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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
709
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Personen naher kennen zu lernen undzu sehen, was für Eindrüke das Ge-schafft auf sie machen, wie sie sichin den verschiedenen Fallen, die manvoraus vermuthet, betragen werden.Durch dergleichen Fragen musi dieAufmerksamkeit gleich vom Anfangfestgesetzt werden. Also muß derDichter seiner Handlung einen guten-Anfang zu geben wissen, der den Zu-schauer gleich in bestimmte Erwar-tungen setzet; und dieses ist inson-derheit in der Comödie eine schwereSache.

In dem Verfolg der HandlungMuß die Neubcgierde zwar nach undach befriediget, aber immer durchneue Verwiklungcn gereizt werden.Je mehr die Sachen gegen die Er-wartung der Zuschauer laufen, da-bey aber in völliger Wahrscheinlich-keit sind, je größer wird ihr Ver-gnügen dabey scyn.

Die Handlung muß von Zeit zuZeit ihre Ruhepunkte haben, auf de-nen man etwas still stehen kann, umalles vergangene zu übersehen, undneue Erwartungen des folgendenzu bilden. Dabei) aber muß mandie Hauptpersonen und das Haupt-interesse der Handlung nie ans demGesichte verlieren. Jede Unterbre-chung, da Dinge vorkommen, derenVerbindung mit dem Ganzen nichtsogleich kann bemerkt werden, thutder Handlung Schaden.

Man muß oft denken, daß nuneine Entwiklung der Sache nahe sei),und durch neue Hindernisse sie weiterhinausgesetzt sehen. Aber endlichmüssen alle Erwartungen des Zu-schauers völlig befriediget werden,und er muß am Ende jede Frage,die er sich wahrender Handlung ge-macht hat, völlig beantwortet fin-den, so daß ihm von der ganzenCache nichts mehr zu erfahren übrigbleibet; und damit muß sich dasDrama endigen.

Aber das Unterhaltende ist nichtnur eine der guten Eigenschaften desDrama. Es muß auch dadurchwichtig werden, daß es uns helleAussichten in das Innere des mensch-lichen Herzens giebt. Das größteVerdienst des Dichters entstehet da-her, daß er uns Menschen von ho-her Sinnesart und ungewöhnlicherGröße der Seele bewundern macht;daß er uns die traurigen odcrschrek»liehen Würkungen des Lasters oderder hinreißenden Leidenschaften zuempfinden giebt; daß er uns für al-les , was an Menschen und Sittenliebenswürdig oder verächtlich ist,fühlbar macht. Er muß sowol un-fern Geist', als unser Herz ohne Auf-hören in einer vortheilhaftcn Be-fchasstigung unterhalten, und alleNerven der Seele zur Würksamkcitreizen. Dieses alles aber muß aufeine vortheilhafte Wendung unsrerSeclenkrafte abzielen. Der Schre-kcn, den der Dichter in uns erwckt,muß dienen uns voin Bösen zurükzu halten: das Lachen muß uns selbstvordem Lächerlichen bewahren; jedeEmpfindung der Menschlichkeit mußin uns rege gemacht werden; allesaber muß dahin abzielen, die Seelezu der schönen Harmonie der Em-pfindungen zu'stimmen, darinn siefür jedes Gute und Böse, in demMaaße wie es solches verdienet, em-pfindsam wird.

Unter die besondern Mittel, daSDrama nützlich zu machen, zählenwir mit den alten Kunstrichtern dieDenkfprsiche, wenn sie nur gründ-lich gedacht und wol angebracht sind.Plamus scheinet zwar zu leugnen,daß man sich dieselben zu Nutze ma-che *); allein es kommt auf die Um-

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5) Im kuöens IV. 8e.7.) sagt einehrlicher Man» diesen schönen Spruch:Semper cavere doc lspiemesaelzuis»

limum eit.dte conscii linc iplr msleilciis suis.Worauf