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stinimt ist, schatzbar: manmußdeß-wcgen nicht verlangen, daß dieDcnk-sp> üche lauter erhabene Wahrheiteneinhalten sollen; denn auch die ge-meinen, die in dem allgemeinen Ge-fühl aller Menschen mit mehr oderweniger Klarheit liegen, werden da-durch wichtig, daß sie in den Gemä-chern würksam werden. Wie für ei-nen Menschen, der Brod um denHunger zu stillen kaufen muß, dasklcineste Stük von gangbarem Geldenützlicher ist, als ein Stuk von weitgroßcrm Werthe, das nicht gangbarwäre, so ist es auch mit den Wahr-heiten, von denen die brauchbarstenauch die besten sind. Man hat best-wegen mehr auf die gute Art, dieDenksprüche anzubringen, als dar-auf zu sehen, daß sie etwas neuesoder schwerer zu bemerkendes enthal-ten; denn man sagt immer etwaswichtiges, wenn man etwas wahresauf das kraftigste sagt. Eine einzi-ge, sehr einfache Regel, ist bcynahehinlänglich den Redner und Dichterhiebcy zu führen: wo er irgend aneiner Stelle seines Werks eine Wahr-heit hockst lebhaft fühlt, da sage ersie. Dieses zeiget ihm nicht nur dieStellen, wo die Denksprüche gut ste-hen, sondern auch der gute Ausdrukderselben wird ihm ohne Mühe bey-fallen, wenn er nur selbst lebhaftfühlt. Aber aus jeder Stelle mitGewalt einen Denkspruch zu erzwin-gen , wie man mit dem Stahl Feueraus einem Stein schlagt, ist der ge-rade Weg abgeschmeckt Zu werden.Die Anmerkung muß aus der Mate-rie, wie eine Blume aus ihrer Knospehervorbrechen, und nicht, wie etwain solchen Blumen, die man den Kin-dern zum Spielzeug giebt, willkühr-lich an solchen Stellen angehängtftyn, wo die Natur sie niemals her-vorbringt.
Die größte Behutsamkeit hierinnhat der epische, und noch mehr derdramatische Dichter nöthig. Der
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erste kann noch hier und da, wicwolauch überaus selten, in seiner eige-nen Person sprechen, und wo er selbstalso eine Wahrheit stark fühlt, sieals einen Blitz, aus der Grelle, wosie gczeuget wird, hervorbrechen las-sen; aber der dramatische Dichterläßt nur andre reden. Da ist esnicht genug, daß er selbst die Wahr-heit in der Höchsten Kraft fühle, ermuß, um sie anzubringen, versi-chert sehn, daß die Person, die ereinführt, sie so gefühlt und so gesagthaben würde. Nicht nur der vonSentenzen überfließende Gcneca inseinen Trauerspielen, sondern dergroße Auripivcs selbst, hat dage-gen oft gefehlt; Sophoclcs aberniemals. Man kann es sowol bcyden Griechen, als bei) den Romernsehen, wie bey dem Abnehmen desguten Gcschmaks, die Lust au Sen-tenzen immer zunimmt. Sobaldman anfängt, den Zwek der Künsteans dem Gesichte zu verlieren, undmit Gewalt nur gefallen will, sobildet man sich ein, jeder Vers oderjede Periode müsse sich durch eine be-sondere Schönheit für sich ausneh-men, und verfällt dadurch in denkindischen Gcschmak, die Denksprüchezum Auszieren zu brauchen, und al-les wird zu Sentenzen. Daher, sagttlüuiimlianug, kommen denn diekleinen und abgeschmeckten Sprüchel-chen, die der Materie ganz fremdsind; denn wie sollte man so vielgu-te Denksprüche finden, als Periodensind*)? Einige übertreiben die Sa-che so sehr, daß ihre ganze Rede ei-ne Zusammensetzung von Denksprü-chen ist.
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*) Inlls minmi corruptigus fcnliculi scexer» rem pcriri- negue enim polluncrem mulrse bonse tsnrenrise eile,ezugm neceKe elt mulcse ünc clsululse.Inll. I. VIII 1.5.dtsc mulrgz plerigne tenrenriss elicunc,leck omni» camgusin lemenriss. Ib.