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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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685
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theuerliche ausschweift. Damm mußin der Seele des Künstlers der Ver-stand eine völlige Herrschaft über dielebhafteste Würksamkeit der Einbil-dungskraft behalten. Man kann jun-gen Künstlern nicht oft genug wie-derholen, daß sie ihre größte Bemü-hung auf die Schürfung des Verstan-des und eines gesunden Urthcils an-wenden, weil nur dadurch die Erdich-tungen in der Anlage und Erfindungwahrscheinlich und der Natur gemäß,in ihrer Würkung aber wichtig wer-den können.

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Bb. Ron!!, lle poccic- ksculcsce,IUb.II. Ven. 1608,8. TetcnsPhilos.Wcrs. Leipz. >777.8. V. I.XV. S. >>;.Platncrs Aphorismen I. §. -7» u. f. §. qzou. f. Aufl. von 1784.

Dichtsaulig.

(Baukunst.)

Diejenige von den in der alten Bau-kunst gebräuchlichen fünf Arten, dieSäulen an einem Gebäude zu stellen,nach welcher sie am dichtesten oderengesien aneinander kamen *). Nachdein Virruviun kommen bey dieserBauart die Azen der Säuleu fünfModel weit auseinander, so daßder Raum zwischen zwey Säulen-siämmen drey Model oder andert-halbe Saulendike weit wird. Wennman in den Gebäuden blos auf dieFestigkeit sehen wollte, so dürfteman die Säulen nie so nahe anein-ander setzen; es ist also zu vermu-thcn, daß die Alten bei) dichtsäuli-gen Gebäuden eine andre Absicht,als die Festigkeit gehabt haben.Man empfindet in der That bey Be-trachtung eines Gebäudes, um wel-ches eine dichtsäulige Laube herum-geht, vielleicht wegen der dadurchverursachten Dunkelkeit, etwas feyer-

*) S. Säulenstellung.

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liches, wie in einem dichten Wald.Also schikt sich diese Bauart vorzüg-lich zu Tempeln. Doch scheinet sieauch das Gefühl von Pracht lindNeichthum zu vermehren. Perranlcmerkt sehr wol an, daß sich dieseArt besser für die hohen und fei-nen Ordnungen, wie die, corinthischeist, als für niedrigere und stärkereschiket.

Dielenköpfe.

(Baukunst.)

Sind Zierrathen, welche bisweilenan dem dorischen, auch wol an an-dern Gcbälken gerade unter derKranzlcistc angebracht werden. Sickommen an die Stellen, wo sonst inder corinthischen und in der römischenOrdnung die Sparrenkopfe oderModillion stehen. Und wie diese alsdie herausstellenden Enden der Dach-sparren können angeschen werden, sokann man die Dielenköpfe für heraus-stellende Dielen halten; deßwegen sieweniger dik oder hoch sind, als dieSparrenköpfe. Man sehe die Zeich-nung im Art. Gebälke. In der Bau-kunst der Alten kommen sie nicht vor.

Bey den Dielenköpfen muß, wiebey allen Zicrrathen dieser Art, denDrepscblilzen, Sparrcnkopfcn undFahiiscknittern, die wesentliche Re-gel beobachtet werden, daß allezeiteiner mitten auf jede Säule oder je-den Pfeiler treffe *). Dieses kannaber nicht bey jeder Säulenweite ge-schehen, es sey dann, daß jeder Die-lcnkopf einen Model breit, und dieZwischentiefen, oder der Raum voneinem Diclenkopf zum andern, aucheinen Model weit seyen. EinigeBaumeister verzieren die Dielenköpfemit Tropfen, die an der Unterflachederselben hangen.

Dt'esis.

*) S. Dmschltg.