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ser Art der Beschreibung ist in demArtikel, Deweisgrimoe, gesprochenworden.
Die andre Art der Beschreibungzeiget die Beschaffenheit einer vorhan-denen oder geschehenen Sache an.Sie ist ein Gemähld, wodurch etwasals gegenwärtig vor Augen gelegtwird, Sie kommt bey Rednern undDichtern oft vor, und theilt sich wie-der in zwey Arten, da sie entwederdie Beschaffenheit einer auf einmalvorhandenen stäche, z. V- einer Gc-gcnd ; oder einer sich nach und nachäußernden Sache, z. E. einer Bege-benheit, ausdrükt. Die crstere Artkommt fast in allen Stüken mit ei-nem Gemahld überein, und bekommtalso auch gar oft den Namen einesGcmähldes. Bey Verfertigung ei-ner solchen Beschreibung aber stoßendem Redner und dem Dichter Schwie-rigkeiten auf, die der Mahler nichthat. Dieser stellt das, was aufeinmal in die Augen fallt, auch aufeinmal vor; jene können es nicht an-ders, als nach und nach vorstellen:zudem sieht das Auge unzahlige Din-ge, die die Rede nicht beschreibenkann, wenn sie nicht höchst langwei-lig werden soll. Dabei) aber mußder Redner, so wie der Dichter, sichan die Regelst halten, die dem Mah-lcr wegen der Anordnung undGruppirnng seines Gemahldes vor-geschrieben sind. Eine solche Be-schreibung ist allemal eine sehr schwe-re Sache und gelingt nur großenRednern und Dichtern. Es ist deß-wegen denen, die sich auf die reden-den Künste legen, sehr zu rächen,daß sie sich hierinn fleißig üben. InBeschreibungen von Personen, ih-rem Ansehen, ihrer Stellung undHaltung kann -Homer zum Mustergenommen werden, weil kein Menschdarinn glücklicher ist, als er. In Be-schreibung der Gegenden könntenaus dem Liviuti vollkommene Mu-ster angeführt werden: eben so glük-
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lich ist er in Beschreibung von derLage gewisser Sachen, z> E. der Stel-lung zWeyer Heere beyni Anfang ei-ner Schlacht. Höchst wichtig undauch überaus schwer sind die Beschrei-bungen gewisser Lagen bey Begeben-heiten, da man verschiedene Perso-nen nach dem Interesse, welches je-der an der Handlung nimmt, nachden besondern Empfindungen < diejeder dabey fühlt, nach jedes Stel-lung und Gebchrdung dabei), so zubeschreiben hat, daß aus dieser Be-schreibung ein vollkommenes Ge-mahld entstehe. Dieses ist eineHauptsache in der Kunst des epi-schen Dichters. Aber auch demRedner ist sie bei) gar vielen Gele-heiren nöthig; denn bei) Erzäh-lung der geschehenen Sachen gebensolche Gemahide bisweilen den größ-ten Nachdruk und die stärkste Rüh-rung.
Weniger schwer sind die Beschrei-bungen solcher Gegenstände, die sichnach und nach cntwikeln, wennnämlich nicht allzu viel Dinge aufeinmal geschehen; denn m diesemFall ist die Beschreibung unstreitigam schwersten; wie z. E. die Be-schreibung einer großen Schlacht,die Beschreibung eines, ein ganzesLand verwüstenden, Zufalls, einerUebcrschwemmung, einer Pest, einesErdbebens. An dergleichen Beschrei-bungen können nur Genies der erstellGröße sich mit Hoffnung eines glük-lick^en Erfolges wagen.
Wer diese Materie und die beson-deren Kunstgriffe der Beschreibungausführlich studieren will, der wirdin Sodmerv Werk von den poetischenGemahlden *) die vornehmsten Theiledieser schweren Kunst entwikelt fin-den. Hier merken wir nur an, daß
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*) Kritische Beteachtungcn über diepoe-tischen Geniühldc der Dichter, Zürich1741. 8.