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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
407
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Dinge in lebendige Wesen verwan-delt, ist ein andrer Weg. So machtHoraz die Sorge, nnd fast alle Lei-denschaften , zn handelnden körperli-chen Wesen, die uns überall verfol-gen ^). Die Lebhaftigkeit der Ein-bildungskraft ist die einzige Quelledieser Bilder

Wer einige natürliche Anlage zurErfindung und Erschaffung solcherBilder hat, kann sie durch fleißigesLesen der Dichter und Redner, de-nen diese Gabe einigermaßen eigenwar, noch sehr verstärken. So wienian bey vergnügten Menschen ver-gnügt, und bey melancholischenschwcrmüthig wird, so wird manauch bey witzigen witzig, wenn mannur irgend einen Funken Witz hat.Man wird daher allemal sehen, daßdiejenigen, die viel mit witzigen Men-schen umgegangen sind, über dasMaaß ihrer natürlichen Anlage wi-tzig sind. Wem der Umgang fehlt,der muß ihn durch das Lesen ersetzen.

So fürtrefflich der Nutzen der Bil-der ist, so sind sie, wie alle Dinge,dem Mißbrauch unterworfen. DieRedner und Dichter, die durchge-hends am meisten bewundert werden,haben sie als kostbare Würze mit be-hutsamer Sparsamkeit angebracht.Bey sehr wichtigen Begriffen undVorstellungen, die man geradezunicht mit der gehörigen Starke undLebhaftigkeit ausdrüken kann, wer-den sie nothwcndig; bei) Nebensa-chen aber sind sie bloße Zierrathen,womit man sparsam umgehen muß.Sie sind wie Juwelen, die man nur«n wenigen Stellen anbringen darf.

*) Lcsnrlit sei'srss viriols nsvesCurs; nec rm'mss equituin relin-quir,

Ocior cervis, er sgenre nimbozOxioe Luro.

I'imor et minseLcsnNunc eoNsm quo clominus; nequevececiir sei zra reiremi; erNoll equirem teller sri's eins.

") S. Belebung: Dichtungskraft.

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Man findet deßwcgen, daß ihr Ue-berflnß, so wie derUeberfluß der Ver-zierungen in der Baukunst, allemalein Vorbote des sich zum Untergangneigenden Geschmaks ist.

Es wäre angenehm und nützlich,wenn sich jemand die Mühe gebenwollte, aus den Ueberbleibseln dergriechischen Litteratur zu zeigen, wievon Homer bis auf die sogenanntenPleyadcn, und von diesen bis aufdie griechischen Rhetoren, von de-nen Rom zur Zeit der Kayser ange-füllt war, der Gebrauch der ausczierenden Bilder beständig in demMaaße zugenommen, in welchemder männliche und gute Geschmakabgenommen hat.

Doch ist es in gewissen Fallen gut,wenn Bilder aufBilder gehäuft wer-den, In Oden, wo eine einzige Vor-stellung, die an sich selbst einfach ist,so lange wiederholt, und so genauauf alle Seiten gewendet werdenmuß, bis unsre ganze Vorstellungs-kraft völlig davon eingenommen ist,ist die Anhäufung der Bilder, diecmerley Sache in verschiedenen Ge-stalten ausdrüken, das einzige Mit-tel zum Zwek zu gelangen. Davonfindet man häufige Bcyspiele bcym-Hora?: so wie man beym Gvidiusfast überall Bcyspiele von Anhäufungder Bilder bey gemeinen, oder dochnur beyläufigcn Vorstellungen findet,wie z. E. in der Stelle:

Dccors guoc concbss, quor Sinse-ns rolsris llorcs,(^uotve koporit'etum grsns ps-psver ksber;

Lilvs kerss guot »lir, guor pilcibu»unlls n?t»cur,

<Biot tenerum pennis sörs pul-lst »vi;,

l'ot premor sllverll; ").

Diese fällt etwas in Läppische,

Auch da können Bilder mit Nach-hruk aufgehäuft werden, wo manCc 4 W

») 1-rilt. V.