4?2
Ca d
Cad
völlige Rlühe. Wer nur einigermaßenempfind»» kann, was eine Tonart,oder ein Ton, darinn man spielt, ist,der fühlt auch, daß die völligste Be-ruhigung nur durch den Drcyklangauf dem Grundton verursacht wird ;also muß der letzte Accord der gan-zen Eadenz den Drcyklang auf deinGrundton haben, aus dessen Tonlei-ter die vorhergehenden Accorde ge-nommen sind. Jedes Tonstük wirdaus einem gewissen Ton gesetzt, auswelchem die Harmonie zwar in andreTöne ausweicht, zuletzt aber in denHaiiptton zurükgeführtwird*). Dievollkommenste Ruhe kann nicht eherhergestellt werden, bis die Modula-tion aus den Nebentönen wieder inden Hauptton, von dem das Gehörvorzüglich eingenommen ist, zurük-geführt worden. Also kann ein gan-zes Stük nicht anders, als mit demvollkommenen Drcyklang auf seinemGrnndton endigen. Dieser Schlußwird die Fmalcaöenx, oder die-Hanptcaocn; eines Tonsiüks ge-normt. Geschieht der Schluß abervermittelst des Drenklauges auf demGrMidton einer Nebentonart, dahinman ausgewichen ist, so wird da-durch nur eine Mittelcadenx verur-sachet, womit eine.Periode kann ge-endiget werden.
Die Vollkommenheit des Schlus-ses aber hangt nicht allein von demletzten, sondern zum Thci! auch vondem vorletzten Accord ab, durch wel-chen das Verlangen nach der Ruheerwckt wird. Also muß der vorletzteAccord, durch den die Ruhe angc-kündigct wird, nothwendig etwasunvollkommenes haben, das die Er-wartung des letzten crwcket, und ermuß in der engesten Verbindung mitdem letzten Accord stehen. Dieseskann ans keine vollkommncre Art ge-schehen, als wenn der vorletzte Ac-cord auf der Quinte oder Dominan-te des Tons, darinn man ist, gcnom-
*) S. Ausweichung.
men wird, weil die Nükkehr von derDominante auf den Erundton dernatürlichste Schritt ist, den die Har-monie thun kann: also ist überhauptdieses die Form der ganzen oder völ-ligen Cadenz:
Damit aber das Gefühl des letztenGrundtoncs schon durch den Accorddes vorletzten desto gewisser crwektwerde, wird auf diesen der Ecpti-menaccord genommen *), weil als-denn dieHarmonic unumgänglich umeine Quinte fallen muß.
Hiebcy aber ist auch noch auf dieOrdnung der Töne in den obcrnStimme» zu sehen, indem auch dar-inn jeder letzte Ton durch den vorletz-ten kann bestimmt werden. Die großeTerz des vorletzten Tones machtdas Subsemitonium des folgendenGpundtoncs aus, und geht also noth-wendig beym Schlüsse in die Ottave.Die Septime im vorletzten Accordmacht die Quarte des letzten Grund-tones aus, und geht also nothwen-dig in dessen Terz über. Mithin wirdder vollkommenste Schluß dieser seyn:
-LS!-
Issz—
il?
I i
sen Gestalten seyn:
8 7
S7
8 7
S. Dissonanz.
Hier-