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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
438
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4ZZ Cad

Ca m

sucht: die Triller, die figurirtcn Ta-öen^cu und die Grgelpuuillc. Vondiesem und dem Triller bei) der Ca-dcnz ist in den besondern Artikeln dar-über gesprochen worden; bicr sind al-so noch die figurirren Cadenzcn zu be-trachten. Davon gicbr Herr Agri-cola in seinen Anmerkungen über To-sis Anleitung zur Singekunsi dieseNachricht.

»In den alten Zeiten wurden dieHauptschlüsse nur so ausgeführet,wie sie dem Talle gemäß geschriebenwerden. Auf der mittelsten Notewurde ein Triller gemacht. Hernachfieng man an auf der Note vor demTriller eine kleine willkührliche Aus-zierung anzubringen; wenn nämlichohne den Takt aufzuhalten Zeit dazuwar. Darauf fieng man an denletzten Takt langsamer zu singen,und sich crwas aufzuhalten. Endlichsuchte man diese Aufhaltung durchaller-hand willkührliche Passage», Lau-fe Ziehungen, Sprünge, kurz, wasnur für Figuren der Stimmen aus-zusuhrcn möglich sind, ausznschmü-kcn. Diese werden itzt vorzugs-weise Cadcnzen genennt. Sie sollenzwischen den Jahren >710 und 1716ihren Ursprung genommen haben. "

Dieses sind also die Cadenzen, inwelche sich gegenwartig, sowol dieSanger als die Spieler, so sehr ver-liebt haben, daß man glauben sollte,sie singen oder spielen ein Stük nurdeswegen, damit sie am Ende ihreFertigkeit durch die seltsamsten Laufe,uns Sprünge zeigen können. Esgiebt Personen von-Geschmak, denendiese Cadenzen äußerst zuwider sind,und die sie mit den Luftsprüngen derSeiltänzer in eine Classe filzen.Selbst der Cast'at Tos« , ein Meisterder Kunst, scheinet nicht viel günsti-ger danon zu urtheilen. Allen, An-ftdeu nach aber werden sie, was manauch im uer dagegen sagen mochte,gleich andern zu den Moden gehö-rigen Dingen, so lang im Gebrauch

bleiben, bis ihr fataler Zeitpunktkommen wird. Herr Agricola hatan dem angezeigten Orte die Gründefür und gegen dicke Cadenzcn gesam-melt, die man daselbst nachlesen kann.Daß übrigens vor dem legten Toneines Hauptschl»sses eine Aufhaltungvon guter Würkung und in der Na-tur der Sache gegründet sei), kannjeder fühlen. Also verwirft der gu-te Geschmak diese Cadcnzen nichtschlechterdings, sondern mißbilligetnur das Uebertriebene derselben, be-sonders aber die seltsamen Laufe undSprünge, die keinen Endzwek haben,als den laugen Athen, oder die Fer-tigkeit der Kehle eines Sangers zuzeigen.

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(*) Zu der kittcratlir dieses Artikelsgehört: LI l iüi!>ro; nel czuzl l> nsr--rs llelle g><zse toprz !eziere lerce rls' punri, Uz Oicge Or»rlrZi, I'olersno, Uvm. 15ZZ. 4.

Cami n.

'(Baukunst)

Ein offener Feuerhecrd an einerWand eines Zimmers, zu dessen War-mung er dienet. Die Camine ver-statren, daß man im Zimmer ein of-fenes Feuer genießen kann, sonst abersind sie in kalten Landern zur War-mung der Zimmer nicht hinreichend,wo man nicht eine gar zu große Men-ge Holz oder Kohlen verbrennen will.Da sie aber glcichwol den sehr gutenNutzen haben, durch Abführung derAusdünstungen in den Zimmern einereine Luft zu unterhalten; und daüberdies das Feuer im Zimmer unterdie wenigen Schönheiten der Naturgehört, deren Genuß kalten Ländernim Winter übrig bleibet: so ist dieUntersuchung über die beste Art Ca-mine anzulegen, ein nicht ganz un-wichtiger Punkt in der Baukunst.Folgende Anmerkungen werden nach-

den