Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
521
Einzelbild herunterladen
 

Com

C o m

521

weise ich auf die zu Anfange dieses Arti-kels angeführten Aufsätze des Evanthiusund Donatus, (vergl. mit dem isten Kap.des iten Buches der Oblervar. des G.Cuper, S. 64 u. f. Vra). sä Kst. 167a.8.) so wie auf-den Liomcdcs, (De (Bar.I.il>. III ap. Surick. S. 48; u. f) Rob.Hurd, (bei) f. Horaz, B. >> S. 214 u. f.d. llebcrs.) C. F. Flöge! (Gesch. der kom.Litteratur, B. IV. S. 9z u. f.)u. a. m.Daß die eine Gattung derselben auSdrüklichrömisch (coAsra) heißt, macht sie nochnicht zu einem einheimischen oder Natio.nalschauspiel. Rom erhielt, wie vorherbereits bemerkt worden ist, seine eigent-liche Komödie von den Griechen; und ausdem Horaz (aä Viion. V. 285U. f.) wirdes höchst wahrscheinlich, daß der Jnnhaltderselbe»' ursprünglich gänzlich griechischwar. lind nicht allein, erst.ihre spä-tem Dichter ficngcnan, die Scencn darin,zum Theil nach Italien zu verlegen, oderrömische Charaktere und römische Nahmendarin einzuführen; sondern sie scheinenauch immer mehr aus dem komischenTheater der Griechen geschöpft, als ein-heimische Gegenstände gewählt zu haben,so wie in ihren Nachahmungen glücklicher,als in ihren Originalen gewesen zu seyn.Wenigstens kommt in dem, von dcmSe-digituS gemachten, bey dem Gellius (li .il,.XV. c. 24) befindlichen, Verzeichnissevon den bcßten römischen Komikern, kei-ner von denen, welche vorzüglich Tvga-ten geschrieben haben sollen, und nichteinmahl Afcanius,, Trotz des ihm, vomHoraz (Kch. 1. Cid. II. V, 57) und vomQuinetilian (Cid. X. c. >. §. 100. S. ;c>6.Cä. Leen.) gegebenen Hobes, vor; undkein römischer Schriftsteller hat, so vielich weiß, weder bemerkt, wenn und vonwem deren zuerst geschrieben worden sind,noch daß das Volk vorzüglich Vergnügenan ihnen gefunden hätte. Wohl aberbekennt mehr als einer, z. B. Quineti-lian, (a. a. O. §.99.) Aulus Gellius<l.ib. II. c. 2Z) u. a. m. die Mittelmäßig-keit ihres komischen Theaters. Noch we-niger ist dieses bey ihnen, oder bey irgendeinem Volke, je das gewesen, was es,

wenigstens anfänglich, bey den Griechenwar, ein eigentliches bürgcrlicdesSchauspiel, oder verbunden mit ihren re-ligiösen Gebräuchen und Festen; es warund blieb eine fremde, anderwärts hcr-gchvhltc Frucht. Indessen hat die römi-sche Komödie immer ihre Eigenheiten ge-habt. Zwar nicht, wie C. F. Flöget(Gesch. derkom. kitteratur, B.IV. S-ys)zu sagen scheint, ursprünglich einen ei-gentlichen Chor; Qiomcdes ( a. a. O.S. 489) sagt ausdrücklich: l-innac Lo.mvcstiac Lkorum iron Iwlzenr. Auchfinden sich, in den übrig gebliebenen Stü-cken derselben,- nirgends Spure» davon.Oer Grcx, oder die Caterva, wclä e ei-nige Stücke des Plautus schließt, ist entwe-der der Chor der Schauspieler selbst, oder derChvrdcrMusikcr, Tänzer, Sänger, Minien,u. d. m. welche, zwischen den Aufzügetz,die Zuschauer unterhielten. (S. Volliilullir. ?oor. Dill. II. c. 26.) lind daßihre Komödie mit dergleichen Lustbarkei-ten verbunden war, wissen wir aus dembekannten Verse, womit sich der ersteAkt des Pseudolus endigt:

Vibieen vos inrseea bic fielet!»-vcric,

und aus einer von dem Diomcdes (a. a.O.) aufbewahrten Stelle des Suctonius.Die Musik vertrat die Stelle des Chores;die Stücke wurden dadurch in ihre ver-schiedenen Aufzüge abgcthcilt; und wenndas Wort, Chor, von der römischen Ko-mödie in den alten Schriftstellern vor-kommt : so bedeutet es nichts, als dieses.Frcylichaber ahmtPiautus, in seinen Stü-cken, den griechischen Chor in so fernnach, als seine Personen zuweilen ihreRede geradezu an die Zuschauer richten;und es ist nur lächerlich, wenn verschie-dene Kunstrichter, wie z. B. Quadrip(8rnr. e XsA. fi'oZni ?oelis, Vol. III.V. 2. S. 171) darazis, daß es mit den Re-geln des ordentlichen Drama sich nichtvertragen würde, wenn die Personendesselben Rücksicht auf diese genommenhätten, erweisen will, daß jener Grcxoder Caterva nicht der Chor d;-r Schau-spieler selbst seyn können. Wurde derK k 5 Au-