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1 (1792) [A - D]
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einer besondern Lebensart gehörigeKunst angesehen zu werden, da dieSanger einen besonder» Stand aus-machten, und sonst nichts, als Sän-ger waren. Man konnte diese Zeit,die Zeit der Barden nennen. Diesewaren berufene oder gedungene San-ger, die an den Hofen! der Haupterder damaligen kleinen Völkerschaftengehalten wurden, wie Phämius andem Hofe des Ulysses, und Demo-dokus an dem Hofe des Alcinons.Sie sangen bcy festlichen Zusammen-künften, sowol zum Vergnügen alszum Unterricht der Gesellschaften, Lie-der von allegorischem Inhalt überdie Götterhistorie, oder von heroi-schem über die Thatcn der Helden.Sie scheinen zugleich die Freunde undRathgeber der Großen, die sie un-terhielten, gewesen zu seyn. Der-gleichen Sanger sollen von uraltenZeiten her, bis nahe an unsre Tage,von den Hauptern der schottischenStamme unterhalten worden seyn.An das Ende dieser Zeit, oder allen-falls an den Anfang dcv folgendensitzen wir den Homer.

Die vierte Zeit ist die, dadurch-^Abschaffung der königlichen Regie-rung in den meisten Stammen derGriechen, eine mehrere Gleichheitunter den Menschen eingeführt wor-den, und keine Großen mehr da wa-ren, die Barden oder Sanger an ih-ren Höfen hielten. Da scheinet esabgekommen zu seyn, die Sängerals Menschen von einem besondernStand, oder von besondrer Lebens-art zu betrachten. Aber die Gesängeder Barden waren noch übrig undwurden gesungen. Wessen Geniesich gegen die Dichtkunst leistete, derwurde einDichter, ohne von jemanddazu bestellt zu seyn, und vermuth-lich, ohne die ihm sonst gewöhnlicheLebensart aufzugeben; man legtesich, wie noch itzt unter uns geschieht,auf die Dichtkunst, entweder blosbeylaufig aus unwiderstehlichem

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Trieb des Genies, oder um sich ei-nen Namen zu machen.

Man kann die Dichter dieser Zeitin zwey Classen eintheilen. EinTheilarbeitete zum Dienst der Religion,der Philosophie und Politik; ein an-drer blos zu seinem Vergnügen; unddiese machten damals die Classe derMenschen aus, die itzt unter uns denNamen der witzigen Röpfe, oderwie man sie in Frankreich nennt, derschönen Gssiker bekannt sind. Dieerstem sahen die Dichtkunst aus demedlen Gesichtspunkt, als eine Lehre-rin der Menschen an, die ihnen alsPhilosophen, oder Menschen, die dasGlük hatten, über sittliche und poli-tische Angelegenheiten richtiger alsder große Haufen zu urtheilcn, undweiter hinaus zu sehen, dienen konn-te, Vernunft und bürgerliche Tu-gend allgemeiner auszubreiten. Siefaßten die durch Nachdenken erlang-te Weisheit in Gedichte, die sie, oh-ne andern Beruf, der Welt Mitchell«ten, wie HesioSus, Aesopus, So-lan, Epimeniöes, Simonidcs undandre; oder auf Veranlassung desStaates, bey feyerlichcn Gelegen-heiten verfertigten, wie Aesch/lus,Sophokles, EuripiScs, Hindar undandre. Diese haben die künstlichePoesie auf den höchsten Gipfel derVollkommenheit gebracht. Jene wi-tzigen Köpfe aber, Anakreon, Gap-pho, Alcäus und viel andre, haben,zuerst die Dichtkunst blos zum Ver-gnügen, zur Belustigung der Einbil-dungskraft und des Witzes angewen-det. Seit der Zeit muß man sich dieDichtkunst, so wie die Venus, unterzwey Personen, einer himmlischenund einer irdischen, vorstellen; jenevon erhabener, diese von buhleri-scher Schönheit.

So lange Griechenland seine Frey-heit genoß, und die vorzüglichstenGenies ihren Gedanken und Empfin-düngen frcyen Lauf lassen konnten,erhielt sich die Dichtkunst auf der

Höhe,