ^rctii- rcrmra , von cbcndems. cbend. im 7ten Bde. — Vrarraro lnpra gli error! stcZIi ^rcbirerri .... sti Veot. (lsils^ini, Vcn. 1767. f. osservaz. sti 2^nr. Vi» jenrini . . clre lcrvzno sti conrinua- Tione, ebcnd. 1771. f. — Eine Abhandlung über Baukunst, von Gius. Piacenza, im itcn Bde. s. Ausgabe der Werke des Baldinucci, Tur. 1768. 4. — ToZZio koprs l'^rcliirerruro , vor des Militia ^steinorie stegli Krckir. anr. e inost, Ii. 1768. 4. k 'srm. I78>. 8. 2 Bd. — Dell /^rctnrcrruro Diül. sti brm. ?!ni, Xlil. 1770. 4. — Der zte Abschn. in der Hrre sti vestere . . Ven. 1781.3. handelt v. d. Archit. — 8sAAn> rgpAionoro tuli vrißine est eilends stell'Tzrcbirerr. civilc, blevp. 1789. 8- — Auch gehört im Ganzen das abenthcncriiche Buch, Ist^pucroromoctiis poligbili, ubi ssu- moua omni» iron nili iomniuin esse «iocer, sri^ue obirer xluriin» 5cicu «zuam stiAN» commcmorar, Vcn. 1499, 5. und cbend. mit einem italienischen Titel, >545.5. mit schönen Hvlzschn. wozu Raphael die Zeichnungen gemacht haben soll, hicher. Der Styl ist ein Eemengsel von griechischen, lat. hebräischen, arabischen , italienischen u. d. m. Wörtern und Phrasen; und cS gab eine Zeit, wo die Künstler aller Art ( auch die Alchnmisten) die Geheimnisse ihrer Kunst, in diesem ganz unverständlichen Traume suchten. Die Architccten besonders fanden eine Bestreitung des golhischcn Geschmackes darin; und aus diesem Grunde wurde eS von I. Gougcon, Par. >;6>. 5. in das Französische überseht, und mit einem Commcntar von Beroalde, Par. 1630. 5. herausgegeben. Mehrere Nachrichten davon finden sich in Fontanini Libl. stellv kllv-z. Irol. B. 2. S. 164 u. f. AuSg. von 175z. — — Eigentliche Ai!rvcisu>igcr»)urZ>atltümfr, von Italienern: Oeu». Itvpc. ^ll>c> ci> Oe re aestiticaroris, klor. >485. 5. I'or. l; 12. 4. in zehn Büchern. Ital. von Pict. Lauro, Ven. >546. 8. von Cos. Bar- toli, Flor. >550. 5. vcrb. VlonrercA. 156s. 5. Ven. 1565. 4. Fnsch. von Martin, Parc >55Z. 5. Spanisch von Fr. kciz-ano, Mab. 1582. 4. lLnglifch (und ital.) vonkconi, nebst den beyden Schriften des Alberti von der Mahlcrc» und Bildhauerei?, Lond .>?2S und >7Z9. 5. 2 Bd. I.'.^rctiirercuro sti Lüamb. Lsporsli, cvn vir Lomrncnro iopra Virruvio, Ven. izzst. 5. mit K. (Da ich dieses Werk selbst nie gesehen; so kann ich auch nicht bestimmen, ob cS etwas anders, als die, vorhin von Caporali angezeigte llcbcrscyung deS DitruviuS, enthält?) »— V^rcbüterrurs sti Lach. 8er- lio, in sieben Büchern, wovon das 4te (welches von den fünf Ordnungen handelt) zuerst, und allein, Ven. 15Z7. 5. Lranxos. Antw. >545.5. das zte (welches alte römische, italienische und auswärtige Gebäude darstellt) cbend. >740. daS >tc und -tc ( welches die geometrischen und perspectivischcn Anfangsgrunde in sich begreift) Paris >545. 5. (ital. und frzsch.) das 5te (welches Entwürfe zu Kirchen ent- Bau Bau Z2Z enthält) ebend. >547. kl (ital. und frzsch.) daS 6te (welches den Titel: ll-ibro eltrsorstinario st'/Zrcbir. in cu! i> sti- motkrano trenca Vorre st'opera rukbi- ca .... führt) Lyon 15;?. L. das ?te (welches, unrer andern, vorzüglich Anweisungen zu Pallästen enthält) erst nach des Vers. Tode, Frkst. 1575. 5 (ital. und lat.) erschien. Sckmmtl. sind sie, Ven. ,584. 4. ebend. >6os und >619. 4. Lyon 16,9. 5. Par. 164;. k. gedruckt. 'Holländisch von Pet. Kock von Aclst, Antw. i54S. t' aber nur 5 Bücherz Deutsch, eben so viel, und aus der holländischen Ncbers. gezogen, Basel >609. 5. Auch Franz Lysers Hrcbic. praöi. nov. oder Neue practische Baukunst, Fest. 1672. f. s Bd. ist nichts anders, als Wort für Wort, das Weck des Sectio, ohne daß Lyscr desselben mit einer Sylbe gedacht hat. (Sectio war der erste, welcher die übrig gebliebenen Gebäude der Alten genau maß, und darnach seine Theorie einrichtete) — ^rebiceccura cti eZnr. ha» bacc«, cvn la czuale k> ilguranu alcune nocabili /Znriehirä sti lioma, K .1552. F. Ven. 1576. t. — I czuacro hibri st'/Zrchirercura, sti ?iec Laraneo, Ven. 1554. k^. Vermehrt mit 4 Büchern, ebend. 1 ,67, kol. —- I (^uacrro hibri «kell' ^rcbireccura sti >Znstre» Vallastio, ne'czuali, stopo un breve rrarcaro ste' cinczue orstine, e sti czuelli sverrimen» re , cbe iono piü necessarii ncll kabri. care, ii rrarca stelle cale private, stel- le vie, ste' ponci, stelle platte, clc'i Xilii, este'Vempi, Ven. 1570.5. (Eine, ebendaselbst, mit eben dieser Jahrszahl, bcy FranccSchini erschienene Ausgabe, ist erst in neuern Zeiten gemacht worden) ebend. 15z,. >6>6. 1642. 17 ,1. >769. 5. Das erste dieser 4 Bücher handelt von der Baukunst überhaupt, und den fünf Säulcnordnungen; das atc von den Gebäuden, welche Palladio angelegt; das ztc von Brücken, und öffentlichen Gebäuden; das 4te enthält römische, und andre italienische Kirchen. In das Französische ist das Werk durch P. Le Muet, Amst. 1646. >68-. 8. und durch Frcart de Chanibray, par. >65>> 5. (mit schönen Holzschnitten) >679- 4- und mit Zusätzen von Lcvnl, Haag 1726. 5. - Bde. übersetzt worden. Auch findetcssich im aten B. der Hibl. portative st'/ZrcbiceJ. elemen» raire. . . p. Lb. /Vnr. stomberr, i ?ar. 1764 U.f. 8. Englisch: honst.1676. f. Ferner, durch Richard, mit einem Anhange von Thören und Fenstern, honst. »716.4. mit 7c>Kpsrt. Durch Leoni, engl, und ital. mit den Anmerk. des Jnigo Jones, honst. 1715. 5. Ital. Engl, und Franz. 1742. 5. ; Bde. Durch Campbell, aber nur so viel ich weiß, das ite Buch, 1728. 5. Durch Colc, auch nur das ite Buch, 17Z6. k. Durch Jam. Ware, honst. >7;z und >7t5. k. Durch I. Mite lar mit viele» Zusätzen, honst. >759. 5. Deutsch durch G. Andr. Böcklcr, aber nur die bcyden ersten Bücher, Nürnb. 1698.5.— Deila Arctn'rerrura st! Qiov. -^nr. Vuiconi . . . 5econsto i prccercl st! Virruvio, Vcn. >590. 5. mit 160 Holzschn. (berühmt, wegen der Schönheit derselben) ebend. 1660. k. (sehr schlecht.) Weil der Verf. dem Vitruv bcynahe Schritt für Schritt folgt, und ihn öfterer erläutert: so wird sein Werk gewöhnlich zu den Uebcrsctzungen des Vitruv gerechnet; ist es aber eigentlich nicht. — Ks. gola stelle cinczuc arstini st'Krcbirer» tura, sti stae. Larocio sta ViZnola, Ven. kl 0. 5. mit zs Kpfrt. (ite Ausg) ebend. 5. s. mit 40 Kpsrt. ebend. 1596. 5. I^om. 1602.H Lienna l6z 5. 5. k. 17Z2. 4. ebend. mit dem Titel: öäanusle st'TVr» ckirercura, 1780. 5. (Vielleicht ist es der Mühe wcrth, das llrthcil eines neuern italienischen Architekten über das Werk cheS Vignola zu hören? Milizia sagt in s. Vire: (lue! 5uo libro... tia pro» storco all'^rcbircrrura piü male che henc. II Vign. per renster le re^ole piü generali c pin kacile slla prarica, ha sti czuansto in czuansto alcerarc le piü belle Proportion! stell' Enrico. Issel comparcimcnro sti cerri membri, est in alcune 5ue mostanarure stö piü rollo ncll 5ecco; e per colps sti czue' suoi piesteltalli kl alt! la cotonna» T Z non Z26 Bau Bau non vi liKnoreggi». hson v! e lillc- in» st'Türcliir. piü 5scile sti HucI stel Vignola; M2 goeil» lscilird e procsc- cii>» s 5peie stell' Türcbirerrurs Keila) llebrigcns erschien es Spanisch: durch Pat, CaxcS, Mab. >6zo. 5. Franzosisch : durch P. le Muet, Amst. 1640. f. durch Ch. Aug. d'Aviler, und mit einem neitläuftigen Commentar, Pari 1645. 4- -B. welche llebers mit dem Titel: Ours st'Türcbiredlure gui coinprcnst les lls- ^les cle ViAnolc, er les ÜAures erste- lcriprlons ste Xlicb. Tün^e . . , ?ar. >7 >o. 4. 2 B. ncbff einem Supplement dazu von Al. Jean Bapt. keblond. 5. a. mit K. und ebend. 1750 —>755- 4. zD. ferner, svee les lisiures er les ste- 5cr>priuosste 5es plus lieaux borimeirs, p-n. >760. 4. von P. I. Marictte herausgegeben ; und endlich, unter der Aufschrift: hivre nouvesu, ou regles stcs V orstres st'TürcbiceÄure .... nou- vellemenr rcvü, corriße er sugmenre psr Vl.l! (loostel) avec plolleuis inor- cesux ste Vliebel - ^nge, Virruve, lvlanlarcl er aucres celebr. Türcliir. ?sr. 1767. 5. mit 104 Kpfrt. wieder gedruckt worden ist. Jin itcn Tl). der öibl. porrar. st Türcbireöbure, ?ar. >764. z. ist eine andre Ucbersctzung, mit einigen Er- leluter. befindlich. Englisch durch Lect, honst. >666. f. durch G. Moxon, honst. 1675 8. Deutsch durch Joh. W. Vo- heim, Nürnb. iü>7- 5. und nach der fran. zbsischen Vcarb-itung des d'Aviler, mit Linni. vermehrt, durch Lconh. Chr. Sturm, Amit. >69?. 5. Augsb. >7:5 und 1747. 4. s. B. Durch Joh. Rud. Fäsch, Nürnb. 5. a 4 mit 5° Kupf. und einer Forts von Dan. Stattner, ebend. i?8>. 4. mit 52 K. h'Türebirrerruro sti (liov. ZZ. Xlonrsni, k >6vg. 1625. >6z3. >691 .5. übcr-> Haupt 5 Thcile oder Bücher und 206 Bl. Ausser den, bep dem Art. Bauart ange- zcig!en Dempierci und 8epolcri anr. (überhaupt 8a Bl.) finden sich hier, über die Verhülmiss der ; Ordnungen, Z9BH UNdOlverli oi narncnri eoppriccioli per stepoori e slrari , ?o Bl. Und hsber- nscoli ckiverss 57 Bl. —- 5?uova eck nlelina ^gglunra stelle Porte' st 2Ürcll!- rerrurs sti Vlicbeliingelo lluonarorci, K. >6>o, 5. — lstea stell' Türebirecrur» univerlale st, Vine. Lcamoxxi, stiv. in X hilzri, Ven. >615. t'. 2 B. Pia??. 1637. 5. 2B. (Ungeachtet des Titels, besteht das Werk nur aus 6 Büchern; der erste Band enthält das itc — zte, der zwcpte das 6te — Zte, wovon das ifc von der Vvrtrcfiichkeit der Architcetur, und den, zu der Bildung dcSÄrchitectcnnoth- wcndigcn Eigenschaften; das-te vom buft- strich, von den Eigevsehaften des BodcnS, von der Figur der Städte und Festungen; das zte von Privat - und Lustgcbäudcn, vom Wasser, und den Maschinen cs zu heben, das6te von den fünf Ordnungen; das ?te von den Baumaterialien, und das 8te von dem Grunde der Gebäude, und vom Maschinenwesen handelt) Französisch, aber nur das 6te Buch von Ch. d'Aviler, Par. >685. 5. Völlig, aber nur das, was die Baukunst eigentlich angeht, unter dem Titel, veuvr. st'Tür- cirireJure .... Herste >7>Z. 5. von Sam. Du N» und im ztcn Th. der IZibl. porr. st TürcbiceJ. aber auch nur Auszugsweise , oder vielmehr nur die verbesserte llebers. des Du R», und anders (in 4 Bücher) eingcthcilt. Englisch durch I. Brown, Honst. >660. 4. Durch bey- bournc, >?Z4. 4. -Hollandisch, durch Sim. Bosboom, Amst. >686.5. Deutsch, mit der Aufschrift: Vine. Sc. Grundregeln der Baukunst, Amst. >665.5. Nürnb. 1678. 5. und, unter dem Titel: Klär- liche Beschreibung der fünf Säulcnord- nungcn, und der ganzen Baukunst, aus dem sechsten und dritten Buche des V. 8c. Suljb. >678. 5. — Usnualc st'Tür- ebirerrura... sti Qiov, Linnes, 2ü5c. 1629. g. ld. >7>8. >772, >6.— l)clla 8immerria stci cinizue Orstine stell'Tür- ctiirerrurs sti Liu5. Viola - Tznini, pa- stvva 1629. 4. ebend. 1677. 4.— Tür- cdiccrcurs rullica ... sti Vrs2. l'c- rucc! , IveA-io lckz4.5. — Türclnrcrr. «.ivile sti h. Oe5. Vllo, ^lil. i6ö>. 5. — 2ürcl>ircrr. civ. ristorra a rnerosto 5acile e brave, sta. Oonlt. Tüinlcevvle, h'or. Bau B a u zz? ?or. 1675. ff. — chluova /^rckirerr. «zivile e inii. «li ^lelff. Lapra, Lol. 1672 U. f. 4. ;B. Lrernona 1717.^. 2 B. — Inllrurrione »rckirecr. . . . «li Lern. I.eonc!ni, L. 1679. 4. — LiffeAni oriZinali «I ^rekirercurs, cii Hnc. Lax- pari, ff. I. er 2. ff. z B. — Lconomia «lelle pabkricke «li Liamk. tipenelli, l^om. 1698 und 1708. 4.— k'-treliir- rerrura «li praue. Lucio Ouranrino, con un Lommenro ffopra Virruvioff. I. c. 2. f.— Sruilio «l'^rckirerrura «lella inven^ione «li Lii. Valconi, e «la lui inciffo in r2me, Idom. ff. Z. ff. — 7(r- cliirercura civilc preparara ffuila Leo- merria, e riciorca »IIa proffperriva . . «la per«linan«Io Laiii Libiena > p»r. 17,1. f. welches, meines Wissen» auch, unter dem Titeln Varie Opcre «li pro- ffperriva verkauft wird. Es enthält einige 60 Bl. worunter sich Entwürfe zu Theatern und Amphitheatern befinden; die mehrefien Blätter sind von C. A. Vuffagnotti gest. 2) ^rckirerrura c proffperriva La Lainera e «la Vearro, Lol. ff. 7« Bl. Mit den Werken des Vaters, glaube ich die Werke der Sohne verbinden zu müssen, als ^rckicercure e pro- ffperrive varie «li Liuleppe Laiii Li- kiena, -XuZrk. 1740. ff von Andr. Pfef- fel hecansg. 5 Th jeder von 10 Bl. kianra e Lpaccaco Lei nuovu Vearro «li öoio^na, La Ttnconio Laiii Likie- na, 1762. ff. aBl. Nochflndvondcm Sohne des vorleytern, von Carlo Galli Bib. einige architectonischc, vorzüglich Verzierungen der Bühne betreffende, Blätter durch Q. P. Chedcl u. a, gestochen worden. — Le cinczue Lrckine «i'^r- ckicerrura civile «la kvliek. 5anmickeli, rilevari «lalle lue ffskricke cial L. lVletff. pompei, Ver. 17z 5. 5. (Die, indem Werte angestellten Verglcichungen zwischen den Arbeiten des Sanmichcli, und den hehren und Arbeiten des Vitruv, Albert!, Serlio, Palladio, Scamvzzi und Vignola, und der darin herrschende reine Geschmack, machen cS sehr lehrreich; es scheint aber wenig bekannt zu seyn.) — /^rckirecr. civ. «tat p. Luarino Lua- rini, Vor. 17Z7. ff. ( Seine Schrift ist besser, als seine Gebäude, welche alle als Muster des Uebcrtriebcncn und Gezwungenen dargestellt werden)— Lpere vsric «li^rckirerrura.proffpcrcive, Lrvr- reffcke erc. inv. «I2 Liov. L. piraneli, p. 174z II. f. st. 4TH. ^Icune veciurs cl/trci rrionffaii, von cbcnd. k.1748-ff. 2ü Vl. — l res oräine ä ^rckirecrur», Oorico, ssonico e Lorinrio, prell «lalle ffabkricke piu celebri «lcll anrica Koma , e palli in uffo con Un nuovo offiriillmo rnerorlo, «li dsteralca, Idom. 1744. ff. — lllru^ione pracicke per L'lnZegnero civile «la Liuff. ^nr. .^l- Lere«, Von. 1748. 4- mit K. Vrar- raro «leila meffura «teile pabricke «li Liuff. TVnc. ^«llzerti c. nore e aZg. «li Lal«i. Lrlini, per. 1790. 8, (Da ich das letztere Weck nicht gesehen: so weiß ich nicht, in wie fern, und ob es, von dem erstcrn verschieden ist?) — Intlicu- 2i»ne prarica «Icll ^rckicecrura civils per la «lccora^ivne >le' public! e pri» vari eriiff. . . «li Paolo pecler. Lioneln, lckil. 1770. 4. 2 B. — Lelle Laffe äs Lonraclini, rrarr. arckicecr. 6i per«!. ^äoro22i, Ven. 1770. 8-— Doll ar- ckirercura . . «li klar. Lioll'reäo .... klap. 177 1. ff. 2B. " Intliruc. «I'/Xr» cliicecrura civile ... äi dstic. Larlecri, idilap. 1772. 4. 2 B. —' principi lii A.r- ckirercura civ, pir. 178» U. f. 4 1 B. Deutsch, Leipz. 1784 — 1785. 8. Z B. — Llernenri «Ii ^rckiryrrurz l-oäolia- na , 0 lia I srre «lel ffskricare con ffo- iiclird e con eleAan^s non cappsicio- ffa, L. >786. 8. —' — Auch werden folgende, ohne Jahrszahl gedruckte, sich gröhtcnthcilS auf architectonischc Verzierungen beziehende Werke, hier an ihrer Stelle stehen: p'^rekirercura «li -Xn«ir. Lailari, Ven. ffol. — Invon^ions ck ^rckicerrurs «li Larlo LuKagnorci (1690) Lol. ff. 25Bl. — Varie tVrcki- rerrure «li pranc. panclli, ff. —. Und eben so wird das ffstovo Vearro cle'Vls'» ckins eä Ilrlilicii, per varie operativ- ni, «la Tonca, pari. 1620. t. so wie des, wegen der Erfindung von Maschinen X 4 s» Z28 Bau Bau so berühmten Zabaglia LontiAnsriones sc ponres uns c. czuibusclsm InAen. prsxib. sc cielcript. rrsnslst. Obclilci Vsric. ... 15. 174z. l. mit Kupf. latein. und Italien, hier einen Platz verdienen. — — Von spamscken Schriften über -die Baukunst ist mir keine, als die Vsris Oommenlurscion psrs ls plculr. z- ls cVrquirecssurs por O. ssusu clc ^ipkc^ Villslsue, Vlscl. 1675 .4. bekannt. Französische Schriften über Sie BauLrmsi überhaupt: O! verlice cles Vcrmes clonr au ule en I ^rcbirelbu- rs, p. lluAues kismbin, Oyoa >57?. f. l5s!lvnnemcnr sbrege für lcs Vsblcsux, Lssrcliels, er Sucres Or» ucmcus, cquc l au peur plscer crlsire lue lcs ciivcrles luperlicics clcs IZsssi- inens, von Abr. Bosse, 1666, in einer, ohne einen besonder» Titel, in 8. gedruckten Sammlung kleiner Ausseihe von ihm S. 57 U. f. > Oes priucipss cle l '-Kr- cbiretbure, cle ls b'culpcure, cle ls peinrurc, er Aes surrcs srrs czui eu clepcncienr, svec uu OiÄionusire lies kcrme, propres d ckscun cle ces TVrts, p. dir. (Tknclre) pclidieu . . . psr. 1669. 169a. 1697.4. mit 65 Kpsrt. (Las Werk besteht, ausser dem angehäng- ten Wörtcrbuche, aus dre» Büchern, die wieder in verschiedene Kapitel abgcthcilt sind. Das von der Baukunst, welches das ite ist, enthält deren 2z. Es werden aber die zu dieser Kunst gehörigen Dinge mehr darin erklärt, als die Grundsätze derselben ausgestcllct, oder entwickelt.) — I5clolurion cle; IV princ. Problems cle I ^rckirclburc, p. prsnc. Llouclel, im ;ten B. der käem. cle 17k- csclcmic 6es Sciences, und einzeln, psr. 167z, f. — klein, crir. cl/krcbi- rcösture, psr. 1702. 8- von Frcmin. —- Oiscours lur les connoisssnccs ncc, xour lcs Tkrcbir. p. 1747. L> von Jean Fr. Plondel, und lur ls nccessire cle l'eruclc cle l'TKrcbirclb. psr. 1754. 8. von cbend. Auch finden sich in seinem tlours cl'/Vrclnc. allerhand dcrgl. allgemeine Abhandlungen, als in der Einleit. zum itcn Bd. psr. 1771. 8. Oisserr. lue l'ucilike cle I'Tkrcb. und lur les Klo» 5>cns cl'scc^ucrir les rsleus necess. duu TVrcbicekb; in der Vorrede des 2tcn Oe ls neccllits cle l'eruclc «lcs orclres «l'TkrcbircÄure; vor dem Ztcn Oisserr. lue I'urilire cle )o!nclrc d l'eruclc cle l'/Krcliic. celle clcs Scienc. er cles .krrr und vor dem gten Oisserr. lur clisseren- res psrries cle I'TKrcbir. — Vrsire clu, Lcsu esscnciel clsns les Tkrts, sppl!- czue psrriculieremenc d I'cKrcbiretture erciemonrrepb^liqucmeur er psr lex- pericnce . . . psr Vlr. O. ll. Lrileux, psr. 1752. 5. 2 Th- Mit 98 Kpsrt. — Lsssi lur l'/krck!rcöturc .... svec un Oichou. cies Verwies, psr. 175z Und i/5ck. 8. Deutsch, Jena 1756. 8. Frft. i?;8. 8. von Laugier, chxsmen cl'un psssi lur l'Tkrcbicebt. psr. 1754.8. von La Font, und l5emsrczues lur czuelczues Oivres nouvcsux, concernsnr ls besu- rs er lc bon ^ouc cle I'TKrcbicelture, p. klr. prexisr, p. 1754. 8. worin die Behauptungen des Laugier zum Thcil bestritten wurden. — Oblervsrions lur I'^.rcb!rechire p. där, I'Tkbbe OsuZier, psr. 1765.12. Deutsch, Lcipz. 1768. 8. (OaS Werk besteht aus sieben Abschnitten, welche wieder in verschiedene Kapitel zerfallen, und worin von den ersten Gründen der Verhältnisse; von den Unbequemlichkeiten der architcetonischcn Ordnungen; von der Schwierigkeit, die gothischcn Kirchen zu verzieren; von der Art, den Plan eines Gebäudes geschickt anzulegen; von den Monumenten zur Ehre großer Männer; von dcr Möglichkeit einer neuen architektonischen Säulcnordnung (welche er nicht allein für möglich hält, sondern wozu er so gar Vorschläge thut) und von den Gewölben und Dächern gehandelt wird.) I5emsrczues lur uu livre, iu- rirule Oblervsr. lur l'srcbir. cle Vir. 1'kkbbe OsuAier, p. kär. L. psr. 1763. 8.»^ Oilc. lur t'Tkrcbiceäture, p. Vir. psrre, psr. 1754. 8> Und Vlemoires lur les objers lcs plus imporrsus cls pekickirecture, von cbend. psr. 1769. 4. mir 27 K. —» In dem l5ecueil clc yuel- Vau Bau 329 quelques pieces czui concernsnr I«5 TZrrs, vonTochin, Kar. 1757. 12. findet sich, S. >z eine Keccre d'une 8n- eiere d'^rckireöies > S. ?c> ein Klem. lur l'Tstrcliir. und S. 87 ci» KIcm. lur les Aurels des Kgliies , so wie S. 95 eines lur les 'Kbearres , worin die Uns Vollkommenheiten und Mängel der französ. Baukunst gerügt werden. — Vilm lur la Kcinrure er l ^rckireösture, Kar. 175g. 11. 2 Th. — Kstai lur ia 'Kbeo- ric de I /strckircösture, von Lc Roi, bei den Istulncs des plus beaux Klonumcns de la Lrece, Kar. 1758. l. verm. bei) der otcn Ausg. von 1759. k. Deutsch, noch der ersten, in der Bibl. der sch. Wissenschaften, B. >o. S. >. B- n. S. >. — Orr ;te Band der Libliock. porrarive d'^rcbireösture. . Kar. cnthillt Grundsätze der Baukunst, Mahl. undBildh.— Kellerst, lur I lstrcbireöst. p. klr. Klube, Xvnigsb. 1765. g. — Ickinngrapkiie, Nu vilc. lur les IV /strrs d ^rcbireöstu- re, Kcinr. Lcuipr. crOrsv. . . . p. KIr. Klerbcrc, Kar. 1767 U. f. 8. 5 Th. Klemens d'Tstrchiceösture, p. Kanlcron, Kar. 1772. 4. dstouv. Klemens d'/strck>ir. von ebcnd. Kar. 1776. 4. — Klein, lur une dccouvcrce dans Karr de bürir, lairc p. le 8r. Korior, Kar. 1774.8.— Ke Oenie de I'Tstrcliicckstu- re» nn I Analogie cle ccc ^rr avcc nos lenlacions, p. Klr. Lamus cle Kle. vieres, Kar. 1780. 8> Deutsch, inG. HuthS Mg. Magazin für die bürgerliche Baukunst, B. 1. Th. 1. S. 97. Th. 2. S. 66 u. f. — Auch gehört die Lol- leclion des grands Prix, «zne l'/stcad. Istoz-. d'/lrckircöturc propvle er con^ renne rnus les ^ns Noch hicher. Wgcntlicke 2lmveisungen zur Bflu- Kunsl: Kivre d'Tstrclrireösture de sta. y'ucx ^stndrouer du Lerceau, cnnce- nanr le plans er dellaignsdc cinczuan- le balstimens rnus dillercns . . . . Kar. 1559. >576. >619. f. 2TH. ( Die Aufrisse sind ganz in gothischcm Geschmack; und die innre Einrichtung besteht hauptsächlich in der Kunst, eine Anzahl Vierecke von verschiedener Länge und Breite, nebst einigen Rondclcn an einander zu setzen.) — Keigle generale d arein» relsture des cinq klanieres de cvlon» nes, p. klr. (stean) Lullanc, Kar. ,564. l. — ve l'-strckireölure IX Kiv. p. Kbiliberc de Kermes, Kar. icdi.l. Istvir. 1648. l. Kar. 1668. l. klouvel- les invencinns pour bien bgistir er ^ perirs lrsis, von ebcnd. Kar. 1567. 8. — Isteglemenr generale d'^rcliirekstu» rc par Ie8r. (/seq.) de la Lrnile, Kar. 1619. l. — K'^strchireösture lrsn^oile des Lallimens psrriculicrs p. dir. lKouis) 8avor, Kar. i6zo. 4. avecfig. er norez p. Kies. Llondcl, Kar. 167 z und >685- 8- — K'^rekiiceksture d'/st- lcxandre Kranein!, Kar. ickzi. l. mit 4; Äpfrn. — Klsniere de bien bülstir pour rouces lurres de perlonnes, p. Kierre le kluer, Kar. >6zz. 166z. >6gi. l. 2TH. lLnglisck durch Prickc, Kond. 1668 und >675. l. Inven» rions pour Karr de bien balstir, von ebcnd. bey s. llebcrs. des Pastadio, Amst. 1646. 4. einzeln, Kar. 1771. 8- — 'Kraire de l'Tstrebireösturc, luivanr Vi- rruve, delleigne p. klr. s. Klauelerc, K. 1648. l. üöngliscl), Knnd. 1669. lvl. — Kes Veuvr. d ^rcbiceösture d'^nruine le Kaurre, Kar. 1692. l. klerr 1751. f. z Th. llebcrhaupt 8 vilc. Und 60 Kpfrbl. — 'Kraire des manie» res de delliner les Ordres de l'2strchir. snc. en rourcs leurs parries, p. istbr. Lulle, Kar. 1664. l. mitgo Kpfrn. Von eben diesem Verf. sind: Keprelenrarionz gcczm. de plulieurs parries de Lalsti- mens, laircs psr les regles de l'^r» ckireösture anc. Kar. l. a. l. mit K, — Lours d'^rcbireösture euleigne dans l'Tstcad.'d'.girchir. p. Klr. (Krane.) Llondel, Kar. 1675 — 168z, l. ; Th. ebcnd. 1698. l. 2B. Vbesrre de 1 istrebirelsture civile p. Kir. (lchsri. kiiil.) Oieullarr, Kar. l. a. l. Bcrttsick? (meines Wissens, durch Lconh. Diczrn- hofcr) Güstrow >682. l. Bamberg 1697. l. — Ordonnance des cincz elpüccs de Oolonnes, lelon la merbodc des ^stn» ciens, p. klr. (LIauäe) Kcrraulr, ^ 5 Kar. zza Vau Bau ?ar. 168z. 5 iLngliscll, Vonä. 1708 und 1722.f.— ^rcbireökure prarique qui couq'rcnä le 6craii 6e la con- tliuölion er 6u rolse 6es ouvrsZes 6s ma^ouucrie, cbarpeurcrle, mcuuile- rie, >>. Lierre Luller, Lar. 1691. 8, z Th. ebcnd. 1721. 1741. verm. ,755. 8. 1774. z. — .ssbre^e 6c l'^rckur. civ. x>. Lalrb. kaute, bacb, 1699. 8- Deutsch, Leipzig, >714. 8. — k'arc 6c kbarqenrcric 6e lcäarburiu Guusse, p. l). k. dl. I'ar. 1702. f. (Ohnstrei- tig ist das Werk älter, weil schon Feli- bien dessen in der Vorrede zu s. Lriuci- pes gedenkt; aber die erste Ausgabe desselben ist mir nicht bekannt.) — Issou- veau 'k ralre 6e rours I ^rcblreAure, cor l'arc 6c bgrir. . . p. lVir. Lor6c- mni, I^ar. 1706. Z. >714. 4. —^ parallele 6es cinq Or6res 6'7)rebircöbure, s>, där. (T^icx. )esu öa^r.) ke LIon6, ?ar. 1710. 4.— Oeuvr. 6^rcbire6lu- re 6e Vir. Luviliies, cour. 6es Plans 6s karim. 6es Decorarinus, 6cileins 6e meubles erc. I?sr. 5 Z Th. überhaupt Z57 Bl. — Vraire 6bssrckire6l, svec 6es remarques er 6es nblervar. rrcs urllcs, p. ssc. le Llerc, par. 1714. 4. lLngliscli, kon6. I7Z2. 8. 2 B. Denrset), Nürnb. >759. 4. 2ZH. miti8> Kpfrn. — /VrcbircÄure mn6crue, c>u l'srr 6e bleu barir sxiur rourcs lioires 6e perinunes ranr pour les maisons 6es parrleuiiers qus pour les Lslsis, cnnl. einq Vraires ,) Oe la Louilru- ölion er 6e l'emploz, 6es macenaux 2) De la 6illr,buciou 6e roures sortes 6e places z) l)e la iNaniere 6e lache les elevis 4) Du Voile 6ez karimeus kelvu la Lokrume 6e Paris 5) 6es Os er (äourumes conccrnanr les bstri- mens er raporrs 6es Iure? Lxperrs, par. ,72g. 4. 2 B. >764. 4. z B. mit 144 xpjrn. Der wichtigste Theil des Werkes besteht, meines BedünkenS, auS den Anweisungen zur innern Abtheilung, deren 60 sind. Oer ungenannte Verfasser, wosur est der Verleger selbst ausgegeben worden ist, soll der Architekt lc Rone, oder, nach andern, H. Tiercclet sey».-- Issouveau Vrsice 6'^rcli!cc6ture, cou- rcnanr les ciuq Or6>cs, luivaur les quarre auceurs les plus apprauves, Viguoia, Pzlia6io, ?bil. 6e kormcz e 8camo22> . . . p. L. dkarivelle, Lar. 1729. l'. 2 B. —» De la ilillriburion, 6es Vlailons 6e plaisauee, er 6c I, 6ccorarion 6es eäilices en Zeneral, ^scq. kraue. Llou6el . . . Lac. 1747. 4- - B. mit >60 Kpfr. Oer erste Band enthält z Theile, worin »on der Verth«, lung und Verzierung verschiedener Arten von Gebäuden, nach Maßgabe ihrer Größe und Bestimmung, sowie, von den dazu gehörigen Gärten (nach französischem Geschmack) gehandelt wird; der zwcyte besteht aus 2 Theilcn, deren elfterer sich mir drn äußern, und drr andre mit den iniieen Verzierungen überhaupt beschäftigt. (Wegen mehcrcr s. Werke, s. die Folge) — k'srr 6c bürir 6es Viailous 6e csm^agne, oü I'ou riairc 6e Icur 6istrichurion, 6s leur conllruÄiou, er 6e leur 6eeorariou, p. OK. SZur. Lri- leux, par. 1744. 4. 2B. ebcnd. 176,.4. 2 B. — V'^relchrebture, ou princi. pes Aen. 6e est arr, avec les plaus, elevacious er prostls 6e quelques l>z. rimens, lairs p. Lerm. Kossrau6, kar. >745 .5. frzs. und lat. Von P. Parte hceanSg. ebcnd. ,754.5 mit57Kupf. — Lllai tur les orclres 6 ^rckiiceKure, . . . P. öär. (kkiil. Lruss) Label > par. 1747 .5 — Lüssems unuvesu er com- ptec 6e Oesselus 6'^rcbiccÄure cu un Lecueil 6e plaus er 6>Icvariouz 6e 6esseins pour 6cs mailous commo6es er »rues, 5ou6, 1749. 4. Mit 4-ss Kpsrn. — 5ru6cz 6'^rcb!ce6tures 6s Vrance er 6'Iralic, s>. KI5. parcc, par. ^754 U. f. 5. — Lecueil 6es Lsquil- les 6'^, cklceöture, 6e .Xär. (?bil.) 6s la Lueszilcre, ?ar. 1765. 5 — Le» cueil elemenr. ck^rcbirsökure conre- iranr pluueurs Lruäes 6es 0,6res 6 ^rcbireökure . . . par bckr, dileulkor- ge, Lar. 1757 U. f. 5 12 Th. in 6 V. überhaupt yeü Vi. wozu noch ein Supplement von 26 Heften, jedes von 6Bl. toi. erschien. -- Lee. 6e tllKsreus swojers 6'A.r» Bau Bau 3Zl st'ArcliireI. ste Lkisrpcnrs er surre!, conc. Is LonilruIion stcs ponrs. . . p. 5cu östr. kirrou .... ksr. 175?> n!ir ?5 Abbild, auf ?> Vl. Das Werk be. steht aus z Th. und wird, in so fern es hauptsächlich Werke von Holz betrist, so wohl wegen der Neuigkeit der Grundsätze, als wegen des Unterrichtes über einzele Zuiammenftigungcn, für sehr gut gehalten. — Ocuvr. äcs Zrsvures stArclii- rcölure ste ^1r. Oumonr, ksr. 1762 — 1776. 5. (s. auch den Art, Scstanbübnc) — Oeuvr. st'KrcoireIure, conrensnr stilkerens Prowers st cstikices pudlicz er psrricuüers, er pluiieurs bürimcns, conftruics p. Vir. kcyre, ksr. 1765.5. --- Vrsire stcsGrstres st Krcftircökure, p. Xlr. korsin, ksr. 1768.4. gTh. — I7srr stu Vrsic ste Lksi penrerie, psr je 8r. chlic. kourncsu, 1^. 176g. 5. mit soKpf. — Visice st ^ickiceIure, c>u kroporrions stcs rrois ldrsties Zrecs5ur un mostelc ste staube psiries, p. fiesn Anroine, Vrev. 176g und cbend. >780, 4. — kcs Oeuvres stArcftireÄure ste kierre Oonrsnc st'Vvr^, ksr. 1770. 5. 2TH. 75Bl. -- Lvur! st'^rcliiretture, nu Desire ste ls Oecorsrion > Oiikri- lourion er Oonftruökian stcs Ilsrimens ... I'. ). k. klonstel . . . concinue p. Xlr. kscre, ksr. 1771 >777. 8. 6 Bstnde Text (wovon die Heyden letztem von H. Patte sind) und z Bde. mit z6> Kpfr. Die vier erstem enthalten die Vor-' lcsnngcn des H. Vlvndcl für Zöglinge der SIrchilcctur, und scheinen, als solche, wirklich vielen Werth zu haben. Nur werden ihn; Weitschweifigkeit' und Wic- derhohlungcn Schuld gegeben. — k.<- Vignolc mosterne, ou Vrsirs elemcn- rsire st'^rcdicctture, ksr. 1772.4.--- Vrsire st'^rcbiceÄure prsrigue . . . x. ). ?. Xlonro/, ksr. 17L5, 8. Liemcns st'KrcftireIure . . . svec un vocsdul, stcs rermes, p. VI, p. O. V.k. kor. >787. 8-Lcole st'^rcliirsökure rursle, ou le^ons psr lelczuelle! on »pprcnstrs 5oi - meme s dstcir lnüste- menc Ics ins!5ons ste pluiieurs ecsges svec Is cerre beule, ou surre! msce- risux stcs plus commune, er stu plus vil Prix, p. krsnc. Ooincersux, ksr. 179°. 8- — — Auch find noch, von mehrern französischen Artisten, einzele ar- chitectonischc Blätter geliefert worden, als von Pelletier allerhand Gebäude 12 Vl. Qucrfol. — Von dem jüngern Juste Frcs, Bouchcr: klevsr. st'un dscinienr ste XI. cc ste XI V roi '5. ste tsce, 6Bl. 5ol. LIevscions ste ksvillons, 5ol. 6 Bl. Ilccueil ste k'onrsincs, 5. >4Bl. — Von sc Canu , ki. er ktevsr. ste knnr. 5. 6 Bl. — Von Dumvnt und Ecllier: 8uire ste konrsincs ste gours stiikerens, 1770. 4. 6 Bl. — liec. ste konrsincs Oiiinoiles — ste Venres clün. — ste Lsrsgues cliin. —. Enzliseioe Schriften über die Baukunst ukerhaupc: I-eKures on 7Vr- cliirekkure, coniillinZ ostrule!, toun- stest upvn kstsrmonv snst srickmecicsl kroporrivn , . . hz'kob, Vlorris, l^onst. 1754. 8- 2 B. 1759- 8. - B. — Ois. iercsr. upon rtie orster ot Lolumns, snst rkeir sppensts>-cz, b/ >Vvost, I-onst. 1750.8. — In de» kolire^rrs» I-oust. 1749.12. handelt das XXIV Kap. — und i» den krlemencs ot Lricicisin des Home eben dieses Kap. mit von der Baukunst — so wie ein Abschnitt in den Xiorsl snst k.irccrsr)> ksssps von Knvx, konst. 1777- 8. — — Wgcmliche Anweisungen zurr Baukunst: L>e- tcripcion ob rlre Ave orsters ok Ln- lumns, sccorsting ro rlre s^ncienr, I.r,nst. 1600.5. (Der Verf. wird Blooms genannt; nnd das Werk ist also, wahrscheinlicher Weise, unser Deutsche, in der Folge vorkommende, Hans Blum, dessen Werk wenigstens inHoll, und Franz. übersetzt wurde.) Iche Vlieorie snst krsÄice o5 Krciiiretsture, or Virruvius snst Vignols sdristg'st. l.onst. 170z. 8- — kleinem! v5 e^rcliireIure 7^ '.Vorron, k. i6oo. 5. kat. bey dem VitruviuS des kact. — Vlie TlrcliiceIs Krore tivuöc, k>7 Xlr. krilee, konst. 1674. I' '— riiic ArckircKure, improvcst bp ru les snst kroporrions. . l>/IZ, 5.sn >'.le» (Die erste Ausg. ist mir nicht bekanm dk Bau Bau die vor mir licgendcndc ist llond. 1747. 4. mit 6z Kpfrn. gedruckt; aber meines Wilsens, war diese die erste von Langley's Schriften; er will darin die GothischcAr: chiteetur auf die Verhältnisse der griechischen und römischen zurückc führen, und hat dadurch sonderbare, unförmliche Mitteldinge?, seine neuen fünf Säulcnord- nungm, herausgebracht. Mlt dieser will ich gleich die übrigen, mir bekannten, Schriften dieses Architecten verbinden, als:) 2) Sure Duieie ro kuileiers, or che krinciples snä krskbice ab /Viciii- rekbure, l>/ iZ. bsnzle/ 1726. 4. vcrni. durch Gadsdomn, und unter dem Titel: krinciple-. ob sncienc Xlobonr/, or ri>e S/ikein ob kuileiinel conrplercei, anei ^rcdirebbure universal!/ elemon- sbraceck, Darrel. 17z 6. b. 2 Th> Mit 471 Kpfrn. z) Vsie Lic/snci Dounrr/kuileiers . . . Vreabur/ in DeiiAns 174s. 4. (Auch von diesem Werke sind die frühem Ausg. mir nicht bekannt.) 4) Vire Luit- eiers HsMenr, Donä. g. 2 V. ;)Vk>e Voung I-uileiers kuäirnencs, Doncl. >7zo, 4. 6) Vire kuileiers Hervel. Donei. 8. mit ,00 Kpfrn. welche im I. 176z ivicdcr abgedruckt worden sind. 7) 'btre Luiieicbs Direktor - or tlencir- nrsre, Izeinz zkocicer Vreabur/ obrke Lrec. koin. anei Lortric Dreiers ob 7Vrckr. mscie eabv ro rlrc meanelb es- poeir/ I,/ near live kruneierci cxempi. engr. o'n 184 coppcr plarcs, Donei. 1740. I7 «5z. 8> 8) Vke kuiläers Dorn- s>Icre Llrcsk-dooie, or Ke/ ro rkeirvc Dreiers 12. und 4. und in dem letztem Format in, I. >7zz mit 7?Kpfrt. 9)0r- nameircril ks.rrs ab ^rckireklure rvirir upevsielz ob 400 vranci DeiiZns, 4. licbrigens kann es leicht möglich scyn, daß, da ich nur einen kleinen Theil dieser Schriften gesehen, in ihre Anzeige sich Jrrthikmeie eingeschlichen haben. — Vtre /rrr ob iosrnci kuileiinA, eieinonssrareck in geome^rricol brodiems, I,/ ^V. Dalb- xcnn/, l.onei. >725. b. Und von eben diesem Verfasser sind noch: 2) l'be ltä.ir- noev ob sbrrctrirekkure, Dane!. 1728. 4. INiti/Kpsrn. z) kraöbicabie s^rciri» tebbure» or iure Duiiie ro tlre ruler ob Science, Darrel. I7Z0. Z. Mit 4z Kpfrn. 4) vbebuii HrcirireÄure bor ervvcinA karbonna^e iroubes, Karin» Iroubes, Inns, krieizes, Donei. 1760. 8. mit 20 Kpfrn. (Sic erste Aufl. ist mir nicht bekannt.) ;) Kursk sVrcirirckiur« in lkro Dliinete raste, beinA Designs cnrirel/ nerv bor rire Dccorarion ob Dareiens, Karies, korests, Insieicz ob cire Daube erc. on DX coppei piarcs. 8, 4 Th. welche nachher noch öfterer abgedruckt worden sind. Auch habe ich noch ein Werk von ihm, krve Dreiers ob cirirekiure, Doors erc. 8. angeführt gefunden. — ktrc Designs ob Ini^o )o. nez ob an inrenciecl kalace sc VVtri- reirall, anci bar orkiers, putrlix ->nä privare Luileiiu^s, publ. k>/^V. kcnr, Donei. »727 und 1770. b. 2B. ir/Dar- ei/, 1744. b. — kooie ab strckiirekbu. re , conraininZ Designs ob. IZuileiingz anci Drnamenrs, b/ fames L-ilrbs >728. b. Von ebendemselben Verfasser sind: kules bor cirarvin^ rire bevcr.it karcs ob TVrctiirekturc, D. I7Z2. b. —. 7V blsn ob civil TVrcirirebture in V, kooles, b/ kck. bibckier, Donei. 17Z0. b. Mit 80 Kpfrn. — Ickaj-azine ob Hr- cirirebture, kerbpebtive anei Scuipru» re, I?/ bärv. Dslele/, d.. 17Z1. b. 96 Kpfrt. bver/ieäsn » complesc kuil- eicr, or eab/ rules snci s-roporr. bor eirsevinA snci WorleinA che beversl parts ob s^rchir. von ebend. bonei. Z. —^ broporcionsi ^rcdir. or ckd iive Dräers reßvisreei k>/ c^usl s>srrz, l>/ kodinbon, D. 17Z6. 8- — kollseiio Dvnciinenlis, or rde boneion s^rc ob LuileiinA lz/ W. Sslmon, imslrvvell k>/Doppus, bonll. 17z 8 UNd 177z. 4. (Las Werk ist, wahrscheinlicher Welse, älter; aber die frühern Ausgaben sind mir nicht bekannt.) Von eben diesem Salinen sind noch: Iche Loneioa ->nä Dounrr/ kuiiäer's Vsciemecum, l.onä. I7Z6. 8. UNd Vbe Luiläer's KKima- ror 12.—- ckkie Lenrlernsn's anei kuik- eiers kcpoiirvr/, or ^rckir. b/ bbo^- xus, bonei. I7Z7 und »760. 4> Mit Bau Bau mit so Kpfrn. — 'Kke compIereLosty ot t^rckiretlure k^ Vir. Ware, tonst. ,7 z 8. t. Vollständiger >756 und 1768. 5. I?2 Bl. — Lclett t^rckiretlure, keing regulär Octigns ot Klans anst Kleva- rions, rvell tuirest ro kork l'ovvn anst Lounrrz', k^ Kol). Vlorris, tonst. 1740. mit ;c> Kpfrt. Von ebendemselben Verfasser ist, ^rckiretture iinprovcst, in a LollcKion ot ntetull stessgns trom tligr anst gracetull rcceltes, lostges anst vrkcr stecoracions, inKarts, Lar» stcns, Wvosts orKorretis, ro rke Kor- tico, liark, Vktervsror)' anst inrerior Ornsinenrs ot tuperb Luilsting . . . tonst. 1750. 1757. 8- Kupsrt. — "Kke Lricritk Oarpenrcr, Vir. Kri» ce, tonst. 175z. >765.4. mit 62 Kpfrt. --» 1) 'Kke krirritk ti.rckirctturc, or rke Luilstcr's pressure ot Lrsircates, tonst. 1758. 60 Bl. 2) Oeiigns in Oarpcnrr^, tonst. >759. 4. 55 Bl, z) 7^ Oollcttivn ot stessgns in T^rcki» retturc conraining nerv plsns anst sie» varions ot koutes tor general nie, tonst. (1784) t. - B. mit 120 Kpfrn. Sämmtlich von Abr. Swae. — Oeiigns anst Kliiinares ot Karm koute . . . k/ Dan. Larrer, tonst. 1759. t. Mit 9 Kpfrn. (ist die ite Aufl.) —» tke Oenr» leman s anst Kärrners T^rckirett conraining 0 gresc varier/ ot ntetull anst genceel stessgns, keing corrctt Klans anst clevarions ot psctonnage anst tarmkouies, k/ Vk. tigkroler, tonst. 1764. 4. mit 25 Kpfrt. — Vke Luilsters Koclccc 'trcsture, conc. rke ?Kkeor^ anst prattical parr ot 7i.rcki- retture, n ick nerv Oessgns ot Krön» rispieces, ^Okirnnc^ - pjeces, Lotes, Oapirsls ecc. k)' W. Kain > tonst. 8- mit 44 Vl- ebend. verm. >785. 8. Noch sind von demselben Verf. 2) tke prstti» csl Luilster, or Worlrmanns Oeneral T^ltiltenc, tkevving rlie rnolt appro- vest anst cor)? rneckvsts tor strarving anst rvorlring rke rvkole or teparare park ot an)? builsting erc. tonst. >77?. >776.4. 8Z Bl. z) tke Larpenrcrs anst Horner,-kepoliror^ » or s nev fettem ot Lines anst Kroporrions tor Ooors, Winstorvs, Lkimnc^s, Lor» niees ere. 177L. t. 69 Bl. 4) 'Kke Larpenrers Koclrec Oircsttor^, conr. rke kell ineckosts ot trairnng rimkers ot oll trAur. anst clirnenilons ecc. 8- 24 Bl. 5)?lsns, Klevsc. vnrt 8ett, ot I^oblernen oncl (lenrle mcn koutcs, a?8z — >784. t. -Theile. 6 )VlrcLrr» citk Kolizäio, or rke Lniäclers Qene» rsl ^isslrenr, liemonttrocinA, in rke rnolt cot)r snel protticoi rneckvci, »Ii rke xrincipsl rules ot /^rckirettnre, trvrn rke Arounä plon c» rke orno- mcnrsl nnitk ecc. Loncl. >789. t. 42 Bl. Uebrigens ist es bekannt, daß diese Werke, zum Thcil, z,ve» Brüder, William und JamcS Pain, z u Verfassern haben; auch sind, wenigstens von den erster» dieser Werke, frühere Ausgaben vorhanden, welche ich aber necht nachzuweisen vermag. — Vke Veinple Luit, clers rnoit ntctull Loinjronion, cvn» raininZ Original Oessgns in rke Lrcclc, Komon ancl Oorkic statte, k/1°. O. Ovcrcon, Lonci. 1766. 4. 50 Bl. — Orocckzue ^rckirctture, or rursl T^mutemenr, consslting ct j>Ians, cle. vorions anä tettions tor Kurs, turn- rner snel coinrer kcrmirsgcs, rcrrcars, rerininsriss, ckinete, gvrkic anci na- renal grvrcves, catcaclcs ecc. K5' VK. VVrigkr, Lonä. >767. 8- 28 Bl. -- >^n Llts)r on rke Oesters ot 7l.rek>- retture, in evkick are conrainest tome conlisterskle alcerarions in rkcir pro» porrions, teveral oktcrvar. on rka proprierzr ot rkeir utc anst rke neev lnrrostuttion ot s nevv grcsr orster» callest rke Lrirranic... k^ Ker, ste la Locke, Lonst. >763. t. — 'iKresci- je ot rke stecorarive parr ot Livil 7^r» ckiretlnre, sstorn. evirk 5z Klares... b/ ^V. Lksmbers, Lonst. >?6Z und >79>. t. (zte Aufl.) — Ornsrnencal ttrckirecture, cvnsslling ot original Oessgns tor plans, elevarions anst tettions, deginning vick rke tarrne- koute, anst atcensting co rke rnolt roagnisscenr Villa, b/ Vir. Lruristen, Llvnst. 3Z4 Bau Bau Lonä. 1770. 4, 70 Bl. ?rcarlkc ok rke live Lräers ok l^rckir. b^ .Vir. kickaräkon, Lonä. kol. — 2^rcki- reklure, Vir. klawlin, Lonä. 4. 6v Vl. — l ke VVorlrs in rVrckiceklu- re ok lioberr anä .l-'rnes /^äam, Lonä. 177Z — 1776. k. Vierlklo. jcbc von8Bl. lkkc Larpcnrer's pressure: a Lol- leklion ok «leligns kor reinplez, wirk rkeir plans z Lsres, Ooors, Ikailes »nä Lri'äges in rke gockic ralle, wirk Lenrers ar large kor llrilring gockic Lurves anä Viouläings, anä kome kpecimen ok rails in rke Lkincke ralle, torrning ä cvniplere kellern kor rural äecorscion, 87 Vl. Wallis, k-onä. >77Z- 8- >^Bl. 2) 'kke moäern)oi- ner, c>r a Lolleillion ok original äe- kigns in rke prekenr ralle, kor Lkinr- ne^ pieces anä kloor Lakes» wirk rkeir Viouläings anä knrickcrncnrs sc large; krizes, l'ablers, Ornaments kor lklallers, kales, kub-ba- kes, anä Lornices kor llovins erc. wirk 2 lkakle lkewing rke Proportion^ ok Lkimne^s, wirk rkeir cn- rablacures, ro rooins ok sn^ <120, von cbcnd. Lonä. 4.— ä'ke kuiläsrs Via- ga^ine .... b^ a Locier^ ok TVrcki- rckts, Lonä. 1774. 4. -B. mit K. — I(e^ ro civil TVrckireklure, or rke Lniverkal kricikk Luiläer, b/ Vir. KIrsike, Lonä. 1776 und 1788-8- — 'kke llulcs ok Lorkic ^.rckireklure, k^ Vi. lkoger, Lonä. 1778. 8- —- Original Oeligns in/Vrckireklure, con- killing okklans, kllevar. anäKekl. kor Villa's, Vianlions, ?ownkuukes . . b)r )ismes Lewis , Lonä. 1780. k. — Original Oeligns in T^rckireklure . , . b^ ^Vill. lkkvmas, Lonä. 178Z. k. s8 Vl» — Oeligns in elrckiceillure, conlikl. ok plans anä elevar. korikem- plez, kork, Lalünes, kavillons, Lar- äen-keacs, Obcliklrs erc. kor äecora- ring piealurc grounäs, Parks erc. b/ ^okn könne, Lonä. 8- Z8 Dl. — 'ä ke Louncr)-Lenrlemans «VrckireA, in -> grenc vnrier^ ok new OeliZns kor (lorrnges, knrin lioukes, Lvunrr/ kiovkes, Vilins, k.o6Zcz kor?nrk or Lnr8en kkrcrsncez, nn8 ornnmcnrnl woorlen Lnces, wirk plan-i ok rke olk- ces, kelonjiing ro cnck 8eiiAN . . . ky ^s. Viillcr, I.. 1789. 4. )2 Bl — Pinns ok (lorrsgez ky ^okn VV008, I.on8. 4. — IKie ru8imcnrs ok nnc. rkrckirekiurc . . . conc. an killor. Account ok rke kve Orders; alto Virru- vius on rke 'I'emples an8 Inrerco- lurnniarions ok rke r^nc. calculareä kor rke uke ok rkote, wko wikk ro acrsin a knnnnar^ knowlerlue okrVrck, wirk a llikkivnar/ ok rerrnez, konä. >739. 8. — Llemenca ^Vrekirekturae civilis . . . or rke Klernenrs ok civil T^rckirekkure, accor8inZ ro Virruvius an8 orker ^ncicnrs, anä rke molk approve^ aurkors, ckpeciall^ k'alla» 8io k/ ii. 7^I8rick» rransl. k^ li. kmvck > l.onä. > 789. 8- Mit;; Kpfrt. (Oas Original kl mir nicht bekannt.) — — Auch gehören im Ganzen noch hieher: new snrl accurare mecko8 ok 8e» lineacin» all rke l'arrs ok rke «kille- renc orkers in ^rclncetl. k)? menns okan Inilrumenr, K^^PK. Vialie krom rke original Iralian, l.onä. >7Z7.k.— Oekcripriou an8 uke ok a new Inllru- rnenc, calleä rke/Vrckireklonic KeÄor» b/ wkick any park ok TVrckireklure rna^ ke ärawn wirk kacilir)r anä ex- sklneks . . . illullr. wirk 25 kkaces kzr Zok. Xirk^', I.on8. k. — Ferner: ^ Lollektion ok Oeligns ok eleganr anä nkctull kioukekolä k'urnirure . . . K7 Vir. Okippenilale, Oon«i. 1755 >762. k. 2 B. 200Bl. — ?ke Labiner- Vi,iker anä Lpkolllercr's Liuiäe, or licpoliror/ ok äeligns kor cver^ Erriete ok kioukekolä kurnirure . . . Lkairs, krools, Kokas, Lonkäenrc, Ouckelke, Kiäebvaräs, l?eäeilals, Va- kes, erc. erc. b^ 7^ kieppelrvkice, Lonä. k. isb Bl.3kke/oiner's anä Labinec-inalcers Darling, corn. lixr/ äilkercnc äeligns, kor all Lorrs ok krecs, kri^es erc. 8. -— Lire Ls» penrcrs Lompaniun, conr. rkirc/- rkree Deligns kor all korcs ok Lkineke kailing B a u Bau llolllng snä Lotes. 8. »— Vlle Lor- pencer's complcot guiüe ro rlieevkole ^ffcm ofgoricic lloiling, conr. rt>!rr^- rwo neev Designs. 8- — VNe Lorpen- rcr's anä Heiners Vsäe-mecum, Und. Llovering. 8- — AnweisungenxnrBaniiunst in Holländischer Sprache: Ein architektonisches Weck von Pet. Kork von Aelst (s >5Z?) ist mir nur in einer französischen Uebersctzung, welche den Titel, st'^rclii- reJurc >le Ur. Lnclc, Uor. sts. t. führt, vorgekommen. — lolr. Vreüemsnns /eicdircJuro . . . Anrv. 1577. st Deutsch, Arnh. >606. t. — De oläer- vcrrnoerlte onricque Aeäisscien, en 8e Iteseln ot 8e monieren von /te- tliiöcien» Amlb. >606. st — De sll- gemenc L»ulcc>unlle von VVIIK. Loe» ree, ^mtst. >681.8.— Das, vonSim. Voosbom, über die fünf Scsulenordnun- Ken geschriebene Werk, ist, ursprünglich, in holländischer Sprache abgefaßt, und Amsterdam, st -.5. gedruckt; mir ist es indessen nur aus der engl. Ucbers. stvnä. ,679. k'. bekannt. — De ^rckirelccnur VVecrlcen von ?et. Unll, steici. >7>5-st mit 7; Kpfr. —» Vlceorrum mocliinsr. vniverlole . . c>5 ele nieurve ollgcmee- ne Louvvlcuncle üoor VieleinoN von cler iltorlb, Amlk. >7)9.4. MitzoKpf, in hol. Deutsch, Nürnb. durchaus tol. (Das "Werk handelt eigentlich nur vom Trcppenbau.) — ^rcliicc^l. civilis von Joe. Uolc^, ^mlk. 1770.4. mit 2c> K. in Fol. — lieber die Baukunst überhaupt, in deutscher Sprache: In Körenions Natur und Kunst, Leipz. 1770. 8- handelt davon der Xllte Abschn. des oten Th S. 4x0. Im Orestrio der l.VIII und stlX Abschn. des -teil Bds. S.244 u. f.In Ehrst». Frdr. Prangcns Entwurf einer Akademie der bildenden Künste, Halle 177z. 8. der XVII Abschn. des >ten Bds. S. 046. — Briefe über Rom, verschiedenen, die Werke der Kunst betreffenden, Junhal- tes. . . von L. T. Weinlich, Dresden 178-—>787. 4. z B. mit Z5 Kpsrn. — Untersuchungen über den Charactcr der Gebstude, über die Verbindung der Baukunst mit den schönen Künsten, und über die Wirkungen, welche durch dieselben hervor gebracht werden sollen, Dessau >785. keipz. 1789s 8. mit K. — lieber die Verwandtschaft der Baukunst und Gartenkunst, von H. Hcnncrt, in der Beel. Monatsschrift, April >786.— lieber Regelmäßigkeit, Bequemlichkeit und Eleganz in bürgerst. Wohnhäusern im Journal der Mode, Mon. Oktober 1788. — Anweisungen zur Baukunst: Gualt. H. Rivii der fürncmbstcn, nothwcndigstcn, der ganzen Architektur angchörigen, ma« thematischen Kunst rygentlicher Bericht, vnd vast klare, verständliche Vntcrrich- tung zu rechtem verstaubt der lehr Vitru- vii, Nürnb. 1547. st >558. st Basel >582. st — Hs. Blums /^nriguicor./Zr- ckurekkurse, d.i. ein kunstreich Buch von allerhand Antiquitäten zum Verstand der fünf Sstulen gehörig, Zür. ,s;8. 1596. 5. holländisch und Lrxsch. mit Kupfern von N. I. Visshcr, Amst. >647. st Auch ist das, unter den englischen Anweisungen zur Baukunst, angeführte, erste Werk, wahrscheinlicher Weise, eine Uebcrseyung von diesem. — Wendel Dictcrlcin'S AuS- thcilung, 8immere!o und Proportion der fünf Ssulen, und aller daraus folgenden Kunstarbeit, Strasb. 1594. f. Nürnb. >598 und 1655. st Mit -09 K. — Joh. Jac. Evclmanns .... /Zrcbir. civ. oder bürgerliche Baukunst, Cöln 1600. f. — Gabr. Krämer verfertigte um diese Zeit, -4 Bl. archit. Vorstellungen. Dan. Meyer gab >609 eine Reihe architektonischer Blstttcr, (;o) von den Gebrüdern de Br» gest. heraus, welche gewöhnlich den Titel führen: st'ücrckiicekturc äe Xlr. Vlever, »u Demonffrsrinn cis routes lnrrez li'ornemens, st Im I. >664 sind sie auch zu Heidelberg mit dieser Aufschrift erschienen. »- Jos. Furten» bacbs Krcbic. civ. enthaltend Paliaste, Kirchen, Altstre, Spitcklcr, Ulm l6-8. st Ebendesselben >lrcli>c. univ. Kriegs» Stadt- und Wassergcbckude zu erbauen, Ulm 16Z5. st Ebend. Garten-PallststleinS Gebstu, Ulm 1640. st Augsb. 1667. 4. Ebend. zz6 Bau Bau Ebend. Mavcrhofs Gebäu, Ulm 1641. 5. Seine Kirchengcb. sind auch noch besonders, Augsb. 1649. 4. abgedruckt morde». — De 8c>>I»merris, oder von dem Gebrauch der Baustäbe, nach den fünf Säulenordnungen, von Nie. Goldmann, I-uZä. L. >65:. f. lat. und deutsch. (S. übrigens dieFolge.) — G. Andr. Böck- lcrs Lvmsienclinm /rrchir. civ. ssrctr. 1648. 4. 2) Ebendesselben -Xecssi- reäburo cnriota novo, cxpvnens tun- ckomenrz liz-äiaZngico, lulus tonrium, »iz. ckutstor. Ivecus arcissciolez ccc. >Ic>r. >662. f. z) Ebend. Civil Ärchitectur, Frankst. >66;. f. 4) Ebendesselben Neues und vollkommenes Säulcnbuch, cbcnd. ,684. t'. — Joach. von Sandrart.4es- «lemi» Vuclcl'c» äclia ^rcliirercuro, Sculr. a ?>rr. oder Deutsche Acadcmic der edle» Bau - Bild - und Mahlcrc»- künste, Nürnb. 167; — 1679. st. - B. und in den z erlicn Bünden der neuen Ausg. s. W. Nürnb. 1768 u. f. 5.8 Bde. (Das Wesentliche s. Werkes, in Rücksicht auf Baukunst, besteht in den, bereits in dem Art. Bauart angezeigten Abbildungen römischer Kirchen, Altäre, Pallästc, und Brunnen.) — strväro. rnus ^rcliiretst. Llolcimonuisnse . . . von tconh. Chrstn. Sturm, Augsb. 1694 und 1714. Qucrf. mit-6Kpfrn. II) Nie. Goldmanns Vollst. Anweisung zur Civil« Baukunst .. . verm. von Leonh. Chrstn. Sturm, Wolfenb. 1696. st. Leipz. 1708. st. mit 74 Kpfrn. III) Ausübung der Anweisung zu der Civil-Baukunst Nic.Gold- manns, bestehend in neun Anmerkungen (in der sten wird von der neuen, sechsten, oder so genannten deutschen Ordnung gehandelt) von cbcnd. Wolfenb. >6y6.1'. Leipz. 170g. f. mit 20 Kupfrn. IV) Der auserlesenste, und nach den Regeln der antiken Baukunst so wohl, als nach dem heutigen Gusto verneucrtc Goldmann .. . durch Leonh. Chrstn. Sturm, Augsb. >7>4-^ >7->. t'- zB. niit ;66 Kpf. Dieses Werk bestehr eigentlich aus besonder», zum Theil nachher noch wieder einzeln abgedruckten, Abhandlungen, von welchen folgende hiehcr gehören; als 1) Kurze Vorstellung der ganzen Civil- Baukunst, worin die vornehmsten Kunstwörter in ; Sprachen angeführt, und die allgemeinsten und nöthigsten Regeln erklärt werden, Augsb, (1718) st. cbcnd. 1744. st. mit » Kpfrn. 2) Anweisung alle Arten von bürgerlichen Wohnhäusern wohl anzugeben, Augsb. 1715. 5 mit 1; Kpfrn. z) Anweisung von Landwohnungcn und Mapeceien, sonderlich vor die von Adcl, Augsb. i?r;. f. mit 9 Kpfrn. 4) Vollständige Anweisung, alle Arten von regulären Prachtgebäuden zu erfinden, auS- zurhctlc», und auszuzicrcu, bcnebst einer gedoppelten Vorstellung der sechs Ordnungen der Baukunst, Augsb. 17,6. k. mitK. 5) Anweisung, die Bogenstellungeii, nach der Civil-Baukunst, von Siegcsbogen oder Ehrenpforten zu machen, Augsb. 1718. k. mit l? Kpfrn. 6) Anweisung, alle Arten von Kirchen wohl anzugeben, Augsb. 1718. st mit 22 Kpfrn. 7) Anweisung großer Herren PallMe schön und prächtig anzugeben/insonderheit auch von sürstlichen Lustgärten, ebend. 1718. k. mit Kpfrn. 8) Anweisung RcgicrungS - Land- Rath - Kaufhäuser und Börsen stark und zierlich anzugeben, ebend. 171z. f. mit iz Kpfrn. 9) Architektonische Reise Anmerkungen (durch einen gboßen Theil von Deutschland, und durch die Niederlande bis Paris) ebend. 1719. k. 10) Vollständige Anweisung, Stadtthore, Brücken, Zeughäuser . . . Cascrnen, Baraqucn Provianthäuser bchörig anzugeben . . . und bei) Gelegenheit die Au-theilnng des bäurischen Werkes, oder der Losso^en an den Bogenstcllungcn, wie auch der vielfachen Treppen deutlich angewiesen wird, Augsb. 17,9. f. mitK. 11) Die unentbehrliche Regel der Spmmctrie ... ebend. ^720. k. mit Kpfrn. 12) Vollständige Anweisung einer AuStheilung der Gebäude .... ebend. 17-0. f. mit 7 Kpf. iz) Vollständige Anweisung, allerhand öffentliche Zucht- und Licbesgcbäudc. . . wohl anzugeben, cbcnd. 17-0. k. mit >5 Kupfrn. 14) Vollständige Anweisung, Erabmahle. . . wie auch Paradebetten, und Lallrs ilolorch . . . anzugeben, cbcnd. Vau Bau zz? ebcnd. l '?o. 5 mit K. 15) Anleitung, Schifhckuser, oder Arsenale . .. gehörig anzugeben, cbend. >721-5. mit K. >6) Anweisung, Wasserkünste und Brunnen anzugeben, cbcnd. 17:«. 5. mit 10 Kpfrn. Die übrigen, darin enthaltenen Ausseihe gehen die Wasser - und Kriegsbaukunst an. Auch gehören zu den Goldmann- Stürmischen Werken noch: I. Ige. SchüblcrS noch mehr erweiterte Sturmisch-Goldman- nischc Baukunst , mit Sachen und Möbeln, welche zur innwendigen Auszierung dienen können, Augsb, 5. 11 Hefte. Und von bconh. Chrstn. Sturni selbst dessen Constrnetion der 6 Säulenordnungcn zur regulären Civilbaukunst, Nürnb. 5. ->. z. mir; Kpfrn.— Wienerisches Architectur- Kunst-und Seiulcnbuch durch Joh. In» bau, Augsb. (>686 )5. (>689) 4- -oBl. — Da». Hartmanns bürgerliche Wohnungs-Baukunst, Basel >688.5. — Joh. Chrstn. Keplers koi-ollclismus der ältesten und berühmtesten Baumeister in IX Tabellen .. . Leipz. 1696. 5. ebcnd. >734 5. — Paul Beckers ausführliche Anleitung zur Civil-Baukunst, Nürnb. (>704.) 5. z Ty. mit6oKpfern. (Oer ersteTheilhandelt von Aufrcißung der fünfSäulcn; der zweote von Portalen, Grabniahlcn und Meublirung der Zimmer; der dritte von unterschiedlichen Gebäuden) -) Ebendesselben Fürstlicher Baunieistcr, Augsb. >?>> — 1716. Quecfol. mit Jnnbegriff des Anhanges z Th. — Joh. Willhelms . . . ^rcbic, civ. Nürnb. (170;) 5. 2 Th. mit 74 Kpfrn. — Joh. Vogels moderne Bau. kunst, mit Vorstellung aceurater Modellen, Oachwcrke, u. s. w. Hamb. 1708 und >7-6. 5. mit 58 Kpfrn. — ^rccki- reJ. rkeoeccico probt, oder neu inven- tirte Stadt - band - und andre Gebäude . . . beipz. 1720. 5. — Joh. Rud. Fä- schens Versuche architektonischer Werke, Nürnb. Oer erste Versuch, aus 5 Thei. len bestehend, handelt von Verzierung der Fenster und Thüren, von Portalen, und von Dach - Kapp - und Kirchcnfcnstern, Schornsteinen, 5. a. 4. mit 450 Kupf. Der andre Versuch, auch in ; Th. enthält bürgerliche Gebäude; Militärgebäude Erster Theil. in Vestungcn; Stadt-Thore, Lorps cke Qaräe, und Jnvalidcnhäuser; Militäc- gcbäude an Vcstungen, und prächtige beistund Gartenhäuser, Nürnb. >7-- — >729. Querfol. mit >z; Kupfern. ( S. auch vorher, Vi^nola) — KrcliiieJ. civ. bestehend in unterschiedlichen Gebäuden der bcßten und neuesten Act, nach dem französischen Gusto, mit gehörigen Grund- und Aufrissen , sanimt dazu erforderlichen Durchschnitten . . . von I. I. Stcin- burger, Nürnb. 5.». Querfol. -4Bl.— Der vollkommene Zimmerman», oder vollständige Anweisung zur Baukunst, worin von Verbindung der Oachwerker, und derselben Proportion, von Scbiffung auf dem behrgespärr, welschen Hauben, Chorhauben, imgl. von den Bogen, Treppen, Brücken . .. gehandelt wird. Fest. a. M. 17 -9. und (mit einem neu gedruckten Titel) ebend. 1789. 5. -- Kpfr. und z Bg. Text. — Joh. Jac. Schüblers Unterricht zur Verfertigung der vollständigen Säulcnordnung, Nürnb. 5. 2. 5. 2 Th. 2) Ebcnd. Forts, des Unterrichts in der völligen Civil-Baukunst .... Nürnb. >728. 5. Bcpde Schriften, unter dem Titel: I. I. Schüblers architektonische Werke, Nürnb. >786. 5. in verschiedenen Lagen, wovon die erste in drei) Thcilc abgecheckt ist, und „von der vollständigen Säulcnordnung, nach der heutigen bürgerlichen Baukunst, ucbst vielen dahin einschlagenden Verzierungen deutlichen Unterricht" giebt, niit 48 Kpfrn.; die zwcytc Lage ist ei» Anhang zu dieser, und enthält neue Risse zu Garten-Portalen auf 6 Bl. Die dritte und vierte (welche den -ten Band ausmachen) besteht aus dem „bcßten und vollständigsten Abrisse eines viereckigte» und adlichcn Wohnhauses nach der Vernunft und durch Beweise, die in der Antiken Elementar,Geometrie gegründet sind," mit 24 Kpfrn. z) Ebendesselben Kurzer Entwurf von der >ten — ;tcn Continuation von den nöthige» Partial- bcgriffcn, welche in der antiquen Leo- merem elemenrsri, durch das nützliche OioZrsmma ezuscleanAuIaee, den ganzen Umfang der Civil-Baukunst vorstellig A machen, zz8 Bau Bau machen, Nürnb. ,752. 5. 4) ttulr Va- lckcs cie I'KrclcircNure en krance.... welche da» Vcrhältniß aller Theile eines Gebäudes in 24 Rissen enthalten, nebst einem Gesimse von der griechischen Bauart nach der verbesserten Goldmannischen Baukunst gezeichnet, Nürnb. >?zz und ,786. k. 5) Nützt. Anwcisungsproben zu den ndrhigstcn Begriffen der vollst. Civil- baukunst, in . .. (5) Karten . . . ortogr. und perspektivisch verfaßt, Nürnb. st 2. st Auch gehört noch im Ganzen hichcr, 6) dessen Anweisung zur Zimmermannskunst, Nürnb. 17Z1. und >78' — >782. st 2 Abtheil. mit 74 Kpfrn. worin „von den antiken und modernen prvportionirtcn Lck- chcrn die nölhige Projektion ... vorgestellt und daraus die italienischen, französischen und deutschen Häng - und Spreng- wcrke. .. begreiflich gemacht, und gezeigt wird, wie . .. allerhand Wiederkehr, Merksätze, Schistungen, Kuppeln, Hang - und Zugbrücken, imgl. die verschiedenen Arten von Treppen, und . . . und allerhand gerade, runde oder gcscho, bcne, und gewundene Treppen-Zargen, ausgezackte Ruhcbalkcn, Gelclndcr, Verzierungen und Laubwerk, wie auch vicr- eckigtc, achteckigtc, runde, und länglichrunde Laternen und Kuppeln/' zu verfertigen sind. Ferner 7) Ebcnd. KcisZra- plliz arris iignsrise, oder nützliche Er- öfnung zu der sichern fundamentalen Holzverbindung . . . Nürnb. 1756. st llebri« gcns sind bereits vorher s. Anweisungen zu Geräthe und Verzierungen (die frcy» lich schwerlich mehr gefallen dürsten) angeführt.) Wegen seiner übrigen Wecke s. die Art. Fenster, Freses, Rirche, Perspectiv, Verzierung, Zeichnung. — Bens. Hederichs Vorübungen in der Bürgerlichen und Kriegs-Baukunst, kcipz. i7Zv und >?;6. 8. — Joh, Chrstph. von Naumanns Grebin, proöb. oder die wirk- liche und tüchtige Baukunst so wohl bei) pslzriis, als auch bürgerlichen Häusern, Bud. >?z6. 4. — M. Richters neues Baubuch in verschiedenen, vorlxr noch nicht zusammen edirten, Angaben in der Civilbaukunst bestehend, Leipz. >7Z7> 4>— Jugels Gründliche Anweisung zur Baukunst, Beel. 1744. 8. 2V. — Ausführliche Anleitung zur bürgerlichen Baukunst ... von Joh. Friede. Penthcr, Augsb. 1744 —1748. 5. 4 Th. Güttingen >749. st — Joh. Oav. Stcingrubers Tzrclrirckl. c!v. Nürnb. 1750. st Von eben diesem Verf. sind noch: o) IN-nBe- bürgerlicher Baukunst, Frft. und teipz. 176; und, mit einem neuen Titel, Nürnb. >77Z> 4- ZTH. mit74Äpsrn. z) Architccto- nischc irregul. und reguläre Grund - und Ausrisse, nach dem lat. Alphabet!). Nürnb. i?7Z. st — M. Nonncnmachcrs architektonischer Tischler, oder Architectur- Kunst- und Säulenbuch, Nürnb. 175-. 5. — Joh kor. Dan. Suckow erste Gründe der bürgerlichen Baukunst, Jena 17;,. 4. verm. ebcnd. >767. 4. — Gründliche Anweisung zur Civil-Baukunst, von einem Liebhaber, Frft. und Leipz. >752. 4. — Geometrischer Maßstab der wesentlichen Abthcilungcn und Verhältnisse der Säu- lcnordnungcn, aus dem Quadrat der dorischen Ordnung, für alle übrige Ordnungen, nach Pylhagorischer Lehrart hergeleitet von I. G. Vcrgmüllcr, Augsb. >?;-. st mit sz Kpfrn. — Vorstellung einiger modernen Gebäude, zur Pracht, zur Zierde und zur Bequemlichkeit eingerichtet durch Joh. Sänger, Nürnb. Qncr- sol. -8 Vl. — Gründliche Anweisung zur Civil-Baukunst, von H. Chrstph. Wagc» ner, Dresden >755 — 1768. st - Th. — Lkv. kiegsri, 8. I. OnivcrL. /zrcin- rcJ. civ. ILIemcnrs, Vinci. 1757,4.—- Aufrichtige Anweisung zur bürgerlichen Baukunst, von I. G. M. Gotha 1759. verb. ebcnd. >786. 8. 2 Th. mit 6 K. — I. G. Leopolds Oceonomische Civil-Baukunst, Leipz. >759. 8. — üiemen» 7lr» clnrcöluroc civ. Ic>. Lapr. 1220, Vinci. 17Ü0. >764. 8. Fvknz. ebcnd. 1772. 8. 2 B. Deutsch, cbend. 177z. 3. — Schillingers Zimmerbaukunst, Nürnb. >760 4. 2 Th. — I. G. AngcrmannS allgemeine, praktische Civil-Baukunst, Halle >766. 8. Anleitung zur Verfertigung schöner Zimmerwcrkrisse, von Luk. Vvch , Augöb. >766. 8, Von eben diesem Bau Bau 3ZS fem Verfasser sind noch 2) Deutliche Anweisung zur Verfertigung der Baurisse, wie solche, ohne mündlichen Unterricht, von selbst zu erlernen, Augsb. 1778- 8. z) llmcrricht in Ausreißung der sünfSäu- lenorbnungcn nach dem irtheiligen Modul, ebcnd. 1778. mit -1 Kpfrn. verb. mit einer böhmischen Ucbers. Prag 178z. 8. 4) Anwendung der fünf Säulenordnungcn, Forts, des vorigen, ebcnd. 1779. 8. 5) Würklichc Vaupractik der bürgerlichen Baukunst, ebcnd. 1780. 8. 6) Bürgerliche Baukunst, zum Veßten junger Architekten, Maurer, u. d. m. ebend. 1780 — 1782. 8. 4 Th. Der erste Theil handelt von der innerlichen Einrichtung der bürgerlichen Wohngebäude, init >6 Kpfrn.; der zmcptc von Hospitälern, Lazarcthen, Waisen - Armen- und Findclhäusern, mit 9 Kpfrn. 7) Jac. Varozzi von Vignola Kunst, die fünf architektonischen Säulcn- ordnungcn auf mechanische Art aufzureißen, ebend. >78'. 8- mit-0 Kupfrn. (Wegen s, übrigen, in andre Theile der Baukunst einschlagenden Schriften, s. I. G. Mcusels Gelehrtes Teutschland) — Anweisung zur Zimmermannskunst, von Chrstn. Gott!. Reuß, Leipz. 1764 .5. vcrm. ebend. >789. 5 — C. Walters Zimmer- mannskunst, Augsb. >769. 5 — I.E.F. Keferstcius Anfangsgründe der bürgerlichen Baukunst für Landleute, Leipz. 1776. 8. I. G. Langens Zufällige Gedanken über die nothwcndige und bequeme, wirthschaftliche, Bauart auf dem Lande, Verl. 1779. 8. — A. Chr. Maperö kurze Anweisung zur praktischen bürgerlichen Baukunst, Nürnb. 1782 —1784.4. 2 Th. mit zo K. ( Der erste Theil handelt von der äußern Schönheit, Vestigkcit und Dauerhaftigkeit der Gebäude; der 2te von der bequemen, inncrn Eintheilung derselben.) — Die Verbindung und llcber- einanderstcllung der Säulen, oder Anweisung, wie bep der Baukunst die fünfSäu- lcnvrdnungen, auf eine sehr leichte und bequeme Art, nach einer gegründeten Regel, so wohl be» geraden, als Cirkelrun- den Figuren, über einander zu setzen und zu verbinden find, von Sam. Locke, Oresd. 178z. 5. mit 60 Kpfrn. — Kurzer und deutlicher Unterricht, zu Zeichnung und Anlegung der Wohn - und Land- withschastä-Gcbäude... von I. C. Huth, Halle 1787. 4. mit Z8 Kupfern. — Oer bürgerliche Baumeister, oder Versuch eines Unterrichtes für Bauliebhabcr, besonders in Rücksicht auf bequeme, und regelmäßige innre Einrichtung der bürgerlichen Wohngcbäude, von Fr. C. Schmidt, Gotha >790. 5. mit 7; Kpfrt. — Erste Linien der Häuser-Baukunst.... für Liebhaber. . Lcipz. 1790. 8. — Privatunterricht in der Civil-Architcctur. . zum Selbstunterricht für Jedermann, von Günther, Leipz. 1790. 8. — Auch sind, von mehrern deutschen Künstlern, cinzelc architektonische Blätter geliefert worden, als von Nette: Adlichc Land - und Lust- Häuser nach modernem Geschmack — von I. B.Fischer, Obelisken, Tempeln.d.m. Qucrfol. 7 Bl. — Von I. M. Hoppenhaupt: Gebäude und archit. Verzier, gr. Fol. 20 Bl. kl. Fol. 19 Bl. u. a. m. — — Ucbrigens hat der Jnnhalt des vor: stehenden Artikels so wohl, als der eigentliche Zweck des ganzen Sulzcrschen Werkes, es nvthwendig gemacht, eine Menge der, den mechanischen Theil der Baukunst, betreffenden Schriften zu übergehen. Es sind indessen, bey einigen der folgenden Artikel, verschiedene derselben angeführt. Von diesen Artikeln, f. Dach, Camin, Becke, Fenster, Gewölbe, Rirchc, Grbnung, Perspectiv, Portal, Schaubühne, Thüre, Verzierung u. a. m. Von der Geschichte Oer Baukunst: Ausser dem, was darüber, in den verschiedenen Geschichten der Künste überhaupt, als in Monier hl!lk»i,-e äez-ürcü gui onr tlu ropporr su clelleüi . . . ?or. ,69g. 8- in WinkelmannS Gesch. der Kunst des Alterthumcs, S. 77- . S. Z47 der deutschen Hebers) In dem Goguet, De i'»riginc ciez 5oix, ckes T^rrz, er lies Lciencer . . A z ?ar Z4v Bau Bau Rar. >7 58- (Th. l. S.-ZZ. Th.s. S. >>Z. >77. Th. z. Th. ?z. der deutschen llebers.) In des Savcrien lstiit. che jchikprir liumain .... Rar. 1766. L> In des Tiraboscdi Sroria chella Dercera- tura Iraiiana, Icloch. 1772— 1780- 4- 8 Bd. (B. 1. S- >y. 97. 267, 526. B. s. S. 426. 498- 586. B. z. Th. I. S. -54. ;>8. Th. 2. S. 477- Th. z. S. 648 des Ja- gemannischcn Auszuges) In D. ZI. F. Büschings Entw. einer Geschichte der zeichnenden schonen Künste, Hamb. i?8>. 8. S- 195. 25-. Z4S- 421. In dem Versuch einer Geschichte der Cultur des menschlichen Geschlechtes, Lcipz. 1782. 8. S. 8Z- ,45. 211. 271. Z40. 4°5 gesagt wird — ausser diesen, handeln besonders davon: De I'origine che I Tlrcliirekture in dem Rxrraorch. ein ksercure galanc, vom I. 1679. B. 6. S. 266. — Viie Dri- g!n ot öuilching, b)' ^1. Wooch, bonch. 1741. k. mit Zü K. Scoris cheii'cZr- chilcrrura, nells guslc, obre le vire chegli sZrcliirerri i! eiamino le vicen- che, i grogreili, la checachenzs, il ri- korgimenro e la gerke2ione clell'srre . . . cha Qiorg. pullsri, Vcn. 1747.8. (iss nickt vielmehr, als das, be» dem Art. Baumeisrcr, vorkommende Werk des Felibicn) — Libliograiia ltorico cri- rica chell TZrcliiceccura civils ech TZrli kubsirerne, chell V/ZbacL TZng. Lomelli, Rom. 1788.4 .2B. — Versuch einer Geschichte der schönen Architektur von küder, jm ztcn und 6ten St. des zweyten, und im >tcn und 2tcn St. des dritten Bandes der Monatsschrift der Verl. Acad. der Künste. — Oav. Vogel in Zürich hat eine allgemeine Geschichte der Bau - und Vcrzicrungskunst angekündigt. — Aller- Hand Beytrclge zur Geschichte der Baukunst überhaupt find in dem zten Baude der TZnecchores ches beaux TZrrs, conr. rour ce gue la peinr. la kiculgr. l» (lrav. I'^rcliirckture erc, olkrcnr che s>lus curieux . . . par. 1776. z. z B. enthalten. lieber die Geschichteter Baulunst be)- einzeln Volkern, Rem. kur l'eiar cie l'klreliirckture civiic chans lex rems ch'kllomere von Sgstier, IN deNI 27ten B. der Vlem. che l kZcach. chesIn. script. — In Joh. Frdr. Christs Abhandlungen über die Litteracur und Kunstw. des Altecth. keipz. 1776. 8. handelt der ztc Abschn. und in lo. 7Z. brnelii /Zr- edacol. tir. das 8te Kap. von der Baukunst der Alten; — und im zten B. der, von I. I. Rambach übersetzten Griechischen Archäologie von I. Pottcr findet sich, von dem erstem, S. Z47. eine Abhandlung über die Baukunst der Griechen. — lieber die Baukunst in Italien, mancherlei) Nachr. in der Rsceolca chi lerrere luils Rice. 8culr. ech ^Zeckirer- rura, IL. 1754—177z. 4. 7 Bd. — Von der Baukunst in Frankreich: des Flvrent le Comic Labiner ches 8ingula» rires ch iZrcliirckture , che peincurc, Lculpr. ere. im itcn B. S. i u. f. Dikc. kur lex grogres che I'^rcllirckture en prance, von Pingcron, vor seinen, aus dem Ital. übersetzten Vies che« kameux TZrckirektes . , . ?ar. 177 1 . l2. 2 B. — -- lieber die Geschichte der Bau, kunst in England» finden sich in der Einleitung von W. Chambers angeführtem Vrearile ou Livil cZ> eliirekture , sowie in den itnecchorcs ok paincing in Lng- lanch .... honch. 1762 — 177 »- (>78°) 4. 4B. oder mit Jnnbegriff des Lar. ok Rngravers, 5 Bde. MitK. 1782. 8. 4 B. lind in den Gierig, ok Lnglanch anch les, b)-?r. L-roole, Dvnch. 177z — 1736. 4. init Jnnbegr. der Supplemente 6 Bd. mancherlei? Nachrichten. — S. übrigens den Art. Bauart. Tvorterbüchcr über die Baukunst, in lateinischer Sprache: brsnc. klar. Lrapalchi De garcidus aechium Diktio» narius löge legichiitimux nee minus truktuokus, Parma (1494) 1501.1506. 1516.4. t^rgenr. 150z. 4. .— Vo- cabuium Tlrctiireü. aechificac, s Garolo TZczuino, R. 17Z4. 4. In franzosischer Sprache: Bcy den, vorher angeführten principes che l^rctiirckture . . . g. tvlr. pslibien, par. 1669. 1690. 1697. 4. findet sich ein Diktion, nairc ches Vermes. Diktion. chhZr- ckirekt. civile er ti^chrsul. er ches arcs ^ui Bau Bau Z4i gu! en ilepenäeQc, p. Lb. Osvileo, ?ür. 169z. 4. neu hcrauSg. von Alex. Saverien 1740 und 1755. 4. — OiK. et^molvßiczue ckes rermez cle I ^rcdi» retiurc psr (Den. ?rsnc.) L-s^eliel-, p.ir. 17z;. >2.— Oiöl. ck ^rcbireölu- re civilc, milic. nsuo. snc. er moä. er äe cous i.es orrs gui en äepenclenr, svec les rsrmez expl. en krsncois, lao. iral. elsogn. sngl. er sllemsnä, p. hä. O. k. l^oliinck cle Virio^z, hsr. 177z und 1780. 4. zBde. mit Kupf. — — In deutscher Sprache: Der erste Theil von I. F. Penthcrs Anleitung zur bürgerlichen Baukunst besteht in einem hexi- con oi-ckir. oder Erklärung der üblichsten, deutschen, franz. und ital. Kunstwörter der bürgerlichen Baukunst, welches auch wieder einzeln, Augsburg 1762. abgedruckt worden ist. — Allgem. Bau- Lcxicon, oder Erklärung der teutschcn und französischen Kunstwörter in der Baukunst, von Luk. Doch, Augsb. 1781. 8. — Der zte Abschnitt in Schmidts Bürgerlichem Baumeister, Gotha 1790. 5. enthält ein architeet. Wörterbuch, oder kurzgefaßte Erklär, der, in der bürgerlichen, Mühlen - und Wasserbaukunst vorkommenden deutschen, lat. franz. und ital. Kunstwörter. — — In englischen Sprache: ?dc IZuilciers Oiöl. skieeving (Zusliriez, tBwnciries, ?coporc!onz, siack Value vi che Xäscerisls erc. bzi här. dlcve, b. a. 8. Auch haben wir von G. Huth ein allgem. Magazin der bürgerlichen Baukunst, Weimar >789. 8. bis jetzt einen Band, erhalten. Ucbrigens wird man, bcy einer nur flüchtigen Bekanntschaft mit diesen verschiedenen Werken über die Baukunst, gewahr, daß im Ganzen, die Rücksicht auf bloße Verzierungen, darin immer größer wird. lind von den neuern Gebäuden selbst sagt ein italienischer Architeet: Do- vungue ii rivolgs Ic> l'gusrcko li vccie ls Nolles ^rcliirercues peccsre lempra per eccello eli ornsmenri, nun ins! per ckiterro. dlon gdvisma msivoluro comprenckere, che gll ornsri bsn cks nsicere » setzen. Baumeister. ARer den Namen eines guten Baumeisters in seiner ganzen Bedeutung verdienen will, muß nicht nur reich an natürlichen Talenten seyn, sondern auch aus den meisten Künsten und Wissenschaften viel gelernt haben. Es kann von gntem Nutzen seyn, wenn wir die Eigenschaften des Baumeisters, die wir in diesen wenigen Worten anzeigen, etwas umständlicher beschreiben. Wir fodern zuerst von dem Baumeister eine gründliche und weitläufige Kenntnis; der Sitten und Lebensart der vornehmsten Volker, und desjenigen insbesondere, unter welchem er lebt. Diese hilft ihm zu- voderst, jedes Gebäude nach dem Stand und der Lebensart des Eigen- A z thünicrs Z42 Bau thümers einzurichten. Jede Classe der Menschen hat ihre eigene Verrichtungen, Bequemlichkeiten und äußerliche Bedürfnisse, die der Baumeister genau kennen und in Ucber- lcgung ziehen muß, wenn er in der Einrichtung der Gebäude nicht große Fehler begehen will. Die Großen müssen nicht nur mehr Platz zum Wohnen haben, als der gemeine Bürger; dieser größere Platz muß anders cingethcilt scyn, als der kleinere des andern. In einem Haus, worin« viele Bediente sind, kann und muß vieles anders gemacht werden, als in dem, wo nur einer oder zwey sind. Dergleichen Umstände, wo- durcl? die Gebäude verschiedener Ei- gcnrhümcr sich von einander unterscheiden müssen, sind vielerlei). Der Baumeister muß sie alle in Erwägung ziehen, wenn er nicht ungereimte Fehler begehen will. Hiernächst kann er durch diese Kenn.mß oft solche Einrichtungen machen, die würklich auf den guten Gcschmak und das Gründliche in der Lebensart verschiedener Stände ihren Einfluß haben. Es ist gewiß, daß die Menschen sehr oft an gewisse Vorthcilc und gute Veranstaltungen in ihrer Lebensart niemals denken würden, wenn nicht zufällige Gelegenheiten sie dahin leiteten. Der Baumeister, der alles Gründliche und Vernünftige in der Lebensart verschiedener Völker bemerkt hat, wird in der Angabc seiner Gebäude Sachen anbringen, wodurch der Bewohner vcLlciret wird, gute, von ihm vorher versäumte, Gewohnheiten nachzumachen. Diese Kcnntuiß kann der Baumeister aber nicht anwenden, wenn es ihm an gründlicher Beurtheilung des Nützlichen, des Anständigen und des Geziemenden fehlt. Ohne dieses wird er, wie schon mehrmals geschehen, den gemeinen Bürger, der reich ist, verleiten, vieles, das nur den Bau Großen zukommt, auf eine lacherliche Weise nachzumachen; oder den Großen in den Zwang des gemeinen Mannes einschränken wollen. Eine gesunde Beurtheilungskraft des Sittlichen in der Lebensart, ist demnach eine nothwendige Eigenschaft des guten Baumeisters. Wir fodern drittens von ihm ein gutes Genie, das ist, eine Leichtigkeit im Erfinden und Anordnen, damit er nicht nur alles, was er zu einem Gebäude für nothwcndig hält, geschikt anbringen, sondern dieselben Sachen nach dem persönlichen Ge- schmak der Eigenthümer, nach der besondern Beschaffenheit der Qertcr, des Platzes und der Zeiten auf verschiedene Weise ausrichten könne. Wenn er für jede Art der Gebäude nur ein oder zwey Modelle hätte, so würde er oft ganz ungereimte Dinge machen. Das gute Genie, mit einer gründlichen Beurtheilung verbunden, muß ihm in den Fällen zu Hülse kommen, wo mehrere Bedürfnisse gegen einander streiten. Denn da muß er das Wichtigste von dem Geringen! zu unterscheiden wissen. Er muß Schwierigkeiten durch außerordentliche Mittel heben können. Er muß durch gute Erfindungen sich glüklich aus Schwierigkeiten heraushelfen. Ferner ist ihm ein feiner Geschmak in allen Arten des Schönen nothwcndig, damit er nicht nur das ganze Gebäude schön, oder prächtig, oder erhaben ausführen, sondern jede einzele Schönheit, wodurch die Würkung des Ganzen vermehrt wird, anbringen könne. Endlich muß er verschiedene mathematische Wissenschaften, das Wesentlichste aus der Kenntniß der Natur, die Mechanik, und alle sowol schöne als mechanische Künste verstehen , deren Hülfe er in der Ausführung eines Gebäudes bcnöthiget ist. Ohne die Fertigkeit im Rechnen kann er Vau er die Cintheilungen, Proportionen, die Menge der Bedürfnisse zum Bau, die Festigkeit der Theile niemals ordentlich bestimmen. Ohne den me- chanifchcnGeist wird er vieles schlecht angeben, den einen Thcil zn stark, den andern zn schwach machen. Ohne die schonen Künste, insonderheit die Zeichnung , wird er viele Verzierungen entweder gar versäumen, oder von schlechtem Geschmak inachen. Ohne die Kenntniß mechanischer Künste wird er Sachen angeben, die in der Ausführung entweder unmöglich, oder doch sehr unvollkommen seyn werden. Denn der Baumeister ist fast immer betrogen, der sich auf den Geschmak, den Verstand, oder die Geschiklichkeit der Arbeiter verlaßt. Er muß schlechterdings alles entweder selbst angeben, oder doch in der Ausführung mit einem wachsamen und bessernden Auge besorgen. Ohne Kenntniß der Physik wird er vieles versehen, und gegen die Gesundheit der Einwohner, gegen die Dauerhaftigkeit und Festigkeit des Gebäudes, gegen die gure Lage in Ansehung der Winde und des Wetters, gegen die schnelle Abführung des Rauchs und der Ausdünstungen, gegen die Bequemlichkeit in Absicht ans Warme und Kalte, anstoßen. Aus diesen Betrachtungen lassen sich folgende Vorschriften, die den Baumeister in seinein Studircn führen sollen, herleiten. Er muß zu- voderst durch Erlernung der Historie und der philosophischen Wissenschaften seine Seclenkräfte fleißig üben und starken, auch sich die nöthige Gründlichkeit und Scharfsinnigkeit verschaffen. Der künftige Baumeister muß so gut wie der Dichter von Jugend auf in Künsten und Wissm- schaftcn geübt werden. Nachdem er die allgemeinen Wissenschaften hinlänglich getrieben, muß er sich insbesondre in den mathematischen Wissenschaften gründlich unterrichten las- Bau Z4Z sen: sich ans das Zeichnen legen, welches er so treiben muß, als wenn er ein Mahler werden wollte, damit er nicht nur dadurch einen feinen Geschmak für das Schone in Figuren und Zierrathen bekomme, sondern, im Fall es nothig ist, dergleichen Sachen auch selbst angeben könne. Wenn er sich diese vorlaufige Wissenschaften und Künste erworben hat, so muß er seinen Fleiß vornehmlich auf die Betrachtung der vornehmsten Gebäude richten, welche in den verschiedenen Landern von Europa zerstreut sind. Zuerst muß er die verschiedenen Schriften der vornehmsten Baumeister mit großeni Fleiß lesen, sich ihre Regeln bekannt machen, und nach denselben zeichnen. Hierauf schafft er sich von den Zeichnungen schöner Gebäude, Gärten und aan- zer Städte an, so viel er habhaft werden kann. Diese betrachtet er mir einen, nachforschenden Auge, zuerst nach ihrem ganzen Ansehen, wo- bcy er genau auf die Empfindung, die sie in ihm erwekcn, Acht haben muß. Hernach betrachtet er ieden Theil insbesondre in seiner Verhält- niß zum Ganzen, in seiner Stellung, in seiner Figur, in seinen Verzierungen und in den Verhaltnissen seiner kleinen Theile, mit Zirkel undMaaß- stab in der Hand. Bcy diesen Untersuchungen ist es sehr wesentlich, daß er beständig auf die allgemeinen Grundsätze der Baukunst zurüksehe, und jeden Theil des Gebäudes gleichsam frage: warum bist du da? wie erfüllst du deinen Endzwek? was thust du zum Ansehen, zur Festigkeit, zur Bequemlichkeit, zur Zierde? thust du deiner Bestimmung vollkommen und ans daS beste genug? Hiebe») ist es überaus nothwendig, daß der Baumeister sich auch durch kein Ansehen verblenden lasse. Sieht er etwas, davon kein hinlänglicher Grund vorhanden ist, oder das seiner Bestimmung kein Ge- I) 4 nügen Z44 Bau nugcn thut, oder dasgar wider noth- wendige Regeln, oder doch gegen den Ecschmak streitet, so soll ibn weder die Ehrfurcht für das Alterthum, noch das Ansehen eines Palladio, noch der allgemeine Gebrauch abhalten, es zu verwerfen, und sich selbst dafür zu warnen. Die besten neuen Baumeister haben grobe Fehler begangen, und gewisse den guten Ge- schmak beleidigende Dinge haben fast überall Vergebung gefunden. Wenn der Baumeister sich durch Schriften und Zeichnungen eine gute Kcuntniß erworben hat, so reise er, wenn er kann, nach Italien und Frankreich, und versäume nirgend, die besten Gebäude sowol von außen als innen genau zu betrachten; die Ausübung der Regeln darinn zu ent- dcken, und das Gute, das ihm noch nicht bekannt gewesen, daran zu erkennen. Bey diesen Reisen muß er nicht blos cinzelc Gebäude an sich betrachten, sondern sie im Zusammenhange mit dem Platz, worauf sie stehen, und in der Verbindung mit andern nach allen Regeln untersuchen. Von einem vollkommenen Baumeister aber fodern wir nicht blos die Fähigkeit, cinzele Gebäude anzugeben. Dies ist das, was er ain leichtesten lernen kann. Er muß ganze Plätze schon zn bauen, ganze Städte anzulegen, und denselben von innen und von außen alle mögliche Bequemlichkeiten und Schönheiten zu geben wissen. Dazu gehören Einsichten, die ins Große gehen, und die einen Mann von mehr als gewöhnlichem Genie crfodern. Seine Einsichten müssen sich von der gemeinen Hauswirthschafr der Bürger bis auf die Haushaltung der Großen, sowol in den Städten als auf dem Lande, von da bis zum Hofhalten der Fürsten, und endlich bis zu dem Großen der Policeywissenschaft ganzer Städte und Lander crstreken. Nur Bau derjenige, der sich solcher wcitlaufti- gen Kenntniß bewußt ist, muß sich unterstehen, der Baumeister eines großen Herrn zu werden. In der Weitläuftigkeit der Talente und der Kenntnisse eines vollkommenen Baumeisters, und in der kostbaren Art, sie zu erlangen, liegt ohne Zweifel der Grund, warum er seltener, als ein großer Mahler oder ein großer Dichter ist. Billig sollte in jedem Staat eine Einrichtung gemacht seyn, große Baumeister zu ziehen, und dieser zufolge sollten aus der Vaumeisterschule die fähigsten ausgesucht, und in ihrer Kunst auf öffentliche Unkosten ausgebildet werden. Denn jedem Staat ist daran gelegen, daß eine Anzahl guter und redlicher Baumeister gesetzt werde, welche reichlich bezahlt werden. Dagegen müßten sie verbunden seyn, gegen mäßige Erkenntlichkeit jedem Privatmanne in Bausachen bcyzu- stehen, damit er nicht in Gefahr komme, durch den Unverstand, oder die Gewinnsucht der Arbeitsleute, einen beträchtlichen Verlust an seinem Vermögen zu leiden. -A- -K- Ein Verzeichnis von griechischen und römischen Baumeistern, Mahlern, u. s. >v. findet sich bey der zweiten Ausgabe des Junitls, De UiUura Verer. U»c. 1694. F. Lebensbeschreibungen von Baumeistern sind in folgenden Werken gesammelt worden: lleeueil liilloriqus lle I» vis ec clez Ouvrsges llez ^luz celsdiez /^r- ctiireäkez p.^lr. (ssesir drsnc.) delidieu lles ^vaux, Usr. 1687. 4- und nachher , als;ter B. bei) den Unrreriens kur Icz Vies . , , llez . . kleineres, ^mtk. 1706. I'revnnx 1725. und 6 B. (Es ist in vier Bücher abge- theilt; und geht von den frühesten Zeiten bis an das Ende des >4ten Jahrh.) Deutsch von I. P. Marpcrger, vermehrt mit einem zten Buche, welches Nachrichten Bau Bau Z45 richten von den Baumeistern aus bei» >;tcn, >6ten und >7tcn Jahrh. giebt, und mit einem sehr mangelhaften, und flüchtig abgefaßten Verzeichnis von Schriften über die Architcetuc, welches aber, diesem ungeachtet, noch immer fleißig von neuem Schriftstellern, als unter andern in der Akademie der bildenden Künste, Halle 1778. 8. B. S. 259 u> f. zum Theil abgeschrieben worden ist, Hamb. 17m >2. — I.e vice 6e' piu ee- lcdri «Xieftirerri 6 c>Ani ns^inne e 6'vAni rcmp», pcece6ure 6s nn stsZ- z-io stapcs IX/Xcckiccrcurs, ftc>m. 176g. 4. Vcn. 777g. 4. und unter dem Titel: idiemorie 6egli /Xrekiirerci sncicfti e >nc>6ccni, 6s chcsnc. Icllilj^i», ?scm. 1781. 8. 2 Bde. (Das Werk ist in drey Bücher abgethcilt, wovou das erste die alten griechischen und römischen Baumeister, das zwcptc die Baumeister von den Zeiten Constantin des Großen bis in das igte Jahrh. und das dritte die Baumeister aus dem izten, iStcn, >7ten und >8ten Jahrh. enthüll. Der Verf. hat sich beeifert, unparteiisch zu seyn; man sieht allenthalben den denkenden Kopf. Von deutschen Baumeistern kommen, ausser Fischer von Erlach, wenige vor) Frem- ;äs. von Pingeron, mit Wcglassung des Versuches, und Hinzusetzung der Geschichte der Englischen Architektur aus dem Werke des Chambers, Par. 1771.-2. z B. (Das Werk verdiente auch, allein von einem, der Sache kundigen, und fleißigen Manne, mit Zuziehung der Schrift des Felibien, und der nachfolgenden des d'Argenville, und mit Hinzusügung von Lebensbeschreibungen mehrerer deutschen Baumeister, ins Deutsche übersetzt zu werden. Frcy- lich aber würde es in so fern eine mühsame Arbeit seyn, als wir an Nachrichten von einheimischen Architectcn äußerst arm sind) — Vies 6es stsmeux TXccchi- rebtes cc Sculpr. ciepuis Is rensillsn- ce Ocisn6i, Kol. >7^4. 4. 1719. 4. chir. 17z 1. dksp. 77z z. Ve». 1761, 4. und unter dem Titel: Supjfteinenro »II» Serie 6ci k'recencci kllnAi e ftirrscri elcAli Vomini iilustci nells picr. 8>.ulr. e6 -Xcchicecrucs ss. die Folge) ftir. >776. 4. 2 B. (Das Werk ist nicht allein höchst flüchtig geschrieben, sondern auch höchst verwirrt gedruckt. Unter andern folgen die sämmtlichen Künstler ihren Tau fnah- mcn nach aufeinander. Das angehängte Verzeichnis von Schriften über dm bildenden Künste, besonders über die Wühlerei), ist nicht besser.) — Vire 6e' fticr. Sculc. e6 ^Xrchircrci mocisrni . . . cia I6r>»e I'sstcoli, ftnm. >750— 17Z4. 4. 2 B (mit sehr verstümmelten Nahmen der Ausländer.) — Serie cisgli dkvmin! j piü iliustri nelis ?icr. 8cnic. eä TXccliirecccirs, con i Ic-ro el-zz-i s riccsrri ine. in iscne . . icjr. 1769 — >775.4. 12 Th. (Oer, darin aufgenoin. menen Ausländer sind aber sehr iveiaige.) — Allgemeines Künstlerlepicon (von I. R. Fueßli) Zur. 176z— 1767. 4. Neue Aufl. ebend. 1779. st. — Oisti. 6c-a /Xr. riilex, »n lKncicc iiistoc. er csii. 6cs ^XiclcireAez, pcinrr. Licsv. p. l/Xi>i>e 6e chr-ncens)-, ?sr. 1776. 8. 2 B. " — Von italienischen Baunwistern, und ausführlicher, die Vice 6s' p-iü sc- ccllenri , piccori 0 st.rnirvrl lrslisni 6s (limabue instn-, al >450 ... 6s Vsisri, kir. >550. 4. -B.. vcrm. bis zum Jahre 1567. ebend. ,56z. 4. z B. (mit K.) N. Auflage, Livvrno und Florenz 1767 —>772. 4. ?B. — Vire c!e' 1'irrori, Lculcori e6 /l-'cüftetri lecjusli steAuicsno c^neiii 61 (ZiorF. Vsisci, in- Ann si 1642 ... 6s Viov. LsZIioni, ldom. 1642. 4. Iflsp. 17z 5.4. " ftsc- cvlcs 6e' ?iccori, 8culrc>c! e6 rcr/i däc>6enet>> 6i O. I.. Ve6cisni, Vlc?6. >662. 4. — I.e Vice 6e'pirrori, 6e' iculruri e 6egiiche-b/rcers mö6erni.. 6s I. ?. IZellciri, iioin. >672. 4. ebend. >728.4. — Vice 6e'z-ircori, stculcvrc e6 ch Qenoveli... 6s ksl. 80- Z) Z xrsni, Z4d Bau Bau zziani, Qcn. ,674. 4. vet'M. »0» C. Gl'tls. Natt!, ebcnd. 1768. 4-2 B. — kssorl^i- ds l?rotell<,ri del OiLeAno da Limabue in «qua (bis >670) duve fi mossra, ecimc e pei-ckic la qurrura, I» ieulcura e I'^»r^ree/rtti-a . . . fi sun-> rlducce ->>1' ancica Ic>r >>erLcrionc . . . di ssil. öal- diuucci, ?lr. 1681— 1728.4. 6B. mit Anw. »on Dan. Mar. Manni, und den übrigen Schriften des Verfassers, Flor. 176;— >772. 4. 20 B. mit Abhandl. und Zus. von Gins. Piacenza, Turin 1767U. f. 4. 8B. — l.e X^ire de' hircori, Lcul- rc>ri ed /l-c/arrerrr Vcrunei« . . . del Llgn. ?e. llarr. O. dal ?»22 sl 167z. d! Lüvv. IZac. ?allee!, I ^oma 1772. 4. — Vice de' p!n celebri csi/rerrr e Lculcoii f^e»e2/«?rr, c!rc fil). r!r»no nel leculn deciinetesso . . . da Bernau?», Ven. 1778. 4. Von Veutscken Vaumeisiern finden sich, zerstreute Nachrichten, in G. W. KnorrS astgcmeiner Künstlerhlstorie .. . Nürnb. >759. 4. — Nachrichten von Künstlern und Kunstsachcn, Lcipz. 17-68 — ,769. 3. 2 B. — in der Bibl. der schönen Wissensch, und der Neuen Bibl. der sch. Miss. — von sächsischen Baumeistern in dem Magazin der sstchs. Geschichte, Dresden >784- 8. S. 6z u. f. und an andern Orten mehr. — Von den Berlinischen: Nachrichten von den Baumeistern, MIdh. u. s. w. welche seit dem -ztcn Jahrh. in Berlin gewesen sind, Berlin 1786. 8. Die bcrühmtestcnBaumcistcr dcrNcuern sind: Vuchetto, oder Buschetto (griechischer Abkunft, Erbauer der Kirche zu Pisa ious) Arnolfo di Lapo oder di Cambio (von Ocutscker Abkunft, und selbst nach dem Zeugnis des Vassari I. 244 u. f. k>. AuSg. der Wiederherstellet der guten Baukunst in Italien, und mithin in Europa s i;) Giov. Pisano (fizoo) Er- win von Steinbach (sizi8) Johann von Steinbach (f izz?) Fil. Calendario siz;;) Andr. Orgagna (einer der ersten, der die cirkclförmigcn Bogen statt der scharfen Winkel einführte, f >z8s) Jop. Amelius (1422) Pil. Brunclcschi (der erste, welcher sich dem herrschenden gothischen Geschmack mit Macht entgegen stellte, und die berühmte Kuppel der Kirche Maria del Fiore zu Florenz crbaucte, f 1444) Giul. da Majano (s 1457) Michellozzd Michelc (der erste, welcher, bcy Pallclsten, Pracht, Reichthum glücklicher Verzierungen und innre Bequemlichkeit angebracht hat, 1460) Leo Bapt. Albcrti (s i-,72. I-. L. Kl^ berci a ?omp. I ?o22ercie laudaruz. s^cc. es. Vira. 1789- 4.) Franc, di Giorgio Martini (1480) Donat. Bra- mante Lazzari (setzte fort, was Brunclcschi, zur Vervollkommnung der Baukunst, angefangen hatte; war, unter mchrern, der erste, der die verschiedenen Glieder der Architcclur auf die glücklichste Art in Harmonie zu bringen wußte, st >514) Giov. Franc. Mormanda (f 1522) Andr. Conducci (Erfindet vieler glücklicher Maschinen zur Bewegung großer Lasten, f >529) Andr. Riecio Briosco (st izzo) Balth. Pcruzz! (führte die antiken, ganz aus der Mode gekommenen Verzierungen in der Baukunst wieder ein; s >;?6) Geb. Scrlio (f 1540) Lorenz Lotto, Lorenzcttv gen. (war der erste, welcher übrig gebliebene Trümmer alter röm. Gebäude bey Erbauung neuer glücklich anbrachte; s>;4i) Ant. Giamberti (f-546) Giov. Bat. Bertano (1550) Ant. Labacco (1552) Michelc San Michelc ((1559) Anton del Ponte (i;6o) Alonso Bcrru- glnetc (brachte aus Italien den guten Geschmack in der Baukunst nach Spanien; s i;6i) Michel Angelo Buonarottr (f,564) Pict. Lataneo (1567) Juan Bat. Monnegrv (gab den Bau des Escu- rial an; f >567) Ferd. Manllo (s >570) Jac. Tatti, Sansorlno gen. (s 157«) Jean Goujevn (t 1572) Glae. Barozzio da Vignola (s 157z) Galeato Alesti,s >57)) Phili- , Bau Bau 347 Philibert dc Lonne (hat das mehcstc kcy- getragen, dcu gothischcn Geschmack Inder Baukunst ans Frankreich zu verbannen; 4 1577) Pierre Lcscvt (41578) Andr.Pal- ladio (4 1580) Jac. della Porta (158-0) Vinc. Seamozzi (f 1532) Louis de Foix (die Franzosen ha'tten diesen ihren Baumeister gern zum Erbauer des Escurial gemacht; allein es hat ihnen nicht glucken wollen; 4,590) Bapt.Ammanali (4,590) Vinc. Scregno (4 »59g) Juan de Herrn ra (Vollender des Escurials; 4 1597) Divn. Boidv (4 1604) Oomenico Fontana (4 1607) Alcss. Vittvria (4 1608) Jaeq. dc la Brosse (1610) Jacq. Androuct du Ccrccau (1611) Onor. Lunghi (4 >619) Carlo Maderno (4 ,620) Elem. Metczeau (>6zo) Cornel. Danckerts (soll die Manier, steinerne Brücken ohne Hemmung des Wassers zu erbauen, erfunden haben; 4 1654) Elias Holl (>6z6) Jaeq. lc Mcrcicc (>640) Dom. Zampieri, Do- minichino gen. (4 1641) Jac. Aicardo (4 >650) Jnigo Jones (machte in England die ersten Versuche, den guten, alten Geschmack in der Baukunst einzuführen; t 1652) Jac. »an Campen, H. von Rambroek (41657) Vaccio Bianchi (4 1657) Nie- Goldmann (41665) Fraiw. Mansaid (4 1666) Franc. Borromini (t 1667) Pierre lc Muet (4 ,669) Balth. Langhena (41670) Louis le Vau (41670) Nicvd. Teßin (führte in Schweden den guten Geschmack in der Baukunst ein; 4 ,674) Nehring (1680) Giov. Lor. Vertun!, Vir» ciel Lav. Lernin!, sta chil. ?,alä!nucci, Vir. >6g2. 4. ( s 1680) Lud. Bernini (4 :68a) Franc. Blondcl (4 1686) E. Perrault (4 1688) Ant. le Pautre (4 >691) Carlo Rainuldi (41691) Giov. Jac. Mvnti (4 169-) Giov. Ant. de' Rossi (4 1695) Franc. d'Orbap (4 1697) Gius. Sardi (4 1699) Chr. Aug. d'Avi- lcr(t i7vo) Pasq. de l'Jsle (1700) Will. Bruce (1701) Wync (,705) Jul. Mansard Hardouin (4 >708) Andr. von Schlüter (1710) Carlo Fontana (t 1714) Leonh. Christ. Sturm (4 ,719) Alcr.Jcan V. Le Blond (4 1719 ) Joh. Bern. Fischer von Erlachen (4 1724) Chrstph. Wrccn (4172?) Jean Aubcrt ( 4 17-5) Joh. Fried. Eosandcr, Frcyh. von Göthc (4 >70?) kor. Aug. Balte (17Z0I de In Mairc (17Z0) Thvm. Riplcy (17Z-0) Richard. Gras v. Burlington (17Z0) Colin Campbell (1754) Fil. Jvvara (4 1754) Rob. de Cottc (4,7^5) Guillot Aubry (1777) Aless. Galilei (4 17Z7) Franc. Galli, Bibiena gen. (4>7Z?) -iudr. Ambrosini (1740) As- suranee (1740) Lc Roux (4 1740) Egid. Mar. Oppcnort (4 1742) Jahn van Bctt (4 >745) Joe. Leoni (4 1746) Will. Kent (41748) Paol. Amal»(i75c>) Nic. Zaba- glia (4 ,750) Jacq. Souflot(,75o) Mou- rct (1751) Nic. d'Illin (s 1751) C. Frcph. v. Hacrlemann (4175z) Hans Georg Frcph. von Knobelsdorf (4>75Z) Gcrm.Boffrand (4 1754) Jam.Gibbs (4 ,754) Jean Chr. Garn. d'Jsle (4 >755) Contc d'Alficri (>760) Joh. Gvttsr. Büring (1760) Lor. v. Thura (4 1760) Edm. Bvuchardon (4 >762) Carlo Murena (4 >764) Giov. Nic. Scrvandoni (4 1766) Jean Antoinc (1768) Lud. Vanvitclli (4 177z) Jacq. Franc. Blondcl (4 1774) Enea Arnaldi — Girol. dal Pozzo. — Le Roy ---- Patte — Jam. Adams — Robert Adams — Jam. Paine — William Paine — Thomas — Abr. Swan — John Soane — Ch. Middlctvn — v. Erdmannsdorf — Langhanns — Bauftellung. 3??an hat bcy Anlegung eines Gebäudes verschiedenes, sowol in Ansehung des Ortes oder Platzes, worauf dasselbe stehen soll, als der Richtung gegen die Himmelsgegenden, die man ihm geben will, in Ucbcrlcgung zn nehmen. Bcy der Wahl des Platzes ist sowol auf die Festigkeit des Grundes, als ans die gesunde und bequeme Lage zn sehen. Ungesund ist die Lage an Orten, die an sich niedrig und feuchte, auch an solchen, die zu eingeschlossen sind, und die von Winden nickt können bestrichen werden. Eine allzuhohe Lage fuhrt die Unbequem- 348 Bau bequemlichkeit mit sich, daß das Gebäude dem Wind und Wetter allzusehr ausgesetzt wird. Eine mittelmaßige Hohe und trokenc Lage ist die gesundeste und angenehmste. Vornehmlich ist auf einen guten Abfluß aller Unreinigkeitcn wol zu sehen. Landhauser sollen, wo möglich, nicht auf ebenen und von Baumen entblößten Feldern angelegt werden; denn die Kunst kann den Abgang der Mannigfaltigkeit, des Schattens, der kühlenden Gewässer, niemals hinlänglich ersetzen. Auch ist bei) Landhäusern auf die Fruchtbarkeit des Bodens hauptsächlich zu sehen, damit die Gärten und Büsche, die allemal bcy einem solchen Hause scyn müssen, zur gehörigen Schönheit kommen können. In Städten ist bcy großen öffentlichen Gebäuden die Wahl des Orts wichtig. Sic sollen ans freyen und großen Plätzen stehen, wo man sie übersehen kann, und wo der Zugang von allen Seiten leicht wird. Narh- hauser und solche Gebäude, wo jede Classe des Volks tägliche Geschaffte hat, sollen, so viel möglich, in der Mitte der Städte gesetzt werden. Ein großer Theil der Bequemlichkeit, besonders in freystehenden Gebäuden, hangt von der Stellung derselben gegen die Himmelsgegenden ab. Hauptseiten, an denen die > vornehmsten Zimmer sind, müssen, so viel möglich ist, von Winden und einschlagenden Regen abgewendet, auch vor der großen Sonnenhitze verwahrt scyn. In unfern nördlichen Gegenden ist die Nordwestgegend die, daher die heftigsten Winde kommen, und die den stärksten Schlagregcn ausgesetzt sind. Ein Haus, dessen Hauptseitc nach dieser Gegend gewendet ist, hat hier zu Lande die schlechteste Stellung. Ein guter Baumeister muß alles, was zu der Lage und Stellung gehört, nach der Lebensart, wo er B e b lebt, wol überlegen, damit er jeden Fehler in der Baustellung vermeide, welches um so viel wichtiger ist, weil sie nicht mehr zu verbessern sind. B e b u n g. (Musik.) Aie Bebung eines Tones ist eine überaus schnelle Abwechslung der Höhe und Tieft, wie auch der Stärke und Schwäche desselben, während seiner Dauer, wodurch er, ohne sein Verhaltniß gegen andre zu verlieren, etwas mannigfaltiges bekommt. Daß ein Ton derselbe bleibe, wenn er in seiner Dauer oder AusHaltung wech- felswcife etwas starker oder schwächer wird, ist eine bekannte Sache. Daß er aber auch eine ähnliche Abwechslung der Höhe und Tiefe leiden könne, ohne seine Natur zu verändern, möchte zweifelhaft scheinen. Wenn man aber bedenkt, daß ein Intervall, z. E. eine Quinte, um cm merkliches von dem reinen Verhältnis; 2: z abweichen, und dennoch die Stelle einer reinen Quinte vertreten könne: so wird man auch leicht begreifen, daß jeder Ton, ohne seinen Namen zu verlieren, etwas höher und tiefer werden könne; zumal wenn diese Abwechslung so schnell geschieht, daß man seine reine vollkommene Höhe nie aus dem Gehör verliert. Bey der Bebung der Töne wechselt das stärkere und schwächere, das höhere und tiefere mit solcher Schnelligkeit ab, daß die Abwechslung selbst nicht deutlich wird; und dieses giebt dem Tone etwas sanftes, und gleichsam wellenförmiges. Der bebende Ton ist von dem mit der größten Genauigkeit in einerlei) Höhe und Starke fortdaurcndcn eben so unterschieden , wie ein sanfter Umriß im Gemählde von einem harten, der nach dem Lineal oder mit dem Zirkel gezogen wäre- Wie in der Mahle- rey B e b rey solche Umrisse der ganzen Vorstellung eine Hurtigkeit geben, sanfte und beynahe ungewiß scheinende aber alles weich und natürlich machen, so ist es auch in dein Gesänge. Jeder etwas anhaltende Ton wird steif und hart, wenn ihm nicht die Bebung ein sanfteres Wesen giebt. Dieses ist eine der Ursachen, warum eine Melodie auf einem Clavier, dessen Saytcn durch Federn geschnellt werden, niemal so sanft kann gespielt werden, als auf der Violin oder auf der Flöte, welche den Tönen die Bebung geben kann. Die menschliche Stimme hat den Vorzug, den sie so offenbar vor allen andern Instrumenten hat, groß- tenthcils den sanften Bedungen zu danken, die sie allen anhaltenden Tönen giebt. Es ist ein wesentliches Stük des guten Singens und Spielens , daß man lerne jeden Ton mit solcher Bcbung aushalten. Im Singen ist es am leichtesten, weil die Natur selbst dieWerkzeuge der Stimme so gebildet hat, daß sie bey keinem anhaltenden Ton in derselben steifen Spannung bleiben. Auf Instrumenten aber erfodcrt die Bebung weit mehr Kunst. Am leichtesten scheint sie auf der Violin durch das schnelle hin und her wälzen des die Sayte niederdrükcndcn Fingers erhalten zu werden. Begeisterung. (Schöne Künste.) Alle Künstler von einigem Genie versichern, daß sie biswe>lcn eine ausserordentliche Würksamkeit der Seele fühlen, bey welcher die Arbeit ungemein leicht wird; da die Vorstellungen sich ohne große Bestrebung entwikcln, und die besten Gedanken mit solchem Ueberfiuß zuströhmen, als wenn sie von einer höhern Kraft eingegeben würden. Dieses ist ohne Zweifel das, was man die Degeifte- Beg Z49 rung nennt. Befindet sich ein Künstler in diesem Zustaube, so erscheinet ihm sein Gegenstand in einem ungewöhnlichen Lichte: sein Genie, wie von einer göttlichen Kraft geleitet, erfindet ohne Mühe, und gelangt ohne Arbeit zum besten Ausdruk dessen, was es erfunden: dem begeisterten Dichter siröhmen die fürtrcff- lichsten Gedanken und Vorstellungen ungefucht zu; der Redner nrthcilt mit der größten Gründlichkeit, fühlt mit der höchsten Lebhaftigkeit, und die Worte zum stärksten und lebhaftesten Ausdruk werden ihm auf die Zunge gelegt. Der begeisterte Mahler findet das Bild, das er gesucht hat, vor seine Stirne gemahlt, und in der größten Kraft, er darf nur nachzeichnen; selbst seine Hand scheinet von einer außerordentlichen Kunst geleitet, und mit jeder Bewegung der Finger bekömmt das Werk einen neuen Grad des Lebens. Was soll man aus einer so sonderbaren Erscheinung machen, die dem Philosophen in ihrem Ursprung, und dem Künstler in ihrer Würkung so sehr wichtig ist? Woher kömmt diese außerordentliche Würksamkeit der Seele, und wie kann sie so glükliche Würkungcn haben? Diese erhöhctc Würksamkeit zeiget sich entweder in den Begehrungskräften, oder in den Vorstellungskräften der Seele, in jeden mit be- sonderm Erfolg. In jenen durch andächtige, oder politische, oder zärtliche, oder wollüstige Schwärme- reyen; in diesen durch erhöhte Fähigkeiten des Genies, durch Rcich- thum, Gründlichkeit, Stärke und Glanz der Vorstellungen und Gedanken. Also ist die Begeisterung von doppelter Art: die eine würkt vorzüglich auf die Empfindung, die andre auf die Vorstellung. Vcyde haben ihren Ursprung in einein lebhaften Eindruk, den ein Gegenstand von besondrer ästhetischer Kraft zz-Z Beg Kraft in der Seele macht. Ist dieser Gegenstand undeutlich, daß die Vorstellungskraft wenig darinn ent- wikeln kann: ist das Gefühl seiner Würkung lebhafter, als die Kennt- niß feister Beschaffenheit, von welcher Art die Gegenstande der gemeinsten Leidenschaften sind: so wird alle Aufmerksamkeit auf die Empfindung gerichtet, die ganze Kraft der Seele vereiniget sich zu dem lebhafteste» Gefühl. Zeiget sich aber der Gegenstand, der den starken Eindruk gemacht hat, in einer hellen Gestalt, die der Geist in ihren mannigfaltigen Theilen übersehen kann, so wird mit der Empfindung auch die Vorstellungskraft gereizt, und mit Gewalt auf den Gegenstand geheftet; Verstand und Einbildungskraft bestreben sich, denselben völlig und mit der größten Deutlichkeit und Lebhaftigkeit zu sagen. Im ersten Fall entsteht der Enthusiasmus des Herzens ; im andern Falle die Begeisterung des Genies. Beyde verdienen, etwas umständlicher in ihrer Natur und in ihren Würkungen betrachtet zu werden. Der Enthusiasmus des Herzens, oder die erhitzte Würksamkcit der Seele, die sich hauptsachlich in Empfindungen äußert, wird von wichtigen Gegenständen erwekt, in denen wir nichts deutlich sehen, bey denen die Vorstellungskraft nichts zu thun findet, wo die Aufmerksamkeit von dem Gegenstand selbst abgezogen, und auf das, was die Seele fühlt, auf ihr eigenes Bestreben gerichtet wird H. Dabcy verliert der Geist Man kann hierüber den Artikel, Empsindung, nachsehe». Ausführlicher aber ist diese Materie in einem Aufsatz abgehandelt worden, der sich in den Kl-mo>i-es der Königs. Preuß. Akademie der Wissenschaften kür das Jahr 1764, unter diesem Titel befindet: vizservirions lur las clivees ecsrs, oü I'sms ss ri ouve eri exercsnr lbz tacul- res primitives, cell« ci'axpereevoir er celie eie lenrir. B e g den Gegenstand aus dem Gesichte, und fühlt desto lebhafter seine Würkung. Alsdcnn wird die Seele ganz Gefühl; sie sieht nichts mehr als außer sich, sondern alles in ihr selbst. Alle Vorstellungen von Dingen, die außer ihr sind, fallen ins Dunkele; sie sinkt in einen Tranm, der die Würkungen des Verstandes gröfften- theils Hemmer, die Empfindung aber desto lebhafter macht. In diesem Zustand ist sie weder einer genauen Uebcrlegllng noch eines richtigen Urthals fähig; desto freyer und lebhafter aber äußern sich die Neigungen, und desto ungebundener entwikeln sich alle Triebfedern der Vegehrungs- kräfte. Da die Vorstellungskraft nun nicht mehr vermögend ist, das würklich vorhandene von dem blos eingebildeten zu unterscheiden, so erscheinet das blos mögliche als würklich; selbst das Unmögliche wird möglich; der Zusammenhang der Dinge wird nicht mehr durch das Urthell, sondern nach der Empfindung geschätzt; das Abwesende wird gegenwärtig, und das Zukünftige ist schon itzt würklich. Was jemals mit einiger Beziehung auf die gegenwärtige Empfindung in der Seele gelegen, kömmt itzt wieder hervor. In dieser Art der Begeisterung liegt nichts klar in der Seele, als die Empfindung, llnd alles, was eine nahe oder entfernte Beziehung darauf hat. Daher entsteht die ungemeine Leichtigkeit, das, was in der Empfindung liegt, auszudrüken; die Lebhaftigkeit und Stärke des Ausdruks; die süße Schwatzhaftig- keit in zärtlichen Affekten; der wilde, erstaunliche, oder herzrührcnde Aus- druk in heftigen Leidenschaften; die große Mannigfaltigkeit lieblicher oder starker Bilder; die vielfältigen Schat- tirungen der Empfindung; die seltsamen und träumerischen Verbindungen der Gegenstände; der, jcoer Empfin- B e g Empfindung so genau angemessene, Ton, und alles, was sonstcn in dieser Art der Begeisterung sich offenbaret. Dichter, die in diesem Zustand ihre Empfindungen äußern wollen, ergreifen die Leyer, und singen Hymnen, Oden oder Elegien. Nirgend sieht man alle diese Würkungen lebhafter, als in den Oden und Elegien der Propheten des jüdischen Volks. Dieser Zustand hat seine verschiedenen Grade und mancherlei) Schat- tirung, sowol nach der Starke und Art der Empfindung, als nach der GcmmhSart der fühlenden Person. Bisweilen zeiget sich die Empfindung mit der Gewalt eines wütenden Feuers oder eines alles fortreißenden Errohins; der Dichter fühlt sich von einer höhcrn Macht fortgerissen, wie Horaz, wenn er ausruft: t)uc> me Lscde rspis rui Plenum? --» In dieser Begeisterung reißt er auch uns gewaltig mit sich fort, setzt uns in Erstaunen, oder in Schrecken, oder in ausgelassene Freude. Andrcmale ist sie ein sanft schmelzendes Feuer, das die ganze Seele in Wollust oder Zärtlichkeit zerstießen macht. Als- denn fließen die Worte, wie ein sanfter Strohn?, aber mit einem Ucber- fluß von Gedanken und Vorstellungen. Daher entstehen die Oden und Elegien der sanftern Gattung, die den Leser mit Zärtlichkeit, oder leichten? Vergnügen, oder süßer Traurigkeit erfüllen. Fällt diese Begeisterung auf eine Seele, die in ihren? ordentlichen Zustand eine gesunde Urthcilskrafc und wolgeordnete Empfindungen besitzt: so bleibet auch ihren Schwärmereien ettvas von dein Gepräge einer ordentlichen Natur übrig; befällt sie aber Menschen von geringem Verstand und von unordentlichen Leidenschaften: so können ihre Würkungen Veg Z5l nicht anders, als abcnthcuerlich und voll Narrheit seyn. Es ist nicht schwer zu bestimmen, durch was für Gegenstände und in was für Umständen diese Art des Enthusiasmus entstehe. Man kennt die gewöhnlichcnVcranlassuugcn starker Leidenschaften, der Freude, der Traurigkeit, der Zärtlichkeit, der Ehrbegierde. Erscheinet ein leidenschaftlicher Gegenstand in einem hellen Lichte, und rührt er ein Gemü- the, das schon für sich zu der Leidenschaft, worauf er sich bezieht, geneigt ist: so entsteht plötzlich die crhöhete Würksamkeir, die der Grund des Enthusiasmus ist. Bei) reizbaren Seelen, die gewisse Empfindungen, von welcher Art sie seyn, oft und bey mancherlei) Gelegenheiten gehabt haben, werden selbige bisweilen von einer gering scheinenden Ursache niit großer Lebhaftigkeit wieder rege. Wer lange unter dein Druk einer Widerwärtigkeit gcseufzet, und selbigen von vielen Seiten her empfunden hat; wer lange in Traurigkeit über einen schmerzhaften Verlust vertieft gewesen; wer Empfindungen, von welcher Art sie seyn, lange in seinem Herzen genährt hat: der erfährt den vollen Ausbruch derselben, als einen plötzlichen Sturm, sobald eine auch blos zufällige Gelegenheit nur eine einzige dahin gehörige Vorstellung recht klar macht. Wie ein einziger Funken schnell einen großen Brand erregt, wenn die Materien vorher erhitzt gewesen; so kann die geringste Vorstellung von einer gewissen Lebhaftigkeit eine Menge in der Seele liegender Empfindungen plötzlich auftveken. Auf diese Art wird auch bey Dichtern, die Empfindungen von gewisser Art lange in ihrem Busen genährt haben, der volle Enthusiasmus erwckt, so bald ein damit verbundener Gegenstand, durch welche Veranlassung es seyn mag, in einem sehr lebhaften Licht erscheinet. 352 B e g nct. Horaz sieht seinen Freund, Virgil, in ein Schiff sieigen, und wünscht ihm eine glüklichc Reise. A:lf einmal fallt ihm dabei) die Gefahr einer seichen Reise ein; die Zärtlichkeit für seinen Freund setzt ihn in Schechen; er verwünscht die Erfindung solcher verwegenen Reisen , und nun wacht plötzlich in ihm alles auf, was er jemals über die Verwegcnheir der Menschen gedacht oder empfunden hat. So ist der Enthusiasmus der bekannten Ode an den Virgil entstanden"). Die andre Art der Begeisterung äußert ähnliche Erscheinungen in der Vorstellungskraft. Sie hat ihren Grund in einem starken Reiz, der diese Kraft schnell angreift. Sie kann von der Große, dem Reich- thuM, oder der Schönheit des Gegenstandes entstehen. Soll dieser vor-stiglich auf den Geist, und nicht bloet auf die Empfindung, würkc», so muß er eine deutliche Entwiklung zulassen. Die Vorstellungskraft muß das Mannigfaltige darinn erbliken, und davon gereizt werden, alles in größerer Klarheit zn sehen. Daraus entstehet eine außerordentliche Anstrengung aller Kräfte, und, wenn . es erlaubt ist sich so auszudrüken, eine vermehrte Elasticitat der Seele, die nun groß genug zu seyn wünschet, einen solchen Gegenstand völlig zu fassen. Der Geist rafft alle seine Kräfte zusammen, ruft sie von allen andern Gegenständen ab, und bestrebt sich nur deutlich zu sehen. Diesen Zustand beschreibt einer un- srcr größten Philosophen in folgen- den.Worten: ph-ellolaZis parat, in tsli imp-wu totarn guiciem animam vires iüas intenciere, maxime ta- inen lseultates inferiores, ita ut ornnis guali fanclus animas surfst, nonnillil alrius et majus alignill lpi- rer, pronusgue fuppeälcer, guo- rum oblici, guas non experti, c^uae ch l.ll>. I. 0g. z. V e g prsevistere non poste nobis ipsts, multo nca^is »Iiis, villed imnr *). Niemand hat die Tiefen der menschlichen Seele hinlänglich ergründet , um dieses völlig zu erklaren. Doch verdient das Wenige, was die Beobachtung hierüber an die Hand gicbt, genau erwogen zn werden. Aus der Theorie der Empfindungen läßr sich begreifen, wie gewisse Gegenstände eine Begierde crwcken, sie ganz zu ftssen und zu enrwikcln, und wie die Aufmerksamkeit, durch ein anhaltendes Bestreben, vorzüglich darauf gerichtet werde. Man weiß auch, daß nicht nur die innerli- che Beschaffenheit einer Sache, sondern auch blos zufallig damit verbundene Vorthcilc, dergleichen Ehre und Ruhm sind, große Kraft haben, die Würkfamkeit der Seele ganz auf solche Gegenstände zu heften. Hat der Geist einmal eine solche bestimmte, durch anhaltende Kraft unterstützte, Richtung bekommen, so ist fem Bestreben nicht nur stark, sondern auch anhaltend. Der gefaßte Gegenstand schwebt ihm unaufhörlich vor Augen; alle andre Vorstellungen werden nur in der Beziehung auf denselben erwogen. So wie der Geizige in allem, was seine Sinnen ruh- ret, nichts als den Geldwerth, der Ruhmsüchtige nichts, als was seiner Eitelkeit schmeichelt, gewahr wird: so sieht der Künstler, den ein Gegenstand stark gereizt hat, in der ganzen Natur nichts, als in Beziehung auf denselben; nichts entgeht ihm, was er zu merken und zu fassen, nach seinem Genie, vermögend ist. Daß er den Gegenstand von allen möglichen Seiten und in allen möglichen Beziehungen ficht, ist sehr natürlich. Wie eine ssöllige Gleichgültigkeit ge- ' gen eine Sache alle Aufmerksamkeit auf dieselbe benimmt, daß auch das offen- H /cettkerie», §. zo. B e g offenbarestedarinn unbemerkt bleibet; so wird auf der andern Seite durch das Interesse das Auge so geschärft, baß man auch das unmerklichste gewahr wird. Nun ist es eine aus der Erfahrung bekannte, wiewol schwer zu erklärende Sache, daß die Gedanken und Vorstellungen, die durch anhaltende Betrachtung eines Gegenstandes entstehen, sie seyen klar oder dunkel, sich in der Seele aufsammeln, daselbst wie Saamenkorner in fruchtbarem Boden unbemerkt keimen, sich nach und nach entwikeln, und zuletzt bey Gelegenheit plötzlich au denTag kommen. Alsdenn sehen wir dm Gegenstand, zu dem sie gehören, der bis dahin verworren und dunkel, wie ein unförmliches Phantom, vorun- srer Stirne geschwebt hat, in einer hellen und wolausgebildeten Gestalt vor uns. Dieses ist der eigentliche Zeitpunkt der Begeisterung. Nun sieht man seinen Gegenstand in einem ungewöhnlichen Lichte; man sieht in ihm Dinge, die man noch nie gesehen; was man schon so lange zu sehen gewünscht, erscheinet itzt ohne Anstrengung; man ist geneigt zu glauben, ein wohlthätiges Wesen von höherer Art habe unsie Sinnen geschärft, oder habe auf eine übernatürliche Weise den gewünschten Gegenstand vor unsre Einbildungskraft gestellt. Uber dieser glükliche Augenblik, wie wird er hervorgebracht? wie erlangt der Künstler diesen Beysiand der Muse? — Welcher Macht des Gebets von un- suMichen Appen, Welchem sanften unschuldigen Zittern der Brust wird gegeben. Daß die Himmlische chn in stillen Nächten besuchet, Oder bey einsamen Quellen verschwiegene Worte zu ihm haucht*)? Wir wollen dem Künstler den glük- lichen Wahn von dem Benstand ei- Bodmcr. besser Tkeil. Beg > Z5Z ncr höhern Kraft nicht benehmen; inzwischen aber dem Philosophen, der weniger gläubig ist, folgendes ins Ohr sagen. Bey der unaufhörlichen Anstrengung der Vorstellungskräfte auf einen einzigen Gegenstand geschieht es wol, und vielleicht auch von ohngc- fchr, so gar im Traume, daß ein ungewöhnlich Heller Gedanken davon hervorkommt. Die große Begierde, mit der man den Gegenstand schon so lange in einem Heilerin Lichte zu sehen gewünscht, wird nun plötzlich auf das lebhafteste gereizt; nun werden alle Nerven gespannt; die Aufmerksamkeit wird jedem andern Gegenstand entzogen; alle Vorstellungen, die. nicht mit der einzigen interessanten verbunden sind, sinken in die Dunkelheit. Selbst die Würkung der äußern Sinnen wird so geschwächt, daß der Geist daher keine Zerstreuung zu befürchten hat. Desto Heller und lebhafter wird nun jeder Begriff, der sich auf den Daupt- gegenstand bezieht; itzt treten alle gesammelte Vorstellungen aus der Dunkelheit empor, und, wie im nachtlichen Traum, wenn alle Zerstreuung gänzlich aufhöret, das Bild, welches wir wachend in dunkele Dünste eingehüllt gesehen, in der Klarheit des hellcsten Tages vor unfern Augen steht: so sieht der Künstler in dem süßen Traum der Begeisterung, den gewünschten Gegenstand vor seinem Gesichte; er vernimmt Töne, wenn alles still ist, und fühlt einen Körper, der blos in seiner Einbildung die Würklichkeit hat. Hieraus nun läßt sich allerdings begreifen., woher die erhöhten Sec- lenkräfre in dem Zustand der Begeisterung ihre Stärke bekommen, und warum diese einen so vortheilhaften Einfluß auf die Werke des Geschmaks habe; woher es komme, daß jede einzcle Vorstellung ein ungewöhnliches Leben bekomme; warum abwe- Z sende 354 Beg sende Dinge, als gegenwärtig, vergangene oder zukünftige, als itzt vorhanden erscheinen. Hat aber der Künstler in der Begeisterung so lebhafte und so vollkommene Vorstellungen, so wird es ihm auch leicht, sie nach Maaßgebung seiner Kunst, es sey durch Worte, oder durch Zeichnung und Farbe, oder durch bloße Tone zu äußern. Einem Werk, oder einem Theil desselben, das in der Begeisterung verfertigt worden, sind deutliche Spuren der großen Lebhaftigkeit und des herrlichen Lichts, in welchem der Künstler seinen Gegenstand gesehen hat, eingepraget. Alles scheinet aus einer reichen Quelle zu stießen; jedes Wort, jeder Strich ist kräftig, und würkt gerade das, was er würkcn soll. Mau merkt es, daß dein Künstler alles leicht gewesen, daß er nichts gesucht, sondern jedes an seinem Orte gesehen hat; daß er ungeduldig gewesen ist, einen Gegenstand, der seine ganze Seele so lebhaft erfüllt hatte, außer sich darzustellen. Man findet darinn nichts mitSorg- falt abgemessen, nichts das durch gesuchte Verbindungen sich an das nächste anschließt. Alles folget Schlag aufSchlag; wir werden mit in das Feuer hingerissen, das in der Seele des Künstlers brennt, oder in das sanfte Entzüken gesetzt, das ihn außer sich selbst gebracht hat. Der Künstler, dem es nicht an Verstand und Genie fehlt, kann des guten Fortganges seines Werks versichert seyn, sobald er in Begeisterung gesetzt ist; denn er hat alsdenn für nichts mehr zu sorgen: er darf sich nur seiner Empfindung überlassen. Alles, was er auszudrüken hat, liegt in seiner Phanthasie deutlich vor ihm. Ohne Vorsatz und Ue- bcrlcgung ordnet seine Seele jeden Theil auf das beste an, bildet jeden auf das lebhafteste aus. Seine Fe« B e g der oder Pinsel, seine Hand oder sein Mund, sind nicht schnell genug, das darzustellen, was ihm dargeboten wird. Es sah einmal jemand dem L1?icl?el Angela zu, als er an einen, Marmorbild arbeitete. In dem Bist des Künstlers war etwas wildes, der Hammer stürzte in seiner starken Faust mit Macht ans den Meißel, uuo die abgeschlagene Stüke Marmor stogcn weit durch die Luft. Manhätte denken sollen, daß der ganze Blok auf jeden Schlag hätte in Slüken gehen sollenDamals war dieser große Künstler in der Begeisterung. Cr sah das Bild, welches er darstellen wollte, schon in dem Marmorblok; ungeduldig es heraus zu bringe», schlug er kühn die überfiüßigen Thei- le weg, und war sicher, nichts von dem Bilde, das er sah, wegzuhauen. So feurig und so sicher ist jeder Künstler, dem die Begeisterung ein Bild in die Phantasie gemahlt hat. Der Grund aller Begeisterung liegt in einem starken Reiz des Gegenstandes, der die ganze Kraft der Aufmerksamkeit auf sich vereiniget- Daher sind diese zwey Dinge allemal dazu nöthig; ein Gegenstand, dem es nicht an Reiz fehlt, und von Seiten des Künstlers eine empfindende reizbare Seele. Ein widriger, magerer, kahler Gegenstand loscht das Feuer des Genies aus; aber auch der herrlichste Gegenstand ist kaum vermögend eine träge Seele zu erwärmen. Die erste Veranlassung zur Begeisterung hangt also von der Wahl einer großen oder reizenden Materie ab; die andre ist eine Gabe der Natur, die durch Uebung kann verstärkt werden. Den gänzlichen Mangel des feinem Gefühls, für das Schone der Phan- ') Diese Anekdote findet sich in einem der Briefe berühmter .«Künstler, welche vor wenig Jahren in Italien herausgekommen, und, wo ich nicht irre, in dem zten Lheil her Sammlung. B c g Phantasie, für das Vollkommene des Verstandes, für das sittliche Große, kann kein Unterricht und keine Ue- bung ersetzen. Wer bei) Betrachtung des Apollo in Belvcdere nichts mehr fühlt, als bey den Bildern, womit neue Künstler den Garren der Großen eine Zierde zu geben sich vergeblich bemühen; wem ein Claudius so schatzbar als Tralau ist, der muß sich aller schonen Künste enthalten; denn er wird nicmal von dem himmlischen Feuer der Muse begeistert werden. Hat er aber eine feinere Seele, die das Schone und Große zu fühlen vermag, so muß er diese Gabeder Natur durch fleißige Uebung verstarken. Es geHort zu unserm Vorhaben, daß wir den Künstlern alle uns bekannte Mittel dazu an die Hand geben. Das meiste haben wir in dem Artikel Gesckmak ausgeführt. Denn eben die Mittel, welche den angebohrnen Gcschmak verstärken und erweitern, erhohen die Fühlbarkeit der Seele. Weil in der Begeisterung alle Kraft der Aufmerksamkeit so nachdrüklich auf einen einzigen Gegenstand gerichtet ist, daß alle andern zugleich vorhandenen Vorstellungen der Seele in die Dunkelheit fallen, so ist hiernachst die Fertigkeit, seine Aufmerksamkeit ganzlich auf einen einzigen Gegenstand einzuschränken, auch ein Mittel zur Begeisterung. Diese Fertigkeit aber erlangt man durch scharfes und fleißiges Nachdenken. Man weiß aus dem berühmten Beyspiel des Arcki- meves, dem man verschiedene andre von neuern Mathematikern beyfügen konnte, daß ein scharfes Nachdenken über abgezogene Wahrheiten dieAuf- merksamkeit so sehr fesselt, daß auch die stärksten Erschütterungen der äus- serlichen Sinnen unmerklich werden. Wer sich demnach im scharfen Nachdenken fleißig geübt hat, der erlangt diese Fertigkeit, seine Aufmerksamkeit zu fesseln, und wird bey vorkom- Beg Z55 menden Fallen desto leichter in die Begeisterung versetzt werden. Diese strenge Aufmerksamkeit wird oft durch die Stille der mitternachtlichen Ruh, oder durch die Einsamkeit, erleichtert. Daher finden wir oft, daß solche äußerliche Umstände die Begeisterung sehr befördern. Zu diesen wesentlichen und allgemeinen Mitteln der Begeisterung kommen noch einige besondre, zum Theil zufällige Mittel: wie viel das Temperament des Künstlers dazu beytrage, laßt sich aus geneinen Beobachtungen über die Schwärmereien melancholischer Menschen, über die Raserei) solcher, deren Geblüt durch heftige Anfalle der Fieber in allzugrsße Wallung gekommen ist, abnehmen. Eine ähnliche Würknng hat jede außerordentliche Antreibung oder Hemmung des Geblüts: der Wein, gesellschaftliche Freuden, die Liebe, der Zorn oder andre heftige Leidenschaften geben den Grund zur Begeisterung. Uebcrhaupt kann dieselbe durch alles, was uns in so starke Empfindungen setzt, daß die Nerven des Korpers in eine merkliche Erschütterung kommen, hervorgebracht werden, weil in diesen Fallen die ganze Seele allein von dem Gegenstand unsrer Vorstellung eingenommen wird. Eine genaue Aufmerksamkeit auf uns selbst läßt uns bemerken, daß jede Ursache, welche das Gcblüte zu einem etwas lebhaftem Umlauf antreibt, die Würksamkeit unsrer Sec- lenkräfte vermehre. Man ist witziger, lebhafter, scharfsinniger, empfindlicher, wenn durch Reiten oder Gehen das Geblüte etwas angetrieben worden, oder wenn es durch einen mäßigen Ueberflnß starker Getränke dieselbe Würkung erfahren hat. Daher kommt es ohne Zweifel, daß man im Reden, nachdem man sich ein wenig erhitzt hat, viel beredter wird, als man anfanglich gewe- Z » ftn. 356 B « g B e g sen. Menschen von empfindlichen Nerven kann die Musik, auch in so fern sie nur harmonisch ist, in ungemeine Leidenschaft setzen, und wirklich begeistern. Und hieraus laßt sich erklaren, warum aus ganz entgegengesetzten Ursachen, als die außerordentliche Stille und ein großer feyerlicher Lerm sind, gleiche Würkungen, in Absicht auf die Begeisterung entstehen können. Jene ladet die Seele durch Wegraumung alles dessen, was sie zerstreuen könnte, zur Aufmerksamkeit auf den einzigen Gegenständem; dieser aber treibt sie mir gewaltigen Stößen, gegen die alle übrige Vorstellungen verschwinden, auf den einen Gegenstand hin. Endlich sind auch die edle Ruhmbegierde, die Lust die Aufmerksamkeit aller Menschen auf sich zu ziehen, Liebe zum Vaterland, ein lebhaftes Gefübl der Rechtschaffenheit, gute Mittel zur Begeisterung. Kommen so starke bewegende Kräfte zu einem glüklichen Genie, und zu einem von gesunder Vernunft wol gesattigten Verstand, zu einer wol geordneten Einbildungskraft, so entstehen als- dcnn die herrlichsten Früchte der Begeisterung, die in den Werken der größten Künstler bewundert werden. -H- lieber Begeisterung, oder Enthusiasmus, ist, vom Jo dcS Plato (welcher, unter andern, einzeln, von Marc. Willh. Müller, Hamb. >782. 3. lat. und gr. aber nie, wie in der vorigen Ausgabe dieses Werkes angezeigt war, von Frd. Ad. Wolf herausgegeben, und von Fl. Svdenham, Lond. >759. 4. vcrb. cbend. 1768. 4. in das Englische übersetzt worden ist, und über welchen sich, in dem z7ten Bde. der btem. . Kolkocir. 1661. 4. und In s. Oilterrsr. ^csä. btsmt». 1699. 4. S. 71 U. f. — Oisl. lirersr. zmcnro sslotossco tu Ichftro Poe- ric», di D. Soria, ?ita 1766. 8. — Dell'llnrulwsmo dclie kelle arri, Xlil. 1769. 8. von Sav. Bettinclli, und auch in dessen Dpeee, Ven. 178z. 8- «Bde. Deutsch, Bern 1778. ». — Auch handeln davon noch: Udcno Nisteli, in dem Site» ?ro»inu. des 5tenBds. S. 104. s> ?'0<-inn. poee. chir. 1695. 4. ; B. Qüldrlo, in s. W. Deila Lcoe. e fto». . do^ni poess», in dem ztc» Kap. der zten Distin^. dcS iten Buches, B. 1, S. zo: — Mueateri i» dem Werke Deila peetecra pociiii, ini i/tcn Kap. des iten Buches, S. 167. der Ausg. von '74«. — u. a. III. In franxosl- scliec Sprache: Ausser dein, was Cvn- dillae, in dem Lll'ai tue torlaine des Don» noissonees kumoincs, I. 8etb. II. cd. XI.§.105. S.igsderAmst.Ausg. v. 1746 — Battenp, in dem Loues de Keiles l erer. ?orr. II, 8ebI.IV. S» 24. pae. 175541 2. darüber sagen, — wird, in dem zten Kap, des iten Buches der ^rr de tenrir ec de juger cn muriere de Zone S. y? der Strasb. Ausg. von 1788. untersucht, woher der Enthusiasmus entlieht? Ob aus der Betrachtung des Gegenstandes, oder aus der Seele allein? Ob er Regeln hat? Ob vielleicht Unregelmäßigkeit seine Regel sc» ? Welche Gra'nzen diese Unregelmäßigkeit (Dcsvrdre) habe? Ob die Schönheiten des Enthusiasmus allen Menschen verständlich scpn müssen? — De I Lnrlioussasme, ein Aufs, von Beau- sobrc, in den Xlouv, ödem. de l'^csd, de kerlln, t^un. 1779. — In engliswcv Sprache: ltrencite conc. Ilnrkuiiosmc, »5 ir is su essebl otdla- rure, Kur is miftslcsii inan^ bor eirker Divine latplrsrion, or disko- lical possessiun, k^ Xler. Dataukon, Dond. 1655.8. Lat. durch I. F. Maiftr, Leipz. 1703 und 17-4. 4. (Das Werk enthält 6 Kapitel: Ob Lurkub. cn Acne» rsl; Dt div!naror)i Lnrk. Dt con- rcmplarlve and pkil. Lnrk. Dt Ukc. ror. klnrk. Dt pocr. kork. Dt preca- ror^ IZnrk.) — Von der l.crccr con» ccrninz Lnrkulissinc des Shastsbury (gewöhnlich das erste Stück in der Samml. s. Schriften) gehört nur der Anfang hie« her. > Was in den Deccers ot tir^os- Korne, Dnnd. 1752. 1776. 8. d. Leipz. 1754. 8. und in den Dercers . . . on rcrireinenr, mclsncliol^ snd entkou» iiasm, I.ond. 1762. 8- von Langhorn vorkommt, ist wenig, und geht mehr auf Schwärmerei). — — In deutscher Sprache: Ein Aufsatz darüber in dem gtcn St. der vermischte»! Beyträgc zur Philo, sophic und den seh. Wissensch. Bresl. 176). 8. — Joh. Chr. Brieglcb Betrachtung über den historischen Enthusiasmus, Ältcnb. >77>. 18. — Ein Aufs, in dem -Neu St. Iss. XIII. der neuen MiSccllanecn, Leipz. >775- 8. (Zum Thcil nach dem Art. Ln- rkoussasme in der ssnc^clop. und der vorhin angeführten Briefe des tanghorn, zum Theil eigene, scharfsinnige und einleuchtende Ideen) — lieber die Schönheiten des poetischen Enthusiasmus, von P. G. H. Halle 1776. 8- — Ein Aufs, in dem iten Bde. des deutschen Museums, vom 1.1782. S. Z87. — Ein Aufs, in den vermischten Schriften von Joh. G. Wiggers, Leipz. 1784. 8. — Ein Aufsatz (der i7te) im -tcn B. der littcr. Chronik, Bern 1786. 8. S. 524. Begleitung. (Musik.) Aer Vortrag derjenigen Stimmen, welche die Hauptsiimmen unterstützen, besonders des Generalbasses, der die ganze Harmonie, worauf das Tonstuk beruhet, anschlagt. Jedes Tonstük hat, nach der itzigen Beschaffenheit der Musik, eine oder mehrere Hauptstimmen, die den eigentlichen Gesang oder die Melodie führen. Dieser werden insgemein noch andre Stimmen bcygcfügt, welche jene Hanptstimmen bestandig durch harmonische Tone begleiten. Unter diesen begleitenden Stimmen ist der Baß die vorzüglichste; besonders der Generalbaß, der außer den Grundtonen, worauf die ganze Har- Zz monie 358 Beg monie beruhet, auch noch die übrigen zur völligen Harmonie gehörigen Töne anschlagt, wie auf Orgeln, Clavicreu und Harfen geschieht. Durch die gute Begleitung erhalt also ein Tonsiük seine wahre Vollkommenheit; so wie es durch eine schlechte alle Schönheit verlieren kann. Der Tonsetzer schreibt jeder begleitenden Stimme alles, was ihr zukommt, vor; nur in dem Generalbaß wird blos das Wesentlichste angezciget, vieles aber der Ueberle- gung des Spielers überlassen; weil es nicht möglich ist, ihm jeden Ton zur Harmonie vorzuschreiben, ohne seine ganze Parthie zu verwirr?». Was der Tonsctzer in Absicht auf die begleitenden Stimmen bei) dem Satze selbst zu beobachten hat, gehört nicht hiehcr, und ist an den Orten, wo die Regeln des Satzes cnt- tvikeit worden sind, zu finden. Die Rede ist hier blos von dem, was diejenigen zu beobachten haben, welchen die begleitenden Stimmen zur Ausführung aufgetragen sind. Diesen sind (den Generalbassisten ausgenommen) alle Töne, die sie zu spielen haben, genau vorgeschrieben; also kömmt es bey ihrer Begleitung blos auf eine wvl überlegte -Ausführung - des vorgeschriebenen an. Aber auch dazu wird so viel Ge- schmak und Ueberlegung erfodert, daß der vollkommene Begleiter allemal den Namen eines Virtuosen verdienet. Er muß die Natur, und in jedem Falle die besondre Beschaffenheit des Instruments, oder der Summe, welche die Hauptparthie hat, vollkommen kennen; denn darnach muß er sein Instrument zustimmen, und jeden Ton auf demselben zu tempcriren, auch jede Note in der erfoherlichen Starke anzugeben wissen. Des Takts muß er so vollkommen Meister seyn, daß er sich mit der größten Leichtigkeit allzeit nach der V e g Hauptstimme richtet, auch da, w» diese etwa fehlet; weil durch kluges Nachgeben der begleitenden Stimmen die Fehler selbst ziemlich bedekt werden können. Er muß so viel Geschmak haben, daß er,'jede Schönheit der Melodie fühlt, und die Absichten des Setzers bey jeder Note erkennt; denn nur alsdcun kann er bcurtheilen, was seine Töne eigentlich zur Schönheit des Ganzen beytragen, und mit welchem Nachdruk oder welcher Leichtigkeit er jeden angeben soll, wo er die Töne der Hauptstimme unterstützen, oder selbigen blos zur Schattiruug dienen soll. Es ist ein großes Vornrtheil, zu glauben, daß jeder gemeiner Spieler geschikt genug sey, eine begleitende Stimme zu führen. Aus dem angeführten ist offenbar, daß dazu Leute erfodert werden, die weit mehr verstehen müssen, als Noten lesen und Noten treffen. Dennoch herrscht das berührte Vornrtheil so sehr, daß eine gute Begleitung eine eben so seltene Sache ist, als eine in allen Stäken vollkommene Composirion. Ein vollkommener Begleiter ist v iel- leicht eine weit seltnere Sache, als ein vollkommener Solospieler, Da man also nur selten voraus setzen kann, daß die Begleiter aus eigner Einsicht und aus Gefühl, was ihnen oblieget, in Acht nehmen, so ist wenigstens darauf zu dringen, daß sie vorsichng genug werden, nichts zu verderben. Davor können sie sich am sichersten verwahren, wenn sie sich genau an dem halten, was der Tonsetzec ihrer Parthie vorgeschrieben hat: wenn sie nichts dazu thun, und nichts davon weglassen. Sie müssen sich dieses tief einprägen, daß sie mit ihren Stimmen weder herrschen, noch sich hervor thun, sondern der Hauptstimne dienen sollen. Sie thun am besten, sich, aller Manieren, B e g aller Zierrathcn zu enthalten, jede Note, so wie sie steht, richtig, mit gemäßigter Stärke, und in der richtigsten Haltung, so anzugeben, daß man ihre Parthie nicht besonders bemerkt, daß selbige sich hinter der Haupcstimme gleichsam verfielt. Vorzüglich müssen sich die Bassisten der äußersten Reinigkeit, so wie der höchsten Einfalt, befleißen. Nichts wird unerträglicher, als wenn ein Bassiste sich durch Zierrathen zeigen will. Er loscht dadurch ganze Stellen der Melodie wie mit einem Schwamm aus: nicht zu gedenken, daß dem Bassisten das Zierlichthun eben so ansieht, als wenn ein alter Manu sich schminken, oder mit Bändern behängen wollte. Der Daß ist die wichtigste aller begleitenden Stimmen; denn jeder kleinste Fehler desselben verderbt viel, und jede kleinste Schönheit erhebt die Hauptstimme; also ist im Basse nichts klein. Darum sollte er nur Spielern von dem feinsten Geschmak anvertrauet werden. Das gewisseste Zeichen, daß ein Capellmeister den wahren Geschmak der Musik nicht habe, ist dieses, wenn er die Bässe schlechten Spielern anvertrauet. Wer die besondern Regeln der Begleitung für alle Arten der Instrumenten naher erforschen will, der kann in Gnainens Anweisung die Flöte zm spielen, den ganzen XVII. Abschnitt nachlesen. Der begleitende Generalbaß hat seine Schwierigkeiten. Man soll die vollständige Harmonie anschlagen. Diese kann der Spieler nicht anders, als durch die vor sich habende Partitur, oder durch die Bezifferung des Basses wissen. Hat er das erste, so ist es in geschwinden Sachets sehr schwer, alle Stimmen zn übersehen. Zu dieser Fertigkeit gelangen nur wenige; hat er einen bezifferten Baß vor sich, so macht ihn sowol die Un-- Beg ,5, Vollkommenheit der üblichen Bezifferung, wovon in einem besondern Artikel gesprochen worden, als die andern Schwierigkeiten, verwirrt. Wer die großen Schwierigkeiten dieser Sache einzusehen wünscht, der mag Bachs Werk von der Begleitung des Generalbasses nachsehen. Sich in die besonder» Regeln der Begleitung einzulassen, erfodcrtc allein ein ganzes Buch. Sehr wichtig sind folgende allgemeine Regeln, Weil der Generalbassistc nur die Harmonie anzugeben hat, so muß er sich aller Zierrathen, die nicht wesentlich zur Harmonie gehören, enthalten , und sich überhaupt allezeit der Einfalt befleißen. Den Baß muß er schlechtweg anschlagen, und weder Ausfüllungen dazu greifen, noch die Noten, die der Setzer vorgeschrieben hat, thcilen. Sind ihm ganze oder halbe Noten vorgeschrieben, so muß er sie nicht in Viertel verwandeln. Daraus entstünde ein Klimpern, das der Majestät der Harmonie schaden, und auch oft den Gesang verderben würde. Daß demVaß keine ausfüllende Harmonie hinzugefügt werden müsse, giebt die Natur bei) Erzeugung der Harmonie selbst an die Hand, da sie zwischen dem Grundton i und seiner Octave 4 keinen Don angiebt *). Es ist auch gar leicht zu sehen, daß Ausfüllungen in der Tieft seltsam dissonirsnde Tone hervorbringen wurden. Wegen der obern Stimmen hat der Begleiter darauf zu sehen, daß er die Hauptstimme in einer schiklichcn Hohe begleite. Einen hohen Discant soll er nicht in der Gegend des Alts, noch einen Tenor in der Hohe einer Diskantstimme begleiten; sondern ift jedem Fall sich in der Gegend der Hauptstimmc aufhalttn. 3 4 I» ") S. Harmonie. z6o B eg B eg In Ansehung aller übrigen Regeln eines guten Vortrags ist jedem Liebhaber zu rarsten, daß er das Ca- pirel des Bachischen Werks mit der genauesten Ueberlegung siudire *). lieber die Begleitung sind in italienischer Sprache geschrieben: kcgole per ii Kailo conrinuo. . . 8iL»Iea?2o 8abl>acini, ltuin. 1699. 4. — L'ar- monico prarico »I Lembaio . . . cii Kranc. Lazpsrini, Ven. 1708.1715,4. Kegole armvnicbe > v liano pre- eecri raggionati per »pprenllcre . . . i'accompagnamenco 8el kallo fopra gli 8rrunienri 8a "kallo, come iOr- gano, ii Lemlzaloerc. cii Vinc. ^tan- fre8ini, Ven. 1775. 4. — In französischer Sprache: Bcy der bllerkoclo pour la 1'ticorde, p. Ltr. KIcury, Kar. 1678. 8. sillden sich krincipcs 8e Vlull- que, auS einer Tabelle, mit beygefügten Regeln bestehend, vermittelst welcher man den Gen. Baß mit - und ohne Zahlen, in sehr kurzer Zeit, soll von selbst lernen könne». — kraice 8e i'accoinpagnemenr 8u LIavecin, 8e Ivrgue, er 8c8 au- rrez inllrumen8, p. Viicir. 8e 8t. kam. bcrc, Kar. 1680 und 1708. 8- — kraice 8 accvmpagnsmenr, er Na Lompollrion felon la regle 8es O5ta- vez ctg I» Vluliczue: ouvrage . . . Utile pour ia rranfpollrion ^ ceux, czui fe mölenc 8u Llianr er 805 Inllru» men8 8'accor8> ou 8'uns parrieteule, er pour appreu8re ö clritfrcr la Kalle canrinue, p. le 8r. Lampion, ^mll. 1710. 8- krincipes 8e Isccom- pagncmenr ciu Llaveciu, expokss tlan5 8es rabies, p. st Krc5. 8^n8rieu, Kar. 1719. 8. kraire 8e I'accom- pagnemenc par Vir. 8e kaire, Kar. 1719. 4. lliilerracion für iez 8ille- rences mccdoäes 8e I'TZccompagne- mcnr pour le Llevecin, ou pour *) Carl. Phil. Em. Bachs Versuch über die^wahce Art, da Clavier zu spielen. KlZrgue, p. st. K. Kameau, Kar. 17z a, 4. und Oilferrar. tur les äitkerenrea merlw8e8 cie l'accompagnemenc, von cbend. Kar. 174!. 4. — karr tle I'sc- conipagncmenr, ou dllec!ro8e nou» vcile ec commo8e, pour apprencire ö exeenrer promptemenr, ec avee gout, la Kalle cnnrinuc tur le Liave» ein, p. ich. Leminiaui (ursprünglich, so viel ich weiß, englisch geschrieben z aber in dem Originale mir nicht bekannt.) — Vlectioelo pour Kaccvmpagnemenc 8u Llaveciu > er sonne pour les perton» ncx 776. 8. (B. 2. S. 157.) — ^ Von der eigentlichen Figur, Heine, im itcn Abschn. des svtcn Kap. ( B. 2. S. 22z. vierte Ausg.) der auch, mit Verweisung auf den ersten Band seines Werkes, die Entstehung der Figur aus der Natur der „umschlichen Seele entwickelt, und dessen ganzes sotcS Kap. im Grunde hierher gehört. Priestley in der 29ten Vvrles. (S. -6, der deutschen liebers.) der auch, in den vorhergehenden Vorlesungen des zten Theils, Manches, das zur Belebung überhaupt gehört, bcpgcbracht hat. — — Belebung in den bildenden Künsten, deren Herr Sulzer gar nicht gedenkt, wird durch das, was, im weitsten Um- kurip, Lzcob. vt. 2g6. ") S. Allegorie aus der 7z u. f. S. sang, bey ihnen Ausdruck heißt, erhalten; und die beo diesem Arritel angeführten Schriften sind denmach auch bei, diesem »u Rathe zu ziehen. Eine andere Art von Belebung wird den Werken dieser Künste durch das, was man Staf- firung nennt, gegeben, siehe daher diesen Artikel. Beleuchtung. (Zeichnende Künste.) Der Zufluß des Lichts, wodurch eine Sache sichtbar wird. In der Natur kann ein Gegenstand durch das Licht auf gar vielerlei? Art beleuchtet werden, und nach jeder Art thut er seine besondre Würkung auf daö Auge. Durch die Art der Beleuchtung kann eine Landschaft mehr oder weniger Schönheit bekommen, nachdem sie entweder im Ganzen oder in Thcilen mehr oder weniger Klarheit erhalt. Oft ist die Würkung von verschiedenen Arten der Beleuchtung so sehr verschieden, daß man sich kaum bereden kann, dieselbe Sache zu sehen; da blos das Licht sie so angenehm oder so gleichgültig macht. Es wurde ein vergebliches Unternehmen seyn, die Würkungcn der verschiedenen Beleuchtung eines Gegenstandes ausführlich beschreiben zu wollen. Die Absicht dieses Artikels geht blos dahin, die angehenden Künstler zu einer genauen Aufmerksamkeit auf diese Sache zu bringen. Denn die Kenntniß derselben ist ein wichtiger Theil der Kunst des Mahlcrs. Uebcr diese verschiedenen Würkungcn kann man sich am besten unterrichten, wenn man einerlei) Gegenstand unter vielerlei) verschiedenen Beleuchtungen oft betrachtet; wenn z. B. eine Gegend bei? sehr Heller und bey trüber Luft, be>) starkem Sonnenschein und gemäßigtem Tageslicht, bey hoch und niedrig stehender Sonne, ZÜ4 B c l Sonne, bey Vorwerks, scitwerts und rükwcrts einfallendem Lichte betrachtet wird. Bey jedem dieser veränderten Umstände sieht man ein andres Ge- mahlde. Was nun vorzüglich in jedem dieser Eemählde gefällt oder mißfällt, wo irgend eine vortheil- hafte oder schlechte Würknng der Beleuchtung sich offenbaret, da erforsche der Mahlcr die Ursache derselben. Es wäre eine höchst wichtige Uebung für ihn, denselbigcn Gegenstand unter gar vielerlei) Arten der Beleuchtung zu zeichnen und zu schattiren, diese Zeichnungen fleißig gegen einander zu halten, und so lauge daran zu studircn, bis jede geringste Verschiedenheit derselben nach ihren Ursachen und Wirkungen ihm völlig bekannt würde. Nur dadurch kann er eine vollkommene Kcnntniß der Beleuchtung erlangen. Die Kunst würde hoher getrieben fcyn, als sie würklich ist, wenn die, welche sie ausüben, den gehörigen Fleis zu Erforschung ihrer Geheimnisse anwendeten. Diesem Studiren in der Natur kann man auch durch künstliche Veranstaltungen zu Hülfe kommen. Sehr vortheilhaft wäre es für eine Mahleracadcmie in dieser besonder» Absicht, wenn dieselbe eine kleine Schaubühne hätte, auf welcher verschiedene Modele durch leichte Veranstaltungen jeder Art der Beleuchtung ausgesetzt werden konnten. Die Lichter müßten bald in der Hohe, bald in der Tiefe, bald gerade von vornen, bald von den Seiten stehn. Der Hintere Grund konnte durch Vorhänge von verschiedener Helligkeit und verschiedenen Farben gemacht werden. Zum wenigsten ist jedem Mahler zu rathcn, daß er dergleichen Veranstaltungen in seinem Arbeitszimmer mache. Dieses müßte so liegen, daß er, die Sonne und das Tages- Ber licht von allen möglichen Seiten und aus jeder Hohe bekommen konnte. Jedes Fenster aber müßte nach Gefallen eröffnet und verschlossen werden können. Die Wand, vor welcher die Gegenstände liegen, müßte man mit verschiedenen Tüchern de- hangen können. Alls diese Weise würde jede Art der Beleuchtung auf das genaueste erkennt werden. Ohne dergleichen Veranstaltungen wird der Mahler schwerlich zu der Einsicht über die Beleuchtung kommen, die zur Erreichung der vollkommenen natürlichen Darstellung der Sache erfodert wird. Von der Beleuchtung handelt Lairesse in den ersten 19 Kap. des 5tcn Buches seines großen Nahlerduchcs B.Abth.-. S.z u, f. AuSg. von 178g- — Hr.v.Ha- gcdorn in der 45, 46 und 47 Betr. - Mehrere hieher gehörige Scbristen werden sich bei? den Art. -Helldunkel, Schat- tirung, angezeigt finden. — Beredsamkeit. Aach dein allgemeinen Begriffe von den schonen Künsten, der in diesem ganzen Werk überall zum Grunde gelegt worden ist, sollen sie durch ihre Werke auf die Gcmüthcr der Menschen danrende und zur Erhöhung der Seelenkrastc abzielende Eindrüke machen *). Diese Bestimmung scheinet die Beredsamkeit in dem weitesten Umfang erfüllen zu können. Sie macht vielleicht nicht so tief in die Seele dringende, noch so lebhafte Eindrüke, wie dieKünste, die eigentlich die Reizung der äußern Sinnen zum unmittelbaren Zwck haben; dafür aber kann sie alle nur mögliche Arten klarer Vorstellungen erwekcn, die ganz außer dem Gebiete jcnec reizendem Künste sind. Also verdient 5) S. Künste. B e r dicnt diese Kunst auch vorzüglich, in ihrer wahren Natur, in ihren Ursachen und Würkungen, in ihrer mannigfaltigen Anwendung und in den verschiedenen äußerlichen Veränderungen, die sie erlitten hat, mit Aufmerksamkeit betrachtet zu werden. Wie der ein Mahler ist, der jeden sichtbaren Gegenstand durch Zeichnung und Farben so nachzuahmen weiß„ daß das Bild eben die Vorstellungen crwckt, die er selbst von dem Urlulde hat; so schreibt man dem Beredsamkeit zu, der das, was er denkt, und empfindet, durch die gemeine Rede so auszudrücken weiß, daß dadurch auch in andern dieselben Vorstellungen und Empfindungen erwekt werden. Dieses kann nicht geschehen, wenn er nicht selbst mit großer Klarheit und Lebhaftigkeit denkt und empfindet: demnach besitzt der Redner die Fähigkeit, seine eigenen Vorstellungen zu einem vorzüglichen Grad der Klarheit und Lebhaftigkeit zu erheben, und sie durch die Rede auszudenken: und darinn besteht die wahre Anlage zur Beredsamkeit. Mau fodcrt aber von dem Mahler nicht nur die Gefchiklichkeit, jeden Gegenstand, so wie er ihn sieht, auszudrücken ; er muß ihn so nachahmen können, daß er nach seiner Art am vorthcilhafresten in die Augen fällt, lind den lebhaftesten Einbruk macht. Eben so fodcrt mau auch von dem Redner, daß er seinen Gegenstand in dem vortheilhaftcsten Licht und so zeige, wie er m seiner Art die stärkste Würkung zum Unterricht, oder zur Uebcrzcugung, oder zur Rührung, thun wird. Mithin ist die vollkommene Beredsamkeit die Fertigkeit, jeden Gegenstand, der unter den Ausdruck der Rede fällt, sich so vorzustellen, daß er den stärksten Eindruk mache, und denselben dieser Vorstellung gemäß durch die gemeine Rede auszudrüken. Von ihrer Schwester, der Dicht- Ber z6z kunst, unterscheidet sie sich darinn, daß sie sowol in ihren Vorstellungen selbst, als in dem Ausdruk derselben, weniger sinnlich ist, als jene/ und weniger äußerlichen Schmuk sucht. Von der ihr verwandten Philosophie aber geht sie darinn ab, daß sie bcy klaren Vorstellungen stehen bleibt, da jene die höchste Deutlichkeit sucht; daß sie so gar das, was die Philosophie deutlich entwikelt hat, wieder sinnlich macht, damit es fühlbar und würksam werde. Von der bloßen Xvoiresenhcic geht die Beredsamkeit in ihren Absichten ab. Jene sucht blos zu gefallen oder zu ergötzen;, sie sieht ihren Gegenstand blos von der angenehmen und belustigenden Seite an, mischt allerhand fremde Zicrrathcn zu ihrer besonder» Absicht in dieselbe; da diese allemal den bestimmten Zwck hat, zu unterrichten, oder zu überzeugen, oder zu rühren. Die Zierrathcn, die sie braucht, müssen blos zur Erreichung dieser Absicht dienen. Sie geht tief in die Betrachtung der Dinge hinein, so weit die innern Sinncit einzudringen vermögend sind; da jene sich mehr an dem Aeußerlichen derselben hält. Ohne durchdringenden Verstand kann mau nicht beredt scyn; aber die bloße Wolredenheit besitzen auch Menschen, die selten die wahre innere Beschaffenheit der Dinge einsehen. Das Talent, alles, was man sich vorstellt, leicht und angenehm auszudrüken, ist das einzige, was die Wolredenheit crfo- dert; es ist aber nur ein geringer Theil dessen, was zur Beredsamkeit gehört. Die Absicht, die die Beredsamkeit allemal hat, zu unterrichten, oder zu überzeugen, oder zu rühren, sucht sie durch den geraden Weg der Natur zu erreichen. Im Unterricht setzt sie die wahre Beschaffenheit der Sachen in das hellest? Licht, ohne Schmuk und ohne Zusatz; hat sie zu über« B e r B e k überzeugen, so niinmt sie ihre Beweise aus der Natur der Sache, ohne Spitzfindigkeit; sie zerstreuet die Nebel der Unwissenheit und des Vor- nrtbeils; benimmt dem Falschen den Schein des Wahren, und reiste dem Bosen geradezu die Larve des Guten mit Gewalt ab. Sic fühlt den Grad der Wichtigkeit ihres Gegenstandes, und überläßt sich dein Gefühl des Wahren und Guten; sie giebt keiner Sache mehr Gewicht oder Würde, als ihr zukommt. Aus jener Empfindung entsteht der Grad der Lebhaftigkeit und des Feuers, womit sie an die Gemüthcr dringet. Die Ucberzeugung sucht sie nicht zu erzwingen, noch die Rührung durch Ucbertaubung zu crwckcn. Da sie sich dem Gefühl ihrer Vorstellungen ganz überlaßt, hat sie selten nothig, den Ausdruk zu suchen; die Worte fließen in vollem Strohm sanft oder heftig, lieblich oder ernsthaft, schlecht und einfach, oder hoch und erhaben, wie die Natur der Sache es erfodert. Wer ihre Rede Hort, vergißt den Ausdruk, sieht und empfindet nichts, als die Sachen; seine Aufmerksamkeit wird niemals auf den Redner, sondern unaufhörlich auf die Sachen geleitet. Nach derNatur ihresJnhalts und dem Charakter der Zuhörer ist sie bisweilen philosophisch, gelehrt, und in ihren Schritten genau abgemessen ^)z *) dlorum (pdilolopdorum) Oratio ns- qne nervös necpie aculeos orsrorios «c sorenies Hader. I.oczuunrur cum 6oÄis > guorum leciare animos nulluni rzuam incirare. Lic cle rebus placaris sc ininime curdulcnris lla- cencii caula nun capiencli loguunrur: ur in co ipso, rurdare animos seit placare porius» nec ram p-isuaclers quam äeleÄare, er apcrrius iä fa» ciunc quam nos er crein jus; concin» nas magis senrenrias exquirunc, quaur prokadiies. r^re laepc «lisceiiunr, in- rexunr kabulas, verde apernus rrans- ferunr, egqu» ciilponnnr ur piÄores variersrem colorum, paria psridus re» terunr, aciverla concrariis > hzepishms slmilirer excrema Nckniunc. td. An dieser Beschreibung wird man noch itzl die Beredsamkeit einiger sranzbsi? schen Scribenten erkennen, ff) S. Redner. Ber sind Psato, Xenophon, Cicero, Rousseau, zu Lehrern der Menschen worden. Sie unterrichtet ciuzele Mcn-' schen und ganze Gesellschaften von ihrem wahren Interesse; durch sie werden die Empfindungen der Ehre, der Menschlichkeit und der Liebe des Vaterlandes in den Gemüthern rege gemacht. Männer von vorzüglichen Gc- mürhsgaden, die überall das Wahre, und Gute schen, von demselben lebhaft gerührt werden, die dabey die Gabe haben, allcS, was sie erkennen und empfinden, auch andern fühlbar zu macheu, die die Kunst besitzen, von der man mit Wahrheit sagt: daß sie die Sinnen der Menschen lenkt und die Gemüthcr besänftiget *); können solche Männer nicht als Geschenke dcS Himmels angesehen werden? alS Lehrer und Vorsteher der Menschen, bestimmt jede gemeinnützige Kenntniß, jede gute Gesinnung unter einem ganzen Volk auszubreiten? In der Beredsamkeit findet die achte Politik das wichtigste Mittel den Sfaat glücklich zumachen. Aeuf- serlichcr Zwang macht keine gute Bürger; durch ihn ist der Staat eine leblose Maschine, die nicht länger geht, als so lang eine fremde Kraft auf sie drükt; durch die Beredsamkeit bekommt sie eine innere lebendige Kraft, wodurch sie unaufhaltbar fortgeht. In den Händen eines weisen Regenten ist sie ein Zauberstab, der eine wüste Gegend in ein Paradies verwandelt, ein träges Volk arbeitsam, ein feiges beherzt/ ein unverständiges verständig macht. Steht sie dem Philosophen bey, so breitet sich Vernunft und Einsicht über ein ganzes Volk ans; leistet sie ihre Hülfe dem Moralisten, so nehmen Gesinnungen der Rcchtschassen- hcit, der Redlichkeit und der Groß- H kezir in Zocr. L.V. Lurix. inLecuba v«rt. ziz.leg. B e r Nutzen und Einkünfte von derselben zu haben: er hat weder den Vorsatz, sein Volk verständig und gesittet zu sehen, noch den Willen, dasselbe gut zu regieren. Nach der gegenwärtigen Lage der Sachen sind nur wenige Staaten, die zu den Geschäfften der Regierung öffentlich austretende Redner nöthig hätten. Aber welcher Gesetzgeber hat nicht nöthig, bisweilen durch Schriften mit seinem Volke zu reden? Wo ist ein gesittetes Volk, bey dein nicht wenigstens in sittlichen Angelegenheiten öffentliche Redner aus Beruf auftreten, oder öffentliche Schriftsteller ohne Beruf erscheinen? Dem Gesetzgeber, der nicht ein Tyrann ist, muß daran gelegen seyn, daß sein Volk von der Nothwendig- kcit und dem Nutzen seiner Verordnungen, seiner Befehle, seiner Veranstaltungen, seiner Foderungen überzeuget werde. Auch die unumschränkteste Gewalt kann durch Er- wckung der Furcht nicht allemal zu ihrem Zwek kommen, der in vielen Fällen nur durch den freycn Willen des Volks erreicht wird. Dieser kann blos durch Ueberredunz erhalten werden. Dem Regenten aber, der nach dem glänzenden Ruhm, ein Vater und Wohlthäter der Völker zu seyn, strebt, ist auch daran gelegen, daß alle öffentliche, berufene und unberufene Lehrer des Volks, von der wahren Beredsamkeit unterstützt werden. Nur alsdenn können sie den vorthcilhaftcsien Einfluß auf den Charakter des ganzen Volks haben. Eigentlich sind sie es nur, durch die die Vernunft ausgebreitet, die Fin- sterniß der Unwissenheit vertrieben, der Unflat des Aberglaubens vertilget, und das sittliche Gefühl von jedem Guten in den Gemüthern rege gemacht wird. Daß man die Beredsamkeit von den meisten Gerichtshöfen abgewiesen hat, dagegen läßt sich mit Recht nichts Ber Ve r Z69 nichts einwenden. Richter müssen erleuchtete stind einsichtsvolle Personen seyn, die nicht handeln, sondern nur einsehen müssen, wo die Wahrheit und das Recht liegt: dazu haben sie keines Redners Hülfe nöthig. Nur wo ein ganzes Volk, und ein Volk von nicht großer Einsicht, ur- theilcn, oder zu einem? einstimmigen Zwck handeln soll, da muß es Männer haben, die an seiner Statt untersuchen, abwiegen, und die überwiegenden Gründe ihm vorlegen- Vcrmuthlich ist auch der Mißbrauch, der sehr oft von der Beredsamkeit gemacht worden, die Hauptursache, daß verschiedene Gesetzgeber sie aus den Gerichtshofen verbannt haben: denn je großer ihre Kraft ist, je schädlicher wird ihr Mißbrauch: und wie das kräftigste Arzncymittel in den Händen eines Unwissenden zum Gift wird, so wird die Beredsamkeit in den Händen eines Boshaften zum Werkzeug der Ungerechtigkeit und der Unterdrü- kung. Ohne Zweifel war es die Besorgung des Mißbrauchs, die den Gesetzgeber in Crera bewogen hat, sie als eine Verführerin des Volks aus seinem Staate zu verbannen *). Diese Vorsicht aber war zu weit getrieben: es giebt Mittel den Mißbrauch zu verhindern, oder wenigstens ihn sehr einzuschränken. Der Ursprung dieser Kunst muß in den ersten Zeiten des gesellschaftlichen Lebens gesucht werden. So bald unter einem Volke die Sprache in etwas gebildet ist, so entsteht aus großen gesellschaftlichen Angelegenheiten das Bestreben, in dem die Beredsamkeit ihren Ursprung hat. Ein Patriot sucht die Gedanken des Volks nach seiner Einsicht zu lenken. Man kann also die Erfindung dieser Kunst keiner besondern Zeit und keinem Volke besonders zuschreiben. Sie S. Lexms Tmp. sgverk. lVlzrbsm. I. II. Bester Theil. ist eine Frucht der Natur, jedem Boden einheimisch; nur nimmt sie etwas von dem Charakter des Himmelsstrichs, unter dem sie hervorkommt, an. Welche Volker aber die Gabe zu reden in eine förmliche Kunst verwandelt haben, können wir nicht sagen. Vielleicht haben die asiatischen Griechen dieses ge- than- Wenn es wahr ist, was man von den Verordnungen des Thales in Creta, und des L^kurgus in Sparta sagt *): so scheint die Beredsamkeit schon zu ihren Zeiten eine förmliche Kunst gewesen zu seyn, deren Regeln gelehrt worden sind. Daß aber schon vor dieser Zeit die Kunst zu reden geblüht habe, beweist -Homer, der vollkommenste Redner. Die Reden, die er seinen Helden in den Mund legt, sind nach Maaßge- bung der Personen und der Umstände vollkommen. Ob aber schon zu seiner Zeit Schulen der Beredsamkeit, oder besondre Lehrer derselben gewesen seyen, läßt sich nicht sagen. Den Philosophen Dias stellt Diogenes K.aertius als einen großen gerichtlichen Redner vor; woraus sich wenigstens abnehmen läßt, daß die öffentliche Beredsamkeit nicht erst, wie einige vorgeben, zu den Zeiten des perikles in Flor gekommen. Sie scheint vielmehr zu den Zeiten dieses Staatsmannes in Athen ihren höchsten Gipfel erreicht zu haben. Man sagt von ihm, daß er das Volk zu allem, was er sich vorgesetzt hatte, habe bereden können. Ein sehr naives Zeugniß davon liegt in einer Antwort, die ThucySides dem spartanischen König ArcblSamns auf die Frage gegeben: wer von ihnen Heyden, Pcriklcs oder Thucydidcs, stärker im Ringen sey; „das ist „schwer zusagen:"(wardieAntwort,) „denn wenn ich ihn im Ringen zu „Boden geworfen habe, so kann er »doch Sexrus I. c. Aa z?o Bei! „doch die Zuschauer bereden, daß ich „nicht ihn, sondern sr mich umgeworfen habe *)." Natürlicher Weise mußte in Athen, nachdem einmal die Demokratie da eingeführt war, die Beredsamkeit die wichtigste Kunst werden, weil man durch sie bcynahe zum unumschränkten Herrn des Staats wurde, wie Perikles würklich gewesen ist. Damals also, nnd noch eine ziemliche Zeit nachher, war Athen vollRhcto- rcn, bey denen die vornehmere Jugend die Staatsberedsamkeit lernte. Also kam die Beredsamkeit bey diesem, ohnedem mit dem glüklichsten Genie begabten Volke, auf den höchsten Grad der Vollkommenheit. Wer irgend einige Vorzüge des Genies in sich empfand, der wurde ein Redner, oder er suchte die Theorie dieser Kunst ins Licht zu setzen. Die theoretischen Werke aus den damaligen Zeiten sind alle, bis auf die Rhetorik des Aristoteles, für uns verloren. Hingegen sind noch Meisicrstüke von würklichen Werken der öffentlichen Beredsamkeit ans den goldenen Zeiten derselben übrig, die man in der Geschichte des Thucpdides, und in den Werken des Isokrares, des T>c- mosthenes und des Aeschmes findet. Vom Jsokratcs sagt man, er fty der erste, der das Studium des Mechanischen im Ausdenke, des Wolklanges und der künstlichen Einrichtung der Perioden, eingeführt habe. Ein ganz außerordentliches Bestreben nach der höchsten Vollkommenheit dieser Kunst äußerte sich vornehmlich in Athen, als die politischen Umstände Griechenlandes der Frcy- heit dieses Staats den Untergang drohten. Eine so äußerst wichtige Sache erwekte natürlicher Weise alles , was irgend an Kräften in den Gemüthern der Patrioten vorhanden war. Damals tharcn sich insbesondre Demosthenes und Phocion her- *) kNursrcb. in ksricl. Ber vor, die eifrigsten Versechter der Freyheit; jener durch. Reden, dieser durch Reden nnd Thaten. Von jenem sagt man, er sey der fürtrcff- lichstez von diesem, er sey der nach- drüklichste Redner gewesen. Man kann nicht ohne Bewukdrung sehen, mit was für unermüdeterWürksam- kcit, mit welcher Anstrengung des Geistes, mit welcher Hitze der Empfindung , Dcmosthenes jede Triebfeder des menschlichen Herzens zu reizen gesucht hat, um die sinkende Freyhcit aufrecht zu halten. Vielleicht hat niemals ein Mensch für die Rechte der Menschlichkeit weder mit so viel Genie, noch mit so viel Eiser gefochlen. Seine Reden sind das fürtrefflichste Denkmal des Verstandes und der patriotischen Gesinnungen. Ucberhaupt herrscht in den Uebcr- blcibscln der Beredsamkeit derselben Zeit eben der Geschmak, den man in andern griechischen Werken der schönen Künste aus diesem Zeitalter sieht. Eine ganz männliche Stärke des Verstandes, der überall das sieht, was am geradesten und sichersten zum Zwek führet, der über alle Ränke und Spitzfindigkeit des Witzes und der täuschenden Einbildungskraft wegschreitet; und ein Herz, das die wahre Größe nnd Stärke der menschlichen Natnr empfindet, das von nichts kleinem gerührt wird. Auch die Gattung der Beredsamkeit, die ruhigere Gegenstände zum Inhalt hat, die den Philosophen, den Gc- schichtschreibern und den Moralisten eigen ist, war in dieser goldenen Zeit, die vom Perikles bis ans den Pho« cion gedauert hat, in ihrer höchsten Schönheit, wovon die Werke des Pleno und des Tcnophon hinlänglich zeugen. Eben so scheint auch die Beredsamkeit des Umganges damals im höchsten Flor gewesen zu seyn, wovon man tausend Bcy- fpiele in den Werken des Plutarchus antrifft. B er antrifft. Also können die Griechen auch in diesem als die Lehrmeister aller spätem Völker angesehen werden. Mit dcrFreyhcit fiel in Athen auch die große Beredsamkeit, und entartete in eine angenehme Kunst, die mehr zum Zeitvertreib und zur Belustigung der Einbildungskraft, als zur Ausbreitung des Guten angewendet wurde. ' Noch in den guten Zeiten hatten schon die verschiedenen Sekten der Philosophen angefangen, einen schädlichen Einfluß auf die Beredsamkeit zu haben. Die Hochachtung, in welcher einige Philosophen stunden, gab auch seichten Köpfen die Ruhmsucht, sich durch Behauptung allerhand seltsamer Meynungen einen Namen zu machen. Die Sophisterei) schlich sich unvermerkt in die Kunst der Rede ein. Man sah nicht mehr auf richtige Beweise des Wahren, sondern auf erschlichene und auf Spitzfindigkeit gegründete Behauptung dessen, was man für wahr ausgab. Als nachher das Volk seinen Anrheil an der Regierung verloren hatte, fielen auch die starken Triebfedern zu dieser Kunst. Sie wurde gcmißbraucht, den Tyrannen zu schmeicheln, oder das Volk, das keine wichtigen Geschaffte mehr hatte, in seinem Müßiggang zu belustigen. Oeffentliche Reden über wichtige Staatsangelegenheiten hatten nicht mehr statt; sie wurden aber in den Schulen der Redner der Jugend, die kein Gefühl der Freyhcit und nicht die geringste Kenmniß der Politik hatte, zur Ucbung in derWolreden- hcit aufgegeben. Da indessen alle Kunstgriffe der Redner, alle Farben der Beredsamkeit, welche die goldne Zeit der Freyhcit hervorgebracht hatte, übrig geblieben waren, die Seele aber, nämlich die großen und wichtigen Angelegenheiten, worüber geredt werden sollte, fehlten: so entstund die zicrli- Ber Z?i che, der Phantasie schmeichelnde Beredsamkeit der neuen Griechen, die sich nur in den Schulen Athens erhalten, und nachher von da nach Rom ausgebreitet hatte. Die Kraft des Genies, welche die alten Redner angewendet hatten, die wichtigsten Angelegenheiten in ihrem wahren Lichte vorzustellen, dem ganzen Volke Empfindungen einzuflößen, oder bey ihm Entschließungen hervor zu bringen, wurde nun angewendet, den Reden von erdichtetem Inhalt Zierlichkeit, Annehmlichkeit und Wolklang zu geben. Die Lehrer der Beredsamkeit, die ehedem die jungen Redner in der Staatskunst und in der Wissenschaft, sich der Gem.ither zu bemächtigen, unterrichtet hatten, wurden Grammatiker, und lcbrten schöne Redensarten, angenehme Bilder, und witzige Einfälle in die Rede zu bringen. In ihren Schulen wurde nichts mehr von Staatsinteresse, von der Regierungskunst, sondern von Tropen und Figuren der Rede gesprochen. Homer wurde nicht mehr als ein Lehrer der Heerführer und Regenren, sondern als ein Grammatiker angeschen: man suchte in der Ilms alle mögliche Figuren der Rede, und fand bisweilen acht bis zehen verschiedene Figuren in einer einzigen Redensart. , Kurz, die Beredsamkeit entartete in den Schulen der Rhcto- rcn gerade so, wie lange hernach die Philosophie unter den Händen der Scholastiker, in einen bloßen Wortkram. Nur hier und da waren noch einzele gesündere Köpfe, welche die Ucberbleibsel der wahren Kunst zureden auf philosophische Materien anwendeten. Dieses Schiksal hat die Beredsamkeit unter dem Volke gehabt, deni die Natur vor allen andern Völkern alle, zu den Künsten nothwendige, Talente in reichem Maaße zugetheilt harte. Auf eine ganz ähnliche Weise ist die Beredsamkeit auch in Rom auf- Aa 2 gekeimt, Z?2 Ber gekeimt, zur vollen Reift erwachsen, nnd wieder verwelkt. Die ersten Redner des romischen Volks hatten keinen Lehrmeister, als ihren guten und scharfen Verstand, von dem Eifer für das allgemeine Beste begleitet. Die kurze Rede des Tiberms Gracchus, die Plutarchus aufbehalten hat *), ist ein Meisterstük einer starken natürlichen Beredsamkeit. Lange hatten die römischen Redner keinen andern Lehrer dieser Kunst, als die Natur. Als sie nachher mit den Griechen bekannt wurden,' lernten sie von ihnen, die Beredsamkeit als eine Kunst zu studiren und zu üben. Man lernte sie, wie in Athen, tun dadurch einen Einfluß auf die Entschließungen des Senats und des Volks zu haben, oder wichtigen Rechtssachen, deren Entscheidung oft vom ganzen Volke abhieng, eine günstige Wendung zu geben. Das Ansehen und die Macht, die man sich in Rom durch die Beredsamkeit geben konnte, brachte diese Kunst in große Achtung. Man sah Redner entstehen, die sich neben dem Peri- kles und Demostheues hatten zeigen können. Zu dem höchsten Flor kam sie ebenfalls in dem Zeitpunkt, da die Frcyheit gegen die Unterdrückung der Republik kämpfte. Eben die erhabenen Bestrebungen, die der athenien- sische Redner anwendete, den Fall der griechischen Frcyheit aufzuhalten, wendete auch Cicero an, Rom den- selbigen Dienst zu thum Der Untergang der Freyhcit bcwürkte in Rom, gerade wie m Griechenland, dieselbe Ausartung der Beredsamkeit, nur mit dem Unterschied, daß die Römer, deren Genie weniger zur Spitzfindigkeit geneigt war, sich niemals bis zu den unendlichen Kleinigkeiten der Rhetorik herunter gelassen, an welche sich die spätem griechischen Rhetorik! hielten. *) S. Plutarch i» den Eracchcn. B e r Mit Cicero starb das Große dieser Kunst; aber wie sich in einem tobten Leichnam die Wärme noch eine Zeitlang hält, so hielt sich auch etwas von dein scheinbaren Leben derselben nach dieses großen Mannes Tode *). Obgleich die politische Beredsamkeit mit der Freyhcit ihren völligen Untergang fand: so erhielt sich doch die gerichtliche noch lange Zeit; auch blieb überhaupt unter der Regierung der Cäsarn und einiger nachfolgender Kaiser ein Theil der Hochachtung, die man in den letzten Zeiten der Republik für diese Kunst hatte. Gut sprechen zu können war noch eine Zeitlang ein Talent, welches zu besitzen selbst die unumschränkten Herren der Welt für keine Kleinigkeit hielten. Allein das große Interesse, das allein der Beredsamkeit das wahre Leben geben kann, war weg; und auch das wenigere Interesse, wodurch die gerichtliche Beredsamkeit sich erhalten hatte, fiel auch immer mehr, und endlich versank diese Kunst, wie ein todker Leichnam in eine ekelhafte Verwesung. Als ») Der Jesuit Strubs wendet ein Gleich» niß, dessen sich Plutarchus bedient Halle, um den Verfall der griechischen Monarchie nach Alexanders Tode abzubilden , scharfsinnig auf den Verfall der Beredsamkeit nach Ciceros Tode an. Vr icheume suima csclaverz uou con- Uttum — — lic ^lexsnclro tu--isnrs exsrcirus ills palpirsbac pe,-. Uiccis, Selsucis srque^migoms, rzm- gusm spiriridus srismuum cgliäiz — rauäsm ilacccscsns exsrcirus er cariavsris mors rsbiclus, vermin,n in- ttsr ex Isis procreavi, (ieZencres Itexez — Usmismmcs. Im Ums Uiblaco (N- csrous — itarim elogusnriae corpus, guoct sl> illo sriimabsrur, slgu^uir; er czuamviz vrsrores sliguor, veriii, Senecae, Uliuii, rgmgugm plena uä- Iruc animse membra, cgciemem cs- Isurcmgus tpirirum reciperem— hrs- vi camen iu mera Orarorum cscia- vsra rle^enersrum elt, UroluU /Vca» clem. I.it>. I. i. B e r Als man in den neuem Zeiten wieder anficng, die Wissenschaften und Künste der Alten aus dem Staube hervor zu suchen, war die Beredsamkeit eine der ersten, die die Achtung der Neuem auf sich zog. Aus der Zische der griechischen und römischen Redner entstund etwas, das man als eine Frucht der alten Kunst zu reden ansehen konnte, ob es gleich nur eine schwache und entfernte Achnllch- keit mit ihr hatte. Diese Wartung war eine natürliche Folge des minder fruchtbaren Bodens. Die Neuem lernten die Beredsamkeit wieder hochschätzen, aber zu der Vollkommenheit, auf welcher sie bei) den Alten war, konnten sie dieselbe nicht bringen; denn die großen Triebfedern, wodurch diese Kunst bcy den Alten ihre Starke erhalten hatte, waren nicht mehr vorhanden. Durch die Beredsamkeit kann man in den neuern Zeiten Ehre und Ansehen bcy einem sehr kleinen Thcil seiner Nation erhalten; aber politische Macht, Einfluß auf die Entschließungen der Regenten, auf das Schikfal ganzer Völker, ist kaum mehr daher zu erwarten. Also wird auch ein Genie, wie Demosthencs oder Cicero gewesen , nicmal zu der Größe kommen, die wir an diesen Männern bewundern. Das stärkste Bestreben, durch Beredsamkeit groß zu werden, scheint in den neuem Zeiten sich in Frankreich zu äußern, wo.man durch diese Kunst sich wenigstens einen großen Namen machen, und bcy vielen zu großem Ansehen kommen kann. Da, wo es dem Eifer für das gemeine Beste, und für die Erhaltung eines Rests der Frcyheit noch vergönnt ist, gegen die Unterdrükung zu kämpfen, in einigen Parlamenten, sieht man noch bisweilen Werke hervorkommen, die selbst Athen und Rom nicht würden gering geschätzt haben. Es ist auch in diesem Lande nicht ganz un- B e r Z?Z erhört, daß die Beredsamkeit, die ihre Stimme blos in Schriften erhebt, von einigem Einfluß auf allgemeine Staatsentschließungen gewesen scy. Allein blos durch Schriften reden, macht nur einen Thcil der Kunst aus. Demosthencs selbst hat den mündlichen Vortrag für den wichtigsten Theil derselben gehalten. Also können die, welche nur durch Schriften mit ihrer Nation reden, die Kunst nicmal in ihrer Starke brauchen. Deutschland scheinet (es sey ohne Beleidigung gesagt) in seiner gegenwärtigen Verfassung, ein für die Beredsamkeit ziemlich unfruchtbarer Boden zu seyn. Zu sagen, daß es den Deutschen an Genie dazu fehle, wäre ohne Zweifel eine grobe Unwahrheit; daß aber dem Deutschen , der von der Natur die Talente des Redners empfangen hat, die Triebfedern, sich zu einer gewissen Größe zu schwingen, ganz fehlen, ist eine Wahrheit, die niemand leugnen kann. Unsre Höft sind für die deutsche Beredsamkeit unempfindlich; unsre Städte haben eine allzugeringe Anzalfl Einwohner, die von schönen Künsten gerührt werden; und die wenigen, die das Gefühl dafür haben, sind nicht von dem Ansehen, um Eindruk auf das Publikum zu machen. Wie wenig Kraft kann also Lob oder Tadel auf ein männliches Gemüthe haben, da bcyde von so wenigen und so unbeträchtlichen Menschen herkommen können? In Athen war das ganze Volk das, was in Deutschland die kaum zu merkende Zahl guter Kenner ist; es hatte Gcschmak *). Die bekannte Anekdoft von Theophra- Aa z stus, -) (Quorum temper tun prullens tince» rumgue juliicium, nilul ur pottenr, nili incorruprum auclire er elezans; sagt Cicero von den Atbenienscrn. Er setzt dinzu: Lorum relizioni cum tervirec Oraror, nulluni verburn in- Wiens — nulluni uciiolmn ponere su- ctedac. Lic. yrac. Z74 Bev stus, der wegen seines Accenks von einem gemeinen Weib ist getadelt worden, beweist, daß in Athen der gemeinste Mensch ein Ohr und ein Gefühl für die Schönheiten der Rede gehabt, das in Deutschland nur die wenigen Kenner haben. Noch vertragt das deutsche Ohr alles, so wie das deutsche Aug, wenn es nur nicht gegen eine Nationalmode streitet. In schonen Künsten aber ist noch nichts zur Mode worden. In Athen war eine ungewöhnliche Gcbehrde des Redners, eine nicht ganz attische Redensart, eben so anstößig, als dem deutschen Volk eine ungewöhnliche Form des Huts wäre H. Sah das ganze Volk in Athen auf Kleinigkeiten, wie viel mehr mußte der Redner in wichtigen Dingen sorgfaltig seyn. Ein Hauptgrund, warum bey jenen Alten, sowol alle schöne Künste überhaupt, als die Beredsamkeit insbesondere, zu einem höhern Grad der'Vollkommenheit gekommen, liegt in der öffentlichen und feierlichen Anwendung derselben, wodurch der Redner die wahre Begeisterung empfindet. Dieses fehlt auch in den größten Städten Deutschlands ganz, da selbst die Feierlichkeiten der Religion alles Festliche und die Einbildungskraft ergreifende, verloren haben. Hiezu kommt noch, daß durch weitere 'Ausbreitung der strengen Wissenschaften der Verstand mehr gewonnen, die Einbildungskraft aber und die Empfindung viel verloren haben. Wir sink- in unserm ganzen Betragen trokener, kaltblütiger, bedachtlicher geworden. Es würde gegenwärtig jgcherlich seyn, wenn ein eu Hetcbini no vernotlkenos gm. Uein viliogem' srricc Uicore — leogns se Hch-Agns joeon»'LWMollkencz: bte» in eo jmstros clle forrnnos Line- eise, kuc g» illuc nuinnm poeeezze. rn- Mä- B er Beklagter, um seiner Vcrthcidigung mehr Gewicht zu geben, die Portrai- te seiner Voraltern in die Gerichtsstube brachte: in Rom war dieses nichts außerordentliches. Der philosophische Geist unsrer Zeiten fodert, daß man sich an das Wesentliche seiner Materie halte: dieses aber ist dem Geist der Beredsamkeit entgegen. Die Vertheidigung des En. Plan- cius, die Cicero in einer langen Rede ausgeführct hat, würde von den guten Advocaten unsrer Zeit in zwanzig Worten vollkommen vollführet werden, und dem, der mehr als diese zwanzig nöthige Worte dazu anwenden wollte, würde es übel genommen werden. Dieser Geist der trokcnen Gründlichkeit ist der Beredsamkeit ganz entgegen. Bey diesen der Beredsamkeit so ungünstigen Umständen, müssen wir uns begnügen, wenigstens eine ganz kleine Anzahl Schriftsteller zu haben, (und diese hat Deutschland, wiewol erst seit kurzem) an denen man die zur Beredsamkeit nöchigen Talente nicht vermißt, und die die Hoffnung unterhalten, daß diese wichtige Kunst auch unter dem deutschen Himmel sich in ihrer Starke zeigen werde, so bald die Umstände der Nation es zulassen werden. Die eigentlichen Anweisungen zur Beredsamkeit, werden sich , bey dem Art. Redekunst ffndcri. — Unter den viele», davon allgemein handelnden Schriften, welche, mehr oder weniger, etwas bentragen könne», den Begriff davon näher zu bestimmen — obgleich in den meheesten, dce mir bekannten, eben so, wie in dem vorher gehenden Artikel, immer die Beredsamkeit des eigentlichen Redners, und die Beredsamkeit des Dichters, des Gcschichtschrcibers, u. s. w, in eines geworfen, oder doch nicht bestimmt von einander unterschieden werden sind — scheinen, nächst dem Mdrvs Ber Ber Z75 Phfldrus des Plato (ivclcher, meines Be« dünkens, che hieher, als, wohin man ihn gewöhnlich zu sehen pflegt, unter die eigentlichen Rhetoriken, gehört) die wichtiger» ;u seyn: in lateinischer Sprache: hrsirni korer. ste stuplici copis verhör. ec ccrum tili. kss. 1517. 3- l -ugst. 3 165 z. 8. — Oe hioqucnris, Oisl. »ou M. Q. MojoragiuS, in s. Orscion. Lol. Agrip. <619. 3. S. 7Z2. De conveniencis sc stiscrimine Ors- ror. sc koeieos . . . Auch, Llcrisl. 8chrsstero, Ilclink. i66>. 4. — Ol: Lioczuenris lvlestici, scrpil. lo. Lkr. kreclrr, Argcnr. 1678. 8. kilo. czucnrise civilis Istes, Auch. lo. Isc. Ossle, Icn. >638. 4. hlorzuenris suh exemplo vecer. Lermsnvr, ste- scriprs, such. lo. Klier. ^Vieglcb, len. ,690. 4, — Oe HInqusncis . . . such. Ls>n. Lscriei, kss. >696. 4. — Oe cc> «zuost in kloczuenris divinum eil, scr. h-Iich. Lckcciker, Kegiom. >696.4.— Oc hlnizuenr. c. Iurisp>rustenr, nexu, such. Lssp. Loeidcr, Oelmsl. 1696. 4. Oe ulu^sc necctlicsre HIoc)uenr. von ebend. und ebendaselbst 1698. 4, — Oc iis, quse rccznirunrur sst LIoi)uen- rism, such. Ltlr. IsshI, Li^s. 1696.4. " Oc Klnezuencis kolicici, scr. lo. Oenr. Koecler, in s. Oiiserc. Acsst. Argencor. >701. 4. Oe HIoc>. sgcrse Ildes, such. lo. Lkr. koehmer, hlclmil. 1703. 4. — Ocuiu er necellicsceklocz. iu rehus sscris resch. scr. Alex. Kurgos, Kom. 1710. 4, — Oe solurse ligs- rsLHuc Orsrionis limicihus, tcr. lo. Vsl. hiecicli, lieg. 1718. 4. --?? Oe H.Io>). c!v. Auch. krk. keusch, Oclmsb. 1727. 4. — Oe HIocz. keroics, scr. lo. b.Isrch. kseuilin, Kil. 17ZI.4.—- Oe Itlocz. hstestici, Auch. Lhr. Aug. Oeumsun, Lorr. 17ZI. 4. — Io.hr. HIsuprmsnui, cle inrims hlocz. cum Oislcch, can^unch. hp!k. Lips. 17z/. 4. lo. Aug. hrnelti Oe hlocz. inkki- lolophis ulu, Lips. 17)3.4.—-Ebendesselben Kroge. Oe grscs negligentia Orsc. l.!ps. 174z. 4. und in den Öpulc. orsror. Lugst. L. 176z. 3. Oc ge- nere hlocz. Oiilerr. Auch. Isc. Lhr. hteclcer, Löcc. 1748. 4. — Oc ooe- ricse stichionis sh vrskor. ltiscriminc, Orsr. lo. Heist. Kchoepperlin, Icn. 175z. 4.— hsul. Lkeluccii s 8. lo» sepho Orsrio stc ulu ec neceis. hlo- ezuenrise in soro er kostiernis justi- cüs; Oe hlocz. cum cereris stilcipl. couzungensts, und Oe Zrustio kocrsr. zst hlocz. nccets. in s. Orsr. S. 6s. 107 UNd 104. Olm. >7 5<5. 8- Oecogns» rione kstilior. ec hlocz. cum Hoest, Oist- serc. Auch. 8sm. Heist, hlsrk. kvlnrus» Lips. 1761,4. — Oe posiulsr! sticen» sti eenere, Kroge. Lhr. Ast. I542.8. z Bücher; verm. unter dem Titel : (lusrcro I.il,ri stells lingus Ooscsns, ebend. >570. 8- —? Oue hrsrrsri sts Liui. Lsmillo, I nno stelle msccric, cke post'ono venire socco ro Lcile stel hloczusnre, e t slcro stells Imirsz. Vcn. 1554. 4. (Jie letztere Abhandl. ist gegen den Liceronisn. des Erasmus gerichtet.) — Oells hloc), OisI, ... sti Osn. Lsrbsro, . . Vcn. 1557. 4. — htsme stells kecor. sn» ric», est uso stells mosterns. . sti Liul. kecelli, Ver. 17z 5. 4. 2 B. Oells stignicd stells hlocz. volgsre ... sts l.ust. Anc. Vlurscori, Ven. 1750. 8- Lat. durch G. Trautwci'n, Oenip. 1757, 8. " In des Xav. Bettinelli Kaggic» sull' HIoczucn2S (Opere, Ven. 1782. g, im 8ten P.) handelt das ,te und -teKap. S. 7 u. f. Oell hloyucnis in gcne, rsle und Oeil Llo^. in xsrricu- Isrs. ^ ---? Aa 4 S» Z ?6 B s r B e r In fcnnxosifchct: Sprache: 'Orairs äs t'LIvlzueiice frans. sc äs» raifuns, z-ourczuc,! elie elb äemeuree si Halle, p. Qu!!. än Va!r, Lar. 1614. 8. lind 6zg. 12. und im ztenB. S. >zz. s. veuvr. Oresä. 1756. 8. (Nur in der Harmonie des Perioden findet er die Franzosen den Alten gleich. Wer sollte dieses »on einem Schriftsteller, der so gut, wie bc Vapcr, die alten Sprachen kannte, glauben!) — In den vcuvr. ä!v. äs ?Ar. (sean l.ouis Luc?) äs Lslfac, (1" '^54) Lar. 1644. 4. 1664. 12. handelt der Oils. tixieins, von der großen Beredsamkeit, welche er der LIoIime clanx lex rnocurx er «lsux lex clisserenrex canclicicinx clex hiommcx, l?sr. 16F6. 12. und in den vorhin anges. Osuve. B. 2. S. gzy, so wie die l)l,l'crvarion5 für l'LIaczucuee clex bieuleances, cbend. S. 482. deren Innhalt bcy dem Art. Ansrano, S. 177 angezeigt worden ist. »- Rur l ch.Ic»gucnce ane. cir moclerue, llllc. p. l^lr. cle 8,'mprou, und ein ähnlicher Oifcourx von le Tcsnc de Coutance, im I?tcn B. des llxrraorcliugire ein öäercure, Januar 1682. — Ocx Lesurex eis I'anc. bluczuence, »ppofscx sux sffefliiciunx ckex däocleraex, p. le 8r. koiilimou, bar. 1688. >2. (Oer Verf. beschuldigt die neuere Beredsamkeit des falschen Pathetischen , des Unschmackhaftcn, des Bestrebens nach bloßem Wortgcklingel, u. d. m. allein er trägt diese Beschuldigungen auf eine sehr unschmackhafte Art vor.) — f.'L,Ioczueuce cke la Lksir er clu La» reau ... z>. l Abbe cle Rcerreville, bor. 16.89. >2. (Das, aus ; Th. bestehende Werk ist bcynahe eine vollständige Rhetorik; nur unterscheidet sie dadurch sich, daß der Verfasser mehr Bc»- spielc, als Regeln, und vorzüglich viele und lange Beospiele aus gerichtlichen Reden des -le Mairre und Patrn anführt.) ---- bculeex cke !a vr-i^e er cke la faulte kkluczueuce in den Larrssallan. ^mll. 1699. 12. Deutsch, Altcnb. 1722. 8. — l)i»I. stur lckrlulzucuce en Aeueral, er für eclls cle la clrair en parricnlicr, p, braue, cke 8aliZnae cle la kvturre ?e» uelou, ?sr. 1718.1z. Deutsch, Halle 17Z4. 8. (Obgleich erst nach des Verfassers Tode gedruckt, doch wohl eln Werk seiner Jugend. Es fehlt ihm allenthalben an Bestimmtheit. Der Schimmer, der falsche Witz, die Antithesen werden darin getadelt, und zeigen sich doch in der Schreibart an vielen Stellen, und werden oft, in den angeführten Beyspielen, bewundert. Ucbrigcns theilt Feuclon die Beredsamkeit in brcyerlc» Gattungen, in diejenige, welche zur Wahrheit, in diejenige, welche zum Jrrthum überreden, und in diejenige ein, welche blvs gefallen will; und beweisen, mahlen und rühren sind, auch ihm zu Folge, die Amecke, welche der Redner sich zu setzen hat.) 77- f,ex aArernenx clu IsußSAe, rcciuicx ü Icurx principex, par Lr. 8imnn cle (larnacire, Lar. 1718. >2. ( Der Verf. verlangt zur Beredsamkeit, nur Nettigkeit, Lebhaftigkeit und Glanz des Sty- les; und handelt von jedem dieser dccy Stücke in einem besondcrn Theilc seines Werkes.) — Das ntc Kap. in dem Vraice clu Leau des TrvUsaz, ?ar. 1714. 12. aB. handelt f)e la Leaure cke l lZlo- czuence, welche der Verf. in die llebcr- cinstimmung mit ihrem Zwecke setzt. Zwischen den Leidenschaften z. B., welche der Redner erwecken will, und den Ausdrücken, die er dazu gebraucht, soll lieber- einstimmung und Verhältniß seyn, u. s. w. — Das dritte Buch, oder der ite Band von Eh. Rollins planiere cl'eruclier et ck'cnlcißner las Iicllex lerrrcx, ?ar. 1726. 12. 4 B. Deutsch durch I. I. Schwabe, Lcipz. i?z8. 8. 4 Th. besteht zwar aus einer, bcpnahe völligen, Anweisung zur Redekunst, geht indessen aber doch mehr auf Beredsamkeit überhaupt. Die Begriffe der Alten darüber sind darin gesammelt, und erläutert, obgleich freylich öfterer in einem etwas zu gekünstelten , bilderreichen Style. Gegen einige Behauptungen Rollins, z. B. daß man, um Redner zu bilden, nicht so wohl junge Leute mit Regeln überhäufen, al§ gute Muster ihnen in die Hände geben, daß der Redner Rücksicht auf seine Zuhörer nehmen, oder sich nach den, Geschmack Aa 5 der- z?8- B e r B e r derselben bequemen müsse, schrieb Balt. Gibcrt — Obiervarinnz .... Kar. 17-7. 12. ivyrin er wenigstens zeigt, daß die, von Rollin empfohlenen Muster nicht Muster mit Rechte heißen können. — Oikc. lue KLIcxqucncs, svce äex Ks» tiex. prelim. lur le insmo ku^ec, Kar. ,72;. 12. von Jcan B. Dan Koski. (Ganz gute, aber bekannte, und ohne Zusammenhang gesagte Sachen.) — vitc. lur I'klogucncs, p. ssol. ä'DIiver, bcy s. llcbcrs. der Catilinarcn des Cicero, ksr. i?z6.12. (Las erste, was der Verf. zur Beredsamkeit erfordert, ist Reinigkcit, das jweyte Klarheit und Deutlichkeit der Sprache. Nachdrücklich tadelt er erkünstelte, rüthselhaftc, weit her gehrlte Ausdrücke, und eben so sehr besteht er auf dem Wohllaut.) — Lonnniliancc äes äet'surs er äcs desurez äs l'Lloguencs er äs ia knelie, iäsye 17;«. 11.— Ks- tiex. kur lcklnquence en Zeneral, er lur celle äe I^Gkiairc cn ^arcicullcr, von dem Abt Trudlet, vor den kineg^r. «755. >2. und einzeln, Kar. 17S:. >2. (Er seht die Beredsamkeit überhaupt in die Kunst, oder die Gabe, sich gut auszudrücken, ohne Rücksicht auf die Sachen selbst. Das Ganze besteht aus cinzelen, zum Thcil ganz guten, und auch gut gesagten Gedanken.) — ttklervac. lur j'LInguence äe la Lkaire, er lur les äiiiercncex mcckuäex eis präcirer, I^nn 1757. 8. von dem Abt Albert. — De I Wag. äukarresu, p. öär. Gin, ksr. 1767. iz. — Kur certoins kara- äoxex per rappvrc ü lVIoguence, p. ^är. Larelli, in den öäem. rie l.ü.caä. äe kerlin, paur l annee 178z. veranlaßt durch die Erklärung, welche der Abt Zluger, im 2tcn B. s. Uebersetzung des OcmosthcncS, von der Beredsamkeit gegeben, daß sie «rühmlich die Kunst se», den Willen auf der Stelle zu bestimmen, und daß nur derjenige den Nahmen eines Redners verdiene, welcher augenblickliche Entschließungen oder Bestimmungen des Willens zu bewirken im Stande ist. — Vblerv. lur i kioguenee äs !s (sirsire .. . p. klr. kroillarä . . . l.z-c>n 1787. 8. — Auch gehört, im Ganzen noch, der zte Theil, oder der vierte Band deS Gaurs äez Keiles hettres VON Vatteup (s. den Art. Aesthecik) ob er gleich bcy- »ahe eine ganze, eigentliche, Rhetorik ist — so wie das erste Buch der krinci- pes paur Is leclure äes Orsreurs, Kar, >75Z. >2. z B. (worin von der Beredsamkeit überhaupt gehandelt, und ihre verschiedenen Arten und Gattungen untersucht werden) — und aus Condiliac's Unterricht aller Wisscnsch. das gtc Kap. des 4ten Buches, Th. 2. S. 476. d. llcbcrs. hicher. In englischer Sprache: ksts/ ok llioguence von Dav. Huine; Deutsch im 4ten Th. s. vermischten Schriften ( handelt von den Unterschieden zwischen der Beredsamkeit der Alten und der Ncucrn, vorzüglich der Engländer, und den Ur. fachen dieser Unterschiede) — ^ korrrsic al Grarnr/ . . . i>z- Or. Garäcner, I.anä. 176z. 8. — In den helturcsdcs Blair, Gonä. 178?. 4.2 B. Basel 1788. 8. z B. Deutsch, bieg». 178;. 8. 4 B. handelt die 2; — zgäc Vorlesung von den verschiedenen Gattungen der Bcrcds. von der Geschichte derselben, u. b. m. — Vkiouglrrs an rkic Lampasscian . . . olakermvn, von G. Gregory, bcy s. Lerrnans, Gonä. 1787. 8. — "» In deutscker Sprache: Vernünftige Gedanken, und Urthcile von der Beredt samkeit, Franks. 1727. 8. — Heine, Braun von der Kunst zu denken, als dem Grunde der wahren Beredsamkeit, Augsb. 1765. 4. Wie weit sich der Nutzender Regeln in der Beredsamkeit und Poesie erstrecke , eine Rede von Ch. F. Geliert, im ;tcn Th. S. >zz s. Sämmtlichcn Schrif» tcn. — Von den Kränzen des Poetischen in den Werken der Beredsamkeit, von Nie. Joh. Nottbeck, Jena 1767. 8. — Zu dcrKenntniß der Geschickte, der Eigenheiten und des Geistes der Beredsamkeit bcy den verschiedenen Völkern liefern Beyträge, und zwar in Ansehung der Griechen besonders: Verschiedene Gespräche des Plato, als Gor- gias (Deutsch, Zür. >77;- L.) Hippias, Prota- G e r B er 379 Protagoras. li.uci. Lresalli! Vdeacr. Verse. cklictor. Draror. Dcclamsror. czucis iu Lraccia nominabanr 2oP-?c«-, espofir. l-id. V. in czuibus vmnis eorum clilciplina, er cileeircki er äo- ccnäi rarlo, mvresc^ue proclunrur, vi- ria clamnanrur . . . ?ar. 1620. 8 UUd nn loten B. S. > u. s. des Gronovschen Thesaurus. — Oc 8»phickar. Lloquen- ria, Dick. L. Nie. XrieZIc, len. >7°2. 4. — De >>rsem!iü verer. Lophickar. Kkecvr. er Drar. Dick. lo. L. VValcirii, lcn. >719. 4. UNd IN s. L'arerg. scack. Ichck. 1721. 8. S. >c>z. — Dickerrsrions lue I Drigine er les krogres cle la Ithecoriezuc äans la Lrece, 12 an der Zahl, von Jaeq. Hardion, in dem iztcn, lyten, -atcn, aztcn, zoten und z6ten V. der hstem. äe I ^cacl. chcs Inserier. --- De Verer. Dloguenria, Dick. Drlr. lleusclr, Dclmck. 172z. 4> — 3n Ansehung der Romer: De caulis cor- ruprac Iilvguenriac, Dial. gewöhnlich bey dem Tacitus abgedruckt, und einzeln von Jac- .Heine. Nast, Halle 1787. 8. her- ausg. Franz. von Morabin, v. 1722. 8- Englisch, im 74 von Fitzosborne's l.ec- rers, Deutsch, im 2tctt B. von Gottscheds Redekunst, in der iten und den folg. Ausg. — Lonticlersrions l'ur lcs proc-res lies Helles icrcres che^lesllv- mains er les canses 6g ieur äecaäen- ce, p. kckoinc ckDrgival, l'ar. 1749. 12. Deutsch von E. G. Diterich, Vrcsl. 17;;. 8. Bon I. C. Stockhauscn, nebst einer Abhandl. über die Biblioth. der Römer, Han. 175;. 8. —- vilc. hur lÜlc>. ezuciicc Idoinaine, in dem 4ten Bd. S. z;z derVarieres lirrer. ---- Dcprae- ckclüs cklogucirtiae cknm, eine Dil!', von Chrstn. Aug. Clobius, und in s. Dicker- rar. D!s>s. 1787. 8- — Das 2ztc Kap. des Grundrisses der Theorie und Gesch. der sch. Wissensch, von C. Meincrs, Lemgo ,787. 8. enthüll eine kurze Geschichte der griechischen und römischen Beredsamkeit. In Ansehung der alten unS neuen Volker zugleich; ckckgire äs l'Drigiuc er ciu?ro^res äe la ldheco- ligue cke^ lex Istcbreux, Lrecz, ku- inains er lvrsn^ois, p. sscan leres. Lranstis, ?ar. 1656. 12. — Das l6te Kap. des ersten Abschnittes des itcnTheils von loa. LIerici /^rs crirics, Bd. r. S. 47>- ^mckel. 1697.8. und eine 8re> vis Dickoria cknclior. rheror. l^uidus äickicillimum csAniru kaölum eck, czuiä cogicarinr cie plurihus rehus celeher- rimi lcriptorcs, worin sich besonders über die Beredsamkeit der Kirchenväter und der geistlichen Redner sehr srevmü- thige Bemerkungen finden. — De Dris vratl-r. -^rris inrer Lraec. ckomorios crQermanos, Dickert. vonJ. G.Walch, vor Clir. Lellsrii Drar. Digck 1714. 8» — De kacis Llv^ncnriae, drei) Progr. von Chr. Gottl. Wilisch, ,4nr>aeh. 1721 172z. 4.— De parallelismo Draror. verer. er rcceric. Dick. Kutk. ^larr. /rlp, Dps. >7Z5- 8- ^— Liarne ciclla Idccorica aurica, est uso äells mocler- na, Vcr. 17 z;. 4. 2 B. — Nor Ch. Gottscheds Ausführlicher Redekunst, Lcipz. 17Z9 und 174z. 8. findet sich eine historische Einleitung von dem Ursprünge und Wachsthunic der Beredsamkeit be» den Alten, und dem (damahligen) Zustande derselben in Deutschland. — In des Ju- vcnel des Carleneas ckckais iur I'lckick. ckes Helles L.eccres . . . Dzori >744. 12. 