Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
577
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C o l!

wollen wir anstatt 1 :2, das Ver-halcniß 6 : 1 z setzen. Es sey alsoin einer Octave die unterste Sayte 6,die oberste 12, und man setze zwi-schen, b und 12 so viel Saptcn alsman wolle, z. Ex. noch i, andere,die durch folgende Zahlen ausge-drukt werden: 7, 7^, 8, Wy, ici, 104, i1, 1 ij, so ist klar,daß auf der Sayte 7 die Consonan-zen angehen, und daß die Sayte iodie letzte seyn würde, weil die an-dern zwar nicht gegen die Sayte 6,aber gegen seine Octave >2 dissoni-ren würden. Denn schon das In-tervall 105: 12 oder 21 : 24, istkleiner als 0 : 7.

Um aber nun der praktischen Kennt-niß der Eonsonanzen naher zu kom-men, wollen wir uns das würklicheSystem der Tone, so wie es in derheutigen Musik gebraucht wird, vor-stellen, und die gemachten Beobach-tungen darauf anwenden. Es ist fol-gendermaßen beschaffen *):

c. Lis. l). vis. k. kVkm. d. dis.

l 4444 44 4 4 44 4 ^

27016 15 2.

Hier findet sich das Gebieth der Eon-sonanzen, zwischen den Zonen visund ö. Das Intervall L vis istschon etwas größer, als 6 : 7, unddas Intervall lZ - 0 oder ^ : 4, dasist 8 : 1, ist kleiner als 6 : 7. Alsowürde jeder dieser Töne, vis, ki, IIEis, d, (Iis, und mit dem Ton Lconsoniren.

Aber sind denn alle hier zwischenv und II liegende Töne würklich ge-gen d consonircnd? Dieses scheinetaus allen vorhergehenden Beobach-tungen zu folgen. Dennoch erken-net jedermann den Trironus L-Eisnnd die falsche Quinte Eis-0 für dis-sonirend. Alleiil dieses scheint nichtdaher zu kommen, daß der Ton kmunmittelbar gegen L, oder das oberee gegen km dissoniret, sondern jeder

*) S. System.iLrjker Theil. '

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dieser Tone dissonirt gegen den überihm liegenden halben Ton (d undcis), deren jeder, als die Quintedes tiefern Tons, mit diesem ver-nommen wird. Nun ist schon ausdem oben angeführten klar, daß einhalber Ton eine sehr starke Dissonanzausmacht, daher es kommt, daßdas Gefühl der wahren Quinte we-der den Tritonus noch die falscheQuinte neben sich vertragt; deswe-gen sind beyde unter die Dissonanzenzu rechnen.

Die Quarte und Sexte diffonirenzwar mit d auch, dennoch werde»sie durchgchendsunter dieEonsonan-zen gerechnet; allein nur in der ttm-kehrung und niemal gcgenden eigent-lichen Grundron, wie dieses an sei-nem Orte gezeiget wird

Ueberhaupt also scheinet es, daßjeder Ton, der mit einem angeschla-genen Grundton völlig consonirensoll, auch zugleich mit seiner Octaveund seiner Quinte consoniren müsse.Weil nun das kleinste consonirendeIntervall die verminderte Terz 6 : 7ist, so scheinet es, daß die Eonso-nan; des Grundtons weder seinerOctave noch Quinte naher, als eineverminderte Terz kommen dürfe, unddaß selbst die Eexre nur alsdennrecht consonirt, wenn das Gefühl derQuinte verdunkelt wird.

Hiernachst ist auch dieses noch wolzu bedenken, daß jeder außer der dia-tonischen Leiter eines Tones liegendeTon, wenn er gleich sonst consoni-rcnd wäre, dadurch,>> daß er demTon fremd ist, gleichsam gegen dieTonart dissonirt.

Aus diesen Anmerkungen erhellet,daß die Octave, die Quinte, die Terz,die Quarte und Sexte, consonirendeIntervalle sind. Von diesen wer.den die Octave, die Quinte und dieQuarte vollkommene Consonanwngenennt, weil sie keine merkliche Er-höhung

*) S. Drcyklang; Quarte; Sexchuarte,Oo