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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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390
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Z9-? B ew

daß die letzten Einbeule immer diewichtigsten sind. Man findet alsoKey großen Rednern Beyspicle vonHeyden entgegenstehenden Ordnungen.

Am sichersten scheinet es zu seyn,daß man die Hauptbeweise zuerst vor-bringe. Hat man wahrscheinlicherWeise damit den Zuhörer nahe andie Uebcrzeugung gebracht, so Hauseman schnell noch verschiedene gerin-gere beweise zusammen und lasse siein geschloßnen Gliedern den Zuhörerangreifen, so wird die Mürkungnach Wunsch ausfallen.

Zur Erläuterung dicserRegel wol-len wir setzen, man habe eine gesche-hene Sache durch Zeugnisse erhärtet,oder einen Satz durch andre Gründeso wahrscheinlich gemacht, daß demZuhörer nur noch wenige Zweifelübrig seyn können. Nun setze mangleich noch verschiedene kleinere Grün-de nach, welche zeigen, daß die Sa-che der Natur der Personen, den Zei-ten, den Umstanden u. s. f. gemäßsey, so wird aller Zweifel verschwin-den. Dieses will ohne Zweifel Äuin.nlian durch folgende Regel sagen.Die stärksten beweise, sagt er, mußman einzeln rvol ausführen, dieschwacher» kurz aneinander Vre»«gen. Wenn man einen beschul-diget, er habe einer Erbschaft hal-ber einen N»orS begangen, (undhätte z. E. den Hauptbeweis durchwahrscheinliche Zeugnisse geführt: sokann man, wenn die Umstände sosind, folgende Gründe noch hinzu-fügen:) -Du hattest Anwartschaftdarauf, du warst in Noch und da-mals von Seinen Gläubigern amstärksten getrieben; dazu hattest dudeinen Erblasier damals beleidiget,und wußtest, daß er das Testa-ment eben ändern wollte. Man be-greift leicht, daß solche geschlosseneGründe eine Sache außer Zweifel se-tzen müssen, von welcher man schondurch andre stärkere Anzeigen beynaheüberzeuget worden.

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Sind aber die Beweise so beschaf- -fcn, daß die schwachem den starkemzur Grundlage dienen, daß sie erstdem Zubörer vorläufig einige Zwei-fel benehmen, ihn in die Dcnkungs-art setzen, die zur Würkung der stärk-sten Beweise nöthig ist, so muß dieerwähnte Ordnung nothwendig um-gekehrt werden.

Beweisarten.

Es ist nicht genug, daß der Rednerdie Gründe gefunden habe, aus wel-chen die Wahrheit oder Wahrschein-lichkeit einer Sache erkennt wird; ermuß diese Gründe so zu behandelnund so vorzutragen wissen, daß sieihre völlige Würkung thun; dieses'ist eigentlich das vornehmste in derKunst zu beweisen *). Die Beweis-gründe hat der Redner mit dem Phi-losophen und mit dem gemeinenMann gemein; aber ihre Behand-lung, die Art sich ihrer zu bedienen,ist ihm eigen. Dadurch kann er sichals einen großen Redner zeigen, daßer so gründlich als der Weltwcisc,obgleich nicht so abstrakt und nichtso genau methodisch; so einfach,als der gemeine Mann, aber nichtso nachläßig und so wankend, in sei-ncn Beweisen ist.

Zu dieser rednerischen Behand-lung der Beweise gehören verschiedeneDinge: die Form des Beweises ansich selbst; die Auszierung und Aus-führung; der Ton und Vortrag des-selben. Hier ist von dem ersten Punkt,nämlich der Form des Beweises, dieRede.

Die Beweisarten sind für den Red-ner dieselben, die der Philosophbraucht: alle Arten der,Vernunft-schlüsse

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