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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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623
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. ,gen irgend einer aufwallenden Lei-denschaft gewesen, die tanzend ge-sungen worden. In dieser Zeit warsie noch keine Kunst; wer etwa beyeiner Versammlung ein außerordent-liches Feuer der Einbildungskraftfühlte, der reizte die andern zu un-förmlichem Gesang und Tanz, beywelchen der Gegenstand der Leiden-schaft in hüpfenden Worten angezei-gct wurde. So äußern sich gegen-wartig bey den noch nicht gesittetenVolkern in Canada die ersten Versu-che in Musik, Tanz und Poesie.Einige scharfsinnige Manner habenin der mosaischen Geschichte der er-sten Menschen Spuhrcn solcher un-förmlichen Gesänge entdeket. Ari-stoteles scheinet eben diesen Begriffvom Anfang der Kunst gehabt zuhaben, und nennt diese ersten Ver-suche *) oder Wer-ke, die aus Instinkt, ohne Absicht,entstanden sind.

Es ist nicht unwahrscheinlich, daßschon in dieser Zeit die poetischenVersuche Spuhren von dem verschie-denen Charakter der drcy Hauptgat-tungen, des lyrischen, des epischen,und des dramatischen Gedichts, ge-zeiget haben. Die Karre des The-spis ist noch nicht sehr weit von die-sen rohen Gestalten der entstehendenDichtkunst entfernt; dennoch versi-chert Placo, daß die ersten Versucheder Tragödie sehr weit über die Zei-ten des Thespis heraufsteigen **).Das lyrische scheinet natürlicherWei-se die älteste Gattung zu seyn, da esdurch den Ausbruch der Leidenschaf-ten verursachet worden, und die Lust-barkeiten, die jedes wilde Volk nacheinem glüklichen Streit anstellt, kön-

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5*) Plato in dem Gespräche Mönos.

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nen auch Spuhren der nachher ent-standenen epischen Poesie gezeigethaben.

Auf diese erste Zeit folgte, ver-muthlich nach einer langen Reyhcvon Iahren, die zweyte, in welcherdie scharfsinnigsten unter den Auto-schetiasmatiften, oder den durchInstinkt gebildeten Poeten, über dieForm und Würkung der ersten Ver-suche nachgedacht, und nun aus Ab-sichten , entweder sich ein Ansehenunter dem Volke zu geben, oder das-selbe nach ihrem Willen zu lenken,oder würklich aus väterlicher Zunei-gung, ihmKenntniß und Sitten bey-zubringcn, sowo! den Inhalt, alsden Vortrag nach überlegten Regelneingerichtet. Die Dichter dieser zwey-ten Zeit scheinen Lehrer, Gesetzgeber,Häupter und Führer der Völker ge-wesen zu seyn. In diese Zeiten »loch-te man, wiewol vielleicht schon etwasspät herunter, die ersten Dichter se-tzen, die von den Griechen namhaftgemacht werden, und deren Gesän-ge unter der Nation aufbehaltenworden. Orpheus besang in dieserZeit die Losmozonie oder den Ur-sprung der Welt, und sein von denAegyptiern gelerntes System derTheologie. Mnsaus, sein Schüler,besang in der Redarr der Orakel, (indunkeln Hexametern) denselben In-halt. Eumolpus faßte die Geheim-nisse der Ceres in ein Gedicht, undtrug darinn alles vor, was da-mals Moral, Politik und Religionvorzügliches hatten. Thampris be-sang den Krieg der Titanen, ein al-legorisches Werk über die Schöpfung.Man kann die Dichter dieses Zeit-punkts einigermaßen mit den Prophe-ten des jüdischen Volks vergleichen.Aus dieser Zeit haben sich verschie-dene Werke unter den Griechen langerhalten, sind aber nicht bis zu unsgekommen.

Die dritte Zeit der Dichtkunst istdie, da sie angefangen, als eine zu

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