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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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399
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weis sie sind, anführen, oder demsel-ben vorhergehen lassen. Die Ge-schiklichkeit, solche Beyspiele gut zuwählen, und (nach Beschaffenheit derUmstände) kurz oder naiv, oder nach-drüklich, oder mahlcrisch vorzutra-gen, ist eines der wichtigsten Talenteder Moralisten.

Bisweilen dienen solche Beyspiele,wenn mehrere hinter einander kom-men , blos dazu, daß der Leser Zeithabe, sich die allgemeine Wahrheit,an welcher er ohnedem nicht zweifelnwürde, durch die Wiederholung der-selben, desto sicherer einzuprägen, da-mit sie unvergeßlich bleibe. Daherwerden bisweilen die gemeinestennndbekanntesten Wahrheiten von meh-rern Beyspielcn begleitet, nur daßder Leser sich dabcy aufhalte. Wasist bekannter, als daß der, der einmalgestorben ist, für immer tobt ist? AberHoraz führt Beyspiele davon an:

Lum kemel occideris, er de rssplendid» Xkiirvs, Ueccrir »i Vieris,

Igen l'orgusce »euus > von retscundis, neu ceUelliruer pierss:

Inkernis ncgue eninr renevrisOisns pudicumbiversc ldippnl^rnm;dlec bcrvses vslcc Evesens »v-rompere csroVincril» birirvoo

Man konnte diese Beyspiele ver-weilende Beyspiele nennen; weil siedurch die Verwesung bey einer be-kannten Wahrheit sie tiefer einprä-gen. Man trifft nirgend mehr Bey-spiele dieser Art an, als bcym Ovi-dius, dem gleich bey jedem allgemei-nen Satz hundert besondre Fälle insGedächtniß kommen-

Bisweilen dienet dasBeyspiel, derWahrheit, die es enthält, einenSchmuk zu geben, wodurch sie reizen-der wird. So braucht Horaz, an-') yd. l.iv. iv. 7.

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statt der vorher angeführten lehren-den Beyspiele, für dieselbe Wahrheitein andermal naive, wählerische:

Oprsr epvippis dos piger; oprscsrsre csvsllus.

Von dieser Art sind auch diese Bey-spiele des K.a Fonraine von der Wahr-heit, daß jeder Mensch sucht sich überseinen Stand zu erheben:

Vour vnurgeois venr vsrir eommeles grsnds vcigneurs,17ouc peric prince s des /tmvslls-deurs,

ll7our ^-Isrguis veuc svoir despszes.

Diese Art des Beyspiels, das derVorstellung eine besonders kräftigeGestalt oder Farbe gicbt, um sie demGcmüthe desto lebhafter einzuprägen,hat wieder gar vieleAcy Formen, diesich nicht alle eutwikeln lassen. Sohat folgende Art des Beyspiels eineungemeine Kraft. Horaz will die all-gemeine Lehre anbringen, daß Uep-pigkeit und großer Aufwand sich nichteinmal durch großen Reichchum ent-schuldigen lassen. Anstatt blos all-gemein zu sagen: Oao Gelo konntebesser anzervenSot rvcrSen, sagt erdieses in Beyspielen, die er noch da-zu in dringenden Fragen vortragt:

Lur e»er indignus guisgusin, re

divire? gusrel'empls runnr snrigus Oeuin?

Lur, improve, csrse,d>!on sliguid psrriss rsnco eme»tiris scervv ") ?

Die Beyspiele können nach der be-sondern Absicht, die man dabey hat,allgemeiner seyn, oder aus ganz ein-zeln Fallen genommen werden; siekönnen erdichtet oder wahr seyn. Dar-über lassen sich keine Regeln geben;Redner und Dichter müssen fühlen,was sich zu ihrer Absicht am bestenschiket. Eine besondre Kraft haben

die

Sermon. II. a. I0Z.