Dra
stände und auf die Gemüthslage desZuhörers an, daß es geschehe. Csist nicht unerhört, daß Menschendurch wenige, ihnen ans Herz gelegteWorte, eine betrachtliche Verände-rung ihrer Sinnesart an sich erfah-ren haben. Unstreitig ist cs gut, daßdie Menschen, wichtige Wahrheitenda, wo sie am stärksten gefühlt wer-den, hören. Würken sie nicht beyallen, und nicht gleich stark: so fin-den sich doch auch Fälle, wo sie großeWürkung thun.
Auf diese Weise wird das Dramaeines der vornehmsten Werke derDichtkunst, und das Schauspiel, da-zu es dienet, eine edle und nutzlicheBeschäfftigung denkender und em-pfindsamer Zuschauer.
Es ist überhaupt so etwas interes-santes, die lebhaftesten Austritte desmenschlichen Lebens zu beobachten,daß sich vermuthcn läßt, die drama-tische Dichtkunst möchte in ihrer er-sten rohen Gestalt beynahe so altseyn, als jede andre Dichtungsart.Man findet, daß auch noch ganz ro-he Völker bey feyerlichcn Versamm-lungen leidenschaftliche Scenen inNachahmungen vorstellen. Darausaber ist hernach, da die Dichtkunstdurch glükliche Genien ausgebildetworden, das ordentliche Drama ent-standen. Es ist schon an einem an-dern Ort *) angemerkt worden, daßdas Drama weit älter ist, als maninsgemein glaubt. Cs ist ein bloßesComplimcnt, das einige griechischeKunstrichter dem Homer gemacht ha-
Worauf sein Knecht folgende Anmer-kung macht:
Lpeöbsvi exo priNem comicos all
ikkum muclumLgpiemcr diöka clicere, srizue iis
plsucUer,
Cum illos lspiemis mores mvnlkra-
dsnr poplo.Lcä cum inlke susm qmsque ibanc
clivciti clomum,Xullus erst illo psÄo, ur Uli julke-ram.
*) S. Dichtkunst.
Dra
ben, wenn sie vorgeben, daß dieJlias zu Erfindung des Trauer-spiels, und die Odyssea zur Eomödiedie Veranlassung gegeben habe. Bcy-de haben einen weit natürlichem Ur-sprung, den Lasanbon von den ur-alten Lustbarkeiten herleitet, die dieMenschen natürlicher Weise nach vol-lendeter Einsammlung der Erdfrüchteangestellt haben '). Man sieht nochitzt an einigen Orten Deutschlands,unter dem Landvolke, das nie etwasvon ordentlichen Schauspielen gehörthat, nach vollendeter Erndte eineLustbarkeit, die sehr genau die ro-hcstc Gestalt der Comödie vorstellt.Die sccnischen Schauspiele scheinenin Italien, besonders in Sicilien,noch früher als in Griechenland inFlor gekommen zu seyn. Man fin-det, daß die alten Hetrusker sie sehrgeliebt haben; und Varro geden-ket namentlich eines hetruskischenTragödicnschreibcrs. Das Trauer-spiel möchte wol bey Gelegenheitfeycrlichcr Begräbnisse aufgekommenseyn.
Dem gluklichcn Genie der Grie-chen, das jeden Gegenstand des Gc-schmaks in seiner höchsten Vollkom-menheit zu erbliken fähig war, ha-ben wirs zu danken, daß aus einerrohen und vielleicht sehr wilden Nach-ahmung merkwürdiger Handlungen,eine Kunst erwachsen ist, die uns al-les, was das Leben und die Angele-genheiten der Menschen interessantes
haben,
5) Züt^ncSe iginir poekeos nou lecus»c rrs^oeclise er comoeilige ori^oprima od Ulis reperencls convemihns,quns verultiliimj morcsles > coüeUiskru^ilmz cozcre tolui, ur - - sniummrelsxsr nc sc jucimclirsii te Usrcnr.ve slsryrica poell p. y, ic>.
ve l.Mj> vsr. U I V. X'o!umuiusqui
l'rsANecliss 1?uicss kcnplir, Jstgleichdieser Voluumius, wir cs schemer, einRömer gewesen, so erhelle: doch somel aus dieser Steile, daß die He-trusker ihre eigene Tragödie gehabthaben.