Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
748
Einzelbild herunterladen
 

743 Dre

Haltnisse können statt haben, wennsie nur großer als z: i, und kleineralsü: 5 sind. Es ist kaum zu begrei-fen, wie die Hochachtung für die grie-chischen Verhältnisse, auch da, wosie die Natur nicht zum Grunde ha-ben, so viel neuere Baumeister hatzwingen können, das so sehr unbe-queme Verhaltmß des Vitruvius bcy-zubehalten, das sich, wie wir baldsehen werden, zu so wenig Saulen-weiten schikct. Goldmann verwirftdaher diese Einschränkung, die Vi-gnola, Pallasio und Gcamo;;i bey-bchaltcn haben, mit Recht.

Das Vitruvische Vcrhältniß istdarinn unbequem, daß man die Tri-glyphen in den Saulenweiten von4, 6, 7 und 8 Modeln, nicht mit-ten auf jede Säule bringen kann,welches doch in einer der wesentlich-sten Regeln der Baukunst gegrün-det ist. Denn es ist ein beleidigen-der Fehler, wenn ein Balken nichtmitten ans die Säulen oder Pfeilertrifft. Setzet man die Säulen un-ter den ersten und dritten Dreyschlitz,so wird die Säulcnwcite von fünfModeln; setzet man sie aber immerunter den fünften Dreyschlitz, sowird die Säulenweite von zchcn Mo-deln; und von funfzehen, wenn manimmer unter den siebenten Drey-schlitz eine Säule setzet. Mithinkönnen in der.dorischen Ordnungnur drcy Saulenweiten, nämlichvon fünf, zehen und fünfzehn Mo-deln statt haben, welches die Bogen-stellungen sehr ungeschikt macht.

Dieser Unbequemlichkeit abzuhel-fen hatGolömann verschiedene Ver-haltnisse angenommen. Erstlich be-halt er die Vitruvischen für die be-meldetcn Säulenwciten; hernachrechnet er ein ander Gebälke aus,darinn die Dreyschlitze etwas kleinersind, dieses schikct sich auf die Säu-lenwciten von q, 6, 8, >v, >Z, 14und 16 Model; endlich -hat ernoch ein anyer Gebälke, wo die

D re

Hohe der Dreyschlitze zur Breitesich verhält, wie 4 ,,zn a. Diesessehiket sich auf sieben Model Säu-lcnwcite. Durch diese weise Abwei-chung von einer ohnedem gar nichtnothwcndigen Regel, hac Gole>-mam, so viel erhalten, daß er diedorische Ordnung überall anbringenkann, und der so sehr mühsamenVerstckung der Fehler, die andernBaumeistern so sauer wird, so baldsie von den drey Vitruvischen Säu-lenwciten abgehen müssen, überho-ben ist.

Die Erhöhung zwischen den Schli-tzen wird der Steg gencnnt, und ei-nige nennen den kleinen Riemen andem obern Thcil der Dreyschlitze,sein Tapiecel.

Dreyftimmig.

(Musik.)

Ein Tonstük ist drcystimmig, wenndarinn drey verschiedene Stimmensind, deren jede ihren eigenen Ganzhat. Denn ein Gesang durch meh-rere Stimmen oder Instrumente, diedenselben Gang oder dieselbe Melo-die haben, vorgetragen, wird nurfür einstimmig gehalten. Die dreyStimmen gehen entweder durch dasganze Stük, oder kommen nur incinzclcn Thcilen oder Gangen dessel.bcn vor: auch findet sich dieser Un-terschied, daß die drey Stimmen ent-weder alle Hauptstimmcn sind, oderes sind nur zwey Hauptsiimmen,die dritte aber ein blos begleitenderBaß; oder es ist nur eine Haupt-stinnne, mit dem begleitenden Baßund einer zur Ausfüllung dienendenMittelstimme.

Im ersten Fall bekommt das Stükden Namen des Trio, worüber derbesondre Artikel nachzusehen ist: imandern Fall wird das Stük eineGattung des Ducts, wo zweyHauptstimmen mit einem begleiten-den Basse, der keine Melodie hat,

vor-