4 B. handelt das gte— ?te Kap des ersten Abschnittes, B. 1. S. 125 der deutschen llebers. von der Geschichte der Beredsamkeit unter Alten und Neuen. — und Joh. Andr. Fabricius, in s. Abriß einer allgemeinen Historie der Gelehrsamkeit, Leipz. 1752 — >754. 8. handelt, S. 261 u. f. des ersten, S. 25z u. f. des zwcvtcn, und S. 206 des dritten Bandes davon. — In Lawsons DeIures coucerning Dracor^, Doncl. 1758. 8- die 2te, 5te und 6te Vorlesung. — Von dem Unterschiede der Beredsamkeit der Alten und Neuern, von Joh. Chrstn. Bcieglcb, Gött. 1767. 4. — klanuel cles Lennes Orsreurs, ou "lLsl,!. Irickor. er mcrkoä. äe I'Llog. les Lrecs, Uoin. er ckranznis, p. Xür. Dsnzu!- uais, ?ar. 1777. >2. z V.— Verglcis chung der alten und neuen Redekunst von z8o Be r B e s von G. D. Köler, Lemgo l?85< 8. — — Ton der Beredsamkeit der neuer» Volker besonders: Oilc. lur los ?rc>- «res clc lchlog. (lc la Lsiziie er iur les keluniercs er I'clprit ckes Orocecirs cles Premiers Liecles, p. Airline riOrgi- val, kar. 1750. 12. — Ve» dcül l-sg- gio lull'blogucn?» des Tav. Bottiueili, ins. vpcre, B. 8. findet sich, S. 15z ein Anhang von der Beredsamkeit, besonders der geistlichen Beredsamkeit, der Italiener. — Bcy der klieror. träne, des Rene Barry, ?.ir. >S;z.8. ein DiLc. tnr la kkeroriljuc Lran^nite p. .scan ?rcs. le Lrsne!, welcher auch einzeln, vsr. 1657. 4. abgedruckt worden ist. — Viele Bemerkungen über die neuere französische Beredsamkeit sind in den Brvis Liecles cic la birrerar. trsnc. ftar. 177z. la. z V. verm. 1778. 12. 4B. besonders i» dem Art. I^domas cnthaltein Vorzüglich hält der Verf. dabei) sich auf, daß die neuern Redner alle ihre Metaphern aus den Wissenschaften, aus Chemie, Geometrie, Metaphysik, u. d. nehmen, und daß ihre Reden von kolastes, Ol- culs, Liiocs, Ovnnees, keluirars, (lenrres, Forces, fteaJioii, Ilcilnrrs, Wörmes, u. d. wimmeln; daß alles darin valle und immcnl'c heißt, astenthalbcn Oliaincs, krincipcs vvrkonimen. — Zur Geschichte der Beredsamkeit in Deutschland liefern Materialien: Bey- trssgc zur critlschcn Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit, Lcipz. 17ZZ —1744. g. zz St. oder acht Bde. — Der deutschen Gesellschaft zu Leipzig Nachrichten, welche die Sprache, Beredsamkeit und Dichtkunst der Deutschen betreffen, teipz. 1740 — >744-8. 4 St. — Bevtrstge zur Geschichte der deutschen Sprache und Nationallittcrarur, London (Bern) >777.8- 2 V. von Lconh. Meister, Hcidclb.i78s. 8. 2 B. — Hauptepvchen der deutschen Sprache seitdem achten Jahrhundert, von cbend. in dem Arn Bde. der Schriften der deutschen Gescllsch. zu Mannheim, Mannh. 1787. ». u. a.m. S. übrigens die Art. Lobrede, Redner, Redekunst. Besch!« ß. (Beredsamkeit.) Ast in einer Rede eine kirrze Zurük- führnng auf den Inhalt, wodurch dasjenige, was weitlauftig vorgetragen worden, in eine Hauptvor- stcllung vereiniget wird) durch welche man den Cndzwek der Rede unmittelbar zu erreichen sucht. Von der Nothwcndigkcit der ourukführung vieler verbundenen Vorstellungen, auf eine einzige, haben wir in einem bcfondern Artikel gehandelt. Bcy einer weitlauftigen Rede ist dieselbe am allernothigsten und erfodert, wegen der Menge der Sachen, die größte Kunst. Daher Lftuntilian wol anmerkt, daß hier mehr, als in irgend einem andern Thcil einer Rede, die ganze Starke der Beredsamkeit 110- thig je»*); und Cicero berichtet, daß bei) den Gelegenheiten, wo verschiedene Personen verschiedene Theile der Reden verfertiget haben, ihm insgemein der Beschluß aufgetragen worden. Der Beschluß mich, so viel möglich ist, das ganze Wesen der Ausführung ins Kurze fassen: alles, was durch dicRedestükweise dasGe- müth gerührt hat, oder der Einbildungskraft vorgestellt worden, muß darum auf einmal würkcn. Die nach- drüklichsien Worte, die kräftigsten Wendungen, die bündigsten Vorstellungen, müssen dabcy angewendet werden. Eigentlich ist der Beschluß der Rede dasjenige, um dcssentwillen die ganze Rede gemacht worden ist. Diese enthalt einen Hauptsatz: z.B. Turms ist des Hochverraths schuldig, weil er dieses oder jenes gethan hat. Sobald die Sache einer weitlauftigen Ausführung bedarf, so wird der Satz nur nach und nach, oder 5) siic, ss uftziism, rocos eloquemise sperirs tomcs licet. Inik. I..VI. gegen das Ende des 1. Cap. B e s oder stükweise bewiesen. Keine von den besondcrn Abhandlungen der Rede beweist ihn ganz, oder hinlänglich. Nur alle besondere Thcile derselben, in eine einzige Hauptvorstel- lung gesammelt, machen den Hauptsatz nebst dessen Beweis aus. Daher ist klar, daß der Beschluß das wesentlichste Srük dcrRede sei). Ohne ihn ist sie wie ein Vernunftschluß, dem der Hintersatz fehlt. Hieraus laßt sich überhaupt abnehmen, wie der Beschluß jeder Rede müsse beschassen seyn. Er muß einer Landcharte gleichen, welche in einem kleinen Raitm alle die Lander und Oerter, wodurch man auf einer langen Reise gekommen ist, jedes nach seiner Lage und Verbindung, dem Auge auf einmal darstellt. Li- cero verlanget in dem Beschluß einer gerichtlichen Rede drei) Dinge, die er enumei ationem, inäi^nstionem, oonguelkionem nennt, oder die kurze Wicdcrhohlung der Beweise, die Vermehrung ihrer Wichtigkeit durch die Vcrabscheuung dessen, was der Gegcnrheil verlangt, und die Klage über die Ungerechtigkeit desselben. Der pathetische Thcil, oder die zwcy letztern, durften vor den athe- nieusischen Gerichten nicht vorkommen. Die Richter sollten dlos unterrichtet und nicht gerührt werden. Daher wurden eigene Herolde bestellt, die den Redner schweigen hießen, so bald er ins Pathetische verfiel. Aus eben dieser Ursache saßen die Nichter des Areopagus im Finstern, weil sie sich durch die klagliche Gebehrden der Beklagten nicht wollten von der Unparrheiligkeit abreißen lassen. Davon wird, unter mchrcm, indem qtcn Buche der tzrincipez puur ls letku- re cles vrsrcui-z — und in der zoten Vorlesung des Blair On Ukec. snä Uel- les Ueccers. B. 2. S. 290 der Qliatt- cmsg. gehandelt. —- Bes züt Beschreibung. (Beredsamkeit; Dichtkunst.) Eine besondere Gattung der Rede, wodurch die Beschaffenheit einer Sache umständlich angezcigct wird. Es kommen sowol in der Beredsamkeit, als in der Dichtkunst Falle, Sachen zu beschreiben, vor, wo die Beschreibungen wichtig sind, und wol überlegt werden müssen. Daher pflegen die Lehrer der Redner und der Dichter die Beschreibung, als eine zur Kunst gehörige Sache, in besondere Betrachtung zu nehmen. Die Beschreibung betrifft entweder die allgemeine Beschaffenheit einer Gattung, oder die besondere Beschaffenheit eines cinzelcn Dinges. Im ersten Fall vertritt sie die Stelle einer Erklärung, im andern Fall ist sie ein Gcmähldc, wodurch wir die Beschaffenheit einer geschehenen oder würklich vorhandenen Sache erkennen. Die ersterc Art der Beschreibung kommt in solchen Reden vor, wo man aus allgemeinen Begriffen beweisen, oder den Zuhörer durch Schlüsse überzeugen will. Jeder Beweis über die Beschaffenheit einer Sache muß nothwendig aus allgemeinen Begriffen hergeleitet werden. Wer von einer Handlung beweisen will, daß sie gerecht oder ungerecht sei), muß den Beweis aus der Natur der Gerechtigkeit hernehmen. Der Philosoph bestimmt die allgemeine Natur der Sache durch Erklärungen. Diese schiken sich selten für den Redner , er giebt sie durch Beschreibungen zn erkennen. Die Erklärung giebt das Wesen der Sache zu erkennen; die Beschreibung aber legt von dcni Wesen der Sache nur so viel an den Tag, als in dem Falle, wo sie gebraucht wird, nöthig ist. Daher sagt Cicero: Vocsduli kententis, hreviter et sä utilitsteiu csulse sc- aommoäste, äoscribetur. Von dieser Z8) B c s ser Art der Beschreibung ist in dem Artikel, Deweisgrimoe, gesprochen worden. Die andre Art der Beschreibung zeiget die Beschaffenheit einer vorhandenen oder geschehenen Sache an. Sie ist ein Gemähld, wodurch etwas als gegenwärtig vor Augen gelegt wird, Sie kommt bey Rednern und Dichtern oft vor, und theilt sich wieder in zwey Arten, da sie entweder die Beschaffenheit einer auf einmal vorhandenen stäche, z. V- einer Gc- gcnd ; oder einer sich nach und nach äußernden Sache, z. E. einer Begebenheit, ausdrükt. Die crstere Art kommt fast in allen Stüken mit einem Gemahld überein, und bekommt also auch gar oft den Namen eines Gcmähldes. Bey Verfertigung einer solchen Beschreibung aber stoßen dem Redner und dem Dichter Schwierigkeiten auf, die der Mahler nicht hat. Dieser stellt das, was auf einmal in die Augen fallt, auch auf einmal vor; jene können es nicht anders, als nach und nach vorstellen: zudem sieht das Auge unzahlige Dinge, die die Rede nicht beschreiben kann, wenn sie nicht höchst langweilig werden soll. Dabei) aber muß der Redner, so wie der Dichter, sich an die Regelst halten, die dem Mah- lcr wegen der Anordnung und Gruppirnng seines Gemahldes vorgeschrieben sind. Eine solche Beschreibung ist allemal eine sehr schwere Sache und gelingt nur großen Rednern und Dichtern. Es ist deß- wegen denen, die sich auf die redenden Künste legen, sehr zu rächen, daß sie sich hierinn fleißig üben. In Beschreibungen von Personen, ihrem Ansehen, ihrer Stellung und Haltung kann -Homer zum Muster genommen werden, weil kein Mensch darinn glücklicher ist, als er. In Beschreibung der Gegenden könnten aus dem Liviuti vollkommene Muster angeführt werden: eben so glük- B e s lich ist er in Beschreibung von der Lage gewisser Sachen, z> E. der Stellung zWeyer Heere beyni Anfang einer Schlacht. Höchst wichtig und auch überaus schwer sind die Beschreibungen gewisser Lagen bey Begebenheiten, da man verschiedene Personen nach dem Interesse, welches jeder an der Handlung nimmt, nach den besondern Empfindungen < die jeder dabey fühlt, nach jedes Stellung und Gebchrdung dabei), so zu beschreiben hat, daß aus dieser Beschreibung ein vollkommenes Gemahld entstehe. Dieses ist eine Hauptsache in der Kunst des epischen Dichters. Aber auch dem Redner ist sie bei) gar vielen Geleheiren nöthig; denn bei) Erzählung der geschehenen Sachen geben solche Gemahide bisweilen den größten Nachdruk und die stärkste Rührung. Weniger schwer sind die Beschreibungen solcher Gegenstände, die sich nach und nach cntwikeln, wenn nämlich nicht allzu viel Dinge auf einmal geschehen; denn m diesem Fall ist die Beschreibung unstreitig am schwersten; wie z. E. die Beschreibung einer großen Schlacht, die Beschreibung eines, ein ganzes Land verwüstenden, Zufalls, einer Uebcrschwemmung, einer Pest, eines Erdbebens. An dergleichen Beschreibungen können nur Genies der erstell Größe sich mit Hoffnung eines glük- lick^en Erfolges wagen. Wer diese Materie und die besonderen Kunstgriffe der Beschreibung ausführlich studieren will, der wird in Sodmerv Werk von den poetischen Gemahlden *) die vornehmsten Theile dieser schweren Kunst entwikelt finden. Hier merken wir nur an, daß die *) Kritische Beteachtungcn über diepoe- tischen Geniühldc der Dichter, Zürich 1741. 8. B e s Z8Z die Beschreibung ein und eben dersel- bigen Sache, nach den verschiedenen Absichten des Redners und des Dichters, von ganz verschiedener Beschaffenheit seyn müsse. Will man durch die Beschreibung unterrichten, so muß sie ganz anders seyn, als wenn man rühren, oder belustigen will. Der Redner oder Dichter muß sich allemal, so wie der Mahlcr, den Zwek des Gemähldes , den bestimmten Eindruk, den es machen soll, so lebhast als möglich vorstellen, damit das Gepräge seiner Beschreibung dem Charakter der Sachen genau angemessen sey. -H- -H- Von Beschreibung (und Erzählung) überhaupt handelt das Site Kap. der Lle- znoirrs nt Oiricism, Th. 2. S. Z25> 4te Aufl. und das izte Kap. des tten Bdb der TZrr c,s lloorrz, on a nerv ?!an, S. >28. b.e>nci. >762. Z.»— Vor- teefliehe Winke, wie der Dichter beschreiben inüssc, finden sich im Lavkoon, vergl. mit den ceilischen Wäldern I. S. 19; u. f. und in I. I. Engels Anfangsgründen einer Theorie der Oicdrungsarten, S. >z> u. f. — Auch gehören hichcr der regte u. f. §§. der Theorie der sch. Wisscnsch. von Jvh. Aug. Eberhard, S. 167. der rtcn Aufl. — so wie aus dem Entwurf einer Theorie und bitter. der sch. Wissensch, von Joh> I. Eschenburg, S. izg. der Aufl. von >789. — und der größte Thcil der goten Vorlesung des Blair Vn lllrcr. snll Nolles Neneri, B. 2. S. Z71. der Quartausg. — Ferner findet sich, vor den Lsilons des hambcrt, llsr. 1769. 3» ein Oitcvurs über die beschreibende Poesie. — — Von den Beschreibungen im epischen Gedichte handelt besonders Boss» in dem chrsire llu Poeme llpltjue lbiv. trx. Lb. 2. S. Z82. par. 169z. 12. Wegen der beschreibenden Gedichte, s. den Artikel GemählSs (redende Künste) — Besetzung. (Musik.) Vurch dieses Wort drükt mait die Veranstaltungen aus, die bey Aufführung einer Musik wegen der Menge der Instrumente und Sauget für jede Stimme oder Parrhie des Tonstüks gemacht werden. Man sagt, eine Parthic, z.B. der Baß, sey gut oder schlecht besetzt, wenn die Anzahl der, den Baß singenden oder spielenden, Personen hinlänglich, oder nicht hinlänglich ist, oder wenn ihre Fähigkeiten zum Singen oder Spielen gut oder schlecht sind. Die Besetzung in Absicht auf die Menge der singenden und spielenden Personen kamt nicht nach allgemeinen Regeln bestimmt werden. Es kömmt auf den Ort, wo die Musik aufgeführt wird, und auf die besondere Beschaffenheit der Tonstükc, an. In einer großen Kirche, oder auf einer großen Schaubühne können nicht leicht zu viel seyn; man kann sechs- zig, hundert und noch mehr Sanger und Spieler dazu nehmen. Eine genaue Uebcrlcgung aber gehört dazu, das Verhältnis der Instrumente so zu bestimmen, daß jede Parthic des Tonstüks sich gehörig unterscheide, und keine die andre verdunkle. Das Wichtigste ist hicbey das Verhältnis; der Bässe gegen die obern Stimmen, damit der Baß allezeit über alle andre Stimmen herrsche, weil dieses seine Natur ist *). Im übrigen muß man sich hicbey nach dem richten, was Kenner aus einer langen Erfahrung für gut finden. Man sehe also über diese Materie, was Guan; in seiner Anleitung zur Flöte hierüber angemerkt hat. Etwas von dem, was in diesem Artikel fehlt, und durch das, darin angeführte Werk ') S. Baß. 384 B es Bew Werk des Quanz nicht völlig gelehrt wird, lnlhmli'ch die Bestimmung des Verhältnisses, wie eine Musik zu besetzen ist, findet sich in dem Art- Orcbcüre des Rons- scauschen Wörterbuches und der Lue^- clopt.Vie. Bestätigung. (Beredsamkeit.) Ein Haupttheil einer lehrenden Rede , in welchem der Hauptsatz derselben, alSnngczwcifelt dargestellt wird. Die Absicht jeder Rede von dieser Art geht allemal dabin, daß das Urthcil des Zuhörers festgesetzt werde. Das Urtheil betrifft entweder die Würk- lichkcit einer Sache, oder ihre Beschaffenheit. Es gicbt also zwey Arten von Hauptsätzen in untersuchenden Reden. Entweder wird darinn die Würklichkcit einer Sache behauptet oder geleugnet; oder es wird von einer Cache, deren Würklich- keit ausgemacht ist, eine gewisse Beschaffenheit behauptet, oder diese wird ihr abgesprochen. In Heyden Fallen müssen Gründe angeführt, Gegcngründe widerlegt, und Zweifel schoben werden; dadurch wird nämlich der Hauptsatz des Redners bestätiget, und dcßwegen heißt der Theil der Rede, worinn dieses geschieht, die Bestätigung. Sie ist demnach der vornehmste Theil solcher Reden; der, worauf alles ankommt. Zur Bestätigung gehören die Beweise, die Widerlegung der Gegenbeweise und Hebung der Zweifel. Von jedem Stük wird iil einem bcfondern Artikel gesprochen. Bewegung. (Schöne.Künste.) Ast einer der Gegenstände der schönen Künste, so wie der Ton, die Farben und die Finger. Die Tanzkunst gründet sich größtentheils auf Bewe- B ew gung, die Musik ahmet sie glüklich nach, und in den zeichnenden Künsten kommt viel schönes von derVor- stellung der Bewegung her. Das Ei- genthümliche der Bewegung sind die verschiedenen Grade des Langsamen und Geschwinden, und darinn allein liegen schon Gründe, wodurch die Bewegung der Schönheit fähig wird; weil dabcyMannigfaltigkeit und Abwechslung bey der Einförmigkeit statt findet. Wir haben an einem andern Orte *) angemerkt, wie aus der bloßen Bewegung etwas entstehen kann, das mir dem raktmaßi- gcn Gesang eine Aehnlichkeit hat. Wenn man in der Bewegung ein gewisses Zeitmaß zur Einheit annimmt, so sind die Grade der Geschwindigkeit, wie Glieder eines Ganzen anzusehen; die Zeit, in welcher die Bewegung geschieht, und der Raum, durch welchen sie geschieht, können als das Ganze angesehen werden, welches aus sehr mannigfaltigen verbundenen Theilen besteht, und also der Schönheit fähig ist. Alle Handlungen der Seele führen den Begriff der Bewegung mit sich; nicht nur die, welche wir Gcmüths- bcwegungen nennen, sondern auch Handlungen ohne Leidenschaft. Daher kann die Bewegung zum Zeichen oder Ausdruk dessen gebraucht werden, was in der Seele vorgeht. Hierin» liegt der Grund eines großen Theils der Kunst, die Leidenschaften und andre GemüthsfassuNgeu durch den Takt in der Musik und in dem Tanz auszudrüken. Es ist aber hiebey anzumerken, daß die Bewegung allemal den Begriff der Figur mit sich führe. Denn da sie nothwendig nach gewisse» Linien geschieht, so kann eine sehr veränderte Bewegung den Begriff einer mannigfaltigen Figur erweken. Eben so kann im Gegentheil die bloße Figur S. Takt. B ew gur den Begriff der Bewegung erwe- ken, aus der sie entstanden ist, oder entstehen kann. Aus diesem laßt sich begreifen, wie in der Bewegung gar mannigfaltige Schönheiten liegen können, wie der Begriff derselben in uns erwckt werde, wie folglich durch das Anschauen der Bewegung Lust und Unlust, Empfindungen und Leidenschaften können hervorgebracht werden. Die Theorie, welche das Schöne in der Bewegung überhaupt untersuchte, wäre die allgemeine Tanzkunst, wovon die besondere Kunst des Tanzcns, und fo gar ein Theil der Tonkunst, nur besondere Anwendungen waren. Die schone Bewegung ist von der schönen Figur nur darum unterschieden, daß hier die Theile auf einmal neben einander sind, dort aber nach und nach aufeinander folgen. DieschöneBe- wcgung ist eine sich bestandig ändernde schöne Figur. Damit wir die Schönheit der Bewegung deutlicher und richtiger erkennen, dürfen wir uns nur ein System verschiedener verbundenen Körper vorstellen, deren jeder seine eigene Bewegung hat, sich mit eigener Geschwindigkeit nach eigenen Linien und nach eigenen Richtungen bewegt. Man wird begreifen, daß bcy der Einheit eines solchen Systems eine sehr große Mannigfaltigkeit möglich sey. Seyen wir nun noch hinzu, daß diese Körper an Größe und Figur so verschieden seyen, als an Bewegung, so bilden sich Begriffe von der höchsten Schönheit, die aus Bewegung und Figur zugleich entstehen. Hierinn liegt der eigentliche Grund, der uns die Tanzkunst unter die schonen Rünstr zahlen macht. Denn da ist das Schöne der Figur und Bewegung vereiniget. Wir können ohne Untersuchung und Nachdenken uns von der großen Macht der init Bewegung verbundenen Figur über- Mrster Theil. Bew Z85 zeugew, wenn wir jemals den Reiz einer vollkommenen Tänzerin, und anderseits das Abscheuliche in gewissen krampfigtcn Bewegungen eines schon au sich mißgebohrncn Körpers empfunden haben. Es gicbt Menschen, die von Natur aufgelegt sind, immer die angenehmsten, reizendsten Stellungen und Bewegungen al- ler Gliedmaßen zu treffen; alles lenkt sich bcy ihnen nach dem besten Geschmak. So müssen vollkommene Redner und vollkommene Schauspieler gebildet seyn. Hingegen giebt es auch lebende Mißgeburten, die etwas so gar widriges, ekelhaftes oder fürchterliches in der Verzichung der Gliedmaßen an sich haben, daß man sie nur einmal sehen darf, um hernach aufimmer bcy jedem erneuerten Andenken derselben, Furcht oder Ekel zu empfinden. Gewisse elende Menschen erweken unser Mitleiden durch wenige Gcbehrdcn weit lebhafter, als die beweglichste Rede thun würde. Dieses soll jeden Künstler aufdas Angenehme und Widrige in der Bewegung aufmerksam machen. Nicht blos den Tanzer, dessen eigentliches Studium sie ist, sondern auch den Tonscker, dcn Mahlcr und den Dichter. Denn daher werden sie bisweilen die höchste Kraft ihrer Vorstellungen nehmen können. Raphael hat nicht nur den höchsten Reiz der Bewegung, sondern auch das höchst widrige derselben in der Natur cnt- deket. Von dem letzten geben der Besessene in seiner Verklarung des Heilands, und der sterbende Ana- nias deutlichen Beweis. ss) Von der Bewegung tn dcr LNah- lere)-handeln, komazzo, im atcn Buche s. Brorroro llello pirrurs . . . >til. 1585. 4. S. 10;. — Laircsse, im 8ten und yten Kap. des iten Buches s. großen Mahlerbuchcs, S. zs Aufl. von 1784. — Bb Hage- zg6 B e w Hagedorn in der 4>ten und 4sten s. Be> trachtungcn über die Mahlercy, E.5S4 u. f. Bewegung. (Musik.) AUcnn man von der Bewegung eines Tonstuks spricht, so versteht man den Grad der Geschwindigkeit, in welcher der Takt nach dem Charakter des Stüks gespielt wird. Jedes Tonstük hat, nach Beschaffenheit der Empfindung, die es ausdenkt, einen geschwindem oder langsamem Gang, von dem man drei) Hanptarten, den langsamen, den maßigen und den geschwinden, unterscheidet. Jede Hauptart hat wieder ihre verschiedenen Grade; und der Tonsetzcr zeigt den Grad der Bewegung allemal am Anfang des Stüks mitjeinem italiä- nischen Wort an. Die geschwinden Bewegungen werden durch prestlsti- mc>, i'relko, /Niedre, silbi, t^IIeArc» eli molto, /Nle^ro, /NleAretto, die maßigen durch ^nikante, Hntluiwi- no, die langsamen durch I^r^n, I,ar^Irsttc>, ^ciac-io, ausgedrukt. Von diesen besondern Graden der Bewegung ist unter diesen Namen das mehrere zu finden. Hier ist überhaupt anzumerken, daß ein Tonsetzcr zum richtigen Aus- druk der Musik nicht nur die Gattung der Leidenschaft oder Empfindung, die er vorstellen will, sondern deren besondere Schattirung, nach den Umstanden, sich mit genauer Ue- berlcgung vorstellen müsse, che er die Bewegung seines Stüks bezeichnet. Dieselbe Leidenschaft spricht und würkt, nach den Umstanden, bald schneller, bald langsamer. Ucbcr- haupt schikt sich zu fröhlichen Leidenschaften die geschwindre, zu zärtlichen die langsamere Bewegung, zu mäßigen aber die gemäßigte. Aber die Heftigkeit einer Leidenschaft läßt oft unbestimmt, ob die Bewegung sehr langsam, oder sehr geschwind B e w seyn soll. Der Zorn erfodert eine geschwinde, und der heftige Schmerz gar oft eine langsame Bewegung. Dergleichen Umstände müssen genau überlegt werden, damit im Ausdruk nicht gegen die Natur angestoßen werde. Niemand, als der, welcher ein j Stük selbst gesetzt hat, ist im Stande den richtigsten Grad der Bewegung desselben anzugeben. Ein kleiner Grad darüber oder darunter kann der Würkung des Stüks viel Schaden thun. So viel Wörter man auch hiezu ausgedacht hat, so sind sie dennoch nicht hinlänglich. Genau könnte die Bewegung durch würkliche Festsetzung der Zeit, in welcher das ganze Stük gespielt werden soll, angezeigt werden. Wer sich ein Verdienst daraus macht, ein Stük von einem großen Meister vollkommen vorzutragen, der thut wol, dasselbe in der Art der vorgeschriebenen Bewegung sehr oft, bald etwas geschwinder, bald etwas langsamer zu spielen, und jedesmal genau auf die Würkung desselben Achtung zu geben, damit er hernach be» dein vortheilhaftcstcn Grad bleiben könne. Verschiedene sehr gute Anmerkungen hierüber gicbt Guanx in seiner Anleitung zur Flöte im XVll. Ab- schn. in der VIl. Abtheil. §. 45. u. ff. Bewegung. Bedeutet in der Musik auch noch die Fortrükung des Gesanges in den Stimmen, in Absicht auf das Steigen und Fallen. Uebcr diese Bewegung geben die Tonlchrer verschiedene Regeln, wodurch man , die fehlerhafte Fortschreitung durch l Quinten und Octavcn vermeiden kann. Diese Regeln findet man in dem Artikel Fortschreitung; hier aber werden die Arten der Bewegung erklärt. Die gerade Bewegung wird die gcncnnt, da zwei) Stimmen zugleich steigen B e >v steigen oder fallen. Die Seften- bewezm'g die, da die eine Stimme ans dersclbigcn Hohe bleibt, die andre aber steigt oder fallt; die Ge- gcnbewegunz aber die, da die eine Stimme steigt, indem die andre fallt. Beweis. (Beredsamkeit.) Die Knnst, einen Beweis zu führen, scheinet der wichtigste Theil der Beredsamkeit zu seyn. In gerichtlichen Reden kommt auf die Beweist alles an; in berathfchlagcnden sehr vieles: aber auch außer diesen Hanpt- gelegcnheitcn hat man fast überall nolhig das Urtheil andrer zu lenken, oder sein eigenes zu rechtfertigen. Eigentlich besieht die ganze Beredsamkeit darinn, daß man sich sowol des Urtheils, als der Empfindungen der Menschen durch die Rede bemächtige. Das erste geschieht durch überführende Beweist. Hiebe!) kommt es auf zwey Hauptstüke an, nämlich auf die Erfindung oder Ausforschung der iZöcrvrit5Zrün0e, und auf die richtige Anwendung und Ausführung derselben. Einige alte Lehrer der Redner haben jeden dieser beyden Punkte in bcfondern Abhandlungen ausgeführt. Die Wissenschaft der Erfindung und Erforschung der Beweisgründe wurde 'l'opicu genennt, und die, welche die Ausführung derselben lehrt, bekam den Namen I)m- leftuoa. Von der erstem wird in dem Artikel ÄcrveiszrüuSL gehandelt, und von der andern in dem Artikel Dewcisarccn. Aristoteles und Cicero haben über beyde gründlich geschrieben, und die stoische Schule, wie Cicero sagt, hat sich allein in der zwcyten hervorgcthan. Hier bleibet übrig von dem zu sprechen, was der Redner überhaupt bey den Beweisen zu bedenken hat. Zu jedem Beweis werden zwei) Eigen- B e w z8? fchaften erfodert. Wahrheit, oder doch Wahrscheinlichkeit, und Deutlichkeit, oder wenigstens große Klarheit. Die Wahrheit der Cache hangt zwar nicht von dem Redner ab, sie muß in der Sache selbst liegen; aber bey ihn, steht es sie zu erforschen und andern fühlbar zu machen. So lang er die Wahrheit der Sache, die er behaupten will, nicht selbst einsieht, so ist es vergeblich den Beweis zu unternehmen; und wenn er so gar vom Gegcntheil überzeuget ist, so muß er dieses sich nicht einfallen lassen. Wenn also der Redner sich in vorkommenden Fallen nicht blos- stellcn will, so muß er überhaupt, bey Erlernung der Kunst und in seinen Bemühungen in derselben vollkommener zu werden, sich eine große Gründlichkeit angewöhnen, und sich vor aller Spitzfindigkeit, der falschen Gründlichkeit kleiner Geister, mir äußerster Sorgfalt hüten Zu dem Ende muß er sich in gründlichen Wissenschaften fleißig üben, damit er sich ein scharfes Nachdenken angewöhne und aus seinem eigenen Gefühl wisse, .was wahre Ueberzcu- gung sey. Hicrnachst befleiße er sich auch überhaupt durch bestandiges Nachdenken dieGründlichreifdesGc- schmaks zu bekommen, wodurch in jeder Sache das Große und Wichtige von dem Kleinen und Unerheblichen richtig unterschieden wird. Er gewöhne sich, jede Vorstellung auf die Waage der gesunden Vernunft zu legen, um zu sehen, ob sie ein merkliches Gewicht habe. Das, was würklich wichtig ist, halte er allein wert!), überdacht und dem Gedacht- niß anvertraut zu werden; alles andre lasse er fahren. Am allermeisten hüte er sich für Spitzfindigkeit, wodurch irgend ein Schein für das Ansehen einer Sache erzwungen wird,! dessen Nichtigkeit eher durch die gesunde Vernunft zu Vb 2 fühlen, 388 B e w fühlen, als durch den Verstand deutlich aus einander zu setzen ist. Es ist besser, daß man die Sachen, die nicht einen überwiegenden, sehr fühlbaren Grad der Wahrheit haben, für unausgcmacht halte, wenn man sich gleich darinn betröge, als daß man, von leichtem Geiste regiert, alles Scheinbare annehme, aus Furcht sich etwas gutes entgehen zu lassen. Unumgänglich nothwendig ist es, um ein gründlicher Redner zu seyn, daß mau keine falsche Sache zu beweisen übernehme, auch keine, zu deren Erhärtung man nicht offenbare Gründe vor sich sieht. Denn in diesen Fallen muß man Beweise erzwingen oder erschleichen. Erkennt man die Sache mit überlegender Vernunft für wahr, so wird man durch genügsames Nachdenken allemal auch einen richtigen Beweis dafür finden. Diesen Geschmak der Gründlichkeit muß man durch fleißiges Lesen der vorzüglich gründlichen Reden der besten griechischen und römischen Redner und Philosophen erhöhen. Für- nehmlich müssen die besten Reden des Dcmosthenes und Cicero vielfaltig gelesen werden. Zu der Gründlichkeit in den Beweisen muß auch die Deutlichkeit hinzukommen. Zwar nicht die philosophische Deutlichkeit, die jede Vorstellung bis auf die einfachen Begriffe zergliedert, sondern die ästhetische Deutlichkeit, die bey dem klaren Gefühl der Sachen stehen bleibt. Der Redner bleibet in einzeln Begriffen bey der anschauenden Erkcnntniß stehen, sucht aber denselben einen hohen Grad der Klarheit und Lebhaftigkeit zu geben *). Diese Fertigkeit deutlich zu scyn, bekommt man nicht ohne große Bemühung und lange Ue- bung. Die meisten Menschen haben aus einer angcbohrnen Trägheit des Geistes sich angewöhnt, mit klaren *) S. Uebcrzeugung. B e w und dabey verworrenen Begriffen und Vorstellungen zufrieden zu seyn. Diese unglükliche Trägheit muß der gute Redner schlechterdings überwunden haben. Er muß niemal zufrieden seyn, bis er jeder Vorstellung, die seinen Geist zu beschafftigen würdig genug ist, den höchsten Grad der Deutlichkeit, der er fähig ist, gegeben hat. Zu dem Ende muß er sich unnachlaßig in den Versuchen üben, alles deutlich zu sehen, und das, was er selbst so sieht, mit der höchsten Klarheit auszudrükcn. Eine wichtige Sache bey den Beweisen ist auch der Ton, in welchem sie vorgetragen werden. Man bemerkt bisweilen einen gewissen Ton der Wahrheit und der Ucbcrzcugung von Seiten des Redners, der uns sanft, aber unwiderstehlich, zum Veyfall nöthigct, wenn wir auch sonst die Starke des Beweises nicht einsehen, ja selbst da, wo gar kein Beweis angegeben wird. Denn so wie wir geneigt sind, mit dem Traurigen zu trauren und mit dem Lachenden zu lachen, so fühlen wir auch einen Hang demjenigen Beyfall zu geben, wovon wir andre überzeuget sehen. Es wird nicht überflüßig seyn hier ein Bcyspicl anzuführen, darum dieser Ton der Wahrheit sich klar bemerken laßt, da man ohnedem ihn nicht beschreiben, sondern nur an Vcyspielen merklich machen kann. In der Andromacho des Euripi, ves wird diese unglükliche Prinzessin von der Hermione beschuldiget, daß sie durch allerhand Künste die Zuneigung des Neoptolemus gewonnen, und ihn ihr, als der rechtmäßigen Gemahlin und der Tochter des Me- nelaus, entzogen habe. Androma- che beweist ihre Unschuld in folgender Rede. ..Sage mir doch, du junge, uner- „fahrne Königin, worauf sollte sich „mein Vorsatz, dich aus dem recht- „mäßigen Ehebett zu vertreiben, „grün- B e w „gründen können? Ist etwa itzt „Sparta geringer, als die phrygi- „schc Troja', und geht diese jener an „Glükscligkeit vor? Bin ich etwa „frcy, oder jung, oder zur Wollust „gebildet? Kann ich etwa aus Stolz „auf die Macht meiner (in der Asche „liegenden) Vaterstadt, oder auf „meine (umgebrachte) Freunde, es „versuchen, an deiner Statt in bei- „nein Hause zu herrschen? Sollte „ich etwa Lust haben deine Unfruchtbarkeit hier zu ersetzen und Kinder „zu gebühren, mir zur größten Last, „und daß sie dir künftig zu Sclaven „dienten? Bilde ich mir etwa ein, „daß die Griechen des Hektars halber mich so sehr lieben, daß sie meiere Kinder, wenn du keine hast, zu „Königen dieses Landes machen? „u. s.w. Jedermann fühlt den Ton der Wahrheit, womit Andro- mache hier ihre Unschuld beweist. Wenn dieser Ton der Wahrheit zugleich durch den würklichcn Ton der Stimme, durch die Stellung und Gcbchrdnng des Rebners unterstützt wird, daß der Zuhörer fühlt, er rede aus innerster Ueberzeugung, so wird sein Beweis seine volleWürkung thun. So lange der Zuhörer ohne Vorurtheil ist, wird man ihn sehr geneigt finden, dcmBcyfall zugeben, der etwas auch ohne Beweis in dem Ton der Wahrheit versichert. Bemerken wir an dem Redner eine bescheidene Znversichtlichkcit in seine eigene Ueberzeugung, und ein natürliches einfaches Wesen, womit er uns dessen versichert, so ersetzt unser Herz, was dem Verstand fehlt, und wir glauben, ohne zu sehen. Laßt aber der Redner das geringste merken, daß er unfern Vcyfall erzwingen will, so widersteht die Neigung der Ueberzeugung. Gar oft schadet er seinem Beweis, wenn er sich bei) klaren Sachen zu lange aufhalt, um H Lurix, ^närom. VI. zpo-zoz. Bew Z89 sie noch deutlicher zu machen. Die wahre Gründlichkeit ist einfach und kurz. Gewisse Gründe sprechen durch die Sache selbst am lautesten, und ihre Stimme, wird durch übertriebenes Bemüheil des Redners geschwächt. Hieher gehört auch, was wir im nächsten Artikel von den pathetischen Beweisen anmerken. Durch die Art des Vortrages kann der Redner einem Beweis sehr aufhelfen, oder schaden. Der stärkste Beweis kann durch einen schlechten und schwachen Vortrag seine Kraft verlieren. Das Klare kann durch die Aussprache und den Ton dunkel, das Kurze langweilig, und das Lebhafte schwach werden. Vornehmlich hat der Redner genau zu überlegen, wo eigentlich in seiner Rede der Ort ist, da natürlicher Weise verschiedene vorgetragene Gründe ihre Würkung mm auf einmal thun sollen. Da muß er alle Kunst anwenden sie gut zu vereinigen, den Verstand, die Einbildungskraft und das Herz des Zuhörers auf einmal lebhaft anzugreifen. Bei) der Bestätigung des Satzes, wozu mchrcrlcy Beweise angeführt werden, kommt auch oft viel auf die Ordnung an, darum sie einander folgen. Die Frage ist oft untersucht worden, ob die starken oder die schwächcrn Gründe zuerst sollen aufgestellt werden. Lwimilian rächet von den schwächern den Anfang zu machen *). Allein die Sache scheinet mir nicht außer allem Zweifel. Wenn ein scharfsinniger Zuhörer einige schwache Beweise hinter einander anhört, so kann er leicht ver- drüßlich werden und die Aufmerksamkeit auf stärkere verlieren. Auf der andern Seite kann man sagen, Bb g daß prcnir rzri'o cgnlz- cujnzgue pollnlz» dir, c»'6insk>iimur, uno (ur ego ccn- leo) excepro, ne s pcirencilsimis ?,ci laevillim» äecrclcsr orsrio. Z9-? B ew daß die letzten Einbeule immer die wichtigsten sind. Man findet also Key großen Rednern Beyspicle von Heyden entgegenstehenden Ordnungen. Am sichersten scheinet es zu seyn, daß man die Hauptbeweise zuerst vorbringe. Hat man wahrscheinlicher Weise damit den Zuhörer nahe an die Uebcrzeugung gebracht, so Hause man schnell noch verschiedene geringere beweise zusammen und lasse sie in geschloßnen Gliedern den Zuhörer angreifen, so wird die Mürkung nach Wunsch ausfallen. Zur Erläuterung dicserRegel wollen wir setzen, man habe eine geschehene Sache durch Zeugnisse erhärtet, oder einen Satz durch andre Gründe so wahrscheinlich gemacht, daß dem Zuhörer nur noch wenige Zweifel übrig seyn können. Nun setze man gleich noch verschiedene kleinere Gründe nach, welche zeigen, daß die Sache der Natur der Personen, den Zeiten, den Umstanden u. s. f. gemäß sey, so wird aller Zweifel verschwinden. Dieses will ohne Zweifel Äuin. nlian durch folgende Regel sagen. Die stärksten beweise, sagt er, muß man einzeln rvol ausführen, die schwacher» kurz aneinander Vre»« gen. — Wenn man einen beschuldiget, er habe einer Erbschaft halber einen N»orS begangen, (und hätte z. E. den Hauptbeweis durch wahrscheinliche Zeugnisse geführt: so kann man, wenn die Umstände so sind, folgende Gründe noch hinzufügen:) -Du hattest Anwartschaft darauf, du warst in Noch und damals von Seinen Gläubigern am stärksten getrieben; dazu hattest du deinen Erblasier damals beleidiget, und wußtest, daß er das Testament eben ändern wollte. Man begreift leicht, daß solche geschlossene Gründe eine Sache außer Zweifel setzen müssen, von welcher man schon durch andre stärkere Anzeigen beynahe überzeuget worden. B e w Sind aber die Beweise so beschaf- - fcn, daß die schwachem den starkem zur Grundlage dienen, daß sie erst dem Zubörer vorläufig einige Zweifel benehmen, ihn in die Dcnkungs- art setzen, die zur Würkung der stärksten Beweise nöthig ist, so muß die erwähnte Ordnung nothwendig umgekehrt werden. Beweisarten. Es ist nicht genug, daß der Redner die Gründe gefunden habe, aus welchen die Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit einer Sache erkennt wird; er muß diese Gründe so zu behandeln und so vorzutragen wissen, daß sie ihre völlige Würkung thun; dieses' ist eigentlich das vornehmste in der Kunst zu beweisen *). Die Beweisgründe hat der Redner mit dem Philosophen und mit dem gemeinen Mann gemein; aber ihre Behandlung, die Art sich ihrer zu bedienen, ist ihm eigen. Dadurch kann er sich als einen großen Redner zeigen, daß er so gründlich als der Weltwcisc, obgleich nicht so abstrakt und nicht so genau methodisch; so einfach, als der gemeine Mann, aber nicht so nachläßig und so wankend, in sei- ncn Beweisen ist. Zu dieser rednerischen Behandlung der Beweise gehören verschiedene Dinge: die Form des Beweises an sich selbst; die Auszierung und Ausführung; der Ton und Vortrag desselben. Hier ist von dem ersten Punkt, nämlich der Form des Beweises, die Rede. Die Beweisarten sind für den Redner dieselben, die der Philosoph braucht: alle Arten der,Vernunftschlüsse H Nlk pi'mlenrize pzene meclioci'iz, gsig 6!cen6nm tic viäcre; »verum elt, in izuo ursruris vis !>>» tzivin» vinusqus cernirur, e» yu»e cliceucl» tum co- xiote, c>m»re> variegue xolle äieere. lAcsro. B e w schlösse nach ihren mannigfaltigen Formen und Gestalten. JcdeRcde, oder ein Theil derselben, darinn der Beweis einer Sache ausgeführt wird, muß sich in einen Vernunftschluß auflösen lassen, der, wenn der Redner gründlich gewesen ist, sowol in der Materie, als in der Form seine dollige Richtigkeit habe. Nun gicbt es, wie bekannt, ungemein viel Arten solcher Vcrnunftschlüsse, deren jeder seine eigene Form und Gestalt hat. DerRcdnermuß.diejenige zu wählen wissen, die der besondern Beschaffenheit seiner Materie am gemäßcsten und zugleich für seine Zuhörer die einleuchtendste ist. Der Philosoph sieht in der Wahl der Beweisart auf Kürze und Deutlichkeit, der Redner aber auf Klarheit und. Sinnlichkeit. Also ist der Grundriß einer jeden Abhandlung der beweisenden Rede, oder eines Hauptthcils derselben, allemal ein Vernunftschluß von drey oder von zwey Sätzen. Diesen zu erfinden ist die erste Arbeit des Redners. Wenn Cicero gegen den Caci- lius beweisen will, daß er und nicht dieser zum Anklager des Verres müsse bestellt werden, so macht er diesen Vernunftschluß. „Wen der Beleidigte zum Ankläger seines Feindes „haben will, der muß ihm auch ge- „geben werden. Nun verlangen die „Einwohner Siciliens mich und keinen andern: also muß ich die Klage „gegen den Verres führen." Der erste Theil der Rede ist eine Ausführung dieses Vernunftschlusses, und so verhält es sich mit jeder beweisenden Rede. Da es unendlich weitläuftig seyn würde, Regeln für die Wahl jeder besondern Form der Vernunftschlüsse zu suchen, so begnügen wir uns, die zwei) Hauptarten der Beweise näher zu betrachten, und das Wesentlichste, was der Redner dabei) zu bedenken hat, anzuführen. B e w zyr Die zwey Hauptartcn der Beweise sind die, welche Cicero mit dem Namen lnüulstio und ll»tioLmatio bezeichnet *). Die erstere besteht darinn, daß man aus ähnlichen Fallen schließt; die andere schließt aus der nothwen- digcn Verbindung der Begriffe. Die InSucrion besteht also darinn, daß man für die Wahrheit, welche man beweisen will, Fälle aussucht, in welchen dieselbe ganz unzweifelhaft und offenbar ist, hernach aus diesen besondern Fällen entweder einen allgemeinen, oder auf einen andern besondern, jenen ähnlichen Fall, passenden Schluß macht. Dergleichen ist dieses: „Wenn ein junger Mensch von ei- „n emFlötenspieler in seiner Kunst so „unterrichtet worden ist, daß er schon „sehr gut gespielet hat, hernach aber „von einem schlechten Spieler wieder „verdorben worden ist: kann man „denn die Schuld, daß er schlecht „spielt, auf den ersten Meister legen? Keineswcges.' Oder wenn ein „Hof meister seinem Untergebenen gu- „te und bescheidene Sitten ange- „ wohnt hat, dieser aber sich hernach „durch andere wieder zu schlechten „und groben Sitten hat verführen „lassen, wird man dieser Sitten hal- „ber den ersten Hofmeister beschuldigen? — Gewiß nicht. So wird „man auch dcmSokrates dicSchuld „nicht beymcssen können, daß die „Jünglinge, denen er Lust zur'Tugend gemacht hat, nachher von an- „dcrn verführet worden Dieses ist die Bewcisart, deren sich Sokra- tes mit so glüklichem Erfolg bedient hat. Ihr größter Vortheil besteht darinn, daß sie die Erkenntniß der 'Wahrheit in ein Gefühl derselben verwandelt. Sic schikt sich sowol Vb 4 für *) Omni? iximr rzrinclnzuo sm per in- . daß die Wahrheit, wovon er überzeugen will, in den ahnlichen Fallen, die er anführt, völlig offenbar scy. 2. Daß diese Falle eine vollkommene Achnlichkeit niit dem Falle haben, über welchen eigentlich das Urtheil des Zuhörers soll festgesetzt werden, z. Daß dieser nicht gleich merke, wohin die angeführten ähnlichen Falle zielen, damit er desto frcycr von allem Vor- grtheil sich dem Gefühl des Wahren überlasse. Dazu gehören besondere rednerische Gaben, die vielleicht seltener sind als irgend ein anderes Talent des Redners. So wenig glänzendes die vollkommene Jnduction hat, so schwer ist es, dieselbe zu erreichen. Wer nicht vorzüglich die Gabe hat, von den gemeinsten Dingen, nicht nur ohne Niedrigkeit, sondern interessant zu sprechen, muß sich nicht daran wagen; denn die ahnlichen Falle müs- G, AchnMeis. Be w sen nothwendig von Dingen hergenommen werden, die taglich vorkommen, die also nicht den geringsten Reiz haben, als den sie durch die Kunst des Redners bekommen. Die zweyte Hauptart der Beweise ist die, welche durch Cntwiklung der Begriffe zum Zwek kommt, (ll-uio. cinario.) Diese haben die Gestalt eines förmlichen und vollständigen Vcr- nunftschlusses (8^-iioZismus), der aus zwey Vordersätzen und dein daraus fließenden Schlußsatz bestehet. Diese Veweisart ist demnach nicht so populär, als die erstere; sie ist mehr philosophisch, als rednerisch. Die ganze Abhandlung der Rede, in der ein solcher Beweis geführt wird, muß sich ausdrey Satze bringen lassen. Die bcydcn Vordersätze müssen, wie aus der Vernunftlehre bekannt ist, unlängbar seyn, wenn die Ucberzcu- gung folgen soll. Daher entstehen also Hey dieser Bcweisart die fünf Thcile der Abhandlung, deren Noth- wendigkeit Cicero gegen einige Lehrer der Redner behauptet *). Der erste Thcil enthält den deutlichen Vortrag des Obersatzes. Der zweyte Theil enthält die vollkommene Bestätigung dieses Satzes. Wenn diese so vollendet ist, daß kein Zweifel übrig bleiben kann, so folget der Untersatz, als der dritte Theil; hierauf dessen Bestätigung, die den vierten Theil ausmacht; und endlich der Schluß, als der fünfte Thcil. Der zweyte und vierte Theil sind die wichtigsten; deßwegen auch die Redner allemal den größten Fleiß auf dieselben wenden. Diese Beweisart behandelt der Redner anders als der Philosoph, indem er dieBegriffe nie bis auf ihre cinfachesicn Theile cutwikelt. Er bleibt bey blos klaren Begriffen stehen, wenn er sie nur dem anschauenden *) Lp Invcnc. I.. I. Bew den Erkenntniß fühlbar genug machen kann. Hauptsächlich aber unterscheidet er sich durch die Erweiterung seiner Sätze und durch die Art, die Begriffe festzusetzen. Der Philosoph begnügt sich, jeden der drcy Sätze seiner Vernunstschlüffe kurz und bestimmt durch das Subjekt und das Prädicat auszudeuten. Der Redner denkt den Satz auf mehrere Arten, durch Umschreibung und durch Erweiterung aus; er wiederholt ihn mit andern Worten und in andern Wendungen: ersucht ihn nicht nur dem Verstand, sondern so viel möglich auch der Einbildungskraft und dem Gefühl einzuprägen. In Entwlk- lung der Begriffe bleibt der Redner bei) dem Zusammengesetzten stehen, wo der Philosoph alles, bis auf das Einfache, zergliedert: eine Beschreibung, ein Gemähld, ein Beyspicl, oder ein Bild dienet ihm statt einer Erklärung, wenn nur der Begriff dadurch einen großen Grad der Klarheit bekommt. Der Philosoph begnüget sich mit einem Beweisgrund zur Bestätigung eines Satzes, er scheinet gegen seine Zuhörer ganz gleichgültig zu scpu; der Redner führt mehrere an, um das ganze Gcmüth von der Wahrheit der Sache einzunehmen; ihm ist daran gelegen, daß seine Zuhörer so lange bcy jeder Sache verweilen, bis sie sich mit aller möglichen Kraft dem Gcmüthc eingeprägt hat. Er läßt kein Mittel unversucht, der Wahrheit neue Kraft zu geben, und fügct einen pathetischen Beweis hinzu. Dieser besteht darum, daß in dem Zuhörer solche Leidenschaften crwckt werden, die für den Schluß sprechen; Mitleiden mit dem Beklagten, Zorn gegen den Ankläger w. So macht er aus einem Vernunftschluß, den der Philosoph in einem Athcm vorbringt, eine lange Rede, in welcher wechsclsweise Verstand, Einbildungskraft und Empfindung für Bew zyz die Wahrheit der Sachen interefsirt werden. Beweisgründe. Aigcsiandcnc oder offenbare Wahrheiten, aus welchen der Beweis andrer, in Zweifel gezogener, Wahrheiten hergeleitet oder wahrscheinlich gemacht wird. Wenn in einer Klagsache jemand eines Diebstahls beschuldiget wird, und der Anklager die Wahrheit der Beschuldigung damit erweisen will, daß der Beklagte seit der Zeit des geschehenen Diebstahls reich ist, da er sonst arm gewesen, so ist diese schnelle Veränderung der Armuth in Reichthum der Grund des Beweises. Die Erfindung der Beweisgründe ist ein wichtiger Thcil der Beredsamkeit: deswegen haben auch die alten Lehrer der Redner, besonders Aristoteles und Cicero, wcitläuftig von dieser Sache geschrieben. Die Erfindung der Beweisgründe wird dadurch sehr erleichtert, daß man dem Redner die Quellen anzeiget, aus welchen in verschiedenen Fällen die Beweisgründe zu schöpfen sind. Es giebt überhaupt zwei) Wege, eine Sache zu erweisen: die Erfahrung, und die Vernunstschlüffe. Beweise durch Vernunstschlüffe nennten die Alten überlegte, durch Kunst geführte Beweise, da sie die, welche aus der Erfahrung genommen werden, unkcmstlicke hießen. Diese sind Zeugnisse, Documcnte und Schriften. Die Quellen der andern sind mannigfaltig, und bedürfen einer nähern Erforschung. Es gicbr ebenfalls zwei) Haupt- wcge, eine Sache vernunftmäßig zu beweisen: ein gerader, der ohne alle Umschweife zum Zwek führet, und ein Umweg, welcher vorher auf andere Wahrheiten leitet, vondcncn! ernach ein gerader Weg zu derjenigen hin- Bb 5 führt, Z94 B ew führt, die zu erweisen ist. Man betritt den geraden Weg, wenn man den Beweis unmittelbar aus der Natur der Sache, wovon die Rede ist, herleitet, und man nimmt den Umweg, wenn man etwas, das außer der Hauptsache liegt, Min Grunde des Beweises legt, und hernach hieraus durch natürliche Verbindung zur Hauptsache kommt. In Fragen, die gewisse Vorfalle, oder geschehene Sachen betreffen, kann man oft aus genauer Betrachtung der vorgegebenen Sache und ihrer Umstände zeigen, daß das Vorgeben falsch ist. Dies ist der gcradcWeg zu beweisen. Liegt in der Sache selbst nichts, woraus der Beweis konnte geführt werden, fo findet sich oft, zu demselben Behuf, etwas außer ihr. Man beweist nämlich, daß die Sache, wenn sie wahr wäre, diese oder jeneFolge hätte nach sich ziehen müssen, und zeiget, daß dieses nicht gescheht!. Daraus schließt man, daß also das Vorgeben falsch sei); dies ist ein Umweg. Eben dieses hat auch in Fällen statt, wo die Beschaffenheit einer Sache untersucht wird. Nämlich die Beschaffenheit der Sache, welche man erhärten will, wird entweder aus der Natur der Sache geradezu erwiesen, oder man erweist die Richtigkeit einer andern Sache, und zeigt hernach, daß aus dieser auch jcnenoth- wendig folge. Wir müssen aber, um diese Sache näher zu beleuchten, die besonder» Fälle dieser Heyden Hauptgattungen der vernunftmäßigen Beweise betrachten. Dasjenige, was man beweisen will, läßt sich allemal auf einen einfachen Satz bringen, in welchem von einer Sache etwas gesagt wird; das ist, nach den Ausdrüken der Schulen zu reden, wo einbiulsso- bkum und ein l'raeäicsturn ist. Mithin kann der Redner sich umsehen, ob die Natur des einen oder des andern ihm den besten Grund zun; Be- B e w weis abgebe. Er wird bald sehen, welche von Heyden ihn am sichersten zumZwck führen. Wir wollen setzen, der Redner habe unternommen, einen der Vcrräthercy gegen den Staat angeklagten zu verthcidigen: so ist der Satz, den er zu beweisen hat, dieser: Dieser Mann hat den Staat nicht vcrrathcn. Der Beweis soll aus der Natur der Sache genommen werden. Hicbey ist offenbar, daß der Redner entweder den Begriff des Staats, oder den Begriff des Verraths zum Grunde legen kann. Findet er, daß die That, wenn sie gegen den Staat unternommen wäre, würklich eine Verräthercy wäre, so muß er suchen zu beweisen, daß sie nicht gegen den Staat, sondern gegen gewisse Personen unternommen worden; z. E. gegen cinigc Glieder der Regierung, die man nicht mit dem wahren Souverän! verwechseln muß. Ist aber der Fall so, daß die Handlung würklich den Staat betrifft: so muß der Redner seinenBcweis aus der Natur der Handlung hernehmen und zeigen, daß sie fälschlich eine Verratherey gencnnt werde. Ein nachdenkender Redner kann selten lange im Zweifel stehen, ob er seinen Beweis aus der Natur des Lllbjstki oder das R-aecliosti hernehmen soll; denn nach genauer Untersuchung der Sache, wird er bald finden , aus welchem die größte Ucber- zeugnng zu bcwürkcn möglich sei). Weiß er zum voraus, auf welches von beyden der Ankläger hauptsächlich die Klage gründen, wird: so ist seine Wahl oft dadurch bestimmt. Können ihm bcyde zu Beweisgründen dienen, und er ist ungewiß, worauf der Ankläger hauptsächlich bestehen wird: so kann er einen doppelten Beweis führen, den einen aus der Natur des den andern von den: l'raeäicato hergenommen. Bey V e w Bei) einem aus der Natur der Sache hergenommenen Beweis setzt Cicero drei? besondere Falle. Entweder gründet sich der Beweis auf die ganze Natur und das Wesen der Sache, so daß der Redner beweisen kann, das Wesen derselben mache sein Vorgeben nochwendig; oder wenn das Wesen der Sache nicht kann bestimmt werden , so nimmt man alle ihre Eigenschaften besonders und zeiget, wie jede den Satz bestätiget; oder die Hauptsache kommt nur auf eine einzige Eigenschaft der Sache an, so halr man sich an dieser allein. Im ersten Fall ist also der Beweisgrund die Sackerklärung (lleklniria rei); im zweyten die Zergliederung der Sacke, wodurch alle ihre Eigenschaften angegeben werden (partium enumei aciiz); endlich im dritten Fall ist der Beweisgrund eine Worterkla- rung, da man ans dem Namen der Sache, wodurch ihr eine gewisse Eigenschaft beigelegt wird, den Beweis herleitet (ex normions). Folgende drey Beyspiele werden diese drei) Arten der Beweisgründe erläutern. Beweis, der aus der Erklärung der Sache hergenommen ist. „Wenn „die Majestät des römischen Staats „in seinem Ansehen und in seiner „Würde besteht, so beleidigt der diese „Majestät, welcher den Feinden des „römische» Volks sein Heer überlie- „fert; nicht der, welcher denjenigen, „der dieses gethan hat, dem Volke „zur Bestrafung einliefert." Hier wird der Beweis auf die Erklärung des Begriffs Majestät gegründet. Beweis aus der Zergliederung der Sache. „In diesen Umständen wa- „ren nur drey Wege möglich. Entweder , man mußte dem Befehl des „Senats gehorchen; oder man muß- „te eine neue Beratschlagung veranlassen; oder man mußte endlich nach „seinem eigenen Gutdünken handeln. „Eine neue Bcrathschlagung zu ver- „anlahen, hieß sich zu viel heraus- Bew 395 „nehmen; nach Gutdünken zu hau- „deln, wäreVcrmessenheit: also blieb „nichts übrig, als dem Befehl des „Senats zu gehorchen." Beweis aus der Worterklarung. „Wenn der ein Consul genennt wird, „welcher dem Vaterland mit gutem „Rath und mit That bcysieht: was „hat dcmi Ppliniuu anders gethan?" Kann man auf keinem dieser geraden und kurzen Wege zum Beweis der Sache kommen, weder durch das 8ubjeöknrn noch durch das pncellira- tum des Hauptsalzes, so muß man sich außer der Sache nach irgend einer Wahrheit umsehen, mit welcher der zu erweisende Satz in einer solchen Verbindung steht, daß er selbst aus jener herzuleiten scy. Hier ist es nun unmöglich, alle einzelne Fälle solcher Verbindungen herzusetzen. Cicero gicbt deren drcyzehn an; und Aristoteles, der jede Frage durch alle Abthcilungen erschöpfen wollte, zählt über dreyhundert. Wir überlassen jedem diese Dinge in den I'o- picis dieser Lehrer selbst nachzusehen. Ist der Redner ein Mann, der sich lang in klntersuchung der Wahrheit geübt hat, so werden ihm ohne künstliche Hülfsmittc! die Dinge einfallen, welche mit seiner Hauptfrage in Verbindung stehen; besonders, wenn er sich überhaupt auf die Art, wie wir im Art. sirfittStlnz gezeigt' haben, im Erfinden geübt hat. Wir wollen also hier nicht weiter gehen, als daß wir diese Materie mit einem guten Bcyspiel erläutern. Es ist keine Wahrheit, sie gehöre in die Classe der Begebenheiten, oder unter die Erforschungen der Vernunft, die nicht entweder in wesentlichen oder zufälligen Dingen mit andern Wahrheiten in irgend einer Art der Beziehung siehe. Es müssen andre Dinge ihr vorgehen, oder zugleich neben ihr seyn, oder darauf folgen. Eine Begebenheit muß Veranlassung, Gelegenheit, Ursachen ge- 396 B e w habt haben; sie steht mit der Zeit und andern zugleich vorhandenen Ilmständen in Verbindung; sie hat endlich ihre Folgen. So muß auch ein Satz der Vernunft seine Gründe haben, ans bcnen er begreiflich wird; es müssen andre Wahrheiten zuvor erkannt gewesen seyn, ehe er hat können erkannt werden; er muß gewisse Folgen haben. Ist der Satz unstreitig wahr, so müssen alle die, welche ihm entgegen stehen, falsch seyn; alle die aber, welche er voraussetzt, wahr. Wenn also die deutlichen Begriffe von dem ZukjeÄo und prnelliouto des Hauptsatzes entweder fehlen, oder nicht ausführlich genug sind, die Sache zu beweisen; oder wenn in einer geschehenen Sache nichts widersprechendes ist, wenn sie nicht kann geleugnet werden, um einen Beklagten zu retten; wenn sein Charakter nichts zu seiner Vertheidigung an die Hand gicbt: so muß man alsdcnn anfalle Dinge acht haben, die mit der Hauptsache in irgend einer Verbindung stehen, oder eine Beziehung auf sie haben. Wir wollen demnach in einer Frage, die von Vernuuftschlnssen abhangt, setzen, man wolle erweisen, daß eine begangeneThat nicht gegen die Gesetze streite, und man habe sich vergeblich bemüht, in der Natur der Handlung, und in dem Sinn der Gesetze, etwas zur Entschuldigung zu cntdeken, so wird man auf andre Sachen, worauf die Gesetze oder die Handlung sich beziehen, denken müssen. Man beweist z.E. daß die Handlung einerlei) ist, mit einer andern bekannten, welche jedermann für unschuldig und rechtmäßig gehalten hat, Oder man beweist aus -Beyspiclcn, daß das Gesetz auf eine gewisse Weise müsse verstanden werden, und zeiget daraus, daß es auf den Fall, wovon geredet wird, nicht gehe. Man kann bisweilen auch aus den offenbar B e w schlimmen Folgen, die ein Gesetz haben müßte, wenn es aufgewisse Weise verstanden würde, zeigen, daß es auf den vorhabenden Fall nicht gehe. Eben so geht es mit Begebenheiten. Man beweist, daß der Beklagte damals, als sie geschehen, an einem entlegenen Ort gewesen; daß er unmittelbar vorher, odernachhcr, Sachen gethan, wodurch diejenige, der man ihn beschuldiget, unmöglich, oder höchst unwahrscheinlich wird. ('-) Zu diesem, und den.Heyden vorhergehenden Artikeln, können benutzt werden: l )o ciiiberenci» srgnmcnror. rlle. ror. s logieis, eltuöl. l'unl. Ooering, Vir. 171Z .4. —- Von der Form, Wahl, Verbindung und Ordnung der Beweise handelt das gtc Buch der llrinc!peo>,our lo leKure ciez Visceurs, llsr. 175z. Z. — Von dem Vortrage und Führung der Beweise, Battcux, in s .Loursäo dürrer. B. 4. S.;6 der Ramlcrschen Uebers. — Lawson, in der orten s. Vorlcs. über die Beredsamkeit, TH.2. S.-c>6 d. Uebers.— Pricstley in der 7ten und 8ten s. Vorles. über Redekunst und Kritik, S. 42. d. ll. — Auch gehört noch das qte — 6teKap. des itcn Bandes dcr?d!Iob. ob llkec.dcs G. Campbell, S .y5U.f. Oonä. 1776.8. hieher, in welchen Ob rllo Idclsrion rvkiclr Llvguencc ireoro ro d,ogic snä Oromrrrsr; ob rlie äiibercrrc t'ources ob Lvillcnec, ouci rko cliilerenr lud» jeölz, ro evkicll rde^ ore rebpcblivel^ gstzprell ; sull ob cdo dlarure snä vis ob rbie bcllolsldic T^rc ob bjlllogi^ruA enthalten ist. -- Bewundrung, (Schöne Künste.) Eine lebhaste Empfindung der Seele, die aus Betrachtung einer Sache entsteht, welche unsre Erwartung übertrifft. Man wird finden, daß bcy der Bewundrung immer ein Bestreben des Geistes ist, die Gründe der B ew der Sache, die uns inVerwnndrung setzet, zu begreifen. Je verborgener sie sind, desto großer wird die Bc- wundrung, und sie kommt auf den höchsten Grad, wenn etwas unfern Begriffen widersprechend scheinendes dabey ist. Wenn man mir Herrn -Homo zwey Arten dieser Empfindung unterscheiden, und mit seinem Ueber- setzer ") mit den Namen Vermun- vrung und DcrvunSrmig belegen will, so würde ich der Empfindung, welche aus einer gegen unsre Vermu- thung sich ereignenden Begebenheit entsteht, den Namen Verwnnbrung beylegcn, und die Empfindung, welche aus Betrachtung einer außerordentlichen und unbegreiflichen Kraft entsteht, Bcwundrung nennen. Man konnte diese einen Affekt des Geistes nennen: denn sie hat mit den Affekten dieses gemein, daß sie mit einem lebhaften Bestreben seine Begriffe zu der Größe, die man vor sich sieht, zu erheben verbunden ist. Vermuth- lich har Descarres deßhalben dicBe- wundrung unter die Leidenschaften gezahlt. Xvolf aber hat sie darum davon ausgeschlossen, weil dieses lebhafte Gefühl mit keiner offenbaren Zuneigung oder Abneigung gegen die bewunderte Cache verbunden ist, ob sich gleich etwas dicftm ähnliches dabey zu zeigen scheinet. Wie dem aber seyn mag: so ist dieses offenbar, daß dieBewundrung eine der lebhaftesten Empfindungen sey, die zur Beförderung des Guten, und zur Vermeidung des Bösen fürtreffliche Dienste thun kann. Und in so fern ist sie eine von den Empfindungen, welche die Künste vorzüglich müssen zu erweken suchen. Sie wird aber eben so wol durch einen hohen Grad des Bösen, als des Guten hervorgebracht. Die außerordentliche Bosheit- des Satans bey *) S. Howes Grundsätze der Critik > Tb. S .Z4Z. der deutschen Uebcrsetzung von 176z. Bew Z97 Milton, und Rlopftok, oder gewisser Meufchen in den Trauerspielen des Skakefpcar, setzet uns eben so stark in Bcwundrung, als die erhabenen Charaktere der Helden in dem Guten. Jenes würkt Abscheu und Verwünschung, dieses Ehrfurcht und Bestreben zur Nachahmung des Guten. Dieses alles ist so offenbar und so bekannt, daß es keiner wettern Ausführung bedarf. Wir können also gleich diese Regel festfetzen, daß der Künstler die Gelegenheit, uns in Bcwundrung zu setzen, niemal muß ungenutzt vorbcy gehen lassen. Die Gelegenheiten zeigen sich überall, wo große Charaktere und große Handlungen können vorgestellt werden: im epischen Gedicht, im Trauerspiel, in der Ode, im historischen Gemahlde, in Abbildung cinzcler Personen durch den Pinsel oder durch den Meiffel, und in ernsthaften Arten der Musik. Die besondern Quellen des Wunderbaren haben wir an einem andern Orte beschrieben *). Der Künstler, welcher Vewund- drung erregen will, muß nicht nur die Quellen des Wunderbaren kennen, er muß selbst groß denken und groß fühlen: gemeine Künstler erreichen diesen Grad der Würkung niemal. Wem die Natur die Größe der Seele nicht gegeben hat, der unternehme es nicht, uns in Bcwundrung zu setzen. Der, dem in der Natur alles scherzt und lacht, oder dem in den Handlungen der Menschen und in den Begebenheiten, alles eine possierliche Seite hat; der, der überall Witz und ein feines Spiel der Phantasie sucht; wen eine angenehme Blume oder eine liebliche Gegend mehr rühret, als ein rauschendes Wasser oder ein wildes Felsgebürge: alle diese würden sich vergeblich bemühen, unfre Bcwundrung zu erweken. S. Wunderbar. Z98 B e i) kcn. Hat aber die Natur die Anlage zum Großen in die Seele geleget, so kann ein ernstliches Nachdenken über die größten Gegenstande in der Natur und in den Sitten, eine flechsige Uebung alles auf große Gesichtspunkte zu führen, der Umgang mit großmüthigen Männern, fleißiges und ernsthaftes Studium der. erhabensten Werke der Knuste, desto fähiger machen, durch feine Werke Vewundrung zu erwcken. Von Bewunderung handelt, nächst dem, von Hrn. Sulzer, angeführten Home, noch Hr. Riedel in feiner Theorie XI. S. 155 u. f- >te Ausg. — S. übrigens den Artikel Lkrhaben. B e y s p i e l. (Redende Künste.) )ede Vorstellung des Allgemeinen durch das Besondere, kann in weitläufigem Sinn ein Ney spiel genennet werden; in so fern gehören die äsopische Fabel, die Parabel, die Allegorie, zum Beyspiel. In der cngcrn Bedeutung aber ist es ein besonderer Fall, in der Absicht angeführt, daß das Allgemeine der Art oder der Gattung, wozu er gehört, mit Vortheil daraus erkennt werde. Man bedient sich des Bcyspiels sowol in der gemeinen und täglichen Rede, als in dogmatischen Schriften sehr häufig, um allgemeine Sätze, Regeln, Erklärungen durch dasselbe zu erläutern: so wie die Rechenmeister, wenn sie eine Regel geben, sogleich einen besondcrn Fall anführen, an dem sie dieselbe Stük für Srük erklären. Die Redner und Dichter haben selten nöthig, Bey- spiele in dieser Absicht anzuführen, weil sie selten solche allgemeine und abstrakte Dinge vorbringen, die ohne Bcyspiele nicht deutlich genug gefaßt würden. Dennoch brauchen sie das Bei) Beyspiel sehr häufig, um dasjenige, was an sich selbst schon verständlich genug ist, mit ästhetischer Kraft zu sagen und recht sinnlich zu machen. Die Anmerkung, daß jeder des andern Zustand für besser hält, als den seinigen, ist an sich schon verständlich genug; dennoch drütte Ho- raz sie durch Bcyspiele aus: O! lornioaci meivorarex, ßpa- vix sonis ^lilss sir, mulrv lsm trottuz memlna I-d»ro. Lonrrs Xlercorvr, osvim zsttsn- ribuz aullrix, bliliria eil poriur. — — ^gricolonz loulloc zu,ix Icgum» gue zierinix. IIW — — Loloz ttlicex vivenlex clsmse in urbe *). Die Würkuug des ästhetischen Beyspiels ist verschieden. Es kann dienen, die allgemeine Wahrheit, zu deren Behuf es angeführt worden ist, auf eine ästhetische Art zu beweisen, indem esunsFallezuGcmüthe fuhrt, die wir erlebt haben, die uns also die Wahrheit fühlbar machen. Von dieser Art ist das angeführte. Denn wer einige Erfahrung hat, muß dergleichen Reden würklich gehört haben. Diese Art, Wahrheiten, die jeder aus besonder» Fällen unmittelbar abnehmen kann, durch Anführung solcher Fälle, als Bcyspiele, einzuprägen , ist durch die ganze Beredsamkeit und Dichtkunst von sehr grossem Nutzen. Im Grunde ist es eine Bewcisart durch Jnduction "°), und die beste Art zu überzeugen- Dergleichen Bcyspiele kann man beweisende Zbepspielc nennen; insgemein werden viele nach einander angeführt. Man kann sie hinter dem Satz, dessen Beweis ») 5-rm. I. l. S. Bcmeisatten. B e y weis sie sind, anführen, oder demselben vorhergehen lassen. Die Ge- schiklichkeit, solche Beyspiele gut zu wählen, und (nach Beschaffenheit der Umstände) kurz oder naiv, oder nach- drüklich, oder mahlcrisch vorzutragen, ist eines der wichtigsten Talente der Moralisten. Bisweilen dienen solche Beyspiele, wenn mehrere hinter einander kommen , blos dazu, daß der Leser Zeit habe, sich die allgemeine Wahrheit, an welcher er ohnedem nicht zweifeln würde, durch die Wiederholung derselben, desto sicherer einzuprägen, damit sie unvergeßlich bleibe. Daher werden bisweilen die gemeinestennnd bekanntesten Wahrheiten von meh- rern Beyspielcn begleitet, nur daß der Leser sich dabcy aufhalte. Was ist bekannter, als daß der, der einmal gestorben ist, für immer tobt ist? Aber Horaz führt Beyspiele davon an: Lum kemel occideris, er de rs splendid» Xkiirvs , Ueccrir »i Vieris, Igen l'orgusce »euus > von re tscundis, neu ce Uelliruer pierss: Inkernis ncgue eninr renevris Oisns pudicum biversc ldippnl^rnm; dlec bcrvses vslcc Evesens »v- rompere csro Vincril» birirvoo Man konnte diese Beyspiele verweilende Beyspiele nennen; weil sie durch die Verwesung bey einer bekannten Wahrheit sie tiefer einprägen. Man trifft nirgend mehr Beyspiele dieser Art an, als bcym Ovi- dius, dem gleich bey jedem allgemeinen Satz hundert besondre Fälle ins Gedächtniß kommen- Bisweilen dienet dasBeyspiel, der Wahrheit, die es enthält, einen Schmuk zu geben, wodurch sie reizender wird. So braucht Horaz, an- ') yd. l.iv. iv. 7. B e y Z99 statt der vorher angeführten lehrenden Beyspiele, für dieselbe Wahrheit ein andermal naive, wählerische: Oprsr epvippis dos piger; oprsc srsre csvsllus. Von dieser Art sind auch diese Beyspiele des K.a Fonraine von der Wahrheit, daß jeder Mensch sucht sich über seinen Stand zu erheben: Vour vnurgeois venr vsrir eomme les grsnds vcigneurs, 17ouc peric prince s des /tmvslls- deurs, ll7our ^-Isrguis veuc svoir des pszes. Diese Art des Beyspiels, das der Vorstellung eine besonders kräftige Gestalt oder Farbe gicbt, um sie dem Gcmüthe desto lebhafter einzuprägen, hat wieder gar vieleAcy Formen, die sich nicht alle eutwikeln lassen. So hat folgende Art des Beyspiels eine ungemeine Kraft. Horaz will die allgemeine Lehre anbringen, daß Uep- pigkeit und großer Aufwand sich nicht einmal durch großen Reichchum entschuldigen lassen. Anstatt blos allgemein zu sagen: Oao Gelo konnte besser anzervenSot rvcrSen, sagt er dieses in Beyspielen, die er noch dazu in dringenden Fragen vortragt: Lur e»er indignus guisgusin, re divire? gusre l'empls runnr snrigus Oeuin? Lur, improve, csrse, d>!on sliguid psrriss rsnco eme» tiris scervv ") ? Die Beyspiele können nach der besondern Absicht, die man dabey hat, allgemeiner seyn, oder aus ganz einzeln Fallen genommen werden; sie können erdichtet oder wahr seyn. Darüber lassen sich keine Regeln geben; Redner und Dichter müssen fühlen, was sich zu ihrer Absicht am besten schiket. Eine besondre Kraft haben die Sermon. II. a. I0Z. Hos B ey die Fälle, da man erst allgemeine Beyspiele anführt, und dieselben denn noch mit einem einzclen, dem Zuhörer gegenwärtig vor Augen liegenden Fall bestätiget. So kann ein Redner, der von Unglücksfällen gesprochen hat, und denn sich selbst noch als ein besonders Beyspiel anführt, gewiß scyn, 'Mitleiden zu erweken. Man erwäge, wie rührend folgendes ist: Lum ckeps kmtes, I ulli'oes, ex aüorum mi- seriis et ex meis curis lsboridusgue guotiüisni's , ckwtunstos eos homi- neg iuclicsrim, gui remoti s ckuclüs smkitivnis oriam sc t!anguülitstem ^itse secnti sunt, tum vero in ins I>. IVIursense tsntis tsingue impio- visis pericuiis, its sum snimv alle, ctus, uc nun gussm sstis, negue communem onmium nockruM con- «litionem, neque bnius evencumsor- tunsmgue misersri: gui prinium, (Zum ex sionoribus continuis ksmi- l!ae msiorumgue iuvrum, unum sscenäere Arsllum lli^nitstis cos- ttus eck, venit in perieulum, ne et esguserelifts, etlisee guse sbipck» xsrsts sunt, smittst. veinüe pro- pter ckuilium növss lanllis, etiam in veteris llickrimen sciclucitur *). Je näher vor unfern Augen die Fälle liegen, die als Beyspiele angeführt werden, desto größer ist ihre Kraft, fürnehmlich aber ist dieses von rührenden und pathetischen Bey- spielcn zu verstehen. So wie ein Unglüksfall, der in einem entfernten Lande sich zugetragen hat, uns weniger rührt, als der in unserm Va- tcrlande geschehen, und der am allermeisten , der sich in unsrer Nachbarschaft und vor unfern Augen ereignet; so ist es auch mit den Bcyfpielcn. B e y w o r t. (Redende Künste.) Ein Wort, welches einem andern, das den Hauptbegrissder Vorstellung Llc. L>r. pro Kuesens c. 17. B ey enthalt, hinzugefüget wird, um dein Hauptbegriff eine ästhetische Einschränkung zu geben, In folgender Beschreibung, die HaUer von einem Spiel des Landinanns, in den Alpen giebct, Dorr stiegt ein schwerer Stein nach dem gestekren Iiclc, Von starker Hand beseelt, durch die zertrennte vuft, sind die durch andere Schrift ausgezeichnete Worte, Beywörter. Man kann sie weglassen, ohne daß die Hauptvorstellung dadurch in ihren wesentlichen Theilen Schaden leidet: allein sie dienen, diese Hauptvorstcl- lung durch Nebenbegriffe ästhetisch, das ist, sinnlicher zu machen. Es giebt eine andre Art Beywörter, die man grammatische nennen könnte, weil sie das sind, was die Grammatiker ^cheöbivs nennen, und die man mit den ästhetischen nicht verwechseln muß. Sie sind nothwcn- dig zu dem eigentlichen Sinn der Rede, die ästhetischen aber zufällige Bestimmungen desselben. Wenn der angeführte Dichter sagt: Denn ein gesetzt Gemüth kann Galle süsse machen. Da ein rerwvhntcr Sinn auf alles Wer« inuth streut. so sind die Wörter gesetzt und verwohnt, grammatische, nicht ästhetische Beywörter. Denn sie sind zu dem Ausdruk des Hauptbegriffs nothwendig: er fehlt ganz, die Rede hat keinen Sinn mehr, wenn man sie wegläßt. Außer diesen Heyden Arten giebt es noch eine dritte, welche die Grammatiker dlomina pstronvmics nennen, die hauptsächlich dazu dienen, die Namen der Personen mit einem Ehrentitel zu begleiten. So ist der Ausdruk l^ius ^eneas, Trorm«'tgpiz u. d. gl. Diese werden fast allezeit gebraucht, so oft die Hauptnamen der Personen genennt werden, ohne Be y daß man dabey eine besondre ästhetische Absicht hat. Die ästhetischen Beywörter, welchen man sonst den Namen kpicksta giebt, dienen demnach, Vorstellungen, die ohne sie schon durch die Hauptworter richtig bezeichnet find, durch Nebenbegriffe einen ästhetischen Werth zu geben. Wenn man in ihrer Wahl gluklich ist, so kommt oft die größte Kraft der Vorstellung von ihnen her. I- Ex. Uli rodur er oc5 rilhlex Lircs peUus erst, gui /-axi/cm Lommissc rsrem. I. Z. Sie gehören überhaupt in die Elaste der Ausbildungen, von denen wir in einem eigenen Artikel gehandelt haben. Eben die Grundsatze, nach welchen ein.verständiger Künstler die Ausbildungen beurthcilt, dienen uns, den rechten Gebrauch und die Beschaffenheit der Beywörter zu bestimmen. Man kann leicht zu viel oder zuwenig darin:: thun; und so wie die Ausbildung uns überhaupt von dem Verstand des Künstlers einen vorthcilhafren oder nachtheiligen Begriff giebt, so thut es, in Ansehung des Dichters, der Gebrauch dieser Beywörter. Wie etwa große Männer nicht besser, als mit ihren bloßen Namen, können gcneunet werden, so giebt es auch Vorstellungen, die schon in ihrer Anlage, in ihren wesentlichsten Thcilen groß und vollkommen ästhetisch sind, und deßwegen in dein Ausdruk keine Auszierung durch Beywörter nöthig haben; vielmehr würden sie dadurch geschwächt werden. Um diese Anmerkung zu erläutern, wollen wir folgende Stelle, aus Herrn Ramlers Passtons-Cantate, dem Leser vorhalten l Gethsemane! Gethsemane! wen hören deine Mauren So banae, so verlassen trauren? Lrrster Lheil. Bey 401 Ist das mein Jesus? Bester aller Menschenkinder! Du zagst, du zitterst gleich dem Sünder, Dem man sein Todesurrhcil spricht. Diese ganze Vorstellung hat etwas Großes, das durch keine Nebenbegriffe kann verstärkt werden. Hätte der Dichter etwa gesagt: Und dies ist mein göttlicher Jesus? — Du zitterst gleich dem elenden Sünder, dem man sein gerecktes und fürchterliches Todesurtheil ankündiget — so hatte aller Aufwand dieser Beywörter, die Vorstellung nicht nur nicht verstärkt, sondern geschwächt. Wenn Cäsar, da er den Brutus UNtcr seinen Mördern erblikt, ihm zuruft: Auch du Brutus, so sagt dieses, alles was der Diktator hier sagen will, in der vollkommensten Starke; und wenn man dem Brutus ein Beywort geben wollte: Auch du mein väterlich geliebter, mein so sehr verpflichteter Brutus, so würde die Stärke der Rede nicht das geringste gewinnen, In dergleichen Fällen muß man sich der Beywörter gänzlich enthalten. Auch in dem entgegengesetzten Fall, bey Vorstellungen, welche nur des Zusammenhangs halber da sind, und die der Dichter mit Fleiß etwas aus den Augen wegsetzt, würde man dir Beywörter sehr zur Unzeit anbringen. Die Mahler setzen oft in einem Hintergrund, oder im stärksten Schatten einzelcFiguren oder Gruppen hin, die blos des Zusammenhangs halber, oder eine sonst leere Stelle auszufüllen, da sind. Diese können sie durch keinen lebhaften Pinselstrich erheben, weil sie sonst zu starke Würkung thä. tcn, und das Auge von wesentlichen Gegenständen abzögen. Eben diese Beschaffenheit hat es mit einigen Vorstellungen in rcoenöm Künsten. Was seiner Natur nach in der Dämmerung liegen muß, das soll nicht ans Licht gebracht werden. Wemi ein Dichter uns auf die Handlungen C c eines 402 Bey eines streitenden Helden aufmerksam niachen will, so muß er sich hüten, durch ein unzeitiges Veywort die Aufmerksamkeit auf das Gerassel seines Wagens, oder das Stampfen seines Pferdes, zu lenken. Die größte Vorsichtigkeit im Gebrauch der Bcywörter, hat man da nöthig, wo man andre Personen redend einführt. Man muß auf das genaueste erwägen, wie viel cinzcle Begriffe nothwcndig in den Vorstellungen dct redenden Person liegen, und gerade nur so viel ansdrukcm Man muß allezeit daran denken, daß die Beywörter den Hauptwörtern untergeordnet sind. Wo diese schon alles sagen, was an diesem Orte, nach diesen Umstanocn, hinreichend ist> da muß jedes Beywort vermieden werden. In der Geschichte des Geschmaks älterer und neuerer Zeiten findet man, daß ein Ueberfiuß der Bcywörter allemal die erste Anzeige des sich verderbenden Geschmaks gewesen ist. In Griechenland, in Rom und in Frankreich, hat sich dieser Ueberfiuß gezeiget, so bald die goldncn Feiten der Dichtkunst und Beredsamkeit an- fiengen, einer verdorbenen Periode Play zu machen. Diesemnach muß der Gebrauch der Beywörter, auf die Falle cingc- ffchränkt werden, wo die Vorstellung durch die Hanptbegriffe noch nicht ästhetisch genug ist. Und damit wir ihren Gebrauch desto bestimmter anzeigen können, müssen wir uns erinnern, daß der ästhetische Stoff von dreyerley Art ist; daß er entweder die Phantasie mit lebhaften Bildern anfüllt, oder dem Verstand helle und große Begriffe darbietet, oder die Empfindung erregt. Nach dieser dreyfachcn Absicht niüsscn die Beywörter gewählt werden. Entweder zeichnen sie uns die Sachen sinnlich vor, oder sie erhel- B e y len und verstärken unsre Begriffe, oder sie reizen die Empfindungen. Sinnliche und wählerische Bcywörter sind da, wo man würklich durch die Rede mahlen will, ganz unentbehrlich, weil ohne sie das Ge- mahlde entweder die kleinen Umstände nicht ausdenkt, oder durch weit- läuftigere Bezeichnung derselben sehr langweilig seyn würde. Man über» lege, um diese Anmerkung völlig zu fassen, folgende Stelle: Er treibt den trögen Schwärm von schwer beleibten Kühen, Mit freudigem Gebrüll, durch den bc» thautcn Steg; Sie irren langsam um, wo Klee und Mutten blühen, Und niclhn das zarte Gras mit scharfen Zungen weg. Läßt man die Bcywörter weg, so fehlt dem Gemählde das wahre Leben; will man die Umstände, die durch sie bezeichnet werden, anders vorstellen, so wird man langweilige Will man nicht mahlen, sondern etwas stark, neu, kurz, oder naiv sagen: so können auch dazu die Beywörter die besten Mittel abgeben. Will man rühren, durch welche Gattung des Leidenschaftlichen es sey, so können wohlgewählte Beywörter ungemeine Dienste dabey thun. Ucberhaupt also sind sie zu gar allen Gattungen der ästhetischen Kraft die beste Würze, die den Hauptvor- srellungcn den größten Nachdruk geben. Hingegen ist auch nichts abge- schmaktcrcs, als eine von schwachen, mitbestimmten, oder müßigen Vey- wörtcrn angefüllte Schreibart. Auch die ist zu verwerfen, da die Beywörter zwar nicht müßig sind, aber Nebenbegriffe ansdrüken, dic den Haupt- zwek nichts angehen, sondern btos den Witz und besondere Einfälle des Redners oder Dichters anzeigen sollen. Wie die Dichtkunst überhaupt sinnlicher ist, als die Beredsamkeit, so bedienet sie sich der Bcywörter häufiger, B e z ger, als diese. Desto mehr aber muß der Dichter sich hüten, daß ihn der Vers nicht verleite sich derselben ohne Noth zu bedienen. Dazu kann insonderheit der Hexameter leicht ver. führen. Beyspiele davon sind so leicht anzutreffen, daß es unnöthig ist solche hier anzuführen. Bezifferung. (Musik.) Aie Bezeichnung der Accorde des Generalbasses, durch Ziffern oder durch andre Zeichen. Derjenige, welcher den Generalbaß spielt, schlagt mit der linken Hand die Tone des Basses an, mit der rechten Hand aber die, zu den Baßtonen gehörigen, Accorde. Man ist gewohnt, nur die Vaßtöne durch Noten auszubrüten, die Accorde aber durch Ziffern, welche über die Baßnoten gesetzt werden. Es giebt zwar Spieler, die sich berühmen, den Generalbaß ohne Bezifferung richtig zu spielen; allein dieses ist nur alsdenn möglich, wenn sie die Partitur des Tonstüks vor sich haben. Da es eine ganz bekannte Sache ist, daß über einerlei) Baß mehrere, ganz von einander abgehende, Harmonien können genommen werden: so ist offenbar, daß der GcNeralbaßspieler ohne Bezifferung nicht wissen kann, welche von allen möglichen Harmonien der Tonsetzer gewählt hat, und es geschieht nur von ohngefehr, wenn er die wahre trifft- Wir wollen denen, die sich berühmen, einen unbe- zisscrten Generalbaß richtig zu spielen, das Urtheil eines der größten Meister zur Warnung anführen. „Wir sehen allenthalben, (sagter) daß zu einem guten Accompagnement Noch sehr viel gehöre, wenn auch die Bezifferung so ist, wie sie seyn soll. Es erhellet hieraus das Lacherliche der Anfoderung, unbcziffcrte Basse zu accompagniren; und man sieht Bez 4->Z zugleich die Unmöglichkeit ein, die letzter» dergestalt abzufertigen, daß man nur einigermaßen zufrieden seyn könnte H." Es ist also nicht zu zweifeln, daß die Bezifferung des Generalbasses eine ganz nothwendi- ge Sache sey. Deßwegen ist auch zu wünschen, daß die größten Meister sich vereinigen möchten, die vollkommenste Bezifferung ausfindig zu machen, und dieselbe alsdenn durchgehcnds einzuführen. Denn noch itzt ist die Methode zu beziffern nicht nur unvollkommen, sondern auch wankend, indem cinerley Accorde nicht immer auf eincrley Art bezeichnet werden. Die gewöhnlichen Bezifferungen werden hier nicht angeführt, weil sie, jede in dem Artikel von dem Accord, den sie bezeichnet, besonders angezei- get worden. Also wird hier nur dasjenige angeführt, was die Bezifferung überhaupt betrifft. Die UnVollkommenheit derselben erhellet daraus, daß es auch bey den mit größtem Fleiß bezifferten Bassen so sehr schwer ist, alle Fehler zu vermeiden. Der Begleiter muß, außer den vor sich habenden Zeichen, noch gar zu viel besondre Regeln in acht nehmen, um nicht zu fehlen. Denn zurgutcnBegleitung wird nicht blos crfodert, daß man zu jeder Baßnote den rechten Accord nehme, sondern, daß er in der schiklichsten Höhe, und in der schiklichsten Gestalt genommen werde. Bis itzt ist noch keine Bezifferung bekannt, die diese Heyden Umstände andeutet. So begnüget man sich z.B. denSextenaccord durch die Ziffer 6 anzudeuten; ob aber die Sexte oben, oder unten, oder in der Mitte liegen soll, ob sie verdoppelt werden soll, ob man die Terz dabei) verdoppeln, oder ob man die Octave dazu nehmen soll, wird durch keine Cc 2 Veziffe- H S. Bach über die wahre Art das Cla- »iee zu spielen, ll. Theil. S. -Uii. 4»4 Bez Bezifferung angedeutet. Daher entstehet dieNorhwendigkeitder erstaunlichen Menge von Regeln, die auch bey bezifferten Bässen noch in acht zu nehmen sind. Eine andre Unvoll- kommenheit ist die Menge der Zeichen, die oft zu einem einzigen Accord erfodekt werden; von denen noch dazu jedes durch R oder K oder kann verändert werden; da es denn kaum möglich ist, in der nöthigen Geschwindigkeit sich in alles zu finden. Es wäre vielleicht nicht unmöglich , diesen UnVollkommenheiten der Bezifferung abzuhelfen, wenn nur die besten Meister sich die Sache mit Ernst angelegen seyn ließen. Wir wünschten vornehmlich, daß ein Kunstverständiger versuchen möchte, ob nicht die Bezifferungen dadurch zu erleichtern waren, daß man über der Baßnote, so oft es angeht, mit einem Buchstaben den Ton anzeigte, dessenDreyklang, oder Sexten - oder Septimenaccord, den eigentlichen zum Baß gehörigen Accord ausmacht. Folgendes Beyspicl wird dieses erläutern: II ..S I . Z 5 7 6 7 6 4 2 7 L ZII M Der gemeine Sextenaccord in der ersten Abtheilung könnte so angedeutet werden, wie in der zweytcn Abtheilung zu sehen ist, ffvv der Buchstabe c andeutet, daß die rechte Hand den zu a gehörigen Dreyklang anschlägt. Der Quartsextcnaccord der dritten Abtheilung würde ebenfalls durch c angezeiget; der f Accord auf kl könnte durch angedeutet werden, weil der Septimenaccord von Q, mit der rechten Hand gegriffen, den Z Accord zu «us- B e z macht. So würde also dasselbe Zeichen x anstatt der drey verschiedenen Bezifferungen ?' 4, 5, dienen können. Wir überlassen den Meistern der Kunst, dieser Sache nachzudenken, und das Urtheil zu fällen, ob auf eine solche Art die so gar große Anzahl der Bezifferungen oder sogenannten Signaturen nicht zu vermeiden, und dadurch die ganze Sache zu erleichtern wäre. Oft werden die Bezifferungen entweder aus Mangel der Ueberlcgung, oder auch wol aus Vorbedacht, um dcn Sachen ein gelehrtes Ansehen zu geben, ohne Noch vermehret, da sie auf durchgehende Baßnotcn gelegt werden, wie aus folgenden Bcyspie- len erhellet: > ! tmnisTviissi I ss — I ! ! flS'IH, Slst e s —« u—^ --E—i-s—N 2 XZ . ... ^ 6 4 2 i — ^1- ^ ^" 2 ^6 fflLl - I«SI a ä e e t Es ist ganz ungereimt, die Bezifferungen so anzubringen, wie hier ' bey u, d und 0, da die bezifferten Noten nur durchgehend sind. Verständige Tonsetzer schreiben diese Falle wie bey ll. e und k steht, um anzuzeigen, daß die zur zweytcn Note gehörige Harmonie, gleich auf der ersten angeschlagen werde. Diese ganze Materie von der vollkommensten Bezifferung verdient von einem erfahrnen Tonsetzer vom Grund aus untersucht zu werden, damit einmal eine so gar wichtige Sache zu einer größern Vollkommenheit könne gebracht werden. Eine Anweisung zur Bezifferung ssn- bet sich, unter iiiehrcrn, in Hcincchenz Anwci« B i l Anweisung zum Generalbaß. — Auch ham delt die Diilerttrinn tuc leg ciitkecenccs merkoilei. cie 1 sccvmpsgacmenr, p. >lr. itsmesu, ?->e. 1742. 4. davon. — In dem -ten Theil des 8enrimenc ü'un Is-rmonipdile. . . ?or. 1756. 8- smd neue Zeichen zur Bezifferung angegeben, welche daselbst dem H. Morambert zugeschrieben werden, aber eigentlich von dem Abt Roussicr sich herschrieben, der denn auch in s Lxemples pour le l'raire Zc- corcls, ?or. 1767. 4. Gebrauch davon gemacht hat. Ihre erstere Erscheinung veranlaßte einen kleinen Streit, der im klcrcure, Mon. October 1756 und Januar , April und September 1757 geführt wurde. — Um6 1.176; machte ein Franzose , Lc Dran, eine neue Art von Bezifferung bekannt, von welcher in dem t.ilbi lur la Xluiiczue vne. er mneierne, ki>r. 1780. 4. 4 B. B. z. S. 617 Nachricht gegeben wird; und im 1.1770 gab eben derselbe Lc>mpoiiri»n8 teir las Lignez Do, Di, Ds> pour l'inciicv. rion 6es ^ccoräs cn ^luligue, heraus. Bild. (Redende Künste.) Ein sinnlicher Gegenstand, der in derRede entweder blos genennt,oder ausführlich beschrieben wird, in so fern er durch seine Aehnlichkeit mit einer andern Sache bedeutend wird. So wird der Schlaf ein Bild des Todes, der Frühling ein Bild der Jugend geneunt, und so singt Hallcr: Ihr Wälder, wo kein Licht durch finstre Tannen strahlt, Wo sich in jedem Busch die Nacht des Grabes mahlt u. f. f. Scpd mir ein Bild der Ewigkeit. Die Bilder crwekcn klare und lebhafte Vorstellungen, die sehr faßlich sind, und darinn man viel auf einmal, wie mit einem einzigen Vlik, erkennt. Wenn sie eine fühlbare Aehnlichkeit mit abstrakten Vorstellungen haben, so können sie also mit grossem Vortheil an deren Stelle gesetzt B i l 405 werden. Sie thun alsdenn in der Rede den Dienst, den eine gemahlte Landschaft thut, die man jemandem vorlegt, um ihm einen Begriff von der Gegend zu machen, die dadurch abgebildet ist; folglich sind sie Ge- mahldc der Gedanken. Die Bilder veranlassen ein anschauendes Erkenntniß der abgebildeten Sachen; sie geben den abstrakten Vorstellungen einen Körper, wodurch sie faßlich werden. Gedanken, die wegen der Menge der dazu gehörigen Begriffe schwerlich mit einem Bkik könnten übersehen werden, lassen sich dadurch festhalten.^ Also dienen die Bilder überhaupt, die verschiedenen Verrichtungen des Geistes zu erleichtern. Hiezu kommt noch, daß das Vergnügen, welches allemal aus Bemerkung der Aehnlichkeit zwischen dein Bild und dem Gegen- bildc entsteht, die Einbrüke desto lebhafter und unvergeßlicher macht. So lang eine Sprache an allgemeinen Ausdrüken arm ist, muß nothweudig das meiste durch Bilder ausgedrükt werden: daher sind die Reden der noch wenig gesitteten Völker durchaus mit Bildern angefüllt. Aber auch da, wo man die Gedanken allgemein ausdrüken könnte, werten die Bilder gebraucht, um die Vorstellungen ästhetisch zu machen: daher die Dichter vorzüglich, und nach ihnen die Redner, einen vielfaltigen Gebrauch davon machen. Sie bekommen aber nach ihrer aus- scrlichen Form und auch nach der Art, wie sie angebracht werden, verschiedene Namen. Sind sie blos besondere Fälle, an denen man das Allgemeine leichter erkennen soll, so werden sie Beispiele genennt; sind sie Dinge von einer andern Art, die neben das Gegenbild gestellt werden, so bekommen sie nach Beschaffenheit der Sache den Namen der Verglei- chung oder des Gleichnisses, wobei) die gewöhnliche Vcrgleichungswör? Cc z M 4°6 Bil ter wie, alswie, gleichwie, u. d. gl. gebraucht werden. Setzt man sie aber ganz an die Stelle der abgebildeten Sache, so daß diese gar nicht dabcy gcncnnt wird: so bekommen sie insgemein den Namen der Allegorie, auch bisweilen der Fabel, der Parabel, oder des allegorischen Bildes, Diejenigen Bilder, die nur beyläufig, ohne die Vergleichungs- formcln, und so gebraucht werden, daß die Hauptsache ihren eigentlichen Namen behält, ihre Eigenschaften oder Wartungen aber durch Bilder ausgcdrükt werden, bekommen den Namen der Metaphern, wie wenn man sagt: Die Jugend verblüht bald. Die Hauptcigenschaftcn eines Bildes sind diese: Es muß von bekannten Dingen hergenommen werden, die man sich leicht n»d mit großer Klarheit vorstellt; es muß eine genaue Aehnlichkeit mit dem Gcgcn- bild haben; diese Aehnlichkeit muß schnell bemerkt werden können, so bald man das ganze Bild gefaßt hat; die Gattung der Dunge, woraus es genommen ist, muß nichts an sich haben, das dem Charakter des Ge- gcnbildes entgegen scy. Man sieht ohne Mühe die Nothwcndigkcit dieser Eigenschaften der Bilder ein. Wegen der letzten Eigenschaft muß man am sorgfältigsten seyn, weil der Mangel derselben sehr widrige Würkung thun kann. Ernsthafte Vorstellungen würden durch römische Bilder, hohe Dinge durch niedrige, ganz verdorben werden. Nur Hey scherzhaftem Vortrag ist es nicht yur glaubt, sondern sehr vortheil- hast, diese Regel zn überschreiten, indem das Widersprechende oder N?iSepartize zwischen dem Bild und dem Gegcnbild, eine Hauptqucllc des Scherzhaften ist, wie an seinem H>rte gezciget wird, Die Quellen, woraus die Bilder geschöpft werden, sind mannigfqft B i l tig: die leblose Natur; die Kunstwerke; die Sitten dcrThicrc und der Menschen; die Geschichte; die Mythologie; und endlich die Belebung lebloser Dinge: das Mittel aber zur Erfindung ist eine wcitläuftige Kcnntniß dieser Quellen, mit einem scharfen Leobachtungsgeist und lebhaftem Witz verbunden. Wer in Erfindung der Bilder glüklich seyn will, der muß außer sich mit einem verweilenden, alles bemerkenden und durchforschenden Auge Natur und Sitten unaufhörlich beobachten: in sich selbst aber jeden bis zur Klarheit hervorkommenden Begriff, jede aufkeimende Empfindung bemerken, und sich den Eindrükcn derselben eine Zeitlang überlassen. Denn dadurch bemerkt man die Aehnlichkeit der Dinge. Je größer der Beobach- tuugsgeist des Sichtbaren und Unsichtbaren ist, desto reicher wird die Einbildungskraft an Bildern und Gemählden, die jede Vorstellung des Geistes und jede Regung des Herzens zu sichtbaren und fühlbaren Gegenständen machen. Denn die sichtbare Welt ist durchaus ein Bild der unsichtbaren, in welcher nichts liegt und nichts vorgeht, das nicht durch etwas materielles abgebildet würde. Es ist das eigentliche Werk der redenden Künste, uns die unsichtbare Welt durch die sichtbare bekannter zu machen. Also ist die Erfindung vollkommener Bilder bey- nahe das vornehmste Studium des Dichters. Die unabläßige Beobachtung der Natur und der Sitten, zu welcher Bodmer viel nützliche Lehren an die Hand giebt *), ist der eine Weg zur Erfindung der Bilder; die Dich- tungskraft, die abgezogenen Begriffen einen Körper giebt, die leblose Dinge *) Cntische Betrachtungen über die poetischen Gcmählde im ijicn und Zten Kapitel. V i l Dinge in lebendige Wesen verwandelt, ist ein andrer Weg. So macht Horaz die Sorge, nnd fast alle Leidenschaften , zn handelnden körperlichen Wesen, die uns überall verfolgen ^). Die Lebhaftigkeit der Einbildungskraft ist die einzige Quelle dieser Bilder Wer einige natürliche Anlage zur Erfindung und Erschaffung solcher Bilder hat, kann sie durch fleißiges Lesen der Dichter und Redner, denen diese Gabe einigermaßen eigen war, noch sehr verstärken. So wie nian bey vergnügten Menschen vergnügt, und bey melancholischen schwcrmüthig wird, so wird man auch bey witzigen witzig, wenn man nur irgend einen Funken Witz hat. Man wird daher allemal sehen, daß diejenigen, die viel mit witzigen Menschen umgegangen sind, über das Maaß ihrer natürlichen Anlage witzig sind. Wem der Umgang fehlt, der muß ihn durch das Lesen ersetzen. So fürtrefflich der Nutzen der Bilder ist, so sind sie, wie alle Dinge, dem Mißbrauch unterworfen. Die Redner und Dichter, die durchge- hends am meisten bewundert werden, haben sie als kostbare Würze mit behutsamer Sparsamkeit angebracht. Bey sehr wichtigen Begriffen und Vorstellungen, die man geradezu nicht mit der gehörigen Starke und Lebhaftigkeit ausdrüken kann, werden sie nothwcndig; bei) Nebensachen aber sind sie bloße Zierrathen, womit man sparsam umgehen muß. Sie sind wie Juwelen, die man nur «n wenigen Stellen anbringen darf. *) Lcsnrlit sei'srss viriols nsves Curs; nec rm'mss equituin relin- quir, Ocior cervis, er sgenre nimboz Oxioe Luro. — I'imor et minse LcsnNunc eoNsm quo clominus; neque vececiir sei zra reiremi; er Noll equirem teller sri's eins. ") S. Belebung: Dichtungskraft. V i l 407 Man findet deßwcgen, daß ihr Ue- berflnß, so wie derUeberfluß der Verzierungen in der Baukunst, allemal ein Vorbote des sich zum Untergang neigenden Geschmaks ist. Es wäre angenehm und nützlich, wenn sich jemand die Mühe geben wollte, aus den Ueberbleibseln der griechischen Litteratur zu zeigen, wie von Homer bis auf die sogenannten Pleyadcn, und von diesen bis auf die griechischen Rhetoren, von denen Rom zur Zeit der Kayser angefüllt war, der Gebrauch der ausc zierenden Bilder beständig in dem Maaße zugenommen, in welchem der männliche und gute Geschmak abgenommen hat. Doch ist es in gewissen Fallen gut, wenn Bilder aufBilder gehäuft werden, In Oden, wo eine einzige Vorstellung, die an sich selbst einfach ist, so lange wiederholt, und so genau auf alle Seiten gewendet werden muß, bis unsre ganze Vorstellungskraft völlig davon eingenommen ist, ist die Anhäufung der Bilder, die cmerley Sache in verschiedenen Gestalten ausdrüken, das einzige Mittel zum Zwek zu gelangen. Davon findet man häufige Bcyspiele bcym -Hora?: so wie man beym Gvidius fast überall Bcyspiele von Anhäufung der Bilder bey gemeinen, oder doch nur beyläufigcn Vorstellungen findet, wie z. E. in der Stelle: Dccors guoc concbss, quor Sinsens rolsris llorcs, (^uotve koporit'etum grsns ps- psver ksber; Lilvs kerss guot »lir, guor pilcibu» unlls n?t»cur, 8 B ik im starken Affekt, den man durch Worte äußern will, immer besorget, man habe die Sachen noch nicht stark oder hinlänglich genug gesagt. In diesem Falle befand sich Horaz bei) der folgenden Stelle, die man mit großem Unrecht mit der vorhergehenden aus den, Ovidius, in eine Claffc setzen würde. Lac! zurcmus in b.iec: timul imis tsxz rcnArinr Vociis levsrz, ne reäire lir ne/zs, bleu conveito clnmum ösre Iinreo, Huznlln lloäus Xlorivo loveric cocuminz, In nisre tcu ccltus procucrerir Apennin»,, lblovoczue monürs junxerir libiciine Xtirus sinor: zuvor ur rigres tub- tiöere cervis, -üllulceixrur cr columds milvo; Lrcclulo nec rsvrzs rimeonc armen» rs ieoncs, ^merczue tslb, levis kircuz lic- rnrs °i°), Dergleichen Anhäufung der Bilder dienet auch, wenn man nichts mehr über eine Sache zu sagen hat, den Zuhörer eine Zeitlang in derselben wichtigen Vorstellung zu unterhalten. Dieser Fall kommt am öftersten in der Ode und in der Elegie vor. Redner befinden sich bei) pathetischen Stellen oft in demselben. Auch die Form der Bilder, ihre Kurze oder Ausführlichkeit, Muß aus der Absicht, die man hat, beurtheilt werden. Denn bisweilen thut ein durch wenig Züge gezeichnetes Bild alle Würkung, die man verlangt, da es andremale muß ausgezeichnet werben. Wenn -Hermione, beym Euripides, zu der Andromacke, die, um ihr Leben zu erretten, au den Altar der Thetis geflohen war, sagt; lind wenn Sick gleich gesckmoftcn Bwp umgahe, so will ick dick dock von dieser Stelle wegbringen ''*): O llpnss oa, 16. *') llm'ip, Pogrom., vst zfi;, B i l so ist dieses Bild, ob es gleich nur angedeutet wird, von der höchsten Kraft. Hermione hatte sich vorgenommen, die Andromache aus dem geheiligten Ort ihrer Zuflucht, wo es nicht erlaubt war Hand anzulegen, durch ein ander Mittel herauszu- loken. Sic wollte den Sohn dieser unglüklichen Königin dahin bringen, und ihn vor den Augen der Mutter zu ermorden dröhn, wofern sie den Altar der Thetis nicht verlassen würde. Dieses Mittel sah sie für so unfehlbar an, daß es seine Würkung thun müßte, wenn auch zcsckmoken Älcp um den Altar flösse. Uebcrlegung und Geschmak müssen dem Dichter das Maaß der Ausführlichkeit an die Hand geben. Ueberhaupt scheinet es, daß die Bilder, welche auf Verstärkung oder Verschwächung einer Empfindung abzielen, allemal eher ganz kurz seyn können, als die, wodurch man die Vorstellungskraft zu lenken sucht. Diese Materie von dem Gebrauch der Bilder, ihren verschiedenen Würkungen und den daher entstehenden Formen und Gattungen derselben, verdient überhaupt von den Kunstrichtern in ein völliges Licht gesetzt zu werden. Was hier der allgemeinen Betrachtung der Bilder fehlt, ist einigermaßen in den Artikeln über die besondern Arten derselben ersetzt worden *). Zur Vollendung dieses Artikels können die, darüber in der allgemeinen Bibliothek (V. -2. S. zo) und in der neuen Bibl. der sch. Wissensch, (B. 15. S. zs u. f.) gemachten Bemerkungen eine Weisung geben. — „lieber DilO, Dichtung und Fabel," findet sich in der dritten Sammlung der zerstreuten Bllltter von I. G. Herder, Gotha >7»7- 8- S. 87. ein lehrreicher Aussatz. Bild. ») S. Allegorie; Beyspicl; Elcichniö: Metapher. B i l Bild. (Zeichnende Künste.) Aicses Wort scheinet in seiner ursprünglichen Bedeutung einen korpcr. lichcn Gegenstand zu bezeichnen, der durch Kunst eine ordentliche Form und Gestalt bekommen hat; denn einer unförmlichen Masse eine ordentliche Gestalt geben, heißt eigentlich bilden. Man kann demnach alles, was durch die Kunst eine solche Gestalt bekommen hat, es sey aus Stein gehauen, oder aus Holz geschnitzt, oder aus einer weichen Materie geformt, oder aus einer schmelzenden gegossen, ein Bild nennen; doch scheinet es, daß man vorzüglich den Bildern von menschlicher und thicrischcr Gestalt diesen Namen zueigne. Hiernächst wird dieser NamcN auch überhaupt den Gemähldcn gegeben, indem man große Sammlungen von Gemahlden Bilocrzallerien nennt. Aus demselben Gkund werden auch die Kupferstiche bisweilen Bilder genennt. Aber auch bei) Gemahlden und Kupferstichen scheinet die menschliche Gestalt einen besondern Anspruch auf den Namen des Bildes zu machen. Bisweilen drükt man das, was man gemeiniglich mit dein französischen Wort Portrait nennt, besonders auch durch das Wort Sils, noch gemeiner aber durch Bilsnisi aus. Bildende Künste. M?it diesem allgemeinen Namen bezeichnet man alle Künste, welche sichtbare Gegenstände nicht blos durch Zeichnung und Farben, sondern in wahrer körperlichen Gestalt nachahmen. Diese sind die Bildhauerkunst, die Steinschneiderkunst, die Gtcni- pelschneiderknnst, die Gtukkatur- kunst, von deren seder an ihrem Orte besonders gehandelt wird. Sie sind Bil ' 409 also so nahe mit einander verwandt, daß sie, so viel wir aus der Geschichte wissen, zugleich aufgekommen, zur Vollkommenheit gestiegen, und auch wieder gefallen sind, wie aus den historischen Nachrichten, die wir in den Artikeln Bildhauerkunst, geschnittene .Steine, Gehauunünzen, angeführt haben, zu sehen ist. Bilderbltnde. (Baukunst.) Ast in einer Mauer eine blinde, das ist, nicht ganz durchgebrochene, Vertiefung, zu dem Endzwck gemacht, daß Statuen oder andre Bilder dar- inn stehen können- Man nennt sie durchgehcnds mehr mit dem franzosischen Namen Nische e deiche). Sie werden an den Außenseiten der Gebäude, oder auch inwendig an den Wanden angebracht, die man mit Statuen verzieren will, damit diese besser, als wenn sie frei) stünden, vor Schaden gesichert seyen. Ihre Tiefe und Hohe ist also allemal nach dem Werk abzumessen, das man hin- einsctzcn will. Man bringt sie gegenwärtig nicht mehr so häufig an, als ehedem, da man die Gebäude mehr, als gegenwärtig geschieht, mit Bildern der Heiligen verziert hat. Sie schikcn sich auch nur da, wo das Massive einer Mauer durch etwas Mannigfaltigkeit zu unterbrechen ist, und besonders zwischen Wandpfeiler, wie an den vier Eingängen des Berlinischen Opernhauses. -H- (*) Wo Bilderblinden (dlicdee) eigentlich hingehören, und von den Verhältnissen, welche ihnen zukommen, wird, unter mehrcrn, in dem Lours retturc ... der HH. I. F. Blondel und Patte (s. den Art. Baukunst) Bd. >. S. zio. B. z. S. izz u. f. gehandelt. — Besondre blevacious äe dlicbes hat der Cc 5 jüngere 4io B i l jüngere Voucher, kol. 6 Dl. hcrauKge- s,eben. — Uebrigcns will ich noch bemerken, daß die Franzosen ihr bliebe, ans dem italienischen nicckic» (Mecrmuschel), als mit deren Abbildung der Hintcrtheil der Nichcn gewöhnlich verziert wird, hergenommen haben. — Bilderstuhl. (Baukunst.) Äierckigte Steine an den drey Spitzen eines Giebels, aufweiche Statuen gesetzt werden- Es war nach der Bauart der Alten gewöhnlich, auf die drey Eken der Giebel Statuen zu fetzen, und diese mußten nothwendig, um ganz gesehen zu werden, nicht unmittelbar auf das Hauprgesims, sondern auf einen erhöhten Grundstein gesetzt werden. Sie werden insgemein ganz glatt, ohne Fußgesims und Dcscl, in der Dike der Säulen oder Pilaster, über welchen sie stehen, gemacht; die Hohe aber muß nach dem Giebel abgemessen werden, Virruvins giebt ihnen die ganze Höhe des Giebelfeldes; Scamo;;i macht sie der ganzen Ausladung des Hauptgesimscs gleich- In diesem Fall würde man jn einer Weite von dem Gebäude, die seiner ganzen Höhe gleich ist, das ganze Bild sehen können. Was hier gesagt worden, geht blos auf die Bildcrstühle auf den Giebeln der Gebäude, die Vitruvius ^uroterm nennt. Man macht aber auch solche Bilderstühle für Statuen, die auf frcyem Boden, oder in Vil- derblindcn stehen, denen man auch die Namen Basameme, Postamente, giebt. Man macht sie würflicht oder cylindrisch, blos glatt oder mit Fuß- gesimsen und Dckeln, und hat sie seiner Negel unterworfen, Bildhauerkunst. Äöicwol der Name dieser Kunst anzuzeigen scheinet, daß sie nur Bilder B i l ans hqrten Materien ausbauet, so gehört auch das Formen der Bilder in weiche Materien, und das Gießen derselben in Metalle, dazu. Nicht nur steinerne und hölzerne Bilder, sondern auch aus Thon, Gyps und Metall geformte, oder gegossene, sind Werke dieser Kunst. Sie beschäffti- gct sich zwar mit Verfertigung allerlei) Arten von Bildern, hauptsächlich aber mit solchen, die Menschen oder Thiere in ihrer ganzen körperlichen Gestalt vorstellen. Wenn diese Kunst würdig seyn soll, eine Gespielin der Beredsamkeit und der Dichtkunst zu seyn, so muß sie nicht blos bey der Belustigung des Auges stehen bleiben, und ihre Werke müssen nicht blos zur Pracht, oder zur Verzierung der Gebäude und der Gärten dienen, sondern starke, dau- rende und vortheilhafte Eindrüke auf die Gcmnthcr der Menschen machen. Dieses kann sie auch so gut, als irgend eine der andern schönen Künste thun, ob sie gleich in den Mitteln weit eingeschränkter ist, als die meisten andern. Die wichtigste aller sichtbaren Gegenstände ist der Mensch- Nicht wegen der Zierlichkeit seiner Form, wenn diese gleich das schönste aller sichtbaren Dinge wäre; sondern dcßwcgen, weil diese Form ein Bild der Seele ist; weil sie Gedanken und Empfindungen, Charakter und Neigungen in körperlicher Gestalt darstellt. Der Leib des Menschen ist nichts anders, als seine sichtbar gemachte Seele. Also bildet diese Kunst Seelen, mit allem, was sie interessantes haben, in Marmor und Erzt. Die Seele selbst aber scheint ein Bild des höchsten Wesens, des erhabensten, vpll- kommensten und besten Gegenstandes zu seyn. Diese Kunst kann demnach das Höchste, was der Mensch zu denken und zu empfinden im Stand ist, dem Gesichte darstellen. Matt sagt von dem Jupiter des Phidias, B i t <6 habe ihn niemand ansehen können, ohne von der Majestät des gottlichen Wesens gerührt zu werden. Wer also die Kunst besitzt, wie Phidias sie besessen hat, der kann alles, was groß und edel ist, abbilden, und dadurch in jedem fühlbaren Herzen Rührungen von der höchsten Wichtigkeit erweken. Daß die Bildhauerkunst nicht zu dieser Absicht ist erfunden worden, daß sie selten zu einem höhcrn Zwck, als zur Ergebung des Auges, oder zur Pracht angewendet wird, kann ihre höhere Bestimmung nicht aufheben, noch vereiteln. Da überhaupt die Absicht dieses Werks nicht ist, die schonen Künste in der Gestalt zu zeigen, die sie würklich haben, sondern diejenigen merkbar zu machen, die sie haben können, so sehen wir hier mehr auf das Mögliche, als auf das Würkliche. Warum sollten wir ansehen , einer Sache dasjenige zuzueignen, was würklich in ihrer Natur liegt? Warum sollten wir bey einem geringen Gebrauch stehen bleiben, so lange ein wichtigerer möglich ist? Dieser höhere Gebrauch ist hier um so viel mehr zu suchen, da die Bildhauerkunst größere Ansialten und mehr Aufwand, als andre Künste cr- fodcrt. Ihre Werke sind kostbar und höchst mühsam: also muß auch der Zwek derselben groß seyn. Sie soll also nicht eine flüchtige Ueberraschung der Einbildungskraft, nicht eine bloße Ergetzlichkeit des Auges, nicht die Bewunderung der Ge- schiklichkeit und des Reichthums, sondern etwas größeres zum Endzwek haben. Sic sucht tiefe Eindrükc des Guten, des Erhabenen und des Grossen zu machen, die nach der Betrachtung des Bildes auf immer in der Seele übrig bleiben. Erst zieht sie das Aug durch die harmonische Schönheit der Formen auf sich; denn reizet sie dasselbe durch den Ausdruk zu ernsthafterer Betrachtung. Es B i l 4il sieht nun Gedanken, Empfindungen, Größe des Geistes, und Kräfte, daraus jede Tugend entsteht, angedeutet, dringt durch das Aeußerliche in das Innere, und stellt sich ein denkendes und empfindendes Wesen vor, das den Marmor belebt. Denn bestreben sich Geist und Herz, die Vollkommenheit, deren Begriff durch das Bild erwekt worden ist, ganz zu fassen, ihre eigene Gedanken und Empfindungen darnach zu stimmen; die ganze Seele strebt nun nach einem höhern Hirade der Vollkommenheit. Diejestst ohne Zweifel eine Würkung, die von vollkommenen Werken der Bildhauerkunst zu erwarten ist *). Also weiß ein Phidias Seelen erhöhende Kräfte in den Marmor zu legen: ist vermögend, jede Vollkommenheit des Geistes, jede Tugend und jede Empfindung des Herzens, den Sinnen fühlbar zu machen. Was kann aber zur Bestrebung nach innerlicher Vollkommenheit nützlicher seyn, als wenn wir dieselbe fühlen? Unter allen sichtbaren Dingen ist der Mensch ohne allen Zweifel der wichtigste Gegenstand des Auges; in ihm aber können alle menschliche Tugenden sichtbar werden — vielleicht auch übermenschliche; wenn nur die Muse dem Künstler ein höheres Ideal in seine Phantasie gelegt hat. Was also der Moralist mit ungemeiner Mühe dem Verstand vorstellt, große Muster jeder Vollkommenheit, das gicbt der bildende Künstler, wenn ihm nur die Geheimnisse seiner Kunst geoffcnbaret sind, dem Auge zu sehen. Dieses aber ist das Höchste der Kunst. Auch in ihren geringem Werken, selbst da, wo sie blos zur Verzierung der Städte, der Gärten, der Gebäude und der Wohnungen arbeitet, ist sie noch eine nützliche Kunst, wenn sie nur von dem guten Geschmas geleitet *) S, Statue, 412 Bit tct wird. Das Schöne, selbst in leblosen Formen, das Schikliche, selbst in gleichgültigen Dingen, das Ordentliche, das-Angenehme und andre Eigenschaften dieser Art. haben allemal einen vorthcilhaftcn Einfluß auf die Gemüther *). Verzogene Gestalten aber, von denen das Auge nichts begreift! Formen, die die Natnr verkennt; elende Nachahmungen natürlicher Dinge; Vermischung widerstreitender Naturen, sind Mißgeburten der Kunst, und Gegenstande, an die sich das Auge nicht ohne schädliche Würkung auf die Denkungsart, gewöhnet. Die Bildhauerkunst kann also ihren Rang unter andern schönen Künsten mir völligem Recht behaupten. Mittelmaßig scheinet sie von überaus geringem Nutzen zu scyn; aber in ihrer Vollkommenheit darf sie keiner andern nachstehen. Würkt sie gleich nicht auf so mancherlei) Art aufdie Gemüther, als die Dichtkunst, so ist ihre Würkung desto nachdrük- liehcr. Von dem Ursprung dieser Kunst weiß man nichts zuverlaßigcs. Aus der H. Schrift ist bekannt, daß schon zu den Zeiten des Patriarchen Bilder der Götter in Mesopotamien vorhanden gewesen. Dergleichen mögen bey mchrcrnVölkern selbiger Zeit im Gebrauch gewesen scyn. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Verehrung der Götter sichtbare Bilder derselben veranlasset, und daß durch diese die Bildhauerkunst nach und nach aufgekommen sey: wiewol auch der Einfall, durch Hieroglyphen etwas auszubrüten, die Gelegenheit dazu mag gegeben haben. Bey verschiedenen Völkern mag sie durch verschiedene Veranlassungen entstanden seyn. Aus dem Namen, womit die Griechen die Statuen bezeichneten, («70-X- könnte man vcrmnthen, daß die Bildhauerei) ursprünglich blos in *) S.Baukunst, B i l Verzierungen bestanden habe. Gc- schnizte Werke wurden deßwegen Zier- rachen gcuennt, und dieser Name blieb auch den Statuen. Vermuth- lich wurden Altare und Hayne zuerst mit würklich natürlichen Blumenkränzen ausgezieret. Als hernach anstatt der Hayne Tempel, und anstatt der aus abgestochenem Rasen aufgeführten Altare, steinerne gebaut worden, hat man auch die Zierrathen derselben von Holz und Stein geschützt, oder ausgehauen. Die ältesten Statuen scheinen bloße Ter. »ie>, gewesen zu scyn, und allem Ansehen nach haben diese die Gelegenheit zu Verfertigung ganzer Figuren gegeben. S. Tecmen. Unter den alte», aus der Geschichte bekannten Völkern, haben die Ac- gyptier, die Phönicicr, die Griechen, sowol in Kleinasien, als in dem eigentlichen Griechenland, und die He- trurier, diese Kunst vorzüglich aus- gcübct; aber die Griechen, und nächst diesen die Hctrurier, haben sie zur höchsten Vollkommenheit gebracht. Winkelmanns Geschichte der Kunst, die in jedes Liebhabers Händen ist, enthalt die richtigsten Nachrichten und Bemerkungen über den Ursprung, den Flor und den Verfall derselben. Es scheinet, daß die Acgyptier blos einen religiösen Gebrauch davon gemachthaben, dabei) aber bey der hieroglyphischen Bedeutung der Bilder stehen geblieben seyn. Wenigstens ist kein ägyptisches Bild bekannt, das außer seiner hieroglyphischen Bedeutung etwas vorzügliches hätte. Die Phönicier haben sie allem Ansehen nach auch zur Auszicrung ihrer Gebäude, und zur Verschönerung der Gerätschaften gebraucht, und zugleich zum Vorthcil der Handlung angewendet. Eigentliche Werke der Bildhauerkunst von diesem Volke haben sich nicht erhalten. Einen weiter» Umfang scheinet die Kunst bey den Hemmern gehabt zu haben. B i l Eie hatten nicht nur vielerlei) Bilder der Gottheiten, von hieroglyphischer Bedeutung, und mancherlei) Bilder, wodurch ihre religiöse Begriffe sinnlich vorgestellt wurden; auch politische und sittliche Gegenstände bcschäfftigten die bildenden Künste. Eine Menge historischer Bilder aus der ältesten Geschichte ihrer Stammvater, und nnzähflche Vorstellungen, die sich auf dasSitt- liche in ihrem Charakter und in ihrer Lebensart beziehen, sind noch itzt vorhanden. Die bildenden Künste scheinen überhaupt bei) diesem Volke von einem so ausgebreiteten Gebrauch gewesen zu seyn, daß selbst die ge- mcincsien Gerarhe, die gewöhnlichsten zum taglichen Gebrauch dienenden Gefäße, ein Gepräge davon hatten. Was man von Werken der mechanischen Künste in die Hände bekam, hatte etwas bildliches an sich, das gewisse religiöse, oder politische, oder sittliche Begriffe erwekte. Auf diese Weise konnten die bildenden Künste einen unaufhörlichen Einfluß auf die Gemüthcr haben. Allein auch dieses geistreiche Volk scheinet die wichtigste Art der Kraft in den Werken der bildenden Künste, wenig gekeimt zu haben. Ihre Vorstellungen harten wenig mehr als hicrogly- phischc Bedeutung. Nur den Griechen war es vorbehalten, das Höchste in der Kunst zu erreichen. Sie allein scheinen empfunden zu haben, daß nicht nur menschliche, sondern so gar göttliche Eigenschaften dem Auge konnten empfindbar gemacht werden. Also erhob sich die Bildhauerei) unter den Händen der griechischen Künstler nach und nach zu dem höchsten Gipfel der Vollkommenheit, bis sich Phidias getraute, die Hoheit Gottes in erhöhter menschlicher Bildung auszubrüten. Wie weit es den griechischen Künstlern gelungen, nicht nur erhabene menschliche Seelen, sondern so gar höhere Kräfte B i l 415 sichtbar zu machen, können wir aus verschiedenen übrig gebliebenen Werken der griechischen Kunst abnehmen. Der Gebrauch, den die Griechen von den bildenden Künsten machten, ist der höchste, den man davon machen kann. Denn von allem, was in ihrer Götterlehre, in ihrer Geschichte und überhaupt in dein menschlichen Charakter groß ist, suchten sie in ihren Mitbürgern eine Empfindung zn erweken, indem sie in den Statuen der Götter, der Helden und der tugendhaften Männer nicht sowol ihre körperliche Gestalt, als die Größe des Geistes abbildeten. Dieses war die höchste, wiewol nicht die einzige Bestimmung der Kunst. Gegenständen, in denen ihrer Natur nach keine moralische Kräfte liegen, konnte die bildende Kunst auch keine geben; aber sie gab ihnen, was sie geben konnte, Schönheit und Schiklichkeit der Formen. Die Römer hatten diese Kunst anfanglich ohne Zweifel von ihren Nachbarn, den Hctruriern, bekommen, und, wie es scheinet, einen maßigen Gebrauch davon gemacht, indem sie Bilder zur symbolischen Vorstellung ihrer Gottheiten, und andre, um das Andenken ihrer Voreltern und einiger ihrer verdienten Männer zu erhalten, aufstellten. Lange hernach aber, da sie erst in den griechischen Colonien, hernach in Griechenland selbst, ihre Eroberungen ausgebreitet, lernten sie die Werke der Griechen kcnnen- Es scheinet aber, daß sie dieselben blos als einen Gegenstand der Pracht, oder höchstens als Monumente der Kunst und des Geschmaks und auf die Weise geliebet haben, wie etwa gegenwartig die so genannten Liebhaber alle Werke der zeichnenden Künste lieben. Der ursprüngliche Gebrauch der Bilder wurde aus dem Gesichte verloren, und man sah sie größtentheils als Zierrathen an, wodurch man den öffentlichen Platzen, den 414 Bil den Gebäuden, den Sälen und Gallerten ein Ansehen geben konnte. So wie die Ucppigkeit in Rom überhand nahm, stieg auch zugleich diese Licb- habercy an den Werken der griechischen Kunst, die zuletzt bis zur Raserei) ausartete. Man weiß, daß der gute Cicero selbst nicht ganz frey davon war. Man hat also in diesem Zweig der Kunst die Roiner mehr wie bloße Liebhaber, als wie Künstler anzusehen. Sie plünderten ganz Griechenland aus, um durch die geraubten Werke der Kunst ihre Cabinctter zu bereichern *); sowie itzt mancher Natura- tiensammler aus Osten und Westen Schmetterlinge und Muscheln einsammelt, nicht um die Natur kennen zu lernen, sondern ein reiches Cabi- net zu haben. Schon daraus allein könnte man vermuthen, daß Rom keine Bildhauer von der ersten Größe wird gezogen haben; denn dieses ist nur da möglich, wo die Künste zu ihrer höchsten Bestimmung angewendet werden. Jedermann kennt die schönen Verse, durch welche Virgil die Römer wegen Mangels dieser Kunst tröstet: Lxcullenr «Iii chlrkriri» mollius uerz: l'u regere imperio pvpulos llo» msne memenrn^*)! Man kann hieraus den nicht unwichtigen Schluß ziehen, daß die höchste Liebhaberei), und die reichsten Kunstsammlungen eben keinen großen Einfluß auf die Erhöhung der Kunst haben. An keinem Orte der Welt sind jemal mehr schöne Werke der bilden- »srcellng ornzitient» riibiz, tizns rabulgsgus, guibus akuncisbanr gyrscusüs, kum-un äevexir. HoNiuin (zuwem ill« sswlis er pgrrs jnre belli. 6ackcr»m -uit-xm aecer»»- art-mu ->/>era /-ccnrraxne /iicra //>o/ial!Ä e/?, biv. I.. XXV. 40, t^eir. VI. B i l den Künste zusammen gewesen, als in Rom, das zu den Zeiten des Augu- stns vermuthlich mehr Bilder aus Erzt und Marmor, als lebendige Menschen gehabt hat; und nirgend ist die Liebhabcrey starker gewesen: dennoch hat Rom wenig gute Künstler hervorgebracht. Selbst unter der Regierung des Augustus waren die meisten Bildhauer in Rom Griechen. Diese scheinen mehr die Werke ihrer ehemaligen großen Meister nachgcah- mct, als selbst große Werke erfunden zu haben. Indessen erhielt sich die Kunst unter den Kaysern, in dem Grad der Vollkommenheit, den sie unter Augustus gehabt hatte, noch eine ziemliche Zeit hindurch. Lvin- kelinam, setzt ihren Verfall in die Regierung des Severus, und ihren Untergang noch vor Constantinus dem Großen. Nachher war die Verehrung der Bilder in der christlichen Kirche eine Gelegenheit, wenigstens das Mechanische der Bildhauerkunst von dem ganzlichen Untergänge zu retten. Es wurden durch alle Zeiten der Barbarei), die auf die Zerstöhrung des abendlandischen Reichs folgten, noch immer Bilder gehauen; und etwas, das dem Schatten der Kunst ähnlich ist, erhielt sich. Kaiser TheoSosius der Große hat eine Ehrensaule, nach Art der trajanischen, setzen lassen, auf welcher Bildhauerarbcit seyn soll, in der man den guten Geschmak nicht ganzlich vermißt: die Acadcmie der Mahler in Paris soll eine Zeichnung davon haben "). Es sind also in Griechenland und vielleicht in Rom, alle Jahrhunderte durch, die von dem Untergang Roms, bis auf die Wiederherstellung der Wissenschaften, verflossen sind, Bildhauer gewesen: aber ihre Werke verdienten nicht auf uns zu kommen^ oder Uilioirs cle; airs gui ont rsxpai l «lsllciu dir B i l oder wenn sie sich erhalten haben, so verdienen sie wenigstens unsre Aufmerksamkeit nicht. Es fehlet uns au einer gründlichen Geschichte von der Wiederherstellung dieser Kunst, so weit sie wiederhergestellt ist. Sie hat in Italien angefangen, sich wieder aus dem Staub emporzuheben. Die Gelegenheit dazu scheinen die reichen Handlungsstädte dieses Landes, be- sondersPisa, gegeben zuhaben. Der erworbene Reichthum machte ihnen Lust zu bauen z man ließ Baumeister und Bildhauer aus Griechenland kommen, und man brachte auch antikes Schnitzwerk, aus den Trümmern der ehemaligen griechischen Gebäude, nach Italien. Man erwähnt namentlich eines gewissen Nicolaus aus Pisa, vom igten Jahrhundert, der von den Griechen die Bildhauerkunst gelernt, und seinen Gcschmak nach dem, was er von dem Antiken gesehen hat, soll gebildet haben. Um dieselbe Zeit soll auch in Rom, in Bologna und in Florenz, die Kunst aufs neue aufgekeimt haben. Auch wird ein Andreas von Pisa um dieselbe Zeit als ein guter Bildhauer ge- ncnnt. Um das Jahr 12,6 verfertigte ein gewisser Marckione das Grabmal Pabst Honorius III. in einer zu Maria MaA^iore gehörigen Capelle, welches schon Spuren des wiederkommenden guten Ge- schmaks zeigen soll. Zu Anfang des 1 ztenJahrhunderts finden wir schon einen Manu, dessen Arbeit selbst Michel Augelo soll bewundert Habenz nämlich LorenZi Glnberti, der ans einem Goldarbeiter einBildhauer und Etempelschncider geworden. Von ihm sind die aus Erz gegossenen Thürcn der Kirche des heil. Johannis des Täufers in Florenz, die Michel Angclo für würdig erklart hat, an dem Eingange des Paradieses zu stehen. Um dieselbe Zeit lebten auch in Florenz noch andre geschikte Bildhauer, Donar oder il Donatello, Vit 415 Vranelcschi und Andr. Verochl'o. Von diesem ist das gegossene Bild zu Pferde, des Bartolomco Clcone von Bergamo, das in Venedig auf dem Platz des heil.Johannis und dcs heil. Paulus steht. Bald nach diesen kam Michel Angelo, den man mit Recht unter die größten Bildhauer der neuer» Zeit setzet. Durch ihn ward also dicseKunsteinigermaßen inJta- lien wieder hergestellt, und von da breitete sie sich auch hernach in andre Länder, diesseits der Alpen, aus. Allein den Glanz und die Größe, die sie vormals in Griechenland gehabt hat, konnte sie aus mehrcrn Ursachen, unter den Händen der Ncucrn nicht wieder bekommen. Athen hat wahrscheinlicher Weife so viel Bildhauer gehabt, als gegenwärtig in ganz Europa sind. Was ist aber natürlicher, als daß unter hundcrtMen- schen, die sich auf eine Kunst legen, eher ein großer Kopf sich findet, als unter zehen? Und daß, bcy einerlei) Genie, die Nacheiferung, und die daher entstehende vollkommene Entwik- lung der Talente stärker seyn müsse, wo viel Künstler zusammen sind, als wo sie einzeln leben? Daraus allein läßt sich schon abnehmen, daß die, Neuern in dieser Kunstübcrhaupthin- tcr den Griechen zurükbleiben. Ein andrer sehr starker Grund, der den Vorzug der Griechen über die Ncucrn vcrmuthen ließe, wenn wir ihn nicht durch die Erfahrung wüßten, liegt in dem Gebrauch der Kunst. Es scheinet sehr widersinnig, und doch ist es wahr, daß die eingebildeten Gottheiten der Griechen den Künstlern mehr Stoff zum großen Ausdruk gegeben haben, als die Heiligen geben, die von den Christen verehrt werden, (denn die Gottheit selbst abzubilden, untersteht sich niemand mehr,) deren Tugenden mehr stille Privattugenden, als große und hel- denmüthige Bestrebungen der Seele gewesen sind. Welcher von Heyden Kunst- 416 B i l Künstlern natürlicher Weise zu grossem Gedanken werde gereizt werden, der, der einen Herkules, oder der andre, der einen heiligen Anachoreten zu bilden hat, laßt sich ohne alle Mühe erkennen. Eben so große Vortheile lagen auch in der politischen Anwendung der Kunst unter den Griechen. Niemand, der nicht in der Geschichte der Menschlichkeit ganz fremd ist, kann daran zweifeln, daß die Bildhauer in Athen größere Helden, und überhaupt größere Manner, und bepde in größerer Zahl, vor ihren Augen gehabt, als irgend ein neuer Künstler haben könnte! daß die Thatcn und Tugenden dieser Männer, natürlicher Weise, die Einbildungskraft und das Herz der damaligen Künstler weit mehr müssen erwärmt haben, als ahnliche Falle gegenwärtig thun würden. Was von den Rednern in Athen angeführt worden *), gilt auch von den Bildhauern. Jedermann war ein Kenner, und der Künstler hatte das Lob und den Tadel aller seiner Mitbürger zu erwarten. Ein ganzes Publikum, unter dessen Augen er beständig war, hatte auch seine Arbeit täglich vor Augen, und wußte sie zu beurtheilen. Daß auch dieses eine große Würkung auf die Künstler müsse gehabt haben, kann nicht in Zweifel gezogen werden, Das bonos alit nrtes, ist nicht nur von der Menge der Künstler zu verstehen, sondern vornehmlich von der Nahrung, die der Geist, zu Erhöhung der Talente, von der Hochachtung bekommt, die matt Künstlern erweist. Daß endlich auch die Bildung des Menschen, oder die Natur, deren Studium dem Künstler die Begriffe an die Hand giebt, die sein Genie hernach veredelt, und bis zum Ideal erhöhet, in Griechenland vollkommener gewesen, und durch die griechi- *) S. Beredsamkeit. B i l scheu Sitten sich freyer entwikelt habe, als es unter den neuem Völkern geschieht, ist von Winkelmann gründlich dargethan worden. Wenn also in dieser Kunst, wie in so manchen andernDingcn, die Griechen uusre Meister sind, so ist es nicht dem Mangel an Genie, so», dem verschiedenen, theils natürli. che«, theils zufälligen Ursachen zuzuschreiben, die den Griechen günstiger als uns gewesen sind. Wiewol nun die Neuem würklich einige große Bildhauer gehabt haben, so kann man doch eigentlich nicht sagen, daß die Bildhauerkunst jemal in den neuem Zeiten, in würklichem Flor gewesen sey: denn dazu gehört in der That mehr, als daß etwa alle zehen Jahre in irgend einer Haupt- kirchc, oder in einer großen Hauptstadt, ein Bild von einiger Wichtigkeit, zur öffentlichen Verehrung aufgestellt werde. Daß bey günstigen Uniständen ein Michel Angelo, und auch uusre Deutsche, ein Schlüter und ein Balthasar s'ermoser, sich zu der Größe der guten griechischen Bildhauer würden erhoben haben, daran läßt sich mit Grund nicht zweifeln. Ein Verzeichniß derjenigen Schriftflel« ler unter den Alte», welche über Mahlert» und Bildhauerei) geschrieben haben, findet sich bei) dem JuniuS, De piNnre Vecer. Lid. II. e. z. und in Ladricii Lidl. ge. IÜI>. III. c. 14. §. lo. -- Von der Theorie und Geschichte der Bildhauerei) überhaupt handeln, unter den Neuer», in lateinischer Sprache:-llomponii LaUricij Oe Lculprn- ra, s. Lracuaria vec. Oial. d'Illr. 1504. 8. Ancv. 1523. 8. dlor. 1542. 1690. 4. und im sten B. S. 7 s; des Gronau« sehen Thesaurus, so wie Auszugsweise bey dcni VitruviuS dcS Lact. ----- U. L. tle Elberich Llor. De Lculprura UÜ1. Las >540. 8. Jtal. bei) der italienischen Aufl. der Abhanhl. des leon. da Vinci von B i l von der Mahlcre», ?sr. >6;i 5. Engl, bc» der engl. llcbcrs. f. Wertes von der Baukunst von Leoni, I .onä. 17-6. (. 2 Bde. — De Laetsrura ec 8culprura Vcccr. Lkpillols , von AldUs Manutius, i» den (Zuaell. pcrllpillol. Vcn. 1576.8. Im qtcn Bde. von Lrureri I.amp. und im 9ten B. Sk 8°z des KrvnovschenThes. Von cbend. findet sich in dem Salengrc- schen Thes. B. 1. S.815. und in dcmatcn B. der Anseä. kirrer. Ii. 1774. 3- ein Aufsatz De 8igno er 8rarua. — — Das zte und 4te Buch von l .uä. De» innnrioiii Lallus liamae iäospes . . . liom. >585- 4. welcher, unter der Aufschrift : Lcnnmenrar. cie 8culpcura, Laclac. Qernmar. 8calpcura er I ^idbura ^»ricz. bc» der Dactplivthck des Gor- lckns, Antiv. 1609. 4. bc» dem Vitru- vius des Lact, und im yten V. S. 777 u. f. des Gronovschcn Thesaurus qbge- dructt worden ist. lul. L. Lulengeri äe l ^itstur. ?lallice ec 8caruaria, I.il>. II. in s. Vpulc. I .ugä. L. >621. 8» Einzeln, cbend. 16-7. 8. und im sten Bde. S. 809 des Gronovschcn Thesaurus. Engl- vonTH.Malie, I.c>nä. 1657. —- k. ?. liubcnii äe Iniicarione 8racusr. graec. tckeäiasma» in des de Piles Lours cie peinrure, ?ar. 1703.12. 1760.12. (G. de» Art. Mahlere)') — Dedäar- innridus; äe 'Tneeurice; Und äe ?Ia» llice, das Itc Kap. des ersten, und das zte und 6te Kap. des zweptcn Theilcs, in lo. T^ug. Lrncllj TLrclrscnI. lirer. Istps. 1768. und mit vielen Zus. von G. H. Martini, cbend. 1790. 8. — ll. Q. läe^nü Lvminenrar. äuae luper Verer. Lbvre, clnirneiscziie 8jgnis im iten B. der dluv. Lommenr. 80c. lieg. Qorc. Deutsch im >;ten Bde. der neuen Bibl. der- sch. Wissenschaften; und Erlstuter. dazu ist eben desselben anliquar. Aufs. St. 2. S. >4S. — Ebendesselben Klo» numenror. Lrrufie. ^rcia aä gcnera Lu» er renrpvra revoc. illullrario, im 4ten und zten B. der dstov. (lommenr. Lue. lieg. Qnrc. Deutsch, iin igten, lylen und aotcn Bde. der neuen Bibl. der sch. Wissensch. Mit den Issoriaie circ» Erfteu Tsieil. Bit 417 In 8caltura äegli.stnriekn e i vor! luni 8c!ti, de» dem 8aggic> cli Lingua errut» ca, liom. 1789. 8. Z Theile. — In itstlienisclier Sprache: II vi- legno liel 8. (TUir. krc.) Ooni nve Ii rrarra äeila 8colrur» e ?ict. äs' Lolori, äe'Lierri, äe' hstoäegii, con innlre cole sppcrrinenri, Ven. 1549. 8. —. Inder, den Vire äe'piü eccellcnri TVrch. I'icr. c 8cuicnri Irsiisni von Va« sari, vorgesetzten Inrroäu2ione alle rre T^rri äel äilegno, handelt das 8te - >4te Kap. (S. 75- 94. der Ausg. »on 1767. S.dcn Art. Mahlere/) von der Bildhauerei». — Oue dCrarcaci, uns äsiie ncre princi- pale parrl ä'vreliceria, I'slrcro in ma- reric äell'arre äelia 8cuirura, änve II veäono iniiniri legreri per lavnrare le ligure äi inarmo, e äel gerrarle äi l)rvN2o, äa Lenv. Leiiini, (ir. i;68. 4- cbend. verm. mit einem Oilc. (»pra I principe e'I moäo ä'imparare I arre äel äisegnn, 17z I. 4. (.Der, die Bildhauerei) angehende Traktat handelt, in sechs Kapiteln, I)e var^ moäi äi bar le llacue äi rerrs per gcrrarie äi bron» 20; äelle loro camice äi ccra, rnr- niclie e coperrure äi liagnunlo; äell prcparare la rerra äi clie primo Ii (an- nc> äerce 8rarue e czual IIa piü a pro- polico; äe'cavi äi gello; äell'arma- äure äi (errn; äegli lfiararoi, c äel rnoäo äi cuoiere le torrne; äell rno- äo äi inerrcr le (ormc neila (olle, e äelle milure äi cila tnila; äel purre gli sliacaroi, e äel riempiere la äerra t'nlla; äel por le spine; äel murarc il canale; äelle äiligenze äa utarli in prcparare il brenne, e äel riparare a äiverli acciäenri, che in liinile call pollonn inrcrvenire; äeiie torna^i a gerrar bron^i, e ioro parci e miiüre; äelle czualir^ äelle cerre äa murarie c inronacarle, e äel moäo äi llrugLere il l>ron2o; äelia c»usl>ra äi äiverli inarini acri a tare llarue; äel lare i innäelli äi rerra c äel inoäo, clie li äeizlze rcnere per encrsre a lavnrare co' lerri ne' äerri rnsrrn!; äel inväc» äi conäurre i Lolvlli, e äel ricrctccre Dd i rno- 418 B i l B i l ! mockeili cks brsccis plccoie s brsccis ^rsncki per niez^o cki uns nuovs re- xc>ls; breve ckilcoria iucorne sll'srce ckel ckileAirci, ckovc Ii cvuclucie, cbe Is lZculcura prevsZiis slls?ircurs, e cbe migliori elrckireni ckivcrrsno czuelli, cbe piü pcrkerri 8culrc>ri Is- isnno.) Auch sind, von Cellini, noch Hey den I-e^ione cii dl. lieneci. Vsrcbi . . . Leprs ckiverle iresreric poerickc e sti»L»k. ?ir. ,549. und cbend. 159°. 4- «in Beicf über den Vorzug der Bildhauerei) vor dcc Mahlcrcy; und, über «brn diese Materie, odce eigentlich über die Vortreflickikeit der Bildhauerei), eine kleine Abhandlung von ihm, bcy den Tiie- ^uic cli Vliekel- /lric-cl» lZuonsrocri . . . 1'ir. 1564. 4. befindlich, lieber« Haupt ivar die Frage, welcher von diesen bcpden Künsten der Vorrang gebühre? damahlS ein Gegenstand allgemeiner Untersuchung; und der angeführte Varchi hielt darüber zwey Vorlesungen, die in seinem vorher angezeigten Werke, nebst einigen Briefen darüber von Michel Angela, Tnbvio, Pantvrmo, u.a. m. abgedruckt worden sind. — In den viicor- Ii l»prs le ^nricdirü Id»m. cki Vinc. 8csin»2^i, Vcn. 158s. i. Mit 40 K. wird von den verschiedenen Arten des Marmors zu Statuen gehandelt. — il idipcilc, cki Idslscle Lorgiiini, !n cu! Ii t'svells ckeils I?irr. e ckeils 8culcurs, e cle' pcü illustri I>irc. e Lculrori snr. c inc.ck. . . bjr.1584.4. verb. durch Mar. BiScioni, cbcnd. i?zc>. 4. — Vitcvrlb inrnrno slls 8culrurs c ?irr. ... cii T^lell'. I.smi, Lrcm. 1584. 4. lb l- ckes cke' ?icr. licnirnri e ^rcbic. I.ib. ckue cis! Lav. ?eck. ^uccsro, l'or. 1607. 4- und in dem 6ten B. S. zz u. f. der idscenlrs cki lerrere iuiis i'irr. Lcui» rurs eck /dick. Id. 1754—>77Z- 4- 7 Bde. — /dvverrirnenri c regele io- prs I Idrcb. civ. e mil. Is l^icr. Zcuiru» rs e brcck'pccrivs, cis ?ier. Idnr. bsrcs, Xlii. 1620. t. — b,c ?c>mpe ckeils ^cuirurs, cks Lisitib. XIc>rc>ni, ?err. .64c.. 12. — Drsrrsrc, ckeils b'irrurs, e secckcurs, utc> eck sbulo ioro, som.» posto cis un l^coioAo ( dein P. OttSi nclli) e cis un kirrcire (Piet. da Cor« tvna) .... bir. 1652. 4. (Das Werk, welches, in einem Gebethc, dem Evangelisten Lucas zugeschrieben ist, enthült, in 6 Kap. eine Art von Moral für die Künstler, und die Liebhaber der Künste. ES wird darin z. B. untersucht, ob der Möhler oder Bildhauer nackte Figuren machen, und ein Liebhaber sie aufstellen, ob jener an Zcyertagen arbeiten, und dieser sich selbst abbilden lassen dürfe? u.d.M. Der Verf. ist ein solcher Eiferer, daß er durchaus keine Statuen von heidnischen Gottheiten, keine von denjenigen römischen Kaisern, welche der christlichen Religion nicht wohl wollten, oder von Ketzern leiden will ) — Oitcvrla ckeile 8rsrue . . . cis (ckiove Knckr. bvrbnni , idam. l66i. 4. — 1-eccers, neils qusle il riiponcke sei sicuni czuelici cii ?irr. Lcnlcura erc. von Fil. Baldiuuccl an dcnMarchese Vinc. Lapponi, kdom. 1681. 4. bir. 1637.4. und in derldscccckrs cki sicune aprisc. cis ?il. Usiciinueci, bssr. 1765.4. — 8tc>Lsmenri ci iiiAc^noLo» pr» ts l?irr. c Is Zculrurs, cisi ?. ?r. ^iiiro2?i, Ven, 17Z5. 12. — ldsccal» rs cii lerrcre sulis picr. Lceilrurs eck Tdreiiir. teiirre cks' piü celedri perto» iisi-Ai clie in ckccre srr! iioriroiio cksl Lec. XV sii XV^Il. Id. 1754— >775-4» 7 V. — lZisiogki ioprs ie rre Krri ciel ckiscgnv, I.ue. 1754. 8. (vonGkov. Boltari; der Gesprcichc sind 5, und die unterredenden Personen Giov. P. Bello- ri und Carlo Maratta; sie handeln größ- tcntheils von den für die Künstler sowohl als für die Kunst, daraus entspringenden Unannehmlichkeitcn, und Beschränkungen, das ein großer Theil derjenigen, für welche die erster» arbeiten, mit der letzter» unbekannt, und zugleich voller Eigendünkel, Eigensinn und Eigennutz sind.) In der I^rce cii veciere nelie belle srri. ciel eiiteAnc) iccoiicjcz j principe cki Lui» 2cr e cii IcSeiigs , Ven. 1781. 8. Deutsch von Chr. Fr. Prange, Halle 1785.8. handelt. der ite Abschn. S. 1 — 90 von der Bildhauerei, und enthcklt Dcschreibunren der B i l B i l 419 der vornehmsten, filtern und neuem Sw- tuen und Beteachtungen über die Kunst überhaupt. — Bey dem SsAzio cii Pin- ^ua Lccuica, K»m. 1789. L. ZTH. von buigi baust finden sich kstocizie circa la Lculcura eleZIi /Zürich!, e i vari luoi liili. -- — In spanischer Sprache: Varia Lom- mcnsurazivir para la lstlculrura ^ /Zr- chic. par l). )uau cle /Zr)ihe7 Villa- baue, Xfiaä. 1675. 4. — In französischer Sprache: Lonke- rcnces eis I'/Zcacl. Po)-. fie peinr. cr Lculpcuce penfianrl'aunec 1667 >>. Xfir. pclibicn, par. 166g. 4. und im ZteN Th. S. 089 der Ausg. s. Lncier. lur lez Viez. . stez. . peinrres, l'rev. 1725. 12. (Oer Unterredungen sind sieben, wo- von aber nur die dritte eigentlich die Bildhauerei) angeht, und Betrachtungen über den bavcoon cnthcklt.) — Oes princi- PL5 fie I'/Zrchir. eis la Lculprure, che la Peine, er lies arc« czui en clepenclenr , . . 9. Xfir. pelibien, par. 1669. 1690. 1697. 4. mit K. ( Von der eigentlichen Bildhauerei) handeln die sechs ersten Kap. des -rcn Buches und zwar, De la Sculpr. en Zeneral; I)e la ma- niece che mochelec ec eis laire lcz HZ. che rerre ec che cire; che la 8culpr. en hvis; che la lculpr. er» marlore er au- rres pierrez; che la maniecc che zeccer les ligurcz cn brenne, ches li». che plomd, che plaltre ec che lbuc; die übrigen Kapitel dieses Buches betreffen die Steinschnciderkunst und Kupferstecherkunst.) — Senrimenrz ches plus habi- les peinrres lur la prarirzue che la peinr. er che la Lculpruce, mis en rable che precepccs avec plulieurs chisc. acach. 9. plcnr)- "pestelin, par. 1680, s. und bey dem Gedichte des be Mierre, l.a Peinrurs en III Lli. /Zmlb, 1772, 12. Deutsch von Sandrart, Nürnb. 1690. 5 und im 6tcn B. der neuen AuSg. s. W. (Oaö, ivaS die Bildhauere» besonders angeht, findet sich nur in dem Oilc. lur les proporrinnz S. Z7 und 44 der letz- tcrn Ausg. — Fucßli gedenkt, in s. allg. Künstler-kepicon Art. Anguyer (fifizs) eines, von diesem Künstler, übe? die Bildhauerei), in 14 Gespr. geschriebenen Werkes, welches ich nicht näher kenne — B raire ches Siarues p. Xlr.pranc. l.emüc, par. 1688-8-— Xfianusccic pour con» noirre les Xfiech. er les 8iacues ancien- nes, 9. hlic. che porcionc.ru cr IV ches plus l'svans cr lacneux /Znrio. ch'iralie, chstsp. 171Z.4.De la Lculpture. chu ralenr «zueile chemanche, ec che l'arc che.755- >2. — In dem lle- cucil che «zucilzues pieces concccnsnc les /Zcrs . . par. 1757. >-. findet sich S. 16s ein «Vlem. lupla Lculpcure, welches eine feine Kritik verschiedener Werke der französischen Bildhauerei) enthält. In dem Z9ten B. der Xlcm. che I'TZcach. che» Inlcr. QuartauSg. ist ein Aufs, des Gr. CayluS: lieber die Mittel, die Farbe in den Marmor zu bringen, und die Züge dauerhast zu machen; Deutsch im iren B. S. iS? s. Abhandlungen zur Geschichte und zur Kunst, Alt. 1768. 4. — lieber die Verwandtschaft der Mahlerey und Bildhauerkunst, eine, in der K. Franz. Aca- demie, im I. 1759 gehaltene Vorlesung; Deutsch vor dem yten Bde. der neuen Vibl. der sch. Wiffensch. --- Kellcx, lur la Lculpcure par Lc. palcoucc, par. 1761. 12. und im iten B. der Samml. s. W. I-sulaune 1781. 8. 6 B. Deutsch vor dem iten B. der neuen Bibl. der sch. Wissensch. Von eben diesem Verf. sind folgende, in der gedachte» Sammlung befindliche, die Bildhauerei) mehr oder weniger angehende Schriften: 2) pcozec ch'uue Lcsrus «yuestre (Peter deS D d 2. Großen) 420 B i 5 B i l Großen) z) Ohservsc. sur un perlt Lciir. . cie Xäil. Lkzsresiiurzc (den Aufs, desselben, l'Iie )uciZmcnc ot ksercuiez, gewöhnlich in dem zten B. s. Liiorotte- riliicz abgedr.) 4) (^uclczuez pzsszgcz cie Licercin, czui prouvcnr, ciir-cin, czu'ii eroir corinnistcur; 5) Oerrre ö une cspöce cl'zvcuZIe 6) Obiervzr. sur 1s 8rsrue «le kcizrc-Aurele, einzeln, ^mst. 1771. 12. Oonci. 1777. l?. 7) ?zrzllele ciez proporc. «lu Liicv. cle ^larc-Aurele er cie celiczciu hesu na» rurcl; 8) Briefe von - und an Cochin, Diderot, Mengs, und allerhand kleine Auffitze, über Webbs Schrift, über Hessings havkoon, über einen von Algarot- tis Gerrere pirroriche in Ansehung der Ovlon»» fsrzzsnz, sämmtlich im 2len B. und wovon verschiedene, unter dem Titel: ?iecez rvrircen chz- ö/lr. iczlcci- ner znä öär. Oicierct on Lculpcure in xenerai, Znct psrricuiari^ r>n rsseSrz- rue c>s ?ercr rke Qrezr, Oonci. 1777. 8. ins Englische übers, morden sind. 9) dgcirez lue rrnis Oivrcz «le ?I!ne ssnc. vü il rrzirc cle Iz peinc. er cie Iz Lcul» prurc, mit der llcberf. dieser Bücher (des zqtcn — z6tcn) im zten und 4ten B. der Samml. ic) 8ur cleux I^einr. cie ?c>I/Anore 11) Ouelc^uez Icieez sur le Lezu cjznz szrr 12) Ou rzhiczu cie sOimznrire iz)8ur cicux OuvrZjzczcle ?hic1izz. 14) Gerrere cie Xlr. Ougliel» mi, ?einrr. kc>m. 15) stzstzscz cie ?Iine (um zu beweisen, daß Plinius nicht viel von der Mahlcrcv und Bildh. verstanden) sänimtl. im zten Bd. 16) Sur ja s>e!nr. ciez T^nc. 17) Onrrer. cl'un Vo^Zßeur zvcc un Lrzruzire. ig) Lee. Lnrrcrien 19) Lur Iez drvn^e, nebst noch einigen andern kleinen Aufs, sstmmtl. im 6tcn B.dcrOeuvr. Ob die neuere Ausg. s. Werke mehrere Aufs, enthält, ist mir nicht bekannt. — In den Varierez lirrer. B 2. S- Z8Z findet sich ein Brief über die vorhin angezeigte lizccolrz cii icrrere, worin die, in dieser befindlichen Ideen über die Unterschiede und Vorzüge zwischen Mahl, und Bildh. in einen Auszug gebracht worden sind. Llszi sur 1s Lculprure, bey dem Orzire cle ?einrure des Andre Barden, ?sr. 1765. 12. 2 B. Auch gehört noch eben dieses Verfassers klilt. univer- seile croiree relzrivemeuc zux »rrs cie peinclre,liesculprer. . pzr. 1769.iZ.zTH. hichcr.— Ichuoßrzpkiic, c,u Oilc. sur icz czuzrre^rrz cl Vi^rcli.?einc. Lculpcure er Orav. zvec ciez nvrez kiillor. cozino. Zr. clirunoi. geuczl. er käcinogr. Ohiss. res, sccrrcz inirisl. lozugr. . . . p. kvir. sleriierc, ?zr. 1767. 1 2. ; B. — Os IDizge clez Lrsrucz, che? lez.^ncienz: Llsziiiilkor. Lrux. 1768.4. NiitK. (Eine in der N. Bibl. der sch. Wisscnsch. B. 7. S. liiz angezeigte Pariser Ausg. des Werkes in 8. ist mir sonst nicht vorgekommen. Es besteht aus z Thcilcn; in dem erstem, welcher 19 z«ap. enthält, handelt der Verf. Oe I'origine clez 8czruez; cie i'zlius cpic 1s lüperllirivn irr clez monumenz szcrez; ?rc>Zr. ciez Loccilez cie lecarcie liAnez iufurmez äceiui cie timulscrei ü üj-urc kumsine; cie soriginc cie simu» Iscrcz clez Oicux cisnz I» (s-iccej cie Iz s'ropzgzriliir ciez Limulscrez «lex Oieux eu cliiker. Lonrreez; cle ^uel- czuez mox. cie rciiF. er cie puiir. czui rerzrciercnr le progröz erlz pertebtion clez 3iu>uizc. ciez vicux; lies prozrez er clez zvznrz^es reci^>r. cle Iz sculpru- re er cie 1'iciolzrriej ciez clisser. cs>o- czuez clu prvZrez cie t'srr iksruzire; ciez ziruArez er cie Iz mulripiiczrion clez Limuizcr. clez Lczruez szcreez »u mo- ^cn ciez fszres er clez penzcez; >le 1a lnulripliczc!c>n ciez Lrzc. cauleez pzr lez Lror. vorivcz; ciu proZNez ciez Lrs» ruez clznz le rzppcirr czu'eiiez cinrsvec: iez prcmiärez nizrierez clonr c>n lez szdriczuz; proAröz ciez Lczr. pzrl'uszZe ciez mcrzux; ciu proZrcz clu luxe ciez Lrar. cl'vr er ci'sr-enr; rsisnnz cle ciis- sercnrcz cievilez ciunc ou ckzrAez iez Lrzr. ciez Oicux; ciez sirociiZez er «lez iriirzciez srrrik». zux Lrzcuez; princ. cie poiir. er cie reiigion rouclizur 1» z>c>stetlic>n er Iz privzrion clez 8rzr. clez Oicux; ciez mzryucz cic relhebk erclcz kionneurz «zu'vn rencloir sux Lrsr. clez Oieux; B i l B i l 42! Oieux; che l'inrrochuöiion äes^rsr. civil. clans le culre religieux; lies for- inalires en verru chcsczuels les 8rar. ches fommes chiitinZues parveuoienr aux lionueurs liivins; III dem zweyten Thci- ke, welcher 2, Kap. IN sich begreift: lfiicorie che la ^ioraie >ies8rsr. iiouo- listlzuez; ches 8rat. honorif. chans la Lrece; ches 8rac. iionorif. ö Itome; ches Lese, rriomphaies; ches Lrar. pour Iivnorer les rslens; lies Lrar. cu l liou- neue ches iciumes; ches Lear, rzue les Llieus chrclfoieur k leurs pacrvns i äcs 8car. prochuires par la renliresse uaru- relle, ou pur la picre parcrnclle ou filiale j ches Lese, constchercs comme Xiouumeus che tairs cxrraorch. er re- insrczuablcz j ches lufcripr. chonr ou sccompaz-uvir les Lracues; ches reglcs chans I'ereöiion lies 8r»r. cc lies tor- inalices czuel'on prariczuoic; lies lieux on I on pouvoic place,- lies Lcarucs; princ. chiisserens chans la concelssion er ereöiion lies Srar. chans les pays übres er chans les pa^s l-ouvcrncs par uu fcul, lie l'alius lies 8car. kionoristizucs; lies tionneurs Hu'vir renchoic aux 8csr. lies iroinmcs illustr. er lies privil. chonr jouilioienc en parric. cellcs lies Lou- verains; fanÄion en faveur lies 8ra. rues; lies rrairemenrs lAnominieux rzu'on tailoir fubir aux 8rsc. lie ceux ^ui eroicnc regarries comme crimi- «clz; liu clroir «zue les conczuerans s'srrnAeoienr für les 8rac. lies psvs conczuis; chu Zouc rles 8rac. comme ornemenrs ches echistces; lies foius izu'vu apporroir ö la coniervsr. ches 8cacues; clcs calieöiiou ch'ancilz. er «les 8rsr. faires par l'amour 2. Deutsch, b'eipz. 1772. 8. — OriFine lie la 8cuiprure, ein Aufs, von I. Frc. Blondel, Key s. Lours li'/Vr- ckirebb. ?ar. 1771 U. f. 8. B. >. S. >58. welcher auch noch, mit Rucks, auf Baukunst davon, in eben diesem Werke, cbcnd. S. zz<5 u. f. und B. z. S- 200 u. f. handelt. — — Auch gehören diejenigen Schriften, in welchen von der 'Ausarbeitung cinzclcr Werke der Bildhauerkunst Nachricht gegeben wird, in so fern zu der Theorie derselben, als sie zu ähnlichen Ausarbeitungen Unterricht geben können, wie, Oilc. iur la 8racuc clzueliro >ie ?re>ieric Quillaume, crigee für le ponc neuf ö iierlin, p. Lk>. TVncillon, licrl. l/oz. f. --- Oefcripr. rie ce rzui a ere prariczus pour fourirc ei'un fcul ^jec ia Lcarue cczuefire che l.ouis XI V. en 1699. f>ar. 174z. f. von Germ. Boffrand. -- veicripc. chcs rravsux» izui our preceches, sccompa^nes, er fuivis la konre en brori^e ch'un fcul jer che la Lrarue eluricz. from rlic Lsbincr af öär. fls- milrou findet sich, in dem iten Bd. Dd z Mp. 422 B i l B i l dstsp. >756. k. ein Aussatz über Seulptur und Mohlcrcy, welcher über den Ausdruck darin, ganz gute Sachen enthält; und be» dem zten B. 177z. L. eine Geschichte der Bildhauerei) bey den Griechen. — werter »n tzocr. ?ainr. snck Lculpcnrc, honst. »76g. Z. von H. King. In hoiiänSischcr Sprache: Das zehnte Buck von Gerh. »on Laircsse Lctiilstarlioclc, Istsrl. 1720. 4. Dcutsck, Nürnb. >728,1784.4. (S. den Art.LNah- lerey) handelt von der Bildhauerei) überhaupt. — — Iii Scmscker Sprache: losch. ste Rsnstisrr ^stmirsnsta arris 8rsruiir. Zdlor. 16L0. f. und ini 4ten Bd. der Samml. ü W. (des Textes ist sehr wenig, und dieses ist weniger für den Künstler alö für den Liebhaber lehrreich.) — Der, in dem atcn St. der Beiitr. zur Seit. Historie der deutschen Sprache. . . Lcipz. >7ZZ. 8- S. -zz angezeigte Tractal von Statuen, von Thevd. Lud. Lau, ist mir nicht näher bekannt. — Die Winkel- mannschen, hieher gehörigen Schriften, finden sich, bey dem Art. Auritz, S. 184 angezeigt. — Die erste Abhandlung des -ten Bds. von Körcmons Natur und Kunst inGcmähldcn, Bildhaucrcycn u. s. w. Wien >770. 8. handelt, in z; §§. von der Bildhauerei). — A. F. Büschings Geschichte und Grundsätze der sch. Künste und Wisscnsch. im Grundriß: Erstes Stück, welches die Gesch. und Grunds, der Bildhauerkunst enthält, Beel, 1772. 8- Und a) Ebend. Entw. einer Geschichte der zeichnenden schönen Künste, Hamb. >781. 8. welcher in den Briefen für Mahlcr, Zeich, ncr . . Bildhauer . . von Carl Lang, Frft. a. M, -7. S. Z7s handelt von (dem Mechanischen) der Bildhauerkunst. — Entwurf einer Prüfung aus der Geschichte der Bildhauer, kunst im Werth, von Fel. Hofstäter, Wien »778. 8. — — S. übrigens, in Rück, ficht auf die, zwischen Mahlcrc» und Bildhauerkunst befindliche Verwandtschaft, die, be» dem Art. Mahlcvey angeführten Schriften. — — Mehrere Schriften, welche bloß die Geschickte des bildenden Künste über« Haupt, und also auch hie Geschichte der Bildhauerkunst vorzüglich bey den Alten mit angehen, sind, bey dem Art. Antilk S. >85 u. f. angezeigt. — Hier kommen noch dazu: der ztc Abschn. des -teil Kap. in dem hsssi tur 1'tzlittz. stes bell» herrrcz, stcz kiciences er stcs T^rrs, p. dstr. )uvenel eis Lsrlencsz, hyon 1744. >2. 4 Th. (S. Z88. des iten Th. der d. llebers.) Auch wird von der Bildhauerkunst noch in dcsSavericnIstiltz. stez proArcs ste tzelfirlr kumsin, psr. 17-56. g.u. a. m. gehandelt; — und in dem sten B. der ^nccstoccs stcz l-czux T^rrz . . . . ?ar. 1776. L- Z B. finden sich mancherlei), sie betreffende, Anekdoten. — — Nachrichten von einzclcn Kunstwerken der Bildhauerkunst, und Bildhauern der Alten liefern: Lslllssrsri l. llelcripc. Lcarusr. bey den Werken der Phllostcaten, Lest. pr. Ven. 15--Z. t'. gr. Von Olearius, hlpst. 1709. L. gr. und lat. Französisch, von Bl. Vigcncre, Bourb. >zs6. und diese Beschreibungen, mit B i l B i l 42z mit Derb. und Anm. von Zh. Embry, kar. >6>;. >6)7. f. mit Kupf. Deutsch, sclinmtl.voiiDav. Lhrstn. Scybold, bemgo 1776. 8. — Wegen des Pausanias und Plinius, s. den Art. Antik, S. 187. — Au den Erlclutcrungsschriften des letzter» gehören hier besonders, von den verschiedene» Aufsahen des Gr. Caylus: 1) Er- lciuter. einiger Stellen des Plinius, welche die Künste der Jeichnung betreffen. 2) Don der Bildhauerkunst und den Bildhauern der Alten, z) Ann,, über einige Kap. deS zgtcnKap. des Plinius. 4 )Vvn der Bildgraberkunst der Allen, in dem lyten, s;ten und zrten B. der Klem. äe I'/^caä. lies lutcripr. der Duartausg. Deutsch, in s. Abhandlungen zur Geschichte und zur Kunst, Altcnb. 1768. 4. sB. B. 1. S. nz .251. B s. S. >;z. Z07. — — Auch handeln, blos litterarisch, von verschiedenen Gartungen der Statuen der Alten noch: käm. Ligrclii äe 8rs- ruis iiluffc. ttumauor. lib. tln?. käalm, 1656. 8- (So weitschweifig dieses Werk auch ist: so enthüll cS denn doch vielerlcy Materialien, welche von ncncrn Schriftstellern mannichfaltig benutzt worden sind.) — loa. Ilenr. Lctilemmii äe Imsgin. Vecer. arrierililzus, prseiim. er eubi- cular. Diffcrrar. len. 1664.4.— Lriä. kiülicri Delinear. Dibr. XI. yuos ms- lirus est äe Lraruis Humaner. er prae- eipue äe nsrurs Lraruar. l^uibus prisci Nnmani Irene merirns kvnorabanr, tüicff'ac 1664. 4. — In dem )uurnal äes Lavans vom I. 1686. S. 19; findet sich eine Abhandlung von Raissant, über die Statuen der Alten. — los. hiicolsi Diacr. äe .Vlercuriis er Hermis, Lrelr. 170 1. 12. — Lkr. Lorrt'r. Lsrctrii De ImaZinibus Verer. in Libliock. vci ali- bi pttffris, täal. 17 .12. 4. — Inden klein, äcl'rcvoux» vom 1. 1706. S. 4?c» findet sich eine Abhandlung von Vozce über dieSrcttuen, Schaumünzen, u.d .M. zu Ehren des Verd enstcs bcy den Alten. — !ac. Lronovii l)e ImsZin. er 8r,r. Vrincipum, laifferr. DuZä, L. 170g. 4. '— tut', öäunckiii De 8car. verer, ltonranul. Dille:r. Dat'niae 1714.4.»» Don den Disssrcar. des Den. Avcrani irr Dkuc^äiäern (Dpcra, Llor. 1717.5. z Bde.) handelt eine (die 46t?) äe Her- mis, — Lrär, Gorrk. Lre^-razzii äe 8caruis Vercr. Dillcrc, Dipl. 17^5. 4. und ebendesselben Des. ror. er iikcrnr. Lrsccor. czuibus 8r»- ruae konorls csula polirae tuerunr, Dc- css, ebend. 1752. g. — Leor. darrte. Loerneri cie Kcar. ^cliilleis Differr. Dipl. 1759. 4. — U. v. a. IN. — — Die AbbilSungen der noch vorhandenen Werke der Bildhauerkunst der Alten sind, bc» den Art. Antik, S. 18F u. f. und Flaches Schnitzrverk zu finden. Au den bloßen Beschreibungen derselben gehört noch: ^ceounr „5 8c». rues, Luffas, Lasso - riIicvvs . ... in Irai^, virk remsrlcs, Klr. kickisrcl» Ion, I.onä. 1722. 8- 2 Tb. Franz. als der zte Th. s. Draire äe la keinrure, T^mff. 1728- 8. » Von den Werken der Bildhauerkunst dcr Neucvn, geben Nachrichten: Labi- ner äes LinZuIarirez ä ^rck, keiirr. Lculprure er drav p. Llorenc ledumre, kar. 1699. 12. Z B. Lrux. 1702. 12. z B. (Im zten B. S. ><-s der letzten Ausgabe; aber nur von Werken der sranz. Bildhauerei».) — Dar,!, kiffor. äu dabinec äe . . . 8culprure Francoile äe KIr. äe Iz Divc äe ssuly, kar. 1764. 12. — b/lonrimens eriges en Lrance ü la gloire äe Douis XV. preceäes äffin eablesu äu progrös äe« T^rcs er äes Lciences Ions ce reZne, sinfi gue ä'uns äelcriprion äes Ircinneurs er äes klcnrumens äe glnire ic- coräes sux Zranäs Kammes ranr cke^ les TIaciens Kar. 1791. 4- 4 Bd. Mit l-o Kpfrn. Von. Bildhauern u. s. w. der Alten findet sich ein Verzeichnis bei) der -ten Ausg. von dem Werke des Junius, ve piKurs Vec. kor. >694. t'. — Von Bildhauern der Neuer» liefern, ausser den, Key dem Art. Baumeister angeführten, biographischen Werken, noch Nachrichten und Lebensbeschreibungen, und zwar von italienischen: Vire ste'piü inssgni t'ircori e 8culcori kcrrsreii, st» Li-ol. ks-ussslsti, Herr. 1705. 4. " hlotchie inrorno »lls vir, est slle »pere ste' kirr. Lculror! est lnragl. eil Kassana, eia Lüamb. Verci, kass. 177?. 8. — Laral. issor. ste' ?>ce. e kculrori herrarcfi, e stell' lnro opere. . her, >78?—>78;. 8--V.— Von spanischen : Viciaz ste Iva hinrorcg 7 hssa- ruarioz emineures hspairoler pvr O. /z. ?. Velaleo, als der ztc Th. s. östu- ico piJorico, Xlast. 1725. s. Einzeln, honst. 1742. 8- Fezsch. Par. >749. >2. Deutsch, Dresd. 1781. 8-— Von deutschen: Iok>. Lhr. kckumanni Tllcki- mcston, d. i. Deutschlands fürtreflicher und hochberühmrcr Virtuosen in der Gculprur - Kupferstecher und Cßkunst aufgeführter Ruhm, sind Ehrenpreiß, Dresd. ltigg. 8. Joh. C. Fücßlins Geschichte der besten Künstler in der Schweiß, Zürich 176?--1780. 8. ;TH. --- Nach, richten von Frankfurter Künstlern und Kunstsachen, das Leben und die Werke aller dasigen Mahlcr, Bildhauer . .. betreffend. . . von Hrn. HüSgcn, Franks, am M. 178?. 3. — — Auch finden sich noch hierher gehörige Nachrichten in Chr. Gottl. v. Murr Journal zur Kunstgeschichte . . . Nürnb. 1775 — 1789. 8. 17 St. in den „Miscellanecn artistischen Inhaltes von Joh. G. Mcusel," Erf. >779 >789-8. zc-Hefte. — in der„Kunst- Gewcrb - und Handwcrksgeschichte der Stadt Augsburg" . .. von P. v. Stetten dem jüngern, Augsb. >779- 8. --- in den versch. Beschreibungen von Berlin, Dresden , Wien — u. a. m. — B i l Die berühmteste» Bildhauer der Neuer» sind: Nie. Pisano (von den Italienern ritrovacore ciel liuon gulko nel. la sculrura genannt, hatte griech. Lchrm. ff >270) Giov. Pisano (ff rz2Z4v) Andreas Ugolino (s>?45) Andr. Orgagna (ffiZ8?) Michelo Aiguani (ff 1400) Jac. della Quercia (ff >4>8) Nanui d'Antonio di Vanco (ff 1421) Luca della Robbia (Erfinder der Manier, Bilder von gebackcncr Erde zu verfertigen, welche er mit Farben anstrich, und im Feuer so gut zu glasircn wußte, daß der größte Thcil des damahls culti- virten Europa sie ihm abkaufte; ff >442) Math. Civitali (1440) Lorenz Ghiberti (f >45;) Oonatello, Dvnat di VettoBar- di gen. (ff 1466) Givv. Ant. Amadei ('47°) Dcsidcrio da Scttignano (ff 148;) Ant. Rossellno, Gambccelli gen. (ff >49c>) Giac. Vellano(>49z) Ant. Abondio (1520) Giov. Franc. Rustichlo (1528) Alb. Dürer (ffi;-g) Andr. Cvnducci (ffizay) Andr. Riceio Briosco (ff ,;z-) Alphonso Lom- bardo (ff >556) Girolamo Santa Croce (s>5Z7) Agost.Busto, Banibaja gen.(>5z8) Lor. Lotto, Lorcnzetto genannt (denffVa- sari zu Folge der erste Restaurator aller Statuen ff 1541) Barlo Agnvlo (ff >54?) Prosp. Elemente (1548) Jaeq. d'Angoulc- mc (>5;n) Girol. Campagna (>;;o) Leo Leoni (1550) Sim. Mose« (ff >554) Ant. Vcgarclli (ff-555) Giov. Bandini, di Benedetto gen. (>555) Agvst. Zotto(>5;;) Franc, della Camilla (>559) B>ac. Ban- dinclli (ff >559) Oancsc Cattanco (>560) Aless. Mingant! (>;6o) Franc. Mosca, Moschino gen. (>560) Zilonso Berrugi« ncta (ff >;6>) Mich. Angelo Buonarotti (ff 1564) Andreas und Lazarus Calamech (>564) Astoldo Lorcnzo di Ginv (>565) Giac. Tatci, Sansovino genannt (ff >580) Picrino da Vince (1570) Benvcnuto Cellini (Vjra icricra sta lui ssesso, Lolo» ni» (IKap. >7)0.) 4. Engl. VVN Th. NU- gent, honst. 1771. 8. 2 Bde. s 157-) Jean Gougcon (ff>5?2) Gasp. Beeerra (ff>;?6) Gugl. della Porta (ff > 77 Giov. O"n enico d'Auria (ff 1585) Franc F. adda gen. ^svll die Kunst, vermiltcl c s an» vre- B i i B i n verschiedenen Kräutern abgekochte» Wassers die Mcisscl so abzuhärten, daß man damit in Porphyr arbeiten können, erfunden haben; f Annib. Fontana (f >587) Germ. Pilon (führte in Frankreich den guten Geschmack in der Bildhauern) ein; f 1590) Prospers Scavczzi (f>;so) Glos. Bat. Lorenz! (f i;Zz) Giul. du Pro (1607) Giov. da Bologna ff 1608) Aiess. Wiltori.i (f >6-a8) Ant. Gcntile da Zacnza (fiüoy) Franc. Cordine, Franciosmo gen« (f 1Ü1-) Juan de Jcni ff W14) Oraz. Censore (ch>6:-) Cor, Garafaglia (wz-o) George Pctel(fi6z6) Clem. Molii (>640) Juan Montannes (f 1640) Pict. Giac. Tacca (f 1640) Franc. Qnesno», Jl Fia- niingv gen. (f,644) Franc. Mocchi ff >646) Monsu Adamo (,6;o) Franc. Agnesini (1K50) Piet. Bacci (>5;o) Arth. Quelli- nus (i6;o)Alcss. Algardi(>654) Nie. Blasset ff >656) Giov. Bat. Bissoni (f >6;?) Franc. Anguycr (f ,6t>;) Jos. de Arfe (f >566) Franc. Baratta (f >666) Jacq. Sarrasin (hat an dem guten Geschmackc in der Bildhauerei) in Frankreich den meh- rcsten Anthcil; f 1S66) Nie. Millich (1669) Giov. Bat. Volpi (>670) Jean Varin (fi67?) Welch. Barchel (fi6?4) Balth. Marc» (f 1674) Mich. Maglia (,67z) Andr. Faleone (f iügo) Giov. Lor. Bcr- ulni (f>68°) Gasp. Marc» ffi68>) Ccs. L Ämoureux (>ü8-) Lud. Bernini (,->82) Gottfr. Lcygcbc (fi68z) Pict. Paolo Nar- dini (f 1684) Franc. Fcrrata (f ,686) Le Gerct (1690) Lor. Ottone (-691) Matth. Rauchmüller (169z) Mart. v. d. Baugaerten (f 1S94) Louis le Comw (f ,694) Pierre Pugct (f -695) Giov. Bat. Foggini (1720) Laur. Magnicrc (f 1700) Jean Bat. Tub» (f 1700) Dom. Guidi (f 1701) Silv. Parodi (f>7v8) And. Schlüter (1710) Domin. Aglio (>710) Franz. Pet. Vcrhcyden (f 17») Franc. Eirardon (f ,7.,-) Georg. Gottfr. Wcyhenmeycc (f 1715) Pierre Le Gros (t >7w) Jean Poullcticr (f >7,9) Ant. Coyzevor (f i72cz)Oraz. Marinali (f >720) Ren. Charpcntier (f 172z) Gius. Mazzvlt (k >7-;) Franc. Barrvi (f -?-s) Franc, du Mont (f 1726) Camillo Nusevni (fi ?s8) Angclo Gabr. Pio(>7Zo) Balth »Permoser (f 17Z2) Andr. Fanconi (f 17z 5) Beruh. Bendel (f 1756) .Mass. Bemi (f 1740) Gius. Mazza (f 1740) Georg. Raph. Donner ,(f >74>) Rvb. Le Lorrain (f 1,74z) Nie. Couswur (t>?44) Ren. Fremiil (f>74->) Pict. Mazzetti (f 1744) Pier. Le Pautre (71744) Alex. v. Papenhoven(i?45) Ant. Corradini (t 1752) Jean Louis Le Moinc (f-?;;) Lamb.Adam (f >7;9)Ebm. Bou- chardon (f 1762) Ren. Mich. SlodtS (fi?64) Franc. Schiafino (fi?65) Jean B. Boudard (fi?65) Jean Tl. Pigalie (f kAcige liilkur. . . llar. 17!;?. 12.) Joh. Aug. Nahl — Nie. Aham —- Mich. Adam —. Et. Falkonnct— Franz Rav. Messerschmied — Cl. Michel —. Jaeq. Franc. Saiiiy — Joh. Val. Sonnenschein — Tassard — Aitegrain, Banks, Mstr. Oamer — Rossi, Hick- lry Baeon , u. a. m. Bindung. (Musik.) Nie Fortdauer eines auf der schlechten Zeit des Takts angeschlagenen Tones, bis in die gute Zeit. Der Name kommt ohne Zweifel daher, daß man wegen der gewöhnlichen Eintheilnngcn der Takte den, auf dem Aufschlag des vorhergehenden Takts angeschlagenen, und bis in den Niederschlag des folgenden Takts fortdauernden Ton, mit zwei) Noten geschrieben, die man durch einen darüber gefetzten Vogen wieder in eine verbunden: W obgleich diese Verbindung wegfällt, wenn die Bindung mitten in einem Takt vorkommt, wie hier: W ün Die Bindung verursachet nothwen- dig eine kleine Zerrüttung in- dem Dd 5 Gange 426 B i n Gange des Takts, weil der Niederschlag, oder die gute Zeit bey der Bindung, ihren.gehörigen Accent oder Nachdruk nicht bekommen kann. Also werden in der Stimme, wo Bindungen sind, die Zeiten des Takts einigermaßen verkehrt, da sie in den andern ordentlich bleiben. s- .u 4 3 I > 4 Z Hier wird im Basse, bey jedem Niederschlag, der Ton mit Nachdrnk angegeben; in der obern Stimme aber bekommt der Aufschlag einigen Nach- druk durch das Anschlagen eines neuen Tones, da der Niederschlag, wegen bloßer Fortsetzung des Tones, ohne Nachdruk bleibt. Daraus laßt sich begreifen, daß die Bindungen dem Gesang etwas charakteristisches geben können. Insbesondre scheinet es, daß an den Stellen, wo in der Empfindung mehr Verlegenheit, als Frcymüthig- keit ist, eine Folge solcher Bindungen sehr zu statten kommen könne. In Duetten, wo die Empfindungen beyder Personen, etwas gegen einander laufendes haben, könnten sie mit ungemeinem Vortheil gebraucht werden. Am meisten aber werden die Bindungen der Harmonie wegen gebraucht, da sie das beste Mittel sind, die Dissonanzen einzuführen *). Die gebundene Note macht die Dissonanz aus, die dadurch vorbereitet ist, daß sie auf der vorhergehenden Zeit liegt, und dadurch, daß sie in den nächsten Grad unter sich tritt, aufgelöst wird. Geschieht die Bindung in der obern Stimme, wie in dem vorher an- *) S. Dissonanzen. V Bog geführten Beyfpiele, so wird durch die Auflösung das Intervall kleiner, die Quarte wird zur Terz n. f. w. Wird aber die Bindung in der tiefern Stimme gemacht, wie in folgendem Beyspiel, so werden die In- tervalle durch die Auflösung größer, die Secundcn zu Terzen, die Quarten zu Quinten. «issi k-S- ->2 Z 3^ ^ x Es ist bey der Bindung der Dissonanzen eine wesentliche Regel, wic- wol dieTonlchrer ihrer selten erwähnen, daß die Dauer der Dissonanz nicht größer sey, als der vorhergehenden Consonanz, wodurch sie vorbereitet worden ist. Die Ruhe, die durch die Auflösung entsteht, muß nothwcndig, wenigstens so lange dauern, als die Unruhe, auf welche sie folget, gedauert hat; widrigenfalls ist die Auflösung unvollkommen. Bogen. (Baukunst.) Ein Stük einer Mauer, das rund über eine Oefnung weg geführt ist. Anfänglich wurden alle Oefnungcn an Gebäuden, Thürcn und Fenstern, von oben mit Holz oder mit großen Stükcn Stein, auch wol gar mit metallenen Balken zugedckt; bis man auf die schöne Erfindung gekommen ist, Vogen von kleinen Steinen darüber zu führen. Man findet wenig Beyfpiele, daß die Alten kleinere Ocfnungen, dergleichen Thüren und Fenster sind, mit Bogen überwölbet haben. Die vicrckigte Form der Ocfnungen ist ohne Zweifel von bessern! Geschniak, und soll also überall vor- Bog vorgezogen werden, wo nicht die Nothwendigkeit einen Bogen erfo- dert. Es läßt sich kaum sagen, woher bei) den Neuern der Gcschmak an runden Thurm und Fenstern gekommen ist, besonders da man gegenwärtig die Steine so zu hauen weiß, daß auch ziemlich weite Dehnungen gerade zugemauert werden können, ohne daß von dem Druk der aufliegenden Mauer irgend eine Gefahr zu besorgen wäre. Am unschiklichsten ist der so gewohnliche Fehler der meisten Baumeister, daß sie so gar runde und vierckige Fenster in einander mischen, und einem Gebäude mehr Ansehen zu geben glauben, wenn sie etwa die Mitte einer Außenseite durch runde Fenster von den Seiten unterscheiden. Einem an die edle Einfalt der Alten gewohnten Auge ist es schon anstoßig, mitten in einem Gebäude, zwischen vicrekigten Fenstern, eine gewölbte Thür zu sehen. Verwahre Geschmak scheint schlechterdings alle Bogen übern Thürcn und Fenstern zu verwerfen, und sie nur aus Noch zu dulden, wo sie unentbehrlich sind, wie bey Vogenstellungen, wovon in dem nächsten Artikel gehandelt wird. Ganz unerträglich ist es, Bogen aufSäulcn gestellt zu sehen, da man sich der Vorstellung, daß die Säu- B og 427 len durch den Druk des Vogens von einander getrieben werden, nicht erwehren kann. Es ist kaum begreiflich , wie gute Baumeister in einen so gar ungereimten Fehler haben verfallen können, den man oft an den prächtigsten Gebäuden, wie z. E. an dem Königl. Schloß in Berlin, mit Verdruß wahrnimmt. Die Form der Bogen, und die Art, die Steine dazu zu hauen, die Stärke der Bogen, die XVirderlazo dazu, und andere zu dem blos mechanischen gehörigen Punkte, werden hier übergangen. -45- -o- (*) Die hichrr gehörigen Schriften finden sich bey dem Art. Gcrvölbe. Bogenstellung. (Baukunst.) Giesen Namen haben die deutschen Baumeister den Werken gegeben, die man gemeiniglich niit dem französischen Namen Arkaden nennt. Man versteht dadurch eine Reihe von Vogen zwischen Pfeilern, die entweder einen bcdckten Gang ausmachen, oder eine Wasserleitung, oder eine Brüke tragen, wovon man sich aus der hic- bey gefügten Zeichnung einigen Begriff machen kann. In der Baukunst kommen vieler- stcllungen anzubringen. Erstlich, lty Gelegenheiten vor, solche Bogen- wo ein freysiehender von oben bedck- tcr 428 Bog tcr Spatziergang oder Porticus mit gewölbter Deke anzulegen ist, der- gleichen die vornehmen Romer ehedem in der Nähe ihrer Häuser angelegt haben*); oder wenn man einen solchen Gang an einem Gebäude, es sei) von außen, oder inwendig um den Hof herum anlegen will, damit man im trokeneu an den Häusern weggehen könne. In den meisten Klöstern sind solche Gange um den Hof herum: vorne an den Hausern findet man sie in verschiedenen Städten, wie in Berlin auf dem Mühlen- damm, und an der sogenannten Etcchbahu. Die Romer legten auch oft ihre kostbaren Wasserleitungen über solche Bogenstellungen. Man kann zwar solche bedekte Gange auch zwischen zwei) Reihen Säulen, die das Dach tragen, anlegen, wie die halbrunde Säulcnlaube um den Hof in Sanssouci ist. Allein alsdenn kann die Decke, wegen Mangel der Widerlagc nicht gewolbet werden, sondern muß flach, entweder von sehr großen Steinen gemacht werden, wie an der Säulenlaube der Vorderseite des Berlinischen Opernhauses, welches sehr kostbar ist, oder von Holz, welches keine Dauer hat. Soll die Deke gewolbet werden, welches allemal das beste ist , so muß das Gewölbe nothwendig auf sehr starke» Pfeilern ruhen. Bei) Gebäuden, wo man nicht viel auf die Zierlichkeit sieht, werden die Pfeiler schlechtweg vicrckigt aufgemauret, und allemal über zwei) Pfeiler ein Bogen geschlossen; sieht man aber auf die Zierlichkeit, so werden die Pfeiler mit Wandpfeilern, wie in der hier stehenden Figur, oder auch mit halb aus der Mauer stehenden Säulen verziert. Die besten Baumeister haben bey den Bogenstellun- gen folgende Regeln beobachtet, von denen man ohne wichtige, aus der *) S. Säulenlaube. Bog Nothwendigkcit entstehende Ursache», nicht abgehen soll. Die Hohe der Oefnung a k> von dem Fußboden bis an den Scheitel des Vogens, soll der doppelten Brei- ! te c cl gleich seyn. Die Nebenpfeiler werden ein Model breit gemacht: zum Bogen wird ein voller halber Cirkcl genommen, und vom Scheitel des Vogens bis an den Unterbal- ken, wird de zwei) Model genommen. Diese Verhältnisse geben den Bogenstellungen das schönste Ansehen, und darnach muß nun alles übrige bestimmt werden. Ein einziges Pcyspiel wird hinlänglich sci )N, zu zeigen , wie die Eintheilungcn zu machen seyen. Es soll eine Vogenstcllung mit dorischen Pfeilern gemacht werden. Weil die dorischen Pfeiler mit zwey Untersätzen >8 Model hoch sind *), vom Unterbalken an bis auf den Scheitel des Bogens, im Lichten aber zwey Model gerechnet werden, so blieben für die Hohe der Oefnun- gcn sab in der Figur) >6 Model übrig; mithin wurde die Weite a ck 8 Model feyn müssen. Nun muß an jeder Seite ein Model für die Breite des Nebenpfcilers, und ebenfalls ein Model für die halbe Deke des Pfeilers gerechnet werden: daher entsteht die Pfeilcrwcite ß Z von 12 Modeln. Doch können diese Verhältnisse nicht allemal beobachtet werden. An dem Eolisaum in Rom, wo drcy Bogenstellungen übereinander stehen, sind folgende Verhaltnisse beobachtet worden: die unterste ist von dorischer Ordnung, die Säulenweitc ig Model und 11 Minutendie Breite der Ncbenpfeiler beynahc 2 Model: die Weite der Ocfnungen 9 Model 28? Min. die Hohe nur 16 Model i z Min. Die zwcyte Ordnung ist jonifch mit Säulenstühlen, die aber mit S. Dorisch. B ou mit der Brüstung der Oefnung in einem fortlaufen. Die Säulcnwcite und die Breite der Nebenpfeiler, und die Weite der Oefnungcn, sind wie vorher. Die Höhe ist nur > 4 Model 2g Min. und fast eben so ist auch die dritte Ordnung. Der äußerste Pfeiler einer Bogen- stcllung muß nothwendig stärker seyn, als die andern, damit er die Spannung des Bozens aushaltt. Deß- wegen setzt man auch insgemein zwey Wandpfeiler oder Säulen auf der Eke neben einander. Von den Einfassungen der Bogen, von den Kämpfern und Schlußsteinen, ist in besonder« Artikeln gesprochen worden. Eine gothische und ziemlich abge- schmaktc Art von Bogcnstcllungcn sieht man an dem Herzoglichen Pallast in Venedig, wo die Bogen auf schlechten vicrckigtcn Pfeilern stehen, davon jeder mit zwei) elenden Saul- chen verzieret ist, die bis an die Kämpfer der Bogen reichen. B 0 urre e> (Musik.) Eine besondre Gattung eines Ton- scüks zum Tanzen. Sein Charakter ist mäßige Freude. Der Takt ist von G und fängt mit einein Viertel im Aufschlag an. Die Bourrce hat, wie die meisten Tänze, zweyTheile, von 4 oder 8 Takten. Es kommt dabcy oft vor, daß der zwcyte Theil der ersten Zeit des Takts, durch eine Bindung auf eine halbe Taktnote, mit dem ersten Theil der zwcyten Zeit zusammengezogen wird; als Brabandische Schule. Äöird sonst auch die flamandische Schule genennt. Sie begreift eine Bra 4^v Folge von vielen fürtrcflichen Wählern, die in Braband und Flandern die Kunst gelernt und getrieben haben. Vcrinuthlich hat der Reichthum und eine ziemlich ruhige Regierung verursachet, daß in den Niederlanden und vornehmlich in den Heyden bcmcldctcn Provinzen, die schönen Künste sehr früh und mit großem Eifer getrieben worden. Schon im i4tcn Jahrhundert haben sie gute Mahler gehabt, denen man, den gemeinen Nachrichten zufolge, die Erfindung der Mahlerey in Oelfarbcn zu danken hat. Von derselben Zeit an hat es in diesen Landern niemals an Mahlcrn gefehlt, die, vornehmlich durch eine vorzügliche Vollkommenheit der Farbengebung, andern zum Muster dienen können. Gegenwärtig aber ist diese Schule fast ganz eingegangen. Wer von dem Werth der Künstler ans dieser Schule, besonders der zwei) großen Lichter derselben, Rubens und van Dpi!, richtig urthei- len will, muß nothwendig in dem Lande selbst gewesen seyn; denn wer blos die, außer den Niederlanden zerstreute Gemahldc derselben, gesehen hat, der kann sich nur einen sehr unvollkommenen Begriff von der Starke dieser Künstler machen. Die berühmtesten Meister der Braban- tischcn oder Niederländischen Schule sind: Joh. 0. Brügge oder v. Eyck (f 1441) John v. Mabuse (f >;6?) Franz Pour- buS (f 1580) Matth. Brill (1584) Hclnr. Steenivyck (f Marl. v. Voß (f >604) Joh. Stradan (f 160;) Franz Pourbus b. Sohn (f 16--) Barch. Sprangers ) Matth.Brillsf 1626). Rot. Savcry (f iSzs) Pet. Paul Rubens (f 1640) Adrian Braun (k 1640) Ant. Bandvck (f >641) Joh. Brcughcl (f >642) Joh. Miel (f 1644) Dav. Tcnicrs (1 -1649.) Geich. Scegers (t >6zi) Franz Snydcrs 4Zv C Snpdcrs(5 1657) J->c. FouquiercS (51659) Dan. Scegcrs (5 1660) Thevd, ».Thuldc» (5 >66-) Casp. Crai,er (5 1669) Pet. Neefs ( ) Philipp v. Champagne (7 167-,) Jac. Jordans (51678) Erasmus Quetllnus C a b (5 167z) Franz Milct (5 >6zo) Hcrm. Schwanefeld (5-690) Ante» Franz v. d. Meer (5,690) Joh. «. i>. Meer (5 -691) Dan. TenlerS dcp Svhn (5 1694) Nie. Bleughcls (5 17Z7). — —. C. C. (Musik.) diesem Buchstaben bczcich- ^ net man den ersten oder untersten Ton jeder Octavc unsrcr heutigen Tonleiter. Die Alten fiengen mit A an, und setzten ihre Tone in dieser Ordnung: 2t, 25, *) (5, D, E, F, G; da wir sie in diese setzen: C, D., E, F, G, A. 25. Man kann doch für die itzigc Tonleiter einen guten Grund angeben. Erstlich stellt sie die größere, und also die vollkomm- ncre Tonart vor, weil C, E die große Terz ist, da die Tonleiter A, 25, 7Z7. 4. z B- B. >. S. Z5, "Nd ebenderselbe i» dem Lvuer 1-' I-! ' Q7« - -jl Die Deutscheu aber, denen diese dissouirende Sexte nicht gefällt, lassen sie als einen Durchgang hören, wie im zweyten Bcyspiel; nur in geschwindem Zeitmaaße lassen sie die Auslösung dieser Sexre, so wie auch im nachsiehenden Exempel bcy dem Salz der Secundc über sich gelten: aber in langsamer Bewegung wird ß allemal wie die Verwechslung des Eeptimenaccordö aufgelöset. U l! ss! SiS HI g. Die unterbrochene Cadcnz entstehet dadurch, daß die Erwartung eines Schlusses crwekt, das Gehör aber durch einen unerwarteten Accord getauscht wird, als: m da man nach dem Accord, aufderDo- minante den Schluß in denHauptron erwartet, an dessen Stelle aber den Accord auf der Sexte hört. Dieser Gang wird deßwegcn von den Italienern ll'mzzsnno, sie berrü- gerische Laden;, gcnennt. Ihre Ca d 4Z5 Wurkung ist cincUeberraschung, bcy welcher man eine Zeitlang stille steht, dabei) aber das Gefühl, daß ein fernerer Aufschluß erfolgen soll, behalt. Man kann dadurch das Gefühl einer Verwunderung, eine Frage, oder die Erwartung einerAntwort ausdenken. Einigermaßen gehören auch die Verwechslungen der Accorde auf den: Grundton der ganzen Cadenz hiehcr; weil dadurch ebenfalls die Erwartung betrogen wird, wicwol die dadurch verursachte Tauschung weit weniger Kraft hat, als in der betrügerischen Cadenz. Dergleichen Schlüsse sind also diese: <5 4 i ^Qi IQI i 1 n Man kann sowol der ganzen, als der halben Cadcnz, ihre schließende oder rnhcrwckendc Kraft ganz benehmen, wenn man auf dein letzten Grundron den Septimcnaccord nimmt, als: oder 4 Eine solche Fortschreitung wird eine vcrmicöene Lasen; genennt. Im Grund aber kann sie gar nicht unter die Cadenzen gezahlt werden, weil sie alle Ruhe oder alles Stillstehen unmöglich macht; indem das Ohr, so bald es die Dissonanz vernimmt, auch nach ihrer Auflösung begierig wird. Ihre Wurkung ist gerade dasGegen- theil von dem, was die Cadcnz würkt; nämlich eine, ohne alle Aufhaltung fortschreitende Bewegung, wodurch der genaueste Zusammenhang des harmonischen Ganges erhallen wird. Findet man, daß, des Ausdruks halber, bey der halben Cadenz eine Aufhaltung nöthig sey, so wird die 7 hin- zugecban, und denn die Aufhaltung mit diesem Zeichen, 'D oder^O ange- Ee z deutet. 4Z6 Cad deutet. Dieses macht also eine besondre Gattung der halben Cadenz aus *). Auch die Verwechslungen des Septimenaccords auf der Dominante leiden diese Fermaten. Bis dahin haben wir die Cadenj blos in Absicht auf die Harmonie betrachtet, in so fern sie einen harmonischen, großem oder kleiner» Ruhepunkt verschaffet. Damit man sich einen desto deutlichem Begriff von den Cadenzen der Melodie machen könne, bedenke man, daß ein Abschnitt der Rede, der dem Sinne nach völlig geendigct wäre, so ungeschikt könnte gelesen werden, daß das Ohr nach dem letzten Wort noch immer etwas erwartete. Eben so könnte ein Abschnitt harmonisch geendigct, durch den Gesang aber als unvollendet vorgetragen seyn. Daher entsteht also die Betrachtung der melodischen Ca- benz. Es ist sogleich offenbar, daß der letzte Ton einer melodischen Cadcnz nothwendig mit dem Grundton, aus dessen Tonleiter die Töne genommen sind, consonircn müsse, und daß das Gefühl der Ruhe um so viel gewisser entstehet, je vollkommener die Conso- nanz ist. Also wird der letzte Ton entweder der Einklang, oder dieOcta- vc, oder die Quinte, oder die Terz des Grundtones seyn. Dieser letzte Ton muß im Niederschlag des Taktes eintreten, weil er auf diese Art fühlbarer wird; und aus eben dem Grunde muß die Stimme, wenn die Ruhe völlig seyn soll, darauf liegen bleiben, und sich nach und nach verlieren. Endlich wird die Ruhe auch dadurch fühlbarer, wenn dem letzten Ton einer vorhergehet, der das Gefühl des Schlußtones zum voraus cr- wckt; dieses nennt man die Vorbereitung der Cadenz: diese muß also nn Aufschlag des vorletzten Takts ge- sch ehcn. Daher sind folgende Haupt- *) S. Fermate. Ca d gattungen der melodischen Schlüsse entstanden. . "U —S -a— S—S m Die erste scheinet die vollkommenste zu seyn, weil sie im Unisonus der vollkommensten Consonanz schließt, und also den Gesang an die Quelle, woraus er geflossen ist, wieder zurük geführt hat, und zwar durch den Fall einer Quinte, der ohnedem etwas beruhigendes hat. Diese Cadcnz wird die Äaficaven; gencnnt, weil sie dieser Stimme vorzüglich zukommt, obgleich bisweilen auch die obcrnStimmen, nach dieser Formel in die Octa- ve des Grundtoncs schließen, als: S Diese Baßcadenz nimmt bisweilen, durch Verwechslung des vorletzten Accords, diese Gestalt an: Die zweyte Hauptform schließt durch die große Septime des Grundtones in seine Octave, die vollkommenste Consonanz nachdem Einklang, und hat nächst der vorhergehenden die größte Kraft zur Beruhigung, welche durch das Subsemitoniuni, das den« letzten Ton vorhergeht, natürlicher Weise erwartet wird. Dieser wird der Cad der Name der Discanrclauftl gegeben , weil die oberste Stimme insgemein so schließt. Sie nimmt bisweilen auch diese, aber weniger kraftige Form an: Die dritte Form wird die Tenorca- denx genannt, weil dieseStimmeinsgemein so schließt. Diese stellt die Ruhe nicht vollkommen her, da sie mit der Terz aufhöret, und könnte also für sich allein mir einen kleinen Rnhepnnkt machen. Die vierte hat den Namen der Altcadenz bekommen, weil in vielstimmigen Sachen der Alt insgemein im Hauptschlusse diesen Ausgang des Gesanges hat- Für sich selbst würde sie, obgleich die Quinte, womit ssesich endiget, eine vollkommene Con- sonanzist, keine würkliche Ruhe, son- dcrnchlos einen Aufhalt oder Stillstand erwckcn. Diese Cadenzen werden in vierstimmigen Gesangen, zum völligen Schluß des Gesanges mit einander verbunden, und daraus entsteht die vollkommenste Art der vielstimmigen Finalcadenz. sßW ! ^ st , ^ ^ 'st^l' —i) —» "-ich Ein vielstimmiger Schluß bekommt die Hauptkraft von den Cadenzen der bcpden äußersten Stimmen, und wird am vollkommensten, wenn die- sc durch die Baß - undDiscantcadcn- zen schließen. Von dieser vollkommensten Form kann man auf vielerlei) Weise abweichen, und dadurch die Ruhe des Schlusses immer unvoll- Ead 437 kommener machen, je nachdem es die Natur der Cadenz erfodcrt. Da selbst die vollkommenste Cadenz, und also um so viel mehr die andern geschwächt werden, wenn der Gesang auf der letzten Note nicht so lange liegen bleibt, bis das Gefühl der Ruhe in etwas bestätiget wird, sondern sogleich auf andre Töne fortschreitet: so entstehet auch daher ein Mittel, eine Cadcnz zu schwachen. Es ist vorher als eine Eigenschaft der Cadenz gesetzt worden, daß der letzte Ton derselben im Niederschlag des Takts, folglich der vorletzte im Aufschlag des vorhergehenden kommen müsse; dieses ist in derThae die gewöhnlichste Art, und hat eine Achn- lichkeit mit dem, was man in dem Vers den mannlichen Abschnitt *) nennt. Doch gicbt es auch Caden- zeit, wo diese Ordnung umgekehrt und der vorletzte Ton in den Niederschlag kömmt, als: - ? „ - I I > > st st I >- ^ P -1 Diese kommen mit dem weiblichen Abschnitt des Verses überein. In einigen Tanzen werden die Finalca- denzcn mit diesem weiblichen Ausgang gemacht, der etwas besonders an sich hat, das sich leicht zu einem scherzhaften Ausdruk anwenden laßt. Ein solcher Schluß gleicht einigermaßen dem plötzlichen Stillestehen mit einein, zum folgenden Schritt schon aufgehobenen, Fuße. Das Verlangen nach der Ruhe wird lebhafter, wenn sie, nachdem das Gefühl derselben einmal erwckt worden ist, aufgehalten wird. Daher sind bey den Cadenzen verschiedene Arten der Aufhaltungen entstanden , dadurch man den Eintritt deS letzten Tones angenehmer zu machen Ee z sucht: *) S, Abschnitt oben S. 7. 4ZZ Cad Ca m sucht: die Triller, die figurirtcn Ta- öen^cu und die Grgelpuuillc. Von diesem und dem Triller bei) der Ca- dcnz ist in den besondern Artikeln darüber gesprochen worden; bicr sind also noch die figurirren Cadenzcn zu betrachten. Davon gicbr Herr Agri- cola in seinen Anmerkungen über To- sis Anleitung zur Singekunsi diese Nachricht. »In den alten Zeiten wurden die Hauptschlüsse — nur so ausgeführet, wie sie dem Talle gemäß geschrieben werden. Auf der mittelsten Note wurde ein Triller gemacht. Hernach fieng man an auf der Note vor dem Triller eine kleine willkührliche Aus- zierung anzubringen; wenn nämlich ohne den Takt aufzuhalten Zeit dazu war. Darauf fieng man an den letzten Takt langsamer zu singen, und sich crwas aufzuhalten. Endlich suchte man diese Aufhaltung durch aller-hand willkührliche Passage», Laufe Ziehungen, Sprünge, kurz, was nur für Figuren der Stimmen aus- zusuhrcn möglich sind, ausznschmü- kcn. — Diese werden itzt vorzugsweise Cadcnzen genennt. Sie sollen zwischen den Jahren >710 und 1716 ihren Ursprung genommen haben. " Dieses sind also die Cadenzen, in welche sich gegenwartig, sowol die Sanger als die Spieler, so sehr verliebt haben, daß man glauben sollte, sie singen oder spielen ein Stük nur deswegen, damit sie am Ende ihre Fertigkeit durch die seltsamsten Laufe, uns Sprünge zeigen können. Es giebt Personen von-Geschmak, denen diese Cadenzen äußerst zuwider sind, und die sie mit den Luftsprüngen der Seiltänzer in eine Classe filzen. Selbst der Cast'at Tos« , ein Meister der Kunst, scheinet nicht viel günstiger danon zu urtheilen. Allen, An- ftdeu nach aber werden sie, was man auch im uer dagegen sagen mochte, gleich andern zu den Moden gehörigen Dingen, so lang im Gebrauch bleiben, bis ihr fataler Zeitpunkt kommen wird. Herr Agricola hat an dem angezeigten Orte die Gründe für und gegen dicke Cadenzcn gesammelt, die man daselbst nachlesen kann. Daß übrigens vor dem legten Ton eines Hauptschl»sses eine Aufhaltung von guter Würkung und in der Natur der Sache gegründet sei), kann jeder fühlen. Also verwirft der gute Geschmak diese Cadcnzen nicht schlechterdings, sondern mißbilliget nur das Uebertriebene derselben, besonders aber die seltsamen Laufe und Sprünge, die keinen Endzwek haben, als den laugen Athen, oder die Fertigkeit der Kehle eines Sangers zu zeigen. -H- -H- (*) Zu der kittcratlir dieses Artikels gehört: LI l iüi!>ro; nel czuzl l> nsr-- rs llelle g>. S. ioz. (De lg prccsucion gu'il (zur prcnllre pour Ee 4 xlgccr 44» C am Ca m plscer 6cux cliemiiiees 6sns uns ms. mc piece) B. 2. S. 67 U. f. ( De ls üccursrion 6es clieminecz, wo Man dem, auch lernt, daß der Architekt Cotte der eritc mar, welcher die Verzierung derselbe» mit Spiegeln einführte) — Ebenderselbe i» dem Lours g'/(rcliirctl. B. V. S 66, De ls üecorsrioii cles Lliem. Und S. Zy6. De I.i LontlruKion cles Lticm. — Wnxele Schriften Oar- uber; Da ,Vleesnigue clu tsu, (ZU 1'raire 6e nouv. Lliem. p. tch, L. »mst. 17,4. 8. mit K. — Laminolo- Aie, ou Vrsice 6es Lliem. Di^on. 17?". 8> Mit Ä. — dlouv. LonllruÄ. cle Lliem p.^lr. Lrennerc, ?sr. 1759. 8. Diege 17 So. 8. — — In englischer Sprache: ksZgy on rlieLon- llrubllon sich kuilclliiZ of cliimne7S, incl. SN knczuiry inco rlie common csufes of rlieir fmoslciiiA, sncl rlie mosl elfcftusl rcmxNies for rcmovinA rliis nuilsnce, ivick s rsble ro pro- porrion ckimiiies ro che ii2c of rlie room, f>7 kud. LIsverinA, Donü.f. s< 8 st prstficsl kresrife on Ltiim- 11x7s, conr. füll kiretlions Dar pre- vcuriiiA, ur remnving fmolce, Donä. 1776.8.-? Dklervscions on rlie csn- fes sncl eure nt fmolc7 Lliimnies, V7 Lxn, Krsnlclln, Donk. 1737.8. (Aus dem 2ten B. der/tmeric. l 'Iiilof. Vrsus- sfl gezogen) — Auch geHort im Ganzen noch hieher: discure, k>liilo5opli7 Silk >^rr In Drienclictiig ... sn en- che neiv KIsn of conllruflinA Lliim- nc^L lo SS rlie Lmolce csnnor rever. dersre, sncl silains merliuks l>7 rvtiick smolc^ clilmne^s vscureä. . by W. Lsur/ f s. 8- — In deutschet: Sprache: lieber das Rauchvertreibcn bep Camincn. eine Abhandl. in dem itenTH, der Schriften der Leipziger Oeconomischen Gesellschaft. -— Anweisungen zu Verzierungen enthalten; kaccolcs cle' Dirruri cis 7(nnibsle ecl ^Aollino Lsrrscci ne' Lsmini clie in vsrie cslc Bl. — koolc vk Vsklers 6one ro rlie tull Li^e commonl^ ulek Lor Lliimne^- piecss, K7. g. kerlicr > k.— Vcvclve DeliAns o5 Lliimne^-pieces, K7 kvl. gees sn6 Dginron, t. —. Vt>e Ltiim- ne^ » picces Klslcer ^llislsnr, K7 d^r. Lrunäen 1766. 4. — 'Divelrvx DeL. chr Lliimne^-siieces, K7 k. Lolum- lssni, k. — LD nerv Designs kor Lliimne^ ?icces, Lrvsin 1768. 8- Lliimne^ Kies. conc. XXXIII. Des. ok lirrusc. Oreelc sncl liornsn /^r» cliic. 