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Nirgend wird eine größere Voll-kommenheit des Ausdruks erfodcrt,als bey den Dcnksprüchen. Kraft»nd Kürze, Klarheit und Wolklangmüssen da auf das vollkommenstevereiniget scyn; weil sie ohne dieseEigenschaften die schnelle und lebhafteW irkung, die sie thun sollen, nichthaben können. Dazu hilft keine Re-gel: nur das wahre Genie, durchdie Warme der Empfindung lebhaftgereizct, findet, ohne zu suchen, dieMittel dazu.
Cicero hat die Gattungen derDenksprüche in wenig Worten sehrgut bezeichnet. Zum Unterricht müs-seil sie scharfsinnig, zum Vergnügenrvikig, zu Erwckung der Empfin-dung ernsthaft scyn ^). Sie kom-men aber nicht allemal in Form alle-gemeiner Satze oder Lehren, sondernauch alsVermahnungcn und Bestra-fungen oder Warnungen vor, wieder bekannte Spruch des Virgils:chlcite iulkitism moniti nee temne-re Uivos. Es gicbt sehr viclerlcyArten der Wendung sie anzubringen;aber es wäre unnöthig sich dabcyaufzuhalten.
Eine besondere Gattung machendie lustigen Denksprüche aus, diescherzhaften Werken eine große An-nehmlichkeit geben können. Jeder-man weiß, was für einen Reiz OaFontaine seinen scherzhaften Fabelnund Erzählungen dadurch gegebenhat; und unser (Hestert hat sich dcr^selben auch oft sehr glüklich bedienet.Sie sind zum Scherzhaften eben sowichtig, als die andern zu Werkenvon ernsthaftem Inhalt, und kön-nen das Lächerliche, wie mit einemBrandmal unauslöschlich, zeichnen.Die possirliche Sentenz, die /Ca Fon-taine einem Dummkopf, der glaubt
5) Zum lioccnrii scurse: (ZeieKgncstczu>is> »Iburgs: commvvencii gl-sves.Oe L>pr. Lcn Oi^c, — Lit viciolumin icnrenris, ü guici sblurMim, suc«kienum, sur »an »caium, inic subin-inlwm est. Ibiil.
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die Natur tadeln zu können, in denMund legt:;
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kann uns nie beyfallen, ohne daßwir zugleich über solche Narren la-chen, dergleichen der Dichter in dieserFabel schildert. Aber wie in ernst-haften Denksprüchen nur Männervon einer gewissen Starke der Ver-nunft und des Genies glüklich seynkönnen, so gehört zu den scherzhaf-ten eine Originallaune, die vielleichtdas seltenste aller Talente ist.
D e s.
(Musik.)
Der Name, den die Sayte Eisunsers heutigen Systems bekommt,wenn sie als die kleine Terz zu demTon B genommen wird. Weil indem von uns angenommenen Sy-stem der Ton B zu Cis sich verhältwie 7? Zu M, das ist, wie r zuso ist die kleine Terz B-dcs geradeum ein Comma kleiner, als die reinekleine Terz
Deutlichkeit.
(Schöne Künste.)
AHir nennen diejenigen Gegenständeunsrcr Erkcnntniß deutlich, in denenwir das, was ihre Art oder Gat-tung bestimmt, klar unterscheidenkönnen. Ein Gebäude fällt deutlichin die Augen, wenn seine besondereBeschaffenheit, wodurch wir es füreineKirchc, oder für ein Wohnhaus,oder für eine Scheune erkennen, unsklar ins Gesicht fallt. Also wirddurch die Deutlichkeit jeder Gegen-stand für das erkennt, was er ist,oder seyn soll, und ist allezeit etwasrelatives, weil man nicht eher vonder Deutlichkeit eines Gegenstandesurtheilcn kann, bis man best m>ntweiß, was er da, w man ihn sieyr,vorstellen soll. Wenn man in eine a
Gemahl-