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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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B i l

oder wenn sie sich erhalten haben, soverdienen sie wenigstens unsre Auf-merksamkeit nicht. Es fehlet unsau einer gründlichen Geschichte vonder Wiederherstellung dieser Kunst,so weit sie wiederhergestellt ist. Siehat in Italien angefangen, sich wiederaus dem Staub emporzuheben. DieGelegenheit dazu scheinen die reichenHandlungsstädte dieses Landes, be-sondersPisa, gegeben zuhaben. Dererworbene Reichthum machte ihnenLust zu bauen z man ließ Baumeisterund Bildhauer aus Griechenlandkommen, und man brachte auch an-tikes Schnitzwerk, aus den Trüm-mern der ehemaligen griechischen Ge-bäude, nach Italien. Man erwähntnamentlich eines gewissen Nicolausaus Pisa, vom igten Jahrhundert,der von den Griechen die Bildhauer-kunst gelernt, und seinen Gcschmaknach dem, was er von dem Antikengesehen hat, soll gebildet haben. Umdieselbe Zeit soll auch in Rom, inBologna und in Florenz, die Kunstaufs neue aufgekeimt haben. Auchwird ein Andreas von Pisa um die-selbe Zeit als ein guter Bildhauer ge-ncnnt. Um das Jahr 12,6 verfer-tigte ein gewisser Marckione dasGrabmal Pabst Honorius III. in ei-ner zu Maria MaA^iore gehö-rigen Capelle, welches schon Spurendes wiederkommenden guten Ge-schmaks zeigen soll. Zu Anfang des1 ztenJahrhunderts finden wir schoneinen Manu, dessen Arbeit selbst Mi-chel Augelo soll bewundert Habenznämlich LorenZi Glnberti, der anseinem Goldarbeiter einBildhauer undEtempelschncider geworden. Vonihm sind die aus Erz gegossenenThürcn der Kirche des heil. Johannisdes Täufers in Florenz, die MichelAngclo für würdig erklart hat, andem Eingange des Paradieses zu ste-hen. Um dieselbe Zeit lebten auchin Florenz noch andre geschikte Bild-hauer, Donar oder il Donatello,

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Vranelcschi und Andr. Verochl'o.Von diesem ist das gegossene Bild zuPferde, des Bartolomco Clcone vonBergamo, das in Venedig auf demPlatz des heil.Johannis und dcs heil.Paulus steht. Bald nach diesen kamMichel Angelo, den man mit Rechtunter die größten Bildhauer derneuer» Zeit setzet. Durch ihn wardalso dicseKunsteinigermaßen inJta-lien wieder hergestellt, und von dabreitete sie sich auch hernach in andreLänder, diesseits der Alpen, aus.

Allein den Glanz und die Größe,die sie vormals in Griechenland ge-habt hat, konnte sie aus mehrcrn Ur-sachen, unter den Händen der Ncucrnnicht wieder bekommen. Athen hatwahrscheinlicher Weife so viel Bild-hauer gehabt, als gegenwärtig inganz Europa sind. Was ist aber na-türlicher, als daß unter hundcrtMen-schen, die sich auf eine Kunst legen,eher ein großer Kopf sich findet, alsunter zehen? Und daß, bcy einerlei)Genie, die Nacheiferung, und die da-her entstehende vollkommene Entwik-lung der Talente stärker seyn müsse,wo viel Künstler zusammen sind, alswo sie einzeln leben? Daraus alleinläßt sich schon abnehmen, daß die,Neuern in dieser Kunstübcrhaupthin-tcr den Griechen zurükbleiben.

Ein andrer sehr starker Grund, derden Vorzug der Griechen über dieNcucrn vcrmuthen ließe, wenn wirihn nicht durch die Erfahrung wüß-ten, liegt in dem Gebrauch der Kunst.Es scheinet sehr widersinnig, unddoch ist es wahr, daß die eingebil-deten Gottheiten der Griechen denKünstlern mehr Stoff zum großenAusdruk gegeben haben, als die Hei-ligen geben, die von den Christen ver-ehrt werden, (denn die Gottheit selbstabzubilden, untersteht sich niemandmehr,) deren Tugenden mehr stillePrivattugenden, als große und hel-denmüthige Bestrebungen der Seelegewesen sind. Welcher von Heyden

Kunst-