87 ldiclisrcllon , s. — Auch sin« den sich deren, in dem, bcy dem Art. NauLrmft angezeigten Lsrpenrer's sn6 )oiners Kenollrnr7, l>7^V. psin, lind in dem düoäern guiner, Ii7 d^. Wal- Iis. — — diiouv. Divre 6e Lliemi- nces > inv. g. 8cliül>Ier, s. 6 Bl- das auch mit einem deutschen Titel verkauft wird. — Kamin-Verzierungen von P. Dccfer, ft 6 Bl. — Cammermust'k. ^er verschiedene Gebrauch, den man von der Musik macht, erfodert auch besondere Bestimmungen gewisser Regeln. Die Kirchenmusik muß natürlicher Weise einen andern Charakter haben, als die, welche für die Schaubühne gemacht ist, und diese muß sich wieder von der Cammcrmusik unterscheiden. Man kann diese so betrachten, C a in Cau 441 tcn, als wenn sie blos zur Ucbung für Krnner, und zugleich zur Ergetzung für einige Liebhaber aufgeführt werde. Beyde Gesichtspunkte crfodcrn für die zur Cammermusik gesetzten Ton- stüke, ein ibnen eigenes Gepräge, von weichem Kunstverständige bisweilen unter dem Namen deS Cammersnls sprechen. Ha die Cammermusik für Kenner und Liebhaber ist, fo können die Stü- ke gelehrter und künstlicher gesetzt seyn, als die zum öffentlichen Gebrauch bestimmt sind, wo alleS mehr einfach und kantabel seyn musi, da- mit jedermann es fasse. Auch wird in der Kirche und auf der Schaubühne manches überhört, und der Setzer hat nicht allemal nötbig, jeden einzeln Ton, auch in den Nebenstim- uien so genau abzumessen; hingegen in der Cammcrmusik musi, da wegen der geringen Besetzung und wegen der wenigen Stimmen, jedes einzelne fühlbar wird, alleS weit genauer überlegt werden. Ueberhaupt «lfo wird in der öffentlichen Musik, wo man allemal einen bestimmten Zwek hat, mehr darauf zu sehen sepn, daß der AuSdruk auf die cinfachcste und sicherste Weise erhalten werde; und in der Cammermusik wird man sich deS äußerst reinen SatzeS, cines feinern AnSdrukS und künstlicherer Wendungen bedienen müssen. Dieses widerspricht einigermaßen der allgemeinen Maxime, daß man in Kirchensachcn ungemein scharf und genau im Satz seyn müsse, und hingegen in so genannten galanten Sachen, wozu man die Musik deS Theaters, und auch die Concerte rechnet, eS nicht so genau nehmen dürfe. Weil die Cammermusik nicht so durchdringend seyn darf als die Kirchenmusik, so werden die Instrumente dazu auch insgemein etwas weniger hochgestimmt; daher wird der dainmerroi, von dem Lhovton. unterschieden. C a n 0 n. (Musik.) )n derMusik der alten Griechen bedeutete dieses Wort daS, waS man itzt ein Monochord nennt, nämlich eine gespannte Sayte, auf einem Brete, worauf die Länge der Sayte so eingetheilt war, daß man leicht alle gebräuchliche Intervalle darauf haben konnte *). Gegenwärtig bedeutet cS cinzwey- oder mehrstimmiges Tonstük, darinn eine Parthic oder Stimme, nach der andern eintritt, und denselben Satz, oder dasselbe Thema, höher oder tiefer singt, und beständig wiederholt, dergestalt, daß ein solcher Gesang nie zu Ende kommt, sondern so lange fortgesetzt werden kann, als man will, wie auS folgendem Bcyspicl zu sehen ist: Dieser Canon ist zweystimmig; der Alt fangt den Gesang an; einen Takt später, und eine Quarte höher, fangt der Discant denselben Gesang an. Nach dem achten Takt wi dcrholt jede Stimme ihren Gesang, und so singt der Discant beständig die Melodie des AltS einen Takt ft atcr und eine Quarre höher, so lange, fliS man Ee 5 will, S. Monochord. 442 Can will. Weil cin solcher Gesang niemals zu Ende kommt, so wil d er von einigen eine Äreisfuze, oder cin unaufhörlicher Canon genennt. (La- non perpetuus.) Auf diese Art kann der Canon in mehren: Stimmen gesetzt werden, davon immer eine spater als die andre eintritt, und den Gesang um ein bestimmtes Intervall hoher oder tiefer wiederholt. Man kann also einen solchen Canon, so viel Stimmen er haben mag, auf ein einziges System schreiben, wenn man nur die Zeit des Eintritts der übrigen Stimmen, und dieHöhc, darauf sie eintreten, anzeiget, wie in diesem Beyspiel; C- . 4. . "lK ^— ^ ZI -.Ij Bey dem Zeichen §4 tritt die zweyte Stimme eine Quarte hoher, bey §8 die dritte eine Octave hoher, und bey L'i die vierte eine Undecimc höher e,... Diese kurze Bezeichnung enthalt also die vollständige Regel, oder Vorschrift eines vierstimmigen Gesanges, und hat eben davon den Namen Canon bekommen, welches Wort eine Regel oder Vorschrift bedeutet. Wenn in einem ordentlichen Ton- siük einzelne Stellen von dieser Art vorkommen, da eine Stimme nur eine kurze Stelle einer andern Stimme wiederholt, so gicbt man auch solchen einzeln Stellen bisweilen den Namen Canon: gemeiniglich aber werden sie canonische Nachahmungen gencnnt. Ehedem, da die Liebhaber des Satzes einander in künstlichen Aufgaben übten, legten sie einander solche Canons, ohne die, zu völliger Aus-- Ca n fttzung der Stimmen nöthigen, Zeichen vor, und begnügten sich blos, etwa die Anzahl der Stimmen feste zu setzen. Dieses waren musikalische Räthsel, die einer dem andern aufgab, und daher kommt der Ausdruk, einen Canon auflosen. Der Canon wird auch so gemacht, daß jede Stimme, bey jeder Wiederholung des Satzes, denselben um cin gewisses Intervall höher nimmt. Man hat z.E. solche, da das Thema zwölfmal wiederholt wird, jedesmal den nächsten halben Ton der Tonleiter seines Grnndtones höher, und so, daß das Thema durch alle zwölf Töne seiner Tonart durch geführt wird. Cin solcher Canon wird in der Kunsi- shrache Canon per tonos gencnnt. Wenn aber auch die nachahmenden Stimmen dasThema derersten nicht genau wiederholen, sondern nur unter gewissen ganz bestimmten Bedingungen, so behalt das Stük doch den Namen des Canons- Dergleichen Bedingungen sind z.B.daß dasThema in der Nachahmung die Gattung der Noten ändere, und aus Vierteln Achtel ober halbe Takte mache, dadurch die Arten herauskommen, die man Lanonsg per lliminutionem, und Canones per au^mentationem nennt; — daß die nachahmende Stimme siel) der führenden entgegen bewege, daher Canon in motu con- rrario — u. s. f. Man hat so gar solche, da die nachahmende Stimme das Thema rükwärts singt, indem die führende ordentlich fortgeht, oder solche, da eine Stimme ihren Gesang führt, wie er auf dem Papier geschrieben ist, da die andre dasselbe so vorträgt, wie die Noten liegen würden, wenn man das Papier umkehrte. Von diesen und noch viel andern Arten des Canons, können Liebhaber in Marpurgg Abhandlung von der Luge nicht nur *) Bcrl. i?5Z — '75-i- 4> 2TH. Can Can 44Z nur vielfaltige Beispiele, sondern auch die zu ihrer Verfertigung dienenden Regeln finden. Obgleich viel von dieser Materie in die Gasse der Dinge geHort, die Marcialin ibürriles nu^ns nennt, so ist doch nicht zu lcugnen, daß nicht die Kunst des Canons würklich ein wichtiger Theil der Setzkunst sey. Denn >. gicbt es Gelegenheiten, wo der Setzer zu dein besten Ausdruk seines Textes würklich canonische Nachahmungen nothig hat. In vielstimmigen Sachen, Arien, Symfonicn, Eoncerten, besonders aber in Duetten und Terzetten, kommen dergleichen überall vor, die allerdings nur der Setzer, der sich in dergleichen, vielen altvaterisch scheinenden, Sachen geübt hat, ohne Fehler machen wird. 2. Wenn in verschiedenen Stimmen feine Nachahmungen, bald freye- re, bald gebundenere, vorkommen, so wird dadurch die wahre Einheit des Gesanges beibehalten. Da hingegen ein seltsames Gemisch einstehen würde, wenn man jeder Stimme, und bald in jedem Takt, eine andre Gestalt derMelodie geben wollte. Darin» aber ist nur der recht glüklich, der sich in dem canonischen Satz wol geübt hat. . z. Uebcrhaupt aber giebt diese Uc- bung dem Setzer eine Fertigkeit, auf alle mögliche Weise eine Harmonie und Melodie zu verwechseln, und immer rein zu erhalten, welches ihm unfehlbar dazu dienet, sich aus allen vorkommenden Schwierigkeiten heraus zu helfen. Alls würde es der Musik gewiß nicht zum Vortheil gereichen, wenn dergleichen Hebungen ganzlich abkommen sollten. Es wäre leicht zu zeigen, daß der unsterbliche Grau» seine Duette und Terzette in den berlinischen Opern, weiche nmer die für- trcftichsten Werke der Mnsik, die man jemals gesehen hat, gehören, nicht in dieser großen Vollkommenheit würde verfertiget haben, wenn ibm die Künste des canonischen Contra- punkrs unbekannt gewesen waren. Allem seine Zeit damit allein zubringen und sich selbst bereden, baß allein darinn die wahre Kunst des Com- ponisten bestehe, ist freylich eine Thorheit, die man den Liebhabern des musikalischen Satzes bcnchmcn muß. Poetischer Beweis, wie aus clncm, nach dem wahre» Fundamente der Natur- knnstcleyen geseyten Loi>ove pcn >>eni>> in ldiz^cnrL izuaruoi' VOcum viel und maucherle», tdeijs anAetvdie, thcils auch an Harmonie, umcrschlcdeiie L->i>o- lies pess>ecui zu mache» sei»! . . . von Gottfr. Heiner Stöwcl, Gera 1725. a- Das zte Kap. des Anhanges zum Handbuche Key dem Generalbaß und der Com- posNivn . .. von F. W- Marpueg, Verl. >7t>>. 4. handelt von der canonischen Nachahmung. — S. übrigens die Art. Intervall, Monochord, Temperatur. Cantate. (Dichtkunst; Musik.) (?in kleines für die Musik gemachtes Gedicht von rührendem Inhalt, darinn in verschiedenen Ver mrren Beobachtungen, Betrachtungen, Empfindungen und Leidenschaften aus- gedrükt werden, welche bey Gelegenheit eines wichtigen Gegenstandes entstehen. Der Dichter richtet seine Aufmerksamkeit auf eine interessante Ecenc aus der Natur, aus dem menschlichen Leben, aus de? Moral, Politik oder Religion. Aus Betrachtung dieses Gegenstandes entstehen in ihm wichtige Gedanken, ernsthafte oder freudige Empfindungen, die bisweilen in starke L-aden- scha .en ausbrechen. Wenn ec nun, dem sich abändernden Zustand des Geistes 444 Can Geistes und Herzens zufolge, das, was er steht, beschreibt, was er denkt oder empfindet, ausdenkt, den Ausbruch seiner Leidenschaft schildert, und für jedes eine besondre, der Sache angemessene Versart wählet, so entstehet dadurch die Cantate. Sie fallt demnach norhwendig in verschiedene Dichtungsartcn. Ein Thcil kann erzählend, ein andrer lehrend, ein andrer betrachtend, und ein andrer rührend se»n. Daher können in der Cantitte Recicativs, Lavaren, Ariofo, Arietce, und Arien zugleich vorkommen; und von diesen verschiedenen Arten kommen mehr oder weniger vor, je nachdem der Dichter sich bei) einem Gegenstand mehr oder weniger aufhalt. Ein oder zwey Rccitativc und ein paar Arien müssen norhwendig dabei) vorkommen. Da wir die verschiedenen Dichcuugsarten der besondern Thcile ider Cantate in besondern Artikeln beschrieben haben, so wollen wir hier nur einige allgemeine Anmerkungen über den Gebrauch und die verschiedenen Gestalten der Cantate machen. Der vornehmste Gebrauch der Cantaten ist bcy dem öffentlichen Gottesdienst, an fenerlichen Tagen- Der Dichter nimmt die Begebenheit, äderen Andenken feycrlich begangen wird, zu seinen, Gegenstand. Er muß dabey die Absicht haben, das Volk auf die wichtigstenTheile seines Gegenstandes aufmerksam zu machen, dasselbe auf wichtige Betrachtungen und Lehren zu führen, lebhafte Empfindungen rege zu machen, und überhaupt das ganze Gemüth mit einer heilsamen Leidenschaft zu erfüllen. Pcbcrhaupt muß also der Dichter den Charakter der geistlichen Dichtung wol beobachten, und sich vornehmlich in Acht nehmen, weder Witz, noch Knast, noch irgend etwas zu zeigen, wodurch der Zuhörer vondem Gegenstand ftinerz Betrachtung auf Can den Dichter, oder auf Nebcusachen könnte abgeführt werden- Es muß nichts vorkommen, was blos zur Belustigung diente, sondern alles muß auf Erbauung übereinstimmen. Da die Cantate keine Handlung ist, wie das Drama, sondern eine Bc- trachtung über einen großen Gegenstand, so muß sie nicht weitläuftig sepn. Denn Weitläufigkeit über einen einzigen Gegenstand macht verwirrt, und schwächet die Hauptvor- siellung. Der Dichter spll nicht alles, was sich über den Gegenstand gutes denken oder empfinden laßt, sondern nur das wichtigste, das, was den Verstand und das Herz am stärksten rühret, anbringen. Es giebt Dichter, welche in Cantaten über das Leiden des Heilandes, oder über seine Geburt, in die kleinsten Umstände sich einlassen; jeden, wenn er auch noch so wenig auf sich hat, bemerken machen, Betrachtungen darüber, wie man sagt, bey den Haaren herbcy zu bringen. Dadurch werden sie frostig. Es gehört in die Cantate nichts, als was groß und stark rührend ist, und das Einfache muß dabey dem Verwikeltcn vorgezogen werden. Einige machen ihre Cantaten dramatisch; dieses schikt sich gar nicht; denn die Cantate ist die Moral einer Handlung, und nicht die Handlung selbst. Es geht wol an, daß zwei) oder auch drei) Personen eingeführt werden, welche abwechselnd reden oder singen; aber dieses ist kein Drama. Denn jede von den redenden Personen' drükt ihre eigene Empfindungen und Betrachtungen ans. Dieses macht keine Handlung. Wenn aber allegorische Personen eingeführt werden, so wird insgemein die ganze Vorstellung frostig. Ans diesem G'mnde rathen wir sie dem Dichter gänzlich ab. Auch thun Erzählungen, Beschreib Hungen mit Arien, die moralische Anmer- Ea n Anmerkungen und Maximen enthalten, keine gute. Würkung. Sic sind der Lebhaftigkeit der Empfindungen entgegen, und geben dem Tonsetzer nicht Gelegenheit genug, sich kräftig und rührend auszudenken *). Findet der Dichter nöthig, dem Zuhörer historische Umstände zu Gemüthe zu führen, so kann er es auf eine weit lebhaftere Art, als durch Erzählungen thun. Er kann ihm die Sache lebhaft vor Augen bringen, indem er sich anstellt, als ob c? die Sachen sähe und hörte. So hat es Ramlcr in feiner Cantate über das Leiden des Heilandes in dem ersten Rccitativ gethan. So hat es Rolli in der schönen Cantate von Äcis und Galathee gethan, da er im folgenden Recita- tiv auf das lebhafteste vorstellt, was keine Erzählung würde gethan haben. bkit ßvegogliar l» placiäo Marina giä lenco, Lcco! lorZe, Lcco! ßi5 lopre l'inar^encsrs cvnckia, Lcco apparir la Oivs! i zeKrerc! siar! I.a Avistan' alis riva. Es gicbt Cantaten, da der Dichter in seiner eigenen Person spricht, die man betrachtende nennen könnte, und andre, da er historische Personen sprechen laßt, damit wir uns desto lebhafter in ihre Umstände und Fassung setzen können. Diese kann man historische Cantaten nennen. Einen weitläuftigen Unterricht über alles, was der Dichter bey der Cantate zu beobachten hat, um sie zur Musik recht bequem zu machen, findet man in Rrauscns fürtrcflichem Werk von der musikalischen Poesie *»). *) Olles qui lonc «n reeller les airsen sgaximes, loncronjours troiries er maU- vailes; le dluiicien Noll les reburer. Vitt. Ue Kluiigu« drucke Leniarc. ") Im sünstcn Hauptstük. C a lt 445 Die Cantate ist eine von den Dich- tungsartcn, welche den Alten unbekannt geblieben, wiewol sie schätzbare Vorzüge hat. Die geistliche Cantate ist für den öffentlichen Gottesdienst sehr wichtig. Andre von moralischem Inhalt, könncil bey andern festlichen Gelegenheiten, oder auch nur blos in Concerten, von sehr großem Nutzen sepn, wenn der Dichter und der Tonfetzer jeder das Eeinige daben gethatt haben. Es giebt zwcycrlei) Gattungen der Cantaten: kleinere, für dieCamMer- musik, darinn weder ein vielstimmiger Gesang, noch vielstimmige Begleitung verschiedener Instrumente vorkommt; und größere znrfcyerli- chen Kirchenmusik, darinn Chöre, Choräle und andre vielstiimuigc Gesänge und eine starke Besetzung voit verschiedenen Instrumenten'statt hat. Diese werden insgemein Ckratvria gencnnt- Bey diesen hat der Tonsetzer überhaupt in Ansehung des guten Geschmaks dasjenige zu beobachten, was von der Kirchenmusik ist erinnert worden. Die kleinem Cantaten crsodern einen überaus reinen und in allen Stüken vollkommenen Satz, als solche Stükc, in denen jeder kleine Fehler anstößig wird, und bey denen der Mangel der Handlung und der theatralischen Vorstellung durch innerliche Schölheiten muß ersetzt werden. -K- -S°- Daß die eigentliche Cantate, oder das, was wir so nennen, italienisclen Ursprunges ist, sagt schon der Nahm . Wenigstens finden wir, unter den, cuf unS gekommenen lyrischen Poesien der Alten, keine ganz eigentlichen Muster dieselben, ob es gleich sonst wahrscheinlich ü, daß die verschiedenartigen Strophen dr Pin« dorischen Gesänge z. B. verschiedmartige Musik hatten. Als Gedicht, entwickelte die Cantate sich aus dem, was die Italiener Madrigal nennen, oder )amahls nann- 446 Ca n Ca« nannten. Diese Dichtart, deren H. Sulzer gar nicht gedacht hat, soll, den Italienischen -tumirichtcrn, so wie dcni Menage (Oist. er^mol.) zu Folge, ihre Bcnennunj vonlczancira (Heerde, Haufe) erhalten heben, und hieß auch öfterer ManSrials. So viel ist gewiß, daß ihr Innhah, ursprünglich, ganz landlich war. Dom, in s. Werke Idclle Vlcl»- äic. sagt, unser mehrern, S. izez ans- drüklich: ^laftri-ül! . . . in con.' Mürel i-ilc, citt e liumil! e vill coiiiponi- mcnri -,'nlavüno. Ob es aber, wie ei» neuerer esglisder Kunstrichtee (kc-tieer- snn. Vn rd.e line ^-re, S. Z4Y.) will, aus dem Provenzalischcn Oetcarft, welches inderlftift. licc. stes ft'rvubwäourü, B. i. S. gn. nne compossri'vn ft'une cerroine cliverliee er varisrlnn äünz Is cdsnr (vcrgl. mit ErrseimbeniS istoris Uells v.>I°ür pvei!s. B. S. 187. Ausg von 17Z0) genannt wird, »entstanden, und ob das sl-ftenrft, wie Onadrio (Lr-ir. e izA. ?nel>s, Vvl. II. I^il>. z. S" Z20) behauptet, scdon in so fern eine cig-ntllchc Cantate geivcsen scp, als es, aus ueckdledenartigen Ärleu bestanden habe, karn lc!) um desto Minder bestimmen, da es in der gedachten lftist. 6es l^roul,. a. a. O. an ocnra ?omp»l!rion in» connue heißt. — Das Madrigal leibst bestand, ursprünglich, der Form nac» aus fünf oder acht bis eilf oder sechzehn Zeilen , deren bünge und Reime aber nicht bestiiiint gewesen zu sepn schcincn. ZZiov. B Stwzzi der ältere machte es ganz ee- gelsee» und es erhielt verschiedene Gestalten so wie man verschiedene» Inn- Halt !uzu nadm. Die länger» nannte man Äadrigaiissen, und diejenigen, welche eristhaften Jnnhaltes waren, Madri- galonei Auch gab es VinäriAali a Oc>- r»ns > welche aus achtteiligen Stanzen bestandl», deren zweyte sich mir dem letzten Vesc der erster» anfieng, und deren lel-te sih mir den, ersten Vene der erster» endigte. Die Dichter, welche deren ge- schriebei, sind, be» dem Qnadriv (a. a. O. S- ßs u. f.) angezeigt; und besondre Anweismgen dazu haben, unter mehrern, Fil, Massini, in s. ftc^ions, ?eruz. r;88. und Giov. B. Strvzzi der jüng. IN s, Orarioni e fteiiiono, l6z^. 8-gelicserc —» I» Musik ivurden sie schon frühe gesetzt. Natürlich war von der Poesie der Neucrn, eben so wie von der Poesie der Alten, bep ihrer Entstehung, der Gesang mizertrennlich; O.uadrio (a. a. O S. Z2i) führt schon eine dergleichen Cvniposirion voui I. izoo an. Aber feeplich scheinen Vorzugsweise nur die so genannten tSailaie ursprünglich eigentlich geietzr worden zu sepn; und die Italieiier schreiben dem elfter» tzorenzo de' Mediei das Verdienst zu, die besondre Eomposi« tlou mehrerer lprisipcr Dl.i'tNiigsartelt veranlaßt zu haben. Nun standen Dichter auf, welche, blos zu diese!» Zwecke Gedichte verfertigten. Ein Verzeichuiß von den musikalischen Compositionen d e- selben findet sich bei) dem Quaario (a. a. O. S. Z22 u. f.) und unter diese» sind nicht wenige Sammlungen von Madrigalen, deren älteste vom I. ,567 ist. „Der dabep gcbeauchte musikalische St»!," sagt Aeteaga (in der Geschichte der Italienischen Oper, B. >. S. 044. Änm. 80. d. d. Urbcrs.) „war ursprünglich ein takt- „müßiges Reeitariv. Nachher wurde ce „aber gesangreicher, und verwaudeltr sich „.endlich gar in einen sehr ausgearbeiteten „ougrnstpl. Die Motetten sind geu'isscr „Maßen an dessen Steile getreten. Die „Art de» Madeialgelanges wurde so gar „auf Instrumente übergetragen; daher, „findet man aus dem iSten und >7ten „Iahrh. auch Madrigale für die Orgel „und andre Instrumente." Und, eben dieser Scheiftstellee glebt, a. a. O. S .240 mehrere Na- richten von dem Fortgang dieser musikalischen Eomposttionen. Auch haben wie, unter eben dieser Aufschrift dergleichen, wovon ich nur Gco. lud. Agrieoias Geistliche Madrigalien, Gotha >675. t. anführen will, und eben so haben wie von Casp. Ziegler eine Schrift, „von den Madrigalen, wie sie, nach der Italienischen Manier, in unseer Sprache auszuarbenen, nebst etlichen Epempeln, Witt. >685- 8. erhalten. — In Ca« Ca« 467 In eben dein Maße, indessen, worin mehrere Arten von Gedichten ganz eigentlich, von besondern Compvnisten, gesetzt wurden, erhielten diese sämmtlich den Nahmen — Santo, aus welchem endlich, in dem siebzehnten Jahrhundert der Nähme Jamale für eine besondre Gattung derselben entstand. So viel ist ge- wiö, daß der Nähme Lantate noch nicht in des MInturnv Ttrre pocrics > Vcn. 1564. 4. vorkommt. Natürlich genug war aber ihre Entstehung. Jedes Gedicht besteht, mehr oder weniger, aus Erzählung und Empfindung zugleich, oder vielmehr, es gicbt des dichterischen Stoffes sehr viel, der sich nicht, ohne hinzugefügte Erzählung, behandeln läßt. Lee Ausbruch der lebhasten Empfindung ist, ohne Bekanntschaft mit der Veranlassung dazu, gleichsam räthselhaft, besonders, wenn durch den Gegenstand, sehr vielerlei» und mancherlei) Empfindungen geweckt werden können. Und dann giebt es ein- zele Situationen, deren Empfindungen der Dichter entweder nicht in eigener Person ausdrücken kann, oder an welchen mehrere Personen Theil nehmen. Jenes ist z. B. der Fall mit Begebenheiten aus der Mythologie; dieses mit öffentlichen Feyer- lichkcitcn, u. d. m. Sollen nun dergleichen Darstellungen in Musik gebracht, und ihrem inncrn Gehalte gemäß, gesetzt wer- den: so muß natürlicher Weise der erzählende Theil derselben (das Reeitativ) einen andern Ausdruck erhalten, als der mehr belebte, oder als die Darstellung der Empfindung, die Arie. Wer aber zuerst Gedichte in dieser Form, das heißt Gedichte verfertigte, in welchen Erzählung von Empfindung getrennt, oder welche in Reeitativ und Arie besonders abgetheilt sind, wird von keinem der Geschichtschrei.' der der italienischen Poesie genau bestimmt. Chiabrera und Tronsarclli werden, unter den ersten genannt; und Barbara Strozzi soll, zu Venedig im I. ,6;z deren zuerst gesetzt haben. (S. eck-i lur Is Xiuii^, sne, e inoii. B. IV. S. 460 u. f.) Geschrieben sind dergleichen, in der Folge, sehr viele, und von sehr mancherlei) Art geworden. Man hat nähmlich auch Gedichte zuweilen so genannt, worin mehrere, bestimmte, Personen nahmcntlich in einccffchvn bestimmten, angenommenen Situation, austreten , ohne daß sie übrigens einen andern Zweck, als den Ausdruck ihrer Empfindung, und ohne daß das Gedicht also eigentliche Handlung hätte. Die, zum Grunde gelegte Situation bleibt darin immer dieselbe; und daS was die eine Per, son singt, bestimmt nicht gerade die Empfindungen und Vorstellungen der andern. Sie sind sämmtlich nur immer Repräsentanten, oder der Jnnhalt ist die Vorstellung von einer vergangenen Handlung und nicht die Handlung selbst. Gewöhnlich nennt man diese indessen, wenn sie weltlichen Jnnhaltcs sind, eben so, wie die Oper, Drsmmi mulicsli, und diejenigen, welche auf Religion sich beziehen, Orarorio. (S. den Art. Oratorium.) Rousseau irrt sich also, wenn er in s. Diötion. öäussgrie Art. Lsnrsce» sagt, daß die gegenwärtige Lantatc in Italien ein voirckliches muslhalisches Drama sey. Ein ganz eigentliches Drama, als worin frei), und eigen wir, kende Personen austreten, welche eine besondre Absicht erreichen wollen, ist sie nie, oder von diesem ist sie immer verschieden gewesen; und dann existirt sie zugleich auch noch gegenwärtig daselbst in ihrer einfachen gewöhnlichen Gestalt. Ausser dem bereits angeführten Gabr. Chiabrera (f 16Z8. Lsnzone, I.il>. I. Gen. 1586» 8. I-ib.II. cbend.1587.8- Verm. knm. i7>8. 8. zB. Vcn. 1757. >:. sB.) — und Ottavio Tronsarclli (dessen Lres-io. ne äel monrio, und tecronro, Ven. ,6)2. 8- von den Italienern zu den Cantatcn gerechnet werden, ob der Verf. ihnen gleich den gedachten Nahmen von Desmin, muticsli gegeben hat) haben dergleichen noch vorzüglich verfaßt: Fus- viv Test! (ss >646. l'oest lie. ^loclens 164z 1648. 4. Z Th. Ven. 1676.12. z Th.) Carlo Mar. Maggi (liims vsrie, käii. 1S88. L. -7oo. 12. 4TH.) — Franc. Leinene (f >704. ?osi'. Uiv. IM. 448 Can C a >7 Uil. 1692. 4. 1699. g> 2 Bde.) -°- Girol. Gigli (ff 17-2. 1'ocs. lacre, pro- tane c tacoce, Vcn. 1722. g.) Apostolo Zeno (f 1758. Opere, Von. ,744. g. >oVD—- Carlo Rolli ^1762. LüN2. L Lanrare hih. II. honst. 1727. ß. mit der Musik, l'oer. LompoN. Ven. >761. 8. )B.) — Pietro Mctastasio (f 178z s. den Art. Vper) — Marth. Damiani (?oes. k!r. >765. 8. 2 B. die beynahe nichts, als CantNtcn enthalten) — Gins. Lanfranchi Rossi (ttpere, Vir. 1765. 8.) — Calsabigi u. a. NI. lleberhaupt klagen so wohl Erescimbeni (a. a. O. B. >. S. zoc>) als Qtiadrio sa. a. O. S. zzz u. a. St. m.) über einen lleberjluß daran. — Die Musik dazu ist von Maur. Cazzati 2— Bonifae. Graziani -- Giae. Ant. Perti — Giae. Cef. Predicri — Jac. Carissimi (welcher die ersten geistlichen gesetzt haben soll) M. Anr. Cesti — Lnigi — Cavalli, Le- grenzi —2 Capellini — Pasqualini — Bandini Aiessandro Searlatti (welcher, unter den Cvmponistcn der Canta- ten, der fruchtbarste und originalste ist) t— u v. a. M. gesetzt. Mehrere Nachrichten liefern CrcSeimbeni, in s. Ifioria stclla volgar siocfia> B. I. S. 296 und ZI2. Ausg. von >7Z0 -- Quadrio, in der 8cor. e lta«ione stoZni koefia, Vol. II. Zl-ib. 2. G. ZZZ u. f. — Ch. Burncy, in der Leneral kstill. ofi künstle, B. Kap. 4. In spanischer Sprache sind mir keine eigentlichen Cantaten bekannt; und die Villanciclii, welche, als solche, von Quadrio (a. a. Q S. Z20) oder als Madrigale mit Arien, charaeterisirt werden , haben keincswegeS diese Beschaffenheit. --- — In französischer Sprache schrieb, so .viel ich weiß, Jean B. Rousseau (f>74l- Veuvr. psr. 1722. 12. 2 B. 1742. 4. s B. konst. 1748. > 2. 4 B. ?ar. 175z. 22. 4B.) die ersten, welche auch immer noch für die beßten gehalten werden; und nüchst ihm, La Motte Hondard (s >7Zi. im 8tcn B. s. Oeuvr. ?ar. >754. 12. Iv B. B. Ld S. 9 Lsnrsrez Ureas sts l'kcrlcuro isinre) — LouiS Fuzeliee (s >752) — Ch. Franc. Panard (f>7ü;) u. a. m. Line Sammlung gab Bucheller, unter deni Titel: Idee, ste Lanrsrcs, conrensnr celics, czui ls cbsnrenc stanz Ics Loncerrs, psr. 1724. ,2. heraus. — In Musik sind deren vorzüglich von LouiS Nie. Eloirem- baut (f 174s) gesetzt worden. Aber die Dichtungsart überhaupt scheint nicht viel Behfall gefunden zu haben. In dem hllai lur la k/luti^ne anr. cr most. heißt es, B. z. S. 406. De gcnre etb enciereinenr pastse ste moste. lind in den verschiedenen französischen Werken über die Dichtkunst wird sie höchst selten in Erweisung gezogen. Stur in den Klemens ste poetle trsnc. ?sr. >75?. >8- z B. konimt B. z. S. 167 etwas darüber vor. Uebrigens haben die Franzofen, ausser der gewöhnlichen Cantate, noch eine kleinere Gattung, welche Canrarllle von ihnen genannt wird, Und nur aus Eitlem Rccitativ und aus Einer Arie besteht. Von englischen Gedichten sind, vorzüglich hieher zu rechnen: lstymn ro Klar- mony von Will. Congreve (in den vcrsch. Samml. f. W. Deutsch im zten B. von Ch. F. Weiße Lyr. Gedichten) --- .4Ie-i-in- ster's kealb, von John Drydcn (ins. W. Deutsch, ebend. u. von C. W. Ramler, bey s. t»r. Gedichten) ^ Osts on 8r. De- cilia's Oa)' von Al. Pope (in f. Werken, Deutsch i» Chr. F. Weiße Lyr. Ged. u. a. O.) und diese sind von Zerles und Sandel in Musik gesetzt worden. Gegründete Bemerkungen über die beydcn letztern, als musikalische Gedichte betrachtet, finden sich, unter andern, in Browns Betracht, über Poesie und Musik, S. Z84 u f. d. d. Uebers. Indessen hat, wie man sieht, keiner dieser Dichter, sein Werk Cantate genannt. — —- In deutscher Sprache sind deren sehe viel geschrieben worden. Ich übergehe die von MenanteS und Dichtern Moser Art. Kaum verdienen auch die in I. El. Schlegels Werken (Th. 4> S- -oz u. f.) welche ursprünglich zum Theil in den bekamt. Cap bekannten Belustigungen und Veyttclgcn standen, und von I. A. Scheibe in Musik gesetzt worden sind, angeführt zu werden. Weit bessere aber haben deren geliefert: H. W. von Gerstenberg (Ariadne auf Naxos, in Mus. ges. von J.Ä. Scheibe, nebst einem Sendschreiben vom Ree!« tativ ... Leipz. 1765. von Reichardt) — C. W. Ramlec (in f. Lyr. Gedichten, Verl. 1772. z. und ohnstreitig die vollkommensten) — Dan. Schiebeler (f i?7>. Musikal. Gedichte, Hamb. 176s. g. Auserl. Gedichte, cbend. 177z. 8.) — A. Nic- mcver (Geb. teipz. >778. 4 ) — I. G. Jacobi (Auf das Geburtsfcst des Königes in den I. >771 und 1772. Am Charfrcy- tage, 1772) — I. C. Lavatcr (Auferstehung der Gerechten, Zür. 177z. 8.) — Auch haben deren noch O. B. Münter (Geistl. Cantarcn, Gött. 1769. 8.) — Joh. S. Patzke (Musikal. Gedichte, Hamb. >780. 8.) u. v. a. m. geschrieben, und, unter unfern Compvnisten, Graun Fleischer — Hiller — Krause — Telemann, Weinlich, G. Venda, Schulz, Frdc. Bend« u.a. m, deren gesetzt. Theoretisch handeln davon noch: Joh. Chrstph. Gottsched, in s. Dichtkunst, S. 46; der ztcn Aufl. — A. Eberhard, in s. Theorie der sch. Wissensch. S. 208. itc Aufl. — I. I. Eschenburg, in s. Entw. einer Theorie und kitter. der sch. Wissensch. S. 25; der stcn Aufl. welcher, in dem üren Vdc. der dazu gehörigen Bey- spiclsammlung auch eine Auswahl derselben hat abdrucken lassen. — S. übrigens die Art. frisch und Oratorium. Capelle. (Baukunst.) Ast ein kleines geistliches Gebäude, das zum Privatgottesdicnst erbauet ist. Es gicbt freystehendc Capellen, die nichts anders, als kleine Kirchen sind; in Hausern oder Pallasten solcher Personen gebauete, die das Vorrecht eines Privatgottesdiensts haben; noch andere Capellen sind be- t^rster Theil. Cap 449 sondere, an den Abseiten großer Kirchen angcbauete, und mit einem Altar versehene Abteilungen, darum bey besonder» Gelegenheiten Privatmessen gelesen werden. In großen Hauptkirchen findet man bisweilen verschiedene solche Capellen zugleich angebracht. Capelle. (Musik.) Nus der eigentlichen vorher erklärtem Bedeutung dieses Worts, ist die uneigentliche entstanden, nach welcher man die Gesellschaften der Tonkünstler, die von Großen gehalten werden , um in ihren Capellen die Kirchenmusik zu machen, Capellen nennt. Mai: giebt so gar diesen Namen auch solchen Gesellschaften, die nur zur Schaubühne oder zur Cammermusik bestellt sind. Der Vorsteher oder das vornehmste Glied einer solchen Gesellschaft wird der Capellmeifter gemimt. Seine Verrichtung ist, alles, was aufgeführt werden soll, herbey zu schaffen, es sey, daß er die Sachen selbst componirt, oder anderswoher genommen habe; ferner liegt ihm ob, die ganze Ausführung der Musik zu dirigircn; daher er insgemein die Orgel oder das Hauptcla- vier dabey spielt. Also muß er, wenn er seinem Amte Genüge thun soll, ein starker Componiste seyn und alle Theile der Musik dergestalt inne Haben , daß er jedem einzeln Glied der Capelle, er sey Sänger oder 'Spieler, Vorschriften und Unterricht zu vollkommner Ausführung des Ganzen zu geben im Stande sey. Marheson hat in seinem vollkommenen Lapellmeifter*), einem zwar schlecht und etwas pöbelhaft geschriebenen, aber sehr viel Gutes enthaltenden Werk, alle Eigenschaften eines guten Capcllmeisters, gründlich ange-- *) Hamburg »7)9. Fsi. Zf 45» Car angegeben, die, deö schlechten Vortrags, und der verschiedentlich eingestreuten unnützen Anmerkungen ungeachtet, jedem, der ein solcher zu seyn glaubt, zu ernstlicher Ueberle- gung zu empfehlen sind. Zu einer guten Capelle gehören Sanger von allen Arten der Stimmen, sowol Solosanger, als andre zur Besetzung der vielstimmigen Sachen, und eine hinlängliche Anzahl guter Spieler für alle gewöhnliche Instrumente. Mithin wird eine gut besetzte Capelle ans nicht viel weniger, als hundert Personen bestehen können. Wer die besondre Einrichtung einer Capelle naher zu wissen verlangt, kann in Herrn Marpurgs historisch- critischcn Bcytragen zur Aufnahme der Musik, die Listen verschiedener Capellen, besonders die von der Salzburgischen, im zten Stük des III Bandes nachsehen. -s- -s- Ausser der, von H. S. angeführten Schrift von Joh. Matthew» (Hamb. i?Z9- k.) gehört hieher: „Einige der vornehmsten Pflichten des Capellmeistceö oder Musikdirektors, von Lud. Carl Junker, Winterth, 1782. 8- Zur Geschichte der, in den Capellen Italiens getroffenen Einrichtungen, enthalten Beytrllge, und geben zugleich Anweisungen: Oller- v»2il>ni gcr Iren rc^olore il Ooro ile' Lanrn!! Neils Ospells ponrilics, es»- ro Neils tun^ione orclinaric clle?, llrs- orciinsrie, Ns r^nst. tleisml üallollens, u. I? II. 4. — C a r r i c a t u r. (Zeichnende Künste.) ^ine Zeichnung, darinn das Besondre in der Bildung, die cinzele Personen charakterisirt, übertrieben und ins Possrliche übergetragen worden. D>ese ul sprüngliche Bedeutung des Worts ist hernach auch auf jede E a r übertriebene Vorstellung des Possirii. che» ausgedehnt worden. So sagt man von einem übertriebenen römischen Charakter im Lustspiel, es scy eine Carricatur. In dem Artikel possirlicl? haben wir überhaupt nnsre Meinungen von diesen Vorstellungen geäußert. Hier merken wir insbesondre von den Carricaturcn der zeichnenden Künste an, daß sie diese ästhetische Eigenschaft haben, - durch das Besondere, Unerwartete und Lebhaste, das sie an sich haben, starke und daurende Eindrüke in der Phantasie zurüke zu lassen. Sic sind demnach nicht, wie einige zu strenge Kunstlichter wollen, gänzlich zu verwerfen. Denn bcp Gelegenheiten, wo das Lächerliche crfodcrt wird, kann eine gure Carricatur sehr dienlich seyn. Homers Beschreibung des Tyersites und verschiedene Züge in der cvopjsee von den Freycrn der Pe- nelope glänzen sehr nahe daran. Wir wollen also den zeichnenden Künstlern die Carricaturcn, als Ue- bmigx», gerne erlauben. Vermuth- lich hat sich der sonsternsthafteHeon- haro von Vinci in dieser Absicht damit abgegeben. In der Ambrosianischen Bibliothek zu Meiland sind, unter viel andern Handzeichnungcn dieses großen Mannes, auch schöne Carricaturcn von ihm zu fthcn. Einige davon hat der Herr Graf von Capitis stechen lassen. Und man weiß, daß auch Hamübal Carrache sich damit beschäftiget hat, ob er gleich sonst unter die ersten gehört, die in dein großen und ernsthaften Geschmak gearbeitet haben. Unter den Neuern hatGhorft es in einzeln Figuren und Bildnissen, an denen man die Personen genau kennt, und in ganzen Vorstellungen Hogarrh, allen andern zuvorgethan. Die Kupfer, weiche letzterer zu dem Husibras gemacht hat/sind Meisicrsiüke, die den geistreichen Vorstellungen des Dichters noch mehr Leben imtthcilcn, und Cav C a t 4 Z! «nd zugleich beweisen , wie diese Art der Arbeit mit Nutzen könne angewendet werden. -K- -H- Zur Bestimmung des Begriffes von Carricatur überhaupt, und des Unterschiedes derselben in den redenden und bil- deuden Künsten, kann die Anm. 4. des 1?5§. S. ic.6. von Hrn. Eberhards Theorie der schönen Wisscrssch. etwas beptragen.— Wie weit man in der Carricatur gehen könne, davon handelt de PUcS, in dem Lours cie ksiurure S. Z? U. f. ÄNlsterd. Ausg. von 1767. — Von den Gaben und Werken des Hrn. Hogarth und den Carri» catucen überhaupt... handcltdie57Betr. S. «>4. in dem Werke des Hrn. v. Hagedorn , — zu welcher ich hinzu setze, dast, in einem grolicn, und dem bessern Theile der Hvgarthschen Werke, die Carricatur mehr in Uebertreibung der ihnen zum Grunde liegenden Idee, als der eigentlichen Figuren besteht. — Von der Zeichnung der Carcicaturcn überhaupt: kules tor tsarricacurs cvirk an Llls^ on, co- mic ksinririß, b/ Lapr. Qrooie, Oonä» 1/bb. 8. —^ Zur Geschichte der Carricatur kann vielleicht etwas beytragcn: Okr. bbsnr. Lerger, Lc>mmenrac!c> cle perbonis, vuigo Vaiviz 5. XIalckeris, Vrcbc. 172z. 4. mit Kupf. - Carpicaturen sind gemahlt und gezeichnet worden von: Pet. Quast (in Kupfer gestochen, -ü Bl. -6z8 und >652. 4. er lebte um das Jahr >6zo) — Giov. Bat. Brazze (Wz;) — Bac. Bianchi (f 1656) Salomon von Oanzig (1695) — Faust. Boccht (1700) — Pet. Franc. Mola (>700) — Pietro Leone Ghezzi (s >755. kiaccolra 6i XXIV Laricacure cbibsgnars colla peuu» clel cslebre Oav. ?.O. LKS22!, conservare ncl La. diuerco cii 8. XI. il Iis cii kolouia, Orcscia >750. toi. ?otsci. 1766. t. voll Math. Oesterreich) — Th. Patsch (fi76o) --- Willh. Hogarth (f >764. S. tiioZr. ^nccä. c>5 Will, bbo^srrk, Onnci. >782 «nd >784. «. deutsch, Lcipz. l7«z. 8.) —. Jaeq. Saillh (Vecucil 6c Osri'cscures ^eiliuses psr Jean 82I7 cr ßraveespar tV. I.. 6c ia Oive, Var. f.) — Jnigo Lostet — Paul Costct. — I. Alex. Chcvaticr (?rem. er lec. call, cie ckse- gcs ü I'eau torre, 6 Bl. dbouv. cak. öBl. Die, von Hrn. S. ermahnten, von dem G. Taplus geatzten und herausgegebenen Carrieaturen des Leon, da Vinci führen den Titel: kecucil cie cöres 6s cseadtörez er cle ckoeßss s;8 Bl.) und sind noch einmahl von Mariette Herausgegeb. worden, avec uns Isrrre. . . au scher cle ces iieileinr, I>ar. 1756.4. 59 Bl. nachgestochcn von I. A. P. Augsb. toi. — Auch hat Hollar, wenn ich mich nicht irre, sechs Blatter nach solchen, von L. da Vinci gezeichneten Köpfen, in Kupfer gerrlan6 Xluwu-n, 4. — Von Annibale Caeracci werden, in der Libl. cis ?sinr. Zcuipc. erc. p Xlr. Lkr. Vk. cie Xlurr» OK. XXl. S. 571. Vißurs cliverte ai numero 6' 80, ciiss. cla t^nnib. Largcci, eci inroxl. cla 8im. Qiuliuo, ?arissno, bl. ,<546.5. angeführt; da aber, in dem Oiere *) S. Kaltmahlerey. Car ten2i ostenclerst, e coine st imicsn» in guclle. C a r t u s ch e. (Zeichnende Künste.) Eine gewählte oder geschnitzte Zierrath, welche einen angehefteten Wa- penschild vorstellt, darin» cinWapcn, oder ein Sinnbild, oder eine Schrift kann gesetzt werden. Verweichlich sind sie zuerst in der Baukunst aufgekommen, da man über Thürcn, oder an den Giebeln der Hauser, solche Schilde mit dem Wapen des Ei- gcnthümcrs hingesetzt hat. Von da hat sich ihr Gebrauch weiter crstrekt, so daß man sie jetzo an sehr verschiedenen Oerrcrn über Thürcn, Fenstern, an den Stürzen der Eaminc, und an allen Arten der Einfassungen, ingleichen überall, wo Aufschriften solle» oder könnten gesetzt werden, anbringt. Ihre Form hat nichts bestimmtes. Die Künstler schweifen in keiner Sache mehr aus als in dieser Zicrrarh, wo sie ihrer Phantasie vollen Lauf lassen. Ihr Gebrauch wird sehr übertrieben,- denn unwissende Verzicrer und Bildhauer bringen sie überall an, um nur nichts unverziert zu lassen. In ihrer Form sind sie so ausschweifend, daß man oft nicht errathen kann, was es seyn soll; viele halten es vor eine Schönheit der Cartusche Flügel anzuhängen, daß es scheinen soll, als wenn sie davon fliegen wolle. So weit kommt man in der Ausschweifung, wenn man einmal von dem wahren Gebrauch und den Absichten der Verzierungen abgewichen ist. -es» Entwürfe und Zeichnungen von Car« tuschen sind von sehr vielen Künstlern geliefert worden, als von Stefano della Bella (t,idio st! cliv. L^rtelle c 8euc!l ä'Keme, f. 1; Vl. ksc. cli v-i-ii coppe. e nuove iuvsnr. cli (iinaclle, 164s. 18 Bl. Car 18 Bl. versch. Größe Klouvcllcz Invenr. de Lsrrouckes, 1647.8.) — l^ivre de Lorroucbes d'sprss ödr. Ldsrme- tnn, ^r. p. Lerrn. ^udron — Ldiib- rc«, (^srroucbes, Comporr. erc. p. I^cno-d, t. 46 Bl. -- I.ivre de L»r- roucliez reg. psr LuvIIIies, t. 6 Bl. — kec. dOrnemens er de Loilou- ckes, p. ). de I-, )nue, ?or. 1770. k. -2 Bl. — von P. Decker (Schilder für Bildh. und Goldschm. k. ; Bl.) — von I. Chr. Wcigcl (Etliche curidse neu in- ventirtc Schild/ 21 Bl.) — von Habcc- uiann (Schilder, Laubwerk, 5. h Bl.) — von I. Bauer, 4. 4 Bl. — von Wachs- muth, 5. 4 Bl. — vonTyroff, k. 4M. — Sammlungen: Lolleötion de z s Polles L-irrouckes, por. 1770. 4. — CelleÄ. de Lgrroucbc5 d'oprc5 plu- lieurs gronds b^loicrez, k. 177». 5 «2 Bl. — Abbildungen von neu invcn- tirtcn Schildern für unterschiedliche Künst- lcr, 1765. k. s Bde. — C a r y a t i d e n. (Baukunst.) Sind in der Baukunst Sanken oder Stutzen nach der Gestakt weiblicher Figuren ausgehauen, denen inan eigentlich den Namen der Bildsäulen geben sollte, weil sie zugleich Bilder und Säulen sind. Sie sind bcy folgender Gelegenheit in die Baukunst eingeführt worden. Weil die Stadt Earya in dem Peloponncfus sich zu den Persern geschlagen, da diese gekommen Griechenland zu erobern, so wurde nach der Niederlage der Perser diese abtrünnige Stadt von den Griechen angenommen; alle Manner wurden umgebracht, und das weibliche Geschlecht in dieSela- vercy verurthcilt. Das Andenken dieser Sache wollten die griechischen Baumeister dadurch verewigen, daß sie Bildsaulen in der Tracht der ca- rvatischen Frauen in den Gebäuden anbrachten, und sie als Sclavcn vorstellten, welche die schwerestcn C h a 45Z kästen tragen müssen. Sie werden zu Unterstützung hervorstehender Theile, (dergleichen die Ballone oder die Chore in Musik - und Tanzsälen, erhabenen Gallcricn sind) oder auch wol der Gcbalke gebraucht. Insgemein werden sie ohne Aerme, mit einem besondern Putz von geflochtenen Haaren, mit langem dicht an dem Leib anliegenden Gewand vorgestellt. Einige Baumeister setzen sie auf ordentliche Säulenfüße, und legen dorische Capitäle darauf. Das Unnatürliche dieser Bildsäule» wird oft durch die Schönheit der Figuren erträglich gemacht, und nur die edle Liebe zur Frcyhcit, welche die Griechen belebt hat, kann die -Art von Wuth entschuldigen, welche diese Zierrathcn eingeführt hat. Eine Nachahmung der Caryatiden sind die Perser, eine andre Art Bildsaulen. Besondre Abbildungen von Caryatk- dcn, sind, unter andern, von Iah. Fred. Vrieß gezeichnet, und von Ger. von Jode, unter dem Titel: Lsr^oridum, l'ermos voconr, live i^rlonriduln mulriknr- rnium sd gnemlidcc ^rcbiceAurae ordinem, accomrnedsrar. denk. I. ,6 Bl. in Kupfer gestochen, herausgegeben worden. — Ucbrigcns handelt von dein Gebrauch der Caryatide» in der Baukunst, unter mchrern, I. Frcs. Mandel, indem Lourg d^rckiceök. civile, B. 1. S. 198 und S. Z45. Charakter. (Schöne Künste.) Das Eigenthümliche oder Unterschei- dende in einer Sache, wodurch sie sich von andern ihrer Art auszeich- net. Die schonen Künste, welche Gegenstände aus der sichtbaren und unsichtbaren Natur zur Betrachtung darstellen, müssen jeden so bczeich- Ff z nen, 454 Cha NM, daß die Gattung, zu der er gehört, oder auch das Besondre, wodurch er von jedem andern seiner Art unterschieden wird, kann erkennt werden. Demnach ist die genaue Bemerkung des Charakteristischen, ein Haupttheil der Kunst. Der Maliter muß jedem Gegenstand in allem, was an ihm sichtbar ist, den Charakter seiner Gattung, oder auch, (wie in Portraitcn) den einzeln Charakter, wodurch er sich von allen Dingen seiner Art auszeichnet, zu geben wissen, und so muß jeder andre Künstler die Charaktere der Dinge bezeichnen können. Es gehöret demnach vorzüglich zu dein Genie des Künstlers , daß er in Gegenständen der Sinnen und der Einbildungskraft, das Charakteristische bemerke. Dazu aber wird ein überaus scharfer Veobachumgsgeist erfodert, den man, für sichtbare Dinge besonders, ein scharfes wählerisches Auge nennt. Wie der Mahlcr, sobald er einen Gegenstand recht in das Auge gefaßt hat, sogleich die wesentlichen Züge desselben durch die Zeichnung darstellen kann, so muß jeder Künstler in feiner Art das Unterscheidende der Sachen schnell fassen und ausdruken können. Und in dieser Fähigkeit scheinet die Anlage des Genies für die schönen Künste zu bestehen; so daß vielleicht aus der Fähigkeit, die Charaktere der Dinge zu bemerken, der richtigste Schluß auf des Künstlers Genie könnte gemacht werden. Unter den mannigfaltigen Gegenständen, welche die schönen Künste uns vor Augen legen, sind die Charaktere denkender Wesen ohne Zweifel die wichtigsten; folglich ist der Ausdruk, oder die Abbildung sittlicher Charaktere das wichtigste Geschafft der Kunst, und besonders die vorzüglichste Gabe der Dichter. In den' wichtigsten Dichtungsarten, der Ep oxee und dem Drama, sind die C h a Charaktere der handelnden Personen die Hauptsache. Wenn sie richtig gezeichnet und wol ausgedrukt sind, so lassen sie uns in das Innere der Menschen hineinschauen, und vcr- statten uns, jede Würkung der äussern Gegenstände auf sie, vorher zu sehen, die daher entstehenden Empfindungen, die Entschließungen, jede Triebfeder, woraus die Handlungen entspringen, genau zu erkennen. Sie sind eigentliche Abbildungen der Seelen, die wahren Gegenstande, davon die gewählten Ponraite nur die Schattenbilder sind. Der Dichter, der die Gabe hat, die sittlichen Cha- raftere richtig und lebhaft zu zeichnen, lehret uns die Menschen recht kennen, und führet uns dadurch auch zu der Kennmiß unser selbst. Aber noch wichtiger ist die Würkung, welche wolgezeiebnete Charaktere auf un- src Scelenkrafte haben. Denn, wie wir uns mit den Traurigen betrüben, so geschieht eine solche Zueignung aller andern Empfindungen, wenn sie lebhaft geschildert sind "). Jede lebhafte Vorstellung von dem Gemüthszustand andrer Menschen laßt uns das, was in ihnen vorgeht, eben so fühlen, als wenn es in uns selbst vorgicnge; dadurch werden die Gedanken und Empfindungen andrer Menschen einigermaßen Modiflcalionen unsrer Seele; wir werden heftig mit dem Achilles, vorsichtig mit dem Ulysses, und unerschroken mit dem Hektor. Also können die Dichter durch die Charaktere der Personen, mit ungemeiner Kraft auf die Gemüther würfen. Diejenigen, die wir für gut halten, haben den stärksten Reiz auf uns; wir nehmen alle Kräfte zusammen, um eben so zu empfinden, wie die Personen, für deren Charakter wir eingenommen sind. Diejenigen, die uns mißfallen, erweken den lebhaften S. Theilnehmung. Cha haften Abscheu, weil eben dadurch, daß wir gleichsam gezwungen werden, die Empfindungen derselben auch in uns zu fühlen, der innere Streit in dem Gemüthc entsteht. Die vornehmste l^orge des epischen und dramatischen Dichters, muß also auf die Charaktere der Personen gerichtet seyn. Dcßwegen können nur große Kenner der Menschen sich an diese Gattungen wagen. Der epische Dichter hat wegen der Menge und Verschiedenheit der Begebenheiten, Vorfalle und Personen, die seine weitläuftige Handlung ihm an die Hand giebt, Gelegenheit, die persönlichen Charaktere seiner Hauptpersonen ganz zu entwikeln; der dramatische Dichter hingegen, dessen Handlung nur auf einen sehr bestimmten Gegenstand eingeschränkt ist, har vornehmlich einzele Züge in den Charakteren der Menschen, Tugenden, Laster, Leidenschaften zu schildern: denn es ist selten möglich, in einer so kurzen Zeit, als die ist, auf welche die Handlung des Drama eingeschränkt wird, lind bei) einer einzigen Gelegenheit, den ganzen Charakter des Menschen kennen zu lernen. Es giebt Menschen, die in ihren Handlungen, und in ihrer Art zu denken, gar keinen bestimmten Charakter zeigen, die einigermaßen den Windfahnen gleichen, die für jede Wendung und Stellung gleichgültig find, und sich also nach allen Gegenden gleich herumtreiben lassen. Es scheinet, als wenn es solchen Menschen an eigener innerlicher Kraft fehlte, aus welcher ihre Gedanken, Entschließungen und Handlungen entstehen. Sie warten ganz gleichgültig auf das, was geschieht, ein- pfangen davon augcnblikliche Cin- drüke, die sich sogleich wieder ausloschen, wenn die Ursache derselben zu würkcn aufHort. Mechanische Wesen von dieser Art sind für heu Dich- Cha 455 ter unbrauchbar; er sucht diejenigen Menschen aus, in deren Art zu denken, zu empfinden, zu handeln, sich etwas merkwürdiges findet; solche, in denen herrschende Triebe, und ein cigenthümlicher sich auszeichnender Schwung des Geistes oder des Herzens ist, welche Bcstandtheile des Charakters sich bey jeder Gelegenheit auf eine ihnen eigene Art äußern. Menschen von solchen Charakteren in mancherlei) Umstände und Verbindungen gesetzt, sind die Seele derjenigen Werke der Kunst, die Handlungen zum Grund haben, besonders des epischen Gedichts. Dadurch kann eine sehr einfache Handlung interessant werden, und einen Reiz bekommen , den bey dem Mangel guter Charaktere keine Verwik- lnng, auch keine Mannigfaltigkeit der Begebenheiten und Vorfälle ersetzen kann. Die Wahrheit dieser Anmerkung recht zu fühlen, darf man nur die meisten Trauerspiele der Griechen betrachten, die großtcn- thcils bey einer sehr großen Einfalt des Plans durch die Charaktere höchst interessant sind. Die ganze Fabel des Prometheus vom Aesthvlus, kann in wenig Worten ausgedrukt werden, und dennoch ist dieses Trauerspiel höchst interessant. Unter den Werken der Neuern geben die empfindsamen Reisen Oes Sterne den deutlichsten Beweis, wie die gemei- ncstcn und alltäglichsten Begebenheiten, durch die Charaktere der Personen , im höchsten Grad interessant werden. Wer für Kinder und für schwache Köpfe schreibt, der mag immer sein Werk durch tausend seltsame Begebenheiten und Abentheuer unterhaltend zu machen suchen; aber für Männer müssen die Charaktere den vorzuglichsten Thcil des Werks ausmachen. Dieses sey auch dem Historicnmahler gesagt, Will er nicht blos dem Pöbel gefallen, so suche er den Werth seines Werks Ff 4 nicht 456 Cha nicht in der Weitläuftigkeit seiner Erfindung, nicht in der Menge seiner Figuren und Gruppen, sondern in der Starke und Mannigfaltigkeit der Charaktere- Wem es nicht gegeben ist, die Menschen zu ergründen, eines jeden besonderes Genie, Temperament, seine Gemüthskräfte (.in dem, was sie Eigenrhümliches haben) genau zu beobachten, auch die besondere Schattirung derselben, die von der Erziehung, von den Sirren, der Heil und andern besonder» Umstanden herkommen, darum zu unterscheiden! dem fehlet die vornehmste Eigenschaft eines epischen und dramatischen Dichters. Dessen Hauptwerk bleibt allemal die Darstellung der Charaktere: hat er sich dieser versichert, so ist bald jede Begebenheit gut genug, und jede Lage der Sachen bequem sie zu cntwikcln; wenigstens ist eine mittelmäßige Einbildungskraft hinreichend, ein Gewebe der Fabel zu erdenken, das zu interessanten Acußerungen der Charaktere Gelegenheit giebt. Jeder Charakter, der wolbesiimmt und psychologisch gut, das ist, wahr und in der Narur vorhanden ist, da- bey sich von dem alltaglichen auszeichnet, kann von dem Dichter mit Nutzen gebraucht werden. Nur vor willkührtichen, blos aus der Phantasie zusammengesetzten Charakteren, muß er sich hüten; weil sie nie interessant sind. Wer seinen Personen gute oder schlechte, hohe oder niedrige Gesinnungen beylegt, so wie es ihm bey den vorfallenden Gelegenheiten einfallt, der hat darum keinen Charakter gezeichnet. Wer den Charakter eines Menschen vollkommen kennte, müßte daraus dessen Empfindung, Handlungen und ganzes Betragen, in jedem bestimmt gegebenen Fall vorhersehen können; denn die Bcsiandtheile des Charakters, wenn man sich so ausdrüken kann, enthalten die Gründe jeder Hand- Ch a long oder jeder Aeußerung der Gemüthskrafte. Alle würksamen Triebe der Seele zusammen genommen, jeder in einem gewissen Maaßc, jeder durch das Temverament des Menschen, durch seine Erziehung, durch seine Kcnntniß, durch die Sitten seines Standes und der Zeiten modificirt, machen den Charakter des Menschen aus, aus welchem seine Art zu empfinden und zu handeln bestimmt kann erkennt werden. Laßt man die Personen Gesinnungen, Reden oder Handlungen äußern, deren Entstehung aus ihrem Charakter sich nicht begreifen laßt; oder solche, aus denen, wenn der Charakter noch nicht bekannt ist, die Grundtriebe oder die wurklich vorhandenen Ursachen, aus denen sie entstanden sind, sich nicht erkennen lassen, so haben die Personen keinen würklichcn Charakter; ihre Handlungen sind etwas von ungefähr entstandenes. Es hat mit den Gcmüthskraftcn eben die Bewandniß, wie mit den Kräften der körperlichen Welt, daß Würkung und Ursache in dem genauesten Verhältnis? der Gleichheit sind. Ein Mensch, der es allezeit mit einer Menge andrer Menschen aufnähme, und ganze Heere in die Flucht schlagen würde, konnte uns niemals, als ein höchst tapferer Mensch vorgestellt werden; er wäre ein Unding, etwas, das nur in der Phantasie des Dichters entstanden ist. Und wenn man uns in einem Roman einen Menschen abbildete, der überall, wo er hinkommt, königliche Geschenke austheilet, der ganze Familien reich machet, so würde uns dieses gar wenig rühren, da wir die Quelle nicht erkennen, aus welcher aller dieser Reichthum fließet. So wie würk- licheWundcrwcrke am wenigsten wunderbar sind, weil wir von den Kräften, wodurch sie bewürkt werden, gar nichts erkennen, so ist es auch mit jeder Aeußerung menschlicher Kräfte, C ha Kräfte, sie seyen auf das Gute oder Böse gerichtet, deren Grund und Quelle wir nirgend entdekcn fön nein Es ist also eine sehr wesentliche Sache, daß man sich in dem, was handelnden Personen zugeschrieben wird, vor dem willkürlichen, romanhaften und abenthcuerlichcn in acht nehme; denn diese Sachen sind in keinem Charakter gegründet. Wie der Mahler sich lediglich an die Natur halten, und z. E. jedem Baume, weht nur die Art der Blühte oder Frucht zueignen inuß, die ihm natürlich ist, sondern sie auch nur an denjenigen Arten der Zweige, an denen sie würklich wachsen, nicht aber an willkührlichcn Stellen, anbringen darf; so muß es auch der Dichter mit jeder Aeußcrung des Gemüths halten, die eben so natürliche Wär- kungen des Charakters sind, als Blühten und Früchte Würkungen der besondern Natur eines Baumes. Ucbcrdcm müssen alle Gesinnungen, Reden und Handlungen, die den Personen zugeschrieben werden, nicht nur allgemein wahr seyn, sondern nach allen, den Personen eigenen Modificationen, genau abgemessen werden; denn niemand hat blos den allgemeinen Charakter seiner Art. Der Dichter muß nicht nach Art derer, die ehemals die Ritterbüchcr geschrieben haben, arbeiten, wo alle Ritter gleich tapfer sind, sondern so wie Homer, bei) welchem die Tapferkeit des Achilles eine andre Tapferkeit ist, als die, die man am Hck- tor, oder am Ajax, oder am Dioinc- bcs sieht. Wie man den Löwen aus einer Klane erkennt, so muß man aus jeder besoudern Rede einer Person ihren Charakter erkennen, weil in der That jedes, was ihr eigen ist, etwas zu ganzlicher Bestimmung derselben bcygetragcn hat. Jeder Charakter aber wird durch dreycrlcy Gattungen wartender Ur- Cha 457 fachen bestimmt. Durch das, was der Nation und dem Zeitalter, darin» man lebt, eigen ist; durch den Stand, die Lebensart und das Alter; und endlich durch das besondre personliche jedes Menschen, nämlich sein Genie, sein Temperament, und alles übrige, was ihn zu einer besonder» Person macht. Mithin muß jede Aeußerung des Charakters mit allen den würkenden Ursachen auf denselben genau übereinkommen. Wer also Personen aus einem entfernten Zeitalter, aus einer ganz fremden Nation, zu behandeln hat, dem wird es nothwcndig sehr viel schwerer eines jeden Charakter zu treffen. Oßian mahlte Personen seiner Zeit, seiner Nation, seines Standes und zum Theil seiner eigenen Familie, und fand also in der genauen Bezeichnung derselben die wenigsten Schwierigkeiten. Auch Homer hat seine Personen von einem nicht sehr entfernten Zeitalter, und aus einer ihm nicht fremden Nation genommen. In der Acneis ist es schon stark zu merken, daß der Dichter sich nicht ganz in die Zeiten, Sitten und den Stand seiner Personen hat setzen können. Kein Dichter hat darinn mehr Behutsamkeit nothig gehabt, als der Dichter des Noah, da er seine Handlungen aus dem entferntesten Zeitalter und den fremdesten Sitten genommen hat. Dennoch ist er in seinen Charakteren sehr glüklich, und auch da, wo er mit gutem Vorbedacht Begebenheiten der spatern Welt in jene entfernte Zeiten hinaufgesetzt *), hat er ihnen den Anstrich jenes entfernten Weltalters zu geben gewußt. Mit bewundrungswürdi- gcr Geschiklichkcit hat sich «.lopftok ganz in die Sitten und Sinnesart der Zeiten setzen können, in welche seine Handlung fallt. Ff 5 In ') S. Wiclcuids AbHanl lung über dm Noah S. >5. 458 Cha Jil großen epischen Handlungen, wo viel merkwürdige Personen vorkommen, muß auch eine große Mannigfaltigkeit der Charaktere erscheinen. Diese muß adcr nicht blos in derjenigen Verschiedenheit gesucht werden, die in dem wesentlichen Charakter liegt, wie etwa beyn? Homer die Charaktere des Achilles, des Nestors und des Ulysses sind, da keiner einen Zug mit dem andern gemein hat; sondern auch einerlei) wesentliches inuß durch Genie, durch Temperament, durch Alter und andre zufallige Bestimmungen, in den verschiedenen Personen eine angenehme Mannigfaltigkeit erhalten. Von denen, die durch die Hauptzüge sich unterscheiden, kann man einen sehr guten Gebrauch machen, wenn man entgegengesetzte Charaktere bey eincrley Vorfällen neben einander stellt, damit sie einen Gegensatz oder Contrast ausmachen; denn dadurch werden sie desto lebhafter bezeichnet. Wenn ein Mann von geradem, offenherzigen und ftcycn Wesen, neben einem zurükhaltcuden, ein verwegener und hitziger, neben einem vorsichtigen und bedächtigen Mann erscheinet, so werden unstreitig alle Aeußerungen des einen, durch das, was man von dem andern steht, besser bemerkt werden. Eine besonders gute Würkung kann dadurch erhalten werden, daß unter den handelnden Personen solche sind, die unser Urtheil über das Betragen der Hauptpersonen unterstützen, oder lenken. Dieses geschieht z. B. wenn bey einer ganz wichtigen Lage der Sachen, wo die handelnden Personen alle in Leidenschaften gerathen, auch solche eingeführt werden, die bey etwas kaltem Geblüte bleiben, und alles, was vorgeht, mit großer Richtigkeit und scharfer Be- urtheilungskraft einsehen. Ten«? nienial würken starke und recht entscheidende Urtheile der Vernunft mehr C h a auf uns, als wenn wir sie neben hitziger Bewundrung oder lebhafter Vcrabscheuung sehen. Wenn wir in Shakespears Richard jedermann in der heftigsten Verabscheuung derwü- thenden Bosheit dieses Tyrannen sehen, so fehlet es an einem gelassenen Menschen, der durch nachdrükliche Acußerungen überlegter Urtheile, den Empfindungen der andern, noch mehr Kraft auf uns mitrheilte. Inzwischen muß das, was hier von dem Gegensatz der Charaktere, und besonders von dem Gegensatz der Leidenschaft und der Vernunft angemerkt wird, nicht so verstanden werden, daß jeder Charakter beständig einen entgegengesetzten, so wie der Körper einen Schatten, neben sich haben soll. Dieses würde zu gekünstelt und zu gezwungen seyn. Nicht jeder Charakter darf einen entgegengesetzten neben sich haben, und wo man Personen von entgegengesetztem Charakter einführt, dürfen sie eben nicht unzertrennlich beysam- mcn seyn. Ein Dichter von gesundem Urtheil, wird die Contraste so zu behandeln wissen, daß weder Zwang noch Kunst dabcy zu merken sind, und daß nur die wichtigsten Eindrüke, die man von den Charakteren zu erwarten hat, in der größten Stärke und im hellcstcn Licht erscheinen. Einer der scharfsinnigsten Kunstrichter unter den Neuem will, man soll im Drama den Contrast nicht in den Charakteren unter sich, sondern in dem Entgegengesetzten der Charaktere und der Unistände, in welche die Personen versetzt werde«?, suchen. Er sagt ungemein viel Gutes und Gründliches von der Unschiklich- keit der gegen einander gesetzten Charaktere. In? Grund aber scheinen seine Anmerkungen nur den-Mißbrauch, und das Uebertr,ebene in dieser Sache, *) Lillsroc äs ls> poclle Msmscigus. Chs che, zu widcrrathen, worauf auch unsre vorhergehende Anmerkung ab- zielt. Freylich muß der Dichter die Entwiklung und den Eindruk der Charaktere dadurch zu erhalten suchen, daß er dieselben in mancherlcy und in einander entgegenstehende Umstände bringt; auch muß er sich hüten, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf einen Hauptcharakter, durch einen eben so interessanten ihm entgegengesetzten zu schwachen. Allein dieses hindert ihn kcincswc- gcs, einen Hauptcharakter durch einen ihm entgegengesetzten, in ein helleres Licht zu setzen, wenn er nur Verstand genug hat, dieses auf eine gute Art zu thun. Einige Kunstrichtcr haben vollkommen gute Charaktere, sowol für das Drama, als für die Epopee, als etwas ungereimtes ganzlich verworfen "). Wenn man eine solche Vollkommenheit versteht, die kein Mensch erreichen kann, und die doch einem Menschen zugeschrieben wird, so hat man vollkommen Recht, sie zu verbieten; denn das Gedicht muß nichts unmögliches, auch nichts unwahrscheinliches enthalten. Wollte man aber auch nicht haben, daß die höchste menschliche Vollkommenheit, so wie sie zu erreichen möglich ist, einer handelnden Person sollte zugeschrieben werden, so würde man schwerlich einen guten Grund für ein solches Verbot anführen können. Die Furcht, daß ein solcher Charakter nicht interessant genug sey, weil die Leidenschaften dabey zu wenig ins Spiel kommen, ist nicht gegründet. Man stelle sich vor, daß ein Dichter den Tod des Sokrates zum Inhalt eines Drama nähme. Um bey der genauen historischen Wahrheit zu bleiben, konnte er dem Sokrates bey dieser Handlung keine menschliche *) 8Iigffrssbnrv's Vom. III. S. 2üo. u. s. f, Briefe über die neueste Liitcratm VII. Th. S. 117- sf. Cha 459 Schwachheit beylcgen; denn fein Betragen war in der That dabey vollkommen, Wie wenig aber diese Vollkommenheit der Rührung schade, sieht man aus der Art des Drama, das Plato und Tenophon davon gemacht haben. KeinMcnsch von Empfindung kann sie ohne die höchste Rührung lesen. Es ist also nicht abzusehen, wie man vorgeben könne, vollkommen tugendhafte Charaktere scycn nicht interessant genug. Freylich muß man nicht solche Charaktere willkührlich zusammen setzen; die Vollkommenheit muß die Würknng solcher Ursachen seyn, die in dem Menschen möglich sind; man muß sehen können, aus was für Grundsätzen , aus was für Gcmüthskraften sie entstanden ist. Man findet in der Lebensbeschreibung, dicPlutarch vom Maren» Antonius gemacht hat, hm und wieder Züge von Großmuth und Vernunft, die gar nicht ans dem Charakter des Antonius zu folgen scheinen, so daß man gar nicht weiß, wie sie bey einen, solchen Menschen möglich gewesen sind. So wahr sie auch seyn mögen, so wäre keinem Dichter zu rathen, sie so, wie Plutarchus thut, anzuführen. Man müßte noth- wendig diesen Mann vorher von einer Seite zeigen, woraus bey seinem schlechten Charakter, die Möglichkeit solcher einzeln großen Züge deutlich erkennt würde. Eben so müßte ein Dichter, der einen vollkommenen Charakter vorstellen wollte, die Bestimmung der näheren, nicht blos metaphysischen, Möglichkeit desselben nicht verabsäumen, sonst würde er keinen Glauben finden, und dadurch würde der Charakter interessant werden. Man sollte denken, daß die Epopee und das Drama blos deßwcgen ausgedacht worden, damit man Gelegenheit habe, die Charaktere deo Menschen in ein völliges Licht zu setzen. Wenigstens scheinet es nicht möglich, zu dieser Absicht etwas bequeme- 4do C ha qucmeres zu erfinden. Die Gcschicht- schreiber haben hiezu bey weitem die Bequemlichkeit nicht, die die Dichter haben; denn es schikt sich für sie nicht, ihren Lesern jeden besonder;? Umstand der Geschichte so abzumah- lcn, als ob sie alles mit Augen sähen, und jede Rede selbst anhörten; dieses ist den Dichtern eigen. Vorzüglich aber ist die Epopce zn völliger Cnrwiklung der Charaktere dienlich; denn das Drama leidet die Mannigfaltigkeit dcrBcgebenheiten und Vorfalle nicht, die bei) ihr statthaben; die Personen des Drama werden nicht so, wie in der Epopce, ?er vsiic>5 cslus, per cor llitcri» mina rerum ans Ende der Handlung gebracht. Daher sieht man im Drama nicht sowol den ganzen Charakter einer Person, als besondere Züge desselben, besondere Leidenschaften oder Gesinnungen entwikclt. Der epische Dichter hingegen hat Gelegenheit, uns seine Hauptpersonen völlig und nach allen Thcilen ihres Charakters bekannt zu machen. Es giebt aber zwey Wege die Charaktere zu bezeichnen. Der eine ist unmittelbar die würk- liche Abbildung derselben, so wie der Gefchichtschreibcr Galluftius es gc- than hat; der andere ist mittelbar durch die Handlungen, Reden, Stellen/ Gcbehrden, so wie dieselben bei) jeder Gelegenheit sich äußern. Dieser Weg ist dem Dichter eigen und dem ersten weit vorzuziehen. Der erste giebt uns eine abstrakte Beschreibung von einer Sache, die wir selbst nicht sehen; der andre aber stellt uns die Sache selbst nach allen ihren bcsondcrn Bestimmungen vor Augen und dadurch empfinden wir würk- lich, wasj. wir auf die andre Art durch den Verstand uns vorstellen. Wir lernen dadurch die Menschen so kennen, als wenn wir würklichjmir ihnen gelebt,h attcn. C h a Es erhellet hieraus, daß der wichtigste Theil der Kunst des epischen und des dramatischen Dichters der ist, daß sie Begebenheiten, Vorfälle und Situationen erfinden, bey denen die handelnden Personen ihren Ge- müthszustand, und jede Triebfeder ihrer Seelen entwikcln. Also ist auch nur dem epischen Dichter vergönnet, den ganzen Charakter der Personen zu entfalten. Man ist durchgehciids darüber einig, daß in diesem Thcile der Kunst dem Homer noch niemand gleich gekommen ist. Es ist anch zu vermuthcn, daß kein Dichter neuerer Zeiten, wenn er auch dem Homer an Genie gleich wäre, hierinn eben so glüklich, wie er, seyn konnte. Zu den Zeiten des Vaters der Dichter handelte» die Menschen noch frepcr, und äußerten jeden Gedanken und jede Empfindung ungehinderter, als es gegenwärtig geschieht. Wir fühlen nicht nur mancherlei) Arten von Banden, die eine vollige und ganz freyc Entwiklung der Triebfeder des Geistes hemmen, wir liegen auch noch unter dcm Druk der Mode und bilden uns ein, daß wir so handeln, so reden, uns so stellen müssen, wie gewisse andre Menschen , die gleichsam den Ton angeben, nach dem sich alle andre richten müssen. Man sieht überaus wenig freyc Menschen, die blos nach ihren eigenen Empfindungen handeln, und sich unterstehen, keine andre Richtschnur, als ihre Einsichten und ihr Gefühl anzunehmen. Bey einem von allen Seiten her so sehr eingeschränkten Wesen, ist es höchst schwer den natürlichen Menschen kennen zu lernen und zu sehen, wie weit seine Kräfte reichen. Diese Schwierigkeit müssen besonders auch die Mahlcr und Bildhauer empfinden, die ebenfalls nothig haben Charaktere zu bezeichnen. Es wird ihnen ungemein schwer die Natur Cha rur zu beobachten, die aus dem ansehnlichsten Theil der menschlichen Gesellschaft als etwas unschikliches verbanne ist, wo der Traurige sich zwingen muß, die Mine des Vergnügten anzunehmen, und wo es nichr erlaubt ist, das, was man innerlich fühlt, auch äußerlich zu zeigen. In dem ehemaligen Griechenland, wo jeder Bürger die Freyheit nahm, sich gerade so zu zeigen, wie er war, und keinen andern Menschen für sein Muster hielt, war es dem Zeichner leicht, jede Empfindung in den Gesichtern der Menschen und in ihren Gcbehrden zu sehen. Daher kommt es ohne Zweifel, und nicht von einem geringem Maaßc des Genies, daß die zeichnenden Künste unter den Händen der Neuem, die Vollkommenheit des Ausdruks nicht mehr haben, die man an den Alten bewundert. Auch ist vielleicht darinn die Ursache zu suchen, warum man auf der deutschen und franzosischen Schaubühne so wenig originales, so- wol in den Charakteren, als in der Art, wie sie vorgestellt werden, antrifft. Daß dieses auf der englischen Schaubühne weniger selten ist, rühret daher, daß die Britten in der That in ihrem ganzen Leben sich weniger Zwang anrhun, als die meisten andern Nationen, und daß sie weniger Ehrfurcht für das Gewohnliche und Uebliche haben, als andre. Was der Charakter überhaupt im Menschen ist, davon handelt, unter andern, ein Aussatz in dem Werkchcn: lieber die moralische Schönheit, Altcnb. >772.8. »»» — Von der Beschaffenheit der dichterischen Charaktere überhaupt, ausser den, von Hrn. Sulzcr darüber angeführten Schriften: Hr. Garvc, in der Abhandl. über das Interessante (NeueBibl, dersch. Wissensch. XU I. E. 45 u. f.Von den LharactcreN in epischen Gedichten, das 4te Puch in deS Boss» Issairä «lu Ch 0 461 ?oome epigue ( S. 25; u. f. AllSg. von ,69z) — Battcux, im sym P. s. Einleitung in die sch. Wissenfch. (S. 94. 4te Aufl ) - — Von den dramatischen Charakteren: Aristoteles In seiner Poetik im izten und einem THeil der beyden folgenden Kap. so wie an ein paar Stellen im stcn, verglichen mit LcssingS Dramaturgie N. 74. — Diderot in den Unterredungen hinter dem natürlichen Sohne S- -ig u. f. 2Z7, und in der Äicdlk. din- ter s. Hausvater S. 254 u. f. d. deutschen llebers. ore Allst. — Hurd in s. Abhandl. über die verschiedenen Gebiete des Drama S. 42 der Eschenb. llebers. — Von den Charaelercn, in Rücksicht auf die Cs- moOie, Cailhava, weitlstuftig, im-tcn P. s. Tchr >le la Lvmellie, Kap. 22 - 42. S 251 u. f. — — Zur Bildung, so wie zur richtigen Beuetheilung von Cha- raeter überhaupt, kann vielleicht W. Ri- lhardson'S pdilolopkical /Znoftliz anck illullrarivn ok ok 8k>2ssespezre z remarssable Lboroökerü, Uvnci. 1772. L. deutsch, leipz. >?7Z. otcrTH. Lond. 178z. 8. u. a. m. dienen. — — Chor. (Schöne Künste.) Cs scheinet, daß dieses griechische Wort ursprünglich einen Trnp Menschen, zu einem festlichen Aufzug versammlet, bedeute, einen Trup festlicher Sänger, oder Tänzer. Die Alten, weiche bei) allen öffentlichen Handlungen den Pomp und das Feierliche liebte», suchten es unter andern! auch dadurch zu erhalten, daß sie gewisse Handlungen einem solchen Trup Menschen auftrugen. An ihren Festtagen hatten sie Chore von Sängern und Tänzern, wodurch sie dem Fest ein feyerliches Ansehen gaben. Dergleichen Chore hatten sie auch in ihren Tragödien und Como- dien. Von den singenden Choren der Alten haben wir noch ist die Benennungen, da wir durch das Wort Chor einen Trnp Sänger, oder den von ihm 462 Cho ihm abgesungenen Gesang, oder auch den Ort in ^en Kirchen, wo er stehet, bezeichnen. Es ist deßwegcnnöthig, daß wir von jeder Bedeutung besonders sprechen^ Chor in der Tragödie der Allen. Es erhellet aus den Nachrichten, die uns die Alten von dem' Ursprung der Tragödie und Comodie geben, daß beyde aus den Choren von Saugern, die bey den Festen des Bacchus gebräuchlich waren, entstanden sind. Man hat keine ausführliche Nachricht davon, was es ursprünglich mit diesen Chorgesängen für eine Beschaffenheit gehabt habe. Doch weiß man, daß sie von zweierlei) Gattung gewesen, dichprambi- scbc und pliNchclw Gesänge; jene von einem hochtrabenden Ton und Inhalt, diese ausgelassen und much- willig. Aristoteles sagt, daß durch jene die Tragödie, durch diese aber die Comodie veranlasset worden. Wie es damit eigentlich zugegangen sc>), laßt sich nicht genau bestimmen; wahrscheinlich aber ist es, daß es einer, dem die Einrichtung des Festes aufgetragen gewesen, versucht habe den Gesang des Chors durch die Vorstellung einer Handlung, oder auch wol blos durch Erzählung derselben, zu unterbrechen, und daß der dithyrambische Gesang durch eine große, außerordentliche, der phallische aber durch eine possirliche und muthwillige Handlung unterbrochen worden.- Da der erste Einfall, den Gesang des Chors durch Erzählung oder Vorstellung einer Handlung zu unterbrechen, und dadurch das Fest ergötzender zu inachen, Beyfall gefunden hat, mögen hernach andre der Sache weiter nachgedacht, und solche Handlungen dazu gewählt haben, die nach und nach zu den regelmäßigen Vorstellungen auf der Schaubühne Gelegenheit gegeben haben- C h s Es laßt sich hieraus mit Gewißheit schließen, daß in den ersten Zeiten, da die Tragödie und Comodie aufgekommen, der Gesang des Chores die Hauptsache gewesen, die hernach, wie in andern Dingen oft zu geschehen pflegt, von dem, was anfanglich eine Nebensache war, verdrangt worden. Denn in den alten Tragödien und Comödien, die wir noch haben, sind die Chöre allerdings die Nebensache, und man weiß auch, daß sie endlich aus der Comödie ganz verdrangt worden. So wie wir die Chöre in den noch übrigen Tragödien der Alten finden, bestehen sie aus einer Gesellschaft solcher Personen, männlichen oder weiblichen Geschlechts, die be» der ganzen Handlung meistenthcils als Zuschauer gegenwärtig sind, ohne jemals die Schaubühne zu verlassen. Von Zeit zu Zeit, wenn die Handlung stille steht, singen sie Lieder ab, deren Inhalt sich auf die Handlung bezieht. Bisweilen nehmen sie auch an der Handlung selbst einen Antheil, äußern gegen die handelnden Personen ihre Gesinnungen durch Nach, Vermahnung oder Trost. Die Personen des Chors sind bisweilen ein Trup von dem Volke, bey dem die Handlung vorgeht, wie in dem Geöi- pus in Theben, da das ganze Volk, das die Priester an seiner Spitze hat, den Chor ausmacht; bisweilen sind sie die Aeltestcn aus dem Volke, oder dic Näthc des Königs, oder die Hausgenossen der Hauptperson, wie die Aufwarterinnen einer Königin. Der Chor besteht aber auch bisweilen aus Personen, die ganz zufällig, als bloße Zuschauer zu der Handlung gekommen sind, wie in der Iphigenie in Aulis des Euripides, wo ein Trup Frauen, welche die Neugierde, daS Lager der Griechen zu sehen, auf den Schauplatz geführt hat, den Chor ausmachen. Doch giebt es auch Chöre, die als Hauptpersonen der Hand? C h o Handlung erscheinen, wie die lLnme- niocn des Aeschylus und die Danai- Ven ") desselben Dichters. Die Hauptvcrrichtung des Chors ist, wie gesagt, der Gesang zwischen deuHandlungen, der allemal moralischen Inhalts ist und dienet, entweder den Affekt zu starken, oder gewisse Empfindungen über das, was in der Handlung vorkommt, auszudenken. Der Chor konnte aus dem Trauerspiel niemals wegbleiben, weil er ihm wesentlich war; ob es gleich, wenn das Trauerspiel, wie in den nächstfolgenden Zeiten geschehen ist, blos als eine wichtige Haüdtung angesehen wird, seiner gar nicht bedarf und er deßwegcn aus den neuern Trauerspielen ganz wegbleibet. Ja er konurc, diesem ersten Ursprung zufolge, auch micht einmal die Bühne verlassen, sondern mußte nothwendig als die Hm.lptfache immer zugegen seyn, weil die Handlung eigentlich das tLpifodiselw des Schauspiels war. Alis dicsein Gesielstspunkt muß man den Gebrauch der Chöre beur- theilen, und das Unwahrscheinliche, das bisweilen darinn ist, feinem Ursprung, und nicht dem Dichter zuschreiben. Wen» es von der Willkühr des Dichters abgehangen hätte, niit dem Chor, so wie mit den übrigen Personen zu verfahren, so wäre es ein unverzeihlicher Fehler, daßEu- ripides in der Jphigenia in Aulis, eine Schaar fremder und ganz unbekannter Frauenspersonen, gleich zu Wertrauten der Clytemnestra und der übrigen Hauptpersonen gemacht hat. Weil aber der Chor nothwendig zugegen seyn mußte, mithin ein Zeuge aller Reden und Handlungen war, so mußten die Dichter ihn als vollkommen verschwiegen und unpartheyisch ansehen. .Doch scheint es, daß schon Sophokles versucht habe, den Chor ganz abtreten zu lassen; denn in seinem Ajax theilct er sich, als ein Boke In der Teagödie C ho 46z vom Tcncer kommt, lind die handelnden Personen vermahnet, den aus dem Zelt gegangenen Ajax zu suchen, in zweyTheile, und hilft den andern ihn aufsuchen; so daß kurz nachher, im Anfang des vierten Aufzugs, Ajax ganz allein auf der Bühne erscheint. Man muß sich verwundern, daßllku- ripidcs sich dieser Freiheit nicht bedient hat. Die bändelnden Personen entdekcn in Gegenwart des Chors ihre geheimsten Gedanken, eben so, wie wenn sie ganz allein waren; der Chor vcrrath sie so wenig, als der Zuschauer; er ist Per Vertraute beyder Partheyen, auch wenn die Personen gegen einander handeln. Weil er also nothwendig ui'.parthcyisch seyn mußte, so luinnit er, wenn er sich in die Handlung einmischt, allemal die Parthe» der Billigkeit, doch ohne etwas zu verrathen. Er redet zum Frieden, er nimmt sich der Untcr- drükcen an, er sucht die Gemüthcr zu besänftigen, mischt seine Klagen mit unter die Thronen der Leidenden. Indessen bleibt eine solche Theilneh- mung an der Handlung meistcmheils eine Nebensache. Die Hauptsache ist der Pomp des Aufzuges, und der feyerliche Gesang zwischen den Aufzügen. ^ Anfänglich bestund der Chor in dein griechischen Trauerspiel aus vielen Personen, die sich bisweilen auf fünfzig erstrekten. Auf Befehl derObrig- keit mußte Acschylus diese Zahl bis auf 15 herunter setzen, nachdem man gesehen, daß ein so großer Pomp, wie Hey der Vorstellung der Eumcniden geschehen, zu starke Würkung auf die Eemürher gcthan *). Der Chor hatte einen Vorsteher, der Loriphaus genennt wurde: wenn der Chor An- theil an der Handlung nahm, so redete dieser allein im Namen aller andern ; daher die hanoelnden Personen den Chor immer in der einzeln Zahl änre- *) S- Acschylus- 464 Cho anreden. Bisweilen aber Heilte sich der Chor in zwei) Truppe, die bei)de abwechselnd sangen. Die Neuern haben die Chore im Trauerspiel abgeschafft, so wie sie überhaupt viel in der Pracht desselben hinter den 'Alten zurüke bleiben. Indessen ist gewiß, daß sie mit grossem Vorthcil konnten beybehaltcu werden, zumal da man jetzo von dem Zwang frei) wäre, ihn beständig ans der Bühne zu behalten. Die heutigen Opern scheinen noch die nächste Nachahmung des Trauerspiels zu seyn. Einige Engländer haben versucht die Chore wieder einzuführen, und selbst Racine hat es in der Athalia gechan. Auch im Lustspiel hatten die Alten anfänglich Chore, die aber zeitig abgeschafft worden. In der alten athe- nienstschcn Comödie war die Besorgung des Chors einem Mann aufgetragen, der allemal durch eine öffentliche Wahl dazu ernennt worden; dieser mußte die Sänger des Chors bezahlen. Als aber jener, welcher is^os gcncnnt wurde, abgeschafft worden, giengen auch die Chore ein, weil niemand die Sänger bezahlen wollte *). Auch die Lieder, welche der Chor abgesungen hat, werden Chore genennt. Sie machen einen wichtigen Thcil dessen aus, was uns von der lyrischen Poesie der Griechen übrig geblieben ist. Sie sind, so wie die pindarischen Oden, in Strophen und Antistrophcn ciugethcilt, und bestehen meist aus sehr kurzen lyrischen Versen. Es scheinet, daß die Dichter auf diese Chore den größten Fleiß gewendet, und dabey hauptsächlich zum Augenmerk gehabt haben, sie zu Nationalgesängen zu machen; wie ") Die Stelle, welche sich in dem Fragment des PlawniuS, von den drey Tomödicn der Griechen, hierüber findet, hat Theobald in der Vorrede zu seiner Ausgabe des Shakespear» angeführt und verbessert. C h » man denn verschiedentlich Spure» findet, daß viele diese Lieder auswendig gekonnt, und wie sich etwa Gelegenheit dazu gezeiget, abgesungen haben. Was für Kraft diese Gesänge auf die Gemüther gehabt haben, läßt sich ausfolgenden zweyAnekdoten abnehmen. Plntarchus berichtet*), daß viele von den unglükli- chen Athenienscrn, die nach der berühmten Niederlage, die Nicias in Sicilien erlitten, znSclaven gemacht worden, durch Absingung der rührenden Lieder des Euripides ihre Freyheit wieder bekommen haben. Sic lernten, sagt er, die kleineu Stüke aus seinen Tragödien, welche von Reisenden dahin gebracht wurden, auswendig, und machten sie auch andern bekannt. Viele von denen, die in ihr Vaterland wieder zn- rük gekommen sind, sollen den Euripides auf das zärtlichste umarmt und ihm erzählt haben, wie .sie einige seiner Lieder ihren Herren vorgesungen, und dadurch theils ihre Freyheit wieder bekommen, theils nach der Schlacht, in der Irre, den nvthigen Unterhalt gefunden haben. Eben dieser Gcschichtschreibcr erzählt auch folgendes "): Nach der Eroberung Athens durch Lysandcr, wurde in Vorschlag gebracht, nicht nur alle Athcnienser zu Sclavcn zu machen, sondern ein Thebaner riech an, daß inan Athen ganzlich zcrstohreu sollte. Als hierauf die Anführer der Feinde zur Tafel gegangen waren, saug ein gewisser Phocenscr den Chor aus des Euripides Elektra, der mit diesen Worten anfängt: ! Tochter des Agamemnon» Elektra, Ich komm in deine bäurischeHüttr. Dieses Lied erwekte so starkes Mitleiden bey den Zuhörern, daß die Stadt verschont wurde. Ausser ') In dem Leben des Nicias. ") Im Lysandcr. Cho 465 Ausserdem, was Aristoteles, kk> s.Poetik , Kap. >2. so wie Hvraz, in der Epistel an die Pisonen, und bey dieser Gele» scnheit, ihre Ausleger und llebcrsetzer, von dem Chor, in dem Drama der Alten, sagen, handeln davon: Ant. Min- tvrno, in s. ^rre poerics . . . Vcn, 1564. 4. S. 99 u. f. — Franc. Patricci, im ytcn Buche s. Loscics . . . illnrisle, ?err. i6g6. 4. S. Zs5 u. f. (sehr ausführlich, als Oe' Ldori compgßni llell' sncicde pneiie; uil >2 u. f. ?ir. 1695. 4. — Lav. Quadrio (in dem ;tcn Kap. dcS iten Buches deö zten Vds. s. Lcoris e llag. ll'ogui poe- ll», S. ZZ7 — Z58) — Vatry (Vilser- rar. oü I'on rrsico lles svanraßes gue ia Vrag. anc. reriroir cle tes clioeurs. im Ilten B. der ivlem. äe I'^czcl. cies Inlcripc. Deutsch, im 10 St. S-8; der Samml. Crit. Poet, und geistvollen Schriften, Jür. 174-. 8. — Hcdclin d'Au- bignac (im qten Kap. des zten Buches s. ?raciizus cin Vliearre, B. >. S. 177. 1715. 8.) — Brumoy (in dem Oilc, tue i oriZine lle la VrsA. sne. im iten B. s. Vdesrre lles Qrecz, E. 109. Ausg. von 176z) — Der Verf. der Vill'errvr, sur la IrsAciiie aneienne er mosterne, ?ar. 1767. iz. — Fr. Marmontcl (in s. lloeciyue, B. 2. S. 204. >te Ausg.) --- Franklin (in s. Oillercarion c>n rde IrsZeäzr ot clie ^.nciencs, vc>nä. 1762. Z. und be» s. llebers. des Sophokles) —» Hurd (in s. Comnientar über den 19z V- der Epistel an die Pisonen, und s. Hebers. I. I. Eschenburg, B. i. S. Z99) — Brown (in s. biistor^ oC rke ori^in anä progret's ok ?oerry, vonst. 1764. 8. S.i;6ll. 477- d. d. Uebcrs.) — OeLtinri Lirsec. rrsZ. nsrurs er inäole, Oiilerr. ^.rn. b.uä. Isteeren, Qöcr. 1784. 4- — vtiorus Lroeeor. VraZic. gusli? kus» iL efter Tkeil. rir, er czusrs uüi5 efuz boäle revoca- ri neizuesr, lcr. Lar. Oav. ÜAenius» l .ipt. 17F8. 4- Auch handelt davon Fr. Snedorf, in s. Schrift ve tst^nems Ver. Qraec. btsstn. 1786^. 8> §. 5. S. iy. — "» Ucbcr die Musik der dramatischen Chöre der Alten, findet sich etwas in I. N. Forkels allg. Gesch. der Musik, B. 1. S. 4» u. f. — — Chöre aus den griechischen Trauerspielen übers von Frdr. Gcillo, sind, Halb. 1772. 8. erschienen. Chor in der heutigen Musik. Bedeutet einen vier- oder mehrstimmigen figurirten oder arienmaßigen Gesang. Er dienet, das Gehör auf einmal mit der vollen Pracht der Harmonie und zugleich mit der Schönheit der Melodie zu rühren, zumal wenn jede Parthie mit einer Menge von Stimmen besetzt ist. Solche Chore kommen zur Abwechslung in großen Oratorien und in den Opern vor. Der Text dazu enthalt etwas, das natürlicher Weise von dem ganzen Volke, welches bey der Handlung interessirt ist, auf einmal gesprochen wird: freudigen Zuruf, oder ehrfurchtsvolle Anbetung. Ueber- haupt, weil bey dem Chor alle Personen einerlei) Worte singen, so kann er von dem Dichter nur da angebracht werden, wo der Gegenstand natürlicher Weise auf gar alle Anwesende einerlcy Würkung macht, so daß keiner die Aeußcrung derselben verbergen kann. Man kann sich leicht vorstellen, daß bey einer feyer- lichen Handlung, wenn durch das, was geschieht, das Gemüth zu gewissen Empfindungen gut vorbereitet ist, ein plötzlicher Ausbruch desselben in einer Menge von Menschen die stärkste Würkung machen müye. Es ist ohnedem eine sehr bekannte Sache, daß jede Empfindung, die wir an vielen Menschen zugleich se- hcn, unwiderstehlich auf uns würkt. Wer einen oder zwey Menschen in Gg irgend 466 Cho irgend einer Leidenschaft steht, kann noch mit einiger Ruhe ihnen zusehen; wenn aber eine ganze Menge durch dieselbe Leidenschaft in Bewegung gesetzt ist, so wird man mit unwiderstehlicher Gewalt zur Freude, Furcht oder Schocken hingerissen. Der Dichter also, der den Text zu einer feyerlichcn Musik macht, muß mit Ucbcrlcgung die Gelegenheit wahrnehmen, wo er mit Vortheil einen Chor anbringen kann. Der Text des Chors muß sehr einfach, in kurzen und wolklingenden Sätzen abgefaßt, besonders aber der Sinn derselben äußerst leicht lind einfach seyn; denn das Feine und Tiefsinnige schikt sich nicht für die Menge. Was man eigentlich überlegte Gedanken nennt, würde dabei) unnatürlich und auch nbcrfiüßig seyn- Daß die Chore nur selten und in einem langen Stük, wie die Oper ist, kaum "an zwei) oder drei) Stellen anzubringen seyn, ist eine Anmerkung, die jedem einleuchten wird. So sehr starke Eindrücke, wie diese sind, die man von Chören erwarten kann, können nur selten vorkommen; und da sie wegen ihrer Stärke auch anhaltend sind, so ist das Ende der Handlung vorzüglich der Ort, wo sie anzubringen sind. Denn in diesem Fall wird der Zuhörer mit dem stärksten Eindruk, der hernach durch nichts folgendes zerstreut wird, nach Hause geschikt. Es kommen aber in großen Singspielen mehrere Gelegenheiten vor, wo alle bey der Handlung intcrcssirte Personen, oder ein großer Theil derselben zugleich ihre Gedanken äußern, wo also der Tonsetzer einen vielstimmigen Gesang setzen muß. Deswegen sind nicht alle diese Gesänge Chöre. Diesen Namen giebt man z. B. den Gesängen nicht, wo der ganze Trup der Sänger etwa eine Meinung äußert, oder einen Spruch in gelassener Gemüthsfassung singt, C ho wo der Tonsctzer insgemein den Gesang fugeumäßig einrichtet. Zum eigentlichen Chor gehört etwas affckt- reiches, ein lyrisches Sylbenmaas, und ein nach allen Regeln der Melodie und des Rhythmus eingerichteter Gesang, wo jede Stimme ihren eigenen Gang hat. Der Chor ist eine der schwersten Arbeiten des Tonsetzers, der dazu die Harmonie vollkommen in seiner Gewalt haben muß, weil bey der sehr starken Besetzung der Stimmen, und dem ziemlich einfachen Gesänge, die Fehler wider die Harmonie sehr fühlbar werden. Ueberhaupt muß er da- bey die Regeln des vielstimmigen Satzes *) wohl in Acht nehmen, selbige aber nach einigen, dem Chor besondern, Regeln auszuüben wissen. Man findet hierüber verschiedene gründliche Anmerkungen in dem unten angezogenen Werk *»). Der größte Fleiß muß auf die beydcn äus- scrsten Stimmen verwendet werden, die gegen einander, wenn man die Mittelstimmen wegließe, eben so, wie ein blos zweystimmiger Gesang müssen beschaffen seyn, so daß nirgend ein Fehler zu merken seyn müßte, wenn die Mittelstimmen ganz überhört würden. Der Tonsetzcr hat sich nicht nur schweren und künstlichen Gängen und Fortschreitungcn, deren genauen Vortrag man nie von einem ganzen Trup Sänger erwarten kann, sondern auch vor einer zu weiten Auseinandersetzung und zu nahen Vereinigung der Harmonie in acht zu nehmen. Er muß wol bedenken, daß unter der Menge seiner Sänger nicht alle Stimmen von gleichem Umfang seyn können. Er sollte sichs zur Regel machen, daß keine Stimme ihr Notensystcm um mehr als S. Vlchtimmlg. 55) Nxpolmon cle !z rlisoric et lls lz PI'»- rigus lis Is /Vlult^ue per /Vir, lle Ls- r!ü?x ltli. XVI!. srr.z. C h o als eine Linie überschreite, weil ohne diese Vorsichtigkeit es leicht kommen kann, daß einige Stimmen auf gewissen Stellen ausfallen, welches den Gesang sehr mangelhaft machen würde. Diejenigen Chore, darum dieStim« men abwechseln, und denn wieder zugleich einfallen, scheinen die angenehmsten zu seyn. Auch kann bisweilen eine besonders gute Würknng aus dem Pausiren der Stimmen entstehen, da denn die Instrumente den Eindruk, den der Gesang gemacht hat, auf eine ihm eigene Art fortsetzen und verstärken. Bey Besetzung der Stimmen und der ganzen Anordnung der Sanger ist auch viel Ueberlegung nothig. Das hauptsachlichste ist, daß die äußersten Stimmen vorzüglich gut besetzt seycn, weil das meiste, wie schon erinnert worden, auf diese ankommt. Es würde unerträglich seyn, wenn eine von diesen durch andre Stimmen sollte verdunkelt werden; weil man notwendig Dissonanzen hören müßte, deren Auflösung überhört würde. Je starker übrigens die Stimmen besetzt sind, wenn nur alles vcrhäftniß- mäßig ist, je größer muß nothwcndig die Würkung des Chors seyn. Der einfacheste Gesang, wenn er nur im Satz rein ist, kann durch eine große Menge der Stimmen die gewaltigste Würkung thun. Es scheinet in derThat, daß auch hierinn die Gesetze der Bewegung der Körper statt haben, und daß hundert Stimmen nicht blos auf das Ohr, sondern auf das Herz zehnmal mehr Eindruk ma, chen, als zchcn Stimmen. Es ist zu vermachen, daß durch Chöre die Empfindungen aufdas äußerste könnten verstärkt werden. Man weiß ziemlich gewiß, daß den Griechen die Kraft der Harmonie in ihren Chören gefehlt hat, und daß ihre Sanger im Einklang und in Octavcn gesungen haben. Der uns unglaubli- Cho 467 che Eindruk, den sie gemacht haben, könnte gar wol blos eine Würkung von der Menge der Stimmen gewesen ftyn. Dieses zu begreifen, darf man nur bedenken, wie unendlich fürchterlicher ein Feldgeschrc» eines ganzen Heeres fey, als ein ähnliches Geschrcy von wenig Menschen. Wir wollen über die Chöre nur noch anmerken, daß hiebe,) mehr, als irgend zu einem andern Thelle der Kunst, große Erfahrung von Seite des Capellmeisters erfodert werde. Wer nicht ungemein oft, bey verschiedenen Gelegenheiten und an ganz verschiedenen Orten, in Kirchen, auf der Schaubühne, und im Freyen, große Chöre, von abgeänderten Platzen und Stellungen gehört hat, der wird nie alle Vortheile kennen lernen, die fowol den Satz, als die Ausführung der Chöre vollkommener machen. Also müssen sich Uncrfahrne, so viel möglich, enthalten, die Musik in aller ihrer Pracht, so wie in Chören geschieht, zeigen zu wollen. Unter den Deutschen sindHänVel undGraun die größten Meister hierinn. Ihre Chöre verdienen mit der größten Ueberlegung studirt zu werden. Chor wird auch die Gesellschaft der Sanger selbst, die zu Aufführung einer großen Musik bestimmt sind, gcnennt. Ihr Vorsteher wird in Deutschland insgemein der l'rae- keökus Lkori genennt. Chor in den Kirchen, auch in großen Muflksalcn, ist der Ort, wo der Chor der Sänger steht, um die Musik aufzuführen. Es würde vor- theilhaft für die Musik seyn; wenn ein Kenner von feinem Gehör und Weitläuftiger Erfahrung, feine Beobachtungen über die vortheilhafte oder nachtheilige Einrichtung der zur Musik bestimmten Gebäude an den Tag geben würde. Denn noch zur Zeit scheinen die Baumeister keine bestimm- Gg » - > te 468 C h 0 te Regeln zu haben, naH denen die Chöre sicher anzulegen waren. -H- -H- (s) Zu dieser, und der vorhergehenden Erklärung des Wortes Chor gehören: l'roire Ucs Ldocurz von Gull. ParadlN, Lesuz. 1566. Z. —^ Oiredtorium Llio- ri, sll utum 8. 8. Lslilicoc Vsciconse II). Luiclerci, Id. 1582. 8. Oc Lkyri llccleliüllici s)nriguirs- re, dlecessustL erc. I'd. Llurra- äo, Lot. 1655. k. — — Choral. (Musik.) Ein sehr einfacher Gesang, dcrblos aus Haupttönen ohne Verzierung besteht, und von langsamer etwas feyerlicher Bewegung. Er ist gesetzt, um in Kirchen vor der ganzen Gemeinde abgesungen zu werden. Man nennt ihn auch den Gregorianischen Gesang, weil Pabst Gregorius der Große ihn eingeführt haben soll. DieFranzoftn nennen ihn piain oliaiw und die Jtalianer Carito llrmo. Er ist der einfacheste Gesang, der möglich ist, und schikct sich zu stillen, und etwas ruhigen Betrachtungen und Empfindungen, die insgemein den Charakter der Kirchenlieder ausmachen. Er ist einer großen Rührung fähig, und scheinet zu ruhigen Empfindungen weit vorzüglicher zu feyn, als der figurirte mclismatische Gesang: wie denn überhaupt überaus wenig dazu gehört, sehr tiefe Empfindungen einer ruhigen Art zu er- wcken *). Wenn er überfeine ganze Kraft behalten soll, so muß durch den Gesang der Fall der Verse, und folglich das richtige Zeitmaas der Syl- ben, nicht verloren gehen; nur das cadcnzirtc, zu abgemessene rythmische Wesen, welches unsre heutigen figu- rirten Tonsiüke gemeiniglich gar zu *) S. Lieder. Chi sehr der Tanzmusik nähert, muß aus den: Choral gänzlich wegbleiben. In den altern Zeiten war er einstimmig, und die alten Melodien sind eigentlich das, was der Lancus ii» mus gencnnt wird. Gegenwärtig wird der Choral allemal vierstimmig gesetzt, und jede der vier Stimmen ist eine Hauprstimme. Dieses macht seine Verfertigung, obgleich gar wenig Erfindung dazu gehört, dem, der nicht ein vollkommener Harmoniste ist, sehr schwer; weil bey dem langsamen und nachdrüklichcnGange desselben, auch die kleineste Unrichtigkeit in der Harmonie sehr fühlbar wird. Man muß dabey mit den Dissonanzen sparsam scyn, die sich ohnedem zu dem sanften Affekt des Kirchengesanges nicht so gut, als zu unruhigen Leidenschaften schikcn. Es ist möglich, daß ein blos zweystimmiger Choral, da die Harmonie der Mit- telstimmen etwa, wo es nöthig ist, durch die Orgel ausgefüllt würde, noch bessere Würkung thäte. Denn da die Stimmen doch, um harmonische Fehler zu vermeiden, sich gegen einander bewegen müssen: so scheinet es nicht natürlich, daß bey einerlei) Empfindung einer mit der Stimme steigt, da der andre fällt, und der dritte auf derselben Höhe stehen bleibt. Der beste Choralgesang scheinet der zu seyn, der am cinfachcsten, durch kleinere diatonische Intervalle fortschreitet, und die wenigsten Dissonanzen hat, dabey aber die Geltung der Sylbcn auf das genaueste beobachtet wird. In den Chorälen richtet man sich noch nach den alten Tonarten) den sechs authentischen und so vielplaga- lischen. Man kann nicht leugnen, daß nicht dadurch, wenn nur übrigens gut tempcrirte Orgeln vorhanden sind, eine noch mehrere Mannigfaltigkeit der Charaktere des Gesanges erhalten werde, als wenn man, nach C h o nach einer glcichschwcbcnden Temperatur, alles auf die itzt in der andern Musik üblichen zwe») Tonarten bringen wollte Es wäre ein großes Vorurthcil, sich einzubilden, daß ein starker Meister der Kunst sich dadurch erniedrige, wenn er sich mit Verfertigung der Choräle abgiebt; denn sie sind nicht nur wegen ihrer großen Würkung zu tiefer Rührung des Herzens, sondern auch wegen der vollkommenen Kenntnis' aller harmonischen Schönheiten, und strenger Beobachtung der Regeln der Harmynie, der Mühe eines großen Meisters würdig. Mancher, der ein gutes Solo oder auch wol - ein Couccrt machen kann, würde nicht im Staüde scpu, einen erträglichen Choral zu verfertigen. AuchdicAusführung des Chorals, sowol in den Stimmen, als auf der Orgel, ist nichts schlechtes. Wer nicht jedem Ton seinen Nachdruk und seine bestimmte Modification zu geben, und die äußerste Rcinigkcit zu treffen weiß, kann den rührendsten Gesang verderben. Je entblößter ein Gesang von melodischen Äusserungen und Schönheiten ist, desto kräftiger, nachdrüklicher und in seiner Art bestimmter, muß auch jeder Ton angegeben werden, wenn der Gesang Kraft haben soll. Der Begleiter hat große Ucberlcgung und Kenntnis nothig, daß er einfach sei) und in seinen Schranken bleibe. Es kommt hiebe») gewiß nicht darauf an, daß man nur beyde Hände recht voll Tone fasse; dieses verderbt vielmehr die Schönheit des Gesanges. Vornehmlich muß man sich für melis- uiatischen Auszierungcn und Läufen hüten, womit ungeschikte Organisten dem Choralgcsang aufzuhelfen glauben, da sie ihn doch dadurch gänzlich verderben. Ich habe irgendwo gelesen, daß einige der Melodien geistlicher Hym- *) S. Tonart. Cho 469 nen, die noch itzt in der römischen Kirche gelungen »Verden, alte griechische Melodien seyn sollen, auf die man, »vcil sie einmal aus dem Hci- denthum her noch unter dem Volk herumgegangen, geistliche Texte gemacht habe. Da ich dieser Tradition in einem gewissen Closter in Mayland erwähnte, waren einige, die sie bestätigten und mir so gar Hoffnung machten, mir ein paar dergleichen Melodien aus alten Antiphonarien zu verschaffen. Ich habe aber zur Zeit nichts davon bekommen. Der Choralgesang hat eine große Anzahl von Schriftstellern beschäftigt. Von den, darüber geschriebenen, theoretischen und historischen, Werken sind mir bekannt: Von Italienern: Itegula bin- kic. I?lanae, Hubt. Lonsvencura ste krixia, Ven. 1501.4.152z. l 54L. 8» dlor. >580. — Lompenstiolo cli molci studdz, legrere e kernende inrorno al Lance, kermo e kiguraro, sta ?ier. l^a- rc>n, Vlil. 15Z7. 4. Incrostuaiono kscilistirna eci novillima ili Lance, kermo e kiguraro .... cli Vincen^io Lu- kirano, lt. lZZZ. Ven. >56:. 4. — Itegoie per il Lance, kermo, 6a I). ?icr. Lervne, dlap. >609. 4.^— Lar. rella mulicale stet Lanco kigur. kermo e conrrap. stell ?. I). ststriano Lan- edier!, Ven. 1614. 4. ( Dieses ist bereits die zre Ausg. allein die Jahrszahl der erstem weiß ich nicht zu bestimmen.) Le ltegole stcl Lanco kermo. . . sti Lam. ?erego, Iviil. 1622. 4. — ?rs- rica stel Lanco piano 0 Lanco kermo» stell ?. Oratio Lapolele, dlap. 1625. k. --- kreve merosto sti Lanco kermo, stell ?. d'adr.l'eraman^i, bstil. >6)6.4. — ?r!mi Vuoni: Inrrostu^ione nell Lanco kermo, sti O. Vlar. Oionigi» Dorr, sta ?aoli, l?arms >648 und cbcnd. vcrm. 1667. 4. Lreve Inllruzione per il Lanco kermo, stell ?. Liuk. blar. Lrella, lt. 1665, 4. ---- Lom- Gg Z xsi> 4?« Eh» pcnstio per impsrsre ic reßole stel Lsnro kermo stell ?. sZnßel. helistia . . . Ven. 1667. 8. — Vis rerrs stells voce corsle, ovvero Ollsrvsrioni nell Lsnro kermo, stell h. Liul. Leb. kls- rinelli, Lot. 1671. 8. IteZole Ze. nersle sti Lsnro kermo, sti O. Pier. Lslniri, k. 1678. 4. (ztc Ausg. die Jahczahl der erster» ist nur nicht be» kannt.) II Lsnkore sststoccrinsro, ovvero keßole stel Lsnro corsle, sti O. klsr. Lokersri, Lir. 1682. vcrill, ebend. 1708 8--— Lreve sti kcorko ko- prs le regole sti Lsnro kermo, stell p. I). Vlsuri^io ^spsrs, ?»rm. l«5g2. 4. -- II Direrrorio stell Lsnro kermo, stell p. VI. Lvr. penns, Kostens >689. 4- --- Lsnro srmonico, 0 Lsnro kermo stell ?. Andres sti Rollens, Vlnst. 1690. 8- " II Lsncore Lcclelisllico, stsli p. Liuk. Lrez^s, psst. 1698-4- --- l-leAolecrc stell Lsn- ro kermo. . . stell p. Lim. ^spps, Ven. 1700. 4. ---- Inlkru^ions corsli, stell p. Dom. Lcorpioni > Lcnev. 1702. 8- ----- Lcuols corsle stell p. Lrsne. KIsr. Vsllsrs, Vlost. 1707. 8- ---- IdeZole pell Lsnro kermo ccclelisllico, sti l). Lsrlo >Znr. poirskerrsri, Vlost. 17z 2. 4. ----- Inrrosturrionc sbbreviscs sti Mulles pisns, 0 Lsnro kermo, stell ?. Pier. Lincisiino . . . Ven. »755- 4. — — Von spanischen Schriftstellern: ^rre ste Lsnro Llsno por l)ist. sti pucrro, Lslsm. 1504. 4. -- ^rre ste Lsnro Llsno... por Lsrl. klolins, Vsl. 1509. f. ----- ^rre ste Lsnro Llsno, Loncrsp. zr Lr^snn, por L. Vlsrcin ste Vikcsrgui > 8sr. 2512. 8. ----- Lux bell» stel Lsnro Llsno, por Dom. Mar. Oursn,, Lolesto 1590. 4. Lo- inenro kobra ls Lux bell» , von ebend. Lslsm. 1598. 4. — -Hrre ste Lsnro LIsno por Lrsnc. Monrsnos, llslsm, 1610, 4. sumenr. por L>. lok. ste l'or- res, Msst, 1728.4.— LI porc>ue ste js Mulics, Lsnro Llsno. . . por ^nstr. Lorence, Hlcsls 1672. 4. — Von französischen Schriftstellern: lnrrostuklion d ls Klul>c>ue, p. )esn le Lenstre, psr. 1554. 8- Di- reÄoire stu Llisnr (lreAorien, p. Lrsnc. Miller, L)con 1666. — d-louv. Meclioste pour spprenstre le plsin clisnr, p. st. D. V. psr. 1668. 4- — Ls Science er ls prsriczue stu plsin Llisnr.... psr un ldeliZieux llenest. ste ls Lonßregsrion ste Sr. Msur (Iii- milhae) ?sr.i67Z.4, (Ein, überhaupt, und zu der Geschichte der Musik bcson- soudcrs, brauchbares Werk.) — Diller- rsr. kur le Llisnr Lregorien, p. le Sr. Lab. Luis ste Rivers, ?sr. 168z. 3- (ist mehr histor. als theoretisch; und ent« hcllt gute Bcytr. zur Gesch. der Musik.) ----- klerdostes t'sciles pour spprenstre . . . . ies vrsis Lrincipez stu plsin Lhsnr, er ste ls kluiiczue, p. Lrsnc. Lsucelvr, Lsr. 1685. 8-— Lrois me- rkiostex Liciles, pour spprenstre le plsin Llisnr, Lzion i/oo. 8- Ls klsicre stes d-lovices stsns l'srr ste clisncer, vu regles Aenersls» pour le plsin Llisnr, p. bstr. liemi Lsrre, ?sr. >744. 4. — klerliostez pour spprenstre Ies rcZlez stu plsin Llisnr, er ste ls Llslmostic, p, klr. ls l cillee, psr. 1748. 4. ---- Lisirs cririqus stu plsin clrsnt, utire su^ourst'liui stsns I'LAli- ss, Lsr. 1749. 12. (Von Cousin de Eon- tamine) ---- Klcclioste nouvelle pour spprenstre le plsin Llisnr, p. Vir. t)u- steux, ?sr. 1776. 8- - (Ist diestcAusg. die Jahrsz. der erster» ist mir nicht bekannt. — — Von deutschen Schriftstellern : Llo- res Vlulicse omnis Lsncus Qregoris- ni, Urgent 1488-4. (Hugo, ein Priester zu Reutlingen, schrieb dieses Werk ums I. izoo; ein Deutschte ivclre also wenigstens der zuerst über diese Materie gedruckte Schriftsteller.) — sZrs Kens csnrsnsti cliorslc-m csnrum, sZutl. Isc. labern, Vlo^. 1500. 12. --- Lilium klulicse plsnse /ZuK. klicli. lteins- tzeclc, /Zu^. Vinst. 1500. 4. — LIs- ritlims plsnse sr^ue ciiorsliz Kluiicse Incerprersliv, c. cercillimis reßuüs stczue Cho 471 argue cxemplor. annocat!on!hus er ssgur. mulrum i'pienäiäis, ^u6t. Nolrk. Li-slpergio, kst. >501. 4 --- bilzcüus 5>6. 4. — Lompenäium öäniice!, rsm ssuursri izuam plsni csnrus, sä boemsm vis- koc-i . . . Csmpsäiu Luncb, Lern. 15Z9. >2. —- Lcliolis in iVlull- csm plsnsm Weneesis! pbilomsriz ele Istovs Domo, ex vsr, öäulicor. lcrä- xriz c«II. s bäsrr. TZAricvIs ( Victed. ,540)8. (Das Werk, zu welchem sie gehören, soll Wien >;>2 und Strasb. 154z gedruckt morden, und in Versen geschrieben seyN.) — De >lusscs ckorsli. , kcript. iill. 8psn^cn!>erZ, Vicrek. 1542. 8. kellurn musscsle inrer pls- ni ermenfnrsbilis Csnruz keges, /ZuJ. LI. 8el>sstisno, ^rgenror. 156z. g. — Wenn Beruh, Schleyers Julies ckioesi. riioorer. prstt. oder Nützliche Unterweisung zuin Chvralgesang, erschienen ist, weiß ich nicht zu bestimmen. — Münsters vollkommener Unterricht, die edle Choralmusik aus dem Grunde zu erlernen, 4. — Franc. Tav. Mueschhäu- sers Fundamentalische Handlcitung zur Fi- gural- und Choral-Musik, München >707. t'. — ttebrigens wird in dcnmchre- sten Anweisungen zur Sctzkunst, wie, z. B. im izten Hauptst. von Matthesons vollkommenem Capellmpister, u. a. m. davon gehandelt; nnh — in Jac. Adlungs Anleitung zur musikalischen Gelahrthcit, handelt das >5te Kap. (S. 7s? der sten Aust.) vom Choral und den Melodien überhaupt, von der bcßtcn Art den Choral zu spielen, von dem Vorspiel auf einen Choral, u. d, m. — — Uebrigens wird vielleicht folgende Stelle aus Willh. Mar» purgs histvr. krjt. Vcyträgen zur Aufnahme der Musik den Begriff von Cha-- ralgesang für die bloßen Liebhaber näher bestimmen: „Aller Gesang zerfällt in Choral- und Mcnsuralgcsang. Oer Chvralgesang, welcher mit dem Anfange der christlichen Religion seinen Ursprung genommen, ist ein Gesang, worin alle Tonzeichen, der Zeitgrößc nach, einander gleich sind; Mensuralgesang heißt, was aus Noten von verschiedener Größe besteht. Lie gleiche Acitgröße der Tonzeichen des Choralgesangcs gilt, indessen, nur von der äußerlichen Darstellung der Töne; denn wirklich abgesungen ist er allezeit mit Noten von ungleicher Zcitgröße worden 1 aber diese Zeitgröße wird nicht, wie ein Mensuralgesang, nach einem gewissen bestimmten Maße, syndcrn nach der bloßen, prosaischen Quantität der Worte ausgeführt. — Auch wird, seit verschiedenen Jahrhunderten, der Chvralgesang mit Noten von verschiedener Geltung bezeichnet. — Der Mcnsuralgcsang ist derjenige, wo jeder Ton, vermittelst dcs Taktes, in einen gewissen Zeitraum aus das strengste eingeschlossen wird. Er ist entweder alt, oder neu. Lcr alte enthält nicht mehr, als zweycrley Arten von Zeitgröße, eine lange und eine kurze, und besteht darin, daß jede lange Svlbc gerade noch cinmahl so viel gilt, als eine kurze. In her Singmusik hat man aber, zur Andeutung dieser langen und kurzen Sylbcn, nicmahlS Zeichen gehabt. Der neue Mcnsuralgcsang, der mit dem Ursprünge derjenigen Noten, oder Tonzeichen seinen Anfang genommen hat, wodurch zu gleicher Zeit der Werth, und die Höhe eines Tones angedeutet wird, (als welches unsre heutigen Noten sind) wird insgemein schlechtweg der Ligural- gesimz (dessen Erfinder schon Francs aus küttich, odex wahrscheinlicher, Jean de MuriS, ums I. izzo war) genannt, und enthält nicht allein lange und kurze, sondern auch längere und kürzere Zeiten, — — obgleich die kurze darin eben so viel Zeit, ja noch längere, als die lange einnehmen kann/' Ausgeführte Choräle haben, unter mchrern, gesetzt: Samuel Scheidt (>624) Andr. Armsdorf (h >699) Nie. Adr. Strunk (t 1700) Joh. Palchclbcll (f >706) Joh. Chrstph. Graf (h 1709) Joh. Frdr. Albcrti (b 1710) Joh. Sam. Bayer (Mu- sikal. Vorrath, in z Th. 1716 — >719.4.) Joh. Conr. Rvfenbusch (>72^ Friede, Gg 4 Willh. 472 Cho Willi,. Dachau (f 172,) Jvh. Ad. Rcknke (k 17-2) Joh. Hcinsvn (Wohlinstruirter und vollkommener Organist, oder neu variiere Choralgcsänae . . . Bresl. und Seipz. 1726. 4.) Joh. Heinr. Büttstedt (t 1727) Joh. Mich. Müller (Vciriirte Choräle und Psalmen, Frst. 17Z5 — »7Z7. 4. 2 Th.) Mich. Helnr. Arnold (f >7Z8) Joh. Gottfr. Walthcr (71748) Joh. Beruh. Bach (s >749) G. Phil. Tclemann (f ) Joh. Scbast. Bach (s>75o. Vierst. Choralgcsüngc, Einstimm. Choralges. revidirt von C. P. E. Bach, kclpz.q Th. Qfol.) Georg Böhm, Dietr. Buxtehude, G. Friedr. Kaufmann, Jvh. Tob Krebs, Schröter, Joh. Casp. Simon, Vogler, Chrstn. Kühnau (Choral- vorspiclc.. . Berk. 1788. 4.) und v. a. mehr. - — Nachrichten von den Werken, welche unser Kicchenmelodicen enthalten, finden sich in Jae. Adlungs angeführten Anleitung zur musikalischen Gelahctheit, S. goz u. f. der 2tcn Aufl. Zu ihnen kommt, unter mehrern noch: I. I. Kleins Vollständiges Choralbuch.... nebst einem Vvrbericht von der Choralmusik, Lcipz. >785- 4. — O. C. AumannS Choralbuch für das neue Hamburg. Gesangb. Hamb. »788. 4- I- W. Köhlers Choralmeso- dien. .. Nürnb. »788. Querq. — I. H. V. Rose Choralbuch von 90 Choral- mclob Quedl. 1790. 4. Bemerken will ich aber hier noch, daß Johann Walthcr (Sängermeister, wie er sich nennt) das erste Gesangbuch, Wittenb. ,524. drucken ließ, welches deutsche Lieder (obgleich nur acht an der Zahl) nebst Z7 lat. Kirchenliedern enthält. In der sten Aufl. vom I. >554 befinden sich bereits 5Z deutsche. Nächst ihm hatte Eon» rad Rupf den mehrestcn Antheil an den neuen Melodie» zu diesen Liedern; und Lukas Losslus gab sie zuerst richtig und genau heraus. (S Klugcns Historie des Nordhausischcn Gesangbuches, Kap. 1. S. 7. und H. Prätorius öäu- iic. S. 447.) — — S. übrigens, in Rücksicht auf die Geschichte des ChoralcS überhaupt, den Art. Rirchenmusik, — und I. N. Forkels Allg. Geschichte der Musik, Einleitung S. 45. §. »8. Cholegraphie.' (Tanzkunst.) Die Kunst die Tanze durch Zeichen anzudeuten, so wie der Gesang durch Noten angedeutet wird. Wer einen Tanz völlig beschreiben wollte, der müßte folgende Dinge beschreiben: 1. Den Weg. den jeder Tanzer nimmt, welches die Figur genennt wird. 2. Die Glieder oder die Theilc dieses Weges, die zu jedem Takt der Musik gehören, z. Die kleinem Thcile des Takts, nämlich, was in jeder Zeit und auf jede Note geschieht. 4. Die Stellungen der Füße, der Aerme und desLcibcs- g.DicVewegungcn. Für alles dieses nun müssen Zeichen vorhanden seyn. Die Figur und auf derselben die Lange der Mieder zu zeichnen, hat nicht die geringste Schwierigkeit, weil man jeden Weg durch Linien bezeichnen kann. Damit man begreife, wie die übrigen Zeichen entstanden sind, und wie sie alles, was nothwendig ist, ausdenken, wollen wir folgendes bemerken. Die Elemente des Tanzes sind die Stellungen Oer Füs- se, die Stellungen Oer Aerme, die Ncrvegunzen ohne Fortrükcn, die Bewegungen mit Fortrükcn, oder die Schritte. Alles was dazu gehöret, muß nicht nur können durch Zeichen angedeutet werden, sondern die Geschwindigkeit, in welcher die Bewegungen zu machen sind, muß noch über dem angemerkt seyn. Für jedes dieser Elemente sind bestimmte Zeichen erfunden, aus deren Zusammenhang der ganze Tanz eben so verständlich wird, als ein Tonstük dem Spieler durch die Norm wird. Die Erfindung dieser Kunst ist nicht sehr alt, und dennoch durch einige Ungewißheit verdunkelt. Die erste Ch o erste Veranlassung dazu scheinctTboi- net Arbeau, ciu Franzose, gegeben zu haben, der >5dL ein Werk unter dem Titel (vrckesographie herausgegeben. Seine Erfindung bestund dar- inn, daß er in dem, zu jedem Tanz gehörigen Tonstük, unter den Noten die Schritte anmerkte. Aber für die Figur und das übrige hat er keine Zeichen. Diese Erfindung blieb also ohngefchr ein ganzes Jahrhundert ungebraucht, bis Leuillcr, ein Tanz- meister in Paris, seine Chorcgraphie herausgegeben, darum diese Kunst in ihrem volligen Licht erscheinet *). Dieser Tanzmeister eignet sich die ganze Erfindung derselben zu: andre aber geben ihm Schuld, er habe die Sache dem berühmten Tanzmeister 25ea»ckamps durch einen gelehrten Diebstahl entwendet. -4- -5- Das, von H. Sulzer, angeführte Werk dcS Fenillct ist übersetzt in Tauberts Vollkommenen Tanzmeister, Lcipz. 1709. 4. befindlich. Ein Auszug daraus erschien unter dem Titel: Die Kunst nach der Choreographie zu tanzen .... von C. I. v. F. Braunschweig 1768. 8. mit K. — Das neueste, mir darüber bekannte Werk istdic: Kurze und leichte Anweisung die Compagnictcknze in Chorcgraphie zu setzen, und Ad. Wolfg. Wintcrschinid, Alt. >758. 8. S. übrigens die Art. Gesellschaftstänze, und Tanz. Choriambus. (Dichtkunst.) Cin Sylbcnfuß von vier Sylben, davon die erste und vierte lang, die zwei) mittlere kurz sind — ^ ^ . Der Titel des Buchs ist dieser: cNo- rczi'gchw 0» I'ait ci'ccrire I« ltürite pse csrzittsrez > tignrcs er ti^nes monlti'.iritserc. pan M'. ?cu,Uer, klar- tre und einen Jambus ^ —, und wird dcßwegen auch Trochao-Jambus genennt. Man kann ihn auch als einen Daktylus mit einer angehängten langen Syibe ansehen, wie in dem Ausdruk himmlische Ämsr. Von diesem Fust bar Die choriambische Versart ihren Namen, welche in lyrischen Gedichten von den Alren bisweilen gebraucht, und im Deutschen, so viel uns bekannt, von Rlopstok zuerst glüklich versucht worden. Der Vers besteht ans einem oder aus zwey Choriamben, welche mir Epondaen vermischt sind. Von dieser Art sind die drey ersten Verse jeder Stophe in der Horazischm 2g Ode des > Buchs: (Zuis ciefillerio tlr pullcir sur mo- llus. Rlopstok hat seine choriambische Verse mit Trochäen angefangen, welche die Deutschen oft für Spon- däen brauchen. Unberufen zum Scherz, welcher im Licde lacht, Nicht gewöhnet zu sehn, tanzende Grazien, Wollt ich Lieder wie Schmidt singt, Lieder singen wie Hagedorn. Chromatisch. (Musik.) Aicsen Namen gaben die Alten einem ihrer Hanptsystemen der Musik, in welchem die vollkommene Quarte vier Saytcn hatte, dergestalt gestimmt, daß die zwcyte gegcu die erste, und die dritte gegen die zwcyte, Intervalle ausmachten, die etwas kleiner waren, als ein halber Ton, die vierte gegen die dritte aber ein Intervall, das ohngefchr mit unsrer kleinen. Terz übereinkommt. Also könnten folgende Töne der heutigen Tonleiter Gg 5 ohn- 474 C h r vhngefchr die vier Töne eines chro- matischcn Tcrrachords vorstellen. Dieses System aber hatte noch ver- schiedcne Arten. Avistoxenns setzt drey Arten des chromatischen Geschlechts, die er die weiche, die bc- miolische und die tonische nennt. Die Verhältnisse der Intervalle dieser drey Arten bestimmt er so. Er theilet die reine Quarte in Gedanken in 6o Theile, und nimmt für die drey Intervalle folgcndcVcrhältnisse: Zur die chromatische weiche Art 8; 8; 44- — — hemiolischey; 9; 42. — -- tonische 12; >2; z6. Also waren in dem weichen chromatischen die zwcy ersten Intervalle ohn- gcfehrDritteltöne, und das dritte etwas großer als eine kleine Terz; in dem tonischen aber waren die zwey ersten Intervalle halbe Töne, und das dritte ein Intervall von einem ganzen und einem halben Ton, etwas kleiner als unsre kleine Terz. Prolemaus giebt nur zwcy Arten des chromatischen Systems an, das weiche oder alte, und das harte. Für jenes giebt er folgende Intervalle: GZ; s-H-; -K; für dieses aber folgende: K4: sj; s. Da wir überhaupt nicht mit Gewißheit sagen können, wie die Alten ihre Tonleitern zum musikalischen Satz gebraucht haben, so läßt sich auch der Gebrauch dieser chromatischen Systemen nicht bestimmen. In der heutigen Musik haben wir eigentlich nur das diatonische Geschlecht beybehaltcn: indessen geschieht es doch oft, daß zu der Melodie Töne genommen werden, die nicht in die diatonische Leiter des Grundtones, darinn man singt, gehören. Diese werden alsdcnn chromatische Tön gcncnnt. Besonders nennt man die'enigen Stellen des Gesanges chromatisch, wo derselbe durch verschied« l.c halbe Töne hintereinander sieigt oder fallt. Ein solcher C h r Gang drukt also natürlicher Weise allemal etwas aus, das dem fteycn Wesen der größern diatonischen Fortschreitung entgegen ist, und dienet insbesondere, solche Leidenschaften auszudenken, die das Gemüth in eine Beklemmung setzen, und etwas Trauriges haben, Schmer; und Betrübniß, Schrcken, Furcht und auch Wuth. Da aber die chromatische Fortschrci- tung im Grunde die Schönheit des Gesanges und der Harmonie Hemmer, so muß sie in einem Stük nicht allzuoft, sondern nur an den Steh len angebracht werden, wo der Affekt besonders auszuzeichnen ist. Ganze Stüke in chromatischen Fort- schreitungen haben etwas gezwungenes. Die chromatischen Fortschreitun- gcn erfodern einen besonder» Gang des Grundbasscs. Aufsteigende Fortschreitungen entstehen natürlicher Weise, wenn der Baß wechselsweise um eine Terz fallt, und um eine Quarte steigt, wie in diesem Exempel: HD «—Ä-A H ^ - ^ Qsl I Absteigende Fortschreitungen werdet! durch hintereinander folgende Dominanten im Basse veranlasset- Diese chromatischen Gange haben ihre Einschränkungen. Von dem Tone, von welchem man sie anfängt, kann man nicht mehr, als höchstens fünf Stufen fortschreiten; in einem Dnrton z. E. von der Terz bis zur Sexte. Denn weder die kleine Terz, noch die Sexte, dürfen in dieser Tonart vorkommen. Ueberhaupt können in solchen Gängen nur diejenigen fremde halbe Töne angebracht werden, die Subsemitonia solcher Töne sind, dahin man ausweichen könnte. Man C i a Man giebt auch der heutigen Tonleiter, nach welcher die Octave in zwölf Intervalle, jedes von einem großem oder kleinem halben Ton, cingetheilt ist, den Namen des viaronisck - chromatischen Systems. Im Grund ist es blos ein aus vielen diatonischen Leitern der harten Tonart zusammengesetztes System, welches entstehet, wenn zu jedem, der diatonischen Stufe desCdur zugehörigen Tone, ebenfalls seine diatonischen Stufen der harten Tonart hin- zugethan, alle daher entstehende Tone aber, in den Bezirk einer Octave gebracht werden. Daher entstehet nur beylaufig, daß allemal zwischen zwey auf einander folgende ganze diatonischeTönc noch ein halber Ton eingeschaltet wird, der denn, als ein chromatischerTon desjenigen Grundtones, zu welchem er diatonisch nicht gehört, angesehen werden kann. Und so können wir, ob wir gleich im Grunde nur ein einziges, und zwar das harte diatonische Klanggcschlecht haben, sowol chromatisch fortschreiten, als auch aus der weichen Tonart spielen. Bey den Alten war das chromatische Geschlecht nicht zufällig wie bey uns, sondern machte ein eigenes, besondern Gesetzen unterworfenes Geschlecht aus, das andre Stufen hatte, als das, was wir fo nennen. Ciaconne auch Chaconne. (Musik.) Ein zum Tanz gemachtes Tonstük in Dreyvierteltakt. Seine Bewegung ist maßig und der Takt sehr deutlich ausgedrükt. Die Ciaconne desieht aus einer ziemlich langen Folge einer, mit Abwechslungen wiederholten Melodie von vier oder acht Takten, wobei) eigentlich der Baß darinn obligat seyn, das ist, nach einer gewissen Anzahl Takte denselben Gesang wiederholen soll; wiewol CiS Cla 475 dieses nicht mehr so oft geschieht. Schon der Name zeiget an, daß dieses Tonstük italienischen Ursprungs ist. Es schikt sich zu gemeinen, ans vielen Strophen bestehenden Liedern, die in Frankreich Couplets genennt werden. C i 6. (Musik.) Aer Name einer der zwölf Töne der heutigen Tonleiter. Es ist nach un- srer Art die Töne zu benennen, der zwcnte in der Tonleiter, und einen solchen halben Ton höher als L, der durch das Verhältnis; -8: »9, nach der von uns angenommenen Temperatur aber durch 24;: 256, ausge- drnkt wird. Wo man die alte Benennung der Töne beybehalten hat, wird er ur clielis genennt. Die Benennungen Eis tnir und Cis mol, bedeuten die diatonischen Tonleitern, in denen Eis der Grundron ist; die erste nach der harten, die andere nach der weichen Tonart. Es wird aber selten in diesen Tonarten gesetzt. Claßisch. (Redende Künste.) Elaßische Schriftsteller werden diejenigen genennt, die als Muster der guten und feinern Schreibart können angesehen werden; denn claßisid bedeutet in diesem Ausdruk so viel, als von der ersten oder obersten Classic. Wer Sachen schreibt, die gründlich gedacht und so ausgedrukt sind, daß Personen von reifem Verstand und gutem Geschmak nicht nur an jedem Gedanken, sondern auch an jedem einzeln Ausdruk Gefallen haben, der gehört in diese Classic- Nur die Nationen können solche Schriftsteller haben, bey denen die Vernunft sich auf einen hohen Grad entwsselt hat; wo das gesellschaftliche Leben und der tagliche Umgang zu einer Vollkommen- 4?6 Cla mcnhcit gestiegen ist, daß der Verstand und der feine Geschmak die Sinnlichkeit weit überwiegt. Nur alsdenn fangen die Menschen an, an Gegenständen, die blos auf den Verstand und auf die feinem Empfindungen würkcn, ein Vergnügen zu haben. Dieses würkt bei) denen, die vorzüglichen Verstand und Geschmak haben, das Bestreben, auch die Gegenstände, die nicht stark auf die Sinnen würkcn, init Aufmerksamkeit zu betrachten, die feinern Beziehungen der Dinge zu bemerken, und dadurch für die Vergnügungen des gesellschaftlichen Lebens ein neues Felo zu eröfnen, das wegen der unendlichen Mannigfaltigkeit der Gegenstände unerschöpflich ist. Sie cncdcken in der Gcisterwclt, in den Gedanken und Empfindungen, eine neue Natur, eine Welt, die an interessanten Begebenheiten, an mannigfaltigen Vcrwiklungcn, an für- treflichcn Aussichten , weit fruchtbarer, und an Vergnügungen weit reicher ist, als die gröbere, blos auf die äußern Sinnen würkendc Natur. Wer einmal mit dieser unsichtbaren Welt bekannt worden, der führt alles, was zur feincsten Ergötzlichkeit, zur angenehmsten Unterhaltung nö- thig ist, bestandig mit sich, und entfaltet in dem gesellschaftlichen Leben mancherlei) Scenen dieser unsichtbaren Natur; er macht die, welche mit ihm umgehen, aufmerksam darauf, und so breitet sich ein feiner Geschmak an Gegenständen des Verstandes und des Witzes nach und nach in der menschlichen Gefellschaft aus. Man lernr Dinge hochschätzen, die in einem rohem Zustand, ganz unbemerkt geblieben sind; man steht diejenigen, welche die neuen Quellen dieses feinen Vergnügens eröfnct haben, als wohlrhätige und für die Gesellschaft wichtige Männer an. Durch diese Ehre ermuntert verdoppeln sie ihre Kräfte, dringen C l a immer tiefer in die Beobachtung der sittlichen Welt hinein, und wenden die äußerste Sorgfalt an, alles was sie bemerkt haben, andern auf die vollkommenste Art mitzutheilen. So breitet sich Verstand und Geschmak nach und nach über die feinen Gesellschaften aus. Alsdenn erscheinen die Schriftsteller, die auch für die Nachwelt claßifch bleiben, weil sie aus der unveränderlichen Quelle alles Guten und Schönen, der Natur, geschöpft haben. Es scheinet, daß der Mensch ein gewisses Maaß von Verstandeskräften habe, in die Beschaffenheit sittlicher Gegenstände einzudringen, welches er nicht überschreiten kann, und daß die besten Köpfe jeder Nation, die sich die Cultur des Verstandes ernstlich hat angelegen fcyn lassen, den höchsten Grad dieses Maaßcs erreichen. Daher geschieht es denn, daß die Schriften dieser Männer, in welcher Nation und in welchem Jahrhundert sie gelebt haben mögen, jeder andern Nation, die ohngefehr auch den höchsten Grad der Vernunft erreicht hat, nothwendig gefallen müssen. Diese sind alsdenn die wahren claßischen Schriftsteller für alle Völker. Der beste Schriftsteller einer Nation aber, die jenen hohen Grad der Cultur noch nicht erreicht hat, kann seiner Nation sehr gefallen, kann einen allgemeinen Ruhm bey seinen Zcitvcrwandten haben, ohne in die Zahl der claßischen Schriftsteller zu gehören. Zeicht die besten jeder Nation sind claßische Schriftsteller, sondern die besten der Nation, welche die Cultur der Vernunft auf das höchste gebracht hat. Auch nicht die Cultur des Verstandes, die nur auf das abstrakte Denken geht, die alle Begriffe bis auf das cinfachesie auflöset, bildet solche Schriftsteller; denn unter allen Scholastikern findet sich keiner. Also C l a so können die strengenWissenschaften unter einem Volke auf einen hohen Grad der Vollkommenheit gestiegen seyn, ohne daß sie einen einzigen clas- sifchcn Schriftsteller hat. Der clas- sifche Verstand geht nicht auf das Abstrakte; ersetzt das Mannigfaltige in einer Sache nicht aus einander, sondern weiß es in seiner Mannigfaltigkeit einfach zu sagen, und es dem anschauenden Erkenntmß klar darzustellen. Er macht mehr feine, ein durchdringendes Auge erfodernde Beobachtungen, als richtige auf die Entwikiung der Begriffe gegründete Schlüsse. Der abstrakte Denker sagt mit viel Worten wenig, weil er blos die höchste Gewißheit zum Augenmerk hat: der claßische Denker sagt in wenig Worten viel, und giebt uns durch einen kurzen und leicht zu fassenden Spruch, das Resultat eines langen und scharfen Nachdenkens. Der scharfe Beobachtunzsgcist, der die Haupteigenschaft eines claßischen Kopfs ist, entwikelt sich nicht durch das Studium der abstrakten Wissenschaften; wird nicht durch die Arbeit im Cabinet ausgebildet, fondern in der Welt, unter Geschäften, und vornehmlich durch den Umgang mit Menschen, die denselben schon besitzen. Nicht die Schulen, sondern die Gefellschaft, da wo sie sich am meisten mit großen Gegenständen beschäftiget, wo die schnelle Anstrengung derVerstandcskrafte, nothwen- digwird, wo man vieles auf einmal übersehen, und sich angewöhnen muß, auch ohne methodisches Nachdenken gründlich zu seyn, geben dem Geist die Starke, die mannliche Kühnheit und die Sicherheit, welche zum claßischen Denken nöthig ist. Doch kann ein glükliches Genie, durch den bloßen lebendigen oder tobten Umgang mit wahrhaftig claßischen Köpfen, sich selbst zum claßischen Schriftsteller bilden. C 0 l 47? Wen» diese Anmerkungen ihre Richtigkeit haben, so können daher die Gründe angegeben werden, warum ohne irgend einen Mangel an Genie, bis itzt noch so wenig beut- sehe Schriftsteller sich hcrvorgethan haben, von denen man vcrmurhen kann, daß sie, sowol bcy der deutschen Nachwelt, als auch bey andern Nationen, als claßische Schrift- sieller werden angeschen werden. Daß überhaupt aller Orten rnehr claßische Dichter, als andre claßische Schriftsteller erscheinen, laßt sich leicht begreifen. Die Einbildungskraft und die Empfindungen zeigen sich allemal früher, als der Verstand und dcr Bcobachtungsgeist: also können sie in einer Nation auch eher zur Vollkommenheit kommen, als die Talente, die nur auf eine gewisse Größe des Verstandes gegründet sind. Daher ist es, wie Cicero angemerkt hat*), leichter, einen großen Dichter, als einen großen Red'» ner anzutreffen. Colorit. (Mahlerey.) A?it diesem Namen bezeichnet man den Thcil der Mahlercy, der jedem Gegenstand die Farben zu geben weiß, die er haben muß, damit das Ganze, als ein in der Natur vorhandener Gegenstand in die Augen falle. In diesem Sinn kann man den Begriff des Worts Colorit durch Farben- gebung ausbrüten. Man vorsieht aber auch durch diesen Ausdruk, die Beschaffenheit aller im Gemählde sichtbaren Farben in ihrem Zusammenhang und in ihrer Würkung auf das Colorit. Durch das Colorit unterscheidet sich das Gemahlde von der bloßen Zeich- *) teiulco kamen gsuciores orsrores gusin poerse kanirepsrienttir. Lie. Ne örsr. Mb. I. 478 C o l Zeichnung und dem Kupferstich. Ware in der sichtbaren Natur alles einfarbig, wie in den Kupferstichen, so wurde sie ohne Zweifel eines grossen Theils ihrer Schönheit beraubt seyn. Denn in den Farben liegt ein Reiz, der oft nicht viel geringer ist, als der, der von der Schönheit der Formen herrühret. In der leblosen Natur übertcift die untergehende Sonne jede andre Schönheit, und der lachenden Morgenrörhe kommt an Anmuthigkeit nichts gleich. Selbst in der höhern Natur streitet der Reiz der Farben auf einem jugendlichen schönen Gesichte, mit dem Reiz der Bildung um den Vorzug. Auch andre Arten der Kräfte, die in Bildung und Form liegen, finden sich vielleicht eben so stark in den Farben. Die Todenblässe allein ist vermögend, Mitleiden zu erweken, und gewisse widerstehende, die höchste MißHarmonie erwekende Farben, Abscheu. Diöjenigen, welche eine ausschlies- sende Liebe zur Zeichnung haben, und deßwegen das Colorit gering schätzen, verkennen die Schönheit in Farben, und bedenken nicht, daß in den Künsten der höchste Grad der Kraft von der Täuschung herkomme*), die nur durch den vollkommensten Ausdruk der Wahrheit, also, in sichtbaren Dingen, durch das vollkommene Colorit, erreicht wird. Man sieht den K.aocoon in Marmor, und wird durch diesen Anblik mit mancherlei) Empfindungen durchdrungen: aber wenn itzt dieses Bild zu leben anfienge; wenn wir die Blässe der Todesangst im Gesicht und am ganzen Leibe, die blutrünstigen Streifen auf der Haut; wenn wir die Spuren des schäumenden Gifts der Schlange**) durch ekelhafte Farben ausgedrukt sahen: alsdenn *) S. Täuschung. ">*) k>ertus»5 lsms vicisz, arrogua vs- neno. Virx. C o l würden wir auch das heftige Ken che» zu hören glauben, und der ganze Eindruk würde alsdenn die höchste Starke haben. Die Naobo in Marmor erwekt das tiefste Mitleiden; aber wenn man sie mit derFar- be des Todesschrekens, mit dem starren und unaussprechlich verwirrte» Auge sähe, so könnte niemand den Anblik aushalten. Man stelle sich bey dem, was Apollo im Delvedere entzükcndes hat, »och die Farbe einer göttlichen Jugend, und den Glanz, der dem Vater des Lichts zukommt, vor: was würde man alsdenn empfinden? Also bleibt dem vollkommenen Colorit sein Werth auch bey dem höchsten Reiz der Form: es ist ein eben so wesentlicher Theil der Kunst als die Zeichnung. Aber worinn besieht seine Vollkommenheit? durch welchen Weg, durch welches Studium gelangt der Wähler zu sicherer Kenntniß aller Kräfte desselben? Dies ist vielleicht die schwerste Aufgabe aus der ganzen Kunst. Ohne Zweifel wäre es dem Titian selbst unmöglich gewesen, das, was er über die Schönheit und die Kraft des Colorits empfunden hat, auszudrükcn. Da es uns so sehr schwer wird, von der Schönheit in Formen irgend etwas bestimmtes zn erkennen. ob es gleich möglich ist, von Formen manchen deutlichen Begriff zu fassen, so wird es völlig unmöglich, die Schönheit, die von Mischung und Harmonie der Farben entsteht, zu beschreiben. Wir sind, wie ein großer Kenner sich ausdrükt, mit den Verhältnissen des menschlichen Körpers lange nicht so unbekannt, als mit den täglichen Erscheinungen in der Natur, und mir den Spuren eines wohlthätigcn Lichtes in Absicht auf die Mahlcrcy *). Niemand H S. von Hagedorn Vetr. über die Mah- lercy IV Buch, 2; Betr. C o l wand frage, wie die Farben Liebe, Wollust, die lieblichste Empfindung einer sanften Ruhe, ein paradiesisches Gefühl in der Seele bewürken. Man kann es fühlen, aber nicht beschreiben. Um so viel schwerer wird das Studium des Colorits. Es ist hier noch nicht die Frage von der Auftragung der Farben, sondern von der Bildung des Auges, zu sichern, Gefühl der Schönheit in denselben. Denn so wie der, dem das Gefühl des Schonen in Formen fehlt, durch keine Ucbnng im Zeichnen ein Raphael werden kann, so wird auch, ohne das Gefühl des Schonen in Farben, keine Uebung mit dem Pinsel einen Titian oder Correggio bilden. Wer nicht blos ein Zeichner, sondern ein Mahler werden will, der bilde also zuerst sein Auge zum Gefühl des schonen Colorits. Dazu hat ihm die Natur eine Schule eröffnet, wo er für jede Gattung des Schonen die vollkommensten Muster in allen möglichen Gestalten sieht. In dieser Schule muß er seine Blike scharfen, so wie der griechische Zeichner die sinnigen in den Gymnasien, aufden Kampfplätzen, bcyfeyerlichcn Aufzügen, wo ihm die schönsten Formen der menschlichen Gestalt tausendfach vor Augen schwebten, gcschär- fet hat. Wer in den glüklichen Landern, wo die Natur in jugendlicher Schönheit erscheinet, und an Mannigfaltigkeit der schönsten Gegenden unerschöpflich ist, den schönen Aussichten zu allen Tages-und Jahrszeiten, in stiller Betrachtung und mit Empfindungen eines Liebhabers nachgeht , itzt in einem einsamen Thal, denn ans einem Hügel, wo einewcite Aussicht mit dem mannigfaltigsten Glanz der Farben bemahlt, vor ihm liegt, sich hinsetzt, sich den süßen Eindrükcn dieser paradiesischen Sce- ncn ganz überlaßt, und denn mit forschenden Bliken die Mannigfaltigkeit, C o l 479 die wunderbare Mischung und vielfaltige Gruppirung der Farben überdenkt; der wird erst empfinden, hernach auch erkennen lernen, wie ans bloßer Mischung der Farben eine Schönheit entsteht, die mit jeder andern Schönheit um den Vorzug streitet. Durch wiederholte Beobachtungen wird er endlich etwas von den Ursachen, die so angenehme Empfindungen in ihm hervorbringen, kennen lernen. Er wird bemerken, daß eine Sccne, aus einem Standort übersehen, mit denselben Gegenständen angestellt, einmal himmlisch schön, ein andermal ohne Kraft ist. Dennoch liegen einigermaßen dieselben Farben an denselbigcn Stellen. Er wird zwei) Ursachen davon entdeken. Die eine in der Art oder Würkung des Lichts selbst, die andre in denEin- fallen desselben. Die höchste Schönheit des Lichts ist allein in der Quelle desselben anzutreffen; aber unser Auge ist zu schwach, den Glanz dieser Schönheit zu ertragen. Gleich der Gottheit, muß sie, wenn sie nicht blenden soll, mit einem irdischen Schleyer bedckt werden. Heller Sonnenschein, durch eine von Dünsien leere Luft verbreitet, wirft ein zu scharfes Licht über die Gegenden, und die Schatten werden zu .hart. Durch dikes, den ganzen Himmel umgebendes Gewölke bedckt,' wird das reizendste des Sonnenlichts ganz ausgelöscht, alles ist in den irdischen Farben ohne Kraft. In dem größten Reiz erscheinet die Gegend, wenn sie unmittelbar von den hinlänglich gemilderten Sonnen- siralen beleuchtet, und dieDunkelheit der Schatten von dem Lichte, welches das helle Gewölkt des Himmels zurükwirft, gemildert wird Dieses bringt den Mahler auf die Betrachtung des durch einen sanften Ton gemilderten Lichtes, als einer Hauptursache C 0 t Ursache der Schönheit in Farben *). Hieraus lernt er ferner, daß sowol eine ganze Sceuc, als jeder Haupt- theil derselben, die Schönheit seines Colorits von zwei) Hauptlichtern bekomme, dem unmittelbaren, aber wolgcmaßigten, einen sanften Ton erwekenden Sonnenlicht; und dem, dem Schatten gegenüber siehenden Himmel, der durch einen sanften Wiedcrschein den dunkeln und schattigen Grellen Mannigfaltigkeit und Anmuth giebt Auch in der Richtung des auf die Scene einströmenden Lichts, entde- kct der Beobachter cineHauptursache der Schönheit- Manche Gegend erscheint bcy gleich Hellem Himmel, zu einer Stunde des Tages in dem besten Reiz, und ist zu einer andern Stunde ohne alle Schönheit. Wenige Beobachtungen solcher Veränderungen, werden den Mahlcr bald aufdiesc, bald aufcine andere Haupt- urfachc der Schönheit in Farben führen. Er wird lernen, daß der Gegenstand alsdcnn ani schönsten ist, wenn das einfallende Licht denselben in zwei) gegen einander wolabgemessene Hauptmassen, eine helle und eine dunkele abtheilet. Er wird erkennen, daß nur alsdcnn das Auge mit Wol- gefallcn auf einer Gegend ruhet, wenn die verschiedenen Farben desselben, in so fern sie hell und dunkel sind, nicht unordentlich durcheinander zerstreuet, sondern in zwei) Haupt- grnppcn oder Massen vcrtheilt sind, so daß an einem Orte das Helle, an einem andern das Dunkele, beyde gegen einander gelagert sind. Dieses wird ihn also zuerst überhaupt auf die Betrachtung des Helldunkeln f) und der Massen ff), bald hernach aber auf noch tiefer vcrstckte *h S. Ton. »'») S. NM. f) G. Helldunkel. fff)S. Massen. C o t Geheimnisse der Schönheit in Farben führen. Er wird nun beobachten lernen, wie die beyden Hauptmassen mit einander um den Lorzug der Mannigfaltigkeit, und der, jeder eigenen Schönheit, streiten. Das Helle wird ihn durch Anmuthigkeit und die Lieblichkeit schöner und in der besten Harmonie neben einander stehender Farben einnehmen; das Dunkle aber wird ihn durch eine sirengere Schönheit rühren; durch die Mannigfaltigkeit der Farben, durch ihr Feuer, durch die wunderbare Vermischung glänzender und dunkeler Theilc, in Bewundrung setzen. Unter tausend unnennbaren, durch mancherlei) Wie- dcrschcine noch mehr vervielfältigten Farben, wird er hier und da von blitzenden Stellen gegen den dunkeln Grund auf das lebhafteste gerührt. Er empfindet, daß dadurch das Ganze, Leben und Würk- samkeit bekommt. Mit solchen Begriffen von der Schönheit in Farben, geht er von der Betrachtung der Natur auf die Betrachtung der Kunst. Er sieht, wie die besten Meister der Venctiani- schen und Niederländischen Schufen, die Schönheit der Natur durch eine glükliche Wahl und Mischling der Farben auf Holz und Leinwand getragen haben. In dem einen bewundert er die höchste Wahrheit; er glaubt die Natur selbst vor sich zu sehen; in andern findet er sogar die Schönheit der Farben bis zum Ideal erhoben. Denn fängt er an zu erforschen, durch welche Mittel es diesen Künstlern gelungen, eine solche Zauberei) hervorzubringen. Da lernt er erkennen, daß das vollkommene Colorit eben sowol ein großes Genie erfodcre, als die vollkommene Zeichnung der Formen; daß das Mahlen nicht sowol ein Werk einer geübten Hand, als eines glücklichen Genies, einer auf scharfsinnige Beobachtungen gegrün« C o l gründeten tiefen Einsicht, und eines immer das Beste wählenden Ge- schmaks sei). Wenn der Mahler seinen Geschmak für die Wahrheit und Schönheit des Colorits durch die Beobachtung der Natur und der Kunst gebildet hat, so bedienet er sich auch dieser Heyden Mittel, die schwere Kunst der Far- bcngebung zu studiren. Mit dem durch Genie und Verstand geschärften Auge eines ^eonbardo va Vinci, beobachtet er jede besondere Würkung der Farben in der Natur, und bringt das Ungewisse und Zweifelhafte seiner Bemerknngen durch Versuche zur Gewißheit. Zuerst erforschet er, wie blos durch Licht und Schatten dasjenige be- würkt wird, was man die -Haltung nennt*). Denn erforscht er, wie durch hellere und dunklere Farben eine Würkung kann hervorgebracht werden, die mit der übereinkommt, die durch Licht und Schatten entsteht Die Beobachtungen hierüber sammelt er in der Natur, und vermehrt sie durch Versuche. Denn sammelt er die Falle, wo ein Heller Körper gegen einen dunkeln Grund gestellt, oder ein dunkler gegen einen hellen die wunderbare Würkung thut, Gegenstände wie durch eine Zauberkraft zu entfernen f). Denn beobachtet er überhaupt die Modificatio- ncn, welche die Farben durch Entfernung vom Auge bekommen, wie jeder Körper nach und nach, so wie er sich vom Auge entfernt, immer etwas mehr von der Färbung der Luft annimmt, und wie zuletzt Körper von ganz verschiedenen Farben in großen Entfernungen, mir der allgemeinen Farbe der duftenden Luft bekleidet werden sf). S. Haltung. S Helldunkel. 5) S. Deukcr; Juri'ikwelchcn. ss) S. Luftperspcctw. ilrrstsr Tbeil. Col 48» Ein langes und ernstliches Studium erfodcrt hiernächst die Erforschung der Ursachen, wodurch die -Harmonie der Farben bervürkt wird. Diese wird er hauptsächlich dadurch erforschen lernen, daß er beobachtet, wie ein Gegenstand durch seine Farbe und durch sein Licht aus einer Masse andrer hervortritt und sich gleichsam ablöset, und derVcrci. nigung mit den andern widersteht. Denn dieses wird ihn ans die Spur bringen, wie durch eine entgegengesetzte Würkung verschiedene Körper in eine Masse zusammenfließen. Dadurch wird erlernen, wie hier eine Erhöhung, dort Mäßigung, sowol des Lichts, als der besondern Farben nöthig scy. Am schwersten aber wird er zur genauen Kenntniß der allmähligcn Mäs- sigung der Farbe jedes Körpers, von der Stelle an, die das stärkste Licht hat, bis dahin, wo der stärkste Schatten ist, kommen. Diese Kenntniß der Mittelfarben ist vielleicht der schwerste Theil der Kunst des Colorits. Ehe man nicht mit dem schärfsten Auge unzählige Beobachtungen, sowol aus der Natur als aus der Arbeit der größten Meister gesammelt hat, kann man sich in diesem Stük nicht viel versprechen. Denn kommt endlich noch die Beobachtung der WieSerscheine **), wodurch die höchste Wahrheit mit der größten Mannigfaltigkeit verbunden, entstehet. Zwar ist dieser Theil in der Theorie mehr weitläuftig als schwer. Man kann sich durch leichte Versuche helfen. Aber in der Ausführung kostet es unendliche Sorgfalt. Der Mensch ist der wichtigste Gegenstand der Mahlcrey; also wird auch vom Colorit der Theil, der diesen Gegenstand insbesondre betrifft, vor- 5) S. Mittelfarbcn. S. Wicdcrschcin. , Hl) 482 C o l vorzüglich zu siudircn seyn *). Zum Glüke hatte man da die vollkommensten Muster in der Kunst vor sich. Tirian har diesen Theil zur höchsten Schönheit und bis zum Ideal getrieben ; und man kann, ohne die Sache zu übertreiben, sagen, er habe die Natur übertroffen. Van Dyk aber har sie in ihrer Vollkommenheit erreicht. Bcyde sollen in diesem Stük die Lehrer des Coloristen seyn. Wenn man bedenket, daß zu allen, zum Colorit nöthigcn Kenntnissen, wovon hier ein kurzer Abriß gegeben worden, noch die aus langer Uebung entstehende Kenntnis; der Farben *), die man braucht, ihre Behandlung und Mischung, ihre Dauer und die durch die Zeit darum verursachte Veränderung, die Handgriffe des Pinsels hinzukommen mutzen, so wird man begreifen, wie schwer es sei), in diesem Theil der Kunst groß zu werden. Hier ist die Maxime des Apel- les, imlla eil?« iin« linea, mehr als irgendwo nöthig, und nirgend ist die Kunst unerschöpflicher, als hier. Mit Vergnügen erinnere ich mich hier, wie ich den berühmten Am. Hcisne, einen der besten Coloristen unsrer Zeit, in einem Alter von etlichen und sicbenzig Jahren, so oft mit dem Fleiß undEifer eines Jünglings, deF noch alles zu lernen hat, für einen höhern Grad der Vollkommenheit des Colorits habe studiren und arbeiten gesehen. Das Colorit kann bey seiner Vollkommenheit verschiedene Charaktere annehmen. Titian, Torreggio, Gior- gione, haben die Schönheit desselben bis zumJdealen gebracht. VanDyk und viele Niederländer, die bekannt genug sind, haben darum das Natürliche in der höchsten Vollkommenbeit erreicht; und Rubens hat auch über die Natur etwas von dem Feuer seines Genies hinzugethan. In eini- *) S. Fleischfarbc. **) S. Farben. C o l gen seiner besten Stüke granzet sein Colorit an dasWunderbare. Claude Gilleo, Nicolaus Dcrchein, Tarne!. Poelenburz, und viele andre Landschaftmahlcr, chabcn das Liebliche des Colorits vorzüglich erreicht. Für Rcinbrandts bezauberndes Colorit find' ich keinen Namen. Doch macht es eine besondere merkwürdige Art aus. Esgicbt auch ein strenges und ernsthaftes Colorit: gründlich könnte man das nennen, darum wenig ganz Helles, unter den, hellbraunen aber eine angenehme Mischung von blau, grünlich und Hellrothen ist. Zum Muster dieser Gattung könnte man Titians Gcmahlde von der Sendung des heil. Geistes in der Kirche 8anm ftlnria clslla lalute in Venedig, das ich aber nur nach einer Copey benrthcile, anführen. Eine vollkommenere Classification des Colorits würde, wenn es auch nnr zur Erleichterung des AusdrukS der Sprache wäre, nicht überstüßig seyn. Wo man die Sachen nicht selbst vor Augen haben kann, da sind die Namen von großem Nutzen. Man würde bisweilen dem Mahler gerne sagen, daß er zu diesem Inhalt ein Colorit von einer gewissen Art wählen sollte, wenn nur die Art bestimmt könnte genennt werden. Dieses würde zwar seine Kunst nicht vermehren) aber wenn er die Kunst besitzt, so würde er dieselbe bisweilen auf eine vortheilhafte Weise bestimmen. Ausser den, bey dem Art. Farben angeführten, hicher, im Ganzen, gehörigen Werken, handeln davon, i» lateinischer Sprache: L. B. Albcrti, im itcn und -ten Buche f. Schrift De ttura, S. >8 U. f. und S. 89 U. f. Las 1540. 8. — I. Schcffer, in s. Qi-a. pbice, dWr. 165K. ß. §. 4, — 64. S. 154 U. f. I» C o l C o l 48Z In italienischer Sprache: Vasari, in der lurrostu^ione alle rre eZrli stet stileZuo, vor s. Vice, im Igten Kap. S. >°; des ersten VdS. der Ausg. »vn 1767. 4. — Lud. Dolee, in dem Vi-, logo stell» ?ircura, inrirol. l.'7Zrerino . . . Ven. 1557. 8. kir. >7Z5> L. S. s>; u. f. der letzter» Aus?. — Paolo Lomazzo, in dem zten Buche s. 1'rsrcsro stell eZrre stells?ircurs . . . dstil. >585» 4. S. 187 u. f. in neunzehn Kap. stell» vircü stel Lolorire; stell» ueceilirü stel Dolorire; cke col» iiü colore; »nno lrä loro i colo- ri cki»ri estvlcuri; ste' colori rrslp»- renci» e cvme li »stoprsno; stell' or- stine clie ii ciene in l»re i csn^isnri; «ic Al'eilecri cke c»ul»no i colori; stel colvr ncro; stet color biancv; stel color roilo; stel color p»von»22v; stel color Zisllo; rrur», Ven. >678. 4. S. 6z u. f. und zwar, Delle stiilin- rioni e ipecie cle' color!, er stelle loro psrricolsr nsrure, coine stiverl»- menre z'»cconci»no per k»r mi^liori esserci nell' opere; con tzu»li e «zuan- ri liczuori s »stoprsno; in clie mnsto le t'snno le meilictie, per rrovsro «^uslli vogli» cinc», e ipecislincnre stelle csrni, con le stiuerle lorri loro, leconsto clie il nsrursle ci stimoitr» stelle perlone, e coine stebbsno re- itsrneliine; sti rre mosti principsli » lsvorsrli, e prims stellsvoro s Lreico; cne ogn! cols, e come le ne lerre liogßisti ßli eccelleuci l'iccori; De i stiverii mosti stel colorire s oZIio rrscci st» i piü ec- cellenci kirrori, . d. d. Uebcrs. Cassel 1769. 8. —» N- Mengs, in den l,e?!one praricks sti?iccurs> §. 4. 6. 9. ini-ten B. s. Dpere, S. -;> U. f. In französischer Sprache: Ole Lon- lerencex stel'/Zcastemie K07. stel^eint. er Lculpc. . . . p. Istcnr^ ileilelin, S. uz der Amsterd, Ausg. von 1770. iz. — Disl. lur le Loloris, ?i>r. 1684. 1699. 12. von Roger de Piles, und in dessen liec. ste stisserena ouvragez lur ls ?eincure . . ?or. 1755. 12. so wie im qtcn B. S. 167 s. Deuvr. stiv. /Zmil. 1767. 12. ; Bde. In Form einer Abt Handlung gebracht, in s. Lour5 stc?e!n- rure, im aten B. dieser Deuvr. S. 257. — Dupuv Du Grez in der zten Dissert. s. I'rsice lur l» l'einkure, iloul. 1699, 4. S. 177 u. f. — Ant. Coypcl, in s.- Dilc. ste ?einc. er Sculpr. ?sr. 1721. 4. S. 87 U. f. — Die, der Hrc ste peinstre des Watetet angehstngtcn lle- ilex. S. >17 der Amficrd. Ausg. von 1761. ideilexionr lur le Doloriz, von H. Oudcy, indem eZmareur, ?gr. 1762.12. — Abhandl. über die Wirkung des Lichtes in dem Schatten, in Absicht aus die Mahlerey, aus dcm Franz des H. C. übers, in dcm oten Bde. der Neuen Bibl. der sch. Wisscnsch. (das Original ifi mir nicht bekannt.) ---- I'rsice stez coulcurs MZ- reriellex er ste I» msuiere ste colorsr, H h Z reis. 484 C 0 l C o l rclari'vemcnr sux tliissercns ans et me- riers, p. där. le ?ilenr ll Tlplign^, I'or. 1779. Deutsch, Augsb. 178>- 8. — Oliiervorionz tue lex »,»l>rcz cvlorccx, conrenonr une suirc cl cxpceicnccs iur Ics iliisorenrcs couleurx äcx ombecs, für les Mosens ele renkte lex omdrex colvrees, er sur I?x causex eie Is äiisc» rcnce 6e leuiz coulcurs, p. kä. ch. I'sr. 178z. >2. — Ob ein, von Mar- ccnäy Degluy angekündigter Desire än Loloris erschienen ist, weih ich nicht. In engliscker Sprache: Oolorirco, or clie chlarmon^ oL LolourinZ in ?ain- ring, reäuceci co ^äeclisnicsl ?rs6li- cc, unclcr essz- preccprx, onst insal» iible rulex dz- st. Llir. le IZIon, chvnel. I7Z7. 4. mit; Kpfrn. engl, und franz. Nachgedruckt i» der ^rc 8'imxrlmcr les rsblcsux . . . I^or. >75^ und 1768.8. mit einem Kupfer. (Ob das Werk bereits, wieFueßli will, >72? erschienen, oder ob daS kstouv. Leiere cle ?ciiirurc . . . I^onst. ,7-1. 4. ein anderes Werk ist, weiß ich nicht, da ich das letztere nicht gesehen. Las crsterc handelt: vt Ifteliminoriex (in Ansehung des Colvrits) 4s0 srrain che Kröchest porr; ob sn universal, esiz- anä expellirivnx manner ok mix» ing colourx; ro üiiäour or rv com» pole che Klc22arinra , or liaik i lraeie; to linst or compoie rlie capiral sliaele or rde reilekleci sliollcx; os broieen ligrs. S. übrigens den Art. Rufer- stecherhunsr.) — Richardson, in s. I'iieorz' ot ?ainring, im iten Bde. der franz. liebers. s. W. S. >24 u. f. wo er die Sätze ausführt: Lue le Lvlori? elnic vsrier, selon le suser, iclon le rems, er seien les lieux; gne c ell elans la beaurs narurelle er cisns la variere, cie meme gue rians l'Irarmonie, er cians l agremenr ci'une couleur avec l'aurre ezue coniiüe la beaurc rlu co» loris; gu'il kaur guc les coulcurs tolcnr misex eniemble cic sorre gu'el» les s'aiclenc reciprogucmcnr; <^u'il szur olilerver le narurcl > er la ina- niere, elonr les meilieurx Loloriiler I onr imire. ---- D. Webb in dem kn» guirzi iirro che Leaucies os painring, im ;tcn Gcspr. S. 70. d. d. llebcrs. — In holländischer Sprache: Gcrard zur Bruegge Jlluminir - und Erlcuchte- reykunst, durch Joh. Lange, Hamb. 1678. 8. (das Original ist mir nicht bekannt.) — Gcrh. Lairesse, in dem 4ten Buche s. großen Mahlccbuchcs, unter folgenden Aufschriften: Von den Couleuren und derselben Ordnung z von den Eigenschaften, Arten und Couleuren dcrGewändtcr; von der Couleur der Gewänder und derselben schicklichen Vermischung br» und aufeinander; von dem Ordinircn der dunkeln Objekte gegen einen hellen Grund in der Nähe und Ferne derselben; von der Harmonie und Haltung der Couleuren; von dem Ordinircn ungleicher Objecto, nebst dem Lichte gegen Dunkel, und dem Dunkeln gegen Licht; von der Wohlständig- keit in den ungleichen und gegenstreiten- dcn Objcctcn; von kräftigen Objecten gegen schwache Gründe, und so umgekehrt; von dem Bestäuben der Objecten. In Vemscher Sprache: Valent.Bol5 Färb-und Jlluminirbuch, Bas. 1549. 8. Augsb. 167s. 8- Nürnb. 1750.8-— Die, mit vielen raren und curiöftn Geheimnissen angefüllte Jlluminirkunff, von J.B. Pictorio, Nürnb. 171z und >750. g. — v. Hagedorn, in s. Betrachtungen über die Mahlcrep, im gtcn Buche, S-6zs- 749. in zwc» Abthcilungen, von dem Helldunkeln oder der Ausammenstlmmung de» Lichts (und des Schattens) und den (hellen und dunkeln Local) Farben; und von der Farbengebung und Ausführung insbesondre. — Körenion, im >6tcn Kap. des ersten Bandes, S. >6? u. f. —- Orestrio im igten Abschn. deS ersten Thci« leS, S. aal u. f. — Chr. Fr. Prange, im Eilftcn Abschnitt des ilcn Bandes s. Akademie der bildenden Künste, in neun Kap. unter folgenden Aufschriften: von der Natur und den Eigenschaften der Farbe»; von der Farbengebung überhaupt; von dem Einfluß des Lichts und Schattens auf die Farben; von dem Einfluß der Lust auf die Farben; von den Widerscheinen : Com Com 48; mn; »°n der Brechung der Farben; von der Harmonie und Vereinigung der Far, ben; wie nian durch den Gebrauch und Mischung der Farben die eigentliche Farbe dieses oder jenes Gegenstandes hervorbringen soll; von der Behandlung oder Manier in der Farbcngebung, u. a. m. S- übrigens, ausser dem, bereits benannten Artikel Lsrben, die Artikel Lucht, Schatten, XDiSerschein u. d. in. — — Comis ch. (Scdöne Künste.) An dem eigentlichsten Sinn bedeutet dieses Wort die Eigenschaft einer Sache, m so fern sie sich auf die Comö- die bezieht, wie in den Ausdenken, die comische Schaubühne, ein co- niischcr Dichter. Daher versteht man durch comische Charaktere, coinische Situationen, solche, die sich zur Comödie gut schiken. Die coinische Materie ist die, welche sich zur Comodie schikct, und die ist, da dieses Schauspiel so verschiedene Gestalten angenommen hat, in das niedrige, mittlere und hohe Comische cingethcilt wird. Das niedrige Comische ist eigentlich das Possierliche, das durch seine Ungereimtheit lächerlich ist. Zum Mittlern Comischen gehört die Materie, die durch feinen Witz, so wie er unter Personen von guter Lebensart im Gang ist, durch Handlungen und Sitten der feinern Welt, und das, was die Römer Urbanität nennten, ergötzend und angenehm wird. Das hohe Comische ist der Inhalt und Ton der Comödie, der ans Trauerspiel granzet, und wo schon starke und ernsthafte Leidenschaften ins Spiel kommen. Weil man fast durchgehends der Meinung ist, daß das Wesentliche der Comödie in dem Lustigen und Lächerlichen bestehe, so hat der Ansdruk comiscb die besondre Bedeutung bekommen, kraft deren es etwas lustiges und lächerliches bedeutet. Dieses gehört zur Erklärung des Worts. In Ansehung der Sache selbst wird das, was unmittelbar die Comödie betrifft, in dem besonder» Artikel darüber, und das, was das Lächerliche betrifft, in dem Artikel Lächerlich und Scherzhaft vorkommen. -ÄS- -O- Ob H. S. sich, in diesem Artikel, auf eine bloße Definition des Komischen, in dem eigentlichsten Sinne einschränken solle» > lasse ich dahin gestellt seyn. Wenigstens gebrauchen wir das Wort Komisch nicht blos von Dramen, sondern auch von epischen Gedichten und Erzählungen allerlei) Art; auch gicbt es komische bieder, Sinngedichte, u, d. m. so wie komische Werke in Prosa. — Und dann kann auch in den übrigen schönen Künsten, der Künstler entweder mit - oder ohne Vorsatz, Lachen erwecken. „In einem öffentlichen „Eoncerte, das Lolli gab," sagt H. Reichard, im zten St. S. i;tz s. Kunstma- gazins, „waren auch Kinder zugegen! „diese lachten in einem komischen Concert- „satze so herzlich und anhaltend, daß man „die starke Wirkung der häufigen comi- „scheu Aceente und Sprünge gar nicht „verkennen konnte. Lolli ist hierin der „erste gewesen, der uns gezeigt hat, daß „die Instrumentalmusik an und für sich „des höchsten komischen Ausdruckes sähig „ist. BloS in komischen Schauspielen, „zu einer komischen Handlung und komi- „scheu Worten solche Töne anwenden, die „das Komische noch erheben, stärken, bc- „leben, das bcwcißt noch nicht, daß et „eine, an und für sich komische Musik „gäbe." Und wer kennt nicht, wenigstens die komischen Blätter von und nach Ho« garth, Chodowiecki, Bunbnrv u. v. a. in. ? Wer muß nicht über die Werke der Bildhaucrc» , welche von den Prinzen von Patagonicn, zu Folge Brydone und Bvrch, in und vor seinem Pallaste, aufgestellt worden sind, oder über diel Thicrc und Gestalten aus Buchsbaum, oder aus anderm Strauchwerk, lachen, die oft die Hh z Gärten 486 Com Com Gärten haben zieren sollen? — Dieses alles weiter auseinander zu setzen, ist, indessen, hier der Ort nicht. — In Ansehung der redenden Künste kann das Mangelhafte des vorstehenden Artikels, zum Theil, durch die Geschichte der komischen Litteratur von Carl Frdr. Flöget, Licgn, 1784 -1787. ». 4 B. und dessen Geschichte des Grotcskekomischen, cbend. 1788. 8. (ein Werk, welches, un- geachtet manches darin nicht, unmittelbar, aus den ersten Quellen geschöpft zu sehn scheinet, doch die Materie so ziemlichumfaßt) ergänzt werden.— Von dem Komischen überhaupt handelt auch noch das -8te Kap. des iten Bds. in Call- hava 7>rr cie jz Lomeäie, ite Ausgabe. C 0 m m a. (Musik.) Ast «in kleines Intervall, das zwar in dem Gesang nicht gebraucht wird, aber bey Betrachtung der Intervalle verschiedentlich vorkommt, auch nicht immer einerlei) Große hat. Das gemeine Comma ist der Unterschied zwi. schcn dem großen Ton Hund dem kleinen und wird deßwegcn mit ausgedrukt. Dieses wird auch das Comma des T^dymns und das Com- ms l)mtonum gcnennt, und ist dasjenige, was man insgemein unter dem Wort Comma versteht. Neun solche Intervalle, oder neun Sayten, deren jede nur ein Comma hoher, als die vorhergehende wäre, würden etwas mehr, als den Raum eines grossen Tones ausmachen. Daher pfleget man zu sagen, ein Comma sey ohngefehr der achte oder neunte Theil eines ganzen Tons. Das Pythagoristbe Comma, welches auch Lommsciitonicum gencnnt wird, ist der Unterschied zwischen der reinen Octave eines Tons und dem Ton, der entstehet, wenn man diese Octave durch eine Folge von 12 reinen Quinten bestimmen wollte. Nämlich wenn man zu einem Grundton C, für den man die Zahl 1 setzet, seine reine Quinte G nimmt, so ist diese f. Davon wieder die Quinte genommen, gievt oder um eine Octave tiefer l) — H. Hicvon wieder die QuinteDessen Quinte oder eine Octave tiefer k —u. s. f. Setzet man dieses bis auf zwölf Quinten fort, so wird der letzte Ton etwas höher als die Octave von C, nämlich anstatt Also sind diese Heyden Töne um ein Intervall, das durch ausgedrukt, und das pythagorische Comma genennt wird, unterschieden. Eine dritte Art ist das kleine Comma, das durch GKIH ausgedrukt wird: es ist der Unterschied zwischen der reinen Octave von C und dem 0, welches durch folgende Simmung heraus kommt. Von C nehme man die reine große Terz eL), davon wieder die reine große Terz (xis), davon die reine Quinte (ciis), davon wieder die reine Quinte (b); von diesen noch einmal die reine Quinte (f), und endlich noch einmal die reine Quinte (c). Dieses so gefundene c ist um das kleine Comma GMH niedriger, als das wahre c, das die Octave von C ist. Dieses Comma aber wird insgemein Dia- schisma, oder das doppelte Schisma genennt, weil man auch dem halben Comma denNamen Schisma gicbt. C 0 m ö d i e. (Redende Künste.) Wenn man weder auf die ursprungliche Beschaffenheit der griechischen Komödie, noch auf irgend eine besondere Form der gegenwärtigen sieht, sondern den Begriff derselben so allgemein macht, als er seyn kann, ohne aus seiner besondern Gattung Zu C o m z» treten, so kann man sagen: die LomoSie sep Sie Vorstellung einer «HanSlung, Sie, sorvol Surcb Sie Vabep vorkommenSen Vorfälle, als Vurcl, Sie Charaktere, Sleren und Sas betragen Oer Sabep inrcrefsir- tcn Personen, Sie Zuschauer auf eine belustigende uns lehrreiche Xveise unterhält. Daß sie, wie so oft gesagt wird, blos die Absicht habe, die Thorheitcn der Menschen lacherlich zu machen, ist weder von der alten noch von der heutigen Comodie wahr. Es gicbt sehr gute Co- modicn, die zwar sehr belustigen, darin» aber keine Thorheit, in der Absicht sie lächerlich zu machen, vorgestellt wird. In vielen Stükcn des plauru» liegt das hier und da vorkommende Lächerliche mehr in denco- mischen, bisweilen übertriebenen Einfallen des Dichters, als in der Sache selbst: und wenn wir alles Belustigende und Ergätzendc in denComodicn des Tcronciur. auszeichnen wollten, so wurde sich finden, daß dieser fürtrcfli- chcComodicnfchrciber sehr selten dabcy die Absicht gehabt hat, Thorheitcn lacherlich zu inachen. Dieses kann eine der Absichten fcyn: und oft hat die Comodie die Zuschauer auf Unkosten der Thoren oder andrer Personen, die der Verfasser gehaßt hat, lachen gemacht; nur geschieht dieses nicht in jeder guten Comodie. — dlon isris ell r!lu iliiluccre riäkum .Hulkiroris: et ell »meir die guogue Virni,? ^). Jede auf der Schaubühne vorgestellte Handlung, die Personen von Verstand und Gcfchmak angenehm unterhalt, ohne sie in starke ernsthafte Leidenschaften zu setzen, und das Gc- inrth durch heftige Empfindungen hinzureißen, ist eine gute Comodie. Je feiner und geistreicher aber, und ze lehrreicher dicfcs zugleich geschieht, desto großer ist der Werth *) ttor. l-rm. I. 10. Com 487 derselben für Zuschauer von feinem Gcfchmak. Will man also den Charakter und die Beschaffenheit der Comodie naher bestimmen, so darf man nur mit einiger Aufmerksamkeit untersuchen, was uns in den Handlungen, in den. Sitten, in den Charakteren und dem Betragen derMcnschen auf eine lehrreiche Art unterhalt, und, ohne den Grund des Herzens aufzurühren, interessant ist. Arissorelcs gicbt von der Comodie einen Begriff, der dem, was sie zu seinerzeit war, angemessen ist. Er setzt ihr Wesen in der Vorstellung dessen, was in dem Charakter und in den Handlungen der Menschen ungereimt, tadclhaft und verkehrt ist. Wir fetzen es in der Abbildung dessen, was das menschliche Leben, was die Charaktere, die Sitten, die Handlungen ergötzendes und unterhaltendes haben. Wir haben hinlängliche Erfahrung, daß vernünftige und tugendhafte Handlungen, natürliche Sitten, Charaktere, in denen nichts ungereimtes, nichts verkehrtes ist, uns sehr vergnügen können; und wir sehen, daß schon die römische Comodie sich dieses cd- lcrn Stoffes bedienet hat. Die sittliche Welt hat mehrere Seiten, von denen wir sie mit Vergnügen ansehen. Selbst die blos thierische Natur hat in Handlungen und Sitten schon etwas ergötzendes für uns: warum sollte es nicht weit mehr interessant für uns seyn, Menschen bey den so mannigfaltigen Vorfal- lenheiten des Lebens handeln zu sehen? Jedes sittliche Gemahlde, das uns Menschen nach ihren wahren Charakteren zeiget, jede Scene des Lebens, wobey wir die Empfindungen, Gedanken, Anschlage, Unternehmungen der Menschen ruhig beobachten können, ist für einen nachdenkenden Zuschauer ein ergö>-e de? ZInblik. Warum wollten wir dem Hh 4 Mah- 488 Com Mahler der Sitten verbieten, uns andre, als lächerliche Sccnen vorzulegen? -Warum sollten wir die liebenswürdige und die vernünftige Seite des Menschen mit weniger Lust sehen, als die verkehrte und unge- reimte? Es kann von ungemeinem Nutzen scyn, wenn man uns die Thorheitcn der Menschen in ihrem wahren Lichte zeiget*); sollte es aber weniger nützlich seyn, uns durch Bcyspiele von vernünftigem Betragen, von edler Sinnesart, von Nechtschaffcn- heit, von jeder im täglichen Leben nöthigcn Tugend so zu rühren, daß wir dauerhafte Eindrüke davon behielten? Man kann unmöglich befürchten, daß das Schone und Gute weniger Eindruk zum Vergnügen mache, als das Lacherliche, da wir sehen, daß selbst Plamus und Möllere nirgend fürtrefiicher sind, als wo sie ernsthaft gewesen. Man lasse also der spottenden und lachenden Comödie ihren Werth, und behalte die Schaubühne auch für diejenige offen, die ohne Lachen, durch edlere Gcmählde ergötzet, die uns die menschliche Natur auf der schoneil und anmuthigcn Seite zeiget. Auch lasse sich niemand durch die Besorgniß einiger Kunstrichter , daß durch die edlere Comodie die Schranken zwischen dem Tragischen und dem Comischen weggenommen werden und zweydeutige Mittclarten entstehen, die man weder zur Comodie noch Tragödie rechnen könne, irre machen. Die Natur kennt solche Schranken nicht. So wenig man uns sagen kann, wo das Hohe sich von dem Niedrigen, das Große von dem Kleinen trennt, oder auf welcher Stelle das Lied an die Ode, oder die Ode an das Lied gränzet, so wenig hat die Critik das Recht nach den Granzcn zwischen der Comodie und der Tragödie zu fragen. Sie, sind *) S. Lächerlich; Spott. Com nicht in dem Wesen, sondern in Graden unterschieden. Die Grundregel, die der römische Dichter bestandig vor Augen haben muß, ist nicht die, nach welcher Ari- ftophancs sich allein scheint gerichtet zu haben: Spotte und crrvckc Verachtung und Gelächter; sondern diese: Mahle Sitten und zeichne Charaktere, die für denkende und empfindende Menschen interessant find. Dem zu folge wird er über die Sitten der Menschen in allen Ständen genaue Beobachtungen anstellen, um sie mit Wahrheit und Lebhaftigkeit abzubilden. Was er darum tadelhaft findet, wird er durch feinen Spott zu bessern suchen, was er schön und edel bemerkt, wird er in einem reizenden Licht zeigen, und wir werden durch seine Gemählde empfinden lernen, was in den Sitten frei), schön, edel, groß, und was darum ungereimt, gezwungen, sklavisch, niedrig und lacherlich ist. Wir werden unsrc Zeitgenossen, und jeder sich selbst in einem Lichte sehen, das uns verstattct, ein unparthcyi- sches Unheil über unsre Sitten zu fälleil. Er wird sich ein Hauptstu- dium daraus machen, die verschiedenen Charaktere der Menschen genau kennenzulernen; er wird bemerken, wie dieselben durch die Lebensart, durch die äußerlichen Verbindungen, durch den Wohlstand, durch Pflicht und durch andere Umstände modi- ficirt werden. Er wird Charakter, Pflicht, Leidenschaften und Situationen der Menschen gegen einander in Streit bringen, und uns auf denselben höchst aufmerksam machen. Oft wird er uns den Streit der Vernunft gegen die Leidenschaften zeigen. Er wird sowol dem Schalk als dem Heuchler die Maske abreis- sen, und beyde in ihrer wahren Gestalt für unser Gesicht bringen. Den rechtschaffenen Mann aber wird er in den mancherlei) verworrenen Um- C o in ständen des Lebens in einem Lichte zeigen, wodurch wir von Hochachtung gegen ihn durchdrungen werden. Alles Gegenstände, die an sich höchst interessant sind, und durch die Kunst des Dichters es noch mehr werden. Denn werden ihm auch die manchcrley Zufalle des menschlichen Lebens, das Verhalten der Menschen von verschiedener Ge- müthsart bey denselben, eine sehr reiche Quelle zu den interessantesten Gemählden geben. Der Stoff zur Comodie ist so mannigfaltig, daß verschiedene merklich von einander abgehende Arten dieses Schauspiels daher entstehen können. Es würde nicht ohne Nutzen seyn, wenn diese Arten naher bestimmt, und jeder Art besondere Beschaffenheit umständlich ans einander gesetzt würde. Diejenigen, darinn Haupt- sachlich alles auf die vollkommene Auszeichnung eines Charakters ankommt, konnte man Comoren Vev Charaktere nennen. Von dieser Art haben wir sehr viele: wie den Geizigen, denRuhmrathigen, den Lügner, den Mann nach der Uhr, u. d. gl. Diese Gattung allein ist an Stoff beynahe unerschäpflich, da die Mischung der Charaktere selbst unendlich verschieden ist. Es sind noch ungemein viel Charaktere, die, ob sie gleich interessant sind, von keinem Dichter besonders behandelt worden. Man hat für die Historicnmahler aus der Geschichte, ans den Dichtern und aus den Romanen interessante Scencn zu historischen Gemahlden zusammen gesucht: weit wichtiger wäre es für die comische Schaubühne, noch nicht behandelte .merkwürdige Charaktere zu sammeln. Zu dieser Gattung der Comodie ist die Handlung so zu wählen, daß die Umstände, in welche die Hauptperson versetzt wird, ihrem Charakter auf mancherlei) Weise entgegen stehen : der Misanthrop muß, wie Di- C o in 489 Sorot sagt, sich in cine Cognotto, und -Harpagon in ein armes Mädchen verlieben. Die meisten Kunstrichter wollen haben» der pomischc Dichter soll entgegengesetzte Charaktere neben einander stellen, damit sie sich durch den Gegensatz desto besser heben: aber der angeführte scharfsinnige Mann hat gründlich gezeiget, daß diese Regel keinen Grund habe, und daß der Contrast in dem Widerstreitenden zu suchen sey, das die Situationen, die vorübergehenden Leidenschaften mir dem Charakter haben. Vornehmlich aber ist dieses wichtig, daß in solchen Stüken nicht mehr, als ein Haupt- charakter vorkomme, dem alles übrige untergeordnet sei). Dieses ist eine Einheit, die noch weit wesentlicher ist, als die Einheit der Zeit und des Orts. Die vollkommenste Ausführung des Plans in einer Comodie dieser Art würde diese ftyn. Ein Mensch würde in eine Situation gesellet, die einen volligen Conflikt mit seinem Charakter macht. Also müßte entweder der Charakter den Umstanden nachgeben, oder in diesen müßte durch die, dem Charakter gemäße Handlungen, eine solche Wendung hcrvorgcbrachtwerden, daß der Charakter am Ende seinRecht behielte; das ist: entweder würde der Charakter über die Situation der Sachen, oder die Sachen über den Charakter den Sieg erhalten. Es ist leicht zu sehen, wie ein solcher Plan, wenn er recht gut ausgeführt wird, ein immerwährendes Interesse vom Anfang bis zum Ende in der Handlung unterhält, und wie mannigfaltige Abwechslungen der Vorstellungen noch übcrdem, durch die Nebenpersonen erwachsen würden. Etwas von einer solchen Behandlung sieht man in dem Tartüsse des Mo- licre; aber sein Geiziger ist gar nicht nach dieser Art behandelt, und auch dicserhalb sehr weit unter jenem. Denn den Charakter so behandeln, Hh 5 daß 49« Com daß alle Augenblike eine neue, in der Haupthandlung nicht gegründete Situation, die mit dem Charakter streitet, entstehet, gicbt eine aus blos einzeln, keinen wahren Zusammenhang habenden Scencn bestehende Comodie. Es ist allemal ein Fehlergegen die Einheit der Handlung, wenn der Dichter etwas anbringt, das nicht aus der Lage der Sachen in der Haupthandlung entsteht, wenn es gleich genau in dem Charakter der handelnden Personen ist: denn es führet immer von der Haupthandlung ab. So ist das, wasTerenz im Eunuch:,» in dem ersten Auftritt der dritten Handlung anbringt, zwar gut, um den Charakter des Ttzcaso zu bezeichnen; aber es fallt ganz außer der Handlung. Bei) dieser Art der Comodie kann man die Absicht haben, durch seltsame Charaktere blos zu belustigen, oder häßliche verhaßt und verächtlich, oder edle und gute in ihrem liebenswürdigen Lichte zu zeigen. Also ist die Comodie der Charaktere eines sehr verschiedenen Charakters und vieler Mannigfaltigkeit fähig. Eine andre Art ist die Lomovie der Sitten, die zur Absicht hat, ein wahrhaftes und lebhaftes Gemahlde gewisser sich auszeichnender Sitten, vor das Auge der Zuschauer zu bringen. So kann man die Sitten des Hofes, die Sitten der Reichen, die Sitten ganzer Volker vorstellen. Denn obgleich in allen Gattungen der Comodie Sitten vorkommen, so würde man doch von denjenigen mit Recht eine besondere Gattung machen, die solche Hauptgemählde gewisser Sitten zum Hauptaugenmerk hatten. So ist z. E. die in England mit so großem Veyfall aufgenommene Dezzars Vpera des Gay, darum die Sitten des niedrigsten Standes der Menschen, der herumschwciftn- den Bettler, gemahlt werden. Die satyrischen Schauspiele der Griechen Com waren Comödien der Sitten, weil darum die Sitten der Satyren abgebildet wurden. Diese Art der Comodie ist einer sehr großen Annehmlichkeit und einer großen Mannigfaltigkeit des Charakters fähig. Die Sitten verschiedener Stande und Volker gehören unter die angenehmsten und interessantesten Gegenstände der Betrachtung. Es giebt lächerliche, verwünschte, aber auch naive, liebenswürdige, uns bis zur Entzükung reizende Sitten. Es kann auch nicht so sehr schwer seyn, die Handlung so zu wählen, daß die Sitten, die gcmahlt werden sollen. durch dieselben in einem guten Licht erscheinen. Was für großen Nutzen solche Gemahlde, ohne das Ergötzende derselben mitzurechnen, haben können, läßt sich so leicht einsehen, daß es überflüßig wäre, diesen Punkt aus einander zu setzen. Ein jeder sieht, um nur ein einziges Bcyspicl anzuführen, wie wichtig es seyn könnte, die Sitten einer gewissen Classe der nichtswürdigsten Menschen, so wie Hogarch dieselben m den berühmten Kupferstichen, die unter dem läarlots l'ro- gross bekannt sind, vorgestellt hat, auf die Schaubühne zu bringen. Den Nutzen einer solchen Vorstellung beschreibet Tercmius nach seiner Art fürtreflich, in folgender Stelle: lll vero oll, guoä ego midi puro pslmsrium die reppcrille, guc> mocio sllo» lelcenculus ülerecricum inZoni» er mores Poll sec norsre: Harare ut cum coguoric, perpe- ruo ollerir. (^UZe cium lloris luur, nidil vi- llecur munllius, dkec msgis compolirum guillgusm nec msgis elegsns: (luse, cum zmarore luo cum coe- nznr, Ii'Zuriunr. ttsrum C o ni llsruiu viäcre inzluviem, svrclez, innpism, k^unm inbonellsc inlne lliikllnmi, srlzuc svillac cidi (Z,u» pz^ko ex jure detlerno, pz- nein zrrum verrenk: I^olle omni» baec, tzlus cc nllv- lelccnculis *). Dazu aber würde freylich crfodert, daß sowol Dichter als Schauspieler, große Zeichner und Mahler waren. Es scheinet, daß die Comödie der Sitten die wichtigste Gattung des Drama sey. Eine andre Gattung konnten die Comödien ausmachen, deren Hauptabsicht ist, eine einzige merkwürdige Situation in allem, was sie Gutes oder Böses hat, vorzustellen. Dahin gehörten sowol allgemeine Situationen, wie die wäre, da ein Vater einige ungcrathene Kinder hatte; die Situation eines dürftigen Menschen; einer gewissen Lebensart: eines Standes; als auch besondere Situationen, darinn man durch gute oder schlechte Handlungen versetzt worden. Es scheinet eben nicht gar schwer, für jede Situation eine Handlung auszudenken, wobei) der Dichter Gelegenheit bekommen könnte, die gewählte Situation in einem lebhaften Licht zu zeigen. Nichts aber würde mehr beytragen, das Gute und Böse des menschlichen Lebens lebhaft zu erkennen, als diese Gattung. Die geringste Art scheinet die Co- mödie zu seyn, darinn die Handlung weder in dem innern noch äußern Zustand der handelnden Personen gegründet ist, sondern durch seltsame Begebenheiten, wunderbare Zufälle und Verwiklungcn interessant wird; da mancherlei) unerwartete, außerordentliche und zum Thcil abcntheuer- liche Dinge nach einander erfolgen Lunucb. /eH. V. lc> 4. C 0 IN 4k, 1 und Verwirrungen verursachen, die den Geist in beständiger Aufmerksamkeit unterhalten, und da die ganze Handlung durch eine unerwartete Auflösung ein End erreicht. Diese Art ist die leichteste, und erfodert den wenigsten Verstand. Denn es ist sehr leicht, eine Menge durch einander laufender Zufälle zu erdenken, die eine Handlung, die man eben hat vornehmen wollen, verwirren, und daher zu verschiedenen seltsamen Verwiklungen Gelegenheit geben. Indessen ist diese Gattung zur Belustigung und zur Abwechslung gut, und kann allerhand sehr artige Sce- ncn auf die Bühne bringen. Aus diesen wenigen Anmerkungen läßt sich hinlänglich abnehmen, was für ein weites Feld einem comischen Dichter offen steht, was für mannigfaltiges Vergnügen und was für Nutzen dieser Zweig der Kunst geben kann. Alle vorhergehenden Anmerkungen betreffen den Inhalt der Comödie überhaupt. Bcy genauer Untersuchung der Sachen würde sich vielleicht zeigen, daß dieselbe ihren Werth nicht sowol von der Hauptmaterie, als von der guten Behandlung bekomme. Von dem besten Stük, das jemals auf die Bühne gebracht worden, könnte mit Beybehaltung der Fabel, der Anordnung und fast aller Umstände , ein ganz schlechtes Stük gemacht werden: so wie etwa ein unverständiger Uebersetzer aus der Jlias, mit Beybehaltung aller darinn vorkommenden Begebenheiten und Beschreibungen, eine elende Epopee, oder ein schlechter Mahler nach dem besten Gemahlde des Raphaels eine Copey machen würde, die das Auge eines Kenners keinen Augenblik vergnügen könnte. Hieraus läßt sich abnehmen, daß die Erfindung und Einrichtung der Fabel und des Plans bey weitem nicht die Hauptsache sey. Diese Dinge machen 492 Com machen den Korper derComödie ans, der allerdings seine gute Gestalt und wolabgemcssenc Glieder, aber auch ein Leben und eine denkende und empfindende Seele haben muß. Diese zeiget sich in den Reden, in den Gesinnungen und in den auf das genaueste bestimmten Eindrükcn, welche die vorkommenden Sachen auf die Gemüthcr der handelnden Personen machen. Ein verständiger Zuschauer besucht die römische Schaubühne nicht sowohl wegen der merkwürdigen Situationen oder seltsamen Vorfalle, die darum vorkommen, dergleichen er sich in der größten Mannigfaltigkeit selbst erdenken kann, als um den Eindruk zu beobachten, den sie auf Menschen, deren Genie und Gemüthsart etwas merkwürdiges hat, machen. Er will die Stellung, die Gcbchrden , die Gesichtszüge der Personen, ihre Reden und jede Aeußerung einer, durch die Umstände gereizten Seele, wahrnehmen. Ans diesen Betrachtungen entstehen die wahren Regeln und Maximen, nach denen der comische Dichter zu arbeiten hat. Die allgemeinste und wichtigste Regel scheinet die zu seyn, daß alles, was die handelnden Personen reden oder thun, vollkommen natürlich sey. Der Zuschauer muß bei) jeder dramatischen Vorstellung vergessen, daß er etwas durch Kunst verunstaltetes sehe; nur denn, wenn er gar keinen Begriff, weder von dem Dichter, noch von dem Schauspieler, als Schauspieler hat, genießt er die Lust der Vorstellung ganz. Sobald ihm das geringste vorkommt, wobey er ansteht, ob der Dichter oder der Schauspieler völlig in der Natur geblieben sey, so wird er von dem Schauplatz der Natur auf eine durch Kunst gemachte Bühne versetzt, wo er aus einem Zuschauer ein Kunftrichtcr wird. Dadurch wird jeder Eindruk, den das Schauspie auf ihn macht, plötzlich Com geschwächt, weil er aus einer würk- lichen Welt in eine eingebildete herüber gebracht wird *). Wenn schon die Ungewißheit, ob jedes, was wir sehen und hören, würklich vorhanden sey, oder uns nur vorgespiegelt werde, eine so nach- theilige Würkung thut; wie vielmehr wird denn nicht das offenbar Unnatürliche beleidigen? Daher laßt sich erklären, warum wir so sehr verdrießlich werden, wenn man die handelnden Personen will lustig seyn lassen, wo nichts zu lachen ist, oder wenn der Dichter überhaupt etwas von uns erzwingen will; wenn er Einfalle, Gedanken und Empfindungen, die er etwa bey gewissen Gelegenheiten gehabt hat, andern Menschen, die weder seine Sinnesart haben, noch sich in seiner Lage befinden, in den Mund legen will. Was kann abgeschmakter seyn, als daß Plaucus z. B. einem ernsthaften Liebhaber, dem seine Schöne entrissen worden, diesen frostigen Scherz in den Mund legt: Icsmiki in potlore et in corcletzcir zmor incenciium, I^i Izcrnmse c>5 ilefenilsnr, jinn ->r. licsc crccin c.ipur. Jede Rede, jedes Wort, das nicht auf die ungezwungenste Weise aus der Gemüthsart der redenden Person, und den Umstanden, darinn sie ist, folget, wird anstößig. Aber nicht blos die Gedanken, Empfindungen und Handlungen der Personen, sondern auch der Ausdruk ihrer Reden muß höchst natürlich seyn. Wir müssen auf der Bühne jeden vollkommen so sprechen hören, wie das Original, das er vorstellet, sprechen würde. Ein einziger zu hoher, zu gekünstelter oder verstiegener, oder nicht in dem Charakter der redenden Person liegender Ausdruk, kann einen *) S. Natürlich. Com Ntn ganzen Auftritt verderben. Besonders muß dieses Natürliche in dem Ton der Unterredung, da mehrere Personen mit einander sprechen, getroffen seyn, wenn nicht das ganze Stük frostig werden soll. Dieses ist eines der schweresten Stüke der römischen Kunst. Schon in dem gemeinen Umgang sind gar wenig Menschen , die in dem Ton der Unterredung etwas interessantes haben. Die meisten drüken sich langweilig, unbestimmt und ganz kraftlos aus. Daher kommt es oft, daß der Dichter, der es gern besser machen will, ins Unnatürliche, Gezwungene oder Methodische verfallt. Der in Deutschland überhaupt noch so sehr wenig ausgebildete gute Ton, und das wenig interessante in den täglichen Gesellschaften, ist vielleicht ein Hauptgrund des noch schwachen Zu- standcs unserer Comödic. Wiewol es in diesem Stük den Schauspielern noch mehr, als den Dichtern mangelt. Folgende Anmerkungen des Hora; enthalten das Wesentliche, was über die Schreibart und den Ton in der Comödie kann gesagt werden. Llk brevilsre opus, uc currsr len- renris neu le Ilnpellisr verbik lsllsk onersnribui surez. k.r lcrinone opus ell mollo trilki, lsepe jncolo IZekeullenre vicein moän llkcru» r!z, srczuc ?oerse Inrerllurn urbsni, psrccnrik vir»- buk, srgue Lxccnusntll css conkulro *), So nothwendig es ist, daß in dieser Gattung jedes einzcle natürlich sey, so sehr wichtig ist es auch, daß alles interessant sey. Weh dem römischen Dichter, dessen Zuschauer wahrender Vorstellung nur einen langweiligen Angenblik haben. Und doch kann die Handlung selbst nicht Serm-m I. 10. Com 49z in jedem Angenblik ihrer Dauer lebhaft oder merkwürdig seyn. Es kommen nothwendig geringere Auftritte, Nebenpersonen, kleinere, der Handlung keine Hauptwcndnng gebende VorMc, vor die Augen des Zuschauers. Auch diese Nebensachen müssen, jede in ihrer Art, inrcrcs- sank seyn. Man weiß, wie schlechte Dichter, und bisweilen auch gute, wenn sie sich vergessen, dergleichen weniger wichtige Sachen interessant zu machen suchen. Sie mischen fremde episodische Scenen ein; sie geben einigen Nebenpersonen possirliche Charaktere, damit sie den Zuschauer, so oft nichts zur Handlung gehöriges vorkommt, durch ihre Einfalle unterhalten können. Daher entstehen die meisten im Grund abgcschmak- ten Auftritte zwischen schalkhaften Bedienten; daher haben sich gewisse possirliche Charaktere, der Harlekin, der Scarmuz u. d. g. als Dinge, die in jeder Comödie nothwendig waren, eingeschlichen. Daß dergleichen episodische Auftritte, etwa in den Hausern, wahrender Zeit, da die Herrschaft in einer interessanten Handlung begriffen ist, vorfallen; oder daß auch bcy den Hauptpersonen, in der Natur selbst episodische Zwi- schenscenen vorkommen, rechtfertiget den Dichter nicht, selbige mit in seinen Plan zu nehmen. Er soll uns die Dinge nicht so, wie sie taglich geschehen, mit allen gewöhnlichen oder ungewöhnlichen Nebensachen, sondern so, wie sie zur lebhaftesten Belustigung und zum vol- lcsien Vergnügen eines Zuschauers von Verstand und Geschmak geschehen sollten, vorstellen. Dieser Fehler, die leer scheinenden Stellen der Handlung mit episodischen Gegenständen auszufüllen, so wie der andre, wodurch die Scenen langweilig werden, kommt insgemein von einem Mangel des Verstandes 494 Com stände» und der guten Laune des Verfassers der Stüke, der entweder diese wesentlichen Eigenschaften eines wünschen Dichters nicht im gehörigen Grad besitzt, oder sie bisweilen nicht anwendet. Wer in diesem Fache glüklich seyn will, der muß mehr, als irgend ein andrer Künstler, reich an Gedanken und Vorstellungen seyn. Wenn ihm bey den, in dem Verlauf der Handlung natürlicher Weise vorkommenden Sachen, nichts bcyfällt, als was jedem Menschen dabey auch beyfallen würde, wenn sein Verstand nicht tiefer, als ein gewöhnlicher Verstand, in die Sachen hineindringt, wenn das, was geschieht, auf feine Einbildungskraft und Empfindungen keine andre, als gewohnliche oder alltagliche Ein- drükemacht: so mag erdieZuschauer damit verschonen; diese wollen ans der Schaubühne Menschen sehen, die bei) allen Vorfallen, in allen Situationen und Umstanden sich von der Seite des Verstandes, des Witzes oder der Empfindungen in einem interessanteren Lichte zeigen, als der gemeine'Haufe dcrMcnschen. Dergleichen Menschen aberhört und sieht man immer gerne; denn wenn gleich die Geschaffte und Verrichtungen, darum man sie sieht, an sich nichts interessantes haben, so werden die Auftritte durch ihre Art zu denken und zu empfinden interessant. Verstand, Witz, Laune, Charakter, sind Dinge, die überall, auch in denge- meinesten Auftritten des Lebens, nn- sre Aufmerksamkeit reizen. Das geringste, das ein possirlicher Mensch thut, belustiget; und so wird jedes Wort eines Menschen von vorzüglichem Verstand oder Witz, mit Vergnügen gehört. Daraus folget denn, daß auch die Nebenauftrilte, wenn sie nur würklich in der Handlung liegen, unterhaltend genug werden können. Es ist so gar möglich, Auf- tritte, wo die Handlung völlig stille C o in sieht, die einigermaßen nur ,n kn- ZUM vacmi, damit die Scene nicht ganz leer sei), eingeführt werden, ganz wichtig zu machen. Man kann sie dazu anwenden, daß man eine oder ein paar Personen ihre Gedanken über das, was bereits geschehen ist, oder über die gegenwärtige Lage der Sachen, oder über das, was noch geschehen soll, über die Charaktere anderer Personen äußern läßt. Diese können Betrachtungen anstellen, wodurch das Lehrreiche und Unterrichtende, das in der Handlung liegt, in dem Hellesten Licht erscheinet. Frcylich muß der Dichter Verstand genug haben, anstatt des gemeinen und alltäglichen, feine und treffende Anmerkungen zu machen, den moralischen oder philosophischen Wahrheft ten ein Licht und eine Kraft geben, wodurch sie auf immer lebhaft und unvergeßlich bleiben. Dergleichen Scencn sind die eigentlichen Stellen, wo die richtigsten Sentenzen, Maximen und Beobachtungen, die von allen verständigen Kunstrichtern unter die wichtigsten Gegenstände der Dichtkunst gerechnet werden *), in ihrem vollen Licht erscheinen können. Es ist in der That kaum eine wichtige philosophische oder moralische Wahrheit, oder Lcbensregel, oder Beobachtung über Menschen und Sitten, kaum eine von den praktischen Wahrheiten, die jeder Mensch beständig vor Angen haben sollte, die der comischc Dichter in solchen Auftritten nicht sollte in einein Lichte zeigen können, in welchem sie höchst überzeugend und treffend sind. Man sehe unter andern, als ein Beyspie! dieser Sache, die fünreffliche Scene, womit in dem Perser des Plautus der dritte Aufzug anfängt. Ein niederträchtiger Schmaruzer will seine Tochter zu einem Schritt bewegen, den sie verabscheuet. Die verschie- ^ denen H S. Dcnksprüche. Com denen Vorstellungen, die das Mädchen ihrem unwürdigen Vater auf die einfacheste und naivcste Art thut, enthalten verschiedene wichtige Punkte der reinesten Moral, und sind auf eine Art vorgetragen, die man ohne starke Rührung nicht lesen kann. Wer eine Sccnc von römischer Handlung einer so reizenden, aus blos ruhigen Reden bestehenden, wie diese ist, vorziehen kann, muß gar wenig sittliches Gefühl haben. Für Zuschauer, die etwas höheres als die Belustigung des Auges und der Phantasie suchen, kann der ruhigste Auftritt wichtig werden. Nur in dem niedrig Comischen muß jeder Augcn- blik mit Handlung angefüllt seyn. Ueberhaupt ist dicComödic zu lehrreichen und unterrichtenden Auftritten von dieser Art sehr viel bequemer als das Trauerspiel. Tragische Auftritte und Begebenheiten äußern sich in dem Leben selten; da hingegen taglich Geschaffte vorfallen, denen Verstand, Klugheit, Mäßigung der Leidenschaften, Kennrniß der Welt, Nechtschaffenheit, jede einzele Tugend, einen erwünschten Fortgang geben, oder darin» das Gegentheil dieser Eigenschaften Verwirrung und Unordnung verursachet. Jedem Menschen, der blos in den gewöhnlichen moralischen oder bürgerlichen Verbindungen stehet, kommen fast täglich Fälle vor, bey denen sein Betragen gegen andere und seine ganze Art zu denken und zu handeln von einiger Wichtigkeit wird. So wie unser Körper täglich verschiedenen Zufällen ausgesetzt ist, so ist es auch unser moralischer Zustand: wir sind keinen Tag vor Processen, vor Beleidigungen , die man uns anrhut, vor Zwistigkeitcn mit andern Menschen , vor Feindschaften, vor Be- trügereyen, sicher; und kaum vergeht ein Tag, da wir nicht nöthig haben, um mancherlei) Verdruß oder Verwirrung zu vermeiden, bald aus C o m 495 Klugheit nachzugeben, bald mit guter Art standhaft zu scyn, und andern Menschen, die wir nicht beleidigendürfen, oder doch nicht beleidigen wollen, entgegen zu handeln. Bald müssen wir uns selbst, bald andere besänftigen; iyt andere von etwas überzeugen, denn von ihnen Vorstellungen annehmen und mitUn- partheylichkeit untersuchen; itzt andre Menschen versöhnen, denn unS versöhnen lassen; veniam llare pe. tereque viLisirm. WelcherMensch von Vernunft und Nachdenken wird so gleichgültig, man möchte sagen, so brutal seyn, daß er nicht wünschte, für Geschaffte und Vorfälle, von denen seine Ruhe, sein guter Name, seine Ehre, und oft das ganze Glük seines Lebens abhängt, richtige und wolgezcichncke Muster vor sich zu haben, die ihm auf eine einleuchtende Art zeigen, was er hier zu thun und dort zu vermeiden habe? Vergeblich sucht er in den Büchern der Moralisten Unterricht und Rath; sie reden zu allgemein , er wendet ihre Lehren nicht mit Zuverlaßigkeit aus die ihm vorkommende Falle an. Nur die römische Bühne kann ihm für jeden Auftritt des Lebens die wahren Muster des Guten und des Bösen, des Vernünftigen und Unvernünftigen geben; dabei) zeichnet sie ihm die Falle so genau mit allen Umständen bestimmt vor, daß er nicht blos sieht, was er zu thun hat, sondern wie er es thun soll; sie gicbt ihm nicht blos das spekulative, sondern das zum Leben allein nützliche praktische Urtheil. Es kann niemand zweifeln, daß alle diese wichtige Gegenstände, deren hier Erwähnung geschieht, nicht die eigentliche Materie der Comödie seyen: also kommt es nur auf den Verstand und das Genie des comischen Dichters an, durch eine gute Behandlung derselben höchst lehrreich, und folglich für nachdenkende Menschen 4^6 Com sehen höchst interessant zu seyn. Wie aber nach diesen Begriffen die Comö- die nichts anders ist, als die praktische Philosophie durch Handlungen ausgedrukt, so kann nur der mit Fortgang für die comische Bühne arbeiten, der außer den Talenten des Dichters, auch die Eigenschaften eines wahren praktischen Philosophen hat. Hier gilt es vorzüglich, was Hora; sagt: — blerzue cnim cnnclullere ver- tum Oixeris esse lsris. — Denn dlos poetische Talente sind zu solcher Arbeit von gar geringer Hülfe. Wer nicht das, ganze sittliche lieben des Menschen mit Leichtigkeit übersieht, wessen Blike nicht tief in die menschliche Natur hmeingedrungen, wer nicht die verborgensten Winkel des Herzens erforschet hat, wer nicht wahre Weisheit, Tugend und Recht- schaffcnheit in allen Gestalten und Formen kennt, und nicht alle psychologischen und moralischen Ursachen des Unverstandes, der Unsitt- lichkcit und jeder Thorheit ergründet hat, der kann kein vollkommener römischer Dichter seyn. Darum wundre man sich nicht über die Seltenheit der zu dieser Gattung erfoderlichcn Talente. Nur die ersten Kopfe einer Nation haben Starke genug, dieses Feld zu bearbeiten. Noch kommt es hier nicht auf das Genie allein an; denn ohne große Erfahrung ist es unzulänglich , den Federungen der römischen Bühne genug zu thun. Die hiezu nöthige Kenntniß kann durch kein Studium im Cabinet erlangt werden: man muß, um sie zu bekommen, noth- wcndig die Menschen in ihren mannigfaltigen Verhältnissen und in den mancherlei) Geschafften des Lebens gesehen haben, und auch selbst mit in dieselben verwikelt gewesen seyn. Wem dieses mangelt, der kann seine ganze Lebenszeit alle Regeln der co- C o m mischen Schaubühne stndirt haben, ohne eine wahrhaftig gute Scene hervorzubringen im Stande zu seyn. Die Regeln sind nur für den gut, der die nothigen Materien zu einer regelmäßigen Bearbeitung vorrathig hat. Es wäre nach dem, was bereits hier und da in diesem Artikel über die Natur der Comödie angemerkt worden, sehr übcrflüßig, noch besonders von ihrem Nutzen zu sprechen, da aus dem angeführten schon hinlänglich erhellet, daß keine andre Dichtungsart ihr den Vorzug der Wichtigkeit streitig machen könne. Daß die comische Bühne nirgend, und in Deutschland am wenigsten, das ist was sie seyn sollte, ist blos der Nachlässigkeit derer zuzuschreiben, die das Schiksal der Künste in ihren Händen haben, und die Wichtigkeit dieser herrlichen Erfindung, die Menschen zugleich zu belustigen und zu unterrichten, nicht einsehen. Dieses benimmt aber der Wichtigkeit der Sache selbst so wenig, als der schlechte Zustand der öffentlichen Anstalten, wodurch die Bürger des Staats zur wahren Moralitat, und die Jugend zur Jucht, Vernunft und Sitten sollten angeführt werden, an dein die unbegreifliche Nachläßigkcit derer, die die Lander regieren, Scbuld hat, diesen Veranstaltungen ihre Würde benimmt. Man sieht die Bühne als eine Lustbarkeit an. Da sie es unstreitig ist, und, ohne von ihrer belustigenden Kraft das geringste zu verlieren, einen höchst wichtigen Einfluß zur Ausbreitung der Vernunft und Rcchtschaffenheit, zur Vertilgung der Thorheit und zur Heilung der Verderbniß haben kann: so ist es eine eben so große Barbarcy, sich dieser Vortheile nicht zu bedienen, als es seyn würde, ein Kriegsherr zu bloßen Lustbarkeiten zu halten, und ihm deßwcgen blos hölzerne Waffen zu geben. Man Com Man hat keine zuverläßige Nachrichten von der Zeit und dem Orte der Erfindung des comischen Schauspiels. Die Athcnicnser eigneren sich dieselbe zu. Indessen hat Aristore- les schon angemerkt, daß man den eigentlichen Anfang und Fortgang desselben nicht so sichcrwisse, als den, welchen die Tragödie gehabt hat. Eben dieser Philosoph berichtet, daß Epicharmus und Phorrry's, beyde aus Sicilicn, zuerst eine bestimmte Handlung in die Comödie eingeführt haben. In Athen aber soll Crares, der nur wenig Jahre vor dem Ari- stophanea gelebt hat, die formliche Comodie, die eine Handlung hat, von jenen nachgeahmt haben. Vor ihnen niag sie also irgend eine Lustbarkeit gewesen seyn, wie die heutigen Fastnachts - oder Aschermittwochs. Lustbarkeiten: wie denn fast alle freye Völker zu allen Zeiten j etwas dergleichen gehabt haben. Aus einer solchen Lustbarkeit, wobei) vielleicht, wie jetzo noch an verschiedenen Orten geschieht, von einigen zum Possenrcißen aufgelegten Personen, öffentlich allerhand die Vorbey- gchcnden antastende Reden geführt worden, kann die Comodie ihren Anfang genommen haben. Die älteste Form derselben in Athen scheinet noch nahe an ein solches Possenspiel zu granzcn. Aristophanes wirft seinen Vorgängern und selbst seinen Zeitverwandten vor, daß sie Gauke- leyen machen, um Kinder zum Lachen zu bringen, und daß ihre Stüke meist aus Possen bestehen. Wir werden bald einen Umstand bemerken, der diesen schlechten Anfang der Comodie in völlige Gewißheit setzen wird. Es kann auch seyn, daß die Comodie ihren Ursprung von Freudenfesten genommen, welche nach Einsammlung der Fcldfrüchte einem freyen Volke so natürlich sind. Allem Vermuthen nach sind die ersten Lustspiele, aus denen hernach die Erster Theil. Com 497 völlige Comodie entstanden ist, blos persönliche Satyren gewesen; vielleicht der Knechte gegen ihre Herren. Man kann um so viel weniger hieran zweifeln, da die förmliche Comödie anfänglich blos Personalsatyren zum Grund gehabt hat. In Athen hat die Comödie sich in drei) verschiedenen Formen gezeigct. Die alre Comödie, nach der ersten uns bekannten Form, ist um die 82 Olympias aufgekommen. -Hora; nennt drey Dichter, die ^sich darinn hervorgethan haben; den Eupolis, Cracinus und Aristophanes. Wir haben nur von dem letzten noch einige Stüke, woraus wir chns einen Begriff von dieser Comödie machen können. Die Handlung ist von würkli- chen, damals neuen Begebenheiten hergenommen, die Personen werden nach ihren wahren Namen genennet, und vermittelst der Masken wurde sogar ihre Gestalt, so viel möglich, nachgeahmt. Sie führte lebende und sogar bep der Vorstellung gegenwärtige Pcrjoncn auf. Dabey war sie ganz satyrisch. Wer irgend eine wichtige Thorheit, es sey in Staatsge- schäfften, oder in andern Angelegenheiten begangen, oder wer übel gehandelt, die Geschaffte der Republik nicht gut geführt, oder wem sonst der Dichter übel gewollt hat, der wurde darinn öffentlich zur Schau ausgestellt und gemißhandelt. Selbst die Regierung, die politischen Einrichtungen und die Religion wurden bisweilen verlacht. Horaz beschreibt diesen Charakter der alten Comödie auf folgende Weise: Lugoljz srgue Osr!uu5, Arillo». pdsvczgus poerse, Argus slii guörum Lomoellil prilcs virorum ell, Li guis ersr lllgnuz lleicribi, guoä malus aursur, (Zuoll moscbus torer, aur iici- rius, auc sliogui 3 i , kamr»- 49Z Com ?smolu5> mulcs cum übercscs norsdanr ^). Demnach war diese Comödie eine beständige Satyre über die, Sitten und Handlungen der Zuschauer. Die mechanische Einrichtung der Fabel kommt dabcy wenig in Betrachtung. Die Hauptsache waren die beißenden Spöttercyeu über den Charakter und über die Aufführung der Athenienser. Oft war der Inhalt allegorisch: Wolken, Frosche, Vogel, Wespen, wurden als Personen eingeführt. Man wundert sich jetzo darüber, daß damals den Comodienschreibern eine so ausgelassene Freyhcit «erstattet worden, da es heute zu Tage einem sehr übel bekommen würdtt wenn er den geringsten Bürger auf der Schaubühne beschimpfte. Insbesondre kann man sich kaum vorstellen, daß Ariftophanes ungeahndet das ganze atheniensifche Volk, das ist, seine Zuschauer selbst, gcmißhan- delt, ihnen ihre Narrheit aufdiebeis- scndsie Art vorgeworfen hat. Man hat gemeint, die Athenienser hatten eine solche unwiderstehliche Lust au witzigen Spöttereyen gehabt, daß sie es gut geheißen, auch wcun sie noch so beleidigend gewesen, nur damit sie lachen konnten. Der Pater Drümoy meinet, daß den Dichtern diese Frey- heit aus Politik verstattet worden, und daß die Vornehmen sich gerne mißhandeln lassen, damit das Volk über dem Lachen vergessen mochte, ihre A afführuug ernsthafter anzusehn. Aber alle diese Auflösungen scheinen nichr hinlänglich zu seyn, und zum Theil sind sie falsch. Denn daß dein Volke selbst die persönliche Satyre anstößig gewesen sey, ist daraus abzunehmen, daß diese Frcyheit durch ein öffentliches Gesetz ist eingeschränkt worden. Daß es sogar sehr empfindlich geworden sey, wenn ein Dichter sich unterstanden, die Regierung zu ') Zsrm. !. 