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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
605
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Den

setzt werde: weil dadurch allein dasGanze die gehörige Deutlichkeit er-hält.

In dccl Werken der redenden Kün-ste, die von einiger Weitläufigkeitsind; in Erzählungen, Beschreibun-gen und in dem lehrenden Vortrag,entsteht die Deutlichkeit überhauptaus der genauen Abtheilung der Ge-genstande, aus der Ordnung, wiesie auf einander folgen, und aus derAusführlichkeit, womit die Haupt-vorstellungcn bezeichnet werden; unddenn noch insbesondere aus einer ge-schikten Art, das Ende einer jedenHauptvorstellung, den Anfang derfolgenden, und den Zusammenhangderselben, durch einen geschikten Aus-druk dcurlichcr zu machen. In die-sem besondern Punkt eines deutlichenVortrages können die französischenSchriftsteller als Muster angepriesenwerden. Wie aber überhaupt dieMarerie abzutheilen und die Theileanzuordnen seyen, damit das Ganzedeutlich werde, ist höchst schwer zusagen. Die Lehrer der Redner ge-ben hierüber kein Licht; ihre Anmer-kungen crstrekcn sich blos auf dieDeutlichkeit im Ausdruk einzeler Ge-danken, und hauptsachlich nur aufdie, welche von der Wahl der Wör-ter herkommt, wobei) wenig Schwie-rigkeit ist. Allgemeine Betrachtun-gen über die Eintheilung oder Grup-pirung der Vorstellung, über dieAnordnung derselben, fehlen in derTheorie der redenden Künste ganz.Und doch sind diese beyden Punktebeynahe das wichtigste, was derRedner, der dramatische und derepische Dichter wissen müssen.

Die allgemeineste, aber auch wich-tigste Lehre, die man ihnen hierübergeben kann, ist diese: daß sie dieAnlage ihres Werks nicht eher ma-chen, bis sie die Materie desselbenvöllig in ihrer Gewalt haben. Die-

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ses geschieht, wcnn sie dieselbe solang und so oft überdacht haben, bissie ihnen so gelaufig worden ist, daßsie dieselbe nnt einem Blik übersehenkönnen. Wer einen Menschen so oftund in so vielerlei) Umstanden gese-hen hat, daß er sich jedes Gesichts-zuges, jeder Gebehrde und Bewe-gung desselben mit Leichtigkeit erin-nert, dem wird es unendlich leichter,eine Beschreibung seiner Person zumachen, als wenn er ihn nur einmalgesehen harte. Und so verhält essich nnt jedem andern Gegenstand un-srcr Vorstellungen. Wer eine Bcge-benhcir, davon er ein Zeuge gewesenist, oft überdacht, und sich jedesUmstands dabey wieder erinnert hat,daß ihm jedes einzfte darinn, so ofter will, wieder bcyfällr, der alleinkann sie mit der Deutlichkeit wiedererzählen, die nörhig ist, sie auch an-dern deutlich vorzustellen. Die voll-ständige Sammlung aller zu einerSache gehörigen Gedanken und dievöllige Besitznehmung derselben istnicht nur die erste, sondern auch diewichtigste Verrichtung des Künstlers.Hat er dieses erhalten, so wird ihmnach Maaßgebung seiner Bcurrhei-lungskraft auch die Einkhellung undAnordnung der Sachen leicht werknn.Hat er diese, so muß er sich eben sobemühen, dieHauptvorstellungen be-sonders , eine nach der andern langund vielfältig zu überdenken; denndadurch erhält er den dritten zurDeutlichkeit nöthigcn Punkt, die Aus-führlichkeit derHauplvorstcllungen.

Ueberhaupt aber müssen Rednerund Dichter die Werke der bestenMahler in ihrer Anordnung, in oenGruppirungen, und in der ausführ-lichen Bearbeitung der Hauptgrup-pen fleißig siudiren, und sich zumMuster der allgemeinen Deutlichkeitvorstellen.

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