kotz D i a
welches bey keiner andern Tonleiterangeht.
Da man aber in der heutigen figu-rirten Musik selten lang in eineinTon bleibet, indem man den Gesangdurch verschiedene Tone und Tonar-ten durchführet, so wird das Diato-nische bei) den Ausweichungen oft un-terbrochen. Nur in den Chorälen,wo keine Ausweichungen geschehen,wird der ganz reine diatonische Ge-sang ohne Ausnahme bcybehalten,und wird dcßwegen von Zarlinoder Diatono-diatonische Gesang ge-nennt.
Die Griechen hatten in ihrer Mu-sik auch eine diatonische Tonleiter, dieaber von der heutigen etwas unter-schieden ist. Das diatonische Torracliors bestehet aus drcyInterval-len, einem großen halben Ton undzwey großen ganzen Tonen, da inunsrer Tonleiter nirgend zwey großeTöne aufeinander folgen. Aber auchdas diatonische Tctrachord der Altenwar von verschiedenen Arten, davonptolomaus sechs angiebt; Aristoxe-uun aber zwey. Das gebräuchlich-ste war das, was Pcolomaus clwto-uicum llitonum nennt, dessen Inter-valle waren D-K, Z, Z; die beydcn Ar-ten des Aristopenus waren nach sei-ner Art die Quarte zu Heilen von fol-genden Verhaltnissen:das weiche
I2 l8» O
i i 5^? .
das hartez i. 24. 24. oder
? z 2.2.0
Von dem Ursprung oder der Erfin-dung der diatonischen Tonleiter ist imArtikel System gesprochen worden.
-^5-
(*) Zu der Atteratur dieses Artikelsgehören: Oilccirk» liel Oizconicocczuz.bilc 6i l'olnmeo, von Giov. B. Donk,(s >669) und Di sc. guiils Lpecis
D i ch
Oisronico ll uszsse rlsgil slnrlcbi, eguali oßZI ti pi-aricbi. von cbcnd. ill.s.W. B. 1. S. Z56.
Dichter.
Mit diesem Manien möchten wirnicht gerne ohne Unterschied alle die-jenigen beehren, welche in gebunde-ner Rede geschrieben oder Verse ge-macht haben.
dlcgue eirim concluäcre ver-tu in
Olxcrix eile szris
Denn gemeine Gedanken oder Erzäh-lungen in Versen vortragen, machtso wenig den Dichter aus, als diegemeine Sprache reden, einen Red-ner macht. Man muß aller Urtheils-kraft über Gegenstände des Ge-schmaks beraubet seyn, um sich ein-bilden zu können, daß gemeine undalltagliche Gedanken durch die Ein-kleidung in Verse eine schönere Redemachen, als wenn sie nach der ge-meinen Art vorgetragen waren; davielmehr das Gegentheil geschieht.Eine außerordentliche Sprache, wiedie Sprache des Dichters ist, derin Versen spricht, erfodert nothwen-dig auch außerordentliche Gedanken,oder Empfindungen, aus denen manbegreifen kann, warum die gemeineArt der Rede verlassen worden.
Mau muß demnach den Charakterdes Dichters nicht in der Kunst suchen,die Rede durch wolabgemcssene undwolklingendc Verse fortzuführen, son-dern in dem Vermögen den Geist unddas Gemüth durch Vorstellungen,die «inen ganz außerordentlichenGang der Rede erfodern, zu reizen.„Die Worre und Syllaben in gewis-se Gesetze zu dringen, und Verse zuschreiben, sagt Opitz, ist das allerwe-nigste, was in einem Poeten zu su-chen ist. Er muß
von
5) IIo7»r. kerm. I. 4