4> I »5. Com tadeln, sieht man aus dem Bcyspiel des Dichters Anarimandrives, der zum Tode verurtheilt worden, wegen eines einzigen satyrischen Verses gegen die Regierung, der doch viel weniger sagr, als tausend Stellen des Arisiophanes. Erwähnter Dichter soll in einer Comödie folgenden Vers des Enripides auf folgende Weise parodirt haben: Die Regierung bat es befohlen, und kehrt fiel) nicht an Vis Seseye. Woher hatte denn Arisiophanes so viel Freyhcit? Die wahre Auflösung dieser Sache' scheinet aus der ursprünglichen Form und dm ersten Rechten der Comödie herzuleiten zu seyn. Diese war dem Vcrmutheu nach, wie wir schon angemerkt, zuerst nichts anders, als eine grobe Lustbarkeit, die vcrmuth- lich nur an Dacchuufcsien H erlaubt gewesen, und darum bestanden, daß ein Trup Lustigmacher sich an einen Ort hingestellt, oder vielleicht durch die Straßen der Stadt geschwärmt, um die Vorbeygehendcn mit Schimpfwörtern anzügreifen. Dieser Muth- willen gehörte mit zu der Fcstfrey- heit, und blieb hernach der sogenannten alten Comödie; so daß Arisiophanes auf der Schaubühne, an den festlichen Tagen, da die Comödicn aufgeführt wurden, Dinge sagen durfte, die er gewiß auf der Straße, oder an andern Tagen, ohne schwere Strafe nicht würde gesagt baden. Man konnte ihn deßhalb nicht belangen, weil ein Gesetz oder eine alte Gewohnheit diese Frcyheit rechtfertigte. Diese Mnthinaßung wird noch dadurch bestätiget, daß die Freyhcit der alten Comödie durch ein form- ") K. Art. AristophgncL. Cvm förmliches Gesetz aufgehoben worden, welches nicht nörhig gcwefe» wäre, wenn sie nicht vorher durch ein Gefetz oder etwas eben fo mächtiges, wäre gut geheißen worden. Erwähntes Gesetz brachte die zwey- te Form der Comodie auf, welche die mittlere Comodie gencnnt wird. Die nunmehr arisiocratisch gewordene Regierung in Athen verbot, würk- lich lebende Personen aufzuführen. Man stellte also wahre Begebenheiten unter verdekten oder fremden Namen vor, sonst behielt die Comodie die vorige beißende Art. Sie war also sehr wenig von der ersten unterschieden, weil dieHandlung und Personen so geschildert wurden, daß niemand sie verkennen konnte. AMophanes und andre, die in der mittler» Comodie geschrieben haben, wußten also das Gesetz zu hintergehen, und blieben eben fo ausgelassen wie vorher; nur mit dem Unterschied, daß ihre Personen nicht mehr unter ihren wahren Namen erschienen. Da also das Gesetz nicht kraftig genug war, die Ausgelassenheit der Dichter einzuschränken, so wurde endlich durch ein neues Gesetz die Art der Comodie völlig verändert. Dieses gab zu der neuen Comodie der Griechen Gelegenheit. Die durfte keine würkliche Begebenheit mehr zum Grund der Handlung nehmen. Die Personen und Sachen mußten erdichtet seyn, so wie sie in der heutigen Comädie sind. Da nun dergleichen erdichtete Begebenheiten sehr viel weniger Reizung haben, als das Würkliche, was'man selbst erlebt hat, so mußten die Dichter den Abgang dieser Reizung durch die künstlichen Verwiklungen und alle mechanische Bearbeitung dcsPlans ersetzen. Dadurch wurde also die Comodie erst zu einem wahren Kunstwerk, das nach einem Plan und nach Megeln mußte bearbeitet werden. Unter den Griechen hat Monander den größten Com 49? Ruhm in der neuen Comodie erlangt, und, wie es scheint, fürtrcflicheMci- stcrstüke auf die Bühne gebracht. Die Fragmente davon geben uns einen hohen Begriff von der Fürtrcf- lichkeit diests Dichters, und lassen uns den Verlust seiner Werke desto lebhafter empfinden. Es scheinet, daß in dem cigentli- chen Griechenland nur Athen die rechte Comodie gehabt habe. Ich besinne mich nicht, irgendwo gelesen zu haben, wie lange sie gcdauret. Die Römer fiengen erst viel später, nämlich im 514 Jahr der Stadt, oder in der 135 Olpmpias an, diese Spiele einzuführen. Sie wurden auch an heiligen Feyertagen gespielt, und, wie tbiviu-j berichtet, als Mittel zur Versöhnung der erzürnten Götter angesehen *). Sie empfiengcn sie von den Etruskern. Bey was für einer Gelegenheit aber diese sie eingeführt, oder von welchem Volke sie nach Etru- ricn gekommen feyn, ist unbekannt. Die ersten Comödiendichter in Rom waren Kavius Anvronicus, Naoins und nach ihm lönnius, welche zugleich Dichter und Schauspieler waren. Die Form ihrer Comodie ist unbekannt. Cicero urtheilte, daß die Comödlen des Ä.iviur> nicht könnten zum zwcytenmal gelesen werden "*). Kurz auf denEnnius folgten Plamun und Cäcilius; diese nahmen ihre Comödien, so wie Teren- rius, der nach ihnen gekommen ist, aus den griechischen Dichtern der neucrn Comodie, die sie zum Theil frey Übersetzren. Zu des Auzustu-; Zeiten war Afranius vorzüglich der Comödie halber berühmt, von dem aber nichts übrig geblieben. Er un- tcrscheidetc sich vom Cerentins dar- J i 2 inn, ') luill lcenici intcr sliz coelcllis icze pUcsiizins inlliruri Uicunim-. Muni lcenici cx tterrm i» scciri, ") I.iviznns kebulse non Nltis ciizns« HU»» ireruni Icxsnrur, 4e(N»r. LN'sloc. zoo Com inn, daß seine Personen Römer waren, da jener nur griechische Personen aufgeführt hat. Die römische Comödie wurde, nach der Verschiedenheit der Personen, in verschiedene Arten eingetheilt. Sie hatten Comoeäias prnetextas, tra- beatss, tocratas und tsberunriaz. Die Heyden ersten harten ihre Namen davon, daß sie Personen, die in den vornehmsten öffentlichen Acmtern stunden, und die ihrer Kleidung hal. der ?rne>text»ci und Nrabeati hießen, vorstellcten. Die NoMtA führte Personen in der Nc>A> auf, welffscs die Kleidung der vornehmen Privatpersonen war. In der l'nbernaria wurden die Personen aus dem gemeinen Haufen genommen. Von dieser Comödie waren wieder zwey Arten, die Htellsna , welche ihren Namen von der Stadt Attila hatte, und die pallmtil von dem griechischen Mantel, womit die spielenden Personen gekleidet waren, also geneunt. Von dem ersten Anfang der neuen Comödie wissen wir wenig zuverlässiges. Wir vermuthen, daß entweder in Italien sich etwas von der römischen Comödie durch alleJahrhun- derte der mittlem Zeiten erhalten habe, und daß nachher, da der Ge- schmak wieder anfieng etwas empor zu kommen, die Comödie wieder nach und nach sich der alten Form genähert habe. Es kann aber auch wol seyn, daß sie bcy einigen neuen Völkern ohne Nachahmung, ohngefähr so entstanden ist, wie ehemals in Griechenland. Es verlohnt sich auch kaum der Mühe, in der Untersuchung über den Ursprung und den Fortgang der Comödie unter den neuern Völkern , über das sechzehnte Jahrhundert hinauf zu steigen, da man weiß, daß die Schaubühne diesesJahrhunderts nichts, als elende und ganz unförmliche Possenspiele gezeiget hat. Indessen verdienet doch angemerkt zu werden, daß schon unter dem Pabst Eon: Ä,eoX. der berühmte Machiavel ein Paar Comödicn verfertiget hat, in denen der Geist des Terenrius nicht ganz vermißt! wird, und daß sogar eine noch ältere französische Comödie, von der Gattung des niedrig Comi- schen, 1'H.voost Ustelin genannt, sich noch bis auf diesenTag auf der französischen Schaubühne erhalt. Erst mit dem siebenzchnten Iahe hundert bekam die Comödie wieder eine erträgliche Gestalt; wiewol anfänglich die größte Schönheit derselben in listigen Ränken, seltsamen Zufallen, Verkleidung und Verkcnnnng derPer- sonen, und in nächtlichen Abcntheuern gesucht wurde. In dieser Art haben sich vorzüglich die spanischen Dichter hervorgethan. Endlich kam um die-Mitte des vorigen Jahrhunderts die Comödie in einer bessern, und der Würde dieses Schauspiels anständigem, Gestalt hervor. In Frankreich brachte Möllere Stüke auf die Bühne, davon verschiedene werden gespielt werden, so lange die römische Schaubühne selbst bestehen wird. Das gegenwärtige Jahrhundert hat die Comödicn von ernsthaftem, zärtlichem und ins Traurige fallendem Inhalt hervorgebracht. Aber auch in dem höhern Co- mischcn scheint man noch nicht überall das Vorurtheil, daß die Comödie cmPossenspiel sey, abgelegrzuhaben, da man noch immer in den ernsihaf- testen Stükcn lustige Bediente und näkische Canimermädchen antrifft. Von der Romödiv überhaupt handeln, ausser dem, was Aristoteles, in s. Poetik, im -ten, qten, 5tcn u. a. Kap. (s. den Art. Dichtkunst, Poetik) davon sagt, unter mchrcrn, in lateinischer Sprache: llvarudii er Oonoci äs ll'rsA. er Lomoeöi» Lommcnrzriun» cul»e, in dem gtcn B. S. i6z» dcsGrv« novschcn Thesaurus, bcy dem Wcsterhov- schen Tcreuz, bdz. Lomir. 1726. 4. - B. Com Com 501 2 B, u. an andern Orten mehr. — I- Vibtoris kauft! 6c Lomoc6ia l-i- bclluz, bei) dem Lindcnborgischen Tercnz, u. a. a. O. m. — lo. Lapr. Latalii 6c ?ra?. er Lomoc6ia lucubrsria, im »ten B. S. >558 des Gronovs6)cn Thcs. — De Lomoc6ia, e^uiezuc appararuomni er parritms Lommenr. von Lil. Greg. Gvraidus, in f. ktiftor. kocrsr. ftatit. 1 545. L- S. 667 in den kruäirnr. aliq. 6e Lomoe6ia er comic. vc,5. Lom- mcnr. kat., 56z. 8- S. > u. f. und im 8tcn B. S. >474 dcsGronvvschen Thesaurus. — kxplicari» eorum omnium, czuae a6 Lomoc6iae arriticium perrinenr von Franc. Robortclli, bey s. kxplicsr. in t-ibr. irisier. 6e kocrics, Flor. 1548. b. >555- k. — Oe comicis vcriibus, Oia- rrika von Joach. Camcrarius, be» s. Ausg. des Plautus, kas. 1551 >wd 1558. 8. in den kru6icor. aliizuor. 6c Lvmoc6ia er comic. vertib. Lom- inenrar. . . Las. 1563. S. >26. Und im gten B. S. 1578 des Gronau. Thes. — Ant. Viperani, in s. koerics > s^nrv. ^579- 8- im ,-ten - >6ten Kap. des steil Buches, S. 112 U. f. Oe origine Lom. 6erzue ejux Aeneridus; 6c no- rarione er 6etinirioneLomoc6ise; 6e ^orma Lomoeftiac; 6e parribuz Lo- inoe6iae; BraA. er Lom. incer te con- kcruncur, lzui6494 abgedruckt. — Lx ^riftoccte >^rs comica, von Ant. Riccoboni, bey s. koerica, koericam 2^riftotcl. P. pa- rsplirstim explicanx. . . Vic. 1585.4. --- Oispurarioin czua oftcn6icur, prsc- ftare Lomoc6iam arczue 1'ragoe6. mc- rrorurn vinculis tolvcre, nec potle s-ris, nili solur» «rarione, aur illar. 6«corcm ac 6ignirarem rerineri, aur Iioaeftam in6e voluprarcm, toli6am» «zucurilirarem ^>ercipi, von Paolo Veni, ?a6. 160». 4. — Gegen diese Schrift ist der 8ceno>'I>5'I-,x . . des Lue. Sca: ranno, Vcn. ,6c>>. 4. gerichtet. — Oe Lomoc6!a, Lommcnrar. von Targ. Gastueei, bey s. Vi»6. Virgil, ftoin. 1621.4 — Die oztc der kracleöd. koc- ricsr. des Jos. Trapp, Oxon. 1718. 4- — Oe Lnmve6iis kpiftol. von Marc. And Ferrati, in s. kpiftol. Vcn. 17z 8- 4. S. 219. — kro Lomoe6ia c»m- movence, tcrips. Lkr. k. Lcllerr» kipf. 1751. 4. Deutsch, im >ten St. von G. E. kcsslngs Thcatr. Bibi. und bc» C. F. Geberts Abh. v. d. Fabeln, Lcipz. 177z. 8. In italienischer Sprache: Giamb. Epraldi ClNtlv, in s. Oilcorli inrorno all comporrc 6e' ftnman2i, 6ellc Lommc6ic ccc, Vcn. >554. 4. — Ant. Minturno in s. kocr. Bosc. Vcn. 1 564. Z. S. >10 U. f. — Oitcorlo in» rorno all Lomponimcnro 6cIIz Lo- mc6ia> von Bern. Pino, bey der kro- tilomscliiz des Sforzza d'Oddi, Vcn. ,;g6. 8. — Oilcorto inrorno alla composs^ione 6clle Lome6ic von Fabric. Sanseverino bcp der Komödie Oe' kurnri des Niccola Dcgli Angeli, Kap. 1590. 12. Oitcorlo in cui ti moftra, come ft poft'»6o tcrivere Io6cvolmenrc ie Lomc6ie c te Braxi. in prola, e 6i molri precer- ti 6i coral srrc copiolsmenre ti ragio- na » 6a Hgoft. Vlickelc, Vin. 1 592. 4. — ftitpofta (auf die vorhergehende, und die, unter den lateinischen Werken angezeigte Schrift des P. Beni) in 6ibc5, 6eII mcrro ... in parcicolarc nclle Braß, c Lomc6ie . . 6! kauft. 8ummo, I 'a6. 1601.4. Auch handelt der sechste s. Oitc. pocc. ?a6. 160-,. 4. davon. -»» Oella L6me6ia, eine Abh. des Oraz. Marta, in s. krote, dszp. 16,6.4. —- lldeno Nisieli, in s. Vroginnasmi poer. Ps. zo. zl. Z2. des dritten Bds. S. 79 u. f. IB 62 und 64. dcS vierten Bds. S. 18- und >86. und IB iz. ,4. >5- dcS fünften Bds. S. 64 u. f. der Ausg. von 169;. — Adriano Politi, in s. l-crrerc. Vin. , 624. 8- S. z?5. Giov. B. Sogliano, Ii z m zo» Com Com in den ^nnvrszionibei) s. Komödie L'Lcccllaro^o > Vin. 1627. 4. — Deila Lomestia, come cominciasFc, stelle ^arri, steil Line e stelle Fpecie sti esse von Ägoss. Mascardi, der sechste DiFc. dce )iarce prima s. DroFe volgari, Ven. >6zo. 12.-— II Darrenio, Dial. sta Lüov, Ilar. Lavaro stel Dr2?.o, D. 1^55- 4- (Zur Vcrtheidigung der Komödie in Versen.) —-» DistzFcalia, ov- vcro Doccrina comica sti Dir. Lsrco- lomei. . . Dir. r6;8> 4. —- Deila Lomestia Iraliana, e stelle iue regele est arrincn^e, conFercn^e rra un La» valiero, e l'aucore stelle lerrere cri- , riclie, Ven. 1752. 8- von Jos. Ant. Cvnffantini. — DiFervaz. conrro cri- riebe Fovra uri' Vrarraco ciclls Lome- clla lral. . . . Ven. 1752. 8- vonGiov. Ant. Vianchi, unter dem Nahmen Lau- riso Tragicnse. — Deila tor-s comica, klanr. 1782. 8- von Giamb. Gherardo d'Arco. — Der -te Th. dcS zten Bdcs. der Lcor. c Dagione st'ogni Doelis, des Lav. Quadrio, klil. 1744. 4- handelt, theoretisch und historisch, von dem Lust, spiel, und den verschiedenen Arten desselben. In spanischer Sprache: hiucva,r» re ste ks^er comcstias cn eile riempo per Dre^ Lnpo ste Vega Larpio in s. Rimas lrumanss, Klast, 1602.4. frjsth. unter dein Titel, Diouvcl praciczue stu 'Dlrdarre von dem Abt Charnes, in den Dieces tugir. st lritl. er ste lircer. Dar. ,704.12.— Istca ste la Lomestia ste Lallilla, por .soF. Delliaer ste 8alas ste Vovar. klast. 16Z9. 4. Dillerra- cion, 0 Drologo Fobre las Lomestias ste DFpana > von Ant. Nasarre y Fcrriz, vor den Lomestias )- Lnrrcmelcs sti klig. ste Lervanrcs Laavsstra, klast. ,749. 4. - Bd. — In französischer Sprache: Du ca. radiere er ste I'inFirudtion ste !a Lomestie, von L. de Balsac, in s. W. Dar. 1664. 12. — Dröper st'un rrsire Für la Lomestie , von Fcnelon, in der Lerere ä klrs. ste I'^cast. Franc, oder den Dcllcx. für ja Rjrecor. er Für ja ?o«r. S. 57 der Amsterd. Ausg. von 17z». — Destex. tur nos Lomcstiez Franc, cxcepre ceiles ste klolicre, er Für lez Lomesties iraiicnneser FrancoiFes, von Ch. de St. Evrcmont, in dem zten Bde. der Samml. s. W. Dunst. 1725. 12. — DuBos in s. Deilex. crir. Für la Doelic, er Für la Deinr. Ledb. XXI. Du clrnix stes Fuders ste Is Lomestie. Du il en Fsuc mccrre la Lcdnc. Dez Lomest. liom. S. 151 des iten Vds. der Drcsdn. Ausg. — Ditc. Für la Lomestie, ou Draire iristor. er stogmarit)ue stes/eux ste Dbearre, er aurres stiverristemens, p, D. le Krün, Dar. 17z >. 12. — DIzFervac. Für la Lomestie, er Für le genie ste Kloliere, 9. L. Diccvlroni, Dar. 17z 6. 12. — Lecrre tur la klcla» niste. Dar. 1741. ,2. (Zur Vcrtheidi- gung des rührenden Lustspieles) — Ch. Battcux, in dem Loura ste Keiles Lerr» res, D. II. Sedi. 2^ ^rr. z. S. zu der Ausg. von 17;;. und ebend. S. Z79 der Rainl. »ebcrs. 4tc Aust. — kellex. Für le Lomiczue larmoysnr, p. Vir. kl. st. L. (Llialiiron) Dar. 1749. 8. und im Zten Bde. des Dec. ste I'Hcast. ste Do- cbelle; deutsch im iten St. S. l u. f. von Gotth.Ephr. Hessings thcatral. Bibliothek. — Le bürarst legirime, ou ls triomplre stu Lomiczuc larmo^anr. Dar. 17 51. 12. von Garnier. Louis Racine in dem 5tcn Kap. dcS zten Bds. s. Dcmarczues Für Ics Drag, ste )esn Da- cinc, S. IZO der Amsterd. Ausg. von 1752, unter der Aufschrift: Dn izuoi conillic le >rlsii>r ste la Lomestie erst« ce Fei -zu, silaiFonnoir^ les Lomest, xrecqucs. — Das >6te Kap. im -tcn Bde. von Fr. Marmontels Do er. Franc. S. 471. Dar. 176z. z. — De la na- rurs er stes lins ste ja Lomestie von Ch. Batteux, in den klein, ste I ^cast. stes Inicripc. und in den Duarre Kle» moires ste klr. I'^lzlze Larreux . . . Lenevc (Kerl.) 1781. 8. S. >55. --- De l'arr ste la Lomestie, ou Derail rsiFonne stes stivers psrries ste la Lo» möstie er ste Fes stiikcrcns genrcs .. » x. klr. ste Lailtrava, Dar. >77?. 8. Kap. Du choix dunluiet; de I'crsr, de Is torrune, de I'sgc, du rsng, du nom des perlounsZes; du cssaix du lieu de lslccne; du cssvix du ritte; des vers er de ls proic de ls Lomedie; des prologues; de l'exposscivn; de l's^tion, du noeud, des inc'idens; du poinr oü doir commeucer I sölion d une tsdle comioue; de Is dittion; du dislogue; des lccncs; de Is lisi- ton des tceucs; des mvnologues; des sölcs; de l'cntr'sLlc; de I'src de prc- venir Ics criri?g6. 3. 2B.)— Domairon, im atcn B. S .226 f. principes geuersux des Keiles lecr- res, ?sr. 1785. >s. 2 B. In englischer Sprache: visserrs- rion on Lomcdzr, hond. »750. 8- M.HurdsAbhandlung über die verschiedenen Gebiete der dramatischen Poesie, bcy s. Commcntar über die Epistel des Horaz an die Pisoncn und an den Augustus, houd. i75Z und 1766. 8. z B- Deutsch, im otcn B. S. 25 u. s. der Eschcnburgtschcn Ucbcrs. in vier Abschn. über das Gebiet der Trag, und Komödie; lieber das Genie der Komödie ; i'ibcr Fontcncllc'S Begr. von der Komödie; über das Gebiete des Posse 1. spictcs. — Das gtc Kap. in Th. Wille» Lenersl Vierv oF tlie Zrsgc, I.onä. 1759. 8> handelt, S. Z7 u. f. vk Lome» dy » ics end erc. — Das Site Kap. 'N der ärc ot' xoecrzr on s nerv plan, Ii 4 . ;c>4 Com Com Ooncl. 1761. 8 2B. B.s. S.i6o(vvn geringer Bedeutung) — vr> rke ?eo. vincc »5 Lomecl^ von I. Min, in s. ?ckilcell. Uieccz, Okinä. 177z. 8. Al< tenb. 1775. 8. — DaS iqtc — -yte Kap. in W, Cooks Llcmeurz nL ärzmsricLri- ricism, L.onei .177;. 8- S.xZ U.f. OL ?r»Ai -comeci)-; oL rho oiißin snct z?rvßrels oL coiueel^; oL rke isevs, e>L come8^-, ecc. — Llls^ 011 Lomc8^, byk. VVsIev^n, Oonä. 1782. 8- Deutsch vor dem -8ten B. der Neuen Vidi, der sch. Wissensch. — 5?. Blair, in beraten Morles, des stcn Bdö. s. OeÄurcs »r> Rker. snck liellcz Oerrree, S. 528 der öluSg. von 178z. 4. -B. In deutscher Sprache: In I. C. Gottscheds Versuch einer kritischen Dichtkunst handelt das ute Kap. des -ten Th. von Komödien. — Versuch eines Beweises, daß eine gereimte Komödie nicht gut sepn könne, von G. B. Straube, im -zten St. der Veyträge zur krit. Historie der deutschen Sprache. — Schreiben über die Komödie in Versen, von Joh. El. Schlegel, ebcnd. im -4ten St. und auch im zten Bde. s. W. S. 65. ^ Andre Dertheidigung der nicht gereimten Komb- die, im -6ten St. der gedachten Bcv- träge. (Eine tiefer gehende Untersuchung über diese Materie findet sich in I. ?J. Engels Ideen zu einer Mimik, Th. Br. 54.) — Untersuchung, ob man in den Lustspielen den Character übertreiben solle, in den Beytr. zur Historie und Aufnahme dcS Theaters, Stuttg. 1750. z. S. 266. — Von den Personen und Vor, würfen der Komödie, von M. C. Cur- tius, bei) f. Uebers. der Poetik des Aristo, tclcS, Han. 175z. 8. — Vom Verfalle beS Komischen im Lustspiel, ein Auss. im 8ten B. der Unterhaltungen, Hamb. >765. 8. und auch, wofern ich mlch nicht irre, im zten Bde. der Littcr. Chronik, Bern 1788. 8. — I. A. Eberhard, in s. Theorie der sch. Wissenschaften, Halle 178z. 8. S. 198 u. f. — I. I. Eschenburg, in s. Theorie und Litterat. der sch. Wissensch. S- 22; der Aufl. von 1789. — Uebcr den Zweck des Lustspieles, eine Mh. von I. F. Jünger, vor f. kustfp. Verstand und Leichtsinn, Lcipz. 1786. 8. —> C. Mciners, im >6ten Kap. S. »7» f. Grundrisses der Theorie und Gesch. der sch. Wissensch. Lemgo 1787. 8. — S. übrigens die, bcy dem Art. Drama angeführten Schriften, als welche, größtcnthcils, im Ganzen hicher gehören. — — Der Ursprung des Lustspieles selbst liegt, meines Bedünkens, in dem natürlichen Hange des Menschen, etwas anders, als er wirklich selbst ist, vorzustellen. Dieser Hang offenbart sich, so bald seine Einbildungskraft in Tätigkeit gesetzt wird; und diesem gemäß finden wir bcy öffentlichen Fcverlichkeitcn und Lustbarkeiten, vorzüglich aber, wie es sich von selbst versteht, bcy religiösen Feierlichkeiten, und also schon in dem rohestcn Zustande der Menschheit, allenthalben die ersten Keime aller Arten des Drama. Jedes Volk hat wenigstens etwas ihm ähnliches aufzuweisen, und bey jedem ist es, ursprünglich, mit der Religion verbunden, oder eine religiöse Lustbarkeit gewesen. Frcylich aber schreibt das Lustspiel der neuern, gebildeten, Völker (als welche hier vorzüglich nur in Betracht kommen) sich, in seiner bessern Gestalt, eigentlich von einem einzeln Volke her. Obgleich, nähm« lich, jedes derselben, ursprünglich, seine, ihm cigenthümlichen Festlichkeiten gehabt, und jene Keime sich auch, nach Maßgabe der Art und der Grade seiner Geistesbildung, sehr verschiedentlich gezeigt, und sehr mannichfaltig entwickelt, so wie, durch seine besondre Verfassung, durch seinen Zustand der Sitten, u. d. D. in. gleichsam ihre besondre Farbe erhalten haben: so ist doch die griechische Komödie fichtlich das Muster ihres Lustspieles gewesen , und hat ihm diese seine bessere Gestalt gegeben. Schon durch die gewöhnliche Benennung desselben (Romädie) wird dieses erwiesen'.. Mag das Wort von Schmausen, Singen, Tanzen, oder von Dvrfschaft gebildet sepn; cö zeigt immer seinen Ursprung bey diesem Lolkc an; und mehrere Beweise hicsür werden sich in Com Com 505 in der Folge finden. Nicht, daß c§, Hey den Kriechen, sogleich in seiner Vollkommenheit erschiene;: wärej Jener erste Keim desselben glich hier, so wie bey andern Völkern, demjenigen, was es nachher geworden ist, sehr wenig. Es war die allmckhlige Frucht roher, aus dem Stegreif Femachter, Spottlieder, welche von gemeinen Landleutcn, in Thicrhäute gehüllt, und das Antlitz mit Wcinhefcn beschmiert, bey den Festen des Bacchus gesungen, oder vielleicht lustiger Schwanke, und Erzählungen von lächerlichen Vorfallen, welche zwischen die, von andern gesungenen Lieder eingemischt wurden, (S. Aristot. ?ocr. c. z und 4. Horaz an die Pisoncn, V.-75. Athcnäus Ooipnoz. Tib. II.S. 40. b.ug(j. L. 1657. f. und die Cvmmcnkatoren der ersten.) und die mit der spcktcrn eigentlichen Komödie nichts gemein hatten, als daß die Sänger, unter angenommenen, oder andern, fremden Gestalten, über die Thorhcitcn und Gebrechen Andrer Lachen erwecken wollten. Daß diejenigen, welche auf diese Art ihre Fröhlichkeit ausließen, dabey, mehr oder weniger, maskirt auftraten, das heißt, sich in lächerliche Wesen, in Eatyren, verkleideten, und so wohl durch das, was sie über - oder von Andern sagten, als durch daS, waS sie selbst vorstellten, zu belustigen suchten, erhellt zur Gnüge daraus, daß alles dieses bey den Festen eines GvtteS vorfiel, zu dessen Gefolge die Wesen dieser Art gehörten, und daß das nachherige Gacyrspiel (als dessen Grundlage, der Chor, aus dergleichen Wesen bestand) allgemein für die ollerältcsteArt des griechischen Drama ausgegeben wird. (S. calsub. äe Ssryr. ?oes. c. 1. S-17U. f. Lä.Zdzmb.) Auch fanden dergleichen Verkleidungen noch viel später Statt, (S. Liuripicl. Lacchae, V. in u. f. kkoen. V. 798 und den Scholiasten zu dieser Stelle) so wie, in viel spätem Zeiten noch, diese Feste mit ausgelassenen Spöttereyen verbunden waren (S. /ti-istopli. Id-n. vorzüglich V. Z87 u. s.) Indessen hatte die Fcyer derselben doch schon etwas dramatisches. Wahrscheinlicher Weise wurden in den, bey ihr üblichen Tänzen, die besondcrn Veranlassungen zu diesen Fcverlichkeitcn, oder sonst irgend eine der Begebenheiten des Bachus, dargestellt, oder sollten doch durch sie dargestellt werden, und das Ganze war also schon, wenn nicht eine Handlung, doch ein Schauspiel, welches durch lächerliche Personen, gleichsam aufgeführt wurde, und mit Verspottung von Thorheiten und Gebrechen Anderer verknüpft war. Frcylich aber wollten die Darstellenden noch nicht so wohl über, als Vurck sich, und nur über Andre, Lachen erwecken; und auf diese Art entstand das satyrischc Drama, welches also, und wenn mir den Begriff von Lustspiel im weitesten Umfange nehmen, als die älteste oder erste Gattung desselben in Griechenland anzusehen ist, und auch noch in spätem Zeiten'diesen Charakter bcybehielt. (S. Lslsub. a a. O. c. z. S. 91 u. f. und die fernere Geschichte desselben, bc» den Art. Gatyrisckcs Schauspiel und Trauerspiel.) Aus ihm entwickelte sich, Zweifelsohne sehr Halde, und wenigstens ehe als es zu derjenigen regelmäßigen Gestalt gelangte, in welcher wir es in dem Cyklopcn bcS Eu- ripides finden — — die zweite Gattung des Lustspieles, oder die eigentliche griechischeRomädie, das heißt, die Vorstellung solcher Personen, welche über sich Lachen erregen sollten, als wodurch die letztere, meines Bcdünkens, sich eigentlich von dem ersten unterscheidet, ob die Kunstrichter gleich sie bis jetzt dadurch noch nicht von ihm unterschieden haben. In ihr treten nckhmlich diejenigen selbst auf, welche, ursprünglich, bey jenen Festen nur von andern verspottet wurden; oder sie besteht vielmehr aus be- lachcnswcrthcn Personen, und jenes bestand nur aus lächerlichen. Wer aber zuerst Menschen, in eigener Person, Dinge sagen, oder thun ließ, welche sie den Zuschauern lächerlich machen mußten, oder bei? welcher der verschiedenen griechischen Völkerschaften dieses zuerst geschah, läßt nicht mit Gewishcit sich bestimmen. Ii 5 Zwar 506 Com Com Zwar gedenk Aristoteles (?oer. c. 5.) ausdrücklich des Epicharmuö und Phor- mis unter den Siciliancrn, und des Kra- teS unter den Athenienscrn, als der Erfinder dessen, was die Handlung der Komödie, oder die Fabel derselben, heißt; und Suidas und der noch ungedruckte Lommcntator des Thrac. > Dionysius (s. Ii. Lcnrleii Opulc. pkilol. b.ipb. 178!. L- S. 257 u. f.) nennen den Susarion von Megara als Urheber Per Koinödie; allein wahrscheinlicher Weise waren mit jenen Erzählungen von lächerlichen Vorfällen , und mit jenen Verspottungen von andern, schon Nachmachungen deu-Thor- heitcn und Gebrechen derselben, in so fern sich diese sinnlich machen ließen, verbunden; und hiemit war der erste Schritt auch zu der Bildung dieses Drama gc- than. Der zweyte mußte nun von selbst bald erfolgen. Es war sehr natürlich, daß diejenigen, welche bis jetzt nur lächerliche Vorfälle von andern erzählt hatten, diese endlich von sich selbst erzählten, oder sich selbst zuschrieben, und so die bloße Erzählung in das ungefähr, was wir jetzt Monolog nennen, oder sich selbst in diejenige Person verwandelten, welche sie lächerlich machen wollten. Oer Vorfall wurde dadurch anschaulicher, und mußte folglich mehr Vergnügen erwecken. Daß sich dieses vollkommen mit den Fortschritten des Drama überhaupt verträgt, sieht man noch an der Art und Weise, mit welcher sich die Hekuba, die Phönizierinnen , die Bachantinnen, und a. St. m. des EuripideS cröfnen. Wenn auch das vollkommen von diesen Eröfnungen gilt, was Hessing (Oramat. dW. 48 und 49 ) behauptet hat: so zeigen sich doch sichtlich die ersten Anfänge der dramatischen Kunst darin. So gut, wie Polydor, z. B. die Zuschauer berichtet, woher er kommt, und wie er dahin gekommen ist, u. s. w. eben so gut konnte auch eine andre Person cincjgan;c, lustige oder lächerliche Geschichte von sich den Zuschauern mitthcilen ; und brachte diese Art der Erzählung schon dem eigentlichen Drama näher, wenn sie die, jedem darin berührten Vorfall ge, mäße Empfindung immer auszudrücken, und diejenigen, welche sie darin redend oder handelnd einzuführen genöthlgt war, oder einzuführen für gut fand, durch Gc» behrde und Ton der Stimme nachzumachen suchte. Genug, daß dadurch allein begreiflich wird, wie daS Drama, anfänglich, nur Einen Schauspieler haben, oder nur aus Einer Person bestehen, und doch schon Drama heißen konnte. Auch wissen wir aus der Art und Weise, wie, 5. B, vordem die Passion in der christlichen Kirche abgesungen wurde, und wie, dem Loubcre zu Folge (Ocicripc. äu cic 8iam. SVnsl, 1714. 8, 2 B.) die Chinesische Komödie gespielt wird, daß Erzählung und Drama sich vereinen lassen, und bei) rohen Völkern immer mit einander vereint sind. Und wie hätte denn auch erst KrateS die Komödie in dramatische Form gebracht, wenn die Erfinder der komischen Masken, und Prologen, so wie diejenigen, welche zuerst mehre komische Schauspieler einführten, unbekannt waren? Noch mehr erhellt dieses aus dem , was Aristoteles von diesem Dichter selbst sagt. Er soll zuerst von der jambischen Art der Komödie ,'Sc-c) abgegangen sepn; und wenn man nun auch nicht aus einer andern Stelle in den Schriften des Philosophen (De kcpuizl. l,ik>, VII. c. 17.) wo, Jamben und Komödien zu sehen, den Knaben untersagt wird Sc räcschließen will, daß eS, noch zu seiner Zeit, eine besondre dramatische Llchtart, Jamben genannt, gegeben habe: so läßt jener Ausdruck, im Zusammenhange, sich wenigstens doch nicht auf daS, was sonst auch durch Jamben bezeichnet wirb, auf bloße Satirc ziehen. Ferner soll Kratcs den Jnnhalt und die Fabel der Komödie zuerst allgemein gemacht haben -io,c, xSz/01/5 H ; folglich muß diese Fabel, wenn er eine solche Veränderung mit ihr vornehmen sollte, denn doch vor ihm schon da, oder die Thorhciten und Gebrechen, welche verspottet wurden, müssen schon, wie Com Com 507 wie nur noch blos Frcywillige aus dieser Verspottung eine Lustbarkeit -nachten, in Handlung gesetzt, und die Komödie eine Art von Kunstiverk gewesen scpn. Auch ist es ja höchst wahrscheinlich, daß bcp jenen Festen sich, sehr balde, gewisse Personen gleichsam mit Vorrecht zu dieser Lustigmacherep anmaßten, und so zum voraus ans Mittel zu der Erreichung ihres Endzweckes sannen, oder eine Art von Entwurf zu ihren Possen machten, und eine Art von Plan hinein brachten. Won der übrigen Beschaffenheit dieses dramatischen VolkSspielcs ist uns aber nichts weiter bekannt; aus den, dem Äratcs zugeschriebenen Verbesserungen, desselben, und aus dem, dem Worte zum Grunde liegenden Begriffe (S. Hessings Dramaturgie, dW. 89 u. f.) läßt sich nur schließen , daß sein Jnnhalt aus einer be- sondcrn, wirklichen Begebenheit bestand. — Mit etwas größerer Gewißheit lassen ^sich die Eigenheiten der, daraus entsprungenen , so genannten altern, griechischen Komödie bestimmen. Schon die angeführten und einige Stellen mehr des Ari< stotelcs (als Kap. 9. Ivo von der Bcnen, nung der Personen die Rede ist) hätten die Kunstrichter lehren sollen, daß nicht, wie so viele unter ihnen gesagt haben, die Fabel dieser Komödie eine eigentliche wirkliche Begebenheit, oder daß sie durchaus persönlich war. Sie enthielt nur Anspielungen auf dergleichen Begebenheiten, wurde nur dadurch veranlaßt. Noch mehr ist dieses an den übrig gebliebenen Stücken zu sehen. Sicherlich hat SokratcS sich nie, in einem Korbe, in die Luft empor ziehen lassen, um desto ruhiger und freyer nachzudenken, oder sich mit seinen Vorstellungen von dcr> Erde loszureißen, und zu höhccn Gegenständen zu erheben; Noch haben Aeschylus und EuripidcS ihre Verse auf einer Wagfchaalc abwiegen können , uni den gegenseitigen Werth derselben zu entscheiden. Ucberhaupt ist chie scwöhnliche Abtheilung der griechischen Koniödic in drcycrlcy verschiedene Arten, mancherlei) Schwierigkeiten unterworfen. Auch hier, wie allenthalben, siebt cS nicht genaue, bestimmte Grcknzcn; dle verschiedenen Arten fließen in einander. Was wir, mit einiger Gewißheit wissen, ist, daß, in der gedachten, sogenannten ältcrn Komödie, Nahmen wahrer, lebender, Personen, gebraucht wurden, und daß CratinuS diese zuerst, aber nur die Nahmen gemeiner Menschen, und Aristo- phancs die Nahmen der Vornehmem auf die Bühne brachte. Allein deswegen bc< zeichneten diese Nahmen wirklicher Menschen, nicht diese Menschen wirklich, oder den wirklichen Charakter derselben; das heißt, die Satirc dieser Art der Komödie war nicht mehr ganz eigentliche, persönliche, Satirc, wie sie es, wahrscheinlicher Weise, vor dem Kcates, oder ehe, als der Staat sich ihrer annahm, gewesen war; die, auf der Bühne den Nahj mcn Sokratcs führende Person, mar nicht der wirkliche Sokratcs; odernichtso wohl SokrateS selbst, als sein Nähme wurde in den Wolken lächerlich gemacht, wie es Lessing (a. a. O. K». 90 u. f.) anschaulich genug gezeigt hat. llnd zugleich führten nicht alle Personen derselben die Nahmen wirklich lebender Menschen. Wenigstens wissen wir, z. B. nicht, baß es je einen Athcnienser, welcher Strepsia- dcs geheißen, gegeben habe. Auch enthielten andre komische Dichter, welche zu diesem Zeitpunkte gehören, sich, wie z. B. Pherckrateö, aller Anzüglichkeiten, und sie können also wohl nicht cinniahl solche Nahmen gebraucht haben. Indessen gehört die Ausgelassenheit der clltcrn griechischen Komödie immer noch zu ihren charakteristischen Merkmahlcn; und ist um desto merkwürdiger, da die Dichter derselben , weit entfernt ihren Muthwillen bloS mit Privatpersonen zu treiben, das Volk, und die Regierung selbst angriffen. Ocf- fcntlichc Begebenheiten, oder Männer, welche an der Spitze derselben standen, scheinen so gar ihr Hauptgcgenstand gewesen zu scyn. Sähen wir dieses auch nicht aus den übrig gebliebenen Stücken de» Aristophancs: so könnten wir cS aus dem Tenophv» (De liepudl. ^rken. c. 2. K. 10. Ol>cr. B. 2. S. 5t;- Lcl. Vliiin.) wissen. 5<-8 Com Com wissen, lind nur in einem, so ganz de- kannt, daß er die Aufrechthaltttiis der moralischen Staate, als Athen, konnte völligen Freyheit desselben sich sehr ange« «in Lustspiel dieser Art entliehen, und legen seyn ließ, und daß er deswegen den eine Zeitlang sich erhalten. Beiz einem Kranz von Olivenblättcrn erhielt. Unter Volke, wo jeder, welcher wirklicher Bür> solchen Umständen konnte er zwar ange- ger war, gleichsam Theil an der Regie- klagt, aber schwerlich zur Strafe gezogen rung hatte, konnte auch der komische Dich- werden. Eine der Eigenheiten der äitern ter, so bald er das Bürgerrecht besaß, Komödie, so wie des griechischen Drama seine Meynung über dieselbe frey äußern; überhaupt, schreibt sich aber wohl nur von und vielleicht machte Kleon nur dem Aci- jenem ihren- Ursprünge her. ES wurde stophancS jenes Recht streitig, um ihn, dadurch ein, wirklich bürgerliches, oder wegen seiner Babylonier, desto sicherer politisches, mit der Verfassung selbst, gc- anzuklagcn. Die Ausgelassenheit der re- nau verbundenes, in ihr selbst gcgründc- ligiöscn Feste, wodurch H. Sulzer, u. a. tes Schauspiel; und wenn, was sich nicht m. jene Kühnheit in so fern vorzüglich er- läugnen läßt, selbst der größte Theil der schö- klären zu können glauben, als das Ora» neu Künste bc» den Griechen den Ge- ma aus diesen Festen entsprang, wird selbst setzen unterworfen war: so ist der Grund nur durch solche Verfassung begreiflich; davon meines Bedünkens nur darin zu und das, in dem Texte, angeführte Bey- suchen, daß alle, mehr, ober weniger, spiel von der Strenge der Regierung gegen in dieser Verknüpfung standen, und, so diejenigen, welche sich Spöttercyen über lange diese Verfassung gänzlich blieb, waS sie erlaubten, bewcißt nichts für seine sie ursprünglich war, nicht von ihr sich Mcvnung. Er, so wie C. F.-Flöget, füglich trennen ließen. Bey keinem an- wclcher sin s. Gesch. der kom. Litterarur, dern Volke hat dieses Statt gehabt; alle B. I V. S. ;>.) ihm die Geschichte des können, mit oder ohne Komödie, sortbc- «nglücklichen AnaximandrideS (eigentlich stehen: ober Athen mußte erst, mehr oder Anaxandrides) ohne alle Prüfung nachgc- weniger, aufhören, das alte eigentliche schrieben, haben dabey vergessen, daß die- Athen zu seyn, che dieses Schauspiel Käser Dichter zur Mittlern Komödie gehört, selbst eingehen konnte, lind eben jenem oder zu einer Zeit (um die loiten Olymp.) Umstände hat das letztere noch eine andre lebte, da Spöttereven dieser Art schon Eigenheit zu verdanken. Dieses ist der längst, durch Gesetze, ausdrücklich unter- Chor. Und die Natur des Drama selbst sagt waren. Wie hätten denn auch, wo- erfordert es so wenig, einen ganzen gros- sern blos durch die Natur der religiösen sen Haufen von Menschen, als Thcilha- Feste, jene Frcyheit wäre der Komödie her daran anzunehmen, und diesen Hau« verschaff worden, AnaxandridcS können sen, in fo fern er immer auf der Bühne zum Tode verurtbcilt werden , da der, blieb, zur Grundlage desselben zu machen, von H. S. gedachte VerS ja ebenfalls in daß man, auf den ersten Anblick, nicht un- «iner Komödie vorkam? Durfte diese, geneigt ist, der Meynung des Engländers blos, weil sie aus jenen Festen entsprang, Brown (s. dessen kstickorx rke liile oder mit ihnen zusammen hicng, sich an snck l?r»xrels nstl'oecrz-, 1764, Alles wagen: so durfte sie es auch zu aller g. S. 1-6. und in I. I. EschenburgS Zeit; denn sie war zu der einen nicht Uebers. S. ggz.) bcvzupflichtcn, und den mehr, als zu der andern, daraus ent- Chor, in dem regelmäßigen, auf der sprungen. Vielleicht hätte aber, selbst Bühne ausgeführten Drama, blos, als in jenem srühe> Zeitpunkte, anderer den ursprünglichen Zuschauer der, bey de» Dichter sich, s viel als Acistophancs, so religiösen Feyerlichkeiten, vorgcnomme- ganz ungerügt, erlauben dürfen. Sein, neu, oder mit ihnen verbundenen Lust- so gan, republilanisch.r Geist ma vre ihn barkeiten, oder vielmehr das Ganze die- zum Lieblinge des Volkes. Es ist be- fts Drama, als eine veredelte und verschönerte Com Com 509 schöncrte Darstellung alles desjenigen zu betrachten, was bei) jenen Festen vorgieng. Diesem gemäß wären also auf der Buhne zu Athen nicht bloS Handlungen, welche stch cräugnel hilltcn, sondern gleichsam nur die, bey den gedachten Festen davon gemachten Darstellungen, verschönert ausgeführt worden, oder das, künstlich ausgebildete, von dem Staat aufgenommene, Lrania gleichsam blos die Vorstellung einer, chemahlS rvhern Vorstellung desselben gewesen. Auch sagen die, wider diese Behauptung gemachten Einwendungen der englischen Kunstrichtcr (in Eschcnb. Ucbcrs. a. a. O.) sehr wenig. Wenn eS, z. B. in alten Schriftstellern heißt, daß das satprische Schauspiel und die Tragödie ursprünglich aus nichts, als dem Chor bestanden, und keine eigentlichen Schauspieler gehabt habe: so sieht jeder, daß hier nicht von dem Trauerspiel, und dem satvrischen Schauspiel, als Drama, die Rede seyn könne. Eine Handlung, ohne handelnde - oder ohne Personen, welche solche darstellen, läßt sich nicht denken. Zwar war die Schauspiclerkunst, wahrscheinlicher Weise, ursprünglich nicht sogleich ein eigenes, besonderes Handwerk; aber wenn auch der Chor selbst, oder vielmehr ein Theil desselben, anfänglich, die eigentlichen Schauspieler gemacht, oder diese zu jenen gehört hätten, und durch nichts Acußeres, als Masken, u.d .M. davon verschieden gewesen, oder das Drama, von einzeln Personen des Chores, wäre gesungen, nicht blos declamirt worden : so mußte es doch, wenn es, was es hieß, scvn, und eine Handlung wirtlich darstellen sollte, Repräsentanten haben. Ferner mag immerhin aus den, von einem Haufen von Menschen abgesungenen, biedern das Drama entwickelt worden seyn; wie folgte denn hieraus, daß jener Haufe auch noch, als mitspielende Person, Theil daran behalten mußte? Sogar, wenn, wie es sich nicht zweifeln läßt, wirkliche Begebenheiten der Jnnhalt dieser bieder, und diese zugleich so dramatisch, als möglich abgefaßt waren, das heißt, aus Wech- selgesängen bestanden, oder, z. B. wie der vom Strabo (ftil>. IX. S. 4-;) erwähnte Päan, wirkliche Nachahmungen von Vorfällen enthielten: so war zwar der Uebcrgang davon zu dem Drama sehr leicht; und es ist sehr wahrscheinlich, daß der Znnhalt zu den ersten, rohen Versuchen darin, aus dergleichen biedern genommen, oder jenes durch diese veranlaßt worden ist; allein, wenn hieraus sich ergeben sollte, daß eine Begebenheit sich auf der Bühne nicht anders, als mit Einmischung derjenigen, welche sie zuvor besungen oder abgesungen haben, aufführen ließe: so hätte ja in allen, aus den Homerischen Gedichten gezogenen Schauspielen, wenn nicht Homer selbst, doch wenigstens einer oder mehrere Rhapsoden auftreten müssen. Freplich aber verträgt jene Äepnuag des H. Brown sich nicht damit, daß der Chor, bei) jedem Stücke, aus andern, oder, bey verschiedenen Stücken aus verschiedenen Personen, bald aus bandleuten, bald aus uraucn, bald aus Eingeweihten, bald aus Rittern, bald so gar aus allegorischen Wesen, Wolken, Vögeln, u. d. in. so wie, bey dem Trauerspiele, aus Personen bestand, welche, mehr oder weniger näher, zu dem Jnnhalle des Stückes gehörten, und daß er, zu Folge der Browuschcn Hypothese, immer nur aus einerlei) Personen hätte bestehen, und immer nur jene bicdcrsäu« ger vorstellen können. Das Wahrscheinlichste bleibt also, daß diese Verbindung eines ganzen Hausens von Menschen mit einer Handlung, welche eigentlich von andern Menschen ausgeführt wird, aus dem Zustande der Sitten des Volkes entsprang, bey welchem eine Nachahmung dieser Handlung auf der Bühne erschien. Dieses, so wie jedes frühere, und besonders fteye Volk, lebte gleichsam mehr auf öffentlichen Plätzen, alS in seinen Häusern. Auch gehen die, von den dramatischen Dichtern desselben dargestellten Handlungen immei: unter srevcm Himmel, und nicht, wie auf unfern Bühnen, innerhalb vier Wänden , vor, und mußten also auch in der Natur, immer unter einer Menge Zeugen vorgehen; »der, wir andern Worten. Zl» L o in Eon: tcn, der Thor gehörte in Rücksicht hierauf, zu den wesentlichen Thcilen des griechischen Drama, und war um desto natürlicher, wenn die Handlung eine öffentliche Begebenheit, oder öffentliche Personen darstellte. Vielleicht trug, indessen, zu seiner Veybehaltung auf der Bühne, auch seine natürliche Verknüpfung mit dem ersten Keime des Drama das ihrige in so fern bey, als das Volk sich ein» mahl daran gewöhnt hatte, und als die Schauspiele vorzüglich nur bey den Festen des Bacchus gegeben wurden, und diesem kesondcrS gewidmet waren. Noch wahrscheinlicher wird dieses durch die, dein Chore eigenen Tänze, und durch die, von ihm besonders gesungenen Lieder. Schwerlich lassen diese sich befriedigend erklären, wenn wir ihn als bloßen Zuschauer der Handlung, an und für sich allein betrachtet. annehmen. Wie glücklich die Lichter sich aber dieses llmstandcs bedienten, wie sichtlich er ihre Stücke in eigentliche- Schauspiele verwandelte, welche Man- nichfaltigkeit und Abwechselung er diesen verschaftc, wie-'und welche Regeln für die mechanische Einrichtung des griechischen Drama daraus entsprangen: alles dieses, u. b. m. umständlich, auseinander zu setzen, gestattet der Raum nicht. Manches davon ist in den, bei) dem Art. Chor angeführten, Schriften erläutert. — Die zwcyte Art des eigentlichen griechischen Lustspieles, oder die so genannte, mittlere Komödie entstand in der 9gtcn Olymp, oder ungefähr q-o I. vor der christlichen Zeitrechnung, zu der Zeit, wie Athen unter dem Joch der drcyßig Tyrannen seufzte. Nicht das VolL, wie H. S. im Texte sagt, fand die Satirc der Altern Komödie anstößig, und schränkte sie durch ein öffentliches Gesetz ein, sondern jene Tyrannen untersagten, vermittelst eines dergleichen Gesetzes, den komischen Dichtern, die Nahmen wirklicher Menschen auf die Bühne zu bringen, oder gaben, wieder Grammatiker Platonius (?rkz>< bey den Vecussiss. Lvmicor. (^uiii selbst schon bemerkt, daß, wo die Dichter der Mittlern Komödien dergleichen nicht gebrauchten, sie, doch immer noch unter erdichteten Nahmen, wahre Personen und wahre Begebenheiten darstellten, oder vielmehr die Fabeln ihrer Stücke aus Anspielungen darauf zusammen festen. Indessen scheinen sie denn doch, seit diesem Gesetz, im Ganzen andre Gegenstände der Verspottung gewählt z« haben. Dem vorher angeführten Grammatiker Platonius zu Folge nahmen ssie nun den Jnnhalt zu ihren Stücken aus den Mythen, oder aus denjenigen Dichtern , welche solche besungen hatten, und stellten das, was von diesen, als ehrwürdig oder rührend, war dargestellt worden, lächerlich und niedrig dar. Nicht daß die eigentliche, dramatische, Parodie cinzc» ler Dichter und einzeler dichterischer Werke erst damahls entstanden wäre. Schon )?or der Erscheinung jenes Gesetzes gab es dergleichen Stücke. Die Gigantomachie des Hegemon z. V. welchen Aristoteles (?oer. c. 2.) für den Erfinder derselben ausgiebt, und den er, wahrscheinlicher Weise, nur deswegen so heißt, weil er, im Wettstreite mit andern Parodisten, zuerst den Sieg davon trug, (s. Athen. Oeipw. I-ib. XV. S. 699. d. a. AuSg.) wurdt viel früher dargestellt. Aber nach dem WutuL Eon» Com Plutus des AristophancS, der, so wie wie ihn jetzt besitzen, bekannter Maßen aus diesem Zeitpunkte ist, zu urthcilen, behandelten sie dergleichen Gegenstände ohne eigentliche, befonSre Rücksicht auf ihre Vorgänger. Sie setzten vielleicht nicht so wohl die Kunstwerke derselben, als nur den Jnnhalt dieser Kunstwerke, in ein anderes Licht, oder travcstirte» nur die Helden derselben, und hiezu bedurfte eö denn nicht solcher Anspielungen, als der Parodie eigen sind, obgleich frcplich auch schon dadurch die Verfasser jcncr Kunstwerke im Ganzen parodirt wurden. Nach einer Stelle in dem Evanthius (De VraZ. er com. vor dem Zcunischen Tcrcnz S. XXVII.) könnte man glauben, daß in diese mittlere Komödie fast immer Sa- tyren mit in die Handlung cingeflochtcn gewesen. Eine andre Wirkung jenes Gesetzes aber war, daß, wie aus dem angeführten griechischen Schriftsteller zu erhellen scheint, die Maskeü nun, was sie sonst waren, Portraits zu seyn aufhörten, (nicht gar erst überhaupt aufkamen, wie Flöge! in s. Geschichte der kom. Litter. B. I. S. z-r-. B. IV. S. 68 behauptet) und daß der Chor wegfiel. Wenigstens sagt die, aus dem Hcrmogcncs (---?< in dem Kap. S. 97. Lä. Vr. ?vrri, spä. Icw. Oisp. 1569. L.) so oft, und noch von I. I. Nambach, bcp s Ausgabe des Casaubonus Oc Ss- r/r. ?oes. S. 2>5. Anm. p. angeführte Stelle, meines Vedünkens, nicht, daß jene erst nach dem gedachten Gesetze, einzeln, wirkliche Personen darzustellen an- fiengen. Auch würde dieses sich ja auf keine Art mit dem vertragen, was, bev Gelegenheit der Ritter des AristophancS, Von der Maske des Klcon erzählt wird, lind was den Chor anbctrift: so hat wenigstens der Äiolosikon des AristophancS, welcher in diesen Zeitpunkt gehört, keinen schabt. Freylich waren aber die Gesänge desselben, schon frühzeitiger, wenigstens im Trauerspiele (S- Tlrilkor. ?oer. c. 19- nnd ^rilkopki. ^v. V."786.) öfters so schlecht mit der Handlung des Ganzen verbunden, oder standen in so weniger Beziehung damit, daß es eben kein Wunder gewesen wäre, wenn er von selbst aufgehört hätte, und daß es sehr natürlich zu- gieng, wenn, wie ein alter lateinischer Schriftsteller, Evanthius, (vor dem Lin» denborgischcn Terenz, Lcipz. 177;. 8/ S. XXVIII.) erzählt, die verwöhnten Zuschauer auch in der Komödie, jene Gesänge nicht abwarteten, sondern während denselben das Theater verließen. Vielleicht »ahmen aber denn doch die Reichern und Vornehmern, welche eigentlich die Kosten zu dem Chore hergaben, und zugleich am mchrcstcn der Gefahr ausgesetzt waren, in der Komödie verspottet zu werden , von diesem Gesetze um desto ehe die Veranlassung, jene Kosten zu verweigern, da vorzüglich der Chor zu dergleichen Verspottungen gebraucht wurde. — Die dritte Gattung, oder die so genannte neuere griechische Komödie bildete sich allmählig, aber doch schr balde, aus der mittlren von selbst, obgleich auch hiezu obrigkeitliche Befehle etwas beygetragcn zu haben scheinen. Es soll nähmlich zur Zeit Alexanders, und also zu einer Zeit, da es um die demokratische Regierungsform gänzlich geschehen war, durch ein neues Gesetz auch endlich untersagt worden seyn, nur den Jnnhalt der Komödie aus wahren Begebenheiten zu nehmen, oder diese, unter irgend einer Hütte, ans das Theater zu bringen. Und der öfterer angeführte Platonius sagt, daß Mcnander, um dem Argwohn zu entgehen, als ob er irgend jemand persönlich darstelle, die Masken in wahre Carrieatur verwandelt habe. Daß, indessen, auch diese neuere Komödie noch mit unter persönlich, vdcc daß nicht alles in ihr erdichtet war, ist bereits vorher bemerkt worden; und daß einer der berühmtesten Dichter derselben, Philcmon, ein, bereits von dem AristophancS gcschricbncS Stück dazu cinzurich, tcn wußte, ist aus dcni Leben des letzter» bekannt. Ilm also die rvesenrlicbe Un- tersckieoe zwischen ihr, und den vorhergehenden Arten genau bestimmen zu können, müßten uns ganze Stücke von ihr übrig geblieben seyn. Nach dem zu «rthci- 5-2 Com Com urtheilcn, was mir von ihr missen, und, von der Slteen, im AristophaneS besitzen, war in jener mehr die Fabel, und in dieser mehr der Charakter, das Hauptwerk. So viel ist sichtlich, daß die Handlung, in der letztem, dem Zwecke, Menschen darzustellen, untergeordnet, oder nur dazu erfunden ist, und daß die altere Komödie also, Vorzugsmeise, aus so genannten Ll)nre>.tzc«n: - Stücke» bestand. Alles was die Denkart der von dem Dichter gewählten Personen in ein lächerliches Licht zu setzen vermochte, ist dem Aristophanes willkommen. Und wenn sich gleich die, von ihm dazu gewählten Mittel, an und sc'ir sich allein, nicht immer, wenigstens nicht, bey dem Zustande unsrcr Sitten, rechtfertigen lassen; und wenn sie gleich, öfters, nicht blcs erfunden, sondern ganz eigentlich erdichtet, das heißt, bloße Bilder von menschlichen Handlungen, oder Allcgoricen sindk so hören sie deswegen doch nicht auf, sehr zweckmäßig zu seyn, und können, blos als Mittel betrachtet, noch jetzt zu Mustern der Erfindung dienen, zu Mustern, die nicht nachgemacht, sondern studiert sepn wollen, uin an ihnen erfinden zu lernen. Wer sieht nicht, daß osc nur, durch dergleichen Dichtungen, jener Zweck zu erreichen war? Oder wer getraut sich, bessere, als Mittel bessere, an ihre Stelle zu setzen? Auch fehlt es ihnen, in Rücksicht auf die Eigenheiten der Dichtart überhaupt, kci- nesmeges an Werth. Sie sind größten- thcils noch für uns lächerlich; und waren unstreitig, für die Griechen, bey einer ganz andern Art von Cultur, es noch weit mehr. Wer blos Possen in ihnen sieht, und diesem gemäß, wie so viele Kunstrichtcr, die Stücke des AristophaneS, Posscnspicle (Farcen) nennt, hat sie, wahrscheinlicher Weise, nur immer an sich selbst, und nie aus dem Gesichtspunkt betrachtet, aus welchem allein sie doch betrachtet werden müssen. Mit der neuem Komödie scheint das, was wir jetzt In- rriguenstücke nennen, eigentlich den Anfang genommen zu haben, lind in dem griechischen Lustspiel mußte, bey ganz crdlchteteten Tharaetcrcn, die Zabel vielleicht um desto che das Hauptwerk wer. den, da, den gedachten Gesetzen zu Folge, diese Charactcre nicht so wohl von ihrer bürgerlichen, als häuslichen Seite gefaßt werden dursten, und, Falls die Griechen auch, an seine» Unterschieden in blos mo. ralischen Tharaetcrcn, reicher gewesen waren, doch Begebenheiten, welche nur diese hatten anschaulich machen sollin, oder dergleichen Charactcre selbst nicht Reiz genug für sie, wenigstens noch nicht in diesem Zeitpunkte, haben konnten, als daß der Lichter wohl gcthan Hütte, jene diesen günzlich unterzuordnen. Ob aber dadurch, wie man bcynahc glauben muß, Liebeshstiidel der Hauptstof, oder die Grundlage der Stücke geworden, lstßr, bey unsrcr wenigen Bekanntschaft mit dem Junhalt, und der Beschaffenheit derselben, sich nicht bestimmen; und cS ist immer zu bedauern, daß nicht wenigstens die, auf uns gekommenen Classificationen des komischen Theaters der Griechen, nach einem andern Maßstäbe gemacht worden sind. Wahrscheinlicher Weise besaßen sie schon alle Gattungen der Komödie der Neuem, von dem so genannten heroischen Lustspiele an, bis auf das Pvssenspiel herab. Saß sie, z. B. sehr frühzeitig bereits ganze dramatische Parodien hatten, ist vorher bemerkt worden. Und mehrere, zum Thcil vor dem Hegemon lebende, oder doch filtere Dichter, wie z. B. Epicl ac- muS, Kratinus, u. a. m, scheinen dergleichen Stücke bereits geschrieben, nicht blvS einzele Stellen aus andern Dichtern, wie Aristophanes, parvdirt zu haben (S. ^rlieu. Oeipn. I-ili.XV. S. 698.) S» gar in mehr, als einer Gestalt, scheint die dramatische Parodie von ihnen getrieben worden zu seyn. Es laßt, nclhmlich, kaum sich zweifeln, daß die Dichtart, welche unter der Benennung von Hilaro- tragödic, uud Phlyakographic vorkommt, im Grunde etwas anders, als Parodie gewesen. Wenigstens heißt, bey dem Athcncius, der komische Sichler Sopatcr bald PXo,ax»z-j>ci'Po- (L,ib. III. S. 86, Olk. XI II. S.6g4.) bald -r-x-is»- (l.il,. IV. S. >8)) Com Com S. >8z) undCasaubonus (Hnimaäv. in ttckcn. S. >67) hat aus dein Suidas und dem Stcphanus die Stellen beygebracht, wodurch die Gleichheit dieser Dichtart ini Ganzen, erwiesen wird. (S- auch C. F.. Flögels Gesch. der komischen Litterat. B. >. S. z6? Ii. f.) Hütte nun aber, in der Art und Weise dieser dramatischen Pa. rodien sich gar kein Unterschied gesunden, wie Hütten sie verschiedene Nahmen führen , und wie Hütte Suidas den Rhintvn Erfinder der Hilarotragödie nennen können, da er das wohl wissen mußte, ivas Aristoteles von dem Hegemon sagt? Oder wäre die Verschiedenheit der Benennung blas aus der Verschiedenheit der griechischen Mundarten entstanden? Und wie konnten, ferner, in der Mittlern Komödie, Könige, Fürsten und ganze Völkerschaften, wie es die Titel der übrig gebliebenen Stücke zum Theil besagen, aus daS Theater gebracht werden, ohne daß nicht, mehr oder weniger, das, waS die Neuern heroische Komödie nennen, daraus entstehen mußte? Auch haben sie Gattungen gehabt,' oder griechische Stucke haben Nahmen geführt, von deren Beschaffenheit uns nichts bekannt ist. Hiehcr gehört die, dem Alexius, (Suidas, voc. zugeschriebene Romotrago- d>ie w wie die Biolo- gijeden Komödien des Philistion, (SuidaS, v. deren noch übrige Fragmente von Nie. Rigault, Par. >6iz. 8. gesammelt, und die auch bc» I. Rutgers Vzr. Lebt. Imz-ci. ö. >613.4. befindlich, so wie von Nie. Morel! mit einer lateinischen metrischen lleberscbung, ?a'r. 1614. 8. herausgegeben worden sind. WaS wir mit GewiSheit wissen, ist, daß die Zahl ihrer komischen Dichter sehr groß war. Das, bei» dem Fabricius, Lidi. (-r. Lih. II. L. 22. befindliche Verzeichnis derjenigen, von welchen sich noch Nachrichten finden, begreift bepnahe -00 Nahmen, llcbrig geblieben ist uns nichts, als einige Stücke des Aviskophancs (s. dessen Artikel) und Fragmente von sehr vielen, deren Willh. Morel!, von 42, Paris 15;;. 8. gr. und lat. -» Jac. Hcr- lLrffcr Bkeil. tell unter dem Titel, Vcruckickimor. ckr- pienriiss. Li-micor. duimzusTinea . . . Lcnrenciae. Las. (1560.) 8- gr. U. lat. Lrix. -6l2. lat. und neu ausgelegt mit dem Titel: Libliork, (suimzuaA. vorn» ckiifi. Lomir. . . Voroir. 1616, 8. — Heine. Stephanus, unter dem Titel: Lomicur. Araecorum larinorum^ue Lenranr. ?ar. 1569. >6. gr. und lat. wovon die griechischen wieder, Frankst. 1579. 8. gr. und lat. erschienen sind. H. Erotius, mit der Aufschrift: Lxcer- pca ex VraA. er Lomoccliis Ar. . . . l?ar. 1626. 4. gr. und lat. — I. Cle- ricus, kelciiznclri et bliilemonis bezAm. sVmckel. 1709. 8. gr. und lat. herausgegeben hat. Auch finden sich deren noch in den, von R. Winterton, Cambr. 1628. >üz5. 8. und von R. F. P. Bennk, Strasb. 1784. 8. u. a. m. gesammelten Sentenzen der griechischen Dichter; und von der griechischen Komödie handeln noch besonders, der Grammatiker Platonius und bei» der ersten und mehrecn Ausgaben des Aristophanes, so wie bei» der oben angeführten HertclschcN'Sammlung.) — Fr. Vavassor, in s. Schritt, l)e luäicra cliÄinne, im 4ten - 6ten Kap. des ersten Abschnitts, l)e Lomicjz boeriz, z; d. d. Hebers. Bern 178Z. 8. — C. F. Flögel, in s. Gcsch. der kom. Littcratur, B.IV. S. 2g u. f. — — llcbrigens will ich noch be, merken, daß, nickt, wie H S. im Texte zusagen scheint, die Athenienser allein eine Komödie gehabt haben. Wenigstens kann sie den Sicilianern in so fern nicht Kk abgc. z 14 Com Com abgebrochen werden, als sie zuerst dort in eine Art regelmäßiger Form gebracht worden sevn soll, und selbst die Mcgaren- ser machten Anspruch darauf, obgleich frey- lick ihre Komödie zu einem Sprichworte Anlas, gab. Auch waren nicht cinmahl alle Dichter der neuem Komödie, wie Diphilus, Posidippus, u. a. m. gcbvhrnc Athenicnser. — — Ausser dem eigentlichen Lustspiel, hatten aber die Griechen noch andre Arten von dramatischen Vergnügungen, welche sich nur zur Komödic rechnen lassen. Zu diesen gehören erstlich die Mimen. Sie scheinen deren von mehr als einer Art gehabt zu haben; wenigstens kommen dergleichen'unter verschiedene» Benennungen vor! aber ich bekenne gern, daß es schwer wird sich von allen einen bestimmten, deutlichen Begriff zu machen. So gar die Ursache, warum sie, Vorzugsweise, Mimen hießen, IM nicht, bestimmt, sich angeben; und über die Beschaffenheit dieser Dichtart überhaupt giebt das, was Aristoteles von den Mimen des Svphrvn und des Xenarchus (ssocr. c. i.) sagt, sehr wenig Auskunft. Daß sie, wieOa- cicr in s. Anmerk. zum Aristoteles behauptet, aus einem Gemische von Erzählung und Gespräch bestand, läßt sich durch nichts erweisen. Etwas mehr Licht dar- übc. erhalten wir dadurch, daß die >;te Idylle des Thevkrit (S. Bkeocr. Oec. Licft'IIis, ex rec. Valclienacr, huAci. L. 177z. 8- S. >88 u. s) eine Nachahmung einer der Mimen des Sophron sepn soll. Diesem gemäß wäre nicht so wohl, unmittelbar eine Handlung, als ein Gespräch darüber, oder vielmehr eine Handlung über - und de» Gelegenheit einer andern Handlung darin dargestellt, oder, von den Personen des Stückes selbst, eine andre Handlung darin gleichsam nachgemacht worden; und hieraus würde ihre Benennung sich vielleicht am sügiichsten herleiten lassen. Die, eigentlich darin handelnden Personen hätten kcmen andern Zweck gehabt, als irgend eine anlzre Handlung zu sehen; und was ihnen bey dieser Gelegenheit begegnet, was sie gehört, gedacht, wäre der Jnnhalt der Mime, oder die Personen selbst barin mehr, gleichsam leidend als thätig, gewesen. Wenigstens ist die angeführte Idylle des Theokrit von solcher Beschaffenheit. Natürlich ließen aber auch verschiedene der, in der einen Handlung begriffenen Personen , sich in die andre Handlung einmischen oder redend einführen, so wie Tanz und Gesänge, damit verbinden. Ob aber alte Arten der, von den alten Schriftstellern erwähnten Mimen eben diese Einrichtung gehabt, um aus ähnlichen, gemeinen Personen, bestanden haben, und ob zu den Mimen überhaupt auch die vorher erwähnte Phlyakographie und Hila- rotragödie zu rechnen sind, muß ich der Entscheidung Anderer überlassen; ich will mich mit der Anzeige dieser Arten begnügen. Dem Plutarch zu Folge (Sympvss hib. VII, ssrobl. 8-Oper. B. 2. S. 7>2. k. b'rctc. >620. t.) gab es, >) ernsthafte, oder größtenthcils niedergeschriebene ( st-r--hs5k,5 ) und scherzhafte und wenn, in dieser Stelle, gleich nur von römischen Mimen die Rede zu sepn scheinet: so ist denn doch kein Zweifel, daß die Griechen deren nicht gleichsals von bcydcn Arten gehabt haben sollten. (S. Olpian. aci Oemussh. Olynrlr. S- ;6.) Die erstem waren länger, und scheinen zusammengesetzter gewesen zu seyn (vergl. mit eben diesem Schriftsteller, Oc8olerc. Slnimal, Oper. B. 2. S. 97z. L.) die letzter» waren schlüpfrigen Jnnhaltcs; und dergleichen lassen sich den Griechen um desto minder absprechen, wenn man die Possen (PX„c-xci-) des Sotades zu den Minien rechnet. (S. SGIren. h-b>. XIV. S 62c,.) 2) Gab cS, so genannte, männliche und weibliche Mimen uvM/o-l-- «an S. kVIre»., Hill. ti!. S 87. und den Pollux, Onomass. Hill. IV. c. 24. §. 174. wo dem Sophron dergleichen zugeschrieben werden). Worin eigentlich der Unterschied zwischen beoden bestand, oder aus welchen Eigenheiten diese verschiedene Benennung derselben entsprang, weiß ich nicht mit Gewishcil zu Com Com 515 zu bestimmen. Kamen, in den weiblichen, z. B. blos weibliche, und, in den niclnniichen, blas männliche Peesvncn vor: so würde die, von dem Thcvkrit, in seinen Surakuserinnen, nachgeahmte Mime des Sophron, weder eine männliche, noch eine weibliche haben sepn können, weil, wenigstens in der Nachahmung, Personen bepderlci) Geschlechtes, ^aufgeführt werden. Vielleicht hieng aber auch diese Benennung von den, Vorzugsweise, darin bändelnden Personen ab? Oder vielleicht waren die Mimen des Sophron selbst nur immer aus Personen einerlei) Geschlechtes zusamnicngesetzt? z) Hieß eine Art derselben tNimijambei, für deren Urheber der Gesehgcbec der Arkadicr, Cercidas, ausgegeben wird. (S.Lwb. inbtkz/ax»? -roX,-. und den Valcz. aä /Zmmian. Klare. Oib. XXX. c. 4.) Ob die Verschiedenheit zwischen ihnen und den andern Mimen, blvs au» der Versart entstand, läßt, so wahrscheinlich es sey» mag, sich wohl nicht ganz ausmachen, ob es gleich gewis zu se»n scheinet, daß die Mimen des Sophron nur in einer abgemessenen Prose ab- gefaßt waren. (S. die ^än<>r. in /^rg. AU»nla^. Okeocr. von L. C. Valkcnaer, bei) s. Theokrit, S. -so u. f.) 4) Oer, so genannten Biologischen, deni Philistion zugeschriebenen, und von verschiedenen Schriftstellern für Mimen gehallenen, Komödien, glaube ich, wenigstens, in so fern erwähnen zu müssen, als sie, meines Bedünkens, nicht eigentliche Mimen oder als die, von einem spätcrn Pyili- stion geschriebenen, und aus verschiedenen Schriftstellern bekannten Mimen, nicht eigentliche Komödien waren. ^Mimische Schauspieler kommen unter sehr vielerlei) Benennungen, vor; wenigstens haben die Neuer», vom Scaligcr (?ocr. Olli. I. e. is) an, sich gar kein Bedenken gemacht, diesen Nahmen den, im Athenäus (Oib .XIV. S.6so u. f.) erwähnten Hilaradcn oder Simoden, Ly- sioden, Kinädvlogen, Auloden, Dpkäli- stcn, Phallophvrcn, Avtokabdalen, Phlpa- kcn, Jthiiphastcn, u. s. w. beyzulegcn. Aber — was sonderbar genug ist! — keincswegcs im Texte des Athenäus, sondern nur in der lateinischen Uebcrsetzung, wird von ihnen das Wort Mime, gebraucht, und sie werden unmütelbar hinter den tiedcrsängern und Rhapsoden, mit einem einges führt. So gKi aus dem, was von denen, welche, der Beschreibung nach, noch am ersten für Vorstellet von irgend einer Handlung anzusehen sind, von den Dy- kälistcn, oder vielmehr von der Veranlassung zu ihrer Benennung (S. 6--. Ii.) gesagt wird, «<--) erhellt, meines Bedünkens, daß weder diese noch jene, eigentliche dramatische Gedichte haben aufführen können. Nur die Magoden (cbend. O.) scheinen zuweilen sich darauf eingelassen zu haben. Auch bcwcißt der, den mchrcsten zugeschriebene Auf - und Anzug, so wie das, was ausdrücklich von ihnen erzählt wird, daß ihr Geschäft in der Absingung von Ii), rischcn oder epischen Gedichten allerhand ^ Axt bestand; und sie lassen höchstens in so fern zu den Schauspielern sich zahlen, als sie größtenthcils, in einer besonder» Kleidung, oder auch in Masken dabei) auftraten, und ihre Declamativn mitGc- bchrdenspicl vielleicht begleiteten. Mit der allgemeinen Anzeige jenes JrrthnmeS also ist, meines Bedünkens, hier genug von ihnen gesagt; wer mehr zu wissen wünscht, kann es, bc» dem Athenäus (a. a. O.) in Scaligers Poetik (Oib. i. c. I O.) bei) dein Vossius (Inssirur. bocc. Oib.il. c. 21 u. f.) bei) dem Quadrio (Lror. c Ihgg cl'ogn! O»csta, Vol. Iii. p, 2. S. 179 u. f.) und andern, bei) dem Artikel Zönllet, S. 29z angeführten Schriftstellern finden, lleberhaupt han-- delt aber von den Minien der Griechen Noch, Vrumoy, in dem Okcarre clez (lrecs, B. 6. S. s-9 U. f. Ausg. von 176z. lind in dem Versuch über das Bukolische Gedicht, vor der Ar-thusa, Verl. 1789. 4. S. >4 u. f. kommt manchcrley, dahin gehöriges, vor. — Die zweite Art der, zu der Komödie der Grieche» gehörenden dramatischen Lustbarkeiten, war die Pantomime, oder die Kunst, durch Kk 2 bloße zi6 C o in Com bloße Bewegung und Gebchrdenspicl, ohne Aber jene Keime, jene Versuche in der alle Worte, aber unter der Begleitung Pantomime sind deswegen nicht minder musikalischer Instrumente, und nach «i- da gewesen. Zuvörderst gehören, meines ncni Taktmaße, irgend eine Handlung, Vedünkcns, zu ihnen, die, bey verschie- odcr Begebenheit darzustellen. Zwar hat, denen religiösen Festen der Griechen vor- seit dem ZozimuS (ksilt Tili. I. ) kommenden Aufzöge. Es ist bekannt, daß dem Saidas(v. 'L»?xv<"5 und '/cZ^vos^o») - diese, mehr oder weniger, die Vegeben- u. a. m. immer einer dem andern es nach- Heiken des Gottes, dessen Fest gefevcrt geschrieben, daß diese erst unter dem Au- wurde, darstellten, oder darstellen soll» gust erfunden, und also in Griechenland ten; und was waren sie also anders, als ans keine Art getrieben worden sei». Aber eine, zwar rohe, aber dennoch wahre schon aus der Stelle des Aristoteles (bver. Pantomime? Zweytcns wird, im Athe- c. i.), daß die Tünzcr, vermittelst des nckus (kW. I. S. 22) von dem Telestes Rhythmus (d. h. einer abgemessenen, takt- eczühlt, daß dieser, durch Gebehrde und müßigen Bewegung) und der Gcbehrden -Bewegung(s-'den Jnnhaltdcr allein, Sircen, K.ei0enscbaften und Sieben Helden vor Theben des Aeschylus -Hanolungen nachahmen, erhellt zur dargestellt habe; und, wenn sich gleich Gütige, daß es den Griechen wenigstens aus dieser Stelle auch crgicbt, daß er nur nicht an Begriffen davon gefehlt haben das, was wir seht Balletmcister nennen, kann; und hoffentlich wird man, weil das bey diesem Stücke des Aeschylus war, und Wort Pantomime (-ro-vT-o^-^a») zu folglich nur die Aetion des ChoreS, und dieser Zeit noch nicht gemacht war, des- viclleicht der Schauspieler geseht, obgleich wegen allein ihnen nicht auch die Sache noch immer (wie man aus den Worten selbst, überhaupt absprechen. Indessen des Athenüus schließen muß) in jenem mit- schcint sie frcnlich in Griechenland noch gespielt haben, und so gar an der Spitze nicht diejenige Gestalt, welche sie nachher desselben gewesen scyn kann: so ergiebt in Rom und Italien unter der Regierung sich doch auch daraus, daß diese, von des August erhielt, gehabt zu haben, noch ihm gesetzte, und mit ausgeführte Aetion, eine besondre, für sich selbst bestehende, ohne alle Rücksicht auf die Worte des von allen übrigen getrennte theatralische Dichters, den Jnnhalt des Stückes, oder Lustbarkeit gewesen oder von besondcrn derjenigen Theile desselben, welche er fi- Künstlcrn auf öffentlichen Theatern aus- gurirt hatte, vollkommen anschaulich mach, geübt worden zu scyn. Nur gleichsam die te, und also allenfalls für sich allein Hütte Keime dessen, was sie unter den Römer» aufgeführt werden können. Ich übergehe wurde, finden sich bey den Griechen. Nicht die übrigen theatralischcnSaltationcn, (man daß die erstem gerade von den letztern verzeihe den Gebrauch dieses Wortes; diese Keime erhalten, und weiter fort- das Wort Tanz führt zu ganz irrigen Vorgebildet Hütten, wie I. I. Rambach in stcllungen von her Sache) weil diese, wie f. Abhandlung von der Orchcstik der Gri'e. es schon durch die ihnen gegebenen, allge- chen (im zten B. der Potterschcn Acchüo- meinen Benennungen ('L>^scvc,a-, xs?- logie S. 65z) sagt. Die Pantomime ent- sc-5, u. f. w.) erwiesen wird, wickelte bey den Römern sichtlich, sich höchstens allgemeine Dinge ausdrückten, aus dem viel ültern Gebrauche, die De- und weil, wenn diese Benennung nur die klamatiosi und Gestikulation, in den thca- Art der Bewegung des Körpers dabcy tralischcn Stücken, zu theilen, einem überhaupt oder die Art der Schritte Gebrauche, der keineswegcs, wie der gc- (?»?--', P.15) nicht die, durch den Ehor nannte Schriftsteller (a. a. O. G. 6z>.) beicyriebenen Figuren, und die eigentli- zu wühnen scheint, auf dem eigentlichen eben Gestikulationen desselben (5xssz«°- und griechischen Theater, und bey den eigent- 6-75,5) anzeigen, (wie es mir, sogar auS 'ichcn griechischen Dramen. Statt fand, dem, was vomTelestes crzühletwird und sehr wahr, C o in C o m 5'7 wahrscheinlich ist) noch weniger als Darstellungen von Handlungen oder Begebenheiten vdrr einzclen Situationen anzusehen sind. Wohl aber scheinen, ferner, einige andre Tänze hieber gerechnet werden zu müssen, wie z B. der so genannte Kranichtarn (ZV?-----), welcher, dcmPlu- tarch zu Folge (in 'LKeL. Vpei. B. r. S. s I). Lockc.' 1620. t.) schon vom TheieuS eingeführt wurde, der, »om Lon- gus (LsH-ir- Lik. 2.) erwähnte und unstreitig viel ältere oder Wein- lcsetanz, u. d, m. Allen diesen log irgend eine cinzele Begebenheit, weiche sie versinnlichen sollten, zum Grunde. Und endlich läßt sich das, was Zcnophon in seinen Gastmahl (c. 2. §. z u. f. vorzüglich c. 9. H. 2 n. f. Oper. V. IV. S. 4Z4 und 494. Lei. 1'incm.) beschreibt, nicht anders, als geradezu Pantomime nennen; und diese Stelle bewcißt zugleich, daß, wenn dergleichen Vorstellungen noch nicht auf öffentlichen Theatern gegeben wurden, es denn doch nicht an eigenen Künstlern, welche sich davon nährten, und nicht an einer eigenen Lustbarkeit dieser Art, fehlte. Meines Bedünkcns hatten die Griechen, zur Zeit ihrer Blüthc, zu viel Geschmack, als daß sie eine Kunst sehr hätten begünstigen können, welche immer den Verfall des ächten Drama nach sich ziehen mußte. (S. übrigens die, bei? dem Art. Ballet angeführten Schriftsteller und die Folge dieser Zusätze) —> Eine öritte Art der, von den Griechen getriebenen, und zur Komödie gehörigen, dramatischen Lustbarkeiten, waren die — Nevrospasten, oder, was wir Marionettcnspicle nennen. Daß dergleichen bewegliche Figuren ihnen frühzeitig bekannt waren, erhellt ans dem, was Hervdot(Lurerp. c. - F. S. 15z. Lä. ikci?.) von den Feycrlichkeiten bei? den Festen des BachuS in Acgopten sagt. Auch Aristoteles (Oe munäo, c.6. Op. B >. S- ->72. Q. L.) hat ein Glcichniß von ihnen entlehnt. Leider, wissen wir aber auch, daß die Athenicnscr dem Nevro- spasten Pothinus zu seinen Possen das 'Theater einräumten, woranf die Stücke des Aeschhlus und Euripides gespielt wurden (wichen. l.ib. I. S.i?. L.) Die Komödie der Romer war, in der Gestalt, und in der Art ihres Ursprunges, der griechischen in gewisser Art gleich. Schon sehr frühzeitig (I. v. Chr. 494. I. d. Erb. R. 258-260) wurde ein feverlicher, religiöser Aufzug eingeführt, bep welchem, dem Divnvsius von Hali- karnaß zu Folge, (,Znnq. k»m. Lila. VII. c. 72. 0,'cr. D. III. S. >45». vergl. mit d.ik>. VI. c. I z u. f. B- 2. S. 1066. Lä. Holest,) Menschen auftraten, welche in so genannte Satyren verkleidet, auf eine lächerliche Art, die dabei? übliche kriegerische Saltation nachmachten, und ver» stellten, um Lachen zu erwecken. Indessen scheint diese, in angenommener, fremder, Gestalt, zur Verspottung Andrer, getriebene Lustbarkeit nicht che weiter gebildet worden zu seyn, als bis die Römer, länger als hundert Jahre nachher, (im I.Z9>. d. Erb. Roms) cincnä- hcrc Veranlassung dazu, durch die Hc- truseischen Gaukler erhielten, welche, zur Besänftigung des Zornes der Götter, nach Rom berufen wurden (S. V. Livil Hickor. Lid. VII. c.2.). Zwar war das ganze Spiel derselben nichts, als eine stumme, mit Musik begleitete, Saltation, oder Pantomime; und es ist nicht bekannt, was sie dadurch darstellten; aber die jungen Römer, welche diese Pantomimen nachahmten, verbanden solche sehr balde mit rohen, aus dem Stegreif gemachten Versen, in welchen sie sich gegenseitig verspotteten, und hieraus scheint sich eine Art von Kunstwerk gebildet zu haben, das, wenn es gleich noch nicht eine ordentliche dramatische Form hatte, oder eine eigentliche Handlung darstellte, sondern nur aus eben dergleichen Spötte- rcvcn bestand, doch schon als eine Art Schauspieles, unter der Begleitung musikalischer Instrumente, von ihnen gegeben wurde, und den Nahmen Satire oder Samre (Miselaspicl) führte. Hic- mit begnügten sich die Römer bis zum I. ;>4 der Erbauung RonV., und also über hundert, nicht zwcy hundert Jahre, Kk Z wie 5!8 Com Com wie I. I. Rambach bei, s. Ausg. des Ta- saubonus S. >8c>. Anm. e. sagt- In diesem Jahre, und als» zu einer Zeit, wo die griechische Komödie schon zu ihrer höchste» Blüthe gekommen war, fieng mlhm. lich Llvius Bndronicus zuerst an, Schauspiele zu geben, welche aus einer ordentlichen Fabel, oder Handlung bestanden, (austux est primux staiiuism terere) und, wenn >vir gleich die eigentliche Beschaffenheit dieser Stücke nicht kennen: so wissen wir denn doch, daß ihr Verfasser ein gehobener Grieche, und mit der griechischen Litteratur bekannt war, und schon hieraus würde» wir, Falls es sich, in den auf uns gekommenen Lustspielen der Römer, nicht auch sichtlich zeigte, schlics- scn müssen, daß diese ihr Lustspiel eigentlich den Griechen zu verdanken hatten Indessen fehlte es ihnen nicht günz- lich an einer Art von Nativnalstücken; und diese müssen, meines Bedünkens, zuvörderst in Erwügnng gezogen werden. Als solche sind na'hmlicd, Vorzugsweise, zuerst diejenige Gattung ihrer Komödie, welche Arcllniie hieß, und zwar in so fern anzusehen, als der vorher erwühnte Eeschichtschreibcr ausdrücklich sagt, daß die »»igen Römer dieses Schauspiel weder in die Hclnde der eigentlichen Schauspieler kommen ließen, noch durch die Vorstellung desselben irgend etwas von ihrem Bürgerrechte verloren (vergl. mit dem Val. Max. lstl>. Iii. e. IV. § 4. u. a. m.). Grundes genug, es von allen andern z» unterscheiden. Von dem Ursprünge desselben wisse» wir aber nichts, als daß es seinen Nahmen von einer Campanifchcn Stadt erhielt. Livius, a. a. O. nennt es genux luciurum ab Olcix acceprum ; und der Grammatiker O!omedes(stih, III. S. -187. apust stucstk.) sagt davon : s civirarc Ost'vrum T^celia, in czua pri- mum coeprae, Krells»»? äiÄae. Ihrer inncrn Beschaffenheit nach, glich die Atcllane den Satyrspielen der Griechen (orAumenrix ciiöstixczue socularibux st- iniiex sterz-rieix graecix > Diomcdcs, a. a. O.). Gleich den Satyrcn in diesen, waren die Oscier in ihr gleichsam stehende Personen. (In ^cellsna Gstese ur >stsc. eux, Ebend. und cbend. S. 488 ) Auch ivitrde sie noch, wie schon die OSeicr selbst nicht mehr cxistirten, in der Oseischen Mundart, und, wie es scheint, noch zu den Zeiten des Strabo (stil,. V. S. ozz.) gespielt. Indessen, sind, wahrscheinlicher Weise, deren auch in der römischen Mundart geschrieben worden: Dieses lstßr sich daraus schließen, daß Vellejus Patceeulns (Ilist. stom. stik. II. L. 9. S. 17z u. f. stst. kurm. vergl. mit dem Chroniken des Eusebius) den Pomponius Ersindee derselben nennt, und der, da ce erst ums I. 66- der Erb. Roms, und spcltec, als andre Dichter, welche deren geschrieben haben sollen, lebte, also wohl nur in so fern, als er vielleicht Vcrckndc- rungen oder Verbesserungen darin machte, Erfinder heißen, und, wenn er gleich nicht wie R. Hurd (bei) s Horaz, B. 1. S. 177. d. Eschenb. llebcrs.) will, in diese Stücke überhaupt, die gemeine (römische) Mundart einführte, deren doch in derselben auch geschrieben haben kann. Eben dieses gilt, dem CasaubvnuS zu Folge, (cic 8arz--. Lraec. störst Isth. II. c. 4. S. 24z. stcl. st.vergl. niltHurd, a.a.O. S. >76 u. s.) von drn, dem Dlctatvr Shlla — bcy dem Athcnckus (stil>. Vs. S. -61) zugeschriebenen Stücken. Die, ursprünglich in ihnen herrschende Scherz- hasrigkeit wurde, nach dem, was Valerius MaximuS von ihnen sagt, (a. a. O.) von d'en römischen Dichtern etwas gemüßigt. Aber, ob dieses, wie Casaubo, nus behauptet, (a. a. O. Issl>. II. c. c. S. 184. kä- stsmh.) durch die, inimer mit ihnen verbundenen Exodicn (s. die Folge) bewirkt worden sc», und ob Valerius unter der Icolica teverirorr diese verstanden habe, ist mir zweifelhaft; und die Stelle des Cicero, (stpist. stist. IX. stp. 16.) welche so oft, und doch in der lleöcrselmng der Lebensbcschr. Nöm. Dich« ter von Lud. Crusius, B. S. -26. Amn. x) so wie in Flögels Gesch. der Römischen Littcrat. B. I V. S. s>. zu ick« nein Beweise hat dienen sollen, daß die spcircrn Lichter endlich obscoenc Personen darin Com darin hätten austreten lassen, sagt, meines Bedünkens, nichts, als daß die Mimen an die Stelle der Atcllanen traten, nickt, daß aus diesen jene wurden. Nickt besser ist die Mcynung des OuboS (lste- tiex cric. lue Ig I'oellc erc. st'. I. 8e5t. 2 >. S. >57. Dresdn. Ausg.), als ob sie nichts, wie Stücke aus dem Stegreif gewesen wären, gegründet. Sie wird zur Gnüge dadurch, daß Nacvius ( bcy dem Aulus Gcllius, st.i.I>. XVII. c. 2. H. L.) und Q. Noviuö. Powemius und Memmius (bei) dem Maerobius 8-irurn, st.it>. I. c. 10. S. 160. stmust. 1694. L.) als Verfasser von Atellane» genannt werden, und daß zum Theil noch Fragmente von diesen Dichtern übrig sind, widerlegt. (S. die von Rod. und Heinr. Stc- phaiius herausgegebenen ver. kocrar. ?sr. 1 564. g. so wie die l-ra-zin. vcrer. stft>crar. est. a st'Iiooel. alz lovcen, stmliel. l6Z6.) Auch hat R. Hurd (a. a. O. S. 175 n. f.) cS zwar, meines Bedünkens, sehr wahrscheinlich gemacht, daß Hvraz, an Statt dieses Schauspiels , das Saryrspiel der Griechen, auf die römische Bühne zu bringen, oder doch jenes, durch die über dieses gegebenen Vorschriften, zu verfeinern suchte; aber ich weiß nicht, wie er, oder L. Crusius, in s. kcbcnsbeschr. Röm. Dichter, B. z. S. 22;. Arnn. x) es würden erweisen können, daß die OScischcn Charactcrc bereits init den griechischen Satyrs vertauscht waren, und daß die Ateliancn, wie der erste ( a. a, O. S. 207) mcynt, immer den regelmäßigen dvauiatischcnVvr- jleilungen in Rom, gerade so wie die Satyrspiele in Griechenland, beygcfügt wurden, ob er gleich, bey dieser Behauptung, eine Stelle aus dem Scholiasten desJuve- nal (zu dem >75tcn V. der ztcn Satyre) im Äuge gehabt zu haben scheint. Wenigstens widerspricht die, von dem Casau- bonus (a. a. O. st^ib. 2. c. 1. S. >8;) gemachte Erklärung dieser Stelle, gänzlich dem llrtbcilc, ivclckes Hurd selbst (ebcnd.) von den Ateliancn fällt. Er nennt sie ein lächerliches Possempicl; und wenn die, zu Rom, vor velichiehrnen Jahren aus- C 0 m 519 gegrabene Figur eines Histrio (S. unter andern Flögels Gesch. des Groteskekomi- schcn, lliegn. 1788. 8. S. 27. und oaS beygesügte Kupfer) der, unter den vorher gedachten stehenden Personen der Atcllanen genannte Marcus seyn sollte: so haben die Masken derselben allerdings' aus wahren Carricaturcn bestanden; aber wir finden, in den alten Schriftstellern zuwenig umständliche Nachrichten von diesem Schauspiel, als daß wir den Charakter desselben genau zu bestimmen fähig wären. Die verschiedenen bittcrato« reu haben ganz verschiedene Mcynungen davon gehegt. Flöget (Gesch. der Röm. Hilter. B. > V. S. 89 u. f.) hat einen Theil dieser Mcynungen zusammen getragen; es ist nur zu bedauern, daß er sie nicht sorgfältig mit jenen Nachrichten hat vergleichen wolle». Iu den, von ihm nicht angeführten gehört, unter andern, noch die aus dem Darier (Xlem. cie Idgcaä. cies liricripr. B. Z. S.264 u. f.) genommene Meynung des Quadrio, der(8ror. e ist.iA. ä'oAni lstucisz, Vol. III. ?. 2. S. zu u. f.) behauptet, daß die Römer über ein und denselben Held immer, zugleich ein Trauerspiel und eine Atellane gehabt, und S. z-6 zugleich, daß die Atcllanen aus einem Gemische von Tragischen und Komischen bestanden hätten. Auch leitst er geradezu die T.ragikomödie der Ncuern von ihnen her. ilebrigens scheinen sie, obgleich unter einigen Abwechselungen, (S. Vlscrvl-. lmrurnsl. Icklo. 1. 0. 10. S. >6o. und was er daselbst vom Mcmmiuö sagt) sich lange auf dem römischen Theater erhalten zu haben. Nicht allein Juvcnal (8->r. VI. V. 71-) sondern auch Suctonius (In (saldo, c. iz.S. 674. I_ugci. k. 16;6. g.) gedenkt ihrer, und nach seinem Ausdrucke zu urtheilen, könnten deren wohl noch zu seiner Zeit gespielt worden seyn. — Die zwcytc Art des, meines Bedünkens, Nationalen Schauspieles der Römer, waren die, ge. nau und immer mit den Atcllanen verbundenen , aber doch von ihnen verschiedenen Zwischen - oder Nachspiele^ Lörodien genannt. Liese bildeten sich aus der Kk 4 vor 520 Com Com vorher gedachten Satpre, oder Sature, welche zwar, nach Erscheinung der gedachten Stücke des LiviuS Andronicus, auf eine Zeitlang verschwand, allein bald wieder zum Vorschein kam, und endlich jene Benennung erhielt. Oer" angeführte römische Geschichtschreiber jagt dieses ausdrücklich , und setzt zugleich hinzu: con- lerraczuc p-irillimum ^rell-miz iunr. Eben so gedenken ihrer, in Verbindung mir den Atellanen, mehrere römische Schriftsteller. Im Juvcnal heißt es unter andern: lkrdicus e.xvstio rilum mover Tirol- lanse Lesiihuz klvronoes 5sr.VI. V.6,. und im SuetoniuS, mnra !U strcllsirico expclic, (In Biliar, c. 45. S. Z8>. 8. d. ang. Ausg.) Auch haben mehrere Kritiker unter den Ncuern so wohl diese ihre Verbindung, als ihre Verschiedenheit anerkannt. Scaligcr (?aec. kul>. l. c. 10) sagt: aliczii-incio ctiam sötore5 cxrra arizumcnrum incrocluöti, Quorum ur- lzon/rare gcikuc mgAis snimi laxaren- cur . . . Hoc icicm in ^cellana cli» celzarur exnciion, czuia penirux excra bakul-nn alkar. Noch wcitlüustigcr ist Easaubonus (l)c Lzr ^r. Liaec. l'ocsi, Bil>. II. c. 1. S. >82 U. f. Lst. Uaml>.) so wie Q.uadrio (a. a. O. S. z-8 u. f.) darüber. Nicht anderer Meynung ist R. Hurd (a. a. S. S. 20z.). und Darier in s. Oisc. tue la Larirc (lvlem. ele IZ-carl. clce Inserier. B. Z. S. s ;6. vor- zügl. 6.264 hat wcitickuftig, obgleich, meines BedünkcnS, nicht bündig genug zu erweisen gesucht, daß sie mit eben den Masken, wie die Atellanen selbst, und daß folglich auch eben die Personen darin, als in diesen, aber in einem lächerlichen Lichte dargestellt wurden. Um desto mehr ist cS also zu verwundern, wie L. Cru< sjus, in s. Lebern beschr. römischer Dichter, oder vielmehr s. "eberseyer, B. 2. E- 226. Anm. v. sagen können „daß maii die Ätcllane» zu "eoSiiz eher Nachspielen gebrauchtedenn im Texte selbst (S. 227.) werden sie ausdrücklich von einander unterschieden. Eine andre Behauptung in eben diesem Schriftsteller S. 226. Anm. x), daß nahmlich die Atellanen einen Chor gehabt Hütten, ist, wahrscheinlicher Weise, aus der genauen Verbindung dieser mit den Exodicn entsprungen. Es ist, indessen, so viel ich weiß, nicht ausgemacht, ob die letztem zwischen den Acten, oder erst nach Endi- gung des Stückes, obgleich, zu Folge ihrer Benennung, wahrscheinlicher, daß sie zuni Schlüsse gespielt worden sind. In Ansehung ihrer Eigenheiten erhellt, auS den Versen des Juvenal: ranäemHue reclir sst pulpita norum Lxostium, cum perlonzc pallenris kiiarum Irr Aremio macris.lc» miliar russicuz inlanz, Rar. III. V. >74 U. f. baß allerhand Possen darin vorkamen; und aus dem, was SuctoniuS (In Biber, c. 45. S. Z81. In LaliZ. c. 27. S. qüo. In dder. c. zy. S. 6zz. In Laib. c. i z. S.674. In Oomir. c. 10. S.7?y) sagt, daß sie voll von Spörtcrc» und Satpre so gar über die römischen Kaiser, und mit allerhand Liedern untermischt waren. Auch lüßt daraus, daß dieser Schriftsteller (S. 6zz) einen Schauspieler der Atellanen, den Latus, Histvio nennt, noch sich schließen, daß, wie es auch aus der »eründcrten Verfassung sich wohl von selbst ergab, unter den Kaisern, dieses Schauspiel aufhörte, national zu sc»n, oder nicht mehr, wie ursprünglich, von den jungen Römern selbst, ausgeführt wurde. — Die sümmtlichen i'lbrigcn Arten der römischen Komödie, machen, meines BedünkcnS, wieder in so fern eine eigene und nur Eine Classe aus, als sie, von Anbeginn an, immer nur von cigentli? chen Schauspielern, d. h. von Sclavcn oder Frcygelasscncn, gespielt wurden, und also von den Römern selbst immer haben, als gleichsam fremde Productc, angesehen werden müssen. Sie sind von den Grammatikern sehr verschiedentlich abgethcilt worden. Um den Raum zu schonen, verweise Com C o m 521 weise ich auf die zu Anfange dieses Artikels angeführten Aufsätze des Evanthius und Donatus, (vergl. mit dem isten Kap. des iten Buches der Oblervar. des G. Cuper, S. 64 u. f. Vra). sä Kst. 167a. 8.) so wie auf-den Liomcdcs, (De (Bar. I.il>. III ap. Surick. S. 48; u. f) Rob. Hurd, (bei) f. Horaz, B. >> S. 214 u. f. d. llebcrs.) C. F. Flöge! (Gesch. der kom. Litteratur, B. IV. S. 9z u. f.)u. a. m. Daß die eine Gattung derselben auSdrüklich römisch (coAsra) heißt, macht sie noch nicht zu einem einheimischen oder Natio. nalschauspiel. Rom erhielt, wie vorher bereits bemerkt worden ist, seine eigentliche Komödie von den Griechen; und aus dem Horaz (aä Viion. V. 285U. f.) wird es höchst wahrscheinlich, daß der Jnnhalt derselbe»' ursprünglich gänzlich griechisch war. lind nicht allein, erst.ihre spätem Dichter ficngcnan, die Scencn darin, zum Theil nach Italien zu verlegen, oder römische Charaktere und römische Nahmen darin einzuführen; sondern sie scheinen auch immer mehr aus dem komischen Theater der Griechen geschöpft, als einheimische Gegenstände gewählt zu haben, so wie in ihren Nachahmungen glücklicher, als in ihren Originalen gewesen zu seyn. Wenigstens kommt in dem, von dcmSe- digituS gemachten, bey dem Gellius (li .il,. XV. c. 24) befindlichen, Verzeichnisse von den bcßten römischen Komikern, keiner von denen, welche vorzüglich Tvga- ten geschrieben haben sollen, und nicht einmahl Afcanius,, Trotz des ihm, vom Horaz (Kch. 1. Cid. II. V, 57) und vom Quinetilian (Cid. X. c. >. §. 100. S. ;c>6. Cä. Leen.) gegebenen Hobes, vor; und kein römischer Schriftsteller hat, so viel ich weiß, weder bemerkt, wenn und von wem deren zuerst geschrieben worden sind, noch daß das Volk vorzüglich Vergnügen an ihnen gefunden hätte. Wohl aber bekennt mehr als einer, z. B. Quinetilian, (a. a. O. §.99.) Aulus Gellius ) gedenkt, ihr letzter, eigentlicher komischer Dichter gewesen zu seyn. Mimen und Pantomimen verdrcinglen, wie Marc Aurel sagt, sl.lt>. XI. H. 6) das regeliinißige Schauspiel,- oder vielmehr dieses artete in jenes aus. Auch lclßt sich aus den vielen in Italien damahls gewesenen Theatergebstuben wohl nicht mit so vieler Gewiskeit, als Tira- bos!>i, oder sein Epitomator C. I. Ja- gcmann (Gesch. der fr. Künste und Wissens». in Italien, Buch VI. Kap. >. B s. S. zog u. f ) wollen, der Schluß ziehen, daß der Geschmack an dem eigentlichen Drama sehr allgemein gewesen scy. Nicht allein daS, was Horaz (Lplll. I. I.lt>. II. V. >85 u. f.) sagt, sondern auch die kleine Anzahl der lateinischen komiichcn Dichter, crwcißt, nicincs Bcdünkcns, das Gegenthcil. VolWudig ist die Anzahl dieser, weder in chzliric.Lllil. Isr. lssii. IV. c. i. B. z. S. 2Z8, noch in FlögclS Geschichte der komischen Litterat. B. IV. S. >c>; u. s. angegeben. Bei) dem letztern fehlen die Nahmen des Su- triu>, Suecius, Ovssenus, Pvmponius, Novius, Meminius und des vorher gedachten Vcrginius. Auf uns gekommen sind nur (nicht volWndigc) Stücke vom PliUittin (s. dessen Artikel) und 6 Stücke des TcrcnlM!; (s. dessen Artikel). Von den übrigen sind zum Theil noch Fragmente vorhanden, welche in den bereits angezeigten Sammlungen, und in dem Lorp. Locr. Isr. slurcl. ssiloiir. 1611. und 1640. 4. so wie in den, von M. Maittaire besorgten Oper. Laer. Isr. I.i>nck. 171z. 5. 2 B. sich befinden; und zu den vorher gedachten, von der römischen Komödie besonders handelnden Schris. ten, und Schriftstellern, gehört noch eine, über verschiedene komische Dichter selbst, als den LiviuS Andronikus, Nae- viuö, Ennius, Statins Caec. AfranluS von Casp. SagittariuS geschriebene Oom- meursrin, KIrcnii. 1672. 8- LLuadrio, in s. Lror. e Ls^. ck'og»! Lockls, Vol. III. I'. 2. S. 42 u. f. das ?tc Kap. des iten Buches von Signorelii Kritischer Gesch. des Theaters, B. 1. S. >8z u. f. d. U. Von den Mimen der Römer besonders zu handeln, werde ich durch zwey neuere, darüber erschienene Schriften: Oec. I-slisril KIlm!, Lroln«. Lrsececkic Milk. Lockens Vllmic. spuck Lomsuos, kcrips. Lrckr. lLieh. Lecker, Lips. 1787. 8. und l)e Vlimis Lniusnor. Lommenr. truöt. VVcrn. L. I.. TäeAlcr, Löcc. 178?. 8- vorzüglich durch die letztere, überhoben. Was sich über die Art, wiesle vorgestellt wurden, zu der letztern noch hinzu setzen ließe, findet sich im Quadrio Lror. e Lsm cko^ni Loells, Vol. Com Com 52z Vol. III. p. 2. S.191 u. f. und im 4tcn B. S. 9? u. f. von C. F. Flögels Gcsch. der komischen Litteratur, obgleich hier, meincs-Bcdünkens, mit einigen Unrichtigkeiten vermischt. S. übrigens den Art. Ballet. — — Von den Pantomimen der Römer ist bereits bemerkt worden, daß sie nicht unter der Regierung des Augusts erfunden, aber doch zu ihrer höchsten Vollkommenheit gelangt zu sepn scheinen. Macro- bius ('»aruinsl. Ichh. Ii. 0. 7. G. 24z. 1S94. g.) sogt ausdrücklich, daß Ppladeö den alten, rohen Gebrauch dieser Art der Saitation nur vcranvcrt (mn- raile), und Aristonikus, bey dem Athenüus I. S .20), daß Vathpllus undPpla- dcs ihre (die italische) Saitation au» der komischen entwickelt, oder hergeleitet (?»?4i-a>7Ka-) Hütten. (S. auch 8almi>I. sei Vopiic. Larinum, S. 8z6. in den Lcripr. Hill. Ivugck. U. 1671. g.) Schon die Hctruscischcn Gaukler, welche die ersten Keime der Komödie nach Rom gebracht haben sollen, nu>cen nichts, als eine Art von Pantomimen. Sie drückten das, was sie ausdrücken wollten, lins carmine ullo, linc imiranstoruin csrminnin aötu . . . sck ribicinis mo- «los, und mit nicht unanstclndigen (körperlichen) Bewegungen auö. (1'. t.iv. Istist. Istnm. I.ib. VII. 0. 2.) Noch mehrere Fortschritte mußte die Pantomime dadurch machen, daß, wie wir vorhergesehen haben, die Vorstellung der Monologen im Lustspiele zwischen zwe» Schauspieler gctheilt wurde, wovon der eine das, was der andre sagti> durch Gebchrdc dar. stellte. Natürlicher Weise legten nun mehrere sich vorzüglich auf sie, und andre lernten zugleich sie immer mehr verstehen, so wie immer mehr Vergnügen an ihr finden. Auch scheint sie sehr balde eine, in so fern für sich bestehende, Kunst geworden zu scyn, als zwischen den Aufzügen, vder zum Beschluß der Stücke, immer irgend etwas, durch bloßes Gebchrden- spiel, dargestellt wurde. Dieses erhellt «US dem, was Suctonitis, bc» dem Dio- medes sagt: (I.il>. III. S. 489. Vuclctr.) ?r!m!s tcmporibns nmnis czuae inlce- na verlanrur in comocclia sgetwnrur, nain panromiinuz, cc ltirksulez cc Oboranles in (Snmoeciia csnehsnr. Sie nühertc sich, indessen, nicht so bald ihrer Vollkommenheit, vder gewann nicht so bald allgemcinern Bcyfall, als sie eine, der Komödie untergeordnete Kunst zu sepn aufhörte, sich gstnzlich von dieser trennte, und zu einem völlig für sich bestehenden Schauspiele bildete. Der Pantomime wollte nun dem eigentlichen Schauspieler nicht lünger nachstehen, oder nicht lstngcr ein bloßer Mithelfer sehn; und der eigentliche Schauspieler, welcher den Pantomimen vielleicht sich vorgezogen sah, suchte diesen, entweder zu verdrstngen, oder sonst herab zu sehen. ( Diomedcs, a. a. O.) Wenn aber diese Trennung eigentlich vor sich gicng, lclßt nicht genau sich bestimmen. Dem Diomcdes zu Folge (a. a. S.) scheint sie zu eben der Zeit sich crstugnet zu haben, da die gleichen und ungleichen Tibien in das Lustspiel eingeführt wurden; und diese finden sich schon in den Lustspielen des Tcrenz. Eben so ungewiS ist, daß, wie unter andern Nie. Tulliachi (Os Tnelis Icen. I9lien. er panroin, ÜA X.) und Duadrio (8rvr. e ck'ogni ?ocssa , Vol. III. l'. 2. S. 256) wollen, die Pantomime, bereits in eben diesem Zeitpunkte, zwischen den bepden panischen Kriegen, in Rom in der höchsten Blüthe gestanden habe, und daß sie damahls schon, ohne Begleitung von Gc- sclngcn, welche den Jnnhalt derselben anzeigten , gespielt worden sey. Das letztere hat eigentlich nie Statt gehabt. (S. den Lucian ste lsalrar. §. zo. vcrgl. mit §. 6z. t )por. B. I V. S. z66 und Z89. Lä. Sctrm.) Nielnichr ist es, der Natur der Sache nach, wahrscheinlich, daß diese Ecsüngc gerade da, wie die Pantomime zu einem für sich bestehenden Schauspiel wurde, und vielleicht erst von dem Pplades, (S. was dieser bcy dem Macro- bius ?acurn. I.il>. II. 0. 7 selbst sagt) damit verknüpft worden sind. Und was das ersterc anbetrift: so muß man, um dieses aus dem herauszubringen, was im Macro- Com Com Macrobius (8srurn. l.!b.ll. c. ic>) von der Tanzlust der Rönicr zu den Zeiten des Afrikanischen Scipiv erzählt wird, eine ganz eigene Leichtigkeit im Schließen besitzen. Wenigstens wird der Pantomime nicht ehe, als in dem Zeitalter des August, besonders gedacht; und hieraus scheint denn, mit etwas mehr Kcwisheit zu folgen, daß Pylades und Batdyllus allerdings eigene und große Verdienste um sie gehabt haben müssen. Zwar schreibt der erstere sich selbst (bey dem Macrvbins, (a. a. O.) deren nicht mehrere um sie zu, als daß er sie gewissen musikalischen Instrumenten, und dem Gesänge (d. h. wahrscheinlicher Weise mit mehrerer oder anderer Musik, und vielleicht erst mit einem Chor von Sängern ) verbunden habe ; aber hier kann wohl nur von Nebendingen die Rede senn; und die Kunst selbst wurde durch ihn, und seinen Gchülfen auch veredelt, und gleichsam in ein System gebracht. Ohne diesen Umstand würde, was die alten Schriftsteller, Lu- eian (a. a. O. ?4- t),>er. B. IV. S. z6s. Lä b'cbim.), Zvzimus, u.a.m. von ihnen sagen, gänzlich unbegreiflich scyn. Vielleicht gicngcn, vor ihrer Zeit, die Pantomimen nur auf Erregung von Gelächter aus, oder waren nichts viel besseres, als eine Art von Lustigmachcr; und cö mußte allerdings also Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn Pylades und Ba- thvilus höhere Absichten mit ihrem Spiele verbanden, alle Gegenstände, immer der Natur derselben gemäß, darstellten, die tragischen wirklich tragisch, die ernsthaften ernsthaft, u. s. w. behandelten, und so, durch bloßes Gebchrdenspiel, durch bloße körperliche Bewegungen, sehr verschiedene und mannichfaltigc Empfindungen erweckten. Vielleicht führten sie auch, zuerst, ganze, zusammenhängende, obgleich noch nickt lehr verwickelte Situationen, und führten diese zugleich völlig zusammenhängend auf? So viel ist ge- w>s, dag von nun an, Gegenstände aller Art von ihnen dargestellt wurden, und daß so wohlGeshicktschreiber als Sichler Zeugnisse von dem Eindruck liefern, welchen von nun an die Pantomime machte. Die Philosophen besuchten sie fleißig, die Kaiser spielten deren selbst, die Weiber . . . und der große Haufe theilte sich in Zactio- nen. Auch verbreitete sich der Geschmack an ihnen sehr balde, durch die mehrcstcn, den Römern unterworfenen Provinzen, besonders in Asien; und mit dieser Verbreitung nahm, wenn nicht die Kunst, dost) das Handwerk an Umfange zu. Zu den Zeiten des Lucian spielte nur immer Ein Pantomime allein alle Rollen oder Personen seines Stückes; und zu den Zeiten des Apulejus (kckecom. IIb. X.) gab es deren schon ganze Gesellschaften. Daß, bey dieser allgemeinen Begünstigung, die Pantomime sich lange auf dem Theater erhielt, ist nicht zu verwundern. Noch in den Briefen des, im Anfange des 6tc» Iahrhundcrtcs lebenden Easslodorus(IIb. I. cp. 20. IIb. IV. ep. ;i) wird ihrer gedacht. Mehrere Nachrichten von ihr und von verschiedenen berühmten Künstlern darin, so wie von ihrem Geschick, ihrem Einfluß, u. s. w. sind in den, bey dem Art. Äallct angezeigten Schriften, gesammelt. lind ebendaselbst ist auch der Unterschied so wohl zwischen ihr, und der gewöhnlichen Pantomime, als dein Ballet der Neuem bemerkt worden. — —- Die Romödue der christlichen Völker überhaupt war, ursprünglich, ein eben solches Ungeheuer, oder ein ebensolches Posscnspiel, und, wenn sie gleich nicht aus der Religion derselben unmittelbar, und eigentlich entsprang, doch eben so damit, anfänglich, verbunden, wie bey den heidnischen. Zwar erhielt sich in Griechenland und in Asien, unter den Christen, noch eine ziemliche Zeit, in so fern der alte Geschmack, als sie, wenigstens nach den Mustern der Alten, ihre Belustigungen dieser Art einzurichten suchten. Apollinaris, Bischof von Laodicäa, schrieb, im vierten Jahrhundert, zum Gebrauch in Schulen, christliche Nachahmungen der beßtcn griechischen Classiker, wozu er den Stoff aus den Begebenheiten des alten Testamentes nahm, und, uit- ter andern, wie es heißt, Trauerspiele in C o m C o in 525 der Manier des EuripideS, und Lustspiele in der Manier dcs Mcnandcr (Su^om. ttitt.cccl. I^ib. V. c. >8). GrcgoriuS von Nazianz inachte aus dem Leiden des Stifters der christliche» Religion, ein Trauerspiel nach griechischem Maßstabe, ^ Tracxu») das noch übrig, und, naai dein Prolog zu urrhcilcn, so gar aufgeführt mordeil ist (Oper. V. 2. S 255 u. f. Lol. 1690. f.). Und, in der Folge, hatte die Komödie der Alten, Einfluß auf die Ausbildung der Komödie bei) allen neucrn Völkern. Aber, zu gleicher Zeit, entwickelten sich aus den christlichen Rcli- gionsgebräuchen selbst, oder auf Veranlassung derselben, allerhand Narrentheldun« gen, welche den christlichen Völkern ci- genthümlich zukommen, und die, ob sie gleich weder eine besondre Handlung darstellten, noch Gcsprclche enthielten, doch, in so fern zur Komödie gerechnet werden müssen , als die, darin auftretenden Personen, etwas anders, als sie waren, darin darstellten , auf mancherlei) Weise vermumt darin auftraten, und Lachen erwecken wollten. Dieses waren die so genannten Narren - uns Eselsfcfke, wovon die d/Ie,nl>ire>. p»ui lervir ä t'ksti^vire che Ig Hees che-, ?vux . . . p. delr. stuVil- live, L.sui. er Leu. 1741. 4. 1751. g. Warten, in f Ickissor^ c>t enAl. ?c>ecryz V. 1. S. 247. St. Arteaga, in f. Gesch. der Oper Kap. z. B.-. S. 1Z7 u. f. d. U. C. F. Flöget, in s. Geschichte dcs Groteskekomischen, Licgn. 1788. 8. S. >59 u. f. mehrere Nachrichten geben, und welche in Evnstantinopel ums I. 990 ihren Anfang genommen zu haben scheinen. (S. Oechr. Lvmp. lckissor. llaf. i;66. f'. S. 527.) Mit ihnen zugleich entstand eine andre Art von dramatischer Lustbarkeit, die, so tragisch sie, zum Theil, auch seyn sollte, sich doch nur als Komödie ansehe» lstßt, nflhmlich die so genannten Mysterien. Wenn diese gleich anfllng- lich nur aus bloßen Aufzügen (Prozessionen), welche die Leidens - oder Auserstc- hungsgeschichtc Christi darstellten, bestanden : so erschienen die spielenden Personen dabei) doch in einer angenvmmencn, fremden Gestalt; und wahrscheinlicher Weise wurden auch sehr balde Gesellige und Gespräche hinzugefügt, so wie mehrere Gegenstände aus der biblischen Geschichte, und aus der Legende, auf diese Art dramatisch behandelt. Indessen ist es nicht ausgemacht, ob sie nicht, ursprünglich, blos in lateinischer Sprache abgefaßt gewesen? Glaublich' wird dieses dadurch, baß sie, als religiöse Darstellungen, an hohen Festen, von Priestern und Mönche», ober doch von den, ihnen untergebenen Schulknaben, und, und wie es scheint, öfterer, wenigstens anscknglich, in den Kirchen aufgeführt wurden. Eben so wenig lstßt mit Gcwishcir der Ort ihres Ursprunges sich bestimmen. C- F. Flöget, in s. Geschichte der koin. kitter. B. I V. S. 19z nimmt mit vieler Wahr, scheinlichkeit Italien dafür an, ob er gleich vorher, S. 127 u. f. nach Tira- boschi, oder Jagemann ( Gesch. der fr. Kste. und Wisscnsch. in Jtal. B.;. Th. >. S. 486 u. f.) behauptet, daß die Italiener vor dem iztcn Jahrh. kein dramatisches Schauspiel der Art gehabt hellten, und doch zugleich S. 19z nichts wider die, im Uten Jahrhundert in England erschienene Mysterie von der heil. Catharina einwendet. Aber, so viel ist gewis, daß, wenn sie gleich, in jenen rohen Zeiten, Mittel des Unterrichtes in der Religion für den großen Haufen, welcher die Bibel weder lesen konnte noch durfte, waren, sie nicht blos Erbauung zum Zwecke hatten. GrößlentheilS spielte der Teufel die Rolle eines Lustigmachers durin. Auch wurden sie sehr balde in den Landessprachen geschrieben; und llcbcrreste davon zeigen sich auch in den Spielen der Landleute in verschiedenen Lstndcrn, de» Gelegenheit christlicher Feste, als des Weynachtsfestes, u. a. m. Ich setze noch hinzu, daß, da der Gedanke an eigentlich dramatische Arbeiten nicht wohl ehe Statt finden kann, als bis sich eine Gesellschaft zu ihrer Vorstellung vereint findet, es um desto minder zu verwundern ste ht, daß dergleichen Werke, bep allen Völkern, zuerst durch religiöse Feste veranlaßt worden, 5^6 C o m Com dcn, und folglich auch religiösen Jnnhal- tcs gewesen sind. Ohne Schauspieler läßt sich kein Schauspiel denken; und, wenn die Menschen, Key jenen Fellen, gleich nicht zu solchen Zwecken zusammen kamen: so kamen sie doch zu Einem Zwecke zusammen, so hatten sie doch einen gemein jebaftlieven Mittelpunkt; und die Freyheit von aller eigentlichen Arbeit und von allen Geschäften dabey, mußte diese Lustbarkeit um desto che herbei) führen. Diesem gemäß finden wir denn auch bei) allen Völkern, ehe Schauspieler, d.h. Menschen, welche in irgend einer Artvon Verkleidung auftreten, oder de» andern irgend etwas besonders zu sehen und zu hören geben wollen, als eigentliche dramatische Kunstwerke; und vielleicht würde es nie komische und tragische Dichter gegeben haben, wenn es nicht vorher Mummerepen und Possenreißercyen mancherlei) Art gegeben hätte. -- Aus den Mysterien entwickelten such sehr Haide die so genannten LNoralicaten (bei) den Engländern Inrerluäcs), welche größtentheils aus eitel allegorischen Personen bestanden, und durch die, schon in sehr vielen Mysterien vorkommenden Personen der Hos- nung, des Todes, des Glaubens, u. d. m. waren vorbereitet worden, sowie, durch den allgemeinen Hang zu allegorischer Dichtere» in diesen Zeiten begünstigt wurden, und diesen wieder begünstigten. ( S. den Are. Allegorie.) Indessen unterscheiden sich diese von den Mysterien schon dadurch, daß man Versuche zu Eharakter- zeicknung und rohe Anlagen zu einer Verwickelung oder eine Art von Plan, in ihnen wahrnimmt, da die Mysterien nichts als buchstäbliche Geschichten aus der Bi- bel, oder aus der Legende darstellen. Natürlicher Weise führte die verschiedene Natur beydcr aus diese Verschiedenheit. Allein auch in dcn letztem traten gewöhnlich lustige Personen auf; und es wäre allerdings zu verwundern gewesen, wenn zu einer Zeit, in welcher die, an denHö- fen, und in den Häusern der Großen gehaltenen Lustigmachec, Theil an den Begebenheiten der wirklichen Welt hatten, sie nicht auch in dcn Begebenheiten auf dem Theater eine Rolle hätten spielen sollen. Nur waren sie hier, wie es sich von selbst versteht, ebenfalls allegorischer Art, welchem gemäß sie öfterer den Nahmen, Laster führten. (S- unter andern Hawkins Ori^lli »t rke bchgl. Drama, V. i. Borr. S. IX.) lind diese Vermischung von Ernst und Scherz, von Religion und Possenreißerco, so wie jede Form, in welcher die biblischen und heiligen Geschichte» allein darzustellen waren, (nähm- lkch die histornchc) führten denn wieder (wie es unter andern, Warburton, bey seinen Shakcspear, vor dem ;ten Bde.) ziemlich wahrscheinlich gemacht hat, zu der Tragikomödie der Neuer», und zu dem historischen Schauspiele, in welche, wenigstens anfänglich, zum Theil, noch allegorische Personen mit eingemischt waren, wle zum Bcyspiel in dcn Cambyses, bey Hawkins, a. a. O. B. i. S. -gz u. f. in unsers Klais Herodes, wo Deutschland in Person das Stück schließt, in die t rs- gcciie ä tnrir perlsirnagez des Jean Breto» (>;6>), worin die Eifersucht eine Rolle hat, u. a. in. und von welchen, wahr, schcinlicher Weise, sich noch spätere, allegorisch dramatische Dichtereycn, wie die allegorischen Vorspiele bey allen Völkern, die öck.chlcguer bey den Engländern, u. d. m. herschreiben, welches bey der Geschichte der Komödie der einzeln Völker, sich zum Theil ausführlicher zeigen wird. Ich will hier nur noch bemerken, daß der Titel der erstem Stücke, Mysterie, der herrschende Titel für alle Stücke höheren, oder ernsthaften Jnnhaltes war, so wenig dieser Jnnhalt sonst auch Beziehung auf Religion hatte. So besitzen die Franzosen, z. B. ein kvl^slere cke la Dellruökiorr cle lAo^e, und eines cie la ibrsriee (S. Hill. ciu'Ich. Trane, c^mll. '7Zck. 12. V.-. S. q>7 lind 499-) — — In Italien ist, wenn gleich nicht, wie die Folge zeigen wird, als das älteste, denn doch, aus den angeführten Gründen, als das erste Schauspiel, die Vorstellung der dll/skcricn, welche hier dcn Nahmen bi^ure, VanZcli, Xäillcrs Illorie» Com Com 527 Ickorie, Lomeckio ssiiricusl! führen, anzusehen. Daß diese, überhaupt, wahrscheinlicher Weise italienischen Ursprunges sind, nehmen, wie gedacht, so gar diejenigen an, welche Key andern Völkern deren, in viel frühern Zeitpunkten, finden; und daß verschiedene der, von italienischen Schriftstellern angeführten Vorfiellungen dieser Art, nicht wie Tirabos- chi oder Jagemann (a. a. O.) und C. F. Flögelnach ihnen, behaupten, blosstumme Schauspiele waren, erhellt sehr deutlich aus den Nachrichten, welche in jenen Schriftstellern davon sich finden. Auch ist der Schluß der erstem, daß, weil bis jetzt, keine Stücke dieser Art aus so frühen Zeitpunkten aufgefunden, deren auch nicht geschrieben worden sind, wohl nicht der bündigste. Doch cS lohnt nicht der Mühe, hierüber zu streiten; und es kann immer nicht geleugnet werden, daß die Italiener eine Menge Stücke dieser Art besitzen, und daß deren doch in dem Anfange dieses Jahrhunderts vorgestellt worden find. (S. Ickick. äu Vir. Irol. p. Iki- coli, V>.i. S. i»o.) Mehrere Nachrichten davon liefern Franc. Lionacci, In den tZckcrvo^ioire alle rime liiere cii Vor. cic'ialcüici il vecclcko, e fti Vucrc- , Vir. i6go. 4. — L. A. Muratori, in dem -ten B. Oisserr. 29. S. 480. s. ^nriczuicor. Irol. — Maffei, i» s. Icko. rio ftell Veor. Irsl. vor s. 'Veor. Irsl. Ver. 172z. 8. z B. — Crescimbcni in s Iftvr. (lells Voi^sr Voes. Vib. IV. c. I Z. B. 1. S. Zoe. Ausg. von I7ZI. — 5. Riceoboni in den bbcckex. Iiiftor. er crir. lur lex clistercns Vtresrres cie VVurope, TLinck. 2740. 8. S. 4U. f. — Tao. Quadrio, in s. 8cvr. c ckoss. cl'vZni ?oes>!>, Vol. I V. S. 54 U. f. — Fon- tanini, ober vielmehr Apostolo Zeno, in der Lib>I. äelL sslaquen^s Irsl. V. I. S. 438. Anni. a. Ausg. von >75Z. — Eignorelli, in s. Krit. Geschichte des Theaters, Th. 1. S. Ze? und Z47. d. U. und andre mehr. Unter andern enthalt die lüblivrd. kineliiono ein weit» lclusrigcs Verzeichniß von Stücken dieser Art. Die?weyte, und dem Alter nach, die erste, so wie vielleicht die herrschende Gattung dramatischer Lustbarkeit der Italiener, ist die Romovie ans dem Stegreif, Lomcftis ftcll'srie, oder 0 lug- xcrro, welche in den Tonni, oder in dem Arlekiu und Scapin, so wie in dem Dvttore, im Pantalon, u. a. m. stehende Personen hat, , die in den verschiedenen Dialecten Italiens sprechen. Daß dieses Schauspiel unmittelbar mit den Minien und Pantomimen der Römer zusammen» hängt, hat, unter andern, Riccoboni, in s. blick, clci Vbieor. Irol. V. 1. S. 21 U. f. höchst wahrscheinlich gemacht; und daß es, bis jetzt, sich noch mit dem größten Beyfall auf dem Theater erhält, ist bekannt. (S. unter andern Moore's Abriß des Lebens und der Sitten in Italien, Th. 1. S. >z6. d. Ii.) Aber eine eigentliche Geschichte desselben läßt sich nicht geben, weil, wenn gleich, z. B. mildem Character des Harlekin mancherlei) Veränderungen vorgegangen, und jene stehende Personen überhaupt, von Zeit zu Zeit, vermehrt worden sind, doch, von einem Schauspiele, dessen Geschick, größ- tcnihcils, von dem Spiele und den Einfällen cinzeler Masken abhängt, sich kein bestimmtes Fortrücken denken läßt, und keine eigentlichen Beläge sich finden können. So viel wissen wir, indessen, daß es, wie mit der Wiederauflcbung der Wissenschaften, auch die Komödie der Alten wieder ausgeweckt, oder dergleichen wieder, in der gewöhnlichen, regelmäßigen Form, und zwar in Menge, geschrie.' bcn wurden, in diesen gleichsam, in so fern eine Nebenbuhlerin» erhielt, als die Mitglieder der verschiedenen Akademien in Italien, und zum Thcil die Schauspieler selbst, auch diese vorstellten. Und zu» gleich können die Arbeiten anderer, wie Bcvträge zur Vervollkommung, oder zur Fortbildung derselben, angesehen werden. Von dieser Art sind die sechs Stücke des Angelo Bcvlci, Ruzzanrc genannt (Vpe- re, Ven. 1565. 8- Vic. 1593. 8). Zwar kann dieser nicht, wie C. F. Flöget (Gesch. des Grvteskekom. S. z>) behauptet, z 28 Com C u m hauptet, jene stehende Personen, mit Ihren verschiedene» Oialeetcn, zuerst auf das Theater gebracht haben; denn, Fiö- gels eigener Mepnung, oder vielmehr Riecoboni'sMepnungnach, (ebend. S.-6) schreibt die Maske des Harlekin und des Scapin sich von dem CentuneuluS der Römer her; und daß die Maske des Pan- talon, so wie die verschiedenen Dialectc Italiens, schon vor dem Ruzzante auf der Bühne waren, hat Quadrio (8mr. e Ilag. ä'oAnl ?»ek!a, V»I. III. IA 2. S. 2,5) gezeigt; aber die Personen des Ruzzante sprechen denn doch in diesen Lialecten, und seine Stücke erhielten allgemeinen VepsaU. Eben so viel Verdienst, als er, erwarb, im Anfange des siebzehnten Jahrhundertcs, Ftaminio Seala, ein Schauspieler und Vorsteher einer Schauspirlccgesellschaft, sich dadurch um die o-mcnliii ciell'arco, daß er ordentliche Entwürfe zu seinen Stücken verfertigte, welche, so unvollkvmmcn sie waren, und so schlüpfrig die Stücke selbst sepn mögen, doch diese, mehr oder weniger, zu einem Ganzen machten, und wen» nicht zu Mustern, doch zu Behspic- len, dienen konnten. (S. l! Vearro ckolle t'avale rappi elonrarivo; eivvero la Ilicrea^iionc camica, Izolckiereecia c rrsgica, stiv. in cinAuanre diornsrc . . . Ven. >611. 4.) Auch schrieben, nach den, Beplpicle des Ruzzante, eine Menge Schriftsteller, welche sich bep dem Quadrio (a. a. O. S. 227 u. f.) verzeichnet finden, Stücke, in wclchcwiene Charaktere bepbchalten waren. Allein, eben in jenem Zeitpunkte, im Anfange und ge> gen die Mitte des siebzehnten Jahrhun. dertes artete nun auch die Komödie aus dein Stegreife im höchsten Grade aus, ob sie gleich sonst dergestalt die Oberhand erhalten hatte, daß, beonahe während einem ganzen Jahrhundert nur hin und wieder noch ein regelmäßiges Stück geschrieben, aber keines, auf irgend eine Art, mehr gespielt wurde. In jene wurden nicht allem immer mehr Masken eingeführt, sondern diese aste spielten auch ohne Geist, und ohne Anstand, und wählten zur Vorstellung, abentheurlichc, ungereimte, unzusammenhängcnde, tragisch-komische Begebenheiten (S. Riecob. klick. elu Jch.Irol.B.l. G. 7Z. Quadrio, a. a. O. S. 209.) Die Schuld von die, sein Versaste wird, von den Italienern, gewöhnlich, auf den Mode gewordenen Geschmack an spanischen Stücken geschoben. Rirevboni, ( Hick. cku 'Ich. Iral. B. 1. S. -,6.) Quadrio, (a. a. O. S. zg;.) Des Houlmicrcs, (klick, anoecl. ec rail. cku 'Ichearre Iral ?ar. 1769. 12. B. l. S. ig) so wie ihre Ausschcribrr, sagen, baß mit Karl dem ;'ten im Anfange des sechzehnten Jahrhunderte», die spanische Tragikomödie nach Italien gekommen scy, und diese Wirkung hervor gebracht habe. Aber, wenn nun auch nicht dadurch dem Geschmack der Italiener in sy fern ein schlechtes Compliment gemacht würde, als z. B. die französische Bühne, durch die Bekanntschaft der Corneille und des Möllere mir der spanischen, nicht eben verdorben worden ist: so war ja, erstlich gerade in eben diesem, in dem sechzehnten, Jahrhundert so wohl die regelmäßige Komödie der Italiener in dem blühend, sten Zustande, als die Komödie aus dem Stegreife noch sehr gut beschaffen, und der Verfall der italienischen Poesie überhaupt fängt sich erst mit dem siebzehnten Jahrhundert an. Zweytens haben die Italiener, so wohl dem Titel, als der Beschaffenheit nach, viel früher, als die Spanier, wirkliche theatralische Tcagi- t'omovicn, das heißt, dramatische Stücke gehabt, in welchen das Erhabene mit dem Niedrigen, das Rührende mir dem Lächerlichen unter einander gemischt ist; und weit entfernt, daß jene sie von diesen erhalten haben, könnten die letztern wohl von den erstem damit beschenkt worden sep». Crcscimbcni selbst (Ickor. ckella volgsr I'oclia, Vol. I. Oid. IV. c. z. B. 1. S. 262. Ve». 17 zi. 4.) cho wie Quadrio ( a. a. O. S. ;8) führen ein Stück des Franc. Salustio Vonguglielmi Apollo c löeuevros an, welches schon mit Ausgange des fünfzehnten Jahrhun. derteS erschien, und nicht allein I'rsg!- comeckia Com Com comcstia heißt, sondern auch unter die Farcen gesetzt wird. Noch sichtlicher zeigen sich die vorgeblichen Eigenheiten der spanischen Tragikomödie, in der, umsJ. ,;z- gedruckten, von Quadrio ebenfalls (a. a. O. S. Z45) angezeigten, so wie, ausdrücklich als eine spanische Tragikomödie charactcrisirten, und auch Tragikomödie genannten-Ceecaria des Neapolitaners Antonio Epicuro. Von welcher Beschaffenheit aber um diese Zeit die spanische Komödie war, wird die Folge lehren; und es verrät!), von Seiten des zuletzt angeführten, italienischen Schriftstellers eine, eben so lächerliche Unwissenheit, als Parteilichkeit, wenn er, um seine Mcv- nung zu erweisen, (S. zzz) behauptet, daß Lope de Rueda (f i;6o) bereits daS spanische Lustspiel von dergleichen Ungereimtheiten habe reinigen wollen, und zugleich auf der folgenden Seite wieder erzählt, daß es erst von Lope de Vcga (h iü?;) gleichsam festgesetzt worden sep, daß man, um der spanischen Nation zu gefallen, das Tragische sinit dem Komischen vermischen müsse; oder, wenn er S.zusagt, daß der gedachte Antonio Epicuro, nur um den Spaniern zu gefallen, sein Stück in dieser Manier geschrieben, und es auf diese Art betitelt habe. Wenn Warburtons bereits angeführte Mcynung, daß die Tragikomödie nähmlich aus dein Gemisch von Religiosität und Possenreißerey in den Mysterien und Moralitäten allmäh- lig entwickelt worden, oder der Geschmack an jenen Mißgeburten der Kunst, aus diesen entsprungen sey, gegründet ist: so wäre eS wirklich zu verwundern, wenn dasjenige Land, welches, aller Wahrscheinlichkeit nach, zuerst Farcen von der letztem Art hervorbrachte, nicht auch, zuerst, Stücke der erstem Art hervor gebracht haben sollte. So viel ist gcwis, daß, Falls auch die spanische Tragikomödie auf die tchmestia stell'orce Einfluß gehabt hat, wie es, unter andern, durch den Charac- ter des spanischen Capitäns, welcher eine Zeitlang damit verbunden war, erwiesen wird, doch vom I. >5za an eine Menge solcher Tragikomödien, deren Vcrzcichniß Erster Theil. sich bey dem Quadrio selbst (a. a. S. S. Z47 u. f.) findet, von Italienern geschrieben worden sind, aus welchen nun, in dem gedachten Zeitpunkte, im siebzehnten Jahrhundert, der Stoff zu den Komödien steil arte allgemein genommen wurde. Erst mit Ausgange dieses Jahr- hundertes versuchte Piet. Cotta, Vorsteher einer Schauspielergcsellschaft, die italienische Bühne von dergleichen Ungereimt- hciten zu reinigen. Was alles von ihm, und seinem Nachfolger, Riccoboni, aber vergeblich, geschah, kann man bey dem letztern (lstiss. stu Ich. kcal. B. S. 76 u. f.s lesen. In diesem Zustande ungefähr blieben die Sachen, bis Goldoni erschien, der, wenn er gleich nicht der erste war, welcher wieder gute, und auch kci» ncsweges Meisterstücke, schrieb, und auch den Harlekin und seine Gefährten kcines- weges durchaus von dem Theater verdrängte, doch das Verdienst hat, das Vergnügen der Italiener im Schauspiel- Hause vermehrt und vcrvollkommt, und regelmäßige Lustspiele zuerst, vorzüglich, auf die öffentlichen Bühnen gebracht zu haben. (S. die Folge) Mehrere Nachrichten von dieser Art des Lustspieles liefern: Pictr. Mar. Ceechini in s. Qurri «kelle mosterne Lnmestie, Vast. 1616 und 162g. 4. — Fr. Sansovino in s. De- scri?. sti Veneria, Ven. 1606. 4. S. >6z u. f. — L. Riccoboni, a. a. O. — Xa». Quadrio, a. a. O. S. 205 u f. — Signorelli, in s. Krit. Gesch. des Theaters, Th. >. S. Z85 (aber nur sehr wenige) — Des Houlmicrcs, in s. »ist. stu Ich. ical. 1769. 12. 7 B. — C. F. Flögcl, in s. Geschichte der koni. Littcrat. B. IV. S. >40. und Geschichte des Groteskekom. S.-9 u. f. Und unter den besondcrn Vcrthcidigcm und Lobrcd- ncrn desselben zeichnen sich Barctti (Besehe. der Sitten in Italien, B. >. S. 157 u. f.) und der Graf C. Gozzi in dem kiogionamencn lincern vor dem >tcn und gtcn Bde. s. Opere, Ven. I772. 8. aus. S. auch noch die, zu Anfang des Art. angezeigten Schriften des Jos. Ant. Constantini, und Givv. Ant. Bianchi. Ll Uebri, 5Zo Com Com Uebrigens ist diese Art der Komödie nicht blos aus Italien eingeschränkt geblieben; auch in Deutschland, und noch mehr in Frankreich, wie die Folge zeigen wird, hat sie Beyfall gesunden; und diejenigen also, welche dem letztern bände einen gereinigten Geschmack zugestehen, sind auch gcndrhigt einzuräumen, daß dieses Schau» spiel, bey eine»! gut gewählten Jnnhalt, und bc» talentvollen Schauspielern, gebildete Menschen unterhalten könne. — Sie dritte Gattung der dramatischen Lustbarkeiten dieser Art be» den Italienern, ist die eigentliche, oder gelehrte (c-ru- äirs) oder Tharacrer-Romodie, die, wie bey allen Völkern, zusammenhängend niedergeschrieben ist. Sie erste Idee dazu ist, wahrscheinlicher Weise, aus den auf unS gekommenen Gedichten der Alten von dieser Art geschöpft. Wenigstens sind in Italien, die ersten, nach einem Plan eingerichteten, und regelmäßigen Stücke dieser Gattung lateinisch abgefaßt gewesen. Ohne hier der, schon im Anfange des vierzehnten, oder gar mit Ausgange des drev- zchnten Jahrhundertes geschriebenen, la, teinischcn Tragödien des MussatuS zu gedenken, verfaßte auch Petrarca, als Jüngling, eine, nie gedruckte Komödie in dieser Sprache, (S. dessen Lchiss. tamil. IckU. VII. ep. 16.) so wie, um eben diese Zeit, Paul VcrgeriuS (S. die visscrrac. Voss, des Apostels Zeno, V. i. S ;s). Und noch in dem folgenden Jahrhunderte wurden deren in dieser Sprache geschrieben (S- Signorelli Krit. Gesch. des Theaters, Th. >. S z-,8. d. U.). Aber, unstreitig , waren diese mehr zum Lesen, als zum Vorstellen bestimmt; oder konnten doch, ivofern auch einige davon, gleich den, vom Pomponius Lätus, in den Vorhöfen der römischen Prälaten aufgeführten Lustspielen des Plautus und Tcrcnz, wirklich vorgestellt worden sind, (s. die Oisserrar. Voss. B. z. S.-Z2 u.f.) nur wenigen Zuschauern Genuß und Vergnügen gewähren. Und zugleich sind die ersten öffentlichen, in der Landessprache gegebenen Schauspiele dieser Art, hier, wie allenthalben, nicht gleich in der regelmäßigen Form der Komödie, und vielleicht nicht einmahl in der Form des Drama überhaupt, abgefaßt gewesen. Las letztere ist, in Ansehung der, vom Älber. tus Mussatus (l'rol. Ickb. X. äe Leltiz Icsl. vergl. mit Ticaboschi (illlss. Ic-ncr. ?. IV. Ichl,. III. (7. z. §. 27) erwähnten, mit Ausgang des dreyjehnten, oder im Anfange dcö vierzehnten Jahrhunderte» öffentlich abgesungenen Thaten der scömgc und Fürsten, (in so fern solche nähmlich hierher gehören) höchst wahrscheinlich. Meine» Brbünkens haben diese Schauspiele aus Liedern und Erzählungen bestanden , wie es so gar aus dem erhellt, was der, ums I. 1450 - 1480 lebende Joh. Sulpitius (bey dem Quadrio, a. a. O. S. 57 u. f. bey dem Signorelli, Th. >. S. Z4>) von seinem Verdienste um die dramatischen Vorstellungen überhaupt sagt. Und das ersterc zeigt sich an den, aus den frühesten Zeitpunkten übrig geblicduicn Stücken. Lcm Crescimbeni (lssor. elc-Ila vol»or Voelia, Ickl>. IV. c. z. B. 1. S.-61. Ausg. von i?zi und dem Quadrio ZU Folge (Lcor. e UsA. cl ogni b'ooiia, Vol. III. ?. 2. S. ;8 u. f.) sind diese nicht in Akte (die auch ss'empi in ihnen heißen) oder sind in sechse abgecheckt, haben besondre, und oft mannichfaltig abgc. checkte, Argumente und Prologen, und zwischen den Acten, Gesänge; die Personen sind sehr vermischter Art, Götter, Fürsten, gemeine Menschen, Possenreist ser, u. d. in. und sie führen den Titel von Ickorcolo, VroAi'comeäio. Auch sehen beyde, so wie Riccoboni (ssellex. Uickor. er crir. Lur les clisserens '1'Uöa- rreo cke ULurope, ^.mss. 1740. L. S. z und 4), diese Stücke für die Erstlinge der eigentlichen Komödie in Italien an. Das älteste, obgleich erst im I. 152z zu Venedig gedruckte Stück dieser Art soll die in rer^e rime abgefaßte Ulorioim seyn. Und schon im 1.1482, oder wie Signorelli (Krit Gesch. des Theaters, Th. 1. S. Z50) will, schon im I. 1472 erschien zu Tricnt eine, aus einer ungedruck- ten lateinischen Komödie des Siecona di Polmtviie de'Nieei, in Prosa übersetzte Cati- C o m Com 5Z7 Catinia, oderCariffona, sowie, zuSeau- diano, in I. >500 der Vimone desMat. Mar. Bojardo(f >494), und mehrere eben so such geschriebene, ähnliche Stücke, führt Quadrio (a. a. O. S. 6-) an. Zu diesen aber »sind die in C. F. Flögels Geschichte des Groteskckomischen S. 70, für eben so alt und für höchst selten ausgegebenen üarccn keineSmeges zu zählen; sie sind bepdeS nicht; und de Büre, welcher H. Flöget zu dieser Behauptung verleitet hat, scheint mit der italienischen Lit- tcratur nicht sonderlich bekannt gewesen zu senn. Die gedachten Stücke sind das Werk des Giov. Giorg. Ariane, welcher erst gegen die Mitte des sechzehnten Jahr- hundertes lebie, und die Sammlung selbst ist wenigstens vicrmahl, und auch mit einem Titel, >vorauf der Verf. genannt ist, (t)s>er-> mulio pisccvvle ciel Isso. öä. Li>>. LücitAiune ^eiune) gedruckt. Die JaheSzahl der erstem weiß ich nicht zu bestimmen, weil ich sie nie gesehen; aus der zweoten, Ben. >;6o. 8. erhellt aber, daß sie erst kurz vorher und zwar mit eben dem Titel, zu Zlsti, dem Geburtsort«; dcsVcr- salscrs, erschienen scpn kann. Dieser geriet!) darüber ins Gcfängniß, erhielt aber seine ?re»heit wieder, unter der Bedingung, seine Schriften von allen Ungezogenheiten zu reinigen, und so wurden sie, Slsti i6e». g. und Ben. 16-4. 8. von neuem gedruckt. Sie sind übrigens in dem Dialekte von Zlsti abgefaßt; und auch in den letztem Ausgaben nur vorzüglich von den Anschien auf die Geistlichkeit gereinigt. So viel bleibt, indessen, immer gewis, daß die, in Prosa, und wahrscheinlicher Weise mit Ausgang des fünfzehnten Jahr- hundertes geschriebene, und im I. ,521 zu Sienna gedruckte Calandra des Card. Bibiena nicht die älteste Komödie der Italiener ist. Sie ist es so gar nicht ein- mahl in Rücksicht auf die größere Regelmäßigkeit, denn die Cassaria des ZIriost ist früher geschrieben. Wenn und wo aber zuerst komische Stücke aufgeführt morden sind, ist, meines Wissens, nirgends genau bestimmt. Eine der merkwürdigsten, wenn gleich vielleicht nicht der ersten Vorstellungen scheint die, von den überfein n Menechmcn des Plautus, zu Femara, im I. i486 gewesen zu sc»». (S unler andern C. F. Jagcmanns Gesch. der fr. Künste und Wissensch, in Italien, B. z. Th. z. S. 587 u. f.) Und dem Fontaniui zu Folge s Uilzl. ckello Llocz. Irak. B. 1. S. Z84) wurde im I. >494 die -ginicic-i» des Jae, Nardi, welche sich mit einem, von dem Merkur gehaltenen, Prolog er- vfnct, zu Venedig aufgeführt. Es ist, indessen, wahrscheinlich, daß noch früher, entweder zu Ron, oder an andern Orten Italiens, Komöoien gespielt worden sind, weil sonst die angeführten frühern Stücke schwerlich, was sie seyn sollen, älter , in so fern seun könnten, als sie, sichtlich, mit einem Auge auf wirkliche Vorstellung abgefaßt zu scpn scheinen. Für bloße, zum Lesen bestimmte Kunstwerke, lassen sie kaum sich ansehen. Auch werden in den ?(>MPL Linole des Jsld. llguraieri Azzolini, l?iil»^. 1649.4. sehr vieler, und sehr frühzeitiger, von den verschiedenen Akademistcn zu Sienna, und nicht blos daselbst, sondern auch, später, in Rom, unter Pabst Leo dem zehnten, gegebenen Vorstellungen von Komödien gedacht. Don diesen und mehrern Akademisten, oder andern Privatgesellschaften sind aber auch vorzüglich die regelmäßigen Stücke gespielt worden. Die eigentlichen Schauspieler haben, wie gedacht, sich nie oder doch selten damit befaßt- Geschrieben wurden deren, indessen, von diesem Zeitpunkte, vom Anfange des sechzehnten, bis zur Mitte des siebzehnten Jakrhundertcs sehr viele. Riccobvni (in s. Istilk. cku Vhösrra icolien, B. 1. S. >Z> U. f.) zähls der bloS gedruckten über sechstehalb hundert, und mehr als 90 komische Dichter auf; und bcy dem Quadrio (a, a. O. S. 6, u. f.) finden sich deren noch mehrere verzeichnet. Die merkwürdigsten dicserOichtcr sind: Lud. Ariostv(f >5z6) Nie.Macchiavelli (hizoS) Erc. Bcnlivoglioli54?) Nie.Seccol >547) Pict. Aretinv (f 1557) Giov. Mar. Cccchi (1570) Sforza dcgli Oddi (1578) Lulgi Groto, Cieco dÄdria (>57?) Annib. Euro (L!Ii Lrrsccinni > Ven. 15g:. 12.) L! 2 Fili 5Z2 Com Com Fll. Gactano (iSoy) Giovb. dclla Porta (ff >6,;) Ott. d'Jsa (ff >6-2) Enr. Altana (1622) Brign. Sale (>Sz9) Mich. Aug. Buonarotti (1-1646). llebrigcns ist ein großer Thcil dieser Komödien auch in Prosa abgefaßt; und, nach denen zu uctheilcn, welche mir genauer bekannt sind, fehlt ihnen doch, größtcntheils, viel »on der Wahrheit und dem beben, wodurch, in der Vorstellung, das Lustspiel allein anziehend wird. Sie sind fast alle zu genau nach der Komödie der Alten abgefaßt; und die darin aufgeführten Cha- racterc mehr nach abgezogenen Begriffe», als nach der Natur, oder doch höchst flach geschildert, so wie der Dialog keineswe- geS charaeleristisch, und die Fabel in den mehresten stnßerst romanhaft und verwickelt. Viele Italiener selbst, wie, z.B. Baretti, in der -Beschreibung der Sitten in Italien, urthcilen nicdl günstiger davon. Aber, als bloße Kunstwerke, betrachtet, fehlt es ihnen keineSwcges an Werth. Daß deren übrigens in der letzter» Hülste des siebzehnten, bis in den Ansang des achtzehnten Jahrhundertes wenige mehr erschienen, und noch weniger gespielt wurden, ist bereits vorher bemerkt worden. Die Opcrnsucht ergriff die Italiener mit einer solchen Wuth, daß sie, ausser diesem, und der immer schlechter werdenden Lomestia stell'arcc, kein anderes Schauspiel mehr sehen wollten. Nie. Amenta (ff 1719) scheint einer der ersten gewesen zu scyn, welcher wieder rcgelmüsi sige und gute Stücke, dem Signorelli, Th. s. S. >8> zu Folge 7 an der Zahl, lieferte. Mir sind deren nur viere bekannt, wovon aber das erste, II köre», schon Ven. 1700. 12. gedruckt ist. — Ihm folgten : Äirol. Gigli (ff 1722), dessen lstciAanri, Ven. 1704. 12. II Don l?ilvne, eine Nachahmung des Tartüffe, Lueca 1711. 8. gedruckt worden sind. Uebrigens sind deren noch niehrere von ihm vorhanden. — Nie. Salerno (L-ianne liarsnici-i, Len. >717. 8.) Maffei (l^e Leremo- nie. Vcr. I7Z°. 8.) -- Gius. Gor. Corio (l'esrr. rra^. e coinicei, Ven. 17; 2. L. -B.) Giov. Bat.Fagivvli (vpere, Vir. 17Z4 - 17Z6. 8. 6 B. 'Ven. 175z. 12. 7B.)u. a. m. Die größte Veränderung aber bewirkte in so fern Carlo Goldoni, als seine Stücke wirklich, und in mehr, als einer Stadt Italiens, auf öffentlichen, und die Stücke der übrigen entweder gar nicht, oder doch nur, wie die Komödien des Fagivoli, auf akademischen oder Privattheatcrn gespielt wurden. Er sieng damit an, die alten, den Italienern beliebten Tragikomödien, den Belisar, D. Juan, Rcnaud de Montauban, u. a. in. von Ungereimtheiten zu reinigen, und den Harlekin daraus wegzulassen; hierauf schrieb er ein eigentliches Charakterstück, ^-lnmolo Lorcc^ lsn, oder I'uvmo sti Vlcxistc,, worin aber nur die Hauptrolle ausgeführt, die andern der Wilikühr der Schauspieler über, lasse» waren. Endlich gab er, im 1.1746 ein völlig geschriebenes Stück, die Onn- na sti Lai-lic, und in der Folge noch bcy- nahe 60 von eben dieser Art, wovon zuerst vier Stücke im I. <751 gedruckt erschienen, und die nachher sümmtlich in f. W. Ven. (bcy PaSquali)>76c> - >774.8. sc» B. Vae. 1772. 12. 16 B. gesammelt worden sind. (S. die Ksemoiiex stc Liolstvni, ?ar. >787- 8. ZB Deutsch, Lechz. 1788. 8- z TH ). Auch ist ein grosser Thcil derselben von verschiedenen Verfassern in das Französische übersetzt, und unter dem Titel: Lstvix stex meillcu» reo piecex stu Vlceacre iralien mc>- sternc, ?. 178z. IS. gesammelt worden. Deutsch hat einige vierzig Stücke desselben, J.H.Saal, Lechz. 1767-1776. 8. 11 Th. so wie I. C. Bock, H. A. O. Rcichard, u. a. clnzclc derselben, und zum Thcll umgearbeitet herausgegeben. Daß, bey dieser Wirkung seiner Stücke, es ihnen nicht an Verdienst fehlen kann, versteht sich von selbst. Möincs Bedün- kcns sind aber die Plane derselben, größ-- tenthcils, doch sehr alltüglich, und der Dialog sehr leer. Oer größte Vorzug derselben ist, vielleicht, daß die Nationalsitten zuerst darin auf die Bühne gebracht worden sind. — Mit ihm zugleich, aber seinen Entwürfen entgegen, arbeitete, für Com Com 53z für daS Theater zu Venedig, Piet.Cbiari. Dieser nahm, nckhmlich, bcy seinen Ar» bcitcn, Rücksicht auf die stehenden Charaktere, oder Masken, welche jener lieber ganz hätte ausrotten wollen ; seine Komödien» einige vierzig an der Zahl (Vcn. 1756. L- >gTH. Kol. >759- 8- 12 B.) stehen indessen» ihrem Werthc nach, weit unter den Stücken des Gvldoni. Die Streitigkeiten zwischen Heyden, brachten die wirklich originalen komischen Arbeiten deS — Carlo Gozzi (Operc, Ven. >753. 8 SB. Deutsch, die thcatral.W. durch Frdr. Aug. Werthes, Bern >777-1780.8. 5 Th.) hervor. Wenigstens läßt ein hoher Grad von Erfindungsgcist, so wie von Darsteliungsgabe sich ihm nicht absprechen; und nur wenige Dichter dürften, sowie er, das wirklich Ungereimte anziehend und so gar rührend zu machen gewußt haben. Unter den neuern sind die merkwürdigsten : Onofrio Albergati Capacelli (kKuo- vc> Vearro c»m. Ven. >774-1779. 8. 5 Th. Deutsch, der >tc Th. Brest. >778. 8. und einige cinzclc, von H. A. O. Rci- chard, I. N. Peyold, u. a. m. Er nähert sich der Manier der so genannten Dramen ; aber er ist auch größtcnthcils eben so langweilig, als die langweiligsten der Dramendichter) — I. A. Fredcrico (I. Airbi, II Luracore) — C.Pccchia (Hip- pvlytus, IKeap. >779. 8.) — Piet. StgNV- rclli (l.a v-nissina, Ouc. 1777. 8.) Andr. Willi (in s. Opcre strarn. Ven. 1778. 8- finden sich drco Lustspiele) u.a. mehr. UcbrigenS muß man, bcy dem von C. F. Flöget ( Gesch. der koin. lütter. B. IV. S. >57) angegebenen Rcichthum der italienischen Bühne nicht vergessen, daß, unter der daselbst bestimmten Zahl von Stücken, auch alle mögliche Opern, Tragikomödien, Tragödien, Mysterien, u. s. w. mit innbcgriffcn sind. Ucbcr- sehungen in andre Sprachen von italienischen Komödien scheinen nicht viele gemacht worden zu scyn. Von französischen ist mir» ausser den bereits angeführten, und einigen früher», bcy dem Riccvboni (Restex. crir. S, 95 u. f.) erwähnten, nur Noch daS Viresrre äckralie, ?»r. 1758» i a. >5 B. von CedorS bekannt; von de» englischen, begnüge ich mich mit der An- zeige der llcberseyung der Luppvliri deS Ariost, welche schon im I. >;66 erschien, und einigen Einfluß auf die englische Bühne gehabt zu haben scheint (S. HawkinS OriZin »t rlic Drain» illuilr. B .Z. S. 1 u. s.); und wir Deutschen haben, nächst den vorher angezeigten, eine welsche Schaubühne durch H. A. O. Rcichard, Verl. >780. 8. erhalten. Mehrere Nachrichten von dieser Art der Komödie selbst, geben die schon öfterer benannten Schriftsteller Crescimbeni, (I-ib.IV. L. Sund?. B. 1. S. -<>7. Ausg. von >7Z>.) Riccvboni, Quadrio, Signorelli, an den angef. Orten; auch enthält noch die Vorrede des CedorS zu dem Vbesrre ä'Iraiie, so wie die Vorrede des Chiari zu s. Komödien, und der 4tc B. von C. F. FlögelS Geschichte der komischen Littcratur, S. >25 u. f. eine Geschichte derselben, und die lelcmoirez äe O»ic!c>ni mancherlei) Bey- träge dazu. — Wegen mehrerer Schriften s. den Act. Drama. — Verbunden mit dieser Gattung der Komödie waren fast immer die Intermezzos, au» welchen sich endlich die eigentliche komische Oper bildete. Schon in die frühesten Stücke der geschriebenen italienischen Komödie wurden zwischen den Acten, Lieder, oder Madrigale, unter der Aufschrift Oorc, eingeschaltet, und diese verwandelten sich endlich in Gespräche, welche eine eigene Handlung darstellten. Mehrere Nachrichten gicbt der Artikel, Operette. — — Wegen der tavole ruilicale, bolcke. reccie, cscciatnric U. d. M. s. den Art. -Hirtcngevickt. — Ferner gehören, zu den dramatischen Lustbarkeiten der Italiener noch allerhand, für sich selbst bellende, und noch fortdauernde Possen, oder Farcen, welche aber nie auf den öffentlichen Theatern erscheinen. Dergleichen sind die TinZarelclie und Oiuciiare, von welchen CrcScimbenk, Oib.IV. c. 4. B. >. S.-6z. und Flögel (Gesch. des GroteSkckom. S. 67) handelt, der sie aber, auf der folgenden Ll 3 Seite 5Z4 Com Com Seite wieder mit den frühern, und, der Beschaffenheit nach, ganz andern Farcen, verwechselt. — Auch an einer eigentlichen Puppen- RomoSie, oder an lNarionettensple- lern, welche bey ihnen Lur-ucini heißen, fehlt es den Italienern nicht. S. Qua- drlo Kror. e llsg. ll'ogni Poeiis, Vol. III. ?. 2. S. 245. — — Eben dieser Schriftsteller gicbt (a. a. O. S. 257) einige Nachrichten von den Pantomimen der Italiener. Eine besondre Gattung derselben, welche aus Puppen besteht, die, hinter einem durchsichtigen Vorhange, irgend eine Handlung, ohne weitere Worte, darstellen, wird, S- 2;8 erwähnt. Ihr Urheber soll ein Venetiancr, Gius. Cavazzi, scyn ; aber H. Quadrio erzeigt den Deutschen die Ehre, sie für Verbesseret dieser Er- ssndung auszugeben. — Von eigentlichen -Lasteten s. Signorelli, Th. 2. S. 2-8. d. ll. Die Romodie der Spanier läßt nicht, mit voller Gcwishcit, sich genau charactcrisircn, oder vielmehr die Geschichte derselben sich nicht ausführlich geben, weil die Spanier selbst zu wenig Materialien dazu geliefert haben, und doch das wenige, was jeder aus der bcetürc der spanischen Stücke wissen kann, hinlänglich ist, umzusehen, daß die Qua. drio, Vcttinclli, Varctti, und selbst Signorelli, so wie noch mehr die Franzosen, als Voltaire, die Verf. der Hill, nniv. esrre5, u a. I». welche von dem spanischen Theater haben Nachrichten geben wollen, entweder sehr wenig damit bekannt, oder doch nicht sehr geneigt gewesen sind, den Spaniern Gerechtigkeit wiedcrfahren zu lassen. Quadrio z. B. a. a. O. S.zza u. f. leitet die spanische Kombdic, und das ganze spanische Drama überhaupt. unmittelbar von den Atellanen der Römer, nachdem er diese zu ganz eigentlichen Tragikomödien gemacht hat, her; und, zu diesem Ende muß die Atellane erst nach Afrika hinüber späteren, und von da müssen die Mauren sie nach Spanien bringen. Und von der Parteylichkeit oder Unwissenheit der übrigen werden sich, in der Folge, Bcpspiclc finden. Der einzige Riccoboni (lleklex. Iiilkor. cc crir. lur les stillerem Vhcs- rrez ste IVurope, T^mib. 1744. 3» S. 44 u. f.) zeichnet sich, durch Unpar- thcilichkeit aus; aber er scheint nicht immer genau unterrichtet gewesen zu se»n. Es bleibt also nichts übrig, als sich an jenen, wenigen Nachrichten der Spanier, verglichen mit den Stücken selbst, zu halten. — Ob die Spanier so früh wie die andern Völker Europcns, eine eigentliche, christliche RomoOie gehabt haben, ist nicht ausgemacht; indessen ist eS billig, daß diese zuerst in Erwägung gczo, gen wurde. Sic besitzen zwcycrlev Arten davon. Die ersten sind die, seit dem I. 1765 durch ein königliches Edict verbotenen s^uros iscrsinenrsiez, welche gewöhnlich mit den Mysterien in eine Classe gesetzt werden, aber eigentlich zu den Moralitäten in so fern gehören, als sie, größtcntheils, immer nur aus allegorischen Personen bestehen, und nur allenfalls sich zu jenen zählen lassen, weil sie immer Beziehungen auf die Geheimnisse der Religion, besonders auf das Geheim- niß des Sakramentes haben. Die Zeit ihrer Entstehung ist, so viel ich weiß, noch nicht bestimmt. Zwar hat Signorelli (Krit. Geschichte des Theaters, Th. 1. S. z;; vergl. mit der Anm. Th. 2. S. 4-. d. U.) aus dem im I. 147z ergangenen Verbot der Toletanischcn Kirchenversammlung, die lieben der Heiligen in den Kirchen zu lesen, ein Verbot dieser Art von Vorstellungen herausgebracht; und Na- sarre, in der Oiilerrsr. iolzrs Iü5 Oo- mestisr ste Lsg. vor den Eomcd. des Cervantes, VIsst. 1749. 4- scheint, S. >6 sie für sehr alt anzusehen. Auch kommen, wie die Folge zeigen wird, schon sehr frühzeitig, moralische Wesen, oder allegorische Personen in den Schauspielen der Spanier vor. Allein so viel ist gewis, daß der ^nros nicht ehe, in den spanischen Schriftstellern, als im oten Th- Kap. 11, oder in der Fortsetzung des D. Quixotte vom Cervantes gedacht wird; und das daselbst Com Com 535 selbst erwähnte, I .ZS Oorrar ste In Vlucrre, soll, dem Vinc. Gareia de la Huerta. in dem Urnl. zu s. Vtiescr bäisp. S. XV zu Folge, sich von dem Cervantes selbst hceschrcibcn. Jene Fortsetzung erschien aber erst in dem I. 1615. Indessen ist es sehr natürlich, daß die Keime derselben schon sehr frühe da waren, dieses »lögen nun die stummen Mummereyen Key dem Frohnleichnamsfeste (Eigner, 5H. 2. S. 42) oder die Gesänge und Aufzüge der Piigrimme (Nasarrc, a. a. L>. S. 16) gewesen scyn, So gar die Gespräche des Juan de ia Enzina (S. Dclazg. S, z°z) lassen, wie Vorläufer derselben, in so fern sich ansehen, als die Passion, die Wall- sarth nach Jerusalem, u. d. Gegenstände niehr, darin abgehandelt werden. Auch sind deren, wahrscheinlicher Weise schon, in der gewöhnlichen Form, vor dem gedachten Zeitpunkt geschrieben worden; der bekannte Lope de Bega (s 16z;) soll, wie Montalban in der tama posskums sagt, der Verfasser von mehr, als 400 sepn, von welchen, unter andern, D. Joseph Ortitz de Villcna zwölf, Zaragossa 1644. 4. gesammelt bat. Der berühmteste Di chter in dieser Gattung aber, ist O. Pedro Calderon de la Barca (f 1687). Seine Stücke dieser Art, wurden zuerst, Madr. 1677 u, f. 4. und darauf, an der Zahl 7-, von O. Pedro Pando y Micc, Mad. 1716. 4, 6 B. herausgegeben; und in dem, bcy der Sammlung s. Komödien, von Juan de Vera Tassis, Mad. 1685- >694. und 17-6. 4. y B. befindlichen Verzeichnisse werden ihm 94 zugeschrieben. Noch mehrere scheinen, unter seinem Nahmen, einzeln, und zugleich sehr verstümmelt, gedruckt worden zu sepn, so wie deren noch, von viel andern Dichtern abgefaßt worden sind. In dem, von Vinc. Garcia de la Huerta, seinem VKearro kstes- x-iwol bcygefügtcin Verzeichnisse, worin er drcy Arten derselben, als Sacrsmcn- rslez, ^IeA»ricc>ü > ^ al Kacimienro >Ie nuessro Leiror annimmt, werden, 5. 202 u. f. die Titel von Z09 dergleichen Stücken angeführt, und unter diese» finden sich doch nur ig von Lope. Was den Werth derselben anbctrlft: so find wenigstens die von Calderon, in Verglci- chung mit den mir bekannten Mysterien und Moralitätcn anderer Völker, wahre Meisterstücke; und C. F. Flöge!, welcher (Gesch. des Groteskckom. S. ?z) von ihnen überhaupt sagt, daß sie an ungeheurer Vermischung vom Heiligen und Profanen, von Engeln und Teufeln, fast alles über» treffen, was je Ausschweifendes in der Komödie erdacht worden ist/' scheint die ähnlichen Produete anderer Völker nicht sonderlich genau angesehen zu haben. Man lese, z. B. nur die Vie ste .'»r. OUrisso- llc , .. en rime tiwncniie er par per- sonnsiZez p. kcäairrc (Hnr.) Lkevalcr, Oren. >5Z0. 8. und vergleiche! Oder die Aoralilät des Nie. de la Chesnaye, I.» concimririarion ckez bznczuers, aus eben diesem Zeitpunkte. Wenn Calderon Bäume und Wanzen personificirt hat: so findet man hier die Pillen, das Cly- stier, den Aderlaß, die Hülfe, den Zeitvertreib handelnd eingeführt. Und Gigno- rclli, der (Krit. Gesch. des Theat. Th. 2. S. 74) so geflissentlich Ungereimtheiten aus ihnen mitExclamationen über sie, zusammen trägt, hätte immer dafür auch Nachrichten und Auszüge aus den Mysterien seines Volkes, über welche er mit ein paar Worten hinglitscht, geben sollen, und würde, wenn er sie, aufrichtig aus den frühern Ausgaben gegeben hätte, eren dergleichen Ungereimtheiten und Anstößigkeiten aus ihnen haben den Lesern vorlegen müssen. Besonders dürfen die spanischen -3urc>5 nicht nach den Beschreib»»» gen von ihren Vorstellungen beurthcilt werden, weil die spanischen Schauspieler, viel frcycr, als an andern Orten, mit ihren Stücken umgehen, und in jene entweder irgend einen Grazioso hinein flicken, oder Veränderungen damit vornehmen. So kann z. B. in der Vorstellung des äurc>5, bw Oevocion -le la bäila, vielleicht, wie Signorelli (Th. 2. S. 77) erzählt, die Messe wirklich gc- fcyert worden scyn; in dem Stücke des Calderon selbst (und kein anderes, als das genannte kann er gcnteynt haben) wird L l 4 diese 5Z6 Co m C o in diese Feyer ausser dem Theater angenommen. Ilebrigcns haben die ^Zurns, wie mehrere profane Stücke, ihre eigenen Prologen (l.oss),die nach der Person/von welcher sie gehalten werden, z.B. Prolog des Narren, des Bauern, u. s. w. betitelt sind; und mehrere Nachrichten geben, Rieeoboni, (a. a. O. S. ;z u. f.) und C. F. Flöge! ( Gesch. der kom. Litterat. B. IV. S. 162 und >8>. und vorzüglich Gesch. des Groteskekoni. S. 7z u. f. wo das, was jener, und Signorclli, Barett!, und einige Reiscbcschreibcr erzählen, gesammelt worden ist). — Die zweite Gattung der eigentlichen christlichen Komödie in Spanien sind die Lome- cliax cle Sznroz. Diese werden gewöhnlich mit den s^urox verwechselt; aber sie sind davon in so fern ganz verschieden, als in ihnen das Leben und die Thaten der Heiligen, in ordentliche Auszüge oderJor- uades abgethcilt, dargestellt werden. ES dürften wenige Heilige seyn, welche nicht, auf diese Art, wären auf die Bühne gebracht worden; wenigstens sind mir, den Aufschriften nach, mehr als ein paar hundert dergleichen Stücke bekannt. Das älteste scheint die Maria des, ums 1.1566 lebenden Juan Timoneda zu seyn. Daß der Teufel, so wie die Engel, und moralische Wesen aller Art, in diesen Stücken Rollen haben, versteht sich von selbst; auch treten öfterer, ein dtlno sselux, (ein JesuSkindlcin) und ein Leaciolo (ein Hannswurst) in ein und demselben Stücke auf. — — Die eigentliche Romodre der Spanier scheint, wie bcy allen Völkern, sich überhaupt aus Schauspielen entwickelt zu haben, welche nicht eigentliche Komödien und nicht cinmahl Dramen überhaupt waren. Nasarre, in der vorhergcdach- ten Abhandlung, S. 19 erzählt, daß, bcy dem Krönungefeste Alfons» des gtcn von Arragonicn, im I. >z-8 allerhand Gesänge und Gespräche wären aufgeführt worden; und dergleichen Vorstellungen müssen unstreitig öfterer Statt gefunden habin, weil Johann itc, Martin und Ferdinand von Arragonicn den Mitgliedern dcr LIg^z Lieiici», oder der eigentlichen Dichter-Innung, das Vorrecht cr- theilt haben sollen, daß nur ihre, oder nur die, von ihr gut geheißenen oder gekrönten viraclox, Vroliax und öffentlich abgesungen oder vorgestellt werden dürften (Nasacre, a. a. O. S. >8). Von dem Jnnhalte oder der Beschaffenheit derselben wissen wir aber nichts; eben so wenig, als von der Art von Farcen, welche, dem gedachten Schriftsteller (a. a. O. S. 20) zu Folge, bei) den Turnieren dieser Zeit gespielt worden sind. Allein im Anfange des fünfzehnten Jahr- hnndcrtcs, wurde zu Saragossa ein Schauspiel von Enrique de Villcna (f igzg) aufgeführt, in welchem die Gerechtigkeit, die Wahrheit, der Friede und die Barmherzigkeit, handelnd erschienen; und in dem Laneionero cle roäsx las Ll>r»x cle )usn clcl Lumina, ^Zr. 1516. f. finden sich allerhand dramatische Stücke, sehr vermischten JnnhalteS, worin die handelnden Personen größtenthcils aus Schäfern bestehen. lind Stücke dieser Art sind denn auch, wie Cervantes erzählt (in dem ?rel, zu s. Komödien), die herrschenden, vorgestellten Stücke der Spanier, noch in der Mitte des sechzehnten Iahrhrrnvertes gewesen. Er sagt von den, in seiner Jugend gesehenen Komödien: „Sie waren Gespräche, fast wie Hirtengedichte, zwischen zwei) oder drey Schäfern, und einer Schäferinn. Man stutzte sie auf und verlängerte sie mit zwei) oder dre» Zwischenspielen, darin bald eine Mohrinn, bald ein Kuppler, bald ein Schalksnarr, bald ein BiSeayer (ein Tölpcl) vorkam." Und, aller Beschreibung nach, sind die, in verschiedenen Sammlungen, zu Valencia >567. 8. gedruckten eigenen Arbeiten des Schauspielers, wslchcr diese Vorstellungen gab, des,Lope de Rucda < von eben dieser Beschaffenheit. (S. Velazq. Gesch. der span. Dichtk. S. Zill. Signorclli, Th. 2. S.27.) Auch Lope de Vega in f Stere nuevo ;66), auch zu Valencia, herauskamen, ob sie gleich durch eingewebte Bczauberungrn etwas mehr Leben erhalten haben. Als Kunstwerke seht Velazquez (a. a. O. S. z,z) sie noch unter die vorigen. Indessen haben frcplich die Spanier schon früher, nähmlich schon im Anfange des sechzehnten Jahrhundertcs, gedruckte, obgleich nicht (wie man aus den eben angeführten Worten des Cervantes schließen muß) gespielte Stücke gehabt, welche der eigentlichen Komödie viel näher kommen. Dieses sind die, unter der Aufschrift ?rop». lostis, zu Sevilla, bereits >520.4. >5ZZ. 4- erschienenen Stücke des Barth, de Tor« res Naharro, eines Geistlichen. Es sind deren acht, Serafina, Trophea, Svlda- tcsca, Tincllaria, Jmenea, Jaeinta, Calamita undAquilana; und meines Be- dünkcns sagt Nasarre, von ihrem Verf. (S. 21) in so fern mit Recht: stebe lcr renisto por ei piimero, gue stio mos a las comestis« vuIZarez, als Begebenheiten und Handlungen in ihnen dargestellt werden, und als cS ihnen nicht an Plan und Verwickelung mangelt. Signo- relli, vielleicht aufgebracht, daß Nasarre den Verf. zu einem Lehrer der Italiener machen wollen, ist (Krit. Gesch. des Thcat. Th. 2. S. ;o u. f.) ungerecht gegen bepde. Jenen läßt er diese Stücke für die bcßtcn spanischen ausgeben; und brh diesem übersieht er das, worauf er, als Gcschicht- schrciber der Bühne, zuerst hätte sehen solle», das Verhältnis desselben zur Fortbildung der Komödie in Spanien. Wenn die Stücke seiner Vorgänger, nähmlich, bloße Schaferfpicle waren, wenn sie blos aus Gesprächen bestanden: so ist es kein geringes Verdienst, zuerst Handlung und Verwicklung auf die Bühne gebracht zu haben. Frcylicb sind diese Komödien nicht nach den elassischen Mustern eingerichtet; aber dafür achmen sie mehr Leben und Wahrheit, als manche, nach diesen Mustern ängstlich zugeschnittenen Stücke der Italiener. Auch hätte er immer nicht so ganz besonders sich über ihre vermeintliche llnehrbarkeit ereifern sollen. Als Geschichtsschreiber der Bühne mußte er doch wohl wissen, was, z. B. in den Rcdncrinncn und andern Stücken des Ari- stophancs, in den frühern Stücken der sonst so ehrbaren Franzosen, so gar noch in den Stücken des Al. Hardp, und in den sonst ganz regelmäßigen Komödien mancher seiner LandSleute, als des P. Arc- tino, vorkommt. Selbst das gerühmte, erste, ungefähr um eben diese. Zeit, oder gar noch später, erschienene rcgclniäßigc Stück der italienischen Bühne, die Ca- landra, deren Verfasser noch oben drauf Cardinal war, verstößt sehr gröblich ge- gcgcn die guten Sitten, lind was die Vermischung von Religiosität und Ausschweifung anbetrift: so findet sich diese vorzüglich nur in dem von ihm zergliederten Stücke, findet sich aber, leider! auch zugleich nur zu oft in der Natur, und war nur zu lange herrschende Natur. Soll aber der Dichter nicht Sittengcmählde liefern? Soll er immer nur so hübsch an dem Allgemeinen sich halten, und, wenn er nur ein Kunstwerk liefert, sich mitAus- führung einer dürren, skclettirten Handlung begnügen? Mit eben so wenig Recht wirst er dem Naharro ein Gcmengscl von Sprachen vor; es ist weder allgemein, noch, wohlgemcrkt! Verhältnismäßig, ärger als — in der italienischen Oc>. mestiz stell'srre, und in den für diese geschriebenen, so wie in inehrcrn Stücken seines, erst kürzlich gestorbene», vorgeblichen Mahlcrs der Natur, des H. Gol- donl. Die Spanier, wel be das, was L l 5 ihre C o in C o m ihre Sprache anseht, doch am Kcßten wis- ftn müssen, setzen den Naharro unter die Vcrbesscrcr derselben (Nasarre, a. a. O. S. 21. Velazq. S. z-2 ?. Auch soll er noch zuerst das Wort ssornscks für Act gebraucht haben. — Auf ihn scheint Juan de la Cueva gefolgt, oder doch wenigstens dem Cervantes voran gegangen zu seyn, obgleich weder dieser, noch Nasarrc desselben gedenken. Sein Todesjahr ist unbekannt; aber schon im I. >588 sind Komödien von ihm gedruckt worden. Unter seinem Nahmen gehen, ausser vier Trauerspielen, folgende Stücke: Ls Lonstsn- cia cke Krcelin»; Ll IZc^ollsclo; l)cin» cie ksz- »gravis les)' vengon^a; LI In» hsinsckor; dstsäie le serevs s el bic>- nor i tVisz ee lo maü en sinne, el de- hpeecio o eltsvor? LI Vicio ensrnoesclo, UNd Kl Viego cnsmoracio, wovon Mir aber nur einzeln nicht die, von I. A. Dicy (bcy s. Velazq. S. 20-. Anm. n) angeführte Sammlung, bekannt sind; und und ich will hier gleich bemerken, daß die mehrcsten dieser Sammlungen blas von den Buchhändlern, nicht von den Verfassern selbst veranstaltet werden, und daher, selten oder nie, die sänimtlichcn Stücke eines Verfassers enthalten. Was die Komödien des Cueva anbetrift: so ist die Sprache darin allerdings schön; und sie haben zugleich mehr Verwickelung, so wie mehr Handlung, oder vielmehr die Situationen darin sind mehr entwickelt und ausgeführt, als in den 'Stücken des Na- harro: dergestalt, baß Cueva wirklich unter diejenigen zu setzen ist, welche die spanische Komödie vervollkommt haben. Die Herausgeber des Lsen. Lift. sagen von ihm: exceciiolos (nähmlich den Rucda Mid Naharro) inccimpsrslilernence en Ise venrs^ss cke tu eruäicion, z- en 1s grsnäc^s cie tu ingenio, coli Is «zusl, s^ucislto cie tu numeeols elezsnre veriistcscion, levsnco cie zennrü el sstlcins äs I» comics LLps- nols, cutrivo el srriticio pulio ei eckck äel ckrseus, tscsuckole cie la an- rigu > vuäc^s. Aber die ihm. von meh- rcrn zugeschriebene, classische Regelmäßigkeit, zeigt sich denn doch nicht in seinen Stücken. Auch eignet er selbst sie sich nicht zu, (f. LZempIsr posc. im 8trn B. des Lsrn. Lift. S. ;y u. f.) sondern gesteht vielmehr ein, was ihm die Spanier Schuld geben, daß er, nähmlich zuerst, Könige und Königinnen, mitten unter gemeine Leute in das Lustspiel eingeführt, und dadurch die Verunstaltung desselben allmählig veranlaßt habe. (S. Istoric. licersr. pars I» vicks cki XäiZ. de Ler- vsnree > §. 16. von I. A. Pesticer, bcy s. Lntsvo de uns ltibl. de lLesduKo- res Lft'sn. lvlsä. 1778- 4> S >58 ) Ueberhaupt enthält das vorher von ihm angeführte Gedicht nicht wenig Beyträge zu der Geschichte der spanischen Bühne. Er nenntnichr allein darin verschiedene ältere Licvter, alsQucvara, Guticre de Catina, Cazar, Fuentes, Ortitz, Megia, Malara, welche in ihren Stücken den Regeln der Alten ganz treu geblieben wären, von denen aber, in den mir bekannten Nach« richten von dem spanischen Theater, sich kaum die Nahmen finden, sondern er sagt auch, daß das Volk endlich dieser Sim« plicität überdrüßig morden sey, und daß schon vor ihm, die Alten nicht mehr als Gesetzgeber wären angesehen worden, so wie, daß er die Komödie von fünf auf vier Acte oder Joruaden eingeschränkt habe. Uebrigens wird das, was C. F. Flöget (B. IV. S.167) an seinen Stücken aussetzt, und aus dem Signorelli (Th. 2. S.zz) genommen hat, hier nur von den Trauspielcn desselben gesagt; feiner Lustspiele erwähnt der Italiener nur sehr obenhin und Montiano, welchen Flöge! anführt , eben auf solche Art. — Von Chr. Castillcjo, welcher in diesen Zeitpunkt gc. hört, sind keine Stücke gedruckt (S. Velazq. S.z-i. und S. 196. Anm. Ii.) — Christ, de VirücS, ob er gleich gewöhnlich nur unter die tragischen Dichter gesetzt wird, verdient, aus mehr als einer Rücksicht, auch hier eine Stelle. Erstlich haben, unter den eigentlichen dramatischen Productcn der Spanier, seine Stücke, (deren überhaupt acht sind, wovon in s. Obrss, öcksci. 1609. Z. sich fünft, Com Eon, fiinfe, Oa Zran Lemirsmlr, la crucl Qaiüncirs, ^til» 5uric>5o, I.» int'eli? I^zrcels Und Klila viäo finden, und drcy, Ll s^mor, ^b>5alvr>, und ksul y )»n-r->s einzeln erschienen) zuerst, den Titel von Tragikomödien geführt (S. den lZilcurlo 5obre los Vrogeel. kssjian. von Aug. de Montiano, kel-xl. ,750. 8. S. «8) und sind es zum Thcil, vorzüglich aber seine inkeli? lvlsecelo > auch wirklich. In dieser letzter» erscheinen Schüfer, und andre gcnicinc Personen, mitten unter den Helden; und traurige, und edle Stellen wechseln mit poßierlichcn und niedrigen ab; und wenn dieses Stück gleich, in Rücksicht auf die Einheiten, nicht mangelhait ist: so sind die andern es denn doch um desto mehr. Auch rühmt sich Virües, in der Vorrede zu s. Werken so wie in mehrern Prologen zu seinen Stücken, „das Beßtc der alten Kunst mit dem neucrn Gebrauche vereint zu haben;" und Montiano erklärt (a. a. O. S. z6) diesen neuem Gebrauch für die Einführung überflüssiger Personen, die nicht zur Handlung des Stückes gehören, den Gang desselben verwirren, die Wahrscheinlichkeit schwächen, und allenfalls so genannte Loups eis Vtiesrre oder llcberraschungen hervor bringen, welcherGcbrauch denn auch, obgleich Virües in so fern nicht Urheber desselben scyn kann, als er Gebrauch» heißt, durch sein Bcyspiel bekräftigt wurde. Ferner hat nicht blos Lope de Vega ihn zum Urheber der gewöhnlichen Abtheilung des spanischen Drama in dre» Aufzüge oder Jor- naden gemacht; nicht allein sagt er selbst von s. Scmiramis, im Prolog, eis 5er xrimer» en 5er cke eres )ornaäes, sondern auch in der Einrichtung des Stückes findet sich ein Grund zu dieser Abteilung. ES besteht gleichem aus drcy Theilen, und der Verfasser will cS für drei) Tragödien angesehen haben. Was cr darüber sagt, kann, als ein Bep- trag zur Geschichte der spanischen Bühne angesehen werden: — — — viene en rrcü gornaäez, l^ue 5ucecien en ricmpvz ckit'e- reu res; kdn ei litlo de Karra la prlmera, Ln blinivo tlimola la se^uncka, Oa rcrcera ^ iin.il en kab^ionia, kormsncko en csäa czual uns Vra- gcäis, Oon l^ue poclrü rnstz I2 cic nz- re- ncr5c por rres Tragestia?! dergestalt, daß der Anspruch des Tcrvan- tcs auf diese Neuerung (s. den 5>rol, zu s. Komödien) wohl nicht gegründet scheinet (vcrgl. mit dcni Oi5c. des Montiano, S. 67. und den ksorie, Icker, pars Is vi- äa äe öäig. Lervsncez des Pcllicer §.17. a. a. O. S. 159). Ileberhaupt läßt sich dem Virües ein großer Einfluß auf die spanische Bühne, dieser mag nun bestehen, worin cr wolle, nicht absprechen. Lope de Vega sagt in dem Oaurel 6e/,polc> von ihm: czuien las ^äulas comicaz ö>6> Von seinen frühern Komödien weiß man nicht ein- tnahl die Titel vollständig; gedruckt sind lderen ausser acht Zwischenspielen, zuerst ochte, Mad.iSi;, und mit der schon öfter angeführten Abhandl. des Nasarrc (die aber weder den Gcschichlforscher der spanischen Bühne, noch den Kunstrichtcr befriedigt, weil der Verf. nicht allein zu wenig bestimmte und genaue Nachrichten von der Entstehung und Fortbildung der spanischen Komödie giebt, sondern auch sichtlich zu sehr Lobcedner seiner Nation ist, und eine zu ängstliche Rücksicht auf die französischen Kritiker nimmt) ebend. >749. 4. 2 B. Daß der Anspruch des Cervantes, die spanische Komödie zuerst in drc» Jornaden abgetheilt zu haben, wenigstens Zweifel zuläßt, ist vorher bereits bemerkt worden; auf alle Fälle hat er nicht, wie er behauptet, die fünf gewöhnlichen Jornaden in drev verwandelt, denn die Stücke des Cucva sind, wie gedacht, in vier abgetheilt, und dieser rühmt sich ausdrücklich, der Urheber dieser Erfindung zu scpn. Noch minder hat er zu- . erst, wie er ferner will, allegorische Wesen auf die Bühne gebracht. Schon Juan de la Enzina führte diese ein; auch hat so gar Nasarrc selbst dieses (a. a. O. S. 19 oder k. 2.) widerlegt, nicht, wie Signvrclli (Th. S.4>. Anm.) lächerlicher Weise will, auf dcn Caldcron damit gezielt. Die Stücke selbst haben, meines Bcdünkcns, nur dann Werth, wenn man sie dafür, wofür Nasarrc sie ausgicbt, für Parodien der Arbeiten des Lope, ansieht, und die -Mcynung des Nasarrc muß, was auch ^ Signorelli ( Th. -. S. ?9 u. f.) dagegen sagen mag, jedem einleuchten, der die Komödien des Cervantes mit einem Auge auf Lope ließt, oder, z. B. den kussan liickiot» des erstem, mit dem liey kom- ba des letztem vergleicht. So gar der Chacacter des Cervantes macht eine solche Absicht bey ihnen wahrscheinlich. In neuem Zeiten sind deren noch zwey von ihm, I.» I^urnanciii und Li Vraco äe ^.rZel, ans Licht gezogen worden, die ich aber nicht gesehen. Nach dem, waS Hucrta, in der h.eccion cririca, däsä. -785. 8. S. -6 davon sagt, hätten sie immer ungcdruckt bleiben können. In der Kumancia treten allegorische Wesen auf; und wahrscheinlicher Weise sind es diese, Com Com 54» diese, worauf Cervantes seinen vorher gebauten Anspruch gründet. (Ein Leben desselben von Greg. Mapans, findet sich vor dem D. Quixotc, L«n>I. 17z i. 4. und vor mehrcrn, spcltcrn Ausgaben; ein anderes von I. A. Peiliccr in dem angcf. Lnlsz'v che uns Lilrl. che Vrschud. Lisi, kcssch. 1778.4^ S> >4Z u. f.)— Indem schon gedachten Prologe des Cervantes zu s. Komödien, so wie an verschiedenen Stellen des D. Quipote, werden mehrere spanische Komiker aus diesem Zeitpunkte, als D. Rimon — Mig. Sanchcz — Luis Vclcz de Gucvcra — Ant. de Ga- larza — Gasp- de Avila (welchen H. Diez, Vclazq. S. z;?, Anm. s mit dem Francisco de Aguilar verwechselt zu haben scheint) angeführt; allein so viel ich weih, zeichnen ihre Stücke sich durch nichts aus. Wohl aber gehören, unter den, von ihm genannten, zu den Verfassern von guten Komödien: Franc, che Aguilar (Seine Stücke heißen : LIKxrs- vi« en ls chilculps; LI Irrsvo Lonche che Lrens; La tuerre lin espersn^s; LI ötercscher smsnre, ein Stück, welches, nahmentlich, vom Cervantes, v. t )uix. L. I. Lsp. 48 unter die guten gesellt wird; La Lirsns melsncolics; LI Lunche Lriinslros; Ls vengsn^s tron- rols; Lvs sinsnrcs che Lsrrsj-o; LI ^rchor che LIelpsns tobre kricrrs Lke- vscha; Lss tVmenichsches chel 5onsr; Ls tucr^s che! Inreres; Ls nucrs du- mucie j — Oer Kanonikus Terrega (LI Lnncipc Lunilsncc; Ls ZsIIsrchs Irene; Li Llpoio lingich«; Ls perleZui» chs /^mslrkes; Ls LnemiZs tsvorslrle, welche Cervantes, a. a. O. ebenfalls ausdrücklich ein gutes Stück nennt; LI Lere« che Lochos; LI Lere« che Lavis; Lss lucires trocschss, ^ Vorne« ven- eurolo; Ls vulzucl» conllsnce; La Lsnchels Loilsn^s; Ls Ksn^rc real che los kckonrsneles che dsssvsrrs. Ilebri- gens hat ein ungenannter einen Lsnoni- co IsrreAs in einem Stücke unter diesem Titel auf die Bühne, allein ich .weiß nicht, auf welche Art? gebracht.)! — Dr. Mira de Mcseua (Unter seinem Nah, mcn finden sich in den verschiedenen Sammlungen von spanischen Lustspielen : LI ärn- pars che los Low irres; LI Lonche t^Isr» cos; Los Lsrlroncros che Lrsncis ; Ls Lonsullon che iltungsris; Lss Lz-les che Lrsncis; LI d/lsr^ues che las ns- vss; LI dlegro che! me;or Kin« ; LI Lomlrre che msz/or l'sms; LI Llclsvo chel Demsnco; Ls Schüllers virrunls; kclss vsle LnAir czue sinar; LI Ouque che kcseinorsnii; L« czue le rocs sl vs- lor; LI Leuix che Lslsmsncs; dsso Ls^- Irurlss con las mu;eres; LI Lslscio cont'us«; nachgeahmt, aber nicht glücklich von Corneille, in seinem 5sncLe ch ^rrsAon; Ls Lli^s che Lsrlos czuin- lo; Li Lslsn vslienre ^ chilcrero; Li Lslsn leerer«; LILsirsIIcr« lin noin- Irre; Lv czue Lüsche uns lolpectrs; Isso trs)' re^nsr com« vivir; LI Lrin- cipe che Orange; LI Lico svsrienco; Ls ruechs che ls torcuns; Okligsr con- rrs tu t'snArc; lvchveri's torcuns che L). kernsrch« che Lslrrers; Liero Lesn- chro; Ls Le^ns che Zelrills; Ls rer- cers che Ii milms; (Tusrro inilsxros che smor; Los prochigios che ls vsrs) — Melch. Fernandcz de Leon (Ich setze ihn in diesen Zeitpunkt, ob glckch die spa, nischen Litteratorcn seln Zeitalter nirgends bestimmt haben. Seine Stücke, deren Nasarre (a. a. O. S.49. odcr O) rühmlich crwclhnt, gehören wirklich, im Ganzen, zu den bessern, und führen folgende Titel: Nolrs^ smsrcocno lingir; Los chos majores Lermsnos; Lnchiinion z- Oisns; Ls conhuills che lss ö/lslucss; Lss chos Llirellss che Lrsncis; Vcnir et sinor sl muncho; Ls vichs chcl Arsn Vscsno; LI Lorch« ^ ei rVioncsnes, welches vom Huerta in s. Vircsr. Llelsi. ?. I. V. IV. aufgenommen worden ist, der bep dieser Gelegenheit noch zwey Stücke ihm zueignet, wovon aber das eine, Los Ircs majores prochigios eigentlich eine Lomechis ssnrs ist, und das andre, Idenchirle s ls oirliZscion von D- Diego Figueroa v Cordoba scyn soll.) — Guissen de Castro (f ><,-6. Ich führe ihn an, weil seine öckocechsches chel Licl, in der 54^ C o Ul C o in dcrllcbersctzung undNachahlnung des Corneille, Epoche auf der französischen Bühne gemacht haben, und weil er gewöhnlich »on Ausländern auch unter die guten Komiker der Spanier gezählt wird. Aber diese selbst hegen keine zu hohen Begriffe von ihm. Huerta nennt ihn ur>v 6e I»! INSS rrivlslcs posrss. Seine Stücke sind, unter dem Titel: Lomecliss, Vs- lenc. >618-1625.4. -B. gesammelt; einzeln sind deren aber weit mehrere gedruckt. Einige Nachricht von ihm giebt I. A. Dieze, bey s. Velazq. S. Z64. Anm. ^.) — Juan de Hoz (>6-s. Nn- sarrc, a. a. O. S.-gund 49 setzt ihn unter die regelmäßiger» Komiker der Spanier; von ihm sind folgende Stücke vorhanden : LI LslkiA» 6c Is mileris, franz. in den ldlouvellcs cnmiczues des Sear- cvn, unter dem Titel: Le Ltlsrimsnr 6e l'svsricc, undvonHuerta in f. Lkesr. Ickclp. aufgenommen; Irl Lsltcllsnc, ^lirzhsn, Llsbo» 6e Lu^insnes; Ll encicnr» 6cl »Il>!6o; Ll kcäoncsnes stusn Lslijusl 5- Lrlmer ^lilkenre 6s Lsbills; Lorbu Lbpol'v^por iu pstris; l'sl ve2 iu stecUs mc)or, lüde» ei /^ccro 6e amor. Auch hat er verschiedene Lvmecl. 6i Lsnras gesstiricben.) — Juan Nuiz de Alarcon 11 Mendoza (>6-8. In den verschiedenen Sammlungen der spanischen Lustspiele finden sich von ihm: Ls smiiksck csstiZs; LI Lei»e)sncs s ll mismo; Lsnsr sm-Aos, n lo cz ue mu- cl>c> vsls muctro cuelka; Ls culpa buica la pcns > 5- cl a^ravl» la vsu» ^s»?s; Los empenos 6s uu LuZsno; Los engauvs 6e ui> Lugano; Ocxor 6!cl>a por mss 6icb>s; Los lsvnresclei n>un6o; Lxsme» 6e msrlckosz La bis- cdiera; Lur memoria; Las psrestes r>z-eii; LI 6e5ciicl>a6o eu ffngir; La en6uikria la bucrce; Dar cnn ls m!s- ins iior; Los pcckos privilegis6os; La cueva 6s Ralarnanca; La prueda 6e las promcl'as; Li 6ueuo 6s las LlkrellaZ; duien mal an6a, cn mal acalza ; duien priva acousess l>!c» ; 8ismprs a)-u6a la vcr6a6; duicn en. gaua mss a ^uien; La ver6a6 lcklpe. cliola (aus welcher P. Corneille seinen meureur gezogen hat, ein Stück, welches Voltaire selbst, der das Original aber, irrig, dem Lope und dem Roxas zuschreibt, für das erste Characterstück der Franzosen erklärt, und dem er den größten Einfluß auf die französische Komödie zuschreibt. S. s. Lomrueuc. i'ur Loruellle, in dem 66te» B. S. >. s. Oeuvr. L6.6e Lesum.) La man^anilla 6e öckel-IIa; L060 cz veurura; kvluäarle per ms^orari's; La crucI6s6 por ei Louor, wovon einige gesammelt, öcka6.1628. 4. gedruckt worden sind. Die Plane der mir bekannten sind eben so abcntheuerlich, als sie es, gewöhnlich, in den spanischen Stücken sind; aber an komischen, gut ausgeführten, Situationen, und an einer glücklichen Characterzcichnung ist der Dichter reich.) — Lope Felix de Bega Carpio (geb. 1562. gest. iüzs. Seine erstaunliche Fruchtbarkeit ist bekannt; aber fälschlich macht man ihn zum Urheber der Unregelmäßigkeiten und Ungereimtheiten des spanischen Theaters. Dieses zeigt sich nicht bloS aus s. ^rce »uevo 6c hacer Lome6ias, sondern auch aus den ältern Stücken selbst; und wenn gleich viele von den seinigen bepnahe unter der Kritik sind, wenngleich, niitten unter rührenden Stellen, niedrige und poßierlichc vorkommen, und seine Fürsten öfterer wie das gemeinste Volk, und gemeine Menschen wie Fürsten, oder vielmehr, wie gebildete und gelehrte Leute, bey ihm sprechen, (Fehler, weiche mehr bedeuten, als alle seine Versündigungen gegen die Einheiten der Zeit und des Ortes) so läßt sich ihm doch nicht das, was den Dichter zum Dichter macht, nicht Ecfindungsgeist und Darstellungsgabe absprechen. Er besitzt sie so gar in einem hohen Grade. Indessen hat er denn doch, Vorzugsweise, in das spanische Drama, einen eben so hochtrabenden, als erkünstelten Styl gebracht, und unstreitig, die Unregelmäßigkeiten weiter, als seine Vorgänger getrieben, so wie durch sein Bey- spicl, und durch den Bcyfall, welchen er erhielt, seine Nation in ihrem Geschmackc bestärkt, ob er gleich unter ihr selbst, in den L o m C o in den Villen, Mesa, Miz. Andres, Antonio bvpez de Vega, Nasarre, kupan, Ma»a»s, Vclazguez, u. a. m. die strengsten Tadlcr gesunden hat. An dramatl- schcn Stücken,, soll er, der Tsma Pottums o Is vicko ^ iiiuerre cket I). Trev TopeTel. ckc Vcgo Torpic, . . . por Juan Tsee^ cke Xtiourslbon, ^flack. >6z6. 4. zufolge, ausser 40O ^ur«5, >8oc> geschrieben haben, aber i» dem, von Huer- ta, s. Tlieor. bledp. bepgefügten Verzeichnisse von den Dramen der Spanier, wobei? die Register der Schauspielergesell- schafren, aus weiche Montalban und andre sich beruft,,, zu Rathe gezogen worden sind, kommen, nllchst verschiedenen To» mcckiSü cki lionroz, nur die Titel von un- gesclhr 480vor? dergestalt, daß dieNach- richt des Montalban doch wohl der Aufschrift seines Buches gemäß seyn könnte. Gesammelt sind deren, im Visckr. Larax. t, a. O. m. >604-1647. 4. in o; B. über- haupr 295 St. und in der Ve^g ckel Tor» mitl'o, kvlock. I6;7. 4. sind deren noch 8 gedruckt. Wie viel davon in die, ftSack. 17/ü. 4. B. erschienene Auswahl seiner Werke aufgenommen worden, weiß ich Nickt; aber in der gedachten Sammlung des Huerta hat keines einen Platz gefunden. lieberscyt in das Französische hat le Sage eines, Llusrstsr Liwrcksrle unter dem Titel, von Teiix cke öcken- ck,,2!>, in dem 'Tkieorec lrjpsZnol, Tor. »700. >2. L. Adr. du Perron de Ca- stera, Auszugsweise, zehn, als Tos ckc>- nsiecs cke lclorico, Tolkelvies )' lcSon- retes; Tos podre^ss ckc ideirwlckos; To-, dkovios cke Tlolnackuelos, welche aber auch dem Mcdrano zugeschrieben werden; Li ftez- Usmdo; Ta amitkaci pa- Zscis; Idlscimienro cle Trio ^ Valen- rin; und einige Zwischenspiele, aber siwtljch nicht solche, welche «inen Begriff von dein Genie des dope geben können, und l'inguer, in s. INesre. Tip. drcp, Ta Tlelava cle tu Lalan, TI Damiue Tucax (eines der schlechtesten) und T» Oama meliucirvda, welche ivleder, in dem spanischen Theater, Vrschw. 1770. z. z B. in» Deutsche übersetzt nwrden sind. Auch hat P. Corneille s. Lulcc cku meu» reur aus des Hope s^mar i!n laber a czuieu gezogen, und wir haben noch von F. I. Bertrich, im ztcn B. s. Magazi- nes, Dess. 1782. 8. Ta Tuer^z latkimoia. Auszugsweise erhalte». Las beben deS kope, ausser der bereits angeführten Tama potluma, ist, unter ander», in dcmztcn B. des Tarn. Tip. und im iten B de» Beetuchschen Mag. (wo auch die Titel der »ichrsten seiner Stücke sich finden) S. z-9 u. s. erzsthlt. S. auch den Bclazq. des H. Oietz S. 2Z9 und zs8- Der H. v. Voltaire, der so gern, und die mehrstcn mahle so unglücklich» den bittcrator spielte, hat den Lope zu einem Schauspieler gemacht. Daß seine Stücke, übrigens, noch jetzt fleißig gespielt werden, ist bekannt.) — Juan Perez de Mvnlaiban ('s 1ÜZ9. Unter den vielen Nachahmern des bopc einer der bessern. Ausser einigen S^uros und Tomeck. cii Lanros sind noch 77 Stücke von ihm vorhanden, welche noch immer gespielt werden, und unter denen sich die Stmonrcs cle l eruel auszeichnen. Gesammelt sind einige, Ale. 16Z8. 8. Mab. -SZ9 und >652. 4. 2 B. erschienen.) — Meister Tirsv de Molina, oder eigentlich, Fr. Gab. Tellez (t>6;o. I. A. Dieze, Velazq. S. zz? Anm. e. hat zwei? Dichter aus ihm gemacht. Oer, von ihm geschriebenen busttpiele sind 79, welchen es größtentheilS nicht an glücklichen Erfindungen fehlt. Ob Samiiilun- gen davon vorhanden sind, weiß ich nicht? aber wohl, daß er, um das gewöhnliche Tomeckia fiomolo auf den Titeln der Stücke lächerlich zu machen, viele von seinen mit dem Zusätze, Tomeckia tili tomz drucken lassen. Aus ieinem Lonvickocko ckepieckra hat Möllere s. Teckiii cle piciee gezogen.) — Ger. Canecr (t >655. Einer der bebten unter denjenigen spanischen Lichtern, welche Lumeckiss burielcss geschrieben haben, als To muerre cle kiotckovirios, und die Xloceckscles ckel Tick. Auch hat er. Mit Mertinez, MatoS und Rosete einige Stücke in Gemeinschaft abgefaßt, z. B- LI llruco cki Lsbilonis, lo Virßiri cke z» Jurors, u. a. IN. Eine Samml. s. Werke 544 C o in C o in Werke erschien, ^äack. i<5;i. 4. Lisi). 1657.4.) — Franc. Fcl. de Monteser (ich verbinde ih» mit den vorigen, weil s. Laballcro cke LImecko auch ZU den guten Burlesken Komödien gehört.) — Ein ähnliches Stück von einem Ungenannten (wahrscheinlich von Augustln Moreto) ist LI Lc^ D. Kltonto ei cke la orackacko.--- Juan Matos Feagvso (der von ihm geschriebenen Komödien und Tragikomödien sind 45, wovon )uan Labrackor, u cl Vilano en tu rincon ^ 8al)io en tu reciro , im 4tcn Th. von kingucts Ich. Lt'p. sich französisch findet.) — Augustin de Salazar y Torrcö (h 167;. Unter seinem Nahmen gehe» folgende Stücke: LI ^mor Müs ckesgrsciacko, ^ LeLalo ^ Leocris; LI )uea cke tu misma cauta; chäeriro es la corcma; Beris / Leleo; Los sue^os olimpicos; Lncanco ex I» Lermotura, ^ ei Ueckii^o sin liecssioco; chäas rriunssa ei amvr renckicko; La ine)or ssoe cke 8icii!a; La teAuncka Le- lessina; Los ckos ^lonarcas cke Luro- jia; Bamlnen te ama en ei adilmo; 'Lriunko ^ venZan^a cke amor, wovon Juan Vera Tassis neun, Mab. >68-,. 