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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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389
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B e w

gründen können? Ist etwa itztSparta geringer, als die phrygi-schc Troja', und geht diese jener anGlükscligkeit vor? Bin ich etwafrcy, oder jung, oder zur Wollustgebildet? Kann ich etwa aus Stolzauf die Macht meiner (in der Ascheliegenden) Vaterstadt, oder aufmeine (umgebrachte) Freunde, esversuchen, an deiner Statt in bei-nein Hause zu herrschen? Sollteich etwa Lust haben deine Unfrucht-barkeit hier zu ersetzen und Kinderzu gebühren, mir zur größten Last,und daß sie dir künftig zu Sclavendienten? Bilde ich mir etwa ein,daß die Griechen des Hektars hal-ber mich so sehr lieben, daß sie mei-ere Kinder, wenn du keine hast, zuKönigen dieses Landes machen?u. s.w. Jedermann fühlt denTon der Wahrheit, womit Andro-mache hier ihre Unschuld beweist.

Wenn dieser Ton der Wahrheit zu-gleich durch den würklichcn Ton derStimme, durch die Stellung undGcbchrdnng des Rebners unterstütztwird, daß der Zuhörer fühlt, er re-de aus innerster Ueberzeugung, sowird sein Beweis seine volleWürkungthun. So lange der Zuhörer ohneVorurtheil ist, wird man ihn sehrgeneigt finden, dcmBcyfall zugeben,der etwas auch ohne Beweis in demTon der Wahrheit versichert. Be-merken wir an dem Redner eine be-scheidene Znversichtlichkcit in seine ei-gene Ueberzeugung, und ein natür-liches einfaches Wesen, womit eruns dessen versichert, so ersetzt unserHerz, was dem Verstand fehlt, undwir glauben, ohne zu sehen. Laßtaber der Redner das geringste mer-ken, daß er unfern Vcyfall erzwin-gen will, so widersteht die Neigungder Ueberzeugung. Gar oft schadeter seinem Beweis, wenn er sich bei)klaren Sachen zu lange aufhalt, um

H Lurix, ^närom. VI. zpo-zoz.

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sie noch deutlicher zu machen. Diewahre Gründlichkeit ist einfach undkurz. Gewisse Gründe sprechen durchdie Sache selbst am lautesten, undihre Stimme, wird durch übertriebe-nes Bemüheil des Redners ge-schwächt. Hieher gehört auch, waswir im nächsten Artikel von den pa-thetischen Beweisen anmerken.

Durch die Art des Vortrages kannder Redner einem Beweis sehr auf-helfen, oder schaden. Der stärksteBeweis kann durch einen schlechtenund schwachen Vortrag seine Kraftverlieren. Das Klare kann durchdie Aussprache und den Ton dunkel,das Kurze langweilig, und das Leb-hafte schwach werden. Vornehmlichhat der Redner genau zu überlegen,wo eigentlich in seiner Rede der Ortist, da natürlicher Weise verschiedenevorgetragene Gründe ihre Würkungmm auf einmal thun sollen. Damuß er alle Kunst anwenden sie gutzu vereinigen, den Verstand, dieEinbildungskraft und das Herz desZuhörers auf einmal lebhaft anzu-greifen.

Bei) der Bestätigung des Satzes,wozu mchrcrlcy Beweise angeführtwerden, kommt auch oft viel aufdie Ordnung an, darum sie einanderfolgen. Die Frage ist oft unter-sucht worden, ob die starken oderdie schwächcrn Gründe zuerst sollenaufgestellt werden. Lwimilian rä-chet von den schwächern den Anfangzu machen *). Allein die Sache schei-net mir nicht außer allem Zweifel.Wenn ein scharfsinniger Zuhörer ei-nige schwache Beweise hinter einan-der anhört, so kann er leicht ver-drüßlich werden und die Aufmerk-samkeit auf stärkere verlieren. Aufder andern Seite kann man sagen,

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prcnir rzri'o cgnlz- cujnzgue pollnlz»dir, c»'6insk>iimur, uno (ur ego ccn-leo) excepro, ne s pcirencilsimis ?,cilaevillim» äecrclcsr orsrio.