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1 (1792) [A - D]
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Von dem harmonischen Drcvksanffehandelt, unter andern, I. A. Scheide,im -ten Thcile seines Werkes, lieber diemusikalische Composition, Leipz. 177z. 4.

D r e y s ch l i tz.

(Baukunst.)

Eine Zierrath nn dem Fries derdorischen Gebälkc Es ist zuvörmuthen, daß in den ältestenZeiten der Fries nichts anders ge-wesen ist, als der Raum zwischendem Unterbalken und dem Kranz,den zum Theil die Kopfe der Oueer-balken, znm Theil der leere Raumzwischen denselben eingenommen ha-ben. Von diesen Valkenköpfen sinddie Drcyschlitze oder Triglyphcnentstanden, und geblieben, nach-dem der Zwischenraum ausgemauretworden.

Vermuthlich hat man, wie ei-nige berichten, in die Valkenköpfeblos darum senkrecht herunter ge-hende Schlitze gemacht, damit dasWasser desto leichter davon ablaufeund sich nicht in die Balken ziehe.Denn wenn es eine bloße Zicrrarh

S. die Figuren in den Artikeln, Do-risch und Gcbcllke.

wäre, so ist zu vermuthen, daßman auf etwas anders gefallen seynwürde, wie man denn noch jetzoan alten hölzernen Häusern die Bal-kenköpfe mit Rosen und andermSchnitzwerk verziert findet. Dieunter den Triglyphen stehenden oderHangenden Tropfen scheinen es nochmehr zil bestätigen. Man findetschon die Spuhren der Drcyschlitze,sowol als der Verzierungen derZwi-schentiefcn» in einem sehr alten Ge-balke in Amara, welches das alteTaeryra ist.

Ursprünglich sind also die Drcy-schlitze Balkenköpfc, welche mitdreygerade herunterlaufenden prismati-schen Schlitzen vertieft sind. Manhat nachher, da sowol die Balken-köpfe, als der leere Raum dazwi-schen, mit Steinen bedekt und zuge-setzt worden, die Drcyschlitze undZwischentiefen, als Zierrathen desFrieses bcybehaltcn- Allein es läßtsich nicht sagen, warum in keinerandern Ordnung eine Spuhr derBalkenköpfe übrig geblieben sey.So viel ist aber gewiß, daß da-durch die dorische Ordnung über-haupt ein gutes Ansehen bekömmt,und daß die Drcyschlitze und diedarunter hängenden Tröpfen, alsdie einfachcsten geschnitzten Zierra-thcn dein Gebälke ein gutes Anse-hen geben.

Die griechischen Baumeister ha-ben, um dem Fries mehrere Man-nigfaltigkeit zu geben, die Drcy-schlitze in iihrcn Verhältnissen vonden Zwischentiefen unterschieden.Diesen haben sie die Form einesgleichseitigen rechtwinklichten Vier-cks gegeben, da sie die Drcyschlitzeetwas höher, als breit gemacht.Vieruvius giebt dieses als einenothwendige Regel, daß ihre Höhezu der Breite sich wie z zu 2 ver-halten, diese aber 1 Model seynmüsse. Allein diese Regel ist vonkeiner Nothwcndigkcit. Alle Ver-hält-