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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
428
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428 Bog

tcr Spatziergang oder Porticus mitgewölbter Deke anzulegen ist, der-gleichen die vornehmen Romer ehe-dem in der Nähe ihrer Häuser ange-legt haben*); oder wenn man einensolchen Gang an einem Gebäude, essei) von außen, oder inwendig umden Hof herum anlegen will, damitman im trokeneu an den Häusernweggehen könne. In den meistenKlöstern sind solche Gange um denHof herum: vorne an den Hausernfindet man sie in verschiedenen Städ-ten, wie in Berlin auf dem Mühlen-damm, und an der sogenanntenEtcchbahu. Die Romer legten auchoft ihre kostbaren Wasserleitungenüber solche Bogenstellungen. Mankann zwar solche bedekte Gange auchzwischen zwei) Reihen Säulen, diedas Dach tragen, anlegen, wie diehalbrunde Säulcnlaube um den Hofin Sanssouci ist. Allein alsdennkann die Decke, wegen Mangel derWiderlagc nicht gewolbet werden,sondern muß flach, entweder vonsehr großen Steinen gemacht werden,wie an der Säulenlaube der Vorder-seite des Berlinischen Opernhauses,welches sehr kostbar ist, oder vonHolz, welches keine Dauer hat.Soll die Deke gewolbet werden, wel-ches allemal das beste ist , so mußdas Gewölbe nothwendig auf sehrstarke» Pfeilern ruhen. Bei) Gebäu-den, wo man nicht viel auf die Zier-lichkeit sieht, werden die Pfeilerschlechtweg vicrckigt aufgemauret,und allemal über zwei) Pfeiler einBogen geschlossen; sieht man aberauf die Zierlichkeit, so werden diePfeiler mit Wandpfeilern, wie inder hier stehenden Figur, oder auchmit halb aus der Mauer stehendenSäulen verziert. Die besten Bau-meister haben bey den Bogenstellun-gen folgende Regeln beobachtet, vondenen man ohne wichtige, aus der

*) S. Säulenlaube.

Bog

Nothwendigkcit entstehende Ursache»,nicht abgehen soll.

Die Hohe der Oefnung a k> vondem Fußboden bis an den Scheiteldes Vogens, soll der doppelten Brei- !te c cl gleich seyn. Die Nebenpfei-ler werden ein Model breit gemacht:zum Bogen wird ein voller halberCirkcl genommen, und vom Schei-tel des Vogens bis an den Unterbal-ken, wird de zwei) Model genom-men. Diese Verhältnisse geben denBogenstellungen das schönste Anse-hen, und darnach muß nun allesübrige bestimmt werden. Ein ein-ziges Pcyspiel wird hinlänglich sci )N,zu zeigen , wie die Eintheilungcn zumachen seyen.

Es soll eine Vogenstcllung mitdorischen Pfeilern gemacht werden.

Weil die dorischen Pfeiler mit zweyUntersätzen >8 Model hoch sind *),vom Unterbalken an bis auf denScheitel des Bogens, im Lichtenaber zwey Model gerechnet werden,so blieben für die Hohe der Oefnun-gcn sab in der Figur) >6 Modelübrig; mithin wurde die Weite a ck8 Model feyn müssen. Nun mußan jeder Seite ein Model für dieBreite des Nebenpfcilers, und eben-falls ein Model für die halbe Dekedes Pfeilers gerechnet werden: da-her entsteht die Pfeilcrwcite ß Z von12 Modeln.

Doch können diese Verhältnissenicht allemal beobachtet werden.An dem Eolisaum in Rom, wo drcyBogenstellungen übereinander stehen,sind folgende Verhaltnisse beobachtetworden: die unterste ist von dori-scher Ordnung, die Säulenweitc igModel und 11 Minutendie Breiteder Ncbenpfeiler beynahc 2 Model:die Weite der Ocfnungen 9 Model28? Min. die Hohe nur 16 Modeli z Min. Die zwcyte Ordnung istjonifch mit Säulenstühlen, die aber

mit

S. Dorisch.