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Eon
höhung vertragen, ohne dissonirendzu werden; die Terz und Sexte aberunvollkommene, weil sie größer oderkleiner scyn können. Denn aus demvorhergehenden erhellet, daß die Terzvon dreycrlcy Art ist; die Sexte aberist entweder groß oder klein *), oder,wie kurz vorher angemerkt worden,vermindert.
Die Haupteigcnschaft aller Con-sonanzen besteht, wie schon oben an-gemerkt worden ist, darinn, daß siean sich etwas Befriedigendes ha-ben, da die Dissonanzen in dem Ge-hör etwas Beunruhigendes erwcken,worauf solche Töne folgen müssen,durch welche die Ruhe wieder hcrge-stellet wird. Daher entsteht in demSatz der Musik dieser Unterschiedzwischen den Consonanzen und den^ Dissonanzen, da diese eine gewissebestimmte Fortschreitung von derDissonanz auf die folgende Conso-nanz nothwendig machen, so daßdie Dissonanz den darauf folgendenTon einigermaßen ankündiget; dahingegen die Consonanz eben deßwe-gen, weil sie nichts widriges hat,die Fortschreitung auf den folgendenTon frey und unbestimmt laßt.Davon kommt es, daß durch dieconsonircndcn Klange die Ruhestel-lcn in der musikalischen Sprache kön-nen hervorgebracht werden
Es ist bereits erinnert worden,daß consonirende Klange bisweilenetwas von der Eigenschaft der disso-nirenden annehmen, wenn sie demTone, darinn man ist, fremd sind.Es kann also ein Intervall, oderein ganzer Accord an sich consoni-rend scyn, und noch da, wo er ge-braucht wird, etwas fremdes undgleichsam dissonirendes empfindenmachen. So empfindet man z. Ex.wenn der Gesang in L dur ange-fangen und eine Weile fortgesetztworden ist; bey dem Accord mit
S. Serie.
S. Labenz.
der großen Terz, wiewol er an sichconsonirend ist, etwas fremdes dasdie Harmonie nach (! dur lenket H,gerade, wie die Dissonanzen ans diefolgende Harmonie führen. Hier-aus ist zu sehen, daß jede Harmo-nie, die nicht aus der Tonart, dar-inn nian ist, genommen wird, wennsie auch sonst ganz consonirend ist,einigermaßen die Eigenschaft einerdissonirenden Harmonie an sichnimmt. Und daraus laßt sich auchbegreiftil, wie ein ganzes Stük auslauter consouirendcn Harmonien kön-ne gesetzt werden, ohne den Reiz derMannigfaltigkeit und der Verschie-denheit der harmonischen Einschnitteund Ruhepunkte zu verlieren. Insolchen Stüken vertritt das geringereConsoniren die Stelle der dissoniren-den Klange.
(s) llnter den Schriften des Oviii sinder darbarina .. . ?>r. >/6z. U2B. mit K.) findet sich ein Oilcorko u>.pea I» conlonan^e. — Uxercirsr. mu-ticae rkeorekico p>raUicae curiotac ckoLoncoiUanriis tmgulis, oder Musikali-sche Wissenschaft und Kunstübungcn vonjeder Concordanz .. . nebst einem Pro-drome , von Wolsg. Casp. Prinz, Lres-dcn >687-1689. 4. vergl. mit Mihlcr»Musiealischer Bibliothek, B. l. Th. >.S.>o. Th. z. S. zz. TH -4- S.4. Th. 5.S. zr. Th. 6. S.44. 2. Th. i. S. >)?.Th. 2. S. 247. Th. z. S.;o. — Von denverschiedenen Mcynungen der Tonlebrecüber vollkommene und unvollkommene Con-sonanzen, von der Zahl derselben, u. d.w.gicbt Adlungs Anleitung zur musikalischenGclahrthcit, §.404. S. 951. u. A. Nach-richt. — Von der Ursache ihres Gefallensoder Mißfallens, handelt, unter andern,Eulcr in der Vorrede, und in den ersten§§. des 2tcn Kap. s.I'enrgm. nov. 1'dc«r,Xtufic. ker. 17x9. 4.
Cou-
*) S.TvN.