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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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627
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eben so unmittelbaren Einfluß ansdie Gemüther der Menschen habenmußte, als die ehemaligen Gesängeder Barden, obgleich von einer ganzandern Art. Denn in diesem scho-nen Zeitpunkt Deutschlands herrsch-ten die höflichsten und galantestenSitten, die zärtlichsten Empfindun-gen sowol der Liebe, als der Freund,schaff und Gefälligkeit, feine Ma-ximen der Ehre, der Tapferkeit undeines edlen Betragens gegen Lehns-herren, gegen Fremde, gegen dasschöne Geschlecht, gegen Männervon Talenren, gegen Freunde undFeinde. Nach diesem Ton war derGeist der damaligen Dichter ge-stimmt, welche Gedanken und Em-pfindungen, die der Umgang mit dergrößern Welt ihnen zuerst gegeben,durch ihr Genie verschönert, in an-genehmen Gesängen wieder mittheil-tcn. Es scheinet, daß damals, we-nigstens in Oberdeutschland, keinHof gewesen, an dem nicht Dichtergelebr haben. Bodmer sagt sehr an-genehm von diesem schönen Zeitpunktder Dichtkunst:

Hier ist ein poetisches Land, das die Gabevom Himmel empfangenDichter in seinem Schoost zu erzie-hen.

Kein anmuthia Gefield liegt zwischen demRhein und der Limmat,

Da nicht ein Lichter die Minn' und denMay sang.

Und von der Muse Helikons sagt erin Beziehung auf diese Zeit:

Ihr dient ein fürstliches Volk von Gra-uen, Wcrthen und Feien,DcrAusbunddcsallemannischenBIuts.

Sie sangen einst um das Äcfleld desRheins, der Donau, der Elbe,An Schwabens, an Oestrcichs und Thü-ringens Hof.

Damals war die Dichtkunst, nichtwie itzt, ein Zeitvertreib weniger em-pfindsamer Menschen, deren Geniedurch die Schönheit der griechischenund römischen Dichter, die sie zufäl-liger Weise durch die Schulgelehr-samkeit kennen gelernt, zurNachah-

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mung gereizt worden; sie war, wie sieihrer Natur nach sepn muß, ein ausden Sitten der Zeit entstandenes undaus dieselben wieder zurükwürkcndesGeschafft. Die erwähnte Samni-lung der Minnesinger enthält zwarmeistens Lieder von galantem Inhalt:aber diese Materie war nicht der ein-zige Stoff der damaligen Dichtkunst.Wir haben auch daher noch Werkevon verschiedenen andern Dichtungs-artcn; Fabeln, moralische Gedichteund einige von epischem Inhalt undritterlichen Thatcn *). Ucberhauptscheinet es, daß die Dichtkunst die-ses Zeitpunkts ganz in dem Geschmakder provenzalischen Dichter gewesen,deren Werke noch häufig in den fran-zösischen Büchersammlungcn vorhan-den, und von denen Johann vonNostraoam, ein Bruder des bekann-ten Propheten, viel Nachrichten her-ausgegeben hat. In den epischenGedichten dieser Zeit hat man Mühesich über das Abenthcuerlichc, dasdarinn herrscht, wegzusetzen, auchherrscht der Aberglaube in vollerStärke darinn; aber weder die Cha-raktere der handelnden Personen, nochdas Genie der Dichter können unsgleichgültig bleiben.

Mit dem Anfang des vierzehntenJahrhunderts nahm die schwäbischeDichtkunst stark ab, in der Mitte des-selben war sie schon sehr schlecht, undder gute Gesang gieng unter. Wederder Haufe der im fünfzehnten undscchzehntenJahrhnndcrt entstandenenMeistcrsänger, noch die Verfasserder ungeheuren dramatischen Stükedes letztgedachtcn Jahrhunderts, ver-dienen in der Geschichte der Dicht-kunst einen Platz. Aber die Kirchen-verbesserung hatte angefangen aufeinen Zweig der Dichtkunst einen

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*) Eines der beträchtlichsten ist das,was Bodmer unter dem Titel:tMriemlvlsten kacke 1757. herausge-geben hat.