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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
318
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ZI8 Bau

Gerungen zu cntdcken *). Von phö-nizischen, babylonischen und persi-schen Gebäuden hal sich nichts ansdem hohen Alterthum erhalten. Daaber der salomonische Tempel ohneZweifel das Gepräge derphönizischenBauart gehabt: so kann man auchvon dieser sagen, daß sie mit deregyptischcn übcrcin gekommen.

Man muß also den Orient, undvcrmuthlich die Lander disseits desEuphrats, als den Geburtsort der-jenigen Bauart ansehen, welche vonden Griechen auf den höchsten Gradder Vollkommenheit erhoben worden.Diese scheinen die Knust noch in ei-nem etwas rohen Zustande bekom-men zu haben. Denn noch sind an-sehnliche Ruinen griechischer Gebäu-de vorhanden, die weit über die gu-te Zeit des Gcfchmaks heraufsteigen,wie die Ruinen von Pestum am sa-lernitanifchen Meerbusen, und vonAgrigcnt iuSicilien»»). Diese Ban-art hat in Griechenland und in Ita-lien verschiedene besondere Wendun-gen , als so viel Schattirungcn be-kommen, die man hernach mit demNamen der Ordnungen bezeichnet hat.Die Hetruricr und Darier sind deralten Einfalt-und Rohigkeit am näch-sten geblieben. Die Jonicr scheinenetwas mehr Annehmlichkeit und eineArt von Weichlichkeit hineingebrachtzu haben. Hernach aber, als Grie-chenland der Hauptsitz aller schönenKünste geworden war, kam nochmehr Zierlichkeit und so gar etwasUeppigkeit hinein, wie an der coritt-khischcn Ordnung zu sehen; dieseshaben die spätem Römer noch wei-ter getrieben s).

Noch itzt wird allemal, wo Säu-len oder Pfeiler angebracht werden,

H S. coemthiscbe Sstulc; Knauf; do,nsche Sstule.

S. die Vorrede zu WinkclinannsGeschichte der Baukunst, und neue Bi-bliothek der schönen Wissenschaften.

ss) S. Ordnungen.

Bau

eine dieser fünf alten Ordnungen zurRichtschnur gewählt. Sie sind sogut ausgedacht, daß man, ohne Ge-fahr die Sachen schlechter zumachen,sich nicht weit von den Formen undVerhältnissen der Alten entfernenkann. Es ist nicht mehr zu erwar-ten, daß eine, von diesen Ordnun-gen würklich verschiedene, und den-noch gute Gattung, werde erfundenwerden. Die Römer scheinen schonalle mögliche Versuche hierüber er-schöpft zu haben. Sic nahmen sichernstlich vor, Rom durch die Schön-heit der Gebäude über alle Städteder Welt zu erheben, und es ist an-genehm zu lesen, was Strabo hie-von erzählt"). Dennoch haben dieseaußerordentlichen Bestrebungen vonden besten aus allen Theilcn Grie-chenlandcs versammelten Baumei-stern nichts, als die einzige römischeOrdnung herausgebracht, die dochnur ans einer Vereinigung der co-rinthischen und jonischcn besteht.

Nach Erlöschung der Familie derCäsaren fieng in Rom die Baukunstan zu fallen. Man verließ nach undnach die edle Einfalt der Griechen,und überhauste alles mit Zierrathen.Die Gebäude nahmen den Charakterder Sitten, die allen großen despo-tischen Höfen gemein sind, an; einGepränge, das die Augen verblen-den sollte, kam in die Stelle derwahren Hoheit und Größe. Vondieser Art sind verschiedene noch ausdiesen Zeiten vorhandene Werke, als:die Triumphbogen der Kayser Seve-rus, des M. Anr. Antoninus, desConstantinus; besonders aber dieBäder des Diokletianus. So wiedas Reich an Hoheit abnahm, sankauch die Baukunst. Die Römerbrachten sie auch nach Consiantino-pcl, wo sie sich vicleJahrhnnderte ineinem Stande der Mittelmäßigkeiterhalten hat. In Italien wurde

Matt

I..V.