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welches im 2ten B. S. 22; u. s. desWerkes: lieber Sitten, Temperament,Theater u. s. w. Spaniens, Leipz.1781.8.davon abgedruckt worden ist, hat Nasarreeben so Unrecht, sie mit den Stücken desPlautus und Terenz zu vergleichen, alsihren Verfasser den ÜVicVerhcrffellcrder spanischen Bühne zu nennen; denn,was wiederhergestellt werden soll, mußvorher schon cinmahl in Stand und Ord-nung gewesen seyn. Nicht von andererBeschaffenheit und Einrichtung sind dieTholomca, Serafina und Ouquesa de laRosa des Timoncda, oder Alonso de laWega, welche um eben diese Zeit (>;66),auch zu Valencia, herauskamen, ob siegleich durch eingewebte Bczauberungrnetwas mehr Leben erhalten haben. AlsKunstwerke seht Velazquez (a. a. O. S.z,z) sie noch unter die vorigen. Indessenhaben frcplich die Spanier schon früher,nähmlich schon im Anfange des sechzehn-ten Jahrhundertcs, gedruckte, obgleichnicht (wie man aus den eben angeführtenWorten des Cervantes schließen muß) ge-spielte Stücke gehabt, welche der eigent-lichen Komödie viel näher kommen. Die-ses sind die, unter der Aufschrift ?rop».lostis, zu Sevilla, bereits >520.4. >5ZZ. 4-erschienenen Stücke des Barth, de Tor«res Naharro, eines Geistlichen. Es sindderen acht, Serafina, Trophea, Svlda-tcsca, Tincllaria, Jmenea, Jaeinta,Calamita undAquilana; und meines Be-dünkcns sagt Nasarre, von ihrem Verf.(S. 21) in so fern mit Recht: stebe lcrrenisto por ei piimero, gue stiomos a las comestis« vuIZarez, als Be-gebenheiten und Handlungen in ihnen dar-gestellt werden, und als cS ihnen nicht anPlan und Verwickelung mangelt. Signo-relli, vielleicht aufgebracht, daß Nasarreden Verf. zu einem Lehrer der Italienermachen wollen, ist (Krit. Gesch. des Thcat.Th. 2. S. ;o u. f.) ungerecht gegen bepde.Jenen läßt er diese Stücke für die bcßtcnspanischen ausgeben; und brh diesem über-sieht er das, worauf er, als Gcschicht-schrciber der Bühne, zuerst hätte sehensolle», das Verhältnis desselben zur Fort-
bildung der Komödie in Spanien. Wenndie Stücke seiner Vorgänger, nähmlich,bloße Schaferfpicle waren, wenn sieblos aus Gesprächen bestanden: so istes kein geringes Verdienst, zuerst Hand-lung und Verwicklung auf die Bühne ge-bracht zu haben. Frcylicb sind diese Ko-mödien nicht nach den elassischen Musterneingerichtet; aber dafür achmen sie mehrLeben und Wahrheit, als manche, nachdiesen Mustern ängstlich zugeschnittenenStücke der Italiener. Auch hätte er im-mer nicht so ganz besonders sich über ihrevermeintliche llnehrbarkeit ereifern sollen.Als Geschichtsschreiber der Bühne mußteer doch wohl wissen, was, z. B. in denRcdncrinncn und andern Stücken des Ari-stophancs, in den frühern Stücken dersonst so ehrbaren Franzosen, so gar noch inden Stücken des Al. Hardp, und in densonst ganz regelmäßigen Komödien man-cher seiner LandSleute, als des P. Arc-tino, vorkommt. Selbst das gerühmte,erste, ungefähr um eben diese. Zeit, odergar noch später, erschienene rcgclniäßigcStück der italienischen Bühne, die Ca-landra, deren Verfasser noch oben draufCardinal war, verstößt sehr gröblich ge-gcgcn die guten Sitten, lind was dieVermischung von Religiosität und Aus-schweifung anbetrift: so findet sich diesevorzüglich nur in dem von ihm zerglieder-ten Stücke, findet sich aber, leider! auchzugleich nur zu oft in der Natur, undwar nur zu lange herrschende Natur. Sollaber der Dichter nicht Sittengcmähldeliefern? Soll er immer nur so hübsch andem Allgemeinen sich halten, und, wenner nur ein Kunstwerk liefert, sich mitAus-führung einer dürren, skclettirten Hand-lung begnügen? Mit eben so wenig Rechtwirst er dem Naharro ein Gcmengscl vonSprachen vor; es ist weder allgemein,noch, wohlgemcrkt! Verhältnismäßig,ärger als — in der italienischen Oc>.mestiz stell'srre, und in den für diesegeschriebenen, so wie in inehrcrn Stückenseines, erst kürzlich gestorbene», vorgebli-chen Mahlcrs der Natur, des H. Gol-donl. Die Spanier, wel be das, wasL l 5 ihre