4. als den zweyten Thcil s. Werke heraus gegeben hat. Einige Nachr. finden sich bcvI.A. Dicze, Vclazq. S. 24s. Anm. A.) — Augustin Moreto » Cabana (lebte ungefähr um diese Zeit, und gehört zu den vorzüglichsten Komikern der Spanier; besonders haben seine Rollen des Graeioso (des Harlekins der Spanier) durch Reichthum an glücklichem Witze, grobe Vorzüge vor der ähnlichen Aolle in den andern Dichtern. Unter seinem Nahmen gehen folgende Stücke: 8in Uonra no La)? Valencia; LI chäarczues cle LiZa- rsl , woraus Scarron seinen D. stapsser ck'^rmenie gezogen hat; La LleZi -a por elttonor; LI me)?or ^migo et Le)?; Lo czuc merce un tuickaro; La ocalion Lace al lackron, von Linguet ins Franz. übersetzt; LI premio en la misma pe- na; LI Dcscken con ei Descken, in Huerta's Ich. ktetp. aufgenommen; und von Molicrc, der aber, wie Signorelli, Th.-. S.sz sehr richtig bemerkt hat, in Rücksicht auf die Hauptsache, aus Chu- ractcrzcichnung, weit, weit unter dem Original geblieben ist, auf die französische Bühne, unter dem Titel, La Ichincesse ck'Llicke gebracht; LI Detentor cke tu . s^rsvio; Ln ei ma)?or impolikle, n». ckie piercke; LI parecicko en la Lvrce, von Linguet ins Franz. übersetzt; und in Hucrta's VK. Llstp. aufgenommen i Llo puecke tcr, Zuarckar uns maser, von Hucrta in s. Vsseacr. ktetp. aufgenommen, und von Linguet ins Frzf. übersetzt; La mitma conciencia acuta; Lterecer pars alcan^sr; La Lonckel» cke Lei- ssor; La contusson cke un starckin; In- clussrias contra Line^as; Los Derma- nos cnconrrackos; La Lacka Lei na» ckar; "Locko es eneecios s^mor; LI te- crero encre ckvs smigos; La rra^cion venßacka; Lo yue puecke la axreken- sion, aus welcher Th. Corncistc seine Lksrme cke la voix gezogen; LI Ie-;o ckel carmen; La mas vercksckers cnpia ckel me^or original; Los mas ckicsso- Los kcrmanos; La Lena clel Le)? Lal- rssatar; La contusson cke un papel; LI Laballero; Los )ueces cke Lassella ; LI 7^2ore cke tu parria; TLnres morir <^ue pecar; De tuers venckra, «zuien cke cala nos ecssara, u la sssta ^ la 8o- Leins, von Hucrta in s. VU. LIefp. aufgenommen; La caurela en la amissack; Linpe^ar a lee amiZos; La tin^icka Arcackia; La Lorruna meiecicka; LI mas illussre Leances; Ichimeeo es la Llonea; LI pockee cke la amissack; LI LIclavo cke ssi LIiso; Lin^ir 5? amae; Lingir lo cjue puecke tcr; La ckiscrera ven^an/a; Laer para levanrae; Lomo te vengan los IKobles; Vrampa acke- lanre, in Huertas 1'L. ttctp. befindlich; 8sciskacer callancko; La rica Uemlzra cke Lalicia; LI rico Uumlzie cke ^lca- la; La tuer'/.a cke la Le^; La Ickern» ckel d^srura!; Ltcarraman; LI Licen- ciacko Vickriera; /^mor ^ LlzIiZacion; ttacer ckel conrrario amigo; s^nrioco ^Leleuco; /trissomenes ^äetenio; Li Ltiso cke öä. kturelio; LI btizo ol>e- ckienre; LI Lincko O. Diego, von Huert« Com Com 545 Hucrta in s. Vbesr. KlelP. aufgenommen; kss rrsveturss cle ksirrvjs; kss res- veiurss clelLicl; Dalls ei fin usclis es clieboto; und außer diesen noch einige in Gemeinschaft mit Pedro Laniui, Malos und Ger. Cancer. Frcylich findet jene strenge Einheit der Zeit und des Ortes auch bei, ihm sich nur selten; aber dafür wird man durch gut gewählte und gut behandelte Situationen, und durch vortrcf- liche Characterzeiclmung schadlos gehalten. Auch werden ihm der Stücke noch mehrere, vorzüglich alle diejenigen, welche unter dem Titel: De un iuZenio eis cssg corro gedruckt sind, und also auch, das aus Lessmgs Dramaturgie bekannte, Dar Is vicls por sei Osms, ei Loncke cle Sex zugeschrieben, welches aber wohl den Evello zun, Verfasser hat. Gesammelt sind deren zuerst zwölfe, KDä. i's;4. 4. und darauf, in z B. Vsl. 1677. 4. ldlsci. 1681. 4. sechs und dreyßig erschienen.) — Franc, de Roxas (Unter diesem Nahmen besitzt die spanische Büyne 75 Stücke; allein da zwei. Dichter einen ähnlichen Vor- und Zunahmen geführt haben: so läßt, ohne eine genaue Kcnntniß dieser Komödien, sich nicht entscheiden, welche dem einen, oder dcni andern zukommt. Der ältere, welcher ums I. i6go lebte, und der bessere ist, auch noch verschiedene seiner Stücke, kolscl. iSgo. 4. - B. selbst herausgab, hat verschiedene, von französischen Dichtern benutzte Stücke geschrieben, als Ooncls ti.iz' s^rsvins, ne> bs^ 2elcis, z- Amo- crisäo > (welches Hucrta in s. Ichesrr. Deich aufgenommen) woraus Scarron s. stoclelle, däsirre er Vsler, und knrre Lobas sncls cl )ue»o, I). kucss clel c^ariol, (ebenfalls in Huerras Sammlung befindlich) woraus Th. Corneille s. v. kelrrsn cle Ki^srrsl gezogen. Auch sind von Le Sage zwei, Stücke von ihm, Vrs^cion bulcs ei csitiAo UNd Dlabs^ smiZc, pzrs smigo, unter dem Titel che poinr chchonneur übersetzt worden: und sein ^bre ei och gehört zu den regelmäßigsten Stücken der Spanier. Nur muß man seine Arbeit nicht nach den Ur« iLrster Theil. bcrsctzungen und Nachahmungen der französischen Dichter beurtheilen. tinguct selbst sagt von der crstern: wo Roxas bloß vertraulich (Ksmilier) ist, ist Scarron niedrig; und wo jener natürlich ist, ist der andre gezwungen, und geziert. Indessen behaupten denn doch die Gcscdicht- schrciber der französischen Bühne, daß diesem ungeachtet Searrvn mit seinen, Stücke zuerst den komischen Dialog auf das französische Theater gebracht habe.) — Luis Evello (Ein Zeitgenosse des RoxaS, welcher, um gleich einen Jrrthum in der vorigen Ausgabe dieses Werkes, Art. Tva- govie, gutzumachen, gewöhnlich für den Verfasser des Lenste cle Kcx, u stsr Is vicls por tu stsms, ausgegeben wird. In den verschiedenen Sammlungen von spanische» Komödien finden sich noch von ihm; Oicbo zc becbo; ko czue puesto ls porsts; LI TZrbol cle me^or trurro; Verros ste nsrurslezs, z, scierros cis Is Korruns z kor el eskuera:o Ig stiebs; Los clos kernsnstos cle Zuckrig; ^clul- rsrs eskiZssts; LI ekcusto cle IsKorruns ; kl koko ste lss Lsbinss; keor es urAarlo; ko czue psks en uns no- cbe; LI privileAio cle Isz rnuzeres.) -»- Antonio de Solls ff ,686. Ohnstreitig einer der ersten und regelmäßigsten Komiker dcrSpanier; seine Stücke sind, klsmor sluko, von Corneille, unter dem Titel k'smour ü lg mocle, auf die französische Bühne gebracht, und in Hucrta's Samml. aufgenommen; kl Doktor Lsrlin»; kl ^.lesl^sr clel tiecrero; Ks virsnills ste Ulsstrist; Ln bobo bscecienre, sämmt- lich in Huerta's Samml. befindlich, und das letztere von Linguet übersetzt; kos r^rnszonss; Ks firme leslrsst; Kuristice zc Orkeo; T^mparsr gl enemißo. Zusammen sind sie, l^lsst. röch4. gedruckt morden. Die ihm von I A. Dic- ze, Velazq. S. Z5> zugeschriebenen skriun- Kos cle A.mor / Korruns sollen von Diego Muget y SoliS seyn.) — Pedro Eal- dcron de la Varca, Hanao » Ryans (h 1687. obgleich dieses Sterbejahr, wofern das vorige richtig ist, irrig seyn muß, weil, nach I. A. Sieze, Bolazq. S.zzo. Mm Ant. 546 C o M C o in Ant. de Solls, der cin Jahr vor ihm starb, sm»: Arbeiten hat übernehmen sost len. Der von ihm geschriebenen Schauspiele sind, ausser den bereits anqesühr- ten.^ure>s, über hundert und zwanzig; wovon bereits, bei) s. Lebzeiten, bssst. i6z?->674 4B. 4. und, von Vera Tas- sis y Villaroel, nach seinen Tode, bstsä. 168;- >694. 9B. 4. herausgegeben wurden; und im I. >760 sind deren zu Madrid >> QuaetbUnde gedruckt worden. Aufgenommen, in s. Vkesc. Lieth. als die vorzüglichsten darunter, hat Hucrta folgende: I9sr ricmp» sl riempo; Vsm- dien sts^r ckuello en Iss äsmss; Ls l)s- ins Duenclc; dusl er msfor perstcc- cian; dl Ltconclisto ^ Is rspssts, franz. von Linguet; LI ^ecrero s vvces; Kien vcnczss msl i! vienes stcsto; Lc>s cmpe- iros cle un scsstci, nachgeahmt von Th. Corneille, in den LnASi-emcns cku sts- Tsrci; stlc> stemple l» pec>r er cicrro, franz. von Linguet; Lcin qnicn vcngo, venß<>. zweymahl in dasItal. VON Mich, delia Marra, Nap.,6ö5.«, und vonAng. d'Orsa, Fcrr. >669 12. übersetzt; kcke- for est» czuc cstssts > franz. von Linguet; Lrimcrv lhv zu,; Lsls cc>n clos puer- rss msls es cle Ausrcisr; stlo sts^ stur» Iss cvn et smor, franz. von Linguet; Leo ^ chssrcilu; und ausser den bereits angezeigten hat kc Sage, in f. 1'stesrre, ?. 17Z9. 12. sein beerest» czue ests» sts, unter dem Titel O. Lesse vrstn und Linguet deren noch zweii, LI ^Icslcle «je Tslsmes, und Los Lmpenos cle leis stoess übersetzt; so wie Th. Corneille noch eines, LI ^steolo^o stnAisto, in s. Leinr ssstrolvZue auf die franz. Bühne gebracht. Auch ist es bekannt, daß Pierre Corneille aus Caldcrons, Ln ests vicis roclo es vercisst ^ rosto es menries, welches übrigens be» den Spaniern nicht in sonderlicher Achtung steht, seinen Hcra- klius genommen hat; man braucht aber eben nicbt spanischer Litterator, oder für die Spanier sehr cmgcnommen zu sepn, um zu sehen, daß H. v. Voltaire, in s. Uebersetzung dieses Stückes, und in seiner Abhandlung darüber, (veuvr. B.IX. S. 44> U. f. Lä. de Lesumsrcst.) die Leser mehr belustigen, als belehren wollen. Die Eigenheiten des Caldcron, als spanischen dramatischen Dichters, bestehen vorzüglich in den Verwickelungen seiner Stücke, und in der Gabe, die Erwartung der Zuschauer bis auf den letzten Au, genblick zu spannen. Hierin, und in der Sorgfalt und Fülle der Ausarbeitung überhaupt, Übertrift er de» Lope weit, lind in Ansehung seiner Charactere hat bereits Signorclli, Th. 2 S. 77 bemerkt, daß. so romantisch diese uns scheinen, sie denn doch die Sitten seiner Zeit darstellen; auch hat er sicherlich sie zu schildern, oder in Handlung zu setzen gewußt. Aber sein Dialog ist, meines Bedünkcns, höchst ungleich, und wimmelt von gesuchten Wortspielen und Wiyeleyen; und durch sein Bestreben, den Zuschauer in llngc, wishcit zu erhalten, und ihm viel Beschäftigung zu geben, oder seinen eigenen Scharssinn in der Erfindung zu zeigen, wird die Haupthandlung öfterer verwirrt. Was Nasarre, in der vorher gedockten Abhandl. und bcp dem Velazq. S zg> u. f. sonst an ihm aussetzt, sein Verstoßen gegen Geschichte und Erdbeschreibung, sei, ne Verschönerung von Liebeshclndcln, u. d. in. vcrrstth eben so wenig Dichtcrgc- fühl, als Dichtcrkcnntniß. Einige Nach, richten von ihm finden sich in I, A. Dieze Velazq. S. Z40. Anw. u und S. 242. Anm. st) — Jos. de Cannizaces (Sein Zeitalter weiß ich nicht genau zu bestim, men; Huerta setzt ihn in den Anfang des gegcnwcirtigen JahrhunderteS; aber das ihm, von Jgn. Luzan, Loer. List. 1IL c. 15 und bcy dem Velazquez, S. z;5 gegebene Lob, sind Grundes genug, seine Stücke anzuzeigen. Es sind folgende: Lss iruevss srmss cle smor; (Zusl enemiZci es ms^or, ei clestin» v ei smc>r; Lssti^srstsvorecicnclo; OcLo- meciis n» te rrsre; De leve cstisps Arsncl lueZc»; LI estrsZo en ei line?» 2» ; LI Aisnä stsrcin ckcl Linel; Ls in- vencistle Lsstellsus; LI Uumine Lucas; auch Lope hat, unter diesem Titel, cin, aber sehr elendes, Stück geschrieben; das Com Com 547 das gegenwärtige ist, unter den Stücken des Ccmnizares, vhnstrcitig das bessere, und nimmt, in seiner Art, auf der spanischen Büvne eben den Rang ein, welchen der Tartüffe auf der französischen hat; es findet sich in der Sammlung des Huertaz LI Lrror z- el LLcgrmiewro; Low kolu- Licg z- por gmnr; De los Lech!» de gmor I» mufies es el mgzcor ^ el kolonranes en is corre, von Huertll in s. LL. LLeLp. aufgenommen; Lw pre- cipicio cvw orro; O. )wsw cle LLging cn tu pgrrig; Lss cuewrgs clcl z-rgwä Lgjiirgw; LI Luen )uc2 wo ciene pg- rri» ; /zvoggr por Lu oLewLor; Lsrlos czuiwro Lohre Luwe^z 7^ qusl mesor, LowteLsclg )' LonLeLor; Los T^mg^o- wes de Lielpswg; Llicie ^ el Lol; LI dlclrulo Landolcro; LI Auspo .suliow Lomero, zc ponerle ssgbiro ssn prueLss; LI Lonur dz ewrendimiewro, ^ el mos dobo Iske mss, in Huertas Sammlung befindlich ; T^mgwdo Kiew ; LI LglLo nuwcio de LorruZsI; 8iw cgridsd wo Lgzc torru- ws ; LI Lriwcipe O. Lsrlos; Lres come. digs en uvg; Li vglnr como bis Leier; LI 8vl «Lei Occidewce ; Ls hgndg cle Lgssil- Ig; t^morez rodo invewciow; Llgssg lo inienLchie gdorg ; LierssgLemiwg »mar; Lg rwgs firme es Ig muzer fi uns vei Leas s querer ; HLuficos gmv zc crig» du; LI ple^rv de LLcrmsw Larres; LI fiscrifieiu de Ifißenis; LI prodigio n- ros: 8er fino wo pgrecerlo; OeLpre- ciow venl-sn dcLprecios; LI LLeefii^a- do por Luer^a, das beßtc seiner Stücke, und von Hucrta in s. Sammlung aufgenommen; Ll Iwdig perLeZuido; Low rnuficg, zl por gmor (unter clhnlichcm Titel ist ein Stück von Cannizares vorhanden); T^mor es czuiwco elernenro; O. Oomin^o de Oow lllss (welches Signorelli, irrig, dem Ikoxas zuschreibt); Ll LIgLonde Lu^mgncz (ein, von meh- rem Komikern behandelter Gegenstand); Klg2gricZos z- ^sonLglves; L060 lc> vence et giwor; ^Lpilles Lgfi- litcos; Oucnües Low /Llcsliueres, zr Lipiritu tolero; Lempre La^ que ew- viäigr grwgwäo; Vicnro es Ig cückz äo ^mor; kolgrgrls por wo morirLe; La cieLewLs cle Lremowa; Lg ljcLewLg äe LgrlL»; LI Lutkoilio ele LLunZgrig; ILcrcules turenre; Lowcellg cle Lr» legns; Oow Lruno cle Lgigssorrg; Lor oir miig zc clgr ubsclg, nuncg Le pcr^ ci!c> ssorwgäa. Ein Theil derselben ist, kckscl. 1774. 4. Zum zwcpten Mahle zusammen gedruckt worden. Vclazqucz, oder vielmehr Jos. Luzan be» dem Velazqucz, S. z;q schreibt ihm noch eines zu, Ll LgssjZo cle Ig rniLerig (die Strafe des Geiycs, nicht der Bosheit, wie und dort überseht ist); aber ausser einem sehr bekannten , alten Stücke des Juan Hvz, kommt keines, unter diesem Titel, in den Nachrichten von den spanischen Bühnen vor. Im Ganzen sind seine Stücke nicht bsoS regelmäßig; sondern es läßt sich ihm auch nicht glückliche Cbataktcrzcichining absprechen.) — Franc. Dances Cvndamo (h 1709. LI Ouelo conrrs Lw Osms; Lg Liecirg LloLofzI; Ouiow es czuiew xwemia cl gmor; LI Zgllre ciei Lsrn- pillo; Sswgre, valoi ^ Lotruwzz L MM » im 448 Com C o in impoichle ma)-or en ^mor le vence amor Z Lsas es el i-uiäo ezue las oue- ccs; (Zual es ate^to maz-or, lcalraä, isnAre 6 smor; Leitaurocion eis Lu- tZz; Orlonäo turioto; LI invitio Luis torru- ns; d4ss vale et komlirc l^ue el norri» des; La incliiiacion Lleipaiiols; Lor 5u Lez- ^ por iu Osms; La Le^ns Llirikina; Liers; ele lelos / amvr; (tual es la stera ma^or cn los mon» kruos äe amor; I,a )areeciera äe In- ßlarerra; LI primer crinnto clc I» ^uitri-l. Regelmäßigkeit, Anstand, Wahr« scheinlichkcit ist genug in seine» Stücken» ober od es ihnen nicht an komischer Kraft gebricht, ist eine andre Frage?) — Tel» les de Accbcdo (Er hat seine mehrstcn Stucke, als: täa t>»^ veneno como amor; LI ^alomon stc däsllorca; Llo Ls^ caurclas conrra ei cielo; La re» belacion cke Ins kvloritcos U. a. M. Mit Faxardo zusammen, und allein nur La ^äo?.uela äel Zakre, o nc> ks^ üistran «n I» nvbie/s geschrieben. I. A. Lie- z«, der ihn, Vclazq. S. z;?. Anm. c. wahrscheinlicher Weise nach L. Riecvboni, Arcbo nennt, scheint mehrern Werth auf ihn zu legen, als die Spanier selbst.) — Die Gräflnn Caepis (La trsncela; Lacalin) — Garcia de la Hucrta (Liil ckescienola, 6 ei Lolczue äel Lsrcko)—» Gasp. Melch. Jovellanos (LI Oeiinlzuen- re lionraäe, gedruckt im I. I77Z. das erste rührende, spanische, Originallustspiel, dessen Jnnhall ähnliches mit dem Deserteur aus Kindesliebe, und dem Llonnecs Lriminel hat; der Abt Emnar hat es, Marseille 1777 ins Franz. überseht) — Th. de Drlarte (blauer czue iiscemoz)— Jos. Clavijo V Fapardo (Telos venciclos äe amor) — Ramon de la Cruz (Ausser sehr vielen Zwischenspielen, wovon die Folge handeln wird, hat er auch einige Lustspiele, Ltpi^-Uera, 2 Theilc, Le- mx cle los lii^us in 2 Aufzügen, Luge- nia (aus dem Franz. des Beaumarchais), Klarizuelica» 0 äidor^io Leliz, in vier Aufzügen, geschrieben). Im Ganzen sind aber, In den neuern Zeiten, die komischen Dichter in Spanien seltener geworden. Man spielt noch immer, vorzüglich, die Stücke des Lope, Calderon, Diamante, u. a. m. und die französische Regelmäßigkeit und Anständigkeit ist noch immer dem spanischen Geschmack so wenig angemessen, daß, wie vor einigen Jahren, O- Tho. mas Sebastian y Latre den Lareeiän cn la Lorce des Augustin Moreto, in diese Form brachte, und spielen ließ, die Zuschauer das Ende der Vorstellung nicht abwarteten, und die Schauspieler, um sie zu besänftigen, am folgenden Tage das Stück des Moreto geben mußten. In. dessen sind, so viel ich weiß, doch einige Ucberschungcn französischer Stücke, wovon verschiedene schon alt sind, und andre, neuere, als von dem kieririer univer- tel des Regnard, und dem Qlorieux des Dcstouchcs sich von Clavijo hcrschrciben, darauf erschienen. Was den Reichthum des spanischen komischen Theaters anbc- trift: so scheint dieser, bey einer unparteiischen Untersuchung, nicht so groß zu sevn, als die Ausländer gewöhnlich glauben , und die Spanier zuweilen vorgeben. L. Riecvboni sagt, in den ressex. Likör, er cric. S. daß ein Buchhändler ein Verzeichnis der bloßen Stücke von Ungenannten gemacht habe, welches sich auf 4800 belaufe: wahrscheinlicher Weise niepnt er damit den. um diese Zeit erschienenen Ilieiice genersl alplislierico cke roäos los Lomcäias, eieriras por vsrious aurores, anriguos ^ moäer» nos, z- eis los -z.uros iacrsirienrales / alcgoricos. . . däacl. 17z 5. 4. von dem Buchhändler Franc. Medcl; allein dieser enthält, mit Jnnbcgriff aller ^uros, aller Tragödien, u. s. w. so wohl von genannten, als ungenannten Dichtern, nicht mehr als 4409 Titel, und ein großer Theil der Stücke sind doppelt und drcp- fach darin angeführt. Verbessert und fortgesetzt bis jetzt gab ihn Garcia de la Hucrta, bei) s. ^Lliearr. LIeip. unter der Aufschrift Laral. slpliaberico eie IssLo- meäiss, lLraZeciias, t^uros, ^arZiuc- las, Com Com Z4y los, knrrcmcsez ^ orrss cibrzs cor- vesponclienres ai Viiestro biesp. kctsci. 1785. Z. heraus; und hier finden sich, ohne die Zwischenspiele, nicht allein nur z«;- Stücke überhaupt; sondern auch unter diesen sind noch viele doppelt angezeigt, weil sie entweder doppelte Titel haben, oder ein und dasselbe Stück mehr als einem Verfasser zugeschrieben wird. Was sind das gegen die -gc>oo, die ein ungenannter, französischer Reisender (lieber Sitten, Temperament, Schaubühne der Spanier, Th 2. S. 220) und C. F. Flö, gel (Gesch. der komischen Littcrat. B IV. S. >;8) den Spaniern bciilcgcn? Ebenso verhüll es sich mit der Zahl der komischen Dichter. Huerta hat, a. a. O. nur die Nahmen von 24, gekannt; und wenn ich selbst gleich noch die Nahmen verschiedener, als Aguire, Avila, Fr. Avcllanedo, Beltran, Bencgasi, Birhuega, Caxcchi, Chaporta, C-fuentes, Clavijo, Cuna, Diego de Cordova, Gönz, de Cunedo, Med. de Estinvz y bodvsa, Ger. Fucnte, Diego Gutlerez, bcmus, Malo de Ms- lina, Moscoso, Nota, Nino, LuisLwie- do, Mcdrano , Bern, de Quieos, Re»- nvso, Jos. Ribera, Thomas Sebastian pLatre, !h. Man. de Paz, Dicg. de Vera, Baut. Viliegas, hinzu zu setzen weiß, und auch allerdigs noch Komödien von viel Ungenannten geschrieben worden sind: so können doch unmöglich die i-oo, von welchen Signoresti Th- 2. S. 8> spricht, (wofern es nicht ein Druckfehler ist) herauskommen. llcbrigcns theilen die Spanier selbst ihre Komödie, ausser den Lome, stiss eil Lauras und den Lamestias Kur- icicas, in drcp verschiedene Arten, als in Lomeäiss cki kiguron Lame- ckias cle Lopa kipaäa — Und Lome- äias Uero^cas ein, die dadurch voneinander sich unterscheiden, daß die letztern, welches die eigentlichen Trazitzomovien sind, und von den Schauspielern auch Lomeetlas palaciegas genannt werden, sich auf wahre, wenigstens auf geglaubte, wirkliche Begebenheiten, oder auf Sagen aus der Mnthologie gründen, so wie daß die Personen derselben Fürsten und große Herren sind, und daß sie in der zwcvtcn, (welche ihren Nahmen von einer Tracht hat) aus so genannten beuten von Stande, als Rittern und Edlen, bestehen, da in der erster» nur solche auftreten , welche gern das Anseyn von vornehmen und reichen Menschen haben möchten. Daß diesem gemclß der Ton derselben, oder der Stvl darin beschaffen ist, versteht sich von selbst; abgefaßt in Versen aber sind alle. — Ziveiitcns kommen iu asten, wenigstens in Stücken von allen dre» Arten, lustige, stehende Bcdicnten- rosten vor. Die erste derselben ist der (Yraciosö; auc!> giebt es Stücke, in welchen sich deren xwd)-, nckhmlich noch ein Liraciolo tecuucio, und verschiedene, worin sich auch noch eine Graciosa findet. Rieevboni (lteilcx. instar. er crir. S. 6z) leitet ihn von dem Harlekin der Italiener her; und sreylich hat er mit dem stltern Harlekin der italienischen Bühne in so fern Aehnlichkcit, als er zuweilen ein wenig plump, und gefräßig ist; aber andre Charaetcrzüge, als seine Geschwägig« keit, seine Furchtsamkeit, hat er nicht mit dem Harlekin gemein. Ehe könnte der Sofias des Plautus, oder der Oa- vus, und andre dergleichen Sclavenrol- lcn aus dem Terenz, sein Muster scpn. Doch wozu ihni einen besonder» Stammbaum aufsuchen, da dergleichen Charaetere Key asten Völkern, sich in der wirklichen, und in der theatralischen Welt, gefunden haben? Und ein bestimmter Ursprung läßt dem Gracioso sich um desto minder geben, da sein Character, so viel ich sehe, nicht durchaus bestimmt, oder ein und derselbe ist. Die spanischen Dichter schildern ihn, und brauchen ihn auf die mannichfaltigste Art. Er ist zuweilen höchst schlau und verschlagen; wie man es z. B. in dem Tarugo (Spanisches Theater, -tcr B. Brschw. 1770. g. im ersten Stücke) sehen kann; und zuweilen poßicrlich einfältig; oft ist er ein Werkzeug der Verwickelung, und eben so oft der Entmickelung; mit andern Worten, er ist die Springfedce der mehrcffen Stücke; aber gcwis nur in den schlechtesten auf solche Art spaßhaft, Mm Z wie 5Zo Com Com wie Riecoboni und Flügel (a. a. S.) ihn darstellen. Ich will übrigens noch bemerken, daß eben der Cosmc, aus dem von Lcssing in der Dramaturgie, angeführten Graf Esser, welchen C. F. Flügel (Gesch. deö Grotcskekom. S. 8z) zu dem besondcrn Hanswurst der Spanier macht, nichts, als der Gracioso dieses Stückes iss- Dieser hat immer in jedem Stücke seinen eigenen Nahmen; und so wie er hier Cosmc heißt: so heißt er in andern Stücken anders, bald Tarugo, bald Fabw, bald Bustos, bald Tabaco, bald Alarve, bald Clarin, ü. s. w. Gra- xivso ist bios ein theatralischer Beynahme, welchen Hessing durch Hanswurst zu übersetzen , oder so zu benennen, sehr Recht hatte, den aber Flügel nicht, wie er thut, von dem Gracioso hätte unterscheiden sollen. Eine andre, stehende, obgleich seltener vorkommende komische Person dieser Art ist der Vpjete. Die Grundlage seine« Characters scheint Treuherzigkeit, und hicbhabcre» der Flasche zu sey». Schon die Benennung zeigt, daß es die Roste eines Alten ist, und folglich ist er denn auch immer weniger, als der Gracioso, in die Verwickelung des Stückes einge- flochtcn, In den Zwischenspielen hat er, indessen, öfterer die wichtigste Roste. Die vornehmen Alten heißen auch Larba. — Oer Gallega, eine andre Person dieser Art, ist ein Gallicnchcr Einfaltspinsel, welcher, nach einem, erst aus der Provinz in die Hauptstadt gekommenen Bedienten gebildet zu scpn scheinet, diesem gemäß noch nicht in vornehmen oder reichen Häusern dient, und übrigens noch seinen gastieischcn Oiaiect hat. — Drittens haben viele Stücke ihre eigenen Prologen, (Bc-gz) welche sehr oft ganz eigentliche Vorspiele sind, d, h. ans Gesprächen zwischen mehrern,' und öfters, allegorischen Personen bestehen. Sie enthalten daö, was man gewöhnlich dicLx- j-viftian, oder Ankündigung, wie es H. Sulzer übersetzt hat, nennt; oderschei» pen doch, ursprünglich hiczu vorzüglich bestimmt gewesen zu scynz und da nun hiedurch gste Erzählung in den Stücken vermieden wird, und diese also gleich mit der Handlung anfangen können: so läßt sich ihrer Einführung keineswcges aller Werth absprechen. Indessen sind sie doch sehr aus der Mode gekomnicn; und auch wohl nicht immer, auf die eben angezeigte Art, mit dem folgenden Stücke, verbunden gewesen. — Ferner wird es gewöhnlich, als eine Besondcrnheit der spanischen Bühne angesehen, daß sie sehr viele Stücke von zwe», drc» und mehrcrn Verfassern hat. Aber nicht blos hier, sondern auch in Frankreich und England haben öfters mehrere an einem Stücke gearbeitet; und das einzige, was vielleicht den Spaniern hierin besonders zukommt, ist, daß es Stücke gicbt, z. B. Li lle^ ^l. stoni» et lexro, und la congenita cie Volecko, welche das Werk von acht, und andre, als -ürauco elomaäo, welche das Werk von neun Dichtern zugleich ist. -- Was die Eigenthümlichkciten des ächten spanischen Theaters anbetrist: so weiß ich solche nicht besser, als mitG. E. Hessings Worten (Lramat. lV I.XVIII.) zu bezeichnen: „Eine ganz eigene Fabel, eine sehr sinnreiche Verwickelung, sehr viele, und sonderbare und immer neue Thcatcrstrciche; die ausgespartesten Situationen; meistens sehr wohl angelegte und bis ans Ende erhaltene Charactcre, nicht selten viel Würde und Stärke im Ausdruck/' Freplich muß ich aber auch noch mit ihm hinzu setzen, daß dadurch sehr viele spanische Stücke, zum Theil romanhaft, abcntheurlich, unnatürlich geworden , und daß llcbertrcibungen aller Art auf dem spanischen Theater nicht selten selten find. Nicht das, nach Maßgabe der Umstände, und der Anlage des Stückes, wahrscheinliche, nicht cinmahl immer dag mögliche, sondern nur, was durch llebcrraschung vergnügen, was ein eigentliches Schauspiel bilden kann, scheint der Zweck der spanischen komischen Lichter zu scyn. Natürlicher Weise hat dabei) Charactcrcntwickclung und Schilderung wegfallen, und zugleich, ungeachtet alles ErstndUngSgeistes derselben, Einförmigkeit in die Verwickelungen gebracht wer- Com Com 55r werden müssen. Auch wird durch dl- doppelten Liebeshckndel, ivclchc in den mch- rcsten Stücken sich finden, die Handlung öfterer verwirrt, und das Interesse geschwächt. Aber die einmalil angelegten und angenommenen Auftritte, oder Situationen , so unnatürlich sie immer auch im Grunde hcrbey geführt sevn mögen, find an und für sich selbst, öfters äußerst interessant, oder komisch, so wie größten- theils sehr glücklich ausgeführt; und der cigcnthümltche, frühere, Zustand der Sitten und Lebensweise dieses Volkes macht jene Unwahrscheinlichkciten nicht blvs begreiflich, sondern rechtfertigt solche auch zum Theil. Sie sind gleichsam Idealist, rungen von dem, was aus Verkleidungen, nächtlichen Zusammenkünften, sehr scharfen Bewachungen des weiblichen Geschlechtes , sehr feinem Gefühl von Ehre, u. d- m. entstehen kann, und verhalten zu den, in der wirklichen Natur daraus entsprungenen Mißverständnissen, Verwickelungen und Ebenthcuern sich ungefähr so, wie, in der regelmäßigen Komödie der übrigen Völker, die Charaetere sich zu den Menschen der wirklichen Welt verhalten, lim sie richtig zu bcurthcilen, muß man, wegen deS vorher erwähnten srühern Zustandcs der Sitten in Spanien, sich aller Vergleichungen zwischen dem spanischen Theater und der Komödie der an. dem Volker Eurvpens enthalten; und ein neuerer spanischer Schriftsteller, I. Andres, hat, meines Bcdünkcns, sehr Unrecht gehabt, dergleichen zwischen dem spanischen und englischen Theater, und dem Lope und Shakeöpcar, in s. Öligen, ?roArcssc>8 kistacko zIual cke rocla la lckreearur» (ursprünglich italienisch geschrieben) Vlack. 1784. g. B.2. S. 296U. f. anzustellen. So viel ähnliches bepde Dichter auch, in einzeln Punkten, vorzüglich in Rücksicht aus Sprache, niit einander haben mögen: so sind doch die Dichtungen des Spaniers weit entfernter von der wirklichen Natur, als die Dichtungen des Engländers; und eben so wenig als in irgend einem Stücke des erster» der Kampf von Leidenschaften, wie im Shakespear so oft und so unnachahmlich, dargestellt worden ist, eben so wenig beruhen die Verwickelungen in den Lustspielen des letzter» auf Mißverständnissen, Ehrenhändeln, und dergleichen, ausserwcscntlichcn, oder ausserhalb dem Stücke liegenden Dingen mehr. Indessen bleibt c» immer gewiß, daß, obgleich jetzt ein Theil der Nation selbst mit der Beschaffenheit ihres Theaters überhaupt nicht sonderlich zufrieden zu sevn scheint, (S. z. B. den Lrilaz'o cke una Niki. LlpaZ. lvlack. 1786. 8. B-z. S.üt u. f. S- >>; u. f.) doch die Spanier, wie bekannt, und wie es zum Theil auch vorher bemerkt worden ist, die eigentlichen kehrer der Franzosen in der dramatischen Kunst gewesen sind. Diese, wie sie selbst es auch eingestehen, haben jenen nicht blos eine Menge cinzelcr Stücke und Situationen, sondern auch ihre eigentliche Tragödie und Komödie überhaupt zu verdanken. — Sammlungen von spanischen Komödien find sehr viele gemacht worden; aber die mehrsten sind auch mit vieler Nachläßig- keit gemacht. Nur selten kann man sich auf die angegebenen Nahmen der Verfasser der Stücke verlassen; und die mehrc- Aen Mahle sind diese höchst fehlerhaft abgedruckt. Alle, mir bekannten spanischen komischen Dichter, vom Caldcron an, klagen über diese Mängel. Die Titel dieser Sammlungen sind: Lomeckias ckc ckiferenroü Kurnrcs, Valenc. Und t-ar- celnna 4. ZI Bde. (I. A. Diez, bey dem Vclazg, S. z;8 führt nur -s Bde. an: aber ich besitze deren noch zwei), welche Barccll. iSz? und >üz8. 4. gedruckt sind.) (lnmcäiaz »uevas cicuZiägz, kckack. 1649 . l 66c>. 4. 12 B>, — Onmcäiaz eleoAickgü cke los mezures Inzonic» cko Llpans, öckack. 1652-1704.4. 48 B. (So hat Hucrta, in dem ?roi. zu dem schon erwähnten Larai«»» S. VII. diese Sammlung angezeigt; I. A. Diez, bey dem Vclazq. S- zz8 sagt, daß im Jahre 169« schon;i B. erschienen gewesen; ganz vollständig dürfte sie, ausserhalb Spanien, schwerlich irgendwo zusammen scyn) — ?rimavera numerola cie mucfta5 Kr- invniaz luzienrcs, loiack, 4. wovon Mm 4 im 55» Com im I. ^79 der 4ütc B. gedruckt morden ist. — Li mezve cle los mezorez lilsrox czue irsn lsliclo cie LomecliS8 nucvsa, Xlacl. i6;z. 4. 4 B. Vescro poeri- co, Vlsck. 1654. 4. g B. Aach werden dergleichen Sammlungen noch immer fortwährend gemacht, weil die gespielten Stücke, sie mögen alt oder neu scyn, immer wieder von neuem gedruckt werden, lind, in diesen Sammlungen nun geben die Buchhändler, als die gewöhnlichen Herausgeber, und nicht die Verfasser selbst, den Stücken, sammt und sonders, die Bciiwörtcc Lsmols, oder auch ßrsn- cie; und C. F. Flöget (Gesch. der kom. Litterat. B. IV. S. >80) Härte sich seine erbauliche Betrachtungen hierüber immer ersparen können ; so wie Voltaire, wenn er nur irgend einen einzigen Band dieser Sammlungen angesehen hätte, nicht das, vorher angesührtc Stuck des Calderon, Vorzugsweise Lnmecli» tsmuls genannt l aben würde. Die beste jener Sammlungen ist, unter dem Titel, Vkesrro Isteipsnoi, Vlsci. 1785. 8- in 17 Bdn. gedruckt, wovon 14 die, vorher schon bemerkten Lustspiele verschiedener Verfasser, einer nur Zwischenspiele, einer die Trauerspiele des Herausgebers, D. Vincente Garcia de la Huerta, und der letzte chen schon erwähnten LsrsIoZo enthält; und sie ist in so fern die bessere, als Huerta, durch sie, die gewöhnlichen llrthetle der Ausländer von dem spanischen Theater hat widerlegen, und in ihr ausdrücklich, eine Probe, oder die Musterstücke des letztem, hat geben wollen. Auchchaben zwar diejenigen seiner Landsleute selbst, welche die französische Komödie für das Muster aller möglichen Komödie halten, ihn seines Unternehmens wegen, öffentlich, bitter angegriffen , weil sie jene Widerlegung für unmöglich, und eine Verlheidigung ihreS eigcnthümlichc» Theaters für ein Hinder- niß zu einer bessern Ausbildung desselben halten; allein die Wahl der Stücke selbst ist. so viel ich weiß, von keinem getadelt morden. sS. Lnlsz'o eis uns stibl. LlpsZ. B. Z- S. 88 u. f. und S. 109 u .f.) --Die französischen, hcsondcrn lieber- Com setzungen verschiedener spanischen Stücke sind bereits vorher angezeigt. Von den, durch Lc Sage verfertigten sind 2 m seinem Ichearre Lipagnoi, ?sc. 1700. 11, und zwep in s. eigenen Vkesrre, psr. 17Z9. 12. und die Lxri'sir» cie plu» licurs piaccs ciu Viicsrrc LipsZnol . . . psr ciu Perron cie Lasters, Vsr. -7Z8. ls. ; Th. und das Lkiesrre Llpsgnol von Linguet, ?sr. 1768. >2. 4 Th. erschienen. Das letztere ist wieder. Braunschweig 1770. g. z B. ins Deutsche übersetzt worden. Daß Linguet mir den Stücken sehr frey umgegangen ist, gesteht er selbst; und so viel ist gcwiS, daß die Eigenthümlichkclren des spanischen Dialogs nicht aus ihnen zu lernen sind. Er hat von dem, was darin äußerst charakteristisch, und so gar zur Verständlichkeit des folgenden nothwcndig ist, wie z. B. gleich in der ersten Scene der Li'elsvs cie tu Lslsn (B. l. S- 81. d. deutschen Hebers.) vieles weggelassen, und dem O. Juan dafür ein albernes: „was sagen Sic?" ((tue cilres - Vouz?) in den Mund gelegt, das weder mit dem vorhergehenden noch folgenden zusammenhängt. — Mit der spanischen Komödie verbunden, sind die, zwischen den Jornaden, gespielten kleinen Stücke, oder Lnrremele«. Daß diese so alt, als die spanische Bühne sind, erhellt aus der schon angeführten Stelle des Cervantes; und daß sie, in ihrer Art, zu den bcßtcn dramatischen Produkten der Spanier gehören, gesteht selbst Signvrclli ein (Krit. Gesch. desTheat. Th. 2. S. Z26 u. f.). Sie führen, nach Maßgabe ihres Jnnhaltes, und ihrer Beschaffenheit, verschiedene Benennungen, als Lnrremclc, überhaupt, und, wenn sie mit Tanz verbunden sind, Lszcke, so wie, wenn Masken darin vorkommen, XlociZsnZs, und, wenn sie vorzüglich aus bloßem Gesänge bestehen, Lsznece, oder auch ursprünglich Xscsi-s. Gesang findet sich, indessen, fast in allen; wenigstens endigen die mehresten sich mit einem Licdc; auch sind die mehresten in Versen abgefaßt. Die darin austretenden Personen siiid, Com Com 55Z find, gewöhnlich, niedrigen Standes, und der Zahl nach sehr wenige. In den neuer» Zeiten hat man mehr Berwicke- lung hinein gebracht, und sie dadurch bis zur Größe kleiner Lustspiele ausgedehnt. Geschrieben sind deren, vom Lope de Rueda, dem ersten komischen Dichter, an, bis auf den, noch lebenden Ramon la Cruz, sehr viele geworden. Huerta hat seinem Larsiogo ein Verzcichniß von mehr, als 400 Stücken dieser Art beigefügt. Auch sind verschiedene Sammlungen davon, unter folgenden Titeln, vorhanden : st ocoierios: liu-l-is veras, c, kteprekenfion maral ^ t 'ettivs cte los ciciorclenes publicos, össcl >645. 8. Valiach. l6cz. 8- (Oer Werf, derselben soll Luis Dminones de Bc- navente sepn. Oer eigentlichen Zwischenspiele darin sind z6.) — Krcoclw clc Lnrrsmeles, escricos por Ins /iurnrcs mas claiieos clechlelpana, hompl. 1700. 8- — Lnmico telle^n, 1742. 8. 2 B. (Ocm Herausgeber, Jos. de Albas , einem Vejetc bcy einer der Madridtee Schauspielergescllschaften, zu Folge, soll der Verf. derselben, Franc, de Castro, ein berühmter Vcjcte des spanischen Theaters, scpn) — Bey dem chkear. Illelp. des Huerta findet sich ein Band mit 26 Stücken dieser Art. — Deutsch besitzen wir die, durch Linguet übersetzten, in dem Nachtrage zu dem spanischen Theater, Riga >771. 8. und, in I. F. Bertrichs Magaz. der spanischen und portug. kittcrat. B. 1. S. 21z. und B. z. S. 129 zwe» von den achten, welche Cervantes geschrieben hat. —> Noch führen, in der spanischen Sprache, die Nahmen von Lomeäis und l'ra- xicnmeclia, verschiedene, in Prosa abge. faßte, und vielleicht schon mit Ausgang des >;tcn oder doch mit Ansang des >6ten Jahrhundcrtes erschienene Schriften, welche auch In Aufzüge und Auftritte abge- theilt sind, und von den Spaniern selbst, von Nasarrc, Vclazquez u. ai m. gewöhnlich unter die Lustspiele gesetzt werden; da aber, sichtlich, keine derselben zum Auffuhren gemacht worden ist: so verdienen sie, eigentlich, hier eben so wenig , einen Play, als die Komödie des Dante, und so viele Schriften aus jenem Zeitpunkt, welche clhnliche Titel haben. Nachrichten von ihnen liefert Vclazquez, S. Z05 u- s. d. II. — — Und ausser dem, was, ebend. von der eigentlichen Komödie der Spanier gesagt wird, handeln von dieser noch: Ein Brief 8">,ee la Lomeciis von Andr. Re» de Artieda, in s. Dilcnrlos, Lpilk. e Lpigr. (unter dem Nahmen ^rcemicioro) Saraß 1605. — Lreve ciitcurio cis las Lome- clias zc cie tu r«prelcnracic>n p»e l). Diego Vicki, Valerie. 1Ü50. t. — Nasarrc, a. a. O. — k. Riccobonl, a. a. O. — Piet. Signorelli, in der Krit. Gesch. des Theaters, Th. 2. S. 26 u. f. S. 72 u. s. S. Z24 u. f. — Lerere stur lc Vlreacrc Kl'päßirol, im gtcn B. S. ;o2 der Varieres liererair. ?ar. i ?68> 12. 4 B. — Fr. v. Cronegk in s. Schriften, Th. 1. S. Z87. — G. E. Lcssing, in der Oramat. Kl. LX u. f. — C. F. Flöget, in s. Gesch. der komischen Littcrat. B. I V. S. 157 u, f. und in l. Gesch. des Grotcskckom. S ?z tt. f. S. übrigens den Art. Dichtkunst. Wegen der Komödie in Portugal, verweise ich auf den Vclazquez, S. 78 - 94 d. d. »ebccs. — Junks Nachrichten von der portugiesischen Lilteratur, Franks. 1778. 8. " die Gothaischen Theaterka- lcnder, vom 1.1778 und 1779 — und C. F. Flögels Geschichte der kom. Littc- ratrst, B. IV. S.184 u. f. — I» dem ztm B. S.247 u. f. von F. I. Bettuchs Magazin der spanischen und portugiesischen Lilteratur findet sich ein portugiesisches Lustspiel übersetzt, welches, meines Vc- dünkcns, die Anlage zu einem sehr interessanten Stücke hat. — — In Frankreich ist das Lustspiel überhaupt, oder doch das, was man, nach Maßgabe der Geistesbildung der Zeit, so nennen muß, eigentlich sehr alt. Schon Karl der Große verbot das Spielen der Histrioncn; und unter drn Gesetzen der Könige von dem zweyren Stamme findet sich eines (--pst. IZalu?. B. 1. S. 905), worin den Schauspielern (Lccnicis) bey Mm 5 Leibes- 554 Com Com Leibesstrafe untersagt wird, in geistlichen Kleibungen aufzutreten; ein Beweis, daß die Vers, der Flick. (in 'Fbcarre branc. (B. >. S. -) und ihre Ausschreibet', nicht sonderlich unterrichtet waren, wen» sie behaupten, daß unter eben diesen Königen sich keine Spur mehr »on dergleichen Schauspielen findet. Von welcher Beschaffenheit diese aber waren, ist nicht mit EewiShcit bekannt. — Das Altec der Acisrli'ckcn Schauspiele, oder Mysterien in Frankecich, da» heißt der, in der Landessprache abgefaßten Stücke dieser Art, kcigt, so viel wir jetzt wissen, bis in dos dreizehnte Jahrhundert hinauf, (K, babl. ou L»n. res ciu XII. er ein XIII, 8iecle, par. 1779. 8- zB. B. >. S. za; u. f. wo die Beweise und Beläge dauon sich finden) und folglich kann nicht, wie Riceoboni (Ilcfiex. bitter, er erir. lue les 1 lies- rrcs cle l'biurepe, S. 79), SigNorelti (Krit. Gesch. des Theaters, Th. 1. S. zzz und z;z), C. F. Fidgel ( Gesch. der kom. Litter. B. IV. S- 2z;) u. a. m. wollen, der erst, mit Ausgang des vierzehnten Jahrhundertcs gebildete, so genannte (ltwiir n-zal die Veranlassung dazu gegeben haben, welches der letztere um desto minder hätte nachschreiben sollen, da er, und nur auf der vorher gehenden Seite, selbst dergleichen Schauspiele schon aus dem Anfange des vierzehnten Jahrhundertcs anfährt; und da jene Behauptung sich wahrscheinlich nur darauf gründet, daß in einige Stücke dieser Art, als in das bäzckcrc n, lateinische Hymnen, in der Form des (lfianc roz-sl eingewebt sind. (S. blick. cku Ichear. Franc. B.I, S. Z71. Amst. Ausg. ) In. dessen erhielten diese Schauspieler dadurch, daß umS I. >z8o sich eine besondre Gesellschaft in Paris (LcnFrerie ein la?aF> stcin) zu ihrer Auffährung vereinte, und dergleichen regelmäßig, an einem bestimmte» Orte, vorstellte, mehrere Selbstständigkeit, so wie bis zum I. -54». als in we.chcm sie untersagt wurden, sich auf dem Theater, (S klick. cku "Tb. Franc, Amst. Ausg. B, 1. S.zs. B.S. 2 u. f. vergl. niit B. z. S. 24, u. f. der Pariser AuSg.) und Signorclli (Krit. Gesch. des Theaters, Th. 2. S.;) hätte dieses Verbot ja nicht mit einer Sentenz über den Mangel des Geschmackes der Franzosen in diesem Zeitpunkt begleiten sollen, da diese Stücke auch in Italien, und Zwar um dieselbe Zeit, nicht allein verboten, sondern auch noch lange nachher daselbst gespielt wurden. Geschrieben sind deren indessen in Frankreich noch viel später worden. In der iZüzIiorliequc ein ch'kcarrc Franc, wird eine IKaickance ckc ). L. eine eZclorsrion cles crnis Ilois, u.a. St. m. welche erst ums I. >6zc> sollen erschienen scyn, angeführt. Ausführliche Nachrichten und zum Thcil Auszüge davon liefert, unter andern, die klick. (tu Fbcacrs Franc, im iten, 2ten und zten V. —- der erste Band der Lilais bickcr. Für 1'vrigine er les jrrngrcs cle l'arr ckra- inar. en kckance, star. 1784. >ä, — L. Riccobvni, in den Ileckex. . . Für les stisserens Icheacre cle lVuroge, S. 79 u. f. --- C° F. Flögcl in f. Gesch. der kom. Litterat. B. IV. S.ozz u. f. und Gesch. des Grotcskckom. S. 87 u. f. S. auch Barle, Art. LKocczuer. Die, eigentlich aus den Mysterien entsprungenen , und mit ihnen verbundenen Llssoralitäteii, oder diejenigen Stücke, in welchen vorzüglich lauter allegorische Personen auftreten, scheinen in Frankreich mit Ausgange des vierzehnten, oder im Anfange des fünfzehnten Jahrhundcr» tes entstanden zu spyn. Ilm diese Zeit nähmlich wurde die Innung der Prvkura- toren (I-a ka^ockc) zu Paris, wahrscheinlicher Weise durch den Bcyfall, welchen die vorher gedachte Gesellschaft erhielt, bewogen,, auch Schauspiele zu geben; und da jene auf die Vorstellung der heil. Geschichten ein ausschließendes Privilegium hatte: so verfielen diese auf die Vorstellung von Stücken, welche die Moral lehren sollten. Wenigstens ist nicht bekannt, daß deren dort wären früher geschrieben worden. Nachrichten von ihnen finden fi t' in der Hill, äu I bcar. Fr. im Lten und zten B.- in denLcksisbicknr. Für Com Com 555 für ckarc ssrsmar. an Vrance, B. l. a. v. St. — in C- F. Flögels Gesch. dcr kom. Littcrat. B. IV. S. -45 u. f. — Auch enthüll zu dcr Geschichte dieser so wohl als der vorhergehenden Gattung von Dramen in Frankreich, das Glossarium des du Tauge, voc. k/Iuralirss, Tuckus, kubiner, kenrecockc, Vorlons^inm, u. a. m. sehr gute Beytra'gc. — — ! Stücke weltlichen ^nnhaltcs, oder solche, welche, eigentlicher, Romo- Vien heißen können, sind in Frankreich sehr alt. Zwar haben die so genannten Troubadours nicht, wie sonst behauvtct wurde, deren geschrieben, (S. den vckc. xrcl. der blick. iicreraire clcs Vroulzs- ckouis, S. TXiX.) ob sich gleich nickt lstugncn lcißt, daß ihre, unter Begleitung von Musik, und allerhand Tasckeu- spiclerkünsten und Gaukelepen, abgesungenen Lieder, eine Art von Schauspiel ge. bildet haben müssen, und ob gleich die neuesten Geschichtschreiber dcr französischen Bühne, als die Verf. dcr blick, universelle ckes Ickearrez, und der Linns kci- slnr. lue I'src ciramarigue en Lrance, sie noch immerfort unter den dramatischen Schriftstellern aufführen. Aber, tinter den Schriften ihrer nördlichen Mitbrüder, dcr 1>ouvcre5, hat Lc Grand ein, wahrscheinlicher Weise, im izten Jahrhundert abgefaßtes Stück gefunden, Meiches den Titel se» Acrccn, Stücke in einen, Act, und von wenigen Personen. Die Zeit ihrer Entstehung ist bis jetzt noch nicht ausgemacht. Gcwöhnliw wird die Erfindung derselben den Mitgliedern dcr Bazochc zugeschrieben , und würde also in de/i Ausgang des >4ten oder in den Anfang des ,;ten Iahrh. fallen; aber Le Grand glaubt, in dem vorher gedachten, vermeintlich im izten Jahrhundert geschriebenen .sc» >j» Veie- ein (a. a. O. S. z;? und ;;z) schon eine Farce, oder doch die Anlage dazu zu finden; und die Verf. dcr Encyelopcdic (Her. Vsrsäe) behaupten, daß in dcr, ums I. izio vollendeten Fvetsetzung des Koma» äe Is kecke, die berühmteste dieser Farcen, dcr Advokat Patelin, bcrcitS angcführl ist, und daß wohl gar Willh. Loris (,s6o) der Verfasser derselben sehn könne. Indessen wird eben dieses Stück von andern wieder andern, und zum Thcil viel spütern Schriftstellern, als dem Pierre Blanche! (f 1519), dem Franc. Cordimil, u. ci. m. bepgelegt; und wahrscheinlicher Weise liegt derselben eine alte Erzcihlung (ckabllsu) zum Grunde, auf welche in der Fortsetzung des kc,r»z» cke fg Kufe angespielt wird, und das irgend einer dcr vorher genannten Sichter in dramatische Form brachte. Doch, dem sei,, wie ihm wolle ; genug, höchstens erst mit Ausgang des vierzehnten JahrhundertcS können Stücke dieser Art rcgrlmcWg auf der Bühne erschienen sepn, weil es nicht ehe, gleichsam stehende SchauspielgeseNschastm gab; und, von diesem Zeitpunkte an, wurden auch sehr viele geschrieben und gespielt. Es scheint deren von verschiedener Gattung gegeben zu haben; wenigstens spricht La Porte, in feinem Werk V0N de».BeywörterN, von Larve ^>) c icke, tckckrio- ;;6 Com Com bifttianilzuc, sabuleuse, enkärinös, murale, recreattve, sacerieuie, ba- ckinc, kran^oile, nouvellc. Der Zweck aller war, die herrschenden Laster und Thorheitcn lächerlich zu machen; und dieser Zweck soll in vielen glücklich erreicht worden, aber sie selbst, zugleich, sehr balde in plumpe und persönliche Satire ausgeartet, und mit schmutzigen Aweydeu- tigkeiten angefüllt gewesen scyn. SM sehr wenige sind von den, wie es heißt, erschienenen vielen übrig; und von diesen ist der angeführte Patclin die merkwürdigste und bekannteste. Sic ist verschiedene Mahl, als Lar. 1474.1490. 4. 172z. 8. und öfterer einzeln gedruckt, und so gar in das Lateinische (aber vermehrt mit einer Person, wie sie in den frühem Stücken gebräuchlich waren, welche die Zuschauer auf die schönsten Stellen aufmerksam macht) Lar. iziz. 12. übersetzt, so wie vom Brneys und Palaprat, im I. 1720 umgearbeitet wieder auf die Bühne gebracht worden, aus welcher sie noch sich erhält. Ob sie, ursprünglich, wie Flöget (Gesch. der kom. Litter. V.IV. S.-51) will, in Prosa abgefaßt gewesen, u. d. m. beruht auf bloßen Mutpmaßungen, und ist nicht wahrscheinlich, weil, wenigstens nacd den übrig gebliebenen Stücken dieser Art zu urthcilcn, keine andre, als vcrsificirte, gespielt' wurden, llcbrigcns werden, in verschiedenen derselben, noch moralische Wesen, als vire und Loire, Leu, ksloins, Vrop und Lrou, Isouck und Huorre, u. d. m. aufgeführt; tind in andern haben die Personen noch nicht besondre Nahmen, sondern heißen blos, bckati, Lemme, ldleveu, Lille, Veit» lai ll > u. s. w. wodurch denn, meines Bc- dünkens, der damahlige Zustand des französischen Theaters und der herrschend? Begriff vom Drama, in ziemlich Helles Licht gesetzt wird. Auch führt eine der- sclb-n schon den Titel Komödie (Lome, ckie cles cleux Lilles er lies steux ma- riees), deren Verfasser die bekannte Margaret de Balois, Schwester Franz des ersten, seyn soll. Mehrere Nachrichten von ihnen finden sich, unter andern, in der kstick. cku 1"besrre kraue. B. ». S. izo u. f. B. z. S. 16z u. f. — in C. F. Flögcls Gesch. der kom. Litt. B. IV. S. 249 (aber etwas mangelhaft und unordentlich). — — Eine zweite Gattung komischer Dramen aus diesem Zeitpunkt, sind die Soties, oder Gotisen. Ihre Entstehung fällt unter die Regierung Carls des sechsten (fi4-s)und also luden Anfang des fünfzehnten Jahrhundcrtcs; und ihre Benennung so wie ihr Oascyn schreibt sich von einer Gesellschaft junger Leute her, welche, in diesem Zeitpunkte, unrce dem Nahmen der Lusans laus iouey sich vereinten, und deren Vorsteher Lriuce lies Lots oder ftni lies Lots, und zwar, wahrscheinlicher Weise, deswegen so hieß, weil er auf die Thorheitcn des menschlichen Geschlechtes sein Reich gründen wollte. Sie schrieben nicht allein, sondern spielten diese Stücke auch selbst, welche, ihrer Beschaffenheit nach, in so fern Achnlichkeit mit den Moralitäten hatten , als die darin auftretenden Personen blos allegorische Wesen, wie, z. B. Is Ickonckc, /tbus, Lor ckillolu, Lvr alo- rioux, Loc corrompu, Lor rrompeur, Lor iZuuranr, Lorce solle, 8otce com- mune, Lotte occsliou, Lotte Liance, oder ftcnclice Franc, benekice perir, Vouloir exrraoräinaire, LeiFncur ie pois piles erhielten, (S. kstilk, «in ?k>earre krsnc. B.I. S. gz. Amst. Ausg.) als Zwischen- oder Nachspiele, aufgeführt. Mehrere Nachrichten, und Auszüge aus ihnen finden sich in dcrdiilk. cku'I'Iiegreekrsnc. B. 2. S. 177. Anist. Ausg. B. z. S. avi u. f. S. zo; u. f. Paris Ausg. — Was Signvrelli (Krit. Gesch. des Theaters, Th. 2. S. o u. f. dcr ll.) und C. F. Flöget (Gesch. der kom. Litterat. B.IV. S. 252 u. f.) vehaupten, bedarf schr vieler Berichtigungen. Die Gesellschaft selbst, welche ihnen den Nahmen gab, scheint ums I. 1Ü12 eingegangen zu seyn ( S. bstiil. ein 'Dkl. trsnc. B. z. S. 256). — —' Die eigentliche Romoöie, oder dramatische Stücke in der Form und von der Beschaffenheit der griechischen und lateinischen Komödie find in Frankreich nicht che, als um die Mitte Oes secbzehn- ten Jahrhunderten geschrieben worden ; und wahrscheinlicher hat C. F. Flöget sich durch das, was in der Uebcr- seiMig des Oiic. tur l'srr «irsmarigue aus dem zten Bde. der /lniwl. poer. von der Komödie überhaupt, mit Rücksicht auf einige Kenntniß der Geschichte der französischen Bühne, gesagt wird, verleiten lassen (Gesch. der kom. kittcrat. V. I V. S. 259) auf die eigentliche Komödie, von welchen er daselbst handelt, anzuwenden, und so von den ersten Werken der eigentlichen Komödianten, welche verloren gegangen, und von Stücken v. 1.1440, und von Jean Ponta- lais zu sprechen. Das Stück, von welchem die Rede ist, nähmlich das älteste, dessen Verfasser sich genannt hat, ist kein anders, als Oe VIMere cles szAex äez Porres, welches sich von den Gebrüdern Arnoul und Simon Greban herschreibt, (S. ktick. clu Ich. tVsnc. B. 2. S. 209. Anm. 2. und S. 210. Amst. Ausg.) und Pontalais, oder Pont Alletz soll eben auch nichts, wofern er sonst noch irgend etwas geschrieben bat, als Moralisten, Mysterien, Farcen geschrieben habe», und war, wie ihn Du Verdier NMNt, Oiiek er bcksirre äcastoueurs cto Klorulires er ksrcez (S. ebend. S. 224 u. f.) Alles dieses gehört also zu den vorhergehenden Stücken, und in den vorhergehenden Zeitpunkt; auch hat Flöget selbst schon, S. 242 und 244 dieser Dinge gedacht; und den ersten Bcgnff von der regelmäßigen Komödie haben die Franzosen, wahrscheinlicher Weise, erst durch die Uebersetzung der Andrla des Terenz, von Bonaventura, im I. 1557, wofern nicht gar schon durch eine frühere, völlige Uebersetzung dieses Dichters ( s. Art. Terenz) erhalten. Das erste Originalstück dieser Art aber ist die, im I. ,552 gespielte, in achtsylbigtcn Versen abgefaßte Lugene vu Is ldencancre von Et. Jos helle (st >557); und Signorclli ist eben so schlecht unterrichtet, als parteiisch, wenn er (Krit. Gesch. des Theaters, Th. 2.S. 6 u. f.) ein, erst im I. i;6i gespieltes, aber, wohl gemerkt, aus dem Italienischen gezogenes Stück, für älter, und für die erste ächte Komödie ausgiebt. Nach dem Jo- belle haben für die komische Bühne der Franzosen überhaupt gearbeitet: Jacq. Grcvin (st >570) Rem» Beilegtest,;??) Jean de Baif (st >;g9. Sein Urove oder l^illebras ist nichts, als eine Ucbers. des öäile» xlorioiuz.) Jean de la Taille (st ,607. Seine Ovrrlvsux, welche ums 1.1562 erschienen seyn sollen, sind eigent- lich die erste französische Komödie in Prosa, und die erste, worin die Sccnc ausdrücklich nach Frankreich verlegt ist. Indessen ist sein Stück, sichtlich, auö dem Italienischen genommen. Es hat einem Prolog, worin ividcr Farcen und Mora- litätcn dcclamirl wird.) Pierre dclaRi- vcy (Oeimeckies tacerieuies, ?ar. 1579. 12, Oz-on 1579. '2- ibouen 1601. 12. Es sind ihrer sechs, Oe le Vctstie, las Liprics, le öäortoncku, le« stslciux» les Liocilierz; und im I. ,6» gab er deren noch drey heraus, b.s kiäele, Is LonKance, und ies Vrvm- periex. Auch diese Stücke sind sämnit- lich in Prosa abgefaßt, und der Verf. ver, theidigt sich deswegen, in der Vorrede der z;8 Com C o in der erstem Sammlung, mit dem Bey- spiel der italienischen Komiker. Indessen fehlt es den Stücken dieser Sammlung keines,vegcs an Werth, das heißt, nicht an einzeln niedrig komischen Zügen. Aber an Characcerschildcrung ist be» ihm nicht zu denken; und die Verwickelungen sind, größtcntheilS, sehr verwirrt. Daß Möllere und Regnard seine Arbeiten bcnützt haben, ist bekannt. Was weniger bekannt ist, und doch bemerkt zu werden verdient, ist, daß der Verf. sichtlich die Ideen zu seinen Komödien aus Italienischen Stücken genommen hat. Seine letztem Stücke sollen schlechter seyn; ich habe sie aber nicht gesehen.) Nie. Fil- leul (Sein, im I. ,?66 gespieltes Stück, l.cs omkirez, ist, so viel ich weiß, die erste Komödie in Frankreich, welche den Titel, I^lkneale, führt, und worin so genannte Schäfer und Schüferinnen, oder Personen mit Schäfernamcn, auftreten. Er hatte der Nachahmer viele.) Rvb. Garnier (Ich führe ihn blos an, um zu sagen . baß er gar keine Komödien geschrieben hat. Zwar führt s. Bradamante, ge. spielt umS I. i;Z2, den Titel Tragikomödie, und soll das erste französische Stück mit diesem Titel sc,)»; aber die französische Tragikomödie lcißt sich nicht, wie die spanische, zur Komödie rechnen, weil sie nicht so wohl, gleich dieser, wegen Vermischung des Tragischen und Komischen, als wegen ihres glücklichen 'Ausganges so heißt). Alex. Hardy (f >6zo. Seine Fruchtbarkeit ist das merkwürdigste an ihm. Aber, wenn SigNorelli, Krit. Gesch. des Theaters, Th. S. >o u. f. bcy Gelegenheit seiner, wieder, zu Gunsten der italienischen Bühne, über die Unanständigkeit der französischen, dcclamirt: so möchte man bepnahe auf den Einfall kommen daß der Italiener die Stücke seiner eigenen Nation gar nicht gelesen hat;) Balt. B>aro(,6;->^ JcanRotrou (H1650) Paul Searron i6ü684. Er muß, in so fern dem Moiiere zuvor gehen, als s. ktenreur das erste Muster von Charaetcrkomödir war, und als er, wie Voltaire es ausdrückt, die Komöoic aus der Barbaren und Erniedrigung riß.) Jean B. Poquelin de Molierc (f 167z. „Vor dem Molierc," sagt Fvntenelle, „suchte man das Lächerliche in sehr müh. sam ersonnencn Begebenheiten; man dachte nicht darin, es aus dem menschlichen Herzen, das daran so reich ist, zu schöpfen." Das erste seiner gedruckten Stücke ist der kirourcli, welcher zuerst, Lyon 165z gespielt wurde. Von den so vielen Ausg. s. W. begnüge ich mich mit der Anzeige der von Joly und Serre, l'sr. >7Z4. 4. 6B. mit K. von Le Bret, b'ar. 177z. 8. 6B. 178z. 4. 6 B. mit K. und von den vielen Schriften über ihn, mit der Anzeige der Vis.'. . parkte, cie Vc>1» raire, welche eigentlich zum BeHufe der zuerst angeführten Ausgabe geschrieben wurde, und sich, imöilenB. der Sammlung s. W. von Beaumarchais findet, und dem Ztcn B>. der Her üe laEomeciiedes Cailhava, worin von den Nachahmungen Moliere's gehandelt wird. Ein Li»Zs desselben von Champfort, erschien 177a,. z. llebersetzt in das Imlienisekc, ausser einigen einzeln Stücken von andern, sind seine Komödien von Castelli; in das sixngKscbe, von John Ozeil (f->74s) und von Heinr. Baker und Jam. Miller, I.ouel. 17Z9. 12. 10 Bde. In das Deutsche, von Job. Sam. Müller, Hamb. 17Z0 und ,769 .8 4 LH- und für Deutsche von MyliuS und Meißner, Berl. >779.8. iter Th.) Ant Jaeq. Montsteury (f >68; Ichoarre, ?ar. >775. 12. 4B.) Jean Franc, de la Tuillerie (t >688) Phil. Qui- naulf >688. Oeuvr. ?ar. 1777. >2. ;B.) Raym. Poisson (h 1690) Js. de Bemerode (t 1691 ) Jean de la Fontaine (5 >69;) Jean Racine (h 1699) Bourseault s^f 1702) Chr. de St. Evre- mvnt (H.170Z) Nvcl de Hautcrochc (f,707. Com Com 559 1707. IVearr. ?ar. 177s. 12, Z B.) Tb. Corneille (f 1709) Iran Frc. Rcg- nard (ch 1710. Oeuvr. ?. 173z. 12. 4B. Deutsch, Bcrl. 1757. 8. 2 B.) Jcan Pa- laprat (ch >721) Da». Aug. VrueyS (ch 17ZZ. Vliearre, ?ar. 17z;. 12. Z B) Jean Gilb. Campistron (ch 17-z) Ch. Ri- vicrc du Fresny (ch >724. Oeuvr. ?ar. 1779. 12. 4 B. I.'arr cle 8u lüesn^, sagt ein französischer draniatifchec Kunstrichter, eib cle taire cunrraiker plu- bleues ele ces caraökeres peu inarczues enrre cux; apres XLoliere il a le rnieux b-iill Il> Nütuee.) Flor. Dancouet (ch!725. Vlrearr. l'ar. 1760. 12. 12 B. OkeL ll'veuve. ?. 178z. 12. 4 B. liebersetzt erschien ein Theil s. Stücke, Bresl. 1760. 8.) Jas. de la Font (ch 172;) Marc. Ant. tc Grand (ch 172«) Mich. Boyron, Baron qen. (ch 17-9) Ant. Houdard de la Motte (ch 17Z1. Oeuvr. L'ar, 1754. 12. 10 B.) Iran B. Rousseau (ch 1741) Au- treau (^>745) Alain Rene Le Sage (ch 1747. Vkeacr. par. 1774, 12. s B.) Louis Fuselicr (k 1752) Ch. Ant. Cvypcl (ch 1752. Einer der ersten, welcher ini J. 1718 für die italienische Bühne zu Paris, französische Stücke schrieb.) d'Alainval (ch 17;;) Louis Riecoboni (ch >75?) Tom. LÄfftchard (ch 175z. Blrescr. ?ar. 1768. 12.) Pierre El. Nivellc de la Chaussee (ch >754. Oeuvr. l'ar. 1777. >2. 5 B.) Phil. Ncr. Ocstcuchcs (ch 1754. Oeuvr. ?ar. 17x7. 4. ; B. 1774. 12. 10 Bde. Deutsch, Lcipz. und Gött. >756. 8- 4B. und für Deutsche, uon Mylius und Meißner, Verl. 1779. 8- M'r Th.) Cdarl. Bart. Faga» (ch 1755. Oeuvr. ?. 1760. 12. 4B.) Guyot de Mcrvilie (ch 1755. Vlrearre, ?ar. 1766. 12. Z B.) Louis Franc, de Lislc (t >756. Einer der Gc- schichtschr. der französische» Bühne sagt von ihm: II nuus ssc connoirre UN nuuveau ^enre 8e Lomcstie . . . c>u rour est limple, nait, er ou l'al- legorie est emplozee avcc rsnc cl'srr, czu eile fair lorrir la verlre >su lein cie la narure, er le cumiczue cle la na- rure er cle la verire.) Beruh, de Fon- tenelle (ch >757. Deutsch, Hamb. 175L. L.) Fcancoise de Grafigny (ch ,75z) Louis de Boissy (ch >758. Vlicarr. Kuuen 1758. 12. 8B. Oeuvr. lsta^e 1763. 12. 8B.) Louis Cahusac (ch 17x9) Jos. Franc. Oes, Iliahis (s 17Ü1. Oeuvr. 1778. 12. 2 B.) Jean de la Noue (k >761. Vkearr. I>ar. 1765. 12.) P. Chr. Marivaux (chi76z. Oeuvr. Lsr. 1765. 12. B. Sein Theater, Deutsch durch Krüger, 1749.8. 2 B.) Chr. Frc. Panard (j 1769. Vlrearre. ?. 176z. >2. 4V.) Ant. Alex. Poinsinct (k >769) La Grange (ch 1769) Fre. Aug. de Monerif (f>770. Oeuvr. ?. 1769.12. 4 B.) Alex. Piron (ch 177z. Oeuvr. l?> 1776. 8. 7 B.) Cl. Heur. Voisenon (chi?75. Oeuvr. p. 1782. 8. ;B.) Germ. Frcs. Poullain de St. Foix (ch 1776. Vlrearr. ?ar. 176z. 12. 4 B. übers, von Jvh. El. Schlegel, Leipz. 1749. 8. 2TH. und der dritte von Wichmann, 1768. 3.) Mazvn de Pczay(ch >778) JcanB. Gres- set (f>778) Fre. Arvuet de Voltaire (ch >778) Cl. Jos. Dorat (t 1780. Oeuvr. 8- 18 V. Oeuvr. cliois. ?. >786. 12. z V.) Oivn. Diderot (ch 1784. 'I'bearre, l^ar. 1758. IZ. 2 V. Deutsch, von G. E. Lessing, Bcrl. 1759. 8. 1781. 8. - Th.) Lebret (Bkiearr. >778.8. -B.) St. Marc (Oerniclraineü, ?ar. 1778. 8.) Bens. Jos. Saurin (Dlrearr. 1^. 177z. 8. Oouvr. 1782. 8. s B.) Ch. Palissor de Montcnoy svouvr. 1779. 12. 7 B. 1788. 8. 4 B.) Moulicr de Moissy ( 1) VKcarr. ?ar. 1768. >2. 2) )cux cie la perire Vlia- lie, ?. 1770. 12. zTH. Deutsch, Bcrl. 1770, 1772. 8. zTH. z) Lcnle ciramar!- czue cle l'ssnmme, ?. 177.1.12. Deutsch, Verl. 1775. 8.) Mich. Jean Scdaine (veuvr l'ar. 1776. 8. 4 B.) Edm. de Sauviguy — Jean Frc. Bastide — Louis Marin (Vlicsrrc, ?. 1765. g.) Ch. Cvste (Vkiearre cle Lvciere, ?ar. 1777. 12. zB.) — Coudray (Vlrearre cleLsmille, l>. 1777.8-2B.)—Bar- the Et. Niel, de Champfort— Jcan Frc. Cailhava (Vtiearre, ILar. 1781. 8. 2 B.) —- Carmontcl ( 1) ?rc>verbez strainarilzues > L. 178Z.L. 6B. 2te Allst. 2) l'hearre cle OampaZne, luire aux xrov. clriim. ?sr. 1775. g, q B. ) — Fencuisk züo Com Fenvuillot de Falbaire --- Carron de Beauniarchais — Louis Et. Mercier (Ickieorrs, ^.luli. 1778. 12. 4 B. enthalt aber be» weitem nicht alle seine Stücke, deren, so viel ich weiß, überhaupt 28 sind. Deutsch, Schausp. vom Verf. des Jahres 2140. Heidclb. >784. 8.) —- Pierre Eh. Roy — Orneval — Ch. Jaeq. de la Morlierc — Gabe. Mailhol — Du Vaure — Rochon de Chabannes (ckkiealr. Uor. 1786. 8 2 D.) — Rozoy sOeuvr. ?. 1768. 12. 2 B. 1782 8.2 V.) — Le Blaue — Harnp — Araignvn — Courtial — Dcnoni — Arthaud -— Obricn — Dudrier — La Borde (Oeuvr. k.z>nn 1782. 8. 4 B.) — Florian ('I'kcesc. icsl. Uor. 1786. 18. Z B.) — Monniec — Desfontaincs — La Cvste de Mezieres — Lhauveau — Que- taut — Che», de Laurcs — Avcsne — Azemar — Monvel — Abt Schosnc — Collot d'Herbois — Dcöforgcs — Lautier — Mad. de Sillcry, oder Gräfin Genlis ( 1) Vkesrre ü l'ulpßc: cice zeu- nes peetonnc8, psr. 1779. 8> 4 B. Deutsch, Leipz. 1780. 8. z Bde. Hamb. 5?8o. 8. ZB. 2) Dsseorrc 6a Loeiecs, ?. >781.8. -B. Deutsch, Leipz. 178z.8. z) Uieces rirecs 8e I'kicrir. iiiluce, Leu. >787- 8 ) Jul. de Vinesac — Ou- dvycr — Jmbert — Oorvignp — Cha- bcaussicre — Mölme — Msll. Raucourt — Murville — Forgcot — Billard — Jean Frc. d'Harleville Collin — Dampiere — Pieyre — Oesfsrges — Lau- jeon — Aude — Vignc — Marq. de Vievre — Andrieux — Patrat — Wa- tclet — Oorfeuille — Ranguil Lientaud — Mdc. Beaunoir -- Chev. de Cutie- rcs (DUezrre morsl, Uor. >784.->786. 8. ?B. Oeuvr. Orl. >786. >2. Z B.) — Garnier (dkouv. ?r»v. lliamsr. ?sr. 1784. 8.) — Barbier — Rochefort — Valigny — Milcent — Mde. de GougcS — Montagne — Mls — Boret --- Robert — Filias— Fabre d'Eglantin—. Dezede — u. v. a. m. Was die verschiedenen Gattungen der französischen Komödie anbetrift: so ist sie daran reicher, als irgend eine andre C 0 m Bühne; wcnigstensuntcrschcidcn die fran. zöslschen.Kunstrichtcr ihre Stücke aus sehr mannichfaltige Weise. Ohne der Euuhci- lung in dielsomociio ci'incriguez Und die Oomestie cke coratköre, oder des klsuc comique (tlomiczue nudle), deS Oumi- cjue buurz-eioiz Und des das comiizue, je nachdem die Lichter vornehme, oder bürgerliche, oder gemeine Personen aufführen, zu gedenken, finden wir — 17 Ooiueckies tieroiczues, oder solche, worin Könige und Fürsten auftreten, und deren noch, aber nur wenige, erscheinen, oder gespielt werden. — 2) poiktnole, oder Stücke, deren Personen vorgebliche Hirten und Schäfer sind, und wovon die Art. -HirtengeSickt, und 2öallcr mehrere Nachrichten geben. — z) c^me» ciics larmc>zk!>nre5» oder das rührende Lustspiel, für dessen Urheber gewöhnlich Nivclle de la Chaussee, mit seinem Vor- »rtheil nach der Mode, gespielt im I. >755, ausgegeben wird. Aber, wenigstens sind die Keime desselben viel alter, und, meines Vedüukcns, schon in dem tckiiinto- psse msrie des Ocstouches, aufgeführt im I. «727, zu finden. Ueberhaupt ist das Komische dieses Dichters, wie schon Hessing bemerkt hat, in mchrcrn Stücken, als dem Ruhmredigen, dem Verschwender, von einer höhern und feinern Art, als selbst in den ernsthaftesten Stücken des Moliere. Noch naher kommt dem rührenden Lustspiel das, im I. 17z 4 erschienene , Mündel des Fogan: und cinzclc, wirklich rührende Auftritte giebt es in mehrern altern Komödien. Indessen war vor La Chaussee der rührende Ton noch nicht, i» irgendeinem größcrnStücke, der herrschende Ton gewesen z und so ist ihm die Ehre der Erfindung geblieben. A» Nachfolgern, welche die Gattung endlich bis zum ernsthaften umbildeten, hat es nicht gefehlt. Der Sidncy des Gressct, die Nannte deS Voltaire, die Cenie der Grllfigny, der Hauevater des Diderot, (welcher die erste, eigentlich ernsthafte, Komödie war) und viel andre Stücke von Mercier, Fenouillot de Falbaue, Beaumarchais, Colle, u. a. m. gehören hieher, und Com Com z6l und erschienen zuletzt unter dem Titel von Drama, dessen Charaetcr, in Berglen chung init der Komödie, von Mercicr, in einen bcsu momenc äe la via dumsine» «zui revela I'iircerieur ci'nne tamstle, ou läns neglij-er las granäs crairs on rccnciste preciautemenc ies ckscails, gesetzt worden ist. Welches Stück aber diesen Titel zuerst geführt hat, ist mir nicht bekannt. Bekannter ist eS, daß die Gattung, mit ernsthasten und lächerlichen Waffen bestritten wurde. Von der er- ßcrn Art ist dle, im Anfang dieses Artikels angezeigte Schrift des Chasslron, und die gelegentlichen Anfälle von Sabaticr, Cailhava, Ocsfontaines, selbst von Voltaire; von der letztem der st»ue ver- rucux, in der erzählenden Form, der öckoniieur Lallanärc, c>n las esters cke l'amour er äu verä cle gris, die Lacri- manic, c>u kolanie stes Dramas, 177;. 8. die Xäairie cles Dramas lombras, vu la Dramarnrge, 1776.8. die Leau- ces cke öäelpcimäira ac stkalie» 1779. 8. u. a. m. in dramatischer Form. Ucbri- gcns haben wir noch über dieses Schauspiel eine deutsche Schrift: Anfang oder Versuch einiger Bemerkungen vom rührende» Drama, Hirschb. 1774. 4. — 4) Lomeckies Lasters, oder Stücke, welche mit Gesang und Tanz verbunden sind, und wovon, bey dem Art. Ballet sich einige Nachricht findet. — ;)?iecex ü tcö» ircs ckacactrees» oder Lcencs ä rirmr, welche dadurch von der gewöhnlichen Komödie sich unterscheiden, daß die einzeln Auftritte keine Verbindung unter sich haben, und daß also keine eigentliche Ver« Wickelung und keine eigentliche Auslosung darin Statt findet. Als Bcvspiel kann die kstauveaure des !?e Grand dienen; und das Muster dazu soll der Käomus Lahm liste deS Fuselicr, gespielt im 1.1717, gewesen scyN. — ü) Lrovcrbes ckramari- yues, worin die handelnden Personen irgend ein Sprichwort darstellen, und worin die Verwickelung also gleichsam ausserhalb dem Charaeter derselben liegt. Die Verfasser derselben sind vorher angezeigt; der Urheber derselben, war meines Wissens, Erster Theil. Carmontel; und ein streuest geiroral äs LeoV. chznise. erschien, Dvnär. 178;. 12. ,<1 Bde. — 7) Als cine eigene Gattung lassen sich, die, zur Erstehung geschriebenen Stücke, oder die Schauspiele für Rinider, wie die Qemickramas des St. Marc, die Stücke der Gr. Geniiö, nouveau gam a, ckans lequel, wie ein ftanzösicher Kritiker sagt, I'aureur s'est Increckic rour ac gui s. rapparc ü i'smour, cour aoncraste äs vices er äs vertus, route inrrigue, luure psstivn vlalenre, das Vdeacre ä i'ulage äes LnsttzZes, äes Lcol. sto>al. ?ae. 1789. >2. s B. u.a. m. ansehe». — g) Eine andre, eigene Gattung niachen die Stücke der L,,ms- che iralienne, IN so fern aus, als diese, lange Zeit, für sich allein bestand, und, auch in den, für sie geschriebene» französischen Stücken, noch zun, Theil Rücksicht auf die stehenden, komischcn Cha- ractcec der italienischen Komödie ans dem Stegreif genommen worden ist, oder doch diese Stücke, durch elngcstochtene Arien, u. d. m. sich von der eigentlichen französischen Komödie unterscheiden. Naß sie, größtcnrheils, von italienischen Schau, spielern gespielt wurden, sagt schon die Benennung. Und ursprünglich spielten diese auch die, ihnen eigenen Stücke, so wie in ihrer Sprache. Ncihmlich schon im I. 1577 Hatto Heinrich der zte eine Gesellschaft derselbe», die Gelost, aus Venedig kommen lassen z und wenn gleich diese, und keine der folgenden, sich lange behauptete: so kamen doch, von Zeit zu Zeit, andre, so, daß, bis zum 1.1716, nicht drc», (wie Signorelli und Flöge! sagen) sondern acht verschiedene' dergleichen Gesellschaften ihr Glück in Frankreich ver- sucht hatten. Die letzte von diesen spielte indessen auch vom I. ,6g- an, Stücke in der französischen Sprache und schon über brepßig Jahre ivic sie, im 1. 1S97, aufgehoben wurde; und im I. 1716 nahm der Regent eine andre, von Riccoboni zusammengebrachte Gefellschaft an, dle sich, unter mancherlei) Abwechselungen, bis jetzt erhalten hac. Anfänglich führte sie, N N ' m 562 Com Com in italienischer Sprache, Stücke au» dem Stegreif auf; aber der Reiz der Neuheit war nicht groß genug, als daß die Franzosen lange Lust behalten Hütten, italienisch zu lernen; und die Gesellschaft war schon im I. >7>8 auf dem Punkte, Frankreich zu verlassen, als Autreau cS wagte, für sie ein französisches Stück in drcy Acten, untermischt mit Gesang und Tanz, Oe kurt-d-1'anßlais vu les nouvelles ckebarczuscs > worin ein Theil der italienischen Eharactcrrollen bcybchalte» sind, zu schreiben. Der Beysall, welchen cS erhielt, munterte mehr Dichter auf; und von nun a» wurden ähnliche Stücke, in welchen die Maske dcS Harlekin verfeinert, und er aus einem bloßen Lalourck und Qourm-nü, in einen, bald naiven, bald so gar verschlagenen Spötter allmählig um- gcschaffen wurde, so wie Parodien (worunter die aus Voltairs Oedip, im I. 1719 die erste war, und deren schon von der vorhergehenden italienischen Komödie waren gespielt worden) und mit unter auch noch Stücke aus dem Stegreif und so gar halb italienische und halb französische Stücke vorgestellt. Aber auch hiebe» blieb die italienische Truppe nicht stehen; sie versuchte alles, um sich, durch Mannich- faltigkeit, neu zu erhalten. Sie gab ganz eigentlich französische Komödien, worun, tcr, meines Wissens, l'ark>itre ciez clik- fercnäs, im I. >725, eine der ersten war, Feuerwerke, Pantomimen, u.d .M. lind endlich führte sie, durch eine stcve Nachahmung der Lcrva paclroria, mit Veh- behaltung der Musik deS Pcrgvlcsc, nicht allein die italienische komische Opcrnmusik auf dem Theater im 1.1754 ein, sondern brachte auch ganz eigentliche französische Lustspiele mit Gesang, oder die französischen Operetten, darauf. Alles dieses schützte sie, indessen, nicht. Im 1.176- wurdc sie mir der französischen Opera co» mique dergestalt vereint, daß sie, wechselsweise, mit dieser, aber nicht-, als italienische Stücke, spielen durfte (deren nun, verschiedene, von Goldoni, für sie geschrieben wurden) und im 1.1780 wurde sie gänzlich aufgehoben. Nur ein paar Mitglieder derselben, vorzüglich der Harlekin, wurden, von der französischen Opera c». mique in so fern betzbchalten, als auch diese noch französische Stücke mit dergleichen Rollen spielt. Die übrigen Mitglieder derselben vereinten sich nun, mit andern, zusammen zu einer eigentlich italienischen komischen Opcrngesellschaft, welche noch besteht, und auch Stücke in französischer Sprache mitunter ausführt. Uebri- gens sind die von der erster» dieser Gesellschaften gespielten, französischen Stücke, oder die Entwürfe davon, in dem ck'h-s. rre Italien, p. Ur. Okerareli, ?sr. 1695. 12. 6Bde. 1775. 12. 6 B. gesammelt. lind für die letztere haben sehr viele der, vorhin angeführten komischen Dichter, als, ausser dem gedachten Autreau, noch Fusclier, Romagncsi, lÄffi- chard, Fagan, de LiSle, (welcher von der Rolle dcS Harlekin zuerst einen vorlrcfli- chcn Gebrauch zu machen wußte) Boissy, Marivaux, Panard, Piron, St. Foix, Sedaine, Mazon de Pezay, Florian, u. v. a. m. Stücke allerhand Art, mit und ohne Harlekin, mit und ohne Gesang, Parodien, u. d. m. geschrieben. Zu dsescn kommen noch: Pierre Franc. Biancolelli, Domcnique gen. (f 17Z4) Jean Ant. Romagncsi (k >742. Oeuvr. Dar. 1772. g. 2 B.) Sim. Ch. Favart, nebst seiner Frau (Oeuvr. 1'ar. 176z. 8. 10 Bde. vorzüglich Operetten, oder Lustspiele mit eigentlichen Arien, an Statt der Vaude- villcs, von welchen die, auch unter uns bekannte dlinerce ü la cuur, gesp. im I. >755, eines der ersten, eigentlich französischen, Stücke für hie Oomeäie Italien» ne war.) Anscaumc(Oeuvr. ?. 1767. L. worin aber, bey weitem sich nicht alle seine Stücke befinden) — Jean Fre. Mar- montel (Oeuvr. ?ar. 1788. 8- >7 B.) Pariseau, PüS und Barre, (deren Stücke größtcntheilS wieder aus Baudcvillcs bestehen) Taeonnet, Bvuteiller, u. a. m. Auch sind, von den, durch diese Truppe gespielten Stücken, Sammlungen, untcr den Titeln: dstouvesu Dbescre Italien, ?ar. 1729 U. f. 12. IZ Bde. 175z. 12. icz B. Recuerk ciruil. äp piecez clu lökiear. Ir. Com Com 56z sc ittüen , kk.iye -7? Z ' 174»' k>. 8B. Z^ouvei-u idcc. cbrnd. 174Z - >750.8. >2 B. Iclouvesu Tlcearrc kr. er irslien, llsr. 1768. 8. »B. erschienen. Und die Gc- schichte derselben ist in folgenden Werken zu finden: Rabies alplisbcr. er ckco» nokogiczues clcspiecez reprekenress kur ksncien Nllearre jrolien, p. ^lr. clu Lcrsrci, ?sr, >750, 8> Ikitioire cie joncicu Ichesrre Iralien cieguls koil vriZine en k'ronce susczu'ü ks kupprek- klon erc I'onnee 1 697. k'sr. 175z. 12. (von Ei. Parfaict) Oerrrep bilkor. kur la Lomeciie Irsl. 9. Xkr. Lllarni, llsr. 171Z. 12. Nict-Iez ckrvnol. clez pic- ccs sr. ,769. >2. 7 B. (von OeShoulmicres) T .nnoles ciu Nllescrc icalicn liepuis kon oriZinc ce ^our 9. kdlr. chOrlZnz-, ?ar. 1788. 8> zBdc. Auch finden sich in, qten St. S .129 vonG.E. LcssingsTheatr. Bibl. Entwürfe ungcdruck- tcr Lustsp. des italienischen Theaters. (S. übrigens den Art. Gperette.) — 9) Oer Parodie ist bereits vorher, ini Allgemeinen, gedacht. S. übrigens den Art. Parodie. — 10) Noch können die, blas für gesellschaftliche Theater geschriebenen Stücke, wovon bereits verschiedene angeführt, und wozu auch die 7X9105 kou- pers eis la kociere, pcric 'Tliestre lz-- riczue er mnralc, 24 Sali. zu rechnen sind, als eine besondre Gattung angesehen werden. — i>) Eben dieses find die 7Xm» Iiigu - Lomiguez, oder diejenigen Stücke, welche aus mchrern, verschiedenartigen Stücken bestehen. OaS erste derselben, welches unter diesem Titel erschien, war los Amours clc Olcion er ci'iknee von Montfleur», im 1. 167z. Es besteht aus brc» Auszügen, welche ein vollkommenes Trauerspiel ausmachen; aber zwischen den Acten sind kleine, für sich bestehende, lustige Stücke, als To nouveau ö/lariö, Oon Ustczuin ck'TXvalos und k.e 8cm» blable ü kvi-insme befindlich, welche alle zusammen nicht die Lange eines gc« wöhnlichen Stücke» überübreiten und hinter einander gespielt wurden. Die komi- sche Oper hat nachher noch zmveilen dergleichen Stücke gegeben — 12) Ferner gehören zu den dramatischen Lustbarkeiten dieser Art, die so geuaunteu lloraäcz, Possenspiclc, worin Sitten gemeiner r- u- tc, und niedrige Vorfalle dargestellt, und die aus den Lnulevarci!, gespielt werden. Daß sie nicht, wie C. F. Flöget (Gesch. des Groteökckoin S. ,oo) zu lagen scheint, mit den stilern, vorher erwähnten, ans den Moralitatcn entsprungenen, und mit ihnen verbundenen Farcen, zusammen hüngen, wird dadurch genug erwiesen, daß diese, die früher», kcineswrgcS blos Auftritte der niedrigsten Act, und unter ganz gemeinen Menschen darstellen, und daß jene die letztern, mit Rücksicht auf die gewöhnlichen Seilta'uzcr-Gesellschaften, von welchen sie auch gespielt werden, ab« gefaßt sind, und in dem alten Cassandrr, in seiner Tochtcr, oder seinem Mündel, der Jsabellc, in den, Leaudre, ihrem Liebhaber , und in dem GilleS, (dem Bcglci« tcc oder Harlekin der Seiltänzer) stehende Charactere haben, welche noch obendrauf in der Sprache, und mit den Aeecnten deS gemeinen MauucS sprechen. Auch hstttc er immer nicht den Encoclopedistcn cS nachschreiben sollen, daß die Philosophen, und der Zirkel deS Palissvt nichts als Farcen dieser Art sind. Eine Sammlung von Paraden erschien, unter dem Titel: INsoere ckes tZ»uIevg,ciü, ucr llecucil äe l'orackex, Xkübvn (l'sr.) 1756. 12. z Bde. (deren Vers. EayluS, Voisenvn, u. a, m. scyn sollen) und in neuern Zeiten, im I. >779, brachte Q'Or- villc das Theater, auf welchem sie gc- spielc werden, durch das Stück: l.ez twrruz pavenr I'zmenüe, welches über drey hundert Mahl vorgestellt wurde, dergestalt in Aufnahme, daß die ganze Pariser schöiw Welt daselbst zusammen stoß. Auch schrieb er noch mehr Stücke dieser Art, als On kaic ce Hll'on 9eur, ec nnn 90z ce qu'on veur; Ohocun kuu uierier, iez cimmxz bien xaiclez; vui NN 2 vr, 564 Com Com ounon; dl! l'un 11! I'autre; l,es kauk- kes c«niulrsrion5; )erorne poinru; Lkrickoplis le lionä; Llaike le klarg- neux; k.» köre äs I» campagne, UNb, ausser ihm noch Majcur, Guillemain (Lonikace pc-inru er ka kamille; le t'sux lalisman; >«5 b-onnes Zeus, 011 Lonikacc d ?»ris; Lliurcliill smou» rcux; 1.S äirekicur keraln; Baraks erl'egine; I^'^mour er Lscliuo au v!l- I-iZe) de la Montagnc, Arnoud (^larl- borvugli s'en var-cn ßucrrc) Francois (kelonk. äs kckarll>c>rc>uAli) Madam Veaunoir (1"lial!e; la kolie er >S5 xomrüs; I.S5 l.örc5 cliangöcs; irulis- ehe poinru clie?. lu!; k.s rrillc gour- nee; I.c kculpceur) Msll. St. Leger, Rcgnier, Parisau, (l.e repeurlr äe?i- x-ro) Maille', Patrat, Gabiot de Salines, Lore, Basset de St. Alme', Raymond, Dumanian, u. a. m. für diese» Theater. — Diejenigen Werke, welche von der Geschichte des Theaters in Frankreich überhaupt, und also auch von der Geschichte der Komödie, Nachrichten enthalten, so wie die verschiedenen, von eigentlich französischen Stücken gemachten Sammlungen, nebst den, für die Franzosen, verfertigten Uebcrsetzungcn dramatischer Stücke, aus andern Sprachen, werden sich, Hey dem Art. Drama finden. — Von den mancherlei), über die französische Komödie geschriebenen, bcfondcrn Aufsätzen ist, meine» Bedünkcns, berate B. dcS schon angeführten Werkes, l)e I'arc äs la Lc>meä!e, von Eailhava in so fern der lehrreichste, als er Nachrichten von den Nachahmungen der neuem französischen Komiker enthält. Die, von französischen Komödien in andre Sprachen gemachten llebersctzungcn sind, zum Theil schon angezeigt, und lassen, zum Theil, ihrer Menge wegen, sich nicht alle anzeigen. Alle Europäische Theater, selbst das Spanische und das Italienische, so wie da» Englische, haben das komische Theater der Franzo, scn, mehr oder weniger, hcnützt, und Stücke davon, übersetzt oder nachgeahmt, aufgeführt. Wir Deutschen besitzen, ausser den bereits angeführten Ilebersetzim, gen, dergleichen, unter andern, in den folgenden Sammlungen: Theatralische Belustigungen nach französischen Mustern, Franks. 1765-1774. 8. ; TH. (»ou Pseffcl) Sammlung franz. Lustsp. für das deutsche Theater, Bremen ,769.8. (von den Gebrüdern Walz.) Sammlung der neuesten (kränz.) Lustsp. nach verschiedenen Mustern, Franks. 1772. 8. 2 B. Neues französisches Theater, Leipz. 1776.8. (von W. Becker.) Komisches Theater der Franzosen, Leipz. 1777->786. iv TH. (von Götter, Meißner, Ant. Wall, Dyck, und ohnstreitig die bessere Sammlung) Vermischtes Theater der Ausländer ... von I. E. Bock, Leipz. 1778-178-. 8. 4 Th. Theater der Ausländer, Gotha 1779-178-. 8. zB. Samml. ausländischer Schauspiele . .. vom Frcyh. v. K. Heidelberg 1784-1785. 8. -Th. Sammlung ausländischer Theaterstücke, von Kafka, Brest. 1784. 8. — Als Pantomime in Frankreich lassen sich, zum Theil schon die Possen bcy den vorher gedachten Narren-und Eselsfcstcn, ob sie gleich mit Gesang verbunden waren, ansehen. Ihnen folgten die, bcy großen Festen, gegebenen, ebenfalls größ- tcntheils stummen Vorstellungen von biblischen Geschichten, oder Mysterien. Daß diese überhaupt, urspünglich, wahrscheinlicher Weise blos aus dergleichen Vorstellungen bestanden, ist bereits vorher bemerkt worden. Indessen wurden deren auch noch von dieser Art gegeben, wie cS schon geschriebene Mysterien gab. In dem cilftcn Buche der kkickolre äs Is vills äe?an5 S. 5-z werben verschiedene zu Paris, bey Anwesenheit Richard des zwey- tcn, K. von England, im I. ,515 in den Straßen gegebene Schauspiele, erwähnt, j worin „bald die Glückseligkeit der Auscr- wähltcu, bald die Qualen der Verdammten" dargestellt wurden; und es ist wahrscheinlich, daß, wenn auch, hin und wieder, Gesang oder Worte eingemischt waren, doch das llebrige nur aus einem st um- C o in Com 565 stummen Spiele bestand. Noch bey der Vermählung Heinrichs des vierten stellte man einen Streit zwischen Himmel und Hölle auf solche Art vor. Mehrere Nachrichten hievon finden sich, unter andern, in C. F. Flögels Gesch. des Grotcskekom. S >98 u. f. und in den Lilai, liichor. bur I 'srr äramsriczue err Vrancc, B. l. S. >>> u. f. Von ähnlicher Art waren die, in den Zimmern, bc» den Gastmahlen, gegebenen bmrremccs. Karl der fünfte von Frankreich bewirthele im I. ,z?8 den Kaiser Karl den vierten mit einer Vorstellung der Eroberung von Jerusalem durch Gottsried von Bouillon; bc» Karls des sechsten Vermählung wurde, auf solche Art, die Eroberung von Troja aufgeführt. Mehrcrc Nachrichten davon giebt C. F. Flöget, a, a. O. S. 205 u. f. und die bäbais Irichor. lue darr Ursmar, en brance, R. 1. S. 57 U. f.— Eigentliche Pantomimen, und, wie cS scheint, sehr gute, kommen ungefähr in der Mitte des sechzehnten Jahrhundertcs vor. Girol. Auseelli spricht nähmlich in seinem, Del- je Lommeäie nuvamenre raccolce. . . I.il>r<> primo . . . Vcrr. 1554. 8- in einer Anmerkung, S. 171 von französischen Schauspielern, welche bolamenre ce> i Acsti len^a uns minima psrols al mcmäo, l! baouo inrcncicre cor> tan- ra gratis, c eun ranrz baclizbarione cle 8perrarori, ckllo pcrmc non bo'bc lio veäuro Aismai bpcrracnlo, clre cvfi mi tZilcrri; und seht hinzu, daß, bis zu seiner Zeit, es in Italien dergleichen nicht gegeben habe. Da aber die verschiedenen, mir bekannten Geschichtschrcibcr der franzv- schcn Bühne, dieser nicht gedenken: so weiß ich keine weiter» Nachrichten von ihnen zu geben. Wohl aber hat die neuere Oomeäie iraiicnne zu Paris, sowie die Ogcra comiczue, von Zeit zu Zeit dergleichen aufgeführt, und es hat eine eigene Vraupe äc vanrotnime, gegeben. — Wegen einer besondcrn Art derselben, s. den Art. Vperette. Von den übrigen, hieher gehörigen theatralischen Possen, begnüge ich mich, der Marionetten des Jean und Francis Briochc' zu erwähnen, welche zu ihrer Zeit, in der Mitte des vorige» Jahrhundertcs, außerordentlich berühmt waren. — — In England fängt, so viel wir wissen, das Lustspiel sich aus eben solche Art, wie bey den übrigen christlichen Völkern, mit den Mysterien, welche kvliraciez heißen, an. ,Oaß diese hier ursprünglich schon im cilftcn Jahrhundert gespielt wurden, ist aus dem Mat. Paris (k >sr. 1 6;s. f. S. 56. vergl. mit Wartons blich, obvoerr^, B>. 1. Dickert. 2. b. 2 ) bekannt ; und sie scheinen so gar hier häufiger, als in andern Ländern TuropenS, gespielt worden zu scvn. (S. lVillii.Sce. pksnicie, Dcbcripr. nobilick. Livirar. Doncinriiae, in Stow's Lurve/ob b.orr» tcn Bde. des eben angeführten Werkes abgedruckt worden, zu welchen sich auch noch das, im 7 Acten abgefaßte, und in der Lelebl Loliebiion ob olcl LIsy?, D. l. befindliche Stück des John Bote, (zuerst 15Z8. 8- gedruckt) ob es gleich den Titel, a llbrsZeä)' vr Inrerlucie führt, in so fern rechnen läßt, als die handelnden Personen darin Gott der Vater. Noah, Moses, Esaias, Adam, Abraham, David und Johannes der Täufer sind. Einzeln sind, indessen, von diesem Verfasser mehrere, als 7^ brebe Lomeä/ or ka- rcriuäe ob loksn Lspc^chez. iszst. 8« ^ lirebe Lomeä/ vr Lnreriuäc, con- ccrnyrige riie rcmprar^bn ob our Doräe N Z snci 566 Com Com anck Ssver ), D. l>^ Ssrkisn, 15ZF. 8- erschienen; und mehrere Stücke dieser Ast, von lhm sind in dem Lompsnion co che kisz'.house, Art. Oiliiry angeführt. Auch liefert Warton (Dick. ok kver. B. 1. S> 2z; u. f. B. 2. S. 206 u. f. einige Nackr. von dergleichen. — Wenn Moralirären (lAorsIines, ^lorsi pls^s, auch Inrerlucke's) zuerst in der englischen Sprache geschrieben worden sind , ist, meines Wissens, nirgends genau bestimmt. Das erste, bekannte, Hycke Seorner, scheint erst in den Ausgang des fünfzehnten, oder Ansang des sechzehnten Jahrhundertes zu fallen. Aber erhalten scheinen sie sich auf der Bühne bis zu der Zeit zu haben, wo Ervmwell alle theatralische Lustbarkeiten untersagte. Einige der merkwürdigsten, als livery- Allan, lckycice-Seorner, und Imssystcr venrus sind in dem itcn V. des DriZin ob che LnZlish Drsms illuckrsccck . . . Dh. Dsvvicins, Dxk. 177z. Z, und 'lire dlcrv Luckoms, in dem iten B- der Seicht Lolicölion ob olck ?Isz?s, S. 249 der sten Ausg. abgedruckt. In dem erster», dessen Plan ziemlich regelmäßig ist, erscheint Gott mit unter den handelnden Personen, welche übrigens, ausser einem Doblour, lauter allegorische Benennungen, als klverz, Allan, bot- jocvbhip, Inbeckion, kesurs, ssive- AVycres, u. s. w. führen, und worin die Sterblichkeit des menschlichen Geschlechtes versinnlicht worden ist. ES hat einen Prologen, welchen ein so genannter Alleb- kenver (Bothe) hält. In dem zmcptcn sind die spielenden Personen Dyelce Seorner (Verächter höherer Dinge, besonders der Religion), ?i'z,, Doncemplscion, ?crbeversnce, Imsginscion und ?crlcvcrsnce, und die Absicht desselben, ist Darstellung der Thorheiten und Ausschweifungen, wozu frepcr Wille und Einbildungskraft verleiten können. Indessen wird Hyke Seorner, ein wilder Wollüstling, am Ende, wie billig, von ?erteversnce und Lloncemplscion bekehrt. Das dritte, welches ursprünglich mit dem Titel lcnrcrlucke abgedruckt WM den ist, scheint zur Verspottung des römischen Aberglaubens, und zur Beförderung der Reformation geschrieben zuseyn; die handelnden Personen darin sind: b.u- cky.luvencus, Doock Louncell, Knocv- ieck»e, Sschsn che Devil, D^pocri- sie, heiocvbhip, TAbhvminsbic Ick- ving, Dock s mcrez,bull promptes; es crösnct sich mit einem Liebchen, van Juventus gesungen, der von der Heuchele», (welche sich rühmt, dem Teufel zu Ehren, allen möglichen heiligen Aberglauben der römischen Kirche erfunden zu haben) und von der Gesellschaft zu der lü« derlichenLebensart (/Aliaminshle Ichving) gebracht wird, von welcher Doock Loun- cell ihn wieder losreißt. In deni vierten, welches auch mit dem Titel- Hchiecv Inccrlucke, »57z. 4. abgedruckt worden, treten perverbe ckoblrine, als ein römischer Priester, Ignorsunce, als eben ein solcher, aber als ein älterer, dlecv Lei- ckome, und lchgirr ob che Dolpel, als protestantische Prediger, Dzcpocriiie, Drecvelcic, eAvsrice, eckibicscien, sb- bursnce , Dockcke s belicicie auf, wovon der eine Thcil sich der Ankunft und Aus. breitung des andern widersetzt, aber zuletzt, wenigstens Uei vcrls ckobbrine, vonlchgkc ob Dolpel bekehrt wird. Alle endigen sich mit einer Art von Gcbcth. Noch gedenkt Perey (keliq. B. 1. S. izo. ste Ausg.) und Warton (Dickor. ob engl. ?oerr;^, B. 2. S. z6g) eines von John Rastal, ungefähr umS I. 1510 abgefaßten, ähnlichen, aber doch in so fern sonderbaren Stückes dieser Art, als der Verf. eS zum Unterricht in den Wissenschaften bestimmt zu haben scheint. Es führt den Titel: SA dstecv Inrerlucke snck s rnerr^ ob che nscure ob che Lieinenrs ckeclsrz-n- ge msn's proper poincs ob Uhiiobophzr nscursl snck ob ckz'vers ckrsunge Isn» ck^'s, und die handelnden Personen darin sind ldlscurs nscurace, Dumsnz/rc, Scuckz'ocls Desire, Lenbusil /Apperz/ce, Vhe ck'sverner, Lxperz'encc, Vgno» rsunce u. d. M. Auch in deni Lomps- nion to rhe?ls^house sind noch verschiedene C o m Com 567 dcne Stücke dieser Art, in dem Art. Th. Lup/on, n. a. m. angeführt. Mehrere Nachrichten von ihnen geben Dodslcy, in der Vorrede zu der 8clcffl Lvlleöliorr ok nlä Ws/z, S .xxxv. der stcnAusg. Percp in den Heliczues off sric. Lnßl. kverry, B. I. S. 126 u. f. und S. Z66 der itcn Ausg. Warton in der Hickory off Lugl. kverry, B.II. Adschn. XVI. S- Zü6. und vorher, S. zz6, z6o und a. a. St. in. als in den Lmenäarions vor diesem Bande, Bl.i. Weltliche Schauspiele, (kiays) oder Lustspiele, wie sie, nach Maßgabe der Geistesbildung der Zeit beschaffen scpn konnten, d. h. Possenspiclc, sollen, dem Warton (Hickory off eiigliffir Ouerry, B. 1. S. 2z?) zu Folge, schon ums Jahr i-oo'in England Statt gefunden haben. Und so viel ist gewis, daß unter Eduard dem zten ums I. ,zzo schon eine Gesellschaft, welche VsZi-onr« genannt werden, bestraft wurde, weil sie ärgerliche und anstößige Maskeraden in den WirthShäuscrn und an andern öffentlichen Orten gespielt haben sollte. ( S. die angcf. Vorrede zu dcr ScleJ LollcN. S.XXXVi.) Von der Beschaffenheit und Einrichtung der von ihnen gespielten Stücke aber, ist nichts bekannt; und der älteste dramatische Dichter weltlicher Schauspiele, dessen Nahmen und Stücke auf die Nachwelt gekommen sind, ist John Hepwovd (ff >;6;). Awar waren schon vor ihm regelmäßigere Komödien, als der Acolastus, von Pals- gravc, geschrieben, (S. Lelefft Lollsffl. off olä Ickoyü, B. >. S.gg, Anm.) und andre, wie ein Stück vvni PlautuS, gespielt (s. Wartons Hillary offsingl.?oe» rry, B. -. S. z6z); allein das crstcrc ist nichts, als eine Uebcrsctzung eines, von Willh. Fullonius, oder Gnaphcus, wie er sich zu nennen beliebte, geschriebenen lateinischen Stückes, und das letzte wurde, dem R. Farmer zu Folge, (S. sssssy on rckc b-esrniriA off Llwlcezp. Oambr. 1767.8. S.Zi) lateinisch aufgeführt, obgleich übrigens, dem Warton zu Folge, (Hill, off LnZI. I?oerry, B. s. S. Z64 u. f. Anm. Z) die Engländer schon eine, wahrscheinlicher Weise ums I. 1500 gemachte, tlebersetzung des Terenz hatten. Seine (Hepwoods) Stücke sind, indessen, mehr Gespräche,! als Dramen; sie sind ohne Handlung und Verwicklung. In den ssour k"5, welches ums 1.1547 oder gar i;zz erschienen seyn soll, und in der angeführten Lelcbl Lollefflion sich, B. i. S. 41 findet, besteht der ganze Plan darin, daß ein Polmer (ein immer wandernder Pilgrim) ein paräoircr (ein Ablaß - und Reliquienkrämcr) ein poricory und ein pcälcr (ein herumziehender Galanterie- Händler) sich mit einander über ihre Lebensart, Gewerbe, Verdienste unterreden, und solche, gegenseitig, auf eine vermeintlich witzige Art, "und auf Kosten der andern, herausstreichen. Am Ende widerruft der Verf. was er den einen oder den andern habe beleidigendes sagen lassen , und schließt mit einer Art von Ge- bcth. Von seinen übrigen Stücken, welche alle den Titel Inrcrluäe führen, findet sich eben daselbst einige Nachricht. — Ungefähr um das I. i;5> erschien das erste Originalstück, welches, in dieser Gattung, den Nahmen eines Drama verdient, Lämmer Lurcon '5 lVccäle, abgedruckt in dem itenB. S. 165 des OriZiooffiko Lnzliffl, Orsmo von Hawkins, und besser im atcnB. der LvIIcJ. offvlä Plays, Ausg. von 1780. Die Verwickelung beruht auf einer, von der Frau Gammen Gurton, bei) dem Ausbessern der Beinkleider ihres Knechtes, verlornen Nähnadel, deren Klagen darüber einen herum ziehenden Müßggänger (Lecllsm) veranlassen , sie mit ihrer Nachbarinn, der Dame Chat, dergestalt an einander zu Hetzen, daß die bcydcn Weiber sich erst tapfer schlagen, und daß jene darauf den Priester, O- Rat kommen läßt, der, um den Diebstahl zu entdecken, eben von jenem Spaßvogel sich überreden läßt, durch ein Loch in die Behausung der Frau Chat zu kriechen, welches aber, auf Anstiften eben desselben, schon von ihr und ihren Leuten vorher so gut besetzt ist, daß dee arme Priester, als ein Dieb, mit einer Tracht Schläge empfangen wird. Nun Nn 4 kommt )6F Com Com kommt die Sache vor den Richter; und, wie der Spaßvogel, Oiccon, nachdem er hier seine Streiche eingestanden, einen, seinem Character gemäßen E»d auf den ledernen Hosen des Knechtes der FrauGur- ton schwören soll, giebt er diesem einen derben Schlag auf de» Hintern, und treibt dadurch die, in diesen Beinkleidern steckende Nähnadel, ihm so tief in das Fleisch, daß sie, sehr natürlich, wieder ans Tageslicht kommt, llcbrigens ist dieses Stück schon mit Musik und Gesang verbunden; der -te M eröfnct sich mit einem Liebe. Auch ist es, wenn gleich nicht so anständig, doch viel komischer und unterhaltender, als die, um eben diese Zeit ungefähr erschienene erste französische Komödie, Tugene. Es stellt Sitten gemeiner Menschen, aber es stellt sie sehr lebendig dar. Edward Ferrps, oder Richard Edwards (f,;66. Eines s. Stücke, Dämon und Pythvas, ist in dem iten B.sder 8elebb Lallebb. ab ölst abgedruckt, und enthält die bekannte Geschichte dieser zwei. Freunde. Daß, diesem gemäß, Personen aus den so genannten höhern Stän. den, als der König Dionysius, seine Rä- thc, der Weltweise Aristipp, u. d. m. darin auftreten, »ersteht sich von selbst; und es ließe sich also als das erste bicrvic ?I->^ ansehen ) John kylly (157;. Sechs Stücke von ihm gab Blount, >6z-. heraus. Laß schon um diese Zeit die Bühne sehr sreo und frech war, erhellt aus dem, was Oodsley, in der Vorrede zu der Lelcbb Lollebb. ob olcl ?iz^s, S. TV. 2te Ausg. aus Stowe's Snrve^ ob Tonston anführt.) George Gascoi- gnc (f 1578. Er übersetzte, unter andern, ein Stück des Ariost, unter dem Titel Luppvics, welches in den, ztcnBde. des Lrigin ob rfte englisch 8rogc wiederabgedruckt worden ist, und zur Grundlage von Shakcspears Ichming ob rlie Lkirerv gedient zu haben scheint. Es ist die erste, in Prosa geschriebene Komödie der Engländer.) John Marston (1610. Verschiedene s. Stücke, hat Dvdelcv in s. Sammlung aufgenommen.) Th. Decker (1610. In dem vrigiu ob rke englisch 8tags ist sein Lsriro-maftlx, or rkie unrrusting ob rtze lrumorous posr) und mehrere in Dodslcy Lollebbion befindlich.) Will. Shakspeare (st >6,6. S. den Art. Trauerspiel. Von Erläuterungs, schriftcn gehören hieher: Tlb-,/ on rlcs clrsrsäber ob Tslftsib, Tonst. 1777.8. von Morgans, Deutsch, im sten Viertel, jähre S. 806 der Olla Potrida, vom I. 1779. on 8k>. stramsric clwrabler ob Tsllkvil' snst on kis imicar. ob bemale ctrsr. . . . Iry W. ftickisrstbon, Tonst. 17L8. 8-) 8r. Veaumont und I. Fleischer (b 1615 und >625. Works» Tonst. 1779. 8. >0 Bde.) Thom. Ran- dolphc (f 1654) Thom. Middlctvn(,6z;) Benj. Jonson (h IÜZ7. Works , Tonst. 1756. Z. ?Bde.) Thomas Hcpwood (>640) Will. Cartwright (b 164z) Sh. Marmion (>64;) George Chapmann (f >654. Als eine Seltenheit will ich bemerken, daß eines s. Stücke, Trvo rvibe kcäcn snstall che reib bonls, a comical morai, aus sieben Acten besteht.) Th. Mao (f >650) Phil. Massingcr (f 1659. Works, 1759. 8- 4 Bde.) Rich. Fanshaw (f i666. Ich führe ihn an, weil er, mciiieS Wissens, der erste war, welcher spanische Stücke, als (Vierer per bolo querer und die Tie/des ob s(rzn juc2 für die englische Bühne übersetzte.) Jam. Shirley (f 1666) Rich. Broome (f ) Will. Rowlc», G. Wiikins, Ant. Bremer, Lud. Barr», Th. Nabbes, Jos. Maine, Will. Habington, Ccw. Machin, I. Webster, R. Tailor, I. Eooke, Tvm- kis, Eh. Marlow, Sani. Tuke, Th. Killegrew (Von allen diesen, und den vorher, ohne Anzeige ihrer Schriften, angeführten, sind Stücke in der öfter gedachten Lelebt Lvll. ob ölst Tla^s befindlich.) Robert Lop (war eigentlich nur Schauspieler, erhielt aber doch durch Farcen, welche er aus andern Stücken zusammen flickte, die Bühne, während Cromwc^s Regierung, aufrecht. Diese Stücke lind nachher, unter der Ausschrist: Ttze Wircs, or 8porc upvn Spvrr, 167z. 8- in -Thcilcn herausgegeben worden.) Will. d'Avenant (s iü68. Works» >76?. Com C o m 561) »769. 8. ;Bde. Obgleich keines s. Stücke sich auf der Bühne erhalten hat: so hat er denn doch dadurch sich kein geringes Verdienst um sie erworben, daß er nicht allein, während dem vorher gedachten Zeitpunkte, Mittel fand, dramatische Vorstellungen zu geben, sondern daß er auch, wie er, nach der Wiedereinsetzung Carls deS zmeyten, einem Theilc der Bühne vorstand, bessere Verzierungen aus dem Theater einführte, und durch die, von ihm geschriebenen Stücke, das Beyspicl von einer größere, Regelmäßigkeit, und von einer corrcctcrn Sprache gab. Auch ließ er zuerst die Weiberrollcn durch Frauenzimmer vorstellen.) John Laey (f 168') George VillicrS, Herz. v. Buckingham 0 1687) Mistreß Aphra Behn (f >68?) Th. Otway (f 1690) Rob. Howard (f >692) Th. Shadwell (f 1692) John Drpdcn ((1701. Orsm. Warles, 1762 .3. 6 B.) John Crowne (f 170z. Sein Sir Cvurllc,) Niee ist aus einem spanischen Stücke, Kon pnccke ler, gezogen, und erhält sich noch auf der Bühne.) George Elheccdgc (f ) George Farquhar (1-1707. Warles, 1777. 2 V. 12.) Th. Vetterten (t i?,-?) Will. Wicherlei) (h >7>5) Pct. Ant. Mottcux (ch >7>8) Will. Tavcrncr (172a) Ch. Scdley (t 1722) Miste. Sus. Centlivre (-s 172z. Warles, 176--. 12. zBde.) Th. d'Ilrfey (f 172z) Ehrstph. Bullvck (f 1724) Ch. Shadwell (h 1726. l'lo^s 17z 6.12.) I. Vanbrugh (f 1726. vlo^s, 1776. 12. 2 B.) Will. Congrcvc 17s?. Warles, 1788. 12. s Bde.) Aich. Steele (t 1729. Deutsch von Chrst. Heinr. Schmid, Lcipz. 1767.8.) John Gay (s >7Z2. Warles, 1775. 12. 4 B.) Jam. Miller (ch 174z) Ch. John» son (f 174g) Th. Odell (1752) Heinr. Ftclding (s- 1754. Warles, 1762.4. 4B. 8. « Bde.) Cell. Cibbcr (s 1757. Warles, -756- ,777. 12, 7Bde.) Bens. Haad» lco (s- 176a) Oliv. Goldsmith (h 177z. kucms, 1768. 8. 2Bde.) Ch. Maklin (ch >7?c>) Sam. Fovtc (s- 1777. Warles, >784- 8. 4 Bde.) Hugh Kelly (f 1777. Warles, 1779.4.) Dav. Garrik(f 1779) G, Colmann (s Orsm. Warles, 1777, 8, 4 Bde.) Will. Whitchcad (ch ?I. anck koems 1774. 8. 2 Bde.) Mistr. Sheridan — Arth. Murphy (Warles, 1786. 8. 7 Bde.) Will. Davies (?ls^s 1787.8.) Rich. Cuuiberland — Will. Kenrick — Mistr. Grtffith— Rich. Sheridan — Mistr. Cvwley — Th. Holcroft — W. Hayley (?la>s 1784-4. >785 .8. z B. in Versen gcschr.) — Jodrell (LelcÄ. elrom. l'ie. ces, >787. 8.) — I. Keefe — Miß Lee — Pct. Andrews — Hugh Oown- mann — John Oent — Mistr. Jnch- bald — Th. Horde — Jam. Nelson — Ed. Topham — C. Stuart — Harri, son-— Kemblc— Cvnway, Pilo» und a. m. In Ansehung der verschiedenen Gat. tungcn der von diesen Verfassern geschriebenen Stücke: so thcilen die Engländer solche in 1) kliltaries, oder kstlltarical- plsys, die, ob sie gleich, größtentheils, sich tragisch endigen, und aus Königen und Fürsten bestehen, doch, in so fern besonders bemerkt zu werden verdienen, als sie, wie schon gesagt worden ist, sichtlich nach Maßgabe der Mysterien gebildet wurden. »— 2) l'rgAicomcstias. Auch diese Gattung entwickelte sich aus den frühern dramatischen Lustbarkeiten der christlichen Völker; und unterschied von der erstem sich nur dadurch, daß, so wie in dieser eine ganze Reihe historischer Begebenheiten, in der letztem nur ein einzeler Vorfall dargestellt wurde. Bcyde Benennungen sind, in neuern Zeiten, weggefallen. — z) ksalczues. So heißen die Stücke, in welchen allegorische oder mythologische Personen austreten, wahrscheinlicher Weise, weil zu der Vorstellung derselben, eine andre, als die gewöhnliche Bekleidung nöthig ist. Laß sie von den ckltcrn Mo- ralicätcn herstammen, zeigt sich an der Art von Personen, welche darin dargestellt werden. Auch waren diese, in den früheste» Kässczues, zum Theil von keiner bessern Erfindung, als in den Mora- lirätcn. In der Ldrissmos kolslczue des Ben Jonson ist eine derselben, H mineeck l 'ye. llebrigcns werden deren noch immer, allein seltener geschrieben und gc- Nn 5 spielt. 5/2 C o IN Com spickt. Unter den Regierungen Jcicöbs lind CarlS des ersten aber, vorzüglich un- tcc der letztem, waren sie eine derHaupt- vergnügungcn des Hofes. Etivas über sie findet sich in Wartons lllillory ob Lnglisli ?»err^, B. 2. S>Z?8 N. f. — 4) Ickei-oia welche, wie bei) andern Völkern, ihren Nahmen von den, darin auftretenden Personen, den Königen und Fürsten, und von dem Sylben- maß, worin sie abgefaßt waren, haben. Dryden hat einen besondern Versuch darüber, Olgm.IV. B. z. S. > Ausg. von 1762) vor s. Almanzor und Almahidc, geschrieben; sie sind, indessen, so wie die Benennung selbst, aus der Mode gekommen. — 5) Inrerlucie'5. Daß schon die Mvstcrien, so wie die Moralitcltcn, die- >scn Titel führten, hat sich vorher gezeigt; und wahrscheinlicher Weise wurden sie so benennt, nicht, weil sie zwischen andern dramatischen Stücken, sondern weil sie, bei) Festlichkeiten, mitten unter andern Lustbarkeiten, oder wohl gar, an Feyer- tagen, zwischen den AndachtSübungen gespielt wurden, oder zur Abwechselung dienen sollten. In neuern Zeiten heißen die kleinen, mit Gesang verbundenen Possen- spielc so. — 6) Lnrerrsincmenrz sind kölnische Stücke, bei) welchen es nicht so wohl auf Characterschilderung, und Ent- Wickelung, als auf Unterhaltung und Belustigung überhaupt, qbgcschcn ist. Sic sind folglich auch ohne eigentliche Verwickelung. oder, größtcnthcils, ohne eigentliche Handlung. Mit Musik verbunden, sind sie unter dem Titel: Xiuficsl Lnrerrsinomenrz bekannt. Auch sind öfterer Tclnze mit eingeflochten, llebri- gcns nannte Davenant schon seine halb dramatischen, halb epischen Schauspiele auf diese Art ( S. den Art Gpcr.) — 7) ?.>ckor->lc, s. den Art. Hirtengedicht. — b) ?srce5. Die Englclndcr sind reich daran. Der größte Theil der Stücke des Zoote z. B. gehören hieher, ob er sie gleich nicht so genannt hat, wahrscheinlicher Weise, weil sie immer noch regelmäßiger eingerichtet, oder die Fabel und die Charactcre darin, immer noch wahrscheinlicher sind, als man es, gewöhnlich, von der eigentlichen Farce, welche nur zu lachen machen, und Thor- hciten züchtigen will, erwartet. Ucber- haupt sind sie, in neuem Zeiten, der ei. gentlichcn Komödie, vorzüglich durch Murphy, nclher gebracht worden. Die, von den frühesten gemachte Sammlung, ist vorher schon angeführt; die neuesten befinden sich in folgenden LolieIinn vt riis inolb elleemecl lstlaz-s oiack b'arccs, Lciinl». 1782. 12. 4B. Loliststiou ob baeces, b.e>iicl. 1786. 12. 4 B. >787. 12. ÜB. lind einige Nachrichten von ihrer Geschichte finden sich in Wilkcs Qe- lieral Viecv c>t rlie Lcage, >75S» 8. ?. 1. LK.6. S. 6c>. — und in W. Covkc's LIcmcutZ vb stramaric (lriri- cism, ,775. g. Lsi.XXI. S. >70 u. f. — s) RinSerspiele sind, in neuer» Zeiten, von verschiedenen, als unter andern, von Dan. Bellamp (Xlif. cell. b.c,uck. 174.6.12.) u. a. »I. geschrieben worden. In den Stücken des genannten Verfassers sind sie mit Gesang verbunden. — Ucbrigcns besitzen die Engländer Lustspiele von mehrern Gattungen, wie z. B. rührende Komödien, Dramen, u. d. m. wenn sie gleich keine besondre Benennung für sie eingeführt haben. Und daß ihre komischen Stücke größtentheils in Prosa geschrieben sind, ist bekannt. Indessen hat Haylc» deren, ich neuern Zeiten, so gar in gereimten Versen abgefaßt. — Die, von der Geschichte des Lustspieles in England handelnden Werke, sowie die, von dramatischen Stücken verschiedener Art, gemachten Sammlungen, sind bei) dem Art. Drama angezeigt. Von Schriften, welche die englische Komödie besonders angehen, ist mir keine, als Vbe lloman sncl LnAlitlr Lci' meclie coniiclceeä, h), b'oorc, I.ou6. 174,7. 8- bekannt. Uebersetzt sind aus dem Englischen in die andern Europäischen Sprachen, im Ganzen mehr Trauerspiele, als Lustspiele. Die verschiedenen Sammlungen von diesen Uebersetzungen mögen, indessen, hier ihren Com Com 571 ihren Platz nehmen. In französischer Sprache sind es folgende: Vheorre ßlois, Lar. 1746 > 1749. 12. 8 Bde. von P. Ant, de la Place. Lkoix 6c Pernes pieces ein Vhear. ^ugl. von El. P. Patu. 1'. >756. >2. dstoüv. Vkcsrr. /stngi. . . Louss. (l'sr.) 1767. > 2. 2 B. !>>onv. Vhesrrc^nAi. ?or. >768 - >769. 8. -V. von Maria Riceoboni. Vrossn- tstion 17.86. g. I ?B. von Mde. von Bosse und Miß Wouters. S. auch noch, bey dem Art, Trauerspiel, Shakespcae. — In ocmscher Sprache: Englisches Theater von Chrstn. Heine. Schnlid, Lcipz. und Oanzig >769 - 1778. 8. 7 B. Samml. her neuesten und besten Schauspiele für das deutsche Theater aus dem Englischen, kcipz 1770. 8. Theater der Britten, Beel. 1770. 8. 2TH. Sammlung einiger auserlesenen Schauspiele aus dem Franz. und Englischen, Hamb. 1774. 8. Hambnrgischcs Theater, Hamb. 1776 u. f. 8. z B. und - St. Theater der Ausländer, Gotha >779-i?8>. 8. z Th. und mehrere vorher, bep der franz. Komödie. Was die übrigen, hieher gehörigen, dramatischen Lustbarkeiten anbctrist: so finden wir — die Pantomime anfänglich mit den mchresten englischen dramatischen Stücken, vorzüglich mit den tragischen, durchaus, auf solche Art verbunden , das- jedem Acte die stumme Vorstellung sckuml, 8biew) seines Jnnhaltcs voran gicng. Dieses sieht man z. B. vn den, bey dem Trauerspiel Lerrex ^"6 korrex, oder Oorssohuc, s Lollcöi. ob vlä k-lzz-s, B. I. S. 99 u. f.) zu Anfang der Acte befindlichen Anweisungen dazu; auch ist es aus Shakespears Hamlet bekannt. Diese stummen Vorspiele waren sogar, wie aus den erster» erhellt, oft allegorischer Art, und stellten gleichsam die Moral der verschiedenen Auszüge, aber freylich nicht immer sehr sinnreich dar. Daß, indessen, dieser 6uml> ühcev nicht lange mit den dramatischen Gedichten verbunden blieb, ist sehr wahrscheinlich. Als ein, für sich bestehendes, eigenes Schauspiel dieser Art, läßt sich das Ballet von den klugen und ldöricbtcn Jungfrauen ansehen, welches, dem Bran- tome zu Folge tbäem. 8ec. ssorr. S. 60. Lcz-6e 1699. 12.) von den Hofdamen der Königin« Elisabeth angeführt ivurdc. Auch können, aus diesem Zeitpunkte, noch manche, eben dieser Königinn zu Ehren gegebene Feste, als solche angeführt werden , (S. Warcons Istissorz- ot Logst. Loccrz-, B. Z. S. 424 U. s ) Aber die eigentliche Pantomime kommt erst ums 1.171; oder >716 vor. Einer der Thea- teruntcrnehmer ließ aus Noth deren ausführen, (S. Lupplcmcnr co -Vir. O»6s- Icz-s Preises vor der Lollcöt. ot olck PIsz-s, S. LXIII.) und John Weavcr, ein Tanzmeister, scheint die Entwürfe dazu gemacht zu haben. Wenigstens gehe» dergleichen, aus diesem Zeitpunkte, unter seinem Nahmen, als 1'he Lovcs of hstsrs sn6 Venns, Orpheus sn6 Luri» 6!ce , phe stnssZmenc ot psris U. a. M. und einer der Geschichtsschreiber der cngll- schcn Bühne nennt ihn The ssrss Istesso. rcr ok panromimcs stcer rke sncienc msnircr. Auf alle Fälle verdienen diese Entwürfe mir den Ballets des Novccre verglichen zu werden. Auch sind deren noch in neuer« Zeiten, von anderer Art, als 1'he Lhnice oss Istarlcczuin, s psn» roinimicsl Lnccrrsinemenc, 1782. z. u. a. m. gedruckt worden; und der Bey- fall, welchen Noverrc selbst in England gefunden, ist bekannt. Einige Nachrichten von ihnen überhaupt finden sich in Miltes, Vierv ok rke 8rs-;e, l.on6. >759. 8. S. 77. — und in Cookc's Lleineurz oss 6rsm. Lricicism, Lon6. 1775. 8» Lir. XX. S.>6-. — Unter den tNarionettenspielen (pupper- 8herv) sind die von sliussel aus dem Anfange dieses Jahrhundertes, bc- rühmt. ' Die unglückliche Charl. Charte erzählt, in ihrem Leben, daß fic, eine Zeitlang, zu der Bewegung seiner Figuren sich gebrauchen lassen. Auch hatte sie vorher schon ein eigenes Schauspiel dieser Art angelegt, — In frühem Zeiten stell, te man so gar die Auserstchungsgeschichte mit mit Puppen dar. (S. )Vsreons tlift. ok engl. pner. B. i, S. 240.) Eine, den Englclndmi ganz eigene, hiehcr gehörige dramatische Lustbarkeit, waren die Leölures VN l-Iezftz des Alep. Stevens. Mehrere Nachrichten davon finden sich im Göttingschen Taschenbuch, vom 1.1788. S- >zz. und in C- F. Flügels Gesch. des Grotcskekom. S. >08. — Wegen der Komödie der übrigen christlichen Völker, als der-Holländer, Dänen, Schweden, Russen, Pohlen, muß ich, zur Schonung des Raumes, ans C F- Flügels Gesch. der komischen titteratur, B. I V. S. zz- u. f. verweisen. Zu den Schauspleldichtern der Russen hcltte noch Catharina die zmeifte hinzu gesetzt werden können. — Die Geschichte der Komödie in Deutschland findet sich, in zu bekannten Werken, als daß sie nicht den deutschen Lesern zur Gnügc bekannt sepn sollte. Auch sind diese Werte selbst bey dem Art. Drama angezeigt. Von der Komödie der nickt christlichen Volker finden sich Nachrichten in dem schon öfter angeführten vierten Bande der Geschichte der komischen Litteratur von C. F. Flöget, Liegn. 1787.8. (als welcher überhaupt von der Komödie handelt, und also vorzüglich hiehcr gehört.) S. w-28. S. 115-1-5. — Won Indischen Schauspielen dieser Art haben wir in der Sa- kontala, ans dem Englischen, übersetzt von G. Förster, Maynz 1791.8. cinBey- spiel, und in der Vorrede Nachricht von niehrcrn erhallen. — — C 0 n c e r t. (Musik.) Dieses Wort hat zweyerley Bedeutung. Es bezeichnet eine Versammlung von Tonkünsilem, die zusammen eine Musik auffuhren; und bedeutet auch eine besondere Gattung des Tonstüks. Im ersten C inn sagt man.: Es ist heule Concerr oep -Hofe; ein wöchentliche» Eonccrr. Im andern Sinn wird das Wort genommen, wenn man sagt: Er hat ein Violin - oderLlötenconccrcgemacht. In folgcndcnAnmerkunzen wird das Wort in dieser zweyten Bedeutung genommen. Die Concerte sind von zweyerley Gattung, die von den Italiänern durch die Namen Lcwcerto ^rolso, und Eoneerto cli Lamers, unterschieden werden. Das erste hat mehrere Hauptstimmen, damit verschiedene Instrumente mit einander gleichsam streiten; und eben daher (nämlich von dem Wort LonLertsre) hat diese Art der Musik ihren Namen. In solchen Stüken ist eine bestandige Abwechslung der Instrumente, da bald dieses, bald ein andres denHaupt- gesang oder die Hanptstimme führt, bald alle zusammen eintreten. Die Hauptstimmen wechseln so gegen einander ab, daß das, was das eine Instrument gespielt hat, von einem andern nach der ihm eigenen Art, bald freyer, bald genauer nachge- ahmet wird. Zu Verfertigung solcher Concerte also hat der Tonsetzer alle Künste des Contrapunkts *) no- thig; und da überhaupt die Arbeit mühsam und lwcitlauftig ist, so findet sich selten ein Tonsctzcr, der sich damitabgicbt; daher solche Concerte, besonders in Deutschland, ungewöhnlich sind. Das gemeine Cammerconcert kommt desto häufiger vor, weil jeder Virtuos glaubt, durch ein solches Concert die beste Gelegenheit zu haben, seine Geschiklichkeit zu zeigen. Ein solches Concert ist also für ein besonderes Instrument, das Cla- vier, die Violine, die Flöte, die Baßgeige, die Gambe u. s. f. gemacht, welches die Hanptstimme des Tonstüks führet. Die Einrichtung desselben ist, nach dem, was itzt gewohnlich ist, folgende. Es besteht aus drei) Hauptthcilcn, davon *) S. Cvntrapunkt. Eon von der erste ein Allegro, der zweyte ein Adagio oder Andante, und der dritte wieder ein Allegro oder Presto ist. Der erste Thcil ist insgemein der längste, der letzte der kürzeste, und man kann sich von der Große eines solchen Tonstüks aus dem ohngefehrcn Zeitmaaße, das G'.lan? dafür angiebt, einen Begriff machen. Nach seiner Bemerkung hat das Concert die beste Große, wenn der erste Thcil etwa fünf Minuten lang, der andre fünf bis sechs, und der dritte drei) bis vier Minute», und also das ganze Concert eine Viertelstunde dauret. Jeder Theil fangt mit allen Instrumenten zugleich an, und Hort auch so auf; in der Mitte laßt sich inci- stenrhcils nur das Hauptinstrument hören, und hat alsdenn blos einen begleitenden Baß, hier und da aber eine sehr einfache Begleitung anderer Instrumente; doch fallen sie auch mitten im Stüke bisweilen wieder ein. Wem mit besonder» Anmerkungen über die Beschaffenheit dieses Conccrts gedient ist, der kann in Eluanzens Anweisung die Flöte zu spielen, im XVIII- Hauptstük, den Z2stcn und einige folgende Paragraphen lesen. Wir begnügen uns hier folgendes anzumerken: i. In dem Ritorncl wird derHauvt- satz, den die concertirende Stimme hernach ausarbeitet und verzieret, vorgetragen. Dieses schließt in dem Haupttone, ehe der Conccrtist anfangt. 2. Hierauf laßt sich die concertirende Stimme hören, und tragt entweder die Melodie des Ritornels vor, oder laßt gar eine andre hören, mit welcher sich der Hauptsatz des Ritornels ganz oder stückweise vereinigt. Je mehr neues in der Concertstimme vorkommt, das im Ritornel nicht gehört worden, wenn nur dabei) in der Begleitung Satze aus dem Hauptlhcma vorkommen, desto besser wird es sich ausnehmen. Eon 57Z Hingegen steht es nicht gut, wenn die concertirende Stimme verschiedene Passagen anbringt-- die mit dem Hauptthema keine Verbindung haben, z. Man kann wechselsweise mit fünf - vier - drey - und zwcy- siimmigem Spiel abwechseln. Aber je weniger Stimmen sind, desto mehr muß sich der Gesang durch wahre Schönheiten der Melodie auszeichnen. 4. Hiebe») können mit Ueberle- gung allerlei) Arten von Contrapunkten, gebundene und freye Nachahmungen, und selbst Canones von allerhand Arten angebracht werden. Das Concert hat eigentlich keinen bestimmten Charakter; denn niemand kann sagen, was es vorstellen soll, oder was man damit ausrichten will. Im Grund ist es nichts, als eine Hebung für Setzer und Spieler, und eine ganz unbestimmte, weiter auf nichts abzielende Ergötzung des Ohres. Concertirende Stimmen oder Instrumente sind solche, die in einem Tonstük nicht blos zur Begleitung oder Ausfüllung dienen, sondern mit andern in Führung der Hauprmelo- die abwechseln. -H- -He- Vom Concert, in der erffcrn Bedeutung des Wortes, handeln, Lreve rrsrrsro loprs le TZcaciemui in Klutic», lii ^l. tllellanclro ttsnoddio, Ven. ,571.4. — II Oelideriu: de' (Zon- cerr! cii varij 8rrumenri mulieali, Oi'nl. äl /Zlemanno IZenell! (Annibal Mclona) Ven. 1594. 4- Hol. >599.4. lieber die beste Einrichtung der öffentlichen Con- certc... von Jac. N. Forkel, Gott. 1779. 4. — Dem luguiry iiico rlle llne ^rcs, I-ond. 1784. 4. S. 42z zu Folge, sollen dergleichen Concerte erst in, 1.1678 in England eingeführt, und von einem Hrn. Britton veranstaltet worden sei»n. — Von dem Concert» in der zave^tsn Bedeutung des Wortes, daß heißt, von der 514 Eon C o u der Geschickte desselben, handelt das 9teKap. de» z tcn Bandes von Ch. BueneyS Qe- nersl- ktilkoi/vk tolnsslc, welchem ZU Folge allinählig aus dem, was ini Anfange des siebzehnten Jahrhundertes Phantasie hieß, ohne es zu se„n, sich zuerst die Sonate, und aus dieser das Loncert, so wie aus diesem endlich die Symphonie entwickelte. — — Concerte sind gesetzt worden, für die Violine, vou Mvaldt, Martini, Schmitz, Franz Benba, Tartini, Joh.Gottl. Graun, Gianovlck, Rosetti, Pugnani, Sciiffarth, Czarth, Raab, Janitsch, Mozart, Schwanenbcrgcr, Förster, u. v. a. m. — Für das Clavier, von Händel , Joh. S. Bach, C. PH. Em. Bach, Scarlati, Haydn, Ouschcck, Wagenseil, Kirnbergcr, Rolle, Benda, S. Simon, Laval Montmorency u. v. a. m. — Für die Flore, von Abel, Götzel, Wendling, Klcinknccht, Hofmeister, Qanz. — Für die Gboc, von Fasch, Förster, Adam, Vcsozzi, Fisckcr, Lcbrun. — Für das Violonsckell, von Ayka, Maca, Tri- klir, Schlick, Förster, Hertel, Schale, L. Boccherini. — Für das Lagst, von Eichner, Pfeiffer, u. v. a. m. Consonanz. (Musik.) Aiefts Wort bedeutet ursprünglich eine solche Zusammcnstimmunz mehrerer Töne, die nichts widriges hat; folglich eben das, was sonst durch das griechische Wort Harmonie ausgcdrukt wird. Es wird aber nieist allezeit in einer etwas engern Bedeutung genommen, um eine angenehme, oder wenigstens eine im Gehör nichts widriges bewurkende Zusammensiimmung zweyer zugleich klingender Töne anzuzeigen. Es wird also gemeiniglich nur von Intervallen gebraucht, und zwar so, daß man dem höhern Ton den Namen der Consonanz giebt. Wenn man also sagt, die Quinte sei) eine Consonanz, so bedeutet dieses, daß der Ton, der um eine Quinte höhet ist, als ein andrer, mit dem er zugleich gehört wird, nichts unangenehmes hören lasse. Die theoretische Kenntniß des Wolklanges und der Consonanzen, hangt von der Betrachtung der Harmonie ab; dcßwegen das, was zu derselben gehöret, in dem Artikel Harmonie und Rlang vorkommt. Die hier vorkommenden Betrachtungen über die Consonanzen, betreffen fürnehmlich die praktische Kenntniß derselben. Damit das, was hier soll gesagt werden, seine völlige Deutlichkeit habe, muß man sich folgende Reihe Töne vorstellen: rc> Es wird an einem andern Orte gczeiget, daß, indem die hier mit der Note i bezeichnete Saptc angeschlagen wird, der Klang, den sie angiebt, auch alle andre hier init Noten bezeichnete Töne zugleich hören lasse. Schon ein mittelmäßig geübtes Ohr vernimmt in dem Ton i auch die Töne 2, z, 4 und Die höhern aber sind nur einem sehr feinen und stark geübten Ohr fühlbar. Es ist hiebey auch noch zu merken, daß die, bei) diesen Noten geschriebenen Zahlen das Verhaltniß der Vibrationen oder Schlage, oder die Geschwindigkeit der Schwingung jeder Sayte anzeigen "). Dieses vorausgesetzt, so kann man auch noch als eine, äus der gemeinen S. Klang. "HS. Sayte. Eon nen Erfahrung bekannte, Sache annehmen, daß die Intervalle i: 2, 2: 3, 3: 4, 4: 5, 5: 6, nämlich die Octave, die Quinte, die Quarte, die große Terz und die kleine Terz, in der Zusammensiimmung der Heyden Tone nichts widriges hören lassen, und daß alle diese Intervalle consonircnd, daß hingegen die Töne 8 : 9 einen merklich widrigen Eindruk auf das Gehör machen, und also gewiß dissonirend sind. Da auch ferner das erste, oder größte Intervall 1 :2, nämlich die Octave, eine unstreitig vollkommenere Harmonie hat, als das zweyte Intervalls: z oder die Quinte, diese auch besser harmonirt, als das Intervall z: 4 oder die Quarte: so scheint es, daß die Harmonie immer abnehme, je näher zwcy in der natürlichen Reihe liegende Tone an einander kommen. Wenn wir uns also folgende Reihe von Intervallen vorstellen: 1:2, 2: 3, 3:4,4: 5, 5:6,6:7, 7: 8, Z:H, y: u. s. w. oder nach ihren Namen: die Octave, die Quinte, die Quarte, die große Terz, die kleine Terz, die verminderte Terz, (7: 8 hat keinen Namen) die Sccnnde: so scheint es, daß die Vollkommenheit der Harmonie immer in dein Maaß abnehme, wie die Zahlen dem Verhältniß der Gleichheit näher rüken, so daß ,: 2 eine vollkommenere Consonanz ist, als 2:3, diese vollkommener als 3: 4, ». s. f. Daß das Dissonircndc auf der Stelle, wo das Verhältniß 8: 9 ist, schon merklich sey, von da an aber immer beschwerlicher werde, und 8: >0 mehr als 8: 9, >5: >6 mehr als 9: iO dissoniren, ist eine jedem Ohr sehr merkbare Sache. Wenn man nun ferner auch diese Beobachtung dazu nimmt, daß bey Stimmung der Pfeifen, das Dissoniren zweyer Pfeifen immer beschwerlicher Eon 575 werde, je naher sie dem Unifonus oder dem Verhältniß 1: 1 kommen: (das Verhältniß 99: >vo, oder noch mehr 999 zu ic>»O, macht ein ganz unerträgliches Geschwirre, welches, sobald das Verhältniß in die Gleichheit übergeht, sich in die angenehmste Consonanz auflöset!) so wird man von folgenden Sätzen, als von Wahrheiten, die eine untrügliche Erfahrung angiebt, überzeuget. e. Daß die vollkommenste Consonanz sich in den Tönen, die, einerlei) Höhe haben, zeige, also im Unifonus. 2. Daß die unerträglichste Dissonanz in den Tönen liege, die in Ansehung der Höhe um eine Kleinigkeit von einander unterschieden sind, wie z. E. in solchen, deren Verhältniß wäre 99: i co. 3. Daß das Widrige dieses Disso- nirens immer mehr abnehme, je weiter die Zahlen, die das Verhältniß der Töne ausdenken, von der Gleichheit abweichen, bis es endlich auf einem gewissen Verhältniß ganz verschwindet. 4. Daß alles Dissoniren schon völlig aufgehört habe, wenn die Zahlen so weit aus einander sind, als die, deren Verhältniß durch 5: 6 ausgedrukt wird. 5. Daß auf diesem bemcldcten Punkt die Uebereinstimmung schon gefällig werde, und von da immer zunehme, je weiter die Zahlen von dem Verhältniß der Gleichheit abweichen. 6. Daß aber in diesem zunehmenden Cvnsonircn ein höchster Grad sc», (das, was man in der Geometrie ein lUaximum nennt) so daß es jenseits desselben wieder abnehme, und daß dieser höchste Grad auf das Verhältniß 1: 2 falle, von da an aber immer wieder abnehme, so daß 1 :3 schon weniger consonirt, als 1: 2. Wenn 5? 6 Eon Wenn wir nun, mit diesen Beobachtungen verschen, die Intervalle in der Ordnung, in welcher die Natur bey Erzeugung des Klanges dieselben hervorbringt, setzen: nämlich so: i: 2, 2: z, z: q, 4: 5,5: 6,6:7, 7: 8, 8: 9, 9: -O u. s. f. so sehen wir, daß die Gränzcn, wodurch die Consonanzcn von den Dissonanzen abgesondert werden, auf die Intervalle 6: 7 und 7: 8 fallen. Denn 8: 9 ist schon offenbar eine Dissonanz, 5:6 aber eine Consonanz. Daß das Ohr der geübtesten Meister auch noch das Intervall, 6: 7, welches die neuenHarmonisten die verminderte Terz nennen, für confo- nirend halten, ist an einem andern Orte gezeigct worden *). Diesem- nach bliebe das Intervall 7: 8, als die eigentliche Scheidewand, oder die Granzscheidung des Gebieths der Consonanzcn und Dissonanzen ülrig, von welchem man schwerlich sagen konnte, ob es consonirend oder dis- sonirend sey. Hicrinn zeigt sich bey der Harmonie eben die Ungewißheit, wie bey allen, blos durch Grade unterschiedenen, Eigenschaften der Dinge. Wer kann sagen, wo eigentlich das Große aufHort und das Kleine anfangt? auf welcher Stufe des Vermögens man aufHort reich zu seyn, oder anfangt arm zu werden? auf welchem Punkt des Wol- standcs man aufHort glüklich zu seyn? Darum muß man es nicht seltsam finden, daß in der Musik ein Intervall vorkommt, das weder consonirend noch dissonirend ist. Zum Glüke kommt dieses zweydeutige Intervall auf unserer Tonleiter nicht vor. Wir haben also nnn mit einiger Gewißheit cntdekt, wie weit sich das Gcbieth der Consonanzcn ersireke, ') S. im Art Terz, was von der verminderten Terz gesagt worden; wie auch, was ini Artikel Dmiklang, vom verminderten Dreyklang gesagt worden. Co vi und können als einen Grundsatz annehmen, daß die verminderte Terz 6:7; die unvollkommenste, und die Octave 1: 2 die vollkommenste Consonanz sey. Die Intervalle, die großer sind als die Octave, wie i: z, und alle andre, erfodern keine besondere Betrachtung ; denn da bey dem Ton l seine Octave 2 auch zugleich mit empfunden wird, so hat das Intervall 1: z eben die Natur, als die Quinte 2: z, und so ist auch jedes die Octav übersteigende Intervall demjenigen gleich zu schätzen, das entsteht, wenn der untere Ton eine Octave hoher genommen wird, z. E. 4: 9 dem Intervall 8: 9. Wir brauchen also das Gebieth der Confonanzen nicht über die Octave hinaus zu erweitern, und können mit Sicherheit annehmen, daß alle Consonanzcn zwischen der verminderten Terz ß und der Octave j liegen. Daraus scheinet nun zu folgen, daß jedes Intervall, das kleiner als die Octave, aber doch größer als die verminderte Terz ist, consonirend seyn müsse. Allein dieser Satz bekommt durch diesen besondcrn Um- stand, daß bey jedem Grundton feine Octave und Quinte mit gehört wird, eine wichtige Einschränkung, aus welcher man begreift, daß die Septime, ob sie gleich innerhalb des Gr- bieths der Consonanzcn liegt, disso- nirt. Eigentlich dissonirt sie nicht gegen den Grundton, sondern dessen Octave dissonirt gegen die Septime, mit der sie eine Sccundc macht. Daß also C-lZ, odcr O-Il nichtcon- sonirt, kommt daher, daß mit C zugleich a gehört wird, ö-c aber und Il -o kleiner, als 6 : 7 sind. Also können nur die Intervalle consoni- ren, die, wenn sie größer als 6 :? sind, dem Vcrhaltniß 1 : 2 nicht zu nahe kommen. Damit wir sehen, wie nahe sie diesem Vcrhaltniß kommen können, wolle» C o l! wollen wir anstatt 1 :2, das Ver- halcniß 6 : 1 z setzen. Es sey also in einer Octave die unterste Sayte 6, die oberste 12, und man setze zwischen, b und 12 so viel Saptcn als man wolle, z. Ex. noch i, andere, die durch folgende Zahlen ausge- drukt werden: 7, 7^, 8, W y, ici, 104, i1, 1 ij, so ist klar, daß auf der Sayte 7 die Consonan- zen angehen, und daß die Sayte io die letzte seyn würde, weil die andern zwar nicht gegen die Sayte 6, aber gegen seine Octave >2 dissoni- ren würden. Denn schon das Intervall 105: 12 oder 21 : 24, ist kleiner als 0 : 7. Um aber nun der praktischen Kennt- niß der Eonsonanzen naher zu kommen, wollen wir uns das würkliche System der Tone, so wie es in der heutigen Musik gebraucht wird, vorstellen, und die gemachten Beobachtungen darauf anwenden. Es ist folgendermaßen beschaffen *): c. Lis. l). vis. k. kVkm. d. dis. l 4444 44 4 4 44 4 ^ 27016 15 2. Hier findet sich das Gebieth der Eonsonanzen, zwischen den Zonen vis und ö. Das Intervall L — vis ist schon etwas größer, als 6 : 7, und das Intervall lZ - 0 oder ^ : 4, das ist 8 : 1, ist kleiner als 6 : 7. Also würde jeder dieser Töne, vis, ki, II Eis, d, (Iis, und mit dem Ton L consoniren. Aber sind denn alle hier zwischen v und II liegende Töne würklich gegen d consonircnd? Dieses scheinet aus allen vorhergehenden Beobachtungen zu folgen. Dennoch erkennet jedermann den Trironus L-Eis nnd die falsche Quinte Eis-0 für dis- sonirend. Alleiil dieses scheint nicht daher zu kommen, daß der Ton km unmittelbar gegen L, oder das obere e gegen km dissoniret, sondern jeder *) S. System. iLrjker Theil. ' C 0 N 57? dieser Tone dissonirt gegen den über ihm liegenden halben Ton (d und cis), deren jeder, als die Quinte des tiefern Tons, mit diesem vernommen wird. Nun ist schon aus dem oben angeführten klar, daß ein halber Ton eine sehr starke Dissonanz ausmacht, daher es kommt, daß das Gefühl der wahren Quinte weder den Tritonus noch die falsche Quinte neben sich vertragt; deswegen sind beyde unter die Dissonanzen zu rechnen. Die Quarte und Sexte diffoniren zwar mit d auch, dennoch werde» sie durchgchendsunter dieEonsonan- zen gerechnet; allein nur in der ttm- kehrung und niemal gcgenden eigentlichen Grundron, wie dieses an seinem Orte gezeiget wird Ueberhaupt also scheinet es, daß jeder Ton, der mit einem angeschlagenen Grundton völlig consoniren soll, auch zugleich mit seiner Octave und seiner Quinte consoniren müsse. Weil nun das kleinste consonirende Intervall die verminderte Terz 6 : 7 ist, so scheinet es, daß die Eonso- nan; des Grundtons weder seiner Octave noch Quinte naher, als eine verminderte Terz kommen dürfe, und daß selbst die Eexre nur alsdenn recht consonirt, wenn das Gefühl der Quinte verdunkelt wird. Hiernachst ist auch dieses noch wol zu bedenken, daß jeder außer der diatonischen Leiter eines Tones liegende Ton, wenn er gleich sonst consonircnd wäre, dadurch,>> daß er dem Ton fremd ist, gleichsam gegen die Tonart dissonirt. Aus diesen Anmerkungen erhellet, daß die Octave, die Quinte, die Terz, die Quarte und Sexte, consonirende Intervalle sind. Von diesen wer. den die Octave, die Quinte und die Quarte vollkommene Consonanwn genennt, weil sie keine merkliche Erhöhung *) S. Drcyklang; Quarte; Sexchuarte, Oo 578 Co« Eon höhung vertragen, ohne dissonirend zu werden; die Terz und Sexte aber unvollkommene, weil sie größer oder kleiner scyn können. Denn aus dem vorhergehenden erhellet, daß die Terz von dreycrlcy Art ist; die Sexte aber ist entweder groß oder klein *), oder, wie kurz vorher angemerkt worden, vermindert. Die Haupteigcnschaft aller Con- sonanzen besteht, wie schon oben angemerkt worden ist, darinn, daß sie an sich etwas Befriedigendes haben, da die Dissonanzen in dem Gehör etwas Beunruhigendes erwcken, worauf solche Töne folgen müssen, durch welche die Ruhe wieder hcrge- stellet wird. Daher entsteht in dem Satz der Musik dieser Unterschied zwischen den Consonanzen und den ^ Dissonanzen, da diese eine gewisse bestimmte Fortschreitung von der Dissonanz auf die folgende Conso- nanz nothwendig machen, so daß die Dissonanz den darauf folgenden Ton einigermaßen ankündiget; da hingegen die Consonanz eben deßwe- gen, weil sie nichts widriges hat, die Fortschreitung auf den folgenden Ton frey und unbestimmt laßt. Davon kommt es, daß durch die consonircndcn Klange die Ruhestel- lcn in der musikalischen Sprache können hervorgebracht werden Es ist bereits erinnert worden, daß consonirende Klange bisweilen etwas von der Eigenschaft der disso- nirenden annehmen, wenn sie dem Tone, darinn man ist, fremd sind. Es kann also ein Intervall, oder ein ganzer Accord an sich consoni- rend scyn, und noch da, wo er gebraucht wird, etwas fremdes und gleichsam dissonirendes empfinden machen. So empfindet man z. Ex. wenn der Gesang in L dur angefangen und eine Weile fortgesetzt worden ist; bey dem Accord mit S. Serie. S. Labenz. der großen Terz, wiewol er an sich consonirend ist, etwas fremdes das die Harmonie nach (! dur lenket H, gerade, wie die Dissonanzen ans die folgende Harmonie führen. Hieraus ist zu sehen, daß jede Harmonie, die nicht aus der Tonart, darinn nian ist, genommen wird, wenn sie auch sonst ganz consonirend ist, einigermaßen die Eigenschaft einer dissonirenden Harmonie an sich nimmt. Und daraus laßt sich auch begreiftil, wie ein ganzes Stük aus lauter consouirendcn Harmonien könne gesetzt werden, ohne den Reiz der Mannigfaltigkeit und der Verschiedenheit der harmonischen Einschnitte und Ruhepunkte zu verlieren. In solchen Stüken vertritt das geringere Consoniren die Stelle der dissonirenden Klange. (s) llnter den Schriften des Oviii sin der darbarina .. . ?>r. >/6z. U 2B. mit K.) findet sich ein Oilcorko u>. pea I» conlonan^e. — Uxercirsr. mu- ticae rkeorekico p>raUicae curiotac cko LoncoiUanriis tmgulis, oder Musikalische Wissenschaft und Kunstübungcn von jeder Concordanz .. . nebst einem Prodrome , von Wolsg. Casp. Prinz, Lres- dcn >687-1689. 4. vergl. mit Mihlcr» Musiealischer Bibliothek, B. l. Th. >. S.>o. Th. z. S. zz. TH -4- S.4. Th. 5. S. zr. Th. 6. S.44. 2. Th. i. S. >)?. Th. 2. S. 247. Th. z. S.;o. — Von den verschiedenen Mcynungen der Tonlebrec über vollkommene und unvollkommene Consonanzen, von der Zahl derselben, u. d.w. gicbt Adlungs Anleitung zur musikalischen Gclahrthcit, §.404. S. 951. u. A. Nachricht. — Von der Ursache ihres Gefallens oder Mißfallens, handelt, unter andern, Eulcr in der Vorrede, und in den ersten §§. des 2tcn Kap. s.I'enrgm. nov. 1'dc«r, Xtufic. ker. 17x9. 4. Cou- *) S.TvN. Eon Contrapunkt. (Musik.) Scheutet nach seinem Ursprung, die Kunst, zu einem gegebenen einstimmigen Choralgesang, noch eine oder mehrere Stimmen zu verfertigen. Weil die altern Tonsetzer sich anstatt der Noten, die itzt gebrauchlich sind, bloßer Punkte zuBezeichnung der Tone bedienten, so wurde ein einstimmiger Gesang durch eine Reyhe Punkte, auf verschiedene Linien gesetzt, ausgedrillt: um also noch eine Stimme dazu zu setzen, mußte gegen diese Reyhe noch eine andre, und also gegen jeden Punkt noch einer gesetzt werden. 'Daher ist es gekommen, daß man durch das Wort Contrapunkt auch das Seyen selbst, oder die Kunst des Satzes verstanden hat. Diejenigen Bücher also, welche die Regeln des Contrapunkts erklaren, sind eigentliche Anleitungen zu dem reinen Satz, in so fern er blos die Harmonie betrifft. Dieses geht auf den weitem Sinn des Worts. In einem engern Verstand bedenket es die besondere Art des Satzes, nach welchem die Stimmen gegen einander können verwechselt, und ohne Veränderung ihres Ganges höher oder tiefer gesetzt werden, so daß jeder Ton darinn um eine Octave, Rone, Deci- nie u. s. f. tiefer oder höher gesetzt wird. Wenn dieses ohneVcrletzung der Harmonie geschehen soll, so müssen gleich anfanglich die Stimmen, in der ersten Anlage nach gewissen Regeln verfertiget seyn. Wofern dieses nicht geschieht, so kann auch die Verwechslung der Stimmen nicht statt haben. Der Contrapunkt im weitern Sinn, Key dem auf keine Verwechslung gesehen worden, wird auch der gemeine oder der einsacke Contrapunkt genennt; der andre, dessen Stimmen jur Verwechslung einge^ Eon 5^4 richtet sind, wird der doopelte oder überhaupt der vielfacke Contrapunkt gcneunt; je nachdem zwei), drey oder mehr Stimmen, zur Verwechslung geschikt sind. Auch der einfache Contrapunkt ist zwey- drey - oder mehrstimmig, und so, daß entweder in allen Stimmen die Noten von einerlei) Gellung sind, oder daß auf jede Note der gegebenen Hauptsiimme in den andern Summen zwey oder vier Noten stehen n. s. f. Er ist entweder ganz ftey, in welchem Falle blos darauf gesehen wird, daß die Stimmen eine reine Harmonie gegen einander haben; oder an gewisse Regeln gebunden. Diese Regeln befehlen entweder, daß die Stimme des Contra- punkrs die Hauptsiimme mit mehr oder weniger Genauigkeit nachahmen soll; (daher die Nachahmungen und die Canoues entstehen;) oder daß sie eine der Hauptstimme entgegengesetzte Bewegung haben soll*); oder daß sie sich rükwarts bewegen soll ^). Wer den reinen Satz lernen will, muß dabey anfangen, daß er sich fleißig im einfachen Contrapunkt jeder Art übet. Dazu findet ein Anfanger eine ziemliche vollständige Anweisung, mit einer großen Menge Veyspiele begleitet, in dem Werke, das der ehemalige kaiserliche Capcll- meisier Lux unter dem Titel: Lrs- (lus aci llaruajsum, herausgegeben hat f). Es ist jedem, der in der Musik zu einiger Fertigkeit des reinen Satzes zu gelangen wünschet, anzn- rathen, die Uebungcn eines solchen Contrapunkts mit großem Ernst zu treiben. Weil man gegenwärtig von diesem Contrapunkt meistenthcils unter dem Namen der Uebungcn in der Compo- Oo 2 sition ") LoncrupunÄ, in mot» cominiio. ") l;. N. moru recrozr»cio. s) v>°n. 172;. k. deutsch von L. Mikl«, !ei?z. 174-. 4, 58«' C o n Eon sition spricht, so braucht man das Wort Contrapunkt itzt fast allezeit in dem andern engern Sinn. Man sagt: es scycn in einer Symphonie in einem Conccrt u. s. f. Contrapunkte angebracht, wenn man sagen will, es seyen Stellen darinn, wo die Stimmen gegen einander verwechselt worden. Der Begriff dieses Contrapunkts wird durch folgende Vorstellung deutlich werden: ^ / 5 .O. ? » 3 4 5 S- <5 5 Der zweystimmige Gesang, der hier bey Ä vorgestellt ist, steht bey b und bey e im Contrapunkt. Die obere Stimme bey eist der Hauptgesang *). Dieser hat bey s eine höhere Stimme zur Begleitung, welche gegen die Hauptstimme dieJnte-valle 5,6,7,5, ausmacht. Bey d ist die begleitende obere Stimme um eine Terz herunter gesetzt. Dieses nennt man den Contrapunkt in der Terz. Dadurch andern sich die Intervalle, die 5 wird z; 6 wird 4; 7 wird 5; dennoch bleibt alles harmonisch richtig. Bey c ist die begleitende Stimme eine Octave tiefer, als bey d gesetzt, und der Satz e ist gegen d im Contrapunkt der Octave, wodurch die Intervalle, wie die darüber geschriebene Zahlen deutlich zeigen, ganz verändert werden, ohne irgend eine Unrichtigkeit in der Harmonie zu verursachen. Eben dieser Satz ist bey 0 gegen den bey a im Contrapunkt der Decime. -) csuru! Krmus. Also ist der Contrapunkt in der Decime anzusehen, als wenn er aus einer wiederholten Versetzung, erst in der Terz und denn noch einmal in der Octave, entstanden wäre. Eben so ist der Contrapunkt der Duodeci- me erst ein Contrapunkt in der Quinte, und denn von da aus noch in der Octave. Vorher ist der bey a stehende Satz, bey b in den Contrapunkt der Terz, und bey 0 in den Comrapunkt der Decime veiffetzt worden; hier nun ist er bey ll in den Contrapunkt der Quinte, und bey e in den Contrapunkt der Duodecime gesetzt. IHV'S^ I ^6 . 6 7 5 8 1— ——^ Wenn man sehen will, wie sich die Intervalle in jedem Contrapunkt verandern, so darf man nur, wie in folgenden zwey Beyspielen, zwcy Reyhen Zahlen, von - bis auf das Intervall, in welchem der Contrapunkt gemacht wird, in verkehrter Ordnung unter einander schreiben. Für den Contrapunkt in der Terz, z. 2. 1. 2. z. 4. 5. 6. r. 2. z. 4. 5. 6. 7. Z. Für den Contrapunkr in der Duodecime. 12.11. 10.9. 8. 7- 6. ;. 4. z. 2. i. 1.2. 3.4.5.6.7.8.9.10.11.12. In diesen Beyspielen stellt die eine Reyhc die Intervalle vor, wie sie sind, che die Versetzung in den Contrapunkt geschieht j die andre Reyhe zeiget, was durch den Contrapunkt aus jedem Intervall wird. Also wird durch den Contrapunkt in der Duodecime die Octave zur Quinte, die Septime zur Sexte u. s. f. oder umgekehrt, die Quinte zur Octave, die Sexte zu Septime u. s. f. Der Eon Der Contrapunkt in der Dctave verdienet besonders vorgestellt zu werden: 8- 7- 6. 5. 4. 3- 2. 2. z. 4. 5. 6. 7. 8. denn daraus erhellet, daß die Dissonanzen in der Umkehrung auch disso- niren, und die Consonanzen consoni- rend bleiben, außer der Quinte, welche in die dissonircnde Quarte übergeht * . Aus diesem Grunde ist der Kontrapunkt in der Ocrave der leichteste; denn er erfodert weiter keine Vorsichtigkeit, als daß beym Satz die Quinte mit der gehörige» Vorbereitung angebracht werde, damit sie in der Umkehrung als eine vorbereitete Dissonanz erscheine. Die fünf erwähnte Contrapunkte, nämlich in der Terz, in der Quinte, in der Ocrave, in der Decime und in der Duodccinie, lassen sich in jedem Gesang anbringen, und der Setzer wählt allemal denjenigen, der der Stimme, für welche er setzet, ain angemessensten ist. Dieser doppelte Contrapunkt hat zwar seinen Hauptsitz in Fugen, Mo- tetcn und Choren, die daher bey der großen Einfalt des Gesanges ihre Mannigfaltigkeit bekommen. Man würde sich aber sehr irren, wenn man glaubte, daß dieser Thcil der L'unst für die Musik des Theaters und der Cammer unnütz sey. Weder ein Duet noch ein Trio, kann ohne die Künste des Contrapunkts gut werden, der überhaupt in allen Fallen, wo zwei) oder mehr conccr- tirendc Stimmen vorkommen, schlechterdings nothwendig wird. Man setze, daß zu der ersten Hauptstim- mc eine zweyte, ohne Rüksicht auf die Regeln dieses Contrapunkts, gesetzt werde. Nach der Natur des Tucts und des Trio *') muß hernach die zw yte Stimme den Hauptgesang führen; die erste Stimme wird S. Quarie. ") S. T uet. Eon 58! einigermaßen die begleitende, und nimmt also die Stelle ein, die die zwcpte Stimme vorher gehabt hat; deswegen muß ihr Gesang versetzt, werden. Wie kann dieses aber angehen, wenn er zu einer solchen Vcr- setzrmg, (wodurch jedes Intervall seine Natur verliert) nicht vorher eingerichtet ist? Diejenigen also, die sich, wegen eines falschen Begriffs, den sie sich vom Contrapunkt machen, einbilden, er bestehe blos aus pedantischen Kün- sielcyen, und sei) dem gefälligen Gesang hinderlich, betrügen sich gar sehr. Er kann mit dem schönsten Gesang verbunden werden. Häufige Beyspie.le findet man in allen Duetten des Cape Ilm eiste rs Grauns, wo der süßeste Gesang in Conrrapunkte versetzt ist, ohne das geringste von seiner Schönheit zu verlieren. Wir wollen zum Bcy- spiel dessen, und zugleich zur Erläuterung des Gebrauchs der Contra- punkte nur einen einzigen besondern Fall anführen. Folgendes ist aus einem Duet der Oper Quropa Za- laute genommen. Oo z «.f. f. Diesen reizenden, In Terzen fortgehenden Gesang, Ifindct man etwas besser hin in dem Contrapunkt der Octave, also: Hier hat nun die zwcyte Stimme den Hauptgesang genommen, und die erste Stimme sollte nunmehr diese Hauptstimmc eine Terz tiefer haben, und also die Tone so nehmen, wie sie hier im ersten Takt mit Punkten bezeichnet sind. Dadurch aber würde der höhere Discantist oder Sopranist mir feiner Stimme unrer den tiefern gekommen seyn. und wol gar nicht mehr baben singen können. Damit er also auf einer Höhe bl.ebe, die seiner Stimme angemessen ist, mußte die Stimme, deren Anfang hier mit Punkten angczeiget ist, um eine Octa- ve höher genommen, das isi, sie mußte in den Contrapunkt der Octave versetzt werden. Wer sich die Mühe geben will, die Ouvertüren eines -Handel!;, die Duette und Chöre eines Gramm anzusehen, der wird finden, daß die Künste des Contrapunkts überall darinn angebracht sind. Durch die mannigfaltige Harmonie, die bey einerlcy Tönen vermittelst der con- trapunktischen Versetzungen erhalten wird, bekommen die Arbeiten solcher Meister eine immer abwechselnde Schönheit, die niemand, der in diesen Künsten unerfahren ist, erreichen kann. Dieser doppelte Contrapunkt er- fodert, außer der genauen Kcnntniß der harmonischen Regeln, eine große Fertigkeit in der Ausübung derselben. Man muß schon, indem eine Hauptstimme gesetzt wird, auf einen Blik jede Veränderung übersehen können, die durch die Umkehrung jeden einzeln Ton, sowol für sich, als in der Verbindung mit andern betreffen wird. Es ist bereits erinnert worden, welche Contrapunkte die brauchbarsten fcycn. Die andern Arten sind deßwcgen nicht ganz unnütze; denn sie können bisweilen den, der sie recht versteht, aus harmonischen Verlegenheiten ziehen. Aber sie blos darum zu setzen, weil sie schwer sind, und z. B. eine lange Stelle in den Contrapunkt der Undccime zu bringen, und noch außerdem Nachahmungen in gerader, verkehrter und rückgängiger Bewegung zu machen, sind Dinge, die man den musikalischen Pedanten überlassen muß. Wer sich von der besondern Beschaffenheit aller Arten Contrapunkte unterrichten will, der kann eine ziemlich vollständige Anweisung in Mar- Eon Eon 58? Marpurgs Abhandlung von der Fuge finden *); die bey allen Arten des' doppelten Contrapuiikts no- thigen Regeln aber bat niemand so deutlich und so vollständig cntwikelt, als Rirnbcrger im zwcyten Theile seiner Kunst des reinen Salzes**), dahin ich die Liebhaber verweise. -S- -5- Das Werk des P. Aaron, Dostcsnells stell.! ^Vlutlcs, Ven. 152z. »crm. I5Z9. ist eines dee ersten, worin die Regeln des Contrapunktes bestimmt festgesetzt werben. Aus Ehrfurcht für die h. zehn Ge- bothe, schränkt er diese Regeln auflehne ei». — Sonst handeln überhaupt noch baoon: in italienischer Sprache: In- krostu2ionc stscili/stine e novillime eli ksncu sternio stgursco, Lonrrspunro stinplice . . . sti l). Vincen^io Lustcs- no, K0M.155Z. Ven. 1561.— L'srre stcl Lonrrspunro ristorrs in rsvole, stsll ?. v. Liov. Xisr. ^.rrust, Ven. 1586-158?. 4- 2TH. vcrm. ebend. 1598. 4.— Kegole stcl Loncrzpunco c Lom- postzione brcvemente rsccolce ste eil- vcrli l^uroii . . . per i 8cvlsri prinei- psnri, eii Vsl. kons, biil. >595. 4. Kegole elel Lonrrspunro cisll k. ^lsr. Liste — Kegels stell Lonrrspunro, stall tt. Lsmillo ^ngleris . . . Istil. 1622. 4. — kriino stcslina stelis tcsls sti Lonrrspunro sti Lrsr. Lcsier- ro, blsp, 1622. 4. — kegols stel Lon- tispunro . . . sts Leiseste ldlsnino,— Arre prscics stcl Lonrrspunro, stell ?. ksolucci. .— II ^lustco prsrico sti Liov. Xllsr. Luononcini, Lol. 167z. g. vcrm. 1688.4. Deutsch, Stuttg. »701.4. — Oocumenri srinonici sti O. /Znge- lokersrsti, Kol. 1687. 4. —< Lom- lnsrio stel Lontrspunro, stell l?. Lrsnc. ^lsr. TZngcli 1691.»». Lgggio stoprs le lcggi stcl Lontrspunro, stcl Lonre Liorst. kiccsri, Vcn. »762. 4. --- Lstcmplsre, 0 sts Lsggio stonstsmen» tsle prsrico stell Lonrrspunto » stoprs ') Verl. 175z-1754. 4. -Th. ") Verl. 1776-1777.4. ll'Lsnto stcrmo, Kol. 1774- »775- 4. -Tb. (»on dem P. Martini) ^Jn spanischer Sprache: LI korgue stc l» Dustes . . . Lonrrspunto Lompost- cion, por ^nstr. Lvrcnrc» T^lesl» 1672. st In französischer Sprache: Drsire stu Conrrepoinc stmple» on Lbsnr stur livre, p. Vir. L. I.Xllsr- clisnst , ksr. .1759.4. In deutscher Sprache: Einfall, einen doppelten Contrapunkt in der Ortavc von sechs Tac- ten zu machcn, ohne die Regeln davon zu wissen, von Eh. PH. Eni. Bach, nebst dazu gehörigen Tabellen, im zten Bde. S. 167 von Marpurgs Bcptrllgcn. — Don dem einfachen Contrapunkt in zwo vdcr mehr Stimmen; von dem verzierten, oder bunten, einfachen Contrapunkt, der iotc und ute Abfchn. im itcn Theile der Kirnbergerischen Kunst des reinen Satzes; und von dem doppelten Contravunkt in der Oetavc und Leeime, und vom Cvntrapunkl der Duodez und Quinte, der 5te Abschnitt der -ten Abtheilung im -ten Th. eben dieses Werkes — u. v. a. m. — S. übrigens den Act. Say, Setzkunst, u. a. m. Ob die Alten den Contrapunkt gekannt, vdcr nicht, darüber ist mannich- faltig gestritten wurden. Für ihre Kennt- uiß desselben haben, unter mehrcrn, sich erklärt: Franc. Gasuriv, in f. krsklics klustcse ucriuzlzue csnru5, b^cstiol. 1496. st. Ven. 1512. st. — Gins. Zarli- N0, in f. lkiruzioni e stimollrs^ions srrnoniclre, Vcn. 1571. 4. 2 B. und im »ten und sten B. f. Opcre, cbcnd. >589. 4. — Giov. B. Doni, in f. Lom- penstio . . ste' gcneri e ste'mosti stell» Düstes, k. i stz z. 4. in der Schrift, De prseilsnris ö/lustc. vcc. Llor. 1647. 4. und a. a. O. m. in f. L^rs bsrbsrino» v stsno Drsrcsri sti Dustes snric» .» » ?ir. »76z. st. 2 B. Mit K. — Is. Vos- sius in f. Schrift ve koemsr. csnru er viribus kkzulirni, Oxon. 167z. 8. Deutsch, im itcnB. der Berliner vermischten Schriften. — Aar. Teva, in s. Ulustco Deikore, Ven. 1706. 4. — Fpaguicr, in einem hstem. in dem sten B. Oo 4 der 584 Co« der Vlem. de i'slcgd. des Inscri'pr. Quarre,U5g. — Stiiiiligstcat, i» s. ?>>" ciples giid Uover ot ldarmon^, Uoiid. 1771 4. u- a. III. Xviöer ihre Kenntnis desselben: Glarcanus, oder Heine. torit, In s. Ovdeegckordon, Lot. »547. s. — Franc. Salines, in f Werke De Busses l.id VII. Lglsm. 1577. k. Ercolc Botleigaei, in s, Melone. ?err. >602 4. — Giovmae. Zlrtusi, in s, vorher angeführten Scbrist, — Piet. Cervme in dem däclopev z- dsgossro, 'I'rgtt. de däuilc. rdcorec 7 protk dlsp. - r6iz. 5. — M. Merscnne, ins. kdar- knonie universelle > ksr >6z6, s. Lat. ebcnd. >548 und vcrm. >652. f. — Cl. Perrault, jedoä' mit einiger Einschränkung, in s. Oissercar. de Ig bäullgue des ^nc. UN 2tcn Bde. s. kssgis eis lld^li- «zue, kgr. i6z->. >2. — Wallis, in dem Anhange zu s. lat. Ucbcrsehung der ssor- monicor. des Ptolomäus, s.r,nd ,682. 4. und in den llhiios. 1'rgnzgtt. voni Jahre I '^8, — Giov. Andr. Bontempi, in s. Lroria dcllo Vlulica, ?eruK, >69;. f. — Bürette, jedoch mit einiger Einschränkung, in s. villercar. sur Ig Tz-mpko- nie des r^nc. im gten Bde. der >äcm. de I'/Vead. des Inicripr. Quartausg. und in mehrern, ben dem Art. Musik angeführten, und in eben diesen d-lem. abgedruckten Abhandl- — Der P. Gull. Hvac. Bougcant, in s. Visse, rar. lue Is bäuligue des Lrccs er des Karins, in dem ?ten Bde. der Lidl sranc. ou k-lilk, lirer. de Ig l?rgnce, ^mlt. 172z. 12. und in den däern. de IVcvoux, October ,725 — Der P. Du Cerecau, in zwei) Dissertationen in den Vlem. de l're- voux, November >7-8 und Jan. und Februar. 17 -9— Giovb. Martini, ins. h'roris dells däulica, Kol. 1757-1781. 4. ?B. — Fr. W. Marpurg, mit einer Einschränkung, in s. Krir. Einleitung in die Geschichte und Lehes. der alten Musik, Bcrl. 1759. 4. — I. I. Rousseau, in s. Wörterbuch. — Ch. Buency, in s. vis- scrrgr, on rkc Xäuligue «>s rhe Hne. »or dem itcn B. s. (icnersl süss, vs däulilc, vond. 1776. 4. Deutsch, vo» I. I. Eschcnburg, Lcipz. >781. 4. — I. N. Foekel, in s. Geschichte der Musik, B. 1. §.>49. S. zyo. u. a. m. dergestalt, das die Sache so ziemlich zum Nach- thcil der Alten entschieden zu sepn scheinet. Indessen hat G. E. Lessmg in s. Collcctancen, B. 1. S. 175 u. s. ein paar Stellen aus dem Plutarch bcygcbracht, welche immer noch eine nähere Prüfung verdienen. Die ältesten, bekannten, Tontrapunk- tisten sind Francvne, Marchctto di Padua und Johann de Muris. S. übrigens den Art. Harmonie. Copey. (Zeichnende Künste.) Ein Werk, das in allen seinen Thei- len nach einem andern Werk der zeichnenden Künste verfertiget worden. Das ursprüngliche Werk, nach welchem die Copey gemacht wird, heißt das Original. Der Künstler, welcher ein Original verfertiget, arbeitet nach einem Bild, das seine Phantasie entworfen hat, oder das er in der Natur vor sich flehet. Bey der Darstellung und Bearbeitung desselben muß er bestandig nachdenken, wie er seinem Werk das Leben und den Geist geben könne, den das Urbild in seiner Phantasie oder in der Natur hat. Seine Arbeit ist eine bestandige Erfindung, insonderheit, wenn das Werk ein Gemahld, oder ein nach dem Gcmahlde verfertigter Kupferstich ist. Denn da in diesen Werken nicht die Sache selbst, die man vor sich hat, wie in der Bildhauerkunst, sondern etwas ganz anders, nämlich ein bloßer Schein desselben, darzustellen ist, so geHort zu jedem Strich des Pinsels oder des Grabstichels Erfindung. Der Mahler sieht Farben vor sich, und muß andre Farben erfinden, die ihnen ahnlich sind; er bemerkt ein allgemeines Licht, welches auf einmal den Gegenstand in der Natur so er- v lcnch- Cop leuchtet, daß einige Theile hell, andre dunkel sind; in seinem Werk muß er auf eine jede Stelle das Helle und Dunkle besonders den Farben einverleiben; er sieht alles erhoben und körperlich, und er muß im Flachen das Körperliche darstellen. Der Copist hingegen hat überall schon ein Werk von eben der Beschaffenheit, wie das seinige ist, vor sich, und hat keine von den Verwandlungen nöthig, wodurch der Originalmeistcr sein Werk der Natur ahnlich macht. Sein einziges Nachdenken ist aufdas gerichtet, was ein andrer ihm vorgcdacht hat. Hieraus folgt erstlich, daß es unendlich leichter ist, eine gurc Copey, als ein gutes Original zu machen. In der That findet man, daß oft ganz mittelmaßige Künstler sehr gut copircn. Zwestens folget daraus, daß die Copey immer von geringerer Schönheit, als das Original sey, weil der Copist, der in einem ganz andern Geist, als sein Vorgänger arbeitet, unmöglich so denken kann, wie jener gedacht hat. Der größte Unterschied muß sich darum zeigen, daß in dem Original mehr Frcyheit ist, weil alles mit Gewißheit bearbeitet worden, und ans der Ouelle geflossen ist; da der Copist seine Gedanken nach den Gedanken des andern hat zwingen müssen. DerOri- ginalmeisier ist bisweilen zufalliger Weise aufcin Mittel gefallen, das der Copist unmöglich crrathen kann; er wählt ein anderes und die Würkung muß auch etwas verschiedenes seyn. Jener stellt seine eigene Erfindung dar, sein Geist ist wahrender Arbeit thätiger, seine Einbildungskraft erhitzter; daraus aber entstehet eine freycre Ausübung: dieser bleibt kalt, und muß kalt bleiben, um nichts zu übersehen, und dadurch wird alles langsamer und gekünstelter. Er muß seine eigene Bearbeitung, seine Art den Pinsel zu führen, verleugnen, und eine fremde Art annehmen. Ue- Cop 58z ber dem allem ist in jedem schönen Werk der Kunst vieles, das man zwar undeutlich fühlen, aber nicmal deutlich beschreiben oder denken kann, das mehr vom Geschmak des Künstlers, oder von einer glüklichen Hand, als von deutlicher Erkenntniß herkommt. Dieses kann kein Copist erreichen, weil er es nicht deutlich erkennen kann. Diesem zufolge muß von dem Geist und dem Feuer des Originals nothwendig in der Copey sehr viel zurüke bleiben. Es giebt in Gemahlden noch Falle, da die Würkung der Farbe von etwas verborgenem herkommt, da eine unten liegende Farbe durch die obere durchschimmert. Sehr oft kann niemand crrathen, was unter der obersten Deke der Farbe liegt, und folglich kann dieselbe Würkung in der Copey nicht erreicht werden. Daher geschieht es, daß feine Kenner sich selten über Copeycn betrügen, und bald cntdekcn, daß ein Stük nicht Original sey; wiewol man auch so gute Copeyen hat, daß nur die erfahrensten Kenner sie von den Originalen zu unterscheiden wissen. Die Gewinnsucht derer, welche aus der Kunst ein Gewerbe machen, hat eine unzahlige Menge Copeycn hervorgebracht, die statt der Originale verkauft werden. Liebhaber der Kunstsachen, die selbst nicht feine Kenner sind, werden taglich damit betrogen. Bey kostbaren Gentahlden braucht man die Vorsichtigkeit, sie nicht eher für Originale anzunehmen, bis man von einigen der erfahrensten Kenner gültige Zeugnisse darüber hat. Daß die Copeyen der Werke grosser Meister insgemein sehr weit hinter den Originalen zurükbleibcn, berechtiget die abergläubische Verachtung, die einige Liebhaber für alle Copeyen haben, gar nicht. Es giebt Leute, die ein ganz schlechtes, oder durch die Zeit verdorbenes Ori- Oo 5 ginal, 586 Cop güml, dcr besten Copey vorziehen, und bey jedem Gemahlde, ehe es ihnen einfallt seine Schönheit zu beur- thcilcn, erst untersuchen wollen, ob es ein Original sey oder nicht. Fallt der Verdacht einer Copey darauf, so verschwindet bey ihnen jeder Begriff von Schönheit und Werth. Wahre Kenner dcrKunst beurtheilcn ein Ge- mahld aus dem, was sie darinn sehen, aus dem, was es an sich hat, und nicht nach dem Namen dessen, der es gemacht hat. Was von der Kcnntniß nnd dem Geschmak eines Menschen zu halten sey, der sich nicht eher getraut, etwas für schon oder schlecht auszugeben, bis cr weiß, ob es Original oder Copey ist, darf nicht erst durch eine Untersuchung gelehrt werden: cr gehört unter die Verehrer der Reliquien. C o p i v e n. (Zeichnende Künste.) Ein Werk dcr zeichnenden Künste, welches ein andrer verfertiget hat, genau nachmachen. Das Copiren der besten Werke ist eine Uebung, welche man angehenden Künstlern auf das Beste zu empfehlen hat. Es ist kaum möglich alle Schönheiten und Vorzüge eines guten Werks einzusehen, bis man versucht hat, es nachzumachen Erst dabcy zeigen sich die Schwierigkeiten, die Bemühungen nnd das Nachdenken, wodurch das Original entstanden ist. Man wird beym Copiren in dic Noth- wcnoigkeit gesetzt, auf alles genau Achtung zu geben; dadurch cntdekt man Schönheiten und Fehler, die sonst nicht würden bemerkt worden scyn. Diese darzustellen, muß der Copistc nolhwendig selbst mit der ganzen Anstrengung des Geistes, den Geheimnissen dcr Kunst nachspühren, Man bekommt dadurch eine Fertigkeit sowohl das Schöne als das Fehlerhafte schneller zu entdcken, die aus- Cop seren und innern Sinnen werden geschärft. Nach dem Zeugniß verschiedener Künstler, entdekt man oft erst bey der sechsten oder siebenten Nachzeichnung gewisser Werke, Schönheiten, die man bey dem vorhergehenden Copiren noch übersehen hatte. Indem man aber die vornehmsten Werke der Kunst copirt, lernt man nach und nach so denken, und sich so ausdenken, wie die großen Meister gethan haben. Wer aber durch Copiren seinen Geschmak und seine Fertigkeiten zur Vollkommenheit bringen will, dcr muß nicht sklavisch copiren. Er muß sich nicht vorsetzen, die Handgriffe der Originalmeister, das Mechanische der Kunst allein zu erra- then, sondern vielmehr sich bestreben, ihren Geist und ihren Geschmak sich zuzueignen. Matt muß nicht suchen Copcyen zu machen, die alles Aeußcrliche der Originale an sich haben, sondern fürnehmlich den Geist derselben auf eine uns eigene Art zu erreichen suchen. --H- -H- (*) In neuem Zelten sind allerhand Erfindungen gemacht worden, um gleichsam ganz mechanisch zu copiren, Ei» Chevalier S. gab >787 einen PrvspectuS von einer ^lacdine pviz'cliresls er ver- ricslc heraus, vermittclfi welcher alle mögliche Gegenstände, Zeichnungen, geographische Charten, flaches Schnitzwcrk, Muscheln, Mineralien, u. s. w. in aller möglichen Größe, von einem Zoll an bis zu einigen Fuß, so wie in jedem Verhält- nlß, das heißt, entweder einige hundert« mahl vergrößert, oder bis zu Miniatur von einem Zoll verkleinert, sich sollen abzeichnen lassen, und versprach dergleichen Maschinen für acht neue Louisdvr zu liefern. Eine andre Erfindung, nähmlich die Kunfi, mit Oelfarbcn, Oclgcmähldc auf eben solche Art, da§ heißt, mechanisch zu copiren, und, diesem gemäß, sehr zu vcc- Cor vervielfältigen, kam in England zri Stande, und die ^ddrefi? ro rbe public on rbc polzgrapkic /^rr, or rke copzdng «nd inulciplzring pifiture? in n!l co- Iour?z . . . rbc invcncion ofi )obn Laorb, Lond. >788- 8- giebt davon einige Nacheicht. S. auch N. Bibl. der sch. Wisscnsch. B. ;8. S- u. f. Aber so viel Schönes auch von dieser Erfindung gesagt worden ifi: so scheint sie doch, nach den, davon nach Deutschland gekommenen Proben zu urlhcilc», von keinem sonderlichen Warthe zu scyn. — Corinthische Ordnung. (Baukunst.) Eine von den drcy griechischen oder von den fünf üblichen Saulcuord- nuilgen, welche an der corimhischen Säule zu erkennen ist *). Weil diese Säule von allen die zierlichste, aber auch zugleich die schlankeste und schwächcste von allen ist, so ist diese ganze Saulenordnung auch am meisten verzieret, und wird da gebraucht, wo die Pracht und die Zierlichkeit sich Aber die Festigkeit des Gebäudes etwas ausnehmen sollen, nämlich an höhern Geschossen prachtiger Gebäude; oder inwendig in den Verzierungen der Sääle, oder überhaupt da, wo das Gebäude mit einem reichen Ansehen zu bekleiden ist, weil die Baukunst nichts reicheres als diese Ordnung hat. Die ganze Ordnung, wenn Säu- Ilenstühle dabcy gebraucht werden, ist drcyßigModc! hoch, wovon dieSau- lcnstühle vier, die Säule selbst zwanzig , und das Gcbälke sechs Model hoch sind. Das Gebalke muß in dieser Ordnung mehr Zicrrarhen, als alle andre haben, um mit der zierlichen Säule übereinzustimmen. Der Fries kann mit Schnitzwcrk verziert werden. Auch haben die römischen Baumeister fast alle runde Glieder des Gebälkes mit Laubwerk *) tz. Ordnung; Corimhrschc Saale. Cor 58? verziert, welches wir aber nicht gut heißen. Man muß dieFeinigkcit dieser Ordnung hauptsächlich darinn suchen, daß man ihr die Einmischung kleinerer Glieder mehr als andern erlaubet. Der Name scheinet anzuzeigen, daß diese Ordnung in Corinth erfunden worden; und das Ueppige, das sie einigermaßen an sich hat, kommt gut mit der bekannten Ucp- pigkeit, wodurch diese Stadt sich von allen griechischen Städten ausgezeichnet hat, überein. Nach Winkelmanns Bemerkung geschieht der corinthische» Säulen zum erstcnmale, bey Gelegenheit des Tcmpclbaues zu Tegea, den Scopas in der rrz ob Luilclingz lrom ssre: 3 1>cscile upan riie llon- llrutlian ob arckes mzste wirk deilez 3nä plaiiter, «bliest gar aecdcs > anch 3 rook rvirkour Vimder, csllcci 3 Lricle-roos, Ibvnst. (s, 3,) g.— Vorschläge zur Verbesserung der bisher üblichen Dächer, von Hcrzberg, Brest. 1774. 8- — I. F. kange über wetterfeste Dächer, nach Anleitung des H. v. Heins, keipz. >785. 8. — Oceonoinischcr Vorschlag, wie man die wohlfeilsten und dauerhaftesten Dächer über WlrthschaftSgcbäute anlegen soll, von KrubsaciuS, Dresden 1786. 8. Daktylus. (Dichtkunst.) Eiu dreysylbiger Fuß, dessen erste Sylbc lang, die andern bcyden kurj sind, wie in den Wörtern; mächtige, sterbliche. Dieser Fuß kommt in der deutschen Sprache, sowol in der ungebundenen als gebundenen Rede, sehr häufig vor; aber zu einer ganzen Versart, in der kein andrer, als dieser Fuß vorkäme, nach der Art 591 Da n des sambischen oder troiaiscben Verses, schiket er sich nicht, weil der Vers durch seinen klappernden Gang gar bald ekelhaft wird. Einzelne ganz daktylische, nämlich aus fünfDakty- len und einem Spandau-! bestehende Hcpameter, trist man sowolbeyden lateinischen als deutschen Dichtern an. Jedermann kennt den Virgili- schcn Vers: (^usllrupellsncc purrcm konicu qua» rir unguis csmpum *). Aber ein ganzes Gedicht in dieser Versast würde nicht ertraglich seyn. Zum Affekt einer ströhmcnden Freude schiket sie sich sehr wol, und kann sogar, wenn man nur mit einem andern Vers abwechselt, zur lyrischen Versart dienen, wie in dieser Strophe: Bist du die Freude? du bist es! dich meldet ein lcichelndcr Morgen; Die Fittige ldoucn unsterblichen Glanz. Slrömc von Wollust ergießen sich nach mit, schon sterben die Sorgen. Sic hauchet mich an, ich fühle mich ganz"). Dante. Ein Florentiner. Er verwaltete in seinerRepublik die vornehmsten Aem- ter, bevor er verwiesen ward. Er schrieb hernach sein großes dreifaches Gedicht la eliviria Lomesia, das zwar unter die dogmatischen geHort, dem aber dieser außerordentliche Geist eine ganz poetische Gestalt gegeben. Weder die Holle hat bey ihm die unselige Größe, noch der Himmel die erhabene Hoheit, welche sie beyMil- ton bekommen haben, eben so wenig, als seine Teufel und seine selige Geister, die Größe der Miltonischcn haben. Sein größtes Verdienst ist, daß er die Hölle, das Fegefeuer, das Paradies für Scenen gebraucht hat, ') /^en. VIII. vk ;?6. ") S. Schlegels Vermischte Schriften her Verfasser der neuen Bcytrstge i B. 6 St. S. 44?- D a il quf welchen er die verschiedenen Charaktere aus allen Zeiten, Standen und Wclttheilen eingeführet hat. Sein Werk ist ein unerschöpflicher Schatz von Lebensarten und Sinnesarten der Menschen, voller Charakter, voller Reden, voller Lebensregeln. Die innersten Winkel der Seele werden da-beleuchtet, und die nützlichsten Lehren mitgetheilt. Man muß sehr allegoricsüchtig seyn, wenn man vcrstektere Geheimnisse darinn suchen will. Man beschuldiget dieses Werk der Dunkelheit und Harte; aber wenn man hier nnd da die abstrakte und scholastische Materie erlaubet, so muß man ihm das Dunkle und Harte verzeihen. Er wollte nicht allein für die große Welt, sondern auch für die tiefsinnige, und insbesondere für die Pcripatetiker schreiben. Von diesen Stellen gilt, was Plato von des Heraklitus Naturlchre gesagt hat: Die Sachen, die ich verstehe, sind göttlich, und ich glaube, daß auch die es sind, die ich nicht verstanden habe. Eine andre Arr der Dunkelheit und Harte ist durch die Nachlässigkeit der folgenden Schriftsteller entstanden, welche die Wörter, die in des Dante Tagen angenehm und geläufig waren, haben entweichen oder gar untergehen lassen. Seine lyrische Gedichte verdienen nicht weniger Achtung , als sein großes Werk. Es leuchten darinn gewisse poetische Tugenden hervor, die in dem großen Gedicht seltener sind. Was sich ihnen rohes angehängt hat, hindert uns nicht, daß wir nicht eine kernichre, edle und artige Denkungsart darinn entdeken **1. Er starb «gal. Er hatte drey Söh- lle, und jeder von ihnen hat ein Werk über das dreyfache Gedicht geschrieben. Des *) lo per we non bo minore liims Neil» tue Micke poelle erc. sie///! /ta/. ") S. dlurscori üori» ä«U» Imzna Ii»!. Dan Dan 59z Das Gedicht deS Dante, welches seine» Titels L»meck!a, doch wohl vorzüglich der Art de» Stylcs zu verdanken hat, in welcher es abgefaßt ist, werde zuerst, (Zolianv)i472. t. gedruckt; und unter den folgenden Ausgaben sind die merkwürdigsten erschienen, Flor. 1481. f. (S. die Nachrichten von Künstlern und Kunstfa. chen, B. i. S.Ben. 1502. g. (unter dem Titel, Veccee kirne) Ebend. >155- >2.) (mit dem Zusah ckivins, aber nur in Rücksicht auf de» Jnnhalt desselben, nicht, wie in den später» Austagen, mit Rücksicht auf die Ausführung) Lyon 1547 lind >6. Flor. 1595. 8. (von der /tcack. ckella Lrulca herausgegeben, und ebend. >7,6 wieder abgedruckt; aber so in- corrcct als nur die neuesten deutschen Schriften seyn können) Päd. 1727. 8. z B- (bey welcher sich auch ein Verzeichnis aller frühern AuSg. findet.) Ven. 17z?. 8- zB .>7;3 .4. ;B mitK. 1760 .8. 7B. Paris 1768. >2. z B. — Uebersetzt ist das Gedicht in dasK.a- teinisrbc jivar von mehr als einem Jta, licner, aber, so viel ich weiß, nie, ein- zelc Stellen in lat- Hexametern von dem Jesuiten Carlo Aquino, Rom ,707. 8. abgerechnet, gedruckt worden. — In daS Spanische, von Fernande; de Villcgas, Burgos >5>;. k. in Versen. — In das Franzosische, von Dalth. Grangier 1596. >2. zB. in Versen; Auszugsweise, in Prosa, von Chabanon, l>. 177z. 8. — In das Englische, von Hcinr. Boyd, Donck. 1785. 8. in Vers. — I» das Deutsche, von Bachenschwanz, tcipz. 1767.1769. s. z Th. in schleppende Prose; der ite nnd .?tc Ges. der Hölle, in Jamben, von I. Jagemann, im itcn und zten Th. s. Italienischen MagazincS. — Erlauternnzüschrifren darüber, besonders von Italienern, sind sehr viele geschrieben worden. Oer Verfasser, behaupteten seine Verehrer, sollte mit seinen Dichtungen einen geheimen Sinn verbunden haben, und diesen wollten sie nun an das Tageslicht bringen. Was, in Rücksicht auf Sprache, davon brauchbar, und zur Verständlichkeit des JnnhalteS Krsteu TheU. und der Anspielungen, zu wissen nöthig ist, findet sich in den angeführten Ausgaben; und an gchclmenSinn Hadder Dichter wohl nicht gedacht. Indessen »eran- laßte ein, darüber umS 1.157a entstandener litterarischer Krieg auch einige Prüfungen des dichterischen Wcrthcs der göttlichen Komödie, unter welchen sich der Dilc. ck! Sarck» ckella bellen, c ckella nodilcü ckella k'ocssg cki Dance, Ven, 1 ; 86. 8- — Dile. cki Liae. Vlarcrconi in ckibela ck! Dance, Leb. 757z. 4. und eben dieses Schriftstellers Dibela ckella Lomeckia ck! Dance, l>. l. Leben.i -;87. 4. ?. II. ebend. 1688- 4. — die ?oe- c!ca boprs Dance, Kol. 1589. 4. von Girol. Zvppiv auszeichnen. — Von den Schriften der Ausländer sind die merkwürdigsten die bey der Vie cke Dance p. dir. Ldalian»!,, ?. 177z. 8. befindlichen Anmerkungen über das Genie deS Danteein Vle,n»ice des H. Merian, in den Vlein .cke I/Zcackeinis cke Leclill, v. I. 1784 — Meinhards Versuche über den Character und die Werke der bcßtcn italienischen Dichter, Th. 1. Abs z. S. 21 u. f. — der 29te der Neuen Critischcn Briefe, Zür. 176z. g. S. -42. — ein Aufs, von A. W. Schlegel, im zicn St. des itcn Bds. der Akademie der redenden Künste, Verl. 7791. 8. S. -49 u. f. — Unter den Italienern selbst ist, in neuer» Zeiten, die Zahl seiner Verehrer ziemlich zusammen geschmolzen; besonders ist Bcttinelli, IN s. Lecccce cki VirZilic, . .. Ven. 1758. L. und im 7ten B. s. Dpece, Ven. 778z. 8. sehr strenge mit ihm umgegangen. Das beben desselben, (er wurde 126; geb. und starb izsi) ist von sehr vielen geschrieben worden, als von Giov. Bocca- cio, vor der Ausg. der Lorneckia, Ven. 1477- 5 einzeln, Rom 1544. 8. Von Lion. Grctino, Flor. 167-. 8 Von keon. Bruni.u. a. m. Von Champfort, Kar. -77Z. 8. In der bitteratur und Völkerkunde, Dcccmber 778z. bittcrarischc Notitzen liefern in Menge, Creseimbeni in s. Lroria ckella volgar koessa, Vol. II. S. -68- Ausg. von Pp -7Z°. 594 Dec D e k D e k >7zci ivvntanini in sLibl.llolla Uloq. j»l. B. i. S. ?Z4 u, f Ausg. von i?5Z. — Zcav. Qnadeio, in s. 5r»r. c ktzZ. ll'ogni Poe/!», Vol. I V. l. — Ulatonllz or Lnrnieboz, von Bouchcr dem j, t. 6Bl. — Uivre st- plotonlls, p. Luvillicrs, t. 6 Bl. — tllelings conroiniriF 48 OciiAns »t rke Enrique t-rvrei^eie, d), llUn-rä- ton, toi. — Lecken oder Plafonds von Wachs- ») Anmerkungen über die Baukunst der Allen S. 4Z- Dek Wachsmlitft, 5. 4 Bl. — Plafonds für Mahl«- und Sluceateur, von P. Decker, 5. 4M. 'Allerhand Dcckenstücke für Mahler und Skuccatur, von ebend. U 5 Bs. u. v. ci. m. Don >virklichen Deckcnverzicrunscn sind, unter mehrern, i» Kupfer gestochen: Ue zilakvoll cle Is Ohzpelle lli Laulx » gem. von kc Brun, gest. von Ger. Audran, t'. — plakuncl llu pavillvn lle I ^ururo 6e Ssulx, »on eben diesen Künstlern, 5. 4 Bl.— I^e plat'onä lle ls pcriro La- lerie lle Vertaillez, nach Mignard, von Ger. Audran, f. z Bl. — Ue. plakonll llu V-,1 cio Qrsce, von cbcndcns. k. 6Bl. — /Zrsdechucs i>nr. clez Loinz cle !.,» vio er clo ls Ville ^ririenne, avoc les jN-ltviills, p. A/lr. Uooco, ?ai-. 1786. k. u. ». a. m. S. übrigens den Art. Verzierung. D e k e l. (Baukunst.) Der oberste Theil des Saulenstuhls, welcher den Würfel und Fuß desselben bedckt. Er wird nach Beschaffenheit der Ordnnng, mit mehr oder weniger Gliedern verziert, wobei) sich die Baumeister selten an festgesetzte Regeln und Verhaltnisse binden. Die Hauptfache ist, daß der Dckel in Ansehung der Hohe ein gutes Verhältnis) zum Säulenstuhl habe. Golvmann gicbt den drcy Haupt- theilcn des Saulenstuhls, dem Fuß, dem rvürfclund dcmDckel, folgende Verhaltnisse: 6: 11 :z. Folglich ist der Dekel halb so hoch als der Fuß. Dekcngemahlde. Gemähldc, die auf den Deken der Zimmer, oder ganzer Gebäude angebracht sind: sie werden auch mit dem französischen Namen Plarfonss ge- iiennt, weil die waagerechten Deken in dieser Sprache platskonlls genennt werden. Schon die Alten hg- Dek 595 ben bisweilen Gemahlde auf den Deken angebracht, die aber, wie ans einigen Fragmenten zu schließen ist, aus bloßen Zierrarhen bestanden haben, und also von ganz andrer Art, als die neuern gewesen sind; denn die Dekcngemahlde der Neuern stellen insgemein eine Handlung vor. Der Mahlcr hebt durch seine Arbeit die Deke des Baumeisters wieder weg, laßt uns an deren Stelle den Himmel, oder die Luft sehen, und in derselben eine Handlung von allegorischen oder mythologischen Personen. Dadurch bekommen diese Gemahlde, wenn sie nur sonst die Vollkommenheit ihrer Art haben, über andre Gemahlde den Vortheil, daß sie einigermaßen aufhören Gemahlde zu seyn, indem man den wahren Ort der Scene zu sehen glaubt. Bisweilen werden auch würklich historische Personen gemghlt, die sich aber in die Luft schlecht schiken. Diese Gattung scheinet mehr Ue- berlcgung, Erfindung lind Kunst zu crfodcrn, als immer eine andre Gattung der Mahlcrcy. Um nicht unnatürlich zu seyn, kann sie keine Vorstellung wählen, als die sich zu dem Ort der Scene, der die offene Luft oder der Himmel ist, schiket. Da es also keine menschliche Handlung seyn kann, so bleibet dem Mahler die ganze Mythologie und die Allegorie offen: nicht blos die heidnische Mythologie, die sich selten in unsre Gebäude schiket, und besonders in Kirchen höchst abgcschmakt wäre; sondern auch die christliche, die an Engeln und Heiligen einen reichen und crhabencrn Stof hat, als an den Göttern des Olympus. Die Allegorie in ihrem ganzen Umfang ist dazu schiklich, vorzüglich aber die, welche Würkungcn der Natur vorstellt, weil Luft und Himmel die Hauptscencn der Elemente sind. Jahres - und Tageszeiten, jede große Naturbegebenheit, als Aeußerungen Pp 2 alle- 596 De k allegorischer Wesen vorgestellt, fin den da ihren Platz. Aber jeder Liebhaber nehme sich in Acht, solche Arbeiten einem gemeinen Künstler aufzutragen; denn dazu wird jedes Talent des Mahlcrs in einem hohen Grad erfodert. Der größte Zeichner wird in dieser Gattung nichts erträgliches machen , wenn er nicht ein sehr großer Meister der Perspektiv ist; zumal da die gemeinen Regeln der Perspektiv hierzu nicht ganz hinlänglich sind. Die gewölbten Dcken erleichtern die perspektivische Zeichnung sehr, und find dabcy zu solchen Gcmahlden vorzüglich bequem. Wenn man den Augenpunkt mitten im Gewölbe nimmt, so kann die ganze Dcke mit einer einzigen Vorstellung angefüllt werden: in jedem andern Fall aber muß die Dcke in verschiedene Felder einge- theilt, und jedem seine eigene, für einen besondcrn Standort gezeichnete, Vorstellung gegeben werden. Fürnehmlich ist dieses bcy sehr grossen flachen Dekennothwcndig. Denn wer auf einer Deke, die achzig oder wol hundert Fuß lang, dabey nur etwa zwanzig bis 2g Fuß hoch ist, nur ein einziges Gemahld anbringen wollte, müßte nothwcndig die von dem Augenpunkte entferntesten Gegenstände fo sehr verzogen vorstellen, daß sie außer dem Gesichtspunkt höchst unförmlich erscheinen würden. Dieses wird allemal geschehen, wenn auf dem Gcmahlde Gegenstände vorkommen, die weiter von dem Augenpunkt abliegen, als die Höhe des Zimmers betragt. Also ist wegen der Anordnung und Zeichnung der Dckengemahlde sehr viel mehr zn überlegen, als bey irgend einer andern Gattung. Eben dieses gilt auch von den Farben, die in den Deken- gemählden nach einer eigenen Art müssen behandelt werden. Es wäre wol der Mühe Werth, daß die Regeln der Kunst, blos in Absicht auf Den die Dckengemahlde, in einem bel sondern Werk vorgetragen würden. Denn wenn irgend ein Thcil der Kunst mit Genauigkeit will siudirt seyn, so ist es dieser, der überhaupt feinen eigenen Mann erfodert. Von der Deckcnmahlercv handeln, unter mehrcrn, taircsse, im loten -Buch, Kap. 1.9 seines großen Nahlerbuches, im ztcn Bde. S. 144 der Ausg. von 1785. — G. H. Werner, in der Anweisung alle Arten von Prospecten ... von selbst zeichnen zu lernen, Ers. 1781. 8. — Auch sagt Armenini, in s. Veri prccccri stell» pirrurs, l >!b. III. c. IV. S. 9Z. Von. 16ZL. 4. etwas darüber. — D e I! k!!! a l. (Zeichnende Künste.) Ein an öffentlichen Platzen stehendes Werk der Kunst, das als ein Zeichen das Andenken merkwürdiger Personen oder Sachen, bestandig unterhalten und ans die Nachwelt fortpflanzen soll. Jedes Denkmal soll das Auge derer, die es sehen, auf sich ziehen, und in den Geinüthern empfindungsvolic Vorstellungen von den Personen oder Sachen, zu deren Andenken es gesetzt ist, erweken. Zu dieser Gattung gehören also die Grabmaler, die Statuen verdienstvoller Personen, Trophecn, Triumphbogen, Ehrenpforten, und solche Werke der Baukunst, auf denen die zeichnenden Künste mit der Nachwelt sprechen. Da der vornehmste Zwei der schönen Künste, in einer lebhaf tcu und auf Erwekung tugendhafter Empfindung abzielenden Rührung der Gcmüther besteht: so gehören die Denkmaler unter die wichtigsten Werke, und verdienen daher in eine ernsthafte Betrachtung gezogen zu werden. Seit dem die Schrift erfunden worden ist, scheinet eine an öffentliche» D e i, chcu Plätzen gesetzte schriftliche Nachritt das leichteste Mittel, den End- zwek der Denkmäler zn erreichen; nnd daher haben auch die einfachc- sten der Denkmaler ihren Ursprung, Pyramiden, Säulen, oder bloße Mauern, ans welchen eine Schrift in Stein gehauen, oder in Erzt gegossen, zu lesen ist. Es scheinet überaus natürlich, daß unter einem Volke, das öffentliche Tugend und Verdienst zu schätzen weiß, dergleichen Dcnki.iäler häufig sollten anzutreffen scyn. Man stelle sich eine Sradt vor, deren öffentliche Platze, deren Spatziergänge in den nächsten Gegenden um die Stadt herum, mit solchen Denkmälern besetzt waren, auf denen das Andenken jedes verdienstvollen Bürgers des Staats, für die Nachwelt aufbehalten würde: so wird man leicht begreifen, was für großen Nutzen solche Denkmäler haben könnten. Man muß sich in der That wundern, daß ein sosehr einfaches Mittel, die Menschen auf die nachdrüklichste Weise durch die Beyspicle ihrer Vorfahren zu jedem Verdienst aufzumuntern, fast gar nicht gebraucht wird. Diese Nachlaßigkeit beweiset unwidcrsprcch- lich, wie wenig man es darauf anlegt, die Menschen zum Verdienst und zur bürgerlichen Tugend aufzumuntern. Man begnüget sich an den Gegrabnißstellen, wo niemand gerne hingeht, das Andenken der Verstorbenen durch elende Denkmäler zu erhalten, und auf öffentlichen Plätzen, die jedermann mit Vergnügen besucht, und wo man mit leichter Mühe taglich den besten Thcil der Bürger versammeln könnte, sieht man nichts, das irgend einen auf rechtschaffene Gesinnungen abzielenden Gedanken erweken könnte. In Athen war einer der öffentlichen Spatziergange eine bedekte D e n 597 Eäulenlaube *), in welcher die Tha- tcn der verdientesten Büraer abgewählt waren. Was wäre leichter, als alle Spatzicrgangc durch Denk, mälcr nicht blos zu verschönern, sondern zu Schulen der Tugend, und der großen patriotischen Gesinnungen zu machen? Inzwischen soll der wenige Gebrauch, den man von öffentlichen Denkmälern macht, uns nicht ab, halten, ihre Arten, nebst dem, was zn dem guten Gcschmak derselben gehört, in reifliche Erwägung zu ziehen. Man hat bey jedem Denkmal auf zwey Dinge zu sehen: auf den Körper desselben, der eine freystehende Masse ist, die durch 'eine gute Form einer eigenen Art das Auge auf sich zieht; und denn auf den Geist oder die Seele desselben, wodurch eigentlich dcr Haupteindruk, auf den das Denkmal abzielt, soll bewürkt werden. Die Erfindung des Körpers zu einem Denkmal hat keine Schwierigkeit. Eine Pyramide, ein Pfeiler, eine Säule, eine mit Fuß und Gesims versehene Mauer, entweder ganz einfach, oder mit Pfeilern und Säulen ausgcziert, ist dazu schon hinlänglich. Nur gehört die gesunde Beurtheilung des Schiklichcn nnd Wolanständigen dazu, daß die Größe nnd Pracht des Werks, genau nach der Wichtigkeit der Sache abgewogen werden, damit man nicht in das Unschiklichc verfalle, durch ei« Werk, das das große Ansehen eines Triumphbogens hat, das Andenken einer Privattugend, oder durch das bescheidene Ansehen einer ganz schlechten Wand, eine glänzende, den ganzen Staat in die Höhe schwingende Begebenheit, auf die Nachwelt zu Pp z brin- *) Der Portikus oder dleStoa, lmrinn Zeno die Philosophie gelehrt hat, die daher die stoische gcncnnt wird. 598 Den bringen. Sowol die Große, als der Charakter des Baues muß der Sache, dcrenthalben er gemacht wird, auf das richtigste angemessen scyn: und dadurch muß sich der Erfinder, als einen Mann von Gcschmak und von richtigem Urtheil zeigen. Also stehen dem Künstler unzahlige Formen und Gestalten der Denkmäler, vom schlechtesten Grabstein, bis auf den majestätischen Triumphbogen, und von der bloßen Säule bis auf den prächtigsten Pornen-z, zu Diensten, damit er für jede Sache das f inkliebste wähle. Nach der guten Wahl der Form, kommt auch sehr viel auf eine schikliche Verzierung an. Hierinn thut man insgemein eher zu viel, als zu wenig; daher das sicherste ist, sich der Einfalt zu befleißen. Alle in Rom noch Vorhände Triumphbogen aus den Zeiten der Cäfarn, konnten noch einer Menge von Zierrathen beraubet werden, und würden dadurch nur schöner werden. Bcy solchen Gebäuden kommt es blos darauf an, daß für die Schrift, oder für die Bilder, die das Wesen des Denkmals ausmachen, ein schiklicher Platz, der ans eine der Sache anstandige Art verziert sey, angeordnet werde. Hat der Bau überhaupt das Auge der Vorübergehenden an sich gelokt, so muß nun auch in der Nähe die Aufmerksamkeit ganz auf den Geist des Denkmals gerichtet werden, mithin in den Verzierungen nichts seyn, das dieselbe von der Hauptsache ablenken konnte. Wichtig ist es, daß die Zicrrathcn mit dem Charakter der Vorstellung wok übereinstimmen. Große Gegenstände von ernsthafter Art, leiden nichts Zierliches, und die von fröhlicher und belustigender Art crfodern Verzierungen, darum Lieblichkeit und Anmuthigkeit liegt. Auch dariun kann der Künstler ein richtiges Urtheil, odereineausschweifendeEinbildnngs- kraft zeigen; denn in den schonen D e n Künsten ist nichts so gering, das dein Künstler nicht großes Lob oder strengen Tadel zuziehen konnte. Judessen bleibt das, was wir vorher die Seele des Denkmals geucnnt haben, allemal der wichtigste Theil desselben. Diese besteht entweder blos in Aufschriften, von denen an einem andern Ort gesprochen worden *), oder in bildlichen Vorstellungen, (sie scycn gemahlt, oder gebildet,) die entweder historisch, oder allegorisch seyn können. Man wird allemal, wie schon irgendwo angemerkt worden, von solchen Werken fodcrn, daß sie mehr sagen, als eine Schrift sagen konnte, weil sonst die bloße Schrift vorzuziehen wäre ^*). Also können dergleichen Vorstellungen uie das Werk gemeiner Künstler seyn: denn es gehört gewiß gar sehr viel dazu, die Gemüthcr der Menschen durch diesen Weg lebhaft zu rühren, und zugleich indem, was zum historischen gehört, verständlich zu seyn, und den ganzen Geist einer Begebenheit oder einer Handlung in wenig Bildern vorzustellen. Man hat aus demAltcrthumzwey Denkmäler, die trajanischc und die antoninische Säule, auf denen große Begebenheiten, durch eine lange Folge von Bildern historisch vorgestellt werden: allein solche Werke sind zu weitläuftig und zu kostbar; daher sich für Denkmäler solche Vorstellungen am besten schiken, wo nur das Wesentliche der Sachen, in wenig Bildern ausgcdrükt wird. Hiczu aber sind nur die gi ößrcn Köpfe aufgelegt: daher man wol behaupten könnte, daß ein vollkommenes Denkmal dieser Art, eines der schwercsten Werke der Kunst sey. Es ist im Artikel Allegorie eines schönen Denkmals , das den noch lebenden Bildhauer Nah! Mn Erfinder hat, Er- wah- *) S. Aufschrift, ") S. Allegorie S. 7Z. Den Den 599 wahnunq geschehen, dessen Beschreibung hier eine» Platz verdienet. Es ist ein Grabmal einer tugendhaften und sehr schonen Frauen, welche durch eine schwere Geburt ihr Leben eingebüßt hat. Dieses Denkmal stellt ein Grab vor, mit einem ganz schlechten Stein bedekt. So bald mau aber naher herantritt, wird man plötzlich in die erstaunliche Sce- ne versetzt, wo die Graber sich offnen und ihre Tobten lebendig wieder hergeben werden. Man findet den Grabstein durch ein gewaltiges Beben der Erde mitten von einander geborsten, und durch die daher entsinn dene Oeffnung sieht man die dort begrabene Person, mit allen Empfindungen der Secligkeit, in welche sie nebst ihrem Kinde nun soll versetzt werden, auf dem Gesichte und in der ganzen Bewegung. Sie tragt ihr Kind, das nun auch lebt, in dem linken Arm, lind mit den, rechten stoßt sie den geborstenen Grabstein in die Hohe, um aus dem Grabe heraus zu steigen. Um den Grabstein stehen die Worte: -Hier bin Wh, -Herr, und das Rind, das du mir gegeben Haff, nebst dem Namen der Ver- storbenen. Wäre der Gebraust) öffentlicher Denkmäler so allgemein, wie er seyn sollte, so wäre es alsdenn der Mühe Werth, nach dem Benspicl, das K,ud. uug Oer XI V. in Frankreich gegeben hat, in jedem Land die Erfindung derselben, und die Aufsicht über die Ausführung, einer Gesellschaft gelehrter und in den schonen Künsten erfahrner Männer aufzutragen. Es ist kaum etwas, darinn die heutigen Sitten und Gewohnheiten sich von den ehemaligen Sitten der Griechen weiter entfernen, als der Gebrauch der Denkmäler. Man darf, um davon überzeugt zu scyn, nur den Pausamas lesen. Ein Grieche konnte weder in den Städten noch auf den Landstraßen tausend Schritte geben, ohne ein wichtiges Denkmal anzutreffen. Die Grabmaler wurden nicht, wie itzt geschieht, an Oerter gesetzt, wo niemand sich gerne verweilt, und wohin fein Mensch geht, um einen vergnügten Spatzicrgang zu thun, sondern an dieLandstraßen, wo sie niemanden unbemerkt bleiben konnten. In den Städten waren alle öffentliche Plätze, alle Spatzicr- gänge und verschiedene besonders dazu aufgeführte Gebäude, mit öffentlichen Denkmälern angefüllt; so daß ein Grieche nirgend wohin gehen konnte, da ihm nicht häufige Gelegenheiten zu sehr ernsthaften und den Geist erhöhenden Betrachtungen vorkamen. Von dergleichen edeln und zugleich sehr angenehmen Veranstaltungen sieht man gegenwärtig kaum noch hier und da einige schwache Spuren. (*) Von Denkmählern gicbt Nachricht: llllcnurs lue les ,Vlnnuineu5 pudlics cio rous los zzes, er cie coriz lez peuples . . . p. öär. l'/tbde öe bu- berlsc, kar. 1776. 8- (Eine ganz erträgliche Compilation) — — Wie sie anzugeben sind, davon handelt, unter mehrern, die ;te Abtheil. in des Abt Lau. gier Anmerkungen über die Baukunst, S. »6i d. liebcrs. Lcipz. 1768. 