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sende Dinge, als gegenwärtig, ver-gangene oder zukünftige, als itztvorhanden erscheinen. Hat aber derKünstler in der Begeisterung so leb-hafte und so vollkommene Vorstel-lungen, so wird es ihm auch leicht,sie nach Maaßgebung seiner Kunst,es sey durch Worte, oder durch Zeich-nung und Farbe, oder durch bloßeTone zu äußern.
Einem Werk, oder einem Theildesselben, das in der Begeisterungverfertigt worden, sind deutlicheSpuren der großen Lebhaftigkeit unddes herrlichen Lichts, in welchem derKünstler seinen Gegenstand gesehenhat, eingepraget. Alles scheinet auseiner reichen Quelle zu stießen; jedesWort, jeder Strich ist kräftig, undwürkt gerade das, was er würkcnsoll. Mau merkt es, daß deinKünstler alles leicht gewesen, daßer nichts gesucht, sondern jedes anseinem Orte gesehen hat; daß er un-geduldig gewesen ist, einen Gegen-stand, der seine ganze Seele so leb-haft erfüllt hatte, außer sich darzu-stellen.
Man findet darinn nichts mitSorg-falt abgemessen, nichts das durchgesuchte Verbindungen sich an dasnächste anschließt. Alles folgetSchlag aufSchlag; wir werden mitin das Feuer hingerissen, das in derSeele des Künstlers brennt, oder indas sanfte Entzüken gesetzt, das ihnaußer sich selbst gebracht hat.
Der Künstler, dem es nicht anVerstand und Genie fehlt, kann desguten Fortganges seines Werks ver-sichert seyn, sobald er in Begeiste-rung gesetzt ist; denn er hat alsdennfür nichts mehr zu sorgen: er darfsich nur seiner Empfindung überlas-sen. Alles, was er auszudrükenhat, liegt in seiner Phanthasie deut-lich vor ihm. Ohne Vorsatz und Ue-bcrlcgung ordnet seine Seele jedenTheil auf das beste an, bildet jedenauf das lebhafteste aus. Seine Fe«
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der oder Pinsel, seine Hand oder seinMund, sind nicht schnell genug, dasdarzustellen, was ihm dargebotenwird. Es sah einmal jemand demL1?icl?el Angela zu, als er an einen,Marmorbild arbeitete. In dem Bistdes Künstlers war etwas wildes, derHammer stürzte in seiner starken Faustmit Macht ans den Meißel, uuo dieabgeschlagene Stüke Marmor stogcnweit durch die Luft. Manhätte den-ken sollen, daß der ganze Blok aufjeden Schlag hätte in Slüken gehensollenDamals war dieser großeKünstler in der Begeisterung. Crsah das Bild, welches er darstellenwollte, schon in dem Marmorblok;ungeduldig es heraus zu bringe»,schlug er kühn die überfiüßigen Thei-le weg, und war sicher, nichts vondem Bilde, das er sah, wegzuhauen.So feurig und so sicher ist jederKünstler, dem die Begeisterung einBild in die Phantasie gemahlt hat.
Der Grund aller Begeisterung liegtin einem starken Reiz des Gegenstan-des, der die ganze Kraft der Auf-merksamkeit auf sich vereiniget- Da-her sind diese zwey Dinge allemal da-zu nöthig; ein Gegenstand, dem esnicht an Reiz fehlt, und von Seitendes Künstlers eine empfindende reiz-bare Seele. Ein widriger, magerer,kahler Gegenstand loscht das Feuerdes Genies aus; aber auch der herr-lichste Gegenstand ist kaum vermö-gend eine träge Seele zu erwärmen.Die erste Veranlassung zur Begeiste-rung hangt also von der Wahl einergroßen oder reizenden Materie ab;die andre ist eine Gabe der Na-tur, die durch Uebung kann verstärktwerden.
Den gänzlichen Mangel des fei-nem Gefühls, für das Schone der
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') Diese Anekdote findet sich in einemder Briefe berühmter .«Künstler, welchevor wenig Jahren in Italien heraus-gekommen, und, wo ich nicht irre,in dem zten Lheil her Sammlung.