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klang und periodischer Einrichtung.So hatten auch die Religion und dieSitten der alten Deutschen sehr we-nig von der Annehmlichkeit der Re-ligion und der Sitten der glüklichenVolker, die ehemals unter dem grie-chischen Himmel wobntcn.
Nach den Barden, die vermnth-lich durch Einführung des Christen-thums abgekommen sind, scheinenandre, vielleicht doch von den Häup-tern der deutschen Stamme dazuauf-gemunterteDichter gekommen zu scyn,die zwar nicht mehr die unter ihrenAugen verrichtete Heldenthaten be-sungen , aber doch das Andenken al-terer Begebenheiten und persönlicheVerdienste verstorbener Männer ihrenZeitverwandren zur Nacheiferung inGesängen vorgetragen haben. DerAnfang des bekannten alten Gesan-ges auf den heiligen Anno, welcherallem Anschein nach eine Geburt desizten Jahrhunderts ist, gicbt unszu erkennen, wovon die Dichter derkurz vorhergehenden Zeiten gesungenhaben. XVir horten öfter (sagt derDichter) von alten Begebenheitensingen, rvie schnelle Helden gefach-ten, rvie sie fesie Schlosser wrsiohrt,rvie sie Friede und Bündniß gebro-chen, rvie viel reiche Ronige umge-kommen^ Nun ist es Zeit, daßrvir an unser eigentLnde denken*).Es läßt sich vielleicht aus dieser Stelleauch schließen, daß Gedichte vongeistlichem Inhalt damals eben nochnicht gewöhnlich gewesen, da derDichter seinen Inhalt dem, wie esscheinet, gewöhnlichen kriegerischenInhalt der gemeinen Gedichte entge-gen setzet. Wenn man von demWerk, dessen so eben erwähnt wor-
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den ist, auf den damaligen Zustandder deutschen Dichtkunst schließenkann, so hat es diesen alten Dich-tern weniger an poetischem Genieund an lebhafter Einbildungskraft,als an einer mehr ausgearbeitetenSprache gefehlt. Indessen sieht mandoch itzt, seit dem der uncrmüdeteEifer unsers um die deutsche Littera-tur und den guten Gcschmak unsterb-lich verdienten Boomers, die Ma-nessische Sammlung ans Licht ge-bracht und durch den Druk ausge-breitet hat, daß in dem zwölften unddrcyzchntcn Jahrhundert die blühend-ste Zeit der deutschen Dichtkunst ge-wesen ist. Die Kayscr aus demschwäbischen Haus haben ohne Zwei-fel viel dazu beygctragcn, daß fei-nere Sitten, Gcschmak und einegroße Liebe zur Dichtkunst unter demdeutschen Adel ziemlich herrschendworden. Die aus diesen Zeiten übriggebliebenen Gedichte sind in großerAnzahl. Nur die Maneßischc Samm-lung H enthält Lieder von 1 z-2 Dich-tern, darunter viele vom höchstenRang sind, als Rapstr Heinrich,Rönig ssonrav, Ronig Wenzel vonBöhmen, viele Marggrafen undFürsten. Es fallt dabey in die Au-gen, daß damals die Dichtkunst ei-nen großen Theil des Vergnügensder Höfe ausgemacht habe.
Und zwar nicht eine Dichtkunst,die als eine fremde Waare griechi-schen oder lateinischen Ursprungs,blos zum Vergnügen der Höfe her-umgeboten worden, sondern eineDichtkunst, die aus den Sitten, ausder Denkuttgsart und aus den herr-schenden Empfindungen der damali-gen großen Welt entsprungen ist, diealso ganz natürlicher Weise einen
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*) Lammlnng von iNinnekngern iniz<Zeir> Sckvväbilcken Zeitpunkte LXI.Dickte»' enrk-tltenci erc, Surickbey Orelt unä Lonipsgnis, I?;Z. 4-
2 Theile.