8. — Das ?te Kap. des sten Bds. S. 25zdcsLours st'Xrcliireät. von I. Fr. Blondel, kar. 1771. 8- -- Orr >5tc Abschn. des zten Buches im sten Th. der princ. st^ecki» cer. civ. des Militia, S. 282 d. Ucbers. LeipZ. 178-c. 8. — Von errichteten Senkmählcrn sind, un« ter mehrern, in Kupfer gestochen worden: bes Vlonumcnz eriges en ?rsn- ce, lt I'boanenr äe XV. (welcher vielleicht kein einziges verdient hat) p. Xlr. karre, kar. 1765. b. Mit Kpfr. Ucbrigcns möchte cS bcy- nahe Verwunderung erregen , wie H. S. sich über den Mangel solcher Dcnkniäh. ler, wie die Griechen sie so häufig hatten, verwundern können. Läge auch eine der Pp 4 Ursa- 600 Den Ursachen dieses Mangels nicht sehr handgreiflich in ver Verschiedenheit der Verfassungen: so würde doch der, durch Eitelkeit und Gelbsucht verdorbene, kleinliche, Geist der mehrestcn ncucrn Völker, diese Erscheinung zur Gnüge erklären. Der größte Theil derselben ist nicht gemacht, weder welche zu setzen, noch welche zu haben. Denkspruch. (Redende Künste.) Ein kurzer in der Rede beylaufig angebrachter Satz, der eine wichtige allgemeine Wahrheit enthalt. Die- lenigcn, denen lange Erfahrung und ein scharfes Nachdenken große Kennt- niß der Welt und der Menschen gegeben hat, pflegen jede vorkommende Sache gegen die ihnen beywoh- nendcn allgemeinen Begriffe und Ur- thcilc, als gegen einen Maaßstab zu halten, um dadurch entweder ihre Begriffe zu berichtigen, oder das Besondere in einen allgemeinen Gesichtspunkt zu bringen; und daher entstehen in ihren Reden diese allgemeine Anmerkungen, davon diejenigen, die wichtig genug sind, in beständigem Andenken behalten zu werden, Dcnk- sprüche gencnnct werden. Grestes findet bey seiner Zurükkunft nach Mycene seine Schwester an einen armen Landmann verhcyrathct, der sich aber gegen seine vornehme Gemahlin als ein großmüthigcr Mensch aufführet. Der Sohn des Agamemnons, von einem so edlen Verfahren gerührt, halt dieses besondere Beyspicl gegen ein allgemeines Vorurtheil, und bricht dabey in diese Worte aus: Xvenn werden Sock Sie Menschen klug genug werden, das Vorurtheil abzulegen, den Adel der Seele ans Sem austerlichen zubenrtheilcn»)? Auf diese Art entstehen die Dcnksprüche, indem man das Besondere, das man gegenwärtig vor sich hat, ge- *) Lui ip. LIech's v. Z84 ff. Den gen das Allgemeine halt, das in den Begriffen und Urtheilen der Menschen liegt. Man hat zu allen Zeiten die Denk- sprüche als einen wichtigen Theil der redenden Künste angesehen, ob sie gleich auch oft, wegen des übertriebenen Gebrauchs» in Mißcredit gekommen sind. Suctonius lobt de» Augustus, daß er den kindischen Gebrauch der Denkspruche in seiner Schreibart vermieden habe Eine Gattung der asiatischen Schreib- art, die bey den strengsten Kunstl ichtern eben nicht im besten Ansehen stehet, unterscheidet sich durch einen Ueberfluß solcher Denksprüche, die aber in dieser Art mehr witzig und zierlich, als wichtig und groß waren "). Daß die Sache könne übertrieben werden, und daß gemeine, erzwungene, blos witzige Dcnksprüche, Fleken derRede und keine Schönheiten seycn, laßt sich gar leicht begreifen. Allein dieses benimmt der Wichtigkeit der Sache nichts, und kann uns nicht hindern, über den Nutzen und den Gebrauch derselben einige Anmerkungen zu machen. D>e Hauptabsicht der schönen Künste geht aufErwckung lebhafter Vorstellungen, die dauerhafte und zugleich nützliche Eindrüke auf die Gc- müther der Menschen machen, lln-. ter diesen Vorstellungen sind ohne Zweifel diejenigen Hauptwahrheiten, die uns auf der einen Seite die wahren moralischen Verhaltnisse des Menschen richtig und deutlich abzeichnen, ans der andern Seite die richtigsten Regeln für unser Thun und ») (Zcnuz eloczuenili leerirus elt clo- ß»r>s, viczkis tcnrenrisrum iriepiiis. 0Ä. c 86. **) ^üsciemn (Zenns) i>6r>Ieicenrisc ms- xis gliam seneÄuri conccNiim. t^enc- ig suitiM Uno iunr - »nun» /e«r-»r-o. /»m er ül'xmnm, senrcnriis, ncin rzni Ziavibu? er ieveris, qrigm concirmiz er venuliis. Licceo fle Lisi. Oesror «ap. ?. Den und Lassen angeben, die nützlichsten und zugleich die wichtigsten. Eine blos speculative Kenntniß dieser Wahrheiten ist van geringem Nutzen; sie müssen dergestalt mit dem sinnlichen Gefühl verbunden werden, daß wir die Widersprüche gegen dieselben nicht als Fehler des Urtheils ansehen, sondern als Zerrüttungen der Empfindungen fühlen. Nur die Wahrheiten, die man so empfindet, haben Einfluß ausunsrc Handlungen. Also muß die Wahrheit, die der Leitfaden unscrs sittlichen Denkens und Handelns scyn soll, sich in uns, als eine Folge der Empfindungen äussern. Dieses aber geschieht nur als- denn, wenn wir lebhafte und richtige Gcmähldc, von den sittlichen Verhaltnissen der Menschen, und den mannigfaltigen Auftritten des Lebens vor Augen haben, und die darinn liegenden allgemeinen Wahrheiten, als in Beyspiclen anschauend erkennen. Nun thun Gcschichtschrciber, Redner und Dichter, wenn sie nur, wie ihr Beruf es erfodert, wahre Weisen sind, nichts anders, als daß sie uns solche Gcmählde vor Augen legen. Sollten sie aber dabcy versäumen, uns auch, wenn wir stark genug gerührt sind, die Moral derselben, oder die darinn liegenden allgemeinen Wahrheiten, in kurzen und lebhaften Denksprüchcn zugleich einzuprägen? Wie konnten sie besser, als auf diese Weise das seyn, wofür sie von den ältesten Zeiten her gehalten worden, Lehrer der Menschen? Es ist eine Erfahrung, die jeder Mensch von Nachdenken oft muß gemacht haben, daß manche Wahrheit uns lange bekannt gewesen ist, ohne merklichen Eindruk auf uns zu machen, bis wir in einem besonder» Fall dieselbe so fühlen, daß sie auf beständig, als eine immer würkcnde Kraft, in der Seele liegen bleibet. Dieses ist der Fall der wichtigen Den Kai Denksprüche, wenn sie am rechten Ort angebracht werden, und wenn das Gemahlde, dem sie gleichsam zur Aufschrift dienen, vorher recht lebhaft gezeichnet worden. Man würde sich falschlich einbilden, daß es jedem Leser konnte überlassen werden» selbst die in den Ge- mählden liegenden Lehren heraus zu ziehen; denn, nicht zu gedenken, daß nicht jeder Leser dieses zu thun im Stande ist, so dienet auch hier, wie in andern Dingen, das Bcy- spiel zu einer weit lebhaften, Vorstellung. Wir sind bey lächerlichen und traurigen Auftritten, durch das, was wir sehen und hören, vollkommen zum Lachen oder Weinen vorbereitet, und dennoch lachen oder weinen wir nicht eher, bis wir sehen, daß andre es thun, und uns gleichsam den Ton dazu angeben; und gerade so geht es auch mit der lebhaften Empfindung der Wahrheit, die ebenfalls durch das Beispiel sehr verstärkt wird. Man kann also die Denksprüche mit Grund als sehr wesentliche Vollkommenheiten der Werke redender Künste ansehen. Wenn in den ältesten Zeiten der Philosophie der den Namen eines Weisen verdiente, der einige von ihm gemachteBeobachtun- gen über das sittliche Leben der Menschen, in einen kurzen Denkspruch faßte, so wie die bekannten Sprüche der sogenannten sieben Weisen sind, wie viel mehr wird der Dichter oder Redner diesen Namen durch wichtige Denksprüche verdienen können, da er uns zugleich das Gemählde, an dem wir ihre Wahrheit auf das lebhafteste fühlen, mit lebendigen Farben vorzeichnet? Dadurch hatstüu- ripises verdient, unter den Philosophen, neben den gottlichen Sokrates gestellt zu werden. Es sind zwar nicht alle Wahrheiten gleich wichtig, doch ist jede, wenn sie nur vollkommen richtig und be- Pp ; stimmt OVZ Den stinimt ist, schatzbar: manmußdeß- wcgen nicht verlangen, daß dieDcnk- sp> üche lauter erhabene Wahrheiten einhalten sollen; denn auch die gemeinen, die in dem allgemeinen Gefühl aller Menschen mit mehr oder weniger Klarheit liegen, werden dadurch wichtig, daß sie in den Gemächern würksam werden. Wie für einen Menschen, der Brod um den Hunger zu stillen kaufen muß, das klcineste Stük von gangbarem Gelde nützlicher ist, als ein Stuk von weit großcrm Werthe, das nicht gangbar wäre, so ist es auch mit den Wahrheiten, von denen die brauchbarsten auch die besten sind. Man hat best- wegen mehr auf die gute Art, die Denksprüche anzubringen, als darauf zu sehen, daß sie etwas neues oder schwerer zu bemerkendes enthalten; denn man sagt immer etwas wichtiges, wenn man etwas wahres auf das kraftigste sagt. Eine einzige, sehr einfache Regel, ist bcynahe hinlänglich den Redner und Dichter hiebcy zu führen: wo er irgend an einer Stelle seines Werks eine Wahrheit hockst lebhaft fühlt, da sage er sie. Dieses zeiget ihm nicht nur die Stellen, wo die Denksprüche gut stehen, sondern auch der gute Ausdruk derselben wird ihm ohne Mühe bey- fallen, wenn er nur selbst lebhaft fühlt. Aber aus jeder Stelle mit Gewalt einen Denkspruch zu erzwingen , wie man mit dem Stahl Feuer aus einem Stein schlagt, ist der gerade Weg abgeschmeckt Zu werden. Die Anmerkung muß aus der Materie, wie eine Blume aus ihrer Knospe hervorbrechen, und nicht, wie etwa in solchen Blumen, die man den Kindern zum Spielzeug giebt, willkühr- lich an solchen Stellen angehängt ftyn, wo die Natur sie niemals hervorbringt. Die größte Behutsamkeit hierinn hat der epische, und noch mehr der dramatische Dichter nöthig. Der Den erste kann noch hier und da, wicwol auch überaus selten, in seiner eigenen Person sprechen, und wo er selbst also eine Wahrheit stark fühlt, sie als einen Blitz, aus der Grelle, wo sie gczeuget wird, hervorbrechen lassen; aber der dramatische Dichter läßt nur andre reden. Da ist es nicht genug, daß er selbst die Wahrheit in der Höchsten Kraft fühle, er muß, um sie anzubringen, versichert sehn, daß die Person, die er einführt, sie so gefühlt und so gesagt haben würde. Nicht nur der von Sentenzen überfließende Gcneca in seinen Trauerspielen, sondern der große Auripivcs selbst, hat dagegen oft gefehlt; Sophoclcs aber niemals. Man kann es sowol bcy den Griechen, als bei) den Romern sehen, wie bey dem Abnehmen des guten Gcschmaks, die Lust au Sentenzen immer zunimmt. Sobald man anfängt, den Zwek der Künste ans dem Gesichte zu verlieren, und mit Gewalt nur gefallen will, so bildet man sich ein, jeder Vers oder jede Periode müsse sich durch eine besondere Schönheit für sich ausnehmen, und verfällt dadurch in den kindischen Gcschmak, die Denksprüche zum Auszieren zu brauchen, und alles wird zu Sentenzen. Daher, sagt tlüuiimlianug, kommen denn die kleinen und abgeschmeckten Sprüchel- chen, die der Materie ganz fremd sind; denn wie sollte man so vielgute Denksprüche finden, als Perioden sind*)? Einige übertreiben die Sache so sehr, daß ihre ganze Rede eine Zusammensetzung von Denksprüchen ist. Nir- *) Inlls minmi corruptigus fcnliculi sc exer» rem pcriri- negue enim pollunc rem mulrse bonse tsnrenrise eile, ezugm neceKe elt mulcse ünc clsululse. Inll. I. VIII 1.5. dtsc mulrgz plerigne tenrenriss elicunc, leck omni» camgusin lemenriss. Ib. D e n Nirgend wird eine größere Vollkommenheit des Ausdruks erfodcrt, als bey den Dcnksprüchen. Kraft »nd Kürze, Klarheit und Wolklang müssen da auf das vollkommenste vereiniget scyn; weil sie ohne diese Eigenschaften die schnelle und lebhafte W irkung, die sie thun sollen, nicht haben können. Dazu hilft keine Regel: nur das wahre Genie, durch die Warme der Empfindung lebhaft gereizct, findet, ohne zu suchen, die Mittel dazu. Cicero hat die Gattungen der Denksprüche in wenig Worten sehr gut bezeichnet. Zum Unterricht müsseil sie scharfsinnig, zum Vergnügen rvikig, zu Erwckung der Empfindung ernsthaft scyn ^). Sie kommen aber nicht allemal in Form alle- gemeiner Satze oder Lehren, sondern auch alsVermahnungcn und Bestrafungen oder Warnungen vor, wie der bekannte Spruch des Virgils: chlcite iulkitism moniti nee temne- re Uivos. Es gicbt sehr viclerlcy Arten der Wendung sie anzubringen; aber es wäre unnöthig sich dabcy aufzuhalten. Eine besondere Gattung machen die lustigen Denksprüche aus, die scherzhaften Werken eine große Annehmlichkeit geben können. Jeder- man weiß, was für einen Reiz Oa Fontaine seinen scherzhaften Fabeln und Erzählungen dadurch gegeben hat; und unser (Hestert hat sich dcr^ selben auch oft sehr glüklich bedienet. Sie sind zum Scherzhaften eben so wichtig, als die andern zu Werken von ernsthaftem Inhalt, und können das Lächerliche, wie mit einem Brandmal unauslöschlich, zeichnen. Die possirliche Sentenz, die /Ca Fontaine einem Dummkopf, der glaubt 5) Zum lioccnrii scurse: (ZeieKgncst czu>is> »Iburgs: commvvencii gl-sves. Oe L>pr. Lcn Oi^c, — Lit viciolum in icnrenris, ü guici sblurMim, suc «kienum, sur »an »caium, inic subin- inlwm est. Ibiil. Des D cu 6oz die Natur tadeln zu können, in den Mund legt:; On ne clor: pninr gusncl on 2 tsnc ci eis» ic. kann uns nie beyfallen, ohne daß wir zugleich über solche Narren lachen, dergleichen der Dichter in dieser Fabel schildert. Aber wie in ernsthaften Denksprüchen nur Männer von einer gewissen Starke der Vernunft und des Genies glüklich seyn können, so gehört zu den scherzhaften eine Originallaune, die vielleicht das seltenste aller Talente ist. D e s. (Musik.) Der Name, den die Sayte Eis unsers heutigen Systems bekommt, wenn sie als die kleine Terz zu dem Ton B genommen wird. Weil in dem von uns angenommenen System der Ton B zu Cis sich verhält wie 7? Zu M, das ist, wie r zu so ist die kleine Terz B-dcs gerade um ein Comma kleiner, als die reine kleine Terz Deutlichkeit. (Schöne Künste.) AHir nennen diejenigen Gegenstände unsrcr Erkcnntniß deutlich, in denen wir das, was ihre Art oder Gattung bestimmt, klar unterscheiden können. Ein Gebäude fällt deutlich in die Augen, wenn seine besondere Beschaffenheit, wodurch wir es für eineKirchc, oder für ein Wohnhaus, oder für eine Scheune erkennen, uns klar ins Gesicht fallt. Also wird durch die Deutlichkeit jeder Gegenstand für das erkennt, was er ist, oder seyn soll, und ist allezeit etwas relatives, weil man nicht eher von der Deutlichkeit eines Gegenstandes urtheilcn kann, bis man best m>nt weiß, was er da, w man ihn sieyr, vorstellen soll. Wenn man in eine a Gemahl- oc>4 D e u Gemahlde «inen Gegenstand sähe, den man für ein Gebäude erkennte, ohne sagen zu können, was für eine besondere Gattung des Gebäudes es wäre: so konnte dieser Gegenstand, so wie er ist, deutlich oder undeutlich seyn, nachdem die Natur der Scene, zu der er gehöret, erfodert, daß er entweder als ein Gebäude überhaupt, oder als ein Gebäude einer gewissen Gattung erscheine. Dieses leitet uns auf die Bemerkung, daß in den Werken der Kunst jeder Gegenstand den Grad der Deutlichkeit haben müsse, der ihm in der Verbindung, darinn er ist, zukommt, damit er bestimmt für dasjenige erkennt werde, was er in dem Werke seyn soll. Das Gemahlde, es scy eine Historie, oder eine Landschaft, giebt das beste Bcyspiel zur Erläuterung dieser Anmerkung. In einem historischen Gemählde sind die Hauptpersonen nicht deutlich genug vorgestellt, wenn man nicht gar alles an ihnen sieht, was dienet, sie für die Personen, die sie vorstellen, zu erkennen , und sie in der Lage und Ge- müthsbeschaffenhcit, die aus der Handlung entsteht, zu sehen. Nebenpersonen können deutlich genug seyn, wenn man gleich nicht so bestimmt wahrnehmen kann, wer sie sind, und was sie fühlen: es kann so gar nach der Absicht des Mahlers schon genug seyn, wenn Personen nur in dem Grad der Deutlichkeit bezeichnet werden, daß man sieht, ob sie ankommen oder weggehen, wenn man auch sonst gar nichts bestimmtes an ihren Personen oder Handlungen sähe. So muß in einem Werk der Kunst jeder einzele Theil den Grad der Deutlichkeit haben, der hinlänglich ist, ihn so kennbar zumachen, als er in der Verbindung mit dem Ganzen seyn soll. Wenn Homer eine Schlacht beschreibt, so bringt er uns nur wenige Personen so nahe vors Gesicht, daß wir jede Stellung und D e u Bewegung derselben bestimmt sehen! er thut dieses jedesmal nur in Ansehung der Hauptpersonen; andre läßt er uns in einer größern Entfernung sehen, und begnüget sich uns überhaupt merken zu lassen, daß sie tapfer mitstreiten; noch andre aber rükt er so weit aus dem Gesichte, daß wir blos ihre Gegenwart im Streit erkennen, ohne zu bemerke» , was sie dabei) besonders thun. Also setzt er jeden in das Licht, darinn er seyn muß, um die ganze Sccne bestimmt in die Augen fallen zu lassen. So macht es auch der Redner, der nur dieHauptvorstellungcn deutlich entwikelt und bis auf einzele Begriffe klar darstellt, jede andre Vorstellung aber nur in dem Maaße ihrer Wichtigkeit in einem höhern oder geringer» Grad der Deutlichkeit zeiget. Dieses ist auch das einzige Mittel, einem aus vielen Theilen bestehenden Werk im Ganzen die gehörige Deutlichkeit zu geben; so daß in der That die Undeutlichkeit cinze- ler Thcile zur Deutlichkeit des Ganzen nothwendig wird. Eine Landschaft würde keine würklichc Gegend vorstellen, wenn nicht jeder Gegenstand nach dem Grad seiner Entfernung an Deutlichkeit abnähme; denn eben diese Abnahme an Deutlichkeit bewürkt das Gefühl der Entfernung. Und es würde ungereimt seyn, an einem in großer Entfernung liegenden Gegenstand, dessen bestimmte Art man wegen des allzugroßen Abstan- des nicht mehr erkennen kann, den Mangel der Deutlichkeit zu tadeln, da dieser Gegenstand schon dadurch deutlich genug wird, daß er sichtbar ist. Es ist also zu der Deutlichkeit deS Ganzen nothwendig, daß die Hauptsachen von den Nebensachen gehörig unterschieden, und jeder Theil des Gegenstandes in das dem Grad seiner Wichtigkeit angemessene Licht gc- Den setzt werde: weil dadurch allein das Ganze die gehörige Deutlichkeit erhält. In dccl Werken der redenden Künste, die von einiger Weitläufigkeit sind; in Erzählungen, Beschreibungen und in dem lehrenden Vortrag, entsteht die Deutlichkeit überhaupt aus der genauen Abtheilung der Gegenstande, aus der Ordnung, wie sie auf einander folgen, und aus der Ausführlichkeit, womit die Haupt- vorstellungcn bezeichnet werden; und denn noch insbesondere aus einer ge- schikten Art, das Ende einer jeden Hauptvorstellung, den Anfang der folgenden, und den Zusammenhang derselben, durch einen geschikten Aus- druk dcurlichcr zu machen. In diesem besondern Punkt eines deutlichen Vortrages können die französischen Schriftsteller als Muster angepriesen werden. Wie aber überhaupt die Marerie abzutheilen und die Theile anzuordnen seyen, damit das Ganze deutlich werde, ist höchst schwer zu sagen. Die Lehrer der Redner geben hierüber kein Licht; ihre Anmerkungen crstrekcn sich blos auf die Deutlichkeit im Ausdruk einzeler Gedanken, und hauptsachlich nur auf die, welche von der Wahl der Wörter herkommt, wobei) wenig Schwierigkeit ist. Allgemeine Betrachtungen über die Eintheilung oder Grup- pirung der Vorstellung, über die Anordnung derselben, fehlen in der Theorie der redenden Künste ganz. Und doch sind diese beyden Punkte beynahe das wichtigste, was der Redner, der dramatische und der epische Dichter wissen müssen. Die allgemeineste, aber auch wichtigste Lehre, die man ihnen hierüber geben kann, ist diese: daß sie die Anlage ihres Werks nicht eher machen, bis sie die Materie desselben völlig in ihrer Gewalt haben. Die- Den boz ses geschieht, wcnn sie dieselbe so lang und so oft überdacht haben, bis sie ihnen so gelaufig worden ist, daß sie dieselbe nnt einem Blik übersehen können. Wer einen Menschen so oft und in so vielerlei) Umstanden gesehen hat, daß er sich jedes Gesichtszuges, jeder Gebehrde und Bewegung desselben mit Leichtigkeit erinnert, dem wird es unendlich leichter, eine Beschreibung seiner Person zu machen, als wenn er ihn nur einmal gesehen harte. Und so verhält es sich nnt jedem andern Gegenstand un- srcr Vorstellungen. Wer eine Bcge- benhcir, davon er ein Zeuge gewesen ist, oft überdacht, und sich jedes Umstands dabey wieder erinnert hat, daß ihm jedes einzfte darinn, so oft er will, wieder bcyfällr, der allein kann sie mit der Deutlichkeit wieder erzählen, die nörhig ist, sie auch andern deutlich vorzustellen. Die vollständige Sammlung aller zu einer Sache gehörigen Gedanken und die völlige Besitznehmung derselben ist nicht nur die erste, sondern auch die wichtigste Verrichtung des Künstlers. Hat er dieses erhalten, so wird ihm nach Maaßgebung seiner Bcurrhei- lungskraft auch die Einkhellung und Anordnung der Sachen leicht werknn. Hat er diese, so muß er sich eben so bemühen, dieHauptvorstellungen besonders , eine nach der andern lang und vielfältig zu überdenken; denn dadurch erhält er den dritten zur Deutlichkeit nöthigcn Punkt, die Ausführlichkeit derHauplvorstcllungen. Ueberhaupt aber müssen Redner und Dichter die Werke der besten Mahler in ihrer Anordnung, in oen Gruppirungen, und in der ausführlichen Bearbeitung der Hauptgrup- pen fleißig siudiren, und sich zum Muster der allgemeinen Deutlichkeit vorstellen. Deutsche boü Deu Deutsche Schule. (Zeichnende Künste.) Abgleich an keinem Orte Deutschlands eine so betrachtliche Anzahl Mahler sich nach einem einzigen Meister gebildet, daß sie im eigentlichen Verstände den Namen einer Schule verdienten, und obgleich überhaupt die großen deutschen Mahlcr keinen ihnen cigenthümlich zukommenden Charakter haben, so pflegen doch einige Ausländer die ganze Zunft der deutschen Mahlcr, die deutsche Schule zu nennen. Zwar hat Deutschland durch alle Jahrhunderte der Mittlern Zeiten, da die Künste überall, so wie die Wissenschaften im Staube gelegen, allezeit die zeichnenden Künste fo gut als Italien getrieben: die deutschen Kayfcr und andere große Fürsten, haben ihre Schlosser nach dem Gcschmak der damaligen Zeiten nicht ohne Pracht gelassen. Die hohe Geistlichkeit suchte die Kirchen und Capellen auf das beste anszuschmükcn. Was man noch hier und da von alter Bildhauerarbeit und von Gcmahlden an Altaren und in den Choren sieht, dasSchnitz- tverk, womit die Dekel der Bücher, und die gcmahlten Anfangsbuchstaben, womit der Text derselben aus- gezieret worden, zeigen eben keinen geringem Geschmak an, als die Sachen, die zur selbigen Zeit in Italien und andern Landern verfertiget worden. Aber der Mangel der Geschichtschreiber hat auch den Untergang der Namen aller Künstler der damaligen Zeiten nach sich gezogen. Die ersten deutschen Mahler, von denen man Nachricht hat, haben gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts gelebt, von welcher Zeit an Deutschland bis auf diesen Tag ohne Unterbrechung allezeit Mahler gehabt, die sich auch bcy auswärtigen Liebhabern einen Namen gemacht haben. D e u Weil aber selten drei) oder vier deutsche Mahler von einigem Ruhme aus einer Schule entstanden sind, so kann man der deutschen Schule, die nur uneigentlich so genennt wird, keinen besondern Charakter zueignen. Was einige französische Schriftsteller von dem Charakter der deutschen Mahler sagen, ist ein Geschwatze, das ihrer Unwissenheit zuzuschreiben ist. Man trifft in den verschiedenen Werken der deutschen Mahler den Geschmak aller Schulen an; denn einige haben sich in Rom, andre in Venedig, noch andre in den Niederlanden gebildet. Viele aber haben die Regeln ihrer Kunst aus der Natur selbst geschöpft. -45- -K" Zur deutschen Schule, ob es gleich im Gründe keine eigentliche deutsche Schule girbt, werden gewöhnlich gezahlt: Albrecht Dürer (s ,52g. S. Gedächtnis der Ehre» eines der vollkommensten Künstler, A. D. nebst dessen Bildnisse von Heine. Conr. Arends, Gött. >728. 8. — G. Wolfg. Knorrs, historische Künstlerbelustigung, oder Gespräche im Reiche der Tobten, zwischen A. D. und Raphael von Urbino. Nürnb. 17Z8. 4. — D. Goltfe. Schöbers Leben, Schriften und Kunstwerke, Alb. D. Lcipz. ,1768.8. — Leben Albr. Dürers, nebst alph. Vcrz. der Orte an welchen s. Kunstw. aufbcw. werden, von Joh. Ferd. Roth, Lcipz. >791.8. u. a. m.) — Lukas Kranach (S. sein Leben von Christ in den HÄ. erutl. ee our. vom Jahre 1726. S. ZZ8-Z56. — Historischkritische Abhandlung über daS Leben und die Kunst, werke des berühmten deutschen Wählers, L. K. Hamb. 1701. 8. vergl. mitder Bibl. der schönen Wissensch. 8. 8z. — Leben des berühmten Wählers, L. C. Hamb. 17Ü2. 8. f i;,'Z. u. a. m.) -- Joh. Holdem (S. sein Leben, von Carl Patin, vor dcs Erasmus Unooin. XWnse, L-lil. 1676.4. f 1554.) — Christoph Schwarz- (s > 594)--Joh. Rvtcnhanimerd 16--4) Ad. D i a D i a So? Ad. Elzbaimcr (( 162s) Wilh. Bauer (5,640) Ca» Nctschcr (f 1684) Abrah. Mignon (1 1679) Maria Elb. Mcrian (f i?>7). Diatonisch. (Musik.) Aitit diesem Wort, das aus der griechischen Musik beibehalten worden, bezeichnet man die Tonleiter, die von dem Grundton bis ans seine Octavc durch sieben Stufen herauf steiget, von denen zwey halbe, die übrigen ganze Tone sind. Also machen die Tone L, O, L, II 0, N, c, eine diatonische Tonleiter. Alle Stufen bariun sind ganze Tone, außer den zweycn L-1J und die nur halbe Tone sind. Die Veränderung der Ordnung in den Stufen, macht keine Veränderung in dem Namen; denn die Tonleiter bleibt diatonisch, von welchem Ton man auch anfangt, so daß auch diese Reyhe lü, II (l, 15. c, a. e, eben sowol eine diatoni- schcOctavc ausmacht, als die vorhergehende. Eben so bleibet der Tonleiter dieser Name, wenn auch gleich die von den Neucrn eingeführten halben Tone darinn vorkommen, wenn nur in der ganzen Ocrave fünfStu- fcn ganze, und zwey Stufen halbe Tone ausmachen; «o daß auch folgende Tonleiter k>. L, ?is, (Z, Ll, ci-, a. diaronisch ist. Jeder Gesang, der seine Intervalle aus einer solchen Tonleiter nimmt, wird ein diatonischer Gesang genennt; und da dieses in der heutigen Musik fast allezeit geschieht, indem nur in gar wenigen Fällen andre Fortschreitungen vorkommen, so ist eigentlich unsre ganze Musik diatonisch, nur mit der Ausnahme, daß bis- tvcilcn einzcle ckromacische oder c?v- karmonische Gange darinn vorkommen. Wenn man überall nach einer gleichschwebcndcn Temperatur") singen konnte, so warederdia- tonische Gesang nur von zwcycrley Art, nämlich der harte und der Weiche, weil gar alle harte Tonleitern einander vollkommen gleich wären, so wie auch alle weiche einander gleichen würden. Nach jeder andern Temperatur aber hat jeder Grundton eine ihm eigene diatonische Leiter, die sich, wenn man auch auf kleine Abweichungen der Intervalle sehen will, von jeder andern unterscheidet »*). Indessen kommen gar alle diatonische Gesänge darinn mit einander übercin, daß keine Intervalle darinn vorkommen, die kleiner, als ein halber Ton sind, und daß der Gesang nie durch zwey hinter einander folgende halbe Tone fortschreitet. Der diatonische Gesang scheinet natürlicher und leichter zu seyn, als irgend ein andrer, der durch kleinere Intervalle fortschreitet, oder der mehrere halbe Tone hinter einander hören läßt; selbst die bloße diatonische Tonleiter giebt in der natürlichen Folge ihrer Töne sowol im Auf - als im Absteigen, schon einen leichten und guten Gesang, -i "IL ?z- ^s- welches ') S. Temperatur, ") S. Intervall, kotz D i a welches bey keiner andern Tonleiter angeht. Da man aber in der heutigen figu- rirten Musik selten lang in einein Ton bleibet, indem man den Gesang durch verschiedene Tone und Tonarten durchführet, so wird das Diatonische bei) den Ausweichungen oft unterbrochen. Nur in den Chorälen, wo keine Ausweichungen geschehen, wird der ganz reine diatonische Gesang ohne Ausnahme bcybehalten, und wird dcßwegen von Zarlino der Diatono-diatonische Gesang genennt. Die Griechen hatten in ihrer Musik auch eine diatonische Tonleiter, die aber von der heutigen etwas unterschieden ist. Das diatonische To rracliors bestehet aus drcyIntervallen, einem großen halben Ton und zwey großen ganzen Tonen, da in unsrer Tonleiter nirgend zwey große Töne aufeinander folgen. Aber auch das diatonische Tctrachord der Alten war von verschiedenen Arten, davon ptolomaus sechs angiebt; Aristoxe- uun aber zwey. Das gebräuchlichste war das, was Pcolomaus clwto- uicum llitonum nennt, dessen Intervalle waren D-K, Z, Z; die beydcn Arten des Aristopenus waren nach seiner Art die Quarte zu Heilen von folgenden Verhaltnissen: das weiche I2 l8» O i i 5^? . das harte z i. 24. 24. oder ? z 2.2.0 Von dem Ursprung oder der Erfindung der diatonischen Tonleiter ist im Artikel System gesprochen worden. -^5- (*) Zu der Atteratur dieses Artikels gehören: Oilccirk» liel Oizconicocczuz. bilc 6i l'olnmeo, von Giov. B. Donk, (s >669) und Di sc. guiils Lpecis D i ch Oisronico ll uszsse rlsgil slnrlcbi, e guali oßZI ti pi-aricbi. von cbcnd. ill.s. W. B. 1. S. Z56. Dichter. Mit diesem Manien möchten wir nicht gerne ohne Unterschied alle diejenigen beehren, welche in gebundener Rede geschrieben oder Verse gemacht haben. dlcgue eirim concluäcre vertu in Olxcrix eile szris Denn gemeine Gedanken oder Erzählungen in Versen vortragen, macht so wenig den Dichter aus, als die gemeine Sprache reden, einen Redner macht. Man muß aller Urtheils- kraft über Gegenstände des Ge- schmaks beraubet seyn, um sich einbilden zu können, daß gemeine und alltagliche Gedanken durch die Einkleidung in Verse eine schönere Rede machen, als wenn sie nach der gemeinen Art vorgetragen waren; da vielmehr das Gegentheil geschieht. Eine außerordentliche Sprache, wie die Sprache des Dichters ist, der in Versen spricht, erfodert nothwen- dig auch außerordentliche Gedanken, oder Empfindungen, aus denen man begreifen kann, warum die gemeine Art der Rede verlassen worden. Mau muß demnach den Charakter des Dichters nicht in der Kunst suchen, die Rede durch wolabgemcssene und wolklingendc Verse fortzuführen, sondern in dem Vermögen den Geist und das Gemüth durch Vorstellungen, die «inen ganz außerordentlichen Gang der Rede erfodern, zu reizen. „Die Worre und Syllaben in gewisse Gesetze zu dringen, und Verse zu schreiben, sagt Opitz, ist das allerwenigste, was in einem Poeten zu suchen ist. Er muß von 5) IIo7»r. kerm. I. 4 D i ch von sinnreichen Einfallen und Erfindungen seyn, muß ein großes unverzagtes Gemüch haben, muß hohe Sachen bey sich erdenken können, soll anders seine Rede eine Art kriegen, und von der Erde empor sieigen Eben diese Fodcrungen macht Horaz, der nur den einen Dichter nennt, InZenium cui tir, cui mens llivl- nivr scczue os tonsrul'uin Einmal die gebundene Rede, die gewohnliche Sprache der Dichter, hat etwas so außerordentliches und enthusiastisches, daß man sie die Sprache der Gotter genennt hat: deßwe- gcn sie auch eine außerordentliche Veranlassung haben muß, welche ohne Zweifel in dem Genie und Charakter des Dichters zu suchen ist. Es scheinet, daß einerley Lage des GemüthesTanz, Musik, Gesang und Poesie hervorgebracht habe. Wir werden also auf die Entdekung des poetischen Genies geleitet werben, wenn wir den wahrscheinlichen Ursprung dieser Künste vor Augen haben s). Wir werden daraus abnehmen können, wie die poetische Sprache und die Lust in abgemessenen Versen zu sprechen, und aus der Rede einen Gesang zu machen, hat entstehen können. Will man den Ursprung jener drey verschwisterten Künste begreifen, so muß man abnehmen, daß in dem Gemüth Empfindungen oder Vorstellungen vorhanden seyn, die entweder durch ihre Heftigkeit, oder durch einen sanften, aber die ganze Seele einnehmenden Zwang, oder durch ihre religiöse oder politische Große, sich des Gemüths so bemächtigen, daß es in eine heftige oder sanfte Schwarmercy geräth, in welcher die Gedanken und die Empfindungen unaufhaltbar durch die Rede ') Opitz von der deutschen Poetercy. ") I. c. s) S.Vers; Sinsen: Tanz z Musik. Erster Theil. D i ch 6vA heraus strohmen. Wer auf diese Weise von Gegenständen gerührt wird, und zugleich ein zartes Gefühl für abgemessene Bewegung hat, die in der Musik den Takt und den Rythmus ausmacht, der ist der Mensch, den die Natur zum Dichter gebildet hat. Der Grund des poetischen Genies wird also in einer ungewöhnlich starken Fühlbarkeit der Seele zu suchen seyn, die mit einer außerordentli- chen Lebhaftigkeit der Einbildungskrast begleitet ist. Die Eindrüke von Lust und Unlust sind bey dem Dichter so stark, daß er sich denselben ganz überläßt, alle seine Aufmerksamkeit aufdas, was in seinem Gemuthe vorgeht, richtet, und ihrem Ausbruch einen freyen Lauf läßt; darüber ver- gißt er die äußern Umstände, die ihn umgeben, und Gegenstande der Einbildungskraft würken eben so stark auf ihn, als wenn sie seine Sinnen rührten. Er geräth in eine Schwar- merey, die, nach Beschaffenheit der Empfindung, die sie veranlasset hat, sich entweder heftig oder sanft, fowol in dem Ton der Stimme, als in dem Strohn, der Worte, äußert. Dieses lebhafte Gefühl aber ist zugleich mit einer eben so außerordentlichen Vorstellungskraft verbunden, welche nach dem besondern Genie des Dichters verschieden ist. Er bcur- theilet alles nach der ihm eigenen Art, sieht in dem Gegenstand, der ihm interessant ist, Beziehungen und Verhältnisse, die ein gesetzter Sinn nicht würde entdekt, oder kaum würde bemerkt haben. Die Erzählungen von dem, was die Griechen vor Troja gethan hatten, machten auf Homers Gemüth so lebhafte Eindrüke, daß seine ganze Seele davon eingenommen wurde. Mit einer außerordentlichen Würksamkeit des Geistes bestrebte er sich, Bege. benheiten und Thaten, die ihn so sehr reizten, sich auf das Lebhafteste Qg vor- 6! o Dich vorzustellen, strengte seine Einbildungskraft an, die großen Manner, die den Streit führten, vor sich zu sehen, stellte sich selbst vor Troja, zog mit ihnen in den Streit, horte das Gerassel der Waffen, fühlte jeden Eindruk, den die Umstände auf jede dabey interessirte Hauptperson machten. Um jeden Eindruk desto lebhafter zu fühlen, war er itzt Achilles, dann Hcktor; redete und handelte, als wenn er itzt würklich in diese Personen wäre verwandelt worden; itzt mit Heftigkeit und Wuth, dann mit Gelassenheit. Mit gleicher Leichtigkeit wurde er itzt von dem Interesse der Griechen, dann der Trojaner beseelt. Die Gefahren oder Hoffnungen, in denen er sich jedesmal befand, reizten jede Fähigkeit seiner Seele zur äußersten Anstrengung ihrer Kräfte. Wenn er aus solchen Entzückungen wieder zu sich selbst kam, so fühlte er eine unwiderstehliche Begierde, das, was er gesehen und empfunden hatte, wieder zu erzählen, weil er in diesen Sachen eine Wichtigkeit sah, die der Große seiner Empfindungen angemessen war; er wünschte alle Stämme der Griechen vor sich zu versammeln, um ihnen alles, was er selbst gefühlt hat, mit- zuthcilen. Dieser Wunsch begeistert ihn aufs neue; und nun fangt er in dem feyeriichen enthusiastischen Ton eines Menschen, der seiner Nation die wichtigsten Dinge zu erzählen hat, an. Diese Eigenschaften, das Feuer der Einbildungskraft, die Lebhaftigkeit des Gefühls, und die unwiderstehliche Begierde, das, was man selbst so lebhaft fühlt, gegen andere zu äußern, sind die wahren Anlagen zum poetischen Genie; sie können aber auch dieAnlagenzu einer fatalen Verwirrung des Gemüths seyn, wenn sie nicht einen scharfen Verstand, eine sehr gesunde Leurtheilungskraft, und überhaupt eine hinlängliche D i ch Starre des Geistes, sich seiner selbst und der Umstände, darin» man ist, bewußt zu seyn, zur Unterstützung haben. Ohne diese Eigenschaften arten jene in bloße Ausschweifungen aus. Wie der Mahler, der durch eine natürliche Richtigkeit seines Auges und durch eine sehr lange Ucbung eine völlige Fertigkeit in der richtigen Zeichnung besitzt, mitten im heftigsten Feuer der Einbildungskrast, darum er sich selbst vergißt, keinen Pinselstreich zieht, der über die Gränzen des richtigen Umrisses heraustritt, so verläßt auch den guten Dichter das richtige Urtheil niemals, obgleich die Lebhaftigkeit des Gefühls das Nachdenken zu unterdrücken scheint. Er ist so sehr gewohnt richtig zu urthei- len, an jedem Ort und bcy jeder Gelegenheit das zn sagen, was sich schürt, jeden Gegenstand in Beziehungen, die eine gesunde Vernunft bestimmt, zu sehen, daß ihn auch denn, wenn er außer sich ist, die Vernunft nicht verläßt. Also könnte man in wenig Worten sagen, der große Dichter sey ein Mensch von starker und weit ausgebreiteter Beurtheilungskrast, von feinen: Geschmak, von sehr lebhafter Einbildungskraft und starken Empfindungen. DieungleicheMischung, und die durch vielerlei) Grade verän- dcrte Verhältnisse dieser Eigenschaften, machen nebst dem Temperament die Verschiedenheit des dichterischen Genies aus- Anakreon ist in seiner Art so gut ein Dichter, als Homer: aber des Tejers Seele wird nur von Gegenständen einer sanften Wollust gereizt; sie zünden darin» ein Feuer an, das eine helle Flamme giebt, die sanft wärmt, ohne zu brennen. Von dieser Wollust trunken schwärmet er mit feinem Geschmak, wie eine Biene auf den bluhmichten Scenen seiner leichten Einbildungskraft herum, um überall Honig zu saugen: und indem er diese angenehme Trunkenheit D i ch kenheit fühlt, wünscht er, der ganzen Welt sein Gefühl mitzuthcilen. Der Sänger des Achilles wird vornehmlich von großen Gegenständen gerührt. Cr sieht alles in Beziehung auf starke, männliche Tugend, weil er selbst einen hohen Geist hat, mit patriotischem Eiser, mit kriegerischem Much und mitBegierde zu jeder großen und merkwürdigen Unternehmung angefüllt: da er die Menschen immer von der Seite ihrer größten Stärke ansieht, so geräch er bep jedem wichtigen Unternehmen in ein starkes Feuer; sieht alles auf der ernsthaftesten, oder kühnesten, und wichtigsten Seite an; wird selbst ein Held, ein Patriot, ein Staatsmann. Mit diesen großen Empfindungen und mit dieser starken Würksamkeit verbindet er einen durchdringenden Verstand, einen unerschöpflichen Reichthum, die eigentlichen Mittel, zum Zwek zu gelangen, auszusuchen, eine lebhaste und mit solchem Genie verbundene Einbildungskraft, daß er jede sinnliche Ecene, mit den lebhaftesten Farben, mit Lieblichkeit oder Große, als ein wahres Gemahlde sichtbar darstellt. Also zeiget er das dichterische Genie in seiner höchsten Größe. Mit; diesen Talenten kann ein Mensch sich selbst zum Propheten, zum Lehrmeister und Wohlthärer seiner Nation, und so gar aller gesitteten Nationen machen; denn unter allen Menschen von Genie ist es keinem so leicht, sich um das menschliche Geschlecht verdient zu machen, als dem Dichter. Seine lebhafte Phantasie giebt jedem Gegenstand einen unwiderstehlichen Reiz; die Schärfe seiner Beurtheilungskraft und die Stärke seiner Empfindungen, die er auf das nachdrüklichste äußert, überzeugen den Verstand, und reißen das Herz unaufhaltbar fort. Ihm stehen mancherley Wege offen, in dasInnere der Seele zudrin- D i ch 611 gen, nachdem es die Umstände mit sich bringen; die Epopee, das Drama, die Ode, das Lied und manche andre Gestalt, in die er seine Materie einkleiden kann. Was irgend zum Nutzen der Menschen entdekt oder gesagt worden; Wahrheiten, Lebensregeln, Muster der Sitten, der Tugenden, großer Thaten: dieses alles legt er würksam in den Geist und die Gemüther. Noch nirgend sind die Menschen weder so verständig, noch so gut, noch so gesittet, als sie es scyn konnten. Also stehen dem Dichter noch überall'Wege offen, sich um sie verdient zu machen. Wer aber dieses Verdienst erlangen will, der muß auch jene große Talente, von denen vorher gesprochen worden, auf die edelste Weise anwenden. Er muß sie als Mittel brauchen, nützlich auf die Gemüther der Menschen zu würken. Der liebliche Klang der Worte, die angenehmen Bilder der Phantasie, die lebhafte Rührung der Empfindung müssen angewendet werden, die Menschen mit sanfter Gewalt zurTugend zu lenken, ihnen jede Pflicht süß zu machen, sie von ihrem wahren Interesse zu überzeugen, die unvermeidlichen Schläge des Schiksals zu erleichtern, die Bitterkeit des Kummers zu versüßen, die Leidenschaften zu zahmen, die Bögierde nach wahrem Ruhm anzufachen. Wie Orpheus, mache er wildeMenschcn zahm; wie Thalcs, bringe er die Bürger zur Eintracht und zum willigen Gehorsam der Gesetze; wieT^rräus, mache er sie gegen die Feinde des Staats unüberwindlich, und gewinne Schlach. ten durch seine Gesänge; wie-Homer, werde er der vertraute Lehrer des Staatsmanns, des Helden und jedes Privatmannes. Dieses sind dieWe- ge zur Ehrenkrone für Dichter. Wer sich aber begnüget, seine poetischen Talente blos anzuwenden, un- frer Phantasie lachende und tanzende Qq 2 Bilder Si» Dich Bilder vorzuwählen; Vorstellungen, die uns keine Pflicht erleichtern, mit Reiz zu bekleiden; den wollen wir zwar als einen guten Gesellschafter freundschaftlich unter uns beherbergen, und wie eine Nachtigall, deren Gesang uns belustiget, ernähren: aber unser Vertrauter soll er nie werden. Wir werden seinen Gesang niit Vergnügen hören, aber einander ins Ohr sagen, daß es kaum der Mühe Werth ist, eine so außerordentliche Sprache anzunehmen, in Entzükung, undsso gar in eine Art Raserei) zu gerathcn, blos um andre zu ergötzen; wir werden eine Vergleichung zwischen ihm und dem Solon anstellen, der vor seinen Bürgern auch als ein Schwärmer in einer Art Raserey erscheinet, und ihnen eine Elegie vorsingt, dabey aber die große Absicht hat und auch erreicht, ihnen heilsame und sehr wichtige Entschlüsse beizubringen *). Wir wollen ihin sagen, daß auch Werke von großem und ernsthaftem Inhalt, von der Seite der Annehmlichkeit betrachtet, große Vorzüge haben können; daß der lehrreiche-Homer, gulä lir pulcllrum, gulll rurpe, guiel urile, guiei non, ?Ieniu5 sc meliu5 Lbrylippo ec Li'sncoi-e llicic reizende Annehmlichkeiten zur Ergötzung der Einbildungskraft habe f). Wenn wir blos angcnehmenDich- tern einen ehrenhaften Platz unter wolgesitteten und verstandigen Menschen gerne gönnen; so erstrekt sich dieses nicht auf diejenigen, die uns *) S. Plutarch im Solon. Nor. Lpilt. i. s) NZ xrsnel' vbliZs^ieme I'gm'mv mio s gusl posrs, s gnel eiipimore, il gusle cvl srre tu» mi conäuce s rim» rnirsr, ce»ne con xli vcctii propri, I» ksmots cscilirs >Zi rl'iojs, le proclsTss et'^cliille, o el'Lncs, e tenri mar»» vizlioli ^iri el'Olills rsminzo teil mare. ^tursrori gell» xerkscr» xvelis i.ib. l. csx. 14. Di ch mit eben so uilwitzig als unsittlichen Gesängen, gleich Fröschen, die aus Sümpfen quaxen, beschwerlich fallen. Die Fahl solcher Undichter ist so groß, daß sie die Poesie überhaupt in die Gefahr setzen, als etwas verächtliches angesehen zu werden; sie sind es, die der edelsten aller edeln Künste die schweren Vorwürfe zugezogen haben, darüber Gpin klagt, und die noch itzt diese göttliche Kunst drüken. Der Vater der deutschen Dichter sagt, daß einige „aus der Poeterey, ich weiß nicht, was für ein geringes Wesen machen, und sie wo nicht gar verwerfen , doch nicht sonderlich achten, auch wo! vorgeben, man wisse einen Poeten in öffentlichen Acmtern wenig, oder gar nicht zu gebrauchen, weil er sich in dieser angenehmen Thorheit und ruhigen Wollust so vertiefe, daß er die andern Künste und Wissenschaften, von welchen man rechten Nutz und Ehre schöpfen kann, gemeiniglich hintanfetze. Ja wenn sie einen gar verächtlich haben wollen, so nennen sie ihn einen Poeten: WicdemLrasmoRoteroSamo von groben Leuten geschehen - - - Sie wissen ferner viel von ihren Lügen, ärgerlichen Schriften und Leben zu sagen, und erinnern, es sey keiner ein guter Poet, er müsse denn zugleich ein böser Mensch seyn H." Diese Vorwürfe scheinen einen groben Unverstand, oder tollkühne *), Opitz von der deutschen Poeterey im III. Ca». Die Klagen, die der Jesuit Slrada über den Mißbrauch der Poesie zu seiner Zeit lühre:, sind auch ikt nicht einzeilig. ^eZsc» elekormi» sc toeela esmiiniim porcsnca noltrs lissc seras vieler; »cleo poltrsmi czuiezus pascai um luciilemi lluunclisuciiimgus eis t'sece, eic lsciÄuni poerse «lim no- meee riniiäe jom a bonis Wurps cur, peciricle eznzli ironslto inzemiogue vi» ro poeczin lzlucsri convicic» sc ilelio» neltsmemo lir. Zcrzela vrolull eVc»lt. I..l. prol. z. D i ch kühne Schmähsucht zum Grund zu haben, sobald man sich erinnert, daß ^omcr, Sophokles, Euripides und Manner von dieser Art, Dichter gewesen sind; aber was für eine große Liste von alten und neuen Dichtern konnte man nicht geben, auf die diese Beschuldigung mit Recht kann gelegt werden? Man kann sowol zur Beschimpfung der schlechten, als zur Ehrenrettung der guten Dichter, nichts nachdrüklichers anführen, als die folgenden Worte eines der feine- sien Kenner *). „Ich muß gestehen," sagt er, „daß schwerlich eine abgc- schmaktere Gattung Menschen irgend wo zu finden ist, als die, denen man in den neuer» Zeiten, wegen einiger Fertigkeit woltöncnd zu sprechen, wegen eines unüberlegten ab- gcschmakten Witzes, und einiger Einbildungskraft, den Namen der Dichter gegeben hat. Der Mann, der den Namen eines Dichters wahrhaftig und in dem eigentlichen Sinn verdienet, der, als ein wahrer Künstler oder Baumeister in dieser Art, so wol Menschen als Sitten schildern, der einer Handlung ihre gehörige Form und ihre Verhaltnisse geben kann, ist, wo ich nicht irre, ein ganz andres Geschöpf. Denn ein solcher Dichter ist in der That ein andrer Schöpfer, ein wahrer Prometheus unter Jupiter. Gleich jenem obersten Künstler oder der allgemeinen bildenden Natur, formet er ein Games, wol zusammenhangend, und in sich selbst wol abgemessen, mit richtiger Anordnung und Zusam- mcnfügung seiner Theile. Er bezeichnet das Gebiets) jeder Leidenschaft, und kennet genau jeder derselben Ton und Maaß, wodurch er sie mit Richtigkeit schildert; er zeichnet das Erhabene der Empfindungen und der Handlung, und unterscheidet das Schöne von dem Häßlichen, das *) S.Sbetkcsbiiry tVövice co »n^utkor ksrc.I. SeÄ. z. D i ch 6iz Liebenswürdige von dem Verächt- lichen. Der sittliche Künstler, der auf diese Weise dem Schöpfer nachahmen kann, und eine solche Kennt, niß der innern Gestalt und des Baues seiner Mitgcschöpfe hat, wird, wie ich denke, schwerlich sich selbst miß- kenncn, oder über diejenigen Verhaltnisse unwissend seyn, die dieHar- moinc der Seele ausmachen; denn eine niedertrachtige Sinnesart macht die eigentliche Dissonanz und Disproportion ans. Und obgleich nichtswürdige Menschen auch ihren hohen Ton und natürliche Fähigkeit zu handeln haben können: so ist es doch nicht möglich, daß richtige Ur- theilskraft und sittliches Gefühl sich da finden sollten, wo Harmonie und Redlichkeit mangeln." Es ist zu wünschen, daß diejenigen, die das Richteramt im Reich des Gcschniaks auf sich genommen haben, die Dichter öfterer und ernstlicher, als sie es thun, an die Würde ihres Berufs erinnern. Gar zu oft loben sie den feinen Witz, den fließenden und angenehmen Ausdruk, ohne darauf zu sehen, ob diese, an sich zwar angenehme und nvthige Theile der poetischen Kunst, auf eine Ma- terie, angewendet worden, die Menschen, denen es nicht blos um angenehmen Zeitvertreib, oder um unbestimmte und leicht wieder vorübergehende Aufwallungen der Empfindung zu thun ist, interessant seyn können. Es gehört wahrlich viel dazu, dem feinestcn und verständigsten Theil einer Nation etwas zusagen, das auf seine Art zu denken und zu handeln vortheilhaften Einfluß habe. Der Dichter, der sich eines solchen Erfolges schmeicheln will, muß nothwendig über Menschen, Sitten, Handlungen und Geschäfte, entweder scharfer und richtiger gedacht haben, als die, für welche er schreibt; oder er muß wenigstens, wenn er sie darinn nicht übertrifft, O.q Z dem, 6l4 D i ch D i ch dem, was sie schon wissen und denken, in ihren Gemüthem einen hohen, Grad der Lebhaftigkeit und Würksamkeit zu geben wissen, wenn sie anders auf seinen Gesang hsren sollen. Dazu gehören nicht blos Talente, wenn sie auch mit jeder zum Ausdruk nothigen Fertigkeit verbunden sind; nur eine große Kenntniß des menschlichen Herzens, eine scharfsinnige Beobachtung der Sitten, ein feines und richtiges Gefühl des Guten, und eine gesunde Bcurtheilungs- kraft des Wahren und Falschen in den Maaßregeln des gemeinen und öffentlichen Lebens, mit jenen zur Kunst gehörigen Talenten und Fertigkeiten verbunden,, machen einen Dichter aus, der gerechten Anspruch auf die Hochachtung seiner Nation machen kann. -5- -s- Wie die Dichter zu lesen, oder bcy der Erziehung zu gebrauchen sind, darüber hat Plutarch eine eigene Abhandlung geschrieben, Oper. B. s. S. 14. lercfr. 16 -0. f. Einzeln hcrausg. unter Niehl rern von Pottcr, Oxon. 169z. 8. Von I- T. Krebs, O!pf. 1746. z. Deutsch, von O. Hcvde, bep s. Pcrsius, Leipz. -7Z«. 8- Von dem, was der Dichter se/n und wissen soll, handeln, unter niehrern, folgende Schriften: II Oe- ckslionc, ovvcro ckel lloeca, Oisi. von Scip. Ammirato, im zten B. f. Opuicoii, ?ir. 1590. 4, — De Is eruckicivn pverics por Ouis Lsrrillo zc Lolomsjor, Kssck. 1611. 4. — Oel proprio eck ulrimsto iine ckel Overs, cki kubl. Oonrsno, Lerg. 161z. 4. ---- Oe kloribus I'versr, zwey Lissertat. von Com. Biet. Koch, Hclmst. 1701. 4. — In Marmontels Dichtkunst, das ote und zte Kap. Oes rslcns cku Ooere und Oes erucles cku lloere. — In dem I^ouvcl Lllsi für l 'srr ckrsmsrigue, 4mll. 177z. L. das i6te und >7tc Kap. Oes erucles clu lloere; das >8te Ou ck.inger cke cer- rsinrs foeieces pour le poere; das iIft Oilsiculres ö vsincre; das Site Oes ickeez cku poece (vorzüglich Mit Rücksicht auf den dramat. Dichter.) — In den neuen Critischcn Briefen, Zür. 1749 und 176z. 8. der zweyte, von der moralischen Sinnesart des Dichters. — — Auch gehören im Ganze» noch hieher, Lcnsrius, f. Order cle legibus er Ii- ccnris vcrer. Oocrsr. TZuäb. Lkr. Ws» fe, Oxon. 1687.4.— Limonickes, f. Oe 1'deologis lloersr. . . TZuft. Lkr. Ol. 8ckmick, Oipf. 1767. 4. — Ferner, das i-tc und iftc Kap. aus des touis Racine ftestex. für ls ?c>elie, ?sr. 1747. >!. 8i ies Kluses reirclenr deurcux ceux gui s'srrsckenr 5 elles, und Oes lousngez ckes ?oeres, (das letztere sehr lehrreich für manche unsrcr neuem deutschen , so selbstgescllligen, Dichter) — so wie ein Aufsatz im itcn B. des Gothaischen Magazincs, 1776. 8. Von dem geringen Glück der deutschen Dichter. ----- Pct. Joh. W. Münnich, lieber den Werth der Dichter, Quedl. ,-770. 8. — — Klein, ou l'on cxsminc, s'il eil vrsi «zuc I on s eu rou^ours cle bons ?oe» res svsnc ck'svoir cle dons protsrcurs, p. Klr.'Odiedsulr, in den >louv. klem» cle IKZcsck. cle Lerlin pour l'snnee 1766, — -— Aebensbesthreibungcn und L?ach- rickaren von Dichtern aller Feit und aller Volker : loa. llet. Ooricdii Ridliocd. poerics, in czus non ran» tum "Odrscise er Lraecisc, leck erism Irslise, kckifpsnise, Qermsnise, Lei» gii, Lsllise, TZnglisc, Olungsrisc, Osnise, l?oloniso> Lodemise ecc. koerse celebriores lingulis l'crralli» cdis linguti reccnlencur, uns sckckirs, velur it. oompenckio, eorunckem virs, nsrslidus, er ckiedus emorruslidus, Orcfc. 1625-1628. g. 4TH. " Odesrr. kocrsr. or a complesc collcätion vk tde lloecs, cfpecisil^ rdc moft eminent oh sll sgcs .... reird lomc od» fcrvsr. snck retlcx. upvn man/ of rdem, dz' llckcv. kdilipps, Oonck. 1675. 12.1680. 12. ^-» ^sugcmens ckes 8s- vsns, für lcs xrincipsux ouvrsgcs ckes D i ch D i ch 615 lies sureurx p. Nr. (^stcicn) Lsillcc, Ainss. >68;. i:. 4 Bde. Mit Zusätzen und Verbesserungen von Monnoye, nebst dem ^nci-Laillec des Menage, und dem Werke des Gibcrt über die Redner, cbend. 1725. 4. und >z. z Bde. oder die letztere in 17 Th. — Biographie der Dichter, von Chrstn. Heinr. Schmid, Lcipz. >769. 1770. 8, 2 B. — Von griccliischen Dichtern allein: Ausser den einzeln, von ältcrn und neuer» Schriftstellern abgefaßten, und bcy den Werken dieser Dichter, befindlichen Lebensbeschreibungen derselben; und ausser dem, was in I. lh hskricii LiKI.Vrse- cs — in Vorcl. Lkr. kstarlcs Inrro- stuöbio in lssiss. hinßune gi»ecse (S. den Art. Alten, S. >-z.») u. d. W. m. bcygcbracht worden ist, sind folgende Sammlungen mir davon bekannt: Viex ste czuclguex »nc. Loecex ßrecx> von Tanaquil Le Fevrc, ?zr. 1655. >s- mit Anmerk. von Rcland, Amst. 1700. 12. im 2ten Bde. d^r Nemoires ste Vierers- lurc des Salcngre und Lsxle 1776. >2. bat. im loten Bde. S. 740 des Gronvv- schcn Thesaurus. — Issoria ste' Loch grcci, e sti gue' cke in ßreca lingus hsn pnccoco, st» hör. Lrassi, Issz;>. 1678. k. — hivcx orist ckzrzbberx ob rke »ric. "rccl Loerx ky L>t. Kenner, honst. 1697. 8. — Viex stex Loercx xe. von Jean D. Millct. — — OaS Capitel, DeLocrix Vrsec. in D. G. Mvr- Hofs Lol^-Kissor, (hib.VIl. 2) enthält mchc litterarischc, als biographische Nachrichten. — — Von griechischen und römischen Lichtern zugleich: Kiiss. Loer,r. r»m gr»cc. quain lorinor. visl. X. lcriph Vrc^. L^rslstux, L»l>l. 1545. z. und im 2ten Bde. s. W. Los. 15 8 . 4. Lrckc. i6gz. 4. Nick. hilir^ü 8pec, T^na- lebt. ,st VI. Lorrickil vilsserr. cle Loer. hi^L. 1696. 4. (hat sich aber nicht blvs auf gr. und lat. Dichter eingeschränkt) — Die, in Bayle'S Wörterbuch befindlichen Artikel von gr. und röm. Schriftstellern, sind, einzeln. Deutsch, Lübck 1780. «. erschienen. — Abrei-e stcx Vicx tlez Locrcs, bstiss. er vr»r. Vr. er Dar. gu'on voic orstinairemenr st»nx lex colleZcz, p. Nr. kourrc, ?»r. 1707. g. — lstissor. »rist cricical accounr ot rke moll eminent clstlic surkorx, in?oe> rr^ snci kstiss. b)' klstw. NancvsrinA, honst. <787. 8- öioArspkiz classi- cs, vr rke iivex snst cksrsctcrx ob all rke classic ourkors, honst. >740. g. 2B. ,759. 8. 2 B. Deutsch, durch Mur- sinna, Halle>767. 8. sB. — G. Chrstn. Hambcrgcrs zuverläßige Nachrichten von den vornehmsten Schriftstellern, vom Ans. der Welt, bis auf das Jahr 1500. Lein« go 1756-1764. 8. 4 Th.— LedcnSbcschr. der vornehmsten, gr. lznd röm. classischen Schriftsteller, Verl. ,76z. 8. — Kleine Biographien der Alten, Berl. 1775.8. — Auch finden sich Lebcnsbeschr. von griechischen, lateinischen und französischen Dichtern, in dem 8tcn-,2tcn Bande dcrlstilb. ste l'ebnrir kumsin, vom Sabalier, Lar. 1766 u. f. 8. — — Von römischen Dichtern allein: Ausser den Nachrichten in I. St. Lakricii Likl. larina -- in Gottfr. Ephr. Müllers histvr. krit. Einleitung zu nöthigcr Kenntniß ... der alten lateinischen Schriftsteller, OrcSd. 1747-1751. 8. ;TH. in Vorcl. Ckr. bstsrlex InrrostuÄio in hlillor, linA. lsr. Lrem. 1764 und 1772. 8. u. d.W. m. und de», dem Eue. toniuS zugeschriebenen, bev s. Cäsaren gewöhnlich befindlichen, so wie den einzeln Ausgaben verschiedener dieser Dichter vorgesetzten Lebensbeschreibungen derselben, sind folgende Sammlungen davon vorhanden: Ler. Vriniri, ste Locrix Isrinix, hik. V. Llor. 1505. 5. und in s. Vpux» cul. huZst. i ;6i. 12. S.6>z. — vssp. 8zg!rrsrii Lommenr. ste vir» ert'cripli» hivii Anstronici, bstsevi!, Lnnü, vae- cilü Lcacii, Locuvii, /^crii, /^rrilii, hucilii, ^5>»nü, N. L. Vsronix, Eilend. 1672. 8. hivcx ok rke Lo- Qq 4 m,n 6,6 Dich D i ch m»n?»eks, l.on6. »726 und 175z. 8. a B. vra Lud. CrusiuS; Deutsch durch Chrstn. Hcinr. Schmid, Halle 1777. 8. 2 B. — Lonnoiikance 6ss ?ueres la» rin« les plus celebrcs, p. ^ir. ^Iler?, k»r. 1756. 12. 2B. — Vies 6es ?oe- r«, larins» von Jcan B. Mistet. In D. G. Marhofs kolz-Kissor wird, im iittn « >4tcn Kap. des 4tcn Buches, von den römischen Dichtern, aber mehr litter. als historisch gehandelt. Von lateinischen Lichter» aus den mittleren Zeiten: kolzc. kcikeri klillor. ?oer»r. et koemar. meciii »evii, clc- rem pull snnum » n»r» LkriiloLLklL Sacculor. . . . lial. 1721. 8- kil. (-reg. Lz-rsI6i, 6e koeris kuor. rem- por. vi»I. II. klar. 1551. g. und im «tcn B. s. W. (S. 552 der Ausg. von 1696.) Auch handelt das zte Kap. des?tcn Buches von O. G. Morhoss Polyhistor, aber mehr litterarisch, als hi, storisch, von ihnen. Von den sicilianiscben Dichtern: De koer! Liciliani I-idr. I. 6! Liov. Vcnrimiglis, nel gusle II cr»rr» 6e' knet! loucolici, 0 lielk orilhne e pro» xrelko 6eIIii poeii», iiell'Ikol» cii Sic!» l>», dlzp. 166z. 4. (S. Übrigens den Art. Hirtengedicht.) Von italienischen Dichtern: Ausser den Nachrichten in den allgemeinen biographischen Werken, als dem kesno li'uomin! lcrrerari, von Girol. Ghilitti, Xlil. 1640. 8. Vin. 1647. 4- 2 Th. —- In den Llogi 6'uom!r>> lcccerar! des Lor. Crasso, Vin. ,666-1663. 4. 2Th. In der l-ilil. dstzpoleran» >li hlic. ?oppi, Klap. 1678. 5. verbunden mit den Hllclizione cop. cli hion. Zssicoäe- mo »IIa Lilil. llel Voppi, lV»p. >68z.k. In den Scrirrori ll'lrsl!» . , . llel L. (-!ov. Vl»r. öä»22ucliell!, Lrekc. 175z.176z .k- 6B. — In den Vies 6es liommcs er kemmcs illuilres il'lrz» lie, äepuis le rersblilkemenc ilcs Sciences er lies beaux /Zrcs, ?»r. 1767. 12. 2 B. von San Severin», Deutsch, unter dem Titel, Italienische Biographie, keipz. >769 - ,770. 8. » B. — In den klo^I üdomin! illulir! des Anges. !?e< broni, ?!k. 1786. «. 2 B. und dem ähnlichen, lateinischen und größer» Werke ebendesselben, u.d .M. —-ausser diesen, sind nur die Leben der Arcadiec in Sammlungen gebracht worden, wovon der Art. Arcaoia Auskunst giebt. — Und von den dramatischen Dichtern der Italiener finden sich kurze Nachrichten in der Libl. re»rr»I, Ic»l. cli 8!^n. Oceav. Oiolizri, I.uc. ,762-1766. Z, ,2 Bde. und in dem skliearre 6'Ittlie, p. ^lr. Leclors, kor. 1758 U. f. 12. 15 Bde.— — Von spanischen Dichtern: Ausser den Nachrichten in des Nie. Antonio I-!l>Iiorli. klikp. vecus, lt. 1696. k. 2 B. und cbcnd. Libl. Ilikp. nov», ebcnd. 1672, k. 2 B. finden sich deren noch, von einigen Dichter», in Andr. Schottels klikp. Lid!, krckr. 1608. 4. z Th. und in dem, vorher bereits angeführten Baillet, und in dem folgenden Werke des Niecron; sowie in der Uibliocli. Vslenrin» des Jos. Ro- driguez, V»I. 1747. k. und in dcnlikcr!- rores ilel kle^no cle Valencia . . lies- lle ei »nn» I2Z8- . . . hall» el 601747. p»r Vinc. Ximen», V»I. 1747. k. 2 Bdc. — Etwas umständlichere Nachr. von verschiedenen, enthält der ?»rn, hkpan. lclacl. 1768- 1779. 8. 9 B. Von portugiesischen Dichtern enthalten Nachrichten: klag!» 6e koerss hulironss . . . por )sc. (loräeiro, l.isl>. 16Z1.4. — I,»urus karnzike» . . . von Ant. Figucira Duram, I/Iyssip. i6z5. 8- (bcydcs Gedichte) — kiuropa korruguek» por öä»n. 6e keri» z? Souk», hisb. 1630. k. z Bdc. — L!bl. hufir. Hiilor. Lrir. e (lron. . . . por Diez» Lsrbok» Xäacliaäo, l.isd. 1741 -17za.k. z B. — Auch sind die berühmtesten portugiesischen Dichter noch von Ant. doS Neys, in einem, bcy s. Lpigr. 1-ib. V. kisb. 1728. 4. befindlichen, lateinischen Gedichte, knrkuk. poer. genannt, besungen — und in dem 2ten St. der Olla Potrida vom I. 1779. S. 246 handelt ein Aufs, von den portugiesischen Dichtern. — Von franzosischen Dichtern, und zwar von den Troudavonrs ; Vics stes plus D i ch D i ch plus celebres er anc. pocrcz grovcn» leaux . . . p. ZZottraäamus, Oyon ,575. 12. Jtal. durch Giov. Giudice, ebend. 1575. i2. und mit Verbesserungen und Zus. durch Crescimbeni, als der -te B. s. Lommenr. inrorno »II» 8roria «Zella volgar poetta, II. 17 10. 4. UNd bey den folgenden Ausg. dieses Werkes; einzeln, cbcnd. >7-2. 4. (Daß das Werk sehr fabelhaft ist, wird allgemein eingeräumt; allein es wird dem ungeachtet noch von den französischen Litteratorcn, beson» derS bey der Geschichte des Drama, als Autorität gebraucht.)— tZitt.Iirrer.6e5 Vroubaclours, par. 1774. 12. Z B. Auch finden sich noch Nachrichten von verschiedenen in der IZitt. «Ze Is Provence, von Cef. Nostradamus, Lyon -yig.tt. und in der IZitt. gen. äe Provence . . . par. 1777-1784. 4. Z V. im -tcn B. S. Z8>. und im zten S. 4Z7. Von eigentlicl? franxösiscken Dichtern: Ausser den allgemeinen biographischen Werken: als: Oes kommes illuttrcs czui vnr psru en prance penäanr unttecle . . . p. Lk. perraulc, par. 1696. >7°o. 5. 2 B. mit K. 1701. 8. 2 B. — klein, pour lervir d l Kitt. «Zez kommes illuttres ttsns la republiczue 6es Zerr- res, von Jean P. Niecron, par. >7Z°- 1748. ,2. 4z Th. in 42 V. wovon die erster» 24 deutsch, durch Sig. I. Baumgarten, Fr. Eberh. Rambach und Chr. Dav. Jani, Halle 1749-1777. 8. erschienen sind. — Vies 6cs kominez illu- ttres äe In prance, par. 17Z6 U. f. 12. 26 Bde. von Castr. d'Aubigny, Gabr. Louis Pcrau und Turpin, finden sich dergleichen Lebensbeschreibungen vorzüglich, in dem Vableau kittoriguc ttes gens 6e Icrrrcs ou Abrege ckronol. er crir. — und ganz eigentlich liefern dergleichen, der 9K und f. Bände der Likl. branc. ou IZitt. 6e la Oirrcrac. branc. p. I'äkke (Houscr, par. 1710-1756. 12. 18 B. IZsve 1741- 1756. 12. izBdc. — Oebcriprion 6u parnatte branc. p. KZr. Zbiron 6u IN» ler, p-r. 1726. 12. verbunden mit dem parnatte branc. von cbend. par. 17? 2- 1755. I. z B. Mit K. Pringles s>oe- ric^ues» ou Z^lmanac 6es KZubes, 6e- puis I'originc 6e la poctts branc. p. 1776 u. f. zgBdc. 12. — Und von den dramatischen Dichtern finden sich dergleichen noch in verschiedenen, bey dem Art. Drama angezeigten Schriften. Von englischen Dichtern: Ausser den allgemeinen biographischen Werken, als Liogr. Lrirannica, or rke Oives ob rke mott emincnc perbons, rvkokave ttoritkett in Lrear Lrirain antt Ire- Isnä, Oonä. 1747 - 1760. k. 6 B. Deutsch, durch Baumgartcn und Seniler, Halle 1754 -1770. 8. 10 Th. Das Original sehr vcrm. durch Andr.Kippis, Oontt, ,778 u. f. I. bis jetzt 4 Bde. — Vke kricribk plurarck, Oontt. 1762. 12. 12 B. Deutsch, Füll. 1764 u. f. 8- 6B. — Iliograpkicsl Oiblionary, 0, 1762- 1766. Z. 12 Bde. — kiogrsxkical Kittor/ ob Onglsnä Irom Iigkerr rke Lresr, ttorvn ro rke revolurion, b/ ^s. Oranger, Oonä. 1769.1774. 4. Mit Jnnbcgriff des Supplements 5 Th. ebcnd. 1776.8.4 Th. — Liograpkia lircraria, bzr Lcrlcenkvur, I-ontt. 1777.4. — ausser diesen sind von dergleichen Lebensbeschreibungen folgende Sammlungen vorhanden : l-ives ob rke mott bamous englitk pocrs . . . brom rke rime ob I<> William rke Oongueror ro rke reign ob Ib. ^amcs ll. K7 W. Winttanle^, H.on6. >687. L. — ^Zomus rriumpkans. Ooncl. 1687. 4. Eben dieses Weck, unter dem Titel: ^ nerv Lsralogue ob engl. Plays, l -onä. 1688. 4- und endlich mit der Aufschrift: ^ccounr ob rke Q» Tervac. »nä rem. on che tives anckevri» rinZs vT all rkoTe rksr lcavc publiTkck eirker Lvmeäics» TTra^eä. ecc. in che LngliTH rvnxue, Lcr. I.zvAbainc, OxT. ,691. 8> Fortges. lind erweitert unter dcm Titel: Vhe poecical reZiller: «r rke Tüvez anst chaczdlcrs vT »II che cuAliTK ?vecs cvick an sccounr vT rhcir cviirivAs, b/O. .s. (Qiles sa- cvd) I^onä.^719. 8. 2B. — ^ com- plcac llacaloZuc vT all che IZngliTH Tocrs, b)? Lk. Gilston, I.ou3.1720. 8. Eben dasselbe, vermehrt, unter der Aufschrift! Hiüor. accounc vT che livez snck cvririnZs vT rke eminent en?I!TH pvecs, cvhechcr tieroic, epic, l/ric, clegfisc ecc. Tonä.i7zz. 8- »B. MitK. — The hsuTes I.ihcar/, or s Lecies vT englith Toerr^ Trom che 8axons rv rke reizn vT IT. Lkaclcs II. cvnr. rke lives snck ckaraölers vT »II rke Icnvcvn cvricersin che inrervsll . . . Tonst. 1752.3.— Tkeacricol recorsts . . . Tonst. 1750.8. (von dramat. Dichtern.) — Tives vt rke kvcrz vT d-reac lkrirain anst Icelsnst, >15' I^lr. Likker anst ocker kanstz, Tonst. 175z. 8- 5 B. (Johnson behauptet, daß der eigentliche Verf. Robert Shirts gewesen, und daß Cibber nur den Nahmen hergegeben.) — Oer Zte TH, des Lvmpanion rv che pla^houTe, Tonst. 1764. 8. 1782. 8. besteht aus einem alphabetischen Ver, zeichniß der dramat. Dichter. — Histor. krit. Nachrichten von dem beben und den Werken einiger merkwürdigen englischen Dichter, Lübeck 1764. 8. — Tives vT rke moll erninenr en-litk Toers, vcirk criric. okTervar. sn rkeir Morles, b/ 8. )oknTon, als Vorreden zu der, im I. >779 erschienenen Sammlung der beßten engl. Dichter in 6s B. geschrieben; aber auch einzeln, in 8 B. kl. 8- und q B. gr. 8. abgedruckt. Deutsch, die beyden ersten Bände, Alt. 1780 «178,. g. (Das Werk veranlaßte allerhand Kritiken in England, als Ilemsrlcs on O. ssoknTon Tives .. . >732. 4. Vice 2^rr vT cricicism cxemplitieci in v. ). Tives 1785. 3. ^ Oisl. henveen O. ). anst L>. Lolst. Tmick 1785. 4. in schlechten Vers, u.d.in. besonders glaubten Miltons und Grays Verehrer, daß I. gegen diese sehr parteiisch gewesen.) — Auch finden sich noch Lebcnsbcschr. engl. Dichter, in der britischen Bibliothek, Leipz. 1756-1767. 8. 6 Bde. Jmgleichen gehören noch hieher die ististocical Vlemoics vT rke IriTIe karsts) k^ )oT. L. Walker, Tonst. 1786. 4. Von hollandischen Dichtern: La. ral. stcr ncesterlanstTcken VoonelTpel» sichreren, ^mll. 174z. 8> Lebensbeschreibungen von dentschen Dichtern: Ausser den Nachrichten von ihnen in dstelck. /.stami Vir. Qermsnor. TkiloTopk. Toerarum ecc. czui Tcc. Tu» per. ec s^uost excurric, üoruerunr, TIeistelk. 1615. 8. U. d. W. M. liefern dergleichen: Spec. villerrar.. . stcpoec. germanis Kusus Taeculi praecipuis. ^stst. Tunc ec poecriae et poccastri, suTt. Trstm. Keumeister (TipT.) 1695. XVicc. i/oZ. 4. — Oillerrar. 3e uobi» lilius lZermznor. I'vecis, suöl. Ich. Lurlckarsto, kez. 1715. 4. ^ Von einigen alten Poeten, welche in deutscher Sprache etwas geschrieben, ein Brief von Beruh. Pez, in der Historie der Gelehrsamkeit unserer Zeiten, Th. 9. S. S8z- ivoz. — lo. Li?. Ivknil ?srnzll! 8!Ie- iisci T. lleceni. ?oerar. Lilessacor, Lent.II. Vrscisl. 1728» 1729-8- 2ST —- CH.H.Schmids Nekrolog, oder Nachr. von dem Leben und den Schriften der vornehmsten, verstorbenen deutsche» Dichter, Berl. 1785. 3. 2TH. — L. Meisters Cha« racteristikdeutscher Dichter... Zür. 1785- 178?. 8. 2 B. Mit K. — vc poctis dcrm. eroricis ireeäii aevi Oillecrar. ler. lac. vberlin, T^rg. 17Z6. 4. — Auch finden sich dergleichen in dcm Leipziger Musenallmanach auf das 1.1732. — Und von „Deutschlands galanten Poetinnen" hat G. Chr. Lehm, Franks. 1715. 8» Nachricht' gegeben. — — Von den geistlichen Liederdichtern, s. den Artikel Lied. Dicht- D i ch Dichtkunst. Poesie. Die Runs? den Vorstellungen, Vie unter Oen AlMvrnk Oer Rede fallen, nack Desckaffenheit Oer Absicht den höchsten Grad der sinnlichen Rraft?u geben. Der Dichter hat dieses mit dem Redner gemein, daß er vermittelst der Rede in andern gewisse Verstellungen erwcket; aber die besondre Art, wie jeder seinen Zwek zu erreichen sucht, macht den Unterschied zwischen der Beredsamkeit und Dichtkunst. Der Redner behandelt seinen Stoff als ein Mensch, der sich besitzet, der sieht, beurtheilet und empfindet, was vor ihm liegt; der Dichter wird von seinem Gegenstand lebhafter gerühret, er wird davon so hingerissen, daß er in Begeisterung oder doch in eine Träumung geräth, in welcher seine Phantasie freycr und lebhafter würbet. Daher kommt es, daß er seinen Gegenstand anders sieht, als andre Menschen, daß ihm das Vergangene und Zukünftige, als gegenwärtig, das blos Eingebildete, als würklich vorhanden vorkommt, daß seine Vorstellungskraft durch die geringste Veranlassung eine Menge Nebenbcgriffe aufwekct, die ihn eben so lebhaft rühren, als die, welche unmittelbar in seiner Materie liegen. Die Rede des Dichters wird also ihrem Inhalt nach sinnlicher, und an Materie reicher ; er mischet unter das würklich vorhandene viel eingebildetes, dem er den Schein des wörtlichen giebt; die Vorstellungen haben weniger Zusammenhang, als in dem Vortrag des Redners. Nicht nur die Materie wird durch diese ungleiche Art, wie der Redner und Dichter jeder von derselben gerührt wird, sehr verschieden behandelt; es zeiget sich auch natürlicher Weise eine eben so große Verschiedenheit in beyder Ausdruk. Der Ton des Redners, so stark, so nachdrüklich und pathetisch er auch wird, ist doch immer Dich 6-9 der Ton eines Menschen, der weiß, was er spricht, und vor wem er spricht; aber der Ton des Dichters ist durchaus, und da, wo er blos sanft fließt, schwärmerisch und durch abgemessene Schritte, durch mehr Klang und Musik von dem Ton der gemeinen Rede unterschieden; es ist der Ton eines Menschen, der, von seiner Materie ungewöhnlich gerührt, auch ungewöhnlich davon spricht, dessen Worte, wenn es auch gemeine Worte sind, wenigstens in dem Ton das Gepräge einer tiefen Rührung der Seele haben. Auch der Ausdruk des Redners ist von des Dichters seinem stark unterschieden. Jener nimmt ihn aus der gewöhnlichen Sprache der Menschen, dieser findet den gemeinen Ausdruk selten stark genug; ungewöhnliche Figuren und Versetzungen, kühne Metaphern, Bilder, die dem anschauenden Er- kcnntniß mahlen, was der Redner dem Verstand cntwikelt, sind des Dichters gewöhnliche Mittel zum Ausdruk. Auf diese Weise muß nothwendig die Rede des Dichters von des Red- nersRede, sowol in der Materie, als in der Form, dem Ausdruk und dem Ton ganz verschieden werden: und dcßwegen theilct sich die Kunst der Rede in die zwey Hauptäste, die Beredsamkeit und die Dichtkunst. Der Grund der Dichtkunst ist in dem Genie des Dichters zu suchen, und die verschiedenen Zweige derselben, oder die Gattungen der Gedichte, entstehen sowol aus der besondern Art des dichterischen Genies, als aus den besonder» Veranlassungen dazu. Von jenem ist in dem vorhergehenden Artikel gesprochen worden; von diesem aber wird in dem Artikel Gedickt gehandelt. Demnach bleiben uns hier allgemeine Betrachtungen über die Dichtkunst, ihre Anwendung und Würkung übrig. Der t,zo D i ch Der Gegenstand der Dichtkunst, oder die Materie, die sie bearbeitet, ist jede Vorstellung des Geistes, die klar genug ist, unter den Ausdruk der Rede zu fallen, und interessant genug, dieGemürher der Menschen einzunehmen. Sie scheinet einen weitern Umfang zu haben, als die Beredsamkeit. Diese muß das Interessante ihres Stoffs in der Materie selbst suchen, da der Dichter durch dieWärme seiner Empfindung, Lebhaftigkeit seiner Einbildungskraft, und den sonderbaren Gesichtspunkt, in welchen ihn seine Laune setzet, auch den schlechtesten Stoff interessant machen kann. Der Gesang einer Nachtigall, sogar eines Insekts H, kann ihn so reizen, seine Einbildungskraft und sein Herz so erwärmen, daß er in die angenehmste Schwarmerey von sanften Empfindungen zärtlicher Art geräth, und manch liebliches Bild der Phantasie vor seineu Augen sieht; dieses reizt ihn, durch einen dicserEm- psindung angemessenen Gesang auch uns in den angenehmen Gemüthszu- stand zu setzen, darinner sich befindet. So bildet der Dichter durch sein Genie einen schlechten Stoff, den der Redner ungebraucht lassen muß, zu einer angenehmenMaterie, und dem, der schon an sich selbst reich ist, giebt er durch seine eigene Gedanken, Phan- ' tasten und Empfindungen, einen Uc- berfluß an jeder Art von Kraft. Was hat nicht Homer bey Vorstellung der Belagerung von Trvja gefühlt, und Rlopstok bei) dem Leiden und dem Tode Jesu ? Nichts scheinet so geringe, das dicDichtknnst nicht interessant machen, und nichts so groß, das sie nicht noch weit mehr vergrößern könne. Denn eigentlich zeiget der Dichter seinen Gegenstand nicht, wie er in der Welt vorhanden ist, sondern wie sein fruchtbares Genie ihn bildet, wie seine Phantasie ihn schmüket, und was sein empfindungsvolles Herz noch da- S. Anakrcvns Ode aus die Cicada. D i ch bey empfindet, laßt er uns mit genießen. Wir sehen durch ihn mehr die Scencn, die seine Phantasie und sein Herz beschäfftigen, als Scenen der Natur. Also wird einem Dichter, dessen Kopf und Herz merkwürdig sind, der geringste Stoff Gelegenheit zu einem guten Werk: aber allemal wird er ihn nach der Stimmung seines Charakters wählen; der einen großen und ernsthaften, der einen lieblichen; der einen traurigen, und der einen fröhlichen. Aber in dieser Wahl hat er, wenn ihn Verstand und Ueberlegung nicht verläßt, eine gcnaueRüksicht auf die, die seine Gesänge hören sollen. Nicht jeder ausserordentliche Zustand seiner Einbildungskraft oder seines Herzens ist ihm wichtig genug, um ihn auf dem Dreyfuß des Apollo der Welt zu entfalten; sowol seine eigene Ehre, als das, was er der Gesellschaft, darum er lebt, was er den Menschen überhaupt schuldig ist, leitet seine Wahl, und dadurch versichert er sich der Hochachtung und Dankbarkeit seiner Zeitgenossen und der spätesten Nachwelt. Dieses sind die Wärkungen der Dichtkunst auf den Dichter. Nicht weniger wichtig sind die, welche sie auf die Gemüther der Menschen hat, die ihm ein aufmerksames und empfindliches Ohr leihen. Wenn nach einer alten sehr richtigen Bemerkung das Wort, das aus dem Herzen entstanden ist, wieder in die Herzen dringt, so ist der Dichter ein Meister über die Herzen der Menschen. Nicht nur die Gedanken und Bilder selbst, die er vorlegt, tragen das Gepräge eines empfindsamen Herzens: auch der Ausdruk und der Ton der ganzen Rede bestätigen es, und lassen es uns unmittelbar empfinden. Die unerforschliche Tiefe des menschlichen Herzens zeiget sich auch darin», daß bisweilen Vorstellungen, die sehr oft ohne alle Würkung vor uns vor- D i ch übergegangen, blos durch eine glnk- lichc Wendung, selbst nur durch den Ton der Worte, in denen sie uns wieder vorkommen, die Kraft gewinnen, sich der ganzen Seele zu bemächtigen. Lieder, die nichts enthalten, als was man schon tausendmal ohne Kraft gedacht und empfunden hat, thun oft eine erstaunliche Würkung*), blos weil sie den Ton getroffen haben, der alle Sayten der Seele in Bewegung bringt. Keine Ueberle. gung, keine Kunst ist vermögend, uns die Vorstellungen an die Hand zu geben, die in jedem besondern Fall in dem Gcmüthe das bewürben, was wir zu bewürben wünschen. Aber der Dichter, dessen tiefkühlendes Herz itzt von einem Gegenstand durchdrungen ist, äußert seinen Gcmüthszusiand auf eine Weise, die uns in dieselbe Empfindung setzet. Fühlt er itzt selbst einen unüberwindlichen Much, so flößt er auch uns ihn ein; ist er von harten Schlägen des Schiksals getroffen standhast, so werden wirs mit ihm; fühlet er warme Empfindungen der Nechtschaffenheit, so wärmet er auch unsrc Herzen mit derselben Gluth; sehen wir ihn mit der freudigsten Erwartung dem Tod entgegen gehen, so erlöscht auch in uns die Liebe zum Leben. Also kann die Poesie jede Triebfeder der Seele inWürk- samkeit setzen, und mit zauberischer Kraft über die Herzen der Menschen herrschen. Diese Würkung hat sie nicht nur denn, wenn sie von feiner Kunst und tiefforschender Critik unterstützt wird: blos Natur und Genie sind dazu schon hinlänglich. Die Dichter scheinen noch immer die größten zu seyn, die die Natur zu Dichtern gemacht, ehe die Kunst dein Genie sich zur Gehülfin angcbothen hat 5*). ') S. Lied. ") l.s poclie populsire et xmrement ns» rnislle s Ues nsiveres er ses xraees, p,r ou eile s« compsre ü Is xriacix»- D i ch 6s i Eine so wichtige Kunst verdiente in der genauesten Verbindung mit Religion und Politik zu stehen. Die menschliche Natur ist großer Dinge fähig, obgleich der Mensch selten große Dinge thut. Die Dichtkunst, von Religion und guter Politik geleitet, kann das Große, das in ihm liegt, würksam machen. Wenn nach der Meinung eines der größten Philosophen alle Künste unter der Aufsicht und den Befehlen der Politik stehen sollten *), so würde die Dichtkunst mit ihrer Schwester der Beredsamkeit, als die wichtigsten, vorzüglich die Aufmerksamkeit der Gesetzgeber verdienen. Dieses ist auch in den ehemaligen Zeiten, und ehe die falsche Politik aufgekommen, die meisten Gesetze zum einseitigen Vorthcil der Regenten zu lenken, vielfältig geschehen. Die jüdischen Könige hatten Propheten, eigentliche National, dichter an ihrer Seite, und manche andre Könige oder Gesetzgeber waren entweder selbst Dichter, oder hatten zum Dienst der Politik Dichter bey sich. Man weiß, was für einen ansehnlichen Rang bey den verschiedenen Celtischen Völkern die Barden gehabt haben. Aber itzt bemühet man sich mehr diejenigen Künste zu ermuntern, und in ihren verschiedenen Würkungcn zu lenken, die einem Volke das Uebergewicht der Macht und des Reichthums zu geben scheinen. Die göttliche Kunst die Gcmü- thcr der Menschen zu lenken, den Verstand mit Vorstellungen und das Herz mit Empfindungen zu erfüllen, aus deren vereinigter Würkung die Seele ihre wahre Gesundheit und Stärke !s degute lle la poelie pgrkgire kelon I'src: comme il ke voick es villsnelles c!c Lslconznc et gux cdgnlons, czu'on nous >gppc»cs cies I0alions, -.I. c. 6zz D i ch Starke bekommt, wird dem Zufall überlassen. Wol dem Dichter, der auch unberufen, durch das himmlische Feuer, das die Muse in feiner Seele angezündet hat, unfern Geist erleuchtet und unser Herz erwärmt, daß wir für jedes Schone und Gute empfindsam werden; der durch seine reizende Gesänge heilsame Wahrheiten und liebenswürdige Empfindungen würksam macht. Der Ursprung der Dichtkunst ist unmittelbar in der Natur des Men- scheu zu suchen. Jedes Volk, das sich zu irgend einer Cultur der Vernunft und der Empfindungen herauf zu schwingen gewußt, hat feine Dichter gehabt, die keinen andern Beruf, keine andre Veranlassungen gehabt, was sie stärker^ als andre gedacht und empfunden, unter sinnlichen Bildern und in harmonischen Reden ihnen vorzustellen, als die Begierde, die jede edle Seele fühlt, andern das Gute, davon sie durchdrungen ist, mitzutheilen. Ohne Zweifel sind die ersten Dichter jeder Nation Menschen von großerm Ee-' nie und wärmcrn Empfindungen, als andre, gewesen; Menschen, die in ihrem Verstand Wahrheiten und in ihrem Herzen Empfindungen entdeket, deren Wichtigkeit sie lebhaft gefühlt, und aus Liebe für ihre Mitbürger auszubreiten gesucht haben. Man hat auch in den Geschichten der Volker, ob sie gleich nie bis auf den Zeitpunkt, da Vernunft und Empfindung sich zu cntwikeln angefangen haben, heraufsteigen, Spuren, daß die ältesten Dichter verschiedener Nationen Lebensregeln und Maximen, die sie cntdekt und deren Wichtigkeit sie lebhast gefühlt haben, dem Volke zur Lehre in wol- klingenden Sätzen vorgetragen. So bald dieser erste Keim der Dichtkunst die Menschen auf die Mittel, nützliche Wahrheiten durch einen angenehmen Vortrag auszubrei- D i ch teu, aufmerksam gemacht hatte, ent- dekten sie auch, daß außer dem gut abgemessenen Fall der Worte, die gute Einkleidung, der feurige Aus- druk der Gedanken, und lebhafte Bilder, eine ähnliche Würkung thun, und so wurde nach und nach die poetische Sprache entdeket nnd gebildet. Vermuthlich sind die ersten poetischen Versuche überall blos cinzele Verse, wie unsre meiste Sprüchwor- ter, oder kurze aus zwei) oder drei) Versen bestehende Sätze gewesen. Als die Kunst zunahm, erfand man Mittel, durch Allegorien und Fabeln das Volk zu lehren; Gesetze und was zur Religion geHärte, wurden in diese neue Sprache eingekleidet, und man horte bald Lieder den patriotischen Much zu stärken. Die edelsten Seelen von lebhaftem Genie wurden, blos durch die Musen ermuntert, Lehrer und Anführer ihrer Mitbürger, und so wurde die Dichtkunst zur Lehrerin und Führerin der Menschen. Manche Natiom erkannte den Nutzen dieser Kunst auf die Gcmüther zu würkcn so lebhaft, daß sie die glüklichen Menschen, die sie besaßen, mit bcson« dern Vorzügen belohnten; und so kam die Ordnung der Propheten oder Barden auf. .Die wahre Geschichte der Dichtkunst nur von einem einzigen Volke, wäre ohne Zweifel zugleich die Geschichte dieser Kunst bey jeder andern Nation, und gewiß ein wichtiger Theil der allgemeinen Geschichte des menschlichen Genies: aber sie fehlt überall. Am meisten weiß man von dieser Geschichte, in so fern sie die Griechen betrifft. Man kann stein vier Hauptzeiten eiutheilen, nach eben so viel Gestalten, in denen sie sich gezeiget hat. Die erste Zeit, von welcher alle Nachrichten fehlen, ist die, darinn sie angefangen hat aufzukeimen, da ihre Werke Sittensprüche, oder auch sehr kurze Aeußerun- gen D i ch . , gen irgend einer aufwallenden Leidenschaft gewesen, die tanzend gesungen worden. In dieser Zeit war sie noch keine Kunst; wer etwa bey einer Versammlung ein außerordentliches Feuer der Einbildungskraft fühlte, der reizte die andern zu unförmlichem Gesang und Tanz, bey welchen der Gegenstand der Leidenschaft in hüpfenden Worten angezei- gct wurde. So äußern sich gegenwartig bey den noch nicht gesitteten Volkern in Canada die ersten Versuche in Musik, Tanz und Poesie. Einige scharfsinnige Manner haben in der mosaischen Geschichte der ersten Menschen Spuhrcn solcher unförmlichen Gesänge entdeket. Aristoteles scheinet eben diesen Begriff vom Anfang der Kunst gehabt zu haben, und nennt diese ersten Versuche *) oder Werke, die aus Instinkt, ohne Absicht, entstanden sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß schon in dieser Zeit die poetischen Versuche Spuhren von dem verschiedenen Charakter der drcy Hauptgattungen, des lyrischen, des epischen, und des dramatischen Gedichts, gezeiget haben. Die Karre des The- spis ist noch nicht sehr weit von diesen rohen Gestalten der entstehenden Dichtkunst entfernt; dennoch versichert Placo, daß die ersten Versuche der Tragödie sehr weit über die Zeiten des Thespis heraufsteigen **). Das lyrische scheinet natürlicherWei- se die älteste Gattung zu seyn, da es durch den Ausbruch der Leidenschaften verursachet worden, und die Lustbarkeiten, die jedes wilde Volk nach einem glüklichen Streit anstellt, kön- ?c»etic. c.4. 5*) Plato in dem Gespräche Mönos. «X, "5 o/ovvll/, a?rc> Gc<77r/6eiL ceTro sc AxXk/L Dich kaz nen auch Spuhren der nachher entstandenen epischen Poesie gezeiget haben. Auf diese erste Zeit folgte, ver- muthlich nach einer langen Reyhc von Iahren, die zweyte, in welcher die scharfsinnigsten unter den Auto- schetiasmatiften, oder den durch Instinkt gebildeten Poeten, über die Form und Würkung der ersten Versuche nachgedacht, und nun aus Absichten , entweder sich ein Ansehen unter dem Volke zu geben, oder dasselbe nach ihrem Willen zu lenken, oder würklich aus väterlicher Zuneigung, ihmKenntniß und Sitten bey- zubringcn, sowo! den Inhalt, als den Vortrag nach überlegten Regeln eingerichtet. Die Dichter dieser zwey- ten Zeit scheinen Lehrer, Gesetzgeber, Häupter und Führer der Völker gewesen zu seyn. In diese Zeiten »lochte man, wiewol vielleicht schon etwas spät herunter, die ersten Dichter setzen, die von den Griechen namhaft gemacht werden, und deren Gesänge unter der Nation aufbehalten worden. Orpheus besang in dieser Zeit die Losmozonie oder den Ursprung der Welt, und sein von den Aegyptiern gelerntes System der Theologie. Mnsaus, sein Schüler, besang in der Redarr der Orakel, (in dunkeln Hexametern) denselben Inhalt. Eumolpus faßte die Geheimnisse der Ceres in ein Gedicht, und trug darinn alles vor, was damals Moral, Politik und Religion vorzügliches hatten. Thampris besang den Krieg der Titanen, ein allegorisches Werk über die Schöpfung. Man kann die Dichter dieses Zeitpunkts einigermaßen mit den Propheten des jüdischen Volks vergleichen. Aus dieser Zeit haben sich verschiedene Werke unter den Griechen lang erhalten, sind aber nicht bis zu uns gekommen. Die dritte Zeit der Dichtkunst ist die, da sie angefangen, als eine zu einer 624 D i ch einer besondern Lebensart gehörige Kunst angesehen zu werden, da die Sanger einen besonder» Stand ausmachten, und sonst nichts, als Sänger waren. Man konnte diese Zeit, die Zeit der Barden nennen. Diese waren berufene oder gedungene Sanger, die an den Hofen! der Haupter der damaligen kleinen Völkerschaften gehalten wurden, wie Phämius an dem Hofe des Ulysses, und Demodokus an dem Hofe des Alcinons. Sie sangen bcy festlichen Zusammenkünften, sowol zum Vergnügen als zum Unterricht der Gesellschaften, Lieder von allegorischem Inhalt über die Götterhistorie, oder von heroischem über die Thatcn der Helden. Sie scheinen zugleich die Freunde und Rathgeber der Großen, die sie unterhielten, gewesen zu seyn. Dergleichen Sanger sollen von uralten Zeiten her, bis nahe an unsre Tage, von den Hauptern der schottischen Stamme unterhalten worden seyn. An das Ende dieser Zeit, oder allenfalls an den Anfang dcv folgenden sitzen wir den Homer. Die vierte Zeit ist die, dadurch -^Abschaffung der königlichen Regierung in den meisten Stammen der Griechen, eine mehrere Gleichheit unter den Menschen eingeführt worden, und keine Großen mehr da waren, die Barden oder Sanger an ihren Höfen hielten. Da scheinet es abgekommen zu seyn, die Sänger als Menschen von einem besondern Stand, oder von besondrer Lebensart zu betrachten. Aber die Gesänge der Barden waren noch übrig und wurden gesungen. Wessen Genie sich gegen die Dichtkunst leistete, der wurde einDichter, ohne von jemand dazu bestellt zu seyn, und vermuth- lich, ohne die ihm sonst gewöhnliche Lebensart aufzugeben; man legte sich, wie noch itzt unter uns geschieht, auf die Dichtkunst, entweder blos beylaufig aus unwiderstehlichem D i ch Trieb des Genies, oder um sich einen Namen zu machen. Man kann die Dichter dieser Zeit in zwey Classen eintheilen. EinTheil arbeitete zum Dienst der Religion, der Philosophie und Politik; ein andrer blos zu seinem Vergnügen; und diese machten damals die Classe der Menschen aus, die itzt unter uns den Namen der witzigen Röpfe, oder wie man sie in Frankreich nennt, der schönen Gssiker bekannt sind. Die erstem sahen die Dichtkunst aus dem edlen Gesichtspunkt, als eine Lehrerin der Menschen an, die ihnen als Philosophen, oder Menschen, die das Glük hatten, über sittliche und politische Angelegenheiten richtiger als der große Haufen zu urtheilcn, und weiter hinaus zu sehen, dienen konnte, Vernunft und bürgerliche Tugend allgemeiner auszubreiten. Sie faßten die durch Nachdenken erlangte Weisheit in Gedichte, die sie, ohne andern Beruf, der Welt Mitchell« ten, wie HesioSus, Aesopus, Solan, Epimeniöes, Simonidcs und andre; oder auf Veranlassung des Staates, bey feyerlichcn Gelegenheiten verfertigten, wie Aesch/lus, Sophokles, EuripiScs, Hindar und andre. Diese haben die künstliche Poesie auf den höchsten Gipfel der Vollkommenheit gebracht. Jene witzigen Köpfe aber, Anakreon, Gap- pho, Alcäus und viel andre, haben, zuerst die Dichtkunst blos zum Vergnügen, zur Belustigung der Einbildungskraft und des Witzes angewendet. Seit der Zeit muß man sich die Dichtkunst, so wie die Venus, unter zwey Personen, einer himmlischen und einer irdischen, vorstellen; jene von erhabener, diese von buhlerischer Schönheit. So lange Griechenland seine Frey- heit genoß, und die vorzüglichsten Genies ihren Gedanken und Empfin- düngen frcyen Lauf lassen konnten, erhielt sich die Dichtkunst auf der Höhe, D i ch he, auf welcher sie allen Künsten vorzuziehen ist. Als aber mit der Freyhcit auch die großen Empfindungen der bürgerlichen Tugend un- terdrükt worden, mußte nochwcudig auch die Dichtkunst ihre beste Kraft verlieren. Es war nun nicht mehr darum zu thun, die Menschen gesittet und tugendhaft zu machen. Durch die Ucppigkeit der Hofe unter den Nachfolgern Alexanders, schweifte man schon über die natürlichen Sitten hinaus, und Tugend wurde unnütze oder gar schädlich. Die Regenten, vornehmlich die Ptolemaev in Aegypten, beruften die witzigsten Kopfe an ihre Hüft, nicht mehr wie ehemals, als Barden, auch nicht als Philosophen und Rathgeber, fondern blos alsPersonen von angenehmen Talenten, die man zu guten Gesellschaftern brauchen konnte. Dieses zeugte ein neues Geschlecht der Dichter, die nicht blos aus Temperament, wie Anakreon, noch aus edler Ruhmbegierde, wie Sophokles und seine Zcirverwandten, sondern aus Mode, oder den Großen zu gefallen, oder durch die niedrigere Gattung des Ehrgeizes, die man Ruhmsucht nennt, gereizt, die Kräfte ihres Genies an den verschiedenen Dichtungsarten versuchten. Unter diese gehören Tallimachug, Tbeokci- tn-z, Apolloniuti und viele andre,, deren Schriften zum Theil noch vorhanden sind. Diese waren also Schriftsteller von der Art, wie sie noch itzt Mode sind, und suchten als solche, nicht erwa ihren Zeitverwandten nützlich zn seyn, sondern durch ihre Talente berühmt zu werden; und mit ihnen fieng das silberne Zeitalter der Dichtkunst an. Man muß gestehen, daß sie, ob sie gleich nur ausNachahmung Dichter waren, die Art der wahren Originaldichter sebr gut nachgeahmt haben. Sie stehen deßwegen unmittelbar nach den besten Originaldichtern, Erster Theil. D i ch 62; und können als Muster für die Neuern angesehen werden. Aber nach ihnen kam die griechische Dichtkunst allmählig in Verfall, und sank immer tiefer, wiewol sie noch bis in die Zeiten der romischen Kayser betrachtliche Reste ihrer ehemaligen Schönheiten behalten hat. Es Ware für dieses Werk zu weit- läustig, die verschiedenen Zeiten der Dichtkunst andrer Volker aufzusuchen. Ihr Ursprung und ihre verschiedenen Schiksale sind, da sie von dem Genie der Menschen abhängen, das im Grund immer dasselbe bleibt, ohugefthr überall cinerley. Nur die verschiedenen Gestalten der deutschen Dichtkunst dürfen hier nicht ganz übergangen werden. Man weiß zuverläßig genug, daß die alten Deutschen ihre Barden gehabt, obgleich itzt keine Spuhr von ihren Gesängen mehr übrig ist. Die Gesänge VstiaiitZ, eines alten cale- donischen Barden, von denen wir nicht ohne einiges Recht auf unsre Barden schließen können, lassen uns vcrmuthen, daß es den deutschen Bardengesängen weder an dem Feuer, wodurch die Heldengedichte sich der Herzen bemächtigen, noch auch bey andern Gelegenheiten an Große und Schönheit sittlicher Empfindungen gefehlt habe. Aber freylich war ihre Sprache weder so biegsam, noch so reich, noch so wolklingend, als die Sprache des Volkes, dem die Natur vor allen andern Volkern die Feinheit des Geschmaks und Anmuthigkeit in den Empfindungen in so vollem Maaße verliehen hat. So weit das griechische Clima an Lieblichkeit das, so unter einem weit nördlichem Himmel liegt, übertrifft, so weit mag Homers Sprache und Einbildnngs. kraft die übertreffen haben, die in den deutschen Bardettgesängen vorgekommen. Man sieht an den ältesten Ucberblcibseln der deutschen Sprache noch gar wenig von Wol- R r klang 626 D i ch klang und periodischer Einrichtung. So hatten auch die Religion und die Sitten der alten Deutschen sehr wenig von der Annehmlichkeit der Religion und der Sitten der glüklichen Volker, die ehemals unter dem griechischen Himmel wobntcn. Nach den Barden, die vermnth- lich durch Einführung des Christenthums abgekommen sind, scheinen andre, vielleicht doch von den Häuptern der deutschen Stamme dazuauf- gemunterteDichter gekommen zu scyn, die zwar nicht mehr die unter ihren Augen verrichtete Heldenthaten besungen , aber doch das Andenken alterer Begebenheiten und persönliche Verdienste verstorbener Männer ihren Zeitverwandren zur Nacheiferung in Gesängen vorgetragen haben. Der Anfang des bekannten alten Gesanges auf den heiligen Anno, welcher allem Anschein nach eine Geburt des izten Jahrhunderts ist, gicbt uns zu erkennen, wovon die Dichter der kurz vorhergehenden Zeiten gesungen haben. XVir horten öfter (sagt der Dichter) von alten Begebenheiten singen, rvie schnelle Helden gefachten, rvie sie fesie Schlosser wrsiohrt, rvie sie Friede und Bündniß gebrochen, rvie viel reiche Ronige umgekommen^ Nun ist es Zeit, daß rvir an unser eigentLnde denken*). Es läßt sich vielleicht aus dieser Stelle auch schließen, daß Gedichte von geistlichem Inhalt damals eben noch nicht gewöhnlich gewesen, da der Dichter seinen Inhalt dem, wie es scheinet, gewöhnlichen kriegerischen Inhalt der gemeinen Gedichte entgegen setzet. Wenn man von dem Werk, dessen so eben erwähnt wor- H XV!r dorren je ciilike önzen Von slrcn ciin^en >Vi tneils beUäs vudren V?i iie veiie bürge blecken ^Vi kck lieb in vuinitccile Lckisösn, >Vi incke Könige sl ?egiengen. dtn ilt cikc Un? rvir Uenclien Wr rvir lslve tülia engen. D i ch den ist, auf den damaligen Zustand der deutschen Dichtkunst schließen kann, so hat es diesen alten Dichtern weniger an poetischem Genie und an lebhafter Einbildungskraft, als an einer mehr ausgearbeiteten Sprache gefehlt. Indessen sieht man doch itzt, seit dem der uncrmüdete Eifer unsers um die deutsche Littera- tur und den guten Gcschmak unsterblich verdienten Boomers, die Manessische Sammlung ans Licht gebracht und durch den Druk ausgebreitet hat, daß in dem zwölften und drcyzchntcn Jahrhundert die blühendste Zeit der deutschen Dichtkunst gewesen ist. Die Kayscr aus dem schwäbischen Haus haben ohne Zweifel viel dazu beygctragcn, daß feinere Sitten, Gcschmak und eine große Liebe zur Dichtkunst unter dem deutschen Adel ziemlich herrschend worden. Die aus diesen Zeiten übrig gebliebenen Gedichte sind in großer Anzahl. Nur die Maneßischc Sammlung H enthält Lieder von 1 z-2 Dichtern, darunter viele vom höchsten Rang sind, als Rapstr Heinrich, Rönig ssonrav, Ronig Wenzel von Böhmen, viele Marggrafen und Fürsten. Es fallt dabey in die Augen, daß damals die Dichtkunst einen großen Theil des Vergnügens der Höfe ausgemacht habe. Und zwar nicht eine Dichtkunst, die als eine fremde Waare griechischen oder lateinischen Ursprungs, blos zum Vergnügen der Höfe herumgeboten worden, sondern eine Dichtkunst, die aus den Sitten, aus der Denkuttgsart und aus den herrschenden Empfindungen der damaligen großen Welt entsprungen ist, die also ganz natürlicher Weise einen eben *) Lammlnng von iNinnekngern iniz Sckvväbilcken Zeitpunkte LXI. Dickte»' enrk-tltenci erc, Surick bey Orelt unä Lonipsgnis, I?;Z. 4- 2 Theile. D i ch eben so unmittelbaren Einfluß ans die Gemüther der Menschen haben mußte, als die ehemaligen Gesänge der Barden, obgleich von einer ganz andern Art. Denn in diesem schonen Zeitpunkt Deutschlands herrschten die höflichsten und galantesten Sitten, die zärtlichsten Empfindungen sowol der Liebe, als der Freund, schaff und Gefälligkeit, feine Maximen der Ehre, der Tapferkeit und eines edlen Betragens gegen Lehnsherren, gegen Fremde, gegen das schöne Geschlecht, gegen Männer von Talenren, gegen Freunde und Feinde. Nach diesem Ton war der Geist der damaligen Dichter gestimmt, welche Gedanken und Empfindungen, die der Umgang mit der größern Welt ihnen zuerst gegeben, durch ihr Genie verschönert, in angenehmen Gesängen wieder mittheil- tcn. Es scheinet, daß damals, wenigstens in Oberdeutschland, kein Hof gewesen, an dem nicht Dichter gelebr haben. Bodmer sagt sehr angenehm von diesem schönen Zeitpunkt der Dichtkunst: Hier ist ein poetisches Land, das die Gabe vom Himmel empfangen Dichter in seinem Schoost zu erziehen. Kein anmuthia Gefield liegt zwischen dem Rhein und der Limmat, Da nicht ein Lichter die Minn' und den May sang. Und von der Muse Helikons sagt er in Beziehung auf diese Zeit: Ihr dient ein fürstliches Volk von Grauen, Wcrthen und Feien, DcrAusbunddcsallemannischenBIuts. Sie sangen einst um das Äcfleld des Rheins, der Donau, der Elbe, An Schwabens, an Oestrcichs und Thüringens Hof. Damals war die Dichtkunst, nicht wie itzt, ein Zeitvertreib weniger empfindsamer Menschen, deren Genie durch die Schönheit der griechischen und römischen Dichter, die sie zufälliger Weise durch die Schulgelehrsamkeit kennen gelernt, zurNachah- D i ch 6^ mung gereizt worden; sie war, wie sie ihrer Natur nach sepn muß, ein aus den Sitten der Zeit entstandenes und aus dieselben wieder zurükwürkcndes Geschafft. Die erwähnte Samni- lung der Minnesinger enthält zwar meistens Lieder von galantem Inhalt: aber diese Materie war nicht der einzige Stoff der damaligen Dichtkunst. Wir haben auch daher noch Werke von verschiedenen andern Dichtungs- artcn; Fabeln, moralische Gedichte und einige von epischem Inhalt und ritterlichen Thatcn *). Ucberhaupt scheinet es, daß die Dichtkunst dieses Zeitpunkts ganz in dem Geschmak der provenzalischen Dichter gewesen, deren Werke noch häufig in den französischen Büchersammlungcn vorhanden, und von denen Johann von Nostraoam, ein Bruder des bekannten Propheten, viel Nachrichten herausgegeben hat. In den epischen Gedichten dieser Zeit hat man Mühe sich über das Abenthcuerlichc, das darinn herrscht, wegzusetzen, auch herrscht der Aberglaube in voller Stärke darinn; aber weder die Charaktere der handelnden Personen, noch das Genie der Dichter können uns gleichgültig bleiben. Mit dem Anfang des vierzehnten Jahrhunderts nahm die schwäbische Dichtkunst stark ab, in der Mitte desselben war sie schon sehr schlecht, und der gute Gesang gieng unter. Weder der Haufe der im fünfzehnten und scchzehntenJahrhnndcrt entstandenen Meistcrsänger, noch die Verfasser der ungeheuren dramatischen Stüke des letztgedachtcn Jahrhunderts, verdienen in der Geschichte der Dichtkunst einen Platz. Aber die Kirchenverbesserung hatte angefangen auf einen Zweig der Dichtkunst einen Rr 2 gün- *) Eines der beträchtlichsten ist das, was Bodmer unter dem Titel: tMriemlvlsten kacke 1757. herausgegeben hat. K28 D i ch günstigen Einfluß zu haben. Man hat aus dieser Zeit geistliche Lieder, die völlig die Sprache und den Ton habt«, der dteser Gattung zukommt; nur sind sie unter der großen Menge ganz schlechter so einzeln, daß sie keine Epoche in der Geschichte Verdeutschen Dichtkunst macchen können, die man von den Zeiten der schwäbischen Dichter an bis in das sechzehnte Jahrhundert, obgleich eine unzählbare Menge Reimer in diese Zwischenzeit fallen, für erloschen ansehen kann. Die Sitten und der Geschmak der Nation scheinen der Dichtkunst entgegen gewesen zu seyn; man fand mehr Gefallen an theologischen Untersuchungen, als an schonen Gegenständen der Einbildungskraft und der Empfindung. Die bcydcn Straß- burgcr Johann Lischart und Sebastian Zöranö, die ain Ende des fünfzehnten und Anfange des scchszehn- ten Jahrhunderts gelebt haben, bcy- des Manner von wahrem Genie, machten keinen Eindruk auf ihre Zeit- verwandten, und ihr Bcyspicl beweist hinlänglich, daß die Sitten und der Geschmak der damaligen Zeiten schlechterdings nichts gehabt, das der Dichtkunst günstig gewesen. Die große Welt hatte das Gefühl dafür verloren; sie gcricth dem Pöbel in die Hände*), und ward von ihmsoge- mißhandclt, wie sie noch in dcnSchrif- ten Hans Sachsens ausstehet. In der ersten Hälfte des sieben- zehntcn Jahrhunderts erschien Mar. tin Gpitz, den die neuer« Dichter Deutschlands für den Vater der erneuerten Dichtkunst halten. Cr hatte nicht nur das Genie eines Poeten, sondern auch hinlängliche Kcnntniß der Alten um es auszubilden, und Eeschiklichkeit die Sprache dem starken und richtigen Ausdruk der Ge- *) S. Sammlung critischcc, poetischer und andrer geistvoller Schriften, / Et. S. 54. D i ch danken zu unterwerfen, und doch wol- klingend zu seyn. Nach einer so langen Barbarei), iit West che die deutsche Dichtkunst versunken gewesen, hatte dieser große Dichter nicht nur durch sein Bcyspicl andre Köpfe zur ächten Poesie wieder ermuntern, sondern der Nation selbst einen Geschmak daran geben können. Aber weder das eine noch das andre erfolgte. Fast noch ein ganzes Jahrhundert hindurch, nachdem Opitz so schöne Proben von starken Gedanken, von einer natürlich fließenden und babcy sehr nach- drüklichen Sprache gegeben, sah Deutschland eine Menge schlechter Dichter, die weder durch ihre Materie noch durch ihre Schreibart die geringste Aufmerksamkeit verdienten. Und obgleich in dieser Zeit hier und da einzelne Spuhren des ächten poc- tischen Geistes, wie z. B. in den kleinen Arbeiten eines Ä.ogau und eines rvernike erschienen, so bedckte doch auf der einen Seite ein falscher und abcntheuerlicher, auf der andern ein pöbelhafter Geschmak die ganze deutsche Litteratur. Erst gegen die Mitte des itzigen Jahrhunderts drang das Genie einiger wahrhaftig schönen und starken Geister durch die Dike der Finster- niß hindurch, und zeigte Deutschland in vortreflichen Proben, sowol das helle Licht dcr Critik, als den wahren Geist der Dichtkunst. Boviner, Haller, Hagedorn sind die ersten gewesen, die den Schimpf der Barba- rey, in Absicht aufdie Dichtkunst, von Deutschland weggenommen. Nun haben wir seit dreyßig Jahren manchen schönen Geist, manchen angenehmen, auch manchen siarkdenken- dew Dichter unter uns gesehen; wir haben von einheimischen Dichtern Proben, daß der Geist, der den Homer, Pindar und Horaz belebt hat, unter dein deutschen Himmel nicht fremd fey. Alles scheinet uns gegenwärtig D i ch wattig ein gutes Jahrhundert für die deutsche Dichtkunst zu versprechen. Aber der Geist und die Denkungsart desjenigen Theils der Nation, der durch seinen Beyfall den Dichtern Ruhm bringen, der den wichtigen Einfluß bei Dichtkunst auf dieGemü« thcr au sich empfinden und weiter ausbreiten sollte— wird dieserThcil der Nation, ohne welchen die Dichtkunst blos eilte Veschafftigung weniger Liebhaber bleibet, wird er die ansehen ncndenHoffnungen in Erfüllung drin« gen? Wird ein feineres Gefühl des Schonen und Guten bey dem ansehnlichsten Thcilc der Nation so allgemein werden, wie das Gefühl von Galanterie und Artigkeit, ritterlicher Ehre und Tapferkeit in den Zeiten der schwäbischen Dichter gewesen ist? Werden unsrc Dichter diesem Theil der Nation wichtige Männer sepn? Werden wir Dichter sehen, die es nicht deswegen sind, weil ihr noch junger Geist von den Schönheiten der Alten zur Nachahmung gereizt worden, sondern von dem Geiste getrieben, der einen Homer, einen Sophokles, einen Curipidcs zu Dichtern gemacht, und der dem Horaz seine starken Oden an das romische Volk eingegeben hat *)? Diese Fragen muß die Zukunft beantworten. -H- Ausser den, die eigentlichen Regeln der Dichtkunst enthaltenden, und de» dein folgenden Artikel angezeigten Schriften, handeln, von der Poesie überhaupt; von ihren LLigcnhciten und Wirkungen an und für sich, oder in Derglcichung mit den übrigen schönen Künsten; von ihrer Ucberoinsiiininung und Aehnlichkeit mit den letztem; von ihrer Verbindung mit den übrigen Wissenschaften, ihrem Wnflusse auf diese, u. d, m. unter den Griechen: Plato, an einzeln Stellen, vorzüglich in dem ztcn und lotenB. s. Republik. Daß er, obgleich sehr un- *) I.ib.III. od. z.U.6. epocl.?. U> >6. D i ch 629 schuldiger Weise, zuerst die Veranlassung gegeben, die Poesie als Nachahmung zu erklären, erhellt aus diesen Stellen sehr deutlich. Sic enthalten, indessen, nichts, als allgemeine Bemerkungen, aus welchen P. Beni eine vollkommene Poetik (plaronia Loeries, ex OialoZis col- leNa ) zu machen gesucht hat. Seine »rtheile über die Dichter überhaupt oer-> anlaßtcn mehrere Schriften, als pro T^rce poer. Orario von Jvh. CaseliUS, idotkocki. 1568. 4. blamb. >618. 8- ldcdinrcgra?.ione de'Loeri, di pagan Laudenrio, Llor. 1640. 4. Lenc!» menz de plaron tue is Poesie, von Couture, in dem iten Bde. der ödem, clc Ibgead. dex Inicripc. und die tiisi- sierrarion tue I'ukage gue Piaron kair des pocres, (ob gleich diese Abhandlung eigentlich nichts von des Plato Mepnun- gcn über die Dichtkunst enthält) von Fra-> guier, ebend. im ztcn Bde. Auch gehört hicher im Ganzen noch das Lxamcn cau- Parum eue siudia libcralium arrium, inprimisczue Poeleos a pbilolopliis ve» rer. nonnullis aur nevleöka sur im- puZnaia siuerinr, keclc, bipsi. >785-4.— Plutarch; seine Schrift, wie die Dichter zu lesest, und bey der Erzie- hung zu gebrauchen sind, ist bc» dem Art. Bicktcr, angezeigt.— — In lateinischer Spracht: sixercicar. de marura med!» Poeleos iurerpbilosi er klitkor. Kuök. lo. Q. ödiiller, lena 1707.4.— lärrum de poetica rette zudieare polsir czui nun poera, Olik. Leb. Korrbolri, Kilon. >708. 4- — l)e umbra pocri» es, Dill. III. söutt. L. Lorrl. Loden, Vir. 1765. 4. — ttrrit'sx ca guüe tibi non convcniuur singeus > poecae mo- nicor, von ebcitd. Vireb. 1767. 8 — De elocurionis poeric. discura, lcr. L. I. Oani, ltal. >774- 4- — sikuid poesi pbilolopbia debear, Töutk. p. I. Lstva. Dpi'. >78ß. 4. In italienischer Spräche: Lonsiglio adunZio- vane, poera, del L. Lbcrlolc, dlsp. >778. 8. — In französischer Sprache: ve la Poesie er de ton ge- nie, der 2tc Th. des Lei - btgric, p. Nr z Lrane. 6zy D i ch D i ch prsne. Oallierc, pzr. 1695. iz. Hcsiex. siur Iz Poesie von Ch. de St. Evrcmont, in s. Vcuvr. B. z. S. 17. Ausg. von 1725. —- Herrre3 crir. er sii- Kor. roucsiznr I'i6ee czue Ie3 zncier>3 svoienr 6c Iz Poesie, er celle c>u en onr les modernes ... 9. le 8r. 6c 8ou- venel, pzr. 17,2 12.— In C. Rellins Moniere 6'ensieigner er 6'eru6ier Ics bcllcs Ierrre3, pzr. 1726. > 1. 4 B. handelt das 2tc Buch des ersten Bandes (S. z66 der Höllischen Ausg. von >751) von der Poesie — De I'esience 6e lz Poesie, eine Adhandl von L. Racine, in ^en silem. 6c I Kcz6. 6ez Insicripr. und als ZteS Kap. in s. pesiex. siur Iz Woeste, in s. W B.III. S.54. pzr. 1747. 12. Deutsst) in den Bemühungen zur Beförderung der Kritik und des guccn Gc- fchmacks, Halle 174z. 8. — siur Is Poe- sie en genernl, sies usizAez, sic3 sior- nes, sion crssilisiemenr, er siur ce gu'elle g 6e coinmun zvec Iz prosie, in s. pocriquc prisie 6zn3 sies siourcer, Oeuvr. V.IV. S. 1 U, f. Knill. 1749. i,8- — Das -tc, zte, 4te, ;tc und 6te Kap. des ersten Artikels des zten Abschn. im iten Th. von Battcux Lours 6e siel- les lertrcs (B. I. S. IZZ der deutschen Ucbers. 4tc Aufl. handelt von der Poesie übcrh — so wie das erste Kap. in Mar- luontcls pocriczue — De Iz Poesie er 6es poere.3, von Trudlet, im 4ten Bde. S^ >75 f. Lllgjz, pzr. 1762. 12.— He- siex. siur Iz Poesie > von d'Älembcrt im 5ten B. S. 4ZZ f. Vlelzn^ez 6e hicrer. 6 Hill. er 6e psiiiosi. Kmst. >767. 12. — In englischer Sprache: Osi- siervst. on sioerr^ sn6 Lloguence, von Ben Jonson, welche wieder mit Phil. Sidnetzs Oesience osi poerrz-, I-on6. 17S7. L. abgedruckt worden sind. — xsizy osi poecry, von Willh. Temple, in s. silisicell. O0116.1696.8. Th. Z. S. zoz» A65. — lpsie Zroun6s osi Lriricisin in. pperrzi, si)- Oennia, I.0116. 1704. 8. --- Kn silsiz^upon poerrz-sn6pgin» rinA n-irsi relsrion ro rsie siscrc6 gn6 grosizne Oillor)-, siz- Osi. hgmorre, hon6. >7zo. 12. — In den lpsiree l'rezrisier, conc. Krc, Uusilc, poc- rrz-, pzinring, sn6 Isigppinesis, von Jam Harris, Hon6. 1744. >755- 8- verm. ,770. 8. Deutsch, Danzig 1756- 8. Besser, nach der neuesten Aufl. Halle 1780. 8 enthält die zwcvtc Abhandl. eine Untersuchung über die Verwandtschaft und Verschiedenheit zwischen Musik, Mahl, und Poesie, und einen Versuch, eine Rangordnung unter ihnen festzusetzen. — poiz-meriz, or cnczulrz- eoncerning rsie zgrecmencs sieciveen rsie rvorlcs osi rlie klomzn sioerz, z,i6 rsie rc>nzin3 osi rsie zncienr Krrill3, in X II. bz- ss. sipence, I ,on6. >747. si. Verb. 1755. si. mit K. In einen Auszug gebracht, von Tindal, 1765.8. Deutsch, mit Veränderungen , von I. Burkard und F. F. Hofs stclter, unter dem Titel: Von der Uebcrs einstimmung der Werke der Dichter, mit den Werken der Künstler, Wien 177z - 1776.8. s Bde. — Eine Abhandlung über den Begriff von Poesie überhaupt, bei) R. Hurds Commentar über die Dichtkunst des Horaz, l.ou6. 175z. 8.aB. 1766.8. z B. im aten B. S. > u. f. d. d. Heb. Leipz.1772.8. 2 B. — In den lsiemzrlcs on rsic kezuriez osi poerrz-, si)- I)zn. Wcsisi, I-on6. 1762. Deutsä), in einem Auszuge, bc» der llebcrsetzung von eben dieses Verfassers -- Osisicrvzcionr on rsie corre- sipon6ence sierivccn poecr)- zn6 siäu- silc, von cbcnd. I -on6. 1769. durch I. I. Eschcnburg, Lechz. 1771.8.— Auch gehören einige Aufs, aus eben desselben sii- rcrarz- slmusicmencz in Versie sn6 pro» sie, hon6. 17L8. 8-hichcr. — Herrcr , . . on poerrzi, pzinrinA sn6 Lculp» rure, si^ Or- King, l-on6. 176g. 12, -»» psizz- on poerr^ sn6 Xllusilc, ZZ rsiez- ssiesil rsie min6 , von I. Beattl'c, bch der itcu Aufl. s. Llsizz- on rsie n»ru- re zn6 iinmurssiililz' osi rrurk . . . H6imsi. 1776. 4. Deutsch, im itenB. s. Neuen philos. Versuche, Lechz. 1779.8. — Llsiz)- 011 rsie zp^Iicarion osi nacu- rsl siillor)' ro poerr^; siv ss. Kilon, ^Vsriingr. 1772. 8. Deutsch, mitZus. durch Chrstn. H. Schnud, Leipz. 177?. 8. On rsie zlliznce osi nacursl Oi- Kory D i ch D i ch 6zi Kor^ anck rvicb paetr^ ein Aufs, von Tb. Percival, in s. däoral anck I-irrer. Oiilvrcar. Donck. 1784. 8. — 0n rke norure anci cllcnrisl chsrsöbcr5 ob l'oerr^ 25 ckilbinAuilMck DamUrole, dy Dr. Varns5, in dem 2ten Bde. der Tvlcm. »5 rb.e I-ircr. sncl ?hilosi 8c>cie- l)? ok IVlonchelber, h.onck. 1785- 8. Deutsch, in der llcbcrs. dieser ^lcm. keipz. 1788. 8. 2B. — Decrcrs 011 Die- rerorure, b^ ldob. lstervn, Danci. 1785- 8. —- In dem korsnic Garsten, s koem, I.. ,788- 4. linden sich, zwischen den vier Gesängen, Gespräche, worin der wcscntl. Unterschied zwischen Poesie und Prose, die Verwandtschaft zwischen Poesie und Mahlere», Poesie und Musik, u. s. w. sehr gut auseinander gesetzt worden sind. — On?<-ecrz/, coniisterest azau imicarive vre, von Th. Twining, bei) s. liebcrs. der Dichtkunst des Aristoteles, !.oust. 1789. 4 ( Die verschiedene» Bc« deutungcn, in weichen das Wort, NacH- tchlnunz, von der Poesie gebraucht wird, und der Sinn, in welchen, Aristoteles von ihr es gebraucht hat, werden darin bestimmt, und die Geschichte dieses Bcgrif. fts allgemein angegeben.) — ?be /U. lisnce o5 ö/lulilc, ?c>etry gustOracor^, l>y I.c>nst. 1789. 8. (Dem Verf. zu Folge ist Musik die Grundlage, auf welche alle Poesie und Beredsamkeit aufgeführt werden muß.) —? In ventftlier Sprache: Anleit. zur Poesie, worin ihr Ursprung, Wachsth. Beschaffenheit und rechter Gebrauch untersucht ... wird, Bresl. 172;. 8. — Von dem Mittelmäßigen in der Dichtkunst, eine Ab- hanbl. im aten B- S. 242 der Beytr. zur Lrit. Historie der deutschen Sprache. — Untersuchung, wie weit sich ein Poet des gcmcisicn Wahnes und der Sage bedienen könne, ebcnd. im 8tcnB .S .254. — C- F. Vrämers Untersuchung von dem wahren Begriffe der Dichtkunst, Danz. 274-,. 8- — Von dem Wesen und wahren Begriffe der Dichtkunst, von Mich. Eonr. Curtius, bei) s. Ucbers. des Aristoteles, Han. 175z. 8. — lieber das Natürliche in der Lichtk. in den Lyr. Elcg. und Epischen Poesien, Haste >759.8. — Bemerk, über die Dichtkunst und die Dichter, von O. Gvttl. Schlegel, Riga 1764. 4- — Von dem höchsten Grundsätze der Poesie, und von der Einthcilung der Poesie, von I'. A- Schlegel, bcy s. Batleup, S. i85 »nd 245 der Ausg. von >770. — Von der heiligen Poesie; von der Natur der Poesie, und von der Sprache der Poesie; von der Darstellung des Dichters, von Fr. W. Klopstock, vor dem Messias, in dem Nordischen Zuschauer (und in s. Kleinen Poet, und Pros. Merken, Lcipz. >771. 8.) und in den Fragm. über Sprache und Dichtkunst, Hamb. 1781. 8. — lieber den Begriff der Dichtkunst, eine Abhandl. in dem -tcn St. der Santlnl. vermischter kleiner Schriften, Bötzow ,764.8. — tavkcon, oder über die Gränzcn der Mahlercy und Poesie. . . von Gotth. Ephr. Lcssing, Beel. 1766. 8- vcrm. ebend. 1788. 3. Engl. 1767. verglichen mit dem itcn der Kritischen Wälder. — I- M. Klefckcr von dem Einflüsse der seh. Wisscnsch. in die Gottesgelahrthcit, Hamb. 1770. 8- — In wie weit die Aesthctik der Gottesgcl. schaden könne? ein Aufs, in den Abhandl. und Poesien, Königsb. 1771. 8. — Von deutscher Art und Kunst . .. Hamb. 177z. 8. — Zerstreute Anmerk. über die Dichtkunst in den Verm. Urthcilen und Aufsätzen, Riga >774. 8. --- lieber dieWill» kührlichkcit und Nichtigkeit theoretischer Regeln, von W. Bürger, im D.Museum, Ma» 1776. vergl.mitderN. Bibsi der sch. Wissensch. B. 22. S. 8> u. si — Ueber die schönen Wissenschaften, ein Fragm. von Claudius, Marp. 1778. S. (Wahrscheinlicher Weise der, auch im D. Museum abgedruckte Aufsatz, worauf in eben dieser Schrift sich eine Antwort (von Garve) sinket.) — lieber Dichtkunst, in Verbindung mit Religion, eine Abhandl. von A. H. Nicmcver, bey s. Gedichten, Lechz. 1778. 4. — Gedanken über die Dichtkunst, von dem P. Castiglivnc, im -tcn St. der Chronologen, Fest. >779> 8- — Etwas über die Poesie, von Joh. Chrstph. Jac. Wucherer, Bapr. >78°. 4. — Ueber den Einfluß der schönen in die R r 4 Mern 6zs Dich D i ch höher» Wissenschaften, von I. G. Herder, in den Adhandl. der Bayerischen Akademie» Th.r. S. >Z9. München 1781. 8. lieber die Dichtkunst, cincAbhandl. in dem preußischen Tempe, Königsb. 1781. 8. — Bon der drcysachcn Kraft der Dichtkunst.. (von Chr. Dan. Boß.) Helmst.1782. 8. — Betrachtungen über die Dichtkunst, von Ä. F. Äretschinann, vor dem zwcy> tcn B- s. W. Letpz. 1784. 8- — lieber den Zweck der Dichtkunst, eine Abhandl. vor dem zqten B. der N. Bibl. der sch. Wissensch. — Dom Ursprünge und Wesen der Poesie, von dichterischer Sprache, von Metrum oder Bcrsarlcn, und den ricdtigen Gründen der Eintheilung der Dia tungsartcn, das >2tc Kap. in dem Grundr. der Theorie und Gesch. der sch. Wissensch- von C. Meiners, Lemgo 1787.8. — Aesthetische Gespräche, Bresl. 1788.8. (Gegen den Gebrauch der Mythologie, der Reime und des Sylbenmaßcs gerichtet, ohne einen einzigen bestimmten und deutlichen Begriff darüber.) — Die ?tc Betr. aus K. H. Hcydcnrcichs System der Aesthctik, Leipz. 1790. 8. S.2Z7. handelt vom Wesen der Poesie, von der Eintheilung der Werke der Poesie, u. s. w. — Bon dem IVcrthe, oder Unlverthe, und von der Gchäolichkeit oder Nützlichkeit Oer Poesie, in Rücksicht auf Sitten, u. d. m. handeln a»sser dem, was in den vorher bemerkten Schriften des Plate sich findet, besonders, in lateinischen Sprache: üpoloZecicus, live cle hoel. innc>cenria"j von Bc». Menzini, unter dem Nahmen Bencdctto Fiorcnti- no, in s. W. Nor. lägo. 8. — De hurilicare hoetices, scr. Bansq. Hader, Hmftel. 1697. g. Eine lat. Widerlegung dieser Schrift (hxcrcirar. gstv. hsbrum) von Frd. Willh. Schütz erschien, lupf. 1698. 4.—. Disscrrat. czua hoer, veccr. ldoman. er (iraecor. s cnnremru lcripror. Parrlialianorum vinclicar 8ed- Xorrdolä, Xil. 170z. 4. (Gegen die folgenden iftellexinns des Le Clcrc gerichtet.) !o. ^lnr. Vulpii 6e urilirare hoer. hib. harav. 174z. 8. — De estieaci gä chifcihlinam xublicsnr privaramczue vecullillimor. ?aec, äo- Krina von Chr. Eottl. Heyne, in s. Dpulc. Acscl. B. 1. S.166. — De vi hocleos in mores dominum, Diss. II, scr. lo. G. hccius, hipl. 1781. 4. ^ De utilirare ex poerar. inprimis ve- rcr. iufta leKione capiencla, scr. I. Lurlirr, dlaAci. 1786. 4. — — In italienischer Sprache: II halca, Dial. Aoli, hir. 1584. 8. (gegen die Dichtkunst) — OelL ecccl. Ien7s clella hoelia, Dial. 6i Lolimo Liagi, ftvm. 1586. 4> — DeclamaBo- nc in clikela clella poclia, cii Luil. Les. Lapsccio, HIap. 1612. 4. — DrS2. apologerica in locle clella poclia cl'K.- gollino ftclli, herriA. 1616. 4.— Oilc. in clikela clella hoeiia, von Fr. Pellica» »i, in s. Discorli, Ivlac. 1647. 4. — 8s la hoeiia inlluilea sul dene clella 8ociers e come polla essere ogoerco clella holirica: Disserr. clall/W. Dlem. Liliilar!, lvlanr. 1771. 4. — — In spanischer Sprache: hancgirico por la hoeiia, por Hern, cle Vera, öäon» ril. 1627. 4. In französischer Sprache: Defense cle la hoelie er clu längste des hoeres, ä dclcle. cles ho- Zcs, par kvlarie ffars cle Gournazr, har. 1619. 12. und in her Samml. der Schriften dieser Lame, har. 1641. 4. — Defense concre lex acculareurs cle la hoelie ä dclr. Llcapelain . , . p. )esn L. (Zue2 cle LaDzc, har. >657. ja. — hlouv. lellex. lur I arr pocr. p. le ?. Lern, ldamzr, har. 1678. 12. und bcy s. likeroriczus, /Xmft. 1712. 12, (Oer Mönch hat, zum Theil, das französisch gesagt, was Le Fevrc von ihm lateinisch gegen die Poesie, gesagt hatte.) — öle- rhocis ch'ecullier er cl'enlei^ner edre- rieunsmenr Ics hoeres, p. le h. houis 'isdomallin, har. i68>'>68 2. 8. Z Bde. (Ein zwar, zur Ehre der Dichter und Dichtkunst, gut gemeyntcs, aber höchst weitschweifiges und langweiliges Werk.) Adr. Baillct hatte, in s. )ugemcns cles 8svsns allerhand bittre llrtheilc über die Dichter, welche von der Liebe gesungen, eingemischt; dieses rügte Menage in D i ch Dich 6zz in s. -Vnri-ttalllcr, vorzügl. !in 144 Kap. (im ?ten B. Th. 2. S. 151 u. f. der )n- gemens, Ausg. von 1725.12.) und Bail- !et rechtfertigte Mcynung, in der Vorrede vor dem ttcn Th. des dritten Bandes dieser Alisa. — Penises lue les Poe. res er tur Is poette, von Et. Le Clerc, in den psrrbotion. tlintt. 169-). 12. Deutsch vor Wetschens Ged. KönigSb. 1724. und mit Am», im Sie» B. odcr-qten St. S. 5Z> der Beytr. zur erit. Gesch. d.d. Sprache, Lcipz. 174s. 8. (Auch dieser Verf. baut auf dem, was Le Fevre gesagt halte, weiter) — Detente stets Poe. tle, von Wiiih. Massieu, im ztcn B. der ^lcnr ste iVLeost. lies Intcripr. lind vor s. Itittone ste I» poetle srsnc. por, 17Z9.12. — Disc. spologcrigue cn so- vcur ste la pnene er stes poercs von Fr. Ga^vn, als Vorrede vor s liebers. des Annkrcon, Roterd. 171s. 8. — Eine herrrc von H. Eamusat über die Dichter, welche von der Wollust gesungen haben, vor den Deuvr. ste h'bsulieu, por. 17zi. 12. Deutsch im ;ton B. S. >57 u. f. der Samml. verm. Schriften, Bert. 1762. 8. — Defense che lo poetle, von L. Racine, in den Astern, ste I Geochstes Intcripr. und das erste Kap. in s. ttc- tiex. tur Is paesse, Deuvr. B. III. S. 5 U. f. por. 1747. 12.— plsi- sto^ers cn koveur cle lo poetle. . . ste- vsnc le public, p-rr. 1740. 12. — Auch läßt, ini Ganzen, sich noch der bel kannte Discours des I. I. Rousseau über die Nachthcile der Wisscnsch. überhaupt, so wie die verschiedenen Widerlegungen desselben, hiehcr rechnen. — — In englischer.' Sprache: -zpvlogz- sor Poe- rrz, von I. Harrington, vor s. Ucbcrs. des Ariost, honst. izAl.s.— Dcsence ok poesz-, von Phil. Sidncy, bey s. ^r- costiz, honst. 161 z. 4. Einzeln, mit einer Schrift von Ben Jonson, honst. 1787. 8. In Veutscber Sprache : Ueber die Wirkung der Poesie auf Sitten, eine Prcisschrift von I. G. Herder, in dem itcn Th. S. 25 der Abhandlungen der Bayerischen Akademie, München 1781. 8. Von dem Ursprünge der Poesie überhaupt handeln, in italienischer Sprache: Lcsarotti, Vom Ursprünge und Fort- gange der Poesie, vor s. Hebers, zwcyer Trauerspiele deS H.v. Voltaire, Vcn. 176z. 8. Deutsch im 2tcn Vdc der Neuen Bibl. der sch. Wissensch. In französischer Sprache: Ausser dem, was in des Condistac's hss-n tur I'origine stes con- noittoncez ttumoincs . . . Thntterst. 1746. 12. - B- vorkommt, und vorzüglich erwogen zu werden verdient — t r->!- re ste t'oril-ine ste I-! poetle . . . p. vir. ctc tu hcvrcrie > in dem ttxrroorst. stu dstercurc golonr, 28t. B. Oclober >684- S. 57 -I2Z. (Bestreitet die Mcynung, daß die Poesie aus der Begeisterung entsprungen , und also eine besondre Gabe von der Gottheit scy.) — Ditc. tur I'origlnc ste Ig poetle . . . p. le 8r. hrsin stu Brem» bloy, p.ir. 171z. 8- (Gegen diejenigen gerichtet, welche die Mythologie zur Quelle der Poesie machen. Der Verf. sieht das alte Testament dafür an; und zieht nun die Folge hieraus, daß jene auf keine Art zum Wesen der Poesie gehöre.) — — In englischer Sprache: Dittcrtoc. concerning cbc orlgln -inst pro^rets ot poerrz- in gener?.!, von Lud. Crusius, vor s. hives vsrbettorn. poers, Donst. 1726 und 172z. 8. 2 V. — kl stitterrsrion on rbe rite, nnion onst power, rbc prngrelllons, tepsra- tions onst corrupclons ot poecrz- snst kcstutlic . . bz- Dr. IZrown, honst. 176z. 4 —, Lome observor. on Dr. Itr. Dis- herror. honst. 176z. 4. — pernarlci on snme obscrvor. . . . honst. 1764. 8> —. Das erste Werk, etwas verändert, unter dem Titel: Vbe blttory ok rke rite onst progretti ob pocrr^ rbrougb irs scveral tpecies, honst. 176z. 8- Franz. Par. 1768- 8. Deutsch, na.d der ersten Ausgabe, mit Auszügen aus den Heyden vorher angeführten Schriften, und eigenen Anmerk. von I. I. Eschcnburg, Lcipz. >769.8. Htal. durch Piet.Eroechi, Flor. >771. 8. — I" den hstoz-s on va- rious tubzesls ot hotte onst Driricism, honst. 178°. -2. findet sich ein Aussatz R >' 5 über 6Z4 D i ch D i ch übcr die Natur, den Ursprung und Fort» gang der poct. Composition. In Vsncscber Sprache: Ausser dem, was in der Abhandlung von dem Ursprünge der Sprache.. . von H. Herder, Berl. 1772. 8> hierüber vorkommt, — Anmerkungen vom Ursprünge der Poesie, in dem;tcn Th. der auserlesenen Anm. übcr wichtige Materien und Schriften, Leipz. 1710. z. (von Gvttl. Stolle.) Bon der Gesckicbte vev Poesie im Allgemeinen.' kursier er plan st'unc bliiloire generale ste Is ?>>efis, cliS2 Ics peuplez czui I'our cultivee svac le plus stc succes, von bovis Racine, in dem ntcn Bde. der däem. ste l'^csst. lies Insoi-ipr. — lieber den Nutzen der Vcrglcichuugen verschiedener Ausarbeitungen verschiedener Genies über denselben Gegenstand; und Lichterparallelen, von L. G. Cromo, Gött. ,77-- 8. und in s. Kl. Philol. Schriften, Leipz. 177?. z. — lieber die Hauptepochen in der Geschichte der Dichtkunst, dm? Abhandlungen in dem iten und -ten Bde. des Magazins der Künste und Wissenschaften, Gotha 177S -1778. 8. — Versuch einer natürlichen Geschichte der Poesie, in dem zgtcnB. S. 1. und 177 der N. Bibl. der schönen Wis- scnsch. (aus Marmontels Klemens ste I-i Dirccrsr. gezogen.) — In den .Vlem.ste iAcsst. ste Lerlin finden sich verschiedene Abhandlungen über den Cinfiuß der Wissenschaften auf die Poesie von H. Merlan, welche, im Ganzen, zu der Geschichte derselben gehören, und wovon vier, deutsch durch Jac. Bernoulli, Lechz. 1784 -1786. 8. 2 B. erschienen sind. — Fragmente vom griechischen und modernen Genius, ein Parallelvrcsuch von F. B. im iten B. der Akad. der sch. Redekünste, Beri. 1790. z. S. 47. (S. vorher, Cesarotti und Brown) Von der Eiesibistsite Oer Poesie bei? bestimmten Völkern: Natürlich kommt diese, immer auch in den verschiedenen Geschichten der Wissenschaften und der Lit- tcratur überhaupt vor; ich will also, wenigstens, einige dieser hier anführen, alö in italienischer Sprache: OiscorW lc>. pro lc Vicensts stells lirreisturs IM dem Abt C. Ocnina, Vor. 1760. g. Glssx. 176z. g. vcrni. Berlin 1784- 1785. 8. 2TH. (Oer größte Thcil jenes Werkes bctrist, wie natürlich, die Poesie; und der Verfasser geht die Geschichte derselben bey den mchrcstcn Europäischen Völkern, so wie bei? den Arabern, durch; aber, ob das Werk sich gleich angenehm genug ließt: so ist es doch, wie die mch- resten Schriften des H. Abtes, sehr flüchtig geschrieben.) — vcll' online, pro- grefiv e Lrsru söbusle st'oZni kerrers- rurs, stell 8. I). stusn /ünstres» ksrms 1732. 4. Spanisch, von dessen Bruder, C. Andres, d/lsst. 17L4..8. 2 Bde. (Ob mehr von dem Werke erschienen ist, weiß ich nicht; der Verf. leitet die Cultur der neuer» Völker ganzlich von den Arabern her.) In franxosiscbcr Sprache: kilsis lur l'lstiss. stcs Helles leccres er lies lciences er ües srrs, p. d-ir. stu- venel clcs Lsrlcncss, b^on 1744. 12. 4TH. Deutsch, Leipz. 1749-1752. 8- -Th. (Abgerechnet, was der Vers, übet die Gc. schichte der französischen Poesie im -tcn B. sagt, ist das Ilcbrige höchst mittelmäßig. — Lonslstersrions lur les revolurions stes T^rrs, i?sr. 1755. 12. (von dem Abt Guil. Alex. Mehcgan, und nichts als allgemeines, oberflächliches Geschwätz.) — Vslstesu ües revolurions cle Is birrersrure snc. er mosterne, p. Xlr. lAl>he ste Lournsnst, ?sr. 1786. 8, (Das Werk besteht aus eilf Abschnitten, als Vues izenersles; ste In Lrsce, ües bsrins; stel'lcslie; ste I'Llpggne; stu korcu^sl; stclskrsnce; ste lAngle- terre; stc I-lllemsAiie; stes Sucres blsrionsste I'kurope; stes Brahes; UNd enthält größtenthcils nichts, als ganz gut gesagte Allgemeinsätze. — Von Vcmscbcn Schriftstellern: Wir haben der Bücher dieser Art genug; aber so viel ich weiß, kein einziges, welches sich durch philosophischen Geist auszeichnete. Ich will, indessen , einige hersetzen, als P. E. Bcr- trams Entwurf einer Geschichte der Gc- lahrtheit, Halle 1764.8. worin der sechste Abschnitt ein Verzeichnis'von Werken über die D i ch Dich 6z 5 die Dichtkunst und von Dichtern enthält. Hodegctischcr Entwurf einer vollständigen Gesch. der Gelehrsamkeit von Hier. Andr. Mertens, Augsb. 1780. 8> 2 Th. worin in, atcnTb. S, 275 sich eine Rapsodic über die sch. Wissensch, findet, Eigent- lichcr aber handeln von dieser Geschichte,: Dells kroris e ksAions cl'ogni Hoests sti stesiic. Lsv. t^usürio, Kol. und kvlii. 17Z9 - >752. 4. 5TH. in? B. (dertheoretische Theil ist sehr alltäglich; der historische nur bcy der italienischen Poesie vorzüglich brauchbar.) Auch gehört noch, im Ganzen, das Werk des Gravina, Dells ksginnc koerics, hih. ll. kom. 1704.4. Vcn. 1751.4. in so fern hiehcr, als der P. mehr die, von den Dichtern beobachteten Regeln, wie eigene Ideen vorträgt, und so, gröst- tentheils nur von diesen Dichtern handelt. Er hat sich, indessen, blvs auf griechische, römische, und einige der älter» italienischen Dichter eingeschränkt. — Ferner, Chr. H. Schmids Anweisung der vornehmsten Bücher in allen Theilen der Dichtkunst» Leipz. 178N 3- (Das Werk erschien ursprünglich, mit dem Titel: Theorie der Poesie nach den neuesten Grundsätzen und Nachricht von den besten Lichtern nach den angenommenen llrthci- len, Leipz. 1767-1769. 8. in 2 Th. nebst einer Sammlung von Zusätzen; nachher, mit Weglassung des Theoretischen, unter der Aufschrift» Littcratur der Poesie, und endlich unter dem obigen, welcher den Jnnhalt desselben zur Gnüge anzeigt,) lieber die Geschickte, den Geis?, und die Eigenheiten der Poesie Key den Griechen: Ausser den vorher angezeigten Lebensbeschreibungen der griechischen Dichter, und dem was bei) den einzeln Artikeln von ihnen, als Aeschtzlus, Ari- sivphanes, Euripides, Homer, Pindar, Sophokles, ungleichen Comödic, Drama, Lied, Lyrisch, Trauerspiel u. a. m, in diesem Werke angezeigt worden ist, und darüber sich in den verschiedenen Commenta- tvrcn der Dichtkunst des Aristoteles findet, handeln, in lateinischer Sprache, davon: De ?oest Grsecor. Kuck ^dci. hi-scrorio, Ks?. 1561 .8.— De Ks pocr. Lrsecor. lud. I V. c. sciiivr. Vlicki. hlesiiäri coli. lo. Volsnäux, Dipl) 1582.8. >6iz. 8- (betreffen blos die Prosodie.) — krseicck de kost! Lese- cor. lcr. Vir. VVsrrori, 'Dx. 1769. 4. — Plan der Gesch. der Poesie, Berods. Mus. Mahl, und Bildhauerkunst, unter den Griechen, von C. E, L. Hirschfcld, Kiel 1770. 8- — De snriczuse gr. kos- Leos iiidoie, st». Dsv. Xoeier, Locr. (>73Z.) 8. (Ob die Fortsetzung davon erschienen ist, weiß ich nicht?) — Diilor. Kock, Ar. brcvior. sl> Knscr. ulgue scl ^äclessr.. lcr. L. L-orri. KonntsA, (D!p?.) 1785. 8- — Auch gehört noch im Ganzen hieher : Dircrsr. srciumczue inrer suriguior, Drscc. conclirio ex ^äustsr. siiorumgue cleor. nominiliuz iruiniisgue clecisrsrs > von Chr. G. Heyne, im sten B. S. 29? s. Dputc. /tcsä. Locr. 1787.8. In iralicinsickeu Sprache! Dells I'ocrics (li krsnc. ?s. rrici, Is Dccs illorisls . . . Der. 1636. 4. (Ungeachtet der Verf. die Geschichte der Dichtkunst bis ins igte Jahrh. herabführt: so hat er vorzüglich sich doch nur bcy der Geschichte der griechischen Dichtkunst aufgehalten.) I» französischer Sprache: keciierciie« lue lez combsrx er lür lex prix prnpvles sux ?necex . . . psrmi Ics Drees er les kam. von Fr. du Belloy, Sieur du Restle!, in dem i9tcn B. der kclem. de I'Kcsd, ciex Inlcripr. —- — In deutscher Sprache: In Ch. A. Clodius Versuchen aus der Littcrat. und Moral, Leipz. 1767-1769.8. g St. finden sich Betrach- tungcn über die vornehmsten griechischen Dichter, oder vielmehr über die Sittlichkeit in ihren^ Gedichten; aber, wenn es gleich an cinzelen guten Bemerkungen darin nicht fehlt: so scheint der Verf. doch keinen festen, bestimmten Gesichtspanktt gehabt zu haben. — In den. Versuch einer pragmatischen Litterargeschichte« von I. I. Rambach, Halle 1770. 8. ndet sich, S- 9? eine Probe der Geschichce der Dichtkunst, vornehmlich der Griechen; aber 6z6 Dich D i ch aber cs ist eine wahre Probe.--» Einzele, Oavalerra, owero stclla pocssa Ichs, vvrtrefliche Bemerkungen finden sich im cana, Dial. von Torq. Tasso, bei) s. kaoeoon, in den Fragni. über die neuere Lioje cli rime c prosc, Vin. 1587. 1:. deutsche Littcratur (bes. -te Samml. S. und iiu gtcn Th. s. vperc, Vir. 17:4.5. -58), in den Kritischen Wäldern, u. a. m. — ilpnllon ou I'Oraclc stc Ii pocsse — so wie allerhand hichcr gehörige Auf- Icalieime er Lkpaßnole, avscunOom- sähe, indem, bcy dem Art. Plltcil an- menraire lur tvus Ics I'oetcs Italiens gezeigten Humanistischem Magazin, als er Lisi. p. Xlr. sscnlc Dupuis, par. lieber den Geschmack der Alten in Tropen 1644. g- — Issoria stclla vulgär Poe. und Vergleichungen (B. 1. S. 212. ) — iia, stz Qiov. Vlar. Oelcimbcni, Pom. Auch gehört, im Ganzen, noch hieher: 1698. 4. Lummencari inror»o alla Der Aufsah von den musikalischen Wctt- Lroria stclla Volzar Poessi, p. 170:. streiten der Alten, im ?tcn B. der N. 1711. 4. 5B. Neue Ausgabe, in wcl- Bibl. der sch. Wissenschaften, und vcr- cher die Commentar. in den Text ausgeschiedene der, be» dem Art. Alten be- nommcn worden sind, Ven. >7;,. 4. 6B. rcits angeführten Schriften. (wovon jedoch der letzte nichts, zur Gc- llcber die Geschichte, den Geist, schichte gehöriges, enthält.)— Dilc.ssir die Eizensteicen Oer Poesie bcy den t'dlissoire er Ic genie stcs meillcurs Aeunevn: Diss'errar. lipon tlic nioss Pockes iralieiis, in der kihl. lrali^ue, celehiarest Idomzii poccs, bz- /iststilorr Leo. 1728 U. f. im iten B. S. o:z- . . . Donst, 1721. st. — ssssai hissor. s78.ini ?tcnB. S. 176-Z24. (ursprüng- ste Ii Oittcrarure stcs pomains, Dahl. llch von deni Marg. Maffei geschrieben, 17:4.1:. —- Oonsssterarions lur I Ori- aber im Originale mir nicht bekannt.) — Aine cc Ics progrcs stcs Helles Ictrrcs Deila novella paests, cioö elvi vcro ehe: las poinains er Ics caulcs elc feuere c parricolari hclle?2s stclla ieur stccastcnce, p. Ic Xloinc st Or- poessa irallaria 6ih. III. Vcr. 17z:. 4, ßivil, par. 1749. Deutsch, Vresl. (In dem iten Buche handelt der V. von 175;. 8. — De Lollcgio poerar. Po- den, in der Manier der Griechen und Rö- ininor. pr. loa. Ll>r. v-'ernsstort, mcr, von den Italienern geschriebenen Delmss. 1756.4. — Dilc. lue Ii Gedichten; in dem 2tcn von dem, worin duessiom: Li Ic Liecle st^tiFussc eck eigentlich die wahre Italienische vhcrTos- pretskibile au Liccle ste Douis XIV. canische Poesie, wie er sich ausdrückt, be- p. Ic O. st'^lhon, Pik. 1784. 8. — steht; in dem zten von der Sprache, den S. übrigens die Art.Acncis, Plarrtus, Versen und dem Reime der Italiener, Terenx, Alten, u. a. m. so wie diese- und von dem italienischen poetischen Aus- uigen, welche von den verschiedenen Dich- drucke, in Vcrgleichung mit Römern, tungSacl cur handeln. Griechen, Hebräern, Franzosen, Spa- liever die lateinische Poesie in den nlern und Italienern) — Kerkers in- ttUttlcr n Jahrhunderten ! Dillcrtar. stc rorno ilp Iiivenxivuc uscits stil rcgno chdla mcstii aevi hardarie, inprimis st! läapnli, im 5ten B. S.22Y-264der circa Doelm lacinam, polz^c, kiaccolca st'opulc. Icienc. c sslol. Vcn, Dcckcro, Helmll. 1719, 4. Pen- 17z:. Deila poelia maligna sti sccs lur la stecastence stc la pocssc la- (Ziul. klar. Hnstrucci (Auadrio) Kol, liste, von dem P. Brumop, in den käem. ^7Z4. 4. — Disserrat. stc rhythmic, stp t r>cvvux, Mal) >7?2. S. 9^5-9>7- verer. poeli, cc oriZinc Iral. poeleos, und iu> dem )ourn. stes Lavans, März^ von lud. A»t. Auratori, im zten Bde. K. 287 ». f. S. 660-712 s. Tlnriczuir. lral. mest. sc- lieber die Gesckiclitc, den Geist vi, Ivlestisl. 1740. f.— Dissertation und d e lLigenheitcn der italienischen upon Icalian poscr^, hy Qiul. öarcc- Poesie, in chronologischer Ordnung: 6a ri, 6onst. 178z. 8- womit ich gleich Eben- D i ch D i ch 637 Ebendesselben /^ccciunt czs che manners anst cussoms ot Ical^r, Doncl. 1767.8. sB- verbinden will. — Deccere 6i Vir- oilic, a'leZislarciri clella nuciva ^rca- clia, von Sav. Bcttinclli, Algarotti, u. a. »1. Ven. 1758. 8. und im ?tcn B. der Werke des erstem, Ven. >78?. Französisch, Var. 1788. 8- Gerrere inZIc- sc, uon ebcnd. Den. 1766. 8. und ebenfalls im ?ten B. s. Operc. vilcorsc, so» z>ra la Voelia iraliana, von ebelld. IM ;tcn V. s. Opere. —- ZagAi'c, lhpra la lerreracrira Iraliana, 8i L. Oenina; l'vr. 176z. 72. — Versuch über den Charakter und die Werke der bebten itn- lienischcn Sichrer, Brschw. 176z-1764. 8. 2 B. von Joh. N. Meinhard; Ebcnd. mit einer Fortsetzung von C. I. Jagc- inann (über die Satiren des Ariost) 1774. 8. zTH. — ldilleilioni cei esempii lo- pra I'cIc,c)uen2Z iraliana . . . elcli ^bare Vlar. Lbiigi, Vcn. 1767. Z. 2 B. verm. ebcnd. 1772. 8. z B. ( das Mehreste besteht in Auszügen aus Dichtern und Prosaisten) -- ldcilex. lue l'erar asbuel cle lapnene iralienne, im iten Bde. S. z?c> der Varieces lirer. Var. 1768. I 2. 4B. — Restex, sur l'ciPric cle ls lir- rerar. irsl, cbend. im gten B. S. Z2. —» Nachr. von den ältesten erotischen Dichtern der Jtal. Hau. 1774. 8- — Italienische Anthologie, auö poetische» und prosaischen Schriftstellern, bieg». 1778-1781. 8. 4 Th. von Frdr. Schmitt) — Decrres sur la Dircerarure er la Vciesse iralienne, chlur. >778. 8. — Die vorzüglichsten italienischen Dichter im siebzehnten Jahrhundert, Heidelb. 1781. 8- (von Fr. A. K. Werthcs.) Olle. sul gusso presenre cielle belle icccere in Iralia, von I. Picdcmonte, bei) s. ital. Uebcrs. des Homerischen Hymnus an die Ceres, Lass. 178;. 8- Deutsch von C. I. Ja- gcmann, Halle 1788. 8- — Del Luide, prcicnre clella Dirrersr. Iral. clel 8. Dürrere VI. Lorsa... Ven. 1784. 8.—— Del Larscrere clel ßuilc, lest. Ven. 1785. 8> — Des Werkes des Quadrio ist bereits vorher gedacht. Noch finden sich Nachrichten über die Geschichte der Poesie in der Lroria clella Diners» rura iral. cll Lirol. Viraboscbi . . . Vävcl. 1772-17Z2. 4. is B. in iz Th. Dir. >78°. 8> Deutsch, Auszugsweise, bis zum Ausg. des >;tm Jahrh. durch C. I. Jagemanu, Leipz^ 1777-1781. 8. z V. — . In teni Werke des Bettinelli, Del risorZjincnrc, ci'Iralia ne^li Lrucli, ncl- le s^rre . . . llas. 1776. 8. 2 P. und in s. Opere, Ven. 178z. 8. 8B. — In den Vicencle clella Lolrura. . . clella Licilia, ei! Vier. blazi. Lignorelli, dclap. 1784. 8. 2B. — In dem Magazin der Italienischen bitteratur, von C. I. Jagemanu, Weimar und Dessau >777-1785. 8. 8Bde."»» lind die LiNIioth. clell'blcz- >zuen2S iraliana, des Fontanini, Ven. 1706. Z. mit viele» Jus. von Apostolo Zeno, ebcnd. 175z. 4. 2 V. liefert in der zten Classe, B. 1. S. 126 u. f. ein Ber- zcichniß von Werken der Dichtkunst und über die Dichtkunst; und in derben ebend. S. züc> ein Dcrzeichniß von dramatischen Schriften. Don Journale» der Italiener sind mir bekannt: Liorn. clei Derrerari in Koma, Id. 1663- 1681. 4. — II Licirn. Vencrc, cle' Dirrerari, Ven, 1671-1680.4. — Lior». cle' Derrerari in Varina, 821m. 1686-1690. 4.— Livrn. cle'Dcrrer. in Vleci. 1692- 1697. 4. — Lieru. cle'Derrerari cl'I» calia, Ven. 171---1740. 12. mitJnus begriff der Supplemente, 4Z Bde. — Llscrvar. licrcrar. Ver. 17Z7-4L. z. 6 Bde. —» dstovclle brrerar. Vir. 174a. 4. — Da trull» lerrersria, Idov. 176z. 8. von Varetti. — Linen, cle Durrer. cli Vila, Vis. 1771 - 178». 8. » Bde. — Dkernericle lirersr. Id. 1772.4.— Istuovc, Livrn. cle' Derrerari cllralia, Vloäcna 177 z u. f 12. Z6 Bde. Auch gehört zu diesen noch die Libliorkeczus Icali^uc, Leu. 1728 U. f. 8- >8 Bde. — S.übrigensdie Art.Arcadia,Dichter, Coinöoie, Drama, und alle die, welche von den einzeln Gattungen der Lichtkunst handeln. Von der Geschichte, den Eigenheiten, u. s. w. der spanisehen Poesie: Ausser den Werken, welche von dein Ursprünge der 6zL Di ch D i ch der Sprache handeln, als des Bern. Ale dretc Origeu 7 priucipio cke la Leu- gua Lallellaus, lt, 1606 und >674.f. Des Greg, de Mapans Orlgenes cke la Leugus hsi>, Vlsck. 17 Z7. 8. u. a. III. ---- Lecrs . . . tobre Is origeu cke Is poesss kclgsuols, »on dem ersten Marq. de Santillana, de» dem ,tcn V, der Lo- locciou cle Poes. Lsllellanas escr. cke- lsnrc el 8iglo XIV. Xlsck. 1779. 4- Oisc. cke I» poefis Lstlellsus von D. Gonzalo Argota de Molina, bcy dem Loucke Lncsuor des O. Manuel, Sevilla 1572. 4. Xlsck. >642. 4. (bandelt aber eigentlich nur von der Poesie des Gedichtes, de» welchem er abgedruckt worden.) — söpvllon, vn I Oracle cle ls Poesie lr.il. ec LlpaAUnle . . . p. bckr. Keule cku suis, l'sr. 1644. 8-— Der Artikel poefia, in dem, von Jos. dc Mi- ravel, ins Spanische übersetzten Xloreri. —- Origenex cke Is poslls Lallcllsus . . . gor O. L. ). V^elszczue^, Xlsl. 1754. 4. Deutsch, mit vielen Aus. von Jvh. Andr. Sieze, Gdtr. 17S9, 8. — Leccerx conc. che 8psmflr Marion, von Edw. Clarke, Louck. 176z. 4. (ihre Einseitigkeit und Unrichtigkeit ist bekannt.) — Ein Auf. im iten Bde. der Neuen Bibl. der sch. Wissensch, (von Dan. Schie- bclcr) — Xlciuor. pgrs Is blllnris cle ls poesla 7 poecas llspan. der erste Band der Oticus goltk. des Mart. 8srmieuro, Xlsck. 1775.4. (gehen nur bis ins fünfzehnte Jahrh.) " Beckers ciel 8. ssusu /Znckrcx sl Lomiueuck. Vsleurl, Lrem. 1776. 8.— 5aAZio 8ror. Töpolog. ckel- Is Lecrersc. LpsZiiuols, ckeil' st. O. Xsc-. Lsmpillsx, Leu. >778-1781.8. 6B. vergl. mit den Gerrere ckel 8. 7Z. spirstiofctri e öeriuelli con le rilpolto ckel 8. sö. Lsmpiliss, X. >781. 8> — Lecrerx srom an LnZI. Drsvelier in 8psiu on rlre Orlgiu snck prosrelz os poecrzc in rlisc Xiugckoiu, Louck 1781. 8. — — Auch können dazu noch dienen der Visge ciel psrualv des Mig. Cervantes, tcksck. 1614 und >714. 4. so wie der Innres cle ^polo des Lope Fel. de Wega, k^iack. ickzo. 4. und das Magazin der spanischen und portugiesischen Littera- tur, von I. F. Verruch, Weimar und Oessau 1780-1782. 8. z Bde. — Was in unscrm Marhof (Untere, von der deutschen Sprache und Poesie, Kiel >682. 8. Kap.z. S.->>,) sich findet, ist sehr unzulfinglich — und in deS Raph. Mohedano und Pet. Roderigo lckiltoris Iiccrsris cle lctpauz, Xlack. >777. 4- 5 B. wird derselben nurim Allgemeinen gedacht. Unter den Journalen der Spanier ist, das erste, unter dem Titel O-srio, von Huerta, Mart. Salafranca, und Hier. Guig >ni I. 1757 u. f. herausgegeben worden; e§ hörte, nach ungefähr zwe» Jahren, aufz und wurde dann, unter dem Titel: ^cku- ns crirics 0 cklebckomscksrio cke loa dg- binx, von Mig. de FlorcS bis zum I. >7ti; fortgesetzt. Es besteht aus z B. oder -ü Num. 8, cnthstlt aber nur von wenig, in die Dichtkunst einschlagenden Büchern, Anzeigen. Seit dem Jahre 1765 haben die Spanier sehr viele, »on wein en die Uibiiolch. Llsisgu.B. z, S. 55 u. f. Nachricht giebt, und wovon vorzüglich Li Poe- ta öckscrirente hichcr gehört, Von der Geschichte u. s. w. der portugiesischen Poesie: öckem. lckllor. po» lir. er licrersir. coucernsuc le ?»rcn- gsl. . . . p. lc Llrev. ck'Olive^rs, cknst, 1741-174Z. 8.-Bde. — Einige Nachr. von der portugiesischen Litteratur, Fest. 1779 8. (blos von Camoens) S. auch das Magazin der spanischen und portugiesischen Littcrat. von I, F. Bertrich, Weil», und Dessau >782. 8, z Bde. Von der Geschickte, den Eigenheiten u, s. m. der französischen Poesie: stpologie ckez . . . 'IVouIzaclourx rövi^n. >704. 8. Oblervsc. luriex Vroutisckours (von Le Grand) par. 1781. 8. — Auch gehören noch zu diesem Zeitpunkt, die Vorreden zu den ?st>I>aux er Lour. . . . ckcx Xll. Xlli, XIV er XV 8iecl. ?sr. >756 und 176g. 12, z B. — und ZU de» Labt VN Loire, cln Xll ec ckn XIll 8iec. p, >778. 8. Z B- ---- Itecueil cke I'vrißiue cke Is iauZue ec poetle traue. R^iue ec liomsns von El. Fauchet, psr. i;8i. 4. und in seinen, D i ch D i ch 659 nen, cbcnd. -6is. 4. gedruckten Veuvr. S. 5ZZ u. f. —- De I'orlAiue de ja poetle kraue. das 7te Buch in des Et. Pas- guier peclierciies de la krauee, par. 16^7. 1621. 164z. 4. —> lkraics de ja pocile kraue. in der Lonuoitlance des dous Ilvres, von El). Sovel, -Vrutk. 1672. 12. S.20Z-a;8. — btliloire ec reiAlez de ja poetle kraue. p.)ok. Vier- vetiu, kar. 1706. 12. T^mtl. 1717. 12. — pemarcz. crir. tue IMilk. de la kvek. par. 1706. 12c (von St. Quentin.) — perrre lue porlglne de la poetle kraue, von P. Dan. Huet, in den Vlem. 7>I. S. 471 u. f. und im 2tcn V. S. 84 s. Ditkerrar. recuell- lies p. lkillader, ktaye 1714. 12. -- Olle, tue czuelczues anc. poeres er kur czueligues lkorusus Aaulols peu cou- nus, von Ant. Galland, in dcm4tcn B. der Viern. lie I^cad. des lnkcripr, S.4-4 u. f. in welcher Sammlung überhaupt sich noch mehrere Nachrichten von alten französischen Gedichten und Dichtungen befinden. — pemarcz, iuris Poe» sie kraue. von H. Louis de tomenia, Gr. v. Brienne, bei) Chalons Vraice des rcZles de ja Poes, kraue, par. 1716. 12. — pellex. kur la poetle kraue, ou kou monrre czue ce czui ditiiuAue le verS de Is proke c'ell uulczuemenc ie lour gui mer >ie ja kukpeutlon daus ja piirake par Ie mo^eu des iuvertlous ... p. Ie p. (Jean Ant.) du Lerceau, im Ivlercurc des I. 1717. und einzeln, ^mll.l7i 8.12. — Ockeukodejs poetle krcs. cbcnd. — pecrres kur Is pock. kraue, von de Longue, hinter f. liebers. der Ärgcnis des Barclay, und im Vlerc. Istouv. vom I. i?Z7. — psikonuerneus lia^ardss tur ja poetle kraue, vorlebend, kar. 17Z7. l2. — ktitk. de ja poetle kraue. . . . par i'^Izlie (Luill.) Vlak- tleu, par. 17Z9. 8. (geht nur bis auf die Zeiten Franz des erficn; und, ob es gleich eigentlich das Hauptbuch seyn soll, doch sehr wenig befriedigend.) — lllitk. «je ja poetle kraue, von El. Goujct, vor der, von Adr. El. de la Morinicrr hcr- UUsgcbcncn Lit -Iiorti. xoer. ... depuls Uaror jus^u'ü uos jours, par. 1745. 12. 4 Bde. — kes Vlukcs eu prauce, ou tiitk. cliroual. de koriZine, du proAres er cle I crslzlitleineur cies deiies jerrres . . . daus ja prauce, p. ), kok. pe pelire, par. 1750.12. — Lvunoitk. lies beaures er clcs dekaurs de la Poe- tle ec cie l'klocz. kraue, par. 1750. 8. und im üztcn Bde. S. -41 der 0-uvr. cie Volrairc, Ausg. ».Beaumarchais. — Obkervac. crir. kur clitkereus kujecs cie plrcerarure, p. Vir. (I. Mar. Bernarb) LIemeur, kar. 1772. 12. 2 B. (Eine Schrift, welche, meines Wissens, ihren Verf. in die Bastille brachte.) — Lk- kais cie crir. kur la I-irrerar. aue. er moderne, VVN ebmd. par. >785- 12. 2 B. — Dikcours kur I'orlAiue er jez progres cle ja poek. kraue, vor dem iten Bde. der issuualcs poer. par. 1776. 12. Beiträge dazu finden sich aber noch in verschiedenen andern Werken, alS in der Lrauci er vral T^rc (je plclno Idtieror^ des Fabri, par. 1521 undi544» 8. In dem )arciiu cie plaiksnce, par. 1 547. 4. In der Hrr poer. des Mcs- nardicr, p. 1640. 8. In den l'rsires des Collctet über das Epigr. Sonnet und Schllfergcd, par. 16z 8- >2. In der Dissertation des El. Genest über das Schcl- ferged. par. >707. 12. — so wie in der bkltk. Ilrreraire cie ja prauce . . . p. cles peliZieux Leueciikllus, par. 17z; » 1756. 4. 11 Bde. — In der kkitt. Ilr- rer. ciu peZuc de pouis XIV. p. Vir. (Llaude kraue ) psiuderr, par. 1751. 4. z B. Deutsch, durch Gvttfr. Bcnj. Funk, Coppenh. 175z. z. z Bd. — In dem LIecle lirteraire del.ou!s XV. par. ,754. 12. sTH. — In den Oeux ^Aes ciu Aour er du Aenie traue, p. tdr. ^)ixrnerie, par. 1769. 8- VIem. pour kervir ü 1'tiitkoire cie la kirrera» iure, VVN Palissot, par. 1770. 1775. 12. und im zten Th. s. veuvr. par. 1788- 8. kkilk. cle la pirerarurs krau^oike, P. Kkr. Latllcie, par. 177z. 12. SB. — pes rrols Liöcles de norrs I.!crerarure ou radleau cie j'ekprir cie nos scrivs!u5 depuls prsuMis I. jus- «zu'ö 640 D i ch D i ch «zu'ü 177:. p. kckr. Lsborier, k.1772. 12, z B. verm. -tiuft. 1779.12. 4B. (wclcheseine Menge Gegenschriften, als 2tststirivn?, »u herrro cririguei herrrc st'un Vfteolo- gien; herrre st un pcre b ton ftls ; hes oreillcz lies öonsticz, vcrsch.Aufs. »VN Voltaire u. o.m. vcranlaßte.) — 1.2 kronce liccersirs conr.... Iss oureurs vivons er inorrs stepuis 1751. ovec lo litte ste leurs ouvroAcs, kor. 1756. 12. 2 Tl). 1768-8- 6TH. I77S- 8- 6TH. — Skizze einer Gesch. der französischen Licter. von dem Marq. de Paulmy, in der Litrcratur und Völkerkunde, September 178z. — — Journale von der französischen schönen Litteratue: Das älteste aller Journale ist, meines Wissens, in so fern die Liftlioßr. koristono, h Lars!, oinnium hiftror. kor. onnis 164z. 1 65;. excu- kor. 4. zBde. von Louis Jacob, als sie die Idee zu Anzeigen der neu erschienenen Schriften gegeben zu haben scheint; denn an und für sich selbst ist es nichts, als ein Titcl-Verzcichniö. Oer Schriften dieser Art sind, indessen, in der französische» Sprache, so viele, daß ich, um den Raum zu schonen, mich auf diejenigen einschränke, welche mit der Dichtkunst in näherer Verbindung stehen, als bstcrcu- re ste kronce, angefangen, im I 1Ü72. von Jean Don- de Vise', unter dem Titel des Vlercure i-olonr.— gournol ste Iftevaux, ou bckcrn. pour I lst i ft. stez Zciences er ste3 fteoux /trrz, seit 1701. (Unter dem Titel kiprir stes )ournoux ste Vrev. sind die bellten Aufs. daraus, kor. 1771. 12. zusammen gedruckt worden.) -- gournol iirreroire, kloze 171 z-17; 2.8. 20B.— kiftl kron^oi- ke ou kiift. iircer. eis lo kronce, /teuft. 172 z u.f. 8. 4-Bd. (von Den. Frc. Camu- sat) -- he kour er le Lonrre, von Pcevvst, kloye 17ZZ-17Z9. 8- -7 Th. — Oftiervor. kur ies kcrirs inoster- nes, von den Aebren Desfontaincs und Eranet, kor. 17)4-174;. 12. Z5TH.— Istouv. Lidl. ou iftift. Iirrer. stepuw 1758- 1744. istoze 12. 19 Bde. — herrre» kur les OuvroAes ste hiccerorure, von P. Clement, kor. 1740. 12. und l-e» clng /tunees licreroire» (>748-1752.) von ebend. k. 12. 4TH. Lerl. 1756. n. oVde.— Oftkervsr. kur lo hirceroru» re inast. von La Porte, kor. 1749 -1752. 12. yBbe —» Likliorft. ste» Lcicucez er eleu fteoux orrs, kkoze 1754 u. f. 8. — ctnuee lirreroire, kor. 1754 u. f. 12. von El. Catherine Fceroe (Zwcp Ab- handl. daraus über Liltcratue und Kritik von dem Abt Grosser, sind, Deutsch, Frst. 1773. 8- erschienen) — stournol Knczclvpestie, Louiilon 1756 U. f. 8. -— Vleiu. kecrcrs z>our kervir 0 Iftiift, ste lo Idepuftl. ste» herrre» eu kronce, stepuis 1762. kloz'e 12. ZZ Bde. — kenoinmee iirreroire von Jean Et. Lebrun de Granville. Auch mag die dilti, cricigue ste» stournsux, fte» tone. 171h. 4. 2 B. /tmft. 17Z4. 12. 2 B. von Denis Franc. Eamnsat hier eine Stelle einnehmen. Uebrigens liefern einige dieser Journale, auch zuweilen Anzeigen und Auszüge aus andern, als französischrn Schriften. lieber Geschichte, Geist, Eigenheiten der englischen und schottischen Porste: /t ftpecimen ob rfte criricsk ftiftorzr ob rfte celric fteliZinn snst hesrning cour. ou occouur . . . oft rfte korst» von John Toland, im itenB. S. z u.f. dcr LvIIeötion ok keverok pieces . . , honst. 1726. g. --- 8omc tftecimenz ot' rke kocrrz' oft rlre suc. VVcitii Lorcies .... l>^ kvou kvons, houcl. 1764. 4. nebst einer lat. Dissertation äe Lorckis. — Die XIV dcr Lriric. Difter- ror. ou rlre sne. Lo!eclouiou3> ). Xäocpiierlon, konä. 1768. 4. S. 199 handrlt von den Barden; Deutsch, Leipz. 1770. 8. — Vronzloceft Lpec. ot lVeltir kverr^, dz'I. VVolrers, hvrui. 1782. 8- — Xluliool ouft poericsl rclicics o5 rke VVcllft Lorcis, wirft a ftiftorz' nk rfte Uorcls ouft sn occouur ot rfteir ftäutilc, ftz'ftclw. )oues, honst. 1784» 5. — Auch sind noch Nachrichten von eben diesen Barden in Lirslsti Ombren- fts Oeicripc. Lornftrioc, honst. 1585« 12. in Pawels kliftorz'ot tVolcs, honst. 1697. 4. in dem 2tcn Bde. S. 46« des Lriti- D i ch Dich 641 Lilrical Lila/ on rlre ancienr Inlialii- canrs v5 ctie norrliern Laers »t (lreac Lricsiir anch lrelanch, l>/ !^5r. Iiincs, Lunch. 1729. g. 2 B. in dem itcn B. S. 440 »0» Th. Pennants Vuur r» Wales, Lunch. 177z.. 1785. 4. 2B. Z!I finden. S. auch den Art. Ojsian. Von den englischen Minstrels: Llla/ on rke anc. Lnzl. tckinllrels vor dem iten B. der kdeli^ucs ot anc. LnAl. Luer,/, Lunch. 1765. g. z B. Deutsch, in den Balladen und Liedern, Beel. 1777. z. Französ. in, zten B. S. -,6- der Varie- res lirrerair. Lar. 176g. 12. 4 B. — — Von der neuem englischen Poesie: ^tchvancomenc anch leLurmarivn ot mo- chern Lverr/ . . . h/). Veniiis, Lunch. 1^01. 8. — Dillerrar. 5ur la Loeile angl. in dem sten B. S. >57-216 des Journal Lircerairu, Lla/c ,71z u. f. — In der Illee cie la Lvelle anal. des Abt Aart, I'ar. 1749. 8. 8 B. finden sich, bey den Ilebersetzungen, auch Raisonne- mcnts über die Lichter. — Blic Liillor/ o5 rke Lnglilk Locrr/ krnm rlis clulu vt rhu eieventlr ro che coinmencs- menr ut rt>e eiZkreenck cenrur/ . . . l>/ 'LH. Warrun, Lunch. 1775 U. s. 4. bis jetzt z Bde. (Las Werk veranlaßreeinige Kritiken, als Oiilervarions . . . Lunch. 17F1. 4. welche aber nicht von Bedeutung sind.) — Betrachtungen über die englischen Lichter, Beel. 1789.8. — Lririe. Llla/s »n rhu Lngl. Triers, l>/ ). 8curc, Lunch. 17,85. Z. Von der schottischen Poesie besonders: Lila/ on rke uri»in ut' Lcurrit k ?verr/ von Pinkcrton, vor den /Vnc. Scurrish koems, Lllinii. 1786. 8. (S. auchden Art Gssian.) — — Journale von der englischen Litreratur, in englisGer Sprache: Las älteste derselben ist, meines Wilsens, das Weulcl/dchcmurial, I.unrl. 1682 u. f. 4. Ihm folgten die dstitccll. Lcrrcrs, L. 1694 -1696. 4.— Icke- moirs »5 Lirreesrurc, von Mich, de la Roche, L. >710.1714. 5. 4 B. ebend. >722. 8. 8 Bde. — dsterv. dstem. ut Lic- rcr. von ebend. 1725-1727. Z. 6 Bde.— Ichc zirelenr 8rare ut' Letlers, Lunch. Erster Theis. '728-1754. — Ickunrlil/Ickiscellan. Lunch. >750. — Vtie Lenrieliian's tckaza-aine, L. 1751. 8. bis jetzt. — lLkie lircerar/ dsta»a?. L, i ch.,7:5.— Btie lckunrlil/ ldevie.i' Lunch. 1749. bis jetzt 85 Bde. Btie erirical e- vierv, Lunch. 1756. bis jetzt 71 Bde. — In französischer Sprache: Lidl.Tsngl. TLmls. 1717.1727.12. 15 Bde.— Ickem. liccer. che la L-rancle Lrer. lsta/ei/ao- 1724. 12. 16 Bde. (von La Roche und Ehapclle)— Ililrl. Lrirann. Lla/ei75 5 u. f. 8. 25 Bde. — guurn. öriran. Da/e 17 c,-1757. 12. 24 B. (von Math) — In ocurscdcr Sprache: Brittische Bibliothek, Lcipz. >756-1768. 8. 6 B. und 1 St. (von C. W. Müller) — Brittischcs Museum für die Deutschen, von I. I. Eschenburg, Lechz. 1777-1780. 8. 6 Bde. — Annalcn der drittischcn Litterat. vom I. >780. Lechz. 1781.8. von ebend. — lieber Geist, Geschichte, Eigenheiten Vcr Poesie bei) den Danen (mit Jnnbcgriff der Ivlqnoer) De prilca Danor. Loell, in der Lirreearura lin- niea des Ol. Wormius, Datn. 1651. 4. 1651. t. S. >6z. — dstic. Werrertlcln Dickert. che Loell 8Icalchur. lcpcenrrio- nal. LpL 17 17. 8. — Lad. Boemeri Dilscrr. che Loell Llcalchnr, leprentr. VpL. 1717- 8. (Ein Auszug daraus findet sich im iten St. S- 105 der Beytr. zur Crit. Hist. der deutschen Sprache, Lechz. 17Z2. 8) — Eine, ungcf.lhr in diesem Zeitpunkt, erschienene Schrift des Diurbergius, De ^Lalchis Verer. D/- pcrburenr. weiß ich nicht nsthcr anzuzeigen. — loa. D. Kneleri?rul. che8Ical- chis, rZIr. 1724.5. 1755.4.— llibliuch. Lunica, oder Nachr von Schriftstellern über die runische Littcrat. von Joh. Erich- son, Greifsiv. 1766.4.— lieber die verschiedene Lenkungsarten der alten Kr. und Römer, und der alten nordischen und deutschen Dichter... ins besondre in Rucks, auf die Kvttcrlehre, von Gottfc. Schütz, im iten B. S. gzi. s. Schuy- schristen, Lcipz. 177z. 8.— SciaZr. Dick. Liccerar. islsnch, tsuöi. Llalt'ch. Linari, S ^ Mafn. 642 D i ch D i ch I-Isstn. 1777.8. — Von den Genien und Parzen der nordischen Völker, und von der gcoßmüthigcn Verachtung des Todes, Hey den nordischen Helden, bcy den Erzählungen zur Kenntnis' des nordischen HeydcnthumeS, Hamb. 1778. 8.-- lieber die Runische Litterat. zwcy Abhandl. im sten Bde. der Lommenr. 8vc. sseA. Qöccing. und Vcrglcichung der nordischen und brittischcn Alrcrth. in dein gten B. der dlov. Oommenr. 80c. sseA. Lvtc. — Als Urkunde, oder als Belag, gehört hicher die Eova; deren älterer Theil, vorgeblich, schon im i-tenJahrh. von Sacmund gesammelt seyn soll, und folgende Stücke enthält: >) Voluspa, heraus«. Lat. Dän. und Jsl. von Per. Joh. Resenius, lstastn. 1665. 4. Von Gud. Andrea, lat. cbcnd. 167z. 4. Deutsch, im -tcn Th. S. >8z der Volkslieder, so wie in den Ged. des Barden Sincd (Denis) S. 5. AuSg. von >775. Auch findet sich die letztere Hälfte im öarrss. sLnricz, Dan. 2) (Sittensprüche, welche dem Odin zugeschrieben werden) ebenfalls, mit dem vorigen hcr- ausg. von Resenius. z) Runa Capitu- le, mit dem vorigen herausgcg. von Resenius; Deutsch, im -tcn TH. S.-oi der Volkslieder. Auch ist noch eine cinzcle Ode (Vzkrkrsällismzl) mit einer lat. lle- bers. und Anm. von Joh.Thorkelin, stksstn. 1779. 4. abgedruckt worden. Der spätere Theil derselben, gesammelt im Anfange des izten Jahrh. von dem Isländer Snorre, besteht aus 4) Bäiiiosngen, oder mythol. Erzählungen, 49 an der Zahl, herauSg. mit den vorigen von dem angef. Resenius, und, nach einer ilpsalischcn Handschrift, unter der Aufschrift: stky- pcrboreor. Frisur. kl Luioßorkoi-. er kdlorckmaunor. ssckcka . . . vpers er ssu- Ies cku diorck, von Mallet, Ooppenii. 1756. 4. und im -teil Th. s. stkiss. äe Oannemark, Len. 176z. 12. 6 B. Engl. >757. 4. llcberseyt sämmtlich, ins Deutsche von Jae. Gchimmelmann, mit einem lächerlichen Eommentar, Stettin 177z. 4. Noch gehören zu ihr 6) L.iovsgreinir, oder Skalda, die eigentliche Poetik, welche Jon. Rughmann Lateinisch, aber nicht vollständig, herausgegeben hat. Nach, richten von der Edda, und Erläuterungen darüber, geben, unter mehrern: Suhms Lrir. Ississ. ostvanmarle, B .2. S. 654 -664. — I. lokannaei stliss. Loci» Islanä. Bd. 1. S. 20z U. f. — Ol. O. Nvrdings Visse, »r. cke Lck- «Iis, ststastn. 17Z5. 4. und i»J. Oelrichö vpustc. von. er 8ucc. lirrciar. . . . Krem. 1774. L. — Briefe übcrMcrkw. der Littcratur, Schleswig 1766. 8. Th. >. S. 145. Th. 2. S. 41z. — Lrek rill kk. Osncelli'e Idsei. 8nen vagerlarinZ, rö- rancke ckis Islanclsice st.ckclg. . . vgst. 1772. z. von dem Kanzcllcprath Ihre, Deutsch, in — Isländische Littcratur und Geschichte, Eött. 177z. 8. (von A. L. Schlötzer) — Gegen die, von diesem, geäußerten Zweifel, ein Brief von Ihre, in den Briefen über eine nach Island angestellte Reise, von Troil, Deutsch, Ko?< pcnh. 1779. 8. — Die vorher angeführte ZcisZr. des Einari, in den Heyden ersten Abschnitten. Ein Aufs, im 5tcn B. S. 216 u. f. der Bibl. der Romane, Verl. 1780. 8. — Ucberbleibsel alkc Nordischer Gedichte, welche hier an ihrer Stelle zu stehen scheinen, find, einzeln, von verschiedenen, als von Ol. Verclius, (v>>st. 1664. 1672.169:) von Gudm. Olvf, son, (cbcnd. 169;) von Joh. Peringskiold (kkcilm. 1715. f.) u. a. m. Lateinisch herausgegeben worden. Mehrere finden sich in des 8sxo Lrammar. stliss. van. stib. XVI. 8or. 1644. st. Hx eck. k^ck. Xlor- 21'i > lckpst. 1771.4. ( einige ;o Lieder) In l'U. ssarcssolin! cke eausts conrem- rss n Oanis acikiuc Aenrilidus Morris, st. k^nricz. vanie. stiastn. 1689. 4. I» der ststeimscrinAla, od. Chronik von Norden, des Snvrro (Lat. Schwed. und Jsl.) D i ch Dich 64z Jsl.) Durch Gudm, Olovson und Perkngs- kiold, lstolm.1697.5. In Iir!c.)ul. hiörncr Koräwks Kompestoter, i. e. kstilkor. vs- riar. in orbe hz-perbor. snricz. kteZum, Meroum er puZil. LsAoz conrinsnü, livlm. >7Z2.t. In Izlsneis h.siicir>2ms> bock, Ii. e. Origincz Izlsnei. 5is5n. 1772. 4. Und eine eigene Sammlung, KiämpeVü- scr, hat, in der ncucrn Klinischen Sprache, Slndr. Sofrcenson Vcdcl 1591 und diese vermehrt, Pct. Syv 1695 besorgt. (S. Briefe über Merklv. der Littcrat. Th. 1. 5. io8. und 145.) Aus diesen verschiedenen Quellen sind wieder verschiedene andre Ucberselzungen und Nachahmungen, als hive piccez o5 Kuriic poerr/ . . . Lörick. 176z. g. — ^neceiores o5 vlove. . . rc> evhick arc ociciecl eiZK- reen Lulo^ez on biscco, XinZ c>5dstc>r- Hz- )om. stohnllone, Lunci. 17K0, 8. — ftuni'c Ocles H7 Vh. ).dägrh!os> ,73,. 4. — bvdbrvgS Sterbclied, von Hugh Oownman 1782. 4. — Einige Gedichte in ). LrerlinZ'sPoems, 1789.12, .— Oromor. LIcelches o5 rtie olei Horrheim HSz-rholc-gie, ?. Lsz-ers» Lonä. 1790. 4. (drei) Dramen) undver- schicdcnc Gedichte in E. F. Weißens kyr. Gedichrcn, Leipz. 1772. 8. zB. in den biedern des Barben Sined, Wien 1772.8. in den Volksliedern, bcipz. 1778 -1779.8. 2 Th. u. a. m. gezogen worden sind. Auch gehören noch hichcc, Nordische Blumen, von Zrdr. Lav. Gra'ter, bcipz. 1789. 8. — — lieber die Poesie der Deinen in in den Mittlern und neuern Zeiten: In I. E. Schlegels Fremden, Kopp. 1745- 1746. 8. und im ztenTH. s- W. S. iv.f. Kopp. 1770. 8. — däercure Osnais, Lop. 175z. 8> (Wie viel Stücke davon erschiene», weiß ich nicht?) — b^lem. 5ur I» Lirrersrure ciu hlorä, Lopp. 1759.1760. 8. 6St. (von Maltet.) -»> Ant. Fr. Büschings Nachr. vom Zustande der W- und Künste im dänischen Reiche, Kopp. 1754. g. 2 B. — Briefe üb. Merkwürdigkeiten der biltcrat. Schleswig 1766. 8. u. f. ) Th. — Dänisches Journal, Koppenh. 1767. 8. Allgemeine Dänische Bibliothek. — Kl5. 5ur l'e»c xrebenr lies Lcienc. Keiles Lerrres er keaux srrs eir IKorvege... Lopp. 1772.8. — lieber die Poesie der SchrveSen: Milloriol» lirreraria pocror. Luecor. Ku65. Licien, l/p5. 1769. 8. — Kurze Gesch. der sch. Wissensch, in Schweden, von Dalin, im 2ten B. des Schwedischen Museums, Wism. 1784. 8. — Bemerk, über die Schwedische Dichtkunst in unfern Zeiten, ebcnd. — lieber die Poesie der Deutschen: Von den verschiedenen Schriften über unsre Sprache überhaupt, begnüge ich mich mit der Anzeige der „Hauptcpochen der deutschen Sprache, seit dem achren Jahrh." von Lconh. Meister, im itcn und 2ten B. der Schriften der deutschen Gc- feilsch, in Mannheim, Mannh. 1787. z. — und der, ebcnd. im zten B, S- 7U. f. befindlichen Abhandl. über die Veränderungen und Epochen der deutschen Haupt- spr. seit Karl dem Gr. von Will. Petersen — zu welchen auch noch die im 4ten B. edend. 1788. 8. befindliche Vcrglci- chung der Vorzüge der deutschen Sprache mit den Vorzügen der lat. und griech. Sprache von I. G. Lrcndelnburg gehört. — — Von der Poesie selbst: Oe ori- ß!ne Poes, in Germsnis er Lepren». Idiss. T^uök. Dir. s LinZen. — DteDis- sertat. des Cpriac. Gpangcnberg, vo Lsi-clis» ist mir nicht näher bekannt; und ich weiß nicht, ob es etwas anders, als seine, im Ganzen noch ungcdrucktc Schrift vom Meistersange ist? — Oc carmini- bus Verer. Llermsrror. Oilsserr. II. lo. Lourerdachü, lerne 1696111:01698.4. — ^Von der alten vaterländischen Dichtkunst/' die Vorrede zu den biedern des Barden Sined, Wien 1772. 8. ebcnd. >784. 8. — lieber die Barden-Poesie, ein Aufs, in dem Archiv d. deutschen Parnasses , Bern 1776. 8. — Einige Nachr. in M. I. Schmidts Gesch. der Deutschen, Ulm 1778. 8. Th. 1. S .508 u.f. — Ucbcr das Bardiet, von K. F. Kretschmann, vor dem itcn Bde. s. W. beipz. 1784. 8. (obgleich wohl nicht anwendbar auf die Poesie der alten deutschen Barden.) — Oisserrsr. tülkor. crir. cie »nriczuillimis S 6 S kiiiAuae 644 D i ch D i ch liiiguse germ. Xlonumenris Aotlii- cc> - rheocilc. von Chrstn. Schöttchcn Lrsr^ 172z. 4. Von den Minnesängern: Ein Verzeichnis derselben findet sich in G. Meich, Gvldast Tlni- msckv. aei parsen. »nriq. Ocrm. rolis, lieg. 8cnrc>r. sck sii. ?i!6el>rsn- renn, nr er Winüdeclei! zä iriium cc Wimihecleiae ackkiliam, I.!nä. 1604. 4. k. Z87. und im 2ten Th. deSSchiltcrschen Thesaurus; und ein vollständigeres, im ztcn St. des itcn B. S. 1 u. f. von F. C. Adelungs Magazin der deutschen Sprache, Leipz. 1784. 8. — Anm. von den vortreflichen Umständen für die Poesie unter den Kaisern aus dem Schwäbischen Hause, in dem ?ten St. S. der Samml. Krit. und geistvoller. Schriften, Zür. 1741« 1744. 8- 12 St. — Von den Vorthcilcn der schwäbischen Sprache der Minnesän- gcr, in den Krit. Briefen, Zur. 1746. 8. S. >98. — Moral, und Physikal. Ursachen des schnellen Wachsthmiies der Poesie im izten Jahrhundert; Von der Aehn- lichkeir zwischen den Schwäbischen und Provcnzalischen Poeten; Von der Artigkeit in den Manieren der Mädchen, die von den alten Poeten besungen worden; von einer fanatischen Liebesprobc der Minnesänger, in den neuen krit. Briefen, Zur. 1749 und ,76z. 8. IV. X. XI. XII. XIII. XIV. XOV und Dill. — Joh. Chr. Gottscheds Abh. von dem Flore der deutschen Poesie unter Kaiser Friedrich dem itcn in s. Reden, Leipz. 1749. 8. — Gedanken von den Minnesängern, in I. Jae. RambachS . . . Verm. Abhandl. Halle 1771. 8. — Kühnheit der altschwckbischcn Dichter, die Sprache und Poesie zu bereichern, und von der Epopee des alt- schwäbischen Zeitpunktes, in den kitterar. Dcnkmahlen .... Zür. 1779. 8. Allgemeine Nachrichten über cinzele Dichter, und vorhandene Handschriften liefern : Phii. Harsdörfcr, in s. Gcspräch- spiclen, Nürnb. ,644.1657. 3. 8TH. im Anh. des ersten Theils, und im vierten Thcile, so wie in s. neunten !)!5e>. PH!- lul. Qerm. — Tcnzcls Monatliche Unterredungen . . . Lechz. >689 - ,693. .8. 10 B. in bc» Jahren >690-1692.-- lieber den Krieg zu Wartburg, dre» lateinische Abhandl. von Christa. Gottfr. Gra. bener; Dresden ,74z. 4. und eben darüber L. W. Schumachers verm. Nachrichten und Anm. zur Erläuterung... der sächs. Geschichte. Eisen. ,766-1769. 4. 5 Th- — Sam. Willh. Oetters histor. Bibliothek, Nürnb. ,752-175-. 8. 3 Th. — Bas. Chrstn. Beruh. Wicdcburgs ausführliche Nachr. von einigen alten, deutschen pect. Mserpten aus dem izten und igten Jahrh. in der Jenaische» Vib- liothek, Jena 1754. 4. — Joh. Chr. Gottscheds neuer Büchersaal, B. 2. S. 78. V. 4. S. 403. B. 8. S. 565. B. 10. S. 256. — Oer zte Th. der Patriotischen Phantasiee», Berk. 177z. 8. S. 240. — Der achte Band der Unterhaltungen, S. z>4 5>8. 524. — Anzeige von einem der ältesten deutschen Poeten (Wcrnhcrs Ged- zu Ehren der Jungfrau Maria) von S. W. Oettcr, Angsb. 1775. 4. — Das deutsche Museum, 1. 1776. B.i. S. 1-1. Z89. 40,9. 1. 1779. D.I. S. Z0. I. -78z. B.o. S.i-r'z.szz. J.I784. B. 2. S .5 ,2. von I. I. Eschenburg, so wie vcrschie, dcne andre Stücke dieser Monatsschrift, dcrgl. Nachr. von K. G. Anton — die Drcßdncr Quartalschrift für ältere Littc- ratur und neuere Leetürc, Drefldcn 178; u. f. 8. u. a. m. S. auch die Art. Fabel, lLrzähltmg, HeloengeSiclit. — — lieber die Mciirersänger: Gründlicher Bericht des deutschen Meistergesanges ... von Ad. Puschmann, Görl. 1572. 4.-- Auszüge auS Cyriae. SpangenbergS Schrift von dem Meistergesänge, von En. Hanmann, in f. Anm. zu Opitzens Schrift von der Poetercy der Deutschen, Brest. (1658) 8. vergl. mit dem Neuen Bücher« saal, keipz. 17,0.8. (>9te Oes. S .5 >Z.) — Lie. Psellionor. Andropediaci Kurzer Bericht vom uralten Herkommen, Fortpflanzung und Nutzen deS alten teutschen Meistergesanges, Nürnb. (0. JahrSz.)8. — Kurze Entwerfung des deutschen Meistergesanges . . . durch eine gesammtc Ge- scllsch. her Meiffersänger in Menimingcn, Stuttgard 1660. 3. — Joh. Chrstph. Wagen. D i ch D i ch 645 Wagenseil Von dcr Meistersinger Sold, sceliger Kunst, Anfang, Fvrtübung, Nutzbarkeit und tchrs. bc» f. Lommenrar. sie Livir. dsorimbcrg. T^Irrirk. >697. 4. S. 4ZZ. — Auch finden sich Nachr. von Meistersingern in P. Stettens Kunst-Ge- wcrk- und Handwcrksgcsch. von Augsburg, Augsb. 177?. 8. --- L>s ssriä.III. in rem liccerai-. meririz, Oisierc. Ina. Lorclr. Lckenuc^ee. — Dickere. sie Vsvore Vloximilisni I. Imp. in I'oetin, ^ubb. loa. (Werl. koeknne, l .i>ck >765.4,-— Auch gehört noch hiehec: Histor. crit. Lebensbeschreibung Hans Sachsens ... zur EriNutee. der Geschichte der. .. deutschen Dichtkunst, von M. Sal. Ranisch, Altrich. >765. 8. — so wie ein Auff. in I. Gottl. Biedermanns dlnv. 7ZK. 8ck>»- laik. Lechz. und Eis. 1748- >751. 8. 2 B. B. 2. St. 8. von G. Litzcl, (oder Mcga- lusus, dessen Undeutscher Catolik . . . Jena >7Zo. 8. ebenfalls Beptestge enthält.)— Abhandl. von dcr Poesie des sechzehnten Jahrhundcrtcs nast) ihrem schönsten Lichte, in dem 8ten St. S. z der Samml. Krit. und geistvoller Schriften, Aar. i?4> u. f. — Von dem Zustande dcr deutschen Poesie, be» dcr Ankunft Marl. Opitzens, cbcnd. im yten St. S. z. — lieber die verschiedenen deutschen Gesellschaften: Die Fruchtbringende, gestiftet zu Weimar im I. 1S17. 1) Kurzer Bericht von dcrFruchtbr. Gesellschaft Vorhaben, Gemsthlde und Wörtern, Cöthen >641. 4. 2) Oer Fruchtbr. Gesellschaft Nahnicn, Vorhaben, Gemsthlde und Wörter... in Kufer gestochen und in acptzeiligc Reime verfaßt, I.IV hundert, von Matth. Merlan, Fest. a. M. >646. 4. z) Verdeutsche Palmbaum, d. i. Lobschrift von dcr hochl. Fruchtbr. Gesellst!). Aufkommen, Satzungen, Vorhaben, Nahmen, Sprüchen, Gcmckhlden, Schriften . .. vcrf. durch den blnverstrockenen Diener derselben ( Carl G. v. Hille) Nürnb. 1647. >2. mit K. 4) Neusprosscndcr deutscher Palmbaum, oder ausführlicher Bericht von dcr hochl. Fruchtbr. Gesellschaft Aufkommen, Absehen, Satzungen, Eigenschaft und derselben Fortpflanzung . . . (v. G. Neumark) Nürnb. 1668. 8- mitK. und Zussttzc dazu von Gvttfr. Behrcnds, im >5ten St. S. Z68-Z78 der Beytr. zur kritischen Gesch. der deutschen Sprache. ;) issl. Leisler! Disi^uiL. kiisioe. c!c 80- eise. truöbikers, bipl. >672. 4. ^Nachrichten von dcui so genannten deutschen Palmcnorden, oder Fruchtbr. Gesellschaft, in dem neu bestellten Agenten, zte Funkt. 4te Oepeche S. zc >6 - ziz. 7) Vermischte Nachr. aus den Acten von der fruchtbringenden Gcsellsch. unter den Schmackhaften, von I. M. Heinzc, Weimar >781.4. Auch finden sich noch dcrgl. Nachr. in Buddcus Histor. Lepicon, B. 2. S. Z45- und vor dem >ten B. dcr Sandrartstben Werke, u. a. a. O. »1. — Die dcutschgcs-nnte Genossenschaft, gest. durch Phil. Aesen, im I. >64?. >) Dcr hochdeutsche, hclikoni- schc Rosenthal. d. i. dcr. . . Dcutschge- sinntcn Genossenschaft erster, oder neun- stimmiger Rosenzunft Erzschrein, darin derselben Anfang, Fortgang, Ausgang, Bcwandniß, Satzungen, Gebrauche, u. s. m. zu finden, ausgefertigt durch den Faertigen (Phil. Aesen) gedr. im Erz- schreine der Amstellinnrn >669. 8. mit K. 2) Des hochdeutschen Hclikonischen Lilien- thals, d. i. dcr dcutsthgcsinntcn Genossenschaft zweptcr, oder siebenfacher Lilicn- zunst Vorbericht durch den Faertigen, Amst. 1679. 8- z) Oer ganzen hochprciß- ivürd. dcutschgcsinnten Genossenschaft vom I. >S4z bis >685 Zunftgenosscn, Zunft- Taus- und Gcsthlechtnapmcn, Wittenb. 1685. vcrm. cbend. >70;. 8. (von Joh. Pciskcrn) 4) Des hochdeutschen Helikon. NclglcinthaleS oder dcr hochprw. deutschen Genossenschaft dritter, oder fünffacher Nacglischcn Zunst Vorbcricht, ausgef. durch den Faertigen, Hamb. >687. L. — Gekrönter Dlumenorden an Ser Pegnitz gest. durch Harsöörfer und Joh. Klai im I. >644 zu Nürnberg: Amarantes (Joh. Hcrdcgen) histor. Nachr. von des löbl. Hirten - und Blumenordens an der Pegnitz Anfang und Fortgang bis auf das erreichte hundertste Jahr, Nürnb. 1744. 8. — Die Schrvanengesell- Ss z schafft 646 D i ch D i ch schafft, gest. von I. Rist ums I. >660. Candvrins (Teno, v, Hoepclcn) deutscher Zlmbcrschwan, darin des hochl. acdelen Schwan-Ordens Zunaemcn, Bcmandnüß, Satsungcn, Ordens-Gesactse... entworfen, Lüb. 1667. iz. Der belorberte Tanbenorhen: Unmaßgebig kurzer Entwurf des bclorbeerten Taubcnordcns, >Sy?. 4. (von Chr. Frdr. Paulini, in dessen Zeitkürzendcr crbaul. Lust, Th. ?. S.601- 61; dieser Entwurf auch abgedruckt worden ist.) Der Leopolden VrSen: >) Joh. Casp. Jungmichels neuer Wachs- thum der deutschen Heldensprachc durch den hockipr. Leopolden - Orden . , , auch dessen Regeln und Zeichen, 169;. 4. -) Ein Aufs, in dem 5ten St, S. >68 der Bcptr. zur crit. Hist. der deutschen Gpra. che. — Die deutsche Gesellsckaft z?u Leipftg, gest. zu Görlitz im I. >697. und erneuert zu Lcipz. durch Joh. Burk. Meuten! 1) Lclreciigsmz cie Inklicuto Loc. philo-Veuc. poecicse, guse lud prae<>6in log. Kurie. Vlenclcenii hipliae couAregsrur, l.ips. 1722. 4. 2) Nachr. von der erneuerten deutschen Gesellsch. in L. und ihrer jetzigen Verfassung .. . Leipz, »7-7- 8. z) Nachr. von der d. Gesellsch. zu L, bis aufs I. 17z- foctgcs. nebst. .. einem Verz. ihres jetzigen Büchcrvorra- fhes. . , Leipz. 17Z1. g. z) Oer deutschen Gesellschaft in L. ausführliche Erläuterung ihrer bisherigen Absichten, Anstalten, und der davon zu hoffenden Vor- thcile, vpr den Reden und Ged. der d, Gesellsch. Lechz, 17Z2. 8. von Joh. Frdr. Mayen. — Die deutsche Gesellschaft )u?ena: >) Gesetze der Jcnaiscbcn d, Gesellsch. Jena i/zo. g- -) Kurze Nachr, v. d. deutschen Gesellsch. in Jena, und ihren Mitgliedern, im zten Th. von G, W. Goettens Gelehrtem Europa, S. Z87 u. f, Die deutsche Gesellschaft iu Güttingen; i) Kurzgef, Historie der kö- nigl, hcutschen Gesellsch. in G. in best Beych zur Historie der Grlahrthelt, Hamb, >748. g, Th, 2, S, 2Z4, s) Rud, Wedekinds Nachr, von dem gegenwärtigen Zustand? d?r d. Ges. zu Gott, in der Vorrede zu GM, SchlliahlingS Gedschchss, ^748. 4. z) Ein Schreiben von eben« dcms. an Chrstph. Cuno, >vorin von dem gegenwärtigen Zustande der d. Ges. zu Böttingen fernere Nachr. ertheilt wird, Gött. >749. 4. — Auch finden sich dergleichen Gesellschaften noch zu Altorf, Greifs- ipalde, Ronignberz, und auf andern Universitäten mehr, welche, ob sie gleich allerhand Schriften, doch, so viel ich weiß, keine besondre Nachrichten von ihren Thatcn haben drucken lassen. — Allgemeine Nachrichten, Versuche einer Geschichte, u. d. in.: Kl. Lsr. Grclok) IZift'eic. cie variis Lerm. Poe» leo.i aersc. Vier. >654. 4. — ?Ior. Xiepperlzein Oisserr. 6s Germ. Poe» ckeo5 kllift. Vic. >6gi. 4. — Dan. G. Morhofs Unterricht von der deutschen Sprache und Poesie, deren Ursprung, Fortg. und Lchrs. Kiel,68s. 8. Lüb. 1700 und >7>8. 8. " lo. lckeppe Oifter- rar. cie ^encrc ^Iexan6rino Llerm. uii- rarv. Vir. >704. 4.— parerg. cric. 7>5- 4- " O. Willk. 6e lleiknic^ Vinci. Poes. 8ile- iior. in dcN Vliiceil. hips. B. s. S.278 U. f. — iftu6. ^UA. V^urteiii IZiiisrt. egiftol. 6c vens pomeranoc. poec. lor^plisw. -7Z8, 4- —» progrex 6ex /cllemanx 6anx lez 8c. lex s^rrx ec lex Lcltex l.cccrex, p. ie k. 6e IZieleseI6, Herste 1752. 8. >767. g. 2B. — pro- gres 6er s^llemanx parricul. cisnx la Poesie ec 6anx l'ftluczuence, p. klr, korme^, >752. g. (Da ich diese Schrift blos aus Bücherverzeichnissen kenne, und in dein gelehrten Deutschland nicht angeführt finde: so weiß ich nicht, ob es nicht die vorige, und nur H. Forme» bevgelegtc, Schrift ist.) — Vey dem Likoix 6c Poes. Tollem. Kar. 1766. >s. 4B. von Mich. Huber findet sich ein Umriß der Gesch. der deutschen Dichtkunst, welchen Chrstph. Dan. Ebeling übersetzt, verm. und berichtigt, in das Hanöversche Magazin, I. 1767, St. 6-8. und I. >768. St. 6 >8.2z. 24. 26.29. Z4 und z; xinrücftn ließ, -- In Hricdr. I. Riedels Brie- D i ch D i ch 647 Briefen über das Publikum, Jena 1768.8. handelt der ?tc von der Gesch. der Dichtkunst. — Bey dem Leipziger Musenalmanach vom I. 1777 findet sich eich Anhang darüber. — Vor der läea steil» I>»el!» HIlcmanna, des P. Bcrtola, 5l->p. >779-8. ein Histor. krit. Versuch über die Poesie der Deutschen. — Skiz. zen einer Geschichte der deutschen Dichtkunst, von Ehrstn. H. Schmid, in der Ollapotrida, Jahrg. 1780. Ist. IV. S. «6. Jahrg. 1781. Ist. II. S. 8-. Jahrg. 178-. Ist.!. S .86. dl,IV. S. ?6. Jahrg. >785. Ist.!. S. 121. Ist.II. S. 75. Jahrg. >784. Ist. I. S. Z7. Ist. II. S. 70- ^ J-' T. Plauts Chronvl. Biogr. und Crit. Entw. einer Geschichte der deutschen Oicbtk. bls auf das I. >782. 8. (schlecht gcralhen.) — Materialien unv^>ez?trage dazu, enthalten: l.rccrez lur lez b'ranc. er ckur Icz Tzilemans, von E. Mauvillon» TtmlI. i74>. 8- Vcptr. zur krit. Hi- fioe. der deutschen Sprache, Poesie und Vercds. Lcipz. >781-1744. 8. zs St. «-» Der deutschen Gesellsch. in Leipz. Nachr. und Anmert. welche die Sprache, Berods, und Dichtkunst der Deutschen betreffen, Leipz. >740? - 1744. 8. Samml. krit. poet. und andrer geistvoller Schriften, Zur. 1741-1744. 8. >2 St. N. Aufl. cbend. 1760, 8. 4 Bde. — Bemühungen zur Beförderung der Kritik und des guten Geschmackes, Haste 174z. 8. 2 B. — Oer Ereisswalder deutschen Gesellsch. krit. Vers, zur Aufm der deutschen Sprache, Grcissw. >744. 8.1; St. — Briefe über den gegenwärtigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland, Berk. 1755. 8. (von Friede. Nicolai) I. I. Dusch Verni. kritische und sat. Schriften, Alt. >758- 8. und Ebendcss. Briefe an Freunde und Freundinnen .. . Alt. 1759. 8. — Schriften der Gesellschaft der frevcn Künste, Leipz. 1764 .8. zB. — Entw. einer Ecsch. der Streitigkeiten, welche zwischen einigen Leipzigern und Schweitzern über Lichtkunst geführt worden, von Dan. Gvttl. Schlegel, Riga 1764 4.— Sam. E. Langcns Samml. gelehrter und freund, schaftl. Briefe, Halle 176s-177048. 2 Th. — lieber die sch. Geister und Dichter des >8ten Jahrh. vornehmlich der Deutschen, Lemgo >770. 8- — lieber den Werth ei, Niger deutschen Dichter und über andre Gegenstände, den Geschmack und die sch. Littcrat. betreffend, Lemgo 1771-177z. 8. 2 St. Krit. Gesch. des gegenwärtigen Zustandes der schönen Littcratur in Deutschland, von K. F. Flöget, Jaucr 1771. 4. — lieber den Einfluß einiger bcsondcrn Umstände auf die Bildung unfrcr Sprache und Littcratur, von Chrstn. Garvc, vor dem igten B. der N. Bibl. der sch. Wissensch. und in dessen Abhandl. — Vcytr. zur Gesch. der deutschen Sprache und Na» tivnallittcratur, Bern 1777.8. 2 B. Hci- delb. 1780. 8. s B. (von Levnh. Meister) — Deutschlands Belletristisches goldnes Jahrh. ist, ivenns so fortgeht, so gut, «ls vorbei), eine Rede von Lud. Fronho- fer, Münch. 1779. 4. — Das poetische Deutschland in f. höchsten Flor, wenn cS will, ein Vorschlag, 5.1. 1780. 8. — 0b» Lervar. lur I» Icktrei -arnre slieinoncle, 178°. 8- (von H. Herissant.) — De la I-irrcranire ^Ilemsncke, Herl. 1780. 8» (von Friedrich dem -ten) Deutsch, cbend. 1780. 8. vorzüglich merkwürdig durch die Schriften, welche er vcranlaßte, als, in franr. Sprache: I-errre» c>u Oblervoc. psr liaucz. hsteurmicl, 178 >< 8- 2) Kerrie lur I» tsnAue er lur I» Lstcre- rsr, sllem. ... p. Qomper?, 1781. 8. In öeutsckier Sprache: z) lieber die deutsche Sprache und Littcra, tue, Bcrl. 1781. und im >ten B. S. 2? der Littcrar. Chronik, Bern >785-8. von Frhr. W. Jerusalem. 4) lieber die deutsche Sprache und Littcrat. Schr. v. I. Möfer, in den wcstphälischcn Bcytr. und in der angef. Chronik, S. 57. 5) »cber Sprache, Wisscnsch. und Geschmack der Deutschen, Leipz. 1781. 8. (von Jvh. K. Wetzet und, meines Bedünkens, die bessere dieser versch. Schriften) --- Character deutscher Dichter und Prostlisten, von K. Karl dein Großen, bis auf d. 1. 178m Verl. 1781. 8. 2 B. — l'sdleau cke 1'.g.liemoAne er cko ls I.!rrc:rsr. alle- insnäc.-, xor un ktngloiz, licrl. 1782. 8- S 6 4 (vom 648 D i ch D i ch (von einem ehrl. Deutschen, welches eine Oerrro .... blamlo. 178z. 8. von dem Abbe' Kcntzingec veranlagte.) — lieber die Kcnntniß in der Geschichte unserer Dichtkunst, sauimt Beurthcilung einiger ueuern, hichcr gehörigen Schriftsteller, ein Auss in dcmotenSt. S.-ag dcsWür- tcnb, NcpcrtoriumS der Littcrat. Frankst. 1780. 8. — Friedrich des Gr. wohlthciti- ge Rücksicht auch auf Verbesserung deutscher Spr. und Litteratur, von Leonh. Meister, Zür. 1787. «- ^ lieber die Vcrgleichung der alten, besonders griechischen, mit der Deutschen und neuen schönen Litteratur, von G. F. Grodbcck, Verl. 1788. 8. — Vers, einer Vergleiche.» der deutschen Sichter mit den Griechen und Römern, von I. I. Hottinger, im ;tcn B. der Schriften der deutschen Gesellsch. in Mannheim, Mannh. >78?, 8. Journale: Die frühesten darunter, welche auch Nachrichten, obgleich wenige von unserer Poesie und poetischen Werken enthalten, sind die Rissigen und Ernsthaften Monatsgcsprclche von Ehrst». Thomasius, Halle 1688-1689. 8. 4 Th. — Monatl. Unterredungen von Ernst Tenzel, Lcipz. 1689-1698. 8. 10 Bde. — Neue Vibl. oder Nachr. und Urthcile von neuen Büchern, von Gundling, Frft. und Lechz. 1709-1717. z. >, Bde. — Deutsche Lruclircir. Lclpz. 1712 - 17Z9. 8. 20 V. — Mit Gottsched und Vvdmcr fieng sich, für unsrc Journale, gleichsam ein neuer Zeitpunkt, in so fern an, als nun die schöne» Künste mehr Aufmerksamkeit aus sich zogen, und zum Theil eigene Journale erhielten. Verschiedene derselben sind bereits vorher angeführt, weil sie mehr Abhandlungen, und mehr Nachrichten von clltern als von neuern Schriften enthalten. Auch sind die übrigen Schweizerischen Schriften dieser Art, als Kritische Briefe, Aür. 1746. — Neue Kritische Briese, ebend. 1749 und 176z. 8. — Crito ebend. 1751. 8. 6 St. — Archiv der Schweizerischen Kritik, Zür. 1768. 8. — Beprr. in das Archiv des tcutscdcn ^Parnasses, 1776.8. z St, — Llttcrar. Oenkntahle, 1779. 8> so wie verschiedene der, in jenem Zeitpunkte, in Deutsch, laud erschienenen Schriften, als die Belustigungen u. d. m. weniger, wie eigcnt- liche Journale anzusehen. Zu diesen gehören , meines Bedünkcns, von dieser Seite nur die Freyiiiütbigen Nachr. Aür. 1744-176z. g. 20 V. und von der andern, Gottscheds Neuer Büchersaal, Lcipz. 1745->75c> Bde. — und ebend/ Neuestes aus der anmurh. Gelehrsamkeit, ebend. >751-1762.8- 12 B.— Eine ganz andre Gestalt, und Verdienst um die Dichtkunst, erhielten die Journale durch Friede. Nicolai. Er stistctete die „Bibliothek der sch. Wissensch, und frepen Künste," Lcipz 1757-1765. 8- >z B. welche, vom ztcn Bande an, Fcl. Weiße diri- girte, und, unter der Aufschrift: Neue Bibl. der sch. Wisscnsch. und fr. Künste, Lechz. 1766. 8. bis jetzt 44 Bde. fortsetzte. Briefe, die neueste Litteratur betreffend, Berlin 1759.176z. 8- 24 Th. zu welchen noch die Fragmente über die neuere deutsche Litteratur, Riga 1767. 8- Z Samml. gehören. — Allgemeine deulsche Vibl. Verl. 1764. 8. bis jetzt, ohne die verschiedenen Anhünge, 101 B. Nclchst diesen, gehören, von den deutschen Journalen, hieher: Briefe über Merkwürdigkeiten der Litteratur, Scblcsw. 1766 - 1767. 8. z Samml. und der Fortsetzung erstes Stück, Hamb. 1770. 8. Briefe über die neuere Oestcrr. Litter. Wien 1769. 8. u. — Biblioth. der Oestcrr. Littcr. Wien 1769- 1770. 8. 4B. — Tcutsche Bibl. der sch. Wisscnsch. von Chr. Ad. Klotz, Haste 1767,1771. 8. 24 St. fortgcs. von G. Ben. v. Schicach unter der Aufschr. Magazin der deutschen Kritik, ebend. 177z« 1776. 8. 4B. — Auserlesene Bibliothek, Lemgo 1772 u. f. 8. 20 Bde. — Encyelo- pcdisches Journal, Cleve 1774. 8. 14 St. — Bibl. der Philos. und Lilterat. Frft. 1774 u. f. 8. zSt. — Rev. d. deutschen Littcrat. Mannh. 1776 -1778. 8- 4 St. '— Bibliothek der neuesten, theol. philos. und schönen Litteratur, Zür. 1784. 8. meines Wissens nur bis zu z Bd». angci wachsen, ob sie gleich vortrcfliche Rccen- sioncn enthält. Kritische liebcrs. der neue- D i ch D i ch 649 neueste» schönen littcratur der Deutschen, lechz 178« u. f. z. -Bde. — ^ Auch enthält noch der Almanach der d. Musen (von Ehrstn. Heine. Schmid) leipz. ,770-1781.8.11 Jahrg. Anzeigen vonhie- her gehörigen Schriften; und von unsern gelchenn Zeitungen verdienen, die Göt- tingschcn Anzeigen (seit -756) und die Mg. litteeaturzcitung, hier einen Platz. — — Von vermischten Zeitschriften enthalten mancherlei), zur Geschichte der Dichtkunst gehörige, Aufsätze: Sie Unterhaltungen, Hamb. >766 u. f. 8. 10 Bde. — Der teutsche Merkur, Weimar 177z». f. 8. biü jetzt, jährl. 4 Bde. — Iris, Lest, und Verl. 1775-1778. 8° 8 Bde. — Deutsches Museum, leipz. 1776- 1789. 8. Mouatl. ein St. — OllaPotri- da, Bcrl. 1778 u. f. 8- jährl. 4 St. — Das schweizerische Museum, Zür. 178z. 8. bis jetzt 5 Jahrg. Von der Poesie der Pohlen: kikliv- rkeca Uverar. Uolonor. von Trotz, s. I. er a. 4. — Versch. Schriften des Cano- nikns Jos.San.Janotzki, als: Sirrerar. in ?vl«n. Inlkaurar, Sips. 1744. 4. — I.iccerar. in kvlvn. lkopagacor. Sanr. 1746. 4. — ?vlon. iirr. nollri remp. Vrsrisl. >750. 8. Deutsch,unter dem Titel: Pohlnischcr Büchersaal, Drcsl. 1756. 8. — IZxcerpr. koivn. kirrcrar. kuzus »rizue super. aerac. ebend. 1764. 8- 2B. — Klusar. Sarmacic. kpec, 1771- 8- — Larrnar. Sirrersr. nollri rempvris srazm. Varl. 177z. 8- — )ourn. lirreraire äe la ?vlvvne, Vors. i755> 8. (Wie viel Stücke davon erschienen sind, ist mir nicht bekannt.) — Iris»! tur I llillnire licrer. . Klacktorci, kljZ. 1772. 8. — Rußische Bibliothek, von H. Lud. Ehrstn. Backmcistcr, Riga 1772. 8. u.f. bis jetzt i, Bde. — Eine Rede, bei? der d. Uebers. des Gedichtes über die Schlacht bey Tschcsme, Pctersb. 177z. 12. — lieber die Dichtkunst der Ebräer; 1'teiKeri Oiarr. pkilvl. äe ?>>css Lkraer. verer. er recenrior. Vired. , 67°. 4. — Die otc Abhandl. in Sal. Tils Dicht - Sing - und Spielkunst so wohl der Alten, als Hebräer, ursprünglich, holländisch, Sorte. 1Ü9-. 4. Deutsch, leipz. 