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eines streitenden Helden aufmerksamniachen will, so muß er sich hüten,durch ein unzeitiges Veywort dieAufmerksamkeit auf das Gerassel sei-nes Wagens, oder das Stampfenseines Pferdes, zu lenken.
Die größte Vorsichtigkeit im Ge-brauch der Bcywörter, hat man danöthig, wo man andre Personen re-dend einführt. Man muß auf dasgenaueste erwägen, wie viel cinzcleBegriffe nothwcndig in den Vorstel-lungen dct redenden Person liegen,und gerade nur so viel ansdrukcmMan muß allezeit daran denken, daßdie Beywörter den Hauptwörtern un-tergeordnet sind. Wo diese schon al-les sagen, was an diesem Orte, nachdiesen Umstanocn, hinreichend ist>da muß jedes Beywort vermiedenwerden.
In der Geschichte des Geschmaksälterer und neuerer Zeiten findetman, daß ein Ueberfiuß der Bcywör-ter allemal die erste Anzeige des sichverderbenden Geschmaks gewesen ist.In Griechenland, in Rom und inFrankreich, hat sich dieser Ueberfiußgezeiget, so bald die goldncn Feitender Dichtkunst und Beredsamkeit an-fiengen, einer verdorbenen PeriodePlay zu machen.
Diesemnach muß der Gebrauch derBeywörter, auf die Falle cingc-ffchränkt werden, wo die Vorstellungdurch die Hanptbegriffe noch nichtästhetisch genug ist. Und damit wirihren Gebrauch desto bestimmter an-zeigen können, müssen wir uns erin-nern, daß der ästhetische Stoff vondreyerley Art ist; daß er entwederdie Phantasie mit lebhaften Bildernanfüllt, oder dem Verstand helle undgroße Begriffe darbietet, oder dieEmpfindung erregt.
Nach dieser dreyfachcn Absichtniüsscn die Beywörter gewählt wer-den. Entweder zeichnen sie uns dieSachen sinnlich vor, oder sie erhel-
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len und verstärken unsre Begriffe,oder sie reizen die Empfindungen.
Sinnliche und wählerische Bcy-wörter sind da, wo man würklichdurch die Rede mahlen will, ganzunentbehrlich, weil ohne sie das Ge-mahlde entweder die kleinen Umstän-de nicht ausdenkt, oder durch weit-läuftigere Bezeichnung derselben sehrlangweilig seyn würde. Man über»lege, um diese Anmerkung völlig zufassen, folgende Stelle:
Er treibt den trögen Schwärm von schwer
beleibten Kühen,Mit freudigem Gebrüll, durch den bc»
thautcn Steg;Sie irren langsam um, wo Klee und
Mutten blühen,Und niclhn das zarte Gras mit scharfenZungen weg.
Läßt man die Bcywörter weg, sofehlt dem Gemählde das wahre Le-ben; will man die Umstände, diedurch sie bezeichnet werden, andersvorstellen, so wird man langweiligeWill man nicht mahlen, sondernetwas stark, neu, kurz, oder naivsagen: so können auch dazu die Bey-wörter die besten Mittel abgeben.Will man rühren, durch welche Gat-tung des Leidenschaftlichen es sey,so können wohlgewählte Beywörterungemeine Dienste dabey thun.
Ucberhaupt also sind sie zu gar al-len Gattungen der ästhetischen Kraftdie beste Würze, die den Hauptvor-srellungcn den größten Nachdruk ge-ben. Hingegen ist auch nichts abge-schmaktcrcs, als eine von schwachen,mitbestimmten, oder müßigen Vey-wörtcrn angefüllte Schreibart. Auchdie ist zu verwerfen, da die Beywör-ter zwar nicht müßig sind, aber Ne-benbegriffe ansdrüken, dic den Haupt-zwek nichts angehen, sondern btosden Witz und besondere Einfälle desRedners oder Dichters anzeigensollen.
Wie die Dichtkunst überhaupt sinn-licher ist, als die Beredsamkeit, sobedienet sie sich der Bcywörter häufi-ger,