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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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392
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für einfältige als gelehrte Zuhörer;jenen wird sie durch ihre Faßlichkeitangenehm, diesen durch das LebhafteGefühl der Wahrheit und durch denReiz der Achnlichkeit *). Mit derFabel und mit der Allegorie kommtsie darinn übcrein, daß sie ein lebhaf-tes und unwandelbares Gefühl derWahrheit erwcket.

Die Jnduction kann verschiedeneGestalten annehmen. Sokrates klei-dete sie fast allezeit in Fragen ein, sowie es sich zur Beredsamkeit des Um-ganges am besten schiket. Die Mo-ralisten geben ihr auch eine andereForin, indem sie einen oder mehrahnliche Falle, an denen die Wahr-heit leicht zu fühlen ist, als Beschrei-bungen, Gemahlde oder Erzählun-gen, anbringen und so zeichnen, daßder Zuhörer alles vor sich zu sehenglaubt.

Bey Behandlung dieser Beweis-et hat der Redner vornehmlich auffolgende Dinge zu sehen: >. daß dieWahrheit, wovon er überzeugen will,in den ahnlichen Fallen, die er an-führt, völlig offenbar scy. 2. Daßdiese Falle eine vollkommene Achn-lichkeit niit dem Falle haben, überwelchen eigentlich das Urtheil des Zu-hörers soll festgesetzt werden, z. Daßdieser nicht gleich merke, wohin dieangeführten ähnlichen Falle zielen,damit er desto frcycr von allem Vor-grtheil sich dem Gefühl des Wah-ren überlasse.

Dazu gehören besondere rednerischeGaben, die vielleicht seltener sind alsirgend ein anderes Talent des Red-ners. So wenig glänzendes die voll-kommene Jnduction hat, so schwerist es, dieselbe zu erreichen. Wernicht vorzüglich die Gabe hat, vonden gemeinsten Dingen, nicht nurohne Niedrigkeit, sondern interessantzu sprechen, muß sich nicht daranwagen; denn die ahnlichen Falle müs-G, AchnMeis.

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sen nothwendig von Dingen herge-nommen werden, die taglich vorkom-men, die also nicht den geringstenReiz haben, als den sie durch dieKunst des Redners bekommen.

Die zweyte Hauptart der Beweiseist die, welche durch Cntwiklung derBegriffe zum Zwek kommt, (ll-uio.cinario.) Diese haben die Gestalt ei-nes förmlichen und vollständigen Vcr-nunftschlusses (8^-iioZismus), deraus zwey Vordersätzen und dein dar-aus fließenden Schlußsatz bestehet.Diese Veweisart ist demnach nichtso populär, als die erstere; sie istmehr philosophisch, als rednerisch.Die ganze Abhandlung der Rede, inder ein solcher Beweis geführt wird,muß sich ausdrey Satze bringen lassen.Die bcydcn Vordersätze müssen, wieaus der Vernunftlehre bekannt ist,unlängbar seyn, wenn die Ucberzcu-gung folgen soll. Daher entstehenalso Hey dieser Bcweisart die fünfThcile der Abhandlung, deren Noth-wendigkeit Cicero gegen einige Lehrerder Redner behauptet *). Der ersteThcil enthält den deutlichen Vortragdes Obersatzes. Der zweyte Theilenthält die vollkommene Bestätigungdieses Satzes. Wenn diese so voll-endet ist, daß kein Zweifel übrig blei-ben kann, so folget der Untersatz, alsder dritte Theil; hierauf dessen Be-stätigung, die den vierten Theil aus-macht; und endlich der Schluß, alsder fünfte Thcil. Der zweyte undvierte Theil sind die wichtigsten;deßwegen auch die Redner alle-mal den größten Fleiß auf dieselbenwenden.

Diese Beweisart behandelt derRedner anders als der Philosoph,indem er dieBegriffe nie bis auf ihrecinfachesicn Theile cutwikelt. Erbleibt bey blos klaren Begriffen ste-hen, wenn er sie nur dem anschauen-den

*) Lp Invcnc. I.. I.