1706.1709.1714.4. handelt (G. 16z. der Ausg. von 1706) von der Poesie der Ebräcr. — llilserrar. iur I arr poer. er sur las vers äcr, snc. llekreux, von Fourmont, im üten Bde. der Klein. äa l-kcaä. äez Inscripr. — klill. abrezee cke ia Zueile ckc^ les klckreux, von l. Racine, ebend. im ntcn Bde. — Evn- ssäera^ioni cl> Liazziv Sarvlola inrnr- no »IIa kvessa äegli Ilkrei, e ckeiSre- ci, kvm. 1707. 4. — l)isc. tue ia Woeste des ilekreux, von El. FleUry, in dem Ztcn Th. des cilften Bandes, S. Z9 - 78 der klein. eis kirrerac. er ättill. des P. Nie. des Molctz, und in dem gtcn B. S. 41 des Lvmrnenr. lir. rerai sur la ksskie, p. tluv^ Saliner, ?ar. 1724. k. — Sisserc sur Ia ?ne- sie des anc. kkekr. in dem eben, anges. W. B. I. S. Z7Z von Ealmet selbst. Lssai de criciizue oü Ion rücke äs rnvnrrer cir izuoi conssile Ia koesse des liekr. von I. Lc Clerc, in dem 9tcn Bde. der IZikk universelle S. 2I9-2YI und lat. bep s. Eommentar über die Propheten, klmll. i7Zl. l. S. 6-1. — SonjeK. pkilvl. cle lsz-rnnopvevruin gpnd sskraena ssgno, kcla, diölv . . . tluäl. Iva, Skr. örnellcdc , . . Sörr, 17z 9. 4. vcrgl. mit Matthcsons Erläutertem jSelah . . . Hamb. 174;. 8- — ?rvle!t»mcna in ktalinos . . . /Kuöl. kranc. Klare, kvnd. 17Z9. 4> 8^tle- ma kialinor. nrerric. a Krane. klare iruper adornarum, Dill, Skr, Weiss!, Ss 5 bzcz Dich D i ch Lore. 174°. 4- und Rod. Lowth schrieb dagegen: ^ iorger Lonfurorion ost L, Istore'z Lüssem ot bstclirew mecre, Donst. 1766. z. — De stscra kvcst Llebrooor. krseleöb. s^utst. Lost. Duvvrli, .. . 0x»n. 175z. 4. Mit einigen Zus. hceausg. von dem Ritter Michaelis, Lörr. 175z und 177--. 8. 2 Bde. Engl, von G. Gregory 1773. 8- 2 Bde. — koefiz verue stestroica rcstic. -ü.ubb. 82m. Lsr- leer, Donst. 176,. 4. — Do merro Ljelzroevr. snrig. Oiist /^uös. Lonr. Lvrrl.-linron, Dchst 1770. 4. Vin- sticioe derselben, ebcnd. 1771. z. — Versuch einer richtigen Theorie der biblischen Vceskunst, von Thestn. Lud. kcut- wein, Tüb. 1777. 8- — Vom Geist der Ebrelischen Poesie ... von I. G. Herder, Dessau 1782-178z. 8. 2 Bde. — Iol>i, anriczuiiliml Lsrm. steioroic. noruro sc» czue virrurcz , ster. L. O. Ilgen, Dips. 1789.8.-- Einzcle, vortrcstiche Bemerkungen in den Fragm. über die neuere, deutsche Littcrat. 2te Samml. S. 2c,7. so wie m den — Briefen, das Studium der Theologie betreffend, Wenn, ,77g- 178'- 8. 4TH.— Ilebrizcns hat Ad.Bail, lct, in s. stug. lies 8svsns, Vomerroist karr. lere. S. 207 u.f. Ausg. von 172;. 12. noch verschiedene, von der Ebrstischen Poesie handelnde Schriftsteller angeführt. — Auch gehört, im Ganzen, die Einleitung in» alte Testament, von Joh. Gottfr. Sichhorn, Leipz.1787.8. ;TH.(2teAusg.) hieher. — Von der Poesie der übrigen Morgen- landischcn Volker überhaupt.' Allerhand Nachrichten davon liefert die Li- biiork. lZrienralc 9. dstr. st lstcrbelor, kor. 1697. st. Mit Zus. von Misdelon und Galland, lstoye 1777-1779. 4. 4 B. Deutsch mit Zus. aus Schlittens und Reiske, Halle 1785-1790. 8. 4 Bde. — Die Vorrede vor Joh. Frdr. Löwens Poet. Ncbenstundcn, kcipz. 1752. z. von I. D. Michaelis, handelt von dem Geschmack der MorgeMndischcn Dichtkunst.— Eine Abhandlung bey der kstist. ste Kloster Lt-ali. . . . rrost. st ur> kvlsterjir. z-erstsn . . 9. sV. ^ones, Oxst. 1770. 4. 2B. Engl. 177Z. 8- Deutsch, von Joh. C-Dsth- nert, Grcifsw. 177z. 4. — Lstay on rlie kvetr/ ost che Lastern dlor. von ebendemselben bey s. koeme conststinz clriefi/ ost rrsuri. ström rke ^liociie longuzZe, Donst. 1772. g. Tllr. 1772. 8- Deutsch, im ztcnSt. der ONa Potri- da v. I. >780. — Abhandl. über die Lir- teratur des Orients, aus dem Franz. Gotha 177z. 8. (Das Original ist mir nicht bekannt.) — koesteoz ^li-ir. Oommen- ror. Dili. VI. . . . Luit. .soirez, ?.onst. 1774. z. vcrm, mit einer Abhandl. über die Syrische Poesie, von I. G. Eichhorn, Dipl. 1777. 8- ---- Auch gehört im Ganzen noch hieher, haSWcrk des I. Richardson.' visterr. on rlielon- guogc, lircerorure snst monnerr ost che Lastern KIscious, Vxst. 1778 Und 178°. 8. Deutsch, mit Zus. von I. G. Eichhorn, durch Friede. Fcdcrau, Leipz. >779- 8. Von der Poesie der Araber insbesondre : Eine Abhandl. darüber, in Ina. Lobricü Lpcc. -^rol>. Lost. i6z8-4. —- Arab. Lnest. 8pcc. erkrecium, ein Aufs, in Casiri Lidl. /lrab. kstistp. Lsteur. V. I. Vlost. 1760. 5. — Entwurf Arabischer Oichterey bey der, von I. I. ReiSke ge, lieferten Hebers, des Thograis, Friedrichs?. 1756. 4. — Vom Arabischen Geschmack, sonderlich in der poet. und histor. Schreibart, die Vorr. von I. O. Michaelis zu s. Arabischen Gram, und Chrestomathie, Gött, 1771. 8.- De Lenio T^robum, Oror. kl. -^Il>. 8clrulrcrl!!, I.ugst. k. >738. 4. Auch finden sich noch Nachrichten darüber in C. Nicbuhrs Beschreibung von Arabien, in I. G. Eichhorns Kstonum.anriguiist. stistor. Hraii. Lorsta -775. 8. u. a. in. — Von den vielen Arabischen Gedichten selbst sind, durch den Druck, nur wenige in Europa bekannt geworden. Die ältesten derselben gab Alb. Schlittens, unter dem Titel: ^stonumenca verustiora Arobioe, st Lpccimina guaestsm illustrio onriguoe memuriae er linguss . . . Dugst. L. 1740. 4. arab. und lat. heraus, wovon I. G. Eichhorn einige Deutsch überseht, in D i ch D i 6) 651 in s. Abhandl. über die verschiedenen Mundarten der arabischen Sprache, bcy der deutschen liebers. von RichardsonS Abhandl. über Sprachen, Litterat. und Gc- trcluchc myrgenlchidischer Völker, Lcipz. 177s. 8. geliefert hat. Der Verf. des ersten Gedichtes in dieser Sammlung, Jorlamides, soll, dem Herausgeber zu Folge, schon zu den Zeiten des Salomen gelebt haben. — Die folgenden, welche, un- serm Rciske zu Folge (S. den ?rol. zu Bkarapbae Xloallglcsk S. XIX U. f.) erst in den Zeiten MahvmctS abgefaßt wurden, sind die Moallakah, oder sieben, in dem Tempel zu Mecca aufgehangen gewesene Gedichte, wovon Gcrard Joh. Lette das erste, von ^mralicciss . .. c. vers. Kevini XVarneri . . . Imgd. L. 1748. 4. (zusammen mit dem folgenden Gedichte des Caab) I. I. Reiskc das zivkytc, ödusllslcab, Kund. k. ,742. 4. arab. und gr. und welche Will. Jones sllmmtlich, mit einer englischen llcbersetzung, unter dem Titel: Vbe X!osllole2r, cir Leven Grobian?ocmr, vbick rvere kulpended on rchc remple s ödeccs, Kvnd. 178?- 4. drucken ließ. Der dazu von ihm versprochene Commen- tar ist nichf erschienen; aber Nachrichten von diesen sieben Gedichten, und ihren Verfassern, finden sich in dem bereits angeführten Prologe von Reiste. — Caab Ben Aoheir (Aus eben diesem Zeitpunkte, iüsi men psneZz-r. in Isudein Xlubsm- insdis. . . c. verk. lbevini (Vsrneri . .. zusammen mit des vorher angeführten Amralkeisi Moallakah, und einigen Gedichten aus der Hamasa, so wie aus einer andern Sammlung, dem vivan ldn- deilirarum, die bevden lchtern blos arabisch ... ed. Qer. Io. I,ccre, I.ugd. L. ,748- 4.) Audedin Alnasaphi (Lar- inen arabicum, t. verba doökoriz «lestini ^Inasspbi de religionis Lonni- ricge principiiz .... ed. »c lar. ve» rir la. vri, Oxon. 1770.4. Abgedruckt dabei) ist der Anfang eines persischen Gedichtes von Saadi Shirazita, Pomannm genannt.) — Ali Ben Ali Thaieb (aus dem siebenten Jahrh. Larmin». ed. er vcrr. (-er. Xuz pcrs, (.uZd.L. 174?. g. Auch sollen sie schon in PH. Guadagnoli st 1656. Initir. linz. arab. sich finden; und die Sprichwörter sind deutsch und lat. in unsers Tschernings Frühling >6-,-. 8-) — Eine, im gcten Jahrhundert gemachte Sammlung von kleinen Gedichten, und dichterischen Stellen sehr vieler Dichter TU kstamala, worin die, von einerlei) Dingen handelnden Stellen unter cinerlcy Rubrik, von einem arabischen Dichter Abi Temmam, gebracht worden sind, fügte, Auszugsweise, Alb. Schultens, seiner Ausgabe der arabischen Grammatik des Erpenius, Imgd, L. 1748- 4- unterdcm Titel: Kxcerpra ex T^nrbologia verer. ?oerar. czuae inlcribirur kismsla Tibi ?emmam, arab. und lat. bey. Die Auszüge sind aus den drei) ersten Abschnitten der Sammlung, vorzüglich aus dein erster» (von welchen die Sammlung den Nahmen führt) gemacht, enthalten Lobsprüche des Mulhes, Trauerliedcc und Weisheitsprüche, und schriebe» sich von zo verschiedenen Dichtern her. Auch sind sie, arabisch, bc» I. D. Michaelis Arabischer Grammatik, Gött. 1771. vcrb. >781. 8. und verm. von Reiskc, arab. und lat. in I. F. Hirts Hnrliol. T^rab. len. 1 774. 8. befindlich. Einige wenige sind auch dem Caab Ben Aoheir von G. I. Lette, arabisch, angehangen. — Die Tin» rkolvxis Lenrenriar. vrabicar. . . . cd. vsrr. er illuikr. ldcnr. .^Ib. Lcbulrenz, I-ugd. k, 1772. 4. mag hier ihre Stelle einnehmen, ob ich gleich das Zeitalter der Verf. dieser Sentenzen nicht zu bestimmen weiß. — Abu Vekhr Mohammed Jbn Dvraid (9Z0. kelelcrsourz, ch Idzdliurn arab. ed. Lverb. Lckcidius, idadenv. 1768. 4. Ebend. mit einer lat. »cbers. von O- Ag» Hcitsma, 177z. 4. und eben so, von dem erster», ebend. 1786. 4.) —» Montanabbi (f 96;. Proben arab. Dichtkunst in verl. und traurigen Gedichten arab. und deutsch, von I. I. Rciske, Lcipz. >76;. 8.) — Abul Ola Ahmed fio;8. Ein Gedicht, Likra'22endi, der Funke, in Joh. Fabricius Spec. ^>ao. Koch. ,6z8> 4. und von Jac. Golms, bei, s. Ausg. D i ch D i ch Ausg. der Grammatik des Erpenius, Lugid. IZ, 1656. 4.) — Abu JSmacl Thograi (s ii-o. Larm. Lgmigcvl /tssm (odtekiom) ex ed. Isc. Lvlii, LuAd.L. ,629.8. blos der Tcpt; uns c. verst. Ist. ec ucicis, c>p. Zd. ?ococlcü./^cced. lstrsstior. de Proteid, i^rab. Oper. (Lsm. LIeric!), Oxon. 1661. 8. ltx ed. lvlscrl,. ^.nelrerlen, c. verst. Ist. I. Oolü > Vrss. sd Isttr. >707. 8. Our. Istenr. v. d. Llnoc, istrsneq. 1769. 4. auch mit der Hebers, des Golms; und in I. F. Hirts /Znrkiol. stslz. len. 177z. 8. Franz. von P. Vatticr, Usr. 1660.3. Englisch, unter der Aufschrist, OtieVra- vellcr, von beonh. Chappelow, l.«nd. 1759. 4. Deutsch, mit dem Titel: Thograi's Lammisches Gedicht, von I. I. Neiske, Friedrichs^. (>756. 4.) — Abu Mahomcd Elkasem, oder Jthiel Hariri (st Aus s. Gcd. über dieErgbtzungcn der Welt, in ;o Abthcil. (Lnnstclstus) hat Alb. Schultens, die drep crlicn, Franekcr 17;,. 4. und die drei) folgenden st.u!-d. IZ. 1740. 4. so wie Reiste die -6re, Lipst. l7Z7> 4. arab. und lar. herausgegeben.) — Al Meidani (116z. 8pec. kroverbinr. ex verst. stecvcle. ed. Id. ^.Il?.8cI,ulrens>Lnnd. 177g. 4. Samml. einiger arab. Sprichwörter .... von I. I. Reiste, Leipz. 175z. 4. (Liese Sammlungen , wenn sie gleich nicht dichterische Werke enthalten, scheinen, als Beytrstgc zur Litteratur der Araber, einen Platz zu verdienen) — Elm Al Farcdh^izzg. Ein Geb. von ihm in loa. kobrici! Lpcc. /Zrsl,. Istelst. 16Z8.4.— Einige arabl- sdic Gcd. in Joh. Chrstph. Frdr. Schulz Proben Morgcnlstndischer Poesieen, Leipz. 1770. 8. — S. übrigens die Art. Erzählung und Label. — und, wegen HaMchriften arabischer Gedichte, unter ander», den Locol. Lodic. d/lstcrpr. ljibl. reg. ?sr. ?sr. 17)9 U. f. st. 4 B. Von der Poesie der Perser: Oe- stcripcion des Lciences ec dez orcs Ii- berocix des Werstes, im zten B. S. 129 - 286 von I. Ehardins V»-/2gL dl,Werste, Amsterdammer Ausg. von 17;«. 4. — Ein Verzeichnis' persischer Dichter findet sich Key G. Fräsens engl. Uehers. von dem beben des Schach Nadir, Land. 1742.8. — so wie bc» W. JonesKerstan Orom- irisr, Lond. 1772,4. — Eine Abhandlung von der Persischen Poesie, bey dem 8pec. puestens ^fiar. Vienn. 1771. 8. von dem B. Rewitzki, welches aus 16 Oden des Hafitz besteht; und von I. Nl- chardson, Lond. >777. 4. in das Engl, und von I. Friede!, Wien 173z. 8. in das Deutsche übersetzt worden ist. — — Ausser diesen Oden sind noch folgende persische Gedichte, in persischer Sprache, abgedruckt: 5l,ir22,!r2o.tz'kwiidi Lärmen Ucrst. cd. I. vri, Oxnn. 1771. 4. aViiclrvIeglo steriles, Vicn. (1778) 4. — Und hieraus sind folgende Ucbcrs. und Nachahmungen gezogen: Seiest Lides strriin rtie sterilan ost Ists ste? , b/ ). Istorr, L. 1787. 4.— stoems imirsced ström rkie sterfisn l>/ ss. Lksmpi'nn, Land. 1787. 4. — stoems ost der- dost, Ii/ st. Lkiompi'on, Lond. 17 89.4. (Die ersten Gesänge der Shah Nameh, eines großen epischen Gedichtes.) — — S. übrigens die Art. Erzählung und Label. Von der Poesie der Indianer: 'stke ^ilacic dstistcellsn/, coniilting ostcrsnsl. imicsr. stugic. piccez, orig. prvdusttions, snd excrsstls, Ii/Llrsmders, snd ^V. stones, Lond. 178;» 17L7. 2 St. 4. und 8- (worin sich aber auch noch einige persische Ged. finden )— /tliac. ke- stesrcsties, or ststrsnssstt. ost rke Socier/, inllir. in kengsl . . Laie. 17Z8.4.— Aus diesen ist Sakontala, Deutsch von V. Forster, Mapnz 1791. 5. herausgegeben worden. — Eine persische H»mne findet sich, übersetzt in W. Jones Oistcourste on rlie inllicnt. ost 2 stncier/ stor in- lzuiring !nrc> rlie >Z.rrs, Lliitor/ erc. ost^strilca, Lond. 1784. 4. — Von der Poesie der Chinesen: Ein Aufs, darüber, von Zrerct, in dem -ten B. der tdiit. de I'sZcad. des lnstcripc. — Ein Verzeichniß chinesischer Dichter, ebcnd. von Fourmont. — Oilstcrcsc. stur I2 Lirrersr. des Ltrinois, von Des- guignes, cbend. — Allerhand Nachr. darüber, D i ch D i ch c>z z darüber, in dem ztcnBde. bei? Oetcrip- rion ... ste 1 .1 Lkinc, von dein P. Jean Bapt. Du Halde, par. ,755. 5. 4 V. Deutsch, Rostock 1747- >756. 4. 4 Tk). — In den ldechercli. pliilot. tur les pg^pr. er Ic? Lkiinois, perl. 177z. 8.aB. — so wie in Chrstph. Gottl. v. Murr Journal zur Kunstgesch. und astg. kitteratur, Nürnb. >775-1789.8. >7 Tl). Chinesische Gedichte selbst: O'or- pkelin ste la Ellison stephao, Trag. Lliin. par. >755. 12. — Lstau, Kiou Lhoaan > or rkc plealing iiiilor^, honst. 1761. 12. 4B. Deutsch durch C. G. v. Murr, LApz. 1766. 8. ein Roman. — In den Xlitceilaneous place? rclacinZ ro rlie Ohincte, honst. ,762. 12. 2 B. finden sich einige Gedichte. — Ein Lobgcdicht auf die Stadt Mvukdcn, von dem Kaiser Kien Long, gab Amivt, par. 177s. 8- in französischen Versen heraus. Von der Poesie der Türken: De la hinerar. ste? "pures, par. 1789. >2. z Bde. — In den Briefen der Lady Montaguc, honst. 176z -1767.8.4 Th. findet sich ein Gedicht. Die, von Werken der Dichtkunst gemachten Sammlungen, mögen den Artikel schließen. Ich schränke mich, indessen, dabe» nur auf die größern, oder allgemeiner» ein. Von griechischen Dichtern: pverae Or. principe? bstenr. Lrcplisni, par. 1566. t. gr. (Homer, Hesiodus, Orpheus, Callimachus, Ara- tus, Nikandec, Thcokrit, Moschus, Bio», Dionysius, Loiuthus, Tryphio- dorus, Musstus, Theognis, Phvkylides, Pythagor.) — Larminum poerar. no- vem, h^rie. Poet, princ. praZm. Kurv. 1567. 12. Isteistelk. 1598. 8- gr. und lat. (Alkclus, Sappho, Stcsicho- rus, JbykuS, Anakreon, Bachilides, Simonidcs, Alemann, Pinbar.) — poests plnlot. vel. . . pelig. poei. pki» los. Lmpestoclis, Xenopki. Timon. parmen. Lieanch. ppichsrmi, Orpli. par, exe. plenr. 8cepk>. 157z. 8- gr. ?oer. Lr. vec. T^urel. Kilodr. l6°6. f. 2 Th. gr. und lat. (Homer, Hesiodus, Orpheus, Kallimachus, Ara- tus, Nikander, Thcokritus, Moschus, Bivn, Dionysius, Kvluthus, Trpphio- dorus, Musstus, TheogniS, Phokylidcs, Pothagor. Apostonius Rh. Oppianus, Kointus Smyrn.Nonnus.) — pocr.gr. ver. Tragici, Oomici, h)'rici. . . . ebend. ,6>4. k- -B. gr. und lat.— Poe- rae minore? Or. . . . a klust. ^Vinrer- rono recogniri Lanradr. 1655. 8- 1700. ,2. (Hesiodus, Thcokpit, Moschus, Bio», Simmias, Musclus, Theognis, Phokylidcs, Pythagor. Solon, Tyrtclus, Simonidcs, Rhianus, Nau- machius, Panyasiö, Orpheus > Mimner- mus, Linus, Kallimachus, Evcnus, Eratosthcncs, McnckrateS, PosidippuS, Metrodorus und Fragmente von einigen verloren gegangenen Komikern) — plor. 1494. 4. 1519.8. Pen. 1x50z. 1517. 1521. 1550. 8. gr. von277Öich. tcrn. Vcrm. v. Heine. Steph. 1566.4 gr. Ton Joh. BrodÄs, Fest. 1600. t. gr. und lat. Von Eilh. Lubinus, in kidl. Lommel. 1604. 4. gr. und lat. und endlich, am vollständigsten, von Phil. v. Vrunk, unter dem Titel: ^nal. ver. poerar. graec. ^.rgenr. 1772- 1776.8. z B. gr. Von römischen Dichtern: Lorpu? omnium vcrer. poeiar. larinor. lecunstum lcriem rcmpor. in V libr. stilbinötum . . . 2l.urel. TLllobr. 1611. 1640. 4. 2 B. bester, hugst. 8. 1616. 4. — Opera er pragm. ver. poecar. lar. ... von Mich. Maittaire, honst. 17I Z. f. 2 B.— Lorp. omniuin verer, pocr. har. c. cor. Iralica vcrtio» ne, Xlestiol. 17z l- 1754. 4. ;6 Bde. — poer. lar. minor. . . cur. perr. Lur- manno, hilfst. 8. 17z 1 .4. 2B. (Grat. Faliscus, Aurel. Olymp. Nemcsianus, Calpnrinus Sir. Claudius Rutilius Nn- mant. Q. Srrrnus Samonic. Vindiria- nus oder Marerilus, Q. Nhemnius Fan- Nius, Sulpicia)— poer. lar. mino- res, cur. I. L. VVernsstork. KIr. 1780» 1789. 8- 6 Bde. Von den lateinischen Dichtern aus den mittler» unv neuern leiten; velic. Zralor. Poe- rar. 6z4 D i ch D i ch rar. . > ?rckr. 1608- 12. 2 B, (von 204 Dichtern) Lsrmins illustr. koecsr. Iralvr. Llar. 17,9-1722. 8- 9 Bde. — Oclic. Laerar. Lisllor. Lrcfic. 1629. L. z Th. (von log Dichtern) ?aecsr. ex Bcsg. asllics . . . Lürm. ?sr. 17Z7. 8- vcrm ii.mttel. 1740. 8-— Oelic. Lc>e- tsr. 8corvr. illultr. ^mssei. >6z7> 12. 2B. (von Z7 Dicht.) Idlutsr. /Znßlicsr. ^.nsleJs, Oan8. 17 14-1717. 8. zB. — Letebla Loem. Angler. Isrins l .onä. -774-1777.12. zBde. herausg. von Cdw. Popham. — Oelic. koecsr. Lclgicor. . . . Lrckr. 1 ^14. 12. 4 B. (von 128 Dicht.) — Oclic. . . ?oecsr. Osnor. Ougcl. 8. 169z. 12, 2 B. (von 6 Dicht.) — Oclic. ?c>crar, LLunZsri- cor. krct'c, 1619.12. (von 4 Dicht.) — Oelic. I'acrsr. Lermsnor. Illutlr. Vrctr. 1612. 1 2. 6 Th. (von 211 Dicht.) Kecenciar. Luersr. Lerm. Lsrm. bsteimtb. 1749-1752. 8. 2Bde. — — Bon Dichtern in italienischer Sprache: Vsrnsto Icstisno, Ven. 1780 U. f. 8. — Opere burletciie cli Ich. Lern!, Liov. Fells Oats, Varel,!, KZsura, Linn, >l»l2s, Oolce, biren^uals, kir. 1548-1555.8. 2B. Vcrm. OLeclir sl Kenn (Rom) 1726. 8. ) B. 1760 und 1771. 8. z Bde. — Mehrere Samml dieser Art, welche nsthmlich nur Auswahlen enthalten, sind, de» dem Art. L.ie0, Scherzhaft, Tranerspiel u. d. m. zu sinde». Von Dichtern in spanischer Sprache: Nicht votlstclndige Sammlungen, sonder» nur eine Auswahl von Gedichten findet sich in dem Larnslci Llpanul, Usch 1768 1779. 8- 9 Bde. (Gedichte von Vir. ESpincl, Web. Man. de VillcgaS, Franc, de Qucvcdo, Juan de MoraleS, Garcilasso de la Bega, LuiS de Leon, Greg. Morilio, Lope de Vega Carpio, Luis de Ulioa Pcrcyra, Luperc. Leon, de Argcnsota, Luis Martin, Chr. Suarez de Figucroa, Aug. de Tcjada, Greg. Hern, de Vclasco, Christ, de Me- sa, Bart. Leon, de Argensola, Juan de Arguijo, GaSp. Gil. Polo, Pedro de Espinvsa, Andr. Ney de Articda, Thom. de BurguilloS, Hern, he Acuna, Jgn. de Luzan, O. Alonso de Crcilla, Andr. de Pcrea, Luis Vacahona de Sota, Jorge Pirilla, Oamas. de Fcias, Alons. Ver- dugo de Castilla, Man. Pelliecr de Vc- taöco, Franc. Pacheco, Gomcz de Ta- pia, Salv. Jacinto Polo de Medina, Bart. CapraSco de Figucroa, Hurradodc Mendoza, Franc, de Rioja, G. Argote de Molina, Fr. de Figucroa, CvSmc Gom. Tejada de loS RcycS, Bait. delAl- eazar, Fr. de Borja, Dionis Gamdaso, Pcd. de Padilla, Luis de Gongara, Mig. de Cervantes, Pablo de Ccspcdes, Ped. Svto de Rojaö, Juan de la Cucva, Alonso de kedesma, Pied. LSplnosa, Contede Rebvllcdo, Mig. Sanchez, D. Christvb. de Viliarocl, Fray Hortensio Felix Pa- ravicino, Ger. Bermudcz, Ferna» Pe- rcz de Oliva, Fern, de Herrcra, Franc, de Castilla, Gutierc de Cetina, Ant.de Herrcra, Ant. Ortij, Ped. de Medina Medinilla, D. Ped. Silvcstrc de Campo, Franc, de Saa de Miranda, Franc. Lopez de Anrate, Alons. Ger. de Salas Barbadillo, Juan Boscan, Ped. Lapncz, O. Franc, de Calatayud, Juan de Jauregu» v Aguilar, Jorge deMontcmajor.) S. übrigens die Art. ComoOie, L.ie0, Romanze.-- — Von Dichtern in französischer Sprache: Vollständige Samml. davon sind mir nicht bekannt, wofern man nicht dicLol- IcJjcm 8'^ureurs clstii^ucs t'rsnzai'z, Kerl. 8- bis jetzt 10 B. dahin rechnen will; von den verschiedenen Auswahlen von Gedichten sind die bessern: Lec. clc, plus Lettes piecss äes ?oeces traue, stepuis Villau )uscpi's Kenlera8e, /Zmtt. i7Z°> und 1752, 12, 6 V. (aus 48 Dichtern) — Libl. poer. clepuis b-tsroc jusqu'^ nos zaurz, p. ,Vlr. (SVclr. Llsucle) fie ts Vlariniere, l'ar. 1745. 12. 4 Bde. TZdeille clu Lar- natle, TZrnlt. 1750 - 1754. 8- >0 Bde. Lorceteuille cl'un liornme cie Aour» Lsr. 1764- 177-,. 12. z B. und als Forts, davon die ?»et. »Ire. er maclernes, ?ar. 1781. >2. 2Bdc.— Wanstes paeciigues, ou TVlinsnac lies Blutes, ciepuis l uri- Aine ste ls Lvctie traiizaite, Lsr. >778 u. f. 12. bis jetzt Z8 Bde. Wegen mch- tcrcr D i ch D i ch 655 rercc Samml. s. die besondern Artikel der verschiedenen Oichtungsarten, als ^>va- m«, Heroive, ^.iev, Gsacr u.a.m. — — Von Dichtern in englischer Sprache vollst. Sammlungen: Works ok rtie kiriglisli poers, mit Biogr. Borr, von Sani. Johnson, Ovnci. >779.8. 60 B. 1790. 7; Bde. (Die darin aufgenommenen Dichter sind, Cowlcy, Ocnhain, MiltoN, Buttler, Rochestcr, Roscom- mon, Stway, Master, Pomfret, Lorset, Stcpne», I. Philips, Walsh, Dryden, Smith, Duke, King, Sprat, Halifax, Par- ncst, Garth, Rowe, Addison, Hughes, Sheffield, Prior, Congrcve, Blackniore, Fcnton, Gay, Granvistc, Dalben, Tickcl, Hammond, Sommcrvillc, Gavage, Swift, Vrovmc, Pope, Pitt, Thomson, Watts, A. Philips, West, Collins, Lyer, Shen- stvne, Doung, Mästet, Akcnsidc, Grey, Littlcton.) — Vde poers ob QrearLri» roin. . . . päinli. 1782.178Z. 12. 109 Bde. von Bell (die darin befindlichen Dichter sind, Chauccr, Speicher, Waller, Millen, Buttler, Lenhain, Comley, Dryden, Roseommon, Buckingham, King, Prior, kandsdown, Pomfret, Swift, Cvngreve, Addison, Rowe, Watts, I. Philips, Smith, Parnell, Garth, Hughes, Fentvn Tickcl, Svmervillc, Pope, Gay, Brovnie, Doung, Gavage, Pitt, Thomson, Ainbr. Philips, Dycr, G. West, Lyrt- lelon, Hanimond, Costinö, Moore, Shcn- stone, Mästet, Armstrong, Gray, R. West, Akenfide, Cuningham, Churchill) — Auswahlen von Gedichten: Vke lvlule's l-idrsrzc, s Loll. ob olcl engl. Poems Lrom rke rime ot rke 8oxons, klltrs. Loevper. 1741. 8> —" ikeli- gues v5 sncienr IlnZIitki poerrz-, l)oncl. 1765.8. zBdc.— dckilcell. pie- ces ob anc. engiitk Poesie, ch,. 1765. 12, — Specimens ot rke earl^ Lng- lilk poers, chonci. 1790. 8- (Gcd. aus Surrey, Wyat, Gascoigne, Sidney, Daniel, Marloiv, Ralcigh, Drumniond, Nonne, Carew, Shirley, Randolph, Oavc- nant, Wvtton, Cartwrith Suckling.) — Lelebk öesuries ot anc. engl, poerr^, kst. kckesckle^, chonä. 17L7. 12. 2 Bde. Llolletllon otPoems l>7 sie- veral tianils, von DodSley, I,. 1748- >758- 8. 6 Bde. 178-. 8. 6 Bde. Vsie beauries ot cnx -Iisisi poerr)? sie- lekkcä, von Oliv. Goldsniith, 1767. is. aB. — Lollekkion ot rsie molk ellee- meci xieces ot poerr^ .. . b), kck. Neri- 78o->782-8. 8 Bde. --- Lkoiee ot rlie keil poer. picees ot rsie molk eminent poers, l>^ ). Ikec^er, Vien. 1780 - 1786. 8. 6 Bde. — Llslsicgl Arrangement ot tugirive poetr^, chonci. 1789. >2. biS jetzt ic> B. (größtentheils Epiteln und scherzh. Gedichte) — S. übrigens die verschiedenen, von den einzclen Dichlungs- artcn handelnden, Artikel. Von Dichter» in Veurscbcr Sprache: Sammlung von Minnesingern . . . Zür. 1758. 4. 2 P. (von >40 Dichtern) —> Sammlungen einzeler Gedichte: Den ersten Platz verdienen hier die Belustigungen des Verstandes und Witzes, Lcipz. 1742-1750. 8. 8 Bde. weil, wenn sie gleich nicht lauter Gedichte, und noch weniger lauter gute Gedichte, sie doch die ersten Versuche der guten neuer» Dichter enthalten. — Bcy- lrstge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes, Brem. 1744-1748. 8. überh. 6 Bde. N. Ausg. woraus die, von den Verf. in ihre Werke aufgenommenen Gedichte, weggeblieben sind, 1768. 8 - B. — Samml. vermischter Schriften, von den Verf. der Brem. Bcvtrstgc, 1748- 17x2. 8. z B. (Ucbcr die Gesch. der Heyden letzter» Samml. s. Chr. Fel. Weißens Borr, zu W. Rabencrs Briefen, Lcipz. >77-. g. und C. F. Klopstock von C. E. Cramcr, B. >. S. 14s,) — Anthologie der Oeiitschen, l>cipz. 1769-1771-8- z TH. — Auserlesene Stücke der beßtcn deutschen Dichter, Brschw. 1766-1778. 8. z B. (von F. W. Zacharicl, und I, I. Eschcnburg besorgt, und Gedichte von Rud. Wekherlin, Paul FlemmiNg, Andr. Tschcrning, Jvh. G. Schoch 11. a. m. enthaltend.) Taschenbuch ffir Dichter und 6z6 Dich D i ch und Oichtcrftcundc, tcipz. 177z «1781. 8. 12 Et. — Deutschlands Oeiainaldichtcr, Hamb. 1776. 8. 4 B. ( Besser gedruckt, als ge>vühlt.) — Wegen mehrerer Samml. s. den Art. Laed u. d. m. — — Dichtkunst. Poetik. Eine so wichtige Kunff, als die Poesie ist, verdienet von Männern, die den feinestenGeschmak mir der schärfsten Beurtheilung vereinigen, in ihrem psychologischen Ursprung, in ihren mannigfaltigen Aeußcrungen und in ihrer besten Anwendung betrachtet zu werden. Nicht bcßwcgcn, daß durch die beste Theorie dieser Kunst ein Dichter könne gebildet werden: denn nur die Narur kann dieses thnn; sondern damit die, denen die Natur die Anlage gegeben, ihre Bestimmung deutlich erkennen lernten, und einen Weg vorgczcichnet fänden, auf welchen: sie fortgehen müssen, um zu dem Grad der Große zu kommen, dessen ihr Genie fähig ist. Obgleich sehr viel zu dieser Theorie dienendes geschrieben ist, so fehlt es noch an einem Lehrgebäude der Dichtkunst. Die, welche davon geschrieben haben, fanden das, was sie voraussetzen sollten, die Theorie der schonen Künste überhaupt, nicht vor sich, deßwegen ließen sie sich in vielerlei) Beobachtungen und Untersuchungen ein, die die Poesie mit allen andern schonen Künsten gemein hat. Wenn man die allgemeine Theorie der Künste, oder die Aefibetik voraus setzet, so scheinet die Poetik insbesondere folgende Untersuchungen zu crfodern. Zuerst eine richtige Bestimmung des cigenthümlichcn Charakters der Poesie, wodurch sie zu einer besondern Kunst wird, und der besondren Mittel, die sie anwendet, den allgemeinen Zwek der Künste zu erreichen. Hierauf würde der Charakter des Dichters, und die nähere Bestimmung seines absonderlichen Genies zu betrachten scyn, wodurch er gerade ein Dichter, und nicht ein Redner oder ein andrer Künstler wird. Dann würde der wahre Begriffdes Gedichtes fest zu setzen und bestimmt zu zeigen seyn, wodurch es sich von jedem andern Werk der redenden Künste unterscheidet. Es würde sich hier, aus ergeben, was in der Materie oder in den Gedanken, was in der Sprache und in der Art des Aus- drukes poetisch ist. Hierauf mußte man versuche!:, die verschiedenen Gattungen des Gedichts allgemein zu bestimmen, und den besonder:: Charakter einer jeden Gattung festzusetzen. Man müßte den Ursprung der Gattung und Arten in der Natur des poetischen Genies aufsuchen, und daher wieder die, jeder Art vorzüglich angc- inesseneMaterie, die geschiktcstcn Formen, und den wahren Ton bestimmen. Bey jedem besondern Theilc dieser Untersuchungen müßte man eine beständige Rüksicht auf die praktische Anwendung der Theorie haben, damit der Dichter dabey alles fände, was zu Erforschung und Ausbildung seines Genies dienet. Er müßte daraus lernen, durch was für Studium und Ucbung er seine Fähigkeiten erweitern, durch welche Wege er seinen Stoff erfinden, und durch was fürArbeiten er die Fertigkeit in seiner Art erwerben könne. Wicwol es uns noch an einem solchen System fehlet, so haben über alle znr Poetik gehörige Materien verschiedene große Männer alter und neuer Zeit so viel einzelne Betrachtungen vorgetragen, daß dem, der das Werk in: Zusammenhang ausführen wollte, die Arbeit schon sehr würde erleichtert werden. Arilrotcleu scheinet zuerst die Bahn hiezu eröffnet zu haben. Der Theil seiner Poetik, der auf unsrc Zeiten gekom- D i ch D i ch 6z? gekommen ist, zeuget, wie die meisten Schriften dieses großen Mannes, von scharfen philosophischen Einsichten und feinem Geschmak. Doch hat er, welches Key einem Genie, wie das seinige war, das immer von den ersten und allgemeinsten Grundsätzen anzufangen liebte, zn verwundern ist, sich blos bei) dem aufgehalten, was der Zufall oder das Genie der Dichter bis auf seine Zeiten in der Poesie hervorgebracht hatte. Etwas allgc. meiner und zugleich weiter aussehend ist das Lehrgedicht des Horaz; ein Werk, wo die wichtigsten Lehren der Kunst auf die vollkommenste Weise vorgetragen sind. Da es die größten Geheimnisse der Kunst anzeiget, so sollte jeder Dichter dieses Werk unaufhörlich studiren. Aber Horaz hat als ein Dichter geschrieben, dem es nicht erlaubt war, sich in genaue Enrwiklung der Sachen einzulassen. Er spricht in dem Ton eines Gesetzgebers, dessen Wille für Gründe dienet. In diesem Ton und mit nicht geringerer Scharfsinnigkeit haben in Frankreich Boileau 5), und in England Pope von der Dichtkunst geschrieben. lieber die Theorie der Dichtkunst haben zeichneten, unter den Griechen: Aristoteles Daß das Werk ursprünglich aus mehrern Büchern bestanden hat, ist höchst wahrscheinlich. Ausser den Ausgaben mit den übrigen Schriften des Aristoteles, wurde es zuerst in einem lateinischen, aus dem Arabischen des AverrocS gemachten, Auszüge, mit der Rhetorik zusammen, Ben. >481. 5. sS. die dluove dtem. per tervire ail'lilo» ris 5errersriz des I. M. Paitoni B. 2. S. 68. und die Libliorb. pineil.) und dann i» einer wörtlich lateinischen Ilebcrs. vonkaur. Valla (S. Maittairc >. S .661.) 14p« gedruckt. Hierauf haben es heraus-- H /trr ste poeriquc. ") Lilsy on Llirislsm. Krster Theil. gegeben Aldus, mit mehrern Rhctorikern und rhet. Schriften des Aristoteles, Pen. >;v8. f. gr. 2) Alex. PacciuS, nebst Auslegungen, Ben. i;z6. 8. ,572. 16. Bas. >5Z7- 8. gr. und lat. z) Franc. Ro- bortcl, mit einer Umschreibung der Dichtkunst des Horaz und bcsondern Abh. übcr dir Satire, das Epigr. die Komödie, die scherz. Poesie und die Elegie, Flor. 1548.5 Bas. >555. k. gr. und lat. 4) Vinc. Ma- dius, und Bart, Lombardus, mit gemeinschaftlichen Erklstr. und mit beson- dcrn Anmcrk. von dem erstem, Ben. ,;;o. 5 gr. und lat. ;) Wil- Morest, Par. >;;;-8. gr. 6) Pct. Victorius, mit einem Commentar, Flor. 1560 und-57z. 5 gr. und lat. 7) Ant. Ricedboni, mit der Rhetorik zus. und mit Scholien begleitet, Ben. 1579. 8> <584.4. Pat. 1587. <;s>.4. blos lateinisch. 8) Frdr. Svlburg, Frft. ,584- 5 gr. und lat. 9) Dan. Hcinsius, bcy s. Abhandl. Do Loullicur. I'rsj-oell. nach einer veränderten Ordnung, Ougll. L. ,6«. 8- <64;. <2. gr. und lat. z. 5 Den. <625. <67;. k. 11) Thcod. Goulston, ^nslz-r. merbollo iliuilr. Lond. <625. 4. gr. und lat. und mit Syburgs, Dan. Heinsius u. a. Änm. Cambr. <696. 8. gr. und lat. welche Ausg. bcy denen, zu Edinb. 576.4. Gegen diese Uebers. und Erklclr. schrieb Franc. Buonamici, Olchcorss poer. in stichelst st TZiichkorilc, kir. 1597. 4. Gea- vina sagt von Castelveteo, «zuanro e »cnco e stül^enre est »maror st»I vero, ranco 6 stiliicile est »ssstnocho per «zueile chcUolallici recl, ctie »gli »lrri e«I » che ltelli, »Ilor» i MZAZiorl inZeAni rcn- steano. — Von Al. Pieeolomini, mit auch, zwar weitschweifigen aber doch fast immer einsichtigen Anmerkungen, Sienna 1572, 4. Ben. 157;. 4.— Von Ott. Ca- ßelli, Rom >642. 12. — Ein Auszug daraus von Metastasio, Tor. >784. 8. — In das Spanische: Von Juan Pacz de Castro gegen die Mitte des '>üten Jahrhunderts; aber, wahrscheinlicher Weise, nie gedruckt; wenigstens hat Sone salez de Salas sie nicht Hera gegeben, dessen Werk, meines Wissens, eine Erläuterung, nicht eine Ücbersctzung der Schrift des Aristoteles ist. — Vcn Al. Ordonez, mit dem Text, Mad. 1626. 4- neu hcrausg. von Las. Flvrez mit den Anm. des Heinsius und Batteux, Mad. ,778. 3. I» das Französische: In dem?ten Bande der^lem. stel'sl.Last. lies Inlcripr. wird einer alten sranzösi. schen Uebers. gedacht, wovon sich Nachr. in dem l'Uelsturus des Brünes finden sollen. Von Norville, Pax. >671. 12. — Von And. Darier mit so genannten kritischen, aber im Grunde wirklich unkritischen , Anmcrk. Par. 1692. 4. Amst. >7zz. 12. — Bon Ch. Batteux, niit dem Text, und einigen Anw. in den (Z,u»rre poerilzues, ksr. >771. 8. o B. Auch hat ebenderselbe noch eine -stnslzche der Poetik in dem «pten B. der klein. ste l'/Vcsst. lies Inchcripr. Quaetausg. gelic- sert. In das lLnglische: Die, in kal-rie. Lidl, Gr. l.!l>. III. c. 6. S. 124. dem H. Römer zugeschriebene Uebers. soll nie erschiene» seyn. — Von einem Ungcn. Lond. >705. 8. (Aus der französischen Uebers. des Darier genommen und mit allen Anmerk. desselben.) — Von (I. Willis) Lond. 1775. s. (ohne das Original nicht verständlich.) — Von Hrn. Jam. Pye, Lond. 1788. 8. mit einigen, nicht ganz schlechten Sininerkungen. Auch hat der Verf. noch einen weiclstusttgcn Commentar versprochen, und einen andern , von einem H. Nares angekündigt. Ob er, indessen, immer den Ginn des Arist. richtig getroffen, lasse ich dahin gestellt. — Von Th. Twining, Lond. >739. 4. mit zwey Abhandl. über poetische und musikal. Nachahmung, und einem weit- lcluftigen, und dem, meines Bedi'uckens, bis jetzt, bellten Commentar. Daß übrigens der Verf. wie er versichert, erst, nach gccndigtcr Arbeit, mit unsers Lest sings Dramaturgie bekannt geworden, ist, ober gleich, in einigen Punkten, von den Mcynungcn desselben abgeht, nicht sehr wahrscheinlich. In das Deutsche: Von Mich. Curtius, mit geößtentheilS Daeierschcn Anmerk. Han. 175z. 8. — —- Zöesonore Arläuterungsschrifcon: In lateinischer Sprache: koeciea-lri» lkocclic», s, vor. 'chraZosst. expoiicio, TZuÄ. krist. ksppnlc, ch.!pch. 1679. 1637. >695. >2. — In TZrichloceli!. no» rionein Vr»ßocsti»e Oomment. . . . Ken. Gorrk. l-oelicl, chipl. >786. 4. — In imllenischer Sprache: EiuZpe- culuin koer. TZristor. von Giovb. Chie- dino da Monte Melone, findet sich, be» dessen Rhetorik, Ven. -6>z. 8 — Der Oicheorlo stell» koeric» des CamilloPel- legrino, Ven. >6>8. 8. ist nichts, als eine Erklclr. einer Stelle aus des Aristot. Poetik. — In belli Lagglo «Ii cherrerarz Lter- cigi steZIi Zchcast. kilerZlri cli korli finden sich S. > u. f. vier Oe2.ionl darüber, von dem C. Fabbrizio Ant. Monsignani, als lZelsi imica^lone poecica, e stell» chns stistinizions; stell'»2ione, e cots st» chomiZIiarll, come inateri» stell» poec. imira^ione; steil» injchur» steile parole, corne illrumenro stell'imics» 2lone; stel line stell» poec. lmira^io» ne. — Lpoli^ione stell» koer. st'/Zri» llor. sti Orar. klarr» col Lslicl«.erio, in den kime und krol'e des erster», Nap. >6>6. 4. — ksZionamenre pvcrlci e richpalte chopr» I» koet. st'chsiill. von Gtvv, Lollc Bellunese, in s. ^csstemi» Lolle D i ch D i ch 659 Dnlle IZelliunele, Ven. 1621. 4. I» si>anisck?cr Sprache: ldluevs icies cie Is DrsZoclis snrißus, 0 ilnitescion ulrims sl librci slngulsr clo ?»erics cie p. 1). stulst TNir, Lc>N2sIe2 äe Lslss: primees psrro, VrsZeciis pis- Da'cs ^ obieivsc. czue ciebcn precocier s Is Vrsgeäis hlpsnols inrirul. Isz Vro^snss, psrrs leA. litzlscl. 16ZZ.4, Neu hcrausg. von Franc. Cerdo y Rico, dcksci. 1778.8.2 B. — In französischer Sprache t Die Hellex. lur Is hiiecil^uL ec Luc les OuvrsZeo 603 Hove. snc. ec mosterueo, des Acne Rapin, ?sc. >674. 12. und sehr verändert, Usr. 1684. 4> und im Neu B. S. 8; s. veuvr. 1715.12. sind im Grunde nichts, wie auch der Verf. selbst sagt, als ein CommMtar über den Aristoteles. Das Werk, so mittel- mckßig es ist, vcranlaßte den bekannten Fr. Vavassor, liemscquez , . , ?sr. 1675. i2. darüber zu schreiben, die nur dadurch merkwürdig sind, daß Rapin eine obrigkeitliche Unterdrückung derselben aus» wirkte, ob er gleich auch sonst noch eine Reponis.!» j hsr. 1675. >2. drucken ließ. Die bcydcn letztem sind, indessen, in den Werken des erstem, Anistn?^. tst wieder abgedruckt worden; und bey dieser Gelegenheit erschien eine Dciciqus äez kdemscczues , von LEnfank, in Pen hsouv. cie 1s kejiudl. äes IsteccceZj Würz >710. In das Englische sind die Restex. des Rapin, von Rymer, mit einer berüchtigten crit. Vorrede, 1S94.8» übers. — Ausser der, von Ch. Batteux bereits angeführten Zergliederung der Dichtkst. des Aristvt. finden sich, in den kcstem. cle I ^cscl. fies InLcripc. verschie» dene Abhandl. von ihm darüber, als De 1s nsruce er lies sin» eis is VcsZeclie, welches Rochefort, in einer Abh. Sur I'olsiec cke ls VrsZ, ekle? lesLr. widerlegte, und darauf eine zwepte Abh. von Batteux vcranlaßte, worauf jener wieder mit einer zweyten Abh. unter ähnlichem Titel antwortete: cie 1s nsruce er ckez ÜN3 cle 1s Lomeeiic, UNd cle 1'kpopes compscee svec 1s VcsAcä. er I'hiickol» re, welche fstmmtlich, unter dein Titel: (suscre Uem, cke »Vir. h/llzbe IZstreux Luc l, Peer, ct ^rick. .. . Oei>. (Leri.) 17 81.8. zusammen gedruckt worden find. — In denklelsu^. cle hicrersr errsn^. ?sc. 1785. >2. ein Aufsatz, welcher das enthcllt, was über die drei» Einheiten in dem Arist. gesagt worden ist. In deutschet: Sprache: Bortrestiche Erlauter. in G. E. LeisingsHamburgisÄm Dramaturgie. --- — Nach dem Lunlfieblus criricsr. OSLecvsr. in Sccipc gc. er lsr., von Burghes, haben wir dort verschiedene, bis jetzt ungedruckte Anmerk. zu der Dickt. kunst des Arist. zu erwarten. Noch ist , von griechischen Schriftstellern , welche übrc Dichtkunst geschrieben, eine Abhandlung des Proklus übrig, welche Friede. Morest, Par. 1615. 12. gr, und lat. herausgegeben hat. — Bon römischen Schriftstestern t Des Brief Oes ^orn; an die s?isonen ist, zu oft, als eine eigentliche Di..t« kunst angesehen Und behandelt wordm, als daß, wenn nicht auch H. Sulzer ilm so gar, als das Werk, „in welchem die wichtigsten Lehren der Kunst ms die vollkommenste Weise vorgetragen find," dargestellt Hütte, er nicht hicr eine Steile verdienen sollte. Gedruckt findet er sich bc» den Werken des Dichters (S. den Art. Horn;) und einzeln, mit den Com- mentar. des Aerons und Porphprionst ist cr, unter andern, von R. Srepha- nus, ?sr. 15 zz. 4. herausgegeben worden. Unter den vielen, darüber besonders geschriebenen lateinischen Commm- tarien von Neuem sind, meines Bcdün- kens, die merkwürdigsten der von IanuS Parrhasius, Ncap. >;z>. 4. Par. ,5z;- Ben. 15;). 4. Von Pomp. Gaurieus, Rom >541- 4- Von Gias. de Norcs, Par» 1544. 8. Ben. 15;?. 8- Von Fe. Rvbvr- tcsti, bei) s. Dichtkunst des Aristoteles, Flor. >548. Bast i;;;. 5 Von Vine« Madius, bev s Dichtkunst des Atistot, Fl. 1550. Ist Bon Giac. Grifoli, Flor, 4. und mit Vertheidigung gegen Gias. de NoreS, Vcn. >;6s. 8. Von Achilles Statins, Antw. 155z: 4- Von Franc. Luisini, Ben. 1554. 4- Von Tt s ^ Giov. 66s Dich D i ch Giov. B. Pigna, Vcn. ,;6>. f. Von Aldus Manutius, Vcn. 1576. 4. Von Joh. Sturm, Strasb. 1576. 8. Rndolst. !?>6. 8. Von Th. Corres, Vcn. -587.8. Won Nie. Colonius (Solonius) Berg. 1587. 8. Von Erc. Manzoni, Berg. 1604. 4. Franc, de Cascalcs de Murzia Walcnt. 1659. 4. und bey der neuen Ausgabe f. Tsbla« pocricss, >ä2Ü. >779' 8. (worin das Werk des Horaz selbst ganz ander», wie gewöhnlich, geordnet ist) Verschiedene dieser, und noch mehr Cvmmcntarc von andern, finden sich auch in der Ausgabe der sämmtlichen Werke des Horaz, Bas. 1580. t'. Und auch in den spätem Ausgaben dieser Werke von Barter, Geßncr, Bentley, Cuningham, Walart, Dorighclli, Poinsinet de Sivr», u. a. m. finden sich Erläuterungen über diesen Brief. — Unter den bcsondcrn Cvmmcnt. in nencun Sprachen, ist der merkwürdigste der, mit verschiedenen Abhandlungen begleitete von Rob. Hurd, Lond- 175z. 8. 2 B. 1766. 8. z B. Deutsch, von Joh. Jac. Eschenburg, Leipz. 1772.8. 2 B. UebersetZt (und zuweilen nur paraphrasirt) aber öfterer mit Erklär, und Erläuter. begleitet, ist der Brief an die Pisonen, in die italienische Sprache, von Lud. Dvlce, Wen. >;;;. 8. »erb. ebeud. >559. 8. in reimfr. Versen und mit einem Cvmmcntar; von Giov. Fabbrini da Fighine, Wen. >;87.4->699-4- nur die Dichtkunst allein, obgleich das Werk den Titel, vpere, führt; aber mit Erklärungen; von Sc. Ponze, Neap. 1610. 4. in Octaven, und mit Anmerkungen; von Lud. Lcporev, Rom >6zo. 8- in reimfr. Wersen; von Paol. Abriani, Wen. >66z. 1680. 12. in reimfr. Versen; von Loretto Mattei, Vol. 1636. 8. in Octaven; von Ccs. Grazzini, Fcrr. 1S98. 4- in Terzinen; von Giovb. Vaccond-, 1098. 12. in reimfr. Versen; von Pand. Spannochi, Sienna (1714) 8. ebenso; von Sertor. Quadrvmanni, in s. Gerrere, S. -45. Nap. 1714. 8. aber früher geschrieben; auch soll von ihm noch eine Uebcrscyung eben dieses Gedichtes in reimfr. Versen vorhanden seyn z von dem Conte Giovb. della Torre, Mil. 17 -0. 8. in Prose, und mit Erklärungen; von Ben. Pasqualigo, Vcn. 1726. 8. in reimfr. Versen; von Franc. Borgianelli, Ven. 1747. 8- mit den übrigen Werken des Dichters; von Greg. Redi, Vcn. >751. 8. ebenfalls mit den übrigen Gcd. des Horaz; von Gius. Rota, Bcrg. >752.8. in Octaven; von Ant. Frc. Gcrbini, Mil .1754. 8. in Prosc; von Ant. Piet. Petrins, Rom 1777. 8. in Terzinen, und mit einer veränderten Ordnung des Textes; von Bertvla, Sienna 1781-1782. 8. -B. mit den übrigen Werken des Dichters. — In das Spanische; von Vinc. da Espincl in s. ki- ms», Mad. >591. 8. und im iten B. S. I II. f. des pürnslc, Llpsnvi > in reimfr. Versen; von Luis de Zapata, LiSb. 159-. 4. eben so; Von Dillen de Biedma, Gran. 1599. 4. mit den übrigen W. des Dichters; von Juan de Unarte, Mad. 1777. 8. — In das Französische : von Jacg, Pelletier, Par. 1545. 12. in Versen; von den Gebrüdern d'Agneaux, Par. 1588. 8. mit dcnsämmt- lichen Werken, in Versen; von Mich. Marollcs, Par. 1652. 8. -B. mit den übrigen Werken des Dichters, in Prose; von Et. Martignac, Par. 1678.12. 2 V. eben so; von dem P. Jen Tartaron, Par. iö85. 12. eben so; von Andr. Darier, Par. 1689 u. f. 12. mit den übrigen Ged. des H. in Prose; von Oav. Aug. Brucys, Par. 168z. 12. mehr Umschreib, als lle- bersetzung; von Prcpetit de Grammont, Par. 17». 12. in Prose; von dem Abt Pe« lcgrin, Par. 1715. 8. mit den übrigen Werken des Lichters; von Frc. de Mau- croix, Par. 1726. 12. in Prose; von dem P. Etiennc Sanadon, Par. 17-8.4. 2 V. mit den sämmtl. Gedichten des Horaz, in Prose; von Ch. Batteux im zten Bde. s. Oours ele beilez Icccrcs, Uar. 1747.12. lind in den (susrre l'cicr. ?ar. 1771.8. - B. in Prosa; von einen, Ungen. Par. ,75s. 12. mit den sämmtl. Schriften dcS Dichters, in Versen; von Binct, Par. 178z. 16. s B. mit den übrigen Werke» des Dichters; von Vidal, Par. 178z. 8. in Prose; von einem Ungen. P.i?»?.».— In D i ch D i ch 66l In das Z?) >'» dcm ;tcnB. s. W. Land. 1716. 8. in Versen; von I. Oldham (f >6gz) paraphr. in s. W. Lond >72-. 12. 2B. in Versen; von dem Gr. v. Roscommon, sf ,684) in s> ?c>em5» Oonä. ,717. 8- in reimsr. Versen; von Th. Crecch, Lond. >684- >7Z7- 8. niit den übrigen Erdichten des Horaz; von Dunster, Lond. >71?. 8. mit den übrigen 'Episteln und Briefen; Phil. Francis, Lond. 174z. «. 4 B. mit den übrigen Werken deS Dichters, in Versen; von Stirling, L. 1752-175z. 12. sD. mit den übrigen Werken des Horaz; von W. Poppte, L. 175z. 4. in Versen; von Chr. Smart, L. 1757. 12. 2B. mit den übrigen Werken des Dichters, in Prose; von I. Duncombc, L. 1758-,759. 8. 2 V. 1767. 12. 4 B. mit den übrigen Werken des Lichters, in Versen; von einem Ungen. L. 1774. 8. mit einem Com- mcntar; von G. Cvstmann, Lond. 178z. 4. in reimsr. Versen und einer, der Wieland- schen ähnlichen, Erklärung. — In das Deutsche: von Buchholz, Rinteln 16Z9. 8. nebst dcm ersten Buch der Oden, in Reimen; von Rothe, Basel ,671. 8. mit den übrigen W. des H. in Prosa; von Rulf, Leipz. >698- 8. eben so; von Ec- card, in den Poct.Nebcnstundcn, Braun- schwcig 1721. 8- in Versen; von C. Gottsched, in s Kritischen Dichtkunst, Leipz. 1729. 8. in Reime; von L. H. Lange, Lübeck >7zo. g. in Reime; von Groschuf, Cassel >749. 8- mit den übrigen Gedichten des H. in Prosa; von G. Lange, Halle ,752.8. nebst den Oden, in reimsr. Versen; von C. W. Ramlcr, in s. Batteux, Leipz. ,756. 8. in Prose; in den Werken, Ansp. 177z u. f. 8- in Prosa; von M. Wieland, Dessau ,782. 8. nebst den übrigen Ep. des Horaz, in reimsr. Jamben, und einer Erklärung; von I. And. Michelle», Halle 1784. 8. in Prose; von Thcod.Plaz- zary, in den Gedichten, der Ehre und Frcundsch. gesungen, Kempten 1787. 8. in Hexametern.— Einzeln, istdieNam- lcrsche und Wielandsche Uebersctzung, Basel 1789. 8. abgedruckt morden. — — Besondre Ecläuterunggschriften darüber: in lateinischer Sprache: Oer- ris poer. Lstorzr. virruridus er viriiz, O. I.eiieri, lckol. 172c?, 4, — Krris siuer, Illorsr. Oeicripr. O. Okr. kckenrici, Klc. 1760. 4. — Kck» verisr. czuzeäsm In Ltorsr. Krrem pae- rie. Kutk. luv. Locrkclf Oinstner, lieglom. — Icknrsrius fobulor. lcenl- csr. proecepror, Kutb. ?rck. Kuz. ^Vic- cicliurg, käelmck. 1775. 8- — dl? lckorsiio, ?Ioronis semulu, esusezus Lpick. sei ?ick>ncs cum Kusus pkzcckro comporsrione, KuÄ. Lor. Qoäock. Rckreirer, Oips. 1789.4.— In französischer Sprache: Oickerrsr. cririqus Lur l'arc xiocr. ckckstor. nü l'on ciunne une iciee Aeuerolc cies s,iöces L kingl. koerrz? gedenkt, und dessen Absicht dahin geht, die alten römischen Versarten zu empfehlen, und die Levninischcn Reime zu verdrängen. —> Do vulzari klloquenris > I.ik>ri ckuo, von Dante, welche von I. G. Trissino zuerst italienisch, bey s. lloorics, Vic. ,529. k. herausgegeben ivurdcn, und auch so in dcm iten B. S. Z6 der QsIIcria cki ^linervs, Ven. 1696. L. abgedruckt sind. Lateinisch erschienen sie, aber nur das zwcyte Buch, ex Ilbris Lorbinelli, Par. >577» 8. und behde Bücher lat. und italienisch, luden lZpere cki Vrickinn ,729. 4. (Das erste Buch handelt, in 19 Kap. von der Sprache überhaupt: das jwezte, in,z Kap. von der italienischen, und von der Canzone. Daß es, Anfangs, für untcrgescho-' den, und noch von Crcseimbcni dafürgc- Tt z halten 66s D i ch D i ch halten wurde, und so mancherlei) Streitigkeiten veranlaßtc, ist bekannt, llcbri- geus erhellt aus mehrern Stellen darin, daß der Verf. das Werk weiter fortsetzen wollen.) — Ein anderes, ums I. izzz, von Ans da Tempo geschriebenes, eingedrucktes Werk, 8umma Krris Lirrnici vulgaris, wird nur dadurch merkwürdig, daß mau daraus die verschiedenen Dicht- arten der Zeit kennen lernt. Die von ihm benannten und behandelten, sind: Kone» rus, ( deren er >6 verschiedene Arten annimmt) LsIIara, Lanri» exrenta, Lo- rundellps, d/landrialis, 8orvcnreiius, und Viocus cvnkebbus. S, Muratori, pclla perlchrrapoosta, B. >. S. 16. Vcn. -779- 4 ) ve arrc pocrica, l.ib.III. von Vsarco Giros. Vida, Cremona 1520. g. Mit einer Abp. von A. Klotz, Altcnb. 1766. g. und in s. Werken, Rom 1517. 4. Patau. 17Z1. 4. -B. (Da cinmahl der Brief des Horaz an die Pisonen hier eine Stelle erhalten mußte, so war es noth- wendig, auch den eigentlichen Lehrgedichten siber die Poesie einen Platz hier zu geben Uebersctzt ist dieses in das Französische von Batteux, in den (Quarre x-»ec. Lar. ,'771. 8. in Prosa; in das Irak, von Ich- Montoni, Ben. p. z. g. in rcimfreyc Verse; und in das Engl, von Chrstph, Pitt. in den Vliicell.Lovms, Zchnsi. ,726. 8- Auch soll Matth. Eon- canen noch eine ttebers. davon verfertigt haben; und der ach' und -ztc der Briefe ^ur Bildung des Geschmackes TH. 1. S.44Z. c. A. handelt davon, Wenn das Werk auch, als Schicht, größeres Verdienst haben sollte, als z. B. Sealiger ihm zuschreibt: so hat es doch, als Poetik, ein sehr geringes.) — In arrcm poericam krirnordia I'crips. idstaulea Liane» Lam- vian», Venec. 1522, »552. Z. —? Oc Laer. l.il>^ VI. .-Zuöl. Knr, Leb. ibdinrurnus, Ven, 4. — !o, -iZnr, Vipexani ve fver. I^ib. rres, ^nrv, !;;3 und 1579- (Die verz tchicdencn Kap. des Buches handeln: Ve pomins er Loerjcas; sie nrig, er laudibus Lopricae; de Laers; cie ms, reris Losrsp; desineLoersp; depop» insr. et poes. signisicarione; de gene» ribus Loericse; de imirsc. s. ksbuls; de contormsr. Labmlse; de epilndiis er digrellianibus; de fsbulse formis; de t'sb. psrcibus; de rar. singend!; de mirsbil. rcrum iiötionibus; de de» coro; de carmine; de poec. didlion. ornaru; guvd parier iinirar. cura gusm carminis ksbcnds Lc; de pulclirirud, poeinsris; Lid. II. De paemsr. diste» rcnriis; de Lpopoeis; czuas in Lpap. nannulli reizuirsur; de nar. s. torma Lpapaciae; de psrcibus Lpapocise; unde princ. nsrrsc. in Lpop. ducsrur; guse praee. in narrand. servanda iinc; de Vrsgoedis; de nar. er serma Vrs» goediae; de psrtib. Vrsgucdise; nrr. prselbsnr. ür, Vrsg. an Lpopocis'; de originv Lemvediae degus e^us ga- neribus; de norar. er detinir. Lomoe» dias; de forma Lomoedise; de par- ribus Lomoedise; Vrsg. er Sem. in- cer fe conferunrur guidgue I!r Vrs» ßic. explicgcur; Lib. III. OeLsr^risZ (Tu» psöbo 8sryri primum in Vrsg. iministi, deinde e.xclusi fuerinc; de fsb. fsr^ries; Kn Dem. Lsrzros bs» buerir; de Lac^r. f.srinorum; deXIi- rnc>; de bucel. poeg; czuid bucol. Laef. er guse e^us, er c;uvr psrrcz sinr; de melico poem. t. I^rico; an ulla tir in I^r. imirario, czuecue i^r. peem. parres tinr; de cber» Izrico; de dirb^rambico. Ucbrigrns ist das Werk, im Grunde, nichts, alscmCom- mentar über den Brief an die Pisonen, und cnthlllt mehr Erläuterungen über das, was die, darin behandelten Lichtarten, bey den alten waren, als über das, was sie sehn könnten oder sollten, und auch diese sind nur sehr oberflächlich.) — lul. Vselsris Lcsljger! Loerices lbibri ieprern gpud Vincenrmm, (Ven.) l 5 61. f. -Zpd. Ler. Lsnrandresnum 1581. 3. In öibl. Loinmelianu l617. 8. und hft. (Das Werk besteht, bekanntermaßen, aus sieben Büchern, VI- Loricus, in 57 Kap. kst^Ie, in 42 Kap. Ide.i, in 107 Kap Larateevc, in 49 Kap. Vriricus, in >7 Kap. Istypeicriricus, in D i ch D i ch 66z in 7 Kap, kpinomiz, - Tb- wovon der erste 8, und dcr zwcytc z Kap, enthält. Daß es, zur völligen Verständlichkeit der Dichrungsartcn^der Alten viel brauchbares enthält, läßt sich nicht läugnen, obgleich sonst Sealigce nicht eben viel Gefühl für Poesie, und richtige Begriffe davon überdaupt gehabt zu haben scheint, wie eS dcr, dem Virgil gegebene Bor. zug vor dem Homer zur Gnüge beivcißt.) — Leo. b'ahrieii, De rc poer. Did. IV. /^nrv, 1565. 16. »erm, in 7 Büchern, 'Dyp. VoeZel. 1574. 12. ?ar. 1584. 16. Mit Ausätzen und allerhand Veränderungen gab Pet. Baudozianus Cestius, das Werk, als sein Elgcnthum, UNtcr dem Titel: koer. Dar. 1'hei'au- rus in Dih.x comprchensus (D^nn) 1586. I 5. heraus. " De slrre ?oer. Tluöb. ?r. Zanchez, /lnrv. 1582. 8. (Das Werk erschien, ursprünglich, unter dem Titel: De Hutioridus inrerprc- ransiw, ss, sie Dxercirarions; ich kenne es aber nur aus sehr allgemeinen Nachrichten, und aus dem Lobe, welches D. Slugustiu de Montiano, in s. Diicurlo tobre las 17raAesi, Dspan. ihm , S. 65. Xlssi, >"50. g. gilbt.).— slnr. Iticcv- boni ^»crica, Voericam ^riitoreilcam per paraphr, cxplicans, er nonnullaz Tust. Laüelvccrzr caprionez refellenz, Vic. 1584. 4. und Ebenderselbe: Voe« rica: Vraecepra -lrittoccüs c. praec. llorarii cvllsr», Vacav. 1592. Z. — lac. Vnncani Voecicar. Inltiruc. Dih. III. In^olib. 1594. 8. vcrb. 1597. 8. (In den sechzehn Kapiteln des ersten Buches handelt dcr Verf. De necessirare arrlz ; norario er natura kaerices; poer. neccil'ario imirsri; poer. ex ne» ceilirare carmen asikideri, er sie vrsii- nidus ?.oersrum; quae mareria ?oe» rae; ^uis?oerse linis; czuisi siillcnr poema er pseiis; rres poemar. mosii, cvrumizue appcllariones er lpecics; De Domoesi. De Braß. De Illeziaca pocli, De I^r. Doeli, De Isi^mno, De jambes VncD UNd De sscyr. 1'ncli; Und indcni4Kap. des dritten Buches , De Lchigr. und De Dpiraphio leu tunehri?ocii) — Vra» Asrio sie poel! erhics, lrumana ccka- bulolä, collara cum vcra, honesta, er Dcra, ^uöb. slnr. posscvinus, Du^si. L. 1595. 8, — und bc» diesem Werke, die Schrift des Macarius Mutius De ra- lione icriliensii Uocmara. — lac. däa- lenü Dalelira DIoczuenriae Il^arae, Lo- Ion. 1601. l?. — Illcx. Donari De Tlrcs poec. Dih, III. koin. i6zl. >6. — der. loa. Vnllii sie airis poer.nar. er conliirurione Diher, Ilmit, 1647.4, und Ebendesselben Voer. Inilirur. Dib. III. blZA. Lom. 1647.4. und im zten Bde. s, W. eömtk. 1697.,5. — Dar. De Krün Lloczuencia poerica > f. prac- cepra poec. exempliz illussr. ?ar. 165z. Z. däarr. siu LiZne eö,rs poer, in siuos lihros siivisa, elnsium. >666. F. —» Der dritte Theil des ersten BandeS dcr philos. rarionslis des Carlo Rcnal- dini, b >asiov. rSFr. b'. besteht aus einer, nicht schlechten Poetik. — Deon. hello- nü De ?oemaro, Dib. III. Hursi. l6zz. 8. (Für Kinder, und vorzüglich über das Epische Gehicht; aber auch mit dcr Absicht, christliche Nachahmungen dcr alten Dichter zu bilden.) — loa. sie Kcnus Ddlervar. poec. excmpl, illussrarae. 1688. 3. — loa. lac. Icäelcolii elrriz poec. inllirur. lAor. 1692, 12. — ^.ra poec. in pluridus Dissercac. comic. pa- ltorir. rragic. rragicom. Dalli, Lona- relli, Duinaulc, per. Lornclii, (ius- rini, alioruml^ue asi crz'ssm revocsn» ribur, per^uissra ec vinsiic. Duc. 171z. 4.—- ?raelsbb. poer, söutst. los. Drapp, Oxon. 1716. 8- z TH. Engl, Lond. 1742. 8, (Das Werk besteht überhaupt aus 29 Vöries, über Natur und Ursprung dcr Poesie; über poetischen Styl; über Schön- Tt 4 Held 664 D i ch D i ch helt der Gedanken, oder das Erhabene und Zierliche; über Epigram, Elegie, Hirtengcd. Lehrgedicht, Lyr. Poesie, Satire, Drama, Komödie, Tragödie und Heldengedicht, Den Hauptzweck der Poesie setzt der V. in Unterricht; und für die dichterischen Darstellungen der alten Dichter scheint er keinen Sinn zu haben,) — Ars poec. oener, ast ^estkeiic. ieu stoöiriiiain boni gustus conborm. auök. Leo. Tlloz-f, L^crstakel! > Lust. 1784. 8- Liese, hier angeführten, lateinischen, Schriften von der Theorie der Dichtkunst, Hütten sich noch mit vielen vernichrcu lassen; da aber so wohl die fehlenden, als die angezeigten, größtentheils, keinen andern Zweck haben , als über - und in der lateinischen Dichtkunst Belehrung zu geben, (obgleich unter die letzter» keine derjenigen, welche blos, oder doch Vorzugsweise, nur von der Verskunst Unterricht crlhctlcn, wie die Laer. ma^or pere^cast. LüesenaeLrotestores . . . Lieck. 1608. ,657, 7. u. d. m. aufgenommen worden sind) so schienen doch, zur Bildung eines richtigen Begriffes von der Behandlung und Cultur dieses Zweiges der Littcratur die vorhergehenden hinlänglich; und nur zu diesem Zwecke ist der Jnnhalt verschiedener, ausführlich, angegeben worden. Ein großer Theil derselben ist blos für die Schulen und Akademien geschrieben; cnt- hcllt aber doch, wenn nicht immer brauchbares Raisonnement, doch brauchbare Nachrichten. —. — Von der Theorie der Dichtkunst, in italiemscber Sprache: Dell» Loerica sti Lian Liorzio ?>ickino, Diviiione IV. Vic. 1529. k. und die Divil. V. e VI. Ven. 156z. 4. zusammen in s. vpere, Vor. 172Y. 4. zB. (Die erste Zibthcilung handelt von der Sprache überhaupt, von Deutlichkeit, Größe, Schönheit, von dem lieblichen, und von Wahrheit; die zwevte und dritte vom Reime, Verse und den Svlbcnmaßen; die vierte vom Sonct, Ballate, Canzone, Mandrial, Servcntesi z die fünfte vom Drama, besonders vom Trauerspiel; die sechste vorzüglich vom Lustspiel,) -- l.a k>oericssti Lern. Daniele, Ven. >.c>ne Icrre publicamenre nell' /zeast. Llorentina, Lior. 1549. 4. cbend. 1560-i;6>. 4. -B. verm. cbend. ,590. 4. (S. 566 und 59; der letzter» Ausg.) — Dii'corii sti Lismb. Liralsti Lintia inrorno all comporre ste' LomanTii, stcsle Lome- clic e cielle iUraAestie, e cli girre nw- niere cle Loelio, VineA. 1954.4. —. Deila vcra Loerica, Libro unc>, sti Liov. Lierr. Lapriano, Vi». 1555, 4. — La^ionamenco stella Loclia, sti Lern. lUacko, Vin, 1562. 4. und bcy dem aten Bde. s. Lerrere, Last. 17zz. 8. L'arre poecica clel Lizn. e^nr. kckincurno, neila czuale ii conrenZunc» i precerri eroici, rragici, comici, ta- ririci, e st ogn' altes poeiia, con Is storrrina ste'Lonecri, Lanzconi . . . e ii sticiriars a luoi luoAlii rucro <;uel, che cia ^Irickorile, Oratio, est alrri slurori Areci e larini e ikaro lcricca per aminaeckrsmenro sti Laer.. . (Ven,) 1564. 4. däap. 172;. 4. (Das Werk ist in Gespräche» abgefaßt, und besteht aus vier Büchern; in dem ersten wird von der Abthcilung der Poesie und dem Um terschiede der verschiedenen Gattungen, so wie von dem Ursprünge der Poesie, und von dem epischen und dem romautischen Gedicht, welches der Verfasser von dem erstem dadurch unterscheidet, daß es, an Statt daß die Epopcc eine memorevols kscensta perfecta st'una illustre persona »achahmt, eine conAregsrione sti Lsualier! e st! Donne, e sti cole sts guerra, e sta pace, czuanrunczue in ) — Da lpopicapoc» lies cli Liov, T^nür. Lilio eis psbria- no, VineA. izgo. 4. — ps^ions- mcnro cli ^f^irolo 8e^ni lopra le cos«.' perrineure sitz paerica, pir. 1580.8- (Die Schrift besteht aus vier 1.02!»»!, worin von der poetischen Nachahmung, von der Fabel, und von den Wirkungen der Poesie gehandelt wird.) — Deila Poerica cl! prsnc. psrric) la Dcca ciilpursrs, perr. 1586.4. (Die Dcca isteriale dieses Verf. welche eigentlich den ersten Thcil des Werkes ausmacht, ist, be» dem vorhergehenden Artikel angezeigt. Von der Deca ciispursca sagt P. Belli, in der Vorrede zu f. Coinmcntar des Aristoteles : Lerre pr. psrririus kam mul- ra novavir in pocii, rarn breczuenrer a ^lsciin ac cscrcria explanatoridus il» Iis clilceslir, ulczue scieo vsris8 eorum opiniones er inrerprersriones exsgira- vir, ur verius (fi ei creclas) opersm illi suarn lulisse, czusm pverica /iri- üoreliz ciecrers illullrslie clicencli linr, woraus denn cchestt, daß man damahls auch in Rücksicht auf Mcpnungcn über Poesie nicht von dein Aristoteles abweichen können, ohne für einen Neuerer gehalten zu werden.) — Discnrli clel 5. IchrHusto Isilo cleli Hrre poerics, er in psrricolare cicl Poems beroico .... Ven. 15S7.4. (Dieser Discvrfi sind drcy, wovon der erste von der Wahl der Materie, der zwcpte von der Anordnung, und der dritte von der Ausbildung derselben, oder von der Darstellung, aber immer mit Rücksicht aus das epische Gedicht, handelt, welches er nicht, wie mehrere italienische Theoretiker dieser Zeit, als verschieden von der Romanze, angesehen wissen will.) "» Dilcorlo cii Lisi, cli blorcz inrorno 2 czuc) princip), cs- xione c sccrelcimenri, clic is Lome- Is IchsAesiia, c'I pvema eroico ricevouo cislls filosofiz morsle e civi- Ic, e cia'Lovernscori cielle repuizli. cke. ?sä. 1587-4- und, als Fortsetzung desselben, poerics .. . nclla czualepcr via cii ciiiiiniiiane e cie ciiviiione ii krsrrs, icconcio l'opinione ci^rissore- le, clells prsgeciis, ciel Poems crni- co> c clells Lomcciia, psci. 1588. 4. (Die, von dem Verf. in der ersten Schrift, gefüllten llrthcile über die Tragikomödie, und den psstor tilio des Guarini, veran- laßten mehrere Streitschriften, als >) Vcrrsru, ovvero ciitels äi czusnro Iis lcritro kvl. Lisfi. cii dstoreo conrrs le spraxic. e le pallorsli . . . perr. >588. 4. von Guarini. Gesprclche zwischen einem, damahls berühmten Schauspieler, Verrate, und Nores. -) Dieser antwortete darauf mit einer ^polvgis, pari. 1590. 4. worauf ?) II Verrarv II. ... pir. 159z. 4. erschien; und aus dem ersten und letzter» ist, 4) ein Lampenciio ciells Poeiis trsgicomica, Ven. 1601.4. i6zo. 4. gezogen worden.) — e^wer- rimenri ncll poecsre, cla Luit. Lei) Lorrclc, Kap. 1591. 8-— Dilcorlr poerici cii psullino Lummo, psci. ire' czusli Ii ciiscorrono le piü principsli c^uillioni cii poeiis, e Ii clichisrono molri luoglii ciubb) e üiiiicili inroruo sll'srre cicl poersre > fccoucio la mcn» re cii ^rillorele, cii placonc, e cii slcri lzuoni sucori > psci. 1600. 4. » Bey dem Gedichte Del kinssrio >ii kcüa- ria Vereine, l^. 1601. 8- von Givv. Bern. Brandi, findet sich ein prsrcsro ciel Hrre poerics.— proginnaimi poe- rici cii Lcleno bliiiel^ (Bened. Fioretti) pir. 162° -,6Z9. 4. 5 Bde. und KZ- ßiun^ioni .... pir. 1660.4. Zusammen, pir. 1695. 4. 5Bde. (Der erste B. cnthült 40, der zweyte 58, der dritte 164, der vierte 107, und der fünfte 6> Abschnitte; aber sie folgen ohne Verbindung, z. B. Lompsrsiione, Ironis, Lenren. 22, proiopopea, T^poliopefi, büvrri, und Lorn, e slcune lue p!ü norsbili circultsn2e, oder DrcoZisiis und ferro locisro nell' opere auf einander. Der Verf. hat das, was ihm bey dem T-t 5 Lesen v()6 D i ch Lesen der griechischen, lateinischen und italienischen Schriftsteller aller Art, einfiel, niedergeschrieben; und, ohngeach- tct es ihm nicht an einzeln feinen Bcmer, klingen und Erläuterungen über Dichter und dichterische Stellen fehlt, doch wohl seinen Ruf bcy den Italienern nur seiner, in dem Werke gezeigten, unermeßlichen Velescnheit zu verdanken. Nickt blos Oiektcr, sondern auch die wichtigsten alten Geschichtschrcibcr, Philosophen und Redner werden in seinem Werke bcur- theilt. Aber der Innhalt der verschiedenen Abschnitte würbe zu viel Raum wegnehmen.) — poerica ecelcligllicii eci- vile cli Lello -?ani . . . neils czualo l> ^>one in chiaro la clillinI^iciNL cielia poelia comune ails Vra^eclia e slL Lpl>pc)z, izlle22a cielia veigar l -oelia, cii Liov. >/l »r. Orelcimbeni .... It. 1700. 4. und verm. imölenV. s. Issvria äeilz vc>I- xar Losssa, Ven, 17ZS.4. (Das Werk besteht ans neun Gesprochen zwischen Ar- kadiern, wovon die vier ersten von den Eigenheiten , den Schönheiten und Fehlern, des Soncts und der lyrischen Poesie überhaupt, mit Rücksicht aus ein paar So- netc des Costanzo, das fünfte von den Eigenheiten der tragischen und der dramatischen Pastvral-Poesie, das sechste von der Komödie, das siebente und achte von der epischen Poesie, mit Rücksicht auf des Ant. Caraccio lmxerio venciicsco, und das neunte von dem Geschmack des achtzehnten Jahrhundertcs, in der lyrischen Poesie, und vorzüglich im Sonct, handelt, Die Schönheit theilt er in Schönheit der Natur, und der Kunst; die erste ist die innere, die andre ist die clußre Schönheit, UNd vZui cossi cleliclerabile e cammenäakile ist ihm schön. Der Dichter muß beodc verbinden, oder lnrco vzza e leggjaära corcvecia ricssiuäsr D i ch nohili e esticaci kenli; und, weit entfernt, allen seinen tandsleuten dieses Talent zuzuschreiben, neunter, vorzüglich, nur den Petrarca, Bcmbo, Casa, Tan- silio, Sanuazar, Caro, als solche, welche beydes verstanden haben. Aber da Crcse. weder Dichter, noch Philosoph war; so darf man nicht viel Aufschlüsse in s. Werke erwarten. Auch ist der ganze Zweck dessclbem sichtlich nichts als Empfehlung der Arkadier. — Deila kaZio. ne poerica Oibri 6ue ... cli Vine. Orovina, ldom. 1704. 4. Von. r/Zi, 4. Frzsch. von Requicr, p-r.-755.12. (Ob das Werk gleich bereits, in so fern es Bcurtheilungen von Dichtern und dichterischen Werken cnthcllt, in dem vorher, gehenden Artikel angezeigt ist: so gehört es doch, weil es die Grundsäye aller Poesie enthalten soll, auch hichcr. Das erste Buch besteht aus 44, das zweyte aus zz Abtheilungcn. Von dem Jnnhalte sagt der Verf. Ia isZinn poerica, ciie noi rrsrriamo, leconclo la czusle i Lreci pc>cci e lc re^oie ioro rivacliiamo aä uri' Iclcs ecerua cii nsrura, puö cun- correre sncora alla (orms^iun cl'sirre regole, ss>pra elomp! e poemi clivsrss, csss rivolZanli all» mscislima isses e rsZione. Die astgemcincn Abschnitte darin handein, diesem gemäß, Oelverc, e cieltalto, ciel reale e ssclliucci; ciel» la ellieacia äelia poelia; ciel verilimi? Is e ciel couvensvole; . . . ciell'oriZl- ne cle i vi?i nella poessa; . . clelta va. riera cle»li umani zsserri; cieils uriii- tü clelia poetia;. . . cleila uacura «leila kavol, u. s. w. worauf nun Bemerkungen über die verschiedenen Lichtarten, und die mehrstcn alten, so wie verschiedene der frühern italienischen Dichter folgen. Die Hauptsätze darin sind, daß der Dichter nur durch Beobachtung des Wahrscheinlichen, und durch natürlichen und genauen (nsruraie e minura) Ausdruck seinen Zweck erreichen könne. Daß der Verf. oft polemisch werde, habe ich nicht bemerkt. Er läßt sich selten, oder nie, auf Bestreitung der Meynnng Anderer ein; und selten gehen seine tlrtheilc von den D i ch D i ch 667 den Urtheilen Anderer ab ) — Dells ^crk'ecra koelis iralianii, kpiegars e ciimokkrrrs .... 6s Dust. ^nr. Z^lur?» roii .... ^kosten. 1706. 4. 2B. und mit den, nicht viel bedeutenden Anmerk. des Ant. Mar. Salvini, Ben. 1724.1748. 1770.4. oB. (Das Werk besteht aus vier Büchern, wovon das erste, in-> Kap. von dem guten Geschmacke in der Poesie, und von dem poetisch Schönen und Wahren; das zwcyte, in i? Kap. von dem Genie und der Urtheiiskrast; das dritte, in ii Kap. von dem Nutzen und Vergnügen, welche von der Poesie gewährt werden könnten, und von den Ursachen, warum sie solche nicht gewährt, überhaupt handelt, und das vierte Gedichte i»it Beur- theiiungen derselben enthält. Die Vollkommenheit der Poesie setzt der Verf. in die Verbindung des Angenehmen mit dem Nützlichen; jenes entspringt aus dem, auf das Wahre gegründeten, poetischen Schönen, und dieses aus der guten Verbindung mit dem Wahren selbst. Das Poetisch Schöne, oder das was vergnügt, bc> ruht entweder auf den, von der Poesie nachgeahmten, Sachen und Wahrheiten, oder auf der Art sie nachzuahmen; und das dichterisch Wahre besteht in dem Wahrscheinlichen, oder in dem, was seynkann. vm irgend einen Gegenstand dichterisch, glücklich, zu behandeln, ist es nöthig, daß die Einbildungskrast in Thätigkeit gesetzt, und irgend ein Affekt, als Liebe, oder Schmerz, oder Furcht, oder Haß, und ähnjichc Leidenschaften, erweckt werden; und in so fern läßt sich allerdings sagen, daß Mueatori die Einbildungskraft zum höchsten Grundsätze der Dichtkunst macht. Uebrigens scheint er zu glauben, daß jeder seine Phantasie auf diese Art stimmen, oder sich zum Dichter bilden könne, und fällt über die Oper, so wie über die Dichter, welche blos von indischer Liebe gesungen haben, und also auch über den Jnnhalt her Gedichte des Pctearch, Ucthcile, welche dem großen Haufe» der Italiener unmöglich haben gefallen können.) — Dells keerics, kib. III. . .. eis Q. k. kskcli, ?->lerm.>7Z^. 4, >»»- klsmc cististcc) intewno s voiste kcnren^e ü'slcuni Lcistrroist
  • A- »i koekis. . . ü! krsnc. Lov. Dusürio , . . Lc>I. und küilsn» 17ZY-175T. 4. ; Th. in 7 Bänden. (Das Werk, in so fern es zugleich eine Geschichte der Dichtkunst seyn soll, ist, so wie ein anderes von eben dem Verfasser bereits in dem vorhergehenden Artikel angezeigt. Hic- hcr gehört es als ein, auch die Theorie derselben betreffendes Werk. Jeder Theil desselben ist wieder in besondre Bücher, jedes Buch in Abschnitte (Dittinrione), jeder Abschnitt in Kapitel, jedes Kapitel in Paragraphen (Nzi-ricelli) abgetheilt; und das Historische geht immer den: Theoretischen voran? Aber, dieses Theoretische besteht aus Allgemeinsätzen.) — Deik' srre 'poccics, Iksgiouomenre cinczne, ücl 8. kröne, dürr. Tsnorci . . . LnIoZ. 1768. 8- (Die fünf Abtheilungcn handeln von der Poesie überhaupt, von dem Trauerspiele, von dem Lustspiele, von der epischen , und von der lprischcn Poesie.) — Vcyder italienischen Ucbers. von H.FormcyS krincipes elemcnr. ües Helles lerrres von Planeki, Iststp. >768. 8. finden sich rissestioni tulis kcielio; Duisrs clelk' c^ics s?.iane; . . . ücl Lenrvnc; Dl- k'crvgz. Lull LglttZs . . . clivilione üel- Is lirics; üclls Lscirs irslisns; üeils koelis mscchcronics e ücils DsnrcLcs u. a. m. -- Noch habe ich, unter den italienischen Schriften über die Theorie der Dichtkunst, die Dieci libri eli pell- kielst üiverli ü/)!ellsn(lro Vsssvni . . . Darpi 1610. 4. Vcn. 1627. 4. angeführt gesunden. Aber, in den, ganzen Werke handelt ein einziges kleines Kapitel (das >4te des zehnten Buches) von den alten und neuen Dichtern; und der Verfasser, weit entfernt die ältccn Dichter seiner Nation darin herab zu setzen, zieht sie den griechischen und römischen weit vor. Nur in der Komödie, und in der Tragödie findet er jene überhaupt mangelhaft, ohne übrigens einen einzigen, nahment- lich anzuführen, oder zu beustheilen- D i ch D i ch Aber die verschiedenen italienischen L,ehr- gevichre über die Poesie gehören aus dem angeführte» Grunde hiehcr, als von Const. tandi, kibro primoäell» poeric», pisc. ,549. g. — Von Girol. Muzio, Dell »rre poeric», I.ib. III. i» s kime rliv. Vcw. 1551. 8. — Don Bcned. Menzini /^rre poeric» . . Krim, 1690. lz. aus welcher ein Auszug sich in den Vorzüglichsten Jtal. Dichtern, im >7ten Jahrh. Hridclb. 1781. 8- S.zo, findet. — Von Pickro Jac. Martclli, lZeli» poeric», 8e, moui , in s. kime e prüfe, kom. 1710. 8- einzeln, Kol. >7>z. g. Von der Theorie der Dichtkunst, in spanischer Sprache: kibro 3e I» »rre lie rrcivsr, 0 g»7» cieuci», por pur. gu» cfpzuo- I», B. 2. S. Z-I. und einige Nachr. in Wartons Hilf, of trnZI. pocr. B. z. S. Z4y, ANNI. x) — sti cc cic poeli» G»- ltell»!,», von Juan de la Enzina, in f. Gsucioncro, 8ev. 1501. f. Zl»r»A. 15 >6. 8.— l)e poeli» vulgsreulen. gu» Lsrsisns, por ?erlro 8erspl>i, Lsrc. 1565. 8- (Daß das Werk von der katalanischen, nicht von der castilianischcn Poe^e handelt, benimmt ihm nicht das Reait zu einem Platze, weil hier von der Poejec der Spanier überhaupt die Rede ist.) — ^rrc poeric» Lslfelisns, -glc. 1580. 4. von Mig. Sanehez de Viana. — .^rre poer. kilpsnois porssusnGsr» ci» Ilengil», 8slsm. 1 59 ». 4. ^lsü. 1644.. 4. N. Aufl. Lsrcel. 1759. 4- — T^rre psr» componcr cn merro Lslfel- lsna, äiviäiüs cn «los Porres, pn I» primers le enfen» czue cot» fe» vcrlo ..... lin I» le^uncis fc porie ei moäo üe c>omponer izusles^uicr Lkrss ste Poetin» . . . por kticr. clo däonärs^on, 2lsrs>z> >59Z- 3> " philolophi» snri- ßus pverics por O. stionlo Lope? Pin» cisno ^ dflsei. 1596, 4. — Lisnc 6e ^pvil» ste i»s pxcelencis» cligniciacl ^ rocho Iv c^ue »I »rce poeric» 7 ver- lilicsc« »ris perrenece por O. Luis Clonts äe 641.4, eine poeric» exsffillims, ^ s lzue no Iran IleZscia los czue elcril-iervn ele» fpues . I^nzcio ele Lu?sn LIsrsmunc cie8ue>. ves z- Gurre» , . . ?»rsg. I/Z7- k. Neu hcrausgcg. mit mancherlei) Verb, und Zus. von Eug. tlaguno, Mad. 1779. 8. 2 B. (Das Werk besteht aus vier Büchern, wovon das ite vom Ursprünge, Fortgange und Wesen der Poesie; das-tc von dem Nutzen und Vergnügen derselben; das zte vom Trauerspiel, Lustspiel, und den übrigen dramatischen Dichtartcn, und das 4te von dem epischen Gedichte handelt. Aber, wenn cS gleich große Verdienste um die spanische Poesie, und elassi- sches Anschn unter der Nation hat: so besteht sein größtes Verdienst doch wohl nur darin, daß es die vorhergehenden Theorien übcrtrift. An und für sich selbst ist es ein ängstliches Regelwerk; und die Spanier haben unstreitig viel bessere Dichter, als Theoretiker über die Dichtkunst.) An Lehrgedichten über die Poesie besitzen die Spanier: Lompenäio äe I» poeric» en verlos von Chrst. de Me- sa, IN s. kimss . . . Ivlaci. 1607 und 1611.4.— Dicdfluev» srre üe tis?er comeäias von Lope de Vega Carpio ist, bcv dem Art. Lomsdie angezeigt. — pAernplsr poericv, 0 sVrte poec. pfpsnul» por )usn üe Is Lueh», (is8o) zuerst in dem 8ten B. des ?»rn»lo kl?. däaä. D i ch ^26. 1774. 8. S. 1 u. f. abgedruckt. Las Werk ist in drcy Episteln abgethellt; und ob Horaz gleich das Muster des Verf. gewesen zu scyn scheint: so weicht er doch in vielen Stücken von ihm ab. Etwas davon ist in den: Art. Lomodie, S. ;z8 bemerkt. — — Von der Theorie der Poesie, in fraii- zoslscbcr Sprache: ke )»rstirr ste plai- Karree er ckeurs ste rkeroriijue > conre- nairr . . . eurr' aurreo lies precezrres ste koerirzue er ste verslckcariorr, par k'irrkorrune, Kar. 1547. 4» (Das Werk darin, welches die Dichtkunst angeht, ist in Versen abgefaßt, und scheint schon zu den Zeiten Karls des achten, ums 1.1491 geschrieben zu seyn. ES gicbt Unterricht über die damahls üblichen Dichtartcn, M den Llrsnr ro)-al, den Scrvantais, die Ballade, das Rondeau, das Lay, Vire- lay, Ehansvn, u. s. w. und, was das merkwürdigste ist, jcdcsmahl in der Form der Oichtart selbst, wovon die Rede ist, dergestalt, daß z. B. die Vorschriften zun: Rondeau in der Form des Rondeau abgefaßt sind. Zu einem Beyspicl der Vcrsart mag folgende Stelle, der Anfang des >r>teu Kap. dienen: Lxpestie? korrr ueuK clrapicres II tauc un stlxieure expvker, Kr comme aulkr stex stcririerx ritres, kku'oir stoir 2 ce propox poker kr comme I on stoir compoker bstoralirex, karces, ^lickerex. Kr ckaurrex kvmmarrs stiisioKer 8el»n lex stiverkex msrierex) k'arr er Kcicnce ste IKIierorii^ue pour kaire rimex er ballastex, Kar. 4. (Aus eben diesem Zeitpunkte, und mit Nachrichten von den Dichtern der Zeit. Ob die Hrr er kcieirce ste cktrerorihue ine- rristee, Ikoul. ixzs. 4. deren Warton, in s. Klick. ot klißl. kverrz-, B. z. S. Z48 gedenkt, eben dieses Werk ist, weiß ich Nicht.) —- ke kecorrstlivre stcvraie iklrerori^ue .., par . » . kierre kabri .. . par lerzuel ung ctracuri en le Ii- karrr, pourra Kacilemeirc er sorrremenr comjivier er kaire rourex stekcriprionx en r^me, commo ccksurx ro^aux, bsl- D t ch 66^ lastes, roirstesux, virelaz's, ckran- koux, er Zeneralemenr rourex korke; cke railles er manierex cle compockrioirx, Kar, 1521.15Z8. 12. (Das Werk enthält nicht viel mehr, als was sich in dem zuerst angeführten, in Versen findet.) — 2^rc poer. Krane.... p. KU. Libiler, Kar. 1548. 12. kyon >576. >8. (Das Werk besteht aus zwe» Büchern, wovon das erste nichts als eine Prosodie ist, und das zwcyte von den verschiedenen Dichtartcn, aber von mehrern, als in den vorhergehenden Werken, z. B. auch stu kanriczue, clranr Izriczue, ou Koste . . . ste Kepirre; sts KeleZie; stu stia- loZue er ste kex ekpecex, cornine konr kesiolzue, Is morslire, lakarce; stex eloIex ou stex kar^rex cn verx, ste la complainre, und ste KerriIme UNV auf eine ganz gute Art handelt.) — Oeken- ke er illuckrsrion ste Is langue krsrrzal- ke, i>sr )oaclr. stu Kella;-, Kar. 1549. 12. und in den verschiedenen Samml. s. W. als Kar. 1561. 4. Ikoven 1592.-2. (Der zweyte Thcil derselben ist eine eigentliche Poetik; aber von geringem Werth. Man sieht, indessen, daraus, was sich auch schon aus den Gedichten des Verfassers ergiebt, daß nicht Ronsard, sondern er, zuerst Gräeismen und Latinismen in die französische Sprache einzuführen suchte, ober gleich sparsamer damit, als jener ist.) — Dieses Werk veranlaßte ein an- andercs, ähnliches: (buirrril-KKorariarr, vu kkuinrrl Lerrkeur . . . p. Ltr. Kon- raine, Kar. 1555. K70U 1576. 18. worin blos die Schwächen des vorigen dargestellt worden sind. Ein, bcy der letztern Ausgabe dieses Werkes befindlicher ^irreZe ste karr poer. ist nichts, als ein Auszug aus dem Ztcn Buche der vorhin angeführten Schrift des Sibilct. — .^Irre- Je ste Karr poer. j>. LIauste ste Loickie- rc, Kar. 1554. 12. — k arr xoericzue ste )aeer, äs kierre äs konlsrä, Konen i;6;. !2. 158;. 18. und in der Samml. f.Werke. (Sin ganz unbedeutender Aufsatz, nur durch den Nahmen des Verf. merkwürdig.) — k/srr poec. Franc. kierre che kau- clnn ä'e^gslisrs, älv. en cincj livr. Kar. 1597. ,g. (Das erste Buch entlM größtenthcilö nichts als cinc Profodie; das zmeytc und dritte Vorschriften über die gewöhnlichen Dichtarten, mit Nachrichten über Geschichte und Ursprung derselben; das vierte, größtcntheils, allgemeine, und gute Bemerkungen und Regeln über dichterische Sprache und Darstellung; vorzüglich lehnt er darin sich gegen alle Arten von llebcrsetzung auf; das fünfte handelt von der Komödie, vorzüglich aber von der Tragödie, und, was bemerkt zu werden verdient, er verwirft die so genannte Einheit der Zeit ga'nzlich.) --- I.» koericzue äs här. (käippalice-ssules kiler) äs la däeanaräiere, Kar, 16401, 4. (Das Werk wurde, auf Veranlassung des Card. Richelieu, unternommen, ist aber nicht vollendet worden. Nur von dem Trauerspiel und der Elegie wird darin gehandelt, und auf eine langweilige und unbedeutende Art.) — kroßer äs kocci- yue, von Fee. Salignac de la Motte Fenclon, in s. Occrrs ö lvllvl. äel'/z.cgä. Franc. Kar. 1717. 12. — l'rsire xlri- lolvplriizne er praciczue äs koslie, p. LI. kuKer, Kar. 1728. Verb, in s, Loura äs8cisncsz, Kar, 17Z2. F. (Ob das Werk gleich eine Menge guter Bemerkungen enthält, so ist es denn doch ein wenig weitschweifig und ermüdend geschrieben. Der Verf. bestimmt zuerst die Eigenheiten des poetischen StylcS, und den Nutzen der Poesie, worauf er zu den verschiedenen Oichtartcn übergeht, für welche es ihm aber an Gefühl gemangelt zu haben scheint.) kexlss äs koeri- ezue, rireez ä'^rissolc, ä'Iäorace, äs Oelpreaux er ä'aurrex celelirea reura, p. Oen^-s Laullz-er, Kar. 1727. -2. (Eine ganz gute, aber schwerfällig geschriebene Eompilation. Die babey be- stndlichcn krincipea Zen. äs la poeri» czue gehen nur die dramatische Dichtkunst an.) — Lxamsn pliiloFoplui^us äs la koslie en general, Kar. 1729. 12. verändert und vermehrt, unter dem Titel: keliex. Für la koslie en izencral, bls^-e >7Z4- 8- von Remond de St. Mard, und mit der Aufschrift, koeticzue priFe äanz des tourcsA, im 4tctt und;ten B. f. Amst. 1749. >8. ;B. (Ausser einem Abschnitt über die Poesie überhaupt, besteht das Werk aus Betrachtungen über das Schäfcrgedicht, die Fabel, die Elegie, die Satire, die Ode, das Sonnet, und die Oper. Die Absicht des Verf. war, die Quellen, woraus die Regeln der Poesie entspringen, aufzusuchen; und da er annimmt, daß die letztere einen andern Zweck, als das Vergnügen, oder dieLr- weckung angenehmer Empfindungen hat! so mußte er zuerst die Mittel anzeigen, wodurch sie dieses bewirkt. Diese sind Versinnlichung der Gegenstände, Verwandlung allgemeiner Begriffe in besondre, oder in thätigc, und handelnde Wesen. Was der Verf. darüber, und überhaupt über die Poesie sagt, ist meines Bcdün- kens sehr wahr; aber eben so wahr lst es, daß er wider Witz mit sehr vielem Witze dcclaMict, daß er, gegen die erkünstelte Darstellung, in einem sehr erkünstelten Style schreibt, u. d. m. An einzeln, feinen Bemerkungen ist das Werk indessen reich; Und, meines Wissens, der erste Versuch einer wirklich philosophischen Poetik. Es veranlaßte bei) seiner Erscheinung einige Schriften, als eine Lerrre, in dem aoteN Vde. idl. Z. der kl l>I. Franc, und KecrrSs . .. Kar. 17 z 4. 12. von H. Nicolas, aber im Ganzen hat das Werk Minder Aufmerksamkeit be» seiner Nation auf sich gezogen, als es verdient.) — In der InrroäuFFion Jeneral ä i'emtla äs5 ücienc. cr äes belles lercrez . . . l>. ^lr. Lruxvn äs la chFsrriniSrc, D i ch Dich 671 kstgye I7Z I. -2. Handel» einige Kapitel vo» der Dichtkunst, aber sehr oberflächlich./—> Iti-tloxittus turla?»esle, p. jcär. (L.vuis) Ilacuie, ^mit. 1745. 12. Z B. ?ar. 1747.12. 2 B. (Diese verschiedenen Aufsätze. welche zuerst, einzeln, in den käem. c!e I^csä. lies Inlcripr. erschienen, handeln (lo la äetensc 8e la koelie; äs t'eilcncecie la poetle; äu Lrile poe- rigue, in verschiedenen llnterabiheilun- ge'N; cle la vertiticarion; cle Limlra- rlou cles moeurs er cles caratteres; clu vrai äans Ig poetle; cle l» poetle ckläacticzue; .... cles cautes cle I» 8e- cacieuce ckes etprlrs; cle I'elprit er «tu genie; tl !es Akutes renäeur keur'eux eeux gui s'arraclievr ö elles; cles louaugesgue ciouneuc lex poeces, und noch von einigen Tramrsp. si Vaters, und von de», verlornen Paradiese des Milton. Das Wesen der Poesie setzt der Der f. in Begeisterung; der Ausdruck ist die Seele aller Werke, welche der Einbildungskraft gefallen sollen, und daS Wahre der Poesie ist die einfache und die idealisirte Statur, aus deren Vereinigung die Vollkommenheit derselben entspringt. So angenehm da- Werk sich auch liefet, so wenig darf man doch genau bestimmte Begriffe darin erwarten. Man sieht es ihm an, daß es mit einem Auge auf des Verf. und seine- Vaters Werke, oder vielmehr aufdie, darüber gefällten llrtheile geschrieben ist.) — ?»er,cpie traue. d I'ulage cles Da- inex, k?r. >749. >2. 2V. — Bei) der Ltiltolre nouvelle poer. , . . P. stacez, Itaiäion, l^ar 1751. 12. sindet sich auch ein unbedeutender Vraire cle la koeile. — LIemeus cle Ig poetle franzvise, ?g>. ,752. >L. zBde. (Das Werk bestehr aus dccy Theilen. wovon der erste in z Abschn. von derProsooic; dcrziveytc, in - Abschnitten, von dem Wesen der Poesie und vorzüglich der französischen, so wie vom poetischen Style; der dritte, auch in 2 Absctm. von den, der französischen Poesie eigenen und von den, aus der lateinischen Poesie, wie er sagt, genommenen Dichtarten, jedoch mit Ausschluß der dramatischen, und höher» epischen, handelt. Au den, aus der lateinischen Poesie erhaltenen Dichtarten rechnet der Verf. welcher Joannct heißen soll, übrigens, unter andern auch die Cantate und das Vaudevillc, will aber nur für junge Leute geschrieben haben.) — pi-lnelpe» elemenraires cles Helles lecrres . . . p. Ickr. (steair Istenr^ 8am.) Verwieg, perl. 1759. 8. ^.mlb. 176z. 12 Engl. Lvnd, 17Ü6.8. )ral. von Ant. Planclli, mit Zus. und Verbesserungen, Neapel iM. 8- (Daß das Werk ein größeres Glück gemackt hat, als eS verdient, wird keines Beweises bedürfen.) — ?oer. LranZoite p. Idlr. (^ean precl.) ^-lar» monrel, par. 176z. 8. sB. Deutsch, von Ben. v. Schirach, Brem. 176;-- 1766. 8. aB. (Die Ilebcrschriftcn der verschiedenen Kapitel sind: Oe la poessecn general; cles raleus 6u poece; cles erucles clu poete; clu tl^Ic pocriguez clu coloris er cles Images; cle I'tiar- monie clu tt^Ie; du meciisnisme cles vers; cke l'luvenrivn; clu ckioix cians I'imiraciou; cke la vraiscmdlance et clu mervellleux claus la tiötiou; cles ckiv. tormes clu ckitcours pverlgue z cle la Vrageäic; cle IDpope; ?sr. 1766. 12. --» Lnlelgn. «lcs Keiles letrres, p. Ie Uere Uraitliner, ?ar. 176g. 12. 2 B. — ldlöbionaire 6eb.it» rersrure, 62ns lequel c-n resice 6e rour ce qui a rapporc ö l'elvqnence, d Is goelie, er sux Keiles lerrres, er tlünz lequel 0» enteigne la inarcke er Ics regles czn'nn 6oir nkierver 6ans rous ies ouvrages 6'elprir, p. I'Kkke (Änroine) Labarier 6e Lallres, ILar. >772. g. zB. (Las Werk verdient nur in so fern bemerkt zu werden, als es größ- tcnthcils aus denjenigen Schriftstellern gezogen, und nach denen Grundsätzen gesammeltist, welche der Verf. nachher in s. Trais Siecles, so tief herab zu würdigen gesucht hat.) — pocriquc clemcu- raire, par. 1771.12, (von La Scrre) --- krineipes generaux 6es Keiles lerrres, p. kvjr. ldomairon, ?ar, 17L5. l 2. 2 B. Deutsch, mit Zus. von A. C. Stockmann, Leipz. >786-1788. 8. 2 B. (SerVcrf.hat für junge Menschen, deren eigentliche Bestimmung nicht die Künste sind, geschrieben, und sich also nur auf allgemeine Begriffe eingeschränkt. Der erste Band gehört, in so fern darin von den Eigenheiten prosaischer Werke die Rede ist, nicht hiehcr; in dem zwcyten handelt der Verf. nach einer Einleitung von dem Verse, dem Reime und der Poesie überhaupt, Oes poclies t'ugirives, als Epigram, Madrigal, Sonnet, Nondcau, u. s. w. Oes perics poemcs, worunter er die Fabel, das Hirtengedicht, die Epistel, Satire, Elegie und Ode versteht; cies gransts koemes, als Lehrgedicht, Drama überhaupt, Lustspiel, Trauerspiel, die Oper, und episches Gedicht. Neue Ideen darf man nicht erwarten, und öfterer findet man obendrein höchst unbestimmte; zu den philosophischen Köpfen läßt der Verf. auf keine Fälle, sich rechnen. — — An AchrgeOichten über die Poesie, sind mir, in französischer Sprache bekannt: T'src poecique ou l'on geuc remar- quer la pert'cötivn er les äetaurs 6es snc. er m»6crnes Uoeres, von Jean de la Frcsnapc Vauquclin, in s. Poes. Laen >605. 1612. >2. (Ausser brauchbaren Nachr. über die Geschichte der franz. Poesie, enthält das Werk auch die bekannten Regeln, in einem, für seine Zelt, sehr guten poetischen Stolc. Es besteht aus drcy Büchern, scheint aber unter den Franzosen selbst, wenig bekannt zu seyn.) — Krc poerique cn I V ckancs, von Nie. Boileau, mit den Satiren zus. ?ar. iü?z. 8. und nachher in den vielen Samml. f. Werke; Eat. von Godeau, Par. 17Z7. L. ?tal. soll es von dem Grafen Gozzi übersetzt seyn, wahrscheinlich also von Gas- paro Gozzi, denn Carlo Gozzi hat nur die Satiren übersetzt; Engl, von W. Saamc, Lond. >68z. 8. portugiesisch von dem Gr. Ericclra; auch sind rußischc und dänische Uebers. davon vorhanden. (Daß das Werk, als Lehrgedicht betrachtet, großes Verdienst hat, läßt sich nicht läugnen; aber, wenn es gleich nicht, wie Mcreicr will, eine bloße sbrr elu rimeur seyn sollte: so ist es doch wahrlich auch das nicht, wofür die Battcux und Marmon- tel es ausgeben. Bbileau'S Gesichtskreis war sehr beschränkt; und wahres, inniges Gefühl für dichterische Schönheit hatte er nicht; sie war ihm bloßes Kunstwerk. Wer kann sich des Lächelns erwehren, wenn er ein Sonnet ohne Fehler jedem größcrn Gedichte vorzieht?) ilebci- gcns versteht es sich von selbst, daß von den, bcy dem Art. AesisietiL angcsühr. tcn Werken, verschiedene, als die Schriften des Dubos, und Batteux, hirher gehören. Und verschiedene, welche gewöhnlich unter die theoretischen Schriften von der Dichtkunst überhaupt gesetzt werden, als die ktestcx. des Fontenelle, und des Houdard de la Motte, so wie die Urin- cipes pour la leölure 6es poeres, U. a. m. sind da, wo sie meines Bedünkens hin gehören, bcy den Art. Trauerspiel, Gve, Geschmack u. d. m. zu suchen. Von D i ch D i ch 67z Von der Theorie der Poesie in englischer Sprache: Das älteste critische Werk der Engländer geht zwar die Dichtkunst nicht unmittelbar an: aber nach dem Auszüge zu urthcilen, welchen Warton, ini zten B. S. zz> s. hiistor/ os LnZl. hoerr/ polt der strre os ltkiecoriiee . . . . b/ lhti. Wilson, honst. 155z. 1567. >585> 4. gegeben hat, verdient es hier eine Stelle. Aus Mangel des Raumes muß ich auf den angeführten Schriftsteller verweisen. — ?ste ^rre os hnZlisk Poesie, t>7 delr. kuccenliam, honst. 1589. 4. aber, Warton zu Folge, (»ist. os hngl. hocc. B. z. S. zz;. Anm.s.) weit früher geschrieben — Oitcourse othng- lilk hoecr/, b/W. Wedde, honst. 1585 und 1586. 4. (Zur Verthcidigung der Hexameter in der englischen Sprache geschrieben; wenigstens giebt Warton (hüls. os hnzl. ?oer. B. z. S. 404) den Jnnhalt auf diese Art an; aber, nach einer andern Stelle (cbend. S.gus.) zuuc- theilcn, führt das Weck einen andern Titel, und enthält Nachrichten von Dichtern.) — ^trcaäian ldkerorilce, or rke pcecepces os kkerorilce masteplaine l>7 examplez, Zreelce, Isc^ne, eng- lizske, iral^un, srencirs anst spani- ske, l>7 s^l>r. hrannce, honst. 1 5Z8. — Os Iis poerics, or Item. upon koerr^, cvirk ctiarsskers anst censures ob che molb constelerslzle poers, cvtie- lker anc. or mostern . . . t>7 hk. Höge Llounc, honst. 1694.4. (DasWerk besteht aus zwc» Theilcn, und ist, wie der Verf. auf dem Titel noch hinzugesetzt hat, aus andern (er sagt, aus den bcßtcn und ausgesuchtesten) Kritikern gezogen. Diese sind in dem ersten, blvs die Theorie angehenden, Thcile, vorzüglich Ra- pin, nach der vorher angeführten Ileber- seyung von Rymer, Drydens Vorreden, Tcmple's on hoerr^, und einige englische Lehrgedichte über Poesie. Was in diesen über Dichtkunst und Lichter überhaupt , und über die verschiedenen Dicht- arrcn, gesagt worden ist, hat der Verf. größtentheils mlt ihren eigenen Worten, zusammen geschrieben. Mit dem jwey- sÜrster Theil. ten Theile, in welchem vorzüglich nur griechische, römische und englische, aber auch einige neuere lateinische und italienische Dichter bcurthcilt werden, verhält die. Sache sich nicht anders. Was alle und neuere Philologen, Kritiker, Gc- schichtschreiber über sie gesagt Haien, ist, ohne Auswahl, darin zusammen getragen.) — Ichs complere ^rt ot hoe- rry, 1,7 hh. Liläon, honä, 1718. 8. 2 B. Von eben diesem Verf. ist: --- Astio hocvs ob poecr/, ss Isist stovvn by che Oulce os LuclcinZksm, in tiix on hoecr^, U7 rke hart os Itoscom» mon, in hiz HÜ27 npoll trsnxlacest vecse, snst rk>e Horst hsnstzstorvn, on nnnacural stiZlirz in poecr^, expiar- nest anst illultrsrest, honst. 1721. 8- (Das erste Werk ist mir nicht bekannt; aber, nach dem letzter», oder nach seinem Eommcntar über die benannten Gedichte zu urtheilen, muß es ein sehr gc, wöhnliches Werk scyn. In diesem zeigt der Verf. sich, als einen eifrigen Verehrer der Alten, und aller der, von den französischen Kunstrichtcrn, aus ihnen ab- stcahirten Regeln; aber ohne das geringste Gefühl für Poesie, oder dichterische Schönheit, und ohne wirkliche, eigene Kcnnt- niß der Alten selbst.) — ?Ue ärr os xoecr^ on s nerv xstsn; illutlrarest wich a grear vsriec/vs exemple» trom rlie bell en^Iilti hoerx ancl os cranz- Isrions srom che snciencs . . . honst. 1762.1770.12.-B. (Der Vers. John Ncwberry, giebt darin, nach allgemeinen Betrachtungen über den Ursprung der Poesie, die dichterische Schönheit, den dichterischen Styl, hrecepcs sor cke hpiZram, sor riee LpirapI:, sor cke hleAie, sor cke pastorsl, sor tire hpiltle, sor stescriprivc poetr^, sor stistsbtic or preceprivc pocrr^, tor ca- les inverle, sor sablcs, sor slleZo- ricsl poerr^, sor l^ric pvetr^, tor 8arire, sor cirainstic pocrr^ , tor rke epic or Ueroie poem; und der neue Plan besteht darin, daß er die jedem Abschnitt vorgesetzten, sehr allgemeinen, wenigen Regeln, welche öfters nicht viel p iz mehr. 674 Dich D i ch mehr, als bloße Definitionen sind, mit sehe vielen Bey spielen begleitet, ohne sich jedoch auf eine eigentliche, wieklich dichterische Zergliederung derselben einzulassen, oder ihre Schönheiten anders, als mit allgemeinen Ausdrücken anzuzeigen. Bey den großem Dichtartcn hat er natürlich nur einzele Stellen aus den, dahin gehörigen Werken, einrücken können, zugleich aber den Jnnhalt derselben, und oft sehr cingfilich, ausführlich angegeben, an Statt, daß er den Plan derselben Hütte darlegen sollen. Bey dem Drama hat er sich ganzlich aus allgemeine, oft nicht viel bedeutende Bemerkungen eingeschränkt. Das, worin er von mehrern Thcoristen abgeht, ist, daß er, vorzüglich von den hohem Oichtarten, unmittelbar, Unterricht fordert ; wenigstens habe ich sonst kelnc neue, wohl aber eine Menge unbestimmter, einseitiger, oberflächlicher Ideen in seinem Werke gesunden. Die alten Dichter selbst kennt er nur aus llcbersci-ungen. Uebri- gcns will er mir für junge beute geschrieben haben; und hat, bekannter Maßen, auch eine Menge Bücher für Kinder herausgegeben.) — volles veccecs, or est/ Incroänökion ro Police virceracure.... k>/ss. Leall/, vonä. 1772. >2. 2 B. »— Inczuie/ into rke dflamre anävlnvs vk voeciv, li/ I>erc. Lcoclcäale, vouci. 1778. 12. — veötures on lilrerorilc snä Helles vecrre«, by bluZb Illsir, vonä. ,78t- 4. - B. 1787- 8- Z B. Basel >788. 8. sB. Deutsch, bicgn. 1785 u. f. 8. 4Bde. (Da das Werk durch die angezeigte, sehr gute Hebers, unter uns bekannt ist, so würde die Anzeige seines Jnnhaltcs überflüßig scyn.) An L.ehrgei>ichrei» über die Poesie, besitzen die Engländer: villl/ on poerr/, von I. Sheffield, Herzog von Vuckingham (f >720). Die Zeit der Erscheinung dieses Gedichtes ist mir nicht bekannt; daß es aber älter ist, als das folgende, erhellt aus dem Anfange dieses letztern. Gedruckt findet es sich in den versch. Samml. s.W. als vonck. 172z. 4. 2B. 175z. 8. 2B. Lrmng. indem Lkoix äe clist 'erens mor» ceaux cie xoesses, rraä. äe l sii^lois. p. ^Ir. Vroncsseresu, I'ar. 1740. 11. Derttsel?, in der Brittischen Diviiothck. Johnson, der das beben des Verf.indem steu B. s. vivcs > S. 429. AuSg. von «78Z erzählt, sagt von dem Gedicht: „Sie Vorschriften sind einsichtig, zuweilen neu, und öfters glücklich ausgedrückt; aber ungeachtet aller, von demVerf, gemachten Veränderungen, sind viele schwache Zeilen, und einige sonderbare Beweise von Nachläßigkeit darin geblieben, als z. B. wenn Wallers bekanntes bobgc- dicht, und Ocnhams E'unper's lstiii, als Elegien dargestellt werden." I. I. Dusch, in s. Briefen zur Bildung des Geschmackes, Th. i. Br. 17. S. zz8- Aufl. von 177z. ist noch strenger mit ihm umgegangen: und wahr ists, daß viele seiner behren, an und für sich, unbedeutend und einseitig sind, und oft schielend genug vorgetragen werden. Uebrigens findet sich auch eine bebensbcschr. des Verf. in Cibbcrs vives, V. z. S. 28; u. f.) — villi)' on ri 'sns- tacoä vceie von Dillen Wentwvrth Gr. von Noscvlunlvn (h 1684.) l-onck. 1684. 4. und in den versch. Samml. s. Gedichte, vouck. 1717. 8. und öfterer. DasGe- dicht erhielt, zu seiner Zeit, sehr viel Beyfall; aber die darin vorgetragenen Regeln sind ganz allgemein, und Johnson, in dem beben des Verfassers (lck ves ok rim vngl.koers, vo»cl. 178z. 8. 4 B. B .z. 5. z>6) bemerkt mit Recht, daß dieses, aber ein gemäßigtes, bob nicht so wohl diesen, als der Kunst, mit welcher sie eingeführt und dargestellt worden sind, gebührt hätte. Ausser der angeführten bebensbcschr. findet sich, laut dem Jnnhalt, auch eine in Cibbers, oder ShiclS bekannten lbives; allein sie steht nur in diesem Jnnhalte, nicht in dem Werke selbst.) -»-» villi/ on Lricicism, in drei) Ges. von Alex. Pope, erschienen im I. 1711. und nachher in den vielen Samml. s. W. Ital. von Pillori, 17Z9. und vvnRievli, >77Z. Srzsch. von Jean Frc. du Bella» du Resnrl, bey dem Vers, über de» Menschen, Amst. >7Z9. 8. in Versen: von Et. de Sillhouettc, auch mit dem vorigen Gedichte., in den däelanA. cke lircergrure D i ch D i ch 675 er cie philoss. kstsze 1742. 12. Z B. Die von Hamilton ist nie gedruckt, aber Rvbvtham, ein Engländer, soll deren noch eine verfertigt haben. Deutsch, von K. Frd. Orollingec, im itcn St. der Samnil. Crit. Poet, und andrer geistvollen Schriften, Mr. 1741. 8. in Prosc; von G. E. Müller, Dresden >745. 8. in Versen (nebst einem Versuch einer Critik über die deutschen Dichter); und inPope'S sämmtl. Werken, Hamb. 1760. 8. 5 Th. in Prosc. Auch sind rußische und dänische llcbcrs. davon vorhanden. Der erste Ges. handelt von den Mitteln zum guten Geschmack, der zwepte von den Quellen des falschen Geschmacks und der dritte von der Moralität des Kunstrichters; und, als Gedicht, hält selbst Johnson, es für eines der vortrcflichstcn; nur von dem Plane bemerkt er, daß, da die Anordnung eines jeden Gedichtes, welches Vorschriften enthält, in so fern willknhrlich und unmethodisch se»n muß, als allgemeine Wahrheiten und Sätze sich, gegenseitig, von einander, ableiten lassen, und folglich einzclc Feilen immer ihre Stelle mit andern vertauschen können, Warbur- tvn, in s. Commentar darüber, lieber nicht so ängstlich hätte auf die Verbindung und den Zusammenhang bestehen sollen, ilebrigcns erweckte das Gedicht, bei) s. Erscheinung, einige Kritiken, vorzüglich eine, wirklich eben so plumpe, als wü- thende, von Dennis, welche vergessen ist. Eine Zergliederung desselben findet sich in dem bekannten ssllaz- on rke Lenins anct rvririnZs o5 kope, I17 Vir. ^Varron, B. 1. Lech z. S. 101. Ausg. von 1782. und eine kürzere in den Briefen zur Bildung des Geschmackes, Th. -. Br. 19. S. z8>. Ausg. v. 177z.) — kllls7 on unnarursl ssigtns in koerrz-, von Georg Eranville, (t 17z;) in der verschiedenen Samml. s. Werke, als >736. ja. z V. und öf. tcrer; ein kleines Gedicht; aber nicht ohne Verdienst, weder in Rücksicht auf die Vorschriften, noch die Darstellung derselben. OaS Leben des Verf. findet sich in CibberS I-ives, B. IV. S. 259 und in Johnsons, B. z. S. 128. — Noch lassen sich auch vielleicht einige andre englische Gedichte, als Aaron Hills Kävics ro ckc puers, in s. W. I.< nä 1754 und 1757. 8. 4 B. u. a. IN. hichcr rechnen.— -- UebrigenS gehören, von den, be? dem Art. Acfrherib angezeigten Schriften, Homc's ssiemcncs vi' Lrici- clsm vorzüglich hiehcr; und, bey dem vorhergehenden Artikel finden sich verschiedene vortrefliche, von der Poesie überhaupt handelnde Werke. — —> lieber die Theorie der Poesie, in Veut- fcher Sprache: llnsre früheste» davon handelnden Schriften bestehen allerdings größtenthcils in bloßen Anweisungen zur Vcrskunst, und enthalten, so viel ich de, reu kenne, nicht einmahl, wie die ähnlichen Werke der andern Nationen , Bey- träge zur Geschichte unsrer Dichtkunst. Dem Liebhaber der Litteratur ist es, indessen, vielleicht nicht unangenehm, hier eine Nachricht von einigen zu finden. Die älteste, mir bekannte ist: Joh.Engards deutsche Profoüie, d. i. H?orhwen0igel: Unterricht, auf welcherlei ZlDeise und Art in deutscher Sprache, Vers unid Reime, nach rechter poetischer Runfr zu machen, Ingolst. 158z. 8 — Buch von der teur- schen Poeterez?, in welcher alle ihre Eigenschaft und ougchor gründ- lich erzählet, und mit Erempeln ausgeführt wird, verfert. von Marc. Vpizen, Brieg ,624. 4. äVl'ttenb. 1647. 8. und im itcn B. der Trillerschcn Ausgabe von Op. Gedichten. Ferner, mit Anm. von Ensch Han- mann, Frft. (1645.) 12. Br. i6;g. 8. (Der Jnnhalt der 8 kurzen Kap. aus weh chcn sie besteht, ist folgender: „wozu die Pocterci), und wenn sie erfunden worden ; von etlichen Sachen die den Poeten vorgeworfen werden, und deren Entschuldigung; von der tcutschen Poetcrcv; von der Fugchör der deutschen Poesie, und erstlich, von der Jnvcntion oder Erfindung, und Disposition oder Abtheilung der Dinge, von denen wir schreiben wollen; von der Zubereitung und Zier der Worte; und von den Reimen, ihren Uu 2 Wörtern 676 D i ch D i ch Wörtern und Arten der Gedichte." ES wurde, wie der Verf. im Schlußkapitel sagt, in einem Zeitraum von fünf Tagen geschrieben. Das, was über Spruche darin gesagt wird, abgerechnet, ist frcy- lich das übrige von keiner Bedeutung; die Lehren von der Tragödie und Komödie, z. B. nehmen nur acht bis zehn Zeilen ein. Das merkwürdigste ist, daß Opitz, in dem Kap. der Vorrede, ausdrücklich er» klclrt, er sey gar nicht der Gedanken, daß man durch gewisse Regeln und Gesetze je- wanden zum Poeten machen könne. -Hau» manns Anmerk. handeln in >6Rap. von der Reinigkcit und Deutlichkeit der deutschen Sprache; von der Zierlichkeit in deutschen Reimen; von der Redgeschick- lichkcit nach den Sachen; von der Wort- größe; von d. Wortzcit; von d. Wort»- klänge; von der Ordnung der Wörter, wie sie zur Ausdrückung der Sache helfen; von den Wörtern, wie sie Recht oder Unrecht gebraucht werden; von den unterschiedlichen Arten der Relme; von den trochäischcn,. jambischen, dactylischcn, anapästischen Reimen; von d-m Reimen, so aus unterschiedlicher Vermischung der xeäum entstehet; und von den Arten der Werse, so aus sonderlicher Fügung der Reime entstehet, und hier vom Echo, von den Pindarischen Oden, Sonnet, Ron- dcau, Elegie, Dithyrambe, ungereimte Reime, von welchen er sagt, daß die schwerer zu machen wären, als gereimte, weil er ihnen nähmlich ganz sonderbare Regeln vorschreibt, und den Reimen, welche nach der äußerlichen Gestalt benennt werden, als Eyer, Becher, Pyramiden. Bcy der Ausg. von >6;z sollen sich noch histor. Nachr. von den Meistcr- sängcrn finden.) — Phil.>Tafu deutscher Helikon, Witt. 1641. 8. — poetischer Trichter, Sie teutscheDicht- und Reimkunst, ohne Behuf der lateinischen Sprache, in VI. Stunden einzugießen .. . durch ein Mitglied der hochl. fruchtbringenden Gesellschaft (den Spielenden, oder Phil. Harsdorfcr), Nürnb. >6;o - 165z. 8. (Das Werk, das zum crstcnmahl schon früher gedruckt ist, dessen erste Ausgabe ich aber nicht gesehen, besteht aus drey, einzeln erschienenen Theilen, wovon der itc: von der Poetercy insgemein, und Erfindung derselben Jnnhalt; von der teutschen Sprache Eigenschaft und Füglich- keit in Gedichten; von den Reimen und derselben Beschaffenheit; von den vornehmsten Reimarlen; von der Vcrände, rung und Erfindung neuer Reimarlen; von der Gedichte Zierlichkeit und derselben Fehlern; der -te von der Pocterey Eigenschaft, Wol- und Mißlaut der Reimen; von den poetischen Erfindungen, so aus den Nahmen herrühren; von poet. Erf. so aus den Sachen, und ihren Umständen Verfließen; von den poetischen Gleichnissen ; von den Schauspielen insgemein und absonderlich von den Trauerspielen; von den Freuden - und Hirtenspielen handelt, und der zte Th. hundert Betracht, über die tcutsche Sprache; eine kunstzicrlicbe Beschr. fast aller Sachen, welche in ungebundener Schriftstellung füczukommcn pflegen, (die auch unter dem Titel, Vin- äu5 poerieus, d. i. Poetisches Lexicon, bereits Nürnb. 1628. 8. gedruckt morden) und zehn geistl.Geschichtredcn (welche allenfalls den ncucrn Titel, Situationen, führen könnten) in unterschiedlichen Reim- artcn abgefaßt, in sich begreift.) — In diesen Zeitpunkt ungefähr fällt der Proteus von Joh. Jus?. Winkelmann (oder wie er sich zu nennen beliebt, Sta- nisl. Mink von WeinShcim), welchen ich zwar nicht gesehen habe, dessen Jnnhalt aber zu merkwürdig ist, als daß er nicht bemerkt zu werden verdiente. Es ist, nähmlich, eine Anwendung der bekannten ^rs Oulliana auf die Poesie, vermittelst welcher man, ohne Mühe, sehr geschwind, einige tausend Verse, aber treulich, ohne Sinn und Verstand, machen kann.) — Aug. Büchners kurzer Wegweiser zur deurjcben Dichtkunst. . . her- ausgeg. durch M. Ge. Gozen, Jena 166z. 12. (Die zwölf Kap. des Werkes handeln; Woher der Poet seinen Nahmen habe; von der Materie der Poeten; vom Amt und Zweck des Poeten (dieser so« D i ch D i ch 677 soll die Dinge so darstellen, als es ihr äußerlich Wesen, und der Augenschein mit sich bringet); von den Reim-Gedichten und deren Arten; von denen Sachen, darauf ein Reimgcdicht bestehet ...; von Zierde und Reinlichkeit der Worte und Reden; von der poct. Rede insonderheit; von etlichen Sachen, die bey der Rede des Poeten fürfallcn, des Verses halben; von den Versen und der Harmonie derselben; vom Maß der Verse, und ihrer Arten; von End- und Rcimung der Verse; von Zusammenordnung der Verse.) — Teut- scheReVe- Binv-nnö Dichtkunst... Surch den ürrwachsenen (Sigm.v. Bickens, Nurnb. 1679. 12. (Die Vorrede enthält eine Art von Geschichte der Poesie, und eine Schutzschrift dafür; die 12 Kap. oder zgc> S. des Buches handeln: Von dem Wort-thon; von Gebend-teilten (Sulbenmaß); von den Gc- bändzcilcn (Versen);von dcnAbschnittzci- len; von der Rcimung; von dcnGcbänd- zeilfchlern; von Zierde der Gcbändzcilen; von den Rcd-Gcbänden (Gedichten) von unterschiedlicher Red-gcbänd Arten; von den Gedichten, und ihrer Erfindung; von den Feld - Helden - und Strafgedichtcn; von den Schauspielen. Das Wort Bindkunst, und die wieder hieraus gemachten GebanSlritte und Gebänd;eilen u. s. w. hat der Verf. als ein Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, und der Hirtengesellschaft an der Pegnitz, aus dem lateinischen oratio ligara herausgebracht.) Das Wesen der Poesie (dieSeele derGe- bändrede) setzt er in die Erfindung (Alls- sund) — In D. G. Marhofs Unter- richt von Oer reutscben Sprache und Poesie (s. den vorhergehenden Artikel) handelt der zte Th. (S. 406 u. f. der Ausg. von 1718) in 17 Kap. Von der Kunstrlchtigkelt der tcutschcn Sprache, und deren Fähigkeit zur Poctercy; von det Orthogr. d. t. Sprache; von dcrEtymol. d. t. Sprache; von der Svntax d. t. Sprache; von der Prosodic d. tcutschcn Sprache; von dem Numero poctico; von den Reimen, ob sie nothwendig find in der deutschen Poesie; Vcrthcidigung der Reime; von dem Ursprünge der Reime; von einigen Beschaffenheiten der Reime; von den Lencrid>u5 Larmiuum ; von den unterschiedenen Arten der Rcimschlüsse; von den Erfindungen; von den Heldengedichten ; von den Oden (oder lyr. Gedichten); von den Schauspielen, Hirten« und Straff/Gedichten; von den Epigram- matibus.) — Vollständige dentfcke Poesie, in drey Ehesten .... entworfen von M. Albr. Chrstn. Matthen, L,e:p?. >688-8. (Die Vorrede handelt vom Ursprung und Fortgang der deutschen Poesie, größtcntheils nach Marhof; der erste Theil ist eine Pcosodie in 5 Kap. deren Jnnhalt ich, bis auf das letzte Kapitel, übergehe, als worin von Eonnetten; von Ringelreimen; von Madrigalen ; von Pindarischcn Oden; von den gemeinen Oden oder Liedern; von dem Echo; von dem Wiederkehre und Wicdcr- odcr Gegentrittc (Dichtartcn in wiederkehrenden Reimen); von den Nachtigalcn (Gedichte, deren Jnnhalt, oder viclinchr deren Hauptwörter, am Ende rückwärts wicdcrhohlt werden); von Bildccrcimen; von Vornlauf, Zahlrcimcn, Trittreimcn, Jrrrcimcn, Wandclreimen, Klapprci» mcn, Wvrtgriffcn, u.d.M. (Dichtartcn der ehrbaren Meistersänger, die wir immer, als so viel eigene deutsche Erfindungen ansehen können.) Oer zwcyte Theil ist eine „Anleitung zu allerhand Materialien, welche so wohl sonst in der „Redekunst, als insonderheit in der Poesie „nützlich zu gebrauchen leim," in z Kap. worin gezeigt wird, was die Materie in dieser Bedeutung eigentlich scy; woher dieselbe zu nehmen sey; und wie dieselbe könne künstlich ausgearbeitet werden. Unter Poesie versteht der Verf. „insgemein übliche Gedichte," und unter diesen alle mögliche Arten von Elückwünschungs-und Trauergedichtcn, auf deren Regeln und Bcyspiele er 604 Seiten verwandt hat. Oer dritte Theil ist eine „kürzlich?, doch „deutliche und richtige Einleitung zu den „eigentlich so bcnahmtcn poetischen Gedichten, i. e. zu den Feld - und Hictcnged. „zu den Satyr, zu den Tomödien und Uu z „Tragöd. 678 D i ch D i ch „Tragöd. wie auch zu den Helden - und „Licbcsgedichtcn" (unter welchen er die Romane versteht). Die 7 Kap. dieses Thciies nehme» 41; S. ein; und in der Vorrede erlistet der Verf. die Poesie für eine Nachahmung menschlicher Verrichtung , so fern dieselben insgemein betrachtet werben. in einer angenehmen Rede vorgestellt, damit böse Gcmnthsregmigen durch dieselben möchten gereinigt werden." Ucbrigens verdient es vielleicht bemerkt zu werden, daß er, um seine Lehren vom Heldengedichte begreiflich zu machen, den Plan der Odyssee einrückt. Was er von der Gesch. der Komödie Key den Alten sagt, ist, größtenthcils, ganz wahr; aber die Art von Anweisung dazu ist eben so sehr original, nach Maßgabe von czuibus suxiliis, guomoäo, guanclo, ubi, cur, u. s. w. Dem 7ten Kap. ist, aus dem Jnsulanischcn Mandorel des H. Happeln, einem Roman, eine U.'bcrs. von Huets bekannter Schrift über die Romane angehangen.)— Lhrstn. Aloisens Eu- riose Seöaniieu von Versen, L.eipz. 169z. 8. — Deutsche Poesie dieser Feit . . . durch Frag und Antwort, . . . von M. Gotcfr. Ludwigen, Leipz. 170z. F. (Der Fragen sind 24, als von den Reimen; von den üblichen Qcneribus; von Einthcil. der sonderbaren Gedichte; von den Alexandr. Versen; von den gemeinen Oden; von andern 'Oden; von den Ringelnden; von Parodien; von Pindarischen Oden; von Ma- .drigalischen Oden; von Sonnctten; von tcutschen Lpigrsmmacibuz; von satyr. 'Gedichten; von teutschen Iilscripcioui- bus; von poetischen Versbriescn; von Emblcmatischcn Versen, Gesprstchgedich- ten, und Rstßcln; von Spielgcdkchtcn ^worunter auch die Lcbcrreime mit der Nachricht vorkommen, daß der Rcctor zu Thorn, Heinr. Schstvius, ihr Erfinder gewesen); von noch besondcrn Gedichten (welche zn sonderbare Aufschriften führen, und zu sonderbar neben einander gestellt sind, als daß ich sie nicht anzeigen sollte, nsthmlich Brautmessen, oder Cantatcn bcy Trauungen, Dramen, Jstgcrlicdcr, Bergrecht», poetische Wstlder, Brautsuppen, oder Gedichte nach dem Hochzeittagc, Ansingungen, u. d. m. Von dem Drama zu handeln, findet der Verf. aber zu wcit, lstustig); von den Gedichten, so » msre. rio genennt werden (NahmcnSgcdichtc, Hochzeitgcd. u. s. w.); von der Elocution eines Gedichts; von der Jnvcnrivn eines Gedichts/und von der Disposition eines Gedichtes. Die letztere höhlt der Verf. aus der Oratorie her, und mcynt, unter andern, wenn einer z. B. weiß, wie Braut und Brstutigam heißen, und wenn die Hochzeit ist: so wird das Gedicht von selbst folgen, llcbrigcns hat er auf Beantwortung aller dieser Fragen beynahc 400 S. verwandt; und ausser sogenannten nöthi- gcn Excnipcln, noch ein Reim-Register angehangen.) — M. Dan. Amelsens Anleitung zur deutschen Reim-uns Dichtkunst, nebst einer, deutschen Mythologie, Nürnb. 1704. 8. — Die attcrncucste Arc zur reinen und galanten Poesie'si. . . von Menan- res, Hamb. 1707 und 1722. 8. (Menantes, oder Chrstn. Frdr. Hnnvld, will, der Vorrede zn Folge, nicht Verfasser, sondern nur Herausgeber des Werkes sc»», und scheint den bekannten Prediger, Erdm. Neumeistcc, zum Urheber desselben zu machen. Es besteht aus zwcy Theilcn, wovon der eine, nach Chrstn. Weisens Beyspiel, die Prstparation, der andec die Operation heißt. Die ersten 7 Kap. des ersten betreffen die Prosodie überhaupt; und hierauf handelt dcrVcrf. im 8ten S. 75-467 von großen Alcpan- driuischcn, großen Trochflischen, großen Dactylischen, großen vermischten Gedichten, von Helden, und andern Briefen, Oden, Arien, Pindarischcn Oden, Madrigalen, Svnnetten, Rvndeaux, Epigr. Ra'ths. Echo, Satyren; von Kcttenrei- inen, Vilderreimen, Qusdlibeten, Oratorien, Cantaten, Serenatcn, Pastorellen, Opern; im ->ten Kap. vom Styl.; Und im >oten von der ickcentio pocuea. Die Kapitel des andern Thcilcs führen die Ueberschriften, vom herinsto poerico; von der Linia goeries; von der viar. gv! rica; D i ch Dich 67, poericz; von der Invenrion; von der Disposition; lind von der Llslzoi -snon. Alles dieses ist mit vielen, aber unaussprechlich elenden, Bchspiclen begleitet, und das Ganze in einem höchst gemeinen, pöbelhasten Tone, weichet mit dem Worte, galant, ans dem Titel, sonderbar contra- stirt, abgefaßt. Oer gcinzlichc Verfall unsere Poesie zeigt sich auf jeder Seite. So führt der Verf. z. B. als Muster eines poetischen Perioden folgende Zeilen an: „Welcher über alles knickt, Selber Schuh und Strümpfe flickt, tlnd sich nichts zu Gute thut, Ist ei» rechter Fingerhut/' In dem Kap. von der Erfindung zeigt er, unter andern, an dem Nahmen Margarethe, wie man erfinden, und mit Hülfe der Buchstaben, woraus der Nähme besteht, oder der Zahlen, die er, in den verschiedenen cabalistischcn Alphabethcn, enthält, zu allerhand Gedanken kommen könne; die Homerischen Gedichte nennt er Quacksalbereien, u. d. m. Noch sind, von eben diesem Verf. poetische Ncben- stunden vorhanden, in welchen auch allerhand theoretisches vorkommen soll, die ich aber nicht kenne.) — Der wohl infor« mirte Poet,-lheipz. 1708 8> (vonErdm. llhsen.) — Poetischer Wegweiser ... von Job. Gam. Wählten, Cheinn. 1709.8. und vcrni. unter dem Titel, Einleitung zu der rechten, reinen und galanten teutschcn Poesie.. cbcnd. »715. 8. (Das Werk, welches nur ,;6 S. enthält, besteht aus zwcy Theilcn, wovon der erste, in - Kap. von tcutschen Versen, und von Eintheiluug der Verse, (wo, wie gewöhnlich, das Madrigal, Sonnet, und Kcttcnvcrse, aber auch noch, unter mchrern.Räthscl, cm- blematischeVersc, kabalistischc Verse, u .d.M. vorkommen, von welchen aber der Verf. doch sagt, daß es pure Kinderchen sind) und der zweotc, in ; Kap. von Einthci- lung der Gedichte, als weltl. fröhlichen traurigen und Mittclgcdichten; cke inrel- tcblinnc 1'tiemsris; cke i'nvennrmc; cke ckiisiofirinne > Und cle clocurinne handelt. In dem lcktcrn finden sich einige, wirklich ganz gute Lehren, z. B. baß man nicht aus einer Metapher in die andre übergehe» solle, daß, wie der Verf. sich ausdrückt, nur das zum Herzen gehe , was aus dem Herzen kommt, u. d. m. Aber die Muster, welche er empfiehlt, zeugen von dem Gcschmacke der Zeit, oder von den Begriffen, welche man von Poesie hatte; es sind Wciscns und Wenycls Gedichte; Opitz ist dem Verf. nicht rein genug.) — Anleitung zur teurscken Poesie ... von M. Lranc. Woke- nio, ,L.eipz. 1715. 8> (Das Werk besteht aus 17 Kap. welche auf nicht mehr, als 84 S. von der O,uanr!rsre Lzcklaba- rum; von Vcrsartcn; von Reimen und Vcrsschränkungcn; von, Srylo und der Oitpofirionc; von llcberschristen und dergleichen kurzen Gedichten; von langen carminiliu5 ( Trauer, und Glückwün- schungs-Gedichte und Satiren ) von Madrigalen; vom Rccitativ, wie auch Sc- rcnaten , Opern, Comödicn (von der Komödie gicbt der Verf. nicht einmahl eine, und von der Oper nichts, als eine Erklärung; den übrigen Raum nimmt eine Serenatc von des H. Verfassers Mache ein); vom Sonnet; vom Rondeau; von Pindarischcn Oden; von Arien und Liedern (die Bcyspicle bestehen aus geistl. Liedern); vom Eccho; vom v» Osp» (worunter der Verf. Gedichte, worin eine Zeile wiedcrhohlt wird, versteht); von der Cuntate; von Oratorien; von einigen andern Arten der Gedichte, als Zahlreime, Bilderrcime, Nachtigallen, Wandclreimc u. d. m. Schon die Gvtt- schcdiancr sahen ein, daß das Werk sehr elend ist (S. Bcytr. zur crit. Hist. der deutschen Sprache, B.S. 659 u. f.); aber ihre Kritik, so richtig sie an und für sich sehn mag, ist noch langweiliger, als das Buch selbst, zu lesen.) — Anfangsgründe zur reinen deutschen Poesie .... von?oh. G.Ncubirch, Halle ,724. 8- 906 S. (Oer Verf. hat das Werk in fünf so genannte Anfangsgründe abgethcilt, wovon der erste von der Pro- sodic; der zweyte, in 5 Kap. von der poetischen Elocntion; der dritte, in 4 Kap. Uu 4 "°" 68» D i ch D i ch von der poetischen Jnvention; der vierte, in 7 Kap. von der poetischen Disposition; und der fünfte, in 7 Kap. vonSonnctten, von Madrigalen; von Epigrammen und Grabschritten; vonAnagrammcn; vonge- meinen Oden, Ringelodcn und pindarl- schcn Oden; von Cantaten, Scrcnatcn, Pastvrellen, Oratorien, und von poetischen Briefen handelt. Als Mittel zur Erfindung empfiehlt der Verf. unter andern die Zeitungen, die Anagramme, und die Svmbolq; und besonders ifi ihm um die Erfindung künstlicher Titel zu Gelegenheitsgedichten zu thun; die pindari- schen Oden, meynt er, hätten nichts sonderliches, und nur Pedanten Hütten, um seine Worte bepzubehaltcn, einen Narren daran gefressen; aber die Auagrammc sind ihm ein Zeichen eines glücklichen und unermüdeten Genies; die Eigenschaften der Ode setzt er in die Kürze der Verse und Strophe», in die Vcrschrcnkung der Reime, und die genaue llcbercinstimmung der Worte, Sylbcn, und des Lienens, u. d. m.) — Bei) Joh. Gc. Hamanns Lexicon von poetischen Redensarten, Leipz. >725. 8. findet sich eine Anweisung )ur reinen und wahren Dichtkunst, die ich aber nicht gesehen. — Versuch einer critischen Dichtkunst vor (skr) die Deutschen..... von Joh. Lhrstph. Goltscheden, äLeipz. 1729. 8- (Mit Beyspielen aus des Verf. eigenen Gedichten) Venn, (vorzüglich mit einer elenden Uebers. von Horazcns Briefe an die Pisoncn) cbend. «757.8. Mit allerhand VeründerglMN der Wcglassung des,,für die Deutschen /' auf dem Titel, und mit andern Beyspielen, wie aus des Verf. eigenen Gedichten; vorzüglich aber in Ansehung der Ilrthcile über Dichter) cbend. >742. 8. (Das Werk ist in zwe» Thcile abgetheilt, deren Jnnhalt ich, da es, wahrscheinlicher Weise, schon eben so wenig bekannt ist, als die vorhergehenden, hier mitthcilen will, Die 12 Kap, des ersten Theiles handeln; vom llrspr. und Wachsthum der Poesie überhaupt; »on dem Charactcr eines Poeten; von dem guten Geschmack eines Poeten; von den drey Gattungen der poct. Nachahmung, und insonderheit von der Fabel; von dem Wunderbaren in der Poesie; von der Wahrscheinlichkeit in der Poesie; von poetischen Worten; von verblümten Redensarten; von poetischen Perioden und ihren Zierrathcn; von den Figuren in der Poesie; von der poetischen Schreibart; von dem Wohlklange der poct. Schreibart, dem verschiedenen Sylbenmaße und den Reimen; der zwcyte, oder andre, Theil, in eben so viel Kap. Von Oden, oder Liedern; von Cantaten; von Idyllen, Eklogen oder Schäfergebichten; von Elegien; von poct. Sendschreiben; von Satiren oder Strafgedichten; von Sinn- und Scherzgedichten; von dogmatischen und heroischen Poesien; von der Epopce, oder dem Heldengedicht; von Tragödien oder Trauerspielen; von Tomodien oder Lustspielen; von Opern oder Singspielen. Daß die Kritiken der Schweizer in den Diskursen der Maler, im I. 1721 u. f. so wie in der Anklage dcS verderbten Geschmackes im I. 1728, und vielleicht die Abhandlung von dem Einfluß und Gebrauch der Einbildungskraft zur Verbesserung des Geschmackes, von eben diesem Jahre, Gvttscheden zunächst veranlaßten, sein Werk zu schreiben, gesteht er in der Vorrede zur ersten Auflage, wenigstens in Ansehung der erster» Schrift, selbst; auch gedenkt er noch in der zwcytcn Auflage vom I. 17Z7 der Schweizer sehr rühmlich, und man kann also keineswcges sagen, daß das Werk Signal zu einem langwierigen Kriege war. Erst, wie Breitinger auch mit einer Critischen Dichtkunst, im I. 1740 hervortrat, und in dieser noch obendrauf Gedichte von einem lebenden Freunde Gottscheds, Trillers Fabeln, nach Verdienst bcurtheilt hatte, brach das vielleicht schon längst im Stillen glimmende Feuer aus. Gottsched äußerte nun wieder in den Bcvtr. zur erit. Historie der deutschen Sprache, Poesie und Berede samkeit sein Mißfallen an mehrern Schriften und Ideen der Schweizer; und die Schweizer fiengen ihre Sammlung Erik. Poct. und anderer geistvollen Schriften an, in D i ch D i ch ,'n welchen erst in den Nachrichten vom Ursprünge der Eritik bcy den Deutschen (atcs St. Zur. 1741. z. S. 162 u. f.) die zwcytc, und noch strenger, die bald darauf erschienene dritte Ausgabe der Gottschedischen Dichtkunst, in der neuen Vorrede (cbend. St. 6) und in den zwei) Schreiben (cbend. St. >>) behandelt wurde. Auch Joh.' G. Mcver ließ „Veur- theilungen" derselben. Haste 1747. 8. 6 St. drucken. Aber so sehr diese Herren Recht hatten, Gottscheds Werk für höchst mittel, müßig zu halten, und so gewiS schon die bloßen Ucberschriftcn der Kapitel einen Mangel an bestimmten Begriffen von der Poesie vcrrathcn: eben so sehr beweisen, meines Bcdünkcns, jene Kritiken, daß ihre Urheber selbst nicht dergleichen Begriffe hatten. Und.Dinge, welche sie ihm, als unerhört, anrechneten, z.B. die Wahl der Beyspiele, in den ersten Ausgaben, aus seinen eigenen Gedichten waren, ganz gewöhnliche, in asten seinen deutschen Vorgängern anzutreffende Dinge. Ucberhaupt hatte Gottsched nichts eigenes in der ganzen Schrift. Sie ist aus andern, auswärtigen, Schriftstellern, und höchst elend zusammen geschrieben. Indessen lehrte sie denn doch zu ihrer Zeit, daß Poesie nicht bloö in Reimcrcy besteht. Gottsched selbst machte unter der Aufschrift, „Vorübungen/' einen Auszug daraus für die Schulen; und Dommericks iLnt- »vnrfeincr VeutsckanDicktikunsi... 176z. ist auch daraus genommen.) — D. I. Brcitingers Critiscke Dicktinmsi, Worin Sie poetiscke Mnhle- rey in Absickt auf die lLrfinoung .. umersuckt.. . unS mit Beispielen erläutert rrird . .. Zur. ,740. 8. Fortsetzung Oer crit. Dickck. rvorin Vre poetiscke tNahlerei in Absickt Kuf oen Ausdruck und die Farben abgehandelt rvird. .. siebend. 1740. 8. (Des Verf. Absicht war vhnstreitig, den Begriff von Poesie, dem Wesen derselben gemäß, zu bestimmen, oder, mitsei- ncn Worten, „den Ursprung und die Natur desjenigen Ergehens, das von der poetischen Mahlercy entspringt, zu untersuchen." Unter der poetischen Mahlercy versteht er, nicht bloe den Ausdruck sondern „die ganze Arbeit der poetischen Nachahmung und Erdichtung mit allen ihren Geheimnissen und Kunstgriffen /' und Mah- leren und Dichtere» findet er nur darin verschieden, daß jene zwar schneller und kräftiger wirkt, aber dafür auch nur Gegenstände, „die dem Auge vernehmlich sind," darstellen kann, und daß diese ihre Bilder unmittelbar der Seele einprägt. Aber noch war die Aufmerksamkeit unsrec Philosophie zu wenig auf die Natur selbst gerichtet gewesen, oder vielmehr noch wurde die Philosophie zu sehr mit philosophischem System oder mit philosophischer Form verwechselt, als daß man genaue und ganz deutliche Begriffe in deni Werke erwarten dürfte. Oft ist auch die Zwc». dcutigkeit eines Wortes Schuld an einseitigen, unbestimmten schwankenden Vorstellungen; und daß das Wort, Mahlercy', hier dergleichen verursacht hat, läßt sich nicht lclugnen. Uebrigcns finden sich immer noch, obgleich das Werk sich langweilig ließt, manche gute Bemerkungen darin. Die rz Abschnitte des -ten Thciles enthalten eine Vcrglcichung der Mahlerkunst und Dichtkunst: Erklärung der poetischen Mahlercy; von der Nachahmung der Natur; von der Wahl der Materie; von dem Neuen; von dem Wunderbaren und dem Wahrscheinlichen z von der Ae- sopischen Fabel ; von der Verwandlung des Wirklichen ins Mögliche; von der Kunst gemeinen Dingen das Ansehen der Neuheit bcyzulegcn; ob die Schrift, August im Lager, ein Gedicht sc»; von etlichen absonderlichen Mitteln, die schlechte Materie aufzustützen z von der Wahl der Umstände , und ihrer Verbindung; von den Charactern, Reden und Sprüchen; und die iO Abschn. des aten Theiles handeln von dem wahren Werth der Worte und dem Wohlklang; von den Machtwörtern; von den gleichgültigen Wörtern; von der Kunst der Ucbcrsetzung; von der Würde der Wörter; von den Beymörtern; von der Schreibart insgemein; von der herz- rührcndcn Schreibart; von dem mahleri- U tt 5 sch.n t)L2 Dich D i ch schen Ausdruck; von dcm Bau und dcr Natur dcs deutscheu Verses.) — Flehr- buck pcosaisckcr und poetiscksr Wohlredenheit . . . von Joh. Äernh. Basedorv, Kvppenh. 1756. 8. (Nur drr dritte Thcil deS Werkes handelt von dcr Poesie; allein mau sieht ihm das, was Bödmet und Vrcitinger bereits darüber geschrieben hatten, und was, von den, bc» dem Art. Aesthetik angezeigten Schriften, schon damahls bey uns erschienen , oder aus andern Sprachen überseht war, wenig an. Wer sollte cS glauben, daß Basedow, zur Bildung in den schonen Wissenschaften, unter andern auch Jvchers Gclehrtcn-Lexicon empfiehlt, und daß er die Asidromache deS Euripides für eine Elegie hält? Die verschiedenen Haupt- fiücke jenes dritten TheileS handeln: von dem Wesen dcr Poesie; von allgemeinen Regeln der Dichtkunst aus dcr sVrc poe- eigne dcs Boilcau; von dcr poetischen Erfindung, Ordnung und Schreibart; von deutschen Versen; von jeder Gattung dcr Gedichte besonders; und das Gedicht überhaupt erklärte B. als „eine Rede, deren Jnnhalt, Gedanken und Ausdrückeso wohl an sich selbst, als nach einer vernünftigen Absicht dcs Verf. entweder gesangmäßig, oder vcrsemäßig, oder bevdcS zugleich sind)" Joh. Heinr. Laders . . . Anfanzszr. der schonen Wissenschaften . .. Nsa^nz 1767. z. (Auch von diesem Werke gehört nur die letztere Hälfte, von §. 170-2Z2. oder S. 444990 hieher. Ader der Jnnhalt dieser würde hier nur unnöthigcn Raum einnehmen. Mangel bestimmter Begriffe, und Mangel an Geschmack zeigen sich bey- nahc in allen. Bald ist dem Vers ein Gedicht eine Geschichte aus einer andern möglichen Welt, bald fordert er davon eine deutliche Uebcrcinstimmung mit solchen Urbildern, die in dcm Reiche der Natur anzutreffen sind; die Hhmncn der Alten setzt er mit SchepbS Thcresiade und Trillers Prinzcnraub in eine Classe; schön ist ihm, was so wohl mit der Natur der Gegenstände, als mit unserer eigenen übereinstimmt, u. d. M.)— Lehrbuch dcr schonen Wissenschaften, insonderheit dcr Prose und Poesie, von Joh. G'tth. Lsindner, Ronigsb. e. 8. 2 Th. (S. den Art. A, - — «Heinrich Brauns 2lnleit^ g , ur deutschen Dickt - und Versitunsr, L1?üncken >77, und 177L. 8- — Rurzer Linterrickt in den sckonen Wissenschaften für Frauenzimmer, Chemnitz 1771-177-. 8. -Th. (Ausgeschrieben, und schlecht ausgeschrieben.) Gckubarts Vorlesungen üdcr die schonen Wissenschaften, Augsb. 1777.8. und vermehrt, unter dcm Titel: RurzgcfasitesÄ.ehr- buck der sck. Wisi'ensck. Fest, und Leipz. 1782. 8. — Rurzer Innbegriff der Rennrnijsc und Lehrs. zurWn- sickt und Verfassung aller nothrven« digen Gattungen der Gedickte ... von Fr). Ser. Haase, München 1778. 8- — (Nicht blvs für-, sondern auch von einem wirklichen Anfänger geschrieben.) — /(or. Weskcnriedcrs . . . skrinleitnng in die sckonen Wissenschaften, zum Gebrauch s. Vorlesungen, München 1778. 8. (Unter den verschiedenen, vorher angezeigten, zu München, erschienenen Schriften über die Theorie dcr Poesie, unstreitig die bessere, obgleich sonst an und für sich nicht befriedigend. Es wird darin von den allgemeinen Begriffen dcr Poesie; von dcr Ab- thcilung der schönen Künste; von dcr Art, Dichter zu lesen, und zu nützen; vom Sylbcnmaafi; von den Figuren; von dcr Allegorie und Mythologie; von Schönheit, Grazie und Naivetät; vom Großen und Erhabenen; von der lyrischen Sichtkunst; von dcr Idylle; von der Fabel; vom Lehrgedicht; vom Sinngedicht; von der Satire, und von Romanen, aber größtcntheils, nach wenig bestimmten Begriffen gehandelt.) — iLmrvurf einer Theorie und Lutteratur Oer sckonen Wissenschaften ... von I. I. Esckcnburg, Bcrl. 178z. g. Verb, cbend. 178s. 8. und mit einer ausgesuchten Bcyspielsammlung begleitet, wovon bis jetzt 6B. erschienen sind. — Anfangs- fangszrcmde einer Theorie der Dichtungsarten von I. I. llcngel, Bcrl. 178z. 8- (Wer bedaucer nicht, daß das Werk unvollendet bleibt)) — Joh. G. Sn!?crs Theorie oerD.chrkuifii, voil Albr. Rirchinaver, Nftünclzen 1788-1789. 8. 2B. (Steht nur dcr Vollständigkeit wegen hier, weil der Titel schon sagt, daß es nichts Neues und Eigenes enthält.) Eigentliche Lehrgedichte über die Poesie überhaupt, oder ganze Poetiken in Versen besitzen wir nicht. Allenfalls läßt sich nur hieher rechnen: G. E. Lessiugs Gedicht: lieber die Regeln der Wissenschaften zum Vergnügen, besonders über die Poesie und Musik, in s. Kleinen Schriften, Deel. 175z u- f. 12. und im oten Th. s. Vermischten Schriften, Verl. >784. 8. S. >>7. und Abr. Gotth. Kästners Gedichte: über die Pflichten der Dichter allen Lesern verständlich zu scyn, und über einige Pflichten des Dichters, im (itcn Th.) s. Vermischten Schriften, Alt. >755. 8. S. 76 u. f. — — G. übrigens den vorhergehenden, und den Art. Aesthctik. Aichkungskraft. (Schöne Künste.) Aas Vermögen, Vorstellungen von Gegenständen der Sinnen und der innen: Empfindung, die man nie unmittelbar gefühlt hat, in sich hervorzubringen. Jeder Mensch besitzt dieses Vermögen mehr oder weniger, und vielleicht ist niemand, der nicht nach dem Beyfpiel der Dinge, die er empfunden oder erfahren hat, andre, die gar nicht vorhanden sind, sich einbilde; aber den Künstlern ist sie in einem vorzüglichen Grad nothwcndig. Da sie uns die sinnlichen Gegenstände nicht eben so vorstellen, wie sie dieselben aus der Erfahrung haben, fondern so, wie sie dieselben zu einer desto lebhaftem Würkung gern empfunden hatten: so müssen sie einen ziemlichen Grad der Fertigkeit haben, solche Gegenstände nach ihren Absichten zu bilden. Auch müs- sen sie Dinge, die nicht sinnlich sind, unter ahnlichen sinnlichen Gestalten darstellen, um das, was der Verstand schwer oder nicht lebhaft genug fassen würde, vermittelst der Einbildungskraft lebhaft zumachen: sie müssen also sinnliche Gegenstände, die genaue Abbildungen nicht sinnlicher Vorstellungen sind, erdichten können. Unter den Künstlern hat der Dichter dieses Vermögen im höchsten Grad nöthig, weil er den weitesten Umfang der Vorstellungen zu bearbeiten sucht, und besonders auch dcßwcgen, weil er niemals für die Sinnen, sondern für die Einbildungskraftarbeitet; daher er denn schlechterdings nöthig hat, Gegenwände zu erdichten, die der Einbildungskraft sinnlich darstellen, was auf die unmittelbarste Weise sich blos auf den Verstand bezieht. Es ist also nicht ohne Grund geschehen, daß ihm in unsrcr Sprache der Namen Dichter vorzüglich beygelegt worden, ob er gleich auch andern Künstlern zukommt. Durch die Dichtungskraft bekommen abgezogene und schwere Begriffe ein körperliches Wesen, wodurch sie lebhaft und leicht faßlich werden; durch sie bekommen Charaktere, Sitten, Handlungen und Begebenheiten den höchsten Grad der Wahrscheinlichkeit, indem jedes einzelne dadurch in sein rechtes Licht gesetzt, und die Wahrheit des Ganzen augenscheinlicher wird. Denn das, was würk- Iich geschieht, ist, wie schon Aristo, teles angemerkt hat, nicht immer das wahrscheinlichste; es läßt uns im Zweifel entweder über die Beschaffenheit der Sache, oder über ihre Ursachen; auch ist es nicht immer das, was in seiner Art die stärkste Würkung auf uns macht. Durch glükliche Erdichtungen hat Homer in der Person des Ulysses einen vollkommen 584 D i ch kommen weisen und in allen Anschlagen richtig handelnden Mann, in der Person des Achilles einen unüberwindlichen Helden, abgebildet. Durch die Dichtungskraft haben wir die lebhaftesten und reizendsten Vorstellungen, von der Seligkeit^ des gottesfürchtigen und unschuldigen Lebens der Patriarchen, von der Elükseligkeit des goldnen Weltal- tcr. ; durch sie schreken uns die fürchterlichen Vorstellungen von der Hölle, die der Gottlose in seiner Seele herumtragt; durch sie wird das geistliche Wesen der Dinge uns sichtbar *). Der Dichtnngskraft haben wir die großen und erhabenen Formen des Pdisias und andrer griechischer Künstler, die erstaunlichen Charaktere in einigen Trauerspielen des Sha- kespear, die reizenden Muster der Tugend in den Schriften des Ri- cbardsons zu danken. Man weiß aus der Erfahrung, daß erdichtete Gegenstände in Werken, des Ge- schmaks gerade so rühren, als wenn sie würklich vorhanden gewesen waren, und daß ein Roman uns eben so interessirt, als wenn alle seine Erzählungen würklich geschchencDin- gc zum Grund hätten. Sobald die Erdichtung wahrscheinlich ist, so begreifen wir die Möglichkeit der erdichteten Sache. Stellt die Erdichtung einen Charakter, eine That, eine moralische Handlung vor, so ist es eben so viel, als wenn man uns auf eine andre Weise deutliche Begriffe von diesen Sachen gegeben hätte; wir sehen daraus, wie Menschen denken, empfinden und han- deln können. Dieses ist eben so viel, ») da tsvols e I'egsl- «Zell? coie trzz- wrmsco in dumsw cN s Iz ve- ric» crsvcltics in tcmbian?s popolare: xarckic il clü coi'po ä i concerri, x con snimzi- I'jnsentüw, eg gvvolz?o gi coip» lo tpi/iio, convcrre in un- wsxini vilibili Io conccmp>g?ions Lcci. tsve ci^IIs ßsotoplnz. Lrsvin» l,. I. csp. D i ch als ob wir die würkliche Erfahrung davon hatten. Sind es gute Muster, welche die Erdichtung uns dargestellt hat, so erwckcn sie eben die Bewunderung, eben den Trieb sich auf diese Vollkommenheit zu schwingen , als wenn die Sachen würklich vorhanden wären. Sind sie böse, so crweken sie eben den Abscheu, als die Wirklichkeit. Stellt uns die Erdichtung Begebenheiten vor, so erkennen wir, was geschehen konnte, und dieses reizt unser Verlangen, un- sre Bewunderung, unfern Abscheu, eben so gut, als wenn die Sachen geschehen wären *). Die Dichtungskraft ist eine Eigenschaft der Einbildungskraft, und ist desto ausgedehnter, je lebhafter diese ist. Wem die Natur sie versagt hat, der kann den Mangel durch keinen Fleiß ersetzen. Aber wie alle Vermögen der Seele durch Ucbung verstärkt werden, so kann man auch in der Dichtungskraft eine größere Fertigkeit durch die Ucbung erlangen. Durch diese gewöhnt man sich an, jeden Gegenstand, der uns vorkommt, erst genau zu betrachten, denn einiges darinn anders zu denken, Umstände davon zu lassen, oder hin- zuzuthun, und so entstehen erdichtete Gegenstände. Je mehr man nun erfahren hat, je leichter wird die Erdichtung. So wie einer, der eine große Anzahl Maschinen gesehen hat, .deswegen leichter eine neue erfinden kann, weil er eine große Menge hiezu dienlicher Begriffe und Verbindungen im Kopf hat, so kann der, welcher die größte Erfahrung hat, auch leichker Erdichtungen machen. Aber diese Dichtungskraft ist nur alsdcnn wichtig, wenn sie von einem scharfen Verstand unterstützt wird, ohne welchen sie gar leicht ins Aben« thcuer- S. Thellnchimmg z Wahrscheinlichkeit; Täuschung. D i ch theuerliche ausschweift. Damm muß in der Seele des Künstlers der Verstand eine völlige Herrschaft über die lebhafteste Würksamkeit der Einbildungskraft behalten. Man kann jungen Künstlern nicht oft genug wiederholen, daß sie ihre größte Bemühung auf die Schürfung des Verstandes und eines gesunden Urthcils anwenden, weil nur dadurch die Erdichtungen in der Anlage und Erfindung wahrscheinlich und der Natur gemäß, in ihrer Würkung aber wichtig werden können. -H- -K- Bb. Ron!!, lle poccic- ksculcsce, IUb.II. Ven. 1608,8.— TetcnsPhilos. Wcrs. Leipz. >777.8. V. I.XV. S. >>;. — Platncrs Aphorismen I. §. -7» u. f. §. qzo u. f. Aufl. von 1784. — Dichtsaulig. (Baukunst.) Diejenige von den in der alten Baukunst gebräuchlichen fünf Arten, die Säulen an einem Gebäude zu stellen, nach welcher sie am dichtesten oder engesien aneinander kamen *). Nach dein Virruviun kommen bey dieser Bauart die Azen der Säuleu fünf Model weit auseinander, so daß der Raum zwischen zwey Säulen- siämmen drey Model oder andert- halbe Saulendike weit wird. Wenn man in den Gebäuden blos auf die Festigkeit sehen wollte, so dürfte man die Säulen nie so nahe aneinander setzen; es ist also zu vermu- thcn, daß die Alten bei) dichtsäuli- gen Gebäuden eine andre Absicht, als die Festigkeit gehabt haben. Man empfindet in der That bey Betrachtung eines Gebäudes, um welches eine dichtsäulige Laube herumgeht, vielleicht wegen der dadurch verursachten Dunkelkeit, etwas feyer- *) S. Säulenstellung. D i e 6U5 liches, wie in einem dichten Wald. Also schikt sich diese Bauart vorzüglich zu Tempeln. Doch scheinet sie auch das Gefühl von Pracht lind Neichthum zu vermehren. Perranlc merkt sehr wol an, daß sich diese Art besser für die hohen und feinen Ordnungen, wie die, corinthische ist, als für niedrigere und stärkere schiket. Dielenköpfe. (Baukunst.) Sind Zierrathen, welche bisweilen an dem dorischen, auch wol an andern Gcbälken gerade unter der Kranzlcistc angebracht werden. Sic kommen an die Stellen, wo sonst in der corinthischen und in der römischen Ordnung die Sparrenkopfe oder Modillion stehen. Und wie diese als die herausstellenden Enden der Dachsparren können angeschen werden, so kann man die Dielenköpfe für herausstellende Dielen halten; deßwegen sie weniger dik oder hoch sind, als die Sparrenköpfe. Man sehe die Zeichnung im Art. Gebälke. In der Baukunst der Alten kommen sie nicht vor. Bey den Dielenköpfen muß, wie bey allen Zicrrathen dieser Art, den Drepscblilzen, Sparrcnkopfcn und Fahiiscknittern, die wesentliche Regel beobachtet werden, daß allezeit einer mitten auf jede Säule oder jeden Pfeiler treffe *). Dieses kann aber nicht bey jeder Säulenweite geschehen, es sey dann, daß jeder Die- lcnkopf einen Model breit, und die Zwischentiefen, oder der Raum von einem Diclenkopf zum andern, auch einen Model weit seyen. Einige Baumeister verzieren die Dielenköpfe mit Tropfen, die an der Unterflache derselben hangen. Dt'esis. *) S. Dmschltg. 0Lü Die Di 6 D i s Diesis. (Musik.) Ä?ar bey den Griechen der Name eines kleinen Intervalls, dessen Große aber verschiedentlich angegeben wird. Aristoxsnus, der in seiner Einbildung den ganzen Ton in drei) oder auch in vier Intervalle thcilre, nennte den vierten Theil desselben, (also nach unsrer Art zu reden den Ton, der mitten zwischen L und Eis fiele) eine cnharmonische Diesis, den dritten Theil die kleine chromatische Diesis, den halben Ton aber die große Diesis. Von dieser letzten Bedeutung kommt es, daß die Neuern an einigen Orten dem Zeichen x, das die Deutschen insgemein ein Rreuz nennen, den Namen Diesis geben, weil es die Note, vor welcher es sieht, Ulm einen halben Ton erhöhet. So werden in Frankreich die Tone, die Wir Eis und vis nennen, Dt-llielis oder äisle und Re. illelö genennt. D i s. (Musik.) Der Name der vierten Sayte unsrer heutigen diatonisch-chromatischen Tonleiter. Ihre Lange verhalt sich zu der Lange der Sayte E wie zu i. Sic macht also gegen E eine merklich unter sich schwebende kleine Terz aus, wird aber ansiatt der reinen kleinen Terz zu L moll gebraucht. Eben diese Sayte wird als die große Terz zu kl gebraucht; sie schwebt aber merklich über sich, indem ihrVcrhaltniß^T anstatt? ist. Endlich wird sie auch selbst als ein Gruudton gebraucht, aus welchem sowol in der harten als in der weichen Tonart kann gespielt werden. Dis moll kommt aber sehr selten vor, weil es sehr schwer ist, daraus zu spielen. D i s c a tt t. (Musik.) Eine der vier Hauptgattungen, in welche die menschliche Stimme in Ansehung ihrer Höhe eingetheilt wird, und zwar die höchste, welche nur Kinder, oder die weibliche Kehle, oder Casiraten erreichen. Diese Stimme wird deswegen von den Italienern 8oprano, und von den Franzosen Is vssius, die oberste genennt. Hiernachst nennt man auch den für diese höchste Stimme gesetzten Gesang den Discant, dem man auch im Schreiben der Noten die oberste Stelle giebt. Man unterscheidet aber in der Diskantstimme wieder zwcy Mittclarten, die der hohe und der tiefe Sopran genennt werden. Dieser letztere scheinet wegen der Falle des Tones vor dem andern einen Vorzug zu haben. Es laßt sich aus dem Namem dieser Stimme, der eigentlich so viel als einen zweyten Gesang bedeutet, muthmaßen, daß in den alten Zeiten der Gesang nur einstimmig gewesen, und daß gcschikte Sänger, die diese Stimme mitsingen sollten, durch ein natürliches Gefühl der Harmoniegeleitet, eine andre in har- monircnden Intervallen dazu gesungen haben ch, daß hernach dieses die Tonsetzer aus die Gedanken gebracht hat, zwey oder noch mehr Stimmen zugleich singen zu lassen, woraus denn *) Deutlich erhellet dieses aus folgender Stelle des Iobann von Muris, die Rousseau in seinem Wörterbuch unter dem Wort vilcanr anführet. , qni llmul cum uno vcl pluiilms chilciccr canrsr, nc cx MitmÄis tuniz idnus unus Kiir, iw» »»-'inte con- Diese con- cvrs mixrio zeiget deutlich das, was mir ikt Harmonie nennen, an. Wie denn das, was mir ltzt Consonan; nennen, ehedem Cvncvrdanz genennt worden ist. D i s denn endlich der harmonische vielstimmige Gesang einstanden und dnrchgehends eingeführt worden. Der Discant ist überall, wo er vorkommt, die Hauptstimmc, weil er die höchste ist; folglich muß der Setzer allemal auch den größten Fleiß auf denselben wenden. Wenn er sich gehörig ausnehmen soll, so müssen die sogenannten vollkommenen Consonanzen, nämlich die Octav und die Quinte, so viel möglich darum vermieden werden, damit sich dieser oberste Gesang desto besser ausnehme. Da ferner die höchsten Töne weniger nachklingen als die tiefcrn, so ist es der Natur dieser Stimme ganz gemäß, daß sie mehr kurze Noten, oder sogenannte Diminutioncs habe, als jede andre Stimme, insonocrheit in Tonstüken für solche Instrumente, die den Ton nicht anhalten können. Es ist ohnedem der Natur gemäß, daß höhere Stimmen schneller reden und singen, als tiefe, welche durch ein zu geschwindes Fortschreiten von einem Tone zum andern eine Verwirrung verursachen würden Zins eben diesem Grunde schiken sich alle Ztrlen der mclismatischen Auszierungen, die Setzer und Sänger anzubringen pflegen, in diese Stimme am besten, die wegen ihrer Höhe weder der lieblichen Bedungen, noch der sanften Schleifungen und andrer zumNachdruk gehörigerVcr- änderungen, wodurch die tiefere Töne oft so sehr reizend werden, in dem Grad fähig ist, als andre Stimmen. Dissonanz. (Musik.) Aach dem Ursprung des Worts bedeutet es einen Klang, in dem man zwey sich nicht sanft genug vereinigende Töne unterscheiden kann; also einen Klang, deines an gehöriger Har- ") S. Theisimg. D i s bkj? monie fehlt, oder das Gegentheil der Coiisonanz. Wie aber das Consoni» reu nichts absolutes ist, sondern von der vollkommenen Harmonie zweyer im Unisonns gestimmten Samen all- mahlig abnimmt, bis man endlich zwischen den zwey Tönen mehr einen Streit, als eine Uebereinstimmung empfindet; so laßt sich nicht mit Genauigkeit sagen, wo das Consoniren zweyer Töne aufhöre und dasDisso- niren anfange, wie bereits im Artikel Scmfonan) ist erinnert worden. Damit die für die Musik wichtige Materie von den Dissonanzen deutlich und gründlich abgehandelt werde, soll erstlich der BegrissderDissonanz, so genau als es sich thnn läßt, fest gesetzt, hernach die in der heurigen Musik vorkommenden Dissonanzen angczciget, zuletzt aber, wie dieselben zu brauchen und zu behandeln sind, gelehrt werden. So wie die Harmonie oder das Consoniren aus einer solchen Uebereinstimmung zweyer Töne entsteht, die sie in einen Klang vereiniget, in dem man die Verschiedenheit der Töne ohne Widrigkeit fühlt, so einsteht das Dissonircn ans einer gewaltsamen Vereinigung zweyer Töne, die einander zu widerstreiten scheinen. Man merkt nicht nur die Verschiedenheit der beyden Töne in dem Klang, sondern zugleich etwas widriges, das ihrer Vereinigung entgegen ist. Dabey ist dieses oszenbar zu fühlen, daß diese Widrigkeit zunimmt, je naher die beyden Töne in Ansehung ihrer Höhe an einander kommen. Nur wenn sie sich so nahe kommen, daß man sie für einerlei) hält, so wird das Dissonircn in ein völliges Harmoniren verwandelt. Läßt sich hieraus nicht abnehmen, daß das Dissonircn ans etwas Widersprechendem in der Empfindung entstehe? Wenn diejenige Dissonanz die widrigste ist, in welcher die beyden Töne in Ansehung der Höhe nur wenig ci88 D i s wenig aus einander sind, so scheinet es, daß das Urthcil gelenkt werde, sie für einerlei) zu halten, da die Empfindung das Gcgentheil fühlen, und in so fern in dem Klang eine Unvoll- kommenheit empfinden laßt. Darin» scheinet dasDissoniren etwas ahnliches mir der Widrigkeit zu haben, die wir allemal bcy den Sachen empfinden, die das nicht sind, was sie nach unscrm Unheil seyn sollen. Man kann für gewiß annehmen, daß wir die verschiedenen Höhen der Tölweben so klar empfinden, als wir die Verschiedenheit in der Lange an neben einander liegenden Linien sehen. Darinn liegt derGrund der gar nicht neuen Beobachtung, daß man die Consonanzen und Dissonanzen aus dem Verhältnis der Zahlen beurthei- lcn könne. Wie wir nun bei) zwei) neben einander liegenden Linien mit Leichtigkeit entdeken, daß die eine nur die Hälfte, oder zwei) Drittel, oder drei) Viertel der andern scy, und indem wir dieses entdeken, uns gar leicht bcyde in einer vereiniget, und dennoch jede besonders und in bestimmter Verhältnis gegen die andre vorstellen können, so ist es auch mit den consonircnden Tönen beschaffen. So bald aber zwey neben einander liegende Linien beynahe gleich groß sind, so daß wir die Lange, um welche die eine die andre übertrifft, gegen das Ganze nicht mehr abmessen, und also nicht sagen können, die kürzere sei) um ff oder ff oder ff kleiner, als die längere, so sind wir geneigt zu urrhcilcn, sie sollten gleich seyn, alsdann macht der offenbare Augenschein, daß sie es nicht sind, eine widrige Würkung auf uns. Wenn diese Bemerkungen wahr sind, und sie scheinen es in der That zu seyn, so folget daraus, daß das Dissoniren zwcyer Töne eigentlich darinn liegt, daß man in dem aus Heyden zusammengesetzten Klang etwas widersprechendes empfindet, und D i s einer der Heyden Töne daS nicht ist, was er einem dunkeln Urthcil nach seyn sollte. Indem wir L und v zwey nahe an einander liegendeTöne zugleich hören, so entsteht aus ihrer nahen Uebereinkunft das dunkle Ur- theil, daß sie gleich hoch seyn sollten; die Empfindung aber widerspricht diesem Urtheil. Dieses Empfinden wird noch lebhafter, wenn wir L und Eis zugleich hören, weil das Urthcil, daß bcyde einerlei) Ton seyn sollten, noch gewisser wird. Es zeiget sich hiebey noch ein Um- stand, der diese Muthmaßungen merklich bestätiget. Man kann die ganze diatonische Tonleiter Ll, I), C, kl, c, herauf und herunter singen, ohne das geringste widrige darinn zu empfinden. Warum haben zwey nahe an einander liegende Töne L und v, wenn sie ans einander folgen, nichts widriges; und warum haben sie es nur , wenn sie zugleich gehört werden? Ist es nicht deßwegen, weil man im ersten Falle gleich merkt, daß es verschiedene Töne seyn sollten; im andern aber ur- theilet, sie sollten einerlei) seyn? Hieraus aber würde die Erklärung, die wir vom Dissoniren gegeben haben, ihre völlige Bestätigung bekommen. Ohne Zweifel fallt jedem, der dieses liest, dabei) diese Folge ein, daß nach dieser Erklärung keine Töne gegen einander dissoniren, als die, welche um weniger als eine Terz auseinander sind, weil bekannt ist, daß die Terz nichts widriges mehr hat. Und daraus wird man einen Einwurf gegen unsre Erklärung dcs Dissonircns machen. Man wird sagen, daß verschiedene von allen Harmonisten für Dissonanzen erkannte Intervalle vorkommen, die größer sind als die Terz, wie die falsche Quinte, die Septime und die Rone, die unmöglich deßwegen widrig klingen, weil man sie mit dein Grundtone, mit dem D i s dcm sie zugleich klingen, für einerlei) zu halten versucht wird. Dieser Einwurf läßt sich leicht heben. Man muß nur die Beobachtung vor Augen haben, daß jeder Grundton auch das Gefühl seiner Octave, und, wiewol etwas weniger merklich, seiner Quinte erwekt. Die Septime dissonirt nicht gegen den Grundton, sondern gegen die Octa- ve, der sie zu nahe liegt. Aus eben diesem Grunde wird die Quarte, die sonst alle Eigenschaften einer vollkommenen Consonanz hat, verdächtig, weil sie der Quinte zu nahe kömmt. Warum dieses bey der Sexte, bie der Quinte eben so nahe liegt, nicht geschehe, ist freylich nicl>d klar genug. Vielleicht vermag die schöne Harmonie dcrQuarte, welche die Sexte vom Grundtone mit der Terz desselben macht, daß das, ohnedem nicht starke, Gefühl der Quinte noch mehr verdunkelt wird, und die Sexte also nichts widriges hat. Dieses sey von der Natur der Dissonanz gesagt. Es folget hieraus, i) daß jedes Intervall, das um weniger, als eine Terz vom Grundton oder dessen Octa- ve absteht, dissonire. s) Daß ohne Rüksicht aufdcn Grundton oder dessen Octave zwey Töne, die um weniger als eine Terz auseinander liegen, wenn gleich jeder für sich mit dem Grundton consonirt, dennoch unter sich dissonircn. Aus dem ersten Schlüsse erkennen wir, daß die Sccunden und Septimen des Grundtoncs, in Absicht auf diese und auf seine Octave, die eigentlichen Dissonanzen seyen; aus dein zweytcn aber, daß, wo Terz und Quart, Quint und Sexte zugleich vorkommen, wenn sie gleich bcybe gegen den Grundton oder seine Octave cousoniren, eine von Heyden eine Dissonanz sey. Thut man nun noch hinzu, daß jeder Ton, der das lebhafte Gefühl einer mit dem Grundton enge verbundenen Consonanz er- öerjrcr Theil. D i s 689 wekt, dcm er selbst sehr nahe liegt, gegen diese dissonire, so begreift man auch deutlich, warum die falsche Quinte diyonirt; weil sienanllich das Gefühl der wahren Quinte erwekt. Wir haben nunmehr zu untersuchen, wie der Gebrauch der Dissonanzen in der Musik aufgekommen ist. Nachdem der mehrstimmige Gesang eingeführt worden , fanden sich auch nach und nach die Veranlassungen dazu. Die natürlichste scheinet die Ausfüllung der Intervalle, durch welche eine hohe Stimme ihren Gesang fortführte. Jedermann fühlt, wie natürlich es ist, wenn der Gesang um eine Terz steigt oder fällt, durch die Secunde in die Terz zu steigen oder zu fallen. Wenn aber die tiefere Stimme inzwischen ihren ordentlichen Gang behalt, so werden die Töne, die man im Durchgang berühret, nothwcndig gegen sie dissonircn. Fast eben so natürlich ist es auch, daß man anstatt einen Ton zweymal hinter einander, wie die Melodie es crfodert, anzugeben, auf den zweytcn durch einen Vorschlag, von dem halben Ton über oder unter ihm komme, da denn dieser Vorschlag ebenfalls eine Dissonanz ausmacht. Man sehe folgendeBeyspiele: 690 D i s Hier ist allemal auf der guten Zeit des Takts die Harmonie völlig con- sonirend; nur in dcm Uebergang von der ersten Zeit des Takts auf den zwcyten kommen in den ober» Stimmen Töne vor, die gegen die Grund- stimme, die inzwischen liegen bleibet, dissoniren. Da diese Durchgange dem Gesang natürlich sind, so brauchte man sie, ob sie gleich mit dein Baß dissonirend gefunden wurden. Wegen der Geschwindigkeit des Ucbergangcs wird die consonircnde Harmonie nur einen Augenblik unterbrochen, und sogleich ans den folgenden Schlag mit einer doppelten Annehmlichkeit wieder hergestellt. Diese Art der Dissonanzen scheinet die erste zu seyn, auf die man gefallen ist. Man nennet sie itzt durchgehende Dissonanzen. Sie sind aber von zweycrley Art. Entweder stehen sie auf der guten Zeit des Takts, und kommen den Consonan- zen, in die sie in der schlechten Zeit eintreten, zuvor, und werden als- denn rvechselnoten genennt; oder sie fallen auf die schlechte Zeit des Takts, und gehen m der folgenden guten Zeit in Consonanzen über; jene sind etwas harter als diese*). Eine solche Dissonanz kann in der nächsten Zeit über sich oder unter sich treten, wie im ersten und zwcyten Beispiel zu sehen ist. Damit aber das, was solche Durchgange würklich im Gesang angenehmes haben, durch das Dissoniren nicht verdorben werde, so müssen die dissonirende Töne schnell durchgehen, und in der nächsten Zeit des Takts muß die consoni- rende Harmonie wieder hergestellt seyn. Kommen sie im gemeinen oder langsamen Takt vor, so können sie nicht langer als ein Achteltakt, beym Allabrevc oder der geschwinden Bewegung aber, nicht langer als Viertel seyn. Sonst sind dlesc durchgehende Dissonanzen keiner andern Re- *) S. Durchgang. D i s gel unterworfen; weder sie selbst sind an einen völlig bestimmten Gang gebunden, (wie in dem ersten und zwcyten Beyspicl zu sehen, wo die Quarte das eine mal zurük in die Terz, das andre mal in tue Quinte tritt,) noch wird der Baß durch sie m seiner Fortschreitung gchemmet; also behalten in dem angeführten Beyspicl sowol die obern Stimmen chls der Baß, jede gerade den Gang, den sie, wenn diese durchgehende Dissonanzen weggeblieben waren, würden behalten haben. Daher kommt es auch, daß dergleichen Dissonanzen nicht in Betrachtung kommen, wenn von den Regeln die Dissonanzen zu behandeln die Rede ist. Wollte man aber solche Durchgange länger anhalten, zumal auf guten Zeiten des Takts, wo die Töne einen Accent oder Nachdruk bekommen, so würde das Dissoniren schon so empfindlich seyn, daß man gezwungen würde der Harmonie einen bestimmten Gang zu geben, wodurch die Unordnung wieder gut gemacht würde. Dieses wird aus folgendem Beyspicl klar werden: TS— r-— t- Man kann zu den hier angezeigten obern Stimmen den Baß aus mehr als einerlei) Art setzen. Nach dem Accord 0 bey a kann man im Basse L oder kl nehmen, um hernach in L zu schließen. Hat man aber, wie bey b, auf dem zweyten Schritt der obern Stimmen im Basse den Ton O einen Vicrteltakt liegen lassen, und dadurch das Dissoniren empfindlich gemacht, so ist nun kein ander Mit- tt. D i s D i s 691 tel diese Unordnung wieder gut zumachen, als daß man den Baß um einen Grad unter sich treten lasse. Dadurch wird der dissonireude Daßton L zu einem Vorschlag, der die Harmonie nur eine Zeitlang aufgehalten, und dadurch ein Verlangen nach ihr crwekt hat, welches auf der nächsten Zeit des Takts würflich »befriediget wird. Jeder andre Gang des Basses würde anstößig feyn. Diese Art der Dissonanz ist also eine Verzögerung oder Aufhaltung einer Harmonie, die das Ohr erwartet, und die durch die Aufhaltung einen größern Reiz bekommt. Es liegt, wie leicht zu sehen ist, in der NacurdieserDisfonanz, daß sie schon zum voraus das Gefühl der Conso- nanz mir sich führet, folglich, daß sie ganz nahe an derselben liege, und nur einen kleinen Schritt dahin zn thun habe. Es ist also nothwendig, daß sie in der nächsten Harmonie diesen Schritt thue. Dieses ist also der Ursprung einer zweyten Art der Dissonanzen, die man Vorhalte oder Verzögerungen nennt, und die schon strenger» Regeln, als die durchgehenden Dissonanzen, unterworfen sind *). Man hat gemerkt, daß sie gar zu hart waren, wenn sie ohne alle vorhergegangene Veranlassung eintraten. Wenn man von dem vorhergehenden Beyspiel den Baß so setzen wollte: 5 2 t-j H -s so würde der dissonirende Ton Lohne alle Veranlassung, als ein fremder, nicht hiehcr gehöriger, widriger Ton eintreten, von dessen Erscheinung gar kein Grund anzugeben ist. Dergleichen plötzliche Unordnungen sind dem natürlichen Zusammenhang unfrcr Vorstellung zuwider. So aber, wie 5) Vorhalt; Nene; Quarte. der Baß bey k> steht, da der dissonireude Ton L in der vorhergehenden Zeit des Takts schon vorhanden gewesen, und feine Fortschreitung nur verzögert, da inzwischen die obern Stimmen ihren Gang fortsetzen, merkt das Ohr, daß die'aus der Verzögerung entstehende Unordnung bald kann gehoben werden. Daraus sah man, daß dergleichen dissonireude Vorhalte nur dann könnten angebracht werden, wenn sie in der vorhergehenden Harmonie schon vorhanden gewesen, oder, wie man sich insgemein ausdrukt, gc- legen haben. Also crsodcrt diese Dissonanz zwei) Bedingungen: sie muß vorher liegen, und hat nachher ihre genaue bestimmte Fortschreitnng; das heißt in der Kunstsprache: sie muß vorbereitet seyn und ausgelöst werden. Die Vorbereitung besteht darum, daß sie in dem vorhergehenden Accord, als cine Consonanz da gewesen; die Auflösung aber darin», daß sie in die con- sonircnden Töne übergehe, an deren Stelle sie steht, oder deren Eintritt sie aufgehalten hat. Von diesen Dissonanzen ist noch zu merken, daß sie ihrer Natur nach, um sich von blos durchgehenden Dissonanzen zu unterscheiden, und zugleich die Erwartung der darauffolgenden Consonanz desto lebhafter zu erweken, auf die guten oder nachdrük- lichen Zeiten des Takts fallen, und sich auf den schlechten Zeiten auflö- sen *). Indem sie aber auf die gute Zeit des Takts fallen, und vorher schon müssen gelegen haben, so entstehen daher die Bindungen. Dieses und was von ihrer Vorbereitung und Auflösung angemerkt worden, wird aus der unten beygefügten Tabelle Xx 2 der *)'.Es giebt aber einige Fälle, da ihre Auflösung bis in die folgende gute Zeit, oder bis in den folgenden Takt verzögert wird, wovon im Artikel None und G-uarte Bchspicle vorkommen. 692 D i s D i s der Dissonanzen noch deutlicher wer» den. Wir merken von diesen Dissonanzen nur noch dieses an, daß wir ihnen in diesem Werk den Namen der zufälligen Dissonanzen gegeben haben, weil sie nur eine Zeitlang die Stelle der Consonanzcn, in welche sie eintreten, einnehmen, und sonst in dem Fortgang der Harmonie nichts ändern. Durch diesen Namen unterscheiden wir sie von den Dissonanzen, von welchen sogleich soll gesprochen werden, die wir rvesenrliche Dissonanzen nennen. Diese dritte Gattung der Dissonanzen können deßwegcurvcscnrlicke gencnnt werden, weil dieselben nicht wie die vorhergehenden, blos eine Zeitlang die Stellen der Consonanzcn, in die sie ubergehen,, einnehmen, sondern eine ihnen eigene Stelle behaupten, und den consonircndenAc- cordcn hinzugefügt oder eingemischt werden. Den Ursprung des Gebrauchs dieser Dissonanzen hat der Herr oÄlem- berr auf eine sehr natürliche Weise erklart, indem er angemerkt, daß sie allemal auf der Dominante eines Durtons, in welchem man schließen will, norhwendig werden. Folgende Beyspiele werden dieses deutlich machen: ^ n— I > z r-Z—l- l 7 O I O 1 Man setze, daß inan in (l dur auf der Dominante den Drepklang zur Harmonie genommen habe, wie hier bcy , und 2, von da aber in dem Haupt- ton L schließen wolle: so wird man lelcht begreifen,^ daß die Septime nothwendig müsse zu Hülfe genommen werden, um die Harmonie nach dem Hauptton zu lenken. Denn ohne diese Septime ist nichts vorhanden, das das Gehör nach dem Schluß in L lenkt; man kann in stehen bleiben, oder von da hingehen, wo man will, weil ein völlig consonirender Ac- cord die Fortschreitnng der Harmonie ganz unbestimmt laßt. Ferner ist auch offenbar, daß man bey dem Dreyklang aufL ungewiß ist, in welchem Haupttone man sich befindet, indem diese Harmonie sowol der Dominante des Tons L dur, als dem Ton S als Hauptton zukommt. Diese doppelte Ungewißheit oder Unbestimmtheit in Ansehung der Harmonie und Fortschreitung wird gehoben , sobald man eines der Intervalle des Dreyklanges verlaßt, und die Septime dafür nimmt. Denn diese laßt das Gehör nicht langer nn Zweifel, daß der Accord, den man Hort, der Accord auf der Dominante des Haupttones L dur scn, weil der Hauptton 6 dur in seiner Tonleiter nicht b"> sondern b"is hat. Eben so würde man im dritten Bcy- spicl, indem man auf den Accord kommt, den Ton b' aus dem vorhergehenden Accord liegen lassen, um den Accord auf 6, als den Accord auf der Dominante des Hauptrones L dur zu bezeichnen. Da nun aber diese hinzugefügte Septime stark dis- sonirt, so entsteht die Nothwendig- keit, sie in der nächsten Harmonie in eine Consonanz übergehen zu lassen. Weil nun der Schluß in den Hauptton geht, dessen Quarte die Septime der Dominante ist, so tritt sie natürlicher Weise einen Grad unter D i s ter sich in die Terz des folgenden Grundtones. Diese Dissonanz wird in den verschiedenen Umkehrungen des Septi- menaccords bald zurOuiute, bald zur Terz, bald zum Grundton wie aus der Tabelle, wo zugleich die Vorbereitungen und Auflösungen dieser wesentlichen Dissonanz deutlich angezeigte sind, zu sehen ist. Dieses sind also die drey Arten der Dissonanzen, und die Gelegenheiten oder Veranlassungen, durch welche ihr Gebrauch eingeführt worden. Die zweyte Art oder die Vorhalte dienen, chic consonirende Harmonie aufzuhalten, um das Verlangen nach derselben zu erwekcn, zugleich aber haben sie, vermittelst der Bindungen, aus den Gang des Taktes einen Einfluß, indem sie die Takte in einander verschlingen, und dadurch die Aufmerksamkeit unaufhörlich reizen. Die dritte Art, nämlich die wesentlichen, hindern die Ruhe, die man sonst bey der Harmonie des Drcy- klanges finden würde, leiteil das Gehör nach dem Schlüsse auf der nächsten Harmonie, und können, wenn sie in verschiedenen hintereinander folgenden Accoi den angebracht werden, die Empfindung in einer langen Erwartung halten. Also kann man überhaupt sagen, daß die Dissonanzen viel Lebhaftigkeit in die Musik bringen, und wichtige Hnlfsmittel zum guten Ausdruk sind; da sie enge Verbindungen, Aufhaltungen, Verwiklungcn, Envar- tungen und Täuschungen des Gehörs erwekcn. Endlich ist noch ein Fall zu bemerken, wodurch bisweilen bey Ausweichungen auch Dissonanzen von einer besonder» Art entstehen, nämlich die übermäßigen Intervalle. Nichts ist geschiktcr einen Ton an- Mündigen, als das 8ubiemitc>. liium desselben, oder seine große *) S. Septime. D i s 69, Septime. Wenn man dabcr ganz schnell in einen Ton hineintretcn will, so kann dieses füglich dadurch geschehe», daß man in dem vorhergehenden Accord plötzlich seine große Septime als einen fremden Ton hören läßt; daber entstehen die übermäßigen Dissonanzen, wovon die Bcyspiele in der folgenden Tabelle zu sehen sind. Tabelle der Dissonanzen, m welcher ihre Verhältnisse und ihr Gebrauch deutlich zu erkennen sind. I. Die übermäßige Prime und in der Umkchrung sie verminderte Gcrave. Sie ist eigentlich der Unterschied zwischen der großen und kleinen Terz, folglich nach ihrem reinen Verhältnis; Z4; kommt aber in unserni System in vielerlei) Verhältnissen vor. uA- 1. - — Mi l Die bcyden letzten Arten sind zu groß, um als übermäßige Primen gebraucht zn werden; das Ohr empfindet die kleine Secunde. Diese Dissonanz wird gebraucht >) durchgehend in den obern Stimmen; da man die natürliche Octave oder Prime in einem Accord bey liegendem Basse verläßt, und sie um einen halben Ton erhöht nimmt, um Tx z dadurch, dadurch, als durch ein 8udismito- niuiu in den nächsten Ton darüber zugehen, als: II. Die kleine Sccunde, und in der Umkebrung die große Septime. Sic macht den halben Ton aus, so- wol den großen, als den kleinen, und kommt in viererlei) Verhältnissen vor. 16 i l-D 6 ^ !^ - 2) Auf folgende Weise, da die Cr- höhuug im Basse geschieht, und die natürliche Octavc in den obcrn Stimmen gelegen hat: Die kleine Secunde kommt in der dritten Verwechslung des Scptimcnac- cords, der die große Septime hatte, vor. Die Dissonanz ist im Basse, und tritt in der Auflösung einen Grad unter sich. Auch hier wird siczumdmblemitoiuo des über ihr liegenden halben Tones, in den sie heraustritt. -s) Diese durchgehende Dissonanzen machen Sänger und Spieler oft, ohne daß sie ibncn vorgeschrieben werden. Sie erwekcn eine desto lebhaftere Erwartung des folgenden Tones. Man hat sich aber in acht zu nehmen, daß cö nicht gegen die Natur der Tonart geschehe. So könnte man in c dur aus ^ nach dl nicht durch zx lV gehen, weil dieses R zu keinem einzigen in der Tonleiter des L dur liegenden Ton, ein Intervall ist. Hingegen kann man in L dur aus ? durch Ms nach cz gehen, weil M, die große Terz der Secunde des Grundtvnes ist. Die große Septime wird als eine we. sentliche Dissonanz dem Drcyklang auf einer Dominante hinzugefügt, und tritt in der Auflösung einen Grad unter sich in der Terz des Grund- toncs: ro Als eine wesentliche Septime ans der Dominante. Sie ist hier, so wie die Quarte, eine zufällige Dissonanz, die man auf der ersten Hälfte des Tafts behalt, weil sie schon gelegen hat. Die große Septime geht also über sich, wenn sie ein Vorhalt der Oeta-> vc ist, und unter sich, wenn sie die wesentliche oder hinzugefügte Septime ist. III. Die grosie Secunde, und in der Umkchrung die kleine Septime. Diese Sccundc ist das Intervall eines ganzen, sowol großen als kleines Tones, und kommt in dreycrley Verhaltnissen vor. Als ein Vorhalt der Sexte, in welche sie übergeht. Z645 4e>9<5 IV. Die übermäßige Secunde, und in der Umkehrung die verminderte Septime. Ihr Verhältnis; ist eigentlich K ft-vis; auf dem temperirten System aber kommt sie in folgenden Verhaltnissen vor. 2? Z2 i —t-j > -i 1 D i s sie kommt aber auch in den oberen Stimmen, als ein Vorhalt der Octa- ve vor, in welche sie herauftritt. Diese Dissonanzen werden eben so, wie die bcyden vorhergehenden gebraucht, nämlich in der dritten Verwechslung des Septimcnaccods. erstlich so umgekehrt wird, daß die Terz in den Baß kommt: so entsteht daher dieser Accord mit der verminderten Septime, die in die Sexte, deren Vorhalt sie ist, übergeht: V- Die verminderte Ter;, nnd in der Umkehrung die übermäßige Sexre. Diese Terz ist völlig unbrauchbar, weil sie, auch wo sie am größten ist, als Lüs - l, L, das Verhaltmß A hat, nnd folglich eine wahre Secunde ausmacht. Irr der Umkchrung aber, als übermaßigen Sexte, kommt sie vor, wie in folgendem Vcyspiel zu sehen ist: ML durch nochmalige Verwechslung aber, da die Septime in den Baß aesetzt wtro, entsteht dieserAccord der übcr- maßigen Secunde: Vl. Die verminderte (Unarre, und in der Umkehrung die übermässige Günne. Ihr reines Vcrhaltniß wäre sie kommt aber in dem temperir- ten —ij. !.. Die bcydcn letzten Arten sind aber unbrauchbar, weil sie würklich kleine Terzen sind. Sie entsteht aus einer Verwechslung des Septimenaccords, in welchen: anstatt der natürlichen kleinen Terz die große genommen wird. Nämlich, wenn dieser Septimenac- cord, mit vorgehaltener Rone und Verwandlung der kleinen Terz in die große, —^—a— Diese übermäßige Secunde wird, wie alle übermäßige Dissonanzen, als das8ublsmitouium des nächsten Grundtones gebraucht, nnd geht deßwcgcn über sich, wie auch in folgendem Beyspiel: gehende Gang, eigentlich ans die seni entstanden. 512 -—-chs- ^ alle kleinere, z. E. u. s. f. sind nicht als Quarten zu brauchen, weil sie reine große Terzen ^ sind. Diese Quarte kommt als ein Vorhalt der Terz vor, und wird dcßwegen vermindert, weil ihr Grundtou im Baste, da er das 8uk>lemitomum des folgenden Tones abgeben soll, um einen halben Ton hoher genommen worden. VII. Die reine Guavte, die, als ein Vorhalt der Terz, eine zufallige Dissonanz ist, und überall, wo sie gelegen hat, der Terz kann vorgehalten werden. VIII. Die übermästige Guarte, und in der Umkchrung die falsche (Uni nee. Ihr eigentliches Verhaltniß ist^, sie kommt aber in folgenden Verhältnissen vor: ^-s Als übermäßige Quinte kommt sie auf folgende Art vor: Nach dem Accord auf st in dem ersten Takt sollte der Accord lü kommen, als der Dominante des Haupttones, mit der Septime und vorgehaltenen Sexte, und auf diesen Accord müßte anstatt der kleinen Terz (I die große (Iis, als das diublemico. D i s D i s 697 ten System in folgenden Verhältnissen vor: 64 8» IIHs .W st nium von /i, genommen werden. Statt dieses Accords aber wurde sei, nc zweyte Verwechslung genonimen, und noch dazu im Baste die Unter- sccunde (7, die schon lag, vorgehalten: auf diese Weise ist der vorher- 698 D i s Sie kommt als übermaßige Quarte vor, wenn in der dritten Verwechslung des Septimcnaccords die kleine Terz des wahren Grundtones in die große verwandelt worden, damit sie das 8ul>st-mironiurn des folgenden Tones werde, wie hier: 2 2 6 l ^ l—— Der zweytc Accord aufL ist eigentlich die dritte Verwechslung des Scptimenaccords auflfi alsdcrDo- minante von <3, da anstatt der natürlichen kleinen Terz?, die große Qs genommen worden. Ais falsche Quinte zeiget sie sich hier: ^ . hier vorkommt, hatte natürlich im Basse ? müssen genommen werden, welches in LIs verwandelt worden, damit es als 8ui)semironium des folgenden Grundtones geHort würde. IX- Die None wird allemal als ein Vorhalt der Octave gebraucht, und kann überall vorgehalten werden, wo sie liegt. Distichon. (Dichtkunst.) Ein kleines Gedicht in zwei) Versen, welches einen merkwürdigen Gedanken, oder ein Bild auf eine lebhafte Weise darstellt. Es kann aber diese Benennung auch zwcyen aus einem großen Gedicht genommenen Versen gegeben werden, die einen außer der Verbindung bestehenden merkwürdigen Sinn haben; wovon man in Elegien unzahligeBeyspielcfindet. Das Distichon kann demnach eine Aufschrift scyn, wie folgendes, dasVol- tairo an dem Fuß eines ausgehaue- nen Amors gefetzt hat: (Zui que ru tois, voici ran lnsicre, II l'ett, il le fuc, ou le äoit 6cre. Oder es kann ein Sinngedicht seyn, wie dieses, welches dem plaro zugeschrieben wird »). 1°stv st-vxst- Xkk- Welches sehr artig durch folgendes lateinische Distichon gegeben wird: Lusvis «kons ^gscdoni snimsm iple in lodra rcnedsm; enim propcrun» ranqusm sdiruro tu!r. Wenn das Distichon wie hier aus ei. nein Hexameter und einem Pentameter besteht, so scheinet es die bequemste Form zu haben, um leicht ins Gedächtnis) gefaßt zu werden. Aus diesem Grunde haben schon die Alten den Einfall gehabt, merkwürdige Sittenlehren und Denksprüche in solchen Distichen vorzutragen, von welcher Art die bekannten Qisticüa vio- n^lu Latours sind. -K- -H- (*) Die, von H. S. angeführten Dk- sti n, tcs Cato sind zuerst, unter dem Titel, ») v cz, I-aser, D i t 699 tel, Lsronis XIZLNl kirbicz, /.UA. 147; und nachher noch sehr oft, als, Lypu. >672. 8. Vioj. »ä kli. 17z 5. 8. Leim nor. vor. 1759. 8- gedruckt, wovon ?obricü Vidi. Isr. hid. IV. L. i. §. VIII. B.z. S.-59 U. f. Oips. 1774. 8. mehrere Nachrichten gicbt. — Auch sind sie und zum Thei! schon sehr frühzeitig in die ncucrn Spraken üdersanc; cilS in das Italienische, Wen. 155;. 8. und überhaupt scchsinahl. In das Französische, von P. Grosnct, Pgr.15zo.15zz. o Th. Don Franc. Habert, Par. izzo. ,1. Von Eil. Thomas, Par- 16:4. >-. Don einem Ungen. Par. L a. In das sLnzlische; von Ren. Burgh, Wcffm. >4«;. O in Versen; von Caxton, 148z. 4« in Prosa. In das Deutsche: Die, von dem Renedictiner zu Mölk ist, meines Wissens, in Pchens Glossario abgedruckt; von ein paar Ungenannten, deren Hebers, zuerst ohne Jahcszahl gedruckt sind, geben G. W. Prangers Annalcn der ältcrn deutschen Littcrat. Nürnb. 1788. 4. S.56. Ko.ioz Nachricht; auch finden sich in eben diesem Werke noch mehrere frühere Abdrücke von deutschen Ucbcrs. angezeigt, welche, zum Theil, von verschiedenen Verfassern sich herzuschreiben scheinen, unter welchen jedoch Seb. Brant nicht besonders genannt ist; ferner von . . .tzo, Cöln >5Zv. 4. Von Abr. Mort. von Wissenburg , Frft. 1590. «. Von Wart. Opii), Brcsl- i6?8. 8. und in den Samml. s. Schriften; von Welch. Lictr. Proevpius in f. Auserl. Moral. Geb. Frft. >720. 8. Von M. Rühlen, Brschw. 1756.8- Von einem Ungen. Zelle 1754. 8. — Achnli- chc Arbeiten haben, unter mchrern, in lateinischer Sprache geliefert: Michael Wcrinus ein Florentiner Oickiclis, ?!»r. 1487.8. Lugel. IZ. 1547. keilav. >6>6. L. Frzsch. durch Oddc de Triors, Par. 1577. >2. in Versen; durch Cl. Hardy, kvnd. >614. 8. in Prosa. Ob dieses eben diejenigen sind, deren Uebcrsetzungcn G. W. Panzer (a. a. O. S. 56. dl. 104. S. -4-. K.478 und S. zi6. hl. 664.) anzeigt, und die sich zum ThcN von Seb. Braut hcrschreibcn, weiß ich nicht M bestimmen. — Pank. Varthclon de Ravicrcs, ein französischer Dichter, dessen Zeitalter nicht bestimmt ist, und von dessen Arbeit ich auch keine nllhcrc Nachr. zu geben weiß, als daß s. Distichen 18z sind. (S. /tnnol. pncc. B. 10. S. 209.) — — Ganze Sammlungen von eigentlichen Distichen in nenern Sprachen sind mir nicht bekannt. Ihnen ähnlich sind die (kusrr.iins ciu 8r. cie pidrsc, svcc Ig rrsclubk. lor. en suronc clc ckilkiczues, I'sr. >666. 4. TZmlk. 17ZI. 8. — I c livre cie raus ies sZes, au le 1'idroc macierne, p. Lilv. dksreckgl, ?ar. 1779. 16. — U. N. I». Dithyramben. (Dichtkunst.) Dissen Namen führen bcy den Griechen gewisse Lieder oder Oden, die dem Bacchus zu Ehren gesungen wurden. Da von dieser lyrischen Dicht- art nichts ans misre Zeiten gckom- mcn ist, so laßt sich auch nicht ganz bestimmen, wodurch sie sich von andern verwandten Arten ausgezeichnet habe. Sie wurden bcy den Opfern des Bacchus, i» der phrygischen Tonart abgesungen, wenn die Sanger gut betrunken waren*); daher leicht zn urthcilcn ist, daß sowol das Gedicht, als die Musik etwas ausschweifendes und wildes müsse gehabt haben. Vcrmuthlich hatten sie auch viel dunkles, das das Ansehen einer geheimen Bedeutung haben sollte; denn Aristophanes setzet die Di- thyrambcndichter mit den Sophisten, Wahrsagern und Marktschreiern in cine Classe, und halt sie für Windbeutel, die mit großen und künstlich zusammengesetzten Worten nichts sagen 5*). Man weiß, daß die Religion des Bacchus viel gcheimnißvol- les hatte, und da ohnedem betrunkene ») ärben. r. XIV. 55) In dem Lustspiel die Wolken lAuf». 4 Auftr. 7e>i-, D i r kene Leute weder ihre Ausbrüte noch ihre Gedanken genau abmessen: so war es natürlich, daß die Dithyramben in Gedanken uud Ausdrükcn etwas ganz besonders und zum Thcil ausschweifendes und verwegenes haben mußten. Horaz bezeichnet den Charakter der von Pindar verfertigten Dithyramben durch drey Züge: — ycr suäaces nova Oirbg-riim» b»s Verb» clevolvic, numcrisgue/er» rur /.ege /»Iuris ^). Cr nennt die ganze Dichtungsart kühn oder verwegen, vcrmuthlich wegen des rasenden Tones derselben; denn schreibt er ihr neue Wörter zu, die in der That sehr häufig müssen vorgekommen scyn, da der dithyrambische Ausdruk zum Sprüchwort worden; endlich sagt er, sie binden sich an kein Metrum. Ein alter Scho- liast merkt hicbcy an, daß der Gesaug mit einerlei) Stimme oder Ton, vom Niederschlag bis zum Aufschlag fortgegangen. Aus diesem allem aber läßc sich doch die eigentliche Beschaffenheit dieser Lieder nicht genau erkennen. Pindar sagt, sie seyen in Corinth zuerst aufgekommen; und Aristocelcs gicbt den Arion für ihren Erfinder an. Ein deutscher Dichter hat vor einigen Iahren Oden unter dem Titel Dithyramben herausgegeben, deren Inhalt aber nicht Bacchus, sondern Siege und Kriegsthaten sind. Oer Zwck des Dichters war, wie er selbst sagt, kühne lyrische Poesien zu liefern, die den höchsten Grad der Begeisterung hätten, und in einer derselben angemessenen rauschenden und volltönenden Sprache vorgetragen wären. Dieses sind also nur in ganz nneigcnt- lichem Verstände Dithyramben *'). *) oä, v.iv. ") S. Briese über d e neue Litteratur xxi.Thcil S>4- und sf. D i t Ncberhaupt scheinet der gegenwärtige Gebrauch der Dichtkunst, nach welchem sie von öffentlichen Fcyer- lichkcitcn, wenigstens von solchen, wo eine hüpfende Begeisterung statthatte, ausgeschlossen ist, auch die eigentlichen und uncigentlichen Dithyramben von unfern Dichtnngsarten auszuschließen. Wir wollen nicht in Abrede seyn, daß eine etwas ausgelassene Freude bisweilen gute Wür- kung auf Leib und Gemüth haben könne, und also das Horazischc I)o.I- cs elf seligere in loco gern unterschreiben; aber dazu sind eben keine Dithyramben nothwendig. -K- Aussrc den Anmerkungen, welche von verschiedenen Commcntatoren und Ucber- sctzem der Dichtkunst des Aristoteles zu dem, was dieser von den Dithyramben im >ten Kap. gesagt hat, vorzüglich von Th. Twining, Ailm. i und 17 gemacht worden sind,' handeln davon, unter Mehrerin Crcnius, in s. Annierk. zum EasaubonuS, Ida 8zrzn. (-rsec. Poe/. S. 28> der Rani- bachschcn Ausgabe (Littcrar. Nachr.) — Der 1'niKsr. De Oeereco /.nce-laemo. ni»r. corirrs ggmocbeum Wlefium. — Ger. Joh. Vossills, in s. Inikirur. goer. 1.1b. III. c.16. — Udcno Nlsicli in dem »64 prog. des ztcn Bds. — /.errera/o- yra la poe/is ciirirsmb. ös .ssless. ^sti- mari, dir. 1628. >2. — Tav. ZAuadrio, im 2tcn B. s. 8ror. e l/sg. ci'oZn! poc- lis, S. 477. — Oi/cours /ur le IZirb^» rsmke, in dem ztcnB. S.502 der volleres lirrer. pzr. 176g. 12. 4 B. —- Vortrcflichc cinzclc Bemerkungen darüber finden sich in den Fragm. über die neuere Deutsche klttcratur, 2te Sammlung S. 298. — — Geschrieben sind, von Dichtern neuerer Völker dem Nahmen nach, viel Dithyramben, als, unter den Italienern: Von Ugolino Ugolini (1240. in den Ulms öi cllv. nobil! poerl 17o/c. rs>, cia l)!on, ^.rsrragi, Ven. l 565. 8- 2 P.) IN dcr/avola äel vr/eo des Ang. Polizlano, k» D i t Dit Dok ?c>i ist der Chor der Bachantiimcn, womit das Stück schlicht, ein Dithyrambe, welchen I. I. Eftbcnbucg in den 4ten B. S- zgo s. Bcyspiclsammlung zur Theorie und Literatur der sch. Wisscnsch. aufgenommen hat. —- In derk.yr» des Givvb. Marlin, Ven. 1604-1614. z Th. und in den liime des Ecibr. Chiabrera, Leu. 1605.8. zV. Von. 1757. iL. 5B. finden sich deren verschiedene. — Fr. Mar. Gualtc- rotti l l .e >,'0220 st'TZriznns e I» Vin- stein!», ?ii. 1626. >2. I.» Starre st'vcfeo, dir. 1628. 12. — Bonav. Clipczzali (Uiricombe est »irr! poetle, ?ii. 1627. 4.) — Lod. Prosper! (l.a icseni» sti Lscco) — C. Macucesti (l)!- rir»int>i, bir. 1628. 4.) — Nie. Vil- lani (Vcy s. llzgion. ioprs I, poelis gi»c. findet sich ein Dithyr.) — Franc. Redl (L»ccc> in l'oic-m», k^ir. 1635. 1691. 4. Auszugs».', in den Vorzüglichsten Jtal. Dichtern des i?ten Jahrh. S. 200 u. f. und bey Eschenburg, a. a. O. S. Zgz. 2^ri»nn» int'erina, in s. Opere, Ven. 1762. 4. 7 Bde.) — Jac. Ant. Buzzichelii (1.Z morte lctiernica, Nal. 1689. 12.) — In den kime stegli stn-. cssti, it. 1716 -1762. 8. >4 Th. finden sich deren verschiedene, von Crescimbeni, Marc. Malespina, Ubertino Landi, und a. m. — Bas. Bertueci (Lscco in Uonre sti Urions» , lolil. 171 1. 4.) »-» Girol. Baruffaldi (bs Vi>t>»cctieiste, ?ecr. 1714 .4. k»ee»n»Ii (X) Ven. 1722. 8. wovpn einer, bey Eschcnburg, a. a. O. S .Z49 u. f. sich findet. II Ve- iuvio, 1727, 8> b>- ililippo, Lol. 17Z2. 8. II Liivano, Lot. 17Z9. 4.) — Dom. Bartolini (Uscco in Loe- mi», ?r»>;» 1717. 4.) — Franc. Arist (Ii l'sbsccc» maiiicsro 0 luinsro, Xlii. 1725. 4.) — C. Pecchia (II Lsrnev»- le, ds»p. 4. eines der bcßtcn Gedichte dieser Art) u. a. m. Von französischen Dichtern sind mir deren nicht bekannt- Unter den tLngländern hat I. Pinkcrton Vwo stirtiyrgmbic Ostez on Lnrtiufiasin snst Itsprure, l.onst. 178z. 4. drucken lassen. — — Von Seurschen Dichtern: Jvh. Gottl. Wistamow (Dithyramben, Verl. 176z. g. (vergl. mit den Litlteraturbr. Th. 21. S. zy.) und im itcn Th. s. Sclmmtl. Poet. Schriften, Lechz. 1779. 8.) Ditonus. (Musik.) War bcy den Altcu cm Intervall von zwcy ganzen großen Tönen, folglich von dem Verhaltniß etwas größer als unsre reine große Terz, die aus einem großen und einem kleinen ganzen Ton besteht, und die den Alten, die nur große Töne hatten, unbekannt war. Inzwischen, kommt dieser Ditonus in unfern heutige» Tonleiccrn verschiedentlich vor, und wird starr der reinen großen Terz gebraucht, alS ozg.o, k.ci/ Doke n. (Baukunst.) Alcine Saulchen, welche auf einer Plinthe stehen, einen Sims tragen und mit denselben ein Geländer ausmachen , das daher ein Dokcngelän« Vcr genennr wird. Solche Geländer schiken sich an Ballonen, Gallerten und über den Hauplgesimsen um das Dach besser, als die ausgeschnitzten Barokegelander, die insgemein zu Treppen genommen werden. Denn die Doken können nach Art der Säulen, und in dem Gcschmat der verschiedenen Ordnungen verfertiget werden. Eine Doke hat, so wie die Säule, drey Haupttheilc: den Fuß, den Stamm und das Eapitcel. Der Stamm aber ist unten bauchig, und endet sich gegen den Kopf zu etwas dünne. An den Gebäuden der Alten findet man keine Dokengelander, daher haben die neucrn Baumeister ihre Verhaltnisse und Gestalt weniger eingeschränkt. Davillerhat für die fünf Saulenordnungen fünf Arten der Doken angegeben. Ihre Höhe richtet sich nach der Höhe der Gcian- 7S2 Dom D or Geländer. Es giebt ein gutes Vcr- hältniß, wenn man die ganze Höhe der Doke in fünf Theile thcilr, einen Thcil davon für den Fuß nimmt, und den fünften Thcil von der hernach übrigen Höhe für den Kopf. Die runden Doken haben weniger Annehmlichkeit, als die vierekichten, es sey denn, daß sie mit Laub und Schnitzwcrk verziert werden. Durch Dokengeländer werden auch in prächtigen Schlafzimmern, die Alkoven von dein übrigen Raum, auch bey großen Staatszimmern gewisse Platze, wohin nicht jedermann kommen soll, abgeschlagen. Dominante. (Musik.) Dieses französische Wort, das man nicht wol entbehren kann, bedeutet allezeit den fünften Ton desjenigen Tones, in welchem der Gesang und die Harmonie fortgehen, besonders wenn derselbe im Baß, als der Grundton einer Harmonie vorkommt. Die altern deutschen Harmonisien nennten dieses Suinrarn toni. Der fünfte Ton jedes Nebentones, in den man ausgewichen ist, wird auch seine Dominante genannt. Weil es aber bisweilen nöthig ist, die Dominante des Haupttones, woraus ein Stük gesetzt ist, besonders zu nennen, so hat man dieser den Namen der tonischen Dominante gegeben. Dorische Tonart. (Musik.) War in der griechischen Musik die tiefste und ernsthafteste Tonart, die ihren Namen von denDoriern, einein der Hauprstämmc der Griechen, bekommen hat. Die Gesänge in dieser Tonart müssen sich durch etwas gesetztes und pathetisches ausgezeichner Dor haben, wodurch sie nach dein Urrhcil des Plato einen vorthcilhaftcn Einfluß auf die Sitten und dieGemüths- art der Menschen bekamen. In der alten Kirchenmusik, die itzt noch in den ehemals verfertigten Chorälen beybehalten wird, istdie dorische Tonart die, welche den Ton l) zum Grund, und seine Ausdehnung von O bis c! hat. Da aber die wenigsten Orgeln gegenwärtig nach dem ehemaligen diatonischen System gestimmt sind, in welchem die ganzen Töne alle gleich, in dem Verhältnis H, und die Heyden halbenTöne in dem Verhaltniß N? waren *), so haben wir auch in den aus l) gesetzten Chorälen, die würk- liche dorische Tonart nicht mehr. DorWe Säule. Dorische Saulenordmmg. Ast von den fünf Ordnungen der Baukunst die zweyte **), und scheinet die älteste und auch die gewöhnlichste der drey griechischen Ordnungen zu seyn. Sie unterscheidet sich durch ein starkes und etwas strenges Ansehen, das keine Zierrathcn leidet, als die, deren Ursprung/aus der ehemaligen Art, die Gebäude ganz von Holz aufzuführen, unmittelbar entstanden sind. Sie ist vornehmlich durch ihren Frieo kennbar, dessen Dreyschlitzc oder Trigl^phen c, c. deutlich die Köpfe der, in blos hölzernen Gebäuden auf den Unterbalken a K liegenden Balken, und dessen Mstopen s, 5 Modeln, anbringen, oder sie mußten darinn die Fehler leiden, daß nicht allemal mitten über eine Säule ein Dreyschlitz zu liegen kam, wie in dem angezogenen Artikel gezcigct worden. Gols- mann hat dieser Schwierigkeit dadurch abgeholfen, daß er die Verhaltnisse der Drcyschlitze zu den Meto- pen für einige Säulenweiten abgeändert, und dadurch verschiedene Ge- balke für gar alle brauchbaren Säu- lenweitcn angegeben hat. Die Verhältnisse der Haupttheile dieser Ord*) S. Winkclmann, l. c. S. Dreyschlitz. nung sind au einem andern Ort angegeben worden "). Obgleich diese Ordnung die will- kührlichen Zicrrathen verwirft, so ist sie doch in ihrem vollen Reich, thum, wenn die Metopeu mit schik- lichen Verzierungen angefüllt, wenn die Unterbalken auf ihrer untern Fläche in Felder abgctheilt werden, wenn der Kinn des Kranzes eben dergleichen Einthcilungen hat, vielleicht die, welche die größte Mannigfaltigkeit der Theile zeiget, und bey ihrem ernsthaften Wesen die meiste Pracht hat. Sie schikct sich zu allen prächtigen Gebäuden, und muß allemal, wo mehr Geschosse sind, an dem untersten angebracht werden. Die ernsthafte Pracht dieser Ordnung, und ihre schölle Abwechslung gegen die darnbcrgesctzte jonische, empfindet man lebhaft bey genauer Betrach- tung der kleinem Portale in dein Hof des Berlinischen Schlosses, wo die Hauptwache ist: wie denn überhaupt alles, was an diesem Schlosse von dorischer Ordnung, sowoi in Austhcilung und Verhältnis als in Verzierungen, zum Muster dieser Bauart kann genommen werden. . (5) Von der Dorischen Ordnung überhaupt handeln, unter mehrern, I. F. Blendet, im sten Bde. f. Lours ll ^r- cdireUuee, im Iten Kap. und ebend. im ;Kap. S. >>4 u. f. isi. >s8. 141. 15Z. und Militla in den Ui-ino. ll'^i-cdir. mv. im 8ten Abschn. des >ten Buches S. 6s des ersten Bds. der deutschen Uebcrs. — Ferner gehören hieher: lölerdnllc pour llillrlbuer les tcteropes, VriAfi'pkcsec >lurule? cisns lös scccaiplemcns er ongles renrrsns cle I'orllre Oorigue, p. kölr. Ournonc, t. 7 Pl. — O'nrclie lloriizue soll. p. ). L. cie la ?r,t!ö, er Ze. p. ). ö. Oucicn, f. ^Bl. — U'or- cliuelZorico, ollls il Vempio ci 'llrcvle aell» ^ S. Ordnung. D r a nella (iirts
