End
Fehler, wenn ein Baumeister in denHausern der Großen dieses versäumte.
(*) Von Anordnung und Anlegungder Cabinette, handelt, unter mehrern,A. Fe. Blende!, in s. W. l)c I» viürl.burion lies ^lsilnnz c!e i'jzisznce eec.
>7Z7. 4. z B- B. >. S. Z5, "Ndebenderselbe i» dem Lvuer <l ^rcbilcdiu-re, B. I V. S. -Z7 ll. f. — so wie, vonAnlegung der Garten-Cabinctte, ebenda»selbst, S. 4g und S. 7».
C a d e n z.
(Musik.)
Dasjenige, wodurch in dem Gesangdas Gefühl des Endes, oder auchblos einer Ruhcstelle, eines Ab-schnitts oder Einschnitts crwckt wird.Der Gesang muß, wie die Rede,aus mancherlei) Gliedern bestehen *),die durch Einschnitte, durch langer«oder kürzere Ruhestellen, von einan-der abgesondert sind. In der Redewerden diese Glieder Einschnitte undPerioden gcnennt, die man durch ver-schiedene Zeichen, als, : ; ? ! . an-zudeuten pflegt. Die Glieder aberentstehen nicht durch diese Zeichen,sondern aus der Anordnung der Be-griffe, nach welcher in der Rede, anden Stellen, wo diese Zeichen stehen,ein mehr oder weniger vollständigerSinn sich endiget: zugleich aber auchaus der Folge der Töne; denn in demVortragdcrRcdc werden diese Ruhe-stellen, durch den starkern oder schwä-chten Abfall der Stimme, und durchlängere oder kürzere Verwcilungen,auf der letzten Sylbe fühlbar ge-macht. Dieses sind eigentliche Ca-denzcn der Rede, und daraus laßtsich schon begreifen, was die Cadcn-zen in der Musik sind.
In einem Tvnstük vertritt dieHar-monie einigermaßen die Stelle der Bc-
*) S. Glied; Abschnitt; Ganz; Periode.
C a d 4Zi
griffe der Rede; die Melodie aber desTones derSylben. Wie nun die Ein-schnitte und Perioden dcrRcdc, sowolvon den Begriffen, als von dem Tonder Worte abhängen, so ist es aus) inder Musik. Wir haben also hier dieEadenzen, sowol in der Harmonie, alsin der Melodie zu betrachten, und mitden ersten den Anfang zu machen.
Es gicbr also, sowol in der Rede,als in der Sprache der Musik, zwcyer-lcy Glieder: in der Rede entstehen sieentweder von derOrdnung dcrBcgrif-fe, oder von der Ordnung der Töne;und in der Musik, entweder von derOrdnung der Aecordc, oder von derOrdnung der einzelnTönc dcrMelodie.Die erstern Heyden Gattungen sind diewesentlichsten, und die andern müs-sen ihnen untergeordnet seyn. Eniharmonisches Glied ist eine Folge zu-sammenhangender Actorde, auf de-ren letztem man ohne fernere Erwarbtung stehen bleiben, oder doch eineZeitlang ruhen kann. Dcwjenige nun,was in der Harmonie das Gefühldieses Stillstehens verursachet, wirdeine harmonische Cadcnz gcnennt.Die Würkungen der Eadenzen sindvon verschiedener Art: entweder brin-gen sie das Gehör in eine völlige'Ruhe, so daß es schlechterdings nunweiter nichts erwarten kann; oder sieverursachen einen Stillstand, bey demman, ohne einen Mangel zu fühlen,nicht ganzlich aufhören, aber doch eineZeitlang stillstehen kann. Die, welchedie crstcre Würkung thun, werden gan-ze oder völlige Eadenzen genennt, vonden andern werden einige halbe, an-dre unterbrochene Eadenzen gcnennt.Wir wollen jede Art näher betrachten.
i. Zur vollkommenen Ruhe wirdnothwcndig eine vollkommen consoni-rende Harmonie crfodcrt, weil jederdiffonirende Ton etwas beunruhigen-des hat; also muß der letzte Accordder ganzen Cadcnz nothwendig dervollkommene Dreyklang seyn. Abernicht jeder Dreyklang setzt in gleich
völlige