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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
606
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Deutsche Schule.

(Zeichnende Künste.)

Abgleich an keinem Orte Deutsch-lands eine so betrachtliche AnzahlMahler sich nach einem einzigen Mei-ster gebildet, daß sie im eigentlichenVerstände den Namen einer Schuleverdienten, und obgleich überhauptdie großen deutschen Mahlcr keinenihnen cigenthümlich zukommendenCharakter haben, so pflegen doch ei-nige Ausländer die ganze Zunft derdeutschen Mahlcr, die deutsche Schulezu nennen.

Zwar hat Deutschland durch alleJahrhunderte der Mittlern Zeiten, dadie Künste überall, so wie die Wissen-schaften im Staube gelegen, allezeitdie zeichnenden Künste fo gut als Ita-lien getrieben: die deutschen Kayfcrund andere große Fürsten, haben ihreSchlosser nach dem Gcschmak der da-maligen Zeiten nicht ohne Pracht ge-lassen. Die hohe Geistlichkeit suchtedie Kirchen und Capellen auf das be-ste anszuschmükcn. Was man nochhier und da von alter Bildhauerar-beit und von Gcmahlden an Altarenund in den Choren sieht, dasSchnitz-tverk, womit die Dekel der Bücher,und die gcmahlten Anfangsbuchsta-ben, womit der Text derselben aus-gezieret worden, zeigen eben keinengeringem Geschmak an, als die Sa-chen, die zur selbigen Zeit in Italienund andern Landern verfertiget wor-den. Aber der Mangel der Geschicht-schreiber hat auch den Untergang derNamen aller Künstler der damaligenZeiten nach sich gezogen. Die erstendeutschen Mahler, von denen manNachricht hat, haben gegen Endedes fünfzehnten Jahrhunderts ge-lebt, von welcher Zeit an Deutsch-land bis auf diesen Tag ohne Un-terbrechung allezeit Mahler ge-habt, die sich auch bcy auswär-tigen Liebhabern einen Namen ge-macht haben.

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Weil aber selten drei) oder vierdeutsche Mahler von einigem Ruh-me aus einer Schule entstandensind, so kann man der deutschenSchule, die nur uneigentlich so ge-nennt wird, keinen besondern Cha-rakter zueignen. Was einige fran-zösische Schriftsteller von dem Cha-rakter der deutschen Mahler sagen,ist ein Geschwatze, das ihrer Unwis-senheit zuzuschreiben ist. Man trifftin den verschiedenen Werken der deut-schen Mahler den Geschmak allerSchulen an; denn einige haben sichin Rom, andre in Venedig, nochandre in den Niederlanden gebildet.Viele aber haben die Regeln ih-rer Kunst aus der Natur selbst ge-schöpft.

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Zur deutschen Schule, ob es gleich imGründe keine eigentliche deutsche Schulegirbt, werden gewöhnlich gezahlt: AlbrechtDürer (s ,52g. S. Gedächtnis der Ehre»eines der vollkommensten Künstler, A. D.nebst dessen Bildnisse von Heine. Conr.Arends, Gött. >728. 8. G. Wolfg.Knorrs, historische Künstlerbelustigung,oder Gespräche im Reiche der Tobten, zwi-schen A. D. und Raphael von Urbino.Nürnb. 17Z8. 4. D. Goltfe. SchöbersLeben, Schriften und Kunstwerke, Alb.D. Lcipz. ,1768.8. Leben Albr. Dü-rers, nebst alph. Vcrz. der Orte an wel-chen s. Kunstw. aufbcw. werden, von Joh.Ferd. Roth, Lcipz. >791.8. u. a. m.)Lukas Kranach (S. sein Leben von Christin den. erutl. ee our. vom Jahre1726. S. ZZ8-Z56. HistorischkritischeAbhandlung über daS Leben und die Kunst,werke des berühmten deutschen Wählers,L. K. Hamb. 1701. 8. vergl. mitder Bibl.der schönen Wissensch. 8. 8z. Lebendes berühmten Wählers, L. C. Hamb.17Ü2. 8. f i;,'Z. u. a. m.) -- Joh. Hol-dem (S. sein Leben, von Carl Patin,vor dcs Erasmus Unooin. XWnse, L-lil.1676.4. f 1554.) Christoph Schwarz-

(s > 594)--Joh. Rvtcnhanimerd 16--4)

Ad.