  • ri, cls Liov. .gne. Hlironini, u. 1785. t. 4BI. welcher Tempel auch, meines Wissens, in den Ttnricbirä (jj Lc>iz von Eiovb. Picancsi, R. 1764. t'. ri Bl. abgebildet ist. Drama. Dramatische Dichtkunst. N?an ist schon gewohnt, ein zu würklichcr Vorstellung einer Handlung vcrfcrtiatcs Gedicht, mit dem griechischen Worte Drama, (eine Handlung) zu benennen; daher ist die dramatische Dichtkunst der Theil der Kunst, der sich mit Verfertigung des Drama bcschäfftiget. Die Handlungen der Menschen, bey denen das Genie und das Herz sich in so mannigfaltige!» Lichte zeigen, sind ohne Zweifel der interessanteste Gegenstand der Dichtkunst. Die Epopee erzählt dieselben, doch so, daß sie uns in den wichtigsten Vorfallen die handelnden Personen gleichsam abmahlr, und daß wir uns einbilden, sie handeln zu sehen; die Schaubühne aber stellt uns würklich handelnde Menschen vors Gesicht, und das Drama enthalt ihre Reden, und jede Aeußerung ihrer Gedanken und Empfindungen. Wenn also gleich beyde Gattungen einerlei) Materie behandelten, so müßte die Art zu verfahren nothwendig sehr verschieden ftyn. DenndcrHauptumstand, daß wir bey der dramatischen Vorstellung bey der Handlung gegenwärtig sind, crfodcrt, daß sie kurz sey, daß alles in einem ununterbrochenen Zusammenhang in Ansehung derZeit und des Orrs geschehe. Das dramatische Schauspiel giebt einem vcrsammeltenVolkcine interessante Handlung von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende zu sehen. Untersucht man nun, wie dieses aufdie beste und natürlichste Art geschehen könne, so entdekct man die Regeln, sowol für die Beschaffenheit des Erster Tcheil. Dra 705 Theaters, als für die Einrichtung des Drama. Natürlicher Weise ist die Handlung auf eine gewisse Kürze derZeit eingeschränkt, weil Niemand Tagelang auf einer Stelle stehen und einer Handlung mit unverwandten Augen zusehen kann. Ein paar Stunden halt man dieses aus; wahret es langer, so muffen viele davon gehen, ohne das Ende der Handlung abwarten zu können. Daher ist die Einrichtung des Drama gekommen, die überall beobachtet wird, daß ein paar Stunden hinlänglich sind, die ganze Handlung zu sehen; und wenn es wahr ist, daß die Chincser Schauspiele haben, die Tagelang währen, so sind sie barbarisch, und können nicht einmal als eine Ausnahme dieser Regel angesehen werden. Solang also muß das Spiel der Handlung oder die Vorstellung währen. Aber die Handlung selbst kann aus verschiedenen Unistanden so beschassen seyn, daß sie mehr Zeit er- fodert. Sobald einige dazu gehörige Dinge nicht vor den Augen des Zuschauers geschehen, so kann mau die dazu erfodcrliche Zeit merklich abkürzen. Wo zum Fortgang der Handlung nöthig ist, daß gewisse Personen hcrbey gerufen, oder daß gewisse Nachrichten von andern Orten her eingeholt werden, oder wo sonst etwas außer dem Gesicht des Zuschauers geschehen soll, da kann man immer eine kürzere Zeit dazu setzen, als in der Natur nöthig ist. Der Bote, der eine Meile weit weg- geschikt wird, um Nachrichten einzuziehen, kann in wenig Minuten wieder kommen, weil der Zuschauer das Unmögliche dieser Schnelligkeit zwar erkennet, aber nicht fühlet. Aus diesem Grund hat man gefunden , daß die Handlung, wozu ein ganzer Tag nöthig wäre, in ein paar Stunden kann vorgestellt werden, Z)i> ohne 706 Dra ohne die Zuschauer das Unnatürliche dieser Kürze fühlen zu lassen. Darinn waren die Alten mehr eingeschränkt/ als wir. Die Schaubühne wurde bey ihnen nie leer, weil der Chor immer zugegen war; wir aber lassen nach jedem Aufzuge die Bühne leer, dadurch verliert man einigermaßen das Gefühl des Zeit- maaßes der Dinge, die inzwischen geschehen. Allein auf der andern Seite scheinet diese vollige Unterbrechung der Handlung gegen die Natur der dramatischen Vorstellung zu seyn; weil der Zuschauer dadurch leichter aus der Täuschung herauskommt. Noch ungeschikter aber ist es, daß der Zwischenraum, in welchem man von der Handlung nichts sieht, mit ganz fremden Gegenständen, dergleichen die Ballette sind, angefüllt werde. Dieses ist eine Barbarei), die unwidersprechlich beweiset, daß es uns bey dem Schauspiel mehr um Lustbarkeit und Zeitvertreib, als um den Nutzen zu thun ist, den man daraus ziehen kann, daß man ein Zeuge merkwürdiger Handlungen ist. Die Regel also, welche befiehlt die Handlung so einzurichten, daß man, ohne etwas unnatürliches zu empfinden, sie in ein paar Stunden als ein Augenzeuge ansehen könne, ist nicht eine blos willkührliche Einschränkung der dramatischen Kunst, sondern in der Natur der Sache gegründet, und ist das, was die Kunstrichter die Einheit Vcr Zeit nennen. Soll die Handlung natürlich vorgestellt werden, so muß sie so beschaffen seyn, daß auch in dem Orte, wo wir die handelnden Personen sehen, nichts widersprechendes sey. Was seiner Natur nach auf einein öffentlichen Platz geschehen muß, soll nicht in einem Zimmer, und was in geheim geschehen soll, nicht auf öffentlichem Platz vorgestellt werden. Man muß eine sehr genaue Ueberein- Dra kunft der Dinge, die geschehen, und der Oerter da sie geschehen, beobachten. Darinn waren die Alten sehr streng, und man wird schwerlich etwas unschikliches in dieser Art bey ihnen antreffen. Die Neuem beobachten hierin», wegen der insgemein sehr schlechten Einrichtung des Theaters, weniger Genauigkeit. Man sieht bisweilen, daß eine offene Gal- lcrie, oder der Flur eines Hauses, wo jedermann durchgeht, die Stelle eines geheimen Conferenzcabincts, und im Gegenthcil ein Cabinet die Stelle eines Durchganges, oder einer Gallerie vertritt, wo jedermann unangemeldet hinkommen darf. Dergleichen Unrichtigkeiten können so anstößig werden, daß sie die Aufmerksamkeit auf die Hauptsachen merklich schwachen. Die Alten beobachteten in ihren dramatischen Vorstellungen in Ansehung des Orts diese Negcl unverbrüchlich, daß die Schaubühne eine» Ort vorstellte, an welchem alles, was vor den Augen des Zuschauers geschah, natürlicher Weise geschehen mußte: diesen einzigen Ort behielten sie unverändert die ganze Vorstellung hindurch; und was als geschehen erkannt werden mußte, das doch an diesem Orte nicht geschehen konnte, kam in Erzählung vor. Dieses nennen die Kunsirichter die Einheit des Grrs. Die Neuem binden sich weniger an diese Regel; sie stellen oft dem Auge des Zuschauers die Handlung so vor, daß es unmöglich wird denselben Ort durch die ganze Handlung bcyzubehaltcn. Man ficht bisweilen einen Theil derselben auf einem öffentlichen Platz, mnd einen andern in einem geheimenZimmer; deß« wegen wird die Sccne währender Handlung oft verändert- Man kann sich endlich über das, was hisrinn unnatürlich ist, wegsetzen; aber bey der Einheit des Orts ist doch der ganze Faden dör Vorstellung umm- tcr- D r a terbrochen; die Rcyhe unsrer Vorstellungen hat nicht so viel zweifelhaftes, das man mit Gewalt wegräumen muß, und die Aufmerksamkeit wird beständig auf die Hauptsache geheftet. Und dann scheinet es doch einigen Mangel an Dichtungskraft anzuzeigen, daß man nöthig hat den Zuschauer bald an diesen, bald an einen andern Ort zu führen. Der ist unstreitig gcfchiktcr, der die Zuschauer auf einer Stelle mit einem wichtigen Schauspiel unterhalten kann, als der, welcher nöthig hat, ste in einem ganzen Haus, oder gar in einer Stadt herum zu führen. Die genaue Beobachtung der Einheit des Orts wurde den Alten viel leichter, als den Ncncrn; weil jene insgemein einfachere Handlungen vorstellten, als die sind, die von den Neuern gewählt werden. Aesclip- lus, Sophokles und Aristophancs sahen, daß eine sehr einfache Handlung , wo alles auf einer Stelle geschieht, durch die Personen, und die sich dabei) äußernden Gedanken und Empfindungen höchst interessant seyn könne; und sie wußten in der That den Mangel des Mannigfaltigen, in Ansehung dcs Aeußcrlichcn der Handlung, durch desto größere Mannigfaltigkeit und durch die Wichtigkeit dessen, was innerlich in den Gcinü- thern vorgeht, reichlich zu ersetzen. Drei) oder vierPcrsonen konnten, fast ohne von der Stelle zu rükcn, den Zuschauern ein wichtiges Schauspiel vor Augen stellen. Die Neuern scheinen aus Mißtranen in ihr Genie, oder auch aus würklichcm Unvermögen, in die Nothwcndigkeit gesetzt zu seyn, einen wcitläuftigen Stoff zu wählen. Sic haben mehr Personen, mehr Vorfälle, und so gar Nebenhandlungen oder so genannte Episoden nöthig, um ihre Zuschauer in einer ununterbrochenen Aufmerksamkeit zu unterhalten. Sie getrauen sich selten eine oder zwei) Hauptpcr- Dra 707 sonen so groß zu bilden, daß man sich mit ihrer Art, bey einem einzigen Vorfall zu denken und zu handeln, hinlänglich beschäffrigen könnte; sie haben noch andre Personen nöthig, um der sinkenden Aufmerksamkeit' aufzuhelfen; mehrere Vorfälle, um ihrem Schauspiel Leben zu geben; und können daher sich auch nicht allemal an einen Ort binden. Aber dieser Ncichthum der Materie ist im Grund nichts als Armuth, die durch die Menge gemeiner Sachen das zu ersetzen sucht, was den wenigen Hauptsachen an innerlichein Werth mangelt; ein Hülfsmitte! der Dichter, die nicht Genie genug haben, oder die zu lebhaft und zu ungeduldig sind, ihre Vorstellungen m abge. messenen Schranken zu halccn. In diesem letzter« Fall scheinet Shake- spear gewesen seyn, der bey dem größten Vermögen, eine sehr einfache Handlung höchst interessant zu machen, sich die Mühe nicht hat geben wollen, einfach zu seyn- Diese Einfalt der Handlung, da nur ein einzigesInteresse vom Anfang bis zum Ende vorkommt, das durch keine episodische Nebenhandlung und zufällige Vorfälle unterbrochen wird, ist die Wichest Oer Handlung ge- ncnnt worden, und macht also mit den Einheiten des Orts und der Zeit, deren bereits Erwähnung geschehen, das aus, was man die drei) Einheiten des Drama zu nennen pflegt *). Ohne sie kann die Handlung nicht natürlich genug seyn, und deßwegcu halten viele sie für eine wesentliche Eigenschaft des dramatischen Gedichts. Wie sie aber seinen eigentlichen Werth, von dem sogleich soll gesprochen werden, nicht ausmachen, so ist auch nicht zu leugnen, daß die Neuern interessante Stüke gemacht haben, denen dieser Vorzug mangelt. Man kann aber immer gewiß Ay 2 be- S. Einheiten, 708 Dra behaupten, haß diese Stüke noch wehr Verdienst haben, und noch besser gefallen würden, wenn ihre Verfasser sich die Mühe gegeben hatten, alles so einzurichten, daß die Ucbcr- tretung der Einheiten nicht nöthig gewesen wäre. Es wäre gar nicht unmöglich, die Zuschauer ein paar Stunden lang überaus angenehm, durch blos einzele Scenen, aus ganz verschiedenen Trauerspielen oder Co- mödicn genommen, zu unterhalten. Aber dieses wäre denn kein Drama. Da wir also, indem wir von der Natur dieser Dichtungsart sprechen, sagen, die drey Einheiten müssen darum beobachtet werden, so wird dieses dadurch nicht widerlegt, daß man auch Stüke gerne sieht, darum sie nicht beobachtet worden; denn diese Stüke würden noch gefallen, wenn man gar alle Nebenscenen wegließe, und nur die vornehmsten ohne Verbindung vorstellte. Alsdenn aber wäre ein solches Stük kein Drama mehr, sondern es wären einzele Theile eines Drama. Diese Anmerkungen betreffen größ- tenthcils das Acußcre des Drama, wodurch es natürlich und von anstos- sigen Fehlern der äußerlichen Form frcy wird. Wichtiger ist es, von seiner innerlichen Vollkommenheit bestimmte und richtige Begriffe zu haben. Das Schauspiel muß nicht nur, sowol in seinem Inhalt überhaupt, als in seinen einzelcn Theilen, interessant se»n, und Menschen von Geschmak in einer ununterbrochenen lebhafteil Beschäfftigimg des Geistes und des Herzens unterhalten; sondern am Ende Eindrüke zurüklassen, die einen vorthcilhaftcn Einfluß auf die Gc- müthcr haben. Die erste Sorge desDichters geht auf die Wahl eines interessanten Inhalts. Er wählt einen Gegenstand, der für Menschen von Geschmak und von empfindsamen Herzen hinläng- D ra liehe Reizung hat. Für einen Dichter von Genie, der den Menschen so wol aus der Geschichte, als aus der täglichen Beobachtung kennen gelernt hat, ist die Materie zum Drama unerschöpflich. Aus der Geschichte selbst stellen sich die größte» oder die mächtigsten Männer dar, denen ganze Nationen ihr gutes oder schlechtes Cchiksal zu verdanken haben. Er weiß sie wieder ins Leben zurük zu führen, uns vors Gesichte zustellen, und uns zu Zeugen ihrer merkwürdigsten Thaten zu machen, daß wir die großen Seelen eines Themisiokles, eines Alexanders, eines Cicero, und andrer elastischer Männer, in ihren Reden und Handlungen sich in unsrer Gegenwart entfalten sehen. Noch mehr kann er reizen, wenn er die größten Männer seiner eigenen Nation, aus den verflossenen Jahrhunderten, seinen Zuschauern wieder vors Gesichte bringt. Will er seine Materie aus der allgemeinen Naturgeschichte des sittlichen Menschen nehmen, so hat er einen noch reichern Stoff. Die verschiedenen Charaktere der Menschen, ihre seltsamen Schiksalc, ihre Leidenschaften und deren Würkungcn, die mannigfaltige Lebensarten und Sitten der Völker und der verschiedenen Stände der Menschen, bieten sich ihm zur Bearbeitung dar. An interessantem Stoff kann es dem dramatischen Dichter nie fehlen, wenn er nur selbst nach Beschaffenheit seiner Materie eine große, oder eine empfindungsvolle Seele, oder ein großes Maaß von feinem Witz und guter Laune hat. Aber die Bearbeitung dieses Stoffes hat eigene Schwierigkeiten, und mehr, als irgend eine Dichtungsart. Gleich im Anfang der Handlung müssen sowol die Personen, als das Geschäfft, welches sie vorhaben, die Neugierde der Zuschauer stark reizen. Diese müssen begierig werden, die Perso- D r Dra 72? Personen naher kennen zu lernen und zu sehen, was für Eindrüke das Geschafft auf sie machen, wie sie sich in den verschiedenen Fallen, die man voraus vermuthet, betragen werden. Durch dergleichen Fragen musi die Aufmerksamkeit gleich vom Anfang festgesetzt werden. Also muß der Dichter seiner Handlung einen guten -Anfang zu geben wissen, der den Zu- schauer gleich in bestimmte Erwartungen setzet; und dieses ist insonderheit in der Comödie eine schwere Sache. In dem Verfolg der Handlung Muß die Neubcgierde zwar nach und „ach befriediget, aber immer durch neue Verwiklungcn gereizt werden. Je mehr die Sachen gegen die Erwartung der Zuschauer laufen, da- bey aber in völliger Wahrscheinlichkeit sind, je größer wird ihr Vergnügen dabey scyn. Die Handlung muß von Zeit zu Zeit ihre Ruhepunkte haben, auf denen man etwas still stehen kann, um alles vergangene zu übersehen, und neue Erwartungen des folgenden zu bilden. Dabei) aber muß man die Hauptpersonen und das Hauptinteresse der Handlung nie ans dem Gesichte verlieren. Jede Unterbrechung, da Dinge vorkommen, deren Verbindung mit dem Ganzen nicht sogleich kann bemerkt werden, thut der Handlung Schaden. Man muß oft denken, daß nun eine Entwiklung der Sache nahe sei), und durch neue Hindernisse sie weiter hinausgesetzt sehen. Aber endlich müssen alle Erwartungen des Zuschauers völlig befriediget werden, und er muß am Ende jede Frage, die er sich wahrender Handlung gemacht hat, völlig beantwortet finden, so daß ihm von der ganzen Cache nichts mehr zu erfahren übrig bleibet; und damit muß sich das Drama endigen. Aber das Unterhaltende ist nicht nur eine der guten Eigenschaften des Drama. Es muß auch dadurch wichtig werden, daß es uns helle Aussichten in das Innere des menschlichen Herzens giebt. Das größte Verdienst des Dichters entstehet daher, daß er uns Menschen von hoher Sinnesart und ungewöhnlicher Größe der Seele bewundern macht; daß er uns die traurigen odcrschrek» liehen Würkungen des Lasters oder der hinreißenden Leidenschaften zu empfinden giebt; daß er uns für alles , was an Menschen und Sitten liebenswürdig oder verächtlich ist, fühlbar macht. Er muß sowol unfern Geist', als unser Herz ohne Aufhören in einer vortheilhaftcn Be- fchasstigung unterhalten, und alle Nerven der Seele zur Würksamkcit reizen. Dieses alles aber muß auf eine vortheilhafte Wendung unsrer Seclenkrafte abzielen. Der Schre- kcn, den der Dichter in uns erwckt, muß dienen uns voin Bösen zurük zu halten: das Lachen muß uns selbst vordem Lächerlichen bewahren; jede Empfindung der Menschlichkeit muß in uns rege gemacht werden; alles aber muß dahin abzielen, die Seele zu der schönen Harmonie der Empfindungen zu'stimmen, darinn sie für jedes Gute und Böse, in dem Maaße wie es solches verdienet, empfindsam wird. Unter die besondern Mittel, daS Drama nützlich zu machen, zählen wir mit den alten Kunstrichtern die Denkfprsiche, wenn sie nur gründlich gedacht und wol angebracht sind. Plamus scheinet zwar zu leugnen, daß man sich dieselben zu Nutze mache *); allein es kommt auf die Um- Z) >) z stände 5) Im kuöens IV. 8e.7.) sagt ein ehrlicher Man» diesen schönen Spruch: Semper cavere doc lspiemesaelzuis» limum eit. dte conscii linc iplr msleilciis suis. Worauf Dra stände und auf die Gemüthslage des Zuhörers an, daß es geschehe. Cs ist nicht unerhört, daß Menschen durch wenige, ihnen ans Herz gelegte Worte, eine betrachtliche Veränderung ihrer Sinnesart an sich erfahren haben. Unstreitig ist cs gut, daß die Menschen, wichtige Wahrheiten da, wo sie am stärksten gefühlt werden, hören. Würken sie nicht bey allen, und nicht gleich stark: so finden sich doch auch Fälle, wo sie große Würkung thun. Auf diese Weise wird das Drama eines der vornehmsten Werke der Dichtkunst, und das Schauspiel, dazu es dienet, eine edle und nutzliche Beschäfftigung denkender und empfindsamer Zuschauer. Es ist überhaupt so etwas interessantes, die lebhaftesten Austritte des menschlichen Lebens zu beobachten, daß sich vermuthcn läßt, die dramatische Dichtkunst möchte in ihrer ersten rohen Gestalt beynahe so alt seyn, als jede andre Dichtungsart. Man findet, daß auch noch ganz rohe Völker bey feyerlichcn Versammlungen leidenschaftliche Scenen in Nachahmungen vorstellen. Daraus aber ist hernach, da die Dichtkunst durch glükliche Genien ausgebildet worden, das ordentliche Drama entstanden. Es ist schon an einem andern Ort *) angemerkt worden, daß das Drama weit älter ist, als man insgemein glaubt. Cs ist ein bloßes Complimcnt, das einige griechische Kunstrichter dem Homer gemacht ha- Worauf sein Knecht folgende Anmerkung macht: Lpeöbsvi exo priNem comicos all ikkum muclum Lgpiemcr diöka clicere, srizue iis plsucUer, Cum illos lspiemis mores mvnlkra- dsnr poplo. Lcä cum inlke susm qmsque ibanc clivciti clomum, Xullus erst illo psÄo, ur Uli julke- ram. *) S. Dichtkunst. Dra ben, wenn sie vorgeben, daß die Jlias zu Erfindung des Trauerspiels, und die Odyssea zur Eomödie die Veranlassung gegeben habe. Bcy- de haben einen weit natürlichem Ursprung, den Lasanbon von den uralten Lustbarkeiten herleitet, die die Menschen natürlicher Weise nach vollendeter Einsammlung der Erdfrüchte angestellt haben '). Man sieht noch itzt an einigen Orten Deutschlands, unter dem Landvolke, das nie etwas von ordentlichen Schauspielen gehört hat, nach vollendeter Erndte eine Lustbarkeit, die sehr genau die ro- hcstc Gestalt der Comödie vorstellt. Die sccnischen Schauspiele scheinen in Italien, besonders in Sicilien, noch früher als in Griechenland in Flor gekommen zu seyn. Man findet, daß die alten Hetrusker sie sehr geliebt haben; und Varro gedenket namentlich eines hetruskischen Tragödicnschreibcrs. Das Trauerspiel möchte wol bey Gelegenheit feycrlichcr Begräbnisse aufgekommen seyn. Dem gluklichcn Genie der Griechen, das jeden Gegenstand des Gc- schmaks in seiner höchsten Vollkommenheit zu erbliken fähig war, haben wirs zu danken, daß aus einer rohen und vielleicht sehr wilden Nachahmung merkwürdiger Handlungen, eine Kunst erwachsen ist, die uns alles, was das Leben und die Angelegenheiten der Menschen interessantes haben, 5) Züt^ncSe iginir poekeos nou lecus »c rrs^oeclise er comoeilige ori^o prima od Ulis reperencls convemihns, quns verultiliimj morcsles > coüeUis kru^ilmz cozcre tolui, ur - - sniumm relsxsr nc sc jucimclirsii te Usrcnr. ve slsryrica poell p. y, ic>. ve l.Mj> vsr. U I V. X'o!umuiusqui l'rsANecliss 1?uicss kcnplir, Jstgleich dieser Voluumius, wir cs schemer, ein Römer gewesen, so erhelle: doch so mel aus dieser Steile, daß die Hetrusker ihre eigene Tragödie gehabt haben. D r a haben, auf eine so lebhafte, so unterhaltende und so lehrreiche Art, zugleich so natürlich aufdieSchanbuh- nc bringt, daß wir es in der Natur selbst zu sehen glauben. Bei) den nenern abendländischen Völkern finden sich schon iin zwölften Jahrhundert Spuren von dramatischen Schauspielen *); und nach dem Bericht des Massel hat ein gewisser Albertino Mussaco aus Padua, der im Jahr 1329 in einem hohcnAltcr gestorben ist, zweyTrauer- spiele in der Manier des Seneca geschrieben, die einige Regelmäßigkeit sollen gehabt haben "*). Indessen ist die Schaubühne bis in das vorige Jahrhundert fast durchgehends sehr barbarisch gewesen. Gcaligec berichtet s) uns, die dramatischen Schauspiele scheu im sechzehnten Jahrhundert in Frankreich noch mit so schlechten Anstalten aufgeführt worden, daß die Schaubühne ganz blos gewesen. Wer nicht mehr unter den redenden Personen stund, wurde für abwesend gehalten. In Frankreich hat man den guten Geschmak der Aufführung dieser Schauspiele dem Cardinal Richelieu zu danken ss); und alle übrige europäische Nationen haben hernach sich nach dem Bepspicl, das Frankreich ihnen gegeben hat, gerichtet. Dieser Minister trug dem Abbe d'An- bignac auf, die ganze Materie von Aufführung der Schauspiele aus den Schriften der Alten zusammen zu tragen; und wenn er länger gelebt hatte, so würde Frankreich vielleicht die Schauspiele wieder in der Große und Pracht gesehen haben, die sie in Athen und in Rom gehabt haben. Aber er starb, ehe der ^bbs sein Werk -5) Ilsnsulr/choezö clnonoloA. 1160. 55) rdescro Irsl, ?. l. p, 4. 's) Uoer, 1. I. c, 2l. -ss) Und Frankreich hat, was die Aufführung der Stücke, als wovon hier die Rede ist, anbetrifft, diesen guten Geschmak aus Italien erhallen. Dra 711 vollenden konnte. Waser über diese Materie geschrieben, ist hernach un. tcr dem Titel, Tu llratigne cku tbea» rre. herausgekommen. Cs fehlt inzwischen unfern Schauspielen noch sehr viel, um die Vollkommenheiten der Alten zu haben. Nicht zu gedenken, daß unsre Dichter, aus Ursachen, die in die Augen fallen, noch sehr weit hinter den Griechen zurük bleiben: so ist unsre ganze Veranstaltung zu diesen Schauspielen, in Vergleichunz dessen, was Athen in dieser Art gesehen hat, armselig. Unsre Schaubühnen sind gegen die griechischen nicht viel besser, als Raritätenkasten, und es ist auf keiner heutigen Bühne möglich, irgend eine große Handlung völlig natürlich vorzustellen. Das Drama hat sich in verschiedene Gattungen zcrtheilct, die Oper, das Trauerspiel, die Comodie und das Schäserspicl, davon jede wieder ihre verschiedene Mittelarten hat, von welchen in den besondern Artikeln über die Hauptgattungcn ausführlich gesprochen wird. -s- -Ä- Von dem Drama überhaupt bandeln, in lateinischer Sprache: Oisini- rar. in gus olkcnciirur, peaelkare Lc>» moechzrn acgus VrsZoeäiain inerrc>- ruin vinculis iolvcre» ncc polle iariv, nill inlucs orsriono, nur illiruin lle- corem ac llignirsceln retinal i, aucllo- nellzin inlle volupcatcm, toliclamgus uriliracem percipi, keol. Koni, Ven, 1600. 4. — Rcenopk^lsx, t. Oisl. in guo Lomoelliiz er sUraAvelliis snrig. csrminum utus rcliiruicur.. . ^utk. Uue. Lcsronnuz, Ven. 1601.4, --- — In italienischer Sprache: Die, in der vorigen Ausgabe dieses Werkes, auf Morhofs Zeugnis, hier angeführt«, aber auch in den Verbesserungen bey dem zwey« tcn Bande schon zurück genommene läe» äel 1°eorro sti Liul, LamiUo, b'ir. AI) 4 1550. ?ts Dra 1550. 4. ist, wie ich sehe, unter andern von H. Oahler wieder unter die dramati. schcn Schriften gestellt wordenich glaube also noch cinmahl erinnern zu müssen, daß sie damit gar nichts gemein hat, sondern ein allegorisches, alchymisches, mystisches Geschwätz enthält. -- Dells Hoests rssipresenrsrivs, e stel mosto sti rsp- xretcursie le tsvole lcenicste, Dilc. sti sZnxcl. InZeßneri, Herr. 1558. 4. Ven. 17Z4. 8. (Was von der dramati. schcn Poesie, S. i - 74 darin gesagt wird, ist in antiquarischer Manier; und von S. 75-1-0 finden sich allerhand Lehren über das Spiel der Schauspieler, und ihre Kleidung, über Einrichtung des Thea, tcrs, Beleuchtung, u.d .M.)—. Dist- corto in cui . . . st molirs > crime st postsno tcriver cc>n molcc losti le Lomestie eLrssscstie in proks, c cli mol- ri prccerri rii corsl srrc copiossmsure st rsßions, rii Agost. bsticliele, Ven. 1592. 4. — It!s>osts in stifes» clel merro nelle sioeste . > , c in siarcieo- lsie nelle "Lrssest. e Leinest, conrrs il garere sti h. Ken! (s. oben) sti Maulst, stummo, Post. 1601. 4. (wovon Übrigens auch noch der achte seiner, bey dem Art. Dichtkunst, angezeigten Diicorst handelt.) — Vrsrrsco stells Hoests sce- nies, Disl. sti stre. ^It> DrsAlst, Lrelc. 1625. 8. Dell' unirs stells strvvls strsmmsrics, von Agost. Mascardi, der siebente Disc, im itcn Th. s. hrose vol- xsri, Ven..i6zo, 12. — Deli'imits- 2ione strsmsrics, lssgionsmcnro sti Vrsnc. Xägngor, Ven. 1667. 8. —» Dilcorlo cririco inrorno sll» poests strsmmsrics, stell h. hrsnc, stulvio, Ven, 1675, 4. —- Dells Hoests res- rrsle sncics e mosterns vvtt Giov. Bisso, bei) s. Inrrostusuone slls volZsr Hoests, hsl, 1749. 12, ldvm. 1777. 12, — Diicorst ioprs l imics^ione strsmmsri- cs xer UN stiloloZn 'hotcsno, hir. 1765. 12. »»» Lonststersrione losirs il 1'esrro, von Pict. Bicchierai, Keys, Trspl. Virginis e LIeone, hir. 1767. 8- — hsZ^ionsmenro lülisrrsAics e co- mics s>ocsts, sti Livv. hj?2i . . . D r ä kom. 1772. 8. — — In französischen Sprache: De ls stilpostcion stu pncme strsmsriczue, eine, von dem Verf. des folgenden Werks angeführte: aber mir nicht näher bekannte Schrift.-- Ls hrsricsue stu Bstesrre, s>. hrsne. Ilestelin, iWbe st'chubiiznsc, hsr. >657.4. Verm. ihnlk. >715. 8. zTH. firirgl. Leinst. 1684.4. Deutsch), durch W. B. Ad. v. Steinwehr, Hamb. >757. z. (Oa das Werk, zu seiner Zeit, für wichtig gehalten wurde, und doch, ungeachtet s. Ucbersetzung, unter uns wenig bekannt ist: so wird der Jnnhalt desselben hier eine Stelle einnehmen können. Das erste Buch handelt, in 8 Kap. ste Is ne- ceilirs stes stech, er en czuel estime iiz onr ece psrmi les /Zncienz; ... ste ce czuil tsut encenstre psr pisriczue stu Liiesrre; stes reZIe« stez^ncienz; ste ls msnierestonr on stoit zst'nllruire s>c>ur rrsvsiller auhoeme strsmsricsus (Mit den Studio der Theoretiker soll man anfangen; und dann die Dichter selbst lesen); stes ipcchsreurs, er commcnr is hoere les stoic rc^srster; stu melsnße ste Is representsrion svec Is verirs ste l'schioi) rkescrsle; ste czuslle msniees le s>c>erc stoic tsire connoiree le.? ste- coesrious, er lez schivns uecellsieez stsn? une siieee ste rhestre. Das zwcyte Buch, in >0 Kap. Du tuzcr; ste Is ves!- temlzlsnce ; ste l'unire ste l'schion ; ste ls conrinuire ste l'schion; stez kulioi- rez s steux iils, stonc l'une est nom» me kssiisaste; ste l'unire ste lieu; ste l'erenstue ste I schion rliesrrsle, ou stu remps er ste Is sturee convensble su sioeme strsmsricsue; stets pres-srsriou stes incistens; stu stenouemenc, nu ste Is csrsltrnsikie er iissue stu pvems strsmsricsue; ste Is Lrsqicomcstie fwo er sehr richtig bemerkt, daß der glückliche Ausgang eines, sonst tragischen Stoffes eine solche Benennung nicht erfordere). Das dritte Buch, in 10 Kap. Des s^r» lies ste czusurire stu s>»eme strsmsc. er specislemenr stu proloAue; stes epi- sostes iclon Is stvchiine st'/Zrillorc; stes /lccheurs suc. ou s>rem. rccirsreues stes Dra D ra stc; epilockez; ckes cssocurs; cles incervsles ckez söbez; ciez fcenes; cle; monvlnAuez; ckez a porre; clez Dances. Das vierte Buch, in 8 Kap. Ve5 perlorinvAcs c>u sdleur«; ckcs clis- cnurs cn genersl; cies narrsricins j clcg clelidersrivnz; äcz ciilc. ckickzfficzues; lies ckilc. p-ctrcriczucz; ckez fi^urec; tic5 lpcÄaciez, mocirine!, ckecora- riuos. Als Anhang findet fich dabey eine fhcwiz'le er Lxslnen cke Iz l'raß. cke liopkvcie, inrir. ^svx, für les prin- cipsles re-lc«, ein Ingenieur cle I-r ll'rgA. peurliee, und ein f^roser pnur le reealilissemenc ciu l'kescre trsnc. Ein andrer, aber im StcnBde. der Xscm. S6z. 12. die aber nur dem Titel nach bicher gehören, weil sie nichts als Zergliegerungcn von den Trauerspielen Svphonisbe, ScrtoriuS, und Oedip des Corneille enthalten, und die eigentlich dadurch veranlaßt wurden, daß dieser, in der folgenden Schrift, das Werk des Aubignac nicht angeführt harte. — Die bekannten drev Oilenurs des P. Corneille, welche zuerst, bey f. 'Lkescre, ?->r. >6öz. L und nachher bep den sclmmtlichcn Ausgaben f., .W. immer wieder mit abgedruckt worden sind; von welchen aber nur eigentlich der erste und dritte, von dem Nutzen und den Theilen des dramatischen Gedichtes, und von den drcy Einheiten hieher gehören. Deutsch finden diese beydcn sich in dem ,ten und qtcn St. der Beytr. zur.Historie und Aufm des Theaters , Stuttg. ,750. z. Einige Anmerkungen dazu hat Voltaire in f. Leun. ment. tur Lornei'IIe (vcuvr. B. c-5- Ausg. von Beaumarchais) gemacht; aber in G. E. Hessings Dramaturgie ist der Werth derselben' genau bestimmt worden. — La retormzcion ckez 'Llicwrrez, p. ^lr. (Louiü) Idiccoboni, I'ar. 174z. 12. — Oblervsrionx tue le l'irearre, p. Zcsr. (krsnc. /^nr.) cle Llievricr, ?ar. 1755. 12. (ZurVcrtheidigung der Sittlichkeit des Theaters überhaupt.) — Ln- rrericnz für la poefie cirsinsrirzue, von D. Diderot, bey f. I-ils irsrurel, I^zr. 17x7. 12. UNd Uilcours cke lg peeils ckrzmgliczue, von ebend. bey f. kerc cka Mamille, par. 1758. 8. Deutsch, bei) dem Theater desselben, von G. E. Hessing, Verl. >760 und >78'. 8- 2TH. (In Frankreich fanden die Behauptungen des Verf. mancherlei) Widerspruch; vorzüglich veranlaßten sie die pcrires lerrrez lur lex Pransts ttliitolnpiiex, I'ar. 1758« 12. von Palissot, die auch in die Samml. f. W. als in den ersten Band der Aueg. von 1788. q. g B. aufgenommen worden sind, wovon aber nur eigentlich der zwcyte gegen Diderot allein, und zwar gegen das ersterc Werk desselben, gerichtet ist. S» gegründet manches scyn konnte, was ihr Verf. dem H. O. vorwirft: so gcwiü ist Diderot doch tiefer, wie irgend einer seiner Vvrgclnger, in das Wesen des Drama überhaupt eingedrungen.)— Oisser. rariou. . . für le poeme ckramsriczue^ coriceinsnr I» ?r»A. er la Lomeckie, oü l'on fair prccecier le poeme epi» czuc, er luccecker äivers supres Genres cle ?c>efie qu! Is plupsrc onr cke ls connexion rivec le Orame . . . par chlr. cle Vouliricres, bstor. 1767. 8. z B. Du l'lieorre, ou noueeb Lssai für I'arrj ckrsmsrique, Tömlb- ,77z. 8- Deutsch, nebst einem Anhangs aus F. W. v, Göthc Brieftaschen, Leipz. -775. 8- (Das Werk, welches aus -s Kap. besteht, deren Jnnhalt hier zu viel Rain» wegnehmen würde, cnthcllt eine Menge sehr wahrer, obgleich zuweilen übertriebener Regeln. Er wünscht das Drama überhaupt zu einem wahren Ge- nulhlde des Hebens und der Sitten zu nia» Z)y z chen; ?l4 Dra D r a chcn; daher er, z. B. die Versification dessttben verwirft, die übertriebenen Eha» rattere nicht leiden will, u. d. in. Vor» züglich empfiehlt er das eigentliche Drama.) In cngliscbcr Sprache: Lila/ otäramaclclcpoel^, lbonä, 166K. 8. 169z. 4. von I. Driften, und bc» s. Oramariclc vvorlcs, chonä. 1762. L- Deutscl), im 4tcn St. S. 50 von G. E. LessingS Thcatr. Bibl. Stnttg. 175z. 8. Bei) ?!. Hurds Comnicntar über die Epistel an die Pisoncn, eine Abhandlung über die verschiedenen Gebiete der dramatischen Poesie, im 2ten B. der deutschen llcbers. — 7V generas Vierv okcbeLcs- ^e, bz? bllr. VVIllcea, Donä. 1759. 8» (Das Werk besteht aus vier Abthcil. wo» von der erste, in 7 Kap. Ot rbe Lraße, Irsuterotocier^anä rbe äitaävanragex nnrer vvkicb ic laboura; ot ärsmar. enrerrainemenrz eu Zeneral, anä ob rrsgcä/; ot rbe äitlercnr tpecies ot "DraZsä/; ot comcä/anä irs enä; ot rbe äetetks ot rbe spanisch Orama, ot rbe lralian Drama, ok rbe trencbLra- »e, anä ot enAÜtb Lomcä^; ot tarce, anet ot Opera, rlicarrical btulic snel panrnmime; die zweptc Abthcil. in 7 Kap. On rbe chrc ot attinZ handelt; die dritte, in 7 Kap. ^ Sbore blftori- csl accounr ot rbe ftage, anc. auch meutern; und die vierte, in 6 Kap. ^ cricical examinarion ot rlie merirs snä äemerirs ot rbe Principal pertor- mers In bnglanä anci Iretancl enthält.) — 7^n lttta/ upon rbe prelenr Srare vt rbe Vbeacrea In trsnce, Lnxftanä snä Irgl)r . , . l.onä. 1760. 8. (Nach einigen vorläufigen Bemerkungen handelt der V. in zz Kap. Ot rbe circumftan. ces rkar rencter pla)'5 Inccreltln^; ot rbe tource rvbence riiete ettetts ot paltlon proceeä; rulez ro be obterveä In äcavvinA ot caratters; ot rt>e con- ftruttlon ot rbe table; ot unlc^ anä iiwplicic^ Inrkeärama; ot äivcrsic/ in clramacic poema; moclcl ot a per. sett InrriZue; ot rtie merkoä ot con- iraltlnß cbaraüers; ot rtie turbcria äella tccna, or cbcarrlcal arrltrce; kraAeä^ confiäereä rvlrb re^arä korbe paltlon5; tarrker explicarion ot rbe tub;etb; rules ro be obterveä in Erzwing rbearricat cbarattcrs; ot rbe ule ot rraAeäy; rrsgeä^ contiäereä In an abftratteä anä merbapliilical ligbr; tolurion ot rbiz äiibculc^; ot rructr anä probabilirzi In äramaric poema; ot rbe äiiterence berevecn rbe rrue anä rbe probable; äircttionz kov to pretsrve tbe contlitenc^ otcbaraÄerz; l'raocä/ contiäereä as a rvorlc ot arr; vt rbe beaur^ vt a ^oscicat ttile ; ap» plicacion ot wbsr baa been aävanceä In rbe ckaprer ok rra^cä/; vt rbe cboruz öt anrlczuir/; ot coineä^ in general anä In parricular vt rbe ira. lian; accounr ot rbe moft eminenr comie rvrirers ottranceanätnitlanä; ot tarce ; ot operas; vt rbe ettett.? ot äramaric repretcnrarlons on cbe minä ot man; vtrbs arr ot atting; ok rbe Iralian pla;'er5; ot rbe trencb pla^crz; ot rbe englitb pls^era. Die Schrift enthält zwar nicht lauter neue, aber eine Menge gut durchgedacht» Bemerkungen.) — Oir äramaric Oeniuü, b^ I?. läit- ternan, ftonä. 1772. 8- stke kile- menr« ot äramaric Lricicisrn . . . . by Will. Loolce, chonä. 1775. 8. Derttsck, mit einigen Zus. Lnb. >776. z. (Die Kap. des Werkes enthalten, a tlcecck ot rbe origin ot rbe ancienk ärams; ot rbe proloAue, cpitoäe, exoäe anä cborus ; ot rbe verte, re- cirarion anä mutic; ok rbe matlez; on rbe äivition ot rbearr. äeclamarion berrveen nvo attors; a äelinirlon ot rrageä^; ot table; vt manners; ot tencimenrs, ot äiÄion; ot rbe rbree uniriea; ot tomc intcrior rules; ot rragic tubscK« ; ot rragi - comeä^; ok rbe oriZin airä progrets ot anr. come- ä^; ot rbe larvs ot äomeä^; vt tcn- rimcural comeä^; cbac rbe cbaratters ot comeä^r are tar trom bcinA ss )>ec exbaufteä; rrberber rrsAeä/ or co- mcä^ be rbe more äiäiculc ro rvricc; ot panromime; ot tarce; a sbeccb ot rbe eäucscion ot rbe Zrselc anä roman D r a Dr a 715 rvmsn »klorz; General Inlirukk. kor juccceeiing in rbo zrr ok sJing, Ohn. geachtet dce Verf. ein eifriger Verehrer des Aristoteles ist: so scheint er denn doch auf keine Art in den Geist der Dichtkunst desselben eingedrungen zu scyn.) — OaS 6te - iZte Kap. des zweyten ThcileS der philolvgical Illlzuirie« )sm. Klar» ris, koirä. 178'. 8- S. IZ8 U. f. ent- hellt eine Menge ganz guter Betrachtungen über die Einrichtung des Drama überhaupt, besonders aber des Trauerspiels, nach Maßgabe der Vorschriften des Aristoteles.— ->» In deutscher Sprache: Dcmokcit, ein Tvdtengcspräch, von I. El. Schlegel, in dem itcu Bdc. der Belustigungen , und im zren Th. S. >77 s. W. Kvp. 1764. 3. — Ebendesselben Gedanken zur Aufnahme des dänischen Theaters, ebend. S. 251 u. f. enthalten eine Menge sehr brauchbarer Anmerkungen über die dramatische Kunst. — Drc» (vorgeblich) philosophische Abhandlungen über die dramatische Dichtkunst, finden sich bey dem Comischcn Theater von S ... . (Straube) Bresl. 17;?. 8. — Die Zu- eignungsschrift vor der (»oll F. W. v. Gerstenbcrg) aus dem Engl, übersetzten Braut des Bcaumont und Flctschcr, Ko- penh. 1765. 8. handelt von der dramatischen Täuschung, und von den Schwierigkeiten des versificirtcn deutschen Drama (aber sehr kurz.) — Hamburgische Dramaturgie, von G. Ephr. Lessing, Hamb. 1767-1763. 8. 2 Bde. Aür. 1785. 8. 2 V. Frzsch. von Junker, Par. 178;. 8. 2 Bde. — Im >9tcn St. S. 239 des Patrioten in Bauern, München ,76?. 3. S. 289 findet sich eine Abhandlung von dem Theater (Drama) — Oer 2tc Aufs S. 71 in den fliegende» Blättern von deutscher Art und Kunst, Hamb. 177z. », — Anmerkungen über das Theater, Leipz. 1774.8. (von Jvh. R. Mich. Lenz. Untersuchungen, ob der dramatische Dichter den Menschen , oder die Schicksaalc des Menschen darstellen solle, was die Griechen, und Franzosen, Voltaire und Shakespear eigentlich dargestellt haben, und wie aus der verschiedenen Bildung verschiedener Völker Verschiedenheit im Zweck des Drama entstehe. In deni neuem Trauer, spiel soll daher der Charactcr, in dem Lustspiel die Handlung das Hauptweck sepn. Der Vortrag fällt ins Poßierliche.) — lieber die Veränderungen des Theaters... von ebend. in s. Flüchtigen Aufsätzen, S. 86. Für. 1776.8. — lieber den Hauptzweck der dramatischen Poesie, von Hißmann , im otcnBde. S .55Z des deutschen Museums v. I. 1777. — Ucber Volks- schauspicle, und über die historischen Ge- mählde auf der Bühne, zwep Abhandl. in den Rheinischen Bepträgen zur Gelehrsamkeit, Mannh. Jahrgang 1779. 8. — Ein Abschnitt in I. I. Eschcnburys Entw. einer Theorie und Litterat. der sch. Wisscnsch. G. 21; u. f. der Ausg. von 1789. — Das ztc Hauptst. des zweyten Theils in I. A. Eberhards Theorie der sch. Wiffensch. S. 174 der ersten Ausg. — Die Vorrede vor dem 4tcn Bde. von K. Fr. Krctschmanns Werken, Leipz. 1787. 8. handelt vom Zwecke des Drama, von dramatischer Handlung, u. d. m. vorzüglich mit Rücksicht aus das Lustspiel. — —» S. übrigens die Art. Vomodie, Dichtkunst, Tragödie, u. a. m. lieber den Ursprung des Drama übert Haupt ist bereits, bey dem Art. Vomo- Vie, bemerkt worden, daß, da sich keine Handlung, ohne Personen, welche solche vorstellen, vorstellen läßt, und also zuerst Menschen, zu irgend einem Zwecke vcr- sammelt scyn müssen, che sie dergleichen vorstellen können, es sehr begreiflich ist, wie religiöse Feste dazu die Veranlassung gegeben haben, und wie das Drama also, mehr oder weniger, bc» allen Völkern, anfänglich eine religiöse Fcyerlichkcit, und der Stoff dazu aus religiösen Begebenheiten gewählt war. Jene Feste sind, be» allen Völkern, die ersten Verein!» gungspunkte der verschiedenen Mitglieder derselben, gewesen; und wenn die Vorsteher derselben, die Priester selbst, auch nicht die Vergcgenwärtigung religiöser Begebenheiten, oder dessen, worauf diese Feste beruheten, dabcy veranstaltet hätten, um die Feycrlichkcit desto eindringender zu machen, Dr a D r a machen, oder die Menschen dadurch daher zu beschäftigen, festzuhalten, u, s. w. so würde doch die, durch sie geweckte Einbildungskraft des Mensche» sehr leicht von selbst darauf gefallen seyn. Natürlicher Weise mußten aber diese Vcrflnnlichungcn, ursprüngliche mehr aus stummen Aufzügen , Prozessionen, oder dergleichen, als aus Reden, mehr aus einem bloßen Schauspiele, als aus einem eigentlichen Drama bestehen, so wie jenes Schauspiel selbst, nach Maßgabe der Eigenheiten der verschiedenen Religionen, bey verschiedenen Völkern, sehr verschieden ausfallen, und bei» den Griechen z. B. (in den Satprspielen) auf Erweckung fröhlicher, und bey den christlichen Völkern (durch die Mysterien) aus die Erweckung ernsthafter, oder so gar trauriger Empfindungen zwecken. Auch wird eS, aus diesem Unterschiede, begreiflich, wie bey den letzter», es sehr balde eine bloße religiöse Fcycrlichkcit zu scyn aufhörte, oder wie doch, neben demselben, sich sehr frühzeitig mancherlei), blos auf Belustigung gewichtete Schauspiele bildeten, und Menschen, ohne jene Veranlassung, sich nur zu dergleichen, zusammen thaten. Es bedurfte, indessen, bey allen Völkern, mehr oder weniger Zeit, che das Drama selbst, in der ihm eigenen Gestalt, zur Wirklichkeit gelangte; und es war de» den mehrestcn, wenigstens schon zu einer rohen Form gediehen, che cS eine bestimmte, ihm angemessene, eigene Stäte fand. Um daß, durch Menschen, lebendige Gemähldc von einer Reihe von Begebenheiten vollkommen dargestellt, und andre Menschen redend und handelnd aufgeführt werden können, müssen sich nicht bloS Gesellschaften dazu vereint haben, sondern dergleichen Gcmählde müssen auch zusammengesetzt, oder dramatische Werke geschrieben, und ein, zu ihrer Darstellung geschickter Ort, gleichsam ansgcrü- ,flet seyn. Eines läßt von dem andern j lch nicht trennen, obgleich, der Natur der stchacho gemäß, das Sine immer ehe, a!S d YS Andre da seyn muß, und keines der- se lben zugleich mit einem Mahle, in seiner Vollkommenheit da sevn kann. Von den, in Thierhäute gehüllten, das Antlitz mit Weinhefen beschmierten atheniensi, sehen Landlcnten, oder den, in Engel, Hohepriester, jüdische Weiber, u. d. m. verkleideten Schulknabcn bis zu einem Rooeius, Garrik oder Eckhof; von den ersten, wahrscheinlicher Weise, ganz stummen Nachahmungen irgend einer Begebenheit, oder irgend eines Menschen, und den, vielleicht bloßen mündlichen Erklärungen dieser Nachmachimgen, bis zu einem Oedip oder einer Andria, zu einem Mahomet oder cincni Misanthropen, zu einem Othello oder einer heimlichen Hcu- rath, zu einer Emilia Galotti oder Minna von Barnhcim; von dem Karren des ThespiS, bis zu dem, vom Peeiklcs erbauten Theater odcr den neucrn Opernhäusern , sind sehr viele Schritte zu durchzulaufen , und die Schwierigkeiten dabcy werden dadurch nicht wenig vergrößert, daß, mehr oder weniger, das Eine dem Andern zu Hülfe kommen uuiß. Ohne Menschen, welche Schauspiele gaben, die keine Dramen waren, würden, wie ge, dacht, wahrscheinlicher Weise, nie eigentliche dramatische Werke, und, ohne dramatische Werke, wieder schwerlich eine eigentliche Schauspielcrkunst haben entstehen können; und, wenn gleich, bey einigen neucrn Völkern, Werke jener Art (auf ihren inncrn Werth kommt es hier nicht an) ehr geschrieben worden seyn sollten, als sie, durch die Art und den Grad ihrer eigenen Bildung, dazu besondre Veranlassungen erhalten hatten, wie z.B. die Stücke unsrcr Roswitha im iotcn Jahrhunderte: so würde doch dieses, ohne dergleichen Werke bey den alten Völkern, nie möglich gewesen seyn. Was die Geschickte des Drama an- betrift: so versteht es sich von selbst, daß alle mögliche Arten menschlicher Handlunge» und Begebenheiten, so wohl ernsthafte und traurige, als fröhliche und lächerliche, u. s.w. und von diesen wieder mehrere Arten zusammen oder jede für sich allein, sich in dergleichen lebendige Gemähide bringen, oder aus Menschen aus D r a D r a 717 aus allen Ständen, und so wohl nur aus einem, als aus mehrern zusammensetzen lassen, und daß, diesem zu Folge, das Drama, bcy verschiedenen Völkern, sehr verschiedene und mannichfaltigc Formen und Gestalten hat erhalten müssen, oder in sehr vielerlei) Galtungen zerfällt. So gar bloS erdichtete, und übernatürliche Wesen lassen in diese Handlungen sich mir verflechten, oder dergleichen Handlungen, als durch diese ausgeführt, sich darstellen, wodurch denn die Anzahl dieser Gattungen sehr vermehrt worden ist. Nackrich. ten von ihnen sind, bcy den Artikeln So« moöie, Hirtcngeoicbr, Gper, Sn- t^riscbcs Sckauspiel, und Tragödie zu finden. Aber die Werke, weiche deren von ihnen überhaupt, und zwar bey allen Välrern, liefern, sind folgende: Lrvria crirics ele'Vearri anriolii e mocierni, nella «zusle ii rotzimis stell' origine e geuArcck» ckn» al remgu znesenre, stell» Vrogestia, stell» Oe>- mcsti», stel Oesm» in beluücs, e eil ogni cknc» sti ckmili componimenri peecko euere le ns^ioni, con . . . n<>- re stel 8. I). L»i lc> Vebpsiisno, Oper» stel 8. ckierrv Ljunnralli, dk»p. 1777. 8. Deutsch, Dern>78z. 8. 2TH. (Das Werk ist in drei) Bücher, und jede» derselben wieder in verschiedene Copitcl obgetheilt. Schon bei) dem Art. SoinoSie ist die Einseitigkeit und Partheylichkeit des Verf. öfterer bemerkt worden; zu Gunsten seiner eigenen LandSlcutc würde ihm solche zu verzeihen sc»n; aber er widerlegt die, gegen das italienische Theater gehegten, Vocurthcile der andern Völker durch Herabwürdigung, und durch falsche Darstellungen dcg Theaters derselben, so, daß man öfterer zweifeln muß, ob er nur mit den dramatischen Schriften der Italiener selbst genau bekannt gewesen ist. Auch hat diese Partheylichkeit einige, zum Thcil, bittre Kritiken über sein Werk, besonders von Seiten der Spanier veranlaßt, unter welchen die bündigsten in der, bey dein Art. Dichrkemj?, S. 6;8. 2 angezeigten Schrift des bampillaS zu finden find. Und zugleich vermißt man durchaus die Darstellung, der, dem Theater eines jeden Volkes zukommenden, eS von andern Theatern auszeichnenden, Eigen« thümlichkeiten. Er scheint seine Geschichte niehr auö den Nachrichten von den verschiedenen Bühnen, als aus den verschiedenen dramatischen Productcn der verschiedenen Völker gezogen, und nirgends Rücksicht auf die besondere Geistesbildung eines jeden, auf Zustand seiner Denkart und Sitten überhaupt, und auf die Ursachen und Veranlassungen derselben (ohne welche sich doch die Geschichte des Drama, bcy keinem Volke schreiben läßt) genommen zu haben, dergestalt, daß sein Werk mehr die Geschichte der Anwendung der vorgeblichen dramatischen Regeln, als des Drama selbst, geworden ist)— bsti- ckojrs umverteile stcs VUescrcs ste roures Ics däsrionx stepuis Vstczpiz jus^u'ü ne>8 zours .... ?»e. 1779. 8. (Ob dieses Werk, welches aus zü Bänden bestehen sollte, vollendet worden ist, weiß ich nicht. Nach den erster» >2 zu urtheilen würde aber auch dann, nach Abrechnung dessen, was über die französische Bühne darin gesagt ist, sich daraus nichts, als Unrichtigkeiten lernen lassen.) — Ein Aufsatz über die dramatische Dichtkunst, von Marmvntcl, vor den Ecket ä'oeuvr. stiamarilzuex ein Tckesree lck»nc. Usr. 177z- 1774. 4. 2 V. Deutsch, Leipz. 1774.8. (Ein bloßes, allgemeines Raisonnemcnt, in welchem cin- zcle, meines Bcdünkens, richtige Ideen mit sichtlich falschen abwechseln. — In dem zten Bde. der ckemsrHuex tue Ics Vrsg. stc )e»n ckacine, p. Oouis ck»- eine, ?»,. 1752. 12. finden sich verschiedene, hieher gehörige Eapitcl, als katiion ste preck^ue rvus lez peuples pvur t» pvelie ste»m»ri^ue; ckick. eis t» Hostie stram, ecke? ics Lrecx; ckick. ste l» pvecke stism. cke2 lezkdomoinx; blick. ste 1a pueiie stesm. invsterne und d. m. Auch gehören, im Ganzen noch hieher: Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters, Stuttg. 1750,8. vier Stücke, (von Gstth. E. Hessing und L. Mplius) und — Gvttp. Ephr. Hessings Thea- ?l8 Dra Theatralische Bibliothek, Beel. ,754« 1758. 8. q St. deren Jnnhalt, bey den besondern Artikeln, wohin die einzeln Aufs, darin gehören, angezeigt ist. Von dem Theater der alten Griechen und Romer, von der Einrichtung und Beschaffenheit ihrer dramatischen Stücke, von der Art ihrer Vorstellung derselben u. d. m. liefern besondre Nachrichten, in lateinischer Sprache: stvoucliii erlZo- nori eis VrsZ. er Lorn. stummenror, im 8ten B. S. >68» des GronovschenThe saurus, und bc» dem bindcnboegschen, so wie bc» mehrcrn Ausg. des Tcrenz, weil sie aus dem Commentar derselben über diesen Dichter gezogen sind. Sie enthalten vorzüglich nur Nachrichten von der Komödie. — lul. L. Lulcngeri cke Vhesrrv, st. cke luckis stccnieis eoruin» ezuc appororu rsm spuck Srscc. czusm Komsuos, stib. II, Vricsst. i6c>z. 8. Und in s. O puste. stußck. tZ. 1621. st. oB. so wie im ytcn B. S. 82z des Erckvischen Thesaurus. — Leo. stsdricii st)e stallu- lsrum, stuckorum, Vstescror. 8censr. sc lsccnicor. snci^ua coustueruckine Ii- hellus, tckeickell». 166z. 4. und im 8ten B. S. 1694 des Grvnovschcn Thesaurus, so wie bei» mehrern Ausg. des Terenz, als von bindcnborg, Zcuuc, u. a. m. — loh. stuck, stshricii cke luckis stcenicis stiki. in dem, vorher, zuerst angeführten Werke, cbend. S. 1714. — ^Il>. Leu- rilis L)e sudboribus er stpeclsror. stsku- Isr. nun nvcsnckis, ckistpursr. cbend. S. 1626. — In italienischer Sprache: Dell'Inckole ckel 1'escro sncico e mo- ckcrnu, von Gianrin. Eonte Carli, im zztcn B. derllsccolrs ck'opustcoli stcien- rist. er stiel, des Calogera, und im I ?tcn B. f. vpere, lcsil. 1784. 18 Bde. —> In franzosischer Sprache: Ickee ckes Lpestlsles snc. er nouv. p. kckich. cke sture, stor. 1688. 12. ö/lem. stur les geux steeni^ues ckes llomsins .... von Eh. Duclos, im aöten B. derbstem, cke lstbcsck. ckes Instcripr. — 8ur te pslstsas cke "stire stivc . und S. 145 der Ausg. von I?6z.) — ststilb. cku Vstearre ckes Lrecs UNd llepresteucsriou ckes picccs ckeVhes. rre d ^rhenes, das öpte u. 7vte Cap. in der Vo^sge cku seune ^nsestarsts. — I» englischer Sprache: Bey der engl. Uc. Versetzung des vorher angezeigten französischen Werkes, stonck. 1759.4. zB. findet sich eine Verglcichung des griechischen und englischen Theaters. — In den sti- vcs ost rhe llomsn llocrs, H7 st. (Nu- stus» stonck. 1726 und 175z. 8- 2 B. Deutsch, Halle 1777. «. wird, imatcnB. S. 207 u. f. d. d. ltcbcrs. von dcni Ursprünge und Fortgange des griechischen Drama; von dem römischen Drama; von einigen, das Drama der Alten betreffen, den Stücken; von der dramatischen Mm sik der Alten; von der dramatischen Fiction und Nachahmung; von den Sylbcnmaßen der dramatischen Poesie; von der Kraft der dramatischen Poesie, Leidenschaften zu reinigen, gehandelt. — In deutscher Sprache: Vom Theater der Alten, eine Abh. von M. Eonr. Curtius, bep s. Hebers. der Dichtkunst deS Aristoteles, Ha- nov. 175z. 8. —> Ueber die Dramatik der Griechen, von I. I. Rambach, in s. Archäologischen Untersuchungen, Halle 1778.8. und im zten Bde. S. 655. s. llebers. der Pottcrschen Archllologic. Von der theatralischen Müsch der Alten finden sich Nachrichten bey dem Art. Schauspielkunst. S. übrigens auch noch die Art. Ballet, Chor, Comodie, Tragödie, U. d. M. Von der Geschichte, dem Geist, den Eigenheiten, u. s. w. des Drama be» den neuer» oder christlichen Völkern überhaupt, oder bey mehrern derselben - llellcxions Hilst»-, er cririques stur les ckilsteeens Viiescres cke l'sturope . . . p. stouis lliccodoni, ?sr. 17z 8. 8- Tbmll. 1740. 8- Engl, stonck. 1741.'8. (Oer Verf. handelt, S. 1 u. f. von dem Italienischen, S. 4; u. f. von den. Spanischen, D r a Dra 71 nsschcn, S. 66 u. f. von bei» Französischen, S. uz u. f. von dem Englischen, S. 140 u. f. von dem Flamlllndischen und Holländischen und S. 157 u. f. von dem deutschen Thearcr; und ob er gleich nirgends in tiefe Untersuchungen sichcinlstßt: so zeigt sich doch allenthalben, wenn nicht der vollkommen gut unterrichtete, doch der um Unterricht bemühte, und unbefangene Schriftsteller.) — .^n Lssay upon rko prclenr8rare ob rke 1 Lea- rrc in Lrancc, hnglanst anst Iralz-..., honst. 176.0. z. ( Oer Jnnhalt desselben ist bereit» vorher angezeigt; nur ein Theil davon gehört hiehcr.) — Bemerkungen über die Theater zu London, Paris und Wien, Gött. 1787. 8. gegen welche die hcrcres st UN LampaZnarst . . . biannov. -788. 8. gerichtet sind. — — Von der Geschichte, dem Geist, den Eigenheiten u. s. w. des Italienische" Theaters besonders: ha Drainrnarurgia cii heone /zllacci, stiv. in ferro in- stici, Lom. 1666.12. Berichtigt, vcrm. und fortges. (von Apost. Zeno) Von. >755. 4. (Ist nichts, als ein alphabetisches Vcrzeichniß von italienischen Dramen aller Art.) — Vor des Scipio Massel Bearro iraliano, c> f!a fcelca eio ^ra»ccl!o per uto stells lcena, Ver. 172z - 172g. 8- Z B. findet sich eine Iltoria fiel Bcarro Iraliano e stitefa cii csso. — herrre für tes 8pe7Zi.)8.2B. Deutsch, was eigentlich zur Geschichte gehört, nebst seinen Auszügen aus cin paar Jtal. Trspl. und aus der Calandra des Bibicna, im atcn St. S. iz; u. f. von G. Ephr. Lcs. sings Theatral. Bibliothek. — In dem Bhearre st'Irslie des Cedvrs, Lar. 1758. >2. r;Bde. findet sich eine kurze Geschichte der italienischen Bühne, eine Vergleichung mlt der französischen, und Nachrichten von den dramatischen Dichtern der Italiener. — Be» des Ant. Planelli ital. Ucbcrsetzung der Formcyschen Lrincipeo elemencaireo ste.)r 8. 8hsrp, honst. 176z. g. wogegen Gill!. Varetti s. — I^ceounr ob che mannc^z anst cuüomz ot'Iral)-, honst. 176g. 8- schrieb, in welchem das rite und i-teCap. von der Geschichte des ital. Drama handelt. — In dem 6tcn B.. der Opere stl 8. Lerrinelli, Von. 178z. 8. findet sich ein H>ibcor5o Lopra ilVea- rro italiano, der zuerst vor s. dce» Trauerspielen Bassano 1771. g. erschien, und Deutsch im Theaterkalcndcr vom I. 177? gedruckt ist. — S. übrigens den Art. Gper. Die, von dem Drama der Spanier handelnden Schriften sind bey dem Art. ComoSic, S. ;;z angezeigt. Au diesen kommen Noch: LI vefennaAgstorstcl Besrro, Irtast. 8. eine, meines Wissens, noch fortgesetzte Wochenschrift, welche von den vorgestellten Stücken Nachricht giebt. — Auch finden sich noch in den, bei) dem vorher gedachten Artikel, S. 552 angezeigten französischen Ucbersctzungcn spanischer Lustspiele, einige, obwohlzicm- lich einseitige und flüchtige Bciitrstge zur Gesch. des spanischen Drama. Von der Geschichte und den Eigenheit ten des Drama in Frankreich: Das, vorhin angeführte >stem. des Ch. Duclvs, 8ur les zeux Lcenilzuez stes liomains, giebt auch Nachrichten von denjenigen, czui vnr preceste en Lranee la nsiss- Lance stu poeme stramariezue —» so wie die Oisterrarions des Le Bcuf (S.9;) und die Loefies stu Lo! ste Issavarre, B.,. S.lZ? dergleichen ven einigen, im roten 720 Dra Dr a «aten Jahrhundert in Frankreich geschrie« denen lateinischen Trauerspielen. — che '1'Iie.irre trgn^ois en rrais b.ivrcs oü il est riglre de I'ulgAe de la Lamedie, des gnreurs czui laurieuueiir le Vlieg- rre, er ein Ig conduicc des Lamediens, d-^on 1674. 12. von Sani. Chappu- zeau. (OaS Werk enthält mehr Schutz- schriftcn für das Schauspiel und die Schauspieler, als historische Nachrichten.) — Idistaire du Viiegcie trau^nis jus- l ^u'ü lylr. Lorueille, von Bern. v. Fön-' tcneile, in dem ztcn B. s. Oeuvres der Pariser Ausg. von 1742. (Sehr genaue Untersuchungen anzustellen, war nicht Fon- tcnclle s Sache; er war einer der ersten, weicher den Troubadours eigentliche dramatische Arbelten zuschrieb. Aber, was er erzählt, erzählt er sehr angenehm.) — Bey dem Usrnolle kron^ois des Tirol! du Tillet, Par. >7zz. C. finden sich re> liex. tcir les lpebrgcles trguzois, worin einige Nachrichten enthalten sind. — Liizlinilisczue des Vliegcres, cvnre- iisur Ic Oorsl. glpligbcr! OgraioAue rgilonue de leurs pieccs , gccompg^ues de nores ldstor. er cririczues, Usr. >7Z4» >756. 12. ,7 Bde. ( Von den Gebrüdern, Franc, und Cl. Parsait. Die Auszüge gehen nur bis in das erste Viertheil dieses Jahrhunderts ; das Werk ist mit vielem Fleißc geschrieben.) — däem. paur lervir ül'tii» stciire des TNegrres, de Ig decgden- ce des lpcölgcles, er cie Icur renou- vellemeur, in dein dderc. cie drsuce, December 17z; und Febr. Apr. Map, Inn. Jul. August und October 17Z6. — lte- clierclies lur les Vticsrres che I'rsnce» depuis l'annee 1161. zushii'ü prefenr, p. Xär. (?ierre kstguc.) Ooclgrr de öeguckgmp, pgr. 17z 5. 4. in einem und 8. in drey Bänden, und 174z. 8. z V. (Der Verf. fängt, wie eS auch der Titel besagt, mit den Troubadours an; und hält sich an den Mährchcn des No- steadamus, deren Werth in neuem Zeiten aber zur Gnügc.ins Licht gesetzt worden ist. Vorzüglich scheint es ihm um die Fortschritte des Lustspieles, in Rücksicht auf Sitten und Gesinnungen zu thun zu sepn; von de» Mysterien und Mora- litäten, Sotien oder Sottisen u. d. m. handelt er sehr kurz; mir dem Jodcllc wird er umständlicher; und nimmt von da vier Zeitpunkte für die Komödie an; als vom I. 1552->575 oder bis zu Garnier; von diesem bis zu Al. Hart», oder dem I. 1621; von Hardy bis zu P. Corneille, oder dem I. >6;?, und von da bis zur Zeit, wo er schrieb. Der drittcTheil des Werkes liefert Nachrichten von de», seit dem I. ,548 bis 17z; gegebenen französischen Bastelten.) — ^imgnsc des Viiegrre . .. l-gr. 1744. >8- (der aber, so viel ich weiß, nicht fortgesetzt worden ist.) — ll .es Lpeistscles de I?gr!s, ou 7^1>r>»r>!ic liistur. er clirdrial. desVlieg- rres, gvec... un egroloi-ne de rc>u- res les pieces restees gu Nhegcredgns les ditterens spebtgelcs, les nnms de raus les gureurs vivgns, er Ig liste de leurs cuvrsges, ?gr. 1751 .24. Fortgesetzt bis jetzt. — dlstg! iur Ig cannois» lgiice des Nliegrres p. öär. du Llzi- ron, per. 1751. 12. — Vglilerces dramzriczues, canrenonc I glueZe de l'Iiistaire du Vliearre tronzvis, l'ecg- bistemeiir des Viiearres ü ?gris , un Oiötianiigirc des pieces erc.. . p. le Lliev. (Lkorl. de dieux) dehäouliy, kor. 1752. 12. und hiczu in der Folge Supplemente, welche, mit dem erstem zusammen, endlich, unter dem Titel: 7^l>re^e de l'ldistnire clirauvl. du Vliegrrc trsne. I-gr. 178». 12. gedruckt worden sind. — Iteperraire de raus les ouvrsAes restes su ck'hegrre bron- Hais, von ebcnd. ?gr. 175z. 12. —' Oibtiv- Dra Dra 721 Oiöbionalrs porrsrib stes Vlievrres, p. bstr. ste Herls > hsr. 1754.8.-- Herr- res billor, er crir. st'un Oomestien ste Lolconste, ou Lriri^ue stu Vtrevrre strvne. t. l. er v. 8- '— h'oblervvceur stes Lpetlvelcs, ou s^necstores rliev- rrsles, har. 1756. 8 lstv^e 176z. 8» sB. (von Frcs. Ant. de Chcvrier) — Oiebionuzirs stes Vdesrres ste ?srls, conrenvnr roures les pieces 2. 7 Bde. (Von den Gebrüdern Parfait.) — Lvules ste l» stecsstence stu gouc lür le lchearre, oü I'on rrvire stes stroics, stes rviens, stes saures stes sureurs, ües stevoirs stes Lomestiens, ste ce izue Is lociere leur stoir, er ste leurs ulurpsrions t'unesses a I'srr strsmvti- czue, ?vr. 1768. 12. s B. (von Ehar. Pentier) — Lidlivrlieczuc stu VIrcarre trvn^ois .... psr. er Oresst. 1768. L. z B. verm. >770. z. z B. (von dem Herz, v. Volleres) — Le nouvesu Lpedts- reur, ou examen nouvei stes pieces stu Vlieacre, I'sr. >769. 12. In denn , Vlieskrelrsn^ois, psr. 1769. 12. 14B. welches die bis dahin auf der Bühne gebliebenen Stücke enthält, finden sich allerhand historische Nachrichten über diese Stücke und die Verf. derselben. —- -ö.nec- stures stiamariczuez, eonrenanr UNS norice ste roures les Vrsu. Lomest. ere. zouees ü ?aris er cn province, las noms stes sureurs, U. s. w. hsr. 1775. 12. z Bde. — Oidbion. strvmvc. eon-- renvnr l'Irickoire stes Vliesrres, les reales stn Aenre strsmsriczue, obter- vscions stes nivirres les plus celebres» stes restex. nouvelles lur les lpeöbscles, Ersier Theil. lur !e Aenle er lur Is constuire ste rous les Genres, svec les noriccs stes mciileurs siieces, Ic cscvl. ste rous les strsmes, er celu! stes sureurs strs- rnsrilzucs. ?ar. 1776. 8. Z Bde. --- Journvl strsmsriczue, Vsr. 1776. g. (Von Merineourtj wie viel Stücke aber davon erschienen sind, weiß ich nicht zu bestimmen.) —» b.es rrois Vkesrrez ste ?sris, p. IVlr. Oebcllsrr, ?sr. 1777. l 2. — Oil'cours lur l oriZine er les progres st - l'src strsmsrique (in Frankreich nsthwlich) vor dem zrcn Th, der nsles puer. Deutsch im Taschenbuch für die Schaubühne vom 1.1780. — kllsis kickorilzues lur l oriZine er les proAres ste l'srr strsmsclczue clr k^rsnee, ?sr. 1784-1786. 16. (Das Werk gehört zur ?ecire kibliociieczue stes Vbcscres, und begreift nur, ausser Nachrichten von den früher» Mysterien, Moralitckten, Farcen u. d. m. die Geschichte des Trauerspieles bis auf Harb». In denstolgendcn Bünden hat die Geschichte des Lustspieles geliefert werden sollen ^ ob - und was davon erschienen ist, weiß ich nicht?) —- Lolluinos er l^nnsles stes Arsnsts Vlies, rres ste?sr!s, psr 1786 U f. 4. Mit v. K. jährlich 48 Nummern. (Ob mehr als zwep Jahrgänge erschienen sind, weiß ich nicht. Die Pracht des Werkes abgerechnet, enthalten sie nichts vorzügliches; die vornehmsten Schauspieler und Schauspielerinnen sind in den wichtigsten ihrer Rollen darin abgebildet, und Nachrichten von ihrem Spiel und den neuen Stücken darin geliefert.) — — Die, von der Geschichte des italienischen Theaters ;n Paris handelnden Schriften sind bei) dem Ärt. ComöSie, S. ;6z angeführt. S. übrigens auch die Ärt Ballet, Gper, Gperette, Parovie, Trauerspiel u. d. m. Von der Geschichte, den Eigenheiten u. s. w. des Englischen Theaters: Ein Verzcichniß von englischen Schauspielen findet sich bei) der Tragikomödie, Otis csreleis Lbeplierst, von Th. Gosse, I^onst. 1656. 4. verm. von Fr. Kirkman, 1661. (Aeußerst mangelhaft und nach- 3 Z läßig.) 722 Dra Dra läßig.) 8borr Ditcourte on rbe LnZIitk SrnAe, bcy Rich. Flcckmvn'S Dove's liinZelom, Donck. 1674. 12. ---- Stomas rriumpbsns, Doncl.1687. 4. und eben dasselbe, unter dem Titel: ^ nerv Daral. ot enZIitb kfta^-s, conr. (lomeciies . . . Donel. 1688.4. Sehr verm. und vcrb. so wie anders geordnet, mit der Aufschrift: /^n s^ccounc ot rbe enulitb eiramaricle ?oers> or torne Dbtervarions anei rernarbs c>n rbe Ii- vcs anel wrirings ot all rbote rbac da» ve pnblitkeck cirker Lomcciies > Vra- Aecl. erc. in rbe enßlitk rongue, b^ (ser. Dangbaine, Oxt. 1691. 8. (So mangelhaft das Werk auch ist: so sehr ist es denn doch von den folgenden Schriftstellern über diese Materie benützt worden.) Dives anck LbaraKers ot rbe Dnglitb Oramar. Doers.. . b^Lb.Liil- 726. 8- (Ein Auszug aus dem Werke des Langbainc mit Aufsitzen) tlickoria ltickrinnica: an bickvr. T^ccounr ot rbe DnZlitb Srsge, tbewing rbe sncient vte, Improve- inenr anft perkettion ot ciramacic re» pretenrarion in rbis narion, in a elial. ot pla^s snä Players, bysssm. V^eigbr, im I. 169? geschrieben; und im istcnB. der 8elctt collettion ot olä plays (S. ZZ? der Ausg. von 1780) abgedruckt. Lompariton berween rbe rwoLcs- ßes (als so viel Schauspielhäuser damals in London nur waren) by Vir. Qilckon, Donel. 170z. 8- Uotcius T^nZlics- nus» or bickor. View ot rbe 8raAe obrer beinZ tupprcitecl in 1644 ro rbe reckoracion ... by ). Oawnes, Donel. 1708. Z. — cornplearLarslogue ot sll rbe plays rbar were everyec prin» reck in rbe cnglitb lanAuage.. D.>7/4. ucrm. >726. 8. — 8rsre ot rbe cate berween rbe Dorcl Lbainberlain anel rbe kloyal Doinp. ot Lomeelians . . . Donel. 1720. 8- (Ucber die, von dem erstem befohlene Dcrschlicßung des einen Schauspielhauses.) — Doerical-ftegi- tier, or rbe Dives anci Dbaraäters ot all rbe Lnßlitb ?oecz, wirli an ac- counr ot rbeir wricings ... by (Liiles ssacvb) Donel. 172z. 8. 2 B. i?zz. 8. a B. mit K. (Das Werk ist zwar auf Langbaine's Arbeit gegründet, aber viel sorgfältiger ausgearbeitet, und von allen folgenden Schriftstellern über diese Materie benützt worden.) — Detencs ot rbe Lra^e s^ainck Daw by). Dennis, D. 1726. 8- (Eben auch in Betreff eines Schauspielhauses.) — Dlickorical View ot rbe Zrage, von Eold. Cibbcr, bei) der ^pology tor bis own lite, Dornt. 174» und >750. 8- — ttickvry ot rde Dußlitb 8ra»c, Donel. 1741. 8. (Ich habe das Werk, als von Th. Vetterten versaßt, angeführt gefunden; da aber dieser schon im 1.1710 starb, und ihm auch nicht, in s. Lebensbeschreibung von Cibber, ein solches Werk zugeschrieben wird: so wäre cS möglich, daß es nichts, als das vorhergehende wäre.) — Dir, vorder, von Dodslc» herausgegebenen, 8eleöt Lollettion ot olci Dlayz, Donel. 1744. 8. 12 V. verb. >780. 8. 12B. befindliche Vorrede enthält gute Nachrichten von der englischen Bühne, welche, in der neuen Ausgabe mit einem Supplement vermehrt worden ist. — ^ Dick vk all rbe cirsmaric s^urirors wirb tows accounc ot rbeir lives, anck ot all rbe ckramaric pieces ever publitb'ä in rko englitb lsnAusZe, ro rke Vear 1747. von Whinkop, bey dem Trauerspiel Lcanckerbe», or Dove snä li- lzcrc)', Doucl. 1747. 8. — Vor dem zten B. von Wardurtvns Shakesp. Lond. 1747. 8- finden sich Untersuchungen über den Ursprung und die Eigenheiten des engl. Drama. — Vbe Lompsm'on ro rbe Vbcsrre, or a View ot our mock celebrareck clramaric pieces, Danä. 1747. 12. -B. 1760. 12. sB. — Vde Izrirritb Vbearre, conraininZ rke Di» vcs ot rbe enAlittr «tramaric Doers, wirb an secounr ot sll rbeir pla^s» roßecber wirb rbe Divcs ot mock ot rbe principal attors ss well as ?ncrs, ro wkicb is preiixeck a tborr view ot rbe rite ancl proßrets ot rbe DnZI. 8raZe, b^ Will, Dkerwooct, Donä. >749 und 175z. l2. (Das Werk ist in der ersten D ra Dra 72z ersten Ausgabe dieser Theorie, zu Folge der Nachrichten von andern Schriftstellern, unter einen, unrechten Titel angeführt, und weit zu früh in das vorige Jahrhundert, gesetzt. An und für sich selbst ist es nicht allein Äußerst nachlllßig abgefaßt und voller Unrichtigkeiten, sondern auch voller cigenmllchtiger Erfindungen.) — chSilceUsncvus Dill'errsr. iiissor. crlcic. snck mural on rlis oriZin snck snti- ^uir^ ot VtaiHucrackes, plsvs, poetr)- . . . t>>- IZctlon, Donck. 1751.8. — Iche auickc ro rlie 8rsAc, or telebt ln- ttrubtivns, t.vnck. 175,. 8- — Bke ckramaric Lenlor, I.. 1752. 8. ein Stück, von Sam. Oerrick. — kam. vn ctie prelenr d'rars vt che Zrsge oh Orcar Uric. snck Irclanck, tonck. 175z. 8. — Bticarricsl recvrcks, Donck. 1756. 12. (Sehr unzuverlllßige Nachr. von den dramat. Oichrern und ihren Werken) — Bcvv ldiiterrsr. on ctie Blies- lies, b>)r Btieopli. Oililzer, I.onck. >756 und 1759. 8. ( Chestcrfields bekannte Rede für die Frepheit des Theaters ist darin mit abgedruckt) — Ichs tlieacrical krxsminecr, Dvnck. 1757. 8- Bliearricsl revierv, or eVnnals vt rke Drama, tor tchc Vcsr 1757. t,onck. 1758. 8- — On rlie original anck che jirctcnc Lracc vt rke Drama, tonck, >7 53- 8.^ Oriricsl restex. on rstc olck enZl. ckramaric VVrirers, l-onck. 1760. 8. und vor Phil. Massingers VVurlcs, Donck. ,7,16 und ,77s 8- 4V., so wie in den prosaischen Schriften ihres Verf. G. Collinanns, Donck. 1787. 8. zB. — Blie liiitvr/ vt rtic Bticarres ot l^vn- ckon snck Dudlin, trom tste Bear >7zs t« rlie >>relcnc rimes, ken^. Vittur, Dvnck. 1761 - ,771.12. z Bde. — Blies- trical Diiczuilirions, Dvnck. 176z. 8. — Oompsnion ro rlie pls)' » lrvule, vr an lnlloricsl sccounc ot all cke ckrs» msric VVricecs anck rlieir vvvrlis, rliar liave sppesreck in Lreac Urirain anck Irclsnck, trom rlie commcncciiienc ot vur rlicsrri'csi exliidicions . . . Bonck. 1764. 8. aB. Sehr verui. und verb. unter dem Titel: LioZrs^liis ckrsmarics» vr a Oompsnion ro rlie pls^-tioute .... Bonck. 1782. 8. -B. (OerVerf. dieses Werkes, welches in seiner Art da» zuverlllßigste ist, war Oav. ErStincc Baker. Es ist nach de», Alphabeth geordnet ; in der zwcnten Aust. enthlllt der erste Band die Nahmen der Oichter, und der zweyte die Nahmen der Stücke, deren überhaupt mit Jundcgriff van Opern und Operetten, zgio sind.) — On rlie ori- Zin »t rlie en-litk 8rsAe, ein Aufs, im Itcn V. S. 126 der lieliczues ot snc. poerr/, Ausg. von 1765. — Bkcsrri- csl esinpsiZn tor 1766 snck >767. Bonck. 1767. z. — Blie tlieacrical Monitor, or Lrsge chlansgemenr snck Orcen-Iiovm laick open, Bonck. >768. 8. — Blee LoventAZrckcn Olironicle, Bonck. 1768.8.--- Bche ckramaric Oen- tor, B. 1771. 8. a B. (Unter den verschiedenen, vorher angeführten Schriften, welche Nachrichten und Kritiken von den, in den verschiedenen Jahren vorgestellten Stücken und dem Spiel der Schauspieler liefern, ist diese eine der bessern.) —» Blta^ on che tsriricsl enrcrrainemenr ot rlie LrsZe, B. 1772. 8. — Blies- rrieal ktsvierv . . Bonck. 1772.12 2 B. — Bliearrical Vluteum, B. 1776 8- — Bls^livulc Uoicer Oumpsnion conr, an sccounc ot sll rl>^ ckramaric au- rliors, rvicti s litt ot riieir ivorsts, B. 1779. 12. tcin unzuvcrlllßiges, elendes Geschmiere.) — Bliearricsl remem» l-rancer, I17 Vt. Bgerron, B 1788- 8. Auch sind noch, von auswllrtigcn Schriftstellern, verschiedene Nachrichten über die englische Bühne vorhanden, als Derrrcs tue le Blicsrre sn^lois . . . ?sc. 1752.8. 2 B. — Lssai biilbor.tur l'origine et Ics proZcev cku Bbicacrs snulvis, in dem iten B. S. 26 u. f. der Varietes lirrersires, Usr. 1763. 12. 4B. — Und in den Werken des H. v. Voltaire B. 61. AuSg. v. Beaumarchais finden sich verschiedene Hieher gehörige Auf- siitzc, als Dc ls traueckic anZloilc und cke Is Lvmcckic snAloitc, OeUtsch, nach der ersten AuSg. in den Dcttrcs tur lez Bngl. t'sr. i7?z. >2. in dcm itenSt. Zj 2 S. 96 724 Dra D ra S. 9t> ». f. der Vevtr. zur Historie und Ausnahme des Theaters; Du Vkescre ^nAlois, ebend. k,ercredl^c!>ü.krsnc. iin ögten Bde. deren Jnnhalt zum Theil schon in dem — ^ppel ü rouces les narinirs cle IVurope, 6es ssugcmcns ck'Uri bcrivoin ^NAlois (Home's, Verf. der Clements c>k Lriricism) c>n küoni- kclie au sujer ües Konneurs 6u pavil- ton enrre les Vkeacres cle I^onclres er che ?sris, par. 1761. 8. abgedruckt war. >— Geschichte der englischen Schaubühne, von Gotth. Ephr. Lessing, im gten St. seiner theatralischen Bibliothek. — Betrachtungen über die englische Schaubühne, in dem zten St. des ersten Bds. der Samml. aus der neuesten brittischen Littcratur, Brem. 177-. z. (sind zwar nur aus dem Engl, überseht; da ich aber das Original nicht genau nachzuweisen weiß, mögen sie hier ihren Platz einnehmen.) S. übrigens die Art. To- mälste, Gper, Trauerspiel, Schauspielkunst, u. d. m. Von der Geschichte, den Eigenheiten, u. s. w. des Oeurschen Theaters überhaupt: Critische Betrachtungen und sreye Untersuchungen zur Ausnahme und Verbesserung der deutschen Schaubühne, Bern i74Z. 8. Nöthlger Vorrath zur Geschichte der deutschen dramatischen Dichtkunst, oder Verzeichniß aller deutschen Trauer - Lust - und Singspiele, die im », Druck erschienen von 1450 bis zur Hülste des jetzigen Jahrhunderts... vonChrstph. Gotlschedcn, Leipz. 1757->765. 8. 2 Th. wozu eine kleine Nachlese. .. vonGvttfr. Chrstn. Frcislcben, Leipz. 1760. z. er, schien. — Briefe, über die Einführung des englischen Geschmacks in Schauspielen, von K. Chr. Kanzler, Leipz. >759.8. — Geschichte des deutschen Theaters, vor dem 4ten Th. von I. Fr. köwcns Schriften, Hamb. >?6z.8. (sehr mangelhaft und unrichtig.) — Das Parterr. . . von CH. H. Schmid, Erf. >771. 8. (Nachr. von der Kochischen, Scilccischcn und Döbbe- linschen Gesellsch. und den von ihnen in diesem I. gesp. Stücken) — Beytrüge dazu (sehr schlechte) Leipz. 1771. 8. — Theaterchronik .. . hcrausg. von Chrstn. H. Schmid, Gießen >772. 8. (Nachr. von dem Jahre, worin die Schrift erschien.) — Magazin zur Gesch. des deutschen Theaters, von I. I. A. von Hagen, Halle 1774. g. Erstes St. (Sehr gut, daß es bcp diesem ersten Stücke geblieben ist.) — Chronologie des deutschen Theaters (Leipz.) 1775. 8. (Wenn gleich nicht voll, stündig, doch immer noch das vollstündig, ste, was wir über unsre Bühne haben. Aber frcylich sind die Eigenheiten unsrcr dramatischen Werke und Schriftsteller wohl nicht hinlcknglich darin auseinander gesetzt und characstrisirt.) — Theaterkalcnder . . . Gotha >77; u. f. 24. (Ist bis jetzt fortgesetzt, und cnthült, unter andern, Verzeichnisse der lebenden dramatischen Schriftsteller, und Tonkünstler, so wie der, jührlich, erscheinenden verschiedenen dramatischen Schriften, und Nachrichten von unfern verschiedenen Schaulpielerge- scllschaften.) — Theaterzcitung, Kleve 1775. 8. 42 St. (Von eben dem Werthe, wie die gewöhnlichen Zeitungen.) — Bcytrüge zur Geschichte des deutschen Theaters, Bcrl. 1776. 8- z Stücke. — Allg. Bibliothek für Schauspieler und Schauspiclliebhabcr, Franks. >776. 8. 4 St. —Bagatellen, Littcratur und Theater.. . Düfseld. 1777. 8. und67St. (Enthült einige ganz gute Beurteilungen von neuen Stücken.) — Theater, Journal für Deutschland... Gotha >777- 1787. 8.24 St. — Littcratur - undThea- terzeitung, Bcrl. >778-1784.8. (Vorhergegangen war dieser Zeitung das „Berlinische Liltcrar. Wochenblatt, Bcrl. 1776- >777.8. 4 B. worin sich schon Nachrichten von unscrm Theater finden. Fortgesetzt wurde jene Zeitung, unter der Ausschrift :) Ephemcriden der Littcratur und des Theaters, Verl. >785-1787.8. und seit dieser Zeit führt es de» Titel: Anna, lcn des Theaters, Verl. >788. 3. bis jetzt 6 Hefte. (linterhaltend durch Neuigkci, teil.) — Taschenbuch für Schauspieler und Schauspiclliebhabcr, Offenb. >779. >2. Größtenthcils aus andern Schriften zusammen geschrieben.) Die Baierischcn Be»- D r a Dra 725 Deyträge zur schönen und nützlichen Literatur, München 177s. z. enthalten deren auch zur Geschichte unsers Drama.— Dramaturgische Nachrichten. Bonn 1780. 8. 2 St. (Enthält einige sehr gute Zergliederungen verschiedener dramatischer Stücke.) — Theatralischer Zeitvertreib ... von Th. Fr. Lorenz, Rcgensb. 177s- 1780. g. - Th. (Es findet, unter andern schlechten Dingen, auch eine, freylich aber auch nur ausgeschriebene, Geschichte unsers Theaters bis zum I. >727 sich darin.) — Dramaturgische Fragmente von I. F. Schink, Greiz und Leipz. >781-1784. 8. 4B. — Allgemeiner Theatralalmanach, vom I. 1782. W. 1782. 8. — lieber den Zustand des deutschen Theaters, von I. I. Chr. v. Reck, Erl. 1787. 3. (der aber dadurch nicht verbessert werden wird.) — Neues Theater-Journal für Deutschland, Leipz. 178s. 8. - St. — Dramatisches Pantheon ... von H. W. Seyfried, Verl. >790. 8. — — Besondre Nachrichten von den vornehmsten deutschen Bühnen, und Schauspielergcsellschaften, als der zu lwieir: Theatralallmanach von Wien, Wien 1765. 3. z Th. — Briefe über die Wiener Schaubühne, ^ Wien 1768. 8. -V. (von Jos. v. Sonncnfcls) — Ära- maturgic, Litterat. und Sitten, Wien 176s. 8. (Diese Schrift, welche an und für sich selbst schlecht ist, verliert, als Fortsetzung der vorigen betrachtet, allen Werth.) — Frcymüthige Erinnerungen an die deutsche Schaubühne über die Vorstellung des Brutus, Wien ,7)0. 8. (von Sonnenfcls) — Theatcrkalcnder von Mcn, von einigen Freunden der deutschen Schaubühne (Heufcld) für das I. >77-. W. 1772. 12. Für das 1.177z. edcnd. iL. Dritter Thcil 1774. 8- — Genaue Nachr. von beyden KK. Schaubühnen ... von Joh. H. Frdr. Müller, Prcsb. >772. 8. 2 St. Fortgesetzt unter den Titeln; Theatralneuigkeitcn, Wien >775. 8. Geschichte und Tagebuch der W.Schaubühne, Wien 1776. 3. Al- mansch des Theaters in Wien ... Wien >775. 8. — Historisch kritische Theater- chronik, Wien 1775. 8.— Dramatischer Antikritlkus von Wien 1775. 8. isSt. —- Wienerische Dramaturgie, W. >776. 8. 25 St. — Taschenbuch des Wiener Theaters , Wien 1777. 8- (von dem Verf. der Dramaturgie) — Kurzgefaßte Nachrichten von den bekanntesten deutschen Nationalbühnen , und von dem K. K. Nationaltheater ins besondre... W. 1779. 8. z Th. und fortgcs. unter der Aufschrift: Journal von auswärtigen und deutschen Theatern — Dramatische und andre Skizzen, nebst Briefen über das Thea- tcrwcsen zu Wien, von I. F. Schink, Wien 1735. 8. — Auch gehören, im Ganzen, die vorher angeführten dramaturgischen Fragmente von I. F. Schink zu den besondern Schriften über die Wiener Schaubühne, weil sie nur Zergliederungen und Bcurtheilungen der daselbst gespielten Stücke, aber freylich Bcurthck« lungen von allgemeinem Werthc, enthalten. Zu Berlin: Entwurf einer Theatergeschichte von Berlin ... von C. M Plümike, Berlin 1781. 8. Zu -Hamburg: lieber die Hamburgische Bühne, an H. Prof. S. in G. Hamb. 1772.8 zwcy Schreiben.— Etwas Dramaturgisches, einige fliegende Rhapsodien zur Nachlese, aus den Archiven der Erfahrung, Hamb. 1774. 8. —» Theatralisches Wochenblatt, Hamb. 1775. 8- Briese über die Ackermannische und Ha« mansche Schauspielergesellsch. zu Hamb. Verl. 1777. 8. — Dramaturgische Monate von I. F. Schink, Schwerin <790. 8. (Auch diese Schrift geht, im Ganzen, die Geschichte unsers Drama, überhaupt in so fern an, als sie nicht allein Anzeigen des verschiedenen Eindruckes, den ein und dasselbe Stück auf die verschiedenen Publikums von Deutschland gemacht, und Ver- gleichungen der verschiedenen Vorstellungen davon, sondern auch kurze Nachr. von mehrcrn Bühnen enthält.) — Auch finden sich besondre Nachrichten von dieser Bühne in den Unterhaltungen, in dem Mg. deutschen Wochenblatte, Hamb. 1774 u. f. u. a. m. und G. E. Lessings Ham- burgischc Dramaturgie ist, unter dcntheo- 'rct. Schriften, angezeigt. Zu Go- Z; Z tba: 726 Dr a Dra tha: Unparteiische Geschichte des Go- thaischcn Theaters, von C. I. Wagenseil, Mannh. 1780. 8. - Zu Dresden und Leipzig: lieber die Leipziger Bühne, an H. I. F. Löwen, Dresden >770. 8. Zwe» Schreiben. — Briefe. .. die Seilerische Bühne in Dresden betreffend, Dresd. >77;. 8. — Dramaturgischer Briefwechsel über das Leipziger Theater, nn Sommer 1779. kcipz. 1780. 8. u. a. m. Ferner enthalten Bcy- trägc zur Geschichte unsers Drama: Theaterfreund, Prag 1775.8. 2; St. — Briefe über die Srylcrische Geselisch. und ihre Borstellungen zu Frankst, a. M. 1777. 8. 16 St. — Mannheimer Dramaturgie, Mannh. 1779. 8. ?St. — Briefe über die Bühne zu Toblenz, Fest. 1788-8. — Tageb. der Mapnzcr Schaubühne, 1788. 8. sorlges. unter dem Ticel, Dramaturgische Blätter. — Dramaturgische Blätter von Fr. v. Kniggc, Han. 1789.8- — Und bei) der Menge unsrcr Schauspielergcsell- schaftcn ( deren mehr als 20 sind) und unsrer Schreibfertigkeit, sind Schriften dieser Art noch mehrere vorhanden, die in der Chronologie des Theaters, und im Theaterkalender sich angezeigt finden. Auch enthalten verschiedene unserer Zeitschriften, als der deutsche Merkur, das deutsche Museum, die Olla Potrida, u. a. m. noch mancherlei) hicher gehörige Nachrichten. — — Ferner gehören, zu der Geschickte des Drama überhaupt die, mancherlei) , rvider und für dasselbe geschriebenen Schriften. Es hat, von je her, Gegner gehabt, so gut unter den nicht- christlichen, als christlichen Völkern, lln. tcr den Griechen soll schon Solan (DioZ. I-serr. Ick l. c 2. dst. XI. vergl. mit Plutarchs Kolon, Op, B. 1. S. 97. II. O. L-l. küctr.) dem Thcspis das Spülen untersagt habe»; und Plato's Ausspruche über alle nachahmende Poesie (Ick kc- publ. Ick. III. und X ) sind bekannt. Ausdrücklich aber gegen das Drama stand zuerst der Rhetvr, Ael. Aristidcs (welchen Duadrlv, Kror. e Hag. ck'ogni hoc- sta, Vol. III. h. 2. S. 15. in den bekannten athcniensifchen Feldherrn, Aristidcs, verwandelt hat) indem, an die Smyr- ncler gerichteten, „exi (Oper, ex ccl, Oanr. B.2. S. 274) auf. — Von römischen Schriftstellern ist , meines Wissens, nichts, unmittelbar, wider das Drama selbst geschrieben worden, wenn gleich die Schauspieler , aus mancherlei) Gründen, (welche in Marq, FreherS Schrift, De cxi- üi'mzrione cicgue caulis amirrenclae exiilimarionix, Kol. 1591. Ick. III. c. 28 angeführt morden sind) ehrlos bcy ihnen waren, und die theatralischen Vorstellungen zu verschiedenen Zeiten, von manchen für nachtheilig, oder unanständig gehalten wurden. — Unter den christlichen Schriftsteller», waren die Kirchenväter, wie sichs gebührt, die ersten, welche das Drama verdammten. Tertullian schrieb ein Buch dagegen (Ick Kpeöckcul. Ick. Opcr. B-1. S, 8. LVirc. 1782. 8.) und in den Werken des Cy- prian (B. 2. S. 121. IVirc. 1782. 8.) findet sich eine ähnliche Schrift, so wie, in niehrcrn Kirchenvätern, als in der qten Homilic des Basilius, in der iztcn des Chr»sostomus an die Antiochicr, im Ambrosius, und Augustinus, cinzcle Stellen dagegen. Auch waren die Schauspiele ihrer Zeit zu genau mit der herrschenden Religion verbunden, und diese mit der ihrigen zu wenig übereinstimmend, als daß sie nicht, mit einigem Recht, sich wider sie hätten auflehnen können. Ihre Gründe sind in einem Program von Alb. G. Walch, Do Ickern» prim>5 Okel- lüsnis cxolo, Kclileul. 177c). 4. gesammelt. Und, obgleich, in der Folge, die christliche Geistlichkeit selbst, eben so wie die heidnische, die ersten Schauspiele, unter die Christen, durch die Mysterien, oder, noch früher, durch Aufzüge, Pro- eessionen, die sogenannten Narren- und Eselsseste, u. d.M. einführte: so hat sie denn doch die anständigern und vernünftiger» Schauspiele, so bald diese nicht mehr mit Religionsgebrckuchen verbunden waren, selten, oder gar nicht, leiden wollen, und ganze Kirchenversammlungen, als D ra Dra 727 als die zu Elvira im I. zo; ( Lan. 6l und 67.) zu Arles im I. Z14 und 542 (Lan. ;) zu Bourges im 1.1548 (Lan. 4) haben, mehr oder weniger Verdammungs- urtheile über die Bühne, oder über die Schauspieler ausgesprochen, so wie Lapen und Geistliche gegen sie geschrieben. Von Italienern sind unter diesen: Carl Bor- romäus (Das auf seine Veranlassung geschriebene Werk, welches zu Toulouse 1622 gedruckt worden seyn soll, und in der Schrift, Ucber die Sittlichkeit des Theaters, S. 109 angeführt wird, ist mir nicht ncihcc bekannt. Aber cbend. finden sich seine, aus den Verhandlungen des May- landischcn Loneiliums gezogenen Mcynun- gcn über das Theater; und zu Paris sind, im I. >664. 12. ein 'Desire concre lez Dsnlcs, er les 8pcJaclez, welcher ihm zugeschrieben wird, so wie, in neuem Zeiten, Veri Lencimcnr! sti L. Larlo Lurrnmeo inrvrno all Dearro, rracri sts'lue lccrere, kl. 175z. 8- und 8. L. Lorromsei opukculum eis Lkioreis er 8j?e6kaculiz in kessis stiel,ri5 nein exki- benstis cbend. 175z. 8. gedruckt worden. Das Sonderbarste ist, daß mehrere Schrift- steiler eben diesen so genannten Heiligen unter die Vcrtheidigcr der Schaubühne gesetzt, und ihm so gar, gleichsam Des« bcsscrungen dramatischer Arbeiten zugeschrieben haben, wie z. B. Nie. Barbicri, in s. Supplica, Kol. i6zz. 8- Kap. Z8. lind Niccoboni, in s. Dick. ciu Dkcarre Irslien B. 1. Lli.VI. S. 58 U. f.) — Phil. Neri (f 1595. Auch erst in neuern Zeiten, Rom 175;. 8. sind, unter dem Titelt Veri Zenrimenri, die Meynun- gcn dieses ManncS über das Theater, aus seinen Schriften gezogen, erschienen.) — Die ersten Schutzschrittcn für das Theater erschienen in Italien, im Anfang des >7tcn Jahrhundertes, nähmlich II pro- loZo cki Liov. k. .^nstreini, pcrr. >612. 4. (Er enthält eine Sammlung der, zu Gunsten der Schauspiele und Schauspieler, von verschiedenen Gesetzgebern gegebenen, und eine Prüfung der, wider sie vorhandenen Gesetze.) — Drurri stelle mosterne Lomcstie, cti ?iec. däar. Lec- cfiini, pzst. l6i<5. 1628. 4. (OasWcrk ist bereits, Art. Comodie, S. 529 unter denjenigen angeführt, welche Nachrichten von der Komödie aus dem Stegreif enthalten. Der Zweck desselben ist aber eigentlich Vertheidigung des Theaters und der Schauspieler.) — Dilcarlo familiäre st! däic. karbieri incorno alle Lomestie Möckerns, Ven. 1628. 8- UNd sehr verm. unter dem Titel: .Wpplica... vol. >6z6. 8- (Er sucht zu zeigen, daß weder die Schauspiele noch die Schauspieler immer das sind, und noch weniger das seyn müssen, wofür sie ausgegeben werden, daß die, von den Kirchenvätern verdammten Lustbarkeiten dieser Art, von ganz andrer Beschaffenheit waren, als die spätem, u.d .M. Angehängt ist dem Werke eine Sammlung von Stellen aus den Schriften des Thomas von Aquino, des Antonius, dcs Rayncrius, und andrer Theologen, worin die Schauspiele, unter gewissen Bedingungen, gestattet werden.) — Gegen diese Schriften erschienen: In >Lökorez er LpeAarorcs Lomoestiar. Po- rsenefis, >Luök. ?r. dkar. stel däana- clio, 8icnlo, parav. i<5zo. 4. und Deila mostcra^ionc cckrickisna stel?ca» rro, sti Lian. Drconelii, ?ir. 1645- 1649. 4. z B. (Jene Vcrtbeidiger deS Theaters hatten dasselbe dadurch, daß sie auf einer Verbesserung desselben bestanden, zu vcrtheidigcn gesucht. Diese wird hier für unmöglich erklärt, und also die gänzliche Abschaffung desselben angerochen.)--- Sircnncilione stell» Lomestia, ?!r. 1648. 4. (Eine, von Al. Adimari, aus dem Spanischen des Jae. Alberto übersetzte, und am Ncujahrstagc gehaltene, possierliche Predigt.) — Desire ste la rekormarion stu Dckearre p. L. kdicco- boni, ?sr. 174z. 8. Von einem Manne, welcher das Theater so gut kannte, wie dieser, hätte man dergleichen Vorschläge nicht erwarten sollen; und wofern nicht ein Mönch sie ihm dictirl hat, muß der gute Riecvboni doch Willens gewesen seyn, sich den Mönchen dadurch gefällig zu ma- ehcn.) — Lolleölio Dickerrarion, sts Lj'eötacutiz » k^uJ. Drsnc. Dan. Lnn- ZZ4 cinna, 728 Dra D r a cinna, Gest. ?rcck> Reim, 1752. 4. (Das Werk soll auf Veranlassung Benedict des >4tcn geschrieben sepn; und enthält Auszüge aus den Kirchcnscribcnten gegen das Theater. —» Loni'ulraziuns reoIuZica murale. . . Rum. 1754. 8. (Vorgebliche Gründe, warum man das Theater nicht besuchen dürfe.) -- 1.0 Lpecetiiu äel Oiiinßanno. . cli ^acela. 8cctäni (Gegen das Theater so wohl, als gegen alle Carnavals-Lustbarkciten gerichtet.) — Vlieacrum mcxlcrnum Izvnis muribus exicioium, populurum inlu» per pvlicicas Leliciraci conrrarium, Oillorcac. rkcnl. -ZuÄ. Paulus Rulkus, 8.'pkieul. lsustur. . . Xäcclieil. 1770. 8> (Die bekannten Gründe, verbunden mit den mit denMepnungen verschiedener Bischöfe von Rom und Lardinäle.) — Auch sind noch von verschiedenen Bischöfen zu Rom, als Jnnoccnz 12t., Klemens nt., Benedict 14t., Klemens >zt. u. a. m. Breve vorhanden, welche das Theater verdammen. — — Von spanischen Schriftstellern: Joh. Mariana hat, in seinem berüchtigten, zu Paris öffentlich verbrannten Werke, I)e Rege er Regis Iniliruiiune, im ztc» Buche ein eigenes Kapitel, De 8peötaculis eingeschaltet, worin er behauptet, daß nur verkehrte Menschen das Theater billigen können, daß die Regierungen es bloß zulassen, nicht billigen, u. s. w. — Vrara- clo che las Lumeciias er> cl czual se eis- clara li ton liciras, pur Rruöbuul'u Lislre z- Vieiaj, Uarcel. ic-ig. 8- (Das Besuchen des Theaters gehört, dem Verf. z» Folge, zu den, durch das Evangelium verbotenen, Dingen.) Vrarcaüu in eletenia clclia Lumeäia, von Calderone (ff >687), dessen Erscheinungsjahr mir nicht bekannt ist. Vriunto lagraciu eis la conciencia, pur » Ramire, 8alam. 175°. L. (Das Buch soll auf den Magistrat zu BurgvS so viel Eindruck gewacht haben, daß er ein neu erbautes Theater wieder einreißen lassen. Der Verf. findet alles darin gefährlich, die Menge der Zuschaue^, die Schauspieler, den Jnnhalt der Stücke und ihre Vorstellung.^) — — Von französischen Schriftstellern: Vradssarus ccmcra lalra. riunes er cliureas per pailures Rccle. Rae gallicanse, Rar. 1581. 8- (Der Titel besagt den Jnnhalt) — FranclscuS von Sales (s 16:2. Gehört, seiner Abkunft nach, hieher. Aber erst in ncucrn Zeiten bat man zu Rom, >755. 8. unter der Aufschrift: Veri 8enrimenr> . . . die Mcynungen dieses berühmten Geistlichen über das Theater, worin er solches, wie sichS ziemt, verdammt, aus s. Schriften gezogen, herausgegeben.) — >Zpc>- logiu clu Vlioarre, p. kär. ele Lcucle- r/> Rar. 16Z9. 4. — Blairs 658, im zten B. s. Rllais clu ö/lurale, und veranlaßt durch das Rrcsiär pnur Is retadlillemenc clu Ichcarre bronu des d'Aubignac, Rar. 1657. 4. worin dieser, unter den Ursache» der Unvollkommcnheit des französischen Theaters, auch den gemeinen Glauben, daß es einem Christen nicht zieme, dasselbe zu besuchen, und die, den Schauspielern, durch die Gesetze auferlegte Ehrlosigkeit setzt, und diese Ursachen wegzuräumen sucht, welches Nicole für unmöglich und gefährlich erklärt. — herrre hur les clescirüres cauies p.ir I» Someäie ä Paris ... . p. kelr. Ronr- clelur, ^voeac, par. 1660. >2, (Alle, in Paris vorgehende Unordnungen und Ausschweifungen sollen von der Komödie sich hcrschreiben.) — Oillorrarion lue la ccmclemnari-m clos l'lreacres, par. ,666. 12. 1S94.12. von Aubignae. sZr widerlegt die, wider das Theater vorher angeführten, und vorzüglich aus das An- schn und die Aussprüche der Kirchenväter gegründeten Verdammungen des Theater» dadurch » haß er den UntcrOied zwischen den heidnischen und christlichen Schauspielen, wie die vorher benannten italienischen Apologisten, Barbier!, Andrem! u. a. m. zu zeigen sucht.) — l'raire äe la hlnmeclie er cles 8peöiaclez. . . p. le prince eis Oonci, par. 1666. 12. (Seine Einwürfe dagegen gründen sich dar, auf, daß das Schauspiel die Leidenschaften weckt UNd Nährt.) — Inttrudiion tue Dra Dra 729 Für les LpeJscles publics . . . Vla^e ,6)9.12. Deutsch, Köln 1674. 8. von And. Rivet, einem refocmirten Geistlichen, in dessen Werken sich diese Schrift auch Lateinisch findet. (Weil die Schauspieler Erwin», und dichZuschauer bloSVergnügen im Thearer suchen, hält er das Schau- spiel für unerlaubt.) — proccs Fuc I» Laute er >e Vbeacre eurre pbil. Vin- ceur, er uu des öäeilieurs sselui- res (dem P. Estrade) ltocb. 1666. 12. (Las Werk besteht aus einem Briefwechsel zwischen den genannten Personen, wovon Vincent, ein reformirter Geistlicher, das Theater verdammt, und der Jesuit es vcrkheidigt.) — De Ig Lomedie, er de ig Loudemusciou des Vbcscrcs, die zte Abhandl. S. 258 u. f. in Ch. So- rclls Vraice de Ig coonoilFaucc des bous livres, ?ar. 1671. 12. — Le- Feul'e du Vrairs de öckc. le Vcince de Lonri Für Ig Lomedie er les Lpcöta- clcs, p. kvlr. )os. Vvitin, par.1672.4. (Ler Verfasser, ein Geistlicher und Ooc- tor der Theologie, zeigt mit vieler, langweiliger, weitschweifiger Gelehrsamkeit, daß die, von dem Prinzen Conti vorgebrachten Grunde gegen das Theater vollkommen mit den Aussprüchen der Kirchenvater übereinstimmen.) — Bracke de Ig Lomedie, de» derVducarion cbrerien- ne, par. 1672. 12. (Die Komödie als ein Verderb der Erziehung dargestellt.) — Ve Bbescre lrau^ois . . . 1,70» 1674. >2. (S. vorher, S. 7 :0 s) — Veccre d'uu VbeoloZieu illustre . . . vor dem Theater des Boursault, ?ar. >694. 12. und in den folgenden Ausgaben, unter dem Titel: Veccre d'un Vlomme d eru» dirion, er de merice, couFulre par Faureur pour lavnir, s! Ig Lomedie pcur Lcre permile, ou doic ecre ab- Folumeuc defcndue. (Dieser Brief verursachte, wahrscheinlicher Weise weil er anfänglich für das Werk eines Theologen ausgegeben wurde, großes Aufsehen. Ler Pater Caffaro, der, in seinen jungem Jahren, eine lateinische Schrift zu Gunsten der Komödie abgefaßt, aber nicht herausgegeben hatte, wurde sür den Verfasser gehalten; allein dieser ließ so gleich eine Veccre, ?ar. 2694. >2. und auch in den Veccres Für les Spedkacles , dcS Lesprez de Boisso, Ausg. von 1769 u. f. drucken, worin er sich davon lossagt, ob er gleich ihm keine Schande gemacht haben würde. Es werden, von dem heil. Thomas an, verschiedene Kirchenseriben? tcn davon angeführt, welche das anständige Schauspiel gebilligt haben; die Kir- chcngeseye dagegen, glaubt der Verfasser, wären nur gegen schändliche und anstößige Schriften gerichtet, und die Erregung der Leidenschaften se» nur etwas Zufälliges. Und ausdrücklich dagegen erschienen, oder wurden doch dadurch veranlaßt:) — >) Idepoule ö la Vectra d'uu'Vbeoini-ien, deFenleur da la Lomedie, par. >694. ,2. 2) Vectra dun Lodkeur de 8or- banne... au tu)er da la Lomedie, Vor. 1694. 12. z) VcFursrion dun Vcric Favorilsnc la Lomedie, par. 1694. 12. (von dem P. de la Grangc.) 4) Le- cilion Faire cn Lvrbonne rouebanr la Lomedie, par. 1694. 12. ;) kdeku» rarion des Lencimens rrop libres dun Bbeologien an Fu^er de la Lomedie, p. 1694. 12. 6) Litcours ou Brai- res biltor. er do^mac, lur le Bbcarre . . . Fousserc ec condamne apres le Premier liecle )usqu'ö prelcnc, par. 1694. 17z l. 12. von dem P. Pierre Le Brun. 7) 8enrimens de I'V^Iile er des Peres de l'VZIile.. . ?ar. 1694. 12. von einem H. Coutel. 8) ^laximes er ressexions tur la Lomedie, par. 1694. 12. von Vossnet, in dessen Werken, im roten Th. sie sich auch finden. Auch wurden , wahrscheinlicher Weise, dreo verschiedene, von dem Bischöfe zu Arras, in den I. 1695-1698 gcgegen die Komödie ergangene blandemens dadurch veranlaßt. Die bcßte unter diesen Schriften ist die von dem P. Le Brün, weil die Zeugnisse der Kirchcnscribenten am ordentlichsten darin angeführt sind. Lic Vorrede vor dem Trauerspiele Judith, von Beyer, Par. 169?. 1-. wodurch dieser, weil das Stück aus dem alten Testamente gezogen ist, die Gegner des Theaters Zz 5 »um Dra D ra zum Stillschweigen zu bringen, oder sie damit auszusöhnen, geglaubt hatte, veranlagte eine kepunle . ,. 1695.12. darauf, worin zu erweisen gesucht wird, daß die Frömmigkeit leide, wenn man heilige Gegenstände auf das Theater bringt, daß diese, durch die immer uöthigen Zusähe des Dichters, ihre Heiligkeit verliere» müssen, U. d. M. — viiss. er Hbre- xe des Ouvrages larins, irsliens er sronznis cunrre la Lomodie er svpe- IZ, Orlegns 1697. 8. (Oer Verf. La touelte, dogmatisirt auch gegen die Komödie mit Stellen aus denn alten und neuen Testament; die historischen Nachrichten sind abrr das Bcßte in seinem Buche.) — verrre ele kvlr. elc Lordenon, ?sr. 1699. ,2. (Gegen diejenigen, welche glaubten, durch die, be» dem Eintritt in das Komödienhaus, für das Hospital gegebenen Almosen, hinlänglich gerechtfertigt zu werden.) — kdandcmenr de öär. de (ibslucer, llveczue del'nu- Inn, 1702.4. (Die Beichtväter sollen asten, welche die Komödie besucht haben, die Absolution versagen.) — In den vis- sercsr sur divers lujers de b/lnrsle des Jean Plaecttc, ^mik. >707. 8. handelt das >2te und izte Kap. von der Schädlichkeit der Schauspiele in Rücksicht auf den guten Gebrauch der Zeit. — lolondemenr de öär. kleckiisr, Lve» czue de dlimes, cnncrs In Lnmedie 1708. 4. und in s. Oeuvr. (Mit vieler Mäßigung geschrieben.) — Der Vitenur« des Gaeon, en szveur de l.i ?nelie er de« poercs, ist, bcp dem Art. Dichtkunst, S. 6zz. ->. angeführt. — In dcni 7tcn Th. der rVäem. de virrersrure, findet sich ein Brief, vorgeblich vonBoi- leau. zur Vertheidigung des Theaters, mit einer Antwort darauf. — Vilser»- rinn lur le ?ocmc dramzciczne, Tümlk. 1729. 8. (Der Verf. Sautour vcrlhci- digr das Theater ganz gut; ober das Werk konnte in Frankreich nicht gedruckt werden : so weit gicng die Furcht und der Widerspruch bc» diesem Volke.) >— In dem kcäercure vom I. 17Z1 findet sich ein Brief, worin dem Herausgeber desselben, de la Rogue, so gar darüber, daß er zu viel Komödien darin anzeige, Vorwürfe gemacht werden; und eine vill'errarion sur Is Lninodie von Simonet. zur Ver- theidigung des Journalisten, in so fern nähmlich Komödien, als Werke des Witzes, Verdienst haben können.) — ve BKea. reo vrario, kar. >7ZZ. 4. von dem P. Porne; Frzsch. von Brumo»; Deutsch, von I. F. Mapen, Leipz. ,774. 3- (Der Verf. behauptet, daß das Theater zur Bildung der Sitten nützlich werden könne.) — kenlees sur lex Lpobtacles in den vouvr. de Nicole, und nachher, unter dem Titel: Uepunso ö des >zue- ikiun« sur le« spektacles, in dem 4tcn Th. dcrvcttre« ... de kdr. l'Tzbde vu. guec, I'ar. >7ZZ. >2. (Der Verf. war ein Mann, der auf den Geruch von Heiligkeit Anspruch gemacht zu haben scheint.) — Vklcrvsrion« sur In Vumedie, in dem öäercure v. I. 174z- von Aart. (Er erklärt sie für unschuldig, wenn er sie gleich nicht für nützlich hält.) — se von- Acr des Zpeölsclc«, eine, von der Akademie der Floralischcn Spiele zu Toulouse gekrönete Ode dcS H. Arcerc, 1748. z. — dilnuvelle« oblervariunz lur le« orröt« de cundemnorinn cunrie le« Lome- dien«, von Fagan. l'sr. >751. 12. und in s. W. Deutsch in der Schrift Uebcr die Sittlichkeit des Theaters, Halle >780. 3. S.-5Z. (Oer Verf. rügt den sonderbaren Widerspruch zwischen der Verdammung, und dem öffentlichen Privilegio der Schauspieler, und giebt die Schau« spiele der erstem christlichen Jahrhunderte Preis, uni die später» desto sichrer zu retten, so wie die Unordnungen der Schauspieler, um die Schauspielkunst selbst als unschuldig daran zu zeigen.) — Mzilur I» Lomcdio moderne, ?ar. 1752. 12. (Widerlegung der vorigen durch Untersuchung der Stücke, welche Fagan für lehrreich ausgegeben hatte.) — Der >7te Artikel in den ödaxime« pnur le conduirs cbreciennemenr des Abt Clement, ?ar. 175? ist gegen die Bühne gerichtet; auch findet sich in den, im I. 1770 gedruckten Predigten dieses Abtes eine gegen die Schau- Dra Dra 7Zi Schauspiele. — sz Domcstie cn cvn» rrgstiöbiou avcc lo murale Lbrerienne, p.kür. Küzky, kar. >754. 12.— VIi- lervorivns bur ie stsskiescre clsuz lez- czuellcs vn exomiue svec impiirrialire ü'ecsc söbuel stes Lpeöbzclcr ste I'aris, x. kür. Lkevrier, ?ar. 1755. 12. (Frey- müthigcr gegen die Feinde des Theaters, als irgend eine andre Vertheidigung desselben, und also Beweis, daß die geistliche Herrschaft anfieng, die Obcrmacbt zu verliere».) — fterrre cie kür. Ie chrsnc . . . ü Vir. I,. kleine, Iur Ie J'kearre, par. 175;. 12. 177z. >2. (Oer Verf. ist, als Gegner alles frcymü- thigcn Denkens, bekannt; doch spricht er dem Schauspiele nicht die Möglichkeit, nützlich werden zu können, ab; und Hütte auch kein Recht dazu gehabt, weil er selber für die Bühne gearbeitet hat.) — ifterrre Iur ics k-peötsclez, ?ar. >756. z 2. Und ü.errrc «ie kür Ie Ekicv. ste * ^ 2 kür. cie LumpiancuIIex, ?sr. 17 59. 12. Veyde zusaiumen mit litterar. Zusül-cn verni. >769.12, Sehr verm. mit Auszügen aus andern Schriften gegen das Theater, 1779. 12. - B. von Oesprez de Boißv; Deutsch, mit der vorher angeführten Schrift des Fagan, und einem Anhange von dem Ilcberseyer, unter der Aufschrist: lieber die Sittlichkeit des Theaters, Halle 17S0. 8. Auch sollen italienische und lat, llcberseyungcn davon vorhanden sepn. (Das Werk enthält gleichsam die Quintessenz von allem, was gegen das Theater geschrieben worden, und ist mit vieler Wärme abgefaßt. Aber, aus eben diesem Grunde, ist es auch einseitig und parteiisch ausgefallen. Es ist nicht unparteiische Untersuchung der Sache, sondern Declamation. Die Gründe der Vcrthci- digcr des Theaters sind nie in ihrem Zw sammenhangc, nie in ihrer Stärke darin dargestellt, und werden mehr verhöhnt als widerlegt. Auch erlaubt der Verf. sich z. V. lächerliche Sophistercyen, oder zeigt eine ausfallende Unwissenheit, wenn er, im zweuten Briefe, die griechische Komödie, in Rücksicht auf das, was er Moral nennt, so weit über die christliche Komödie erhebt, oder dieser einen mim der gefährlichen Eindruck zuschreibt, wenn sie unter den Augen des Fürsten gespielt wird. Oer littcrarischc Theil desselben erhält, indessen, dadurch immer Werth, daß er Nachrichten von den Schriften für - und gegen die Bühne liefert, und hat, durch den Anhang des deutschen lieber« setzers nicht wenig gewonnen, ob er gleich, nicht allein in Rücksicht auf die italienischen, spanischen, und vorzüglich die englischen , sondern auch in Rücksicht auf die französische» Schriften dieser Art, immer noch mangelhaft ist ) — ftepvnlc ü I- Iherrre Iur les kipeJzclcs aon Cam- pigneulles, in s. Ilssaii .... I.vnst. 1758- 8> (Diese Antwort vcranlaßtc den, oben angeführten zwcyten Brief desBois» sy, und enthält mehr Widerlegung dcS Verfassers, als seiner Gründe. Weil Boissy, z. B. gesteht, das Theater nicht besucht zu haben: so spricht ihm C. die Fähigkeit ab, darüber urthcilen zu können; und, seine Unbckanntschaft mit den, für - und wider das Theater geschriebenen Schriften verschaft seinem Gegner Gelegenheit zu mancherlei, kleinen Triumphen.) — Eine, von Freron, iin stnnee iic. reraire v. I. 1757. kss. Z8 gemachte Anzeige, und Widerlegung des erstem Brieses vom Boissy, veranlaßte eine I_ecrrs ste kür. O. ?sr. 1757. 8. von Kcr- ton, worin dem Journalisten scharf das Gewissen gerührt wird. — stesn stsc.cz. ftouileau ü kür. st7üleml-err . . . Iur Ivn Erriete Leneve stsus I Virc^clo- pecl!e, er parlieulieremcnc sur Ie prv- jec st crodlir un I iicsrre ste Lomestio cn cerre ville, ?sr. >758- >s. und in den Werken des Roußcau, im ntcn Bdc. der Zwcybrückcr Ausg. (Unstreitig sind, in diesem Briefe, die Nachtheile, welche aus den Schauspielen entstehen können, obgleich öfterer mit Hülfe von Sophistercyen , am hcilesten ins Licht gesetzt. Die wichtigsten Gründe des Verf. dagegen sind, der Vertust der Zeit, die, aus der Begierde zu gefallen, und Lachen zu erwecken, vorgeblich öfterer entspringenden Verspottungen tugendhafter Charactcre, und 7Z2 D r a D r a und die, vermittelst der, den theatralischen Stücken beständig zum Grunde liegenden Licbcshändel, immer geweckte und genährte Leidenschaft der Liebe. Auch zeichnet sich die Schrift nach dadurch aus, daß der Verfasser nur vermeintliche Gründe, nicht, wie alle seine Vorgänger, Autoritäten gebraucht. üebrigcns veran- laßte sie eine McngeWideriegungenalS:) >) Leccre g öär. ckocickesu, von d'Alem- bert, in dem -ten B. S. zs? f. däclan- Aes cko Licrcrar. c! blick, er cle ckkilos. 7l.mlt. >760.12. Deutsch, be» der Ilc- berf. von Marmontels Apologie des Theaters , Leipz. 1766. 8. (Roußcaus Svphi« stercyen sind vortrcflich darin auseinander gesetzt.) 2) Lercre 2 kcär. Ii. 9. tckcie. Lsckicke, L.ar. >758- >2. z) lerere a kckr. Ii, tue les elbers mvraux 759- 8- 7) Apologie ckcr Vliearre in dem öckereure voni I. >758-1759 von Marmontel, und bcv dessen Lances mci- raux, .^mck. 1761. 8. 2 B. Deutsch, Leipz. 1766. 8. ( Die letztere Schrift ist, unstreitig, die wichtigste und die gründlichste. Das Merkwürdigste aber bey dem Streite war, daß Roußeau, unter dm französischen Cvntroversistcn, wenig Wer. theidigcr fand; vielleicht hielten sie das Theater, nun ein Philosoph es schädlich dargestellt hatte, für nützlich; vielleicht glaubten sie, in den Streit sich nicht mischen zu dürfen, da die Schauspiele mit Gründen, nicht mit bloßen Autoritäten, wie in all den vorher angezeigten Schriften , angegriffen und vertheidigt wurden. Ein einziger Pfarrer, Scevusse, ließ eine Lerrrc . . . ü öär. ltlsrnronrel tue les exrrairs cle Is Lerere cle öär. ckouckesu» ?. 1760. ,2. drucken, die zwar voller Eifer, aber mehr wider Marmontel, als für Roußeau geschrieben ist.) — Lerrre cke öär. Lresiec s där. 5 lui' la La- meclie, pur. 1759. (Oer bekannte Verf. bereuet darin, für das Theater geschrieben zu haben, wahrscheinlicher Weise, weil er in sich nicht mehr die Kraft fühlte, dafür noch schreiben zu können.) --- Lerrre cl u» sncicn Ockicier cle I» keine . . . lue Ics Lpeötscles, Kar. 1759- >2. Oer Verf. Trcbuchet, warnt alle seine Landslcute dafür.) — keilcx. mar. lur les Lpettacles, p. öär. cle stesn, I'ar. 1760. 12. (Auch dieser Verf. sucht das Schädliche des Theaters zu erweisen.) — In den (Tuereiles lirceroiies, 9. Xlr. (/ltriizuckin Limun) Irail, bar. 1761.8. werden auch die Streitigkeiten über das Theater bcurtheilt, und die Schriften dagegen kurz abgcwürdigt. Was der Werf, für dasselbe sagt, ist aber nicht eben sehr gründlich.) — Les liberres cle la?rsn» ce conrre le pouvnir srdicrsire cle Lex» communicacinn, Kar. >761, 8. Von Hucrnc de la Mothc, einem Parlaments« advokatcn. (Dieses Werk, welches auf Veranlassung der Mdsll. Clairon geschrieben wurde, zog dem Verfasser ein eigenes Geschick zu. Er wurde darüber von seinen Mitbrüdcrn ausgestoßen, allein der Herzog von Choiseul gab ihm dafür ein Gna- dcngchalt von 4000 Livres. IlcbrigenS verdammte auch das Parlament, in einem Bedenken >76». 4. das Buch, und ließ es öffentlich verbrennen, wodurch Voltaire'S Lnirverlacion cle Klr. Ilntenilsirc cles lolenus orr exercice, vvec iVlr. l'7?ct>l>e Lriirel, im 45tcn B. S. ozo f. W. Ausg. von Beaumarchais, veranlaßt wurde; und ausdrücklich gegen dasselbe sind gerichtet :) " Lerrres Kicker. er cric. sur les Lpeölacles ü Xllll. Llsiron, on kon prouve czus les Lpcökaclss borir con- rroircs sux donnes rnoeurs, Lar. 1761. 8. von dem P. Jos. Romain Joltz (Der gute Kapuziner, welcher in mehr als einer Oichtart, und auch im Trauerspiel, Versuche, obgleich immer unglückliche Versuche, gemacht hat, wollte wahrscheinlicher Weise, durch diese Briefe, sich deswegen schadlos halten. Beyge« fügt ist ihnen das vbengedachte Dekret des Parlaments; und das Wichtigste, was darin enthalten ist, hat der Verf. nach' her Dr a D r a 7ZZ her in s. Lonverlarinns tur les princ. tujers ste I» däorale cbrericnne, ?ar. 1768. L. gebracht.) — In den veuvr. «tu Lkiancelier (Llenr/ Lrsnc.) ct ^- «uelleau (h 1751.) I'ar. 1762 U. f. 4. finden sich Bemerkungen über das Vergnügen der Seele bcy Vorstellungen von Schauspielen, welche für dieses nicht eben zu günstig ausfallen. — In dem von den Dominikanern herausgegebenen viötio- nairc universelle der geistlichen Wissenschaften, L»r. 1760 u. f. enthält der Art. Speötacles, eine^Verdammung derselben. — Im I. 1765 ließ das Parlament ein s^rrec ergchen, worin die Aufführung von Komödien und Tragödien in den Schulen untersagt wurde. — In der Schrift: Lur l Lstucsrion civils, I'ar. 1765. 8. von Garnier wird, im zten Kap. das Theater, als ein Verderb der Sitten dargestellt. — Lssai tur les mutans ste renstrc la Lomcstie urile aux moeurs, p. kvlr. k. . . Uar. 1767. 12. (Oer Verf. findet das franz. Lustspiel nicht so wohl gefährlich und schädlich, als unwirksam, und wünscht wahrere und natürlichere Darstellungen darin zu sehen.) — Lautes ste la stecastence stu Aour turle Vkearre.... l?ar. 1763. 3. (Auch dieses, vorher, S. 721. angezeigte Werk des Charpcnticr gehört in so fern hjehcr, als der Verf. darin von den Ursachen handelt, aus welchen die Moralitätcn das Theater verdammen.) — In den Lautes äu bonheur public p. kär. I'^bbs ( los. lvlar. ^nne) Lros ste kesplas, ?sr. 1763 und 1772. 8-iB. finden sich An- mcrk. über die Schädlichkeit der Schauspiele, und die Nothwendigkeit, sie zu verbessern. -- 8ur I'arr stu Vlreacre ,.. par. 1769. 8. von P. Jean Bapt. Nou- garet (Die Vvrtheile des Schauspieles, zur Bildung des Geistes und Herzens, werden darin gezeigt, und einige Mängel desselben, in Rücksicht darauf, gerügt.) — Oillercar. tur les 8petstacles, p. där. kebellcau, T^iuss. 1769. 3. (Ilm den Schauspielen Ansehn zu verschaffen, und die, den Schauspielern vorgeworfene Un- sittlichkeit aus dem Wege zu räumen, will der Verf. daß jeder, der ein öffentliches Amt sucht, vorher Schauspieler scpn solle.) — In dem Lüste ste la ke- liZion er stcs Xtoeurs, ?ar. >770. 12, -B. von dem Abt Meufy, finden sich die, von Seiten der Regierung, feit Anbeginn der französischen Monarchie, gegen die Schauspiele ergangene Verordnungen, wovon die älteste vom I. i;88 ist. — La Xtimo^rapbe, ou Istees st'une hon- nöce tcmme pour la retormc stes Vbearres, TLmlk. 1770. 8. (AUS der Nothwendigkeit der Gebräuche bep dem Gottesdienst leitet der Verf. die Nothwendigkeit der Schauspiele her; und die Geistlichen vergleicht er mit den Schauspielern. Unter einer Menge paradoxer Sätze, enthält die Schrift auch viele, mit vieler Frchmüthigkcit, gesagte Dinge.) — Ilestex. lue les 8peökacles en Ze- nsral, er für le Lolilee en parricu- lier, Uar. 1772. 8. " Lllai tur les moz>ens ste taire stu Lolilee un Infi!» rur national er psrrioriczne, ?. 1772.12. (Beyde Schriften sind eine Vcrtheidigung des damahls errichteten Kvlisäums, und in einem wirklich lächerlich lobrcdncri- schen Tone geschrieben.) — Lerere ü Allste. la Lornreile'stc V. lur un le- const Vhearre tstan^ois, er tur le re- rshliileinenr ste l'ancien Opera comi- czue, ?sr. >772. ,z. von dem Chcv. Coudray, der darin behauptet, daß der Mangel an Schauspielen Müßiggang und mithin Laster erzeuge, und daß in den Tagen, an welchen das Theater geschlossen ist, mehr Verbrechen, als sonst begangen werden. — Lnrrcriens tur les Lpeötscles, ?ar. 1772. 12. (Gegen die vorige Schrift gerichtet,' aus der Liebe zum Theater leitet der Verf. den Müßiggang, die Ueppigkeit, und alle Laster her.) Lärmen allegoricum ste 8pcöiacu- lis> kou. 1772. 3. (Ein Pr-isgedicht gegen das Theater von einem gewissen Gucroult.)— Indem, wegen des neuen Baues des Komödienhauses, im I. 177z ergangenen Leeret, heißt es, daß das Theater eben so viel zur Besserung der Sitten und Erhaltung her Wissenschaften, als 7Z4 D ra D ra als zum Vergnügen dcs Volkes beytrage.-- In dem Tlommc ste monste eclaire . . par. >774- 3. von Ehaudon, handeltdoS achte Gespräch vom Theater auf eine unbestimmte Art. — ktctlcx. rnor. polir. tiisior. er lirccraires lue le Vbescre, p. dsr. I'Kbde ste la Tour; /^vj^n. 176z - >774 >2. ?TH. (Oer Verf. hat alles zusammen getragen, was wider das Theater sich sagen läßt, um die Schädlichkeit desselben für atze Menschen zu erweisen- Die historischen Nachrichten, unter Ivel. den sich freolich auch viele, nichts bedeutende finden, sind daö interessanteste darin.) — peZenersrion stes Tome- stiens en I rance, c>u leurs strvics stanz t'ersr civil, p. IVIr I-ays, par. 1789» Von englischen Schriftstellern. Sehr zeitig ist das Theater in England schon Angriffen mancher Art ausgesetzt gewesen. Aber die mehrsten Mahle, hat es sich, durch seine Ausgelassenheit, dieselben zugezogen, und grbßtenthcilS sind nur diese Ausgelassenheiten, nickt daS Theater überhaupt bestritten morden. Die älteste von de», mir bekannten, dagegen gerichteten Schriften ist: "Tke bcbuol ob aliube, or g plesianr InvebkiveüAainib ?»ers, Pipers, plavers, )elbers anst buch lilce Tacerpillars ob rlre Tom- inonrvealcb, k>y lscepk. Lolbon, Tonst. 1579- 8. und ebendesselben — Plays conbucest in five s^bbionz: Proving rbar rkiey are nor ro be lulbsrest in a Lliriliian Lvnimonrvealcli, Tonst. >;8o. 3. (Oer Vers, verdammt sie, weil ihrer wegen die Kirchen leer stehen, weil sie zu verbotenen Zusammenkünften gebraucht, und aufrührerische, unkeuscbc und schändliche Reden öffentlich darin geführt werden.) — Thom. Lodge, und Th. Hcy- wood sollen diese Schriften, der eine in einem Trearibe in stebence ob plays, der andre in einer Kpolo^y bor Küors beantwortet haben; aber ihre Widerlegungen weiß ich nicht näher nachzuwei. seil- — Vbe tirliLIalb ob rerrear brom playes; 'phe beconst snst che rhirst Llalb . . . Tonst. >;Lc>. 12. (Di" erste dieser Schriften ist mir nicht bekannt; in in der zwcvtcn wird das Theater als ein Vcrführungsmittel dargestellt; besonders ereifert der Verf. sich darüber, daß an deu Sonntagen und so gar in Kirchen Schauspiele aufgeführt werden.)— Oas, von W. Gager, im I. >592 zu Oxford 4. herausgegebene, lateinische Schauspiel, Meleager, veranlaßtc zwischen ihm, und dem b>. I. Rainolds einen Briefwechsel über die Zulclßigkeit der Schaubühne, welcher Oxf. 16-9. 4. erschien, und worin Er die Gründe dafür in ein sehr gutes ticht gesetzt hat, ob er gleich zuletzt den Mevnungen seines Gegners sich unterwirst. — Tlilbriomalbix, che Players- 8courge vr -bbbor's st'isgesty, k>y Will. Prione, T. >6zz.jj, b-DerVrrf. will aus den Kirchenvätern erweisen, daß alle diejenigen, welche Schauspiele schreiben, vorstellen, und vorstellen sehen, ewig verdammt sind; aber seine Seitenblicke auf den König und die Regierung, wegen ihrer Begünstigung der Schauspiele, zogen ihm ein hartes Geschick zu. Er wurde verurtheilt, an den Pranger gestellt zu werden, bepde Ohren zu verlieren , fünf hundert Pfund Strafe zu bezahlen ; und sein Buch wurde durch den Henker öffentlich verbrannt. Er ertrug alles herzhaft, ließ aber nun mehrere dergleichen Schriften gegen die Sitten und Gebräuche der Zeit, und gegen die Regierung drucken, und zog sich dadurch noch härtere Bestrafungen zu, welche unstreitig die, schon verhaßte, Regierung noch verhaßter machten, und vielleicht die Unruhen dieser Zeit sehr beförderten. Das Buch, an und für sich selbst, ist nicht allein sehr schlecht, sondern auch mit leidenschaftlicher Hitze und Bitterkeit, und nicht bloS gegen Schauspiele, sondern auch gegen alle Arten von Musik, geschrieben. Es enthält übrigens mancherlei) Bepträge zur Geschichte dcs Drama in England. Beantwortungen desselben sind mir nicht bekannt. Die Schriftsteller glaubten vielleicht, daß die Regierung sie dieser Mühe überhoben hätte. Nur I. Shirley setzte seinem Liest in che Laos, Tonst, istzz. 4. eine verhöhnende Zu« eignungs- Dra Dra 7zz eignungsschrift an den unglücklichen Prinnc vor.) — Im I. 1647 wurden, bekannter Maßen alle Schauspiele verboten, und bis zur Wiedereinsetzung Carls des -ten nur im Verborgenen gespielt; im 1.1662 wurde das Theater wieder hergrlieilt, und die Ausgelassenheit in den Stücken des Cvngreve, Vanbrugh, Wycherlp u. a,m. veranlagte die berüchtigte Schrift dcsJer. Collier: 7^ bliorr Vieev ob che immn. rolir^ Astst prvbanenebs ob rbe onglibk 8rsgc, Dvnck. 1698. 8- wider welche sogleich: — TVmencimcnrs ob Aär. Lol- liers balbo ancl imperbebb oirsrions, h/ Xbr. ConArovc, b. 1698- 8- — und Vice uiebullnels ab rbc SrzAe ro rlro üapplncix ab msnlcinck, ra Clovern- menc aicck ro reliesion, öäi. (siokn) Dennis, l.. 1S98. 8. erschienen,^ und auf welche Collier mit — l'ice ancienc sock Möckern Lc.iCe iurvc^ck 1699. 3. französisch von dem Jesuiten, JeanCour- beville, unter dem Titel: Lririque ckn lbkesrre sngl. compsre su ck'hesrre ck ^ebenes, 7,3. >2. antwortete. (Was Collier in der ersten Schrift von den einzeln Srückcn sagt, ist nicht ungegrnnbetc aber die Helgen, welche er daraus gegen das Theater überhaupt zieht, sind eben so wenig bündig, als wenn man, aus den Predigten des P. Abraham von St. Clara, Schlüsse gegen alle Predigten machen wollte; und die ewigen Berufungen auf die Kirchenväter und die ersten christlichen Jahrhundertc zeigen eben so wenig Ucbec- lcgung. Die Antwort auf die Schriften seiner Gegner ist mit mehr Einsicht, obgleich mit vielem Eifer geschrieben; und die Behauptungen der beleidigten Dichter, daß Darstellungen, wie die ihrige», sehr lehrreich werden können, hinläng^ lich widerlegt.) — Einige Rücksicht auf Collier's Schrift hat Deichen in der Vorrede vor seinen bohle«, b-unck. 1699. z. genommen; auch Vanbrugh wird eine Antwort darauf zugeschrieben, die mir aber nicht näher bekannt ist. — Vks 8rvAL cvnckemneck, sock che encours- ^emenr ^iven rc> ehe immorsliries snck probsusnebs ob rlic Vkoarre b/ rhe enß-Iil h Tchools, Dnlverbicles sock brom rhe bulpirz cenbur'ck, I.oock. -698. 8. (Ganz nach den Grundsätzen des vorhergehenden Verfassers, oder vielmehr des, immer noch nicht verrauchten Geistes der ersten Puritaner. Diese Schriften brachten, indessen, manchcrle» gute Wirkungen hervor. Cibber, in der /^po- soZx bor bis kibe, (S. 22;. Ausg. von >?;o) sagt, daß die dramatischen Schriftsteller von da an wären behutsamer geworden, und nicht mehr Ungezogenheiten für Wik ausgegeben Härten. Auch stimmten die darin geäußerten Gesinnungen so sehr mit den Gesinnungen des großen .Hausens überein, daß die Regierung selbst gegen einige Schauspieler und Schauspielerinnen, wegen unanständiger Ausdrücke, Untersuchungen anstellen ließ, und Vetterten und die Veacegirdle deswegen bestraft wurden. S. Gildons Compsriborr herween rhe rcvo LrsZes, 1702. 8. S. >4Z.) — Debeoce ob 8 'rsge plsz-s, Ibonck. 1707. 8> von Edw. Filnicr, (Wahrscheinlicher Weise ist das Werk zuerst früher erschienen; denn es ist vorzüglich gegen Colliers Schriften gerichtet.) " I» Ch. Pvwey's Dnksg >pir>ebs ob bmZIsnck . . . bnncl. ,701. g. wird der, vorgeblich unglückliche, Instand von Engc land, zum Theck auf das Theater mit geschoben. — Ichs shbolure unrsccbull- uebs ob rliesrricsl enrerrsinemcnrs, h/ VVm, I.sv> bvnck. 1712 und 1726. 8. Ein, im I. 1729 in der eigentlichen Stadt London (in Goodmanns Field.) errichtetes Theater, brachte die Geistlichkeit in Harnisch; ein Prediger hielt eine Predigt dagegen, welche im I. 17ZO gedruckt wurde; und die Regierung wurde um die Unterdrückung desselben ersucht. — türsrion , hciriZ an bliczuir7, evUe- rbier rbe Lrsoe esn be mscke 2 bchool ob virruc, b.onck. >754. 8. (die Frage wird verneint) — Die im J. 1757 ergangene Parlamentsscte, daß kein Stück, ohne Erlaubnis des obersten Kammer- Herrn, irgendwo gespielt, oder mehr Schauspielhäuser errichtet werden sollten, veran- ?z6 Dr a Dra vcranlaßte' eine neue Verteidigung deS Theaters: — Vfte ulatullness c>k rftc Lrsge ca lieligion suci Vovernmenr, I.onel. 17z 8. 8. — Answer ro rfte «zuessiun: wfterker ic is lswistill t'or Okriftians ro go rc> plays, s.nuä.1757. (Oaich die Schrift selbst nicht geschn: so kann ich die nähere Veranlassung dazu Nicht bestimmen.) — Vfte imporrance aucl ule vb'Vftegrros, l.ouä. 1758. 8. — Oilcuurle coucerninZ pls^s aucl ploz-ers, I.. 1759.8. (Gegen dieselben.) — Vfte Lrgge, rfte ftiZft ruaä ro Istcll, l.c>nst. 1767. 8. Frzsch. ?gr. >770. 8. -- l'fteacrical enrerrainemenc couii- ftenc wirft l'ociec/, maralir^ girst religio», O. 1768. 8. (Widerlegung der vorigen Schrift.) — ^nri vroms, or some ver^' serivus rftouglics snst iure- ressing resscÄini'.g, relp. Bftearres anck rftegrriesl exftibicions, ü.onst. 1788-8> (Verdammung des Theaters.) — — Von Semselsen Schriftstcilern: Oilcur- lus, cxftifteus rrcz lermones ste La- moestüz, czuurum primus Lomoestias lgustar, olrer virupersr er stsmngr, rerrius stiftintste reipouster, ^ruft. l)sn. Verrerus, ilgs. 1619. 4. — De La» mnestig, Oitp. Ige. ^ssicftier, Oov. 1670. 8- (Eine Samml. von Stellen von Kirchenvätern angewandt aufZei- ten, welche die Kirchenväter voraus zu sehen, nicht Einsicht genug hatten.) — l'ftegrromgnig, oder die Werke der Finsternis! in den öffentlichen Schauspielen .. Raycb. 1681. 12. (von v. Bnt. Reiser) (Auch hier spielen die Kirchenväter die Hauptroste ) — Iftrescropftguig, zur Vcrtheidigung der christlichen Schauspiele, insonderheit der musikal. Opern, Han. 1682.8. von Mag. Chrstn. Rauch. (Widerlegung des vorigen.) — Oer gewissenlose Advokat mit seiner l^ftcgrropftgnis kürzlich abgefertigt, Hamb. 1682. von dem crstern.—» Oe morslirace lustorumice- uicoruin, Oft!) lo. ftcftmistius, l.ips. >S8z. 4. (Oer Verf. ein Theolog spricht dem Theater aste Moralität ab.) —- tirgmgroiogig gur. ftostierng, d. i. Bericht von den Opernspiclen ... von H. Elmenhorst, Hamb. (1688) 4. (Vcrtheidigung derselben.) — In Phil. Spe- Ners Loniiliis rkeologic. findet sl d über theatraliscpe Vorstellungen, ein Bedenken vom I. 1688, so wie zwep von spätem Jahren, worin er sie nicht gan> verwirft, wenigstens nicht für sündlich hält, jedoch die Schulkomödien für unerlaubt erklärt. Seine Anhänger giengen aber, wie immer, weiter als er. In dem, „GlaubenSbekenntniß der Pietisten in Gotha, 1695.8." welches durch verschiedene Programme, von Seiten der herrschenden Parthep, über ihre Lehre von den weltlichen Vergnügungen und von den so genannten Mitteldingen, veranlaßt wurde, wird das Komödicnbesuchen für eine Sünde ausgegeben; und auf eine Widerlegung desselben, unter dem Titel: Kurzes, doch schriftmäßigcS Bedenken gegen daS Gvthaischc GlaubenSbckcnntniß," ließen sie eine „bescheidcntliche Verantwortung" drucken, in welcher sie ihre Meynungcn vertheidi'gtcn. Ilcberhaupt kam die Frage vom Theater in sehr vielen Streitschriften zwischen den Pietisten und ihren theologischen Gegnern vor; und daS Sonderbarste war, daß die so genannten Rechtgläubigen, welche sonst cS zu verdammen gewohnt sind, sich dessen treulich annahmen. Zu dielen gehört, unter andern Sam. Schclwig in s. 8^n--ps. eoucro- verssarum sftb pictaris prscrexru mc>- rsi-um, gegen welche Heine. Lysius eine L^nvpssii cnncrovsrliarum a picraris ftoftiftus tuft proerexcu ai rftaäaxiae morarum, und Joh, Wilih. Zierold eine Lynapssu veriracis stivinse, Sekelwi- gü f^uopss oppviittm schrieb. Eben so weit trieb es Gvttfr. Vokerodt. Als er, wegen eines, im I. 1696 gedruckten Pro- grams, in welchem er die Musik, als unanständig für große Herren dargestellt hatte (s. den Art. Musik.) deswegen von dem Concertmeister I. Bähr, und von Joh. Chrstph. Wenzel und Joh. Chr. Lorber in verschiedenen Schriften angefochten wurde, gab er, unter dem Titel : Mißbrauch der frepen Künste. . . Frft. 1697. 4. eine Schrift heraus, worin er die Komödie, mit D r a D r a ?Z7 mit sammt der MM, untcr die »erbotee nen Dinge setzt; und ließ nicht allein gegen des erstem Widerlegung derselben, ein „WicderhvhltcS Zeugniß der Wahr. hciOgcgendic »erderbte Musik und Schauspiele, Opern, Komödien u. s. w." Fest, und keipz. 1698. 4. sondern auch seine Grundsätze überhaupt, unter der Ausschrift: Aufgedeckier vergönnter Lust und Mitteldinge Betrug .... ebend, 1698.4. drucken. Hiewider ergriffen die Theologen, besonders M. Chrstn. Alb. Roths, die Waffen, und »on Heyden Seiten erschienen über die Mitteldinge noch eine Menge Schriften, in welchen immer die Sache desThcatei s mit behandelt wurde.— Lilrolluz äc Coiiroeäiiz er 17rsZocäi:z, vccslioire L. XI. TLir. 40. Loä.äetlpe» dlsculi5 . . . ^utt. Idlic. Ilsires, Lreffc. sä öäoen. 1691. 8. (Sie werden mehr für schädlich alS nützlich erklärt.) — Os co czuoä Austum eil circs tuäoz iceni- cos operssczue nroäcrirss, Dill'. L. Lerruelr, Lrses. LI. Lcr)-clrio, Kit. 169z. 171z. 4.—> In Tob. Pfan- ners Obseivsr. eccles. len. 1694. g. wird in der siebenten Bemerkung Oe lu- äis Lkriilisiris protrilriris gehandelt. — Die Vorrede vor der gefallenen und wieder erhöhten Solana . . . von Gottfried Hosmann., Leipz. 1696. enthält eine Ver- thcidigung der Komödie, besonders derjenigen, welche geistlichen JunhaltcS ist. »^ In G. Arnolds Wahrer Abbildung der ersten Christen . .. Leipz. 1696. 8. ist alles gesammelt, waS die früher» Kirchenväter gegen die Schauspiele gesagt haben. — Um diese Zeit ungefähr kann Sam. Wcreufels seine Orscio äe Lc>. nroeäiis in dem sten Tb. s. Oifferrsr, slinftel. 171S. L. S. Z41 gehalten haben. Deutsch ist solche in den Bcytr. zur crit. Historie der deutschen Sprache, St. z-. S. 598 bcflndlich, und mit Annierk. gab sie eben so Im. Fr. Gregorius) Wittenb. ,750. 4. heraus; in das Engl, hat sie Duncombc übersetzt. (ES ist nichts alS eine Vertheidigung der Schulkomödie.) — Zeugniß der Wahrheit wider die Komödie, von Joh. Jos. Winkicr, Magd- 1696. Erster Theil. »72;. 8. (Dein Verf. zu Folge besteht die Wahrheit darin, daß die Komödie etwas abscheuliches ist, und diese Wahrheit hat er vorzüglich auS dem heil. ChrysostomuK hecgehvhlt.) — Zeugniß der Wahrheit vor die Schauspiele oder Komödien . .. auS vieler Thcologorum Zeugniß zusammengetragen, ebend. 1697. 8. und unter dem Titel: Curiösc und ivohlcrörrcrte Frage, ob Comödien untcr den Christen geduldet.. . werden können per 5lsar» troff (Hosmann) 172-. s. und mit widerlegenden Anmerkungen, AugSb. 1724. g. — Vcp G. GrabovS Lsrseir. luper ve- rs äoceiräi rscioire in lclrolis» LrcLc. 1701. 4. ist ein luäiciuirr äe comoeäiis, worin die Schulkomödicn verworfen werden, und welches ein andrer Schulmann, Paul Gumprccht, Deutsch mit Zusätzen, und Nie. Haasens Fragen von den Schulkomödicn, Lauban 1702. 8. herausgab. — Oiffcrrsrioires äe luäis lcenicis, slutl. los. Lrn. LeAerr, Legioiir. 1702, 4. (Samnäung von Stellen aus den Kirchenvätern.) Lro Oonroeäis, Ors- r!o, von Pct. Burmann, OuZä.L. >7>r. 4. Holl, ebend. (Eine sehr gute Vertheidigung der gesitteten Bühne.) — Dein- äis lcenicis in repulrlic's Lbriffisn» nun colcrsnäis, Tluöl. los. Leist. Korr» Lsrä, LipL. 1715. 4. — EincS vornehmen Theologen Bedenken von Sehulko, mödien .. . Halle 17-1 und 17z,. 8- (Oer Verf. scheint sie nicht gänzlich zu verwerfen.) —» Gedanken von den Komödien, aus K. Gottfr. EngclseballS Lrsstuäiciis virse hcrausg. von Joh. Kasp. Lcsscl, Dresden 17-4. 8. mit Anm. worin er die Aussprüche des Verf. gegen das Theater zu widerlegen sucht. Die entlavte Eft telkeit der weltlichen Komödien, von Oav. S!g. Vohnstädt, 172;. 8. — In einem zu Goslar, 1727 erschienene» Program werden die Schulkomödien vcrthcidigt, welches Hier. Freucr zu Halle in einem andern Program, das sich in s.Lro^rsnrm. Iscilro-Zerrrrsiris, klsl. lpzi. 8. sin- det, widerlegt. — Das in unfern Opern« theatris und Komödicnbühnen besiegte Christenthum und siegende Heidenthum... Aaa uvl» ?Z8 D t g Dra von M. Heinr. Fuhrmann, 1727. 8. und von ebendemselben: Die an der Kirche Gottes gebaute Satans-Kapelie. .. 17:9. 8. (Das erste ist in Gesprochen, und beydc in einem vermeintlich witzigen, unerträglichen Tone abgefaßt.) — Joh. Ehrstph. Köcher zu Osnabrück gab 17z- zu Oöna. brück eine Einladungsschrist von dem vermeinten Nutzen der Komödien in den Ile- bungcn der Beredsamkeit heraus. — Erbauliches Gespräch, in welchem von der Moralität der Komödien gehandelt, und 'auf die Einwürfe derjenigen, so dieselben vettheidigcn, ans Gottes Wort gründlich geantwortet wird, Jena 17z-. 6. — 'kraeleök. liccer. pro comoeci. er luci. rkesri-sl. von I. G. Altmann, im ztcn B. S. Z94 deS Bempe cklelvec. BiZ. '>7Z5- >742- L. 6 Bde. — M. Gottsr. Heinitz zu Camcnz ließ 1740 und 1742 cm paar Einlabungsschr. drucken, worin er 'von dem Nutzen der Schulcomödien zur 'Bildung in der Beredsamkeit, und von der, bc» Komödien geistlichen Jnndalres, nöthigen Behutsamkeit handelt. — Christ- ' liche Gedanken von den eilcln Schauspielen und Komödien, Regensb. ,74?> «- — Von Gcllerts Briefen, Lcipz. 1751.8. handelt einer von der Komödie und dem Nutzen derselben. — Beichte eines christlichen Komödianten an Gott bei) Versagung der CommUnion, von Uhlig, 1752. 8. und 1772. 8. (Dieses Gedicht machte, zu seiner Zeit, viel Aufsehn; unter mehrcrn Schriften veranlaßte es:) — Unvorgreisti- chc Gedanken über die Frage, ob ein Ko- iibdiant zur öffentlichen Kommunion zu- "zmassen . . . Strasb. 1752. 8. — Zu- 'fästigc Gedanken über die teutsche Schau- Zühne zu Wien, 1760. 8. von Engelschali (Wider das Ungesittete und Unsittliche des dortigen Theaters.)— In den malres cie l'^orci. eis Uerlin vom I. -760 stndcn sich , von Joh. G. Sulzer, Betrachtungen über die Nützlichkeit der dramatischen Dichtkunst, welche Deutsch n--. 'ersten Th. s. Vermischten Phil. Ab- handl. Z-t48 der zwevten Aust. stehen. — Im 6tcn TP- der Mosheimschen Moral von O. Miller, >762. wird, von her Bühne, in einem Gespräch, gehandelt, worin man Kenntnis des Theaters, und Kenntnis der Geschichte, und Kenntnis der menschlichen Natur vermist. Oer Inn- Halt desselben ist, indessen, in der Schrift, Von den, rechtmäßigen Gebrauche der Zeit und unschuldiger Eegötzlichkeic.>775. 8. von neuem erschiene!). — Die Vorrede vor G. Lindneis Schulhandlungen, Kö- nigsb. 1762. 8. handelt ganz gut von dem Nutzen der Schauspiele für die Erziehung. — Sendschreiben über die Sittlichkeit der Tragödie, in dem zweptcn St. des siebentes Bandes cee Bibl. der sch. Wissensch. (Der Zweck deS Trauerspieles soll Tugend scpn.) — Gedanken von dem wahren Werth des Theaters, von Mr. G. Walch, Schleus. 1765. 4. (Wenn das Theater selbst nicht mchrcen Werth hätte, als diese "Gedanken : so würde es ftcvlich wenig Werth haben.) — Die vier, ohne Nahmen des Verfassers, mit der Aufschrift Neue Lustspiele, Bremen 1768. 3. herausgegebenen dramatische» Arbeiten deS Prediger Joh. Ludw. Schlosser veranlaßte» einen lebhasten Streit; der erste, Pasquilartige, Anfall geschah in dcrZigra« scheu Zeitung; hierauf erschien eine „Ver- theidigung des P. Schlosser . . von I. H. V. Nölting, Hamb. 1769. 8. und gegen diese: -- Bescheidene Prüfung dieser Vertheidigung, ebcnd. >769. 8. von einem Prediger Buchenröder, aus welche der erste mit einer— Zugabe zu der Vcethei« digung des P. Schlosser 1769. 8. antwortete. Nun trat Joh. Melch. Götze mit seiner —- Thcolog. Untersuchung der Sittlichkeit der heutigen deutsche» Schaubühne überhaupt, wie auch der Frage, ob ein Geistlicher... die Schaubühne besucden, selbst Komödien schreiben und drucken lassen, und die Schaubühne, so wie siejetzs ist, veetheidigen .. . könne, Hamb. 1770. 8. hervor. (Hätte Götze ein wenig von dem Geiste, der ihm und mehrern ei» Slergerniß war und ist, ei» wenig philosophischen Geist besessen: so würde er die Fragen: Ob dem Menschen Erhohlung und Zeitvertreib nöthig scp? ob das gebildete Theater ihm nicht den bessern und anstän- D r a Dra 739 anständigsten gewähre? ob dieser nicht seine Denkart zugleich bilden und bessern, und ob volkreiche Städte öffentlichen Zeitvertreib entbehren können, oder ob sie nicht, bei) Mangel desselben, auf viel nachtheiligcre verfallen müssen? er d, m. nicht übergangen haben; aber er konnte nur dcclaniiren, poltern und lästern: und sein theologischer Eifer verleitet ihn nicht blos zu wahren Albernheiten, als, daß die Schaubühne das Wohl ganzer Staaten untergrabe, daß man nicht, durch Darstellung von Thorhcitcn, den Mem scheu Gelegenheit geben müsse, über diese zu lachcis, weil sie dabei) ihre eigenen vergäßen; daß man ja, was man im Theater höre, in viel kürzerer Zeit, zu Hause lesen könne, u. d. m.) sondern auch zu offenbaren Unwahrheiten, als daß die Candidatcn zu Hamburg sich eidlich verpflichten müßten, keine Komödie zu besuchen.) — Nachricht an das Publikum, betreffend H. Götze theologische Untersuchung . . . von I. b. Schlosser, Hamb. ,770.8. (Ausser historischen Nachrichten über diesen Streit und die Veranlassungen dazu, wird auch die Bühne hier dadurch vcrthcidigt, daß sie Thorhcitcn rüge, welche der Sittcnlehrer nicht rügen könne , daß Lustigkeit noch nicht Sünde sey, ». d. m.) — Zwote Vertheidigung des H. P, Schlosser von I. H. V. Nölting, Hamb. 1770. 8. (Joh. M. Götze, wird Schritt für Schritt darin widerlegt) — Au dieser Schrift erschien eine Bey- iage. . . von M> Pct. Hcrm. Becker, Lüb. 1770. z, worin H. Vöttings Absichten be» s. Vertheidigung verdächtig ge. macht wurden, und auf welche er in der Augabc zu der zweissen Vertheidigung, Hamb. 1770. 8. antwortete- — Veur- thcilnng einer Schrift, welche den Titel führt: Götzens Untersuchung . . . Gött. >770. 8. Ist das Gutachten der Götting- schen Theologischen Fakultät über diesen Streit, und von I). Gvttsr. keß abgefaßt. (Melch. Götze hatte sich cS auSge- betcn; aber der Verf. desselben hätte immer, wenn er auch seinem Mltbrudcr nicht absprechen mosten, es mit mehrerer Bestimmtheit und Einsicht abfassen soffen. Es wird darin, unter andern, eine moralische Vollkommenheit vom Theater gefordert, nach deren Maßstabe, wenn man ihn, B. auf Predigten anwendete, diese größlcntheils eben so mangelhaft se»n würden, als, ihm zu Folge, das Theater' ist; eine Vollkommenheit, die oben drein lange nicht so gut vom Theater sich fordern, oder vielmehr weit wrniger mit der Wesenheit desselben sich vereinen läßt, und verträgt, als eine, ihr verhältnißmäßige Vollkommenheit, mit Rechte, von der Kanzel gefordert werden kann^ Weil die Eiche nicht eine Cedcr ist: so soll sie ctt was ganz unrechtes sepn! Um das Theater, so wie jede andre Sache, gehörig zu beuetheiken, uni die dramatischen Produkte richtig zu classisiciren, muß mau es iiudlrt haben; und da die Geistlichen selten oder nie Anspruch auf dieses Studmm machen: so erklären sie dadurch sich selbst für unfähig zum Richteramt darüber. Und das, darauf so wenig paßlichc, und in Ansehung desselben, so schiefe, ihm so oft von den Theologen untergeschobene, oder vorgeschriebene Ideal, muß natürlich aus den Gedanken führen, daß sie es für eine Art von Nebenbuhler ansehen, und daß nur hieraus ihre Gesinnungen gegen dasselbe entspringen ) — Lie. Simon Ratzebergce Jun. Anrede an aste seine Mitbürger In und ausser Altona . . . Verl. 177a. 8. (Eine wohlverdiente Parodie jenes Gutachtens, welche auch als Vorrede vor den, Vadcmceum steht.) — Vertheidigung der Spiele, Tänze, Schauspiele .. . nebst einer Anweisung wie man an selbigen ohne Versündigung Attthell nehmen könne, k. I. 1770. 8. (Die Einschränkungen, unter welchen der V. die Vergnügungen erlaubt, sind sehr billig.) — Die Pflichten des christlichen Dichters im Dramatischen, von I. B. Kölbele, Frft. 176s. 8. (Es ist schwer, zu bestimmen, was der Verf. will. Der christliche Dichter soll, z. B. seine Heiden aus der Kiechengeschichtc nehmen, soll christliche Tugend und so gar Vußkämpfe schildern, und hoch wieder, um der lüderli- Aaa 2 chen 740 Dra Dra chen Schauspiele willen, die Christentu- Send von der Buhne lassen. u. d. m.) — Theoph. Sineeri Sendschreiben an einen Freund.... ob man aus einer Komödie mehr lernen könne, als aus einer erbaulichen Predigt, Leipz. 1770. 8. (Seichtes Geschwcih.)— In einer, von Jos. v. Sonncnfcls, zu Wien im I. 1769 gemachten „Vorstellung an den Hof, ist der Sah, daß öffentliche Ergötzungen den guten Sitten nicht entgegen laufen dürfen, sehr gut ausgeführt. — Vom Nutzen und Schaden dramatischer Spiele, ein Program von Wart. Ehlers, Oldcnb. 1770.4. und in f. Schulfchristen, Flcnsb. 1776. 8. (Auch hat ebenderselbe, in den Betrachtungen über die Sittlichkeit der Vergnügungen, Flensb. 1779. 8. -B. sich weit- läuftiger über die Moralität des Theaters ausgelassen. Ihm zu Folge hindert dasselbe die Menschen an der Besorgung ihrer nöthigen Geschäfte, verleitet zum Spotte überhaupt, besonders über Oinge, welche Mitleid verdienten, reizt zur Wollust, verführt zu Ränken, oder macht die Menschen ungesund, melancholisch, schlaff, tinzufrieden mit der wirklichen Welt, oder macht sie eitel, mit einem Wort, cS wirke mehr nachthcilig, als vortheilhaft. Die Schulkomödicn verwirft er gänzlich; das Theater überhaupt will er, indessen, doch nicht abgeschaft, sondern verbessert haben.) — Im gtcn Bde. des Wochenblattes ohne Titel, Nürnb. 8. ist ein Aufs, lieber den Nutzen einer guren Schaubühne, in welchem dieser Nutzen darin gesetzt wird, daß elende Gesellschaften dadurch zerstört, und Verschwendungen verhütet, so wie allerhand gute Gedanken dadurch verbreitet werden können. Nöthige Vorsichtigkeitsregeln bey Ergötzun- gen, eine Predigt von W. Lüdcckc, Magd. 1772. 8. (Sie ist vorzüglich gegen die Komödie gerichtet, durch welche man, nach des Verf. Mcynung, die Empfindung für erhabene Gegenstände verliert, blos fleischliche und sinnliche Rührungen erhält, u. s. w. Sie vcranlaßte eine Menge Schriften , als:) — Beleuchtung der nöthigen Vorsichtigkeitsregeln .— Handlaterne zur Beleuchtung — Acht Groschen zur Verbesserung der Handlaterne — Ermahnung des Beleuchters a» den Hand- latcrnenmacher — und Schreiben über die Lüdeckischen Streitigkeiten, die ohne sonderlichen Werth sind. — In dem-ten St. des ersten Bandes der Allgemeinen Bibliothek für das Schul - und Erziehungswesen , werden, in einer besondern Abhandlung die Schulkomödien vertbei- digt. — lieber den Werth, und zur Berichtigung der Gefühle vom Theater herab, Brrl. 1774. 8. von K. Chrstph. Rei- che (Der Verf. will, wie schon Base, dow, vom Theater herab, moralische Reden gehalten haben.) — Von der wahren Güre der Schauspiele für bcyde Par. thcycn, von v. Joh. Frdr. Teller, Leipz. >776. 8. (Der Verf. schreibt dem Thea« ter blos Vergnügen zu, und dieses erlaubt er; aber den Nutzen spricht er ihm ab, und vergißt also, daß ein gesittetes Vergnügen von dem größten Nutzen ist.) — Unmaßgebliches Gutachten über l). Tellers Abhaudl. Leipz. 1777. 8. (Dem Vet'f. ist O. Teller zu nachsichtig.) — Brief über das Theater und die Schauspieler, München 1777. 8. (Enthält unter andern eine Classification der Theater- gegncr, um die Schauspieler über die Geringschätzung derselben zu trösten.)— Von dcni Hauptzweck der dramatischen Poesie, ein Aufs, von Mich. Hißmann, im De, cember des deutschen Museums, vom I. 1777, gehört in so fern auch hieher, als der Verf. darin zu erweisen sucht, daß, wenn die Beförderung der Tugend gleich nicht der erste, sie doch der wichtigste Nebenzweck des Theaters sey» müsse. — lieber den Werth der Bühne, als gymnastische llcbung, von G. W. F. von Hettenrodt, Jena 1777.4. — lieber die Moralität und Vortheile des Theaters, eine Abhandl. von C. G. Rössig, bey s. Versuch im musikal. Drama, Lübeck 1779. 8. (Diese Vorthcilc sind: Beförderung der Menschcnkenntniß, und die natürlichen Folgen hievon, anständiges Vergnügen, Bildung für die Gesellschaft, u. d. m.)—- Was kann eine gute stehende Schaubühne elMt- eigentlich bewirken? von' Febr. Schiller, im iten Hefte der Thalia. Ilcbri- gcns versteht cS sich von selbst, daß für und wider das Theater noch manches, gelegentlich, in Vorreden, Gedichten, moralischen Schriften, Predigten, u. d. m. gesagt worden, welches besonders anzuzeigen , hier nicht der Ort ist. In der angeführten Schrift, lieber die Sittlichkeit des Theaters, Halle >780. 8. ist vieles davon bcygcbracht. Ich will nur noch bemerken, daß, unter mehrern, zwe» Männer, welchen keine Parthcy Einsicht und Frömmigkeit abgesprochen hat, die HH. Joh. Adolph Schlegel und G. J> Aolli- kofer, der erste in s. Batteur Th. >. S. zzz. Ausg. von 1770 in der Anm. und der andre in s Betrachtungen über das Hebel in der Welt, S. 122. tcipz. 1777. 8. der Schaubühne haben Gerechtigkeit widerfahren lassen. Besondre Sammlungen von dramatischen Gedichten sind sehr viele vorhanden. Von den dramatischen Dichtern der Griechen zwar keine im Original, aber doch in Ilebersctznngcn; als in französischer Sprache: Tkiearrc stcz Lreca p. Ie ?. Pierre Lrumoz-, ksr. i/zo. 4. z B. 176z. 12. 6 B. (Ganz übersetzt sind darin nur der Oedip, die Elcctra und der Philoktet des Sophokles, und die Opfernden, Elcctra, Hippolyt, Jphigcnia in Aulls, Iphigenie in Tauris und die Alceste des Euri- pidcs; aus den übrigen Stücken dieser Dichter, so wie des Aeschylus und Aristo- phancs, hat Brumm, nur kürzere oder längere Auszüge geliefert, llcbrigens sind Abhandlungen über das griechische Theater, über den Ursprung der Tragödie, über die Vergleichung des alten und neuen Theaters, über die griechische Komödie, über das Satyrspicl, so wie Auszüge aus den Nachahmungen späterer, besonders französischer, Dichter dabei, befindlich. Die llcbersctzuug ist weder getreu noch schön.) Englisch, von MißCharl. Le- nox, mit mancherlei) Verbesserungen von Johnson, Orvcry, Grainger, u. a. m. erschien das Werk, F>onst. 1760. 4. Z Bde. lind, sugmcntecste trzstuJi'on» em!öre5 stcz picccx ßrecgues stouc il n'exille czue stea exri-aicr stanz lez cstir. prccest. p. d-löä. stc kloclietorr er stu Tkcil, par. 178?- >789. 8. >Z Bde. — Wegen llcbcrsctzung cinzclcr Stücke, und der llcbersetzungcn in andre Sprachen, s. die Artikel dieser Dichter. — Vermischte Sammlungen von italienischen dramatischen Stücken: kilzlior. Tcacralc, Fcelea c stiFpoila sta Orrav, Oinstari . . . I,ucca 1762-177;.. 8»iaB. (Jeder Band enthält eine Tragödie, eine Oper, ein original - oder übersetztes kust- spicl, u. d. m. Auch sind Nachrichten von den Verfassern und Abhandlungen aller Art dabei, befindlich.) — Besondre Sammlungen von Trauerspielen sind, bei, dem Art. Trauerspiel angezeigt. — Die Sammlungen von spanischen dramatischen Stücken finden sich bcy dem Art. Tomodic S. ;5>- — Sammlungen von französischen Stücken: Tdearre tran^oiz, psr. 171g. 12. (Wie viel Bände es enthält, weiß ich nicht, da ich es nicht gesehen.) — Tkea- rro Franc, conccnanc les meilleurei er lez plus nouvelleü piecea stc Ttieacre, par. 17Z 5. 12. 12 B. — däouv. Tbea» rre Francis, kstaye 17z 2 - 174z. 12. 12 Bde. — dstauveau Tkearre Franc» stepui'z 1740 - 174L. par. 8- 8Bdc.— P.Fprir stcz Tragest. erTrsgiccnncst. ste- pui5 l'an i6zo fusgu'ü 1761. par. 1762. 12. z Bde. — Tkiearre Fran- §<>!s . . . ?sr. 1769. 12. 14 B. (Ausser einer Sammlung derjenigen Stücke, welche sich auf dem Theater erhalten haben, enthält es auch Nachrichten von ihren Verfassern, und vom Theater überhaupt, so wie Lcbcnsbcschr. von Schauspielern.) — Lkiek st'oeuvres stramarilzue« . . . psr. 177z. 4. 2 B. »lit.K. von Mar- montel hcrausg. mit Abhandlungen über das System, den Ursprung und Fortgang der dramatischen Dichtkunst, und über das Trauerspiel, welche Deutsch, unter der Ausschrift: lieber die dramatische Dichtkunst, Lcipz. 1774. 8- erschienen.— Uec. stes meilleurea xiocez stepuis Uorrou Zlaa 742 Dra Dra jusczu'ö nos )ourü, K70N 1781. 8. 6 B. (Die Auswahl der Stücke ist nicht die bessere.) — pcrire Libliorsscejue stcz Elicorros, ccincensnr un recueil stc5 meillcurer pieces stu l'bic.irre kran- 901s, rrugiezue, comlczoe, Iz-ri^ue er boutkon, stepuis I'origin« stoz kpetta- cleo en Orsnoe guegu'ü nuz joure, l)gr. >78z u. f. 16. jährlich IZ Bde. und überhaupt sx Bde. (Ausser den Stücken selbst, sind auch Nachrichten von den Verf. und allerhand Beytr. zur Geschichte des Drama dabey befindlich.) — Uebrigcns können dergleichen Sammlungen, besonders aus frühern Zeiten, lelcht noch mehrere vorhanden seyn. Die von einzeln Gattungen gemachten find bei? den Art. Eomövic, S. 562. Vper, und Gpe- rertc, so wie die, aus den, Italienischen, Spanischen und Englischen gezogenen Uebeusetznngen dramatischer Stücke be>? dem erster» Artikel, S. 5ZZ. k;-. ;?> angezeigt. Aus dein Deutschen find folgende vorhanden: chcheiiire allemonci . . p. Xä. O. O. >lm- tkerst. 17S9. 12. (Gottscheds sterbender Cato, Geberts Betschwester und kranke Frau.) — ckchesere gliemanst, ou Kec. steg mcilleure-i picces stramzciczuez, tsnr snc. czue mostcrnez . . . preceste cl'une stisscrrgrian kur lorigine, Icz xrogrer er l'eroc ottuel ste la poetle rkc^rrsle en kkllemogne, p, XtXl..fnn- leer er lckeboulr, pgr. 1772 und 1785. 12. 4 B. — dstonv. Ich,euere gllcmunst, x. Iksr. Krlestei, ?ur. ,781 u. f. 8. IZ V. Sammlungen dramatischer, Englischer Stucke: Von älccrn: ckke »ri- gin ok ehe hngiikk Orumz, illustru. reck in irs vurlouz kpceiez, viz. Xä^- tler^, Xstvrulle^, ckchugest^ unst Lo- mest^, H7 tpeciinenz krom our eur» Ijess cviirer!, ... H7 sth. kstucvlcinz, Oxt. >77;. 8. z B. (Die Stucke find Oui.n .III2 >5 stgz,, or rice Killing ok ri^e c i ilu. n ok lkrucl, von Js. Parfce, v. ck- >k>2. klvee^ ieson > 2 Xäoiulii^z j >> . Lcorner, s V'oruliev; Kult/ chuvcncuz, 2 tvlorutu) oon N. M'ver; Lämmer Lurrona dsseestls, v. I. 1;;,. sX lzmcneubio Irsgestk', mixest kul ok pleukunc inirrlc . . ok Ozmbites King ob Verl ig, von Th. Prestvn umsJ. 1561. lkke kpunikh ck'rggest^ von TH. Kyd ums I. 1590. Vice luve ok K. Ouvist znst kuir Lcrkezbs von G. Peelc umsJ. >k79. lKiie ll'rggest^ ok Lolimsn snst kerkcsta ums I. -5?9> ck lce Beug. ok kerrcx onst ?orrex UMs I. izöi. Luppokez g Lomcst^, aus dem Jtal. des Ariost, von G. Gascoigne i;66. Luneo-mussix or rl>e Dncrusslng ok che humorous ?oec, von Th. Dckkcr, 1602. Dke re» rurn krom kurnutkus, 1606. plcg- kunc cvmest^, VVil^ doZuilest 1606.) — kelett collettion ok ölst ploz-z ... I>mst. 1744. 8. >rB. Mit veränderter Ordnung, Wcglassung einiger, und Aufnahme anderer Stücke, 1780. 8. iz Bd. (Diese letztere Ausgabe enthält Arbeiten von Joh. Balc, 2 Drog. ms» nzckessing riic ckeke prom^-kes okLost; I. Heuwood, lklie kour ?'5, Rich. Edwards, John byli), Reb. Wilmot, Th. Kyd, Chr. Marlow, Th- Detter, I. Marston, G. Chapman, Tvril Tourner, Lev. Machin, G. Wilkins, Ant. Bremer, Th- Middle« ton, Lud. Barry, I. Webster, Rvb. Tai- lor, Th. Heywood, I. Cooke, Tvmkis, Wist. Rowley, Jasp. Zischer, J.Ford, Th. May, Jam. Shirley, Wist. Savc- nant, Th. Nabbcs, Th. Randvlph, Jasp. Maine, Will. Habington, Sh. Marmion, I. Suckling, Will. Cartwright, Rich. Broome, Rob. Davcnport, Th. Killcgrcm, Sam. Tuke, G. Oigby und eines von Johnson, Flctchcr und Middleton zus.) — Six olst plg)'!i on rvbilcli 8f>2fi. kounstest his Xäoakure kor Xäezkuro, Low. ok Krrvrii , Imming rlre Llrrev, K.)okn» K. Istenr^ IV. onst K. kstenrz-V. King Kegr. Knnst. 1779. 8. sB. — Bon neneru Stücken: Lollcttlon ok ... Konst, 1720. 8. 16B. — lkhs hrlrrili? Lrggo, or Lollett. ok rhc Held mostcrn gkting pla^z, Oonst. 1752. 8. 6 B. — Luilcdiion ok ckoico pls^r, Konst. 175 5. l 2. ; Vdc "Ohe Legu- ries ok ilrc kinglikii Lrage, Konst. 1756. 1756. 8. z B. — Bbc en^Iisd Blies» tre, cniistlliiig ok 20 Lomeckies snck 20 Brsgeck, I.nnä. 1760, 12. 8 Bde. — Bke brirristi Blicsrre, nr teletb VVorks ot' ckcsmsric ?c>crz, Lckiich. 1768. 12. 10 B. 1776. 12. 10B. —- Bbe new cnglisli Biicscre, lrsg snck camic. cnnrsining rlie mnil vslusble gls^s, ivkiek lisve Veen sölcck onrlie englitli Kcg^e, k.c>nä. 1776.12. 12B. — Lvlieötion etBIszz lor rlie Blies- tre, I.en749 - >764.8-12 B. llm die Reihe nicht zu unterbrechen, will ich gleich die folgenden Sammlungen für diese Bühne folgen lassen, als 2) Neue Sammlung von Schausp. welche zu Wien imfgesührt worden, Wien 1764-1768. 8. >sTH. ;) Neues Theater von Wien... W. 1769. 8. 3 Th. 4) Neue Schausp. nufgcf. auf dem K. K. Theater, Pcesb. 1772.1775. ;. 12 Th. ;) Neues Wiener Theater, W. 1775-1777. 8. 6TH. 6)KK. Nativnalthcarcr, Wien 1778 - 1781. 8. 6 Th. 7) KK. National Hvftheatcr, W. 178Z-178;. 8. 6 Ts.— Theater der Deutschen, Verl, und 5önigsb. 1762-178;. 8. ,0 Th. und als Forchyung davon: Neues Theater der Deutscher, KönigSb. 178z. 8. 2TH. (Die Auswahl ist wohl nicht immer die glücklichste.) — Neueste Sammlung von Theaterstücken, Frankst. 1775 u. f. 8. 5 Vde. — Neue Schausp. aufgef. auf dem Theater zu München, Augsb. 1775- ,786. 8. 1-Th. und eine Fortsetzung 1787» 1790. 8- 4TH. — Sammlung neuer Ori- ginalstückc für das deutsche Theater, Verl. ,777-1778. 8. s B. — Hamburgischcs Theater, Hamb. 1776 u. f. 8. 4B, (Eine der beßten Sammlungen) und Samml. von Schauspielen für das Hamburgische Theater, von Schröder, Schwerin 1790. 8- itcr TH. — Gesammelte Schauspiele für das deutsche Theater, Frst. 1779U. f. 8. 4TH. — Sammlung der neuesten und bebten Schauspiele, Mapnz 1788 -1789.8. 6 Bde.— — Die, aus dem Französischen und Englischen übersetzten Sammlungen von Schauspielen sind, bcy dem Art. Komödie, S. j6g und ;?i angezeigt. — — D r e y k l a n g. (Musik.) Aiescs Wort bedeutet im Grund jeden aus drey verschiedene!: Intervallen bestehenden Accord; aber der Gebrauch hat es nur auf diejenigen Accordc eingeschränkt, in denen die drey vornehmsten consonirendcn Intervalle, die Terz, die Quinte und die Octavc vorkommen. Einige nennen diesen Accord den harmonischen DreMang; aber auch ohne dieses Beywort bezeichnet man insgemein den aus bcmcldcten drey Hauptcon- sonanzen bestehenden Accord, blos mit dcm Namen Drcyklang. Dieser Drcyklang ist von drcyerley Art: a der grosse *) oder harte, da der Octav und der reinen Quinte die große Terz bcyfügt wird; K der kleine oder weiche, in dem bey jenen Intervallen die kleine Ter; steht; und c der verminderte, in welchem Aaa 4 zu *) Diese drey Arten des Drcyklanges sind in der am Ende dieses Artikels stehenden Tabelle mit s. d, c, bezeichnet. 744 Dre D r e zu der Octav und der kleinen Terz die kleine Quinte genommen wird. Der erste bestimmt die große oder harte Tonart *), der zwcytc die kleine oder weiche, der dritte aber bestimmt keine besondere Tonart, weil er keine ihm zugehörige besondere diatonische Tonleiter hat, wie dle beyden andern. Er würde seine besondere Tonleiter haben, wenn man in den diatonischen Tonleitern der sieben Haupttone, die noch fehlende Consonanz 6:7 oder die kleinste Terz einführen wollte. Es ist schon im Artikel Consonanz angemerkt worden, daß diese kleincste Terz von den besten unter den neuen Harmonisten für eine Consonanz gehalten werde. Hätte mait sie noch in das System aufgenommen, so würde zwischen.4, und L noch eine Eayte hineingekommen seyn, die wir mit bezeichnen wollen; sie würde gegen L eine verminderte Terz ausgemacht haben, wie in dem Noten-System, das im Artikel Confonan) ") sieht, zu sehen ist. Alsdenn wäre der Accord l5, der verminderte Dreyklang. Diesem Dreyklang kommt in unsrer diatonischen Tonleiter jeder Dreyklang auf der Septime der harten Tonarten und auf der Secunde der weichen, sehr nah«. Daher der Accord bk, f, würkiich für den verminderten Dreyklang zu halten ist, weil die Terz N-k, von der verminderten Terz 4 nur um ^ unter- schieden ist. Da aber von diesem Dreyklang in einem besondern Artikel gesprochen wird hl, so sind hier nur die beyden erstem in Betrachtung zu ziehen. Einige Tonlehrer halten alle Accorde, deren Intervalle die Namen der Terzen und Quinten tragen, für harmonische Dreyklänge? nach ihrer Meinung wäre also auch der Accord S Tonart. ") S. 57'!. h) S. Verminderter Dreyklang. e-L-Lis ein Dreyklang. Da aber die übermäßige Quinte tl.(Zis offenbar dissonirt, so kann man dergleichen Accorde keinesweges zn den Dreyklängen rechnen. Denn wenn es aus die Namen oder aus das Linien-System ankäme, so müßte man auch folgende und noch andre dergleichen Accorde NSZliS» für Drcyklängc halten. Es geht auch nicht an, die kleine Quinte, ob sie gleich in dem verminderten Dreyklang mit der kleinen Terz consonirend ist, mit der großen Terz in einen Dreyklang zu verbinden- Als Die eine oder andre dieser über einander liegenden Terzen ist immer aus einer andern Tonleiter, als die, aus welcher man spielt. So gehört in dem angeführten Accord der Ton Dis zu L dur, in welcher Tonart der Ton b" nicht statt hat. Dieses fühlen alle geübte Spieler, die deß- wcgen, so oft die große Terz zufällig über der Baßnote steht, allemal die reine Quinte dazu nehmen, wenn sie gleich durch kein Zeichen dazu eingeladen werden. Wo dieser Gang vorkommt, IOI da nimmt jeder geübte Spieler die rechte Quinte, als wenn der Baß also bezeichnet wäre: -S-- Also giebt es außer den drc»s angezeigten Arten des Dreyklangcs keine andre, Dr e andre, die man für consonirend halten konnte. Es ist schon an einem andern Ort *) angemerkt worden, daß nnter allen dreistimmigen Accorden der Drey- klang die vollkommenste Harmonie habe. Daraus folget, daß in der großen Tonart die größte Befriedigung des Gehöres im großen Dreyklang , in der weichen Tonart aber im weichen Dreyklang zu finden sey. Hieraus laßt sich der Gebrauch des Dreyklangcs bestimmen. Er fchiket sich i) beym Anfang eines jeden Tonstüks, und zwar auf der Tonica desselben; denn dadurch wird das Gehör sogleich von dem Hauptton und der Tonart des Stüks eingenommen, weil man nicht nur die drei) wesentlichen Tone desselben würklich höret, sondern auch undeutlich von jedem Ton die Quinte vernimmt, wodurch schon fünf Tone der ganzen Tonleiter dem Gehör eingeprägt werden. 2) Beym Ende des Stüks; weil auf dieser Harmonie die größte Ruhe ist, folglich das Gehör beym Eintritt des Dreyklanges so befriediget wird, daß es weiter nichts zu vernehmen verlangt, z) Beym Anfang einer neuen Periode, wenn man in einen Nebenton ausgewichen ist; damit die Tonleiter dieses Tones dem Gehör eingeprägt werde; und 4) beym Schluß eines Hauptabschnittes; weil durch die Ruhe, die das Ohr im Dreyklang empfindet, das Ende eines solchen Abschnitts dadurch fühlbar wird. Der Dreyklang hat nicht noth- wcndig alle seine drcy Eonsonan- zen bey sich; die Terz allein ist ihm unentbehrlich, weil sie die Tonart bestimmt; von den beyden andern Intervallen kann eines weggelassen, und dafür ein andres verdoppelt werden. Dieses wird so- ') S. Aecord S.f. Dre 745 gar bisweilen zu Vermeidung der auf einander folgenden verbotenen Quinten und Octaven nothwendig. Demnach erscheinet der Dreyklang bisweilen ohne Quinte mit zwcy Terzen ä *), oder mit zwey Octaven e, oder ohne Octave mit verdoppelter Terz k, oder mit verdoppelter Quinte F. Es ist aber bey befondern Fallen keinesweges gleichgültig, welches von den Intervallen soll verdoppelt werden. Man hat dabey Behutsamkeit nöthig, um nicht aus verbotene Fortschreitungen zu fallen. So kann man die große Terz ans der Dominante des Tones, darum man ist, nicht verdoppeln. Den» da sie das 8c>blemitc>nium, des Tones ist, der im nächsten Accord angeschlagen wird, folglich über sich treten muß, so würden durch diese Verdopplung verbotene Octaven entstehen, wie an diesem Beyspiel zn sehen ist: K U LIZ— Aus eben diesem Grunde geht es selten an, daß eine zufällig vorkommende große Terz, welche über dem Baß mit V angedeutet wird, kann verdoppelt werden ; denn diese zufällig eintretende Terz ist das 8ublemi- tcmluru eines neuen Tones, in den man ausweichen will, und würde also durch ihre Verdoppelung die schon erwähnte verbotene Fortschreitung verursachen. Der Dreyklang leidet eine doppelte Verwechslung; denn man Aaa 5 kann, *) S. die Tabelle. kann, ohne daß er feine consoni- rcnde Harmonie verlieret, so wol die Terz, als die Quinte desselben in den Baß setzen. In: ersten Fall entstehen die Sertenaccorde b, i, ll, *) lind in andern die conso- irirenden Quart - Sextcnaccoroe, Wenn man nun einen Accord von fallender Terz überspringt, so kann folgende Fortschreilung entstehen: Ans diese Weise kann man mit Ac- cordcn bisweilen stufenweise in die Hohe kommen. Mit zwey hintereinander folgenden Accorden um eine große Terz zu steigen, hat für das Gehör etwas hartes. Hierüber aber, so wie von der Fortschrcitung in einerlei) Ton überhaupt, wird an einem andern Orte gesprochen *). Von dem Gebranch dieser Accorde wird in ihren besondern Artikeln gesprochen. Da der Dreyklang eine befriedigende Harmonie empfinden laßt, so wird das Gehör von ihm auf nichts anders geleitet, folglich kann man von dem Drcyklang vhueBehutsamkeit auf andre Accorde fortschreiten. Schreitet man aber von einem Dren- klang auf einen andern fort, so ist es eben so viel, als wenn man lauter Schlüsse und Cadenzen machte, wenn man gleich immer in demselben Ton bleibet, weil auf jedem Ac-> cord ein Ruhepunkt ist. Solche Folgen von Schlüssen kann man erhalten, wenn man durch Quarten und Quinten heraufsteigt und fallt. Als: Tabelle der Dreyklänge, und aller daher entstehenden consonb rcn'öen Accorde. Allein dergleichen Fortschreitungen können selten nützlich seyn, weil sie gar zu einförmig sind. Man kann aber, um die Ruhepunkte nicht allzu merklich zu machen, auch Terzen- weise zurük gehen. Denn folgende Fortschreitungcn sind gut: ) S. die Tabelle. ') S. Fortschreitung, Dre Dre 747 -SD- ISDI ZI I??I M ! -SD- IN 6 6 4 iZ. SU z-n .5. --Ä — iiz—S--> —— n 5 6 4 -S- Von dem harmonischen Drcvksanffe handelt, unter andern, I. A. Scheide, im -ten Thcile seines Werkes, lieber die musikalische Composition, Leipz. 177z. 4. D r e y s ch l i tz. (Baukunst.) Eine Zierrath nn dem Fries der dorischen Gebälkc Es ist zu vörmuthen, daß in den ältesten Zeiten der Fries nichts anders gewesen ist, als der Raum zwischen dem Unterbalken und dem Kranz, den zum Theil die Kopfe der Oueer- balken, znm Theil der leere Raum zwischen denselben eingenommen haben. Von diesen Valkenköpfen sind die Drcyschlitze oder Triglyphcn entstanden, und geblieben, nachdem der Zwischenraum ausgemauret worden. Vermuthlich hat man, wie einige berichten, in die Valkenköpfe blos darum senkrecht herunter gehende Schlitze gemacht, damit das Wasser desto leichter davon ablaufe und sich nicht in die Balken ziehe. Denn wenn es eine bloße Zicrrarh S. die Figuren in den Artikeln, Dorisch und Gcbcllke. wäre, so ist zu vermuthen, daß man auf etwas anders gefallen seyn würde, wie man denn noch jetzo an alten hölzernen Häusern die Balkenköpfe mit Rosen und anderm Schnitzwerk verziert findet. Die unter den Triglyphen stehenden oder Hangenden Tropfen scheinen es noch mehr zil bestätigen. Man findet schon die Spuhren der Drcyschlitze, sowol als der Verzierungen derZwi- schentiefcn» in einem sehr alten Gebalke in Amara, welches das alte Taeryra ist. Ursprünglich sind also die Drcyschlitze Balkenköpfc, welche mitdrey gerade herunterlaufenden prismatischen Schlitzen vertieft sind. Man hat nachher, da sowol die Balkenköpfe, als der leere Raum dazwischen, mit Steinen bedekt und zugesetzt worden, die Drcyschlitze und Zwischentiefen, als Zierrathen des Frieses bcybehaltcn- Allein es läßt sich nicht sagen, warum in keiner andern Ordnung eine Spuhr der Balkenköpfe übrig geblieben sey. So viel ist aber gewiß, daß dadurch die dorische Ordnung überhaupt ein gutes Ansehen bekömmt, und daß die Drcyschlitze und die darunter hängenden Tröpfen, als die einfachcsten geschnitzten Zierra- thcn dein Gebälke ein gutes Ansehen geben. Die griechischen Baumeister haben, um dem Fries mehrere Mannigfaltigkeit zu geben, die Drcyschlitze in iihrcn Verhältnissen von den Zwischentiefen unterschieden. Diesen haben sie die Form eines gleichseitigen rechtwinklichten Vier- cks gegeben, da sie die Drcyschlitze etwas höher, als breit gemacht. Vieruvius giebt dieses als eine nothwendige Regel, daß ihre Höhe zu der Breite sich wie z zu 2 verhalten, diese aber 1 Model seyn müsse. Allein diese Regel ist von keiner Nothwcndigkcit. Alle Verhält- 743 Dre Haltnisse können statt haben, wenn sie nur großer als z: i, und kleiner alsü: 5 sind. Es ist kaum zu begreifen, wie die Hochachtung für die griechischen Verhältnisse, auch da, wo sie die Natur nicht zum Grunde haben, so viel neuere Baumeister hat zwingen können, das so sehr unbequeme Verhaltmß des Vitruvius bcy- zubehalten, das sich, wie wir bald sehen werden, zu so wenig Saulen- weiten schikct. Goldmann verwirft daher diese Einschränkung, die Vi- gnola, Pallasio und Gcamo;;i bey- bchaltcn haben, mit Recht. Das Vitruvische Vcrhältniß ist darinn unbequem, daß man die Tri- glyphen in den Saulenweiten von 4, 6, 7 und 8 Modeln, nicht mitten auf jede Säule bringen kann, welches doch in einer der wesentlichsten Regeln der Baukunst gegründet ist. Denn es ist ein beleidigender Fehler, wenn ein Balken nicht mitten ans die Säulen oder Pfeiler trifft. Setzet man die Säulen unter den ersten und dritten Dreyschlitz, so wird die Säulcnwcite von fünf Modeln; setzet man sie aber immer unter den fünften Dreyschlitz, so wird die Säulenweite von zchcn Modeln; und von funfzehen, wenn man immer unter den siebenten Dreyschlitz eine Säule setzet. Mithin können in der.dorischen Ordnung nur drcy Saulenweiten, nämlich von fünf, zehen und fünfzehn Modeln statt haben, welches die Bogen- stellungen sehr ungeschikt macht. Dieser Unbequemlichkeit abzuhelfen hatGolömann verschiedene Verhaltnisse angenommen. Erstlich behalt er die Vitruvischen für die be- meldetcn Säulenwciten; hernach rechnet er ein ander Gebälke aus, darinn die Dreyschlitze etwas kleiner sind, dieses schikct sich auf die Säulenwciten von q, 6, 8, >v, >Z, 14 und 16 Model; endlich -hat er noch ein anyer Gebälke, wo die D re Hohe der Dreyschlitze zur Breite sich verhält, wie 4 ,,zn a. Dieses sehiket sich auf sieben Model Säulcnwcite. Durch diese weise Abweichung von einer ohnedem gar nicht nothwcndigen Regel, hac Gole>- mam, so viel erhalten, daß er die dorische Ordnung überall anbringen kann, und der so sehr mühsamen Verstckung der Fehler, die andern Baumeistern so sauer wird, so bald sie von den drey Vitruvischen Säulenwciten abgehen müssen, überhoben ist. Die Erhöhung zwischen den Schlitzen wird der Steg gencnnt, und einige nennen den kleinen Riemen an dem obern Thcil der Dreyschlitze, sein Tapiecel. Dreyftimmig. (Musik.) Ein Tonstük ist drcystimmig, wenn darinn drey verschiedene Stimmen sind, deren jede ihren eigenen Ganz hat. Denn ein Gesang durch mehrere Stimmen oder Instrumente, die denselben Gang oder dieselbe Melodie haben, vorgetragen, wird nur für einstimmig gehalten. Die drey Stimmen gehen entweder durch das ganze Stük, oder kommen nur in cinzclcn Thcilen oder Gangen dessel. bcn vor: auch findet sich dieser Unterschied, daß die drey Stimmen entweder alle Hauptstimmcn sind, oder es sind nur zwey Hauptsiimmen, die dritte aber ein blos begleitender Baß; oder es ist nur eine Haupt- stinnne, mit dem begleitenden Baß und einer zur Ausfüllung dienenden Mittelstimme. Im ersten Fall bekommt das Stük den Namen des Trio, worüber der besondre Artikel nachzusehen ist: im andern Fall wird das Stük eine Gattung des Ducts, wo zwey Hauptstimmen mit einem begleitenden Basse, der keine Melodie hat, vor- D r u vorkommen. Weil diese Stüke so gemacht seyn müssen"), daß der Baß auch davon weg bleiben kann, so werden sie, ihrer drcysiimmigcn Beschaffenheit ungeachtet, Duette gcnennt. Von dem dreistimmigen Satz ist überhaupt anzumerken, daß die Regeln der Harmonie dabei) auf das strengste müssen beobachtet werden, weil bey den wenigen Stimmen jeder Anstoß gegen die Regeln empfindlich wird, da in vielstimmigen Sachen, kleinere Fehler durch die Menge der Stimmen oft bedekt werden. Ein einziges Stük, wenn es auch nur ein Choral wäre, durchaus drcysiimnüg ohne Fehler zu setzen, erfodert schon einen ganz geübten Setzer, dem auch die kleinesten Regeln des reinen Satzes völlig geläufig sind. Deuter. (Mahlcrcy.) So nennen die Mahler gewisse Pin- sclstriche von starken und ganzen Farben, auf den nächsten oder vordersten Gegenständen des Gcmahl- dcs, wodurch die Haltung dieser Gegenstände bisweilen ihre Vollkommenheit erreicht. Sie werden so gencnnt, weil sie die andern Gegenstände gleichsam zurük druken, indem sie den, worauf sie angebracht sind, dem Auge näher zubringen scheinen. Es geschieht oft, daß ein einziger Pinselsirich einem Gegenstand auf dem ersten oder zweyten Grund des Gemähldes seine wahre Haltung giebt, die mit allein möglichen Fleiß des Colorits nicht ist erhalten worden, so lange dieser glüklichc Dru- ker gefehlt hat. Seine Kraft scheinet etwas zauberisches zu haben. Allein um zu begreifen, wie in Ge- mählden, die von einem einzigen bestimmt einfallenden Licht erleuchtet *) S. Dutt. D Ue 74? worden, die Haupthaltung von solchen einzelnen Pinsclsirichen abhangen kann, darf man nur verschiedene auf einem Tische liegende Gruppen von allerhand Gegenständen, die nur von einem angestcktcn Licht erleuchtet werden, genau betrachten. Man wird allemal finden, daß die nächsten durch kleine vorzüglich helle Stellen dein Auge ihre Nähe empfinden lassen. Je weiter ein Gegenstand entfernt ist, je weniger hat er solche Lichter oder Schatten. An einem weit entfernten Baum ist die ganze Krone nur eine einzige an Farbe gleichförmige und also auch flache Masse ; ganz nahe zeiget er hier und da vorzüglich helle und auch vorzüglich dunkele Stellen, und so ist es mit allen Gegenständen. Die Drukcr sind also diese einzeln vorzüglich lebhaften Stellen, da die eigentümliche Farbe des Körpers merklich höher, als an andern Stellen ist, oder wo ein Theil des auffallenden Lichts, wie in einen Brennpunkt gesammelt, die eigcnthümlichc Farbe ganz verdrängt und die Stellen ganz weiß macht. D u e t. (Musik.) Ein Tonsink, das aus zwey con- certirenden Hauptstimmcn besieht, es sey, daß sie würklich ganz allein gehört werden, oder daß sie einen Baß und Mittelstimmcn zur Begleitung haben; denn in diesem Fall werden die begleitenden Stimmen nicht mitgerechnet, weil die Hauptstimmen so beschaffen scyn müssen, daß sie eine völlige Reinigkeit und Vollständigkeit der Harmonie haben, wenn alle begleitende Stimmen weggelassen werden. Man hat zwei) Arten des Ducts, die merklich von einander unterschieben sind. Die eine Art besteht blos aus zwep Hauptstimmen? ohne alle Legst? - 7;o Due Begleitung: diese nennen die Tonlehrer insgemein Uieinia: die andre Art hat zwar auch nur zwey Hauptstimmen, aber diese haben eine oder mehrere Stimmen zur Begleitung, so daß der Satz bisweilen vier, fünf und mehrstimmig darum vorkommt. Von dieser Art sind die Duette in der Oper, wo außer einem begleitenden Basse noch verschiedene Mit- teistimmcn zur Begleitung vorkommen. Die erste Art kann entweder für eiucrlcy, oder für verschiedene Stimmen und Instrumente verfertiget werden, als für zwey Disc mtsrim- nicn, für zwey Violinen, für zwey Flöten u. s. f. oder für eineDiscant- uud eine Tenorstimmc, für eine Flöte und eine Violin u. f. w. Nur muß bey der Verschiedenheit der Stimmen oder Instrumente dieses in Acht genommen werden, daß sie in Ansehung der Hohe nicht zu weit auseinander seyn, als wie z. V- eine Baßstimme und eine Discantstimme seyn würden; denn dadurch würde die Harmonie zu sehr zerstreut werden, die Stimmen würden zu sehr gegen einander abstechen, und eine würde die andre verdunkeln. Diese Art erfodert einen überaus reinen und dabcy harmoniercichen Satz, der so beschaffen seyn muß, daß ohne Zwang nicht einmal eine dritte begleitende^ Stimme dazu konnte angebracht werden . Wenn der Satz in seiner höchsten Vollkommenheit dabey beobachtet worden, so muß das Gehör durchaus so befriediget werden, daß ihm nirgend weder ein dritter Ton, noch ein Fundament zur Unterstützung der obern Stimmen, ha bey einfallen konnte. Dergleichen Tonstüke sind alfo nur den geübtesten Tonsetzcrn zu überlassen, die alle Geheimnisse der reinen Harmonie völlig besitzen. Die andre Art ist die, welche überall aus den Opern bekannt ist. -Zwey Sänger singen bald wechsels- D ue weise einer nach dem andern, bald beyde zugleich, ähnliche Melodien, welche von einem beständigen Baß und von verschiedenen Mittelsiimmen begleitet werden. Beyde Arten der Duette kommen darinn überein, daß beyde darinn vorkommende Stimmen Hanptstimmcn sind, und keine über die andre herrscht; daß bald die eine, bald die andre eine Zeitlang sich allein hören läßt, hernach aber beyde zugleich, jede aber in ihrem besondcrn Gang. Hieraus entsteht in beyden Arten die Nothwcndigkeit, daß das Duet fu- gcnmäßig und völlig nach der Kunst des doppelten Contrapunkts gesetzt seyn müssen, damit beyde Melodien bey der Einheit des Charakterseine schone Mannigfaltigkeit haben. Und wiewol die erstere Art, die ohne Begleitung ist, vorzüglich die ganze Harmonie in zwey Stimmen zusammen faßt: so muß auch die andre Art so bearbeitet seyn, daß der Baß und die Mittelstiminen davon wegbleiben können, ohne daß die Harmonie mangelhaft werde. Denn die beyden concertirendcn Stimmen nehmen sich doch vor den begleitenden so sehr aus, daß das Gehör sich damit hauptsachlich beschäfftiget. Sollten also die beyden Hauptstimmen so beschaffen seyn, daß sie zur Rei- nigkeit der Harmonie einer dritten Stimme b. dürften, so würde das Fehlerhafte gar zu fühlbar werden, wenn das Gehör sich, wie es allemal geschieht, vorzüglich mit den beyden Hauptstimm.cn befchafftigte. Dieses wird durch folgendes Beyspicl begreiflich werden: i.—>—i—i— -—!—»l—Mj— 6 -S- Dieser D ue D u e 7Zl Dieser Satz hat so, wie er hier sieht, Personen von hohem Rang zu schi- nichts gegen die gute Harmonie; ken, wie sie ^n der Oper insgemein inzwischen konnte man ein Duet sind. Indessen gicbr es doch Falle, nicht nach dieser Art setzen; denn wo die Leidenschaften, besonders die wenn man den Baß wegließe, so von zärtlicher Art, die Gemuther würden die Heyden obern Stimmen dergestalt hinreißen, daß eine so in Ouarten gegen einander stehen, überfließende und vom Anstand un- und sehr unangenehm werden. gehemmte Acußernng derselben, wie Man muß also bey solchen Duet- sie im Duette vorkommt, ganz natür- ten auch ohne Rüksicht auf die Um- lich wird; wenn nur der Dichter kehrung der Stimmen, die Regeln diese Falle natürlich genug vorstellt, des doppelten Comrapnnkts in der und der Tonsetzer dieselben als ein Octavc vor Augen haben; weil nur Mann von feinem Geschmak bchan- dadurch die bcyden Hauptsiimmen delt. Man kann sich auf die Em« auch ohne den Baß ihre harmonische pfindung aller Menschen berufen, die Richtigkeit bekommen. Deswegen in verschiedenen berlinischen Opern, ist das Duet allemal ein Werk, das wo der Dichter nur einigermaßen nur der Setzer unternehmen kann, natürlich gewesen ist, die reizenden der ein vollkommener Harmonist ist, Duette nnsersGrauns geHort haben, und sowol die Kunst der Fugen und um zu behaupte», daß nichts so tief Nachahmungen, als des doppelten in das Innerste der Empfindungen Contrapunkts in seiner Gewalt hat. eindringt, als ein gutes Duet- Zwcy schone Melodien, deren scdc ih- Der Dichter muß das Duet mit ren eigenen richtigen Ausbruk, ihre großer Behutsamkeit und nur insol- eigenen Verzierungen hat, so zu ver- chen Umstanden der Handlung alleinigen, daß keine die andre verdun^ bringen, wo natürlicher Weise die kelr, dies ist der Gipfel der Kunst: Empfindungen zwey handelnder Per- wer darinn stark ist, wie ein-Händel soncn auf einen Grad steigen, der oder Graun, der kann mit Recht an den Wahnwitz gränzet. In sol- auf dem obersten Rang der Tonfetzer chen Umstanden wird es natürlich, seinen Platz nehmen. daß die Empfindung sich abwechselnd, Da in "der heutigen Musik die bald durch wenig schwärmerische Duette von zwey Singesiimmcn, so- Worte, bald blos durch nnartikulir» wol in Cantaten, als in dem Drama, te Tone, bald nur durch die nach- die wichtigsten und lieblichsten Ton- drüklichsten Gebehrden äußere; daß sinke sind, so verdienen sie auch eine von zwey Personen, die ein Gcgcn- vorzügliche Betrachtung der Critik. stand außer sich gesetzt hat, bald die Rousseau hat mit Einsicht und Ge- eine, bald die andre, bald beyde zn- schmak davon geschrieben *), und gleich ausbrechen; aber imnier kurz verdienet von Dichtern und Tonse- und oft nur in ein paar s?ylben. tzern über diese Materie nachgeschla- Also muß das Duet keine zusam- gcn zu werden. menhangenden Satze der Rede, son- Dem ersten Allschein nach halt dem abgebrochene kurze Reden in man es für ganz unnatürlich, daß unvollständigen Sätzen, und ab- zwey Personen zugleich eine Zeitlang wechselnd, bald von der einen, bald ihre Empfindungen gegen einander von der andern der handelnden Per- außern, ohne daß die eine auf die sonen, enthalten. Nicht jede starke andre Achtung giebet. Am wenig- Leidenschaft erlaubt diese Vehand- sie» scheinet dieses sich für handelnde lnng. Die von der zärtlichen Art, die "einen klagenden Ton aiinehmcu, schiken 752 Due Duo schiken sich dazu am besten. Es ist aber nöthig, daß jede der beyden Personen die Leidenschaft auf eine ihr und ihrem Charakter eigene Art empfinde, damit die Heyden Stimmen sich hinlänglich gegen einander auszeichnen. Wenn der Dichter das Duet, als ein Mann von Geschinak angebracht und vorgetragen hat, so wird dem Tonsetzcr zwar seine Arbeit erleichtert: aber dennoch hat sein Genie die glüklichsie Stunde dazu nö- thig. Er muß sich den Gemüthszu- stand jeder der beydcn Personen lebhaft vorstellen, und dann kurze melodische Satze finden, die sich für beydc zugleich passen, die zu der cvn- trapunktischeit Umkehrung, und zu der fugenmäßigen Nachahmung schik- iich sind. Erst laßt er jede Person allein singen; die zwcyte Stimme muß einen andern Gesang haben, als die erste, und dennoch muß dieses der Einheit des Gesanges nicht schaden; denn nun befällt die Leidenschaft beyde zugleich, und abwechselnd wird sie jetzt in der einen, dann in der andern, starker. Alles, was die Kunst der Fuge, der Nachahmungen, des doppelten Contrapunkts und des Canons schweres hat, ist kaum noch hinreichend, dem Tonsetzer aus allen Schwierigkeiten , die er dabei? vor sich findet, heraus zu helfen. Wer das höchste und glüklichste Genie zur Musik in allen einzeln dazu gehörigen Theilen bewundern will, der studire nur die Duette unsers Gramm, wodurch er die unempfindlichsten Seelen außer sich gesetzt hat. Es würde ein unersetzlicher Verlust für die Kunst seyn, wenn diese cntzükcnde Duette sollten verloren gehen; und doch ist die Gefahr dieses Verlustes vorhanden, so lange sie nicht durch den Druk ver- viefialtiget und ausgebreitet werden. Deutschland kann damit allein gegen alle andre Nationen auftreten, um den Vorzug in der Musik zu behaupten: aber eben dieser Vorzug kann ihm durch die Achtlosigkeit für die Erhaltung und Ausbreitung dieser himmlischen Gesänge zur größten Schande gereichen. -N- Elavierdtwtte, von I. S. Bach, Schafrath, Krebs, u. a. m.; Violin- Suette, von bc Clalr, Förster, Tele: mann, Pcpusch, Fouquct, Cardonne, L. Hofmann; Llötcnductte, Telemann, Graun, Quanz, Wolf. — Auch hat Hr. Andre, u. a. m. Sammlungen von Arien, biedern und Duetten für das Cka- vier, au» den neuesten Opern und Operetten, herausgegeben. Duodecime. (Musik.) bedeutet ein Intervall, dessen beydc Töne um zwölf diatonische Stufen von einander abstehen, als L-ss. Das Vcrhälcniß der beyden Sayteu ist wie i zu -st. Der höhere Ton ist also die Octave derQuinte des Grundtones. Es ist im Artikel Harmonie angemerkt worden, daß der Klang einer reinen Sayte aus vielen einzelnen Klangen zusammengesetzt sey, von welchen die Duodccime des Grundtoues in derKlarheit oderVsr- nehmlichkeit der dritte ist. Insgemein wird dieses, nach der Art aller zusammengesetzten Intervalle, mit der Quinte verwechselt, und bekommt den Namen der Quinte: also nennt man in diesem Bey- spiel den obcrn Ton, der eigentlich die Duodccime des untersten ist, seine Quinte. Dur Dur 7s Z Quinte. Nur in dem doppelten Con- trapuvkt lassen sich diese bcydeu Jn- tcrv. llc niht verwechseln, weil bey der l mkeh ung der Stimnicii, der Conti apunkc der Duodecime, die Stimme zuerst in die Quinte, und von da wieder in die Octave versetzt; was im Contrapunkt der Quinte, bey der Umkehrung zum'Unisonus, zur Secunde u. s. f. wird, das wird im Contrapunkt der Duodecime zur Octave, zur Septime u. s. f. wie in diesem Beyspicl zu sehen ist: Die beydcn Stimmen, die mit a, a, bezeichnet sind, stehen bey b, b, im Contrapunkr der Quinte, bey c, c» aber im Contrapunkt der Duodecime. Durchgang. (Musik.) Scheutet eigentlich die Art, von einem Ton auf den andern dergestalt zu kommen, daß man zwischen beydcn noch einen Mittlern Ton hören laßt, der gleichsam die Stufe ist, durch welche man von dem einen zum andern auf- oder absteiget. Wenn man nach C will Q boren lassen, und durch den Ton I) nach bl heraufsteiget, so wird der Ton v als im Durchgang angegeben betrachtet, und daher ein durchgehender Ton, und in Noten eine durchgehende Note genennt. Wenn man in einem Gesang alle durchgehende Tone wegließe; so müßten die übrigen einen regelmässigen und guten Gesang ausmachen ; also sind alle im Durchgang vorkommende Tone zufallige Tone, die daseyn oder wegbleiben können, ohne in der Hauptsache, we- tLrfter Theil. der in Absicht auf die Melodie noch auf die Harmonie, eine Aendrung zu machen. Die durchgehenden Töne dienen >) zur Erleichterung des '.Überganges von einem Haupttonc zum andern. Denn da man im Singen die cousonircndcn Intervalle leichter als dissonirende trifft, so kann man jene als Durchgange zu diesen ansehen, wie folgende Beyspiele zeigen: 2) zu einer engern Verbindung der Haupttöne, wodurch oft der Gesang etwas gemilderter wird, wenn er stufenweise, als wenn er sprungweise fortgeht; z) dienen sie auch zu allerhand artigen melismatifchen Auszicrungcn, welche überall, wo der Gesang nicht ernsthaft, sondern lieblich und etwas schwatzhaft seyn soll, der Melodie die größte Annehmlichkeit geben. Aus diesen Gründen kommen überall in der figurirten Musik in den vbern Stimmen, auch bisweilen im Basse, durchgehende Töne vor, die man in Ansehung der Harmonie nicht in Rechnung bringt. Sollen sie aber die Harmonie nicht verderben, so müssen sie auch schnell durchgehen, damit das Ohr nicht Zeit habe, ihr Dissoniren gegen die Grundtöne zn bemerken. Also müssen sie in langsamer Bewegung wenigstens Achtcl- töne seyn, in geschwinder aber können auch Vicrteltöne durchgehen. In begleitenden Bassen können die durchgehenden Töne nicht als Äusserungen angebracht werden, hingegen dienen sie da, um in zweifelhaften Fallen das Gefühl des Tones, darinn man ist, festzusetzen. Natürlicher Weife muß die Stim- me über diese Töne gleichsam nur Bbb hin- Vermischter Durchgang. » Z42Z « « hinschlüpfcn, und keinen Accent auf sie legen, weil sie gegen die unterste Stimme meistenthcils dissonircn. Also müssen sie auf die schlechten Zeiten des Takts, oder so angebracht werden, dast man auf jeder neuen Harmonie zuerst eine Hauptnote, hernach eine durchgehende höre. Inzwischen hat inan gefunden, daß sie auch auf die guten Zeiten anzubringen sind. Jene natürliche Art hat man mit dem Namen des regelmäßigen Durchgangs belegt, diese den unregelmäßigen ge- nennt. Bisweilen werden bcyde Arten so vereiniget, daß wechsclswcise in einem Gange die eine und die andre Art vorkommt, und dieses wird der vermistbceDurchgang genennt *). Zu Beyspielen aller drcy Arten kann folgendes dienen. Regelmäßiger Durchgang. Unregelmäßiger Durchgang 4Z-Z 4Z-. ^ ') rrsnlicuz rezulsris; irrExuIsris Z mixcuz. Von allen Arten des Durchganges handelt , unter niehrern, I. A. Scheibe, im zten Abs, des fünften Kap. S. -66 f. Schrift: lieber die musikalische Compvst» tion, Lcipz. 177z. 4. Durchschnitt. (Baukunst.) Die Zeichnung eines Gebäudes, welche seine innere Beschaffenheit so vorstellt, als wenn es nach seiner ganzen Lange oder Breite von oben bis unten durchgeschnitten, und die vordre Halste davon weggenommen wäre. Man macht dergleichen Zeichnungen, damit der, dem die Aufführung eines Gebäudes aufgetragen ist, das, was weder der Grundriß noch der Aufriß anzeigen kann, daraus bestimmt sehen könne. Der Durchschnitt ist von allen architektonischen Zeichnungen die schwerste, die eine vollkommene Kenntniß jedes cinzelen Theiles an einem Gebäude, und jeder Art der Verbindung der Theile, ersodcrt. Duschen. (Zeichnende Künste.) N?it einer ganz dünnen oder stößigen Wasserfarbe mahlen. Man zeichnet die Umrisse mit Bleystift, oder auch mit der Feder, und streicht die Farbe erst sehr dünne und wäßrig auf, verreibet sie mit einem blos feuchten Pinsel ohne Farbe, und überfahrt hernach die dunklern Stellen mit etwas starkererFarbe. Wo eine dunkle Stelle zu stark ist, da wascht man mit bloßem Wasser, in welches der Pinsel getunkt wird, die Farbe wieder etwas ab Man kann also ^m Duschen die Farbe eben so gut wieder schwachen, als verstarken. DasDuschen ist eine der geschwindesten Arten ein Gcmahlde zu entwerfen, und auch deßwcgen gut, weil D u s Dus weil man das Helle und Dunkle, so wie man es gur findet, gleich, ehe das ausgestrichene troken geworden ist, wieder andern und bessern kann. Zum Duschen kann man nur die Farben gebrauchen, die sich im Wasser auflösen, daß sie nicht zu Bo- den fallen, sondern so darinn bleiben, wie die Schwarze der Tinte. Aber sie müssen sich in das Papier nicht so stark wie die Tinte einziehen, damit sie wieder abgewaschen oder geschwächt werden können, wo sie zu stark aufgetragen worden. Die hiczu dienlichen Farben sind der schwarze chinesische Dusch, Gum- migutt, Saffran, Wassergrü», Indigo, Ultramarin, Lac, Carmin und verschiedene andre Farben, welche mit Wasser, in dem Gummi aufgelöst worden, sehr fein abgerieben werden müssen. -H- -H- (*) Nähere Anweisung zum Duschen geben folgende Werke: b.'»rr äs Isver, NU la nouveilc moniere äe pcinäre lur ie papier, p. bl. Qaurier, I^or» 1687. 12. Lrux. i/og. 12. Deutsch, Nürnb. 1719. >764, 1766. 8. — l'roirs äu äeilein er äu /.arv'r, Uar. 1696. 8. — Ues rexles äu äeilein cräuTav/r, pciur lez plans parciculiers äcs ouvra» xes er äes barimens, Usr. 174z. 8. 1754. 8. von Buchottc; das Werk ilk aber älter. Ue^ons äe äeilein cräo /.anr, coniiiianr en plulieurs luire» äe äeileins, relariks aux elevarions ßeomerrales ou perlpettives ou P27» laxes, aux plsns xeomerraux er 17» poxrapkiizues erc. p. Xlr. äe Uanlel» les, Üar. 1767. 8. — Uruäe äe Uz. vis . .. ouvrsxe urile aux/^rckireUes, Uar. 1781. >2. (Von PanfervNi und enthält Unterricht von Mischung und Gebrauch der Farben bey Rissen von Festungswerken und topographischen Karten.) — t^rr »l äravvinx in Warer colours, Uonä. 1779. 12. — Auch wird etwas davon in dem >n B. von Chrstn. Frdr. Prangcns Entwurf einer Akademie der Künste, Halle >77». 8. S. 274 u. si gesagt. —