7S2 Dom D or
Geländer. Es giebt ein gutes Vcr-hältniß, wenn man die ganze Höheder Doke in fünf Theile thcilr, einenThcil davon für den Fuß nimmt, undden fünften Thcil von der hernachübrigen Höhe für den Kopf. Dierunden Doken haben weniger An-nehmlichkeit, als die vierekichten, essey denn, daß sie mit Laub undSchnitzwcrk verziert werden.
Durch Dokengeländer werden auchin prächtigen Schlafzimmern, die Al-koven von dein übrigen Raum, auchbey großen Staatszimmern gewissePlatze, wohin nicht jedermann kom-men soll, abgeschlagen.
Dominante.
(Musik.)
Dieses französische Wort, das mannicht wol entbehren kann, bedeutetallezeit den fünften Ton desjenigenTones, in welchem der Gesang unddie Harmonie fortgehen, besonderswenn derselbe im Baß, als der Grund-ton einer Harmonie vorkommt. Diealtern deutschen Harmonisien nenn-ten dieses Suinrarn toni. Der fünfteTon jedes Nebentones, in den manausgewichen ist, wird auch seine Do-minante genannt. Weil es aber bis-weilen nöthig ist, die Dominante desHaupttones, woraus ein Stük ge-setzt ist, besonders zu nennen, so hatman dieser den Namen der tonischenDominante gegeben.
Dorische Tonart.
(Musik.)
War in der griechischen Musik dietiefste und ernsthafteste Tonart, dieihren Namen von denDoriern, eineinder Hauprstämmc der Griechen, be-kommen hat. Die Gesänge in dieserTonart müssen sich durch etwas ge-setztes und pathetisches ausgezeichner
Dor
haben, wodurch sie nach dein Urrhcildes Plato einen vorthcilhaftcn Ein-fluß auf die Sitten und dieGemüths-art der Menschen bekamen. In deralten Kirchenmusik, die itzt noch inden ehemals verfertigten Chorälenbeybehalten wird, istdie dorische Ton-art die, welche den Ton l) zumGrund, und seine Ausdehnung vonO bis c! hat. Da aber die wenigstenOrgeln gegenwärtig nach dem ehema-ligen diatonischen System gestimmtsind, in welchem die ganzen Töne allegleich, in dem Verhältnis H, und dieHeyden halbenTöne in dem VerhaltnißN? waren *), so haben wir auch in denaus l) gesetzten Chorälen, die würk-liche dorische Tonart nicht mehr.
DorWe Säule. DorischeSaulenordmmg.
Ast von den fünf Ordnungen derBaukunst die zweyte **), und scheinetdie älteste und auch die gewöhnlichsteder drey griechischen Ordnungen zuseyn. Sie unterscheidet sich durch einstarkes und etwas strenges Ansehen,das keine Zierrathcn leidet, als die,deren Ursprung/aus der ehemaligenArt, die Gebäude ganz von Holzaufzuführen, unmittelbar entstandensind. Sie ist vornehmlich durch ihrenFrieo kennbar, dessen Dreyschlitzcoder Trigl^phen c, c. deutlich dieKöpfe der, in blos hölzernen Gebäu-den auf den Unterbalken a K liegen-den Balken, und dessen Mstopens, <Z, den leeren Raum von einemzum andern anzeigen. Die hier bey-gefügte Figur giebt einigen Begriffvon der dorischen Ordnung, bey wel-cher die Säulen, wie hier, oft ohneFüße gewesen sind.
Die
*) S. Svstcm.
"*) S. Säulenordmmg.