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Bei) einem aus der Natur der Sa-che hergenommenen Beweis setzt Ci-cero drei? besondere Falle. Entwedergründet sich der Beweis auf die ganzeNatur und das Wesen der Sache,so daß der Redner beweisen kann, dasWesen derselben mache sein Vorgebennochwendig; oder wenn das Wesender Sache nicht kann bestimmt wer-den , so nimmt man alle ihre Eigen-schaften besonders und zeiget, wiejede den Satz bestätiget; oder dieHauptsache kommt nur auf eine ein-zige Eigenschaft der Sache an, sohalr man sich an dieser allein. Imersten Fall ist also der Beweisgrunddie Sackerklärung (lleklniria rei);im zweyten die Zergliederung derSacke, wodurch alle ihre Eigen-schaften angegeben werden (partiumenumei aciiz); endlich im dritten Fallist der Beweisgrund eine Worterkla-rung, da man ans dem Namen derSache, wodurch ihr eine gewisse Ei-genschaft beigelegt wird, den Beweisherleitet (ex normions). Folgendedrey Beyspiele werden diese drei) Ar-ten der Beweisgründe erläutern.
Beweis, der aus der Erklärungder Sache hergenommen ist. „Wenn„die Majestät des römischen Staats„in seinem Ansehen und in seiner„Würde besteht, so beleidigt der diese„Majestät, welcher den Feinden des„römische» Volks sein Heer überlie-„fert; nicht der, welcher denjenigen,„der dieses gethan hat, dem Volke„zur Bestrafung einliefert." Hierwird der Beweis auf die Erklärungdes Begriffs Majestät gegründet.
Beweis aus der Zergliederung derSache. „In diesen Umständen wa-„ren nur drey Wege möglich. Ent-weder , man mußte dem Befehl des„Senats gehorchen; oder man muß-„te eine neue Beratschlagung veran-lassen; oder man mußte endlich nach„seinem eigenen Gutdünken handeln.„Eine neue Bcrathschlagung zu ver-„anlahen, hieß sich zu viel heraus-
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„nehmen; nach Gutdünken zu hau-„deln, wäreVcrmessenheit: also blieb„nichts übrig, als dem Befehl des„Senats zu gehorchen."
Beweis aus der Worterklarung.„Wenn der ein Consul genennt wird,„welcher dem Vaterland mit gutem„Rath und mit That bcysieht: was„hat dcmi Ppliniuu anders gethan?"
Kann man auf keinem dieser gera-den und kurzen Wege zum Beweisder Sache kommen, weder durch das8ubjeöknrn noch durch das pncellira-tum des Hauptsalzes, so muß mansich außer der Sache nach irgend ei-ner Wahrheit umsehen, mit welcherder zu erweisende Satz in einer sol-chen Verbindung steht, daß er selbstaus jener herzuleiten scy. Hier istes nun unmöglich, alle einzelne Fäl-le solcher Verbindungen herzusetzen.Cicero gicbt deren drcyzehn an; undAristoteles, der jede Frage durchalle Abthcilungen erschöpfen wollte,zählt über dreyhundert. Wir über-lassen jedem diese Dinge in den I'o-picis dieser Lehrer selbst nachzusehen.
Ist der Redner ein Mann, der sichlang in klntersuchung der Wahrheitgeübt hat, so werden ihm ohne künst-liche Hülfsmittc! die Dinge einfallen,welche mit seiner Hauptfrage in Ver-bindung stehen; besonders, wenn ersich überhaupt auf die Art, wie wirim Art. sirfittStlnz gezeigt' haben,im Erfinden geübt hat. Wir wollenalso hier nicht weiter gehen, als daßwir diese Materie mit einem gutenBcyspiel erläutern.
Es ist keine Wahrheit, sie gehörein die Classe der Begebenheiten, oderunter die Erforschungen der Ver-nunft, die nicht entweder in wesent-lichen oder zufälligen Dingen mit an-dern Wahrheiten in irgend einer Artder Beziehung siehe. Es müssen an-dre Dinge ihr vorgehen, oder zu-gleich neben ihr seyn, oder darauffolgen. Eine Begebenheit muß Ver-anlassung, Gelegenheit, Ursachen ge-