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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
408
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im starken Affekt, den man durchWorte äußern will, immer besorget,man habe die Sachen noch nichtstark oder hinlänglich genug gesagt.In diesem Falle befand sich Horazbei) der folgenden Stelle, die manmit großem Unrecht mit der vorher-gehenden aus den, Ovidius, in eineClaffc setzen würde.

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Dergleichen Anhäufung der Bilderdienet auch, wenn man nichts mehrüber eine Sache zu sagen hat, denZuhörer eine Zeitlang in derselbenwichtigen Vorstellung zu unterhal-ten. Dieser Fall kommt am öfter-sten in der Ode und in der Elegie vor.Redner befinden sich bei) pathetischenStellen oft in demselben.

Auch die Form der Bilder, ihreKurze oder Ausführlichkeit, Muß ausder Absicht, die man hat, beurtheiltwerden. Denn bisweilen thut eindurch wenig Züge gezeichnetes Bildalle Würkung, die man verlangt,da es andremale muß ausgezeichnetwerben. Wenn -Hermione, beymEuripides, zu der Andromacke, die,um ihr Leben zu erretten, au den Al-tar der Thetis geflohen war, sagt;lind wenn Sick gleich gesckmoftcnBwp umgahe, so will ick dick dockvon dieser Stelle wegbringen ''*):O llpnss oa, 16.

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so ist dieses Bild, ob es gleich nurangedeutet wird, von der höchstenKraft. Hermione hatte sich vorge-nommen, die Andromache aus demgeheiligten Ort ihrer Zuflucht, wo esnicht erlaubt war Hand anzulegen,durch ein ander Mittel herauszu-loken. Sic wollte den Sohn dieserunglüklichen Königin dahin bringen,und ihn vor den Augen der Mutterzu ermorden dröhn, wofern sie denAltar der Thetis nicht verlassen würde.Dieses Mittel sah sie für so unfehl-bar an, daß es seine Würkung thunmüßte, wenn auch zcsckmoken Älcpum den Altar flösse. Uebcrlegungund Geschmak müssen dem Dichterdas Maaß der Ausführlichkeit an dieHand geben. Ueberhaupt scheinetes, daß die Bilder, welche auf Ver-stärkung oder Verschwächung einerEmpfindung abzielen, allemal eherganz kurz seyn können, als die, wo-durch man die Vorstellungskraft zulenken sucht. Diese Materie vondem Gebrauch der Bilder, ihren ver-schiedenen Würkungen und den da-her entstehenden Formen und Gat-tungen derselben, verdient überhauptvon den Kunstrichtern in ein völligesLicht gesetzt zu werden. Was hierder allgemeinen Betrachtung der Bil-der fehlt, ist einigermaßen in denArtikeln über die besondern Artenderselben ersetzt worden *).

Zur Vollendung dieses Artikels könnendie, darüber in der allgemeinen Biblio-thek (V. -2. S. zo) und in der neuenBibl. der sch. Wissensch, (B. 15. S. zsu. f.) gemachten Bemerkungen eine Wei-sung geben.lieber DilO, Dichtungund Fabel," findet sich in der drittenSammlung der zerstreuten Bllltter vonI. G. Herder, Gotha >7»7- 8- S. 87. einlehrreicher Aussatz.

Bild.

») S. Allegorie; Beyspicl; Elcichniö:Metapher.