Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

4»4 Bez

Bezifferung angedeutet. Daher ent-stehet dieNorhwendigkeitder erstaun-lichen Menge von Regeln, die auchbey bezifferten Bässen noch in achtzu nehmen sind. Eine andre Unvoll-kommenheit ist die Menge der Zei-chen, die oft zu einem einzigen Accorderfodekt werden; von denen noch da-zu jedes durch R oder K oder kannverändert werden; da es denn kaummöglich ist, in der nöthigen Geschwin-digkeit sich in alles zu finden.

Es wäre vielleicht nicht unmög-lich , diesen UnVollkommenheiten derBezifferung abzuhelfen, wenn nurdie besten Meister sich die Sache mitErnst angelegen seyn ließen. Wirwünschten vornehmlich, daß einKunstverständiger versuchen möchte,ob nicht die Bezifferungen dadurchzu erleichtern waren, daß man überder Baßnote, so oft es angeht, miteinem Buchstaben den Ton anzeigte,dessenDreyklang, oder Sexten - oderSeptimenaccord, den eigentlichenzum Baß gehörigen Accord ausmacht.Folgendes Beyspicl wird dieses er-läutern:

II

..S

I

. Z

5

7

6

7

642

7L

ZII

M

Der gemeine Sextenaccord in derersten Abtheilung könnte so angedeu-tet werden, wie in der zweytcn Ab-theilung zu sehen ist, ffvv der Buch-stabe c andeutet, daß die rechteHand den zu a gehörigen Dreyklanganschlägt. Der Quartsextcnaccordder dritten Abtheilung würde eben-falls durch c angezeiget; der f Ac-cord auf kl könnte durch angedeu-tet werden, weil der Septimen-accord von Q, mit der rechten Handgegriffen, den Z Accord zu «us-

B e z

macht. So würde also dasselbe Zei-chen x anstatt der drey verschiedenenBezifferungen ?' 4, 5, dienen kön-nen. Wir überlassen den Meisternder Kunst, dieser Sache nachzuden-ken, und das Urtheil zu fällen, obauf eine solche Art die so gar großeAnzahl der Bezifferungen oder soge-nannten Signaturen nicht zu ver-meiden, und dadurch die ganze Sa-che zu erleichtern wäre.

Oft werden die Bezifferungen ent-weder aus Mangel der Ueberlcgung,oder auch wol aus Vorbedacht, umdcn Sachen ein gelehrtes Ansehen zugeben, ohne Noch vermehret, da sieauf durchgehende Baßnotcn gelegtwerden, wie aus folgenden Bcyspie-

len erhellet:

> !tmnisTviissi

I

ss

I

! !flS'IH, Slste s« u^

--Ei-sN

2 XZ. ... ^

642

i ^1-

^ ^"2 ^6

fflLl-

I«SI

a ä

e

e t

Es ist ganz ungereimt, die Bezif-ferungen so anzubringen, wie hier' bey u, d und 0, da die bezifferten No-ten nur durchgehend sind. Verstän-dige Tonsetzer schreiben diese Fallewie bey ll. e und k steht, um anzu-zeigen, daß die zur zweytcn Note ge-hörige Harmonie, gleich auf der er-sten angeschlagen werde.

Diese ganze Materie von der voll-kommensten Bezifferung verdient voneinem erfahrnen Tonsetzer vomGrund aus untersucht zu werden,damit einmal eine so gar wichtigeSache zu einer größern Vollkom-menheit könne gebracht werden.

Eine Anweisung zur Bezifferung ssn-bet sich, unter iiiehrcrn, in Hcincchenz

Anwci«