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1 (1792) [A - D]
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den Gebäuden, den Sälen und Gal-lerten ein Ansehen geben konnte. Sowie die Ucppigkeit in Rom überhandnahm, stieg auch zugleich diese Licb-habercy an den Werken der griechi-schen Kunst, die zuletzt bis zur Rase-rei) ausartete. Man weiß, daß dergute Cicero selbst nicht ganz frey da-von war.

Man hat also in diesem Zweig derKunst die Roiner mehr wie bloße Lieb-haber, als wie Künstler anzusehen.Sie plünderten ganz Griechenlandaus, um durch die geraubten Werkeder Kunst ihre Cabinctter zu berei-chern *); sowie itzt mancher Natura-tiensammler aus Osten und WestenSchmetterlinge und Muscheln ein-sammelt, nicht um die Natur kennenzu lernen, sondern ein reiches Cabi-net zu haben. Schon daraus alleinkönnte man vermuthen, daß Romkeine Bildhauer von der ersten Größewird gezogen haben; denn dieses istnur da möglich, wo die Künste zuihrer höchsten Bestimmung angewen-det werden. Jedermann kennt dieschönen Verse, durch welche Virgildie Römer wegen Mangels dieserKunst tröstet:

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l'u regere imperio pvpulos llo»msne memenrn^*)!

Man kann hieraus den nicht unwich-tigen Schluß ziehen, daß die höchsteLiebhaberei), und die reichsten Kunst-sammlungen eben keinen großen Ein-fluß auf die Erhöhung der Kunst ha-ben. An keinem Orte der Welt sindjemal mehr schöne Werke der bilden-

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den Künste zusammen gewesen, als inRom, das zu den Zeiten des Augu-stns vermuthlich mehr Bilder ausErzt und Marmor, als lebendigeMenschen gehabt hat; und nirgendist die Liebhabcrey starker gewesen:dennoch hat Rom wenig gute Künst-ler hervorgebracht. Selbst unter derRegierung des Augustus waren diemeisten Bildhauer in Rom Griechen.Diese scheinen mehr die Werke ihrerehemaligen großen Meister nachgcah-mct, als selbst große Werke erfundenzu haben. Indessen erhielt sich dieKunst unter den Kaysern, in demGrad der Vollkommenheit, den sieunter Augustus gehabt hatte, nocheine ziemliche Zeit hindurch. Lvin-kelinam, setzt ihren Verfall in die Re-gierung des Severus, und ihren Un-tergang noch vor Constantinus demGroßen.

Nachher war die Verehrung derBilder in der christlichen Kirche eineGelegenheit, wenigstens das Mecha-nische der Bildhauerkunst von demganzlichen Untergänge zu retten. Eswurden durch alle Zeiten der Bar-barei), die auf die Zerstöhrung desabendlandischen Reichs folgten, nochimmer Bilder gehauen; und etwas,das dem Schatten der Kunst ähnlichist, erhielt sich. Kaiser TheoSosiusder Große hat eine Ehrensaule, nachArt der trajanischen, setzen lassen, aufwelcher Bildhauerarbcit seyn soll, inder man den guten Geschmak nichtganzlich vermißt: die Acadcmie derMahler in Paris soll eine Zeichnungdavon haben ").

Es sind also in Griechenland undvielleicht in Rom, alle Jahrhundertedurch, die von dem Untergang Roms,bis auf die Wiederherstellung derWissenschaften, verflossen sind, Bild-hauer gewesen: aber ihre Werke ver-dienten nicht auf uns zu kommen^

oder

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