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In eben dein Maße, indessen, worinmehrere Arten von Gedichten ganz eigent-lich, von besondern Compvnisten, gesetztwurden, erhielten diese sämmtlich denNahmen — Santo, aus welchem end-lich, in dem siebzehnten Jahrhundert derNähme Jamale für eine besondre Gat-tung derselben entstand. So viel ist ge-wiö, daß der Nähme Lantate noch nichtin des MInturnv Ttrre pocrics > Vcn.1564. 4. vorkommt. Natürlich genug waraber ihre Entstehung. Jedes Gedicht be-steht, mehr oder weniger, aus Erzäh-lung und Empfindung zugleich, oder viel-mehr, es gicbt des dichterischen Stof-fes sehr viel, der sich nicht, ohne hinzu-gefügte Erzählung, behandeln läßt. LeeAusbruch der lebhasten Empfindung ist,ohne Bekanntschaft mit der Veranlassungdazu, gleichsam räthselhaft, besonders,wenn durch den Gegenstand, sehr vieler-lei» und mancherlei) Empfindungen gewecktwerden können. Und dann giebt es ein-zele Situationen, deren Empfindungen derDichter entweder nicht in eigener Personausdrücken kann, oder an welchen meh-rere Personen Theil nehmen. Jenes istz. B. der Fall mit Begebenheiten aus derMythologie; dieses mit öffentlichen Feyer-lichkcitcn, u. d. m. Sollen nun derglei-chen Darstellungen in Musik gebracht, undihrem inncrn Gehalte gemäß, gesetzt wer-den: so muß natürlicher Weise der erzäh-lende Theil derselben (das Reeitativ) ei-nen andern Ausdruck erhalten, als dermehr belebte, oder als die Darstellung derEmpfindung, die Arie. Wer aber zuerstGedichte in dieser Form, das heißt Ge-dichte verfertigte, in welchen Erzählungvon Empfindung getrennt, oder welchein Reeitativ und Arie besonders abgetheiltsind, wird von keinem der Geschichtschrei.'der der italienischen Poesie genau be-stimmt. Chiabrera und Tronsarclli wer-den, unter den ersten genannt; und Bar-bara Strozzi soll, zu Venedig im I.,6;z deren zuerst gesetzt haben. (S. eck-ilur Is Xiuii^, sne, e inoii. B. IV.S. 460 u. f.) Geschrieben sind derglei-chen, in der Folge, sehr viele, und von
sehr mancherlei) Art geworden. Man hatnähmlich auch Gedichte zuweilen so ge-nannt, worin mehrere, bestimmte, Per-sonen nahmcntlich in einccffchvn bestimm-ten, angenommenen Situation, austre-ten , ohne daß sie übrigens einen andernZweck, als den Ausdruck ihrer Empfin-dung, und ohne daß das Gedicht also ei-gentliche Handlung hätte. Die, zumGrunde gelegte Situation bleibt darin im-mer dieselbe; und daS was die eine Per,son singt, bestimmt nicht gerade die Em-pfindungen und Vorstellungen der andern.Sie sind sämmtlich nur immer Repräsen-tanten, oder der Jnnhalt ist die Vorstel-lung von einer vergangenen Handlung undnicht die Handlung selbst. Gewöhnlichnennt man diese indessen, wenn sie welt-lichen Jnnhaltcs sind, eben so, wie dieOper, Drsmmi mulicsli, und diejeni-gen, welche auf Religion sich beziehen,Orarorio. (S. den Art. Oratorium.)Rousseau irrt sich also, wenn er in s.Diötion. öäussgrie Art. Lsnrsce»sagt, daß die gegenwärtige Lantatc inItalien ein voirckliches muslhalischesDrama sey. Ein ganz eigentlichesDrama, als worin frei), und eigen wir,kende Personen austreten, welche eine be-sondre Absicht erreichen wollen, ist sie nie,oder von diesem ist sie immer verschiedengewesen; und dann existirt sie zugleichauch noch gegenwärtig daselbst in ihrereinfachen gewöhnlichen Gestalt. Ausserdem bereits angeführten Gabr. Chiabrera
(f 16Z8. Lsnzone, I.il>. I. Gen. 1586»
8. I-ib.II. cbend.1587.8- Verm. knm.i7>8. 8. zB. Vcn. 1757. >:. sB.) —und Ottavio Tronsarclli (dessen Lres-io.ne äel monrio, und tecronro, Ven.,6)2. 8- von den Italienern zu denCantatcn gerechnet werden, ob der Verf.ihnen gleich den gedachten Nahmen vonDesmin, muticsli gegeben hat) habendergleichen noch vorzüglich verfaßt: Fus-viv Test! (ss >646. l'oest lie. ^loclens164z 1648. 4. Z Th. Ven. 1676.12.z Th.) Carlo Mar. Maggi (liimsvsrie, käii. 1S88. L. -7oo. 12. 4TH.)— Franc. Leinene (f >704. ?osi'. Uiv.
IM.