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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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705
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D r a

nella (iirts <li Lc>ri, cls Liov. .gne.Hlironini, u. 1785. t. 4BI. welcherTempel auch, meines Wissens, in denTtnricbirä (jj Lc>iz von Eiovb. Picancsi,R. 1764. t'. ri Bl. abgebildet ist.

Drama. DramatischeDichtkunst.

N?an ist schon gewohnt, ein zuwürklichcr Vorstellung einer Hand-lung vcrfcrtiatcs Gedicht, mit demgriechischen Worte Drama, (eineHandlung) zu benennen; daher istdie dramatische Dichtkunst der Theilder Kunst, der sich mit Verfertigungdes Drama bcschäfftiget.

Die Handlungen der Menschen,bey denen das Genie und das Herzsich in so mannigfaltige!» Lichte zei-gen, sind ohne Zweifel der interes-santeste Gegenstand der Dichtkunst.Die Epopee erzählt dieselben, dochso, daß sie uns in den wichtigstenVorfallen die handelnden Personengleichsam abmahlr, und daß wir unseinbilden, sie handeln zu sehen; dieSchaubühne aber stellt uns würklichhandelnde Menschen vors Gesicht,und das Drama enthalt ihre Reden,und jede Aeußerung ihrer Gedankenund Empfindungen. Wenn alsogleich beyde Gattungen einerlei) Ma-terie behandelten, so müßte die Artzu verfahren nothwendig sehr verschie-den ftyn. DenndcrHauptumstand,daß wir bey der dramatischen Vor-stellung bey der Handlung gegenwär-tig sind, crfodcrt, daß sie kurz sey,daß alles in einem ununterbrochenenZusammenhang in Ansehung derZeitund des Orrs geschehe.

Das dramatische Schauspiel giebteinem vcrsammeltenVolkcine interes-sante Handlung von ihrem Anfangbis zu ihrem Ende zu sehen. Unter-sucht man nun, wie dieses aufdiebeste und natürlichste Art geschehenkönne, so entdekct man die Regeln,sowol für die Beschaffenheit des

Erster Tcheil.

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Theaters, als für die Einrichtungdes Drama.

Natürlicher Weise ist die Hand-lung auf eine gewisse Kürze derZeiteingeschränkt, weil Niemand Tage-lang auf einer Stelle stehen und ei-ner Handlung mit unverwandten Au-gen zusehen kann. Ein paar Stun-den halt man dieses aus; wahretes langer, so muffen viele davon ge-hen, ohne das Ende der Handlungabwarten zu können. Daher ist dieEinrichtung des Drama gekommen,die überall beobachtet wird, daß einpaar Stunden hinlänglich sind, dieganze Handlung zu sehen; und wennes wahr ist, daß die Chincser Schau-spiele haben, die Tagelang währen,so sind sie barbarisch, und könnennicht einmal als eine Ausnahme die-ser Regel angesehen werden. Solangalso muß das Spiel der Handlungoder die Vorstellung währen.

Aber die Handlung selbst kannaus verschiedenen Unistanden so be-schassen seyn, daß sie mehr Zeit er-fodert. Sobald einige dazu gehö-rige Dinge nicht vor den Augen desZuschauers geschehen, so kann maudie dazu erfodcrliche Zeit merklich ab-kürzen. Wo zum Fortgang derHandlung nöthig ist, daß gewissePersonen hcrbey gerufen, oder daßgewisse Nachrichten von andern Or-ten her eingeholt werden, oder wosonst etwas außer dem Gesicht desZuschauers geschehen soll, da kannman immer eine kürzere Zeit dazusetzen, als in der Natur nöthig ist.Der Bote, der eine Meile weit weg-geschikt wird, um Nachrichten ein-zuziehen, kann in wenig Minutenwieder kommen, weil der Zuschauerdas Unmögliche dieser Schnelligkeitzwar erkennet, aber nicht fühlet.Aus diesem Grund hat man gefun-den , daß die Handlung, wozu einganzer Tag nöthig wäre, in ein paarStunden kann vorgestellt werden,

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